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| Gunnbjørn |
GunnbjørnGunnbjørn war ein Wikinger des 9. Jahrhunderts, der um das Jahr 875 n. Chr. die Insel Grönland entdeckte.
Zu Gunnbjørn gibt es zwei Legenden:
Die erste beschreibt die Entdeckung Grönlands. Angeblich ging Gunnbjørn nicht einmal an Land. Er bezeichnete Grönland als Gunnbjørnland.
Die zweite Legende besagt, dass Gunnbjørn weiter nach Westen in ein Land der Barbaren (Paganen) segelte. Er folgte einem großen Fluss und siedelte an seinem Ufer. Nach Jahren kehrte er nach Norwegen zurück, jedoch ohne Beute.
Während die Entdeckung Grönlands durch Gunnbjørn als sicher gilt, wird die zweite Legende als die Entdeckung Amerikas gedeutet. Am Mississippi wurde angeblich eine Runentafel gefunden, die auf das 8. bis 9. Jahrhundert datiert ist. Jedoch ist dies wohl eher ein Betrug als ein historisches Faktum.
Zu Ehren des Wikingers ist der höchste Berg Grönlands, der Gunnbjørn Fjeld (3753 m) benannt.
Kategorie:Mann
Kategorie:Wikinger
Kategorie:Grönländische Geschichte
Kategorie:Entdecker
Kategorie:Seefahrer
Wikinger
Wikinger (auch Nordmänner, Normannen, Waräger oder Rus) waren keine geschlossene ethnische Gruppe, sondern ursprünglich küstennahe Bauern aus verschieden Gebieten Skandinaviens. Diese entwickelten einen entscheidenden Vorsprung im Schiffbau und benutzten ihre allen anderen weit überlegenen Wikingerschiffe auch für Raubzüge, wodurch sie geschichtlich in Erscheinung traten. So wurden sie nach und nach seefahrende Krieger, die primär zwischen 517 und 1066 vornehmlich Küstengebiete und Inseln Europas plünderten und teilweise kolonisierten, und ein weitreichendes Handelsnetz errichteten.
Handel
Überblick
Der Begriff Wikinger leitet sich vermutlich von dem altnordischen Substantiv víkingr ab. Bis heute ist nicht eindeutig geklärt, warum sie Wikinger genannt wurden und wer den Begriff zuerst verwendete. Wikinger bezeichnet u. U. auch nur den Teil der Normannen, der auf Heerfahrt ging.
(vikva = von der Stelle rücken, bewegen, sich bewegen; norw. vige = weichen; Vík ist eine kleine Bucht, wo das Ufer zurückweicht; Fritz Askeberg in "Norden och kontinenten i gammal tid" (Uppsala 1944) leitet davon víking (vom Verb víkja) als "Reise von Zuhause" ab; víkingr wäre danach einer, der eine Reise macht. [vgl. Korsar zu lat. cursus und Pirat uspr. verwandt mit "fara" = reisen]; die Viking (feminin!) wird gleichbedeutend mit hernaðr "Kriegszug, kriegerischer Überfall". Das Wort ist älter als die Wikingerzeit und bereits im angelsächsischen Wídsíð [altenglischer Text im Exeter-Book des 10. Jh.] belegt. Auch wenn sie allgemein für Raub und Zerstörung bekannt sind, siedelten und handelten sie auch ebenso friedlich und hatten eine hohe Kultur. Die Wikingerzeit bezeichnet den jüngsten Teil der skandinavischen Eisenzeit, sie endet mit der Erobung Englands durch Wilhelm und der etwa gleichzeitigen Christianisierung der letzten Nordgermanen.
Eine Neigung der staatenbildenden Wikinger zum Handel zeigt sich an Handelshäfen wie Birka, Kaupang, Ribe, Ralswiek, Seeburg oder Sigtuna, die auch zum kulturellen Austausch zwischen Skandinaviern, Slawen, Sachsen Balten und Franken beitrugen. Oder Haithabu (nahe Schleswig), bis es schließlich 1055 in einer Schlacht zwischen Harald Hardraada und Sweyn II. zerstört und 1066 von Westslawen endgültig dem Erdboden gleichgemacht wurde. Dennoch fand Handel mit Griechen, Arabern usw. statt. Ein Zentrum für den Handel mit dem Baltikum und Osteuropa war auch die schwedische Insel Gotland.
Eine der wichtigen wenn auch parteiischen zeitgenössischen Quellen ist die Geschichte des Erzbistums Hamburg von Adam von Bremen, anno 1076, in der erstmals die Entdeckung Amerikas (Vinland genannt) durch die Wikinger schriftlich erwähnt wird.
Vinland
Der erste schriftlich bezeugte Wikingerüberfall wird von Gregor von Tours in seiner Historia Francorum beschrieben: Im Jahr 517 überfiel ein dänischer Kleinkönig mit Namen Chlochilaichum mit seiner Flotte Gallien. Er verwüstete und beraubte das Gebiet des austrasischen Frankenkönigs Theoderich I. und nahm etliche Gefangene. Die Flotte stach in See, der König blieb jedoch am Strand und musste auf die Flut warten. So konnte Theudoricus Sohn Theudobertus, der mit einem starken Heer und Flotte anrückte, den König töten, die Dänen in einem Seegefecht besiegen und die Beute zurückholen. Der zweite Bericht stammt erst wieder aus dem Jahr 793, als das Kloster Lindisfarne auf einer Insel vor der Nordostküste Englands von fremden Seefahrern geplündert wurde.
Für die nächsten 200 Jahre ist die Europäische Geschichte voll mit Berichten über die Plünderungen der Wikinger. Sie eroberten den größten Teil Finnlands und des Baltikums sowie große Teile Englands und erichteten Stützpunkte in Irland. Raubzüge führten sie jedoch auch flussaufwärts, weit ins Binnenland von Holland nach Dorestad, in Frankreich z.B. nach Paris, in das Landesinnere von Spanien und selbst nach Kiew in Zentralrussland, wo sie die Kontrolle über dortige Gebiete erlangten. Berichte erzählen außerdem von Überfällen im Mittelmeer (siehe Wikingerraubzüge ins Mittelmeer) und im Kaspischen Meer.
Sie besiedelten Island und Grönland und durch archäologische Funde und deren Auswertung ist mittlerweile belegt, dass sie Neufundland, also Nordamerika, erreichten und dort für kurze Zeit (etwa 50 Jahre) siedelten.
Ab etwa 900 n. Chr. kam es zu Reichsgründungen. In Skandinavien auf den drei Gebieten die heute in etwa denen der modernen Staaten entsprechen.
Die dänischen Wikinger
Die Dänen segelten südlich nach Friesland, Frankreich und um 900 n. Chr. ins südliche England. Knut der Große war König über Dänemark, Norwegen und Teile Englands, als sein Reich seine größte Ausdehnung erreichte. Den Grundstein für dieses Großreich hatten bereits sein Vater, Sven Gabelbart und sein Großvater, Harald Blauzahn. Ein gewisser Rollo dessen genaue Herkunft unklar ist setzte sich 911 in der Normandie fest.
Die norwegischen Wikinger
Die Norweger segelten nach Nordwesten und Westen zu den Färöern, Orkney, Shetlands und nach Irland und Nordengland. Interne Auseinandersetzungen in Norwegen führten im Jahre 970 zur Emigration nach Island, wo sie unbewohnte Gebiete vorfanden und siedelten.
Erik der Rote musste Island verlassen und segelte Richtung Westen, wo er nach einer beschwerlichen Seefahrt Grönland fand und ab 985 besiedelte. Etwa um 1000 wurde Nordamerika vermutlich von Leif Eriksson, dem Sohn Eriks des Roten, von Grönland aus entdeckt, der es Vinland nannte. Eine kleine Siedlung wurde auf der nördlichen Halbinsel von Neufundland bei L'Anse aux Meadows angelegt, aber die Gegenwehr der Ureinwohner führte innerhalb einiger Jahre zu ihrem Ende. Die archäologischen Überreste sind nun UNESCO-Weltkulturerbe.
Siehe auch Geschichte Norwegens
Die schwedischen Wikinger
Die Schweden richteten ihren Blick mitunter nach Schleswig und auf die südliche Ostseeküste primär aber nach Osten. Schon in der Vendelzeit bestand ein intensiver Austausch über Osteuropa bis ins Schwarze Meer, wovon unter anderem die Übernahme von Helmarten wie dem Spangenhelm und Nasalhelm oder dem später für die Wikinger so charakteristischen Brillenhelm zeugen, die auf byzantinische Vorbilder zurückgehen.
Die Wikinger nutzten das verzweigte Flusssystem, um sich in Osteuropa zu bewegen. So kamen sie übers Schwarze Meer nach Konstantinopel (Byzanz) und trieben selbst mit Bagdad Handel. Mit den Ostslawen tauschten sie Honig, Wachs, Bernstein, Felle, Waffen und Sklaven, und verkauften diese für Silber, Seide, Brokat, Gewürze, Helme und Rüstungen. Die Finnen und Slawen nannten diese Skandinavier Rus oder Warjagi (Waräger), von den Byzantinern wurden sie Rhos und Waragoi genannt, und die Araber bezeichneten sie als Al-Madjus, Ruser oder auch Saqaliba.
Die wikingischen Händler-Abenteurer kooperierten mit den Slawen, mitunter schwangen sich kampferfahrene Skandinavier zu lokalen Stammesfürsten auf. Manchmal kam es daher auch zu bewaffneten Auseinandersetzungen. So heißt es in der Nestorchronik, die Slawen hätten die Waräger über das Meer verjagt, sie dann später zurückgerufen, um die Ordnung wiederherzustellen und über sie zu herrschen. Sie erwählten Rurik zu ihrem Fürsten. Viele Nordmänner ließen sich auf Dauer in Russland nieder. Von diesen Rus hat Russland seinen Namen (siehe Kiewer Rus).
Zusammen mit den Slawen überfielen die Rus mit ihren Schiffen ab 860 immer wieder Konstantinopel, so dass sie im Byzantinischen Reich bald gefürchtet waren. Die Byzantiner erkauften sich mit Handelsprivilegien den Frieden und sicherten sich die Dienste der Rus in der kaiserlichen Warägergarde. Ein Häuptlingsbegräbnis mit ritueller Opferung einer Sklavin sowie einer Schiffverbrennung auf dem Lande - und nicht auf dem Wasser wie in vielen Filmen oft fälschlicherweise dargestellt - hat im Jahre 922 der arabische Reisende Ahmad Ibn Fadlān akkurat beschrieben.
Die Wikingerschiffe
Der Bau des Wikingerschiffs erfolgte ohne Pläne nur aus dem mündlich überlieferten Gedächtnis der Väter. Es werden zwei Arten von Schiffen unterschieden:
- Langschiffe, auch als Kriegs- oder Kampfschiffe bezeichnet und auf Grund ihres Stevenschmucks oft "Drachen" genannt
- und Handelsschiffe, so genannte Knorren.
Langschiffe waren die Kriegs- bzw. Kampfschiffe der Wikinger. Sie konnten mit ihnen schnell und unerwartet angreifen - sich aber wieder zurückziehen, bevor ein Vergeltungsschlag organisiert werden konnte. Dieser Schiffstyp war ein ca. 20 m langer Verdränger, deren Holzplanken überlappend in Klinkertechnik verbaut wurden. An den Überlappungen wurden die Planken mit Metallnieten zusammengehalten. Sämtliche hölzernen Schiffsteile aller Schiffstypen wurden mit verschiedenen Beilen aus Baumstämmen nach der jeweiligen Maserung gehackt. Daraus ergab sich insgesamt eine enorme Festigkeit und Belastbarkeit. Auch die Planken wurden nicht gesägt. Die Langschiffe wurden gerudert und gesegelt; sie hatten einen umlegbaren Segelmast, der in kürzester Zeit (ca. 1,5 Minuten) auf- und abgebaut werden konnte. Der Tiefgang aller Schiffe betrug nicht mehr als 1,5 m und sie erreichten eine Maximalgeschwindigkeit von ca. 20 Knoten! Neben der Möglichkeit von Fahrten über lange Entfernungen konnten die Wikinger daher mit ihren Schiffen nicht nur in flachen Gewässern segeln, sondern zusätzlich entlang der Flüsse, selbst unter Brücken hindurch, tief in das jeweilige Landesinnere vordringen.
Mit den Handelsschiffen, die breiter und hochbordiger als die Langschiffe waren, brachen die Wikinger z. B. zu ihren Entdeckungsfahrten nach Grönland und zum Handel in das heutige Russland auf.
Das Steuerruder aller Schiffstypen war auf der rechten Seite, davon leitet sich die Richtungsangabe steuerbord in der allgemeinen Schifffahrt her. Aus der Saga von Riem lässt sich entnehmen, dass die Wikinger schon damals wussten, dass die Erde eine Kugel ist. Ein archäologischer Fund lässt auf die Verwendung einer kompassähnlichen Navigationshilfe schließen. Auch die Gezeiten haben sie gekannt. Insgesamt waren die Wikinger in der Navigation und dem Schiffbau nicht nur für ihre Zeit richtungsweisend, vielmehr stammen viele noch heute verwendete Begriffe aus dem Bereich letztlich von ihnen.
Siehe auch: Geschichte des Wikingerschiffbaus, Langschiffe, Knorren
Gründe der Expansion
Den Grund für die Überfälle sehen einige, neben dem erheblichen Vorsprung im Schiffbau und den damit verbundenen Möglichkeiten, in einer Überbevölkerung, die durch die technischen Fortschritte (wie etwa die Verwendung von Eisen), aber auch durch die seit 800 n. Chr. einsetzende Klimaverbesserung hervorgerufen wurde. Eine Ursache könnten auch Notlagen gewesen sein. So verließen in Frühgeschichtlicher Zeit Kimbern und Teutonen (wahrscheinlich auch Vandalen) Jütland. Etwa zur selben Zeit gingen auch die Goten aufs Festland. Jahrhunderte später verließen Angeln, Jüten und Sachsen die Halbinsel.
Ein weiterer Grund war, dass sich zu dieser Zeit einige Länder (besonders England und Irland) destabilisiert und somit leichte Beute für Überfälle waren. Das Frankenreich hatte besser verteidigte Küsten und befestigte Häfen, was die Wikinger aber nicht von ihren Raubzügen abhielt.
Mythologie und Literatur
Klimaverbesserung
Die germanische Mythologie und die altnordische Literatur berichten uns über ihre heidnische Religion und ihre kühnen Helden.
Das bedeutendste Beispiel für die germanische Mythologie stellt wohl die Edda (Ältere Edda und Jüngere Edda) dar.
In dieser Sammlung sind die verschiedensten Erzählungen der Wikinger zusammengefasst.
Allgemein war Thor der wichtigste Gott der Wikinger und regional hatte dieser sogar eine wichtigerere Position als Odin, der germanische Göttervater. Die Wikinger im Gebiet des heutigen Schwedens verehrten Freyr als einen ihrer wichtigsten Götter, der daher sein Hauptheiligtum im heutigen Uppsala besaß. Außerdem kannten die Wikinger keine Priester.
Sitten und Gebräuche
Sehr oft wurden bei den Wikingern weibliche Säuglinge kurz nach der Geburt getötet. Das hatte den Zweck, dass die Frauen bald wieder schwanger werden konnten, um einen erhofften Knaben zu gebären. Für Ihre kriegerischen Raubzüge waren sie besonders auf männlichen Nachwuchs angewiesen.
Auf ihren Raubzügen nahmen sie Gefangene jeden Alters und Geschlechts mit nach Hause und hielten sie als Sklaven. Mit diesen wurde auch regelrechter Handel betrieben bis in den vorderen Orient. Dort waren besonders blonde Kinder und Frauen begehrt.
Ende der Wikinger
Nach Jahrzehnten des Plünderns wurde der Widerstand in allen Teilen Europas wirkungsvoller und der Druck der deutschen Kaiser förderte die Christianisierung Skandinaviens und führte zu einem milderen Verhalten. Es etablierten sich die großen Königreiche Norwegen, Dänemark und später auch Schweden und man kann annehmen, dass ihre Könige friedlichere Verhältnisse schaffen wollten.
Zeitlich wird das Ende der Wikingerzeit mit der Schlacht bei Hastings im Jahre 1066 festgelegt.
Weiter könnte die zu hohe Bevölkerungszahl und der damit verbundenen Ressourcenknappheit und Bodenknappheit ein Grund für das Ende der Wikinger sein.
Die Normandie
Um 911 bekamen der Wikingerfürst Rollo die Normandie als Lehen im Vertrag von Saint-Clair-sur-Epte vom französischen König Karl dem Einfältigen zugesprochen, nachdem sie lange das Seine-Gebiet rund um Paris verwüstet hatten.
Sie sollten nun Frankreich vor weiteren Überfallen durch Wikinger schützen.
Aufgrund ihrer Herkunft wurden sie Nordmänner oder Normannen genannt; so erhielt die Normandie ihren Namen. Die Normannen nahmen die französische Sprache an und entwickelten im Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung eine neue kulturelle Identität. Zur weiteren Geschichte, insbesondere zur Eroberung Englands 1066 durch den normannischen Herzog Wilhelm der Eroberer und zur Ausbreitung der Normannen bis nach Sizilien, siehe Normannen.
Erfinderreichtum der Wikinger
Schon die Wikinger haben die Linse erfunden. Sie war aus Bergkristall geschliffen und perfekt gearbeitet. Vermutlich hatten die Wikinger auch dafür ein eigenes Gerät entwickelt. Es wurde mit dem Fuß angetrieben und konnte den Bergristall schleifen. Mir der Linse hätten sie theoretisch auch das Fernrohr erfinden können, vielmehr wird aber vermutet dass die Linse zum ausbrennen von Krankheiten und zum Feuerzünden dienlich war. Eine weitere "Erfindung" der Wikinger war die Hochseefischerei. Die Wikinger fischten im grossen Stile auch auf dem Meer und nicht nur mit Reusen und ähnlichem vom Land aus.
Andere Bedeutungen
Der Begriff "Wikinger" ist auch unter Modelleisenbahn-Freunden bekannt : für die kleinen Automodelle im Maßstab 1 zu 87 H0 (gesprochen: "Ha-Null") als Zubehör zur Modellbahn.
- siehe auch: Wiking
Literatur
- Ian Heath, David Nicolle, Angus McBride: Wikinger und Normannen, St. Augustin, Siegler 2003. ISBN 3-87748-630-4
- Benjamin Hudson: Viking pirates and Christian princes. Dynasty, religion, and empire in the North Atlantic, Oxford, Oxford Univ. Press 2005. ISBN 0-19516-237-4
- Angus Konstam: Atlas der Wikinger. Geschichte, Eroberungen und Kultur der Wikinger, Wien, Tosa 2002. ISBN 3-85492-555-7
- Peter H. Sawyer (Hrsg.): Die Wikinger. Geschichte und Kultur eines Seefahrervolkes, Stuttgart, Theis 2001. ISBN 3-8062-1688-6
Siehe auch: Wikinger-Museum Haithabu, Berserker, Jomswikinger, Runenstein, Wickie und die starken Männer :Kategorie:Wikinger
Weblinks
- [http://www.heimskringla.no heimskringla.no - «Kulturformidlingen norrøne tekster og kvad»]
- http://www.vikingnet.de/
- http://www.wikinger.org/
- http://www.uni-tuebingen.de/mittelalter/links/links22.htm
- http://www.norwegen-service.de/Kultur/Die_Wikinger/die_wikinger.htm
- http://www.blinde-kuh.de/wikinger/ (für Kinder)
- http://www.jordheim.info/
Kategorie:Germanischer Stamm
Kategorie:Europäische Ethnie
!Wikinger
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ko:바이킹
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zh-min-nan:Viking-lâng
875
Politik und Weltgeschehen
- Mutmaßliche Gründung bzw. Ersterwähnung von Meschede, Grünstadt, Faurndau
- Karl II. erobert Italien und wird zum Kaiser gekrönt.
- Der Wikinger Gunnbjørn entdeckt Grönland.
-
- 12. August - Ludwig II., römischer Kaiser und König von Italien ( - 825)
ko:875년
BarbarDer Barbar (griech. βάρβαρος, lautmalerisch, wie etwa „blah blah“) war in den Augen der alten Griechen ein Angehöriger eines nichtgriechischen Volkes.
Die Sammelbezeichnung Barbaren (bárbaros, Plural bárbaroi) war für alle Nichtgriechen bestimmt, für Völker, die nicht Griechisch sprachen oder auch nicht die Olympischen Götter verehrten. Sie musste durchaus nicht Verachtung ausdrücken, abzulesen bei Homer am Vorbildcharakter des trojanischen (also „barbarischen“) Helden Hektor in der Ilias, bei Aischylos (Die Perser) in deren menschlicher Würdigung.
Im antiken Rom übernahm man die Bezeichnung „Barbar“ dann für alle Menschen ohne die klassische, griechisch-römische Bildung. Obwohl die Römer die Griechen endlich besiegt hatten, hielten sie viel von deren Kultur und Bildung, die Griechen waren in den römischen Familien (z. B. der Scipionen) als Erzieher beschäftigt (vgl. Polybios), und die griechische Philosophie und Bildung wurde auch im Römischen Reich hoch geehrt, auch wenn man nicht immer nach ihren Idealen handelte. Für Menschen aus anderen Kulturkreisen verwendete man die Pauschalbezeichnung Barbaren, einen Bürger von Rom "barbarus" zu nennen, war aber bereits eine grobe Beleidigung.
Heute gilt die Bezeichnung Barbar hauptsächlich für ungeschliffenes, unzivilisiertes und kulturloses Verhalten, mit dem einen Sprache, Kultur, Ethnie, Bildung eben nicht verbinden. Etwa ähnlich verwendet und oft mit „Barbarei“ verwechselt wird die Bezeichnung: Vandale.
Siehe auch: Barbarei, Barbara
ja:野蛮
Norwegen
Das Königreich Norwegen (norwegisch: Kongeriket Norge/Noreg) ist ein Land in Nordeuropa.
Das skandinavische Land grenzt im Osten an Schweden und im Nordosten an Finnland und Russland. Die Wirtschaftszone Norwegens in der Nordsee grenzt im Süden an die Dänemarks und im Westen an jene Schottlands. Norwegens Staatsform entspricht einer parlamentarischen Monarchie (Königreich mit parlamentarischer Legislative) und ist als Zentralstaat organisiert.
Geographie
Zentralstaat
Hauptartikel: Geographie Norwegens
Die Geographie Norwegens ist von Gebirgsketten und kargen Hochebenen, den Fjells geprägt. Das "Land der Trolle und Fjorde" macht seinem Namen alle Ehre: Die etwa 20.000 km lange Atlantikküste wird unzählige Male von den schmalen und tiefen Buchten unterbrochen, die Meerwasser bis weit ins Landesinnere bringen. Die charaktervolle Landschaft lädt Naturliebhaber und Romantiker ein, ebenfalls an die kleinen Fabelwesen zu glauben, die jeder Norweger als Trolle kennt. Im Landesinneren gestalten hohe Wasserfälle und fischreiche Flüsse die Oberflächenstruktur.
Die Bevölkerung ist nicht nur in den größten Städten konzentriert, sondern über das Land ausgebreitet - von Süd nach Nord nimmt die Bevölkerungsdichte allerdings ab.
Außer Oslo hat Norwegen drei Städte mit über 100.000 Einwohnern, nämlich Bergen, Trondheim und Stavanger.
Norwegen besitzt fünf überseeische Regionen:
- Svalbard (Spitzbergen und Bäreninsel) im Nordatlantik und Nordpolarmeer
- Jan Mayen im Nordatlantik
- Bouvetinsel im Südpolarmeer
- Peter-I.-Insel im Südpolarmeer
- Königin-Maud-Land in der Antarktis
Siehe auch: Liste der Städte in Norwegen, Nationalparks in Norwegen
Bevölkerung
Nationalparks in Norwegen
Einwohnerzahl
Im Herbst 2004 ist die Zahl der Norweger auf über 4,6 Mio. gestiegen und sie steigt um ca. 30.000 Menschen jedes Jahr. Viele davon sind zugewanderte Flüchtlinge oder Einwanderer. Norwegen hat außerdem eine höhere Geburtenrate als andere Länder Europas.
Zusammensetzung
92,1 % der Bevölkerung sind Norweger, dazu zählen auch die Minderheiten der ca. 40.000 Saami (Lappen) und ca. 10.000 Finnen (Kvener).
Am 1. Januar 2005 wohnten 364.981 Ausländer in Norwegen; ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung betrug 7,9%. Die nicht-norwegische Bevölkerung verteilt sich nach den folgenden Herkunftsländern:
Pakistan (26.950), 0,6 %;
Schweden (22.859), 0,5 %;
Dänemark (19.197), 0,4 %;
Irak (18.369), 0,4 %;
Vietnam (17.864), 0,4 %;
Somalia (16.765), 0,4 %;
Bosnien (14.641), 0,3 %;
Iran (13.983), 0,3 %;
Türkei (13.504), 0,3 %;
Serbien (12.455), 0,3 %.
(Stand jeweils: 1. Januar 2005)
75 % der Norweger leben in Städten.
Größte Kommunen
Religion
Es gibt eine amtlich Evangelisch-lutherische Staatskirche: die protestantische, basierend auf der evangelisch-lutherischen Religion. Oberhaupt der protestantischen Staatskirche ist der König. Alle Einwohner Norwegens haben das Recht, ihre Religion frei auszuüben. Rund 10% nehmen regelmäßig an Gottesdiensten oder anderen religiösen Veranstaltungen teil. Verteilung nach Religionen:
- Mitglieder der lutherischen Staatskirche: 85,7 %
- andere Protestanten: 3,5 %
- Katholiken: 1,0 %
- Moslems: 1,7 %
- Buddhisten: 0,2 %
- ohne Religion: 5,6 %
Stand: 1. Januar 2004
Gesundheit, Soziales und Bildung
Sprachen
Norwegisch ist eine nordgermanische Sprache, z. T. stark geprägt vom Niederdeutschen. Die Schriftsprache teilt sich in zwei Varianten: Etwa 85-90 % der Einheimischen schreiben Bokmål (wörtlich: 'Buch-Sprache'). Das Bokmål ist sowohl vom Dänischen als auch von den verschiedenen Mundarten beeinflusst. Etwa 10-15 % schreiben Nynorsk ('Neu-Norwegisch'). Das Nynorsk, das bis 1929 als Landsmål bekannt war und 1885 als zweite offizielle Schriftsprache anerkannt wurde, ist eine künstliche, von Ivar Aasen aus den Dialekten des westlichen Teils des Landes geformte Sprache und wird heute vor allem an der Westküste, in der Fjordregion und in Telemark verwendet. Als gesprochene Sprache spielen heute Dialekte immer noch eine große Rolle.In der Schule müssen norwegische Schüler sowohl Bokmål als auch Nynorsk lernen.
Zu den verschiedenen Sprachen siehe ausführlich Norwegische Sprache.
Neben Norwegisch werden vor allem im Norden des Landes von den nationalen Minderheiten noch Samisch und Finnisch gesprochen.
Norweger lernen wahlfrei Deutsch oder Französisch (die Mehrheit Deutsch) und obligatorisch Englisch als Fremdsprachen in der Schule. Deutsch war traditionell (bis etwa 1950) die erste Fremdsprache in Norwegen (wie auch im restlichen Skandinavien). Heute ist Englisch der Verbreitung nach die erste Fremdsprache, vor Deutsch als zweiter Fremdsprache und Französisch als dritter Fremdsprache. Englisch, Deutsch und Französisch haben einen offiziellen Status als Primärfremdsprachen.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Norwegens
Die menschliche Besiedlung Norwegens begann nach der letzten Eiszeit etwa im 8. Jahrtausend v. Chr., als Jäger und Sammler dem schmelzenden Eis nach Norden folgten. Die bisher ältesten Funde menschlicher Besiedlung sind rund 10.300 Jahre alt. Sie wurden bei Tunnelarbeiten unweit des Nordkaps gefunden.
Der steinzeitlichen Megalithkultur Skandinaviens folgten in der Bronze- und Eisenzeit germanische Einflüsse. In der Zeit der Wikinger (800-1050) wurde Norwegen durch König Harald Hårfagre um das Jahr 900 geeint. In dieser Zeit erfolgte von Norwegen aus die Besiedlung Islands, der Färöer und Grönlands. Einige erreichten sogar Neufundland im heutigen Amerika. Aber auch die Normandie in Frankreich wurde von den 'Nordmännern' besiedelt.
Normandie
Ab 1380 in Personalunion mit Dänemark, trat Norwegen 1397 der Kalmarer Union bei und wurde darin ein relativ unbedeutendes Mitglied. Das Kalmarer Reich hielt formell bis 1523 (Ausscheiden Schwedens), mit Dänemark jedoch bis 1814. Wegen politischer Unterstützung Frankreichs musste Dänemark Norwegen nach den Napoleonischen Kriegen im Frieden von Kiel an den König von Schweden abtreten. Die Übergabe geschah allerdings nicht direkt, weshalb Norwegen für kurze Zeit unabhängig war und sich am 17. Mai 1814 in Eidsvoll seine Verfassung gab, die mit leichten Änderungen bis heute gültig ist. Der 17. Mai ist seitdem Nationalfeiertag. Es folgten 91 Jahre einer Personalunion mit Schweden, bevor sie nach einer Volksabstimmung am 13. August 1905, in der sich eine überwältigende Mehrheit der männlichen Norweger für die Beendigung der Zwangs-Union aussprachen, aufgelöst wurde. Neuer König wurde Prinz Carl aus dem Hause Glücksburg als Haakon VII. Im Ersten Weltkrieg erklärte Norwegen zusammen mit Dänemark und Schweden seine Neutralität. 1920 trat das Land dem Völkerbund bei.
Im Zweiten Weltkrieg, im April 1940, wurde das neutrale Norwegen von Deutschland im Rahmen der Operation Weserübung besetzt. Als Reichskommissar für das besetzte Norwegen wurde Josef Terboven ernannt. Militärisch wurde die Okkupation mit den strategisch wichtigen Häfen an der norwegischen Küste und besonders auch mit dem Hafen Narvik zum Nachschub von Eisenerz aus dem schwedischen Kiruna und einer bevorstehenden englischen Landung begründet. Die Bedeutung Narviks für die deutsche Kriegswirtschaft ist jedoch umstritten, denn das Dritte Reich war weniger auf die schwedischen Eisenerzlieferungen angewiesen als gemeinhin angenommen. Vielmehr galt es, durch die Besetzung des Hafens England von seinen schwedischen Erzzufuhren abzuschneiden. Dies findet seine Bestätigung in der Anweisung Hitlers, die Hafenanlagen für den Gegner und damit zwangsläufig auch für Deutschland unbrauchbar zu machen. Von größerer Bedeutung waren die norwegischen Rohstoffe für die deutsche Kriegswirtschaft, was die Besetzung des Landes vor dem Hintergrund der Schaffung eines "Europäischen Großwirtschaftsraumes" unter deutscher Hegemonie erforderlich machte. Als Hauptrohstoffe seien Eisenerz, Schwefelkies, Molybdän und Aluminium genannt. Gerade der Ausbau der Aluminiumindustrie wurde im "Leichtmetallausbau Norwegen" besonders gefördert. Es handelte sich hierbei um ein gigantisches Investitionsprojekt, durch das die Aluminiumproduktion verachtfacht werden sollte ("Koppenberg-Plan") und an dem auch die deutsche Großindustrie (IG-Farben) aktiv beteiligt war. Letztendlich führte der Kriegsverlauf bereits 1943 zu einer weitgehenden Einstellung der Vorhaben. Norwegen leistete zwar sechs Wochen lang militärischen Widerstand, war aber der deutschen Marine unterlegen. Außerdem gab es auch norwegische Nationalsozialisten (unter ihnen Vidkun Quisling), die sich mit den Deutschen verbündeten und dadurch schließlich an die Macht kamen. Da der größte Teil der norwegischen Bevölkerung ihnen aber ablehnend gegenüberstand, erlangten Widerstandsorganisationen einen hohen Stellenwert. In der Folge kam es immer wieder zu Gefechten der deutschen Truppen mit Großbritannien.
Beim Rückzug der deutschen Truppen wandten diese die Politik der verbrannten Erde an. Viele Orte und Anlagen in Nord-Norwegen wurden vollständig niedergebrannt.
Die moderne Geschichte seit 1969 ist geprägt von Wachstum und Reichtum durch das Erdöl.
Siehe auch: Norwegische Kolonien
Politik
Verfassung
Norwegische Kolonien
Das norwegische Grundgesetz vom 17. Mai 1814 ist von der französischen Verfassung Ende des 18. Jahrhunderts inspiriert.
Das Prinzip der Gewaltenteilung von Montesquieu war wesentliches Vorbild.
Trotz dieses liberalen Einflusses waren Juden und Jesuiten im Reich bis in die 1850er Jahre illegale Minderheiten.
Die in der Verfassung festgeschriebene Gewaltenteilung führte zu mehreren Machtproben zwischen der Regierungsbürokratie (Exekutive), die wesentlich vom schwedischen Königshaus kontrolliert wurde, und dem Storting (der norwegischen Nationalversammlung; Legislative).
Die Krone versuchte, ihre Privilegien als Exekutivmacht auszubauen und das Storting unter Berufung auf die Verfassung weitgehend von den Regierungsgeschäften auszuschließen.
Der Konflikt spitzte sich weiter zu, als sich im Zuge der Industrialisierung die Klassenunterschiede zwischen der beamteten Machtelite und dem aufsteigenden Bürgertum auch in Norwegen verschärften.
In der Gesellschaft wuchs die Ablehnung des königlichen Beamtenstaates.
In der Kommunalpolitik war der nationale Regierungsapparat bereits 1837 durch die Einführung der lokalen Selbstverwaltung praktisch entmachtet. Entsprechend energisch bemühte sich der schwedische Adel um die Wahrung seines Einflusses auf nationaler Ebene.
Die Spannungen eskalierten bis 1884, dem Jahr, das in Norwegen die Einführung des Parlamentarismus markiert.
Der bürgerlich-liberale Stortings-Abgeordnete Johan Sverdrup setzte gegen den Widerstand des Königs Oskar II. von Norwegen das staatsrechtliche Prinzip durch, dass eine Regierung für den eigenen Machterhalt die Unterstützung des Storting benötigt.
Durch diese Abhängigkeit war die durch die Gewaltenteilung festgeschriebene politische Souveränität der Monarchie zugunsten einer Stärkung des Parlaments faktisch aufgehoben.
Der König musste Sverdrup als neuen Ministerpräsidenten mit der Regierungsbildung beauftragen.
In Norwegen gilt das Prinzip des Parlamentarismus. Das Parlament, das aus 165 Abgeordneten besteht, besitzt die Macht. Alle vier Jahre werden neue Repräsentanten gewählt (bis 1936 jedes dritte).
Das Parlament (Stortinget, buchstäblich übersetzt "Das große Thing") besteht aus zwei Teilen, Odelstinget und Lagtinget. Der Unterschied ist aber nicht sehr deutlich, so dass man es als Einkammer-System bezeichnen kann.
Zudem gibt es die gemeindliche Selbstverwaltung. Die 437 norwegischen Kommunen wählen auch jedes vierte Jahr ihre Repräsentanten für die lokale Verwaltung. Norwegen ist jedoch ein Zentralstaat, in dem die lokalen Behörden immer mehr an Einfluss verloren haben. Traditionell ist aber das Prinzip von lokaler Macht wichtig.
In Norwegen haben Große Koalitionen keine Tradition. Minderheiten mit Unterstützung des Parlamentes sind häufiger. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es nur zweimal eine Mehrheitsregierung. Die Sammlungsregierung von Einar Gerhardsen gleich nach dem Krieg, und die Arbeiterpartei-Regierung (Sozial-Demokraten) von 1959. In den letzten Jahren haben die Minderheitsregierungen zu "Stortingsregjering" (Parlamentsregierung) geführt und sind unter Druck geraten.
Bei den Wahlen am 12. September 2005 konnte die "Arbeiderpartiet" (Sozialdemokratische Arbeiterpartei) mit 32,8 % die meisten Stimmen erlangen, so dass zusammen mit der Senterpartiet (grüne Zentrumspartei) und der Sosialistisk Venstreparti (Sozialistischen Linkspartei) die bei den Wahlen angestrebte rot-grüne Regierungsalternative gebildet werden konnte. Neuer Premierminister wurde Jens Stoltenberg. Das Staatsoberhaupt ist König Harald V..
In Norwegen gab es bisher 6 Volksabstimmungen:
- 1905 über die Auflösung der Union mit Schweden. (Ergebnis: Ja)
- 1905 über die Einsetzung Prinz Carls von Dänemark als König Haakon VII. (Ergebnis: Ja)
- 1916 über das Verbot von Alkohol. (Ergebnis: Ja)
- 1927 über die Aufhebung dieses Verbots. (Ergebnis: Ja)
- 1972 über den Beitritt in die Europäische Gemeinschaft. (Ergebnis: Nein)
- 1994 über den Beitritt in die Europäische Union. (Ergebnis: Nein)
Siehe auch: Liste von norwegischen Regierungen, Liste der norwegischen Könige
Parteien
im Storting sind zur Zeit vertreten:
- Arbeiderpartiet (Arbeiterpartei / Sozialdemokratische Partei)
- Høyre (Rechte / Konservative)
- Fremskrittspartiet (Fortschrittspartei / Rechte Protestpartei)
- Sosialistisk Venstreparti (Sozialistische Linkspartei)
- Kristelig Folkeparti (Christliche Volkspartei)
- Senterpartiet (Zentrumspartei / Interessenvertretung der Bauern)
- Venstre (Linke / Liberale)
andere kleine Parteien:
- Kystpartiet (Küstenpartei / Partei für Menschen an der Küste in Nord-Norwegen)
- Arbeidernes Kommunistparti (Kommunistische Partei der Arbeiter / kommunistisch)
- Norges Kommunistiske Parti (Kommunistische Partei Norwegen / kommunistisch)
- Rød Valgallianse (Rotes Wahlbündnis / Norwegens größte kommunistische Partei)
- Kristent Samlingsparti (Christliche Sammlungspartei / christlich, extrem-konservativ)
- Demokratene (Die Demokraten / extrem konservativ)
- Det Liberale Folkepartiet (Die liberale Volkspartei / liberal)
- Pensjonistpartiet (Rentner-Partei / Partei für alte Menschen)
- Miljøpartiet De Grønne (Umweltpartei die Grünen" / Umweltpartei)
Verwaltungsgliederung
Kystpartiet
Das Land ist in 19 Verwaltungsprovinzen (Fylker) eingeteilt. Die kleinste Provinz nach Fläche ist die Hauptstadt Oslo.
Wirtschaft
Die gültige Währung Norwegens ist die Norwegische Krone.
Norwegen besitzt laut HDI-Rang 2005 den höchsten Lebensstandard der Welt. Das Pro-Kopf-Einkommen ist eines der höchsten.
Erdöl
Norwegen ist der siebtgrößte Erdölförderer der Welt. 2003 wurden 151,7 Mio. Tonnen Erdöl gefördert. Die Reserven betrugen 2003 noch 10,1 Mrd. Barrel.
Tourismus
- Tourismus in Norwegen
- Skigebiete in Norwegen
Bild:Hammerfest Meridiandenkmal 1975.jpg|Hammerfest Meridianmonument
Bild:AK2 ubt.JPEG|Häuserzeile in Kristiansand.
Bild:Lofoten_Hamnoy.jpg|Hafen von Hamnøy auf den Lofoten.
Bild:Karl johan statue_1.jpg|Kgl. Schloss in Oslo.
Bild:Gudbransdalen Bahnhof 1975.jpg|Bahnhof im Gudbrandsdalen.
Bild:Fjord in Norway.jpg|Nærøyfjord
Bild:Preikestolen_platform2.png|Preikestolen am Lysefjord
Bild:Trondheim Laden 1975.jpg|Laden in Trondheim
Bild:Hanseviertel Bergen.jpg|Hanseviertel Bergen
Bild:Oslofjord.jpg|Oslofjord
Bild:Oslo Skyline.jpg|Skyline von Oslo
Bild:Oslo Hafen.jpg|Gorch Fock im Osloer Hafen
Kultur
Bibliothekswesen
Das Bibliothekswesen Norwegens wird von der bibliothekarischen Fachwelt als vorbildlich angesehen. Es gibt 892 kommunale öffentliche Bibliotheken, 336 wissenschaftliche Bibliotheken und 19 Landesbibliotheken sowie die Norwegische Nationalbibliothek. Das seit 1947 bestehende Bibliotheksgesetz schreibt den kostenlosen Zugang zu Bibliotheken vor. Norwegen hat eines der umfassendsten Systeme für Pflichtexemplarabgabe weltweit.
Literatur
Norwegen erlebte in der letzten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen kulturellen Aufschwung,
an dem Autoren wie Henrik Ibsen, Bjørnstjerne Bjørnson, Alexander Kielland, Jonas Lie, Amalie Skram, Arne Garborg, Hans E. Kinck und Knut Hamsun einen maßgeblichen Anteil hatten.
Drei Norweger erhielten den Nobelpreis für Literatur: Bjørnstjerne Bjørnson (1903), Knut Hamsun (1920) und Sigrid Undset (1928). Der Friedensnobelpreis wird nach Beschluss des norwegischen Nobelkomitees in Oslo verliehen.
Siehe auch: Liste norwegischsprachiger Schriftsteller
Musik, Theater, bildende Kunst
Die wichtigsten Theaterbühnen sind Den Norske Opera (Oper, die auch das Nationalballett beherbergt), das Nationaltheatret in Oslo, Den Nationale Scene in Bergen und das Nynorsk-Theater Det Norske Teatret in Oslo.
Der bekannteste norwegische Komponist ist Edvard Grieg.
Zu den bekannteren Rock-/Metalbands Norwegens gehören z. B. Dimmu Borgir, Burzum, Gorgoroth, Immortal, Turbonegro, Gluecifer und Kaizers Orchestra.
Der bekannteste Maler ist Edvard Munch, seine Werke sind größtenteils im Munch-Museum in Oslo zu sehen.
Siehe auch: Liste der norwegischen Beiträge beim Eurovision Song Contest
Sport
Siehe auch: Liste norwegischer Sportler
Weblinks
Kategorie:Staat
Kategorie:Monarchie
als:Norwegen
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Entdeckung Amerikas
Die Entdeckung Amerikas wird in der Regel Christoph Kolumbus zugeschrieben (12. Oktober 1492), jedoch ist dies nicht unumstritten. Schon rund 500 Jahre vorher waren z. B. die Wikinger unter Leif Eriksson in Amerika. Das Festland erreichte als erster Giovanni Caboto, als eigener Kontinent wurde Amerika erst 1507 von Amerigo Vespucci erkannt und im selben Jahr von Martin Waldseemüller nach Vespucci als "America" benannt.
Schließlich kann man auch argumentieren, dass natürlich schon Jahrtausende vor Kolumbus Menschen Amerika erreichten und der Begriff der "Entdeckung Amerikas" nur auf die europäische und eventuell asiatische Sicht zutrifft. So stellte bereits im 18. Jahrhundert der deutsche Physiker und Meister des Aphorismus, Georg Christoph Lichtenberg, fest: "Der Amerikaner, der den Kolumbus zuerst entdeckte, machte eine böse Entdeckung." Doch selbst die Ureinwohner Amerikas, die Indianer, werden als erste Amerikaner in Frage gestellt. Die Indianer kamen vor 12.000 Jahren aus Nordostasien.
Hier sind einige Völker und Personen aufgelistet, bei denen es sich möglicherweise um die "Entdecker Amerikas" handelt.
Sicher belegte Entdeckungsfahrten
Nach heutigen Erkenntnissen war mit hoher Wahrscheinlichkeit Leif Eriksson der erste Europäer, der Amerika entdeckte. Leif brach um das Jahr 1000 von Grönland aus auf, wo sein Vater Erik der Rote 986 die erste Siedlung gegründet hatte. Auf der Suche nach neuem Land im Westen gelangte Leif Eriksson mit seiner Mannschaft nach Amerika. Die Wikinger nannten das von ihnen entdeckte Küstengebiet Vinland, wobei es sich wahrscheinlich um das heutige Neufundland handelte. Bei L'Anse aux Meadows wurden im 20. Jahrhundert archäologische Funde gemacht, die den Wikingern zugeordnet wurden. Die Münze von Maine kam wohl von dort über Handelswege der Ureinwohner zu ihrem Fundort.
Auf einer Expedition von Leifs Bruder Thorvald kam es offenbar zu einer ersten Begegnung von Indianern und Wikingern. Die Wikinger nannten die amerikanischen Ureinwohner Skraelinger ("Hässliche Menschen"). Um 1020 begab sich der Wikinger Thorfinn Karlsefni nach Vinland, um dort eine Siedlung zu gründen. Nahrungsmangel und Kämpfe mit den Indianern zwangen die Wikinger dazu, Vinland nach wenigen Jahren wieder zu verlassen.
Offen ist, ob die Wikinger auch das amerikanische Festland erreichten. Die Grönländer-Saga, die von den Entdeckungsfahrten der Wikinger nach Vinland berichtet, nennt auch die Länder Helluland und Markland, an denen sie auf dem Weg nach Vinland vorbeigekommen seien. Bei diesen Ländern könnte es sich um die Baffininsel und Labrador handeln. Es gibt auch Forscher, die Vinland nicht mit Neufundland gleichsetzen, sondern mit Neuschottland oder Massachusetts.
Dass die Wikinger auch weiter ins Landesinnere vordrangen, ist unwahrscheinlich. Der 1898 in Minnesota gefundene Runenstein von Kensington wird heute als Fälschung angesehen.
Um 1004 gebar die Isländerin Guðríður Þorbjarnardóttir das erste Kind europäischer Abstammung in Amerika.
Laut einer Wikinger-Legende landete auch Gunnbjørn, der Entdecker Grönlands um 975 am amerikanischen Kontinent, wissenschaftliche Beweise für diese These gibt es aber nicht.
Siehe hierzu: Entdeckung Amerikas 1492
Der italienische Forscher und Seefahrer Giovanni Caboto (engl. John Cabot) trat 1484 in englische Dienste. König Heinrich VII. beauftragte ihn 1496 mit der Suche eines Westwegs in das Kaiserreich China. In Begleitung seines Sohns Sebastiano trat er die Reise an und entdeckte dabei am 24. Juni 1497 als erster Europäer der Frühen Neuzeit das nordamerikanische Festland, wobei es sich wahrscheinlich um Labrador handelte. Caboto hatte ein Brief für den Chinesischen König dabei, welcher nie ankam, da er während seiner zweiten Reise nach Amerika 1498 plötzlich verschollen war.
Hypothetische Entdeckungsfahrten
Konkrete Jahres- und Personenangaben
Solutréener (um 14.000 v. Chr.)
Menschen der aus Südfrankreich stammenden Kultur des Solutréen überquerten nach einer Theorie der US-Amerikaner Bruce Bradley und Dennis Stanford den Atlantik. In Cactus Hill (Virginia) fand man Speerspitzen aus der Zeit vor Clovis, die denen des Solutréen sehr ähnlich sind. Als angeblicher Beweis für die Theorie werden Gen-Analysen einiger Indianerstämme angeführt, die eine Vermischung von ursprünglich aus Asien stammenden Menschen mit anderen aus Westeuropa um 13.000 v. Chr. belegen sollen.
Siehe hierzu auch den Artikel über den Kennewick-Mann.
Die erste Überlieferung, die für eine Reise von Chinesen nach Amerika spricht, stammt aus dem Jahr 499. Damals bzw. um 480 soll ein chinesisches Schiff das Land Fusang erreicht haben, das nach einem Baum benannt war, der dort vorkam. Dieser Fusang-Baum wird ähnlich dem mittelamerikanischen Maguey beschrieben.
Der irische Mönch Brendan soll im 6. Jahrhundert von Irland aus über verschiedene Inseln, die als Shetland, Färöer und Island gedeutet werden können, ins "Gelobte Land" gereist sein. Dies ist jedoch hochspekulativ, angeblich reiste Brendan mit 12 Begleitern und keine der von ihm beschriebenen Inseln im Westen wurden je gefunden.
Aufzeichnungen des muslimischen Historikers und Geographen al-Masudi zufolge unternahmen ab 880 muslimische Handelsreisende ausgedehnte Reisen in den Nord- und Südatlantik und besiedelten die Kanaren. Unter Chaschchāsch ibn Saʿīd ibn Aswad aus Córdoba sollen sie dabei 889 nicht nur Amerika entdeckt, sondern sogar alte Karten gehabt und neue angefertigt haben. Die alten Karten basierten angeblich auf Navigationsaufzeichnungen der Phönizier, die möglicherweise bereits im 6. Jahrhundert v. Chr. bis nach Nord- oder Mittelamerika gelangten. Kolumbus wiederum warb nachweislich mit Chaschchāschs Reiseberichten und al-Masudis Karten am spanischen Hof für seine eigene Expedition. Er startete schließlich vom Hafen Palos, von dem auch Khashkhash losgesegelt war, und in Kolumbus' Mannschaft befanden sich zwei zum Christentum konvertierte Mauren Andalusiens. Die gleichen muslimischen Quellen soll auch der osmanische Admiral Piri Reis gehabt haben und auf deren Basis 1516 die amerikanische Küste in seine eigenen Karten übertragen haben. Entgegen der gängigen Auffassung, daß Piri Reis die Notizen Kolumbus kopiert haben soll, hält der US-Ethnologe Brent Kennedy es für möglich, daß es umgekehrt gewesen sein könnte. In Nordamerika sollen sich am Vorabend der Ankunft Kolumbus' sogar bereits türkische Siedler niedergelassen haben, deren mit Indianern vermischte (muslimische?) Nachkommen aber ethnischen Verfolgungen sowohl seitens der Einheimischen als auch europäischer Siedler und christlicher Missionare zum Opfer gefallen sein sollen, so Kennedy.
Madoc war ein walisischer Prinz, der 1170 nach Westen reiste. Nach seiner Rückkehr berichtete er von einem riesigen Land, in dem er gewesen sei. Mit einer Gruppe von Siedlern brach er dorthin auf. Es gab nie wieder ein Lebenszeichen von ihnen.
In späteren Jahrhunderten gab es immer wieder Gerüchte, dass im Inneren Nordamerikas ein Indianerstamm existiere, dessen Angehörige Walisisch sprächen. Es soll sich dabei um den Stamm der Mandan im heutigen Missouri gehandelt haben.
Die Annalen der Republik Genua verfügen im Mai 1291 über einen Eintrag, nach dem der Doge Tedisio Doria die Genueser Kaufleute Ugolino Vivaldi und dessen Bruder (nach anderen Autoren hießen sie Vadinus und Guido Vivaldi) zusammen mit anderen Bürgern Genuas und zwei Minoritenbrüdern an Bord von zwei gut ausgerüsteten, besegelten Galeeren, der San Antonio und der Allegrança, mit Proviant und Wasser versehen zu einer Fahrt nach Indien aufbrachen, die Meerenge von Gibraltar passierten und mindestens bis zu einer Stelle gelangten, die Gozara (= Kap Juby nördlich des Kap Bojador) genannt wurde. Auf einer der Kanareninseln sollen sie frisches Wasser und Proviant geladen haben. Der Name einer kleinen unbewohnten Insel nördlich von Lanzarote, Alegranza, wird mit den Brüdern Vivaldi in Verbindung gebracht. Ihr weiterer Verbleib ist unbekannt. Der Sohn eines der Vivaldi-Brüder hat eine Suche nach den Verschollenen in Ostafrika begonnen. Der Seefahrer Usodimare will, als er mit Cadamosto in den Golf von Guinea gelangte, Überlebende der Seeexpedition der Vivaldis getroffen haben. Dem Marinehistoriker de la Roncière verdanken wir die Überlieferung, eine der beiden Galeeren sei bei einer Havarie auf eine Sandbank verloren gegangen, während das zweite die Senegalmündung zwar erreichte, aber dort havarierte.
Strenggenommen handelt es sich dabei nicht um eine Entdeckung Amerikas, wohl aber um eine Seeexpedition, die nach Westen führte und durch einwandfreie Quellen sicher nachgewiesen ist. Die Tatsache, daß die Vivaldis vor 1312, dem offiziellen Entdeckungsdatum der Kanarischen Inseln durch den Genueser Adeligen Lanzaroto Malocello dort landeten um Wasser und Vorräte aufzufüllen, zeigt daß die Kanaren und vermutlich auch die Passatwinde nicht mehr unbekannt waren (sonst hätte man keine besegelten Galeeren gebraucht), Voraussetzungen für die Amerikaentdeckung.
Nach einer Theorie des malischen Historikers Gaoussou Diawara überquerte der König von Mali, Abubakari II., vom heutigen Gambia aus mit ca. 2.000 hochseetüchtigen Schiffen, davon die Hälfte allein mit Trinkwasser und Proviant, den Atlantischen Ozean. Zuvor hatte er die Regentschaft an seinen Bruder, Mansa Musa, abgegeben. Er landete an der Küste Brasiliens, nahe dem heutigen Recife. Der heutige Name der Region, Pernambuco, stammt nach Meinung von Diawara vom Namen der reichen Gold-Minen Malis, Boure Bambouk. Bei einer vorangegangenen, ersten Expedition auf seinen Befehl, an der er nicht persönlich teilnahm, hatte Abubakari II. 200 Schiffe über den Atlantik gesandt, von denen alle bis auf eins durch einen heftigen Sturm auf See versunken waren. Der einzige überlebende Zeuge der Katastrophe berichtete seinem Fürst, daß sie auf offener See unerwartet auf eine heftige Strömung, wie von einem Fluß trafen, woraufhin alle Schiffe, die ihre Fahrt fortsetzten, wie von einem Strudel verschwanden.
Zwei Skelette negroider, etwa 30jähriger Männer, deren Zähne künstliche Verstümmelungen aufwies, wie sie bei traditionellen afrikanischen Stammesgesellschaften belegt sind, mit präkolumbischen, keramischen Schmuckstücken an den Handgelenken, wurden auf den karibischen Jungferninseln gefunden. Den Bodenproben zufolge mußten die Männer um etwa 1250 hier begraben worden sein. Weitere Untersuchungen des Fundortes wurden unterlassen, weil das Smithsonian Institution wegen eines Eisennagels die Datierung für irreführend hielt. Die Fundstelle wurde nicht weiter untersucht, Salzwasser drang ein und die Fundstelle wurde in einen Müllabladeplatz verwandelt. Eisen wurde jedoch bereits 650 v. Chr. in Meroe, Nubien, gewonnen und in Westafrika nachweislich im 7. Jahrhundert, lange vor Kolumbus geschmiedet.
Auf Kolumbus zweiter Reise erfuhr er von Indígenas auf Española von schwarzen Menschen mit metallischen Speerspitzen, die sie "gua-nin" nannten. Eine Probe, die er nach Spanien zur Prüfung sandte, wurde als eine Legierung aus Gold, Silber und Kupfer identifiziert. Das Wort "gua-nin" soll aus westafrikanischen Stammessprachen entlehnt sein. Die Existenz von in Amerika nicht heimischem Kürbis und Bananen (z.B. in der inkaischen Nekropole Ancon) im präkolumbischen Amerika weisen auf Handelsbeziehungen über den Atlantik hin. Auch erwähnten viele Konquistadoren Begegnungen mit Schwarzen, wie z. B. 1523 Vasco Núñez de Balboa, der eine kriegerische Auseinandersetzung zwischen einem Indianerdorf und Schwarzen beschrieb. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts berichtete der Missionar Gregor Garcia von einer Begegnung mit einem Afrikaner auf einer Insel bei Cartagena/Kolumbien.
Am 2. Juni 1398 erreichte angeblich ein gewisser "Prince Zichmni" zusammen mit dem ital. Admiral Antonio Zeno Neufundland. Sie waren auf der Suche nach "Estotiland" (Neufundland?) und "Drogio" (Novia Scotia?). Prince Zichmni war der Fürst von "Frislanda", der bereits vorher zusammen mit Zeno die Shetland-Inseln eroberte.
Die Geschichte stammte vom Venezianer Nicolo Zeno, ein Nachfahre des Antonio Zeno. Er entdeckte Briefe seines Ur-ur-Großvaters und veröffentlichte sie 1558. Anfangs hielt man die Briefe für eine Fälschung, jedoch kamen mit der Zeit immer mehr Indizien, die für die Echtheit der Briefe sprechen. Johann Reinhold Forster, Sohn von Georg Forster, sah in "Prince Zichmni" Prince Henry Sinclair, Earl of Orkney (ital. principe d'Orkney). "Frislanda" wäre demnach die ital. Schreibweise von Fer Island (zwischen Orkneys und den Shetlands).
Im Jahr 1421 soll sich eine große chinesische Flotte unter den Admiralen Zhou Man, Zhou Wen und Hong Bao aus dem Gefolge Zheng Hes auf den Weg gemacht haben, die Welt zu erkunden. Sie sollen das Kap der Guten Hoffnung umrundet und auf verschiedenen Routen fast alle Küstengebiete Amerikas und Australiens erkundet haben. Zwar gibt es für diese Reise keine unmittelbaren Belege, doch kann durch arabische, indianische, australische und europäische Überlieferungen sowie durch Überreste von Schiffswracks und chinesischem Porzellan die mögliche Reiseroute nachvollzogen werden. Diese wird in dem Buch 1421 - Als China die Welt entdeckte von Gavin Menzies detailliert beschrieben.
Im 15. Jahrhundert soll es portugiesische Entdeckungsfahrten nach Mittel- und Südamerika gegeben haben. 1431 und 1448 sollen sie die Großen Antillen erreicht haben und dort eine Kolonie gegründet haben, die bei Kolumbus' Ankunft noch bestanden haben soll.
Auch auf dem südamerikanischen Festland sollen Portugiesen gelandet sein. Sie hielten das Land für unbedeutend und so kam es, dass die Entdeckung unbekannt blieb. Für diese Reise spricht, dass durch den Vertrag von Tordesillas im Jahr 1494 alle Länder westlich einer bestimmten Linie an Spanien fielen. Diese Regelung betraf alle bis dahin entdeckten Gebiete in Amerika. Erst das nach offizieller Darstellung im Jahr 1500 und damit sechs Jahre nach dem Vertrag von Tordesillas entdeckte Brasilien gehörte nach den Vertragsbedingungen den Portugiesen.
1473 führte eine dänische Expedition unter den Hildesheimern Didrik Pining und Hans Pothorst, dem Dänen Scolvus und dem Portugiesen Corte-Real in den Nordatlantik. Die Expedition erreichte Grönland. Einige Forscher sehen es als erwiesen an, dass sie auch Labrador und Neufundland erreichten. Der norwegische Forscher Thor Heyerdahl präsentierte zusammen mit anderen Forschern sogar eine alte Karte, die beidseits der Davisstraße Namen portugiesisch-dänischer Siedlungen aufwies. Einige Forscher gehen sogar soweit zu behaupten, Kolumbus solle sich auf die Daten dieser Entdeckungsreise gestützt hat. Manche gehen so gar so weit, Johannes Scolvus mit Kolumbus gleichzusetzen.
Aufgrund verschiedener Chroniken des 15. Jahrhunderts gilt als wahrscheinlich, dass der französische Kapitän und Kriegsheld Jean Cousin 1488 mit einem Handelsschiff der Reederei Ango von Dieppe nach Westafrika aufbrach und abgetrieben von der Äquatorströmung in Höhe der Azoren nach zweimonatiger Fahrt jenseits des Atlantiks auf ein unbekanntes Land und einen gewaltigen Strom stieß, den er "Maragnon" nannte (es dürfte sich dabei um den Amazonas handeln, der noch heute in einem Abschnitt Río Marañon genannt wird) und nach kurzem Aufenthalt über Westafrika 1489 nach Dieppe wohlbehalten zurückkehrte.
Mögliche Entdeckungen ohne Jahres- und Personenangabe
Auf dem südamerikanischen Kontinent entdeckte man Schädel und Knochenreste von Menschen. Es stellte sich heraus, dass diese Schädel keine Mongoliden (wie die typischen Indígenas), sondern Negriden waren. Sie könnten vor dem Eintreffen der Indígenas das Festland erreicht haben, da sie sehr früh Schifffahrt betrieben. Sie wurden wahrscheinlich von den aus dem Norden kommenden Indígenas nach Süden vertrieben.
In einer Höhle in Südbrasilien entdeckten französische Forscher rituelle Jagdszenen, die denen der Aborigines Australiens nicht unähnlich waren. Mittlerweile scheinen sie sich sicher, daß diese Jagdszenen die Jagd einer Menschengruppe auf eine andere darstellen. Untersuchungen an einwandfrei datierbaren menschlichen Schädeln auf dem südamerikanischen Kontinent weisen in Größe und Form starke Übereinstimmungen mit denen der australischen Aborigines auf. Der jüngste, nachweisliche Fund dieses Menschentyps läßt sich auf etwa 7.000 Jahre datieren. Dann verschwindet dieser Menschentyp, der offenkundig längere Zeit mehr oder weniger friedlich mit dem eher asiatisch-mongolischen Menschentyp zusammen gelebt hat, ziemlich plötzlich spurlos. Nur in Feuerland lassen sich gewisse biologische und kulturelle Anhaltspunkte für die Herkunft der Onas, einer Anfang des 20. Jahrhunderts ausgestorbenen indigenen Gruppe, von einem amerikanischen Aborigine finden.
Der norwegische Anthropologe Thor Heyerdahl bewies 1970, dass eine Überquerung des Atlantiks mit einem Schilfboot nach altägyptischer Bauweise möglich ist. Bislang gab es jedoch keinen Hinweis, dass solche Fahrten in der Antike tatsächlich stattfanden. Bei Haaranalysen ägyptischer Mumien fand man allerdings Spuren von Kokain und Nikotin, was erneut Spekulationen über Transatlantikfahrten in vorchristlicher Zeit auslöste. Bislang ging man nämlich davon aus, dass die ausschließlich in Südamerika heimische Coca-Pflanze erst 1569 durch den spanischen Arzt Nicolás Monardes nach Europa kam. Es gibt für diese Kokain- und Nikotinspuren allerdings auch die Theorie, dass sie von afrikanischen Pflanzen stammen könnten, die bis heute noch nicht umfangreich chemisch analysiert wurden.
Die fähigen Seefahrer der Phönizier durchfuhren das gesamte Mittelmeer und darüber hinaus. Nachgewiesen sind Entdeckungsfahrten zu den britischen Inseln (durch Himilkon) und zum Golf von Guinea (durch Hanno) im frühen 5. Jahrhundert v. Chr., als ebenfalls wahrscheinlich gelten Fahrten zu den Kanaren und Azoren, sowie die Umrundung Afrikas im Auftrag des ägyptischen Pharaos Necho.
Möglichweise entdeckten sie auf einer ihrer Fahrten auch Teile Amerikas, Beweise für diese Theorie gibt es bislang aber nicht. Die in Brasilien gefundenen phönizischen Münzen erwiesen sich als Fälschung. Ebenfalls umstritten ist die Echtheit der Inschrift von Parahaiba.
Aristoteles, Diodorus, ...
Viele antike griechische und römische Schriftsteller und Gelehrte schrieben über eine riesige Insel westlich des atlantischen Ozeans. Im 4. Jahrhundert v. Chr. beschrieb der griech. Schriftsteller Theopompos eine Insel "von unermeßlicher Größe, jenseits von Afrika und den ozeanischen Inseln". Die Städte sollen reich an Gold gewesen sein. Auch Aristoteles (3. Jh. v. Chr.) schrieb: "... jenseits der Säulen des Herakles entdeckten die Karthager (= Phönizier) eine unbewohnte Insel, die reich an Wäldern, an schiffbaren Flüssen und an Früchten sei. Sie liegt mehrere Tagesreisen vom lybischen Festland entfernt...". Im 1. Jahrhundert v. Chr. berichtete Diodorus von Sizilien über eine Insel mit "beträchtlicher Ausdehnung": "... Das Land ist durchzogen von schiffbaren Flüssen... Früher blieb diese Insel aufgrund ihrer großen Entfernung von der bekannten Welt unentdeckt, wurde aber zu einer späteren Zeit entdeckt...".
Viele Historiker sehen in diesen Berichten die Beschreibung von atlantischen Inseln, wie Madeira, den Kanaren oder Azoren, wobei keiner dieser Inseln einen schiffbaren Fluss aufweist.
Römische Seefahrer fuhren im ersten und zweiten Jahrhundert nach Christus nachweislich bis Ceylon. Wahrscheinlich erreichten sie sogar das Kaiserreich China, was chinesische Berichte vermuten lassen. Hinweise oder schriftliche Quellen für Reisen von Römern über den Atlantik gibt es jedoch nicht. Meldungen römischer Münzfunde an der US-amerikanischen Ostküste und aus anderen amerikanischen Staaten gab es wiederholt, konnten jedoch nie bestätigt werden.
An der Küste von Ecuador, nahe Valdivia fand man 1960 Töpferware aus dem 4. und 3. Jahrtausend v. Chr. im Stil der japanischen Jomon-Kultur. Es ist unklar wie sie dorthin gelangte, man vermutet das japanische Fischfänger in einen Sturm gerieten und bis nach Südamerika getrieben wurden.
Diese Hypothese wird von Fachleuten als möglich, aber unwahrscheinlich gehandelt. Eine ähnliche Hypothese gibt es mit den Chinesen. Vor der kalifornischen Küste werden immer wieder chinesische Ankersteine gefunden, allerdings kann man nicht feststellen aus welcher Zeit diese stammen.
Sonstiges
Landkarten
Die Vinland-Karte ist eine der umstrittendsten Landkarten der Erde. Sie zeigt im Nordatlantik die Inseln Island, Grönland und Vinland, letztere mit der Anmerkung "von den Gefährten Bjarni und Leif entdeckt". Grönland ist bereits als Insel in einer ähnlichen wie der heute bekannten Form dargestellt.
Die Herkunft der Karte lässt sich nur bis ins Jahr 1957 zurückverfolgen, doch konnte das Pergament mit der Radiokarbonmethode auf 1434 datiert werden. Die Zeichnungen allerdings wurden mit einer Tinte angefertigt, die Titandioxid enthielt - was erst 1923 entwickelt wurde. Somit wurde die Karte als Fälschung eingestuft.
Neuere Forschungen allerdings erwiesen, dass eine solche Tinte vereinzelt schon im 14. Jahrhundert genutzt wurde. Dadurch flammte der Streit um die Karte wieder auf.
1513
1929 wurde in Istanbul eine alte Landkarte des Atlantiks des osmanischen Flottenadmirals Piri Reis entdeckt. Die Karte stammt vermutlich aus dem Jahr 1513. Er selbst gab an, dass er für die Landkarte ca. zwanzig verschiedene (ältere) Karten verwendet habe. Auf der Karte sind Länder eingezeichnet, die zu seiner Zeit noch nicht entdeckt waren. Während Nordamerika nicht eingezeichnet war, ist Südamerika sehr genau abgebildet. Mittelamerika und die Karibik wurden übergroß dargestellt. Piri Reis hat bei der Abzeichnung einige Fehler gemacht, so wurde z. B. der Amazonas doppelt und Kuba senkrecht gezeichnet. Nebenbei sind auch Tiere abgebildet, wie z. B. Affen in Südamerika und Papageien auf den karibischen Inseln. Es wurde nicht angegeben woher Piri Reis die Karten hat und aus welchem Jahr sie stammen.
Bauwerke
Die Pyramiden von Güímar sind eine Ansammlung von sechs kleinen Stufenpyramiden unbekannten Alters auf der Insel Teneriffa. Sie wurden erst Anfang der 1990er von Thor Heyerdahl untersucht. Bekannt ist, dass es solche Pyramiden einst an vielen Orten der Kanarischen Inseln gab, jedoch sind sie nur in Güímar erhalten geblieben.
Den Pyramidenbau, der in Mittelamerika ebenso wie im Vorderen Orient unabhängig voneinander entwickelt wurde, sah Heyerdahl als Indiz seiner Theorien an, nach denen die Menschheit schon im Altertum transozenanische Kontakte gepflegt habe. Die Tatsache, dass ausgerechnet auf Teneriffa Stufenpyramiden entdeckt wurden, sah Heyerdahl als "missing link" für seine Theorien an, da die Kanaren am günstigsten Schifffahrtsweg zwischen dem Mittelmeer und Zentralamerika liegen.
Literatur
- Samhaber, Ernst: Geschichte der Entdeckungsreisen - Die großen Fahrten ins Unbekannte. München-Zürich 1970 ISBN ?
- Peschel, Oskar: Geschichte des Zeitalters der Entdeckungen. Leipzig 1930 ISBN ?
- Konetzke, Richard: Entdecker und Eroberer Amerikas. Frankfurt am M. 1963 ISBN ?
- Venzke, Andreas: Christoph Kolumbus. Reinbek 1992 ISBN ?
- Enterline, James Robert: Erikson, Eskimos & Columbus - Medieval European Knowledge of America. Baltimore & London 2002 ISBN 0-80186-660-X
- Burckhardt, Jacob: Weltgeschichtliche Betrachtungen. Stuttgart 1978 ISBN 3-52005-512-0
- Dreyer-Eimbcke, Oswald: Kolumbus - Entdeckungen und Irrtümer in der deutschen Kartographie, Frankfurt am Main 1991 ISBN 3-524-69097-1
- Pleticha, Heinrich; Schreiber, Hermann: Die Entdeckung der Welt, Wien 1993 ISBN 3-8000-3490-5
- Johnson, Donald S.: Fata Morgana der Meere - Die verschwundenen Inseln des Atlantiks, München 1999 ISBN 3-8284-5019-9
- Gründer, Horst : Eine Geschichte der europäischen Expansion - Von Entdeckern und Eroberern zum Kolonialismus, Leipzig 1998 ISBN 3-8062-1757-2
Weblinks
- [http://www.sunnah.org/history/precolmb.htm Zur angeblichen Reise Khashkhash b. Saeed b. Aswad] (engl.) Übersetzung [http://www.muslime-weltweit.de/Muslime-weltweit/Artikel/Amerika/Muslime%20vor%20Kolumbus%20in%20Amerika.htm hier]
Siehe auch: Entdeckung Amerikas 1492, Geschichte Amerikas, Entdeckung der Antarktis, Entdeckung Australiens
Kategorie:Amerikanische Geschichte
Kategorie:Europäische Geschichte
Mississippi (Fluss)
Der Mississippi (Mississippi River) ist ein 3.778 km langer Fluss bzw. Strom in den USA.
Zusammen mit dem längeren Missouri, mit dem sich der Mississippi vereinigt, bildet er als Missouri-Mississippi den längsten Strom in Nordamerika.
Er entspringt im US-Bundesstaat Minnesota und fließt südwärts ins Mississippidelta in den Golf von Mexiko.
Flusslauf
Der Mississippi entspringt dem Lake Itasca im nördlichen Minnesota. Er vereinigt sich mit dem Missouri und dem Meramac bei St. Louis in Missouri und mit dem Ohio in Illinois. Bis auf das Gebiet um die Großen Seen entwässert der Fluss das gesamte Gebiet zwischen den Rocky Mountains im Westen und den Appalachen im Osten.
Er fließt durch das Gebiet von zehn US-Staaten: Minnesota, Wisconsin, Iowa, Illinois, Missouri, Kentucky, Arkansas, Tennessee, Mississippi und Louisiana, bevor er im Mississippidelta ca. 160 km südlich von New Orleans in den Golf von Mexico einmündet.
Flussabwärts ist der Mississippi River ab Minneapolis schiffbar. Die Fahrrinne ist meist zwischen 3m und 3,65 tief (10-12 feet). Sie wird ständig von vielen Spezialbooten von Sedimenten freigehalten. Pro Stunde spült der Mississippi ca. 40t Sedimente in das Flussdelta. Die tiefste Stelle ist bei Baton Rouge mit 60,35m (198 feet). Ab dort ist er auch für die Seeschiffe befahrbar. Über den Intracoastal Waterway sowie den Illinois Waterway besteht Anschluss an das Gebiet der Großen Seen.
Nach neueren Forschungen im Jahr 2005 wird gesagt, dass der Mississippi nicht mit seinem Delta endet, sondern als untermeerischer Strom noch rund 2000 Kilometer weiter bis nach Kuba fließt.
Quelle
Im Gegensatz zu den meisten großen Flüssen besitzt der Mississippi keine großen Quellflüsse. Er entspringt dem Itascasee als ein fünf Meter breiter Bach.
Der See liegt etwa bei 47° 15' nördlicher Breite und 95° 12' westlicher Länge, ca. 450 m ü. M. Da ein Quellsee eigentlich keine Quelle sein kann, weil er selber wiederum auf Zuflüsse angewiesen ist, sehen viele Menschen in der Quelle eines kleinen Baches, der in den Itascasee mündet, die Mississippiquelle. Diese Quelle liegt in 512 m Höhe.
Etymologie
Wovon sich der Name Mississippi ableitet ist ungewiss, aber es gibt mehrere Möglichkeiten. Vielleicht stammt es aus der Sprache der Algonkin und bedeutet „Vater der Ströme“ oder „Vater der Gewässer“.
Eine andere Variante wäre aus der Sprache der Anishinabe Messipi für „großer Fluss“.
Vom Wort Mississippi leitet sich wiederum viele Begriffe aus allen möglichen Bereichen ab, wie zum Beispiel der Bundesstaat Mississippi, der Mississippi-Alligator oder der Mississippi Delta Blues.
Die nördlichen Stämme Amerikas nannten den Fluss Mitchisipi oder auch Misipi was soviel wie Großer Fluss oder Vater der Gewässer bedeutet.
Nebenflüsse
Mississippi Delta Blues
Linke Nebenflüsse:
- St. Croix
- Black River
- Chippewa River
- Rock River
- Wisconsin River
- Illinois
- Kaskaskia River
- Ohio
- Hatschie River
- Yazoo River
- Big Black River
Rechte Nebenflüsse:
- Minnesota
- Root River
- Turkey River
- Iowa
- Skunk River
- Salt River
- Missouri
- St. Francis River
- White River
- Arkansas
- Red River
Große Städte am Flusslauf
- Minneapolis (Minnesota)
- St. Paul (Minnesota)
- St. Louis (Missouri)
- Davenport (Iowa)
- Memphis (Tennessee)
- Baton Rouge (Louisiana)
- New Orleans (Louisiana)
Geschichte
Von 700 bis ca. 1600 erstreckte sich am Mississippi die Mississippi-Hochkultur.
Der spanische Entdecker Hernando de Soto war am 8. Mai 1541 der erste Europäer, der den Fluss entdeckte.
Er nannte ihn Rio de Espiritu Santo. 1673 brachen Louis Joliet und Jacques Marquette zu einer großen Expedition auf dem Mississippi auf.
Als erster Europäer erreichte René-Robert Cavelier, Sieur de La Salle 1683 die Mündung des Flusses.
Der Fluss stellte lange Zeit eine Westgrenze des europäisch besiedelten Gebiets in den USA dar. Indianische Stämme wie die Cherokee wanderten über den Fluss nach Westen, das Land westlich des Mississippi war für unbestimmte Zeit als Reservatsland vorgesehen.
Gleichzeitig war er der wichtigste Verkehrsweg des Landes.
Er hatte sowohl kommerzielle Bedeutung, als auch während des amerikanischen Bürgerkriegs militärische.
Ab 1812 fuhr der erste Schaufelraddampfer, Robert Fultons New Orleans im Linienverkehr zwischen New Orleans und Natchez. Bis 1817 waren es bereits 17 dampfgetriebene Fahrzeuge auf dem Fluss geworden, Ende 1818 bereits 31; 1820 waren es 69 Schiffe, bis 1836 war die Zahl auf 381 gestiegen und bis 1850 auf 740 Dampfschiffe. Die meisten Schiffe verkehrten zwischen New Orleans und Louisville, andere auch zwischen New Orleans und Natchez. Kleinere Boote fuhren auch den Yazoo hinauf, um dort direkt die Baumwolle abzuholen. Vor allem transportierte diese Schiffe Baumwolle in den Hafen von New Orleans von wo aus sie nach Europa verschifft wurde.
Eine erste Konkurrenz für die Schiffe begann mit der Eisenbahn. Die erste Strecke, die Vicksburg-Jackson-Railroad nahm 1838 ihren Betrieb auf.
Viele Forschungsreisende machten sich auf die Suche nach der Quelle des Mississippis, wie z.B. Zebulon Pike, der im Dezember 1805 auf Expedition ging. Er vermutete fälschlicherweise im Lake Leech die Quelle.
Erst 1832 gelang Henry Rowe Schoolcraft und Allen die Entdeckung des Itascasees als Quellsee des Stromes.
Besonders die Geschichten Mark Twains über den Fluss gingen in die Weltliteratur ein.
Siehe auch
- Die längsten Flüsse der Erde
Kategorie:Fluss in den USA
ja:ミシシッピ川
ko:미시시피 강
simple:Mississippi River
8. Jahrhundert
Das 8. Jahrhundert begann am 1. Januar 701 und endete am 31. Dezember 800.
In Europa ist es die Epoche des Frühmittelalters.
Zeitalter/Epoche
- Islamische Expansion:
- Eroberung des Westgoten-Reichs auf der iberischen Halbinsel (Schlacht am Guadalete, 711)
- Asturien kann sich als "Widerstandsnest" behaupten (Schlacht von Covadonga, 722)
- Endgültiges Ende der arabischen Expansion im Westen nach der Niederlage gegen die Franken (Schlacht bei Tours und Poitiers, 732)
- Zweite Belagerung Konstantinopels scheitert (717/18)
- Industal wird erobert; Zentralasien wird nach der Schlacht am Talas gehalten; die Zerstörung der indischen Hochkultur durch die islamischen Eroberer beginnt
- Als Reaktion auf die Einfälle islamischer Eroberer in Indien wird der indische Mahayana -und Vajrayana-Buddhismus in Tibet eingeführt, durch König Trisong Detsen, den tantrischen Meisters Padmasambhava und den indischen Abts Santarakshita. Aus dieser Zeit geht die Nyingma-Schule des tibetischen Buddhismus hervor.
- Tod des tibetischen Königs Ligmincha, Untergang der tibetischen Bön-Königsdynastie von Zhang Zhung
- Byzantinischer Bilderstreit: Theologische Auseinandersetzung über die Anbetung von Ikonen
- Fortschreitende Entmachtung der merowingischen Könige durch die karolingischen Hausmeier; Absetzung des letzten Merowingers 751 durch Pippin.
- Beginn der Wikinger-Raubzüge nach West- und Südeuropa; Überfall auf das Kloster Lindisfarne im Sommer 793
Ereignisse/Entwicklungen
- Der fränkische König Karl der Große wird am 24. Dezember 800 in Rom vom Papst zum Kaiser gekrönt.
Persönlichkeiten
- Beda Venerabilis (dt. Beda der Ehrwürdige) ( - um 673 bei Wearmouth in Northumbria; † 26. Mai 735 Kloster Jarrow), englischer Benediktinermönch, Theologe und Geschichtsschreiber
- Leo III. ( - um 680; † 741) byzantinischer Kaiser
- Karl Martell (Karl der Hammer) ( - um 689; † 22. Oktober 741 in Quierzy) war ein fränkischer Hausmeier aus dem nach ihm benannten Geschlecht der Karolinger
- Hischam ( - 691; † 741) Kalif der Umayyaden
- Du Fu ( - 712; † 770), einer der bedeutendsten Dichter der chinesischen Tang-Dynastie
- Alkuin von York ( - 732; † um 804), Bischof von Tours und Berater Karls des Großen
- Karl der Große ( - um 748; † 814), König der Franken, römischer Kaiser
- Hrabanus Maurus ( - um 750; † 856), Mainzer Gelehrter und Erzbischof
- Harun ar-Raschid (Harun der Rechtgeleitete) ( - um 768; † 809), Kalif aus dem Geschlecht der Abbasiden
- Einhard ( - 770; † um 840), fränkischer Geschichtsschreiber und Biograph Karls des Großen.
- Hadrian I. († 795) Papst der römisch-katholischen Kirche
- Guru Rinpoche (Geburts- und Sterbedaten unbekannt), Meister des tantrischen Buddhismus, er führte den Vajrayana-Buddhismus im 8. und 9. Jahrhundert in Tibet ein
- König Trisong Detsen(† 858), regierender König von Tibet, auf dessen Wunsch die Übertragung des Buddhismus aus dem indischen Sanskrit ins Tibetische erfolgte
- Abt Santarakshita, Abt der indischen Klosteruniversität von Nalanda, führte die Übersetzung der buddhistischen Sutren aus und weihte die ersten sieben buddhistischen Mönche in Tibet
- Vairocana, bedeutendste Übersetzter buddhistischer Lehren zur Zeit der ersten Übersetzungsphase buddhistischer Schriften aus dem indischen Sanskrit ins Tibetische
- Vimalamitra, großer buddhistischer Gelehrter des 7./8. Jahrhunderts
Erfindungen und Entdeckungen
- Im Kaiserreich China wird von Bi Sheng die Technik des Setzens von Büchern mit beweglichen Lettern erfunden. Mit Hilfe von Wachs werden dabei einzeln hergestellte Druckstempel aus Keramik auf einer Eisenform angeordnet.
- In der Schlacht am Talas (östlich von Samarkand gelegen) geraten im Jahr 751 Chinesen in persische Kriegsgefangenschaft, mit denen die Kenntnis der Papierherstellung in den arabischen Raum gelangt sein soll.
- Die karolingische Minuskel setzt sich im Handschriftenwesen als Schrifttype durch.
01-08
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ja:8世紀
ko:8세기
simple:8th century
th:คริสต์ศตวรรษที่ 8
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