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Guatemala (offiziell Republik Guatemala, span. República de Guatemala) ist ein Staat in Mittelamerika, im Süden der Halbinsel Yucatán. Der Name Guatemala leitet sich vom toltekischen Wort 'Goathemala' ab, was soviel wie 'Erde der Bäume' bedeutet. Guatemala grenzt im Südosten an Honduras und El Salvador, im Norden an Mexiko und im Osten an Belize.
Guatemala hat zwei Küsten, im Osten einen schmalen Zugang zum Karibischen Meer und im Süden die Pazifikküste.
Geographie
Landschaftsbild
Guatemala liegt in Zentralamerika auf 15° 30' Nord, 90° 15' West. Der nördliche Teil, El Petén, ist Tiefland mit tropischem Regenwald, im Zentrum folgt Hochland mit Vulkanen bis zu 4.200 m Höhe, der schmale flache und fruchtbare Küstenstreifen am Pazifik hat wieder tropisches Klima.
Das Hochland ist das kulturelle Zentrum Guatemalas. Hier herrscht, wegen der Lage zwischen 1.300 und 1.800 Metern über dem Meer, fast das ganze Jahr über ein mildes Klima mit Tagestemperaturen zwischen 18 und 28 Grad Celsius. In höheren Lagen kann es vor allem im Januar und Februar recht kalt werden.
In dieser Region liegt die Hauptstadt Guatemala-Stadt, mit 2,5 Mio. Einwohnern die größte Stadt des Landes. Touristische Höhepunkte des Landes sind der Atitlán-See, die alte Hauptstadt Antigua Guatemala, die antike Mayastadt Tikal sowie einige andere sehenswerte Städte wie Quetzaltenango und Chichicastenango.
Städte
Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): Guatemala-Stadt 964.823 Einwohner, Mixco 297.039 Einwohner, Villa Nueva 218.294 Einwohner, Quetzaltenango 112.121 Einwohner, Escuintla 69.311 Einwohner, Amatitlán 61.562 Einwohner, Chinautla 61.520 Einwohner und Cobán 59.428 Einwohner.
- Siehe auch: Liste der Städte in Guatemala
Bevölkerung
Ca. 60 % der Bevölkerung Guatemalas sind Nachkommen der Maya, weitere 35 % sind Mischlinge, der Rest der Bevölkerung ist europäischer oder asiatischer Abstammung oder zählt zu den an der Karibikküste lebenden Nachkommen entflohener afrikanischer Sklaven.
Spanisch ist die offizielle Amtssprache, allerdings spricht die Mehrheit der Bevölkerung eine der 24 indigenen Sprachen (u.a. Kekchí, Quiché).
Aufgrund der sehr hohen Analphabetenrate von über 40 % gilt Guatemala als Entwicklungsland. Aus diesem Grund werden diverse Hilfsprogramme wie Probigua organisiert, die auf Besucher angewiesen sind.
Geschichte
Siehe auch den Hauptartikel Geschichte Guatemalas.
Zeugnis der indianischen Geschichte legen zahlreiche Ruinenstätten ab, darunter Tikal als die wichtigste. Siehe auch Liste der Pyramiden.
Nach der Eroberung (Conquista) blieb das Land bis zum 15. September 1821 spanische Kolonie. Von 1823-1839 war Guatemala Teil der Zentralamerikanischen Konföderation. Erst 1840 entstand der unabhängige Staat Guatemala.
Die erste Zeit der jungen Republik von 1841-71 ist gekennzeichnet durch konservative Regime an der Macht, deren Hauptziele eine behutsame wirtschaftliche Modernisierung bei Beibehaltung der hierarchischen Gesellschaftsordnung der Kolonialzeit darstellten.
Die Zeit von 1871-1944 wird als liberaler Nationalstaat bezeichnet. Die wirtschaftliche Modernisierung des Landes wurde forciert. Es begann der großflächige Kaffee- und Bananenanbau, letzterer insbesondere durch die United Fruit Company.
Mit der Oktoberrevolution 1944 und dem Sturz des damaligen Diktators Jorge Ubico 1931-1944, beginnt ein demokratisches Jahrzehnt in Guatemala. Präsident Arévalo, 1944 bis 1949, demokratisiert das Land, führt die Pressefreiheit ein und implementiert den ersten Arbeiterkodex in der Geschichte Guatemalas.
Obwohl mehr als 20 Versuche unternommen wurden, Arévalo als Präsident zu stürzen, konnte er seine Amtszeit vollenden. Ihm folgte sein Verteidigungsminister Jacobo Arbenz Guzmán, der die Wahlen vom November 1950 mit großem Vorsprung gewann. Er führte die Innenpolitik seines Vorgängers im Wesentlichen weiter. 1952 ließ Arbenz die Mindestlöhne anheben; 1953 führte er eine Agrarreform durch. Brachliegendes Land, von der United Fruit Company enteignetes Küstenland und Land aus Privat- und Regierungsbesitz wurde an Arbeiter neu verteilt. Die Gesamtfläche belief sich auf über 280 000 Hektar Land
Anfang 1954 begannen vor allem in den USA im Zuge des McCarthyism Stimmen gegen das Arbenz-Regime laut zu werden. Im März erreichten die USA auf der X. Interamerikanischen Konferenz die Verabschiedung einer antikommunistischen Resolution, die indirekt die Regierung Guatemalas verurteilte. Dem schloss sich die katholische Kirche an. In einem Hirtenbrief rief der Erzbischof von Guatemala zum Aufstand gegen den Kommunismus auf. Die Regierung inhaftierte daraufhin einige Oppositionsführer. Am 8. Juni wurde der Ausnahmezustand verhängt. Die CIA interveniert in Zusammenarbeit mit oppositionellen guatemaltekischen Militärs (Operation PBSUCCESS). Im Juli 1954 wurde Castillo Armas zum provisorischen Präsidenten ernannt; wenig später wurde er durch eine Volksabstimmung formell legitimiert und am 6. November als Präsident für eine fünfjährige Amtszeit vereidigt. Er befreite 600 politische Gefangene. Unterdessen war eine verfassunggebende Versammlung einberufen worden. Im November 1955 wurden die politischen Parteien wieder zugelassen; im Dezember fanden die Wahlen für eine neue Nationalversammlung statt, bei denen Castillo Armas’ Partei alle 66 Sitze gewann. Am 2. Februar 1956 unterzeichnete Castillo Armas die neue Verfassung, woraufhin sich am 1. März die Nationalversammlung konstituieren konnten. Am 26. Juli 1957 wurde Castillo Armas ermordet. Zwei Tage später ernannte die Nationalversammlung den Vizepräsidenten Luis Gonzáles López zum provisorischen Staatschef. Gonzáles López führte den antikommunistischen Kurs Castillo Armas’ fort und beraumte für den 20. Oktober 1957 Präsidentschaftswahlen an. Die Wahl wurde wie geplant durchgeführt, ihre Rechtsgültigkeit jedoch von verschiedenen kleinen politischen Parteien angefochten. Am 25. Oktober ergriff eine dreiköpfige Militärjunta die Macht. Am 19. Januar 1958 wurden erneut Präsidentschaftswahlen durchgeführt, aber keiner der Kandidaten erreichte die erforderliche absolute Mehrheit. Der Kongress wählte daher am 12. Februar General Miguel Ydígoras Fuentes zum neuen Präsidenten. Der war in den dreißiger Jahren unter Präsident Ubico Minister und erbitterter Feind der liberalen Präsidenten Arévalo und Arbenz; am 2. März 1958 trat er sein Amt an.
In Guatemala herrschte 36 Jahre lang Bürgerkrieg, der erst 1996 durch die Unterzeichnung eines Friedensvertrages formell für beendet erklärt wurde.
Der Krieg hatte bis zu diesem Zeitpunkt mehr als 100.000 Menschen das Leben gekostet und über 1 Million Flüchtlinge geschaffen. Besonders durch General Efraín Ríos Montt bekam die Bekämpfung der indigenen Bevölkerung durch die Diktatur Züge eines Genozids. Ganze Landstriche wurden flächendeckend bombardiert. Allein im September 1982 wurden 9.000 Maya ermordet.
Durch logistische und materielle Hilfe der USA konnte sich die Regierung an der Macht halten. Nur Jimmy Carter unterbrach diese Unterstützung für kurze Zeit.
Guatemala wurden im Oktober 2005 von Ausläufern des Hurrikans Stan schwer getroffen. Über 1.000 Menschen kamen durch Überschwemmungen, Erdrutsche und Schlammlawinen ums Leben.
Politik
Hurrikans Stan
Guatemala ist eine unabhängige demokratische Republik mit Mehrparteiensystem. Die Verfassung vom 15. Januar 1986 legt die Trennung zwischen Legislative (Congreso de la República, das Parlament), Exekutive (Präsident und Vize-Präsident) und Judikative (Oberster Gerichtshof) fest.
Das Parlament und der Präsident werden alle vier Jahre gewählt, stimmberechtigt sind alle Bürger ab achtzehn Jahren, ausgenommen aktive Angehörige des Militärs. Der oberste Gerichtshof wird vom Parlament für vier Jahre bestimmt.
Bei den Wahlen vom 9. November 2003 wurde Óscar Berger Perdomo als Kandidat der Gran Alianza Nacional zum Präsidenten gewählt.
Auch bei der Parlamentswahl wurde die Gran Alianza Nacional stärkste Kraft, die Wahlbeteiligung lag bei 54,5 %.
Wie die meisten lateinamerikanischen Staaten hat auch Guatemala keine lange demokratische Tradition. Die Parteienlandschaft ist wenig stabil, viele Parteien lösen sich nach einer Legislaturperiode auf oder verschwinden in der Bedeutungslosigkeit.
Bezeichnend ist die starke Stellung gesellschaftlicher Gruppen außerhalb der Parteien, insbesondere das Militär und die Unternehmer.
Außenpolitisch war Guatemala während des Bürgerkriegs jahrelang isoliert. Seit dem Beginn der Demokratisierung und dem Abschluss des Friedensvertrags mit den Rebellen versucht Guatemala auf der internationalen Bühne eine angemessene Rolle zu spielen. Seit 2001 besteht zwischen Mexiko, Guatemala, Honduras und El Salvador ein Handelsabkommen, seit dem 10. März 2004 zusätzlich eine Zollunion mit El Salvador.
Siehe auch: Liste der Präsidenten von Guatemala
Historische Nationalflaggen von Guatemala
Die Nationalflaggen bis 1839 sind diejenigen der "Zentralamerikanischen Konföderation".
Von 1851 bis 1871 spielten aus politischen Gründen die "spanischen" Farben eine wesentliche Rolle.
Verwaltungsgliederung
Guatemala ist in 22 Departamentos aufgeteilt.
Departamento (Hauptstadt)
Liste der Präsidenten von Guatemala
# El Petén (Flores)
# Huehuetenango (Huehuetenango)
# El Quiché (Santa Cruz del Quiché)
# Alta Verapaz (Cobán)
# Izabal (Puerto Barrios)
# San Marcos (San Marcos)
# Quetzaltenango (Quetzaltenango)
# Totonicapán (Totonicapán)
# Baja Verapaz (Salamá)
# El Progreso (Guastatoya)
# Zacapa (Zacapa)
# Sololá (Sololá)
# Chimaltenango (Chimaltenango)
# Sacatepéquez (Antigua Guatemala)
# Guatemala (Guatemala-Stadt)
# Jalapa (Jalapa)
# Chiquimula (Chiquimula)
# Retalhuleu (Retalhuleu)
# Suchitepéquez (Mazatenango)
# Escuintla (Escuintla)
# Santa Rosa (Cuilapa)
# Jutiapa (Jutiapa)
Wirtschaft
Das Hauptexportgut des Landes ist Kaffee, daneben werden Zucker, Bananen, Tabak, Kautschuk und Kardamom exportiert. Ein sehr wichtiger Wirtschaftsfaktor ist seit dem Ende der 1990er Jahre auch der Tourismus. Von großer Bedeutung sind auch die Überweisungen ausgewanderter Guatemalteken an ihre Familien. Sie hatten im Jahre 2003 einen geschätzten Wert von 1,6 Mrd. Euro.
Kultur
- Nationalfeiertag: Unabhängigkeitstag 15. September
- Miguel Ángel Asturias, Nobelpreis für Literatur, 1967
weitere Schriftsteller
- Otto René Castillo
- Augusto Monterroso
Literatur über Guatemala
- Jim Jandy: Gift of the Devil. 1984
- Kinzer, Schlesinger: Der Bananenkrieg der CIA, 1995
- Rigoberta Menchú: I, Rigoberta Menchú - An Indian Woman in Guatemala. 1987
- [http://www.students.uni-marburg.de/~Dallmer/Guatemala.pdf Das Parteiensystem Guatemalas]deutsch; Stand 2002 - pdf
- Markus Stumpf u.a.: Guatemala - Ein Land auf der Suche nach Frieden, 2003, ISBN 3-86099-755-6
Weblinks
- [http://lakjer.dk/mikkel/spanisch.shtml Spanischschulen in Guatemala]
- [http://www.guatemala.gob.gt/ Regierung der Republik Guatemala] (spanisch)
- [http://www.spiegel.de/jahrbuch/0,1518,GTM,00.html Spiegel-online Jahrbuch 2004]
- [http://www.guatemala.at Guatemala Solidarität Österreich]
Kategorie:Staat
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Spanische Sprache
Die spanische Sprache (Spanisch; span. español, castellano) gehört zum romanischen Zweig der indogermanischen Sprachen und wird manchmal mit dem Portugiesischen und Katalanischen in die engere Einheit des Iberoromanischen eingeordnet.
Da die spanische Schriftsprache vom Sprachgebrauch der zentralspanischen Region Kastilien geprägt wurde, und um die Sprache von den anderen in Spanien gesprochenen romanischen Idiomen (vor allem Galicisch und Katalanisch) sowie der Nationalitätsbezeichnung „Spanisch“ abzugrenzen, findet man in Spanien – im Gegensatz zu Lateinamerika – fast ausschließlich die Bezeichnung castellano („kastilische Sprache“).
Spanisch wird mit lateinischen Buchstaben geschrieben.
Im modernen Spanisch werden der Akut-Akzent für Vokale und die beiden Zeichen ñ und ü verwendet.
Die Sprachkürzel nach ISO 639 sind es und spa.
Verbreitung
Spanisch ist Amtssprache in folgenden Ländern (in Klammern Anzahl der Muttersprachler):
In der britischen Kolonie Gibraltar ist Spanisch neben Englisch ebenfalls Amtssprache.
In folgenden weiteren Gebieten wird Spanisch – teilweise aufgrund der kolonialen Vergangenheit
– von einem größeren Bevölkerungsanteil gesprochen: Andorra, Belize, Marokko, Niederländische Antillen, Philippinen, Trinidad und Tobago, Westsahara, Brasilien (rund 14,5 % der Bevölkerung), Puerto Rico.
Spanisch wird gegenwärtig von ca. 360 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen. Damit hat das Spanische 20 Millionen Muttersprachler mehr als das Englische.
Die meisten Spanisch-Sprecher leben in Süd- und Mittelamerika.
Inklusive Zweitsprachler beläuft sich die Zahl der Sprecher auf ca. 420 Millionen. Damit ist Spanisch – nach Mandarin-Chinesisch, Hindi und Englisch -
die am vierthäufigsten gesprochene Sprache der Welt.
Als offizielle Amtssprache dient Spanisch in der Europäischen Union, in der Organisation Amerikanischer Staaten sowie bei den Vereinten Nationen.
Rechtschreibung
Die Rechtschreibung des Spanischen kommt dem Ideal recht nahe, Laut für Laut das gesprochene Wort nachzubilden. So werden häufig auch übernommene Fremdworte in ihrer Schreibung so angepasst, dass sich die Aussprache wieder automatisch ergibt (Beispiel: englisch bacon wird zu Spanisch beicon).
Bei den lateinamerikanischen Varianten gilt dies nur mit Einschränkungen (teilweise werden Buchstaben anders ausgesprochen wenn das Wort indianischen Ursprungs ist, besonders „ll“ und „x“).
Siehe auch: Spanisches Alphabet
Geschichtliche Entwicklung
Vorromanischer Einfluss
Die ältesten uns bekannten Bewohner der Iberischen Halbinsel sind die Iberer, die ein Volk afrikanischen Ursprungs sind. Um 600 v. Chr. kommen die Kelten über die Pyrenäen, die sich daraufhin mit den Iberern zu den Keltiberern vermischen. Das Baskische ist der einzige sprachliche Überrest aus jener Epoche, das noch von ca. 850.000 Menschen am Golf von Biskaya beiderseits der spanisch-französischen Grenze gesprochen wird.
Gibt ein erobertes Volk die eigene Sprache nach einer Periode der Zweisprachigkeit zu Gunsten der prestigeträchtigeren Sprache der Eroberer auf, so wirken sich dennoch Sprechgewohnheiten (vor allem in Lautung und Wortschatz) auf die neue Sprache aus, und man bezeichnet die aufgegebene Sprache als Substrat.
Das Keltiberische wirkte sich wie folgt aus:
# Sonorisierung der intervokalischen Verschlusslaute p;t;k zu b;d;g (amica->amiga).
# Lenition des Nexus [kt] über [çt] zu [it]. Im Kastilischen entwickelte sich der Nexus weiter. Das t wurde durch vorangehenden Palatal ebenfalls palatalisiert. Daher nocte->noche.
Das Baskische ist ein Adstrat, da keine der Sprachen aufgegeben wurde. Auf baskischen Einfluss ist folgendes Phänomen zurückzuführen:
Ersatz des anlautenden f durch h, das jedoch im weiteren Verlauf aspiriert wurde. (farina->harina, factu->hecho)
Lateinische Grundlage
Im 3. Jahrhundert v. Chr. beginnen die Römer mit der Eroberung der Iberischen Halbinsel. Zu jener Zeit werden hier (abgesehen von einzelnen Dialekten) Iberisch, Keltisch, Keltiberisch, Baskisch und Griechisch gesprochen. Unter Kaiser Augustus befindet sich die gesamte Halbinsel in römischer Hand.
Durch eine starke militärische Präsenz und durch zahlreiche römische Beamte verbreitet sich die lateinische Sprache dort sehr schnell. Latein wird so zur Kultursprache, die Ursprachen werden allmählich zurückgedrängt. Nur in den westlichen Pyrenäen stößt das Lateinische auf stärkeren Widerstand, wodurch dort die Ursprache (Baskisch) erhalten bleibt.
Germanischer Einfluss
Als die Goten im Jahr 414 in Spanien einfallen, spricht man schon auf der gesamten Halbinsel Latein mit lokaler Färbung. Obwohl die Goten für die darauffolgenden drei Jahrhunderte die Herrschaft in Spanien haben, beeinflussen sie weder Sprache noch das soziale Leben sehr tief. Ein Grund dafür, dass sich Spanier und Goten nicht vermischen ist hauptsächlich religiösen Ursprungs: die Spanier sind Katholiken, die Goten Arianer. Als im Jahr 589 König Rekkared I. mit seinem Volk zum Katholizismus übertritt, verschwindet das Gotische bald vollkommen.
Dennoch gibt es ein paar wenige Wörter im Spanischen, die germanischen Ursprungs sind. Man nimmt aber an, dass diese nicht durch die Goten, sondern schon vorher durch die Römer, die in Gallien mit germanischen Stämmen in Berührung gekommen waren, nach Spanien gebracht wurden.
Arabischer Einfluss
Einen tiefgehenden und dauerhafteren Einfluss auf das Spanische haben die arabischen Eroberer, die 711 von Afrika aus ihre Expansion nach Osten und Norden der Halbinsel beginnen. Sie besetzen ganz Spanien mit Ausnahme des Kantabrischen Gebirges, wo eine kleine Schar Spanier Zuflucht sucht und die spätere Rückeroberung (Reconquista-Bewegung) Spaniens organisiert.
Als im Jahr 1492 diese Rückeroberung mit dem Fall von Granada abgeschlossen ist, sind schon viele arabische Elemente in das Spanische aufgenommen. Anschließend werden aber wieder einige arabische Wörter aus dem spanischen Wortschatz ausgestoßen. Nach Auswertung des Wörterbuches der Real Academia Española von 1995 enthält das heutige Spanische noch 1285 Entlehnungen aus dem Arabischen (Arabismen) (vgl. hierzu [http://www.uni-muenster.de/Romanistik/dozenten/noll/al.pdf Volker Noll in Romania Arabica], Fs Kontzi, 1996, S. 299–313).
Somit ist das Spanische die romanische Sprache mit den meisten arabischen Lehnwörtern; es handelt sich dabei nicht nur um Kulturbegriffe, sondern auch um Bezeichnungen für Begriffe des alltäglichen Lebens, z. B. aceite: „Öl“, aceituna: „Olive“.
Arabische Lehnwörter und ihre Ableitungen finden sich in den folgenden Wortschatzbereichen: Verwaltung und Staatswesen, Heerwesen, Münzprägung, Naturwissenschaften, Landwirtschaft (Ackerbau, Bewässerungsanlagen), Hausrat, Kleidung, Speisen, Pflanzen- und Tierbezeichnungen und andere.
Das heutige Spanisch
Das Lateinische, das von den Römern nach Spanien gebracht wird, ist nicht die klassische lateinische Sprache, sondern die gewöhnliche Umgangssprache der Legionäre (Vulgärlatein).
Aus dieser Sprache entwickeln sich mit der Zeit unter verschiedenen geographischen und ethnographischen Einwirkungen unterschiedliche romanische Dialekte. Einer dieser Dialekte, das
Kastilische, entsteht in einer schwach romanisierten Gegend im Norden Spaniens, im Grenzgebiet der
heutigen spanischen Provinzen Burgos, La Rioja, Vizcaya und Álava.
Dieser Dialekt Altkastiliens zeichnet sich dadurch aus, dass er stärker von
den vorromanischen Sprachen (Baskisch) geprägt ist und wird später durch politische Umstände zur Schrift- und Nationalsprache Spaniens.
Es sind nämlich die Grafen Altkastiliens, die in andauernden Kämpfen gegen die Araber ihr Staatsgebiet nach Süden hin erweitern. Im Verlauf dieser Reconquista-Bewegung schiebt sich das Altkastilische wie ein Keil in das übrige romanische Sprachgebiet hinein und drängt die anderen Sprachformen an die westliche (Asturisch-Leonesisch und Galicisch, aus dem sich später Portugiesisch entwickelt) und östliche (Aragonesisch, Katalanisch) Peripherie des Landes ab, wodurch sich der Bereich der kastilischen Sprache enorm vergrößert.
In der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts wird Kastilien zum Königreich ausgerufen und im Jahr 1085 Toledo zur Hauptstadt bestimmt. So wird die kastilische Mundart zur Hof- und Umgangssprache des jungen Königreichs. Von sprachpolitischer Bedeutung sind die Reformen Ferdinands III. (1217–1252) und Alfons X. (1252–1282), durch die das Lateinische als Urkundensprache abgeschafft wird, und das Kastilische diese Funktion übernimmt.
Schon im Verlauf des späten Mittelalters verbreitet sich das Kastilische nicht nur als Schriftmedium, sondern auch als gesprochene Sprache außerhalb Kastiliens. Nach der Vereinigung von Kastilien und Aragón (1479) wird es zur Staatssprache des Königreichs Spanien.
Das Spanische wie wir es heute kennen, ist also eine Weiterentwicklung der lateinisch-kastilischen Mundart mit toledanischer Färbung.
Im Jahr 1713 entsteht nach französischem Vorbild die „Real Academia de la Lengua“, die als anerkannte Autorität in Sprachfragen gilt. Zwischen 1726 und 1739 wird das „Diccionario de Autoridades“ herausgegeben, im Jahr 1771 erscheint die Grammatik der Akademie.
Grammatik
1771
Modi und Zeitformen
- Infinitivo
- Indicativo
- Presente
- Perfecto
- Imperfecto
- Pluscuamperfecto
- Indefinido
- Futuro
- Futuro perfecto
- Subjuntivo
- Presente
- Perfecto
- Imperfecto
- Pluscuamperfecto
- Futuro
- Futuro perfecto
- Condicional
- Condicional
- Condicional compuesto
- Imperativo
- Gerundio
- Participio
http://verbix.com/languages/spanish.shtml – Konjugationstabellen aller Verben
Das amerikanische Spanisch
In den meisten Ländern Süd- und Mittelamerikas wird Spanisch als Muttersprache gesprochen. Da es sich hierbei um ein großes Gebiet handelt und seit der Kolonialisierung durch die Spanier bereits Jahrhunderte vergangen sind, weist das lateinamerikanische Spanisch gewisse Abweichungen zum Kastilischen auf.
Diese sind in der Schrift- und Verkehrssprache nicht allzu groß; die Umgangssprachen und Dialekte der einzelnen Länder unterscheiden sich dagegen teilweise recht deutlich, und zwar nicht nur in der Aussprache, sondern auch im Vokabular. Nicht zuletzt sind diese Abweichungen auf den (in den einzelnen Regionen unterschiedlich starken) Einfluss verschiedener indigener Sprachen zurückzuführen.
Einige Wörter haben in Amerika einen Bedeutungswandel durchgemacht, auf grammatikalischem Gebiet sind aber bis auf Besonderheiten in der Verwendung der Vergangenheitstempora (Dominanz des Indefinido) und den „voseo“ in Argentinien und Uruguay, aber auch in Nikaragua, keine nennenswerten Veränderungen eingetreten.
Auch wenn Aussprache und Wortschatz in den einzelnen amerikanischen Ländern variieren, kann man doch einige allgemeine Hauptunterschiede zwischen der Sprache Süd- und Mittelamerikas und dem Kastilischen festhalten:
- Typisch für Lateinamerika ist der so genannte seseo. Während im europäischen Spanisch ein z meist wie ein stimmloses englisches th ausgesprochen wird, wird es in lateinamerikanischer Aussprache zu einem normalen stimmlosen s-Laut. Dasselbe trifft auf das c vor e und i zu (z. B. in nación). Diese Aussprache kommt aus dem Südspanischen und hat sich auch deshalb in Lateinamerika durchgesetzt, weil im 16. und 17. Jahrhundert die meisten spanischen Einwanderer nach Amerika aus dem Süden Spaniens (v. a. Extremadura und Andalusien) kamen.
- Auch die Tendenz das s anzuhauchen (z. B. „ehtoy“ statt „estoy“) ist in vielen lateinamerikanischen Ländern vorzufinden und ist ebenfalls mit dem Andalusischen zu vergleichen.
- Die Vergangenheitsform Pretérito Perfecto (He comprado) ist unüblich. Stattdessen verwendet man meist das Pretérito Indefinido (Yo compré), soweit man das „Noch-Andauern“ einer Handlung nicht explizit betonen will.
- Die in Spanien nur als Höflichkeitsform (etwa dem „Siezen“ im Deutschen vergleichbar) im förmlichen Umgang verwendete Anrede „usted(es)“ (< vuestra merced, übersetzt etwa: „Euer Gnaden“) ist in Lateinamerika die standardsprachliche und allgemein verbreitete Anredeform, ganz unabhängig von Sprachebene oder Vertrautheit. So wird die 2. Person Plural im amerikanischen Sprachraum überhaupt nicht benutzt und stets durch die Anrede in der 3. Person ersetzt, an die Stelle des Personalpronomens „vosotros“ tritt immer „ustedes“. Auch im Singular ist die Anrede in der 2. Person mit „tú“ in vielen Gebieten unüblich (oder gilt als unhöflich) und man greift generell zur 3. Person mit „usted“.
- Eine grammatikalische Besonderheit der argentinischen und uruguayischen Sprachvariante ist der voseo, d. h. anstatt des Personalpronomens tú wird in der 2. Person Singular vos verwendet. Die Verben werden dann anders konjugiert (beispielsweise vos sos: „du bist“, standardspanisch tú eres).
- Es gibt viele Abweichungen zwischen dem kontinentalspanischen und dem lateinamerikanischen Wortschatz und überdies auch innerhalb Lateinamerikas von Land zu Land verschiedene semantische Eigenarten. Sie betreffen aber hauptsächlich die Umgangssprache und Begriffe des täglichen Lebens. Ernsthafte Verständigungsprobleme zwischen Sprechern aus verschiedenen europäischen und amerikanischen Teilgebieten des spanischen Sprachraums gibt es deshalb kaum.
Einige Beispiele:
Zu Missverständnissen kommt es wohl am ehesten durch Worte, die neben der allgemeinen Bedeutung in bestimmten Ländern eine umgangssprachliche Spezialbedeutung besitzen. So ist etwa das in Spanien unproblematische und für alle möglichen Sachverhalte häufig gebrauchte Verb coger („nehmen, ergreifen, fangen“) in den meisten Ländern Lateinamerikas ein ordinärer Ausdruck für die Ausübung des Geschlechtsverkehrs. Der Satz „Ich werde den Bus nehmen“ (Voy a coger el autobús) ist daher in Anwesenheit von Latinos aus diesen Ländern ein sicherer Lacherfolg (Ich werde den Bus ficken.).
Auch das Wort guagua sorgt in diesem Zusammenhang immer wieder für Heiterkeit. Während es auf den Kanarischen Inseln, Kuba und der Dominikanischen Republik gleichbedeutend mit (Stadt)-Bus ist, steht es in Andenländern wie Chile, Peru oder Ecuador für Krabbel- oder Kleinkind (hier: Xenismus aus Quechua), so dass auch hier Missverständnisse programmiert sind.
Weitere Beispiele, hier aus der Dominikanischen Republik, zeigen, wie die Wörter vom europäischen Spanisch abweichen können: la china - die Orange, la italiana - die Mandarine, la lechoza - die Papaya, el guineo - die Banane, la chinola - die Maracuja.
Das spanische Wort guapo/-a für hübsch wird in der Dominikanischen Republik im Sinne von agressiv oder wild verwendet. Hübsch wird hier mit bonito/-a oder lindo/-a übersetzt. Una chica guapa ist in Spanien ein hübsches Mädchen, in der Dominikanischen Republik ein wütendes Mädchen.
Aussprache
Siehe: Aussprache der spanischen Sprache
Hörbeispiele
- Bild:Audiobutton.png Adiós, hasta mañana. (27 KB) – „Auf Wiedersehen, bis morgen.“
- Bild:Audiobutton.png ¿Qué hay de nuevo? (24 KB) – „Was gibt's Neues?“
- Bild:Audiobutton.png Yo estoy bien, gracias, ¿y tú? (29 KB) – „Danke, mir geht es gut, und Dir?“
Gesprochen von einem Einwohner Madrids.
Vom Spanischen abgeleitete Sprachen
Spanischbasierte Kreolsprachen
- Chabacano (Philippinen)
- Palenquero (Kolumbien)
Hybriddialekte
Hybriddialekte (Mischsprachen) existieren dort, wo Spanisch und Portugiesisch aufeinandertreffen
- A Fala in Spanien
- Barranquenho in Portugal
- Portuñol in Uruguay
Judenspanisch/Ladino
Judenspanisch ist das Spanisch der 1492 aus Spanien vertriebenen Juden Sephardim. Sie leben heute in Griechenland, Türkei, Israel, Nordmarokko und den USA. Die Sprecherzahl wird auf 150.000 geschätzt.
Sonstiges
- Lunfardo: eine Gaunersprache in Argentinien, die auch im Tango Verwendung findet
Spanisch für Nicht-Muttersprachler
Spanisch (Kastilisch) erfreut sich auch in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Im Zuge der Globalisierung ist es auch immer wichtiger, neben Englisch auch eine weitere Fremdsprache zu sprechen. Spanisch empfiehlt sich hier, da es unter den romanischen Sprachen die wichtigste (vor allem ökonomisch gesehen) und die am weitesten verbreitete Sprache ist.
Es besteht für Interessierte beispielsweise die Möglichkeit, Sprachdiplome der Universität Salamanca zu erwerben. Es gibt hier drei Schwierigkeitsgrade (Diploma Inicial, Medio, Superior). In Deutschland kann man an vielen Volkshochschulen entsprechende Kurse und Prüfungen ablegen. Die Organisation der Prüfungen übernimmt das Instituto Cervantes, das in München und in weiteren deutschen Städten vertreten ist.
Siehe auch
- Das amerikanische Spanisch der USA
- Das argentinische Spanisch
- Spanglish
- Murciano
- Andalusischer Dialekt
- Redewendung: Das kommt mir spanisch vor
Literatur
Spanische Sprachgeschichte
- Antonio Tovar: Einführung in die Sprachgeschichte der Iberischen Halbinsel. 1983
- Annegret Alsdorf-Bollee: Spanische Sprachgeschichte. 2003
- Wolf Dietrich/ Horst Geckeler: Einführung in die spanische Sprachwissenschaft. 2004
Das Spanische in Amerika
- Volker Noll: Das amerikanische Spanisch. 2001
- Hugo Kubarth: Das lateinamerikanische Spanisch. 1987
- Hans-Dieter Paufler: Lateinamerikanisches Spanisch. 1977
Weblinks
- [http://enciclopedia.us.es/ Enciclopedia Libre (spanisch)]
Sprachwissenschaft und Grammatik
- [http://www.garske.be/Homepage/Seiten/dokumente/Hisp_Linguistik_Einfuehrung_SpanSprachwissenschaft.pdf Einführung in die spanische Sprachwissenschaft (PDF)]
- [http://www.garske.be/Homepage/Seiten/dokumente/Hisp_Linguistik_Zusatzblatt.pdf Phonetische und phonologische Klassifikation der spanischen Konsonanten (PDF)]
- [http://www.sprachurlaub.de/service/sprachurlaub.de_grammatik-spanisch.pdf Spanische Grammatik (PDF)]
- [http://verbs.obrist.org/ Online-Tool für spanische Verben]
- [http://www.verben.info/spanische-verben/spanische-verben.htm Spanische Verben online üben]
- [http://hispanoteca.de/ verschiedene Aspekte der spanischen Sprache (deutsch und spanisch)]
Wörterbücher und Übersetzung
- [http://www.myjmk.com/ Deutsch/Spanisch-Wörterbuch und Forum]
- [http://pauker.at/deutsch/W%F6rterb%FCcher/Spanisch.html Wörterbuch, Vokabeltrainer und Übersetzungsforum]
- [http://dix.osola.com Gratiswörterbuch Deutsch-Spanisch von Raimundo Sierra]
- [http://buscon.rae.es/diccionario/drae.htm Wörterbuch der Real Academia Española (spanisch)]
- [http://www.kuba-cuba.com/woerterbuch.htm Deutsch/Kubanisch-Wörterbuch]
Spanisch lernen
- [http://www.estudiando.de/ curso de español – Online-Lehrbuch mit Sounddateien]
- [http://www.super-spanisch.de Website rund ums Spanisch lernen]
- [http://www.spanisch-live.de/freizeitkurs/index.php Online-Kurs mit Soundausgabe]
Kategorie:Romanische Sprache
Kategorie:Spanische Sprache
ja:スペイン語
simple:Spanish
zh-cn:西班牙语
zh-tw:西班牙語
Staat
Max Weber definiert in seiner Herrschaftssoziologie Staat als einen solchen politischen Anstaltsbetrieb, dessen Verwaltungsstab erfolgreich das Monopol legitimen physischen Zwanges (also das Gewaltmonopol) für die Durchführung der Ordnungen in Anspruch nimmt (Max Weber, Wirtschaft und Gesellschaft, [http://www.textlog.de/7321.html Kap. 1, § 17]). In der Ökonomie wird der Staat oftmals als Summe aller Zwangsverbände betrachtet. Zur Unterscheidung oder Kongruenz von Staat und Gesellschaft siehe Staat und Gesellschaft.
Ein Staat (aus lat. status Zustand, Verfassung) ist ein ein Gebilde, das laut der Konvention von Montevideo folgende Eigenschaften aufweist:
- eine mehr oder weniger stabile Kernbevölkerung (Staatsvolk);
- einen klar abgegrenzten oder definierten Landbesitz (Staatsgebiet, Territorium);
- eine Regierung, die eine Staatsgewalt ausüben kann;
- die Fähigkeit, mit anderen Staaten in politischen Kontakt zu treten, d. h., ein Völkerrechtssubjekt zu sein.
Die klassische Staatsrechtslehre nennt nur die ersten drei Merkmale (Drei-Elemente-Lehre Jellineks). In diesem Sinne sind die Glieder eines Bundesstaates, wie die deutschen Länder auch "Staaten" (übrigens auch beschränkt Völkerrechtssubjekte, da sie auf Grund ihrer "Kulturhoheit" z. B. mit dem Heiligen Stuhl unabhängig von der Bundesrepublik Deutschland Konkordate abschließen können). Der klassische Ausnahmefall eines Staates ohne Staatsgebiet ist - seit der Annexion Maltas durch Napoleon I. - der "Souveräne Malteserorden".
Die Souveränität ist kein definierendes Merkmal des Staates. Staaten können rechtlich auch dann fortbestehen, wenn sie unter Besatzung stehen (okkupiert sind); oder (in der älteren Staatsrechtslehre), wenn sie nur "souverän" sind (z. B. Samos im Osmanischen Reich). Jedoch muss faktisch eine Teilsouveränität gegeben sein.
Wie denn überhaupt das Völkerrecht mangels einer Welt-Legislative von Entscheidungen von Fall zu Fall abhängt (case law) und mithin ein sehr nachgiebiges Recht ist, wenn Völkerrechtssubjekte "Fakten setzen".
Völkerrechtliche Anerkennung
Ein Staat bedarf zu seiner Gründung keiner juristischen Legitimation (er wird 'ausgerufen', vgl. den Rütli-Schwur bei der Begründung der Schweizerischen Eidgenossenschaft im Mittelalter - die neuzeitliche Schweizerische Konföderation besteht aber durchaus aus einzelnen Staaten, den Kantonen). International hat es sich eingebürgert, einen Staat anzuerkennen, sobald mehrere andere Staaten seine Existenz anerkannt haben.
Einige Gebiete wie Taiwan oder Nordzypern auf Zypern, die zwar die Merkmale eines Staates aufweisen, wurden dennoch, meist aus politischen Gründen, nicht allgemein anerkannt; diese werden als Stabilisierte De-Facto-Regime bezeichnet.
Die Konvention von Montevideo regt häufig zu Diskussionen an, ob es möglich ist, durch Kauf einer staatenlosen Insel oder Bohrinsel quasi eine Mikronation zu gründen. Die Anerkennung durch andere Staaten ist das Hauptproblem solcher Vorhaben.
Anzahl
Insgesamt gibt es 192 vollständig anerkannte souveräne Staaten. Darunter fallen die 191 Mitglieder der UNO sowie die Vatikanstadt. Weitere Staaten sind nur von einer Minderheit der weltweiten Staaten anerkannt, dies sind u. a. Taiwan, Westsahara (DARS), die Cookinseln und Niue.
Literatur
- Michail Bakunin, Gott und der Staat, Berlin: Karin Kramer 1995
- Karl Held (Hrsg.): [http://www.gegenstandpunkt.com/vlg/staat/staat_i.htm Der bürgerliche Staat]. Die Staatsableitung. München, 1999. 138 Seiten ISBN 3-929211-03-3
- Stefan Breuer: Der Staat. Entstehung, Typen und Organisationsstadien, Reinbek b. Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag, 1998.
- Heide Gerstenberger, Die subjektlose Gewalt. Theorie der Entstehung buergerlicher Staatsgewalt, Münster: Westfälisches Dampfboot 2005
- Wolfgang Reinhard, Geschichte der Staatsgewalt. Eine vergleichende Verfassungsgeschichte Europas von den Anfängen bis zur Gegenwart, Sonderausgabe, München: C.H. Beck 2002
- Franz Oppenheimer: [http://www.opp.uni-wuppertal.de/oppenheimer/st/staat0.htm Der Staat], 3. überarbeitete Auflage von 1929
- OVG Münster, Urteil vom 14.02.1989, Az. 18 A 858/87, in: NVwZ 1989, S. 790.
Siehe auch
- Staatstheorie
- Liste unabhängiger Staaten
- Liste der Staatsformen souveräner Staaten
- Staatliche Souveränität
- Territoriale Integrität
Kategorie:Politische Geographie
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ja:国家 simple:State
Mittelamerika
Mittelamerika umfasst die Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika sowie die Westindischen Inseln und gehört geologisch und geographisch bis zur Landenge von Tehuantepec zum Kontinent Nordamerika. Historisch gesehen kann Mittelamerika aber auch als eigenständiger Kontinent betrachtet werden. Das Festland Mittelamerikas zwischen dem (Isthmus) von Tehuantepec und dem Isthmus von Darién an der Grenze zwischen Panama und Kolumbien bezeichnet man als Zentralamerika.
Auf der Landbrücke wird überwiegend Spanisch gesprochen. Einzige Ausnahme ist das englischsprachige Belize. Auf den Inseln der Karibik werden Englisch, Französisch, Spanisch und Niederländisch gesprochen.
Die Bewohner Mittelamerikas stammen von den einheimischen Indianern (auf dem Festland - die karibischen Ureinwohner sind fast ausgerottet), den eingewanderten Europäern und afrikanischen Sklaven ab.
Staaten auf dem Isthmus
Die Staaten auf dem Isthmus sind (von Norden nach Süden):
- der südlichste Teil Mexikos
- Belize
- Guatemala
- Honduras
- El Salvador
- Nicaragua
- Costa Rica
- Panama
Karibische Staaten
In der Karibik befinden sich die folgenden Staaten:
- Antigua und Barbuda
- Bahamas, eigentlich nicht Teil der Karibik
- Barbados
- Dominica
- die Dominikanische Republik (Insel Hispaniola)
- Grenada
- Haiti (Insel Hispaniola)
- Jamaika
- Kuba
- St. Kitts und Nevis
- St. Lucia
- St. Vincent und die Grenadinen
- Trinidad und Tobago
Abhängige Gebiete
Außerdem liegen in der Karibik die folgenden abhängigen Gebiete:
- Amerikanische Jungferninseln (USA)
- Anguilla (Vereinigtes Königreich)
- Aruba (Niederlande)
- Britische Jungferninseln (Vereinigtes Königreich)
- Guadeloupe (Frankreich)
- Kaimaninseln (Vereinigtes Königreich)
- Martinique (Frankreich)
- Montserrat (Vereinigtes Königreich)
- Niederländische Antillen (Niederlande)
- Puerto Rico (USA)
- Turks- und Caicosinseln (Vereinigtes Königreich), eigentlich nicht Teil der Karibik
Siehe auch: Portal:Mittelamerika, Mercado Común Centroamericano, Geschichte Mittelamerikas
Kategorie:Kontinent
ja:中央アメリカ
ko:중앙아메리카
simple:Central America
zh-min-nan:Tiong Bí-chiu
Yucatán (Halbinsel)Yucatán (Land des Rotwildes in Nahuatl) ist eine Halbinsel in Mittelamerika, die den Golf von Mexiko vom karibischen Meer trennt. Der nördliche Teil gehört politisch zu Mexiko, verteilt auf die drei Bundesstaaten Yucatán, Campeche und Quintana Roo. Der Süden gehört zu Guatemala und Belize. Der östlichen Küste der Halbinsel ist Cozumel, die größte Insel Mexikos, vorgelagert.
Das Klima ist tropisch und heiß. Im feuchten Süden nehmen Regenwälder einen großen Teil der Vegetation ein. Nach Norden hin wird das Klima immer trockener.
Yucatán ist hurrikangefährdet.
hurrikangefährdet
Geschichte
Im äußersten Nordwesten der Halbinsel Yucatán schlug vor rund 65 Millionen Jahren ein großer Meteorit (KT-Impakt) ein, der weite Teile der Erde verwüstet und u.a. auch das Ende der Dinosaurier herbeigeführt haben soll.
Vom 4. bis 10. Jahrhundert war Yucatán Zentrum der indigenen Maya-Kultur, die unzählige archäologische Stätten hinterlassen hat. Die bekanntesten sind Chichén Itzá, Uxmal, Tulúm und Edzná.
Francisco Hernández de Córdova und Juan de Grijalva erreichten zwischen 1517 und 1518 erstmals die Küste von Yucatán. Yucatán wurde 1527 von Francisco de Montijo d. Ä. erobert, der seine Hauptstadt in Tho, dem heutigen Mérida aufschlug. Die Verwaltung dieses Gebietes wechselte öfter zwischen Neuspanien (dem heutigen Mexiko) und Guatemala, bis es sich 1822 dem neuen Staat Mexiko anschloss.
Als im Jahre 1821 Mexiko seine Unabhängigkeit von Spanien erlangte, wurde Yucatán am 2. November desselben Jahres als „Staat von Yucatán“ Teil des unabhängigen Mexikos.
Zum damaligen Zeitpunkt umfasste das Territorium auch noch die Gebiete der heutigen Bundesstaaten Campeche sowie Quintana Roo.
Im Jahre 1835 wurde in Mexiko eine zentralistisch ausgerichtete Regierung installiert. Yucatán wurde zu einer Provinz herabgestuft. Alle Regierungsgeschäfte wurden von Mexiko-Stadt aus zentralistisch organisiert.
Im Mai 1838 entflammten in Yucatán (Tizimin) erste Aufstände gegen die Zentralregierung. Dort wurden auch erste Unabhängigkeitsforderungen laut. Als 1840 die örtliche Kongressversammlung in Merida eine Erklärung der Unabhängigkeit verabschiedete, blockierte der mexikanische Gouverneur von Yucatán, Santiago Mendez, diese zunächst noch. Dies jedoch unter der Bedingung, dass die mexikanische Regierung die Verfassung von 1824 wiederherstellte. Der mexikanische Präsident Santa Anna delegierte daraufhin den Emissär Andres Quintana Roo nach Merida, dem es gelang, die Differenzen zu beseitigen und einen Friedensvertrag mit der örtlichen Regierung von Yucatán zu schließen.
Schon im März 1841 zeigte Präsident Santa Anna kein besonderes Interesse mehr an der Einhaltung der geschlossenen Vereinbarungen. Während einer Ratsversammlung in Merida wurde diese am 16. März 1841 von der Menge gestürmt.
In einer historischen Quelle (Juan Francisco Soles) heißt es:
:„Am Abend des 16. März 1841 – während einer konstituierenden Versammlung – wurde der Hauptsaal von einer unbewaffneten Menge gestürmt, angeführt von Barbachano, Francisco Martin Peraza und einigen weiteren, die die volle Unabhängigkeit Yukatans forderten. Unter dem Druck der Menge willigten die Abgeordneten ein, ihre Verfassungsvorschläge noch einmal zu überdenken, (...) einigen Personen der aufgebrachten Menge gelang es, auf das Dach zu steigen, die mexikanische Flagge abzunehmen und die Nationalflagge von Yukatan zu hissen.“
16. März
Einige Monate später, am 20. Oktober 1841 ließ Gouverneur Mendez sämtliche mexikanischen Flaggen entfernen und überall die neue Nationalflagge hissen. Gleichzeitig wurde die unabhängige Republik Yucatán deklariert. Die Nationalflagge wurde wie folgt beschrieben: „Die Flagge Yukatans ist in zwei Felder unterteilt: Eins auf der linken Seite in Grün und eins auf der rechten Seite – wiederum unterteilt in 3 Streifen: rot-weiß-rot - . Das grüne Feld enthält fünf wundervolle Sterne, die für die fünf Departements stehen, in die Yukatan lt. Dekret vom 30.11.1840 geteilt ist: Merida, Izamal, Valladolid, Tekax und Campeche.“
Die Verfassung von Yucatán baute in Teilen auf der mexikanischen von 1824, sowie derjenigen von Yucatán aus dem Jahre 1825 auf.
Der mexikanische Präsident Santa Anna lehnte die Anerkennung von Yucatáns Unabhängigkeit ab. Er befahl, alle yukatanischen Schiffe und den gesamten Handel zu blockieren. Zudem ließ er im Jahre 1843 eine Armee entsenden, um die Separation zu beenden. Die Invasionsarmee wurde jedoch von der yukatanischen besiegt.
In Anbetracht der Tatsache, dass Yucatán wirtschaftlich ohne den mexikanischen Staat nicht überleben konnte, entschied Yucatáns Gouverneur Miguel Barbachano - aus der Position der erhaltenen Stärke heraus - mit Santa Anna zu verhandeln. Man stimmte zu, Yucatán wieder in den mexikanischen Staatsverband zu reintegrieren, sofern die Rückkehr zur Verfassung von 1825, sowie umfassende Selbstverwaltungsrechte eingeräumt würden.
Am 15. Dezember 1843 wurde der entsprechende Vertrag ratifiziert. In Artikel 15 hieß es u.a.: “Yukatan soll keine andere, als die Flagge der Nation führen“. (D. h. die mexikanische.)
Bereits im Jahre 1845 wurden die Vereinbarungen erneut von der mexikanischen Regierung ignoriert, woraufhin Yucatán zum 1. Januar 1846 nochmals seine Unabhängigkeit erklärte. Als im gleichen Zeitraum der Mexikanisch-Amerikanische Krieg ausbrach, erklärte Yucatán seine Neutralität.
Die Lage wurde weiter kompliziert durch Ausbruch des sog. „Kastenkriegs“ (Guerra de Castas) im Jahre 1847. Die indigene Maya-Bevölkerung erhob sich gegen die politische und wirtschaftliche Kontrolle der spanischen Bevölkerung, was im Jahre 1848 dazu führte, dass der gesamte spanische Bevölkerungsanteil in Yucatán aus dem Lande vertrieben wurde. Ausgenommen davon waren lediglich die befestigten Städte Merida und Campeche.
Die yukatanische Regierung in Merida wandte sich daraufhin an das Ausland mit der Bitte um Unterstützung im Kampf gegen die aufständischen Mayas. Gouverneur Mendez schickte gleichlautende Noten an die Regierungen von Großbritannien, Spanien und die USA. In diesen bot er die volle Souveränität über das Territorium von Yucatán derjenigen Nation an, die zuerst Hilfe gegen den Maya-Aufstand schickte.
Der US-Präsident James K. Polk empfing in Washington den Botschafter von Yucatán und die Angelegenheit wurde anschließend im amerikanischen Kongress debattiert. Gemäß der „Monroe-Doktrin“ wurde jedoch lediglich beschlossen, eine Warnung an europäische Mächte auszusprechen, sich nicht in die inneren Angelegenheiten Yucatáns einzumischen. Militärische Hilfe wurde nicht entsandt.
Nach dem Ende des Mexikanisch-Amerikanischen Krieges richtete Gouverneur Barbachano sein Hilfegesuchen an den Mexikanischen Präsidenten Jose Joaquin de Herrera. Als Gegenleistung stimmte Yucatán einer Anerkennung der mexikanischen Zentralregierung zu. Am 17. August 1848 kam es erneut zu einer Wiedervereinigung mit Mexiko.
In den folgenden Jahren kam es immer wieder zu kleineren aber auch größeren militärischen Auseinandersetzungen zwischen der Yukatanischen Regierung und den aufständischen Mayas. Erst im Jahre 1901 eroberte die mexikanische Armee den Maya-Hauptstützpunkt „Chan Santa Cruz“, womit der Aufstand im Wesentlichen beendet wurde.
1857 wurde der westliche Teil des mexikanischen Bundesstaat Yucatán abgetrennt und unter dem Namen Campeche als eigener Bundesstaat organisiert. Anfang des 20. Jahrhunderts erhielt Quintana Roo im Osten die Selbstverwaltung.
Siehe auch
- Yucatán (Bundesstaat)
- Liste der Pyramiden
Kategorie:Geographie (Mexiko)
Kategorie:Halbinsel
ja:ユカタン半島
Honduras---Sidenote START---
Honduras ist ein Staat in Mittelamerika. Er grenzt an Guatemala, Nicaragua, El Salvador und mit seiner Nordküste an die Karibik. Die Südküste liegt am Nordpazifik.
Geographie
Honduras liegt an der breitesten Stelle der mittelamerikanischen Landbrücke und grenzt im Südosten an Nicaragua, im Nordwesten an Guatemala und im Südwesten an El Salvador. Im Norden liegt die Karibik (644 km Küste). Hier reicht das von Flüssen, Sümpfen und Lagunen durchsetzte Küstentiefland 70 Kilometer ins Landesinnere hinein.
Die meisten Flüsse des Landes fließen in den Atlantischen Ozean. Der 320 Kilometer lange Río Patuca und der 240 Kilometer lange Río Ulúa sind die beiden längsten Flüsse des Landes. Der größte See und gleichzeitig größtes Trinkwasserreservoir Honduras ist der 28 Quadratkilometer große Lago de Yojoa.
Im Süden liegt der Pazifik (124 km Küste). Durch das vorwiegend gebirgige Land verläuft von Ost nach West ein Bergmassiv, das von mehreren Flüssen durchzogen wird. Dem Golfo de Fonseca im Südwesten sind zahlreiche vulkanische Inseln vorgelagert. In den Tälern an der Karibikküste befinden sich zahlreiche Bananenplantagen. Der Großteil der Bevölkerung lebt im Westteil des Landes und in der Cortés Gegend nördlich des Yojoa Sees.
Honduras hat tropisches Klima. Im immerfeuchten karibischen Tiefland liegt die durchschnittliche Jahrestemperatur bei rund 25 °C. Im wintertrockenen pazifischen Raum beträgt das Jahresmittel etwa 28 °C, in den gemäßigten höheren Lagen circa 20 °C.
Die Niederschlagsmenge nimmt generell von Nord nach Süd ab. In den Gebirgstälern liegt das Jahresmittel bei 1 016 Millimetern, entlang der Nordküste bei 2 540 Millimetern. Die Trockenzeit dauert von November bis Mai.
Bevölkerung
Die Bevölkerung gehört zu 92 % der römisch-katholischen Glaubensrichtung an, der Rest vorwiegend einer protestantischen Minderheit. Anders als etwa in Guatemala gehört der überwiegende Teil der honduranischen Bevölkerung zu den Mestizen, Nachfahren von europäischen Einwanderern und den Eingeborenen des Landes. An der Nordküste lebt eine weitere Volksgruppe, die sich durch eine vollständig eigenständige Kultur und Sprache bewahrt hat: Die Garifuna leben vor allem in Küstendörfern an der gesamten Karibiküste von Honduras Belize und zt. Nicaragua. Entgegen der häufigen Meinung leben die Garifuna noch nicht sehr lange auf den Cayos Cochinos und den Bay Islands oder Islas de la Bahia. Die dortigen Garifuna-Siedlungen entstanden erst in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts.
- Siehe auch: Liste der Städte in Honduras
Geschichte
Honduras war in der so genannten neuen Welt ein Teil von Spaniens kolonialen Gebieten. Am 15. September 1821 wurde die Unabhängigkeit erreicht. 1838 wurde die Republica de Honduras gegründet, nachdem Honduras aus der Zentralamerikanischen Konföderation ausgeschieden war.
Zentralamerikanischen Konföderation
Die von den USA beanspruchten Swan Islands wurden 1972 an Honduras zurückgegeben.
Die Bürger des Staates lebten zwei Jahrzehnte lang weitgehend unter einer Militärdiktatur, bis 1982 eine frei gewählte Regierung an die Macht kam. Während der 1980er Jahre war Honduras eine wesentliche Anlaufstelle für die Contra-Rebellen, die in Nicaragua die sozialistische Regierung der Sandinistas bekämpften. Die Regierung von El Salvador war im Kampf gegen linke Guerillas weiterhin ein enger Verbündeter.
1969 kam es zu einer militärischen Auseinandersetzung mit El Salvador, die als "Fußballkrieg" in die Geschichte einging. Der Grund waren Spannungen um Wirtschaftsflüchtlinge aus El Salvador, die seit längerem von der Bevölkerung Honduras' für die wirtschaftlichen Probleme verantwortlich gemacht und angefeindet wurden. Der Krieg kostete 3.000 Menschen das Leben, 6.000 wurden verletzt. Der Konflikt selbst dauerte jedoch bis 1980 an und wurde unter Vermittlung der Organisation Amerikanischer Staaten durch ein Friedensabkommen beigelegt.
1998 wurden große Teile Honduras durch den Hurrikan Mitch, der gleich mehrere Male über das Land hinweg zog, zerstört. Selbst das von der Karibikküste beinahe 300 km entfernte Tegucigalpa blieb nicht verschont und noch heute sind die Folgen der Naturkatastrophe sichtbar. "Mitch" warf die honduranische Wirtschaft um Jahre zurück, da insbesondere die Bananenplantagen unter der Katastrophe gelitten haben.
Siehe auch: Liste der Präsidenten von Honduras
Politik
Honduras hatte während des Dritten Golfkrieges 370 Soldaten im Irak stationiert und zählte zu den Staaten der "Koalition der Willigen", die die USA mit Truppen unterstützten. Kurz nach der Entscheidung Spaniens, seine Soldaten zurückzuziehen, folgte Honduras Mitte April 2004 diesem Beispiel.
Präsidenten
- 1998-2002 Carlos Roberto Flores Facusse
- seit 2002 Ricardo Maduro
Regionen
Honduras ist in 18 Verwaltungsbezirke (departamentos) aufgeteilt:
Atlántida, Choluteca, Colón, Comayagua, Copán, Cortés, El Paraíso, Francisco Morazán, Gracias a Dios, Intibucá, Islas de la Bahía, La Paz, Lempira, Ocotepeque, Olancho, Santa Barbara, Valle und Yoro. Die Hauptstadt Tegucigalpa liegt im südlichen Teil des Landes im Gebirge. Die zweitwichtigste Stadt, San Pedro Sula, befindet sich im Nordwesten des Landes, in einer Entfernung von etwa 40 km zur Karibikküste. Die drei wichtigsten internationalen Flughäfen befinden sich in diesen zwei Städten, sowie in La Ceiba (an der Karibikküste).
Wirtschaft
Honduras gehört zu den ärmsten Ländern Mittelamerikas; der größte Teil der Bevölkerung (80 Prozent) lebt an oder unter der absoluten Armutsgrenze.
Ausgerichtet ist die Volkswirtschaft auf den Agrarsektor, in dem 15 Prozent des BIP erzeugt werden. Dabei sind jedoch nicht mehr Bananen die Hauptanbauprodukte, sondern Kaffee und Krustentiere. Weitere 50 Prozent des BIP entfallen auf den Handel und andere Dienstleistungen.
In den letzten Jahren gab es ein leichtes Realwachstum, doch der mittelständischen Wirtschaft geht es weiter schlecht. Einen Gewinn können fast ausschließlich ausländische Unternehmen verbuchen, die aufgrund der geringen Mindestlöhne und vielen Arbeitslosen Fabriken in Honduras bauen.
Eine wachsende Einnahmequelle ist der stetig wachsende Tourismus. Besonders beliebt ist zum einen die grosse Ausgrabungsstätte von jahrtausenden alten Maya-Ruinen in Copán (Ruínas de Copán) und 3 vorgelagerte Karibikinseln im Norden des Landes. Utila ist die kleinste, Roatan die grösste und gleichzeitig beliebteste unter ihnen. Die Touristenzahlen steigen jährlich und lassen Honduras auf ein weiteres Wachstum in diesem Bereich hoffen.
Die reelle Arbeitslosigkeit liegt bei 40 Prozent und der gesetzliche Mindestlohn beträgt je nach Beschäftigung 35 L bis 63 L. Damit liegt der Monatsmindestlohn bei ungefähr 45 bis 82 Euro.
Aufgrund der fehlenden binnenwirtschaftlichen Impulse ist keine Besserung der Wirtschaft oder Verminderung der Armut in Sicht.
Kultur
Schriftsteller
- Eduardo Bähr
- Amanda Castro
- Javier Abril Espinoza
- Juan Ramón Molina
- Froylán Turcios
- Argentina Díaz Lozano
- Roberto Sosa
- Rigoberto Paredes
- Helen Umaña
- Roberto Quesada
Weblinks
- [http://www.embahonduras.de Botschaft der Republik Honduras]
Kategorie:Staat
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ja:ホンジュラス
ko:온두라스
ms:Honduras
zh-min-nan:Honduras
Mexiko
Die Vereinigten Mexikanischen Staaten (Estados Unidos Mexicanos) oder einfach nur Mexiko (México) sind ein Staat in Nordamerika. Sie grenzen im Norden an die USA und im Süden an Belize und Guatemala. Westlich liegt der Pazifik, im Osten der Golf von Mexiko sowie das Karibische Meer, beides Randmeere des Atlantiks.
Geographie
Mexiko ist mehr als 5½mal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland und liegt auf dem nordamerikanischen Kontinent.
- Fläche komplett: 1.972.540 km², davon
- Land: 1.923.046 km²
- Wasser: 49.176 km²
Mexiko grenzt im Norden an die USA und im Südosten an Guatemala und Belize. Es besitzt zudem 12.540 km Meeresküste, davon
- 8.300 km Küstenland am Pazifik
- 3.200 km Küstenland am Atlantik
Mexiko besitzt auf 200 Seemeilen (370 km) exklusive Nutzungsrechte.
Die größten Städte Mexikos sind Mexiko-Stadt, Ecatepec de Morelos, Guadalajara, Puebla, Ciudad Juárez, Tijuana, Ciudad Nezahualcóyotl, Monterrey und León.
Siehe: Liste der Städte in Mexiko
Klima
Liste der Städte in Mexiko
Mexiko ist ein klimatisch vielgestaltiges Land, das sowohl über subtropisches und alpines Klima als auch über Wüstenklima verfügt. Es gehört somit in den Übergangsbereich der sommerfeuchten äußeren Tropen mit 8–10 humiden Monaten im Südosten des Landes über die ganzjährig ariden Subtropen im Bereich des Wendekreises, bis zum Winterregenklima Kaliforniens, das im äußersten Westen (Baja California) gerade noch wirksam wird.
Räumliche Gliederung
Kalifornien
Der größte Teil Mexikos besteht aus einem Hochlandblock, der an markanten Bruchlinien im Osten und Westen herausgehoben wurde. Die Randgebirge sind sehr unterschiedlich gestaltet: die Sierra Madre Oriental im Osten setzt sich aus parallel streichenden Faltenzügen und steil aufragenden Schichtrippen der Jura- und Kreideformation zusammen. Dagegen baut sich die Sierra Madre Occidental im Westen aus flach lagernden vulkanischen Decken des Tertiärs auf. Beide erscheinen von den hügeligen Küstentiefländern aus als hohe Gebirgsmauern.
Tertiär
Das Hochland ist in weite Beckenlandschaften gegliedert. Diese erreichen an der Grenze zu den USA 1.200 m Meereshöhe. An die Sierra Madre Occidental schließt sich südlich die Cordilliera Neo Volcanica an, die aus vulkanischen Ablagerungen aus der Zeit des Pliozän bis Quartär besteht und nicht nur durch Riesenvulkane, sondern zusätzlich durch eine Vielzahl von vulkanischen Kegeln und Kratern geprägt ist. Sie bildet den Südrand des Hochlandblocks, der in einer Bruchstufenzone rund 1.000 m tief zur Senke des Río Balsas abbricht. Im Süden befindet sich die Sierra Madre del Sur westlich der Sierra Madre de Chiapas. Nordöstlich vorgelagert ist die Halbinsel Yucatán. Sie besteht aus einer Kalksteintafel, die seit dem Tertiär aus dem Meer herausgehoben wurde.
Die höchsten Vulkane des Landes sind der Citlaltépetl (auch Pico de Orizaba genannt), der mit 5.700 m gleichzeitig der höchste Berg in Mexiko ist, der derzeit aktive Popocatépetl mit 5.452 m und der Iztaccíhuatl mit 5.286 m.
Name
Der Staat ist nach seiner Hauptstadt benannt, deren Name auf ihre aztekischen Vorläuferin »Mexico-Tenochtitlan« zurückgeht. Dabei stammt der Teil »Mexi« vom Kriegsgott »Mexitli«, dessen Name sich wiederum aus »metztli« (Mond) und »xictli« (Nabel) zusammensetzt (»Mondkind«). Das »co« bzw. »ko« im Deutschen ist einfach ein Ortssuffix.
Alle diese Wörter sowie viele weitere geographische Namen basieren in ihrer lateinischen Schreibweise auf der (kastilischen) Transkription der Spanier, der ersten Europäer dort. Sie schrieben den -Laut (deutsch: sch) der Nahuatl-Sprache wie damals bei ihnen üblich als x. Seither hat sich die Aussprache des Spanischen allerdings gewandelt und das alte x wird (deutsch: ch (nach a, o, u)) ausgesprochen – ebenso wie j und g (vor e, i), die einstmals (französisch: j) lauteten. In der Folge werden nun alle diese Worte mit j oder g geschrieben (z. B. Don Quixote -> Don Quijote) und x klingt ähnlich wie im Deutschen. Namen wurden allerdings wie auch bei anderen vergleichbaren Vorgängen anderswo nur teilweise (vgl. z. B. Celle) an die neue Buchstaben-Laut-Zuordnung angepasst. Trotzdem findet sich in spanischen Texten auch die Schreibweise Méjico statt México. In Mexiko selbst wird meist Wert auf die Schreibung mit x gelegt, da sie als eigene, nicht koloniale Schreibung gilt. Die königlich-spanische Akademie (Real Academia Española), die für die Festlegung der spanischen Orthographie zuständig ist, lässt beide Schreibweisen zu. Daneben wird das x teilweise, etwa in »Xochimilco«, als ausgesprochen (etwa »Schotschimilko«).
Auf deutsch müsste es vom Original (heute: Mexihco, ) her also eher »Meschiko«, »Meeschiko« oder »Mehschiko« und von der aktuellen Aussprache eher »Mechiko« (oder »Mehchiko«) heißen, obwohl im Deutschen ch nach e üblicherweise gesprochen wird. Beide spanischen Schreibweisen (México und Méjico) erfordern von den meisten nicht spanischsprachigen Lesern zusätzliches Wissen zur Aussprache, da x und j in den meisten Sprachen für andere Laute stehen.
Bevölkerung
Die Bevölkerung setzt sich zusammen aus 75 % Mestizen, indigenen Völkern (unter anderem Maya, Azteken) und Europäischstämmigen (meist Spanier).
Ein Teil der Mexikaner hat auch afrikanische Vorfahren, allerdings zu einem sehr geringen Prozentsatz. Die Mehrheit der schwarzen Mexikaner ging in den letzten 200 Jahren innerhalb der Mestizenbevölkerung auf. Im Bundesstaat Veracruz und an der Westküste sind jedoch noch einige von ihnen zu finden. Das einzige auf mexikanischem Boden gesprochene Kreol ist das Gullah. Es wird von den Angehörigen der Schwarzen Seminolen in der kleinen Gemeinde Nacimiento de los Negros (in der Nähe von Muzquiz, Coahuila) gesprochen.
Religion
90 % der Mexikaner sind Katholiken. Daneben gibt es eine wachsende protestantische Minderheit (7 %) sowie Anhänger traditioneller Religionen (3 %).
Im Gegensatz zu den meisten europäischen Ländern, spielt die Religion in Mexiko und in anderen Lateinamerikanischen Ländern noch eine große
Rolle.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Mexikos
In den Jahren 1507 und 1574 erreichen die ersten spanischen Expeditionen unter Francisco Hernández de Córdova und Juan de Grijalva die Halbinsel Yucatán. Die neu „entdeckten“ Hochkulturen und die reichlichen Goldgegenstände machen die tierra firme, das Festland, für die Spanier interessant. In den Jahren 1519 bis 1521 gelingt es Hernán Cortés, das so genannte Azteken-Reich mit Hilfe zahlreicher indigener Verbündeter zu stürzen. Das heutige Mexiko wird zum Vizekönigreich Neuspanien.
Im Jahre 1815 wurde die Unabhängigkeit von Spanien erklärt, die einen langen Krieg nach sich zog, der 1821 zur endgültigen Unabhängigkeit führte. Danach verlor das mexikanische Gebiet an Größe, durch Verkauf an und durch die Invasion der USA (siehe auch Mexikanisch-Amerikanischer Krieg).
Mexikanisch-Amerikanischer Krieg
In den 1860ern stand das Land unter der Besetzung durch Frankreich, das in dieser Zeit den Kaiser Maximilian von Mexiko einsetzte.
Der von den Franzosen vertriebene Präsident Benito Juarez beendete die Kaiserzeit durch die Hinrichtung Maximilians.
Die lange Diktatur Porfirio Díaz' führte 1911 zur Mexikanischen Revolution. Die revolutionären Kräfte besiegten die Armee, verloren sich aber in internen Streitereien, die das Land zwanzig Jahre lang in ständiger Unruhe hielten. Am Ende der Revolution kontrollierte die Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI) das Land bis zum Ende des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Liste der Präsidenten Mexikos
Politik
Mexiko ist seit 1917 eine präsidiale Bundesrepublik. Die Verfassung von 1917 wurde zuletzt im Jahr 1994 geändert.
Der Präsident steht im Mittelpunkt des mexikanischen Institutionensystems und wird für eine einzige Amtszeit von sechs Jahren, sexenio genannt, direkt gewählt.
Das Parlament (Congreso de la Unión) besteht aus Abgeordnetenhaus (Cámara Federal de Diputados) (500 Mitglieder) und Senat (Senado) (128 Mitglieder). Die Wahl erfolgt alle drei beziehungsweise sechs Jahre.
Mexiko wurde von 1929 bis 2000 von ein und der selben Partei regiert: der Partido Revolucionario Institucional (PRI). Seit Dezember 2000 ist Vicente Fox Quesada (PAN) Präsident von Mexiko.
Während der Regierungszeit der PRI bestand lange Zeit keine klare Trennung zwischen den Institutionen des Staates und jenen der “offiziellen Partei”, das heißt der PRI. So unterstand etwa auch die Organisation von Wahlen der PRI. Dies führte zu zahlreichen Berichten über Unregelmäßigkeiten bei der Wahl wie beispielsweise Fälschung von Wahllisten, mehrfacher Stimmabgabe, Stimmenkauf, Kontrollen der Stimmabgabe, Wahlurnenraub und unkorrekter Stimmenauszählung. Seit 1990 ist das überparteiliche Instituto Federal Electoral (IFE) für die Vorbereitung und Durchführung von Wahlen zuständig.
Im Land werden Demokratiedefizite beklagt. So finden Maßnahmen gegen die Opposition statt. Als Beispiel sei die Aufhebung der Immunität (im Zuge eines fragwürdigen Amtsmissbrauchsverfahrens) des populären Bürgermeisters von Mexiko-Stadt Andrés Manuel López Obrador im April 2005 genannt, womit nicht zuletzt seine Präsidentschaftskandidatur verhindert werden sollte. Erst unter dem Druck von Massenprotesten wurde die Anklage fallen gelassen.
Mexiko erlangte während des Faschismus in Europa große Bedeutung als Exilland [http://www.literaturepochen.at/exil/multimedia/pdf/mexikoveranstchronikpatka.pdf].
Grenzpolitik
Der Grenzübergang zwischen Mexiko und den USA steht aufgrund des Wohlstandsgefälles zwischen den beiden Staaten im besonderen Blickpunkt der Behörden. Bei einem Treffen zwischen Präsident Vicente Fox und dem US-Präsidenten George W. Bush am 7. März 2004 wurde vereinbart, dass Mexikaner, die häufig in die USA reisen, von den strengen Grenzkontrollen (Fingerabdrücke, Fotografien) bei der Einreise in die USA teilweise ausgenommen werden. Diese Bestimmungen wurden von Washington vor allem zum Schutz vor terroristischen Anschlägen eingerichtet. Die USA kämpfen seit langem gegen illegal im Land lebende Mexikaner.
Ein weiterer Streitpunkt mit den USA ist die Auslieferung von Gefangenen: die mexikanische Verfassung nennt in ihrem Artikel 18 als zulässigen Zweck von Bestrafung einzig die Rehabilitation von Kriminellen. Der mexikanische oberste Gerichtshof hat daher die Auslieferung von Gefangenen an Länder verboten, in denen ihnen die Todesstrafe oder eine lebenslängliche Haft ohne Aussicht auf Freilassung droht. Dies ist in den meisten Bundesstaaten der USA der Fall, wodurch der alte „Brauch“ von in den USA gesuchten Verbrechern, nach Mexiko zu fliehen, einen neuen Auftrieb erhalten hat.
Karte Mexikos
Bundesstaaten
Karte Mexikos
Mexiko besteht aus 31 Bundesstaaten (Estados) und einem Bundesdistrikt (Distrito Federal), der die Hauptstadt umfasst:
Siehe auch: Liste mexikanischer Staaten nach Einwohnerzahl und Fläche
Wirtschaft
Mexikos Wirtschaft wurde in den letzten Jahren stark dereguliert und privatisiert. Die Dominanz privater Firmen wächst ständig und die Privatisierung von Eisenbahn, See- und Flughäfen geht ihrem Ende entgegen, ebenso wie die weitere Privatisierung der Banken. Die Liberalisierung des Energiesektors schreitet weiter voran. In den Bereichen Telekommunikation und Petrochemie stehen noch Reformen aus. Mexiko ist das wirtschaftlich stärkste Land Lateinamerikas und belegt momentan Rang 8 der Export-Weltrangliste.
Mittlerweile hat Mexiko zwölf Freihandelsabkommen mit über 40 Ländern, unter anderem mit der EU (seit 2000), Japan, Guatemala, Honduras und El Salvador. Seit dem 1. Januar 1994 ist Mexiko Mitglied des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (NAFTA). In den ersten Jahren nach dessen Inkrafttreten hatte sich die wirtschaftliche Situation des Landes nur unwesentlich verbessert. Seit Beginn des Freihandels sind die Ausfuhren bis heute um das Dreifache gestiegen, so entfallen mittlerweile 90 % der Exporte auf Freihandelsabkommen. Der höchste Zuwachs wird bei den Erdölausfuhren verzeichnet. Bedingt durch die stark gestiegenen Ölpreise konnte ein Wachstum von 27,3 % verzeichnet werden.
Die Haushaltslage ist fast ausgeglichen und die Verschuldung konstant. Der Außenhandel weist ein Defizit von ca. 7,1 Mrd. Euro auf.
Das wirtschaftliche Wachstum liegt bei 4,9 % (BIP 2004) und die Arbeitslosenquote bei 4,3 %. Es besteht jedoch eine starke Unausgewogenheit in der Reallohn-Verteilung. So leben ca. 40 % (2003) der Bevölkerung unter der Armutsgrenze und die Inflationsrate beträgt 4,0 % (2004).
Inflationsrate
Das Bruttoinlandsprodukt (571 Milliarden Euro, bei 37,73 Millionen Beschäftigten im Jahr 2004) teilt sich auf in:
- Landwirtschaft: 4 % des BSP werden erwirtschaftet durch 18 % der Beschäftigten
- Industrie: 27,2 % des BSP werden erwirtschaftet durch 24 % der Beschäftigten
- Dienstleistung: 68,9 % des BSP werden erwirtschaftet durch 58 % der Beschäftigten
Quelle: http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/mx.html#Econ
http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=111
Kultur
Essen und Trinken
Hauptartikel: Mexikanische Küche
Die mexikanische Küche zeichnet sich durch die Synthese von aztekischen und spanisch-kolonialen, im Süden auch Maya-Traditionen aus. Regional gibt es in Mexiko große Unterschiede zwischen Küste und zentralem Hochland, chiliverliebtem Süden und rindfleischorientiertem Norden.
Die wichtigste Mahlzeit am Tag ist das Mittagessen, entsprechend lang ist auch die Mittagspause eines üblichen Arbeitstages. Abends wird dann meist nur noch ein kleiner Imbiss verzehrt, ein paar Früchte, ein Taco oder ähnliches. In einem heißen, tropischen Land mit großenteils üppiger Vegetation spielen Früchte und bestimmte Gemüsesorten eine dominante Rolle.
Das Trinkwasser wird in Wasserflaschen oder Kanistern verkauft, da das Wasser aus den Wasserleitungen verschmutzt ist.
Gerne getrunken wird die von den Spaniern eingeführte Horchata, ein süßliches Reis/Zimt-Getränk, das gekühlt serviert wird.
Die üblichen alkoholischen Getränke sind Bier, Tequila, Mezcal und Pulque.
Feiertage
- Día de los Muertos
- Día de la Independencia
- Guadalupana
- Día de la Revolución Mexicana
Literatur
- Octavio Paz
- Juan Rulfo
- Carlos Fuentes
- Alfonso Reyes
- José Vasconcelos
- Angeles Mastretta
- Laura Esquivel
- Mariano Azuela
- Paco Ignacio Taibo II
Malerei
- Diego Rivera (muralismo)
- Frida Kahlo
- Jesús de la Helguera
- Rufino Tamayo (muralismo)
- José Clemente Orozco (muralismo)
- David Alfaro Siqueiros (muralismo)
- José Luis Cuevas
- Dr. Atl
- Juan O'Gorman
Musik
- Mariachi
- Danzón
- Carlos Santana
- El Tri
- Lila Downs
- Lhasa de Sela
- Maná
- Molotov
- Control Machete
- Luis Miguel
- Cristian Castro
- Vicente Fernández
- Alejandro Fernández
- Thalia
- Paulina Rubio
- Café Tacuba
- Panteón Rococó
- Julieta Venegas
- Cri Cri
- Jorge Negrete
- Juan Gabriel
- José José
- Los Panchos
- Silvestre Revueltas
- Manuel M. Ponce
- Pablo Moncayo
- Diego Torres
Nationalhelden
- Emiliano Zapata
- Benito Juárez
- Miguel Hidalgo
- Francisco "Pancho" Villa
- Francisco I. Madero
- José María Morelos y Pavón
- Ignacio Zaragoza
Schauspieler
- Jay Hernandez
- Salma Hayek
- Anthony Quinn
- Diego Luna
- Gael García Bernal
- Cantinflas
- Pedro Infante
- Ricardo Montalban
- Rosita Quintana
- Jorge Negrete
- Germán Valdés Tin-Tan
- Verónica Castro
- Victoria Rufo
- Maria Félix
- Dolores del Rio
- Victor Pereira Ucha
Weitere Themen
- Desert Cultures
- Piñata
Literatur
- Dario/Kanzleiter, Boris (Hrsg.): Nach Norden. Mexikanische ArbeitsmigrantInnen zwischen neoliberaler Umstrukturierung, Militarisierung der US-Grenze und dem amerikanischen Traum. Verlag: Schwarze Risse, 1999, ISBN 3-924737-47-9
- John Ross: Mexiko. Geschichte-Gesellschaft-Kultur. Unrast, ISBN 3-89771-018-8 [http://www.unrast-verlag.de/unrast,2,140,4.html]
- Hans W. Tobler: Die mexikanische Revolution. Aktualisierte Taschenbuchausgabe. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1992, ISBN 3518384880
- William Prescott: Die Eroberung von Mexiko. Parkland Verlag, ISBN 3-88059-993-9
Weblinks
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=111 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.mexiko-lexikon.de Mexiko-Lexikon] (Umfangreiches Lexikon basierend auf Wikimedia, auf Mexiko spezialisiert)
- [http://www.mexico-mexiko.com Mexico Community] (Diskussionsforum und Informationsplattform)
- [http://www.mexiko-mexico.de Mexico-Portal] (Mexiko-Portal von Oliver Koch, von Reisen bis Wirtschaft)
- [http://www.mexiko-lindo.de Mexiko Lindo y Querido] (Homepage von Jürgen Fröhler, umfassendes Angebot)
- [http://www.mexico-info.de Mexico-Info] (Deutschsprachige Homepage von Monika Horvat, mit Schwerpunkt Reise und Kultur)
- [http://www.willgoto.com/categories.aspx?Destination=329&Langue=3 Mexiko] Reiseführer und Reiseverzeichnis
- [http://www.femexfut.org.mx Mexikanischer Fußballbund]
Kategorie:Staat
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Belize
Belize [] ist ein Staat in Mittelamerika. Er grenzt im Norden an Mexiko und im Westen an Guatemala. Im Osten von Belize liegt die Karibik.
Nationalfeiertag ist der Unabhängigkeitstag, der 21. September. Seit 1981, dem Jahr der Unabhängigkeit, ist Belize Mitglied des Commonwealth of Nations.
Geographie
Belize befindet sich im Südosten der Halbinsel Yucatán. Das Klima ist tropisch-wechselfeucht und bis auf die im Landesinnern gelegenen Maya Mountains (1.122 m) leicht hügelig bis eben. Die Vegetation von Belize ist tropischer Regenwald, vereinzelte Kiefernsavannen und Sumpfland und hat fast durchgehend eine von Mangroven bewachsene Küste. Der Küste sind zahlreiche Korallenriffe, Sandbänke und Atolle – wie Lighthouse Reef, Glover Reef und die Turneffe Inseln — vorgelagert. Rund 50% der Fläche Belizes stehen unter Naturschutz. Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): Belize City 61.461 Einwohner, San Ignacio 16.812 Einwohner, Orange Walk 15.298 Einwohner, Belmopan 13.381 Einwohner und Dangriga 10.750 Einwohner.
- Siehe auch: Liste der Städte in Belize
Bevölkerung
Sprachen in Belize sind Englisch, Englisch-Kreolisch, Spanisch, Garifuna, Maya-Sprachen, Plautdietsch.
Die Bevölkerungsgruppen sind wie folgt verteilt: Mestizen 44 %, so genannte Kreolen (meist überwiegend afrikanischer Herkunft) 30 %, Indianer, überwiegend Maya, 11 %, Garifuna 7 %, deutschstämmige Mennoniten 4 %, Inder 2 %, andere 3 %.
2000 waren die Religionszugehörigkeiten wie folgt verteilt: römisch-katholisch 49,6 %, anglikanisch 5,3 %, methodistisch 3,5 %, mennonitisch 4,1 %, Adventisten 5,2 %, Pfingstbewegung 7,4 %, Zeugen Jehovas 1,5 %, ohne Religionszugehörigkeit 9,4 %, andere Religionsgemeinschaften 14 %.
Geschichte
Zeugen Jehovas]
Bereits etwa 2000 v. Chr. war die Region des heutigen Belize von den Maya besiedelt, deren Nachfahren heute noch im Land leben. Bedeutende archäologische Funde aus jener Periode wurden in Cuello (Orange Walk District) entdeckt. Während der „Klassischen Zeit“ der Maya-Zivilisation (ca. 250-900) entstanden kulturelle Zentren in Altun Ha, Xunantunich, Cahal Pech, Lamanai, Lubaantun, El Pilar und Caracol. Um das Jahr 900 kam die Blütezeit der Maya zu einem Ende.
Über die folgenden Jahrhunderte ist wenig bekannt. Gesichert ist, dass Nachkommen der Maya weiterhin das Land bewohnten und auch noch dort lebten, als im 16. Jahrhundert die spanischen Eroberer in die Region kamen. Viele von ihnen flohen in der Folge ins Landesinnere und es kam wiederholt zu Kämpfen zwischen den ursprünglichen Einwohnern und den europäischen (spanischen und später britischen) Kolonisatoren. Zwar war das Land für die Europäer wegen des Holzes der Tropenwälder von Interesse, aber aufgrund des anhaltenden Widerstandes der Bewohner und der großteils unwegsamen Küsten und Bergregionen im Hinterland konzentrierten sie ihre Aktivitäten mehr auf die Gebiete der heutigen Länder Mexiko und Honduras - wo vor allem auch Gold und | | |