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Gustav Stresemann

Gustav Stresemann

Gustav Stresemann (
- 10. Mai 1878 in Berlin; † 3. Oktober 1929 in Berlin) war ein deutscher Politiker, Reichskanzler sowie Außenminister in der Zeit der Weimarer Republik und Friedensnobelpreisträger (1926).

Leben

1926 Als einziges von fünf Kindern des Bierhändlers Ernst Stresemann konnte Gustav Stresemann das Gymnasium besuchen. Dort interessierte er sich besonders für das Fach Geschichte und die Biografien von bekannten Persönlichkeiten wie Napoleon oder Goethe. Von 1897 bis 1900 studierte Stresemann in Berlin und Leipzig anfangs Literatur und Geschichte und wechselt dann in das Fach Nationalökonomie. 1900 beendete er sein Studium mit einer Promotion über das Thema Das Wachstum der Berliner Flaschenbier-Industrie. Stresemanns Vater war Besitzer einer kleinen Berliner Kneipe, einer so genannten Budike. Von 1901 bis 1904 arbeitete Stresemann als Unterhändler und Lobbyist des Verbandes der Schokoladenhersteller und konnte dort erhebliches Geschick unter Beweis stellen. Im Jahr 1903 heiratete Stresemann Käthe Kleefeld, mit der er zwei Söhne (Wolfgang und Joachim) haben sollte. Während des Studiums war Stresemann Mitglied der Reformburschenschaft Neogermania. Käthe war Schwester eines Verbindungsbruders und Tochter des Industriellen Adolf Kleefeld aus Berlin. Käthe Stresemann, die von jüdischer Abstammung war, spielte eine große Rolle im gesellschaftlichen Leben Berlins in den 20er Jahren. Nach früheren politischen Sympathien für den Nationalsozialen Verein von Friedrich Naumann begann Stresemann im gleichen Jahr 1903 eine politische Karriere mit dem Eintritt in die Nationalliberale Partei. Stresemann galt als Kronprinz seines politischen Mentors Ernst Bassermann. 1906 wurde er zum Stadtrat in Dresden gewählt. Seine Unterstützung von Sozialmaßnahmen brachten ihn häufiger in Konflikt mit dem rechten Flügel seiner Partei, der durch Angehörige der sächsischen Schwerindustrie dominiert wurde. Dieser Flügel verhinderte 1912 eine Wiederwahl in den Parteivorstand. Nachdem er 1912 auch seinen Sitz im Reichstag verloren hatte, unternahm Stresemann zusammen mit anderen Wirtschaftsexperten eine Studienreise in die USA. Stresemann war Mitglied im Deutschen Kolonialverein und in anderen zahlreichen Verbänden und Vereinen, so der Deutsch-Amerikanischen-Handelsgesellschaft. Stresemann unterstützt die deutsche Flottenpolitik, die als eine Ursache für die Entwicklung hin zum Ersten Weltkrieg gesehen wird. Gustav Stresemann war ab 1907 mehrmals Mitglied des Reichstags (Wahlkreis in sächsischen Revier Annaberg), zuerst bis 1912, dann wieder von 1914 bis 1918. 1917 wurde er Fraktionsvorsitzender und von 1920 bis 1929 wieder Abgeordneter im Reichstag. Im Jahre 1918 wurde er zum Parteivorsitzenden der NLP gewählt und begründete die rechtsliberale DVP mit. 1923 wurde er während der französischen Ruhrbesetzung für eine kurze Zeit Reichskanzler und blieb bis zu seinem Tod 1929 Außenminister.

Deutsches Reich

Stresemann war überzeugter Monarchist (Monarchie). Im Ersten Weltkrieg war es sein außenpolitisches Ziel, dem wilhelminischen Deutschland zu einer Position unter den Weltmächten zu verhelfen. Sein Ansatz hierfür lag in einer expansiven deutschen Wirtschaftspolitik. Als Voraussetzung betrachtete er die innere Stabilität, als Druckmittel begriff er die militärische Stärke. Das Vertrauen, das er den politisch Verantwortlichen in Deutschland entgegenbrachte, ließ ihn zu einem Vertreter einer aggressiven Annexions- und Kriegszielpolitik werden.

Weimarer Republik

Nach der Niederlage des Reiches gründete er im Frühjahr 1919 mit ehemaligen nationalliberalen Parteimitgliedern die DVP. Als sein außenpolitisches Ziel verkündete er, dass er Deutschland aus der "Zeit der nationalen Schmach und Würdelosigkeit zu (...) Deutschlands Größe und Deutschlands Weltbestimmung" zurückführen wolle. Seine Zielsetzung hatte sich somit kurz nach dem Ersten Weltkrieg nicht grundlegend geändert. Die in Versailles beschlossene Friedensordnung lehnte er als unzumutbar ab. In diesem Vertrag sah er die Entehrung Deutschlands. Aber die moralische Komponente des Vertrages wog für ihn weniger schwer als die wirtschaftlichen und territorialen Konsequenzen. Bezüglich der neuen deutschen Ostgrenzen waren es Zweifel an der historischen Richtigkeit und sicherheitspolitische Überlegungen gegenüber Polen, die ihn zum Gegner der Regelungen werden ließen. Obwohl Stresemann den Versailler Vertrag ablehnte, war er nicht bereit, die Verantwortung für eine Ablehnung dieses Vertrages zu übernehmen, die unzweifelhaft eine militärische Intervention der Alliierten nach sich gezogen hätte. Er kam zu der Einsicht, dass die Wahrung und Durchsetzung der deutschen Interessen nicht gegen, sondern nur auf der Grundlage der neuen Friedensordnung zu erreichen waren. Als Mitglied der Nationalversammlung und des Reichstages betrieb er so genannte Realpolitik und trat, wie er später selbst sagte, aus Vernunftgründen für die Republik ein. Bereits im wilhelminischen Deutschland dienten Stresemann wirtschaftspolitische Einsichten als Ausgangspunkt außenpolitischer Überlegungen. Die verbliebene deutsche Wirtschaftskraft nach 1918 begriff er als einziges Deutschland noch zur Verfügung stehende Machtquelle. Reparationsproblem, Ostgrenzen und Rheinlandfrage, all dies befand sich seiner Meinung nach in einem sich gegenseitig bedingenden Abhängigkeitsverhältnis. Eine Verbesserung der deutschen Lage wollte er durch eine Verständigung mit den Westmächten und insbesondere Frankreich suchen. Während der französischen Ruhrbesetzung unterstützte Stresemann zunächst den passiven Widerstand der Regierung Cuno. Als die wirtschaftliche und politische Lage aber immer kritischer wurde, übernahm am 13. August 1923 eine Koalitionsregierung aus DVP, Zentrum, DDP und SPD die Regierung und Stresemann wurde Reichskanzler. Stresemann gab dem französischen Druck nach und brach den aussichtslosen Ruhrkampf ab. Um die Inflation in den Griff zu bekommen, initiierte er mit der Einführung der Rentenmark eine Währungsreform. Mit seiner Politik leitete er die Konsolidierung der Weimarer Republik ein. Dennoch endete seine Regierungszeit nach einem Misstrauensvotum schon am 23. November 1923. Die Gegner einer Verständigungspolitik waren zu stark.

Außenpolitik

Stresemann wurde aber Außenminister in der darauf folgenden Regierung Wilhelm Marx' und prägte in dieser Position bis zu seinem Tod die deutsche Außenpolitik. Im selben Jahr wurde er Mitglied der Freimaurer-Loge „Friedrich der Große“ in Berlin und Ehrenmitglied seiner Großloge Drei Weltkugeln. Zwei Jahrzehnte zuvor schrieb er bereits den Aufsatz Maurertum und Menschheitsbau: :„Der Mensch soll in jedem Moment seines Denkens und Handelns von der Überzeugung sich tragen lassen, dass er eine Mission auf Erden zu erfüllen hat, dass ihm eine Kraft gegeben ist, zur Veredelung des Menschheitsbaues beizutragen.“ Während seiner Zeit als Außenminister setzte er seine grundlegenden, bereits im Vorfeld formulierten Ziele einer durchführbaren deutschen Außenpolitik, durch. Er normalisierte die Beziehungen zu Frankreich, um eine friedliche Revision des Versailler Vertrages zu erreichen. Dabei konzentrierte er sich auf eine multilaterale Einbindung Deutschlands in die neue Staatenordnung und verzichtete auf nationalistische Alleingänge. Wichtige Stationen der Außenpolitik Stresemanns waren der Dawes-Plan 1924, der die Reparationszahlungen Deutschlands neu regelte, die Verträge von Locarno 1925 und damit auch die gleichberechtigte Aufnahme in den Völkerbund 1926. Als er sich in seiner berühmten Rede anlässlich des Eintritts deutlich eines freimaurerischen Vokabulars bediente, erregte er Aufsehen: :Der göttliche Baumeister der Erde hat die Menschheit nicht geschaffen als ein gleichförmiges Ganzes. Er gab den Völkern verschiedene Blutströme, er gab ihnen als Heiligtum ihrer Seele ihre Muttersprache, er gab ihnen als Heimat Länder verschiedener Natur. Aber es kann nicht der Sinn einer göttlichen Weltordnung sein, dass die Menschen ihre nationalen Höchstleistungen gegeneinander kehren und damit die allgemeine Kulturentwicklung immer wieder zurückwerfen. Der wird der Menschheit am meisten dienen, der, wurzelnd im eigenen Volk, das ihm seelisch und geistig Gegebene zur höchsten Bedeutung entwickelt und damit, über die Grenzen des eigenen Volkes hinauswachsend, der ganzen Menschheit etwas zu geben vermag, wie es die Großen aller Nationen getan haben, deren Namen in der Menschheitsgeschichte niedergeschrieben sind. So verbindet sich Nation und Menschheit auf geistigem Gebiet, so kann sie sich auch verbinden in politischem Streben, wenn der Wille da ist, in diesem Sinne der Gesamtentwicklung zu dienen. 1928 hatte Stresemann wichtigen Anteil am Zustandekommen des Briand-Kellogg-Pakts, als er zwischen den USA und Frankreich vermittelte. Für seine Versöhnungsarbeit erhielt er zusammen mit seinem französischen Kollegen Aristide Briand 1926 den Friedensnobelpreis. In Deutschland wurde ihm jedoch eine entsprechende Anerkennung für seine Außenpolitik versagt; er wurde für seine Verständigungspolitik als „Erfüllungspolitiker“ beschimpft.

Das Ende einer Ära

Am 3. Oktober 1929 starb Gustav Stresemann in Berlin. Mit Stresemann verlor die Weimarer Republik einen ihrer fähigsten demokratischen Politiker. Der Tod Stresemanns und der Beginn der Weltwirtschaftskrise markierten im Oktober 1929 den Anfang vom Ende der Weimarer Republik. Ein halbes Jahr später trat die Regierung der Großen Koalition aus SPD, DDP, DVP und Zentrum zurück, und die Ära der Präsidialkabinette, die in die Kanzlerschaft Adolf Hitlers münden sollte, begann.

Die Kontroverse

Über Stresemann eingeschlagenen Weg der Revision durch die Verständigungspolitik ist in der Forschung wie auch in der Politik immer wieder kontrovers diskutiert worden. Es bereitet keine Schwierigkeit, ihn auf Grundlage der Quellen entweder zu einem Europäer der ersten Stunde oder zu einem radikalen Nationalisten zu machen. Seine konservativ-nationalistischen deutschen Gegner bewerteten seine Politik als undeutsch und nachgiebig. Und der lange Zeit als Schlüsseldokument verstandene Brief an seinen Freund, den Kronprinzen Wilhelm von Preußen, in dem Stresemann eine stark nationalistische Großmachtpolitik skizzierte, die er betreiben wolle, ließ einige Kritiker noch in den 1980ern, wie z.B. der französische Historiker Raymond Poidevin, urteilen: Stresemann sei ein beachtenswerter "Opportunist", der die diplomatische Waffe einsetze, um die Westmächte "zu überlisten"und "das Gefühl der Sicherheit (zu) erwecken", um dann Bestimmungen von Versailles "nebenbei allmählich mit Teil-Revisionen" zu verbinden. Solche Aussage enthalten den Vorwurf einer geheimen Politik Stresemanns. Aber, dass die Revision des Versailler Vertrages sein langfristiges Ziel war, daran ließ Stresemann keine Zweifel. Diese Wünsche waren auch den ausländischen Staatsmännern vertraut. Entscheidend ist, dass der von Stresemann eingeschlagene Weg eindeutig auf der Grundlage der neuen Friedensordnung über internationale Verhandlungen führen sollte. Stresemann betrieb eine auf ökonomischer Basis fußende, republikanische Außenpolitik, die sich in Methode und Zielsetzung von der Außenpolitik des Kaiserreichs als „Machtstaat“ (Thomas Nipperdey) und der militärisch expansiven nationalsozialistischen Außenpolitik Hitlers abhob und Eigenständigkeit in der deutschen Geschichte beanspruchen darf. Extreme Urteile werden Stresemann, der während der Weimarer Republik immer von politischen Extremen Abstand hielt und vor ihnen warnte, nicht gerecht. In der modernen Forschung wird seine Bedeutung allmählich relativiert, da zahlreiche Dokumente, die erst wesentlich später der Wissenschaft zur Verfügung standen, ein wesentlich milderes Bild Stresemanns zeichnen.

Sonstiges

Der Stresemann, ein eleganter und bequemer Anzug, ist nach Gustav Stresemann benannt.

Literatur


- Arnold, Georg: Gustav Stresemann und die Problematik der deutschen Ostgrenzen, Frankfurt a.M. 2000.
- Manfred Berg: Gustav Stresemann. Eine politische Karriere zwischen Reich und Republik. Göttingen und Zürich 1992. ISBN 3-7881-0141-5
- Theodor Eschenburg und Ulrich Frank-Planitz: Gustav Stresemann. Eine Bildbiographie. Stuttgart 1978. ISBN 3-4210-1840-5
- Eberhard Kolb: Gustav Stresemann. München 2003. (=Beck`sche Reihe Wissen 2315), ISBN 3-406-480152
- Peter Krüger: Die Außenpolitik der Republik von Weimar. Darmstadt 1985, ISBN 3-534-07250-2
- Poidevin, Raymond: Die unruhige Großmacht. Deutschland und die Welt im 20. Jahrhundert, Freiburg und Würzburg 1985.

Weblinks


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- http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/StresemannGustav/ Stresemann, Gustav Stresemann, Gustav Stresemann, Gustav Stresemann, Gustav Stresemann, Gustav Stresemann, Gustav Stresemann, Gustav Stresemann, Gustav Stresemann, Gustav Stresemann, Gustav Stresemann, Gustav Stresemann, Gustav ja:グスタフ・シュトレーゼマン

10. Mai

Der 10. Mai ist der 130. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 131. in Schaltjahren) - somit bleiben 235 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse

Schaltjahren
- 1534 - Jacques Cartier entdeckt Neufundland.
- 1655 - Jamaika wird von den Engländern erobert.
- 1774 - Mit dem Tod seines Vaters wird Ludwig XVI. König von Frankreich.
- 1796 - Napoléon Bonaparte siegt in der Schlacht von Lodi.
- 1871 - Der Friede von Frankfurt beendet den Deutsch-Französischen Krieg. Frankreich muss das Elsass und Teile Lothringens abtreten.
- 1877 - Rumänien erklärt seine Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich - und wird nach dem Ende des russisch-türkischen Kriegs von 1877-78 durch den Vertrag von Berlin als unabhängig anerkannt.
- 1933 - In Deutschland beginnen Nationalsozialisten und ihre Helfershelfer aus Kreisen von Professoren und Studenten mit der Bücherverbrennung.
- 1940 - Der Westfeldzug (Fall Gelb) der Truppen des Dritten Reichs beginnt mit dem Einmarsch in die Niederlande, Belgien und Luxemburg.
- 1941 - Rudolf Heß fliegt auf eigene Faust nach Schottland um Friedensverhandlungen aufzunehmen und gerät dabei in Kriegsgefangenschaft.
- 1949 - Der Parlamentarische Rat entscheidet sich für Bonn als Hauptstadt Deutschlands.
- 1954 - Das Bundesarbeitsgerichts in Kassel wird offiziell eröffnet.
- 1957 - Erste Nationalversammlung im französischen Ostkamerun.
- 1981 - Bei den Wahlen zum Abgeordnetenhaus von Berlin siegt die CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Richard von Weizsäcker deutlich. Damit ist nach dem Scheitern des Senats von Dietrich Stobbe (SPD) auch sein Nachfolger Hans-Jochen Vogel (SPD) gescheitert.
- 1981 - François Mitterrand wird französischer Präsident.
- 1992 - Almaty, Kasachstan. Staatspräsident Nursultan Nasarbajew und der russische Präsident Boris Jelzin unterzeichnen den Freundschafts- und Zusammenarbeitsvertrag.
- 1993 - Juan Carlos Wasmosy wird demokratisch gewählter Staatspräsident in Paraguay.
- 1994 - Nelson Mandela wird erster schwarzafrikanischer Präsident Südafrikas.

Wirtschaft


- 1904 - Gründung der Aktiengesellschaft A. Horch & Cie. Motorwagen-Werke AG in Zwickau.

Wissenschaft, Technik


- 1954 - Texas Instruments stellt in Dayton (Ohio) den ersten Silizium-Transistor vor.

Kultur


- 1790 - Uraufführung des historischen Dramas Jeanne d'Arc à Orléans von Rodolphe Kreutzer am Comédie-Italienne in Paris.
- 1809 - In Wien müssen Aufführungen des "Fidelio" von Ludwig van Beethoven für diesen und den nächsten Tag abgesagt werden, da die in Schönbrunn eingetroffenen napoleonischen Truppen androhen, die Stadt zu beschießen.
- 1843 - Uraufführung der Oper Die sizilianische Vesper von Peter Joseph von Lindpaintner in Stuttgart.
- 1907 - Uraufführung der Oper Ariane et Barbe-bleu (Blaubart) von Paul Dukas an der Opéra-Comique in Paris.
- 1914 - Uraufführung der Oper Die Marketenderin von Engelbert Humperdinck in Köln.
- 1922 - Uraufführung der Oper Venus von Othmar Schoeck in Zürich.

Religion


- 946 - Agapet II. wird als Nachfolger von Marinus II. als Papst inthronisiert.

Katastrophen


- 1997 - Ein Erdbeben der Stärke 7,5 im Iran fordert 1.560 Tote.
- 2001 - Bei einer Panik in einem Fussball-Stadion in Ghana sterben 120 Menschen.

Sport


- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.

Geboren

Leichtathletik Leichtathletik Leichtathletik
- 1265 - Fushimi, 92. Kaiser von Japan
- 1697 - Jean-Marie Leclair, französischer Komponist und Violinist
- 1714 - Sophie Charlotte Biereichel, Schauspielerin und Frau von Konrad Ernst Ackermann
- 1727 - Anne Robert Jacques Turgot, Baron de l'Aulne, französischer Staatsmann und Ökonom
- 1745 - Wilhelm Florentin von Salm-Salm, Erzbischof von Prag
- 1746 - Gaspard Monge, französischer Mathematiker und Physiker
- 1752 - Pierre Riel de Beurnonville, französischer General und Staatsmann, Pair und Marschall von Frankreich
- 1760 - Claude Joseph Rouget de Lisle, französischer Komponist, Dichter und Offizier
- 1760 - Johann Peter Hebel, deutscher Dichter, evangelischer Theologe und Pädagoge
- 1770 - Louis-Nicolas Davout, französischer General, Pair und Marschall von Frankreich
- 1784 - Carlo Filangieri, italienischer General
- 1788 - Augustin Jean Fresnel, französischer Physiker und Ingenieur
- 1788 - Katharina Pawlowna, Königin von Württemberg
- 1789 - Jared Sparks, US-amerikanischer Geschichtsschreiber
- 1799 - Wilhelm Adolf Lette, deutscher Sozialpolitiker und Jurist
- 1805 - Alexander Braun, deutscher Botaniker
- 1807 - Jean Victor Coste, französischer Naturforscher
- 1809 - Peter Tunner, steirischer Bergbaupionier
- 1816 - Friedrich Gerstäcker, deutscher Abenteuer-Schriftsteller
- 1817 - Emma Herwegh, deutsche Revolutionärin
- 1835 - Wilhelm Hermann von Blume, preußischer General
- 1838 - John Wilkes Booth, US-amerikanischer Schauspieler (Attentäter Abraham Lincolns)
- 1843 - Benito Pérez Galdós, spanischer Schriftsteller
- 1847 - Wilhelm Killing, deutscher Mathematiker
- 1850 - Thomas Lipton, britischer Unternehmer
- 1855 - Adolf Brütt, deutscher Bildhauer und Gründer der Weimarer Bildhauerschule
- 1855 - Sri Yukteswar, indischer Yogi und Guru
- 1870 - Franz Xaver Müller, österreichischer Komponist, Priester und Domkapellmeister
- 1872 - Marcel Mauss, französischer Ethnologe
- 1873 - Richard Wilhelm, deutschsprachiger Sinologe
- 1876 - Ivan Cankar, slowenischer Schriftsteller
- 1878 - Gustav Stresemann, Außenminister der Weimarer Republik und zusammen mit Aristide Briand Friedensnobelpreisträger 1926
- 1883 - Eugen Leviné, Kommunist der Münchner Räterepublik
- 1884 - Roberto Firpo, argentinischer Tango-Musiker
- 1885 - Fritz von Unruh, deutscher Schriftsteller und Dichter
- 1886 - Karl Barth, schweizerischer protestantischer Theologe
- 1886 - Olaf Stapledon, britischer Science-Fiction-Autor
- 1887 - Iman Dozy, niederländischer Fußballspieler
- 1888 - Max Steiner, österreichischer Komponist
- 1890 - Alfred Jodl, deutscher Generaloberst und Berufsoffizier
- 1890 - Clarence Brown, US-amerikanischer Filmregisseur
- 1897 - Einar Gerhardsen, norwegischer sozialdemokratischer Politiker
- 1897 - Rudolf Henz, Schriftsteller; Programmdirektor des Österreichischen Rundfunks
- 1899 - Ernst Rüdiger Starhemberg, österreichischer Politiker
- 1899 - Fred Astaire, US-amerikanischer Tänzer, Sänger und Schauspieler
- 1900 - Adolf Jobst, österreichisch-tschechischer Politiker, Restaurator und Maler
- 1900 - Karl Ernst Krafft, schweizerischer Statistiker, Charakterologe und Wirtschaftsberater
- 1901 - John Desmond Bernal, britischer Physiker
- 1902 - Anatole Litvak, russisch-französischer Filmregisseur
- 1902 - David O. Selznick, US-amerikanischer Filmproduzent
- 1903 - Hans Jonas, deutsch-jüdischer Philosoph und Ethiker
- 1904 - Antonio Buenaventura, philippinischer Komponist
- 1905 - Markos Vamvakaris, griechischer Sänger, Komponist und Bouzouki-Interpret
- 1907 - Alfons XIII., spanischer König 1886-1931
- 1908 - Josef Wallner, deutscher Politiker (WAV, DP sowie fraktionslos)
- 1909 - Maybelle Carter, US-amerikanische Country- und Folksängerin
- 1910 - Eric Berne, kanadischer Arzt und Psychiater
- 1914 - Erwin Lange, deutscher SPD-Politiker, MdB und Europaparlamentarier
- 1914 - Karl-Heinz Lauterjung, deutscher Physiker
- 1916 - Alfred Weidenmann, deutscher Jugendbuchautor und Regisseur
- 1916 - Milton Babbitt, US-amerikanischer Komponist
- 1917 - Kurt Brand, deutscher Science-Fiction-Autor
- 1921 - Oliver Hassencamp, deutscher Jugendbuch- und Romanautor
- 1922 - Emilio Arenales Catalán, guatemaltekischer Politiker
- 1923 - Gerhard Wahrig, deutscher Lexikograph
- 1923 - Heydär Äliyev, aserbaidschanischer Politiker
- 1926 - Hugo Banzer Suárez, bolivianischer Militär, Politiker und Staatspräsident
- 1928 - Arnold Rüütel, estnischer Politiker und Präsident
- 1928 - Lothar Schmid, deutscher Verleger und Schachspieler
- 1929 - Mel Lewis, US-amerikanischer Jazzmusiker
- 1929 - Helga Schmedt, deutsche SPD-Politikerin und MdB
- 1931 - Ettore Scola, italienischer Filmregisseur
- 1933 - Horst Waffenschmidt, deutscher Jurist, CDU-Politiker und MdB
- 1935 - Larry Williams, US-amerikanischer Musiker
- 1935 - Peter Pütz, Professor für neuere deutsche Literaturwissenschaft
- 1935 - Judith Beckmann, US-amerikanische Sopranistin
- 1937 - Tamara Press, sowjetische Kugelstoßerin und Diskuswerferin
- 1938 - Manuel Santana, ehemaliger spanischer Tennisspieler
- 1939 - Uwe Wandrey, deutscher Schriftsteller
- 1940 - Arthur Alexander, US-amerikanischer Songschreiber und Sänger
- 1941 - Danny Rapp, US-amerikanischer Sänger
- 1944 - Jackie Lomax, britischer Sänger
- 1944 - Marie-France Pisier, französische Schauspielerin
- 1946 - Dave Mason, britischer Musiker
- 1946 - Donovan, britischer Songschreiber und Musiker
- 1946 - Franz-Josef Paefgen, Chairman & CEO von Bentley Motors
- 1946 - Graham Gouldman, britischer Musiker
- 1946 - Tony Clunn, englischer Major und Hobbyarchäologe
- 1946 - Ulrich Stranz, deutscher Komponist
- 1947 - Angelika Graf, deutsche Politikerin und MdB
- 1947 - Jay Ferguson, US-amerikanischer Sänger
- 1947 - Vic Elmes, britischer Musiker
- 1951 - Petra Hammesfahr, deutsche Schriftstellerin
- 1951 - Ron Banks, US-amerikanischer Sänger
- 1952 - Mario Capezzuto, deutscher Politiker und MdL
- 1952 - Roland Kaiser, deutscher Schlagersänger
- 1952 - Vanderlei Luxemburgo, brasilianischer Fußballtrainer
- 1953 - Ralf Rothmann, deutscher Schriftsteller
- 1954 - Sabine Postel, deutsche Schauspielerin
- 1957 - Sid Vicious, britischer Punk-Musiker, Bassist Sid Vicious
- 1960 - Bono, irischer Sänger und Songschreiber
- 1960 - Gerry Kley, deutscher FDP-Politiker
- 1960 - Harald Meller, deutscher Archäologe
- 1960 - Merlene Ottey, slowenisch-jamaikanische Leichtathletin
- 1961 - Johanna ter Steege, niederländische Schauspielerin
- 1962 - David Fincher, US-amerikanischer Regisseur, Produzent und Schauspieler
- 1962 - John Ngugi, ehemaliger kenianischer Leichtathlet
- 1964 - Gitta Connemann, deutsche CDU-Politikerin und MdB
- 1965 - Linda Evangelista, kanadisches Top-Model
- 1966 - Jonathan David Edwards, britischer Dreispringer
- 1968 - Johannes Kalpers, deutscher Sänger
- 1968 - Markus Zoecke, ehemaliger deutscher Tennisspieler
- 1969 - Dennis Bergkamp, niederländischer Fußballspieler
- 1972 - Christian Wörns, deutscher Fußballspieler
- 1972 - Katja Seizinger, deutsche Skirennläuferin
- 1973 - Kaya Yanar, deutscher Entertainer
- 1973 - Oliver Drechsel, deutscher Pianist
- 1973 - Rüstü Recber, türkischer Fußball-Torhüter
- 1977 - Nick Heidfeld, deutscher Formel-1-Rennfahrer
- 1977 - Sergei Nakariakov, russischer Trompeter
- 1978 - Mithat Demirel, deutscher Basketballspieler
- 1979 - Wiradech Kothny, thailändisch-deutscher Fechter
- 1980 - Mounir El Baz, marokkanischer Showstar
- 1983 - Florian Mayer, deutscher Profi-Tennisspieler

Gestorben

Florian Mayer
- 1034 - Mieszko II. Lambert, König, später Herzog von Polen
- 1424 - Go-Kameyama, 99. Kaiser von Japan
- 1521 - Sebastian Brant, deutscher Humanist und Autor des Narrenschiffs
- 1566 - Leonhart Fuchs, deutscher pflanzenkundiger Mediziner
- 1631 - Dietrich von Falkenberg, schwedischer Oberst und Militärkommandant von Magdeburg
- 1632 - Louis de Marillac, französischer Heerführer und Staatsmann, Marschall von Frankreich
- 1641 - Johan Banér, schwedischer Feldmarschall
- 1657 - Gustav Horn, schwedischer Feldherr im Dreißigjährigen Krieg
- 1723 - Meinrad Guggenbichler, bedeutender Barock-Bildhauer
- 1733 - Jacob August Franckenstein, lexikalischer Redakteur
- 1733 - Johann Burckhardt Mencke, Verleger und Herausgeber
- 1737 - Nakamikado, 114. Kaiser von Japan
- 1739 - Cosmas Damian Asam, deutscher Bildhauer, Maler und Baumeister
- 1760 - Johann Christoph Graupner, deutscher Komponist
- 1764 - Christian Friedrich Henrici, wichtigster Textdichter Johann Sebastian Bachs
- 1774 - Ludwig XV., König von Frankreich
- 1798 - George Vancouver, britischer Offizier der Royal Navy und Entdecker
- 1818 - Paul Revere, US-amerikanischer Freiheitskämpfer
- 1822 - Roch-Ambroise Cucurron Sicard, französischer Geistlicher und »Taubstummen«-Lehrer.
- 1829 - Thomas Young, englischer Physiker
- 1848 - Caspar von Geismar, rettete die Stadt Weimar vor Zerstörung und Plünderung durch die abziehenden Truppen Napoleons.
- 1850 - Joseph Louis Gay-Lussac, französischer Chemiker und Physiker
- 1863 - Thomas Jonathan Jackson, Südstaaten-Kommandeur im amerikanischen Bürgerkrieg
- 1889 - Michail Jewgrafowitsch Saltykow-Schtschedrin, russischer Schriftsteller und Satiriker
- 1891 - Carl Wilhelm von Nägeli, schweizerischer Botaniker
- 1901 - Georg Christian Dieffenbach, deutscher Pfarrer und Dichter
- 1904 - Henry Morton Stanley, britisch-amerikanischer Journalist, Afrikaforscher und Buchautor
- 1909 - Georg Howaldt, Kommerzienrat, Ingenieur
- 1910 - Carl Reinecke, deutscher Komponist
- 1915 - Albert Weisgerber, deutscher Maler und Grafiker
- 1915 - Karl Lamprecht, Professor für Geschichte
- 1939 - Sigfús Einarsson, isländischer Komponist
- 1943 - Siegfried Rädel, deutscher Politiker und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime
- 1945 - Konrad Henlein, sudetendeutscher nationalsozialistischer Politiker
- 1945 - Richard Glücks, Leiter der Inspektion der Konzentrationslager
- 1951 - Willi Busch, deutscher Schauspieler
- 1952 - Paul Greifzu, deutscher Automobil- und Motorrad-Rennfahrer
- 1954 - Erik Reger, deutscher Schriftsteller
- 1963 - Gianfranco Comotti, italienischer Rennfahrer
- 1964 - Elfriede Jaeger, deutsche Politikerin und MdB
- 1964 - Michail Fjodorowitsch Larionow, russischer Maler
- 1966 - Erich Engel, deutscher Film- und Theaterregisseur
- 1971 - Mihail Jora, rumänischer Komponist
- 1975 - Ernst August Farke, deutscher Politiker und MdB
- 1977 - Alfred Eduard Frauenfeld, österreichischer nationalsozialistischer Politiker
- 1977 - Joan Crawford, US-amerikanische Filmschauspielerin
- 1979 - Louis Boon, belgischer Schriftsteller
- 1982 - Friedrich Schröder Sonnenstern, deutscher Zeichner und Maler
- 1982 - Peter Weiss, Schriftsteller, Maler, Graphiker
- 1987 - Hermann Glöckner, deutscher Maler
- 1989 - Woody Shaw, US-amerikanischer Jazz-Trompeter und Komponist
- 1994 - John Wayne Gacy, US-amerikanischer Serienmörder
- 1996 - Gerd Duwner, deutscher Schauspieler und Synchronsprecher
- 1998 - Cesare Perdisa, italienischer Rennfahrer
- 2001 - Werner Schuster, Arzt und Politiker
- 2002 - Yves Robert, französischer Filmregisseur
- 2002 - David Riesman, amerikanischer Soziologe
- 2003 - Heinrich Schipperges, deutscher Medizinhistoriker
- 2003 - Heinz Oestergaard, deutscher Modeschöpfer
- 2005 - Otto Steiger, Schweizer Schriftsteller
- 2005 - David Wayne, US-amerikanischer Rockmusiker

Feier- und Gedenktage


- Epimachus, katholischer Märtyrer
- Gordian, katholischer Märtyrer
- Johannes (Johannes von Avila, Apostel von Andalusien)

Siehe auch


- 9. Mai - 11. Mai
- 10. April - 10. Juni
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 0510 ja:5月10日 ko:5월 10일 simple:May 10 th:10 พฤษภาคม

Berlin

Berlin ist Hauptstadt, bevölkerungsreichste und flächengrößte Stadt Deutschlands. Sie ist Stadtstaat und ein eigenständiges Bundesland. Berlin ist nach London die zweitgrößte Stadt der EU. Historisch war Berlin mehrfach Hauptstadt deutscher Staaten wie des Markgrafentums/Kurfürstentumes Brandenburg, des Königreiches Preußen, des Deutschen Reiches oder der DDR (nur der damalige Ostteil der Stadt). Seit der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 ist Berlin gesamtdeutsche Hauptstadt und seit dem Hauptstadtbeschluss des Deutschen Bundestages von 1991 nimmt die Stadt seit 1999 auch die Funktion als Parlaments- und Regierungssitz Deutschlands wahr. Die Stadt ist ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt und ein wichtiges Wirtschafts-, Kultur- und Bildungszentrum mit zahlreichen Universitäten, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Theatern, Museen und Baudenkmälern. Geordnete Links auf Artikel mit Berlinbezug finden sich im Portal:Berlin.

Geografie

Geografische Lage

Portal:Berlin Berlin ist gänzlich vom Bundesland Brandenburg umgeben und liegt im Osten der Bundesrepublik Deutschland, etwa 70 km westlich der Grenze zu Polen. Die Stadt ist einer der Verdichtungsräume der Bundesrepublik. Berlin befindet sich in eiszeitlich geprägter Landschaft im Warschau-Berliner Urstromtal zwischen den Hochebenen des Barnim und des Teltow. Das historische Zentrum Berlins liegt an der schmalsten Stelle des von der Spree in ost-westlicher Richtung durchflossenen Urstromtals. Im westlichsten Bezirk Spandau mündet die Spree in die Havel, die den Westen Berlins in Nord-Süd Richtung durchfließt. Der Flusslauf der Havel ähnelt dabei oft einer Seenlandschaft, die größten Ausbuchtungen bilden der Tegeler See und der Große Wannsee. Wesentliche Teile des heutigen Berlins liegen auf den beiden Hochebenen: Große Teile der Bezirke Reinickendorf und Pankow liegen auf dem Barnim, während der Hauptteil der Bezirke Charlottenburg-Wilmersdorf, Steglitz-Zehlendorf, Tempelhof-Schöneberg und Neukölln auf dem Teltow gelegen ist. Weder zum Urstromtal noch zum Barnim oder Teltow gehört Berlin-Spandau westlich der Havel, das zum Teil der Nauener Platte zuzurechnen ist. Die höchsten Erhebungen Berlins sind der aus Trümmerschutt des Zweiten Weltkriegs künstlich aufgeschüttete Teufelsberg (115 m ü. NN) im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf und die Müggelberge (115 m) im Bezirk Treptow-Köpenick. Siehe auch: Liste der Erhebungen in Brandenburg und Berlin

Stadtgliederung

Nach dem Gebietsreformgesetz vom 10. Juni 1998 wurde die Zahl der Verwaltungsbezirke zum 1. Januar 2001 von 23 auf 12 reduziert. Berlin ist seitdem gegliedert in die Bezirke:
- Charlottenburg-Wilmersdorf
- Friedrichshain-Kreuzberg
- Lichtenberg
- Marzahn-Hellersdorf
- Mitte
- Neukölln
- Pankow
- Reinickendorf
- Spandau
- Steglitz-Zehlendorf
- Tempelhof-Schöneberg
- Treptow-Köpenick Siehe auch: Liste der Bezirke und Ortsteile Berlins

Klima

Die Stadt befindet sich in der gemäßigten Klimazone. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Berlin-Dahlem beträgt 9,2 Grad Celsius und die mittlere jährliche Niederschlagsmenge 578 Millimeter. Die wärmsten Monate sind Juni, Juli und August mit durchschnittlich 16,6 bis 18,4 Grad Celsius und die kältesten Dezember, Januar und Februar mit 0,5 bis 1,8 Grad Celsius im Mittel. Der meiste Niederschlag fällt in den Monaten Juni und August mit 62 bis 67 Millimeter im Durchschnitt, der wenigste im Februar, April und Oktober mit 36 bis 38 Millimeter im Mittel.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Berlins Die Stadt Cölln, Teil der Doppelstadt Berlin-Cölln (auf der Spreeinsel gelegen), wurde 1237 erstmals urkundlich erwähnt, 1244 folgte dann die Erwähnung Berlins, welches sich auf dem nördlichen Ufer der Spree befand. Die beiden Städte bekamen 1307 ein gemeinsames Rathaus. Der Name Berlin hat nichts mit dem Bären im heutigen Stadtwappen zu tun. Er geht vermutlich auf die slawische Silbe berl (Sumpf) zurück. 1415 wurde Friedrich I. Kurfürst der Mark Brandenburg und blieb dies bis 1440. Mitglieder der Familie Hohenzollern regierten bis 1918 in Berlin, erst als Markgrafen von Brandenburg, dann als Könige von Preußen und schließlich als deutsche Kaiser. Die Einwohner von Berlin haben diese Veränderungen nicht immer begrüßt. Preußen Preußen Preußen] 1448 revoltierten sie im „Berliner Unwillen“ gegen den Schlossneubau des Kurfürsten Friedrich II. Eisenzahn. Dieser Protest war jedoch nicht von Erfolg gekrönt und die Bevölkerung büßte viele ihrer politischen und ökonomischen Freiheiten ein. 1451 wurde Berlin dann Residenzstadt der brandenburgischen Markgrafen und Kurfürsten und musste seinen Status als freie Hansestadt aufgeben. Der Dreißigjährige Krieg zwischen 1618 und 1648 hatte für Berlin verheerende Folgen: ein Drittel der Häuser wurden beschädigt, die Bevölkerung halbierte sich. Friedrich Wilhelm, bekannt als der Große Kurfürst, übernahm 1640 die Regierungsgeschäfte von seinem Vater. Er startete eine Politik der Immigration und der religiösen Toleranz. Ab dem folgenden Jahr kam es zur Gründung der Vorstädte Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt. 1671 wurde fünfzig jüdischen Familien aus Österreich ein Zuhause gegeben. Mit dem Edikt von Potsdam 1685 lud Friedrich Wilhelm die französischen Hugenotten nach Brandenburg ein. Über 15.000 Franzosen kamen, von denen sich 6.000 in Berlin niederließen. Um 1700 waren 20 Prozent der Berliner Einwohner Franzosen, und ihr kultureller Einfluss war groß. Viele Einwanderer kamen außerdem aus Böhmen, Polen und Salzburg. 1701 erlangte Berlin durch die Krönung Friedrich I. zum König den Status der Hauptstadt Preußens. Per 1. Januar 1710 erfolgte die Vereinigung der Städte Berlin, Cölln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt zur Königlichen Haupt- und Residenzstadt Berlin. Aber schon bald entstanden neue Vorstädte, die Berlin vergrößerten. 1861 kam es zur Eingemeindung von Wedding, Moabit sowie der Tempelhofer, der Schöneberger, der Spandauer und weiteren Vorstädten. 1871 wurde Berlin dann Hauptstadt des neu gegründeten Deutschen Reiches. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde 1918 in Berlin die Republik ausgerufen. 1920 folgte dann mit dem Groß-Berlin-Gesetz erneut eine umfassende Eingemeindung mehrerer Städte, Landgemeinden und Gutsbezirke rund um Berlin. Berlin hatte damit rund vier Millionen Einwohner. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurde Berlin die Hauptstadt des Dritten Reiches. Die Nazis nutzten die 1936 in Berlin stattfindenden Olympischen Sommerspiele für Propagandazwecke. Es gab auch Pläne, Berlin zur Welthauptstadt Germania umzubauen. Diese wurden jedoch durch den Zweiten Weltkrieg vereitelt. Während des Krieges wurden große Teile Berlins durch Bomben und durch den Häuserkampf zerstört. Nach der Einnahme der Stadt durch die Rote Armee und die Kapitulation 1945 wurde Berlin, analog zu der Regelung für das gesamte Deutschland, in vier Sektoren aufgeteilt. Die Sektoren der Westalliierten (USA, Großbritannien und Frankreich) bildeten den westlichen Teil der Stadt, während der Sektor der Sowjetunion von nun an den Ostteil bildete. Für Gesamtberlin blieb allerdings eine Gesamtverantwortung aller vier Alliierten bestehen. Die zunehmenden politischen Differenzen zwischen den Westalliierten und der Sowjetunion führten 1948/49 zu einer wirtschaftlichen Blockade West-Berlins, die die Alliierten mit der so genannten Luftbrücke erfolgreich zu umgehen versuchten. Nach der Gründung der demokratischen Bundesrepublik Deutschland im Westen Deutschlands und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) im Osten Deutschlands, beides im Jahr 1949, verschärfte sich der Kalte Krieg auch in Berlin. Während die Bundesrepublik ihre Hauptstadt nach Bonn verlegte, was zunächst als Provisorium gedacht war, ernannte die DDR Ost-Berlin zur Hauptstadt der DDR. Der Ost-West-Konflikt gipfelte im Bau der Berliner Mauer durch die DDR am 13. August 1961. Berlins Osten und Westen waren nun vollkommen voneinander getrennt; der Übergang war nur noch an bestimmten Kontrollpunkten möglich, allerdings nicht mehr für die Bewohner der DDR und Ost-Berlins. 1971 wurde das Viermächte-Abkommen über Berlin unterzeichnet. Während die Sowjetunion den Vier-Mächte-Status nur auf West-Berlin bezog, unterstrichen die Westmächte 1975 in einer Note an die Vereinten Nationen ihre Auffassung vom Vier-Mächte-Status über Gesamt-Berlin. 1989 kam es unter dem Druck der ostdeutschen Bevölkerung zur Wende in der DDR, die Mauer fiel. Bereits 1990 wurden die beiden deutschen Staaten als Bundesrepublik Deutschland wiedervereinigt und Berlin per Einigungsvertrag deutsche Hauptstadt. 1991 beschloss der Bundestag nach kontroverser öffentlicher Diskussion, dass die Stadt auch wieder Sitz der deutschen Bundesregierung sein sollte. Am 1. September 1999 nahmen Regierung und Parlament ihre Arbeit in Berlin auf.

Bevölkerung

Parlament Parlament In Berlin leben 3.389.078 Einwohner (Stand Ende März 2005) auf einer Fläche von 891,75 Quadratkilometern. Die Bevölkerungsdichte der Region beträgt 3.811 Einwohner pro Quadratkilometer. Der durchschnittliche Berliner im Jahre 2004 war 41,7 Jahre alt. Das entspricht einer Erhöhung von 2,5 Jahren über einen Zeitraum von zwölf Jahren. Im Juni 2005 lebten rund 458.600 Einwohner mit ausländischem Pass aus 185 Staaten in Berlin. Das entspricht rund 13,5 Prozent. Insgesamt wohnen rund 36.000 Bürger aus dem nächstgelegenen Nachbarland, Polen, sowie rund 119.000 Türken in Berlin. Berlin hat außerhalb der Türkei die größte türkische Gemeinde in Europa. 2004 erhielten nach Angaben des statistischen Landesamts 6507 Ausländer die deutsche Staatsbürgerschaft Laut dem Statistischen Landesamt (2005) sind 60 Prozent der Berliner nicht Mitglied einer Religionsgemeinschaft, 23 Prozent evangelische Christen, 9 Prozent Katholiken und sechs Prozent Mitglied der islamischen Gemeinde.

Einwohnerentwicklung

Im Jahre 1919 lebten in Berlin 1,9 Millionen Menschen. Mit der Bildung der Einheitsgemeinde Groß-Berlin verdoppelte sich die Einwohnerzahl am 1. Oktober 1920 sprunghaft auf 3,9 Millionen. Die neue Stadtgemeinde vergrößerte sich in der Fläche auf das Dreizehnfache: von 66,93 auf 878,1 Quadratkilometer. 811,17 Quadratkilometer mit 1,9 Millionen Menschen waren aus der damaligen Provinz Brandenburg an die neue Stadtgemeinde gekommen; das waren zwei Prozent des Territoriums, jedoch fast 44 Prozent der Bevölkerung Brandenburgs. Die neue Fläche entsprach damit fast der Größe der Insel Rügen (926,4 Quadratkilometer). Berlin war 1920 zur flächenmäßig zweitgrößten Stadt der Welt nach Los Angeles und nach der Einwohnerzahl – hinter London und New York – zur drittgrößten Stadt der Erde geworden. Bis 1934 wuchs die Bevölkerung Berlins auf einen Höchststand von 4,464 Millionen, sank dann aber, bedingt durch die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges und der Teilung der Stadt, bis 1980 um 30 Prozent auf einen Tiefststand von drei Millionen. Der Bevölkerungsverlust in den Jahren 1950 bis 1960 wurde vor allem durch Abwanderungen aus Ost-Berlin verursacht. Während West-Berlin einen Zuwachs von 2,58 % verzeichnete, sank in Ost-Berlin die Einwohnerzahl um 9,86 %. Diese so genannte Abstimmung mit den Füßen war Ausdruck der Unzufriedenheit vieler Ostberliner. Seit 1980 verzeichnete die Stadt wieder einen Anstieg um 350.000 auf circa 3,39 Millionen Einwohner im Januar 2005. Nach Berechnungen wird die Einwohnerzahl Berlins wegen der niedrigen Geburtenraten bis 2050 auf rund drei Millionen sinken. Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1860 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. ¹ Volkszählungsergebnis

Politik

2005] Hauptartikel: Politik in Berlin Berlin ist seit der Wiedervereinigung der ehemals getrennten beiden deutschen Staaten am 3. Oktober 1990 ein vollwertiges Bundesland und zugleich eine kreisfreie Stadt, die in nunmehr zwölf Bezirke untergliedert ist. Daneben ist Berlin die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland. Der Deutsche Bundestag entschied im so genannten Hauptstadtbeschluss am 20. Juni 1991, dass Berlin auch Regierungs- und Parlamentssitz des vereinigten Deutschlands werden soll. Somit ist die Stadt heutzutage Sitz der Bundesregierung, des Bundestages und des Bundesrates.

Das Land Berlin

Das Landesparlament des Landes Berlin, die gesetzgebende Gewalt, ist nach der Verfassung von Berlin das Abgeordnetenhaus von Berlin. In ihm sind zur Zeit Abgeordnete aus SPD, CDU, Die Linkspartei., Bündnis 90/Die Grünen und FDP vertreten. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) und die Linkspartei.PDS bilden eine Koalition. Die Landesregierung, die Exekutive, ist der Senat von Berlin, bestehend aus dem Regierenden Bürgermeister (derzeit Klaus Wowereit, SPD) und bis zu acht Senatoren. Der Regierende Bürgermeister ist dabei zugleich Repräsentant des Landes und der Stadt. 1996 scheiterte eine Volksabstimmung zur Vereinigung der Bundesländer Berlin und Brandenburg am Widerstand der Brandenburger Bevölkerung.

Wappen und Flagge

Hauptartikel: Hoheitszeichen Berlins

Die Verwaltung

Hoheitszeichen Berlins Da Berlin eine Einheitsgemeinde ist, stellen die Bezirke keine eigenständigen Gemeinden dar und sind somit stark vom Senat und auf Verwaltungsebene von den Senatsverwaltungen abhängig, die die Fachaufsicht ausüben. Dennoch gibt es in jedem Berliner Bezirk eine eigene – allerdings nicht als Parlament, sondern als Teil der Verwaltung ausgestaltete – Volksvertretung, die Bezirksverordnetenversammlung (BVV), welche das Bezirksamt, bestehend aus Bezirksbürgermeister und fünf Stadträten, nach Parteienproporz wählt. Bürgermeister und Stadträte haben daher trotz ihrer quasipolitischen Wahl den Status eines Wahlbeamten inne. Die Bürgermeister der Bezirke bilden unter Vorsitz des Regierenden Bürgermeisters den Rat der Bürgermeister, der den Senat berät. Berlin hat pro Kopf der Bevölkerung die meisten Landesbeamten. Dies entstammt zum Teil noch der Situation der geteilten Stadt mit Westberliner Exklave, deren Beamtenschaft für das Bundesland übernommen wurden. Siehe auch: Bezirksverwaltung in Berlin

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Hauptartikel: Sehenswürdigkeiten in Berlin

Theater

Sehenswürdigkeiten in Berlin] Berlin ist bekannt für seine zahlreichen Theater- und Kleinkunstbühnen. Die bekanntesten sind das Berliner Ensemble, die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und das Deutsche Theater Berlin. Es verfügt außerdem über drei Opernhäuser, die Staatsoper, die Deutsche Oper und die Komische Oper. Jedes Jahr finden in Berlin die Internationalen Filmfestspiele, die Berlinale, mit der Verleihung des Goldenen Bären statt. Daneben besitzt Berlin mehrere Orchester und Chöre. Neben den Berliner Philharmonikern und dem Berliner Sinfonie Orchester gibt es mehrere Orchester und Chöre der Rundfunk Orchester und Chöre GmbH. Dies sind das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin (Kent Nagano), das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (Marek Janowski), der Rundfunkchor Berlin (Simon Halsey) und der RIAS Kammerchor (Daniel Reuss). Diese Orchester und Chöre treten oft zusammen (Orchester mit Chor) im Konzerthaus, der Philharmonie oder in anderen Sälen in Deutschland oder auf Tourneen auf der ganzen Welt auf. Im Berliner Sängerbund sind 236 Laienchöre mit über 10 000 Mitgliedern vereinigt.

Museen

Berliner Sängerbund ] Hauptartikel: Museen in Berlin Berlin verfügt über eine Vielzahl von Museen. Bereits 1841 wurde die von Spree und Kupfergraben umflossene Museumsinsel im nördlichen Teil der Spreeinsel durch königliche Order zu einem „der Kunst und der Altertumswissenschaft geweihten Bezirk“ bestimmt. In der Folge entstanden dort mehrere Museen, wie das Alte Museum im Lustgarten, das Neue Museum, die Alte Nationalgalerie, das heutige Bodemuseum und das Pergamonmuseum. Diese Museen stellen vor allem Exponate aus der Zeit der Antike aus. Außerhalb der Museumsinsel befinden sich Museen über vielfältige Themen. Die Gemäldegalerie und Neue Nationalgalerie sind Kunstmuseen, das Bauhaus-Archiv ein Architekturmuseum. Das Jüdische Museum zeigt eine ständige Ausstellung zu 2.000 Jahren jüdisch-deutscher Geschichte. Das Jagdschloss Grunewald beherbergt eine erlesene Gemäldesammlung aus dem 15. bis 19. Jahrhundert. In Dahlem konzentrieren sich zahlreiche ethnologische Museen. In Lichtenberg wurde auf dem Areal des früheren Ministeriums für Staatssicherheit der DDR das Stasi-Museum eingerichtet. Das Museum am Checkpoint Charlie, auch als Mauermuseum bekannt, zeigt Momente aus der Teilungsgeschichte.

Bauwerke

Checkpoint Charlie] Das zwischen 1788 und 1791 errichtete Brandenburger Tor ist Berlins Wahrzeichen und Symbol der überwundenen Teilung. Es ist den Propyläen auf der Akropolis in Athen nachempfunden und wird von einer Quadriga mit der Siegesgöttin Viktoria gekrönt, die von ihrem Schöpfer Johann Gottfried Schadow jedoch als Friedensgöttin Eirene gedacht war. Das Tor ist das westliche Ende der Straße Unter den Linden, die sich bis zur Museumsinsel in der Spree und dem Berliner Dom hinzieht. Bis zur Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990 verlief dort die Grenze zwischen beiden Stadthälften. 1990 In diesem Areal liegen die im Jahre 1743 im Rokokostil erbaute Deutsche Staatsoper, die zwischen 1774 und 1780 errichtete Staatsbibliothek, das von 1695 bis 1706 nach Plänen von Andreas Schlüter gebaute barocke ehemalige Zeughaus und die zwischen 1747 und 1773 errichtete Hedwigs-Kathedrale, die Hauptkirche des katholischen Bistums Berlin. Der Französische Dom am Gendarmenmarkt war im 17. Jahrhundert Mittelpunkt des französischen Viertels. Die im Jahre 1809 eröffnete Humboldt-Universität zu Berlin, an welcher der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel lehrte, brachte 27 Nobelpreisträger hervor. Eine beliebte Einkaufspromenade in Berlin ist der Kurfürstendamm mit seinen zahlreichen Hotels, Geschäften, Restaurants. Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche wurde zwischen 1891 und 1895 erbaut. Sie markiert das östliche Ende des Boulevards. Ihre Turmruine blieb als Mahnmal erhalten. Gleich daneben entstand nach Plänen Egon Eiermanns von 1959 bis 1961 eine neue Kirche auf achteckigem Grundriss mit einem sechseckigen frei stehenden Kirchturm. Die östliche Verlängerung des Kurfürstendammes bildet die Tauentzienstraße, wo sich mit dem KaDeWe (Kaufhaus des Westens) das größte Kaufhaus des europäischen Kontinents und das zwischen 1963 und 1965 erbaute Europa-Center befinden. Das 22-stöckige Gebäude beherbergt viele Geschäfte, Restaurants, Büros, ein Kino und eine Aussichtsplattform. In nordöstlicher Richtung erstreckt sich mit über drei Kilometern Länge die größte Parkanlage Berlins, der Tiergarten. Tiergarten In der Nähe des Brandenburger Tores befinden sich die 1957 errichtete Kongresshalle und das zwischen 1884 und 1894 gebaute Reichstagsgebäude. Es wurde am 27. Februar 1933 durch einen Brand schwer beschädigt und im Zweiten Weltkrieg erneut erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Seit dem Jahre 1999 ist das Gebäude Sitz des Deutschen Bundestages. Einen Besuch wert ist auch der Zoologische Garten von Berlin, einer der größten und ältesten der Welt, und das 1785 errichtete Schloss Bellevue, einst Sommerwohnung von Prinz August Ferdinand, des Bruders Friedrich des Großen, heute Amtssitz des Bundespräsidenten. Bundespräsident] Die Oranienburger Straße war vor dem Zweiten Weltkrieg das Zentrum des jüdischen Viertels. Zu deren Wiederaufbau gehörte unter anderem die Restaurierung der 1866 fertig gestellten Neuen Synagoge. Sie wurde durch Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. 1995 wieder eröffnet dient sie heute als Mittelpunkt für das Studium und die Erhaltung jüdischer Kultur. In nördlicher Richtung liegt der älteste jüdische Friedhof der Stadt. Östlich der beiden Spreearme, die die Spreeinsel umfließen, liegt der Alexanderplatz mit vielen Geschäften und Restaurants, ganz in der Nähe davon der 368 Meter hohe Fernsehturm – das höchste Gebäude Deutschlands – und das Rote Rathaus. Zwei Statuen, eine männliche und eine weibliche, mit Blick auf den Eingang des Rathauses sollen an die Beseitigung der vielen Trümmer nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erinnern. Sehenswert im östlichen Zentrum Berlins sind der alte Stadtteil Prenzlauer Berg und die Einkaufsstraßen Schönhauser Allee und Kastanienallee. Der Potsdamer Platz ist eine Verkehrsdrehscheibe im Zentrum Berlins, von der mehrere große Straßen ausgehen. Er wurde 1741 auf Erlass von Friedrich Wilhelm I., König in Preußen angelegt. 1923 begann von dem in der Nähe gelegenen Vox-Haus aus die Geschichte des Rundfunks in Deutschland. Bis 1940 war der Potsdamer Platz der verkehrsreichste Platz Europas. Nach dem starken Bombardement durch die Alliierten im Zweiten Weltkrieg lag er in Trümmern. 1961 wurde er durch die Berliner Mauer geteilt und die Gegend verfiel. Der fühere Verlauf der Berliner Mauer wird seit einigen Jahren durch in den Boden eingelassene Pflastersteine gekennzeichnet. Durch die Hochhausbebauung des Potsdamer Platzes, die eine große Anzahl an Geschäften und Restaurants beherbergen, hat dieser sich als Bindeglied zwischen den bis zur Wende getrennten Stadthälften entwickelt. In Charlottenburg wurde das Olympiastadion für die Olympischen Sommerspiele von 1936 errichtet, sowie der 150 Meter hohe Funkturm, der zwischen 1924 und 1926 anlässlich der 3. Deutschen Funkausstellung entstand und sehr schnell zu einem der Wahrzeichen Berlins avancierte. Weitere Sehenswürdigkeiten der Stadt sind das Schloss Charlottenburg (Baubeginn 1695), ein barocker Repräsentationsbau der Hohenzollern mit bedeutender Gemäldesammlung, die Zitadelle Spandau und das im Stil des Klassizismus erbaute Schloss Tegel (auch Humboldt-Schloss), ehemals Wohnsitz des Naturforschers und Geographen Alexander von Humboldt.

Parkanlagen

Alexander von Humboldt ]] Alexander von Humboldt] Alexander von Humboldt] Der Große Tiergarten liegt im Zentrum Berlins, im Ortsteil Berlin-Tiergarten des Bezirks Mitte. Mit 210 Hektar ist er der größte Berliner Park. Einige große Straßen durchschneiden den Park, darunter die Ost-West-Achse Straße des 17. Juni. Sie kreuzen sich am Großen Stern, in dessen Mitte die Siegessäule steht. Der erste Tiergarten wurde schon 1527 angelegt, allerdings an anderer Stelle, nämlich in der Nähe des Berliner Schlosses, westlich der Cöllner Stadtmauer. Das kleine Gebiet wurde seit 1530 nach Westen und Norden hin durch Zukäufe erweitert, bis zu den Grenzen des heutigen Tiergartens und darüber hinaus. Neben dem Tiergarten mit seinen zahlreichen historischen Gebäuden gehört der Treptower Park im Südosten Berlins zu den bedeutendsten Parks der Stadt. Er wurde von 1876 bis 1882 vom ersten Berliner Gartenbaudirektor Gustav Meyer angelegt und war 1896 Schauplatz der Großen Berliner Gewerbeausstellung. Die weite an der Spree sich hinziehende Gartenlandschaft ist eines der beliebtesten Ausflugsziele der Berliner, nicht zuletzt auch wegen der bereits 1821 und 1822 als Neues Gartenhaus an der Spree erbauten heutigen Gaststätte. Eine Besonderheit unter den Parks ist der Botanische Garten Berlin. Im Südwesten der Stadt gelegen, wird er neben seiner wissenschaftlichen Bestimmung (er gehört zur Freien Universität Berlin) auch als Erholungspark genutzt. Die Vorgängereinrichtung existierte bereits seit 1697 auf dem Gelände des heutigen Kleistparks in Schöneberg, ab 1897 folgte der Bau der neuen Parkanlage in Dahlem. Mit einer Fläche von über 43 Hektar und etwa 22.000 verschiedenen Pflanzenarten gehört er zu den größten und weltweit bedeutendsten Botanischen Gärten und ist der größte in Europa. Das 25 Meter hohe, 30 Meter breite, und 60 Meter lange Große Tropenhaus ist das höchste Gewächshaus der Welt. Im Südwesten von Berlin an der historischen Brücke zu Potsdam liegt unter anderem die Pfaueninsel mit dem zwischen 1794 und 1797 im Stil einer Ruine erbauten Lustschloss und einem englischen Garten.

Freizeit und Erholung

englischen Garten] Der von der Havel durchflossene Große Wannsee bedeckt eine Fläche von 260 Hektar. Mit ihm besitzt Zehlendorf, eine der bevorzugtesten Wohngegenden der Stadt, Berlins beliebtestes Naherholungsgebiet, das Wassersport, Ausflugsschifffahrt und das Strandbad Wannsee bietet. In der Villa Am Großen Wannsee 56-58 allerdings fand am 20. Januar 1942 die sogenannte Wannsee-Konferenz "zur Endlösung der Judenfrage" statt. Heute ist dort eine Gedenkstätte eingerichtet. Der Müggelsee und die Müggelberge im Südosten Berlins sind zu allen Jahreszeiten beliebte Ausflugsziele. Das Strandbad ist in den Sommermonaten ein Besuchermagnet. Der Müggelsee ist der größte der Berliner Seen. Vielfach findet man die Bezeichnung Großer Müggelsee, da er mit dem Kleinen Müggelsee einen Bruder hat, der allerdings lediglich 0,16 Quadratkilometer umfasst. Der See dehnt sich über 7,4 Quadratkilometer aus (maximal 4,3 Kilometer lang; 2,6 Kilometer breit) und ist bis zu acht Meter tief. Der See und die am Südrand gelegenen Müggelberge, mit 115 Meter die höchsten Berliner Erhebungen, entstanden während des Pleistozäns. Auf dem sogenannten Kleinen Müggelberg wurde 1889 der vielbesuchte und beliebte Müggelturm errichtet, der einen Ausblick über den See und die Wälder bis hin zur Stadtsilhouette Berlins bietet beziehungsweise bot.

Sport

Müggelturm] In Berlin gibt es zahlreiche Sportvereine, wobei sich die meisten dem Breitensport widmen. Ein paar Vereine sind aber zusätzlich auch im Bereich des professionellen Sports tätig. Dazu zählen insbesondere im Fußball Hertha BSC und der 1. FC Union Berlin, im Eishockey die Eisbären, im Basketball Alba und im American Football Berlin Thunder. In der Volleyball-Bundesliga ist die Hauptstadt gleich mit drei Vereinen vertreten. Jedes Jahr findet in Berlin der weltbekannte Berlin-Marathon sowie das ISTAF statt. Nachdem Berlin die Bewerbung um die Olympischen Sommerspiele 2000 verloren hatte, wird im Jahr 2006 nun das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft in Berlin ausgetragen werden. Dazu wurde das Olympiastadion komplett saniert. Im Jahr 2009 werden die Leichtathletik-Weltmeisterschaften im Berliner Olympiastadion ausgetragen.

Wirtschaft

Leichtathletik-Weltmeisterschaften] Hauptartikel: Wirtschaft Berlins Das Bruttoinlandsprodukt des Landes Berlin betrug im Jahr 2001 75,8 Mrd. Euro. Zum Vergleich: Hamburg erzielte ein Bruttoinlandsprodukt von 73,7 Mrd. Euro, im Land Brandenburg waren es 42,3 Mrd. Euro (Quelle: IHK-Bericht 2000/2001). In Berlin gab es 2001 insgesamt 138.688 der Industrie- und Handelskammer zugehörige Betriebe. Davon waren 48.289 im Handelsregister eingetragen und 90.399 so genannte Kleingewerbetreibende (IHK-Bericht 2000/2001). Über 80 Prozent der Unternehmen Berlins gehören dem Tertiärsektor an. Mit 1,2 der 1,5 Millionen Arbeitnehmer Berlins sind in diesem Bereich ebenfalls weit über 80 Prozent der Erwerbstätigen beschäftigt. Berlin ist also Hochburg des Dienstleistungssektors. Die Bruttowertschöpfung liegt bei rund 69 Mrd. Euro pro Jahr.

Medien

Bruttowertschöpfung Hauptartikel: Berliner Medienlandschaft Berlin ist der Sitz vieler regional und bundesweit sendender Rundfunkanstalten. Neben Fernsehsendern wie MTV, Nick, bald auch VIVA und VIVA Plus, Sat.1, N24, TV.Berlin oder FAB gibt es in Berlin eine große Anzahl so genannter Privatradios. Auch die öffentlich-rechtlichen Sender RBB und Deutsche Welle TV haben hier ihren Sitz. Der politischen Bedeutung als Hauptstadt tragen die meisten überregionalen Sender wie ARD, ZDF, RTL oder DeutschlandRadio mit einem „Hauptstadtstudio“ Rechnung. In Berlin erscheinen die meisten Tageszeitungen Deutschlands. Die größten Abonnement-Zeitungen sind die Berliner Zeitung, die Berliner Morgenpost sowie Der Tagesspiegel, die alle drei jeweils einen umfangreichen Berlin-Teil aufweisen. Bundesweite Bedeutung haben die linksliberale taz, die konservative Welt, das Linkspartei-nahe Neue Deutschland und die Linkspartei-kritische Junge Welt. Außerdem gibt es in Berlin die Boulevardzeitungen B.Z., Bild Berlin und Berliner Kurier. Neben den Zeitungen gibt es verschiedene Anzeigenblätter wie die Berliner Woche, das Berliner Abendblatt oder die Zweite Hand; außerdem erscheinen verschiedene Stadtmagazine wie der Tip, (030) oder die Zitty. In Berlin haben der Verlag Walter de Gruyter und der Springer-Verlag ihren Sitz. Sie bieten neben Büchern und Zeitschriften auch viele multimediale Angebote.

Infrastruktur

Öffentlicher Verkehr

Springer-Verlag Springer-Verlag] Dem innerstädtischen Verkehr dienen die S-Bahn – betrieben von der S-Bahn Berlin GmbH – sowie die U-Bahn, Straßenbahnen und Busse – betrieben von der BVG. Wie man der Netzspinne leicht entnehmen kann, wird die Innenstadt in Ost-West-Richtung von der als Hochbahn angelegten Stadtbahn durchquert, welche parallel von S-Bahn sowie Regional- und Fernverkehr befahren wird. Sie verbindet das Westkreuz mit dem Ostkreuz, und passiert dabei den Bahnhof Charlottenburg, den Zoologischen Garten, den Lehrter Bahnhof, den Bahnhof Friedrichstraße, den Alexanderplatz und den Ostbahnhof. Auf der Nord-Süd-Achse übernimmt die U-Bahnlinie 9 den größten Teil des Fahrgastaufkommens, ergänzt durch die teilweise unterirdische Nord-Süd-Trasse der S-Bahn. Die S-Bahntrasse kreuzt am Bahnhof Friedrichstraße die Stadtbahn. Noch im Bau befindet sich die größtenteils unterirdische Fernbahntrasse vom Bahnhof Papestraße über den Lehrter Bahnhof bis nach Gesundbrunnen (als Teil des so genannten Pilzkonzeptes). Vervollständigt wird der Bahnverkehr durch die Ringbahn, welche die Innenstadt einschließt. Zum Eisenbahnknotenpunkt Berlin gehört auch der bei Potsdam gelegene Rangierbahnhof Seddin. Für den Regionalverkehr verkehren Regionalbahn- und Regionalexpresslinien der Deutschen Bahn sowie zwei InterConnex-Linien. Siehe auch: Liste Berliner Bahnhöfe

Autobahnen

Die Innenstadt wird von Westen her von einem Autobahn-Halbkreis (A 100 – Berliner Stadtring) umgeben, der langfristig zu einem Ring vervollständigt werden soll und eine reine Stadtautobahn darstellt. Rund um Berlin verläuft die Autobahn A 10 (Berliner Ring). Von der A 100 gibt es innerhalb des Stadtgebiets folgende Autobahnen Richtung Berliner Ring:
- A 111 in Richtung Nordwesten (Richtung Hamburg und Rostock)
- A 113 in Richtung Südosten (Richtung Dresden und Cottbus). Diese Autobahn beginnt derzeit erst am Dreieck Treptow im äußersten Südosten der Stadt. Bis 2007 soll der im Bau befindliche Anschluss von der A 100 (beginnend am Dreieck Neukölln) bis zur Berliner Stadtgrenze fertig gestellt sein. Am 14. Juli 2004 wurde dazu das erste Teilstück vom Dreieck Neukölln bis zur Anschlussstelle Späthstraße für den Verkehr freigegeben.
- A 115 in Richtung Südwesten (Richtung Hannover und Leipzig), deren anfängliches gerades Teilstück umgangssprachlich auch heute noch AVUS genannt wird. Zusätzlich hierzu gibt es im Norden der Stadt noch die A 114 von der Prenzlauer Promenade im Bezirk Pankow zur A 10 in Richtung Stettin. Die nur wenige Kilometer lange ehemalige A 104, die im Südwesten der Stadt den Berliner Stadtring (A 100)) nach Süden hin mit Berlin-Steglitz verbindet, wurde inzwischen zur Autostraße herabgestuft. Die A 103 verbindet den Berliner Stadtring – von einem weiter östlich gelegenen Anschluss – nach Südwesten hin mit dem Steglitzer Kreisel in Richtung Potsdam.

Flughäfen

Berlin besitzt drei Flughäfen: Tegel (TXL), Tempelhof (THF) und Schönefeld (SXF). Letzterer liegt allerdings knapp hinter der Berliner Stadtgrenze und befindet sich somit im Land Brandenburg. Langfristig ist geplant, den Flughafen Schönefeld zu vergrößern, um die im Innenstadtbereich liegenden Flughäfen Tegel und Tempelhof zu entlasten beziehungsweise zu schließen.