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| Gruppenführer |
GruppenführerDer Gruppenführer (GruFü; GrpFhr) bezeichnet eine Person die eine Gruppe leitet. Er trägt die Verantwortung für die Aktionen seiner Gruppe.
Polizei
Der Gruppenführer bei der Bereitschaftspolizei und in Einsatzzügen der Polizei, hat folgende
- führt die Gruppe im taktischen Einsatz und im täglichen Dienst
- setzt die Vorgaben des Zugführers um
- bereitet Einsätze innerhalb seines Aufgabenbereiches vor und nach
- berät den Zugführer
- Fortbildungsbeauftragter für den praktischen Dienst
- unterstützt Mitarbeiter
Dienstgrad heute meist Polizeimeister bis Polizeikommissar.
Bei der Bereitschaftspolizei kann man im allgemeinen zwischen Gruppenführer in der Einsatzstufe und Gruppenführer in einem Ausbildungsseminar (Ausbildungbeamte) unterscheiden.
Die Ausbildungsbeamte sind für die Ausbildung der jungen Polizeibeamte zuständig. Sie unterstützen die Fachlehrer bei den theoretischen Rechtsunterrichten und übernehmen hauptsächlich die Praktische Ausbildung (wie Schießausbildung, Einsatztraining oder Sport).
- Gruppenführer bei der Feuerwehr Gruppenführer (Feuerwehr)
- Gruppenführer beim THW Gruppenführer (THW)
Bundeswehr
Gruppenführer ist ferner die Funktionsbezeichnung bzw. eine ATN beim Militär; als Teileinheitsführer ist der Gruppenführer für die Führung von 8-12 Soldaten im Gefecht verantwortlich. Er ist kein Disziplinarvorgesetzter, Dienstgrad heute meist Feldwebel bis Hauptfeldwebel.
Schutzstaffel (SS)
Gruppenführer, Obergruppenführer und Oberstgruppenführer waren die Generalsränge der SS. Sie entsprachen dem Generalleutnant, dem General bzw. dem Generaloberst bei der Wehrmacht.
Kategorie:Berufliche Funktion
Katastrophenschutz
Katastrophenschutz (KatS) bezeichnet Maßnahmen, die getroffen werden, um Leben, Gesundheit oder die Umwelt in einem Katastrophenfall zu schützen.
Dazu gehören:
- vorbereitende Maßnahmen, wie zum Beispiel
- die Aufstellung entsprechender Hilfseinrichtungen und -pläne
- das Festlegen von Standard-Einsatz-Regeln (SER) zur schnellen Reaktion bei gleichen Lagen
- die Abwehr von Schäden im Katastrophenfall
- die Beseitigung von Katastrophenschäden
Katastrophenschutz in Deutschland
Entwicklung
Katastrophe
Nachdem im Deutschen Kaiserreich neben den Feuerwehren und dem Deutschen Roten Kreuz normalerweise militärische Hilfskommandos bei Großschadenslagen zum Einsatz kamen, entlastete während der Weimarer Republik die Technische Nothilfe zum großen Teil die zahlen- und ausrüstungsmäßig stark abgerüstete Reichswehr. Während der Herrschaft des Nationalsozialismus bildeten die drei genannten Hilfsdienste auch den Kern des Katastrophenschutzes im zivilen Luftschutz, damals "Sicherheits- und Hilfsdienst" (SHD), ab Juli 1942 Luftschutzpolizei genannt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg begann der Wiederaufbau des Katastrophenschutzes praktisch parallel mit der Wiederaufrüstung in den beiden deutschen Staaten. In der Bundesrepublik wurde 1950 das THW, 1956 das Bundesamt für zivilen Bevölkerungsschutz gegründet. Das Ende des Kalten Krieges führte in den frühen 1990er Jahren zu einem starken Abbau des Katastrophen- (und Zivil-)schutzes (Schließung der Warnämter, Abbau der Sirenen (vgl. Alarm), Auflösung der Medikamentendepots, Schließung von Hilfskrankenhäusern und Schutzräumen). Nach den Terroranschlägen in den Vereinigten Staaten im Jahr 2001 begann sich diese Entwicklung umzukehren.
Zuständigkeiten
Gefahrenabwehr im Katastrophenfall ist gemäß Artikel 70 des Grundgesetzes Aufgabe der Länder.
Im Falle eines Angriffs auf das Bundesgebiet mit Waffengewalt oder einer entsprechenden unmittelbaren Bedrohung (Verteidigungsfall) ist der Bund gemäß Artikel 73 Nr. 1 Grundgesetz für den Schutz der Zivilbevölkerung (Zivilschutz) zuständig.
Für Zwecke des Zivilschutzes stellt der Bund den Ländern Mittel bereit, die diese auch für den nichtmilitärischen Katastrophenfall nutzen können ("erweiterter Katastrophenschutz"). Dazu gehören Geldmittel, Fahrzeuge und Wehrpflichtige, die sich freiwillig im Rahmen gewisser Kontingente für die Dauer von 6 Jahren zur Mitgliedschaft in einer der Katastrophenschutz-Organisationen verpflichten und sich damit ihre Wehrpflicht erfüllen.
Organisationen
In Deutschland engagieren sich unterschiedliche Organisationen im Katastrophenschutz:
Öffentliche Einrichtungen
- Feuerwehren (vor allem ABC-Abwehr und Brandschutz)
- Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW)
- Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)
Private Organisationen
- Arbeiter-Samariter-Bund (ASB)
- Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG)
- Deutsches Rotes Kreuz (DRK)
- Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH)
- Malteser Hilfsdienst (MHD)
- Deutscher Amateur Radio Club (DARC)
- Kerntechnische Hilfsdienst GmbH
Weitere Organisationen des Katastrophenschutzes
Dazu kommen noch weitere Einsatzkräfte, z.B. von Unternehmen (etwa die Grubenwehr im Bergbau), privaten Vereinen, Behörden und Verbänden bis hin zu NGOs. Es können sich je nach örtlicher Rechtslage auch Privatpersonen und Firmen zum Katastropheneinsatz spontan zur Hilfe organisieren (vgl. die "EMON", Emergente Organisations-Netzwerke) oder dazu herangezogen werden.
Selbstschutz
Dies alles macht Anstrengungen der Einzelnen und zumal der Privathaushalte nicht überflüssig - Vorratsbildung, Erste-Hilfe-Kenntnisse, bauliche Vorkehr und anderes -, die im offiziellen Katastrophen- und Zivilschutz als "Selbstschutz" angesprochen und ermutigt werden.
Ersatzdienst im Katastrophenschutz statt Wehr- oder Zivildienst
In Deutschland kann vom Wehr-, bzw. Zivildienst freigestellt werden, wer sich für mindestens 6 Jahre als Helfer im Zivil- oder Katastrophenschutz verpflichtet. Grundlage hierfür sind Wehrpflichtgesetz und Zivildienstgesetz. Der Dienstpflichtige muss jährlich eine Mindestzahl an Dienststunden nachweisen. Jede Einheit erhält ein gewisses Stellenkontigent zur Vergabe. Siehe auch Wehrersatzdienst
Beispiele für Katastrophenschutz
- Einen hocheffizienten Katastrophenschutz betreibt Taiwan seit Jahrzehnten im Hinblick auf Taifune. Diese Wirbelstürme besitzen die gleiche Zerstörungskraft wie Hurrikane. So kommen selbst bei den stärksten Taifunen in Taiwan nur wenige Menschen ums Leben oder zu Schaden. Personenschäden sind meist auf das Nichtbefolgen der Behördenanweisungen zurückzuführen.
- Als Negativbeispiel gelten die Vorkehrungen anlässlich des Hurrikan Katrina vom August 2005 im Süden der USA. Beispielsweise wurden einige zehntausend Menschen in einem vermeintlich sicheren, überdachten Stadion untergebracht, ohne dass eine Bereitstellung von Toiletten, Nahrung, Wasser und Medizin vollzogen wurde.
Weitere Informationen
Literatur
- Andreas Linhardt: Feuerwehr im Luftschutz 1926-1945, Braunschweig 2002, ISBN 3831137382
- Jürgen Bittger: Großunfälle und Katastrophen, Stuttgart 1996, ISBN 3794517121
- Zweiter Gefahrenbericht der Schutzkommission beim Bundesminister des Innern, Bonn (Bundesverwaltungsamt - Zentralstelle für Zivilschutz) 2001
Weblinks
- [http://www.bbk.bund.de/ Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)]
- [http://www.bbk.bund.de/cln_007/nn_401770/DE/02__Themen/01__TippsBev/TippsBev__node.html__nnn=true Tipps für die Bevölkerung]
- [http://www.denis.bund.de/ Deutsches Notfallvorsorge-Informationssystem]
- [http://www.umweltbundesamt.de/zema/ Zentrale Melde- und Auswertestelle]
- [http://www.bva.bund.de/imperia/md/content/abteilungen/abteilungv/vb3/publikationen/zivilschutz-forschung/11.pdf#search= Gefahrenbericht Schutzkommission]
- [http://www.schutzkommission.de Schutzkommission beim Bundesminister des Innern]
- [http://www.kfs.uni-kiel.de/ Katastrophenforschungsstelle der Universität Kiel]
- [http://www.katastrophenschutz-ev.de/ Katastrophenschutz e.V. - Verein zur Optimierung des Katastrophenschutzes und Rettungswesens]
- [http://www.katastrophenschutz.de/ Katastrophenschutz.de]
- [http://www.landkreis-ludwigsburg.de/dienstleistungen/wehrausnahmen/wehrausnahmen.html landkreis-ludwigsburg.de - Freistellung vom Wehr- bzw. Zivildienst]
Siehe auch
Ehrenamt, Gefahrenabwehr, Katastrophe, Katastrophensoziologie, Krisenintervention, Notfall, Notstand, Strahlenschutz, Triage, Warnung, Zivilschutz
Kategorie:Katastrophenschutz
Kategorie:Rotes Kreuz
Kategorie:THW
Kategorie:Rettungsdienst
Kategorie:Feuerwehreinsatzart
Kategorie:Sicherheit
Bundeswehr
Bundeswehr ist die Bezeichnung für die Streitkräfte der Bundesrepublik Deutschland und ihre Verwaltung.
Struktur
Die Bundeswehr besteht aus den Streitkräften und der zivilen Bundeswehrverwaltung. Diese Zweiteilung in eine uniformierte und eine zivile Komponente verschleiert ein wenig die tatsächliche Personalstärke des deutschen Militärs, insbesondere im Vergleich mit dem Militär anderer Staaten, in denen die Verwaltung des Militärs ebenfalls militärischem Personal obliegt.
Die Bundeswehr soll bis zum Jahr 2010 ihre neue Struktur mit einer Friedensstärke von etwa 250.000 Soldaten und 75.000 zivilen Mitarbeitern einnehmen. Heute (April 2005) hat sie etwa 257.000 Soldaten und 125.000 zivile Mitarbeiter. In Zeiten des Kalten Krieges verfügte die Bundeswehr über eine Sollstärke von etwa 495.000 Soldaten. Dabei handelt es sich um Wehrpflichtige (zur Zeit neun Monate Pflichtdienstzeit), um Berufssoldaten und um Soldaten auf Zeit.
Die Bundeswehr nahm nach der Wiedervereinigung rund 20.000 Soldaten der ehemaligen NVA der DDR auf. Außerdem wurde ein kleiner Teil des Materials der NVA übernommen und zum Teil bis heute weiter genutzt. Große Mengen der Bewaffnung und Ausstattung wurden hingegen verschrottet, verkauft oder verschenkt, so wie Panzer an die Türkei und kürzlich die letzten sechs MiG-29 der NVA-Luftwaffe an Polen. 39 Kriegsschiffe der Volksmarine kaufte Indonesien.
Inhaber der Befehls- und Kommandogewalt ist im Frieden der Verteidigungsminister, im Verteidigungsfall geht die Befehls- und Kommandogewalt auf den Bundeskanzler über ( GG). Oberster Soldat der Bundeswehr ist der Generalinspekteur der Bundeswehr, rangmäßig ein Viersterne-General, der jedoch nicht militärischer Oberbefehlshaber der Bundeswehr ist. Einen solchen kennt die Kommandostruktur der Bundeswehr nicht. Die Verantwortung für die Einsatzbereitschaft ihrer Bereiche haben die Inspekteure der Teilstreitkräfte (Heer, Luftwaffe, Marine) beziehungsweise der militärischen Organisationsbereiche (Streitkräftebasis, Zentraler Sanitätsdienst).
Seit 2001 ist die Bundeswehr uneingeschränkt für Frauen geöffnet. Zuvor durften sie nur im Sanitätsdienst der Bundeswehr (seit 1975 als Offizier, seit 1991 auch in der Unteroffiziers- und Mannschaftslaufbahn) sowie im Militärmusikdienst (ebenfalls seit 1991) beschäftigt werden. Mit der Ernennung zum Generalarzt (w) wurde Verena von Weymarn 1994 der erste weibliche General in der deutschen Geschichte. Derzeit leisten über 12.000 weibliche Soldaten ihren Dienst in der Bundeswehr. Davon befindet sich etwa die Hälfte im Sanitätsdienst der Teilstreitkräfte. Insgesamt stellen sie damit einen Anteil von 6,2% der Berufs- und Zeitsoldaten. Dabei liegt ihr Anteil in der Marine bei 8,4%, im Heer bei 6,3% und in der Luftwaffe bei 4,9%. (Stand Januar 2005).
Die Reservisten der Bundeswehr sind u.a. in Heimatschutzbataillonen verplant, die im Verteidigungsfall (oder in anderen Notfällen) aufgestellt werden.
Innere Führung
Hauptartikel: Innere Führung
Der Begriff Innere Führung beschreibt die komplexe Führungskonzeption der Bundeswehr, er ist verbunden mit dem Leitbild des Staatsbürgers in Uniform. Das bedeutet, dass die Grundrechte des Soldaten nur so weit eingeschränkt werden sollen, wie es der militärische Auftrag erfordert. So ist das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung durch das Prinzip von Befehl und Gehorsam eingeschränkt (siehe: Vorgesetztenverordnung). Anders als Soldaten in vielen Ländern besitzen die Bundeswehrsoldaten das aktive und das passive Wahlrecht.
Die Innere Führung soll so die Integration der Bundeswehr in die Gesellschaft gewährleisten. Sie wurde unter anderem durch den späteren General Graf Baudissin entwickelt und markiert einen bedeutenden Unterschied zu allen früheren deutschen Armeen. Zuständig für die Lehre, Kommunikation nach außen und die Weiterentwicklung ist das Zentrum Innere Führung.
Ein Merkmal der Inneren Führung ist das sehr weit gehende Beschwerderecht der Soldaten. Jeder Soldat kann sich in allen dienstlichen Fragen beschweren ohne dass ihm daraus Nachteile erwachsen dürfen. Dies bezieht sich sowohl auf Befehle, als auch auf das Verhalten von Vorgesetzten und Gleichgestellten.
Bundeswehrreform und Transformation
Die Bundeswehr hat sich in ihrer Geschichte immer wieder veränderten Bedingungen anpassen müssen. Während des Ost-West-Konflikts war das Bedrohungspotenzial des Warschauer Pakts bestimmend für die Struktur der Bundeswehr. Nach dessen Ende war deshalb eine Grundreform der Bundeswehr notwendig geworden. Dabei mussten anfangs die mögliche Restbedrohung aus dem osteuropäischen Raum und sich zunächst nur vage abzeichnende neue Aufgaben miteinander in Einklang gebracht werden. Auch die innenpolitische Diskussion in Deutschland, die sich unter anderem zwischen 1990 und 1994 in der so genannten out-of-area-Debatte niederschlug, stand einer schnellen und gründlichen Reform im Wege. Erst nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 12. Juli 1994 über die Auslandseinsätze der Bundeswehr waren die Voraussetzungen gegeben, die Bundeswehr gezielt auf derartige Aufgaben auszurichten. Es blieb jedoch vornehmlich aus innenpolitischen Gründen zunächst bei einer Veränderung in kleinen Schritten.
Nach dem Regierungswechsel 1998 und den Empfehlungen der so genannten Weizsäcker-Kommission wurde der Umbau unter Bundesminister Scharping erheblich beschleunigt. Nicht alle Reformansätze haben sich indes als praktikabel und finanzierbar erwiesen. Die Anschläge des 11. September 2001 und der darauf beginnende militärische Kampf gegen den Terror haben weitere Veränderungen der Reformen erforderlich gemacht.
Inzwischen ist die Erkenntnis erwachsen, dass es nicht mehr möglich ist, einen am Ende der Reform anzustrebenden dauerhaften Sollzustand zu definieren, wie es für frühere Bundeswehrreformen unter den fast statischen Bedingungen des Kalten Krieges typisch war. Eine von Manchen erhoffte gründliche Reform, die alle Probleme der Bundeswehr auf einmal behebt, kann es nicht mehr geben. Die sich schnell verändernde Lage erfordert es vielmehr, dass sich die Bundeswehr zu einer lernenden Organisation entwickelt, die ihre Umwelt kontinuierlich analysiert und sich dem Wandel anpasst. Dieser Prozess trägt die Bezeichnung „Transformation“. Um die Transformation zu lenken, wurde das bisherige Zentrum für Analysen und Studien in ein Zentrum für Transformation umgewandelt.
Der seit 1990 anhaltende Veränderungsprozess bringt für viele Soldaten und zivile Mitarbeiter der Bundeswehr erhebliche persönliche Belastungen mit sich. Die Menschen mussten teilweise mehrmals außer völlig neuen Aufgaben auch Standortschließungen, Beschwernisse durch Umzug und Umschulung oder die Veränderung persönlicher und familiärer Planungen bewältigen. Aufgrund dieser Unsicherheit stieg die Zahl von Eingaben der Soldaten an den Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages deutlich an, ein Indiz für die derzeitige Verunsicherung vieler Menschen in der Bundeswehr. Zusätzlich zu schultern waren Kürzungen des Weihnachtsgeldes, Wegfall des Urlaubsgeldes, und eine kontinuierliche Absenkung der Pension, bei steigender Auftragslast durch Auslandseinsätze mit erheblichem Gefahrenpotential z.B. Minen, oft unabsehbaren versetzungsbedingten (Standortschließungen) Umzügen mit allen daraus für die Familien entstehenden Belastungen.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte der Bundeswehr
Der ehemalige Panzergeneral Gerhard Graf von Schwerin wurde am 24. Mai 1950 Konrad Adenauers Berater in technischen Fragen der Sicherheit zur geheimen Vorbereitung des Aufbaus westdeutscher Streitkräfte. Am 26. Oktober 1950 berief Konrad Adenauer Theodor Blank zum Beauftragten des Bundeskanzlers für die mit der Vermehrung der alliierten Truppen zusammenhängenden Fragen. Dieses Amt Blank wurde zur Keimzelle des späteren Bundesministeriums der Verteidigung.
Die Gründung der Bundeswehr und die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik am 5. Mai 1955 führte zu erheblichen innenpolitischen Auseinandersetzungen, vor allem zwischen SPD und CDU über die Frage, ob es moralisch zu verantworten sei, dass Deutschland nach der Hitler-Diktatur jemals wieder über Streitkräfte verfügen sollte. Am 7. Juni 1955 wurde die Wehrverwaltung gegründet, am 12. November 1955 die ersten 101 Freiwilligen vereidigt.
Der Name "Bundeswehr" wurde auf Vorschlag des FDP-Bundestagsabgeordneten Hasso von Manteuffel, früherer Wehrmachtsgeneral der Panzertruppe, gewählt.
Die ersten Soldaten der Bundeswehr waren Offiziere und Unteroffiziere, die in der Wehrmacht gedient hatten. Im Jahr 1958 stammten 12.900 Offiziere aus der Wehrmacht. Alle Offiziere vom Oberst aufwärts wurden durch den Personalgutachterausschuss überprüft, ein Gremium aus 38 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die vom Bundespräsidenten auf Vorschlag der Bundesregierung und nach Bestätigung durch den Bundestag ernannt worden waren. Auf den Vorwurf, alle hohen Offiziere hätten in der Wehrmacht gedient, antwortete Bundeskanzler Adenauer sinngemäß, die NATO nehme ihm keine 18-jährigen Generäle ab.
Obwohl die Bundeswehr sich ausdrücklich nicht in der Tradition der Wehrmacht sieht, sondern als demokratische Armee aus mündigen Bürgern, geben die wenigen immer noch bestehenden Benennungen von Kasernen nach Wehrmachtspersönlichkeiten immer wieder Anlass zu Kritik.
Parlamentarisch-politische Kontrolle
Die Bundeswehr untersteht dem Bundesminister der Verteidigung, einem zivilen Angehörigen der vom Bundestag getragenen Bundesregierung. Der Verteidigungsminister ist der einzige Zivilist, der Soldaten Befehle erteilen kann. Dadurch wird das Primat der Politik, das heißt der Vorrang der Politik gegenüber dem Militär, sichergestellt. Dieses politische Primat erfordert, dass auch in der Bundeswehr das Prinzip von Befehl und Gehorsam gilt.
Obwohl die Bundeswehr Teil der Exekutive ist, hat der Bundestag bedeutende Kontrollrechte, und die Bundeswehr gilt als „Parlamentsarmee“. Das Parlament verfügt über Kontrollinstrumente mit gegenüber der Bundeswehr erheblich weiter gehenden Rechten, als es sie für andere Bereiche der Exekutive wie etwa der Bundespolizei, der Finanzverwaltung oder den Botschaften gibt. Es handelt sich dabei um die besonderen Rechte des Verteidigungsausschusses als Untersuchungsausschuss, um den Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages und um die Sonderregelungen im Haushaltsrecht.
Der Verteidigungsausschuss
Während der Bundestag in allen anderen Angelegenheiten einen Untersuchungsausschuss einsetzen kann ( GG), kann sich der Verteidigungsausschuss selber zum Untersuchungsausschuss erklären ( GG). Das erlaubt es den Abgeordneten, jede bundeswehrinterne Sache, der der Ausschuss politische Bedeutung beimisst, mit allen Mitteln eines Untersuchungsausschusses, das heißt ähnlich einer staatsanwaltlichen Ermittlung, zu überprüfen, ohne dass das Bundestagsplenum eingeschaltet werden muss. Dadurch können die zuständigen Parlamentarier die Bundeswehr leichter überwachen, ohne dass die gegebenenfalls notwendige Geheimhaltung verloren geht.
Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages
GG bestimmt, dass zum Schutze der Grundrechte und als Hilfsorgan des Bundestages bei der Ausübung der parlamentarischen Kontrolle ein Wehrbeauftragter des Bundestages berufen wird. Der Wehrbeauftragte ist also ein Organ des Bundestages, nicht der Bundeswehr oder der Bundesregierung. Er untersucht mögliche Verletzungen der Grundrechte der Soldaten und Verstöße gegen die Grundsätze der Inneren Führung und berichtet dem Bundestag. Außerdem ist er Petitionsinstanz für alle Soldaten, die sich ohne Einhaltung des Dienstweges unmittelbar an ihn wenden dürfen.
[http://www.bundestag.de/parlament/wehrbeauftragter/index.html Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages]
Sonderregelungen im Haushaltsrecht
Abs. 1 GG bestimmt: “Der Bund stellt Streitkräfte zur Verteidigung auf. Ihre zahlenmäßige Stärke und die Grundzüge ihrer Organisation müssen sich aus dem Haushaltsplan ergeben.” Das bedeutet, dass die Stärke und Organisation der Streitkräfte jedes Jahr von neuem durch den Bundestag im Haushaltsgesetz festgelegt werden. Eine ähnliche Regelung gibt es für keinen anderen Bereich der Exekutive. Sie verhindert, dass der Verteidigungsminister die Streitkräfte vergrößert oder sie zu nicht vom Parlament gebilligten Zwecken umorganisiert.
Auftrag
Die Bundeswehr hat gemäß Abs. 1 Satz 1 GG den Auftrag, Deutschland und seine Verbündeten zu verteidigen („Der Bund stellt Streitkräfte zur Verteidigung auf.“). Deutschland und seine Staatsbürger gegen politische Erpressung und äußere Gefahr zu schützen, bei Katastrophen zu helfen, aus Notlagen zu retten und bei humanitären Aktionen zu unterstützen, die militärische Stabilität und die Integration Europas zu fördern sowie dem Weltfrieden und der internationalen Sicherheit im Einklang mit der Charta der Vereinten Nationen zu dienen sind grundgesetzlich Nebenaufgaben, wenn sie auch in den letzten Jahren die Haupttätigkeit der Bundeswehr bilden.
Die Verteidigung der Bundesrepublik erfolgt dabei „nicht mehr nur in Hindelang, sondern auch am Hindukusch“ (Zitat Bundesverteidigungsminister [http://de.wikiquote.org/wiki/Peter_Struck Peter Struck], 2003).
Bündnisfall
Mit dem Bündnisfall regelt der NATO-Vertrag im Artikel 5 in Verbindung mit Abs. 3 GG eine weitere Einsatzmöglichkeit der Bundeswehr. Die Bundeswehr kann auch eingesetzt werden, wenn ein NATO-Bündnispartner angegriffen wird. Der Bündnisfall wurde seit seiner Festlegung erstmals nach dem 11. September 2001 erklärt.
Die Bundeswehr im Auslandseinsatz
Zunehmend wird die Bundeswehr auch zu friedenserhaltenden und -sichernden Maßnahmen außerhalb der Bundesrepublik Deutschland eingesetzt. Bereits unmittelbar nach der Wiedervereinigung begann eine heftige Debatte über den Einsatz der Bundeswehr außerhalb des NATO-Vertragsgebiets (out-of-area-Debatte). Die ersten derartigen Einsätze waren 1991 eine Minenräumaktion der Marine nach dem 2. Golfkrieg im Persischen Golf und 1993 die Entsendung eines Feldlazaretts nach Phnom Penh im Rahmen einer UN-Mission. Es folgten Einsätze in der Adria (SHARP GUARD 1992–1996), in Somalia und auf dem Balkan im Rahmen der Einsätze IFOR und SFOR. Die verfassungsrechtliche Zulässigkeit der Einsätze nach Massgabe des Abs. 2 GG hat das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 12. Juli 1994 geklärt. Darüber hinaus enthält dieses Urteil die Grundlegung für den Parlamentsvorbehalt für den Einsatz bewaffneter deutscher Streitkräfte im Ausland. Im Schrifttum ist umstritten, ob dieser Vorbehalt durch das Urteil nur explizit klargestellt oder in extensiver Auslegung der Verfassung erst durch das Gericht "eingeführt" wurde.
1999 hat die Bundeswehr mit der Luftwaffe im Rahmen der NATO-Operation ALLIED FORCE mit etwa 500 Einsätzen zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland an einem verfassungsmäßig und völkerrechtlich umstrittenen Krieg – dem Krieg gegen Jugoslawien – teilgenommen. Die völkerrechtliche Grundlage für den Einsatz war in der Fachdiskussion stark umstritten. Überwiegend wurde die Intervention von den verantwortenden Politikern als "humanitäre Intervention" bezeichnet und in der Hinsicht als gerechtfertigt angesehen. Die Legitimation der Beteiligung stützte sich besonders auf geheimdienstliche Informationen, die bei Kriegseintritt als fragwürdig galten. Die Teilnahme deutscher Streitkräfte an der Operation konnte bei Annahme des Rechtfertigungskonstruktes als verfassungsrechtlich zulässig angesehen werden: Es lag kein Angriffskrieg im Sinne des GG vor und die Teilnahme erfolgte im Rahmen eines Systems gegenseitiger und kollektiver Sicherheit, wie Abs. 2 GG es verlangt. Wird die Begründung der "humanitären Intervention" nicht geteilt, stellte die NATO-Intervention völkerrechtlich einen Angriffskrieg dar, wodurch die Beteiligung der BRD verfassungsrechtlich unzulässig war. Es schloss sich diesem Einsatz eine Beteiligung an der KFOR-Mission zum Schutz der Bevölkerung und der im Land tätigen Hilfsorganisationen an. Der Einsatz der internationalen Sicherheitspräsenz KFOR fußte von Anfang an auf einer Resolution des Sicherheitsrates ( 1244 (1999)).
Seit 2001 ist die Bundeswehr auch im Rahmen der Antiterrorkoalition eingesetzt. Ein Marinekontingent überwacht, abgestützt auf Dschibuti, das Seegebiet am Horn von Afrika; außerdem ist die Marine an entsprechenden NATO-Operationen im Mittelmeer beteiligt. Ein Heereskontingent ist in Afghanistan im Rahmen von ISAF aktiv und schützt seit November 2003 im Rahmen der Bildung eines regionalen Aufbauteams den Handel der Stadt Kunduz und Demilitarisierungsprogramme wie DDR (Disarmament, Demobilization and Restauration). Auch die übrigen Teile der Bundeswehr sind an diesen Operationen unterstützend beteiligt. Im Irak sind derzeit keine Soldaten der Bundeswehr eingesetzt, bilden jedoch in Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten Polizei- und Milizkräfte der neuen irakischen Sicherheitskräfte aus.
Überblick über Auslandseinsätze der Bundeswehr
- seit 1960 an mehr als 130 humanitären Hilfsaktionen beteiligt. Darunter Hilfeleistungen von Luftwaffe und Sanitätsdienst für die durch ein Erdbeben im Februar 1960 zerstörte Stadt Agadir in Marokko.
- Januar 1965 - Erstmals Beteiligung an einer großen internationalen Hilfsaktion in Algerien. Hierzu bilden zwei Lufttransportgeschwader mit 12 Flugzeugen vom Typ "Noratlas" eine Luftbrücke.
- August 1976 - Katastrophenhilfe im norditalienischen Erdbebengebiet Friaul.
- November 1984 - Flugzeuge vom Typ "Transall" der Luftwaffe fliegen Versorgungsgüter in die Hungergebiete in Äthiopien.
- 6. Januar 1991 - Verlegung von 18 Kampfflugzeugen des Typs "Alpha-Jet" auf den Fliegerhorst Erhac in der Türkei. Insgesamt 212 Soldaten der Luftwaffe sollen einen Beitrag zum Schutz der Türkei vor Angriffen aus dem Irak leisten.
- ab März 1991 im Rahmen der US-geführten "Operation Südflanke" Entsendung von Minensuchbooten ins Mittelmeer und später zum Minenräumen in den Persischen Golf (ca. 350 Deutsche, 7 Schiffe).
- April 1991 - Im Rahmen der "Operation Kurdenhilfe" versorgen Transporthubschrauber vom Typ CH-53 kurdische Flüchtlinge in Anatolien.
- November 1991 - Sechs, später 18 deutsche Sanitätssoldaten werden zur medizinischen Betreuung von UN-Angehörigen nach Kambodscha entsandt.
- 1992-1996 SHARP GUARD, Embargo gegen das ehemalige Jugoslawien in der Adria durch Marineverbände, stets zwei deutsche Fregatten oder Zerstörer, außerdem Flugzeuge.
- April 1992 - Entsendung von 140 weiteren Soldaten, darunter 30 Ärzte, zur medizinischen Betreuung von UN-Angehörigen in Kambodscha.
- 1993 unter UN-Kommando: Entsendung eines Militärlazaretts zur Unterstützung der Vereinten Nationen in Kambodscha.
- 1993-1994 unter UN-Kommando: Teilnahme an UNOSOM, einer Stabilisierungsmission der UN in Somalia (ca. 1.700 Heeressoldaten u.a. stationiert in Belet Huen, später außerdem vier Schiffe der Marine für die Rückführung aus Mogadischu). In Mombasa in Kenia wurden zwei Transportflugzeuge stationiert.
- 1995-1996 (UNPF) innerhalb Kroatiens mit ersten Maßnahmen nach Bosnien Herzegovina, abgelöst durch IFOR
- 1995-1996 unter NATO-Kommando: IFOR (Implementation Forces in Bosnia and Herzegovina), abgelöst durch SFOR
- 1996-2004 unter NATO-Kommando: SFOR (Stabilisation Force in Bosnia and Herzegovina), 1.700 Deutsche, abgelöst durch EUFOR
- 1999 unter NATO-Kommando: Teilnahme an Luftangriffen im Krieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien (Kosovo-Krieg, Belgrad)
- 1999 unter NATO-Kommando: KFOR (Kosovo Force), bis 4.700 Deutsche
- 2001 Operation „Essential Harvest“ in Mazedonien, Entwaffnung von albanischen Extremisten, 600 Deutsche
- seit 2001 Operation ACTIVE ENDEAVOUR im Mittelmeer zum Schutz des Seeverkehrs gegen terroristische Bedrohungen, deutsche Fregatten und Schnellboote
- Seit Januar 2002 unter US-Kommando: Operation Enduring Freedom als Teil des Kampfes gegen den Terrorismus mit bis zu 4.900 deutschen Soldaten
- seit 2003 unter NATO-Kommando: ISAF-Einsatz in Afghanistan zur Friedenssicherung
- seit Dezember 2004 unter EU-Kommando: EUFOR (European Union Force in Bosnia and Herzegovina) etwa 1100 Deutsche
- Dezember 2004 AMIS (African Union Mission in Sudan) - Bereitstellung von Lufttransportkapazitäten für die Verlegung von Friedenstruppen der Afrikanischen Union in die sudanesische Krisenregion Darfur.
- seit Januar 2005 Humanitäre Hilfe in Indonesien - Einsatz von Sanitätskräften, MEDEVAC-Flugzeugen und dem Einsatzgruppenversorger "Berlin" nach der Flutwelle im indischen Ozean (ca. 385 Soldaten).
- seit April 2005 UNMIS (United Nations Mission in Sudan) - Entsendung von bis zu 75 unbewaffneten Militärbeobachtern in den Süden und Osten des Sudans zur Überwachung des Friedensabkommens.
Karte der momentanen Bundeswehr-Außeneinsätze
Organisation der Bundeswehr
Karte der momentanen Bundeswehr-Außeneinsätze
Allgemeines
Das Hoheitszeichen der Bundeswehr und ihrer Teilstreitkräfte ist das Eiserne Kreuz.
- Dienstgrade in der Bundeswehr
- Wachdienst in der Bundeswehr
- Ehrenzeichen der Bundeswehr .
Teilstreitkräfte (TSK)
- Heer (Landstreitkräfte)
- Luftwaffe (Luftstreitkräfte)
- Deutsche Marine (vor 1990: Bundesmarine) (Seestreitkräfte)
Militärische Organisationsbereiche (TSK-übergreifend)
- Streitkräftebasis
- Zentraler Sanitätsdienst
Wehrverwaltung
Die Verwaltung der Bundeswehr ist eine bundeseigene und bundesunmittelbare Verwaltung mit eigenem Verwaltungsunterbau und übernimmt gem. Art. 87b des Grundgesetzes die Bundeswehrverwaltung, die sich in den Rüstungsbereich und die Territoriale Wehrverwaltung untergliedert (Organisationsbereiche).
Die Bundeswehrverwaltung ist damit beauftragt den materiellen und personellen Bedarf der Streitkräfte zu decken. Insbesondere sind der Territorialen Wehrverwaltung Aufgaben des Wehrersatzwesens übertragen.
Ämter und Dienststellen der Bundeswehr
(Auswahl)
- Akademie der Bundeswehr für Information und Kommunikation [http://www.aik-bundeswehr.de]
- Bundesamt für Wehrverwaltung
- Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung
- Bundesamt für Informationsmanagement und Informationstechnik der Bundeswehr
- Bundessprachenamt
- Bundeswehrverwaltungsschule
- Bundesakademie für Wehrverwaltung und Wehrtechnik
- Führungsakademie der Bundeswehr [http://www.fueakbw.de]
- Einsatzführungskommando
- Heeresführungskommando
- Heeresamt
- Luftwaffenführungskommando
- Luftwaffenamt
- Flottenkommando
- Marineamt
- Streitkräfteunterstützungskommando
- Streitkräfteamt
- Sanitätsführungskommando
- Sanitätsamt
- Katholisches Militärbischofsamt [http://www.kmba.de//]
- Evangelisches Kirchenamt für die Bundeswehr [http://www.ekd.de]
- Universität der Bundeswehr
- Zentrum für Informationstechnik der Bundeswehr
- Zentrum für Nachrichtenwesen der Bundeswehr
- Zentrum für Nachwuchsgewinnung
- Zentrum für Transformation der Bundeswehr
- Zentrum Innere Führung
- Zentrum Operative Information
Fuhrpark
Zentrum Operative Information
Der Fuhrpark ist zwar nicht homogen, jedoch relativ einheitlich gestaltet, sofern es sich nicht um Sonderfahrzeuge handelt, beispielsweise Bergungskräne. Auch Fahrräder, Motorräder und Anhänger zählen zum Fuhrpark, auch wenn diese nur in geringer Zahl vorhanden sind. Wesentliche Elemente sind jedoch Panzerfahrzeuge, geländegängige Fahrzeuge und Transportfahrzeuge aller Art.
Weitgehend mit den zivilen Fahrzeugen vergleichbare Fahrzeugmodelle des Alltagsbedarfs für Truppe und Verwaltung werden mittlerweile durch die Bw FuhrparkService GmbH verwaltet.
Die Bundeswehr unterhält noch an einer ganzen Reihe von Standorten KFZ-Werkstätten, in denen zum Teil auch ausgebildet wird. Die Fahrzeuge sind bis auf wenige Ausnahmen mit Diesel-Motoren ausgerüstet.
Für die eingesetzten Modelle wird vom jeweiligen Hersteller eine mehrere Jahrzehnte lange Ersatzteil-Garantie eingefordert. Ebenso ist die in Deutschland ansässige KFZ-Industrie verpflichtet, in Friedenszeiten eine gewisse Prozentzahl an KFZ vorzuhalten, die in einem Spannungs- oder Verteidigungsfall abgefordert werden können.
Für Informationen über Fahrzeug-Kennzeichen der Bundeswehr siehe Kfz-Kennzeichen (Deutschland).
Liegenschaften
Die Bundeswehr verfügt über zahlreiche Grundstücke und Gebäude. Im Zuge der wiederholten Standortschließungen der Neuzeit wurden jedoch zahlreiche Liegenschaften für eine andere, meist zivile Nutzung frei gemacht (Konversion) oder schlicht still gelegt.
Ausrüstung
Uniform
Für die Soldaten der Bundeswehr gibt es eine große Zahl unterschiedlicher Uniformen. Neben den Ausgehuniformen der Teilstreitkräfte gibt es verschiedenartige Arbeits- und Gefechtsanzüge und Sonderbekleidung für bestimmte klimatische Verhältnisse wie zum Beispiel Kälteschutzbekleidung. Siehe dazu den Fachartikel Uniform (Bundeswehr). Die Bestimmungen für die Uniformen der Bundeswehr sind ausführlich in der ZDv 37/10 "Anzugordnung für die Soldaten der Bundeswehr" festgelegt.
Waffen
ZDv
Während der Grundausbildung werden die meisten Rekruten sowohl an Feuerwaffen als auch an Waffen mit Sprengwirkung ausgebildet. Die Standardwaffe der Bundeswehr ist das Sturmgewehr Gewehr 36 (G36), welches das alte Gewehr 3 (G3) weitestgehend abgelöst hat. Dazu kommt die Pistole 8 (P8), der Nachfolger der Pistole 1. Fahrzeugbesatzungen sind teilweise mit der Maschinenpistole 2 (MP2) ausgerüstet, die durch die Maschinenpistole 7 (auch: PDW) ersetzt werden soll. Die Bundeswehr verfügt auch über ein Standard-Maschinengewehr, das Maschinengewehr 3 (MG3), dessen Nachfolger das MG4 sein wird. Als Fahrzeugbewaffnung bleibt allerdings das MG3 erhalten. Waffen mit Sprengwirkung sind beispielsweise die Handgranate DM51, DM41 oder die Handflammpatrone, sowie die Granatpistole 40mm oder Panzerabwehrwaffen wie die Panzerfaust 3 oder die leichte Panzerfaust. Außerdem verfügt die Bundeswehr über die Leuchtbüchse, welche die Leuchtpatrone 84mm verschießt, um das Gefechtsfeld zu beleuchten. Explosive Granaten können mit der Leuchtbüchse nicht verschossen werden. Zusätzlich benutzen die Scharfschützen der Bundeswehr das Gewehr G22 der britischen Firma Accuracy International und eine modifizierte Variante des G3, das G3A3 ZF.
Siehe auch
- Bundeswehrfeuerwehr
- Darmstädter Signal
- Deutsche Marine (Geschichte)
- Dienstgrade in der Bundeswehr
- Ehrenmedaille der Bundeswehr
- Gelöbnis
- Handwaffen der Bundeswehr
- Kriegsdienstverweigerer
- Liste von Kriegsschiffen (Deutschland seit 1945)
- Luftfahrzeuge der Bundeswehr
- Militärbasen im Ausland
- Militärrituale
- Panzermodelle nach 1945
- Portal:Militär
- Soldatensprache
- Wehrrecht
- Wehrersatzdienst
Literatur
- Detlef Bald: Die Bundeswehr. Eine kritische Geschichte 1955-2005 (2005), C.H. Beck Verlag, ISBN 3-406-52792-2
- Heinz Karst: Die Bundeswehr in der Krise (1997) ISBN 3-8004-1350-7
- Paul Klein u. Dieter Walz (Hrsg.): Die Bundeswehr an der Schwelle zum 21. Jahrhundert (2000) ISBN 3-7890-7013-0
- Der Reibert - Das Handbuch für den deutschen Soldaten ISBN 3-8132-0755-2
- Heinz Karst/Karlhelmut Schnell/Hansdieter Seidel: Taschenbuch für Wehrausbildung Walhalla und Praetoria Verlag, Regensburg und München, 1966 ff.
Weblinks
- [http://www.bundeswehr.de Homepage der Bundeswehr]
- [http://www.bmvg.de Homepage des Verteidigungsministeriums]
- [http://www.bundeswehr-karriere.de Karriere-Portal der Bundeswehr]
- [http://www.deutschesheer.de Homepage des Heeres]
- [http://www.luftwaffe.de Homepage der Luftwaffe]
- [http://www.marine.de Homepage der Marine]
- [http://www.streitkraeftebasis.de Homepage der Streitkräftebasis]
- [http://www.sanitaetsdienst-bundeswehr.de Homepage des Zentralen Sanitätsdienstes]
- [http://www.reservistenverband.de Verband der Reservisten der Bundeswehr]
- [http://www.janmaat.de/m_geschichte1.htm Chronik der Gründung der Bundeswehr]
- [http://edition.cnn.com/SPECIALS/2004/oef.casualties/ Gefallene deutsche Soldaten während der Operation Enduring Freedom]
Kategorie:Militär (Deutschland)
Bundeswehr
GefechtUnter einem Gefecht versteht man eine Kampfhandlung während eines Krieges, also eine militärische Auseinandersetzung feindlich gesinnter Truppen.
Gefechte werden im Rahmen von Operationen geführt. Mehrere zeitlich und räumlich zusammenhängende Gefechte, die auf den Verlauf einer Operation einen entscheidenden Einfluß haben, werden als Schlacht bezeichnet.
Kern der Gefechtsführung ist die Koordination von Feuer und Bewegung der eigenen Kräfte, um den eigenen Auftrag gegenüber den Feindkräften durchzusetzen. Im Rahmen des Gefechts der verbundenen Waffen wirken verschiedene Truppengattungen (i.d.R. des Heeres) auf dem Gefechtsfeld zusammen, um einerseits die eigene Informations- und Feuerüberlegenheit sowie Bewegungsfähigkeit an der entscheidenden Stelle zu erzwingen und andererseits die Aufklärungs-, Wirkungs- und Bewegungsmöglichkeiten des Feindes zu minimieren.
Handlungen und Aufgaben im Gefecht sind die Gefechtsarten, Besondere Gefechtshandlungen und die Allgemeinen Aufgaben im Einsatz.
Die Lehre von der Gefechtsführung ist die Taktik.
Unterhalb der Kompanieebene spricht man nicht von Gefecht, sondern es wird auf Zugebene der Feuerkampf aus Stellungen heraus geführt. Das Bewegungselement ist dann der Wechsel von einer Stellung in eine andere oder das Beziehen einer Wechselstellung innerhalb der Stellung. Das Beziehen einer Wechselstellung befiehlt der Führer einer Teileinheit selbständig nach eigenem Ermessen, das Beziehen einer neuen Stellung befiehlt der Kompaniechef.
Siehe auch: Kampf, Schlacht, Scharmützel
Kategorie:Kriegs- und Gefechtsführung
Hauptfeldwebel
Der Hauptfeldwebel (HptFw, HF) bezeichnet in Deutschland einen Soldaten im dritthöchsten Feldwebeldienstgrad bei der Bundeswehr. Bei der Deutschen Marine heißt dieser Dienstgrad Hauptbootsmann. Angehörige der Laufbahngruppe der Offiziere durchlaufen diesen Dienstgrad als Oberfähnrich.
Soldaten in diesem Dienstgrad können innerhalb der durch die Vorgesetztenverordnung (VorgV) gesetzten Grenzen Mannschaften und Unteroffizieren ohne Portepee Befehle erteilen.
Den Dienstgrad HptFw können Berufssoldaten und Zeitsoldaten erreichen, wobei in letzter Zeit das Dienstalter für HptFw durch die Neuordnung der Feldwebellaufbahn fällt.
HptFw werden nach der Besoldungstabelle des Bundes mit A8mA entlohnt.
Kategorie:Dienstgrad (Bundeswehr)
Kategorie:Unteroffiziersdienstgrad
Schutzstaffel
Die Schutzstaffel (SS) war von 1934 bis 1945 eine eigenständige, paramilitärische Organisation innerhalb der NSDAP, deren Teil-Organisationen maßgeblich am Holocaust beteiligt waren. Ihr Leitspruch lautete „Unsere Ehre heißt Treue“
Holocaust
Vorläuferorganisationen der SS
Die Stabswache und der Stoßtrupp Adolf Hitler
Holocaust
Im Mai 1923 bildete Adolf Hitler aus ausgewählten SA-Angehörigen die kurzlebige Stabswache.
Nachdem sich Hermann Ehrhardt bereits Mitte 1923 mit Ernst Röhm und Hitler überworfen hatte, wurde aus 12 SA-Angehörigen der Stoßtrupp Adolf Hitler gebildet, der Hitler vor Übergriffen der parteieigenen Sturmabteilungen schützen sollte.
Dem Stoßtrupp Adolf Hitler standen zwei ehemalige Angehörige der Stabswache vor, die zuvor der Brigade Ehrhardt angehört hatten: Julius Schreck und Joseph Berchtold. Die anderen Mitglieder waren: Ulrich Graf, Emil Maurice, Christian Weber, Josef Dietrich, Rudolf Heß, Jakob Grimminger und Walter Buch, Karl Fiehler, die ebenfalls Freikorpseinheiten angehört hatten.
Karl Fiehler
Die Geschichte der SS
Gründung der Schutzstaffel
Im Mai 1925 bildete Julius Schreck, später erster Reichsführer-SS, im Auftrag Hitlers eine Einheit aus acht Angehörigen des Stoßtrupps, die den Kern der späteren SS bilden sollten, darunter Rudolf Hess, Hermann Göring und Josef „Sepp“ Dietrich. Den Namen Schutzstaffel schlug der damalige SA-Führer Hermann Göring in Anlehnung an eine Fliegerbegleitstaffel Manfred von Richthofens vor. Die Aufgaben der Organisation beschrieb Hitler in einem „Führer-Befehl“ vom 7. November 1930 wie folgt: „Die Aufgabe der SS ist zunächst die Ausübung des Polizeidienstes innerhalb der Partei.“
Konkurrenz zur SA
Mit einer Beschränkung der Sollstärke auf 10% der Sturmabteilung wollte die SA-Führung die SS kleinhalten. In den Reichsgauen durfte mit dem Aufbau einer Schutzstaffel erst begonnen werden, wenn der Aufbau eines vollständigen SA-Sturmes abgeschlossen war. Mit Ausnahme Berlins, wo die SS die doppelte Stärke haben sollte, wurde die Sollstärke auf höchstens zehn Männer und einen Führer festgelegt.
Unzufrieden mit diesen Regelungen und darüber, dass die SA die ihr unterstellte SS niedrige Aufgaben erledigen ließ, trat der zweite Reichsführer-SS, Josef Berchtold, 1927 zurück. Berchtolds Nachfolger wurde Erhardt Heiden, der ein 27-jähriges Mitglied der Röhmschen Reichskriegsflagge zu seinem Stellvertreter ernannte: Heinrich Himmler. Heiden wurde von der SA und ihrer Führung nicht ernst genommen. Die SA bestand in den Augen der SS nur aus „Rabauken“, während die SA die SS als „feine Pinkel“ betrachtete. Am 5. Januar 1929 trat auch Heiden als Reichsführer SS zurück.
Die SS als eigenständige Organisation
1929
Zunächst der SA unterstellt, entwickelte sie sich zu einer Organisation mit „Polizeifunktionen“ innerhalb der NSDAP. Mit der Berufung Heinrich Himmlers zum Reichsführer-SS 1929 begann ein grundlegender Wandel der Organisation. Als bislang kleine Gruppierung von wenigen hundert Mann innerhalb der SA sollte sie nach Himmler zur Kampftruppe der NSDAP ausgebaut werden, „ein nationalsozialistischer, soldatischer Orden nordisch bestimmter Männer, von denen jeder bedingungslos jeden Befehl befolgt, der vom Führer kommt.“ Die SS wurde gleichzeitig zu einer Elite- und einer Massenorganisation. Schon 1932 war sie auf rund 52.000 und ein Jahr später auf gut 204.000 Mitglieder angewachsen.
Der elitäre Charakter zeigte sich in den rassebiologischen und weltanschaulichen Kriterien, die erfüllt werden mussten, um der SS angehören zu können. Die SS sollte als „Sippengemeinschaft“ eine Verkörperung der nationalsozialistischen Herrenmenschenideologie darstellen und als „Bewahrer der Blutsreinheit“ zur Keimzelle der nordischen Rassendominanz werden. Die Auswahlkriterien beschränkten sich daher nicht auf die Bewerber selbst, auch Ehefrauen der SS-Mitglieder wurden hinsichtlich ihrer „Rassenreinheit“ überprüft. Die Ideologie der SS als Führungsorden manifestierte sich auch an der Anlehnung an Vorstellungen mittelalterlicher Rittergemeinschaften, mit der sie sich durch Rituale in Weihestätten oder Symbole wie den SS-Totenkopfring
und die Verwendung verschiedener Runensymbole (heute umgangssprachlich als: "SS-Runen" bezeichnet) oder den Ehrendolch eine quasireligiöse Dimension zu geben versuchte.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten erhielt die SS mit SA und Stahlhelm polizeiliche Privilegien zur Verfolgung politischer Gegner. Im April 1933 befanden sich bereits über 25.000 Regimegegner in „Schutzhaft“. SA und SS begannen mit der Errichtung erster Konzentrationslager (KZ) in Dachau und Oranienburg (Sachsenhausen).
Am 30. Juni und 1. Juli 1934 ermordeten die bewaffneten SS-Verbände Leibstandarte-SS Adolf Hitler und SS-Totenkopfverbände im Rahmen des Röhm-Putsches die Führung der SA sowie zahlreiche politische Gegner, darunter viele aus dem konservativen Lager. Am 20. Juli 1934 erklärte Hitler: „Im Hinblick auf die großen Verdienste der SS, besonders im Zusammenhang mit den Ereignissen vom 30. Juni 1934, erhebe ich dieselbe zu einer selbständigen Organisation im Rahmen der NSDAP.“ Die SS übernahm nun in alleiniger Verantwortung die Zuständigkeit für alle Konzentrationslager (KZ) im Reich, die bis dahin teilweise noch von der SA kontrolliert worden waren. Die SS-Totenkopf-Verbände wurden nun ausschließlich mit der Bewachung der Lager beauftragt.
Im November 1934 wurde das Prinz-Albrecht-Palais in der Wilhelmstraße 102 in Berlin in den Komplex der Gebäude an der Prinz-Albrecht-Straße 8 miteinbezogen und zum Sitz des Sicherheitsdienstes des Reichsführers-SS.
Ab 1935 benannten sich die Verwaltungseinheiten der SS in Allgemeine-SS um. Sie wollten sich dadurch von ihren inzwischen bewaffneten Verbänden, der SS-Verfügungstruppe und den SS-Totenkopfverbänden unterscheiden, die später die Waffen-SS bildeten. Diese Allgemeine-SS, nun auch Heimat- oder Schwarze-SS genannt, unterstand nun dem neuen Kommandoamt der Allgemeinen-SS in Berlin.
Damit kam es zur klassischen Dreiteilung der SS, die informell bis 1945 Bestand hatte:
# Allgemeine-SS
# SS-Totenkopf-Standarten
# SS-Verfügungstruppe
Der Begriff „SS“ bildete ab 1939/40 den „Dachverband“ für verschiedene Hauptämter und deren Unterabteilungen:
- Das Führungshauptamt (FHA) war die betriebliche Stabsstelle (Hauptquartier) der SS. Es leitete und verwaltete die Offiziers-Schulen, medizinische Versorgung, Transportvorgänge, Lohnzahlungen und Ausrüstungen.
- Rasse- und Siedlungshauptamt (RuSHA) hatte die Aufgabe, eine „rassisch wertvolle“ Führungselite herauszubilden
- Das Reichssicherheitshauptamt (RSHA) war die zentrale Stelle zur Ausübung der polizeilichen Funktionen der SS.
- Das SD-Amt Reinhard Heydrichs diente als Geheimdienst zur Bekämpfung äußerer wie innerer Gegner und zur Bespitzelung der Bevölkerung.
- Die Sicherheitspolizei (Sipo) war für die Kriminal- und die Geheime Staatspolizei (Gestapo) zuständig.
- Militärischer Zweig der SS war die aus Verfügungstruppen und Totenkopf-Verbänden gebildete Waffen-SS
- Das Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt (WVHA) steuerte die Konzentrationslager und deren Konstruktion und verwaltete die SS-eigenen Industrien, Gewerbe- und Landwirtschaftsbetriebe.
Beteiligungen der SS an Kriegshandlungen
Am 13. März 1938 nahmen auch Truppenteile der SS-Verfügungstruppe am Einmarsch der Wehrmacht in Österreich teil, wo sie in Wien ein bewaffnetes SS-Regiment aufbauten: die SS-Standarte Der Führer.
Im Oktober zog die SS-Verfügungstruppe ins tschechische Sudetenland ein. Wenig später zerbrach die Tschechoslowakei. Der tschechische Teil wurde zum „Reichsprotektorat Böhmen und Mähren“ erklärt und die SS mit der Zerschlagung des Widerstandes beauftragt. Der Chef des Reichssicherheitshauptamtes Reinhard Heydrich wurde später Reichsprotektor des besetzten Gebietes. Wegen seiner Terrorpolitik wurde er bald „Schlächter von Prag“ genannt.
Im Herbst 1939 wurden die Leibstandarte, die Verfügungstruppe und die Totenkopf-Verbände langsam zur Waffen-SS verschmolzen. Heinrich Himmler wollte als Reichsführer-SS seine Schutzstaffel zu einem umfassenden Staatsschutzkorps ausbauen, das an allen Fronten die inneren und äußeren Feinde des NS-Staates bekämpfen sollte. Trotz aller Differenzen innerhalb der verzweigten SS-Organisationsstruktur blieb die SS auf ein einheitliches ideologisches Ziel ausgerichtet. Dementsprechend gab es eine einheitliche Ausbildung der Führungskräfte in den beiden SS-Junkerschulen in Bad Tölz und Braunschweig. Die militärische und ideologische Schulung unterschied nicht, ob die Führungskräfte in der SS-Verwaltung, an der militärischen Front, im SD oder in den Konzentrationslagern eingesetzt werden sollten.
Der erste Kampfeinsatz der SS erfolgte beim Überfall auf Polen. Die Wehrmacht befürchtete eine zunehmende Konkurrenz durch die SS-Verfügungstruppe, konnte aber die Zusammenlegung der bisherigen Regimenter Germania, Der Führer, Totenkopf und der Leibstandarte-SS Adolf Hitler zur SS-Verfügungs-Division nicht verhindern. Aber: Die kämpfenden SS-Verbände dieser SS-V-Division unterstanden weiterhin dem Oberkommando der Wehrmacht und wurden nun auf verschiedene Heeresteile verteilt, d.h. die SS-V-Division kämpfte nicht als einheitlicher Verband. Ab 1943 wurden auch wehrpflichtige Deutsche und Männer aus Nordwest-Europa in die SS-V-Division eingezogen, um an der Front neben den Wehrmachtsoldaten zu kämpfen, später wurde auch der Versuch unternommen, SS-Einheiten aus anderen Ländern wie z.B. Albanien aufzustellen. Diese Versuche hatten allerdings eher geringen Erfolg, so zerfiel die albanische SS-Division "Skanderberg" bereits vor ihrem ersten Kampfeinsatz.
Weitere, vom Oberkommando unabhängige SS-Verbände (einige Totenkopf-Standarten und nichtmilitärische Verbände) kamen hinter der Front bei „Säuberungsaktionen“ zum Einsatz und begannen mit der systematischen Verfolgung und Ermordung von Juden und Angehörigen der polnischen Intelligenz. In einem Protestschreiben äußerte sich der Generaloberst der Wehrmacht Johannes Blaskowitz: „Die Einstellung der Truppe zur SS und Polizei schwankt zwischen Abscheu und Hass. Jeder Soldat fühlt sich angewidert und abgestoßen durch diese Verbrechen, die in Polen begangen werden.“
Da die Verbrechen ganz auf der Linie der SS- und NS-Führung im Reich lagen, ging der Ausbau der kämpfenden SS-Verbände rasch voran. Beim Angriff auf Frankreich verfügte die inzwischen gegründete Waffen-SS bereits über drei Divisionen (Das Reich, Totenkopf und die SS-Polizei-Division) und das motorisierte Regiment LAH. Die SS-Divisionen erlitten an der Front teilweise schwere Verluste. Als Freiwilligentruppe hochmotiviert, aber ohne fundierte militärische Ausbildung dienten sie ihren Führungsoffizieren als Kanonenfutter: „Verluste spielen keine Rolle.“ Im Frankreichfeldzug wurden von SS-Verbänden zahlreiche Kriegsverbrechen verübt. Massaker an hunderten sich ergebender Soldaten und an einer Vielzahl von Kriegsgefangenen sind dokumentiert.
Beteiligung der SS an Kriegsverbrechen und Holocaust
Auch im weiteren Verlauf des Zweiten Weltkriegs verübten Truppenteile der späteren Waffen-SS zahllose Kriegsverbrechen wie Ausschreitungen an Kriegsgefangenen, Massenexekutionen an Zivilisten in den besetzten Ländern und die Vertreibung zahlreicher Menschen aus den besetzten Gebieten in Osteuropa. Besondere Aufmerksamkeit verdient die vollständige Vernichtung der polnischen Stadt Karnikovska (rund 25.000 Einw.), die unter Führung der Waffen-SS im Jahr 1942 vernichtet worden ist. Hierbei kamen neben zwei SS-Verbänden auch Verbände der Wehrmacht zum Einsatz.
Über das SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt betrieb die SS die Verwaltung der Konzentrations- und Vernichtungslager, die von den so genannten SS-Totenkopf-Wachsturmbannen geleitet wurden.
In den Nürnberger Prozessen wurde die SS als Gesamtorganisation der NSDAP (d.h., einschließlich der Waffen-SS, der SS-Totenkopfverbände und des SD) – mit Ausnahme der Reiter-SS – als Hauptinstrument des politischen Terrors zur „verbrecherischen Organisation“ erklärt.
Die Deutschen Wirtschaftsbetriebe
Die SS gründete zahlreiche Firmen, u.a. 1938 die Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH (DEST) , die sie 1940 in den Deutschen Wirtschaftsbetrieben (DWB) zusammenfasste. Die DWB wurden von leitenden Mitarbeitern der SS-Verwaltung geführt. 1942 wurden sämtliche wirtschaftlichen Angelegenheiten im SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt konzentriert. Dieses betrieb über das Hauptamt Verwaltung und Wirtschaft die Verwaltung der Konzentrations- und Vernichtungslager mit der wirtschaftlichen Ausbeutung der Kriegsgefangenen und KZ-Häftlinge. 1943/44 gehörten etwa 30 Unternehmen mit über 100 Betrieben, in denen mehr als 40.000 Konzentrationslagerhäftlinge arbeiten mussten, zum Wirtschaftsimperium der SS. Der Hauptsitz der DWB befand sich in Oranienburg bei Berlin.
Distanzierungen
Größtenteils Nationalkonservative und rechtsextreme Gruppierungen sowie ehemalige SS-Angehörige betonen, dass wohl nicht alle Angehörigen der SS bzw. Waffen-SS an Kriegsverbrechen und Holocaust beteiligt gewesen seien.
Siehe auch
- Organisationsstruktur der SS
- Heinrich Himmler
- Waffen-SS
- SA
Literatur
- Hans Buchheim, Martin Broszat, Hans-Adolf Jacobsen, Helmut Krausnick: Anatomie des SS-Staates, 7. Aufl., München 1999 ISBN 3-506-77502-2
- Heinz Höhne: Der Orden unter dem Totenkopf. Die Geschichte der SS, ISBN 3572013429
- Eugen Kogon: Der SS-Staat - Das System der deutschen Konzentrationslager; Kindler-Verlag, München 1974; Lizenzausgabe Heyne Sachbuch ISBN 3-453-02978-X (Die Erstauflage erschien 1946)
- Gordon Williamson: The SS: Hitler's Instrument of Terror
- Martin Pollack: Der Tote im Bunker, Paul Zsolnay Verlag, 2004, ISBN 3552053182
- Guido Knopp Die SS ISBN 3-570-00621-2 Bertelsmann Verlag 2002
Weblinks
- [http://www.shoa.de/ss_schutzstaffel.html Ausführlicher Artikel zur SS bei Shoa.de]
- http://www.axishistory.com/index.php?id=63
- [http://www.nationalsozialismus.de Nationalsozialismus.de] - Rechercheportal für Schule, Studium und Wissenschaft - Weblinks, Bücher, Lexikon, Dokumente, Referate und Info-Material zum Nationalsozialismus
ja:親衛隊 (ナチス)
GeneralGeneral, Plural Generale oder Generäle, bezeichnet im Militär den höchsten Dienstgrad der höchsten Dienstgradgruppe der Offiziere bei Heer und Luftwaffe.
Bei den meisten Armeen wird der Dienstgrad auf den Schulterstücken durch goldene Sterne angezeigt. In den meisten NATO-Staaten trägt er vier Sterne. In der Bundeswehr wird er nach der Bundesbesoldungsordnung B 10 besoldet. Nachgeordnet sind die Dienstgrade Generalleutnant (3 Sterne, B 9), Generalmajor (2 Sterne, B 7) und Brigadegeneral (1 Stern, B 6). Der dem General entsprechende Rang bei der Marine lautet Admiral.
Im Sanitätsdienst heißen die höchsten Dienstgrade:
- Generalarzt / Generalapotheker bzw. (Marine): Admiralarzt / Admiralapotheker
- Generalstabsarzt bzw. Admiralstabsarzt
- Generaloberstabsarzt bzw. Admiraloberstabsarzt
Geschichte
General ist eine im späteren Mittelalter aufkommende, aber eher selten verwendete Abkürzung für alle mit General- zusammengesetzten Titel. In Frankreich und Spanien nimmt die Benennung gerade bei militärischen Titeln im 15. Jahrhundert zu. Seit dem 16. Jahrhundert ist es eine fast ausschließlich militärische Bezeichnung.
Deutsche Armeen kannten seit dem 19. Jahrhundert folgende Generaldienstgrade:
- Generalmajor
- Generalleutnant
- General der Infanterie, General der Kavallerie, General der Artillerie, (in der Wehrmacht auch: General der Flieger, General der Pioniere, General der Fernmeldetruppe, General der Nachschubtruppe, General der Panzertruppe, General der Fallschirmjäger).
- Generaloberst
- Generalfeldmarschall (nur im Kriegsfall oder für besondere Verdienste)
Diese Reihenfolge wurde mit der Aufstellung der Bundeswehr aus politischen Gründen und zugunsten der Vereinheitlichung im NATO-Rahmen abgeändert (siehe unten).
Deutschland
Generalfeldmarschall
Bei der deutschen Bundeswehr gibt es vier Generalsdienstgrade:
- 1 Stern: Brigadegeneral
- 2 Sterne: Generalmajor
- 3 Sterne: Generalleutnant
- 4 Sterne: General
Ein Brigadegeneral kann im deutschen Heer unter anderem eine Brigade führen (wenn er denn befördert wurde (Wartezeiten sind die Regel!)), ein Generalmajor beispielsweise eine Division, ein Generalleutnant ein Korps. Daneben gibt es eine Vielzahl weiterer Dienstposten für Generale, zum Beispiel im Ministerium oder in verschiedenen Kommandobehörden, Ämtern und Schulen.
Der (Viersterne-)Generals-Rang bleibt in der nationalen Hierarchie dem Generalinspekteur der Bundeswehr vorbehalten. Weitere Vier-Sterne-Generalsdienstposten können von Offizieren der Bundeswehr im multinationalen Bereich (NATO) wahrgenommen werden. Beispiel hierfür war General Harald Kujat in seiner Zeit als Vorsitzender des Militärausschusses der NATO.
Alle Generalsränge werden unabhängig von ihrem Grad mit Herr/Frau General oder – im Sanitätsdienst – Generalarzt angesprochen.
Zum General wird man nicht "planmäßig" befördert, sondern (in Deutschland) durch den Bundespräsidenten ernannt, soweit gesetzlich nichts anderes bestimmt ist (Art. 60 Abs. 1 GG). Die Soldatenlaufbahnverordnung regelt die Ernennung zum Brigadegeneral und die eventuell folgenden Beförderungen bis hin zum 4-Sterne-General nur allgemein.
: § 5 (4) SLV: Eine Beförderung ist nicht zulässig vor Ablauf eines Jahres seit der Einstellung oder der letzten Beförderung [...], soweit in dieser Verordnung keine andere Frist bestimmt ist, es sei denn, dass der bisherige Dienstgrad nicht regelmäßig durchlaufen zu werden brauchte.
Da jedoch die Beförderung zum Oberst im Allgemeinen mittels „mindestens 15 Jahre Offizier gewesen sein“ (§25 (3) SLV) geregelt ist, und wenn man im besten Falle annimmt, dass man mit 18 Jahren als Offizieranwärter beginnt, mit 21 Jahren Leutnant und mit 36 Jahren Oberst wird, so könnte man theoretisch mit 37 Jahren Brigadegeneral werden.
In der DDR waren die Rangstufen entsprechend dem sowjetischen System Generalmajor – Generalleutnant – Generaloberst – Armeegeneral.
Schweiz
Die entsprechenden Dienstgrade lauten:
- Brigadier
- Divisionär
- Korpskommandant
- General (Oberbefehlshaber der Armee nur in Kriegszeiten)
Die Schweizer Armee verwendet anstelle der Sterne das Edelweiss als Gradabzeichen.
In der Schweiz wird nur bei einer Kriegsmobilmachung ein General als Oberbefehlshaber der Armee eingesetzt. Dieser wird von der Bundesversammlung gewählt.
Die bekanntesten Schweizer Generäle sind:
- General Guillaume-Henri Dufour während des Sonderbundskrieges 1847
- General Hans Herzog während des Deutsch-Französischen Krieges 1870/1871
- General Ulrich Wille während des Ersten Weltkrieges 1913 - 1918
- General Henri Guisan während des Zweiten Weltkrieges 1939 - 1945
siehe auch: Liste Schweizer Generäle
Ausnahme von der Regel ist der Generalsrang des an der Demarkationslinie in Panmunjeom, Südkorea eingesetzten Offiziers, momentan Gerhard Brügger. Dieser hat, aus Gleichstellungsgründen, ebenfalls Generalsrang in Form eines Generalmajors (2-Sterne-General).
Österreich
Österreich hat Ende 2002 seine Generalsstruktur verändert und dem deutschen System angepasst:
alt:
- Brigadier
- Divisionär
- Korpskommandant
- General
neu:
- Brigadier
- Generalmajor
- Generalleutnant
- General
Derzeit ist General Roland Ertl als Chef des Generalstabes in Österreich der ranghöchste Offizier.
Weblinks
- [http://www.generals.dk The Generals of WWII] (englisch)
Kategorie:Dienstgrad (Bundeswehr)
Kategorie:Militär (Österreich)
Kategorie:Militär (Schweiz)
Kategorie:Generalsdienstgrad
Kategorie:Offiziersdienstgrad
ja:将軍
Wehrmacht
Der Begriff Deutsche Wehrmacht oder Wehrmacht bezeichnet die durch das Gesetz über den Aufbau der Wehrmacht vom 16. März 1935 aus der damaligen Reichswehr hervorgegangenen regulären deutschen Streitkräfte in der Zeit bis zum Jahr 1945. Die deutsche Wehrmacht bestand aus dem Heer, der Kriegsmarine und der Luftwaffe.
Wortbedeutung damals und heute
Auch wenn das Jahr 1935 als das eigentliche Geburtsjahr der Wehrmacht gilt, so wurde der Begriff Wehrmacht für die deutschen Streitkräfte bereits seit den Anfangstagen der Weimarer Republik neben den Begriffen Reichswehr und Reichsmarine gebraucht.
So wird bereits in den Gesetzen über die Bildung einer vorläufigen Reichswehr bzw. vorläufigen Reichsmarine vom 6. März und 16. April 1919 auch von der Wehrmacht gesprochen.
:Die Verfassung des Deutschen Reichs vom 11. August 1919: Artikel 47. Der Reichspräsident hat den Oberbefehl über die gesamte Wehrmacht des Reichs.
Vom 20. August 1919 datiert die "Verordnung, betreffend die Übertragung des Oberbefehls über die Wehrmacht des Deutschen Reichs auf den Reichswehrminister".
Im "Gesetz über die Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht" vom 21. August 1920 heißt es dann in § 1 "Die deutsche Wehrmacht besteht aus der Reichswehr und der Reichsmarine".
Schließlich besagt das Wehrgesetz vom 23. März 1921 in § 1 "[1] Die Wehrmacht der Deutschen Republik ist die Reichswehr. Sie wird gebildet aus dem Reichsheer und der Reichsmarine...".
Erst ab 1935 finden die Begriffe Reichswehr und Reichsmarine im offiziellen Sprachgebrauch keine Verwendung mehr.
Davor war der Begriff Wehrmacht, nach der Bedeutung der Wortteile, lediglich ein anderes Wort für Streitmacht. Im damaligen Sprachgebrauch wurden auch die Streitkräfte anderer Staaten als Wehrmacht bezeichnet, so beispielsweise die italienische Wehrmacht, oder auch die englische Wehrmacht.
Von 1936 bis 1944 gab es auch eine vom Oberkommando der Wehrmacht herausgegebene Zeitschrift mit dem Namen Die Wehrmacht.
Geschichte
Geschichtliche Grundlagen
Nach der Niederlage des Deutschen Reiches im Ersten Weltkrieg war durch den Versailler Vertrag die zulässige Truppenstärke des deutschen Heeres auf 100.000 Mann (plus 15.000 Mann Marine) beschränkt worden, mit der zusätzlichen Auflage, keine schweren Waffen, keine schwere Artillerie, keine Panzer und keine Luftwaffe zu besitzen. Am 23. März 1921 wurde die Reichswehr unter diesen Auflagen gegründet. Von Beginn an aber war es Ziel deutscher Militärpolitik, die Reichswehr unter Umgehung dieser Auflagen zu einer schlagkräftigen Armee auszubauen. So gab es zum Beispiel nach dem Rapallo-Vertrag eine geheime militärische Zusammenarbeit zwischen der Reichswehr und der sowjetischen Roten Armee. Auch war der Anteil der Soldaten, die als Offizier oder Unteroffizier dienten, im Verhältnis zu den Mannschaftsdienstgraden extrem hoch. So war es später möglich, innerhalb weniger Jahre die Armee um ein Vielfaches zu vergrößern.
Im Februar 1923 reiste der neue Chef des Truppenamtes, Generalmajor Otto Hasse, zu Geheimverhandlungen nach Moskau. Deutschland unterstützte den Aufbau der sowjetischen Industrie, Kommandeure der Roten Armee erhielten eine Generalstabsausbildung in Deutschland. Dafür erhielt die Reichswehr die Möglichkeit, Artilleriemunition aus der Sowjetunion zu beziehen, Flieger- und Panzerspezialisten auf sowjetischem Boden auszubilden und dort chemische Kampfstoffe herstellen zu lassen. Auf dem Flugplatz Lipezk wurden etwa 300 Militärpiloten, der Stamm für die Jagdfliegerwaffe, ausgebildet. Bei Kasan wurden Panzerfachleute ausgebildet, allerdings erst ab 1930 und nur ungefähr 30. Bei Saratow wurde Giftgas entwickelt.
Die Wehrmacht im Dritten Reich
Unmittelbar nach dem Tode Paul von Hindenburgs am 2. August 1934 wurden die Streitkräfte auf die Person Hitlers vereidigt. Viele Soldaten führten diesen persönlichen Eid als Begründung dafür an, dass sie keinen aktiven Widerstand gegen verbrecherische Befehle der Führung leisteten.
Am 16. März 1935 wurde die Wehrpflicht unter Verletzung des Versailler Vertrages mit dem Gesetz über den Aufbau der Wehrmacht wieder eingeführt, wobei nacheinander jeweils 100.000 Soldaten eingezogen wurden. Nach der Soldatenausbildung wurden alle Eingezogenen wieder aus der Armee entlassen, und es wurden die nächsten 100.000 Soldaten eingezogen. 1936 besetzte die Wehrmacht das entmilitarisierte Rheinland. Bis 1939 war die Aufstellung von 12 Armeekorps mit 38 Divisionen und einer Stärke von 580.000 Soldaten von Hitler gefordert.
Ungefähr 5,3 Millionen Angehörige der Wehrmacht starben allein bis zur Kapitulation 1945 durch direkte Kriegseinwirkung. Die absolute Zahl wird deutlich höher liegen, da nicht genau belegt ist, wie viel von den 11 Millionen Soldaten, die in Kriegsgefangenenschaft gerieten, starben.
Zwischen der bedingslosen Kapitulation am 8. Mai 1945 und dem 1. September 1945 gab es in Norddeutschland und in Norwegen Truppenteile der Wehrmacht, die noch nicht entwaffnet waren und zum Teil weiter Ausbildung betrieben haben.
Die Wehrmacht nach der Kapitulation
Die Wehrmacht hatte nach der Kapitulation 1945 aktive Truppenteile, die noch nicht entwaffnet waren.
- So bekämpften in Norddeutschland deutsche Infanterie-Einheiten unter deutschem Kommando auf Weisung der britischen Streitkräfte marodierende Banden, bestehend meist aus "displaced persons", Ausländern, die während des Krieges - meist als Zwangsarbeiter - nach Deutschland verschleppt wurden und aus Angst vor Verfolgung nicht mehr in ihre Heimat zurückkehren wollten.
- In Norwegen bildeten Truppenteile der Artillerie weiter aus und übten sich dabei noch im Scharfschießen.
- In Oslo wurde der 8. Generalstabsoffizier-Lehrgang weitergeführt.
Die endgültige Entwaffnung erfolgte Ende August 1945.
Die Wehrmacht wurde von den Alliierten mit Kontrollratsgesetz Nr. 34 am 20. August 1946 offiziell aufgelöst.
Truppenstärke und Gliederung
Nach den Recherchen des Historikers Rüdiger Overmans umfasste die Wehrmacht 18,2 Millionen Soldaten, die im Verlauf des Krieges eingezogen wurden und nicht alle zeitgleich dienten.
Zusammensetzung:
Während des Zweiten Weltkrieges gehörten auch viele nichtdeutsche Freiwillige, so u.a. Volksdeutsche, Elsässer, Niederländer, Balten, Balkanbewohner, Weißrussen, Ukrainer, Russen oder Kaukasier, letztere unter der Bezeichnung Ostlegionen, Russische Befreiungsarmee (bekannt auch als Wlassow-Armee), zur Wehrmacht. Für diese war im Oberkommando des Heeres (OKH) als General der Freiwilligenverbände der General der Kavallerie Ernst-August Köstring zuständig. Sie stellten ca. 5 % der Personalstärke der Wehrmacht.
Die Gliederungen der Heeresgruppen und Armeen ist etwas chaotisch, da die gleichen Armeen zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedlichen Heeresgruppen unterstellt waren.
Heeresgruppen A bis H:
- Heeresgruppe A (in den Kaukasus vordringend): 2. Armee, 4. Armee, 9. Armee, 12. Armee, 16. Armee, 17. Armee; 1. Panzerarmee, 4. Panzerarmee
- Heeresgruppe B (ab 1943 Frankreich unter Erwin Rommel): 4. Armee, 18. Armee (14. Juni Paris), 17. Armee
- Heeresgruppe C: 1. Armee, 2. Armee, 6. Armee, 7. Armee
- Heeresgruppe D: 1. Armee, 7. Armee, 15. Armee
- Heeresgruppe E , Heeresgruppe F, Heeresgruppe G, Heeresgruppe H
Besondere Heeresgruppen:
- Heeresgruppe Afrika: 1. italienische Armee, 5. Panzerarmee
- Heeresgruppe Don (=Heeresgruppe Süd) 886.000 Soldaten Generaloberst Gerd von Rundstedt, Erich von Manstein; 1943 bei Charkow): 6. Armee
- Heeresgruppe Kurland
- Heeresgruppe Mitte (1943 bei Kursk; 1944 Bei der Operation Bagration der sowjetischen Armee aufgerieben)
- Heeresgruppe Nord: 3. Armee, 4. Armee - (Ostfront; 3. Juli 1944 Einkesselung bei Minsk; Ende März 1945 vernichtend geschlagen)
- Heeresgruppe Süd
Weitere Heeresgruppen: Heeresgruppe Nordukraine, Heeresgruppe Ostmark, Heeresgruppe Südukraine, Heeresgruppe Weichsel
:Besondere Armeen:
- 1. Deutsche Armee
- 6. Armee (3. Reich)
Militärische Grundlagen
Militärische Grundlagen der Wehrmacht bildeten die Auftragstaktik, die geradezu sprichwörtliche Disziplin und, was insbesondere im Offizierkorps zu Reibungen mit der NSDAP führen konnte, unbedingter Gehorsam.
Die außerordentlich hohe Kampfkraft der Wehrmacht wird von dem Militärhistoriker Martin van Creveld ausführlich untersucht und verglichen, wobei er dieses Phänomen aus dem politisch-militärischen Gesamtzusammenhang herauslöst und damit isoliert betrachtet. Er schreibt: "Das deutsche Heer war eine vorzügliche Kampforganisation. Im Hinblick auf Moral, Elan, Truppenzusammenhalt und Elastizität war ihm wahrscheinlich unter den Armeen des zwanzigsten Jahrhunderts keine ebenbürtig." Zu einem ähnlichen Urteil kommt der französische Historiker Philippe Masson (s.u., Bibliographie).
Ausrüstung
Die Wehrmacht war partiell sehr modern ausgerüstet, jedoch ermöglichten die begrenzten Ressourcen Deutschlands es nicht, diese moderne Ausrüstung umfassend in allen Truppenteilen einzuführen.
Entgegen dem heute herrschenden Eindruck von der Wehrmacht als einer Hochtechnologie-Streitmacht, waren beispielsweise nur etwa 40 Prozent aller Wehrmachtseinheiten motorisiert. Die übrigen 60 Prozent waren Pferdebespannt, d.h. der sogenannte Troß (Stäbe, Feldküchen, Nachschub usw.) hatte für den Transport Zugpferde zur Verfügung, die kämpfenden Einheiten gingen zu Fuß oder waren teilweise auch mit Fahrrädern ausgerüstet. Auch waffentechnisch war die sonst modern anmutende Wehrmacht teilweise sehr spartanisch ausgestattet, so ging man z.B. mit alten Karabinern in den Kampf (Typ 98K), die zwar zielgenau waren, dennoch gegen "moderne" Gewehre unterlegen waren.
Der Aufbau einer schlagkräftigen Panzertruppe - und später Luftwaffe - sicherten der Wehrmacht ihre Blitzkrieg-Erfolge. Die zahlreichen Einflüsse der politischen Führung des damaligen Nazi-Regimes, insbesondere taktische und strategische Entscheidungen Hitlers, waren der Grund für schwere Krisen und Niederlagen im Zweiten Weltkrieg. Militärische Erfolge im Blitzkrieg gegen Polen und Frankreich überzeugten auch kritische Stimmen in der deutschen Militärführung von dem neuen Konzept der Streitkräfte, welches auf eine »Tiefenrüstung« verzichtete und bewusst eine »Breitenrüstung« wählte, was sich während des Kriegsverlaufs, als stärkere Länder nicht mehr innerhalb weniger Wochen überrannt werden konnten, rächte.
Die militärischen Erfolge und Misserfolge der Wehrmacht sind im Artikel 2. Weltkrieg dargestellt.
Wichtige Personen
2. Weltkrieg]
- Adolf Hitler, Ludwig Beck, Fedor von Bock, Walther von Brauchitsch, Karl Dönitz, Wilhelm Flicke, Werner von Fritsch, Heinz Guderian, Franz Halder, Erich Hoepner, Hermann Hoth, Alfred Jodl, Wilhelm Keitel, Ewald von Kleist, Albert Kesselring, Hans Günther von Kluge, Erich von Manstein, Friedrich Olbricht, Friedrich Paulus, Erich Raeder, Erwin Rommel, Hans-Ulrich Rudel, Gerd von Rundstedt, Claus Graf Schenk von Stauffenberg, Erwin von Witzleben
Literatur
- Manfred Messerschmidt: Die Wehrmacht im NS-Staat. Zeit der Indoktrination, Hamburg, 1969
- Klaus-Jürgen Müller: Das Heer und Hitler, Stuttgart, 1969
- Georg Tessin: Deutsche Verbände und Truppen 1918-1939, Osnabrück, 1974
- Rudolf Absolon: Die Wehrmacht im Dritten Reich, 1969-1995 (6 Bände)
- Rolf-Dieter Müller (Hg.): Die Wehrmacht. Mythos und Realität, München, 1999, ISBN 3-486-56383-1
- Hans Adolf Jacobsen: Kommissarbefehl und Massenexekutionen sowjetischer Kriegsgefangener in: Martin Broszat/Hans-Adolf Jacobsen/Helmut Krausnick, Anatomie des SS-Staates, Band 2 ISBN 3-423-02916-1
- Christian Streit: Die Behandlung der sowjetischen Kriegsgefangenen und völkerrechtliche Probleme des Krieges gegen die Sowjetunion in: Gerd R. Ueberschär/Wolfram Wette, "Unternehmen Barbarossa". Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion, 1984, ISBN 3-506-77468-9
- Hannes Heer: Stets zu erschiessen sind Frauen, die in der Roten Armee dienen, 1995 ISBN 3-930908-06-9
- Martin van Creveld: Kampfkraft.Militärische Organisation und militärische Leistung 1939-1945, Verlag Rombach Freiburg, 1989, ISBN 3-7930-0189-X
- Philippe Masson: Die Deutsche Armee. Geschichte der Wehrmacht 1935-1945, 1994/96, ISBN 3-7766-1933-3
- Hans Poeppel, W.-K. Prinz v. Preußen, K.-G. v. Hase, Die Soldaten der Wehrmacht, 1998, ISBN 3-77662-057-9
- Manfred Messerschmidt: Die Wehrmachtsjustiz 1933–1945. F. Schönigh Verlag, 1. Auflage, Paderborn 2005
Siehe auch
- Dienstgrade in der Wehrmacht
- Liste der Handwaffen der Wehrmacht
- Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes
- Eisernes Kreuz
- Deutsche Militärfahrzeuge des 2. Weltkrieges
- Deutsche Flugzeuge im Zweiten Weltkrieg
- Liste deutscher U-Boote (bis 1945)
- Kriegsendphasenverbrechen
- Wehrmachtsbordell
- Wehrmacht und NS-Verbrechen
- Fahneneid
Weblinks
- [http://www.dhm.de/lemo/html/wk2/kriegsverlauf/wehrmacht/ Deutsches Historisches Museum], Berlin
- [http://www.wdr.de/tv/dokumentation/frauen_als_beute.html Zwangsprostitution für Wehrmacht und SS]
- [http://www.superborg.de/ Das Archiv für technische Dokumente 1900-1945 (enthält das Verzeichnis der Wehrmachts-Vorschriften)]
- [http://www.feldgrau.com/ www.feldgrau.com ]
- [http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/ Lexikon der Wehrmacht]
Nähere Informationen zu Ausrüstung, Ausbildung, Einberufungspraxis, Rängen, sowie Bilder wären wünschenswert
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李沆
李沆,字太初, 宋洺州肥乡人,名臣。太平兴国五年,举进士甲科。真宗即位后,任户部侍郎、参知政事。咸平初年,改任中书侍郎。秉性亮直,内行修谨,时称“圣相”。文学上,以继承韩愈、柳宗元自许,倡导古文运动。有《河东先生集》。
水果,亦可俗称为“桔子”。
“橘”(jú)是现代汉语规范字,“桔”(jié)也是现代汉语规范字,当“桔”jié读jú时,是“橘”jú的俗字。
“柑橘”和“橘柑”的代表的意义不同:“柑橘”是果树的一类,如柑、橘、柚、Read More... |
培亞
培亞(Praia(葡萄牙語意為海灘))是維德角的首都,人口約117,000人。培亞位在背風群島的聖地牙哥島上。培亞有商港、渡船港口及國際機場。市中心又叫做高地(Platô)因為市中心位在一座小高地上。培亞的位置是北緯14度55分,西經23度31分(14.91667, -23.51667)。
培亞是 | |