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Gummistiefel

Gummistiefel

Gummistiefel sind verschieden hohe wasserdichte Stiefel, die ursprünglich nur aus Gummi, heute oft auch aus thermoplastischen Kunststoffen hergestellt werden.

Material

Hochwertigere Gummistiefel werden auch heute noch aus echten Naturkautschuk bzw. Gummimischungen mit hohen Latexanteilen hergestellt, da manche gummispezifischen Materialeigenschaften nur bedingt von Kunststoffen erreicht werden können. Gummistiefel auf Latexbasis sind etwas anfälliger gegenüber hoher UV-Strahlung und bestimmten Chemikalien verändern aber bei üblichen Temperaturschwankungen nicht die wesentliche Eigenschaft der Flexibilität und Zähigkeit.

Geschichte

Bereits die Urbevölkerung Südamerikas stellte eine primitive Art Gummistiefel her, indem sie Kautschuksaft (Latex) über die nackten Unterschenkel und Füße laufen ließ, wobei dieser langsam antrocknete und anschließend wie ein Stiefel an und ausgezogen werden konnte. Durch Pflanzensäfte wurde damals sogar eine gewisse Vernetzung der Latexsubstanz erreicht und durch Tränken von Stoffschuhen mit diesem Material sogar eine gewisse Haltbarkeit erreicht. In Europa fanden wasserfeste Stiefel (als auch andere Kleidungsstücke) auf Gummibasis zunächst kein großes Interesse. Bei großer Hitze klebten die Stiefel zu sehr und bei Kälte waren sie sehr spröde. Erst als 1840 Charles Goodyear zufällig entdeckte, daß der plastische Kautschuk mit Schwefel und Ruß vermischt und durch Erhitzung vulkanisiert, dauerhaft elastisch und nicht mehr klebend wird, fanden Gummiprodukte, also auch Gummistiefel ihren Absatz.

Produktion von Gummistiefeln

Bei der Produktion der wasserdichten Stiefel gibt es verschiedene Methoden:

Produktion in Handarbeit

Bei der traditionellen Herstellung in Handarbeit wird das zugeschnittene, tuchartige Naturkautschukmaterial von Hand auf einen Aluminiumleisten aufgebracht und angedrückt. Danach wird der, aus bis zu 35 Einzelteilen, vorgefertigte Gummistiefel in einem Heißluftofen bei etwa 140°C vulkanisiert. Durch die Fertigung von Hand ist es auch möglich verschiedene Gummisorten für Sohle, Brandsohle, Absatz, Verstärkungen und Obermaterial zu verwenden, was einen hohen Tragekomfort ermöglicht. Auch ist es dadurch möglich modernste Sportschuhtechnik in den Gummistiefel zu integrieren bzw. modischen Ansprüchen, als auch speziellen anatomischen Ansprüchen gerecht zu werden. In Handarbeit hergestellte Gummistiefel sind oft sehr teuer.

Halbautomatische Produktion

Eine andere Methode ist die Herstellung in Preßformen dabei wird eine geteilte Form verwendet, welche das noch weiche Gummi auf den Leisten preßt und nach dem Vulkanisieren geöffnet wird. Die so gefertigten Gummistiefel erkennt man an der sichtbaren Trennfuge der Form welche wie eine Mittelnaht am fertigen Stiefel sichtbar ist. So gefertigte Gummistiefel sind preiswert und dennoch robust und werden überwiegend als Arbeitsstiefel verwendet.

Vollautomatische Produktion

Gummistiefel auf Plastikbasis werden in im Spritzverfahren hergestellt. Dabei sind große Stückzahlen billig zu realisieren. Der thermoplastische Kunststoff wird unter erhöhter Temperatur und Druck in die teilbare Form eingespritzt. Nach Abkühlung wird der fertige Stiefel aus der geöffenten Form entnommen. Die so gefertigten Gummistiefel erkennt man an der sichtbaren Trennfuge der Form welche wie eine Mittelnaht am fertigen Stiefel sichtbar ist. Die Herstellung erfolgt weitgehend automatisch.

Anwendung

Gummistiefel haben sich wegen ihres Vorteils, absolut wasserdicht zu sein, in vielen Bereichen durchgesetzt. Abgesehen von ihrer allgemeinen Funktion als Regenschutz und Modeartikel werden sie zur Berufs- und Freizeitkleidung getragen. Ein anderer Aspekt ist das Tragen von Gummistiefeln als Fetischismus.

Pflege

Gummistiefel sind ausgesprochen pflegeleicht. Grobe Verschmutzungen werden einfach mit Wasser und leichter Kernseifenlauge abgespült. Die Oberfläche wird mit Glyzerin, welches man dem Waschwasser beigibt oder unverdünnt einreibt, gepflegt. Glyzerin schützt das Gummi vor Versprödung. Silikonöl frischt die Oberfläche auf und verhindert ebenso das vorzeitige Altern des Gummis. Die meisten Markenhersteller haben auch spezielles Gummipflegemittel im Angebot. Gelagert werden Gummistiefel gereinigt, trocken und kühl.

Sonderformen


- Wasserdichte Gummihosen (Wathosen, zum Waten in Fluss und Meer), die bis zur Brust reichen und in Gummistiefeln enden, werden gelegentlich von Anglern in flachen Binnengewässern getragen.
- Gummi-Überstiefel ohne Textilgewebe gab es früher zum Überziehen über das eigentliche Schuhwerk für Motorradfahrer. Sie rissen leicht und waren ungeeignet aufgrund der irrtümlichen Annahme, dass sie mechanisch nicht beansprucht werden. Diese Überziehgummistiefel gibt es nach wie vor und sind z.B. in den USA auch zum Schutz der Straßenschuhe üblich. Heutige Motorradstiefel sind fast genauso wasserdicht.

Literatur


- Helge Sternke: Alles über Herrenschuhe. Nicolai Verlag, Berlin, Nov. oder Dez. 2005, ISBN 3-89479-252-3. : Umfassendes Werk (544 S., 450 Abb.), welche alle Aspekte rund um den Schuh behandelt: Ein eigenes Kapitel befasst sich mit Gummistiefeln und sie finden auch Berücksichtigung im Pflegekapitel des Buches.

Siehe auch

Schuhe, Stiefel Kategorie:Fußbekleidung

Gummi

Der Begriff Gummi (aus dem ägyptischen kami- Gummi arabicum) bezeichnete ursprünglich Kautschuk oder andere kautschukähnliche Pflanzensäfte (Milchsaft), die beim Eintrocknen durch Polymerisation zu plastisch - elastischen Feststoffen verhärten. Sie enthalten einen wasserlöslichen Anteil und Gummiharze (Latex). Gummi ist heute ein vielseitiger Werkstoff.

Gummi als Werkstoff

Als Werkstoff Gummi wird heute vulkanisierten Kautschuk bezeichnet. Kautschuk ist im Milchsaft (Latex) von tropischen Pflanzen enthalten und wird hauptsächlich aus dem Gummibaum (Hevea brasiliensis, ein Wolfsmilchgewächs) gewonnen. In der Natur dient er dem Schutz des Baumes, denn er dichtet verletzte Stellen vor Bakterienbefall ab. Der Latex besteht aus langen Polyisopren-Ketten, welche durch Zusatz von Schwefel unter Druck und Hitze vernetzt werden können, wodurch dieses sehr elastische Material entsteht. Dieser Vulkanisierung genannte Vorgang wurde 1839 von Charles Goodyear entdeckt. Die Besonderheit des Gummis besteht darin, dass er extrem dehnungsfähig ist. Ein Großteil der industriellen Gummiproduktion geht in die Reifenherstellung, wobei verschiedene Kautschuksorten verwendet werden, um ein Optimum an Belastbarkeit, Abrieb und Straßenhaftung zu erzielen. Naturkautschuk ist bernsteinfarben und wird für Autoreifen mit künstlich hergestelltem Ruß zur Modifikation der Eigenschaften (z.B. des Abriebes, Reißfestigkeit, Härte) gemischt. Daraus resultiert die schwarze Färbung. Für Reifen, die in verschiedenen Farben bereits zum Kauf angeboten werden, wird hingegen hochaktives Silikat verwendet um die Eigenschaften zu verbessern. Gummi ist nicht unbegrenzt lagerfähig. Alte Radiergummis werden mit der Zeit spröde, trocknen aus und radieren nicht mehr. Alte Gummi-Reifen am Auto sind eine Gefahr, weil sie während der Fahrt platzen können.

Einsatz von Gummi

Gummi kann in vielen Bereichen eingesetzt werden.
- Die Eigenschaft der Haftfähigkeit ohne zu kleben wird beim Radiergummi ausgenutzt, der Bleistift-Striche (eigentlich Striche aus Graphit) von Papier entfernt.
- Gummi kann während der Vulkanisation durch ein Treibmittel aufgeschäumt werden. Das so entstandene Schwammgummi wird zu Isolationsmaterialien und ähnlichem weiterverarbeitet.
- Geschäumter Gummi wird fast ausschließlich aus synthetischen Gummisorten (z.B. Neopren) hergestellt und findet als Isolation oder elastische Dämmung vielfälltige Anwendung, vom Taucheranzug bis zur Bettmatratze.
- Für besondere Anwendungen wird auch synthetischer Gummi oder Silikongummi verwendet, letzterer ist ein Polymer auf Basis von Silizium- Sauerstoff-Ketten mit organischen Seitengruppen (Siehe auch: Silikon).
- Gummi ist auch wasserabweisend und kann deshalb als Farbe an die Wand gestrichen werden.
- Auch im Bergbau kommt Gummi oft vor. Vor allem zum Schutz der Karkasse von Fördergurten.

Umgangssprachliche Bedeutungen des Begriffs

„Gummi“ hat auch spezielle umgangssprachliche Bedeutungen:
- Einweg-Gummihandschuhe aus einem reinen und nicht vulkanisierten Naturkautschuk hergestellt.
- „Gib Gummi!“ = sinnloses Gasgeben - also dafür sorgen, dass möglichst viel von dem Rohstoff auf der Straße liegen bleibt.
- Gummi als Synonym für Kondom.
- Gummihose, eine wasserdichte Windelhose, meist auch synonym für vergleichbare Höschen aus PVC oder PE-beschichteten Materialien verwendet.
- „Gummi spielen“ meinen Kinder in einer Verkürzung, wenn sie Gummitwist spielen möchten.
- Der Gummibär wird nicht aus Kautschuk, sondern aus einer anderen (essbaren) Substanz mit gummiartigen Eigenschaften, z.B. Pektin oder Gelatine, hergestellt. Wegen der glatten und elastischen Eigenschaften ist Gummi auch ein Fetischobjekt.
siehe auch: Hartgummi

Weblinks


- [http://www.wilhelmi-gmp.de Gummi/Metall-Verbindungen]
- [http://www.geocities.com/rubbermuseum/ Virtuelles Gummimuseum]
- [http://www.hofftech.com/frames/frame_gummi.html Hoffmann Gummilexikon]
- [http://www.industrystock.com/html/Gummi--und-Kunststoffmaschinen/Gummimaschinen/hersteller_kategorie_show-de-1501-0.html Firmenadressen: Gummiherstellung und Verarbeitung] Kategorie:Weiche Materie Kategorie:Kunststoff ja:ゴム

Gummi

Der Begriff Gummi (aus dem ägyptischen kami- Gummi arabicum) bezeichnete ursprünglich Kautschuk oder andere kautschukähnliche Pflanzensäfte (Milchsaft), die beim Eintrocknen durch Polymerisation zu plastisch - elastischen Feststoffen verhärten. Sie enthalten einen wasserlöslichen Anteil und Gummiharze (Latex). Gummi ist heute ein vielseitiger Werkstoff.

Gummi als Werkstoff

Als Werkstoff Gummi wird heute vulkanisierten Kautschuk bezeichnet. Kautschuk ist im Milchsaft (Latex) von tropischen Pflanzen enthalten und wird hauptsächlich aus dem Gummibaum (Hevea brasiliensis, ein Wolfsmilchgewächs) gewonnen. In der Natur dient er dem Schutz des Baumes, denn er dichtet verletzte Stellen vor Bakterienbefall ab. Der Latex besteht aus langen Polyisopren-Ketten, welche durch Zusatz von Schwefel unter Druck und Hitze vernetzt werden können, wodurch dieses sehr elastische Material entsteht. Dieser Vulkanisierung genannte Vorgang wurde 1839 von Charles Goodyear entdeckt. Die Besonderheit des Gummis besteht darin, dass er extrem dehnungsfähig ist. Ein Großteil der industriellen Gummiproduktion geht in die Reifenherstellung, wobei verschiedene Kautschuksorten verwendet werden, um ein Optimum an Belastbarkeit, Abrieb und Straßenhaftung zu erzielen. Naturkautschuk ist bernsteinfarben und wird für Autoreifen mit künstlich hergestelltem Ruß zur Modifikation der Eigenschaften (z.B. des Abriebes, Reißfestigkeit, Härte) gemischt. Daraus resultiert die schwarze Färbung. Für Reifen, die in verschiedenen Farben bereits zum Kauf angeboten werden, wird hingegen hochaktives Silikat verwendet um die Eigenschaften zu verbessern. Gummi ist nicht unbegrenzt lagerfähig. Alte Radiergummis werden mit der Zeit spröde, trocknen aus und radieren nicht mehr. Alte Gummi-Reifen am Auto sind eine Gefahr, weil sie während der Fahrt platzen können.

Einsatz von Gummi

Gummi kann in vielen Bereichen eingesetzt werden.
- Die Eigenschaft der Haftfähigkeit ohne zu kleben wird beim Radiergummi ausgenutzt, der Bleistift-Striche (eigentlich Striche aus Graphit) von Papier entfernt.
- Gummi kann während der Vulkanisation durch ein Treibmittel aufgeschäumt werden. Das so entstandene Schwammgummi wird zu Isolationsmaterialien und ähnlichem weiterverarbeitet.
- Geschäumter Gummi wird fast ausschließlich aus synthetischen Gummisorten (z.B. Neopren) hergestellt und findet als Isolation oder elastische Dämmung vielfälltige Anwendung, vom Taucheranzug bis zur Bettmatratze.
- Für besondere Anwendungen wird auch synthetischer Gummi oder Silikongummi verwendet, letzterer ist ein Polymer auf Basis von Silizium- Sauerstoff-Ketten mit organischen Seitengruppen (Siehe auch: Silikon).
- Gummi ist auch wasserabweisend und kann deshalb als Farbe an die Wand gestrichen werden.
- Auch im Bergbau kommt Gummi oft vor. Vor allem zum Schutz der Karkasse von Fördergurten.

Umgangssprachliche Bedeutungen des Begriffs

„Gummi“ hat auch spezielle umgangssprachliche Bedeutungen:
- Einweg-Gummihandschuhe aus einem reinen und nicht vulkanisierten Naturkautschuk hergestellt.
- „Gib Gummi!“ = sinnloses Gasgeben - also dafür sorgen, dass möglichst viel von dem Rohstoff auf der Straße liegen bleibt.
- Gummi als Synonym für Kondom.
- Gummihose, eine wasserdichte Windelhose, meist auch synonym für vergleichbare Höschen aus PVC oder PE-beschichteten Materialien verwendet.
- „Gummi spielen“ meinen Kinder in einer Verkürzung, wenn sie Gummitwist spielen möchten.
- Der Gummibär wird nicht aus Kautschuk, sondern aus einer anderen (essbaren) Substanz mit gummiartigen Eigenschaften, z.B. Pektin oder Gelatine, hergestellt. Wegen der glatten und elastischen Eigenschaften ist Gummi auch ein Fetischobjekt.
siehe auch: Hartgummi

Weblinks


- [http://www.wilhelmi-gmp.de Gummi/Metall-Verbindungen]
- [http://www.geocities.com/rubbermuseum/ Virtuelles Gummimuseum]
- [http://www.hofftech.com/frames/frame_gummi.html Hoffmann Gummilexikon]
- [http://www.industrystock.com/html/Gummi--und-Kunststoffmaschinen/Gummimaschinen/hersteller_kategorie_show-de-1501-0.html Firmenadressen: Gummiherstellung und Verarbeitung] Kategorie:Weiche Materie Kategorie:Kunststoff ja:ゴム

Kunststoff

Als Kunststoffe bezeichnet man Stoffe, deren Grundbestandteil synthetisch oder halbsynthetisch erzeugte Polymere sind. Durch die Auswahl des Ausgangsmaterials, das Herstellungsverfahren und die Beimischung von Additiven lassen sich technische Eigenschaften von Kunststoffen wie Formbarkeit, Härte, Elastizität, Bruchfestigkeit, Temperatur- und chemische Beständigkeit in weiten Grenzen variieren. Solche mit Zuschlagsstoffen versehene Formmassen werden dann nach DIN EN ISO 1043 (Thermoplaste) und nach DIN 7708 (Duroplaste) gekennzeichnet. Kunststoffe werden zu Formteilen, Halbzeugen, Fasern oder Folien weiterverarbeitet. Halbsynthetische Kunststoffe entstehen durch die Verarbeitung natürlicher Polymere (zum Beispiel Zellulose zu Zelluloid). Synthetische Kunststoffe werden durch Polymerisation (Polyaddition, Polykondensation usw.) aus einem Monomer erzeugt. Rohstoff ist meist gecracktes Naphta. Umgangssprachlich und abwertend wird Kunststoff oft als Plastik oder Plaste bezeichnet, selbst wenn das Material eigentlich elastisch ist. Daher wird in der Wissenschaft der Begriff Kunststoffe bevorzugt.

Charakterisierung nach Eigenschaften


- Thermoplaste :Kunststoffe, die aus langen, linearen Molekülen bestehen. Durch Energiezufuhr werden diese Materialien formbar bis plastisch und können mit verschiedenen Verfahren verarbeitet werden. Nachdem das jeweilige Werkstück wieder abgekühlt ist, behält es seine Form. Dieser Prozess ist reversibel (wiederholbar). :Die meisten der heute verwendeten Kunststoffe fallen unter diese Gruppe. Für einfache Konsumwaren, Verpackungen etc. werden häufig Polypropylen (PP), Polyethylen (PE), Polyethylenterephthalat (PET) und Polystyrol (PS) eingesetzt. Technische Teile werden meist aus Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymer (ABS), Polyacetal (POM), Polyamid (PA), Polybutylentherephthalat (PBT), Polyethersulfon (PES), Polycarbonat (PC), Polyphenylensulfid (PPS), Polytetrafluorethylen (PTFE), Polyetheretherketon (PEEK) oder Polyimid (PI) gefertigt. In der Bauindustrie, insbesondere für Dachbahnen, Fensterprofile und Rohre wird vielfach der Werkstoff Polyvinylchlorid (PVC) verwendet, der aber in der Regel mit Zusatzstoffen in den Eigenschaften (hart oder weich) modifiziert wird. :Um neue bisher noch nicht vorhandene Eigenschaften zu erzeugen, können auch zwei oder mehrere Thermoplaste vermischt werden. Dieser neue Kunststoff ist dann ein Polyblend.
- Duroplaste :Kunststoffe, die bei der Verarbeitung räumlich eng vernetzen. Diese Vernetzung erfolgt chemisch zwischen den Molekülen der Ausgangsmaterialien. Dieser Vorgang ist nicht umkehrbar. Sobald ein derartiges Material vernetzt ist, kann es nur noch mechanisch bearbeitet werden. Duroplaste sind meistens hart und spröde. :Bei Hitzeeinwirkung werden Duroplaste nicht weich. Deshalb werden sie häufig für Elektroinstallationen verwendet. Einer der verbreitetsten und ältesten Kunststoffe dieser Klasse ist Bakelit. In diese Gruppe fallen auch praktisch alle Kunstharze wie beispielsweise Epoxide.
- Elastomere :Zu den Elastomeren gehören alle Arten von vernetztem Kautschuk. Die Vernetzung erfolgt beispielsweise durch Vulkanisation mit Schwefel, mittels Peroxiden, Metalloxiden oder Bestrahlung. :Die Elastomere sind weitmaschig vernetzt und daher flexibel. Elastomere werden beim Erwärmen nicht weich und sind in den meisten Lösemitteln nicht löslich. Daher werden sie für Hygieneartikel oder Chemikalienhandschuhe verwendet. Die Gummimischung von Autoreifen ist ebenfalls ein Elastomer, diese erhält ihre Eigenschaften durch Vulkanisation. :Beispiele für Elastomere sind Naturkautschuk (NR), Acrylnitril-Butadien-Kautschuk (NBR), Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR), Chloropren-Kautschuk (CR), Butadien-Kautschuk (BR) und Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk (EPDM).

Verarbeitung


- Extrudieren
- Spritzgießen
- Kalandrieren
- Schäumen

Wichtige Massenkunststoffe

Etwa 90% der weltweiten Produktion entfallen in der Reihenfolge ihres Anteils auf die folgenden sechs Kunststoffe:

Sonstige Kunststoffe

Entwicklungsgeschichte der Kunststoffe

Vorläufer von Kunststoffen gab es in allen Kulturen. In Arabien wurden Wasserbecken und Kanäle mit natürlichem Asphalt abgedichtet. Ebenso wurden dort bestimmte Baumharze als Gummi Arabicum eingesetzt und nach Europa exportiert. Aus Osteuropa ist Bernstein als fossiles Harz für die Verwendung bei Pfeilspitzen und Schmuckgegenständen bekannt. Im Mittelalter wurde Tierhorn durch bestimmte Verfahrensschritte in einen plastisch verformbaren Stoff verwandelt. Naturforscher brachten aus Malaysia und Brasilien im 17. und 18. Jahrhundert elastische Massen, gewonnen aus milchigen Baumsäften, mit. Hierfür wurde der Begriff Gummi in Deutschland eingeführt. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich eine rasch wachsende Gummi-Industrie. Der Erfinder Charles Goodyear stellte fest, dass sich Gummi durch Zusatz von Schwefel und durch Vulkanisation in einen guten Reifenwerkstoff verwandeln lässt. Ebenso entdeckte er Hartgummi, eine bei Wärme verformbare aber bei Raumtemperatur harte Masse, welche anfangs Ebonit genannt wurde. Daraus wurden zum Beispiel Schmuckstücke, Füllfederhalter, Teile von Musikinstrumenten und Telefonen gemacht. Dieser erste Duroplast startete die Entwicklung der Kunststoffe als Werkstoff im Umfeld des Menschen. Später wurde in England Cellulosenitrat zur Imprägnierung von Textilien und in den USA Schellack entwickelt. Im Jahre 1869 erfand John Wesley Hyatt das Celluloid und 3 Jahre später die erste Spritzgußmaschine. Der Werkstoff Casein (Galalith) wurde 1897 erfunden, und ähnelt stark Horn oder Elfenbein. Hierraus wurden in verschiedenen Farben zum Beispiel Knöpfe, Anstecknadeln, Gehäuse für Radios, Zigarettendosen, Spielzeug, Griffe für Regenschirme u. ä. hergestellt. Der Kunststoffverbrauch lag im Jahre 1930 schon bei ca. 10.000 t. Das von Otto Röhm 1928 angemeldetete Patent zu Polymethylmetacrylat (PMMA) startete eine Ära, die bis heute anhält. Weiterhin kommen in dieser Zeit die Phenolharze zur Geltung, wobei der Erfinder Leo Hendrik Baekeland mit dem Werkstoff Bakelite sehr erfolgreich ist. Durch die guten elektrischen Eigenschaften wird er u. a. rasch in der aufstrebenden Elektroindustrie eingesetzt. Der Münchner Chemiker Dr. Ernst Richard Escales gibt 1910 der Werkstoffgruppe den Namen „Kunststoffe“. Die von ihm gegründete gleichnamige Zeitschrift erscheint erstmals 1911. Fritz Klatte entdeckt 1912 die Hintergründe des Polymerisationsvorganges von PVC welches bereits 1838 erstmals erzeugt wurde. 1926 veröffentlichte Hermann Staudinger wichtige Theorien über den Aufbau von Kunststoff. Hierfür erhielt er 1952 den Nobelpreis. 1930 wird in Ludwigshafen die „PS“-Produktion begonnen. 1931 wird bei ICI in Großbritannien erstmals Polyethylen hergestellt. In Ludwigshafen wird 1934 die Herstellung von Epoxidharzen von Paul Schlack begonnen. In Jahre 1935 wird gleichzeitig von Henkel (Mainkur) und Ciba (Schweiz) die Entwicklung von Melamin-Formaldehydharz und von DuPont die Entwicklung von Polyamid 6 (Nylon) beschrieben. Das von Paul Schlack 1937 hergestellte Polyamid 6 auf Basis von Caprolactam wird dann Perlon getauft. Etwa zeitgleich wird in den Buna-Werken der IG Farben die Fertigung von Buna S und Buna N als synthetischer Gummi-Ersatz begonnen. Otto Bayer entwickelte in diesem Jahr Polyurethan in Ludwigshafen. Bei DuPont wird 1938 der Kunststoff Polytetrafluorethylen (Teflon) entwickelt. 1939 folgen bei ICI Low-Density Polyethylen (PE-LD). Der Werkstoff Polyethylenterephthalat (PET) wurde von J. R. Whinfielt und J. T. Dickson bei Calico Printers im Jahre 1941 erfunden. 1942 entdeckte Harry Coover (USA) bei Eastman Kodak den „SekundenkleberMethylcyanoacrylat. Methylcyanoacrylat Im Zeitraum von 1910 bis 1950 wurde Kunststoff von einem Ersatzstoff mit besonderer Bedeutung zu einem Werkstoff für die industrielle Massenfertigung. Die Weltproduktion überschritt 1949 die Grenze von 1 Mio. t. Die Thermoplaste setzten sich von 1950 bis 1980 durch. In diesen Jahren wurden Werkstoffe wie PS, PE-HD, PP, PC, FEP, PVF, PES, PSU, PPE, PPO und einige andere entwickelt. Im Jahre 1976 lag die Weltproduktion bereits bei 50 Mio. t. Im Jahre 1971 folgten LCP und PPS sowie im Jahre 1972 PBT. Im Jahre 2003 erreichte die Weltproduktion ca. 200 Mio. t. Hierbei ging der Anteil der Duroplaste stetig zurück, und lag im Jahre 2000 nur noch bei ca. 15 %. Der Pro Kopf-Verbrauch an Kunststoffen im Jahr 2000 bei 92 kg in West-Europa, 13 kg in Ost-Europa, 130 kg in NAFTA, 19 kg in Lateinamerika, 86 kg in Japan, 13 kg in Südost-Asien und im mittleren Osten/Afrika bei 8 kg. Die Kunststoffindustrie ist bis heute weiterhin eine Wachstumsbranche, wobei die Herstellkapazitäten in Asien etwa im Jahre 2006-2008 die führenden und etwa gleichstarken Regionen Europa und Nord-/Südamerika überholen werden.

Literatur


- Oberbach et al. (Hrsg.): Saechtling Kunststoff-Taschenbuch. 29. Auflage. Carl Hanser Verlag, München 2004, ISBN 3-446-22670-2
- Otto Schwarz:Kunststoffkunde ISBN 3802319176
- Gottfried W. Ehrenstein: Polymer-Werkstoffe. 2. Auflage. Carl Hanser Verlag, München 1999, ISBN 3-446-21161-6
- Brigitta Huckestein, Thomas Plesnivy: Möglichkeiten und Grenzen des Kunststoffrecyclings. Chemie in unserer Zeit 34(5), S. 276 - 286 (2000), ISSN 0009-2851

Weblinks


- [http://www.peterlutz.ch/lernen/werkstoff/kunststoffe/mkun1a.html Geschichte der Kunststoffe] (von Peter Lutz)
- [http://www.kunoscoolekunststoffkiste.de Experimentierkoffer: Kunststoffe spielerisch kennenlernen]
- [http://www.greenplastics.com/ Green Plastics: Biopolymere] (engl.)
- [http://www.deutsches-kunststoff-museum.de Deutsches Kunststoff Museum, Kunststoff-Museums-Verein e. V. Düsseldorf] Kunststoffdatenbanken:

- [http://www.campusplastics.com/ CAMPUS Werkstoffdaten]
- [http://www.format.mwn.de/ FORMAT Werkstoffdatenbanken und Werkstoff-Informationsvermittlung] Institute und Verbände:

- [http://dki-online.de/ Deutsches Kunststoff-Institut]
- [http://www.gkv.de/ Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie e.V. (GKV)]
- [http://www.plasticseurope.org PlasticsEurope - Der Verband der Kunststofferzeuger in Europa (eng.)]
- [http://www.skz.de/ Süddeutsches Kunststoff Zentrum (SKZ)]
- [http://www.ikv-aachen.de Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV)] Fachinformationen und Branchenmedien für die Kunststoffindustrie:

- [http://www.kiweb.de/ Kunststoff Information, Branchendienst mit Marktinformationen (Rohstoffpreisen) und Unternehmensnachrichten]
- [http://www.kunststoff-magazin.de/ Kunststoff Magazin, Fachmagazin für die Kunststoff-Industrie (Kennziffern-Zeitschrift)]
- [http://www.k-zeitung.de/ Kunststoff-Zeitung, Fachzeitung der Kunststoff- und Kautschukbranche]
- [http://www.kunststoffe.de/ Kunststoffe, Ältestes Fachmagazin für die Kunststoff-Industrie und Organ mehrerer Verbände]
- [http://www.KunststoffWeb.de/ KunststoffWeb, Portal mit Fachinformationen für die Kunststoffbranche]

Siehe auch


- Polymerisation
- Polykondensation
- Polyaddition ! ja:???? simple:Plastic

Chemikalie

Chemikalien sind durch chemische Verfahren hergestellte chemische Verbindungen. Die Herstellung geschieht in Laboratorien, technisch in der chemischen Industrie oder auch in Bioreaktoren. Beim Handel mit Chemikalien wird häufig zwischen Feinchemikalien (hoher Reinheitsgrad) und technischen Chemikalien (niedrigerer Reinheitsgrad) unterschieden. Verbreitet ist auch die Bezeichnung Schwerchemikalien für anorganische Grundstoffe, die in großen Mengen hergestellt werden (z.B. Natronlauge und Schwefelsäure). Zur Zeit werden rund 80.000 Chemikalien industriell hergestellt, von über 21 Millionen chemische Verbindungen, die beim Chemical Abstract Service registriert sind (Stand 2002). Jedes Jahr werden weltweit über 400.000 neue Substanzen in der Fachliteratur beschrieben. Eigenschaften einzelner Chemikalien können in den Katalogen der einzelnen Chemikalien-Hersteller nachgeschlagen werden oder in den großen Nachschlagewerken, wie Beilstein, Gmelin, Hager, Handbook, Kirk-Othmer, Landolt-Börnstein, Mellor, Merck-Index, Nouveau Traités, Rodd, Ullmann und anderen.

Siehe auch

Chemikalienliste, Portal:Chemie

Weblinks


- [http://www.chemie.de Einstiegsseite mit div. Verzeichnissen und Chemikaliensuche]
- [http://www.netchemie.de Infos zu den Elementen, ihren Verbindungen und mehr...] Kategorie:Chemie

Flexibilität

Flexibilität (lat. flectere = biegen, beugen) bezeichnet
- in der Psychologie und im Wirtschaftswesen die Fähigkeit, sich auf geänderte Anforderungen und Gegebenheiten einer Umwelt einstellen zu können. Sie weist auf eine umstellungsfähige und wenig festgefahrene Persönlichkeitsstruktur hin: Flexibilität (Psychologie),Flexibilität (Soziologie, Flexibilität (Wirtschaft). Das Potenzial der Flexibilität in Bezug auf betriebliche Entscheidungssituationen liegt begründet in der Erweiterung des Aktionenraums, der die möglichen Handlungsalternativen in einer Entscheidungssituation umfasst, sowie in der Reduzierung der benötigten Zeit, einzelne Strategien und Aktionen umzusetzen und durchzuführen.
- in der Biologie reversible Formanpassungen, bei denen keine äußere Veränderung der Form stattfindet (zum Beispiel sich im Wind biegende Bäume oder ein Grashalm, der sich wieder aufrichtet, nachdem er niedergetreten worden war): Flexibilität (Biologie)
- in der Technik Bezeichnung für eine Eigenschaft von biegsamen/verformbaren Körpern, die zwar in der Umgangssprache weit verbreitet, aber wissenschaftlich nicht exakt definiert ist und deshalb in der Technosphäre möglichst nicht verwendet werden sollte, da sie außer von Materialkonstanten wie z.B. Elastizitätsmodul oder Festigkeit auch stark von der Geometrie der Körper abhängt. So können beispielsweise Metalle, zu Blechen gewalzt, flexibel sein, während sie sich als dicke Platte annähernd starr verhalten (siehe starrer Körper): Flexibilität (Technik)

Zähigkeit

Die Zähigkeit beschreibt die Widerstandsfähigkeit eines Werkstoffes gegen eine Rissausbreitung. Dies geschieht durch Energieaufnahme bei der plastischen Verformung. Typische Beispiele für zähe Materialien sind die meisten Metalle. Bei Fluiden spricht man dagegen von der Viskosität. Das Gegenteil der Zähigkeit ist die Sprödigkeit. Beispiele für spröde Materialien sind Glas, Keramik und einige Kunststoffe. Diese Materialien sind nur sehr begrenzt in der Lage, sich plastisch zu verformen und können somit wesentlich weniger Energie aufnehmen als zähe Werkstoffe.

Temperaturabhängigkeit

Einige Werkstoffe (insbesondere Baustahl) zeigen eine ausgeprägte Temperaturabhängigkeit ihrer Zähigkeit. Der Übergang zwischen zäher „Hochlage“ und spröder „Tieflage“ wird durch die Übergangstemperatur T_ beschrieben. Die Einsatztemperatur sollte stets oberhalb T_ liegen. Bevor dieser Effekt bekannt war, sind immer wieder Schiffe bei ruhiger See aber niedrigen Temperaturen ohne ersichtlichen Grund spröde auseinandergebrochen.

Messmethoden

Die Zähigkeit wird mit Hilfe des Kerbschlagbiegeversuches oder Methoden der Bruchmechanik ermittelt. Siehe auch: Duktilität, Rheologie Kategorie:Werkstoffeigenschaft Kategorie:Mineralogie ja:靭性

Südamerika

Südamerika ist mit einer Fläche von 17.843.000 km² und einer Bevölkerung von 355,070,540 der viertgrößte Kontinent der Erde. 1494 wurde Südamerika im Vertrag von Tordesillas von Papst Alexander VI. zwischen Spanien und Portugal aufgeteilt. Der östliche Teil, auf dem sich heute Brasilien befindet, wurde Portugal zugeschlagen, der westliche Spanien. Deshalb wird in Brasilien heute Portugiesisch gesprochen, während in fast allen anderen südamerikanischen Staaten die Landessprache Spanisch ist. Lediglich in Suriname wird Sranan Tongo (als Lingua franca) und Niederländisch (als offizielle Landessprache), in Guyana Englisch und in Französisch-Guayana, das jedoch kein selbständiger Staat, sondern ein französisches Überseedepartement ist, Französisch gesprochen. Die heute noch am weitesten verbreiteten indigenen Sprachen in Südamerika sind Quechua, Guaraní und Aymara.

Staaten in Südamerika

Aymara 1 Beansprucht von Argentinien

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Südamerikas Die gängige Meinung ist, dass um 40.000 v. Chr. Amerika über die Beringstraße von asiatischen Stämmen bevölkert wurde. In Südamerika tauchen die ersten Spuren einer Bevölkerung zwischen 20.000 und 10.000 v. Chr. auf. Als älteste amerikanische Kultur gilt die Valdívia-Kultur in Ecuador im 4. Jahrtausend v. Chr.. Ab dem 2. Jahrtausend v. Chr. entwickelten sich einzelne lokale Kulturen in ganz Südamerika. Die früheste, heute noch erkennbare Hochkultur, war die der Chavín de Huántar, die etwa 800 v. Chr. bis 300 v. Chr. existierte. Weiterhin gab es unter anderem die Paracas-, Herrera-, Nazca- und Chachapoya-Kultur. Ab etwa 1200 bis 1532 herrschten die Inka, die wohl bekannteste Hochkultur Südamerikas, über große Teile des Kontinentes und schufen ein riesiges Reich. Durch die Ankunft der spanischen Eroberer wurde das Inkareich zerschlagen. Bereits 1494 wurde Südamerika im Vertrag von Tordesillas von Papst Alexander VI. zwischen Spanien und Portugal aufgeteilt. Der östliche Teil, das heutige Brasilien, wurde Portugal zugesprochen. Panama und der Rest des Kontinents fielen an Spanien. Zahlreiche Missionare kamen im 15. und 16.Jahrhundert nach Südamerika und führten das Christentum ein. Aus diesem Grund gehören heute über 96 % der Bevölkerung in Südamerika dem (katholischen) Christentum an. Allerdings sind seit einigen Jahren evangelikale Kirchen im kommen und verzeichnen besonders in Brasilien einen regen Zulauf. Im Jahr 1543 wurden die Vizekönigreiche Neuspanien (Mexiko und Venezuela) und Peru (spanischer Teil von Südamerika und Panama) gegründet. 1717 lösten sich Ecuador, Kolumbien und Venezuela aus dem Vizekönigreich Peru und bildeten das Vizekönigreich Neugranada. Bolivien, Chile, Argentinien und Paraguay folgten 1776 diesem Beispiel und schafften das neue Vizekönigreich des Río de la Plata. Der Drang nach Unabhängigkeit nahm seitdem stetig zu. 1813 siegten zum ersten Mal Aufständische in Caracas unter dem Anführer Simón Bolívar. Im Süden erkämpfte sich 1816 Argentinien die Unabhängigkeit. In den Jahren 1817/1818 folgte die Unabhängigkeit Chiles. 1819 besiegte die Armee unter Simón Bolívar die Spanier in der Schlacht von Boyaca und befreite damit Kolumbien. Die Unabhängigkeit Ecuadors wurde 1822 durchgesetzt. Die Heere von José de San Martín und Simón Bolívar vereinigten sich und gewannen die Entscheidungsschlacht bei Ayacucho in Peru am 9. Dezember 1824. Mit dieser Schlacht zogen sich die Spanier endgültig aus Südamerika zurück. Nach der Unabhängigkeit von Spanien entstand Großkolumbien, bestehend aus den Staaten Venezuela, Kolumbien und Ecuador. Kurzzeitig schlossen sich Peru und Bolivien dem Bündnis an. Aber bereits 1832 zerfiel die Konföderation endgültig und es bildeten sich die heutigen Nationalstaaten.

Geographie

Konföderation siehe Hauptartikel (noch in Bearbeitung): Physische Geographie Südamerikas Südamerikas Rückgrat bilden die Anden, ein Gebirgszug, der sich an der Westküste über 7.500 km entlangzieht, von Kolumbien bis zur Südspitze. Im Zentrum liegen die Tiefländer, vom mächtigen Amazonas und seinen unzähligen Zuflüssen eingenommen. Im Osten befinden sich Bergländer. Die Südspitze des Kontinentes ist Kap Hoorn, auf einer Insel gelegen. Hier treffen sich der Atlantik und der Pazifik. Das Klima ist in der Nordhälfte des Kontinents tropisch warm. In den Anden gibt es allerdings wegen der Höhenlage mehrere Klimastufen. In Argentinien, Süd-Bolivien, Süd-Brasilien, Chile und Uruguay ist das Klima subtropisch bis gemäßigt mit ausgeprägten Jahreszeiten. Am Südende des Kontinents findet man auch subpolares Klima, vor allem in Feuerland und auf den Falkland-Inseln.

Wirtschaft

2002 nahm das BIP von Südamerika um 0,3% ab und die Arbeitslosenquote lag bei 10,8%. Aufgrund von in der Vergangenheit hoher Inflation in fast allen südamerikanischen Länder sind die Zinssätze hoch und Investitionen gering. Die Zinssätze liegen normalerweise etwa doppelt so hoch wie in den USA. So sind sie z.B. 22% in Venezuela und 23% in Surinam. Die Ausnahme ist Chile. Die Südamerikanische Staatengemeinschaft ist eine geplante, den gesamten Kontinent umfassende Freihandelszone, die die bisher bestehenden Organisationen Mercosur und die Andengemeinschaft vereinigen würde. In Südamerika ist die Lücke zwischen Reich und Arm erschreckend. In Venezuela, Paraguay, Brasilien, und vielen anderen südamerikanischen Staaten besitzen die reichsten 20% des Landes 60% des Geldvermögens, während die ärmsten 20% weniger als 5% des Geldvermögens besitzen. Diese große Lücke kann in vielen südamerikanischen Städten gesehen werden, wo Baracken und Slums Haus an Haus zu Wolkenkratzern und Luxusapartements stehen.

Siehe auch


- Portal:Südamerika
- Besiedlung Amerikas
- Südamerikanische Staatengemeinschaft

Weblinks


- [http://www.lateinamerika-studien.at/content/natur/natur/natur-titel.html Naturräume Südamerikas]
- siehe auch [http://de.wikinews.org/wiki/Südamerikanische_Staaten_gründen_eine_Gemeinschaft_nach_dem_Vorbild_der_EU Südamerikanische Staaten gründen eine Gemeinschaft nach dem Vorbild der EU] Kategorie:Kontinent ! ja:南アメリカ ko:남아메리카 simple:South America th:ทวีปอเมริกาใต้ zh-min-nan:Lâm Bí-chiu

Latex

Latex (männlich, Mehrzahl:Latizes) oder Naturkautschuk ist der milchige Saft des tropischen Kautschukbaums (Hevea brasiliensis) und anderer Kautschuk liefernder Pflanzen. Viele höhere Pflanzen produzieren in ihren speziellen Zellen diese milchige Emulsion - deren Zusammensetzung sehr unterschiedlich sein kann, meistens als Schutz gegen Verletzungen oder Verbiss durch Fressfeinde (Insekten und höhere Tiere) - die meisten Latizes sind bitter, einige sogar giftig. Naturlatex ist eine komplexe Emulsion aus Wasser und Polymeren: Unter anderem pflanzliche Gummis, Naturharze, Tannine, Alkaloide, Proteine, Stärke, Zucker und Fett. Meistens ist Latex weiss, es gibt aber auch gelbe, orange oder rote Latizes. Latexproduzierende Pflanzen sind unter Anderem: Maulbeergewächse, Chicorée, Wolfsmilchgewächse, Mohngewächse, Hundsgiftgewächse, Schwalbenwurzgewächse, Sapodillgewächse. Latex aus Chiclegummi wird zur Kaugummiherstellung verwendet. Aus Latex von Akazien gewinnt man Gummi arabicum. Heute wird Latex jedoch hauptsächlich synthetisch hergestellt. Synthetischer Latex besteht meist aus Styrol und Butadien, andere Rohstoffbasen sind Styrolacrylat, Reinacrylat, Vinylacetat. Die Hauptanwendungsgebiete sind Binder für die Papierstreicherei, die Teppichrückenbeschichtung sowie Tauchartikel wie dünne Handschuhe etc. Zur Gewinnung von Latex wird die Rinde des Kautschukbaums v-förmig angeritzt, so dass die Flüssigkeit an einer Seite des Stamms heraustropft und dort in Behältern aufgefangen werden kann. Anschließend wird der Saft durch Verdampfung oder Zentrifugierung eingedickt und mit Ammoniak stabilisiert. Durch Vulkanisierung wird aus Kautschuk Gummi. Latex kann in aufgeschäumter Form für Matratzen und Schwämme verwendet werden, aber auch in sehr dünnen Filmen für Kondome, Handschuhe oder Luftballons und in dickeren Filmen für die Herstellung von Abgussformen oder für Kleidungstücke. Bei Kontakt mit Sonnenlicht bzw. mit UV-Licht oder mit Fetten kann sich das Material auflösen. Als Latex bezeichnet man auch die Emulsion aus flüssigem Kautschuk und Wasser - Grundlage für Latexfarben, auch unter der Sammelbezeichnung Dispersionsfarben bekannt. Latex ist nicht atmungsaktiv und kann bei Hautkontakt zu allergischen Reaktionen wie Hautreizungen oder -schwellungen führen. Da heute in vielen Bereichen aus hygienischen Gründen häufig Handschuhe aus Latex getragen und wegen der AIDS-Gefahr Kondome verwendet werden, steigt die Zahl der Latex-Allergiker stark an. Man schätzt, dass 10 bis 17 Prozent des medizinischen Personals und etwa 3 Prozent der Gesamtbevölkerung in Deutschland allergisch auf Latex reagieren. Kleidungsstücke und andere Artikel aus Latex, bzw. Gummi, Neopren oder ähnlichen Kunststoffen reizen die Haut und andere Sinne (Geruch, Optik) auf eine besondere Art (Wärme - Kälte, Feuchtigkeit, Betonung der Körperformen) und dienen somit dem Gummifetischismus. Siehe auch: Guttapercha, Latexfarbe. Kategorie:Organischer Werkstoff Kategorie:Kunststoff

Fuß

Der Fuß (lat. pes) ist der unterste Teil des Beines. Die Struktur des menschlichen Fußes und der Hand sind Variationen der selben fünf-Finger-Anatomie, die auch bei vielen anderen Wirbeltieren angelegt ist. Als Anpassung an den aufrechten Gang weist der menschliche Fuß eine hohe anatomische und funktionale Komplexität auf. Der Fuß besteht u.a. aus Zehen, Sohle und Ferse. Die Verbindung zum Unterschenkel wird durch den Knöchel (das Sprunggelenk) gebildet. In den Füßen befinden sich ein Viertel der 206 Knochen des menschlichen Körpers. An Fußsohle und Zehen finden sich die Rezeptoren der Hautsinne (Tastsinn) in besonders hoher Dichte. siehe auch:
- Fehlbildungen des Fußes siehe unter Plattfuß, Senkfuß, Podologie, Spreizfuß, Hallux valgus
- Schweißfuß
- Schuhgröße Schuhgröße Kategorie:Anatomie simple:Foot

Schuh

Der Begriff Schuh (von althochdeutsch scuoh Schutzhülle) bezeichnet eine Fußbekleidung die primär dem Schutz der Füße dienen soll. Ein Schuh besteht aus zwei Teilen: Der obere Teil heißt Schaft und der unteren Teil ist der Boden. Der Schaft setzt sich häufig aus mehreren miteinander verklebten oder versteppten (= vernähten) Schichten und Teilen zusammen: Innenschaft (= Futter), Zwischenschaft (= Zwischenfutter) und Außenschaft (= Oberleder). Der Außenschaft kann zudem verschiedene Besatzteile haben (festes Schuhwerk zeigt beispielsweise häufig eine aufgesetzte Hinterkappe im Fersenbereich, um den Fuß weitergehend zu stabilisieren und zu führen.) Der Boden besteht (modellabhängig) aus mindestens einer Sohle (Beispiel: Mokassin) oder einer Innensohle (fachlich: Brandsohle) plus einer daran (indirekt) befestigten Laufsohle (klassischer Lederhalbschuh). Je nach Modell können auch noch (dämpfende) Zwischensohlen (zwischen Innen- und Laufsohle) vorhanden sein (z. B. beim Sportschuh). Oder die Innensohle ist durch eine zusätzliche (herausnehmbare) Deck(brand)sohle abgedeckt. Die Laufsohle zeigt, wenn sie nicht aus Leder ist, in der Regel ein mehr oder minder tiefes Profil. Im Fersenbereich ist häufig noch ein Absatz vorhanden. Neben seiner reinen Schutzfunktion hat der Schuh von jeher auch etwas mit dem Status oder der Gruppenzugehörigkeit des Trägers zu tun. Im alten Ägypten durften nur Pharaonen Sandalen aus Gold- oder Silberblech tragen und nur hohe Beamte und Priester überhaupt Sandalen. Das Volk ging barfuß. Im Mittelalter entschied die Länge der Schuhspitze bei den damals modernen Schnabelschuhen über die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Stand und war streng reglementiert. Zur Zeit des Sonnenkönigs war es nur dem König und hohen Adligen gestatten rote Absätze zu tragen. Im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert trug die „Zurück zur Natur“ und die Friedensbewegung Sandalen. In bestimmten Jugendkulturen waren beziehungsweise sind Schuhe mit ein Bestandteil der kleidungsbedingten Erkennungszeichen (Tods, Mods, Punks, Skinheads, Skater). Und schließlich kommt dem Schuhwerk, insbesondere bei den weiblichen Trägern, eine mehr oder minder starke Modefunktion zu.

Historisches

Den „Urschuh“ gibt es nicht. Zu unterschiedlich waren die klimatischen Randbedingungen der Völker. Wo die einen sich aufgrund kalter Umgebungsbedingungen vermutlich Tierfelle um die Füße und Waden wickelten („Stiefel“), legten andere Völker die Felle nur um die Füße (der so genannte Fußsack woraus später der Mokassin entstand) und wieder andere schützen sich nur gegen den heißen Boden indem sie sich eine Sohle aus Palmblättern unter die Füße banden (Sandale). Aufgrund der verderblichen Schuhmaterialien und der seither vergangenen Jahrtausende weiß man über die Frühzeit der Schuhe wenig und die Forschung ist weitgehend auf Mutmaßungen angewiesen.

Vorzeit

Anhand vergleichender anatomischen Untersuchungen von altsteinzeitlichen Fuß- und Beinskeletten gibt es die Theorie, dass die Menschen in Teilen Europas vor etwa 30.000 Jahren begannen Schuhe zu verwenden. Wandmalereien in einer spanischen Höhle (Alta Mira) zeigen Jäger vor 13. bis 15.000 Jahren, die eine Art „Stiefel“ zu tragen scheinen. Eine Rekonstruktion der Schuhe der Gletschermumie „Ötzi“ (Kupfersteinzeit), offenbart einen differenzierten Schuhbau: Ötzi trug bereits vor 5000 Jahren einen gefütterten Schuh, der mit Schnürsenkeln verschlossen und mit einer separaten „Profil“sohle versehen war.

Antike und Mittelalter

In der Antike wurden dann einfache Schuhe Allgemeingut. So finden sich auf vielen Wand- und Tonmalereien Hinweise auf die mannigfaltige Schuhmode, die in den verschieden Regionen getragen wurde; berühmt sind hier insbesondere die römischen Sandalen. Sandale Im Mittelalter trug das einfache Volk Holzschuhe oder simple Felle oder Stoffe (Fusslappen), die um die Füße gewickelt wurden. Nach den Kreuzzügen wurde bei der Oberschicht und dem Adel feines Schuhwerk nach orientalischem Vorbild modern, welches vorne spitz zulief; die Länge der Spitze kennzeichnete dabei den Stand. Interessant in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass bereits die alten Ägypter, wie auch die Griechen und Römer bereits zweiballige Schuhe bauten. Rechter und linker Schuh waren also asymmetrisch. Eine heutige Selbstverständlichkeit, die aber in den folgenden Jahrhunderten verloren ging und erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts wieder üblich ist.

Ursprung und Geschichte des Absatzes

Ungeklärt ist die Herkunft des Absatzes. Eine Theorie besagt, dass Absätze das Reiten mit Steigbügeln vereinfachte, da sich der Absatz dort „einhängen“ konnte. Einer anderen Darstellung zufolge, hat sich der Absatz aus der Notwendigkeit entwickelt, sich vor dem Schmutz der Straße zu schützen. Da es in den Städten des Mittelalters keine Kanalisation gab, wurde sämtlicher Abfall auf die Straße geworfen, auch die Fäkalien. Um sich vor diesem Schmutz zu schützen, entstanden die ersten (Über-)Schuhe mit sehr hohen Sohlen (im 13. Jahrhundert Trippen, im 17. Jahrhundert Patten). Meistens waren es Holzsandalen mit einem Lederriemen über dem Spann, ähnlich den japanischen Geta-Schuhen. Um Gewicht zu sparen war die hohe Sohle entweder teilweise aus Kork, oder bei den hölzernen Plateausohlen in Höhe der Fußsohlenmitte ausgespart (vergleichbar den Sohlen von Geta-Sandalen. In diese Schuhe stieg man normalerweise mit seinen sohlenlosen Lederschuhen, wenn man auf die Straße ging und zog sie aus, bevor man das Haus betrat. Im 17. Jahrhundert setzten sich Schuhe mit Absätzen in Europa durch. Den Männern boten die Absätze die Möglichkeit größer und kriegerischer zu erscheinen. Den Frauen verschaffte der Absatz eine Betonung des damals recht freizügigen Décolletés und durch die veränderte Haltung des Beckens auch einen erotischen Gang. Zwischendurch wurden die Absätze zwar flacher, doch verschwanden sie nicht mehr von den Schuhen. Lediglich die Höhe variiert, wobei die Mode heutzutage den Damen die höheren Absätze zuspricht.

19. und 20. Jahrhundert

Bei den Schuhmodellen begann eine zunehmende Ausdifferenzierung im 19. Jahrhundert. Viele neue Modelle kamen hinzu. Die Männer wandten sich mehr und mehr dem Halbschuh zu. Erste Modezeitschriften und die Dandies sorgten für ständige Modellweiterentwicklungen. Und mit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert wurden Schuhe ab den 1860er Jahren zunehmend in Fabriken gefertigt, wodurch gutes Schuhwerk stark im Preis sank und für die breite Masse erst erschwinglich wurde. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Kleben für die Schuhherstellung (so genannte AGO-Schuhe, von another great opportunity) erfunden und Mitte des Jahrhundert kam das Anvulkanisieren und Anspritzen der Sohlen an den Schaft hinzu (die so genannten Direktansohlverfahren), wodurch noch weiter kostensenkende Herstellungsverfahresanken weiter im Preis, so dass sich die Schuhmode in immer kürzer werdenden Zyklen erneuerte, denn die Konsumenten konnten sich neue Schuhe ohne weiteres leisten. Insbesondere die Damenschuhmode ist hiervon stark geprägt, während bei den Männerschuhen die klassischen Schuhmodelle seit rund 100 Jahren Bestand haben und nur gelegentlich leichte Veränderungen in die eine oder andere Richtung erfahren. Durch die angespritzte Machart und die Verwendung von Kunstfasergeweben (sowie die Massenproduktion in Niedriglohnländern) trat der Sportschuh ab den 1960, vor allem aber in den 1980er Jahren zu seinem Siegeszug an. Heute werden Sneaker (Sportschuhe für den Alltagsgebrauch) von allen Altersklassen und weiten Teilen der Bevölkerung vieler Länder getragen. Seine Entwicklung wurde durch die zunehmende Freizeit einiger Bevölkerungsgruppen um die Jahrhundertwende 19./20. Jahrhundert begünstigt, die es diesen Menschen ermöglichte Sport zu treiben. Die ersten Sportschuhfabriken (USA und England) entstanden zu dieser Zeit. In den 20er Jahren folgte Addas (heute Adidas) und in den fünfziger jahren machten „Halbstarke“ wie James Dean den Sneaker zunehmend für die Jugend populär. Die 80er Jahre mit dem Fitnessboom taten ihr Übriges. Und heute ist der Sportschuh aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken.

Kategorisierung

Es gibt keine einheitliche Regelung, nach welchen Kriterien Schuhe zu kategorisieren seien. Zu sehr unterscheiden sich die damit jeweils verfolgten Zwecke. So wird ein Hersteller Schuhe gewiss nach anderen Kriterien einteilen, als ein Schuhhändler, und dieser wiederum anders als ein Schuhträger. Gebräuchlich sind beispielsweise Unterteilungen nach:
- Einsatzzweck (Badeschuhe, Tanzschuhe, Gartenschuhe, Businessschuhe, Hausschuhe, Straßenschuhe, Sportschuhe, Wanderschuhe usw.)
- Konstruktionsweise, sog. Machart (geklebte Schuhe, vulkanisierte Schuhe, durchgenähte Schuhe, California Schuhe, rahmengenähte Schuhe usw.)
- Schuhform (Halbschuhe, Stiefel, Schaftstiefel Langschaftstiefel, Sandale und Pantoffel.)
- Schuhmodell (Pumps, Brogue, Bootschuhe, Sneaker, Gummistiefel usw.)
- Schuhverschluss (Spangenschuhe, Reißverschlussschuhe, Monkstraps, Schnürschuhe, Schlupfschuhe/Loafer usw.)
- Schaftschnitt (Oxford, Derby, Kreuzsandale, Kropfschnitt usw.)
- Boden- oder Schaftmaterial (Holzschuhe, Lederschuhe, Gummischuhe usw.)
- Funktion (Sommerschuhe, Winterschuhe, Abendschuhe)
- Geschlecht des Trägers (Damenschuhe, Herrenschuhe und Kinderschuhe)
- Spezialschuhe wie Arbeitsschutzschuhe - immer ohne Stahlkappe; und Sicherheitsschuhe nach EN - immer mit Stahlkappe (S1 antistatisch, Energieaufnahmevermögen im Fersenbereich, Stahlkappe, die 200 Joule aushält; S2 geschlossener Fersenbereich, antistatisch, Energieaufnahmevermögen im Fersenbereich, beständig gegen die Aufnahme und das Eindringen von Wasser (mindestens 60 min.); S3 antistatisch, geschlossener Fersenbereich, Energieaufnahmevermögen im Fersenbereich, beständig gegen die Aufnahme und das Eindringen von Wasser, Stahlsohle zur Durchtrittsicherheit, profilierte und ölresistente Gummilaufsohle) Die wohl bekannteste allgemeingebräuchliche Differenzierung ist die in Sandalen, Halbschuhe und Stiefel. Wobei allein die Bezeichnung „Sandale“ noch wenig aussagt - sind die Riemen über Kreuz verlaufend oder schräg; ist es gar eine weitgehend geschlossene Bäckersandale oder eine Zehenstegsandale? Und der Begriff „Halbschuh“ sagt lediglich aus, das die obere Schaftkante vorne in der Fußbeuge und seitlich unterhalb der Knöchel endet. Ob der Schuh mit einem Riemen, einem Reißverschluss oder einer Schnürung verschlossen wird, ob er Verzierungen hat und aus wievielen Teilen und Nähten der Schaft besteht, wird damit nicht ausgesagt. Gleiches gilt für „Stiefel“; denn jeder Schuh dessen Schafthöhe mindestens 80% der Sohlenlänge beträgt darf sich Stiefel nennen. Und doch sind die Unterschiede zwischen einer Kurzstiefelette und einem Langschaftstiefel mehr als augenfällig. Ebenfalls verbreitet ist die Unterscheidung unter kulturhistorischen Gesichtspunkten nach Schuhgrundtypen: Sandale, Mokassin (oder Opanke), Stiefel, Pantoffel und Halbschuh.

Schuhmodelle

Im täglichen Gebrauch wird deshalb zumeist nach dem Schuhmodell unterschieden. Schuhmodelle werden in erster Linie durch den Schaftschnitt bestimmt; dass heißt nach der Form und Anzahl der Teile, aus denen der Schaft zusammengesetzt ist. Auch können Verzierungen (zum Beispiel beim Brogue) oder die Art des Verschlusses (zum Beispiel beim Monkstrap) für die Definition des Modells eine Rolle spielen. Insofern fließen im jeweiligen Schuhmodell gleich mehrere der oben genannten Unterscheidungsmerkmale zusammen. :: Ein Beispiel, ist der Budapester, ein Herrenschuhmodell, welches sich durch den Verschluss, den Schaftschnitt, die Leistenform, Verzierungen, den Schuhboden und die Konstruktionsweise definiert: Offene Schnürung im Derbyschnitt mit Flügelkappe und Lochverzierungen, dazu einen doppelten Boden in einer zwiegenähten Machart sowie insgesamt eine breite und gerade Schuhform mit einer aufgeworfenen recht breiten, gerundeten Schuhspitze. - Nur ein Schuh der alle diese Merkmale aufweist, ist ein Budapester. Einige Bezeichnungen verschiedener Schuhmodelle:
- Herrenschuhmodelle: Oxford, Derby, Blücher, Sattelschuh, Brogue (Full- oder Halfbrogue, Longwing), Loafer (Pennyloafer, Tasselloafer ...), Norweger, Monkstrap, diverse Stiefelmodelle (Chelsea-Boot, Jodhpur-Stiefel, George-Boot, Balmoral-Boot ...) u. a.
- Damenmodelle: High Heel, Pumps, Sandalette, Pantolette, D'Orsay, Ballerina, Mule u. a.
- Unisexmodelle: Mokassin, Bootschuh, Espadrilles, Pantoffel, Pennyloafer (Collegeschuh), Clog, Westernboot, Sandale u. a.

Maßschuhe und Konfektionsschuhe

Der Leisten

Der für die Montage des Schuhs notwendige Leisten ist die dreidimensionale Form um die herum der Schuh gebaut wird. Diese entspricht quasi einem Abbild des Fußes unter der Berücksichtigung des geplanten Schuhmodells; das sich vor allem in der Leistenspitze und der Fersensprengung (Absatzhöhe) manifestiert. Die Schuhhersteller greifen bei den Abmessungen des Leistens auf Erfahrungswerte zurück, da die Datenbasis über die tatsächlich existierenden Fußmaße der Menschen gering und oft veraltet ist. Das führt häufig zu Passformproblemen (in Umfragen das Hauptproblem des Endverbrauchers mit Schuhen), der Schuh passt dann nicht zur individuellen Fußform, reibt und drückt. Hinzu kommt, dass Menschen verschiedener Regionen unterschiedliche Fußabmessungen und -formen haben. Hier setzen Maßschuhmacher an, die nach den Maßen des jeweiligen Kundenfußes und dem gewünschten Schuhmodell aus einem Holzklotz (meist Buche) den so genannten Maßleisten herausgearbeiten (bzw. vom Leistenbauer herstellen lassen). Industrieleisten werden als Prototypen auch aus Holz gefertigt, für die Produktion jedoch wird allein aus Gründen der Unempfindlichkeit Kunststoff als Leistenmaterial bevorzugt.

Der Maßschuh

Hierbei ist zu unterscheiden zwischen einem orthopädischem Maßschuh und einem „normalem" Maßschuh. Der orthopädische Maßschuh wird ausschließlich nach medizinischer Indikation bestellt und ist im Vergleich zum „normalen“ Maßschuh auch nicht so elegant. Der klassische Maßschuh, also ein handgefertigter Schuh nach den individuellen Kundenvorstellungen und seinen Fußmaßen, ist bei unerfahrenen Laien oft mit dem Nimbus des „besseren Schuhs“ im Vergleich zum hochwertigen Konfektionsschuh versehen. Sachlich betrachtet ist diese Sichtweise jedoch unbegründet. Qualitativ gute (Herren-)Konfektionsschuhe, welche etwa bei einem Ladenpreis ab 300 Euro (Stand: 2005) liegen, werden in verschiedenen Weiten und Leistenformen angeboten, so dass hier eine ebenso gute Passform zu erwarten ist, wie bei einem Maßschuh (ab etwa 1200 Euro). Auch hinsichtlich der Qualität gleichen die verwendeten Bauteile des Top-Konfektionsschuhs denen des Maßschuhs. Die Verarbeitungsqualität eines Maßschuhs ist ebenfalls nicht besser als die eines Konfektionsschuhs der Oberklasse. Denn warum sollte eine per Hand ausgeführte Naht besser sein, als eine maschinell erstellte? Wer jedoch Füße hat, für die er keine passenden Konfektionsschuhe findet, der ist mit einem Maßschuh ebenso gut beraten, wie jemand, der sehr individuelle Vorstellungen des Schuhdesign hat, die ihm nur der Maßschuhmacher verwirklichen kann. Gute Maßschuhmacher sind inzwischen in ganz Europa selten geworden. Einen anerkannt hohen Standard findet man zumeist dort, wo auch entsprechender Wettbewerb besteht: in London (Lobb, Cleverley, Amesbury, ...), Paris (Aubercy, Berluti, ...), Wien (Dr. Materna, Scheer, Maftei, Bálint ...) und Rom (Gatto) bzw. Mailand (Bestetti). Deutschland hat wenige bekannte Maßschuhmacher (Hendrikje Ehlers in Berlin, [http://www.foran-design.de/ Helmut Foran] in Passau, [http://www.harai.de/ Martin Harai] in Neumünster, [http://www.klemann-shoes.com/ Benjamin Klemann] in Basthorst, Annabelle Stephan in Hamburg, [http://www.hjvauk.de/ Hans-Joachim Vauk] in Neumünster). Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts gab es eigentlich nur Maßschuhe, denn die Schuhe wurden in der Regel vom Schuhmacher für den Kunden und nach dessen Wünschen hergestellt. Dafür wurde nicht unbedingt ein neuer Leisten hergestellt, aber doch ein relativ gut passender individuell ausgewählt (heute nennt man das Maßkonfektion und wird von einigen wenigen Herstellern angeboten).

Der Konfektionsschuh

Als in den USA ab Mitte des 19. Jahrhunders aufgrund des rasant ansteigenden Schuhbedarfs die ersten Maschinen zur industriellen Schuhproduktion entwickelt wurden (Steppmaschine, Gradiermaschine, Durchnähmaschine, Doppelmaschine, Einstechmaschine, Zwickmaschine u. a.), wurde das handwerkliche Produktionsmodell („Maßschuh“) in wenigen Jahrzehnten durch die industrielle Schuhproduktion („Konfektionsschuh“) weitgehend ersetzt. In Europa fand diese Entwicklung mit wenigen Jahren Verzögerung statt. Erstmals konnten die Kunden fertige Schuhe kaufen und mussten nicht auf deren Herstellung warten. Die Auswahl wurde größer, die Schuhe konnten vor dem Kauf vergleichend betrachtet werden, die Preise sanken und die Qualität der maschinenproduzierten Schuhe war gleichwertig mit den handgefertigten Schuhen. Vor allem war sie auch gleichbleibend, währen die handgefertigten Schuhe in der Qualität der Tagesverfassung des Schuhmachers entsprechend schwankten. Seitens der Handwerker kam es zu erbitterten Widerständen gegen diese Entwicklung (Streiks; Zerstörung neuer Maschinen) und durch Wettbewerbe versuchte man die Überlegenheit des handrahmengenähten Schuhs unter Beweis zu stellen. Doch die industrielle Entwicklung lief unaufhaltsam voran. Der Schuh war zu einem erschwinglichen Gebrauchsgegenstand geworden, während er früher eine teure Anschaffung oder sogar ein Luxusartikel war. Menschen, die sich zuvor nur holzgenagelte Schuhe leisten konnten, vermochten nun auch genähte Schuhe zu kaufen. Voraussetzung für die industrielle Massenfertigung war eine Normierung der Schuhgrößen. Obwohl die englischen Schuhgrößen (Size) bereits seit dem 14. Jahrhundert bekannt waren, kamen jetzt neue Größen (Pariser Stich/kontinentale Größe) und halbe Größen (zeitweilig sogar Viertelgrößen) hinzu. Trotz aller Normierungs- und Vereinheitlichungsbestrebungen existieren bis heute verschiedene Maßsysteme (für Schuhlängen sowie -weiten) und auch die Umrechnungen sind nicht immer einheitlich. Der trotz Automatisierung noch relativ hohe manuelle Arbeitsanteil bei der industriellen Schuhproduktion führte seit den 1960er Jahren zu einer zunehmenden Verlagerungen der Produktion ins Ausland. Zunächst nach Italien, dann nach Spanien und Portugal und später, nach Öffnung des Eisernen Vorhangs in den Osten Europas (Ungarn, Rumänien), aber auch nach Nordafrika. Inzwischen wird in Indien und Fernost produziert. Die deutsche Schuhproduktion, mit Schwerpunkt in und um Pirmasens, war gegen Ende des 20. Jahrhunderts weitgehend verschwunden.

Materialien

Pirmasens Die für die Herstellung der meisten Schuhen verwendeten Materialien sind heutzutage sowohl hinsichtlich der Schuhschäfte, als auch des Bodens, überwiegend künstlicher Herkunft. Für die Böden werden zumeist thermoplastische Kunststoffe verwendet für die Schäfte Gewebe aus Chemiefasern. Erst bei höherpreisigen Schuhen werden zunehmend natürliche Materialien, allen voran Leder, dem idealen Schuhwerkstoff, eingesetzt.

Bodenmaterialien

Die Laufsohle wird entweder aus einem Polymerwerkstoff (Kunststoff oder Gummi) oder aus Leder gefertigt. Sowohl bei den Gummisohlen (geschäumt, Natur- Kunst- oder gemischter Gummi) als auch beim Leder gibt es gravierende Qualitätsunterschiede (Beim Leder beispielsweise: Crouponleder oder Leder aus weniger dichten Hautstellen, Gruben- oder Gemischgegerbt beziehungsweise nur Schnellgegerbt). Die Zwischensohlen bestehen ebenfalls entweder aus einem (geschäumten und somit dämpfenden) Kunststoff (z. B. Polyurethan oder EVA) oder aus Leder. Die Innensohle (fachlich: Brandsohle) ist besteht oft aus einem Gewebe, aus imprägnierter Pappe oder Leder. Für den Schuhboden gedachte Leder werden pflanzlich gegerbt.

Schaftmaterialien

Naturfasern, Kunstfasern, PVC, und andere

Die Schäfte sämtlicher im beginnenden 21. Jahrhundert gefertigten Schuhe bestehen mehrheitlich nicht mehr aus Leder. Man verwendet sowohl Gewebe aus Naturfasern (z. B. Segelschuhe aus Baumwolle), in überwiegendem Maß aber aus Kunststoff in Gewebeform (z. B. Nylon bei Sportschuhen), oder zu gießende/spritzende Kunststoffe (z. B. PVC für Gummistiefel). Das ist in der Herstellung wesentlich preisgünstiger, in der Qualität immer gleichbleibend und auch auf längere Sicht von den Herstellungskosten genau zu kalkulieren. Selbst viele augenscheinliche Lederschuhe der unteren Preisklasse sind mittlerweile mit Schäften aus Kunstleder (Polyethylen, PE) gefertigt. Gummistiefel, früher noch aus dehnfähigem Naturgummi (Kautschuk/Latex) hergestellt sind mehrheitlich heutzutage aus PVC. Was zunächst als Kostenvorteil erscheint, geht jedoch fast immer mit einer deutlichen Verminderung des Tragekomforts einher. „Schweißfüße“, „stinkende Schuhe“ und Fußpilz sind zu weit verbreiteten, ja schon alltäglichen Problemen geworden. Der Schuhträger gibt seinen Füßen die Schuld, doch liegt die Ursache zumeist in den ungeeigneten Schuhmaterialien und falschen Tragegewohnheiten (tägliches Tragen des gleichen Paars Schuhe, statt Schuhe wechselweise zu tragen wodurch diese immer einen Ruhetag zu Auslüften haben).

Leder

Diese Probleme können durch den Gebrauch von Leder als Schaftmaterial (und - ganz wichtig - auch für die Innensohle) schon im Ansatz vermieden werden. Leder ist bis heute das mit Abstand am besten geeignete Material um daraus komfortable Schuhe zu fertigen. Leder besitzt unter anderem folgende Vorteile: Wasserdampfdurchlässig, wasserdampfspeichernd, im gepflegten Zustand weitgehend wasserdicht, dehnbar und wieder rückstellfähig, kantenreißfest, isolierend, robust und gut ausschauend. Leder ist in vielen Qualitäten erhältlich, die sich sehr zuverlässig im Schuhpreis widerspiegeln. Gute Leder sind hoch atmungsaktiv, äußerste geschmeidig bei gleichzeitig extremer Festigkeit. Bei getragenen Schuhen ist die Lederqualität des Schafts unter anderem an den Gehfalten erkennbar: Passende Schuhe vorausgesetzt, zeugen minimale Gehfalten von hochwertigem Leder; tiefe Gehfaltengräben von minderwertigem Oberleder. Gutes Leder wird über die Jahre sogar noch schöner. Regelmäßig gepflegt entwickelt es eine reizvolle Patina. Billige Leder hingegen, werden im Laufe der Zeit zunehmend abgenutzt aussehen; selbst gute Pflege kann diesen Prozess nicht verhindern. Leder ist gemeinhin ein „Abfallprodukt“ der Lebensmittelindustrie, weshalb Schuhe vornehmlich aus Rind- (bzw. Büffel-), Kalb-, Schweins- oder Schafleder gebaut werden. Die Schäfte (Schuhoberteile) werden zumeist aus chromgegerbten Ledern hergestellt (die derberen und dickeren Schaftleder von Wander- und Arbeitsstiefeln sind pflanzlich gegerbt). Bekannt und verbreitet sind folgende Lederarten:
- Rindbox (robustes Schaftleder, Schuhe mittlerer Preislagen)
- Boxcalf (feines Kalbleder, Schuhe höherer Preislagen. Zunehmend inflationär gebrauchter Begriff, der fälschlich auch billigere Mastboxleder einschließt.)
- Rauleder (umgangssprachlich „Wildleder“ genannt, stark Wasser saugend, Schuhe aller Preislagen)
  - Veloursleder (Fleischseite der Haut nach Außen gewendet; oft billiges Spaltleder; Verwendung für Schuhe aller Preislagen)
  - Nubukleder (äußere Hautschicht, der „Narben“ zeigt nach Außen und ist leicht angeschliffen; Pfirsichhaut; höherpreisige Schuhe, da die Leder fehlerfrei sein müssen)
- Chevreau (Ziegenleder; genauer Zickelfelle; ein sehr dünnes und reißfestes, etwas knitterig ausschauendes Leder; Verwendung für höherwertige Herrenschuhe und für elegante Damenschuhe, auch als Schuhfutter)
- Lackleder (Auf das Leder wird ein hochglänzender Polyurethanlack aufgebracht; sehr kratzempfindlich und nicht atmungsaktiv) Hinzu kommen seltener verwendete so genannte Exotenleder: Fischleder (zum Beispiel vom Rochen, Hai, Aal), Reptilleder (Kroko, Schlange, Echse), Straußenleder oder Emuleder, aber auch Leder aus der Haut vom Elefant, Frosch, Ameisenbär und anderen Tieren. Diese Leder werden zumeist für besondere Luxus- oder Abendschuhe, aber auch für Westernstiefel verwendet.

Herstellung

Emuleder In der vorindustriellen Zeit wurden Schuhe rein handwerklich vom Schuhmacher hergestellt. Heute erfolgt die Schuhproduktion zum größten Teil industriell (aber immer noch mit einem relativ hohen manuellen Arbeitsanteil). Die Arbeit teilt sich in drei Hauptbereiche: Entwicklung und Design, Schaftfertigung und der eigentliche Schuhbau.

Schaftfertigung

In der Stanzerei und Stepperei werden die einzelnen Teile des Schuhschafts vorbereitet. Das beinhaltet je nach Material unterschiedliche Arbeitsgänge. Bei hochwertigen Lederschuhen, werden beispielsweise die Lederstücke ausgestanzt, an den Kanten ausgedünnt und markiert (Schuhgröße). Aus den einzelnen Teilen wird dann der Schaft zusammengeklebt oder genäht. Anschließend wird das Futter (der Innenschaft) in der gleichen Weise gefertigt und in den Außenschaft gebracht (geklebt oder genäht oder beides). Der untere Rand des Schafts (der so genannte Zwickeinschlag) ist breiter gehalten, damit er später unter der Innensohle befestigt werden kann.

Schuhbau

Das Rückgrat fast eines jeden Schuhs ist die Innensohle (fachlich: die Brandsohle, auf der beim fertigen Schuh der Fuß steht, sofern nicht eine Decksohle darüber gelegt ist). Um sie herum gruppiert sich der Schuh: oben wird der Schaft befestigt, unten kommt die Laufsohle dran. Die Brandsohle ist im täglichen Gebrauch stark belastet (Reibung, Druck, Biegung, Fußfeuchte). Deshalb ist sie bei besseren Schuhen aus Leder, bei Schuhen unterer und mittlerer Preiskategorien (zu Preisen siehe unten) besteht sie überwiegend aus einem imprägnierten und versteiften Karton. Der Zusammenbau des Schuhs findet auf dem formgebenden Leisten statt. Über ihn wird der Schaft gezogen (gezwickt) und unter ihm die Brandsohle provisorisch befestigt. Dann werden Schaft und Schuhboden miteinander verbunden. Dabei kommt der Schaftrand (Zwickeinschlag) unter den Brandsohlenrand zu liegen. Die Verbindung kann auf mannigfache Weise (so genannte Machart) geschehen: In der industriellen Fertigung ist heute das Verkleben (klebegezwickt) üblich, teurere Schuhe werden auch genäht (flexibelgenäht, durchgenäht oder rahmengenäht). Bei geklebten Schuhen (Fachjargon: AGO-Schuhe) wird die Brandsohlenunterfläche und der anzuklebende Schaftrand zunächst miteinander verbunden und anschließend die Laufsohle mit hitzeaktivierbaren Klebstoff eingestrichen und unter die Innensohle geklebt. Bei angespritzten Böden (z. B. bei Sportschuhen) wird der an die Innensohle geklebte (oder gestrobelte - mit einer Zickzacknaht befestigte) Schaft zuvor in eine Form eingebracht, so dass von unten der Boden angespritzt werden kann und sich beim Erkalten mit der Innensohle und dem unteren Schaftrand verbindet. Das Profil erhält die Laufsohle durch die Form in der sie erkaltet. Machart Bei genähten Schuhen wird der Schaft und der Boden an die Brandsohle angenäht. Entweder, indem kurzerhand (nach dem Entfernen des Leistens) durch die Brandsohle und den Schaftrand hindurch die Sohle angenäht wird - Prinzip durchgenähte Machart, oder indem zuvor unter die Brandsohle eine Kante (Risslippe, Gemband) geklebt wurde, an die dann in einem weiteren Schritt der Schaft zusammen mit einem umlaufenden Lederband (der so genannte Rahmen) genäht wird (Einstechnaht) - Prinzip rahmengenähte Machart. Der zwischen Brand- und Laufsohle bei Rahmenschuhen dabei entstehende Hohlraum (bedingt durch den unterhalb des Rands der Brandsohle liegenden Zwickeinschlag des Schafts und den Rahmen selbst) wird mit einer Ausballung aus Kork oder Filz (zunehmend auch aus Kunststoffen wie Poron) verfüllt, die es dem Fuß durch ihre Nachgiebigkeit ermöglicht, sich ein eigenes Fußbett zu schaffen. Außerdem wirkt es autrittsdämpfend und temperaturisolierend. Abschließend wird die eigentliche Laufsohle an den rings um den Schuh laufenden, leicht vorstehenden Rahmen angenäht (Doppelnaht). Diese Methode der Schuhfertigung (rahmengenähte Schuhe) ist sehr aufwendig und bleibt nur den besten Schuhen vorbehalten. Ihr Vorteil ist eine jeweils separate Verbindung von Laufsohle und Schaft, was die Reparierbarkeit erhöht und die Passformstabilität über sehr lange Zeit garantiert. Veraltet und mit vielen Nachteilen (reparaturanfällig, steife Schuhböden usw.) behaftet, sind holzgenagelte Schuhe: Hier wird die Laufsohle erst geklebt und dann mit einer Vielzahl von Holzstiften, die durch sie hindurch bis in die Brandsohle getrieben werden, mit der Brandsohle verbunden. Das waren früher die Schuhe des armen Mannes und die Machart in der schwere Stiefel (Bergschuhe, Militärstiefel) gebaut wurden. Zuletzt wird der Absatz angebracht, der entweder aus Kunststoff, Holz oder aus einzelnen Lederschichten (Schichtabsatz) besteht. Der Absatz wird entweder aufgenagelt oder aufgeklebt. Das Anbringen eines Absatzes entfällt dort, wo die Laufsohle aus einem dem Absatz mit umfassenden Stück (zumeist Kunststoff, oder Gummi, aber auch Holz, nie jedoch bei Ledersohlen) besteht.

Finish

Anschließend werden die Schuhe optisch getrimmt. Im einfachsten Fall beschränkt sich das auf ein Einsprühen mit einer Art Selbstglanzspray, wobei die Schuhe, wie in einer Lackierstraße hängend, vollautomatisch an den Sprühdüsen vorbeigeführt werden. Bei hochwertiggen Schuhen wird aufwendig von Hand ausgeputzt, der Schuh mit Schuhcreme eingefärbt sowie geschützt und an maschinell betriebenen Rundpolierbürsten zu Glanz gebracht. Die Hersteller verwenden hierfür die gleichen Hartwachscremes, die auch der Endverbraucher im Laden angeboten bekommt (siehe Schuhpflege-Abschnitt weiter unten). In der Endkontrolle werden die Schuhe noch einmal optisch untersucht, die Schnürsenkel eingezogen, die Schuhe in Seidenpapier eingeschlagen (Vermeiden von Kratzern) und in Kartons gelegt.

Hersteller

International bekannte Hersteller von sehr hochwertigen Herrenschuhen kommen nur aus wenigen, und neben den USA, meist europäischen Ländern mit entsprechender Schuhtradition:
- Großbritannien: [http://www.barker-shoes.co.uk/ Barker], [http://www.bowhillandelliott.co.uk/ Bowhill & Elliott], [http://www.churchsshoes.com/ Church], [http://www.gjcleverley.co.uk/ Cleverley], [http://www.crockettandjones.com/ Crockett & Jones], [http://www.cheaney.co.uk/ Cheaney], [http://www.edwardgreen.co.uk/ Edward Green], Grenson [http://www.grenson.de (hier: deutsche Grenson Seite)], [http://www.loake.co.uk/ Loake], [http://www.johnlobbltd.co.uk/ John Lobb], Sanders & Sanders, Alfred Sargent, [http://www.trickers.com/ Tricker's]
- USA: [http://www.aldenshoe.com/ Alden], [http://www.allenedmonds.com/ Allen-Edmonds], [http://www.florsheim.com/ Florsheim]
- Italien: [http://www.artioli.com/ Artioli], [http://www.rossetti.it/ Fratelli Rossetti], [http://www.gucci.com/ Gucci], [http://www.todsgroup.com/ J.P. Tod's], [http://www.silvanolattanzi.com/ Lattanzi], Santoni, Sergio Rossi, Prada
- Niederlande: [http://www.greveschoenen.nl/ Greve], [http://www.vanbommel.com/ van Bommel], [http://www.vanlier.nl/ van Lier]
- Österreich: [http://www.ludwig-reiter.com/ Ludwig Reiter], [http://www.saint-crispins.com/ Saint Crispin's]
- Spanien: Albaladejo, [http://www.bayshoes.com/ Bay], [http://www.carminashoemaker.com/ Carmina Shoemaker], [http://www.lottusse.com/ Lottusse], [http://www.sanchotrading.com/ Sancho (klass. Schuhe und Westernboots)]
- Frankreich: [http://www.altanbottier.com/ Altan], [http://www.aubercy.com/ Aubercy], [http://www.berluti.com/ Berluti], [http://www.finsbury-shoes.com/ Finsbury], [http://www.paraboot.com/ Paraboot], [http://www.jmweston.com/ J. M. Weston]
- Deutschland: Heinrich Dinkelacker, [http://www.dieterkuckelkorn.de/ Dieter Kuckelkorn], [http://www.schuh-bertl.de/ Schuh-Bertl] International bekannte Hersteller von Damenschuhen gehen zumeist auf berühmte Designer zurück, wie z. B. Salvatore Ferragamo oder Manolo Blahnik. Neben diesen international bekannten „Nobelschuhmarken“ die sich vornehmlich auf die Herstellung von Herrenschuhe spezialisiert haben und zum Teil fast 150 Jahre existieren (also seit Beginn der industriellen Schuhfertigung) gibt es natürlich andere namhafte Hersteller und Marken. In Deutschland sind oder waren dies beispielsweise: elefanten aus Kleve (1908-2005, Firma liqidiert, Markenname von Deichmann aufgekauft); Rieker Schuhe aus Tuttlingen; Salamander aus Kornwestheim, Apollo und Sioux (Fertigung nur noch in Ungarn und Portugal, zur EganaGoldpfeil-Gruppe gehörend); Dorndorf aus Zweibrücken; Rheinberger aus Pirmasens; Lloyd/Ara aus Sulingen; Ada-Ada aus Frankfurt; Manz-Fortuna Schuhfabrik aus Gremsdorf; Heinrich Bause aus Kleve; Peter Kaiser aus Pirmasens (älteste heute noch existierende Schuhfabrik Deutschlands - nur Damenschuhe); Erich Rhode aus Schwalmstadt; Josef Seibel aus Hauenstein ( betreibt eine „gläserne Schuhfabrik“ die besichtigt werden kann); Gabor aus Rosenheim; Marc aus Hessisch Oldendorf; Birkenstock (Rheinland; vermutlich weltweit 4.größter Schuhhersteller); Romika; Medicus; Icas u. a. Abgesehen von Alltagsschuhen kommen aus Deutschland auch bekannte „Spezialschuhe“:
- Bergschuhe: Meindl, Hanwag, Lowa
- Motorradstiefel: Frey-Daytona, Eggenfelden
- Sportschuhe: Puma und Adidas (beide in Herzogenaurach) Allerdings stammen über 90 Prozent der in Deutschland verkauften Schuhe aus Asien (insbesondere Vietnam, China und Indonesien). Die großen Schuhhersteller und -handelsketten lassen dort produzieren. Insofern sind viele der oben genannten, in Deutschland ansässigen Firmen, in der Entwicklung (Design, Leistenfertigung), Verwaltung und Lagerhaltung in Deutschland aktiv, haben jedoch die Produktion ganz oder größtenteils ins Ausland verlagert. Bekannte Schuhmarken/-firmen anderer Länder (eine willkürliche Auswahl): In England (Clarks, Doc Martens), in Dänemark (Ecco), in Frankreich (Mephisto, Kickers), in Tschechien (Bata), in Spanien (Camper), in den USA (Bass, Rockport, Sebago und Timberland) oder in Italien (Baldinini, Brunate, Lario, Galizio Torresi, Gravati, Hogan, Geox). In Pirmasens befindet sich die [http://www.hds-schuh.de/bildung/de/6fachsch.htm/ Deutsche Schuhfachschule] die Meister, Betriebsleiter und Modelleure ausbildet .

Preisstrukturen

Einander zum Verwechseln ähnlich aussehende Schuhe können zum Teil gravierende Preisunterschiede aufweisen. Das hat seine Ursache, neben den verwendeten unterschiedlichen Materialien und deren Qualitäten, hauptsächlich in folgenden Gründen:
- Machart : Die Machart oder auch Konstruktionsweise hat einen sehr großen Einfluss auf den Preis des Endprodukts. Können beispielsweise Sohlen an den Schäften befestigt werden, indem einfach thermoplastisches Material in eine an dem Schaft anliegende Metallform gespritzt wird, kostet das viel weniger, als das (maschinelle) Zusammennähen von Sohle und Schaft.
- Herstellungsland : In Ländern mit anderen Gegebenheiten bei den Arbeitslöhnen, Arbeiterrechten, Umweltschutzgesetzen etc. lassen sich Herstellungskosten sehr effektiv dämpfen.
- Marken, Designer und Trends : Ein Paar Flip-Flops (Zehenstegsandale aus Kunststoff) kann in Mitteleuropa für 2 Euro aber auch für 200 Euro angeboten werden. Ist der Schuhtyp gerade im Trend und die Marke „in“, vielleicht gar noch ein Designerlabel, dann sind solche Preisunterschiede möglich.
Ein paar grobe Ladenpreis-Orientierungswerte (Stand: 2005) für Herrenhalbschuhe: :
- Schuhe aus billigen Materialien (Kunstfasergewebe, Sohlen aus PVC, Polyethylen oder synthetischem Gummi): ca. 10 - 30 Euro :
- Schuhe aus geeigneteren Materialien (billiges Leder, Gummisohlen): ca. 40 - 80 Euro :
- Schuhe aus preiswertem Leder (bekannte Schuhmarken, mit Gummi- oder billiger Ledersohle): ca. 90 - 150 Euro :
- Schuhe aus guten Ledern (Leder- od. Gummisohle, mit „unsichtbaren“ Einsparungen bei der Verarbeitung): ca. 150 - 250 Euro :
- Schuhe aus hochwertigen Ledern maschinengenäht (Ledersohle, hochwertige Verarbeitung): ab ca. 300 Euro ::: Schuhe dieser Preisgruppe unterscheiden sich in der Art und Weise, wie der Schaft mit dem Boden verbunden wurde. Diese vom Fachmann als „Machart“ bezeichnete Bodenkonstruktionsweise entscheidet maßgeblich über den Preis, da sie einen unterschiedlichen Arbeitsaufwand bedingt. In dieser Preiskategorie sind die Schuhe zumeist durchgenäht oder rahmengenäht. Durchgenähte Schuhe sind grundsätzlich billiger (etwa 100 Euro) als vergleichbare rahmengenähte Schuhe, für die auch der genannte Orientierungspreis gilt. :
- Schuhe aus hochwertigem Leder handgenäht (Ledersohle, hochwertige Verarbeitung): ab ca. 500 Euro :
- Schuhe aus hochwertigem Leder, handgenäht und nach Maß gebaut: ab ca. 1200 Euro :
- Schuhe aus exotischen Ledern (z. B. Kroko, maschinen- oder handgenäht, Ledersohle): ab ca. 1500 Euro

Schuhpflege

Flip-Flops Damit Schuhe lange halten, komfortabel und schön bleiben, ist Schuhpflege erforderlich. Die Schuhpflege ist mehr als nur Schuhputzen. Folgende Faktoren sind entscheidend für die Schuhpflege:
- Passform: Das bedeutet Schuhe passend kaufen - geschieht dies nicht, leidet der Schaft (sowie der Fuß) und die Haltbarkeit insgesamt.
- Tragepausen: Schuhe auslüften lassen - Schuhe nicht an zwei aufeinanderfolgenden Tagen tragen, damit die aufgenommene Fußfeuchte vollständig verdunsten kann, anderenfalls wird der Schuh frühzeitig verschlissen.
- Schuhspanner einsetzen - vor allem bei Lederschuhen sorgen sie für den Formerhalt, entlasten den Schuhboden und verhindern das Entstehen tiefer Gehfalten, wenn sich das Leder beim Ausdünsten der Fußfeuchte wieder zusammenzieht (Wichtig: Der Schuhspannner sollte deshalb von seiner Form her möglichst optimal passen und das Fersenendstück des Spanners sollte die Fersenkappe der Schuhs möglichst flächig ausfüllen).
- Schuhlöffel zum Anziehen verwenden (und zum Ausziehen die Schnürbänder immer öffnen), klassisch aus Horn gearbeitet.
- Schuhputz: Schuhe regelmäßig Putzen - Wobei die Pflege von Glattleder-, Stapazierleder- und Rauleder unterschiedlich ausfällt.

Glattlederpflege

# Reinigen - wichtig, damit der Schmutz anschließend nicht konserviert wird (Normalerweise reicht einfaches, aber gründliches Abbürsten.) # Nähren/Imprägnieren/Schützen - Bei Lederschäften am besten mit einer Hartwachspaste aus einer flachen Blechdose. # Glanzbürsten/Polieren - Dem Wachs Zeit zum Aushärten geben (Minimum: eine halbe Stunde), dann die Schuhe mit einer Roßhaarbürste Glanzbürsten oder mit einem weichen Tuch polieren. Maximaler Hochglanz kann durch Polieren mit einem Nylon-Damenstrumpf erreicht werden, Kenner empfehlen auch Anhauchen oder gar Anspucken auf das Leder mit anschliessendem Verreiben. Wichtig: Pflegemittel immer nur sehr dünn auftragen. Statt dem Hartwachs aus der Dose kann auch gelegentlich etwas Emulsionscreme (in Tuben oder Tiegel) aufgetragen werden. Diese bietet aber einen weniger beständigen Glanz und keinen so guten chemischen (Wasser) und mechanischen (Reibung) Schutz. Dafür ist sie farbintensiver, etwas nährender und kann fünf Minuten nach dem Auftrag schon poliert werden. Auch ist bei sehr sehr hellen Oberledern eine Emulsionscreme geeigneter, um eventuelle Farbveränderungen auszuschließen.

Strapazierlederpflege

Strapazierleder werden bei derben stark beanspruchten Schuhen (Arbeitsstiefel, Wanderschuhe) eingesetzt. Zum Reinigen können Schmutzbürsten mit Pflanzenfasern verwendet werden, die den Vorteil bieten auch für nasses Abbürsten (mit klarem Wasser) geeignet zu sein. Als Pflegemittel eignet sich Lederfett oder Fettwachse. Hauchdünn auftragen eine Nacht einziehen lassen und dann (am besten mit der bloßen Hand) auspolieren.

Raulederpflege

Raulederschuhe sollten oft mit einer entsprechenden Bürste (Messingbürste für Velours, Kreppbürste für Nubuk) gründlich ausgebürstet werden (das Leder nimmt begierig Staub auf, der sonst von innen heraus das Leder mechanisch zerstört und langsam zur Vergrauung führt). Ab und an Imprägnieren (Schutz vor Neuanschmutzung und Hydrophobierung). Auf keinen Fall normale Schuhcreme verwenden, da anderenfalls das Rauhleder glänzend wird.

deutsche Schuhmuseen


- [http://www.dlm.de/ Deutsche Ledermuseum / Schuhmuseum Offenbach] : Frankfurter Str. 86 : D-63067 Offenbach : Öffnungszeiten: So-Fr 10:00-17:00 Uhr; Sa. für angemeldete Gruppen nach telefon. Absprache
- [http://www.deutsches-schuhmuseum.de/ Deutsches Schuhmuseum (Museum für Schuhproduktion und Industriegeschichte Hauenstein)] : Turnstraße 5 : D-76846 Hauenstein : Öffnungszeiten: ab 2. Advent/Ende Februar Mo-Fr 13:00-16:00 Uhr; Sa-So 10:00-16:00 Uhr; ab 1. März täglich 10:00-17:00 Uhr
- [http://www.oberstdorf-heimatmuseum.de/ Heimatmuseum Oberstdorf (Museum mit einem Schuhmuseumsteil)] : Oststr. 13 : D-87561 Oberstdorf : Öffnungszeiten: Di-Sa 10:00-12:00 und 14:00 bis 17:30 Uhr Uhr; Sonn- und Feiertags bei Regenwetter wie werktags geöffnet; jeden Di. um 16 Uhr Führung; Gruppenführungen jederzeit; geschlossen von Mitte April bis Ende Mai und Ende Okt. bis Ende Dez.
- [http://www.wessels-schuhe.com/ Miniaturschuhmuseum (im Schuhhaus Georg Wessels)] : Neustraße 16 : D-48691 Vreden : Öffnungszeiten: Mo-Fr 10:00-12:30 und 14:00-18:00 Uhr; Sa 10:00-14:00 Uhr (am 1. Sa. des Monats bis 16:00 Uhr); bei Gruppen mit mehr als 5 Personen vorherige Terminabsprache erforderlich.
- [http://www.pirmasens.de/ Schuhmuseum Pirmasens] (Menüoption „Freizeit“) : Altes Rathaus : Hauptstraße 26 : D-66953 Pirmasens : Öffnungszeiten: Do 15:00-18:00 Uhr; So 10-13 Uhr; andere Tage und Zeiten nach Anmeldung (mit kostenpflichtiger Führung)
- [http://www.weissenfels.de/bas_ebene_4_museum.html#schloss/ Stadtmuseum] : Schloss Neu Augustusburg : Zeitzer Str. 4 : D-06667 Weissenfels : Öffnungszeiten: Di-So 10:00-17:00 Uhr; Mo geschlossen Weitere Ausstellungen gibt es in bei Salamander in Kornwestheim und in der Fagus Leistenfarbik in Alfeld.

Literatur


- Helge Sternke: Alles über Herrenschuhe. Nicolai Verlag, Berlin, 2005, ISBN 3-89479-252-3.
- Colin McDowell: Schuhe – Schönheit, Mode, Phantasie. Wilhelm Heyne Verlag, München, 1989, ISBN 3-453-03606-9
- Marie-Josèphe Bossan: Die Kunst der Schuhe. Parkstone Press USA Ltd., New York, 2004, ISBN 1-85995-771-4.
- Lászlo Vass u. Magda Molnár: Herrenschuhe handgearbeitet. Könemann-Verlag Köln / Tandem-Verlag, Königswinter; 2000, ISBN 3-89508-111-6

Siehe auch

(Links zu einzelnen Schuhmodellen befinden sich im Artikel zu Schuhmodellen) Barfußlaufen, Gamaschen, Leisten, Machart, Schnürsenkel, Schuhsohle, Schuhgröße, Schuhmacher, Schuhmodell

Weblinks


- [http://www.marquise.de/de/themes/schuh/index.shtml Bilder von Schuhen von 1434 bis heute]
- [http://www.uebersee-museum.de/Asien/Chinesische_Schuhe.htm chinesische Schuhe]
- [http://www.johnlobbltd.co.uk/ John Lobb, der weltweit bekannteste Maßschuhmacher]
- [http://www.burgol.de/pdf/schuhpflege-mit-burgol.pdf Eine Anleitung zur richtigen Schuhpflege] Kategorie:Fußbekleidung Kategorie:Fußverkehr simple:Shoe ja:靴

Charles Goodyear

Charles Nelson Goodyear (
- 29. Dezember 1800 in New Haven, Connecticut; † 1. Juli 1860 in New York) war ein US-amerikanischer Chemiker und Erfinder. Goodyear führte die Vulkanisation des Kautschuks ein und schuf damit die Grundlagen für die heutige Kautschukindustrie. Er ist der Erfinder des Hartgummis. Charles Goodyear wurde als erstes von sechs Kindern von Amasa und Cynthia Goodyear geboren. Mit 17 Jahren e