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Gustav Landauer

Gustav Landauer

Gustav Landauer (
- 7. April 1870 in Karlsruhe; † 2. Mai 1919, ermordet in München-Stadelheim) war Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts einer der führenden Theoretiker und Aktivisten des Anarchismus in Deutschland. Er vertrat eine pazifistische und unter Einfluss Peter Kropotkins auch kommunistische Strömung des Anarchismus.

Leben

Gustav Landauer wird als zweites Kind eines jüdischen Schuhwarenhändlers geboren. Er besucht in Karlsruhe das Gymnasium und studiert in Heidelberg, Berlin und Straßburg Germanistik und Philosophie. In seinen späteren Werken zeigt sich der bleibende Einfluss von Johann Wolfgang von Goethe und Tolstoi. Aber auch der Philosophie Fichtes und Proudhons sowie den anarchistischen Theorien Bakunins und Kropotkins fühlt er sich Zeit seines Lebens verbunden. Bekannt wird er als Übersetzer von Shakespeare-Texten. Gemeinsam mit seiner zweiten Frau Hedwig Lachmann überträgt er auch Werke von Oscar Wilde, u.a. "Das Bildnis des Dorian Gray", ins Deutsche. Im Frühjahr 1889 trifft er in Berlin erstmals seinen Förderer und späteren langjährigen Freund, den deutsch-jüdischen Schriftsteller und Philosophen Fritz Mauthner. In Berlin tritt er im April 1891 auch der ein Jahr vorher gegründeten Freien Volksbühne bei und bekennt sich zum Friedrichshagener Dichterkreis. Im Februar 1892 wird Gustav Landauer Mitglied des "Vereins Unabhängiger Sozialisten" sowie des Herausgeberkollegiums ihres Presseorgans "Sozialist. Organ der unabhängigen Sozialisten". In dieser Zeitschrift veröffentlicht er eine Reihe von Artikeln zu Fragen der Kunst, aber auch kritische Anmerkungen zu politischen Themen sowie den ökonomischen Auffassungen von Karl Marx und Eugen Dühring. Im Oktober 1892 wird er gemeinsam mit Freunden aus der Literatengruppe der "Jungen", die häufig auch im "Verein Unabhängiger Sozialisten" tätig waren, Mitbegründer der Neuen Freien Volksbühne. Ende 1892 heiratet Gustav Landauer die Schneiderin Margarethe Leuschner. Im Juli 1893 spaltet sich der "Verein Unabhängiger Sozialisten". Als ein führender Vertreter des anarchistischen Flügels des Vereins, beendet Landauer im Juli desselben Jahres seine Mitarbeit an der Zeitschrift "Sozialist", dessen letzte Nummer im Januar 1895 erscheint. Auf dem Internationalen Sozialistischen Arbeiterkongress der II. Internationale in Zürich tritt Landauer im August 1893 als Delegierter der Berliner Anarchisten für einen "anarchistischen Sozialismus" ein. Gegen die anarchistische Minderheit nimmt der Kongress, an dem 411 Delegierte aus 20 Ländern teilnehmen, eine Resolution an, die sich für die Teilnahme an Wahlen und die politische Betätigung in den Parlamenten ausspricht. Die Anarchisten werden aus der II. Internationale ausgeschlossen. Im Oktober 1893 wird Landauer erstmals verhaftet und wegen der "Aufforderung zum Ungehorsam gegen die Staatsgewalt" zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt, die im Dezember auf neun Monate ausgedeht werden. Die Haft verbüßt er im Gefängnis von Sorau. 1895 scheitert Landauer mit dem Versuch, sich in der Schweiz eine gesicherte Existenz aufzubauen. Er kehrt nach Berlin zurück, wo er unter sehr bescheidenen materiellen Verhältnissen sein Leben in einem Kreis von Künstlern, Literaten, Theaterleuten und Kritikern fortsetzt. In Berlin gibt er unter dem Titel "Sozialist - Anarchistische Monatsschrift" zwischen 1895 und 1899 erneut eine Zeitschrift heraus. 1899 trifft Landauer erstmals mit seiner späteren zweiten Frau, der 1865 geborenen Lyrikerin und Sprachlehrerin Hedwig Lachmann zusammen. Im September 1899 entscheiden sich beide für einen längeren gemeinsamen Aufenthalt in England, bei dem Landauer ein enges freundschaftliches Verhältnis zu dem russischen Anarchisten Peter Kropotkin aufbaut. Hier wird auch die gemeinsame Tochter von Lachmann und Landauer, Gundula, geboren. 1902 kehren beide nach Berlin zurück. 1903 erreicht Gustav Landauer die Scheidung von seiner ersten Frau, um im gleichen Jahr H. Lachmann zu heiraten. 1906 wird ihre zweite gemeinsame Tochter Brigitte geboren. Von 1909 - 1915 gibt er in Berlin die Zeitschrift "Der Sozialist" heraus, die als Organ des 1908 von Gustav Landauer gegründeten "Sozialistischen Bundes" gilt. Zu den ersten Mitgliedern zählen Erich Mühsam und Martin Buber. Als politische Organisation bleibt der Bund bedeutungslos. In dieser Zeit schreibt Landauer selbst 115 Artikel für die Zeitschrift zu Themen von Kunst, Literatur und Philosophie, aber auch zu Fragen der Tagespolitik. In dieser Zeitschrift veröffentlicht Landauer in größerem Umfang eigene Übersetzungen von Texten des französischen Philosophen und anarchistischen Theoretikers Pierre-Joseph Proudhon. Eine Verschärfung der Zensur führt zur Einstellung der Zeitschrift. 1914 lässt sich Landauer nicht von der allgemeinen Kriegsbegeisterung anstecken, sondern bekämpft von anarchistischen und pazifistischen Positionen aus den 1. Weltkrieg vom ersten Tag an. Die zunehmende materielle Not während des Krieges veranlassen Landauer und seine Familie Berlin zu verlassen und sich in Krumbach, in der Nähe von Ulm, anzusiedeln. Hier stirbt Hedwig Lachmann am 21. Februar 1918 an Lungenentzündung. Ihr Tod erschüttert Landauer tief. Unmittelbar nach dem Krieg und dem Beginn der Novemberrevolution lädt Kurt Eisner Gustav Landauer in einem Brief vom 14. November 1918 zur Teilnahme an der Revolution (vgl. Novemberrevolution und Münchner Räterepublik) in Bayern ein: "Was ich von Ihnen möchte, ist, daß Sie durch rednerische Betätigung an der Umbildung der Seelen mitarbeiten". Nach der Ermordung Eisners durch den republikfeindlichen und völkisch-rechtsextremen Studenten Anton Graf von Arco auf Valley (1897-1945) am 21. Februar 1919 nehmen die Auseinandersetzungen um die Frage eines Rätesystems oder eines parlamentarischen Systems in der neuen bayerischen Republik zu. Als am 7. April 1919 die Räterepublik gegen die gewählte Regierung des Ministerpräsidenten Johannes Hoffmann (SPD) ausgerufen wird, erhält Landauer den Posten des Beauftragten für Volksaufklärung in der ersten Räterepublik des Freistaates Bayern, die in der Regierung zunächst von unabhängigen Sozialisten und Pazifisten wie Ernst Toller oder Anarchisten wie Erich Mühsam oder Landauer selbst dominiert wird. Drei Tage nach der Machtübernahme der Räteregierung durch Funktionäre der KPD um Eugen Leviné und Max Levien erklärt Landauer, enttäuscht von deren Politik, am 16. April 1919 seinen Rücktritt von all seinen politischen Funktionen und Ämtern in der Räterepublik. Nach der gewaltsamen Niederschlagung der Münchner Räterepublik durch Reichswehr und Freikorpsverbände wird Landauer am 1. Mai 1919 in München verhaftet und einen Tag später im Zuchthaus Stadelheim ermordet. Nachdem die Nazis 1933 an die Macht gekommen waren, zerstörten sie sein 1925 errichtetes Grabmal, schickten seine sterblichen Überreste der jüdischen Gemeinde von München und stellten ihr in zynischer Absicht darüber eine Rechnung.

Zitate


- "Es gilt jetzt, noch Opfer anderer Art zu bringen, :nicht heroische, sondern stille, unscheinbare Opfer, :um für das rechte Leben Beispiel zu geben." :Gustav Landauer in "Aufruf zum Sozialismus"
- "Die Anarchie ist der Ausdruck für die Befreiung des Menschen vom Staatsgötzen, vom Kirchengötzen, vom Kapitalgötzen; Sozialismus ist der Ausdruck für die wahre echte Verbindung zwischen den Menschen, die echt ist, weil sie aus dem individuellen Geist erwächst, weil sie als das ewig Gleiche und Eine im Geist des einzelnen, als lebendige Idee blüht, weil sie zwischen den Menschen als freier Bund ersteht." Gustav Landauer in 'Der Sozialist' 15.7.1911, wieder abgedruckt im Sammelband:'Auch die Vergangenheit ist Zukunft..'S.144. (1989)

Ausgewählte Schriften

als Autor
- 1893 Der Todesprediger., Roman
- 1903 Macht und Mächte., Erzählung
- 1907 Die Revolution.,Essay Auflage: Münster 2003 ISBN 3-89771-906-1
- 1911 Aufruf zum Sozialismus. Auflage: Berlin 1998 ISBN 3-926880-11-2 als Übersetzer und Herausgeber
- 1903 Meister Eckharts mystische Schriften (übersetzt von Gustav Landauer)
- 1919
Briefe aus der Französischen Revolution, Neuausgabe Berlin 1999
- Étienne de La Boétie , Knechtschaft. Neuausgabe der Uebersetzung von Gustav Landauer 'Von der freiwilligen Knechtschaft', kommentiert und mit einer biographischen und einer editorischen Notiz. Muenster: Klemm & Oelschlaeger 1991. Nachdruck
- Landauer, Gustav (Hrsg). Der Sozialist. Landauer, Gustav (Hrsg). Der Sozialist. Jg. 1-7 (1909-1915). Mit einer Einleitung von Andreas Seiverth und neuerstelltem Inhaltsverzeichnis. 3 Baende. Topos, Vaduz 1980

Literatur


- Martin Buber (Hrsg.):
Gustav Landauer - Sein Lebensgang in Briefen, 1929.
- Gustav Landauer:
Der werdende Mensch. Aufsätze zur Literatur, Leipzig und Weimar, 1980. - Aufsätze von Gustav Landauer nebst einem Essay von Arnold Zweig sowie einer biographischen Skizze von G. Hendel (auf diese wurde im o.g. Text Bezug genommen)
- Bernhard Braun:
Die Utopie des Geistes. Zur Funktion der Utopie in der politischen Theorie Gustav Landauers. Idstein: Schulz-Kirchner Verlag, 1991.
- Hanna Delf, Gert Mattenklott (Hrsg.):
Gustav Landauer im Gespräch. Symposium zum 125. Geburtstag. Tübingen: Niemeyer, 1997.
- Leonhard M Fiedler, Renate Heuer, Annemarie Taeger-Altenhofer (Hrsg.):
Gustav Landauer (1870-1919). Eine Bestandsaufnahme zur Rezeption seines Werkes. Frankfurt a. Main: Campus, 1995.
-
Gustav Landauer. Von der Kaiserstraße nach Stadelheim (1870-1919). Karlsruhe: Edition Isele, 1994.
- Thorsten Hinz:
Mystik und Anarchie. Meister Eckhart und seine Bedeutung im Denken Gustav Landauers. Berlin: Karin Kramer Verlag, 2000.
- Wolf Kalz:
Gustav Landauer. Kultursozialist und Anarchist. Meisenheim am Glan: Verlag Anton Hain, 1967.
- Ruth Link-Salinger (Hyman):
Gustav Landauer. Philosopher of Utopia. Indianapolis: Hackett Publishing Company, 1977.
- Eugen Lunn:
Prophet of Community. The Romantic Socialism of Gustav Landauer. Berkeley: Univerty of California Press, 1973.
- Michael Matzigkeit (Hrsg.):
"...die beste Sensation ist das Ewige..." Gustav Landauer - Leben, Werk und Wirkung. Düsseldorf: Theatermuseum der Landeshauptstadt Düsseldorf, 1995; 2. Aufl. 1997. (mit vielen Fotos)
- Charles B. Maurer:
Call to Revolution. The Mystical Anarchism of Gustav Landauer. Detroit: Wayne State University Press, 1971.
- Hansjörg Viesel: Literaten an der Wand. Die Münchner Räterepublik und die Schriftsteller. insbesondere Gustav Landauer Seite 255 ff.Büchergilde Gutenberg, Frankfurt 1980.
- Joachim Willems:
Religiöser Gehalt des Anarchismus und anarchistischer Gehalt der Religion? Die jüdisch-christlich-atheistische Mystik Gustav Landauers zwischen Meister Eckhart und Martin Buber. Albeck bei Ulm 2001.
- Gustav Landauer zur Einführung (Hg.: Siegbert Wolf)Hamburg 1988.ISBN 3-88506-839-7
- Siegbert Wolf (Hg.): Gustav Landauer. Auch die Vergangenheit ist Zukunft. Essays zum Anarchismus. Sammlung Luchterhand Frankfurt 1989.
- Siegbert Wolf (Hg.): Gustav Landauer Bibliographie. Grafenau 1992.
- Frank Pfeiffer:
»Mir leben die Toten...« Gustav Landauers Programm des libertären Sozialismus. Hamburg: Verlag Dr. Kovac, 2005.

Weblinks


-
- http://www.raete.de/ - Jenseits der Macht; die Gräber von Landauer und Eisner
- http://gutenberg.spiegel.de/autoren/landauer.htm - Gustav Landauer beim Projekt Gutenberg-DE Kategorie:Mann Landauer, Gustav Landauer, Gustav Landauer, Gustav Landauer, Gustav Landauer, Gustav

7. April

Der 7. April ist der 97. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 98. in Schaltjahren) - somit bleiben 268 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 1521 - Ferdinand Magellan erreicht Cebu, eine Insel im Süden der Philippinen.
- 1683 - Der französische Entdecker René-Robert Cavelier, Sieur de La Salle erreicht als erster Europäer die Mündung des Mississippi.
- 1766 - Der Wiener Prater, bisher kaiserliches Jagdrevier, wird der Wiener Bevölkerung zur allgemeinen Benutzung übergeben.
- 1767 - Burmesen verwüsten nach einjähriger Belagerung die alte Hauptstadt Ayutthaya in Thailand.
- 1822 - Brasilien erlangt die Unabhängigkeit von Portugal.
- 1831 - Pedro I. übernimmt die Regierung in Portugal.
- 1839 - Eröffnung der Leipzig-Dresdner Eisenbahn als erste deutsche Fern-Eisenbahn
- 1939 - Annexion Albaniens durch Italien.
- 1945 - Die japanische HIJMS Yamato, das größte Schlachtschiff aller Zeiten, sinkt nach schweren US-Luftangriffen. Weit über 2.000 Besatzungsmitglieder sterben.
- 1948 - Die Weltgesundheitsorganisation WHO (World Health Organization) wird gegründet.
- 1953 - Der Schwede Dag Hammarskjöld wird zum Generalsekretär der Vereinten Nationen gewählt.
- 1955 - Anthony Eden übernimmt, als Nachfolger des aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Churchill, das Amt des britischen Premierministers.
- 1977 - Generalbundesanwalt Siegfried Buback wird in Karlsruhe von RAF-Terroristen erschossen.
- 1997 - Tokio, Japan. Kaiser Akihito und Kaiserin Michiko empfangen Bundespräsident Roman Herzog zu seinem Staatsbesuch.
- 1997 - In der Republik Zaïre entziehen die von Laurent Kabila angeführten Rebellen mit der Eroberung der Provinzhauptstadt Lubumbashi Präsident Mobutu Sese Seko und seinem Regime die finanzielle Basis für den Machterhalt.
- 1999 - Volksrepublik China. Regierungschef Zhu Rongji trifft in Los Angeles zu einem neuntägigen USA-Besuch ein.
- 2003 - US-Truppen nehmen Baghdad, Saddam Husseins Regime endet zwei Tage später.
- 2005 - Die indischen und pakistanischen Teile Kaschmirs werden zwischen Srinagar und Muzzafarabad erstmals seit Jahrzehnten durch eine Buslinie verbunden.
- 2005 - Im brasilianischen Bundesstaat Pernambuco besetzt die MST mehrere Farmen; Die Bewegung fordert von der Regierung rasche Landreformen.

Wirtschaft


- 1964 - IBM stellt das System /360 vor.
- Die Volksrepublik China gibt bekannt, wegen des Wirtschaftsaufschwungs in den kommenden beiden Jahrzehnten 40 Atomkraftwerke zu bauen.

Wissenschaft, Technik


- 1348 - Die Universität Prag wird als erste deutsche Universität und erste Universität nördlich der Alpen von König Karl IV. gegründet.
- 1795 - In Frankreich wird das metrische System gesetzlich eingeführt. Der Meter war seit dem 7. April 1795 in Frankreich die gesetzliche Längeneinheit (siehe Urmeter).
- 1969 - Das RFC 1 mit dem Titel "Host Software" wird veröffentlicht. Dies kann als die Geburtsstunde des Internet bezeichnet werden.
- 2001 - Die amerikanische Raumsonde 2001 Mars Odyssey startet mittels einer Delta II-Trägerrakete zum Mars, um die chemischen Elemente seiner Oberfläche zu kartieren und nach Wassereis zu fanden.

Kultur

Wassereis]
- 1724 - Die "Johannespassion" (BWV 245) von Johann Sebastian Bach wird erstmalig aufgeführt
- 1766 - Uraufführung der Oper "La Nitteti" von Anton Cajetan Adlgasser in Salzburg.
- 1805 - Beethovens 3. Sinfonie ("Eroica") wird im Theater an der Wien unter dessen Leitung erstmals öffentlich aufgeführt.
- 1824 - Die "Missa Solemnis" von Ludwig van Beethoven wird zur Gänze erstmalig als Oratorium in St. Petersburg aufgeführt.
- 1875 - Mit Georg Herwegh stirbt ein politisch engagierter Dichter des Jungen Deutschland.
- 1962 - Im Londoner Ealing Jazz Club treffen Mick Jagger, Keith Richards, Charlie Watts und Brian Jones aufeinander und gründen die Rolling Stones.
- 1965 - Uraufführung der komischen Oper "Der junge Lord" von Hans Werner Henze in Berlin.

Religion


- 1449 - Gegenpapst Felix V. - eigentlicher Name: Graf Amadeus VIII., "der Friedfertige", aus dem Hause Savoyen - lässt sich nach der Gewährung reicher Privilegien zum Rücktritt bewegen und nimmt die Ämter als Kardinalbischof von Sabina und Genf an.
- 1655 - Fabio Chigi wird nach einem 79tägigen Konklave zum Papst gewählt und am 18. April als Alexander VII. inthronisiert.
- 1824 - König Ludwig XVIII. überträgt den Unterricht an den französischen Primarschulen dem französischen Klerus.

Katastrophen


- 1990 - Dänemark. Ein Großbrand auf der Fähre Scandinavian Star fordert 160 Todesopfer.

Sport


- Ereignisse aus dem Bereich der Formel 1 siehe dort.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.

Geboren


- 1506 - der heilige Franz Xaver, spanischer Jesuit, Apostel von Indien und Japan
- 1613 - Eduard von Keyserling (Barock), deutscher Dichter
- 1629 - Prinz Juan José de Austria, spanischer Heerführer und Staatsmann
- 1652 - Papst Klemens XII., né Lorenzo Corsini († 1740)
- 1713 - Nicola Sala, italienischer Komponist
- 1726 - Charles Burney, britischer Komponist und Musikhistoriker
- 1770 - William Wordsworth, englischer Dichter
- 1772 - Charles Fourier, französischer Gesellschaftstheoretiker
- 1803 - Flora Tristan, französische Schriftstellerin
- 1846 - Franz Ries, deutscher Violinist, Komponist und Musikalienhändler
- 1847 - Jens Peter Jacobsen, dänischer Schriftsteller
- 1851 - Otto Klauwell, deutscher Komponist
- 1863 - Felix Michailowitsch Blumenfeld, russischer Komponist
- 1868 - Federico Caprilli, setzte den heutigen modernen Springsitz durch
- 1870 - Gustav Landauer, deutscher Schriftsteller und Anarchist
- 1880 - Fritz Grünbaum, tschechischer Kabarettist und Conférencier
- 1884 - Bronislaw Malinowski, britisch-polnischer Ethnologe
- 1885 - Tania Blixen, dänische Schriftstellerin
- 1889 - Gabriela Mistral, chilenische Dichterin und Diplomatin
- 1890 - Victoria Ocampo, argentinische Schriftstellerin
- 1891 - Ole Kirk Christiansen, der Erfinder von LEGO
- 1899 - Robert Casadesus, französischer Pianist
- 1902 - Walter Drechsel, deutscher FDP-Politiker und MdB
- 1903 - Willi Forst österreichischer Schauspieler, Drehbuchautor, Regisseur und Produzent
- 1904 - Curt Querner, Maler (Vertreter der Neuen Sachlichkeit)
- 1908 - Percy Faith, kanadischer Bandleader
- 1915 - Billie Holiday, US-amerikanische Sängerin
- 1915 - Henry Kuttner, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1917 - Albert Sing, deutscher Fußballspieler und Trainer
- 1920 - Ravi Shankar, indischer Sitarspieler und Komponist
- 1920 - Walter Möller, deutscher Kommunalpolitiker der SPD
- 1922 - Annemarie Schimmel, deutsche Islamwissenschaftlerin
- 1922 - Hugo Strasser, deutscher Bandleader
- 1922 - Klaus Havenstein, deutscher Schauspieler
- 1924 - Johannes Mario Simmel, österreichischer Schriftsteller
- 1925 - Hans-Joachim Heusinger, Justizminister der DDR
- 1927 - Wolfgang Mattheuer, deutscher Maler, Graphiker und Bildhauer
- 1928 - James Garner, amerikanischer Schauspieler
- 1931 - Daniel Ellsberg, Mitarbeiter des Pentagons
- 1931 - Donald Barthelme, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1935 - Bobby Bare, US-amerikanischer Musiker
- 1937 - Charley Thomas, US-amerikanischer Sänger
- 1938 - Freddie Hubbard, US-amerikanischer Musiker
- 1938 - Spencer Dryden, US-amerikanischer Schlagzeuger
- 1939 - Francis Ford Coppola, US-amerikanischer Regisseur und Produzent
- 1943 - Mick Abrahams, britischer Musiker
- 1944 - Gerhard Schröder, Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland von 1998 bis 2005
- 1945 - Werner Schroeter, deutscher Regisseur
- 1946 - Colette Besson, französische Leichtathletin und Olympiasiegerin
- 1947 - Florian Schneider-Esleben, deutscher Musiker
- 1947 - Pat Bebbett, US-amerikanische Sängerin
- 1948 - Carol Douglas, US-amerikanische Sängerin
- 1949 - Evelyn Haas, deutsche Richterin am Bundesverfassungsgericht
- 1949 - John Oates, US-amerikanischer Sänger
- 1950 - Steve Ellis, britischer Sänger
- 1954 - Jackie Chan, Schauspieler, Kung Fu Artist, Produzent und Regisseur
- 1958 - Birgit Schrowange, deutsche TV-Moderatorin
- 1964 - Russell Crowe neuseeländischer Schauspieler
- 1967 - Alex Christensen deutscher Komponist, Musik-Produzent und DJ
- 1967 - Bodo Illgner, deutscher Fußballspieler
- 1970 - Leif Ove Andsnes, norwegischer Pianist
- 1973 - Sandra Minnert, deutsche Fußballspielerin

Gestorben

Sandra Minnert
- 924 - Berengar I., König der Langobarden
- 1088 - Burchard II. von Halberstadt, deutscher Kleriker und Politiker, Bischof von Halberstadt
- 1297 - Siegfried von Westerburg, Erzbischof des Erzbistums Köln
- 1498 - Karl VIII. (Frankreich), König von Frankreich
- 1546 - Friedrich Myconius, deutscher Prediger und Reformator Friedrich Myconius
- 1614 - El Greco, griechischer Maler
- 1651 - Lennart Torstenson, schwedischer Feldmarschall, Reichsrat und Generalgouverneur
- 1719 - Jean Baptiste de La Salle, französischer Pädagoge, Ordensgründer und Heiliger
- 1758 - Joachim Wilhelm von Brawe, deutscher Dramatiker
- 1766 - Tiberius Hemsterhuis, niederländischer Philologe
- 1789 - Abdülhamid I., Sultan des Osmanischen Reiches
- 1803 - François Dominique Toussaint L'Ouverture, haitianischer Sklavenführer und Nationalheld
- 1812 - Johann Georg Kerner, Arzt, politischer Publizist und kritischer Chronist der Französischen Revolution
- 1816 - Christian Konrad Sprengel, deutscher Theologe und Naturkundler
- 1833 - Anton Radziwill, preußischer Politiker und Komponist
- 1836 - William Godwin, englischer Schriftsteller
- 1858 - Anton Diabelli, österreichischer Komponist
- 1870 - Claude Félix Abel Niepce de Saint-Victor, französischer Chemiker, Erfinder und Fotograf
- 1871 - Wilhelm von Tegetthoff, Admiral in der österreich-ungarischen Kriegsmarine
- 1874 - Wilhelm von Kaulbach, deutscher Maler
- 1875 - Georg Herwegh, revolutionärer deutscher Dichter des Vormärz
- 1877 - Fernán Caballero, spanische Schriftstellerin, schweizerischer Herkunft
- 1881 - Johann Hinrich Wichern, deutscher Theologe Johann Hinrich Wichern
- 1900 - Frederic Edwin Church, US-amerikanischer Landschaftsmaler
- 1905 - Maria Assunta Pallotta, italienische Missionarin in China, katholische Heilige
- 1920 - Karl Binding, deutscher Professor für Strafrecht
- 1921 - Lorenz Adlon, deutscher Gastronom und Hotelier
- 1928 - Alexander Alexandrowitsch Bogdanow, russischer Philosoph, Ökonom, Soziologe und Arzt
- 1934 - Karl von Einem, preußischer Kriegsminister
- 1936 - Fritz Heckert, Abgeordneter im deutschen Reichstag
- 1936 - Rudolf Heberdey, österreichischer Archäologe
- 1938 - Suzanne Valadon, französische Malerin
- 1943 - Alexandre Millerand, französischer Staatsmann und Politiker
- 1947 - Henry Ford, Gründer des Automobilherstellers Ford Motor Company
- 1950 - Walter Huston, kanadischer Schauspieler
- 1957 - Leo von Jena, Mitglied der SS und der Waffen-SS
- 1957 - Tami Oelfken, deutsche Schriftstellerin und Reformpädagogin
- 1967 - Helmut Schlüter, deutscher SPD-Politiker und MdB
- 1968 - Jim Clark, Autorennfahrer
- 1968 - Werner Bockelmann, deutscher Jurist und Politiker
- 1970 - Auguste Lazar, österreichische Schriftstellerin
- 1973 - Paul Luchtenberg, deutscher Politiker und Pädagoge
- 1977 - Siegfried Buback, Generalbundesanwalt am Bundesgerichtshof in Karlsruhe
- 1979 - Bruno Apitz, deutscher Schriftsteller
- 1981 - Kit Lambert, britischer Musikproduzent
- 1981 - Norman Taurog, US-amerikanischer Filmregisseur
- 1982 - Harald Ertl, österreichisch-deutscher Formel-1-Rennfahrer
- 1983 - Wilhelm Hauschild, deutscher Fotograf
- 1985 - Carl Schmitt, deutscher Staatsrechtler und Philosoph
- 1986 - Leonid Witaljewitsch Kantorowitsch, Nobelpreisträger für Wirtschaft
- 1986 - Valérie von Martens, österreichische Schauspielerin
- 1988 - Cesar Bresgen, österreichischer Komponist
- 1994 - Golo Mann, deutscher Historiker, Schriftsteller und Philosoph
- 1996 - Michael Holzinger, Schriftsteller in Banater Mundart
- 2003 - Christian Liebig, deutscher Journalist
- 2003 - Ferdinand Seibt, deutscher Historiker
- 2003 - Jorge Oteiza, spanischer Bildhauer
- 2003 - Jutta Hipp, deutsche Jazzpianistin und Malerin
- 2004 - Wolfgang Mattheuer, deutscher Maler, Graphiker und Bildhauer
- 2005 - Grigoris Bithikotsis, griechischer Sänger
- 2005 - Heinrich Hugendubel, deutscher Buchhändler und Firmenchef von Hugendubel
- 2005 - Max von der Grün, deutscher Schriftsteller

Feier- und Gedenktage


- Kirchliche Gedenktage
  - Hl. Johann Baptist de la Salle, Ordensgründer (katholisch)
  - Hermann - Hermann Joseph von Steinfeld, siehe auch 21. Mai
  - Johann - Johann Baptist de la Salle, Ordensgründer (1651-1719)
  - Maria - Maria Assunta Pallotta, Missionarin (1878-1905)
- Weltgesundheitstag (WHO)

Siehe auch


- 6. April - 8. April
- 7. März - 7. Mai
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 0407 ja:4月7日 ko:4월 7일 simple:April 7 th:7 เมษายน


1870

Ereignisse

Ereignisse
- 18. Juli: Das I. Vatikanische Konzil verkündet das Dogma von der Unfehlbarkeit des Papstes
- 19. Juli: Mit der Kriegserklärung Frankreichs an Preußen beginnt der Deutsch-Französische Krieg
- 4. August: 1. Schlacht im Deutsch-Französischen Krieg bei Wissembourg/Weissenburg, Nord-Elsass
- 6. August: Erstürmung der Spichener Höhen (Saarland) durch deutsche Truppen
- 18. August: Sturm auf St. Privat (Metz, Frankreich) der französischen Hauptarmee
- 1. September: Schlacht bei Sedan
- 2. September: Nach der Niederlage bei Sedan im Deutsch-Französischen Krieg kapituliert Frankreich; Treffen Otto von Bismarcks mit Napoleon III. in Donchery
- 3. September: Napoleon III. wird im Schloss Wilhelmshöhe in Kassel interniert
- 19. September: Beginn der Belagerung von Paris
- 20. September: Italienische Truppen besetzen Rom, die Hauptstadt des Kirchenstaates. Papst Pius IX. betrachtet sich im Vatikan als "Gefangener".
- 2. Oktober: Die Bewohner des Kirchenstaates haben der Vereinigung mit dem Königreich Italien zugestimmt; Unabhängigkeit Italiens; Rom wird an Stelle von Florenz Hauptstadt.

Politik


- 13. Juli: Die sog. "Emser Depesche" veranlasst Frankreich Preußen (und somit dem Schutz- und Trutzbündnis) den Krieg (Deutsch-Französischer Krieg) zu erklären.
- 15. Juli: Manitoba wird kanadische Provinz

Wirtschaft


- 26. Februar: Gründung der Commerzbank AG in Hamburg
- 9. April: In Berlin eröffnet die Deutsche Bank AG ihren Betrieb
- 25. Juni: Der erste Verkaufstag der „Korrespondenzkarten“ bringt in Berlin einen Absatz von 45.000 Stück dieser neuen Postkarten

Wissenschaft und Technik


- Troja wird wiederentdeckt und ausgegraben
- Washburn-Langford-Doane-Expedition durch das Gebiet des heutigen Yellowstone-Nationalparks, USA
- Erste Fahrversuche mit einem primitiven benzinbetriebenen Fahrzeug durch Siegfried Marcus

Geboren


- 2. Januar: Ernst Barlach, deutscher Schriftsteller, Bildhauer und Zeichner († 1938)
- 6. Januar: Eduard Stemplinger, deutscher Schriftsteller († 1964)
- 6. Januar: Gustav Bauer, deutscher Politiker, Ministerpräsident und Reichskanzler († 1944)
- 8. Januar: Miguel Primo de Rivera, spanischer General und Diktator († 1930)
- 16. Januar: Wilhelm Normann, deutscher Chemiker († 1939)
- 22. Januar: Charles Tournemire, Komponist († 1939)
- 25. Januar: Helge von Koch, schwedischer Mathematiker († 1924)
- 2. Februar: Annette Kolb, deutsche Schriftstellerin († 1967)
- 7. Februar: Alfred Adler, österreichischer Psychologe und Nervenarzt († 1937)
- 12. Februar: Hugo Stinnes, deutscher Großindustrieller und Politiker († 1924)
- 13. Februar: Leopold Godowski, polnischer Pianist und Komponist († 1938)
- 24. Februar: Jules-Géraud Saliège, Erzbischof von Toulouse und Kardinal († 1956)
- 3. März: Géza Maróczy, ungarischer Schachspieler († 1951)
- 5. März: Frank Norris, US-amerikanischer Schriftsteller († 1902)
- 6. März: Oscar Straus, österreichischer Operettenkomponist († 1954)
- 12. März: Grigol Zereteli, georgischer Altphilologe und Stalin-Opfer († 1938)
- 13. März: Albert Meyer, Schweizer Politiker († 1953)
- 20. März: Ernst Lejeune, deutscher Kaufmann und Numismatiker († 1944)
- 20. März: Paul von Lettow-Vorbeck, preußischer Generalmajor und Schriftsteller († 1964)
- 31. März: George Holt Thomas, britischer Verleger und Luftfahrtpionier († 1929)
- 6. April: Oskar Vogt, deutscher Hirnforscher († 1959)
- 7. April: Gustav Landauer, Theoretiker und Aktivist des deutschen Anarchismus († 1919)
- 15. April: Mina Benson Hubbard, kanadische Forschungsreisende († 1956)
- 17. April: Max Berg, deutscher Architekt († 1947)
- 17. April: Rudolf Pöch, österreichischer Ethnograph, Anthropologe und Forscher († 1921)
- 22. April: Lenin, russischer Politiker, Kopf der Oktoberrevolution († 1924)
- 24. April: Otto Reutter, deutscher Komiker († 1931)
- 30. April: Franz Lehár, österreichischer Komponist ungarischer Herkunft († 1948)
- 5. Mai: Erdmann Graeser, deutscher Schriftsteller († 1937)
- 9. Mai: Hans Baluschek, deutscher Maler, Graphiker und Schriftsteller († 1935)
- 10. Mai: Franz Xaver Müller, österreichischer Komponist, Priester und Domkapellmeister († 1948)
- 24. Mai: Jan Christiaan Smuts, südafrikanischer Staatsmann und Soldat († 1950)
- 13. Juni: Jules Bordet, belgischer Biologe und Immunologe († 1961)
- 14. Juni: Sophie von Preußen, Ehefrau von Konstantin I. von Griechenland († 1932)
- 21. Juni: Clara Immerwahr, zweite Frau mit Doktorwürde in Deutschland († 1915)
- 1. Juli: Léonard Misonne, Fotograf († 1905)
- 8. Juli: Gertrud Grunow, deutsche Opernsängerin und Pianistin († 1944)
- 21. Juli: Emil Orlik, böhmischer Maler, Grafiker und Kunsthandwerker († 1932)
- 2. August: Marianne Weber, deutsche Frauenrechtlerin, Soziologin und Rechtshistorikerin († 1954)
- 7. August: Gustav Krupp von Bohlen und Halbach, Leiter des Krupp-Konzerns († 1950)
- 12. August: Karl Denke, deutscher Serienmörder († 1924)
- 30. August: Lawr Georgijewitsch Kornilow, russischer General († 1918)
- 31. August: Maria Montessori, italienische Ärztin, Philosophin und Philanthropin († 1952)
- 19. September: Willem Jan Aalders, niederländischer Theologe († 19. März 1945)
- 22. September: Iwan Alexejewitsch Bunin, russischer Schriftsteller, Nobelpreisträger († 1953)
- 23. September: Georg Langerhans, Bürgermeister von Köpenick († 1918)
- 26. September: Christian X. (Dänemark), König von Dänemark († 1947)
- 28. September: Florent Schmitt, französischer Komponist († 1958)
- 30. September: Jean-Baptiste Perrin, französischer Physiker († 1942)
- 2. Oktober: Johannes Baptista Sproll, Bischof und Gegner des Nationalsozialismus († 1949)
- 10. Oktober: Josephine Siebe, Redakteurin, Kinderbuchautorin († 1941)
- 2. November: Gustav Ricker, Wissenschaftler und Arzt († 1948)
- 6. November: Herbert Louis Samuel, britischer Politiker und Diplomat († 1963)
- 21. November: Alexander Berkman, litauischer Anarchist und Schriftsteller († 1936)
- 21. November: Sigfrid Edström, schwedischer Unternehmer und Sportfunktionär († 1964)
- 22. November: Howard Brockway US-amerikanischer Komponist († 1951)
- 25. November: Maurice Denis, französischer Maler des Symbolismus († 1943)
- 27. November: Juho Kusti Paasikivi, finnischer Politiker und Staatspräsident († 1956)
- 30. November: Gertrud Eysoldt, deutsche Schauspielerin und Regisseurin († 1955)
- 5. Dezember: Vítězslav Novák, tschechischer Komponist († 1949)
- 10. Dezember: Adolf Loos, österreichischer Architekt und Architekturtheoretiker († 1933)
- 14. Dezember: Karl Renner, österreichischer Bundeskanzler und Bundespräsident († 1950)
- 15. Dezember: Alexander Lion, Arzt, Pfadfinder († 1962)
- 15. Dezember: Josef Hoffmann, österreichischer Architekt und Designer († 1956)
- 18. Dezember: Hector Hugh Munro, britischer Schriftsteller († 1916)
- 28. Dezember: Charles Bennett, britischer Leichtathlet und Olympiasieger († 1949)
- 30. Dezember: Josef Müller, Schweizer Spitalpfarrer und Sammler von Volkssagen († 1929)

Gestorben


- 9. Januar: George De Lacy Evans, britischer General (
- 1787)
- 10. Januar: Heinrich Gottlieb Kühn, Arkanist und Direktor der Königlichen Porzellanmanufaktur (
- 1788)
- 25. Januar: Victor de Broglie, französischer Staatsmann und Diplomat (
- 1785)
- 25. Januar: Victor de Broglie, Französischer Staatsmann und Diplomat (
- 1785)
- 1. Februar: Auguste Regnaud de Saint-Jean d'Angely, französischer General, Marschall von Frankreich (
- 1794)
- 25. Februar: Henrik Hertz, dänischer Schriftsteller (
- 1798)
- 1. März: Francisco Solano López, Präsident Paraguays (
- 1827)
- 9. März: Theodore Labarre, französischer Harfenvirtuose und Komponist (
- 1805)
- 15. März: Matthäus Friedrich Chemnitz, schrieb den Text für das Schleswig-Holstein-Lied (
- 1815)
- 29. März: Paul Émile Botta, französischer Archäologe und Konsul (
- 1802)
- 2. April: Patrick Gass, US-amerikanischer Soldat und Entdecker (
- 1771)
- 5. April: Heinrich Gustav Magnus, deutscher Physiker und Chemiker (
- 1802)
- 7. April: Claude Félix Abel Niepce de Saint-Victor, französischer Chemiker, Erfinder und Fotograf (
- 1805)
- 8. April: Charles Auguste de Bériot, belgischer Violinist, Violinpädagoge und Komponist (
- 1802)
- 11. April: Justo José de Urquiza, Präsident Argentiniens 18561864 (
- 1801)
- 16. April: Maria-Carolina von Bourbon-Sizilien, älteste Tochter König Franz I. von Neapel (
- 1798)
- 1. Mai: Gabriel Lamé, französischer Mathematiker und Physiker (
- 1795)
- 15. Mai: Harro Paul Harring, Revolutionär, Dichter und Maler (
- 1798)
- 30. Mai: Charles Duncan Cameron, englischer Offizier und Konsul in Abessinien
- 9. Juni: Charles Dickens, englischer Schriftsteller (
- 1812)
- 18. Juni: Karl Eduard Vehse, deutscher Geschichtsschreiber (
- 1802)
- 20. Juni: Jules de Goncourt, französischer Schriftsteller (
- 1830)
- 22. Juli: Josef Strauß, österreichischer Komponist und Dirigent (
- 1827)
- 14. August: David Glasgow Farragut, bekannter US-amerikanischen Marineoffiziere (
- 1801)
- 21. August: Gustav von Struve, deutscher Politiker, Rechtsanwalt, Publizist und Revolutionär von 1848/49 (
- 1805)
- 1. September: Charles Joseph Flahaut, französischer General und Politiker (
- 1785)
- 11. September: Joseph Anton von Maffei, deutscher Industrieller, Eisenbahnfabrikant (
- 1790)
- 12. September: Carl August von Steinheil, deutscher Physiker (
- 1801)
- 20. September: John Brinckman, plattdeutscher Schriftsteller (
- 1814)
- 23. September: Prosper Mérimée, französischer Schriftsteller (
- 1803)
- 6. Oktober: Johann Andreas Schubert, er war Architekt (
- 1808)
- 12. Oktober: Robert Edward Lee, General der US-Armee und im Sezessionskrieg (
- 1807)
- 20. Oktober: Michael William Balfe, irischer Komponist und Sänger (
- 1808)
- 24. Oktober: Antonius Maria Claret, heiliger spanischer Bischof und Ordensgründer (
- 1807)
- 29. Oktober: Frédéric Bazille, französischer Maler (
- 1841)
- 1. November: Frederick Chamier, englischer Schriftsteller (
- 1796)
- 24. November: Comte de Lautréamont, französischer Schriftsteller des 19. Jahrhunderts (
- 1846)
- 24. November: Isidore Ducasse, war französischer Dichter (
- 1846)
- 5. Dezember: Alexandre Dumas, französischer Schriftsteller (
- 1802)
- 12. Dezember: August von Voit, deutscher Architekt (
- 1801)

Staatsoberhäupter

Europa


- Portugal: Ludwig I., König von Portugal, (18611889)
- Schweiz: Jakob Dubs, Bundespräsident der Schweiz, (1870) ko:1870년 simple:1870

Karlsruhe

Karlsruhe ist eine kreisfreie Stadt in Baden-Württemberg, Sitz des Regierungsbezirks Karlsruhe, der Region Mittlerer Oberrhein und des Landkreises Karlsruhe. Karlsruhe ist nach Frankfurt [http://www.citymayors.com/business/eurocities_gdp.html die zweitreichste Stadt Europas]. Historisch ist Karlsruhe Haupt- und Residenzstadt des Landes Baden. Die Stadt wird im Norden, Osten und Süden vom Landkreis Karlsruhe und im Westen vom Rhein begrenzt, welcher hier die Grenze zu Rheinland-Pfalz bildet. Karlsruhe ist nach Stuttgart (etwa 65 km östlich) und Mannheim (etwa 60 km nördlich) die drittgrößte Stadt des Landes Baden-Württemberg und hat eine Fläche von etwa 173 km². Seit 1950 ist Karlsruhe Sitz des Bundesgerichtshofs und seit 1951 des Bundesverfassungsgerichts, weshalb die Stadt den Beinamen Residenz des Rechts trägt.

Geografie

Bundesverfassungsgerichts Karlsruhe liegt in der oberrheinischen Tiefebene an den kleinen Flüssen Alb und Pfinz und grenzt im Osten an die letzten Ausläufer des Schwarzwaldes und des Kraichgaus. Die Stadt liegt im Verdichtungsraum Karlsruhe/Pforzheim, zu dem die Stadt Karlsruhe, einige Gemeinden des Landkreises Karlsruhe (vor allem die Großen Kreisstädte Bruchsal, Ettlingen, Stutensee und Rheinstetten) sowie die Stadt Pforzheim, der nordwestliche Teil des Enzkreises, die Stadt Mühlacker und die Gemeinde Niefern-Öschelbronn im nordöstlichen Enzkreis gehören. Pforzheim Innerhalb der Region Mittlerer Oberrhein bildet Karlsruhe ein Oberzentrum, von denen für ganz Baden-Württemberg nach dem Landesentwicklungsplan 2002 insgesamt 14 ausgewiesen sind. Das Oberzentrum Karlsruhe übernimmt auch für die Gemeinden Dettenheim, Eggenstein-Leopoldshafen, Graben-Neudorf, Linkenheim-Hochstetten, Pfinztal, Rheinstetten, Stutensee, Walzbachtal und Weingarten (Baden) die Funktion eines Mittelbereichs. Darüber hinaus gibt es auch Verflechtungen mit Gemeinden in südöstlichen Rheinland-Pfalz und im Nord-Elsaß in der Region Pamina (Palatinat, Mittlerer Oberrhein und Nord-Alsace).

Klima

Pamina Karlsruhe ist mit einer Jahresmitteltemperatur von 10,7°C eine der wärmsten Städte Deutschlands. Die geschützte Lage im Oberrheingraben hat zur Folge, dass in Karlsruhe im Sommer oft eine drückende Schwüle herrscht. Der Winter in Karlsruhe ist mild; die Temperatur fällt nur selten unter den Nullpunkt. Im langjährigen Mittel hat Karlsruhe nur 17,1 Eistage pro Jahr.

Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Karlsruhe. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt: Eggenstein-Leopoldshafen, Stutensee, Weingarten (Baden), Pfinztal, Karlsbad, Waldbronn, Ettlingen und Rheinstetten (alle Landkreis Karlsruhe) sowie Hagenbach und Wörth am Rhein (beide Landkreis Germersheim in Rheinland-Pfalz)

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet von Karlsruhe ist in 27 Stadtteile unterteilt, die sich weiter in Stadtviertel (früher zum Teil auch als Stadtbezirke bezeichnet) gliedern. Siehe auch: Liste der Stadtteile von Karlsruhe.

Geschichte

Liste der Stadtteile von Karlsruhe Liste der Stadtteile von Karlsruhe] Liste der Stadtteile von Karlsruhe in Anlehnung an griechische Tempel gebaut.]] Der Legende nach soll Markgraf Karl Wilhelm von Baden-Durlach einst bei einem Jagdausritt im Hardtwald bei Durlach eingeschlafen sein. Er träumte von einem prachtvollen Schloss, das sonnengleich im Zentrum seiner neuen Residenz liege, die Straßen der Stadt gleichsam die Sonnenstrahlen. Karl Wilhelm ließ sich seine Traumstadt am Reißbrett entwerfen (siehe auch: Planstadt) und gründete die nach jener Geschichte benannte Stadt Karlsruhe am 17. Juni 1715 mit der Grundsteinlegung des Karlsruher Schlosses. Die Sonnenstrahlen kann man noch heute gut auf den Straßenkarten erkennen: Das Schloss liegt im Zentrum eines Kreises, von dem aus fächerförmig Straßen in die Stadt nach Süden und Alleen durch den Hardtwald nach Norden verlaufen. Diesem Umstand verdankt Karlsruhe seinen Spitznamen "Fächerstadt". Nach seiner Gründung war Karlsruhe zunächst Residenz der Markgrafen von Baden-Durlach und der Markgrafschaft Baden-Durlach und von 1806 an die Residenz der badischen Großherzöge. 1825 erfolgte die Gründung des Polytechnikums als Keimzelle der heutigen Universität Karlsruhe durch Großherzog Ludwig I. 1846 entstand im Ortsteil Durlach neben Heidelberg eine der ersten Freiwilligen Feuerwehren. Am 4. November 1876 wurde die erste Sinfonie (c-Moll, Opus 68) von Johannes Brahms in der Stadt uraufgeführt. Am 21. Januar 1877 fuhr in Karlsruhe die erste Straßenbahn. Im Laufe der Zeit wurden zahlreiche ehemalige Nachbargemeinden eingemeindet oder eingegliedert. Die zunehmende Einwohnerzahl überschritt 1901 die Grenze von 100.000, wodurch Karlsruhe zur Großstadt wurde. Die Gemeinde Neureut konnte trotz heftigem Widerstand der dortigen Bewohner eingemeindet werden. Der Staatsgerichtshof musste in dieser Sache entscheiden. In einigen Quellen (Websiten) wird von einer zwangsweisen Eingliederung gesprochen. Nach der Revolution 1918 war Karlsruhe bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges Hauptstadt des Freistaates Baden. Karlsruhe war Sitz des Landeskommissärbezirkes Karlsruhe. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Karlsruhe dem Bundesland Württemberg-Baden zugeschlagen, seit der Schaffung des Bundeslandes Baden-Württemberg 1952 gehört Karlsruhe diesem an. In der Bundesrepublik Deutschland wurde Karlsruhe zur Stadt des Rechts: 1950 nahm der Bundesgerichtshof hier seine Arbeit auf. Am 28. September 1951 folgte das Bundesverfassungsgericht. Erster Präsident wurde der FDP-Politiker Hermann Höpker-Aschoff. Von 1952 bis 1972 war Karlsruhe Sitz des Regierungsbezirkes Nordbaden, seit dem 1. Januar 1973 ist es Sitz des Regierungsbezirks Karlsruhe. 1967 fand die Bundesgartenschau in Karlsruhe und damit erstmals in Baden-Württemberg statt. Am 7. April 1977 wurde Generalbundesanwalt Siegfried Buback auf dem Arbeitsweg gemeinsam mit seinem Fahrer und einem Justizbeamten von Terroristen der Rote-Armee-Fraktion ermordet. Am 12. und 13. Januar 1980 wurde im Kongresszentrum die Bundespartei Die Grünen gegründet. Deutschlands erste echten E-Mails wurden am 2. August 1984 im Rechenzentrum der Karlsruher Universität empfangen und gesendet: Der Karlsruher Internetpionier Werner Zorn beantwortete den offiziellen Willkommensgruß des US-amerikanischen CSNet, einer herstellerübergreifenden Plattform zur elektronischen Kommunikation von Wissenschaftlern. Vom 20. bis zum 30. Juli 1989 fanden in Karlsruhe die dritten alternativen World Games statt, das ist ein internationaler Wettkampf für Sportler und Athleten, deren Sportarten nicht im olympische Programm vertreten sind. Es nahmen 1965 Sportler in 19 Disziplinen teil. Am 13. Juni 1995 wurde die Baden-Airport GmbH gegründet. Diese baute einen alten kanadischen Fliegerhorst zu einem überregionalen Flughafen aus und schloss Karlsruhe so an das internationale Flugverkehrsnetz an. 2003 wurde im benachbarten Forchheim die Neue Messe Karlsruhe eröffnet.

Religionen

Neue Messe Karlsruhe] 1556 wurde in der Markgrafschaft Baden-Durlach die lutherische Reformation eingeführt. Da Karlsruhe den Markgrafen von Baden-Durlach gehörte, war die Stadt bei ihrer Gründung eine protestantische Stadt. Um Einwohner in die neue Stadt zu locken, schuf Karl Wilhelm von Baden-Durlach eine Liste von Anreizen. Neben finanziellen Vorteilen wurde den Neubürgern auch Religionsfreiheit gewährt, so dass schon bald die ersten Katholiken zuzogen. Karl Friedrich von Baden-Durlach erbte 1771 die Besitzungen der erloschenen Linie Baden-Baden, die katholisch geblieben war, und forderte weitsichtig dieselbe religiöse Toleranz wie der Stadtgründer Karl Wilhelm. Anfang des 19. Jahrhunderts erhielten die römisch-katholischen Christen in der Stadt eine eigene Kirche, die Kirche St. Stephan, geweiht 1814. Heute dürfte der Anteil der Katholiken und der Protestanten an der Gesamtbevölkerung etwa gleich sein.

Evangelische Kirche

Die evangelischen Gemeindeglieder gehören, sofern sie nicht Mitglied einer evangelischen Freikirche sind, zum Kirchenbezirk Karlsruhe und Durlach (mit Ausnahme des Stadtteiles Neureut, der zum Kirchenbezirk Karlsruhe-Land gehört, der seinen Sitz in Bruchsal hat) innerhalb des Kirchenkreises Nordbaden der Evangelischen Landeskirche in Baden, die ihren Sitz in Karlsruhe hat, so dass auch der Landesbischof hier residiert.

Katholische Kirche

Die römisch-katholischen Gemeindeglieder gehören zum Stadtdekanat Karlsruhe innerhalb der Region Mittlerer Oberrhein-Pforzheim der Erzdiözese Freiburg. Der Katholikentag 1992 fand in Karlsruhe unter dem Motto „Eine neue Stadt entsteht“ statt. Messen nach traditioneller und Taizé-Liturgie werden gefeiert.

Freikirchen und weitere Gruppierungen mit christlichem Bezug

In Karlsruhe gibt es auch zahlreiche freikirchliche Gemeinden, darunter eine Alt-Katholische Gemeinde, die Heilsarmee, eine Adventgemeinde, eine Evangelische Täufergemeinde in Durlach, zwei Brüdergemeinden, eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), eine Freie evangelische Gemeinde, mehrere Pfingstgemeinden (im Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden sind: Missionsgemeinde, Treffpunkt Leben, FCG, Volksmission Durlach; im Mülheimer Verband Freikirchlich-Evangelischer Gemeinden: Johannes-Gemeinde und Hauskirchen-Netzwerk), sowie das freie pfingstkirchliche Missionswerk Karlsruhe, zwei Evangelisch-methodistische Kirchen, eine Evangelisch-Lutherische Gemeinde und eine Mennonitengemeinde. Charismatisch geprägt sind das Christliche Zentrum Karlsruhe e.V., die Nehemia-Initiative, die Fabrik88 und die CITY-Gemeinde. Darüberhinaus finden sich unterschiedlichste fremdsprachige Gruppen, wie beispielsweise eine lateinamerikanische evangelikale Gruppe, eine Anglikanisch-Episkopalische oder eine rumänisch-orthodoxe Gemeinde. An spezielleren Gruppierungen mit christlichem Bezug gibt es u.a. die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen), die Christian Science, eine Christengemeinschaft, mehrere Gemeinden der Neuapostolischen Kirche und der Zeugen Jehovas, eine "Urchristliche Gemeinde".

Weitere Religionsgemeinschaften

Karlsruhe ist auch Sitz der Israelitischen Religionsgemeinschaft Badens, einer Synagoge, mehrerer jüdischer Friedhöfe und eines Chabad-Rabbiners. Vor der Wagner-Bürckel-Aktion 1940 lebte eine große jüdische Gemeinde in Karlsruhe. Heute leben in Karlsruhe zahlreiche Muslime, es gibt in der Stadt etwa sieben Moscheen und einen deutschsprachigen Muslimkreis. Daneben existieren eine Baha'i-Gemeinde, Zentren für Kadampa-, für Diamantweg- und für Vipassana-Buddhismus, eine Städtegruppe der Rosenkreuzer und drei Freimaurerlogen, sowie eine Städtegruppe von Eckankar.

Stadtbild und Sehenswürdigkeiten

Eckankar Als relativ neuer Stadt fehlen Karlsruhe die mittelalterlichen Gässchen vieler anderer deutschen Großstädte. Die Innenstadt wurde bei der Stadtgründung 1715 geplant angelegt. Im Zentrum steht der Turm des Karlsruher Schlosses im Schlossgarten. Letzterer hat die Form eines Kreises und wird von einer Straße, dem so genannten "Zirkel" berandet. Historisch durften weitere Gebäude erst ab dieser Grenze errichtet werden. Für die Bebauung waren strenge Richtlinien vorgegeben, insbesondere, was die Bauhöhe anging, um den Gesamteindruck der Stadt einheitlicher zu machen. Die Gebäude nahe am Schloss sind aus neuerer Zeit und gehören auf der östlichen Seite zur Universität, auf der westlichen Seite zum Bundesverfassungsgericht. Außerhalb des Zirkels laufen 32 Straßen geradewegs vom Schlossturm weg wie die Strahlen der durch das Schloss verkörperten Sonne. Schon die Erstbebauung konzentrierte sich auf die Südseite des Schlosses, so dass die Innenstadt weniger der Sonne denn einem nach Süden geöffeten Fächer ähnelt. Im Schloss ist heute das Badische Landesmuseum untergebracht. Der klassizistische Architekt Friedrich Weinbrenner prägte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts das Stadtbild. Noch heute kann man viele seiner Werke in der Innenstadt Karlsruhes wiederfinden. Der Markt mit evangelischer Stadtkirche (1807-15) und Rathaus (1821-25) an der zur "via triumphalis" ausgebauten Nord-Süd-Mittelachse zählt zu den markantesten klassizistischen Platzanlagen in Europa (nach Kriegszerstörungen ab 1950 weitgehend rekonstruiert). 1928 wurde von der Stadt Karlsruhe ein Wettbewerb zur Bebauung des stadteigenen südlichen Teils des Dammerstock-Geländes ausgeschreiben, mit der Vorgabe, das Baugelände bis Mitte des Jahres 1929 zu bebauen. Den ersten Preis erhielt der Entwurf von Walter Gropius, der kurz zuvor die Leitung des Bauhauses aufgegeben hatte. Der Plan sah eine Bebauung in Zeilenbauweise vor, um das Tageslicht für alle Bewohner gleich gut nutzen zu können. Aufgrund der Weltwirtschaftskrise 1929 wurde allerdings nur der erste Bauabschnitt mit 228 Wohnungen fertiggestellt. Dennoch ist die Siedlung eines der wichtigsten Zeugnisse für die Kunst des "Neuen Bauens" in Deutschland. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden zunächst viele Baulücken mit Betonzweckbauten aufgefüllt. Dem Zeitgeist entsprechend wurden in den 1970er Jahren die meisten der kleinen Häuschen des so genannten "Dörfle", des 1812 eingemeindeten Klein-Karlsruhes, eingerissen und durch großflächige Betonbauten ersetzt. Die Kriegsstraße in Karlsruhe wurde zur vielspurigen Schnellstraße durch das Stadtzentrum ausgebaut, die Kaiserstraße dagegen in den 1980er Jahren Stück für Stück zur Fußgängerzone erklärt. In den 1990er Jahren war die Stadtgestaltung durch die Nutzung von Brach- und Konversionsflächen geprägt. Innenstadtnahe neue Wohngebiete konnten geschaffen werden, wie die Südoststadt auf der Fläche des ehemaligen Güterbahnhofs und die Nordstadt auf dem Gelände der ehemaligen Amerikanersiedlung. In der Südweststadt sind auf dem Gelände der ehemaligen Waffenfabrik unter anderem ein Großkinokomplex, der Neubau des Arbeitsamts, die Bundesanwaltschaft und in der Waffenfabrik selbst das ZKM (Zentrum für Kunst und Medientechnologie) untergebracht worden. Mit Eröffnung eines großen, überdachten Einkaufszentrums am Ettlinger Tor im Herbst 2005 wurde der bis dahin fast ausschließlich auf die Kaiserstraße konzentrierte Einkaufsbereich nach Süden erweitert. Bild:Schloss-Karlsruhe-pp1.jpg|In der Innenstadt (fast) immer zu sehen: Das Schloss Karlsruhe Bild:Karlsruhe_Marktplatz_(Pyramide)_meph666-2004-Feb-15-a.jpg|Der von Friedrich Weinbrenner gestaltete Marktplatz mit der Pyramide Bild:Karlsruhe_Dammerstock_Waschhaus.jpg|Neues Bauen am Dammerstock Bild:Karlsruhe_ZKM_by_night.jpg|Modernes Museum für moderne Kunst: Das ZKM (Zentrum für Kunst und Medientechnologie) Bild:IMAG0235_mittel.JPG|Der Turm auf dem Turmberg ist das weithin sichtbare Wahrzeichen Durlachs. Eine ausführliche Liste der Sehenswürdigkeiten von Karlsruhe findet sich im Artikel Sehenswürdigkeiten in Karlsruhe.

Politik

(Ober-)Bürgermeister

Nach Gründung des Schlosses 1715 entstand nahe dabei auch eine Siedlung, in welcher ab 1718 ein Bürgermeister eingesetzt wurde. Ab 1812 erhielten die Bürgermeister den Titel Oberbürgermeister. Amtierender Oberbürgermeister ist seit 1998 Heinz Fenrich. Siehe auch: Liste der früheren (Ober-)Bürgermeister.

Gemeinderat

Liste der früheren (Ober-)Bürgermeister Der Gemeinderat von Karlsruhe setzt sich seit der letzten Wahl am 13. Juni 2004 wie folgt zusammen:

Wappen

Das Wappen der Stadt Karlsruhe zeigt in Rot ein beiderseits silbern eingefasster goldener Schrägbalken, auf dem das Wort "FIDELITAS" in schwarzen lateinischen Großbuchstaben steht. Die Stadtflagge ist Rot-Gelb-Rot. Wappen Das Wappen ist eine Umkehrung des Badischen Staatswappen, das einen gelben Schild mit einem roten Schrägbalken zeigt. Der Stadtgründer Markgraf Karl Wilhelm von Baden hatte das Wappen so vorgeschlagen und empfohlen, den Wahlspruch des am Tag der Stadtgründung gestifteten Hausordens "Fidelitas" (Treue) aufzunehmen. Doch wurde dieser Wahlspruch erst ab 1733 im Siegel der Stadt verwendet. Die vom Markgraf vorgeschlagene Farbgebung ist erst seit 1887 im Gebrauch, zuvor verwendete man die Farbgebung des Staatswappens.

Städtepartnerschaften

Karlsruhe unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:
- 25px Nancy, Frankreich, seit 1955
- 25px Nottingham, Vereinigtes Königreich, seit 1969
- 25px Halle (Saale), Sachsen-Anhalt, seit 1987
- 25px Temeswar, Banat, Rumänien, seit 1992
- 25px Krasnodar, Russische Föderation, seit 1992

Wirtschaft und Infrastruktur

1992] In Karlsruhe befindet sich die Staatliche Münze Karlsruhe, eine der fünf staatlichen Münzprägestätten, in denen die deutschen Euromünzen geprägt werden. Münzen, die in Karlsruhe geprägt sind, tragen den Herkunftsbuchstaben "G". Die Karlsruher Münze wurde bereits 1827 gegründet.

Verkehr

20px Durch das östliche Stadtgebiet führt als Nord-Süd-Achse die A 5 nach Frankfurt und nach Basel. Ferner ist Karlsruhe nach Osten durch die A 8 in Richtung Stuttgart und München angebunden, die hier als Abzweig der A 5 beginnt. Auf der anderen Seite des Rheins verläuft die A 65 gen Norden nach Ludwigshafen und die französische A 35 Richtung Südwest nach Straßburg (mit Abzweig nach Paris) und Basel. 20px Mehrere Bundesstraßen durchqueren das Stadtgebiet, darunter die B 3, die von Heidelberg nach Freiburg verläuft, die B 10 von Landau nach Stuttgart) und die B 36 von Mannheim nach Lahr. Wichtig ist zudem die Südtangente, die an der A 5 als einfache Kreisstraße beginnt, später zur B 10 und jenseits des Rheins zur A 65 wird. 20px Karlsruhe ist auch ein wichtiger Bahnknotenpunkt. Es liegt zum einen an der Rheintalbahn von Mannheim nach Basel, einer der verkehrsreichsten Eisenbahnstrecken Deutschlands. Zum anderen führen Strecken nach Stuttgart und Neustadt. Regionale Eisenbahnstrecken werden in Karlsruhe überwiegend von der Stadtbahn bedient (siehe 20px). Entscheidend für die weitere Zukunft von Karlsruhe als Eisenbahnknoten ist die Entwicklung verschiedener internationaler Bahnprojekte. So wird momentan die Rheintalstrecke bis Basel als nördlicher Hauptzubringer des künftigen Gotthard-Basistunnels vierspurig ausgebaut. Des weiteren liegt Karlsruhe am Südast der "Magistrale für Europa" von Paris nach Budapest, die in den nächsten Jahren zu einer Schnellfahrstrecke ausgebaut werden soll. Budapest 20px Der öffentlicher Personennahverkehr in Karlsruhe ist sehr gut ausgebaut. Die Innenstadt lässt sich aus den allermeisten Stadtteilen mit einer der sieben Straßenbahnlinien erreichen, in den Randbezirken wird das Angebot mit Bussen abgerundet. Ins Umland führen drei Stadtbahnlinien, acht weitere Zweisystem-Stadtbahnlinien wechseln über Verbindungsstrecken auf das Eisenbahnnetz und fahren dort als Eisenbahn weit in die Region. Durch diese hier erfundenen "Tram-Trains" stiegen in den letzten Jahren die Fahrgastzahlen im Schienennahverkehr in der Region Karlsruhe enorm an, was zum einen das Interesse anderer Verkehrsbetriebe am "Karlsruher Modell" weckte, zum anderen jedoch zu Kapazitätsengpässen in der Innenstadt führte. Die Stadt beabsichtigt, die Lage durch einen Stadtbahntunnel unter der Kaiserstraße zu entspannen und konnte 2002 im zweiten Anlauf die Mehrheit der Bevölkerung dafür hinter sich bringen. Das Projekt wird in der Stadt aber immer noch heiß diskutiert. Die innerstädtischen Straßenbahn- und Buslinien sowie die Stadtbahnlinie S 2 werden von den Verkehrsbetrieben Karlsruhe (VBK) betrieben. Die meisten Stadtbahnlinien ins Umland fahren für die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG). Die S 3 nach Speyer wird von der DB Regio betrieben. Alle öffentlichen Verkehrsmittel können zu einheitlichen Tarifen des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV) benutzt werden. Aus touristischer Sicht erwähnenswert sind außerdem die Schlossgartenbahn Karlsruhe, die im Sommerhalbjahr an Sonn- und Feiertagen einen Rundkurs im Schlosspark befährt, und die Turmbergbahn am Durlacher Turmberg, mit der man eine der schönsten Aussichtsstellen Karlsruhes erklimmen kann. 20px Die Bedingungen zum Radfahren sind im flachen Karlsruhe mit seinen breiten, geraden Straßen optimal. So verwundert es nicht, dass es mit Karl Drais ein Karlruher war, der das Fahrrad erfunden hat. Das Radwegenetz in Karlsruhe ist ordentlich, aber (noch) nicht hervorragend, auch wenn es in der letzten Zeit zunehmend ausgebaut wird. Die Ausschilderung sowie die Fahrradaufbewahrung am Hauptbahnhof sind verbesserungswürdig. 20px Mit dem Rheinhafen Karlsruhe hat die Stadt nach Mannheim einen der wichtigsten Binnenhäfen Baden-Württembergs und über den Rhein den südlichsten schleusenfreien Zugang zur Nordsee. Der Umschlag betrug 2003 6,2 Millionen Tonnen. Die Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) hat ihren Hauptsitz in Karlsruhe. 20px Karlsruhe liegt verkehrsgünstig zwischen gleich drei internationalen Flughäfen: Dem Flughafen Frankfurt in circa 135 Kilometern Entfernung, dem Flughafen Stuttgart (etwa 80 km) und dem Flughafen Strasbourg (etwa 85 km). Seit Ende 1996 hat Karlsruhe mit dem auch als Baden-Airport bezeichneten Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden in Rheinmünster-Söllingen/Hügelsheim (etwa 45 km) jedoch auch einen "eigenen" überregionalen Flughafen. Insbesondere seit Ryanair im Jahr 2003 die ersten Linienflüge einrichtete, stiegen dessen Bekanntheitsgrad und die Passagierzahlen rapide. Bereits 2004 war der Baden-Airport der zweitgrößte Flughafen in Baden-Württemberg. Der "Karlsruher" Flugplatz im benachbarten Forchheim (heute ein Stadtteil von Rheinstetten, etwa 8 km) wurde bis zum Bau der neuen Messe als Verkehrslandeplatz genutzt. Seit Anfang 2003 hat der Flugplatz allerdings nur noch eine Zulassung als Segelfluggelände. Der Geschäfts- und Tourismus-Flugverkehr wurde zum Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden verlagert. Um einer weiteren Expansion der Messe bzw. der Nutzung der Flächen des ehemaligen Verkehrslandeplatzes als Gewerbegebiet nicht im Wege zu stehen, wurde das Flugsportgelände verlegt: Am 25. September 2004 wurde das neue "Segelfluggelände Rheinstetten" eröffnet, etwa 500 m östlich des bisherigen Flugplatzes. Karlsruhe ist Sitz einer VOR-Station sowie eines Kontrollzentrums der Deutschen Flugsicherung (DFS).

Ortsansässige Unternehmen

Deutschen Flugsicherung Deutschen Flugsicherung Karlsruhe ist mit dem Drogeriediscounter dm-Drogeriemarkt, dem Energieversorger EnBW (Energie Baden-Württemberg), dem Einrichtungshaus Mann Mobilia und der größten deutschen Raffinerie, der MiRO, Sitz von bekannten Unternehmen aus verschiedenen Branchen. Global Player wie der Pharmakonzern Pfizer, der Kosmetikhersteller L'Oreal und der Reifenhersteller Mic