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Gustav Von Struve

Gustav von Struve

Gustav von Struve bzw. nach der Ablegung seines Adelstitels Gustav Struve (
- 11. Oktober 1805 in München; † 21. August 1870 in Wien) war ein deutscher Politiker, Rechtsanwalt, Publizist und radikaldemokratischer Revolutionär während der Märzrevolution von 1848/1849 im Großherzogtum Baden.

Lebenslauf

Struve war der Sohn des aus dem Kleinadel stammenden russischen Staatsrats Johann Gustav von Struve. Aufgewachsen in München, absolvierte er ein juristisches Studium in Göttingen und Mannheim. Zwischen 1829 und 1831 war er im oldenburgischen Staatsdienst beschäftigt. 1836 ließ er sich im badischen Mannheim als Rechtsanwalt nieder. In Baden stieg er auch in die Politik ein, indem er die liberalen Abgeordneten in der badischen Kammer durch journalistisches Engagement unterstützte. Dabei wandte er sich immer stärker radikaldemokratischen und frühsozialistischen Positionen zu. 1845 heiratete er Amalie Düsar, die uneheliche Tochter eines Sprachlehrers aus Mannheim. Durch diese zu der Zeit nicht "standesgemäße" Heirat kam es zum Zerwürfnis mit seiner Herkunftsfamilie. Dies und seine lebensreformerische Haltung, die er mit seiner Frau teilte, veranlassten das Ehepaar 1846 von der evangelischen Konfession in die damals bestehende "Deutsch-Katholische Kirche" zu konvertieren, die eine Vereinigung von Katholizismus, Protestantismus, Judentum und moderner Wissenschaft anstrebte. Des Weiteren legte Struve 1847 seinen Adelstitel ab. Diese einschneidenden privaten Veränderungen in Gustav Struves Leben belegen den starken auch inhaltlichen Einfluss, den seine für die Zeit ungewöhnlich selbstbewusste, der frühen Frauenbewegung verbundene Frau auf ihn hatte und Zeit seines Lebens auch behielt. Es war die Zeit des Vormärz, der Jahre zwischen dem Wiener Kongress 1815 und dem Beginn der Märzrevolution 1848, in der das reaktionäre metternichsche System der Restauration herrschte, gegen das Struve sich zunehmend wandte. Zusammen mit Friedrich Hecker beteiligte sich Struve an führender Stelle an der badischen Revolution ab März 1848. Auch Hecker gehörte wie Struve zum radikaldemokratischen und antimonarchistischen Flügel der Revolutionäre, der in Baden, hier insbesondere in den vielerorts gegründeten politischen Volksvereinen relativ stark vertreten war. Als die Märzrevolution ausgelöst wurde, forderte Struve in einem von ihm veröffentlichten Programm eine föderative Republik für ganz Deutschland, das aber vom Frankfurter Vorparlament abgelehnt wurde. Gemeinsam mit Hecker und anderen führenden Aufständischen wollte er seine Ideen von Südwestdeutschland aus verbreiten. Im sogenannten "Heckeraufstand" riefen Hecker, Struve und andere am 12. April 1848 in Konstanz die Republik aus. Struve und seine Frau waren daraufhin beteiligt am "Heckerzug", einer Freischar, die sich mit der aus dem Elsass anmarschierenden "Deutschen Demokratischen Legion" des revolutionären Dichters Georg Herwegh vereinigen und in die badische Hauptstadt Karlsruhe marschieren wollte, um die Republik von dort aus in ganz Baden durchzusetzen. Der Heckerzug wurde jedoch bald im Schwarzwald bei Kandern von regulären Truppen besiegt und die Revolutionäre aufgerieben. Hecker und Struve flohen in die Schweiz, von wo aus Gustav Struve weiter versuchte, die Revolution voran zu bringen. Ein erneuter Versuch Struves, am 21. September 1848 bei einem Aufstand in Lörrach die Republik auszurufen, scheiterte ebenfalls. Struve wurde gefangen genommen und inhaftiert. Bei den Maiaufständen 1849 wurde er befreit. Im Verlauf des badischen Maiaufstands gelang es, nachdem die badische Garnison in der Bundesfestung Rastatt gemeutert hatte, den Großherzog Leopold (Baden) in die Flucht zu treiben, worauf sich am 1. Juni 1849 eine provisorische republikanische Regierung unter dem gemäßigteren liberalen Politiker Lorenz Brentano bildete, an der Struve beteiligt war. Gegenüber der Gefahr durch die anrückenden Truppen des deutschen Bundes unter Führung des preußischen Prinzen Wilhelm von Preußen, dem späteren Kaiser Wilhelm I., verhielt sich Brentano zögerlich und hoffte, durch Verhandlungen eine militärische Eskalation zu vermeiden. Darauf wurde Brentano von Struve und dessen Anhängern gestürzt. Es kam zur Volksbewaffnung. Unter Führung des polnischen Revolutionsgenerals Ludwik Mieroslawski versuchte das Revolutionsheer, die Übermacht der preußischen Truppen abzuwehren, aber die Revolution wurde schließlich nach heftigen Kämpfen um Rastatt am 23. Juli 1849 von den preußischen Truppen niedergeschlagen und war damit endgültig gescheitert. Gustav Struve konnte sich mit einigen anderen Revolutionären einer Hinrichtung entziehen, und floh zusammen mit seiner Frau, die ihn während der Revolution immer auch aktiv kämpfend und agitatorisch unterstützt hatte, ins Exil, das die Eheleute zunächst in die Schweiz, und über England schließlich 1851 in die USA führte ([http://www.uni-oldenburg.de/nausa/1848/struve.htm Passagierliste]). Auch hier versuchte er, publizistisch für seine radikaldemokratischen Ziele zu arbeiten. Durch seinen energischen Einsatz für die Präsidentschaftskandidatur von Abraham Lincoln trug er dazu bei, die deutschstämmige Bevölkerung des Bundesstaats New York, die bis dahin eher zu den Demokraten neigte, für die damalige republikanische Partei zu gewinnen, was mit zum letztlichen Wahlsieg Lincolns beitrug. Anfang der 1860er Jahre war Struve am Sezessionskrieg auf Seiten der Nordstaaten beteiligt. Nach dem Tod seiner Frau Amalie, die an den Folgen einer Geburt 1862 in New York gestorben war, und nachdem er in der alten Heimat amnestiert worden war, kehrte er 1863 nach Deutschland zurück. Struve starb am 21. August 1870 in Wien.

Bibliografie

Amalie und Gustav von Struve:
- „[http://www.rombach.de/buchverlag/autoren_buecher.php?id=281&b1=1&b2=10&s1=1 Heftiges Feuer]“. Die Geschichte der badischen Revolution 1848. Mit einer Einführung von Irmtraud Götz von Olenhusen und einem Nachwort von Thea Bauriedl, Rombach Verlag, Freiburg, ISBN 3-7930-0877-0 Gustav von Struve:
- "Politische Briefe", Mannheim 1846
- "Das öffentliche Recht des deutschen Bundes", 2 Bände, 1846
- "Grundzuge der Staatswissenschaft", 4 Bände, Frankfurt (Main), 1847/48
- "Geschichte der drei Volkserhebungen in Baden", Bern 1849
- "Weltgeschichte", 6 Bände, New York 1856/59; mit einer Erweiterung, Coburg 1866/69
- "Das Revolutionszeitalter", New York 1859/60
- "Diesseits und jenseits des Oceans", Coburg 1864/65
- "Kurzgefasster Wegweiser für Auswanderer", Bamberg 1867
- "Pflanzenkost, die Grundlage einer neuen Weltanschauung", Stuttgart 1869
- "Das Seelenleben, oder die Naturgeschichte des Menschen", Berlin 1869
- "Eines Fürsten Jugendliebe", Drama, Wien 1870 Amalie von Struve:
- "Erinnerungen aus den badischen Freiheitskämpfen", Hamburg 1850
- "Historische Zeitbilder", 3 Bände, Bremen 1850

Weblinks


-
- [http://www.bad-bad.de/gesch/struve.htm kurzer Lebenslauf mit Bild Struves]
- [http://www.ghkuhlmann.de/1848/Glossar/PE02.html Kurzbiografie der Eheleute Amalie und Gustav Struve]

Literatur

Michael Kunze: „Der Freiheit eine Gasse - Traum und Leben eines deutschen Revolutionärs“, München (Kindler) 1990 - biografisch mit umfangreichem Literaturverzeichnis Struve, Gustav von Struve, Gustav von Struve, Gustav von Struve, Gustav von Struve, Gustav von Struve, Gustav von Struve, Gustav von

1805

Ereignisse


- 11. April: Bündnis Russland-Großbritannien gegen Frankreich
- 9. Mai: Uraufführung der Oper Délia et Verdikan von Henri Montan Berton an der Opéra-Comique in Paris
- 15. Mai: In der Auslage des Fleischerladens von Johann Georg Lahner in Wien hängen die neu kreierten Wiener Würstchen
- 9. August: Beitritt Österreichs zur antifranzösischen Koalition
- 8. September: Dritter Koalitionskrieg gegen Frankreich
- 25. September: Napoléon Bonaparte überquert mit seiner Armee den Rhein
- 17. Oktober: Karl Mack von Leiberich kapituliert in Ulm mit den Resten der geschlagenen österreichischen Armee im dritten Koalitionskrieg gegenüber französischen Truppen unter Napoleon Bonaparte
- 21. Oktober: Schlacht von Trafalgar, Sieg Admiral Nelsons über die französisch-spanische Flotte
- 25. Oktober: Zar Alexander I. in Berlin
- 2. November: Mehmed Ali wird Statthalter von Ägypten
- 3. November: Preußisch-russisches Bündnis (Vertrag von Potsdam)
- 11. November: Schlacht bei Loiben-Dürnstein. Die Russen und Österreicher kämpfen gegen die Franzosen
- 13. November: Koalitionskrieg: Die Armee von Napoléon Bonaparte nimmt Wien ein. Die Truppen rücken kampflos in die Stadt ein
- 2. Dezember: In der Dreikaiserschlacht bei Austerlitz siegt Napoleon über die Österreicher unter Kaiser Franz II. und die Russen unter Zar Alexander I.
- 26. Dezember: Frieden von Pressburg zwischen Österreich und Frankreich
- 28. Dezember: Napoleon kommt nach Passau
- Joseph-Marie Jacquard stellt in Paris seine Lochkartengesteuerte Webmaschine vor, was sich als entscheidender Auslöser der Industriellen Revolution erweist
- Gründung der Dorfbauern Schützengesellschaft Emsdetten
- Dominica. Frankreich erobert die Insel zum zweiten Mal
- Russische Hilfstruppen unter General Kutusow ziehen durch Schrattenthal in Niederösterreich

Kultur


- 7. April: Uraufführung der 3. Sinfonie (Eroica) von Ludwig van Beethoven
- 20. November: Uraufführung der Oper Fidelio von Ludwig van Beethoven in Wien

Geboren


- 5. Januar: P. G. Berg, schwedischer Verleger († 1889)
- 23. Januar: Tommaso Vallauri, italienischer Philologe und Professor der Rhetorik († 1897)
- 27. Januar: Samuel Palmer, britischer Maler († 1881)
- 27. Januar: Sophie von Österreich, Tochter von König Maximilian I. von Bayern († 1872)
- 2. Februar: Johann Baptist Sonderland, deutscher Maler und Radierer († 1878)
- 3. Februar: Otto Theodor von Manteuffel, preußischer Politiker († 1882)
- 13. Februar: Peter Gustav Lejeune Dirichlet, deutscher Mathematiker († 1859)
- 16. Februar: Heinrich von Hofstätter, Bischof von Passau († 1875)
- 3. März: Jonas Furrer, Schweizer Politiker († 1861)
- 5. März: Theodore Labarre, französischer Harfenvirtuose und Komponist († 1870)
- 16. März: Peter Ernst von Lasaulx, Philosoph und Philologe († 1861)
- 2. April: Hans Christian Andersen, dänischer Schriftsteller († 1875)
- 8. April: Hugo von Mohl, deutscher Botaniker († 1872)
- 20. April: Franz Xaver Winterhalter, deutscher Portraitmaler und Lithograf († 1878)
- 24. April: Johannes Zeltner, Ehrenbürger in Wittenberg († 1882)
- 1. Mai: Johann Jacoby, preußischer Politiker und führender deutscher Radikaldemokrat († 1872)
- 6. Mai: Ferdinand Sauter, österreichischer Mundartdichter († 1854)
- 10. Mai: Alexander Braun, deutscher Botaniker († 1877)
- 11. Mai: Friedrich Heinrich Eduard Kochhann, Berliner Politiker († 1890)
- 14. Mai: Johann Peter Emilius Hartmann, dänischer Komponist († 1900)
- 20. Mai: Georg Gottfried Gervinus, Historiker und nationalliberaler Politiker († 1871)
- 23. Mai: Heinrich Buff, deutscher Physiker und Chemiker († 1878)
- 5. Juni: Jacob Niclas Ahlström, schwedischer Kapellmeister und Komponist († 1857)
- 10. Juni: Victor Baltard, französischer Architekt († 1874)
- 17. Juni: Christian Friedrich Ludwig Buschmann, deutscher Musikinstrumentenbauer
- 22. Juni: Ida von Hahn-Hahn, deutsche Schriftstellerin und Lyrikerin († 1880)
- 22. Juni: Giuseppe Mazzini, italienischer Nationalund Gründer des „Jungen Italiens“ († 1872)
- 29. Juni: Charles-Laure-Hugues-Théobald de Choiseul-Praslin, französischer Adliger und Mörder († 1847)
- 5. Juli: Robert FitzRoy, britischer Marineoffizier und Meteorologe († 1865)
- 16. Juli: Johann Christoph Blumhardt, deutscher Pfarrer und evangelischer Theologe († 1880)
- 17. Juli: Karl Georg Ludwig Guido, Graf von Usedom, preußischer Diplomat († 1884)
- 26. Juli: Claude Félix Abel Niepce de Saint-Victor, französischer Chemiker, Erfinder und Fotograf († 1870)
- 29. Juli: Alexis de Tocqueville, französischer Publizist und Politiker († 1859)
- 4. August: William Rowan Hamilton, irisch-englischer Mathematiker und Physiker († 1865)
- 10. August: Franz Toldy, ungarischer Literaturhistoriker († 1875)
- 23. August: Anton von Schmerling, österreichischer Politiker und Jurist († 1893)
- 11. September: Friedrich von Bothmer, bayerischer General der Infanterie († 1886)
- 2. Oktober: Carl Theodor Barth, deutscher Jurist und demokratischer Publizist († 1837)
- 11. Oktober: Gustav von Struve, deutscher Politiker, Rechtsanwalt, Publizist und Revolutionär († 1870)
- 23. Oktober: Adalbert Stifter, österreichischer Heimatdichter, Maler und Pädagoge († 1868)
- 14. November: Fanny Hensel geb. Mendelssohn, deutsche Komponistin († 1847)
- 19. November: Ferdinand Vicomte de Lesseps, französischer Diplomat und Ingenieur († 1894)
- 19. November: Johann Friedrich Hermann Albers, deutscher Mediziner und Pathologe († 1867)
- 21. November: Wilhelm Friedrich Christian Gustav Krafft, deutscher Politiker († 1854)
- 28. November: Carl Overweg, deutscher Politiker und Industrieeller († 1876)
- 28. November: John Lloyd Stephens, Forschungsreisender, Amateurarchäologe, Autor, Anwalt und Diplomat († 1852)
- 29. November: Friedrich Wilhelm Kasiski, preußischer Infanteriemajor und Kryptograph († 1881)
- 7. Dezember: Jean Eugène Robert-Houdin, französischer Magier († 1871)
- 10. Dezember: Karl Ferdinand Sohn, Maler († 1867)
- 12. Dezember: William Lloyd Garrison, US-amerikanischer Schriftsteller († 1879)
- 20. Dezember: Thomas Graham, britischer Chemiker († 1869)
- 23. Dezember: Joseph Smith, Gründer und erster Prophet der Mormonen († 1844)

Gestorben


- 13. Januar: Franz Anton Ernst, böhmischer Komponist (
- 1745)
- 16. März: Franz Xaver Freiherr von Wulfen, Physiker, Mathematiker, Botaniker und Mineraloge (
- 1728)
- 26. März: Gabriel Gruber, Ordensgeneral (
- 1740)
- 3. Mai: Heinrich Zimmermann, deutscher Reisender und Reiseschriftsteller (
- 1741)
- 9. Mai: Friedrich Schiller, deutscher Dichter und Dramatiker (
- 1759)
- 28. Mai: Luigi Boccherini, italienischer Komponist und Cellist (
- 1743)
- 10. Juli: Thomas Wedgwood, Pionier der Fototechnik (
- 1771)
- 21. Oktober: Horatio Nelson, britischer Admiral (
- 1758) ko:1805년 simple:1805

21. August

Der 21. August ist der 233. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 234. in Schaltjahren) - somit bleiben 132 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 1526 - Alonso de Salazar entdeckt die Marshallinseln.
- 1614 - Judenpogrom im Rahmen des Frankfurter "Fettmilchaufstandes"
- 1745 - Zar Peter III. heiratet Katharina die Große
- 1892 - Auf der Tafelfichte wird ein Aussichtsturm eröffnet.
- 1897 - Felix Hoffmann synthetisiert Heroin nach dem Verfahren von C.R. Wright von 1874. Es wird von der Firma Bayer als Medikament angeboten.
- 1911 - Bei Renovierungsarbeiten im Louvre wird die Mona Lisa entwendet.
- 1944 - Geschichte der Vereinten Nationen: Die Konferenz von Dumbarton Oaks zur Beratung von Satzung und Struktur einer künftigen Weltorganisation beginnt.
- 1953 - Malediven. Wiederherstellung des Sultanats.
- 1954 - Der CDU-Bundestagsabgeordnete Karlfranz Schmidt-Wittmack setzt sich in die DDR ab.
- 1959 - Nach einem Volksentscheid wird Hawaii der 50. Bundesstaat der USA (siehe auch: 18. März).
- 1968 - Beendigung des Prager Frühlings: Warschauer-Pakt-Truppen besetzen innerhalb weniger Stunden alle strategisch wichtigen Positionen in der ČSSR.
- 1971 - Kopenhagen, Dänemark. Eine Ilyushin-18 stürzt beim Landeanflug ins Meer. 28 Menschen sterben, 3 können gerettet werden.
- 1978 - Gründung der Deutschen Botschaftsschule Peking, Volksrepublik China
- 1986 - Die plötzliche Freisetzung von Kohlendioxid aus dem Nyos-See in Kamerun kostet mehr als 1700 Menschenleben.
- 1991 - Lettland wird von der Sowjetunion unabhängig, die Verfassung von 1922 wird wieder in Kraft gesetzt.
- 2005 - 1,2 Mio. Menschen feiern mit Papst Benedikt XVI. die Abschlussmesse des XX. Weltjugendtages auf dem Marienfeld bei Köln.

Wirtschaft

Wissenschaft und Technik


- 1957 - Die weltweit erste Interkontinentalrakete, die sowjetische R-7, macht ihren ersten erfolgreichen Testflug.
- 1965 - Beim zweiten Versuch glückt der Start von Gemini 5. Mit 190 Stunden im Weltall werden Gordon Cooper und Charles Conrad einen neuen Langzeitrekord aufstellen.
- 1972 - Start des Ultraviolett- und Röntgen-Teleskops Orbiting Astronomical Observatory 3 auch Copernicus Observatory genannt.

Kultur


- 1719 - Uraufführung der Oper Sirita von Antonio Caldara in Wien.
- 1830 - Uraufführung der Oper Trois Jours en une heure von Adolphe Adam an der Opéra-Comique in Paris.

Sport


- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1955 - erstes Fussball-Länderspiel der Staaten UdSSR und BR Deutschland (Spielort: Moskau, Dynamo-Stadion). Die Sowjetunion gewinnt vor 80.000 Zuschauern (darunter 1500 Deutsche) mit 3:2.
- 2005 - erstes Formel 1 Rennen in der Türkei siehe Formel 1.

- 2005 - erstes Testspiel der Adler in der SAP Arena

Geboren


- 1165 - Philipp II. August, König von Frankreich
- 1520 - Bartholomäus Sastrow, deutscher Schriftsteller
- 1567 - Franz von Sales, Bischof von Genf/Annecy, Ordensgründer, Kirchenlehrer
- 1643 - Alfons VI., König von Portugal
- 1670 - James FitzJames, 1. Duke of Berwick-upon-Tweed, französischer Heerführer und Marschall
- 1698 - Guarnerius del Gesu, italienischer Geigenbauer
- 1765 - Wilhelm IV., König des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Irland und König von Hannover
- 1789 - Augustin Louis Cauchy, französischer Mathematiker
- 1794 - Bernhard Studer, Schweizer Geologe
- 1798 - Jules Michelet, französischer Historiker
- 1826 - Carl Gegenbaur, deutscher Anatom
- 1848 - Paul Pierre Henry, französischer Optiker und Astronom
- 1848 - Max Liebermann von Sonnenberg, deutscher Offizier, Abgeordneter und Publizist
- 1862 - Emilio Salgari, italienischer Schriftsteller
- 1871 - Leonid Andrejew, russischer Schriftsteller
- 1872 - Aubrey Beardsley, englischer Zeichner
- 1872 - Korfiz Holm, deutscher Schriftsteller
- 1874 - Gustav Holst, britischer Komponist
- 1882 - Franz Kruckenberg, deutscher Ingenieur und Konstrukteur
- 1885 - Wilhelm Schmidt, deutscher Politiker, MdB 1949-1953
- 1889 - Hermann-Bernhard Ramcke, deutscher General im 2. Weltkrieg
- 1893 - Lili Boulanger, französische Komponistin
- 1894 - Christian Schad, deutscher Maler und Grafiker
- 1904 - Count Basie, US-amerikanischer Musiker
- 1913 - Wiktor Rosow, russischer Dramatiker
- 1916 - Robert Gagné, US-amerikanischer experimenteller Psychologe und Pädagoge
- 1926 - Marian Jaworski, römisch-katholischer Erzbischof von Lemberg und ein Kardinal
- 1928 - Chris Brasher, britischer Leichtathlet und Olympiasieger
- 1930 - Margaret, Prinzessin von England
- 1930 - Atef Sidki, ägyptischer Jurist, Politiker, Regierungschef
- 1932 - Melvin Van Peebles, afro-amerikanischer Filmemacher
- 1933 - Janet Baker, englische Mezzo-Sopranistin
- 1936 - Wilt Chamberlain, US-amerikanische Basketball-Legende
- 1938 - Kenny Rogers, US-amerikanischer Sänger
- 1939 - James Burton, US-amerikanischer Musiker
- 1939 - Tom Coster, US-amerikanischer Musiker und Songschreiber
- 1939 - Harold Reid, US-amerikanischer Sänger
- 1939 - Festus Mogae, botswanischer Politiker und Staatspräsident
- 1942 - Tommy Kent, deutscher Schlagersänger
- 1942 - Ernst Welteke, deutscher Politiker und Volkswirt, Präsident der Deutschen Bundesbank
- 1944 - Jackie DeShannon, US-amerikanische Sängerin und Songschreiberin
- 1947 - Ben Shneiderman, US-amerikanischer Informatiker
- 1952 - Glenn Hughes, britischer Musiker (Deep Purple)
- 1952 - Jiří Paroubek, tschechischer Politiker
- 1952 - Joe Strummer, britischer Musiker und Sänger (Clash)
- 1954 - Didier Six, französischer Fußballspieler
- 1957 - Axel Breitung, deutscher Musiker und Songschreiber
- 1963 - Muhammad VI., König von Marokko
- 1964 - Johnny Haeusler, deutscher Musiker, Radiomoderator, Mediendesigner und Blogger
- 1967 - Carrie-Anne Moss, kanadische Schauspielerin
- 1969 - Oliver Geißen, deutscher TV-Moderator
- 1984 - Alizée, französische Sängerin
- 1991 - Gion Stump, schweizer Musiker

Gestorben


- 1131 - Balduin II. (Jerusalem), König von Jerusalem, Teilnehmer des ersten Kreuzzugs
- 1568 - Jean Parisot de la Valette, 49. Großmeister des Malteserordens
- 1614 - Erzsébet Báthory, ungarische Adlige
- 1724 - Ludwig (Spanien), König von Spanien
- 1762 - Mary Wortley Montagu, englische Schriftstellerin
- 1814 - Benjamin Thompson, Militär- und Experimentalphysiker
- 1836 - Claude Louis Marie Henri Navier, französischer Mathematiker und Physiker
- 1838 - Adelbert von Chamisso, deutscher Naturforscher und Dichter
- 1844 - Georg Friedrich Benecke, deutscher Gelehrter
- 1856 - Peter Joseph von Lindpaintner, deutscher Komponist und Dirigent
- 1868 - Karl Immanuel Nitzsch, Theologe
- 1870 - Gustav Struve, deutscher Politiker und radikaldemokratischer Revolutionär
- 1872 - David Kalisch, deutscher Schriftsteller
- 1876 - Gustav Simon, Chirurg und Autor medizinischer Bücher
- 1877 - Ferdinand Becker, deutscher Maler
- 1885 - Helen Hunt Jackson, US-amerikanische Autorin
- 1899 - Hermann Joseph Schmitz, Weihbischof und Offizial in Köln
- 1901 - Adolf Fick, deutscher Physiologe
- 1911 - Jozef Israëls, niederländischen Maler jüdischer Herkunft
- 1925 - Eugen Gutmann, deutscher Bankier
- 1932 - Frederick Corder, englischer Komponist
- 1940 - Hermann Obrecht, Schweizer Politiker
- 1940 - Lew Dawidowitsch Trotzki, ukrainisch-russischer Revolutionär und Politiker
- 1940 - Paul Juon, russischer Komponist
- 1943 - Henrik Pontoppidan, dänischer Schriftsteller
- 1944 - Friedrich Gustav Jaeger, Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944
- 1944 - Robert Uhrig, deutscher Kommunist und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus
- 1947 - Ettore Bugatti, italienischer Automobilfabrikant und Konstrukteur
- 1951 - Gustav Davis, österreichischer Journalist und Zeitungsherausgeber
- 1951 - Constant Lambert, englischer Komponist
- 1957 - Harald Ulrik Sverdrup, norwegischer Ozeanograph und Professor
- 1958 - Stevan Hristić, jugoslawischer Komponist
- 1978 - Nicolaas Diederichs,
- 1978 - Norbert Conrad Kaser, Südtiroler Dichter
- 1979 - Karl Bergmann, deutscher Politiker, MdB
- 1980 - Joe Dassin, französischer Sänger
- 1982 - Sobhuza II., König von Swasiland
- 1983 - Benigno Aquino, philippinischer Oppositionspolitiker
- 1984 - Ewald Sprave, deutscher Politiker, Bürgermeister von Dortmund
- 1986 - Thad Jones, US-amerikanischer Jazz-Trompeter
- 1987 - Imre Reiner, ungarischer Maler, Grafiker und Typograf
- 1988 - Ray Eames, Designerin und Namensgeberin für Klubsessel 'Eames Lounge Chair'
- 1990 - Kurt Müller, deutscher Politiker
- 1991 - Oswald von Nell-Breuning, katholischer Theologe und Nationalökonom
- 1991 - Wolfgang Hildesheimer, deutschsprachiger Schriftsteller und Maler
- 1995 - Subrahmanyan Chandrasekhar, US-amerikanischer Astro-Physiker
- 1999 - Erwin Hegemann, deutscher Künstler
- 2000 - Ellen Schlüchter, deutsche Rechtswissenschaftlerin
- 2000 - Gustav 'Bubi' Scholz, deutscher Boxer
- 2002 - Laure Wyss, Schweizer Journalistin und Schriftstellerin
- 2003 - Ismail Abu Schanab, palästinensischer Politiker
- 2003 - Wilfred Thesiger, britischer Forschungsreisender
- 2005 - Robert Moog, Erfinder des Moog-Synthesizers
- 2005 - Horst Tappe, deutscher Fotograf

Feier- und Gedenktage

Nationalfeiertag in Lettland: Ausrufung der Republik von 1918 Gedenktag des Papstes Pius X (Gestorben am 20. August)

Siehe auch


- 20. August - 22. August
- 21. Juli - 21. September
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 0821 ja:8月21日 ko:8월 21일 simple:August 21 th:21 สิงหาคม

Wien

Wien ist die Bundeshauptstadt und zugleich ein Land der Republik Österreich. Wien hat 1.631.082 Einwohner, im Großraum Wien leben etwa 2 Millionen Menschen. Die Wahrzeichen von Wien sind der Stephansdom und das Wiener Riesenrad im Prater. Wien ist Sitz verschiedener internationaler Organisationen, wie der OPEC, der OSZE oder der internationalen Atomenergiebehörde IAEA, sowie dritte UNO-Stadt. Die Innenstadt von Wien wurde im Dezember 2001 auf Antrag der Republik Österreich von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Geografie

Gliederung

Wien ist in 23 Bezirke unterteilt (siehe Wiener Gemeindebezirke) Durch Wien fließt die Donau und der Fluss Wien. Die Stadt liegt 60 km vor der Grenze zur Slowakei und der slowakischen Hauptstadt Bratislava. (Wien und Bratislava sind die einander nächstliegenden Hauptstädte der Welt, wenn man vom Sonderfall Vatikan in Rom absieht.) Von der gesamten Fläche Wiens ist ungefähr Hälfte Grünland, davon gehört im Westen ein großer Teil zum Wienerwald, während im Nordosten die unbebauten Flächen zum Marchfeld zählen und landwirtschaftlich genutzt werden. An den nordwestlichen Hängen befindet sich auch die Weinbauregion Wien.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Wiens Erste Besiedelungen lassen sich bereits 2000 v. Chr. nachweisen. Die Kelten nannten die Stadt Vedunia, die Römer sprachen von Vindobona. Unter den Babenbergern erlebte Wien einen ersten Aufschwung, doch Weltgeltung verschaffte der Stadt erst die Herrschaft der Habsburger, die Wien als Hauptsitz auserwählten.

Tourismus

Dank zahlreicher Prunkbauten aus der Kaiserzeit, vielfältiger Kulturangebote, und nicht zuletzt auch dank des Rufes als Musikhauptstadt, den Wien aufgrund des Schaffens zahlreicher berühmter klassischer Musiker, wie Beethoven oder Mozart, erhielt, ist die Stadt weltweit bekannt und ein beliebtes Touristenziel. Fiaker kutschieren Gäste durch die zum Weltkulturerbe zählende Innenstadt, in dessen Zentrum sich der Stephansdom befindet. In direkter Umgebung finden sich hier auch die Staatsoper, die Kärntnerstraße, welche die am stärksten frequentierte Fußgängerzone Österreichs ist, sowie berühmte Konditoreien und Hotels und die prunkvolle Ringstraße, welche die Innenstadt umgibt. Viele Touristen kommen im Dezember, wenn die Stadt mit seinen Weihnachtsmärkten aufwarten kann. Aber die meisten der Wiener Sehenswürdigkeiten sind ganzjährig zu besuchen, wie etwa das Schloss Schönbrunn, der Prater oder die Opernhäuser und Museen. Bei U-Bahn-Bauarbeiten stieß man in der Innenstadt bereits mehrmals auf Relikte früherer Besiedelung, darunter die aus dem 13. Jahrhundert stammende Virgilkapelle unter dem Stephansplatz, welche nun ebenso wie die anderen Funde als Sehenswürdigkeiten in den U-Bahn-Stationen betrachtet werden können. Den größten Anteil an den Nächtigungen machen deutsche Touristen mit 1,8 Mio. aus, gefolgt von den Italienern (618.000), US-Amerikanern (586.000), Briten (373.000), Japanern (321.000), Spaniern (315.000), Schweizern (inkl. Liechtenstein, 282.000), Franzosen (inkl. Monaco, 241.000) und den Niederländern (153.000). Der Anteil osteuropäischer und amerikanischer Touristen ist stark gestiegen. 2004 konnte Wien 7,8 Mio. Übernachtungen verbuchen, wovon nur rund 1,26 Mio. auf Österreicher zurückzuführen sind.

Bevölkerung

Die meisten Menschen, mehr als zwei Millionen, bevölkerten Wien zu Zeiten der k.u.k.-Herrschaft kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Die lange Zeit als Hauptstadt eines Vielvölkerstaates war es auch, die Wien zu dem machte, was es auch heute noch ist: Ein Schmelztiegel von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion. Die Nachfahren der vielen Menschen, die damals aus allen möglichen Regionen des k.u.k. Herrschaftsgebietes in ihre Hauptstadt gezogen waren, leben heute als Wiener wie sie im Buche stehen in der Stadt, und nur noch ihre Nachnamen lassen auf ihre ursprüngliche Herkunft schließen (zum Beispiel Nowak, Dolezal ...). Sie gehören längst zu den so genannten Ur-Wienern, die im ursprünglichen Wiener Dialekt den Wiener Schmäh prägen. Neben dem ursprünglichen Wiener Dialekt hat sich auch ein gehobener Wiener Dialekt entwickelt, der die teils sehr alten Wiener Dialektausdrücke (z. B. Tröpferlbad für Dusche, Wuchtldrucker für Lügner..) immer mehr zurückdrängt. Wien hat heute (2005) 1,63 Millionen Einwohner, wovon ca. 20 % noch über keine Österreichische Staatsbürgerschaft verfügen. Die größten Zuwanderergruppen stellen Menschen aus Ex-Jugoslawien und der Türkei dar. Weitere Herkunftsregionen sind die Länder Osteuropas. Von ca. 1920 bis in die 80er Jahre schrumpfte die Bevölkerung Wiens auf 1,5 Millionen Einwohner,seit 1993 steigt die Bevölkerungszahl jedoch stetig an. Seit 2000 wächst diese um etwa 20.000 pro Jahr an und wird laut der neuesten Presseinformation der Statistik Austria vom Oktober 2005 im Jahre 2050 wieder die 2-Millionen-Grenze durchbrechen. Dieses für Österreich einzigartige Wachstum ist vor allem auf den stetigen Zuzug aus dem In- und Ausland und die seit einigen Jahren steigenden Geburtenzahlen zurückzuführen.

Religionen

Die Stadt ist Sitz der römisch-katholischen Erzdiözese Wien; Erzbischof ist Christoph Kardinal Schönborn. Der evangelisch-lutherische Bischof von Österreich, der seinen Sitz in Wien hat, ist Herwig Sturm. Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien ist Ariel Muzicant, Oberrabiner Paul Chaim Eisenberg. Außerdem hat der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Anas Schakfeh, hier seinen Sitz. Anas Schakfeh Die Religionszugehörigkeit der Wiener Wohnbevölkerung setzt sich laut Volkszählung 2001 wie folgt zusammen:

Kulinarische Spezialitäten

siehe Wiener Küche

Söhne und Töchter der Stadt

siehe Liste der Wiener Persönlichkeiten, Liste der Ehrenbürger von Wien

Kultur

Theater & Oper

Liste der Ehrenbürger von Wien Kunst und Kultur können in Wien im Bereich von Theater, Oper oder auch Bildender Kunst auf eine sehr lange Tradition zurückblicken. Neben dem Burgtheater, das zusammen mit seiner Zweitbühne, dem Akademietheater, als eines der wichtigsten Schauspielhäuser der Welt gilt, bieten auch noch das Volkstheater sowie das Theater in der Josefstadt Kunstgenuss. Daneben gibt es noch eine Vielzahl kleinerer Bühnen, die den Großen in puncto Qualität zuweilen um nichts nachstehen und sich oft moderneren, experimentellen Stücken oder dem Kabarett und der Kleinkunst verschrieben haben. Auch Opernfreunde kommen in Wien auf ihre Kosten: Die Staatsoper und die Volksoper bieten für jeden Geschmack etwas, wobei sich letztere besonders der typisch wienerischen Operette, aber auch dem klassischen Musical verpflichtet fühlt. Konzerte mit klassischer Musik finden unter anderem im bekannten Großen Saal des Wiener Musikvereins und im Wiener Konzerthaus statt. Das Theater an der Wien glänzte in den letzten Jahren mit Musical-Uraufführungen. Mit Abstand am erfolgreichsten war Elisabeth, das danach in der ganzen Welt in mehreren Sprachen aufgeführt wurde. Ab 2006 wird es wieder ausschließlich als Opernhaus dienen. Mit dem Haus der Musik hat Wien seit 2000 auch ein Klangmuseum für Kinder und Erwachsene. Das Marionettentheater Schloss Schönbrunn pflegt das kunstvolle Spiel mit kostbaren Marionetten in Opern und Theaterstücken für Erwachsene und Kinder. siehe auch:
- Carltheater, Etablissement Ronacher, Kulisse Wien, Leopoldstädter Theater, Raimund Theater, Simpl, Theater am Kärntnertor, Theater an der Wien, Wiener Metropol, Wiener Theaterreform, Kategorie,Kabelwerk_Wien-Meidling

Museen

Kabelwerk_Wien-Meidling In der Hofburg sind das Sisi-Museum, die Kaiserappartements und die Hofsilber- und Tafelkammer zu besichtigen, gleich gegenüber der Hofburg befinden sich das Kunsthistorische Museum, das über eine Vielzahl von Gemälden alter Meister verfügt, und das Naturhistorische Museum. Daran schließt das Museumsquartier an, ein in den 1990er Jahren in den ehemaligen k. u. k. Hofstallungen errichteter Museumskomplex. Dieser beherbergt das Museum moderner Kunst -- Stiftung Ludwig, das Leopold-Museum, das hauptsächlich Werke des Wiener Secessionismus, der Wiener Moderne und des österreichischen Expressionismus zeigt, mehrere Hallen mit wechselnden Ausstellungen sowie das Tanzquartier Wien. Das Palais Liechtenstein zeigt eine der weltweit größten privaten Kunstsammlungen. Darüber hinaus gibt es noch eine Vielzahl anderer Museen, vom Heeresgeschichtlichen Museum über das Technische Museum bis hin zum Wiener Uhrenmuseum und zum Bestattungsmuseum. Nicht zu vergessen sind die Wiener Bezirksmuseen, die einen Einblick in die Geschichte des jeweiligen Bezirks geben.

Architektur

Bestattungsmuseum Bestattungsmuseum Bestattungsmuseum In Wien finden sich Bauwerke aller Stil-Epochen der Architektur, von der romanischen Ruprechtskirche über den gotischen Stephansdom, die barocke Karlskirche, die hochbarocke Jesuitenkirche und die Bauten des Klassizismus bis zur Moderne. Der Jugendstil hat ebenfalls seine Spuren in Wien hinterlassen: Die Secession, die Stadtbahnstation Karlsplatz und die Kirche am Steinhof von Otto Wagner oder das Looshaus von Adolf Loos zählen zu den weltweit bekanntesten Bauten dieser Epoche. Eine der beliebtesten Touristenattraktionen stellt das Hundertwasserhaus von Friedensreich Hundertwasser dar, das als Gegenmodell zur nüchternen modernen Architektur gedacht ist. Ebenfalls von Hundertwasser gestaltet wurde die Müllverbrennungsanlage Spittelau im Norden Wiens. Ein weiteres Beispiel außergewöhnlicher Architektur ist die Wotrubakirche (Kirche Zur Heiligsten Dreifaltigkeit) des Bildhauers Fritz Wotruba. In den neu errichteten Stadtteilen nördlich der Donau rund um die Donau City und am Wienerberg findet sich schließlich auch moderne Architektur. Der 202 m hohe Millennium Tower am Handelskai ist seit 1999 das bisher höchste in Wien gebaute Hochhaus und Zeichen einer architektonischen Wende in Wien hin zu mehr Selbstbewusstsein, aber auch Konformität. In den letzten Jahren vollzieht die Stadt eine Kombination aus moderner Architektur mit alten Gebäuden und Wohnbau, wie unter anderem die Revitalisierung der Gasometer 2001, welche weltweites mediales Interesse auf Wien zog. Auffällig im Stadtbild sind auch die Wiener Flaktürme und die Wiener Hochquellenwasserleitung.

Sonstige Kultur

Zwischen Michaeler- und Josefsplatz liegt die Spanische Hofreitschule. Hier sind die Reitkünste der Hohen Schule zu sehen. Im Bereich des österreichischen Volkstanzes ist der Wiener Kathreintanz die bedeutendste Veranstaltung.

Veranstaltungen


- Wiener Festwochen - ein jährliches Festival mit Theater-, Musik- und anderen kulturellen Produktionen an verschiedenen Orten in der ganzen Stadt.
- Viennale - Das Vienna International Film Festival findet seit 1960 jedes Jahr im Oktober statt.
- Donauinselfest - 1983 zum ersten Mal auf der Donauinsel ausgetragenes Musikfestival. Bei freiem Eintritt besuchen mittlerweile jeden Sommer rund drei Million Menschen die auf mehreren Bühnen veranstalteten Konzerte. Das Donauinselfest ist somit Europas größtes Open-Air-Festival mit freiem Eintritt.
- Wiener Opernball - Einer der „gesellschaftlichen Höhepunkte“ im Wiener Fasching in der Wiener Oper.
- Life Ball - Die größte Aids-Benefiz-Veranstaltung in Europa. Er findet jährlich im Rathaus statt.
- Regenbogenparade - Seit 1996 alljährliche Ende Juni auf der Wiener Ringstraße (seit 1997 gegen die Fahrtrichtung, als Zeichen für andersrum) veranstaltete LesBiSchwule-Parade. Die Parade, sie ist die österreichische Variante des Christopher Street Days, hat sich über die Jahre zum Wirtschaftsfaktor der Stadt entwickelt und wird mittlerweile international beworben. 2001 fand Europride mit mehr als 150.000 TeilnehmerInnen statt.
- Rathausplatz - Auf dem Rathausplatz - zwischen Rathaus und Burgtheater - werden in den Sommermonaten Opern- und Konzertfilme auf einer Großleinwand vorgeführt. Der Eintritt ist kostenlos. Auf diversen Ständen werden kulinarische Köstlichkeiten aus aller Welt angeboten. Der Rathausplatz verwandelt sich dann in einen Treffpunkt für Kulturliebhaber, kulinarische Forscher und Nachtschwärmer, die die einzigartige Atmosphäre auf diesem Platz genießen.

Infrastruktur

Stadtplanung

Der Wiener Stadtentwicklungsplan (kurz STEP) wird von MA 18 (Magistratsabteilung 18) erstellt und legt die Richtlinien für die Stadtentwicklung in den nächsten Jahren fest und trägt somit maßgeblich zur städtischen Infrastruktur bei. Der Stadtentwicklungsplan 2005 befasst sich mit dem Zielgebiet Waterfront, einem Gebiet vom Donaukanal über den Praterstern, Nordbahnhof, Handelskai bis zur Alten Donau.

Verkehrsverbindungen

34 % aller zurückgelegten Wege finden in Wien mittels öffentlichem Verkehrsmittel statt, das ist europäischer Spitzenwert. Weitere 30 % aller zurückgelegten Wege werden zu Fuß bewältigt, und nur 36 % fahren mit dem eigenen Fahrzeug. Zwölf Donaubrücken verbinden das Stadtgebiet, das durch Donau und Donaukanal geteilt wird. Donaukanal

Öffentlicher Nahverkehr

Wien hat ein großes Netz öffentlicher Verkehrsmittel. Dies beinhaltet die zur ÖBB gehörenden Schnellbahn, die Badner Bahn und das Netz der Wiener Linien (U-Bahn, Straßenbahn und Autobuslinien). Darüber hinaus fahren auch noch, vor allem in den Stadtrandzonen, private Busunternehmen in Tarifgemeinschaft mit den Wiener Linien. Gemeinsam mit den Bahn- und Buslinien im Umland bis etwa 50 km bildet das Wiener Verkehrsnetz den Verkehrsverbund Ostregion.

City Bike

Als Alternative zu den öffentlichen Verkehrsmitteln bietet im Zentrum von Wien das Citybike Mobilität mit dem Leihfahrrad. Nach der Registrierung via Internet oder direkt am Terminal bei einem der Standplätze kann u. a. mit der Maestro-Karte ein Fahrrad entliehen werden. Die Benützung ist für eine Stunde kostenlos.

Eisenbahn

Eisenbahn Historisch bedingt (alle Verkehrsverbindungen orientierten sich nach der Haupt- und Residenzstadt der österreichisch-ungarischen Monarchie) hat Wien mehrere Kopfbahnhöfe:
- Wien Franz-Josefs-Bahnhof als Ausgangspunkt der Franz-Josefs-Bahn;
- Wien Südbahnhof (ehem. Südbahnhof u. Ostbahnhof) - Südbahn und Ostbahn;
- Wien Westbahnhof als Ausgangspunkt der Westbahn und die Durchgangsbahnhöfe
- Wien Hütteldorf an der Westbahn;
- Wien Heiligenstadt an der Franz-Josefs-Bahn;
- Wien Nord (Praterstern) an der Nordbahn - der nahe gelegene Nordbahnhof wurde im 2. Weltkrieg zerstört und nicht wieder aufgebaut, da durch den Zerfall der Donaumonarchie und den Eisernen Vorhang vor allem der internationale Personenverkehr auf der Nordbahn seine Bedeutung verloren hatte;
- Wien Meidling (Philadelphiabrücke) - Südbahn;
- Wien Mitte (Landstraße). Daneben gibt es noch viele kleinere Bahnhöfe, die vor allem für den Personennahverkehr bedeutsam sind. Zur Bündelung des Fernverkehrs ist ein Tunnel von der Südbahn zur Westbahn (Wildschweintunnel, da unter dem Lainzer Tiergarten verlaufend), im Bau. Etwas westlich des heutigen Südbahnhofs ist der Bahnhof Wien Europa Mitte in Planung, wodurch Wien erstmals einen Hauptbahnhof erhalten wird. Der City Airport Train verbindet die Innenstadt mit dem Flughafen. Zudem gibt es noch zwei Parkeisenbahnen: die Liliputbahn Prater im Wiener Prater und die Donauparkbahn im Donaupark.

Straßenverbindungen

Donauparkbahn Wie die Bahnlinien verlassen auch die alten Fernstraßen (später Bundesstraßen) sternförmig die Stadt. Teilweise sind sie immer noch nach den Fernzielen benannt (Prager Straße (B3), Brünner Straße (B7), Triester Straße (B17)). Gleiches gilt auch für die Autobahnen: A1 Westautobahn, A22 Donauuferautobahn, A4 Ostautobahn und A2 Südautobahn verlassen die Stadt radial.
Eine ringförmige Verbindung im Süden zwischen A2, A4 und A22 bildet die A23 Wiener Südosttangente, zu deren Entlastung derzeit die S1 Wiener Südumfahrung gebaut wird. Diese soll östlich der Donau eine Fortsetzung in einem Autobahnring finden; die zur Verbindung notwendige Querung der Lobau und damit des Nationalparks Donau-Auen ist derzeit aus ökologischen Gründen umstritten.
West- und Südautobahn sind durch die außerhalb des Wiener Stadtgebietes verlaufende A21, der Wiener Außenringautobahn miteinander verbunden. Die A5, die zukünftige Nordautobahn, soll eine zusätzliche Verbindung zwischen Drasenhofen an der tschechischen Grenze werden.

Flughafen

Südöstlich von Wien befindet sich der internationale Flughafen Wien-Schwechat. Im Jahr 2004 wurden über 225.000 Flugbewegungen abgewickelt; 14,8 Millionen Passagiere frequentierten den Flughafen. In letzter Zeit weichen Billigfluglinien auf den nahe gelegenen Flughafen in Pressburg (Bratislava) aus, wobei seit dem Jahr 2004 der Flughafen Wien-Schwechat mit dem Flughafen Pressburg kooperiert.

Schifffahrt

Durch den Rhein-Main-Donau-Kanal ist Wien durch eine Wasserstraße sowohl mit dem Hafen Rotterdam und den deutschen Industriegebieten als auch mit den Ländern Osteuropas bis zum Schwarzen Meer verbunden. Der geplante Donau-Oder-Kanal ist unvollendet geblieben.
- Die Personenschifffahrt auf der Donau hat fast nur mehr touristische Bedeutung, es gibt einen Tragflügelbootverkehr nach Bratislava und Budapest. Der Wiener Personenhafen liegt bei der Reichsbrücke; daneben gibt es Anlagestellen für Personenschiffe bei Nußdorf und am Donaukanal beim Schwedenplatz.
- Wesentlich bedeutender ist der Frachthafen in der Freudenau. 2003 wurden im Wiener Hafen 9 Mio. Tonnen Güter (vor allem Mineralölprodukte, landwirtschaftliche Produkte und Baustoffe) umgeschlagen und dazu 1.550 Schiffe abgefertigt.

Wasserversorgung

Hauptartikel: Wiener Wasserversorgung Wien wird seit 1873 durch die erste und seit 1910 zusätzlich durch die zweite Wiener Hochquellenwasserleitung mit Wasser aus dem Rax-Schneeberg-Gebiet und dem Hochschwab-Gebiet versorgt. Sämtliche Abwässer werden durch die Wiener Kanalisation in die Hauptkläranlage in Simmering geleitet. Wasser aus einem Grundwasserwerk in der Lobau wird bei besonders hohem Wasserverbrauch in bestimmten Bezirken dem Hochquellwasser beigemengt.

Energieversorgung

Für die Stromleitungen Wiens ist die Wien-Energie zuständig, ein Tochterunternehmen der Wiener Stadtwerke, welche zur Gänze der Stadt Wien gehören. Der Strommarkt selbst ist liberalisiert, der Wettbewerb jedoch nur im Großkundenbereich ausgeprägt. Wien Energie ist der wichtigste Stromlieferant Wiens.

Bildung

In Wien befinden sich 283 Volksschulen (davon sind 217 öffentliche Schulen), 120 Hauptschulen (davon 96 öffentliche), 46 Sonderschulen (40 öffentliche) und 95 Allgemeinbildende höhere Schulen (67 öffentliche). Weiters befinden sich in Wien eine Vielzahl von
- Berufsschulen (28 davon 25 öffentliche) zum Beispiel: :
- [http://www.bs-evt.at BS Elektrotechnik] :
- [http://gastgewerbe.at BS Gastgewerbe] :
- [http://www.wiener-berufsschulen.at/hpgen/projects/BK/index.php BS für Bürokaufleute]
- Technische und Gewerbliche mittlere und höhere Schulen (22 davon 11 öffentliche) zum Beispiel: :
- [http://www.htl-tex.ac.at HBLVA Textilindustrie] :
- [http://www.graphische.at Höhere Graphische BLVA] :
- [http://www.hblva17.magnet.at HBLVA Chemische Industrie] :
- [http://www.tgm.ac.at Technologisches Gewerbemuseum (TGM)]
- Wirtschaftsberufliche mittlere und höhere Schulen (21 davon 8 öffentliche) zum Beispiel: :
- [http://www.hbla9.at/michelbeuern.htm HBLA für Mode und wirtschaftliche Berufe] :
- [http://www.die-herbststrasse.at HBLA für Mode] :
- [http://www.tourismusschule.at HBLA Tourismusschule]
- Kaufmännische mittlere und höhere Schulen (16 davon 6 öffentliche) zum Beispiel: :
- [http://www.ibc.ac.at BHAK BHAS Hetzendorf] :
- [http://www.bhakwien22.at BHAK BHAS Polgarstrasse] näheres siehe [http://www.bmbwk.gv.at/schulen/index.xml Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur]

Universitäten


- Akademie der bildenden Künste Wien
- Medizinische Universität Wien
- Technische Universität Wien
- Universität Wien
- Universität für angewandte Kunst
- Universität für Bodenkultur Wien
- Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
- Veterinärmedizinische Universität Wien
- Wirtschaftsuniversität Wien

Fachhochschulen


- Fachhochschule Technikum Wien, Wien
- Fachhochschul-Campus Wien, Wien
- Fachhochschule des Berufsförderungsinstituts Wien, Wien
- Fachhochschule der Wirtschaft Wien, Wien
- Sales Manager Akademie Wien, Wien

Wirtschaft

In Wien waren laut Volkszählung 2001 821.458 Personen in 87.691 Unternehmen beschäftigt. Der Bezirk mit den meisten Arbeitsplätzen ist zugleich auch der kleinste, nämlich der 1. Bezirk. Wien genießt international den guten Ruf der hohen Lebensqualität, niedriger Kriminalitätsraten und als „Sprungbrett in den Osten“, da die Stadt und seine Unternehmen schon lange gute Beziehungen zu den MOEL pflegen und daher über reichlich Erfahrung verfügen. Dies wird darin sichtbar, dass viele internationale Konzerne ihre Osteuropa-Zentrale in Wien ansiedeln. Beispiele dafür wären u.a. Heineken oder die HypoVereinsbank.

Freizeit

Nachtleben

HypoVereinsbank In den 1980er-Jahren entwickelte sich zunächst im Grätzl rund um den Schwedenplatz und die Ruprechtskirche eine rege Beislszene, die scherzhaft Bermudadreieck genannt wird (weil so mancher nach einer langen Nacht dort verschollen sein soll). In den folgenden Jahren dehnte sich die Lokalszene an beiden Ufern des Donaukanals aus. Nahe der Haltestelle Schottenring, ebenfalls am Donaukanalufer, befindet sich schon seit 1994 das Flex - einer der größten Clubs in Wien. Dort finden fast täglich Abendveranstaltungen und Auftritte von lokal sowie international renommierten DJs, oder auch von (alternativen) Bands statt. Sehr bekannt und beliebt ist dort auch der wöchentlich stattfindende Dub Club. Mit großen Acts - vor allem aus der Ragga/Reggae/Dancehall-Szene - kann auch das WUK nahe dem Währinger Gürtel aufwarten, wo unter anderem der House-Club H.A.P.P.Y stattfindet. Vor allem in den Sommermonaten ist das MQ - Museumsquartier ein beliebter Treffpunkt, wo mehrere Lokale Gastgärten unter freiem Himmel betreiben. Mit der Schließung des alten allgemeinen Krankenhauses (Altes AKH) wurde ein großes Areal frei, in dem sich einige Uni-Institute, Geschäfte und Lokale ansiedelten und auch für eine Belebung der umliegenden Bezirke sorgten. In den 1990er Jahren schließlich wurde die Sanierung des Gürtels in Angriff genommen, sodass sich etliche In-Lokale auf der ehemaligen Bordellmeile ansiedelten. Einen weiteren Schwerpunkt des Nachtlebens bildet im Sommer die Copa Cagrana auf der Donauinsel bei der Reichsbrücke mit zahlreichen Open-Air-Lokalen. Ebenfalls eine seit einigen Jahren neu belebte Gegend ist das Freihausviertel im vierten Bezirk, das nicht nur abends, sondern, wegen seiner Nähe zum Naschmarkt, auch untertags gut frequentiert ist. Zusätzlich entstanden seit dem Ende der 90er Jahre zahlreiche Großraum-Diskotheken am Stadtrand, unter anderem in Donaustadt. Online-Veranstaltungsprogramme bieten die Websites der Stadtzeitung „Der Falter“ (siehe Weblinks).

Essen und Trinken

Essen

An belebten Straßenecken kann man im Winter an kleinen Ständen Maroni, Kartoffelpuffer oder auch geröstete Mandeln kaufen. Auch Würstel freuen sich großer Beliebtheit und können fast überall erworben werden. Das in Deutschland als Wiener bekannte Würstchen wird in Wien allerdings Frankfurter genannt. Beliebter sind an Wiens Wüstelstanden allerdings andere Würste wie die Burenwurst oder Käsekrainer. Das österreichische Pendant zum Hot Dog ist der Bosner, welcher mit einer Bratwurst gefüllt ist. Bekannt ist Wien auch für seine Schnitzel. Hierbei handelt es sich um ein paniertes Kalbsschnitzel, dass sehr flach geklopft wird (die Poren schließen sich beim Braten schneller). Für ungefähr 14 € kann man es fast in jedem Lokal mit wienerischer Küche bekommen, allerdings sollte man darauf achten, dass es sich nicht um ein Schweinsschnitzel Wiener-Art handelt. Empfehlenswert ist das Restaurant Figlmüller (Bäckerstraße 6), dass für seine großen Schnitzel bekannt ist. Allerdings ist es immer sehr gut besucht und wer es lieber etwas ruhiger mag, sollte sich ein anderes Lokal suchen. Bosner]
Der Naschmarkt ist ein Markt, mit festen Ständen, auf dem man Obst, Gemüse, Gewürze, Fisch, Fleich und vieles mehr kaufen kann. Der Markt ist einen Besuch wert. In der Innenstadt gibt es Spezialitätengeschäfte wie Julius Meinl.

Trinken

Wien ist weltweit die einzige Metropole mit eigenem Weinanbaugebiet. Dieser Wein wird in Wien in kleinen Lokalen (Heurigen) ausgeschenkt, die sich vor allem in den Weinbaugebieten Döblings (Grinzing, Neustift am Walde, Nußdorf (Wien), Salmannsdorf, Sievering) und Floridsdorfs (Stammersdorf, Strebersdorf) konzentrieren. Der Wein wird oftmals auch als Gespritzter (Schorle) getrunken. Neben dem Wein spielt das Bier die wichtigste Rolle. Hauptanbieter ist die einzige große Brauerei Wiens, die Ottakringer Brauerei. Daneben gibt es auch mehr als zehn kleine Gasthausbrauereien.

Wiener Kaffeehaus

Ottakringer Brauerei Eine weitere Besonderheit der Wiener Kultur stellt das Wiener Kaffeehaus dar, in dem neben einer Vielzahl von Kaffeespezialitäten auch kleine Speisen serviert werden. Viele Besucher nutzen die Möglichkeit, während ihres Besuchs stundenlang die meist reichlich vorhandenen Zeitungen zu lesen. Neben vielen neueren chromblitzenden, Espresso genannten Kaffeebars italienischen Stils existieren noch viele „echte“ Wiener Kaffeehäuser, die in Angebot, Ausstattung und Stil den ursprünglichen Charme dieser Institution bewahrt haben.

Wiener Parks und Grünanlagen

Zeitung Wien besitzt viele unterschiedliche Parkanlagen und ist eine der grünsten Städte der Welt. Die bekanntesten Wiener Parks und Grünanlagen sind der Stadtpark, die zu der Hofburg gehörenden Burggarten und Volksgarten, der Schlosspark vom Schloss Belvedere mit dem botanischen Garten, der Donaupark, der Schönbrunner Schlosspark, der Prater, der Augarten, der Rathauspark, der Lainzer Tiergarten, der Dehnepark, der Resselpark, der Votivpark, der Kurpark Oberlaa, der Auer-Welsbach-Park, der Türkenschanzpark, Laaer Berg mit dem Böhmischen Prater und die Ausläufer des Wienerwaldes, die bis in die Außenbezirke reichen. Kleinere Parks, von den Wienern Beserlparks genannt, gibt es im gesamten Stadtgebiet. Des Weiteren sind in Wien mehrere Parks zu finden, in welchen sich öffentliche Freibäder befinden. Sowohl sehenswert als auch grün sind die Wiener Friedhöfe, die auch als Erholunsgsorte gelten und zum spazieren einladen. Der Zentralfriedhof ist nicht nur für die Ehrengräber berühmt. Es befinden sich dort auch ein evangelischer Friedhof, der neuer und alte jüdische Friedhof, eine islamische Abteilung, eine syrisch-orthodoxe Abteilung, eine moslemisch-ägyptische Abteilung, eine koptisch-orthodoxe Abteilung, eine griechisch-orthodoxe Abteilung, eine russisch-orthodoxe Abteilung eine rumänisch-orthodoxe Abteilung, eine serbisch-orthodoxe Abteilung sowie Grabstätten der Anatomie. Auch der St. Marxer Friedhof ist ein beliebtes Areal für Spaziergänge. Er ist nicht nur der älteste Friedhof Wiens (Biedermeierfriedhof, 18. Jahrhundert) sondern beherbergt unter anderem auch die Gräber von Wolfgang Amadeus Mozart und Josef Madersperger.

Sport


- Fußball: Wiener Sportclub (gegründet 1883 in Dornbach), Rapid Wien (gegründet 1899, Rekordtitelträger Österreichs), Austria Wien (gegründet 1911), First Vienna FC 1894 (ältester Fußballklub Österreichs)
- Eishockey: Vienna Capitals, Vienna Flyers, EHV Sabres (Dameneishockey)
- American Football:Danube Dragons, Chrysler Vikings, Vienna Knights
- Fechten: Wiener Sportclub (Fechtsektion – 1886 gegründet und Wiens ältester noch aktiver Fechtclub)
- Baseball: WBV Homerunners
- Radsport: Zahlreiche Mountainbikestrecken rund um Wien
- Rudern: 11 Rudervereine, an der Alten Donau und an der Donau

Politik

Wien gilt als Hochburg der Sozialdemokratie in Österreich. Seit der Gründung der Republik wird die Stadt (mit Ausnahme von sehr kurzen Perioden) von der sozialdemokratischen Partei mit absoluter Mehrheit regiert. Amtierender Bürgermeister ist Michael Häupl. Ausdruck der sozialdemokratischen Politik sind auch die in großer Zahl von der öffentlichen Hand erschaffenen Gemeindebauten. Verwaltet wird die Stadt durch eine Vielzahl von Magistratsabteilungen (Ämter), welchen jeweils genau festgelegte Aufgabenbereiche zugeteilt sind.

Prozentueller Stimmenanteil der Parteien und Sitzverteilung

Bei der Gemeinderatswahl vom 23. Oktober 2005 lautete die Stimmen- bzw. die Sitzverteilung im Gemeinderat (100 Sitze sind zu vergeben) wie folgt:
- SPÖ 49,09 % (55 Sitze)
- ÖVP 18,77 % (18 Sitze)
- FPÖ 14,83 % (13 Sitze)
- Die Grünen 14,63 % (14 Sitze)
- KPÖ 1,47 %
- BZÖ 1,15 %
- WiF 0,04 %
- SLP 0,02 % Bei den parallel abgehaltenen Bezirksvertretungswahlen konnte sich die SPÖ in 16, die ÖVP in fünf und die Grünen in zwei Bezirken durchsetzen. Die Grünen stellen wie bisher im 7. Bezirk und erstmals auch im 8. Bezirk den Bezirksvorsteher. Die Wahlbeteiligung erreichte nur 60,81 % (nach 66,58% 2001) bei der Gemeinderatswahl und 58,5 Prozent bei den Bezirksvertretungswahlen. Erstmals waren 16- und 17-Jährige stimmberechtigt. Siehe auch: Liste der österreichischen Landeshauptleute, Wahlen in Österreich

Internationale Organisationen mit Sitz in Wien


- IPI - Internationales Presseinstitut
- OPEC - Organisation Erdölexportierender Staaten
- OSZE - Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa
- UNO :
- IAEA - Internationale Atomenergiebehörde :
- UNDCP - Internationales Drogenkontrollprogramm :
- UNIDO - Organisation für industrielle Entwicklung :
- UNODC - Internationales Drogenkontrollprogramm

Partnerstädte

Wien unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:
- Zagreb (Kroatien), seit 1994 Außerdem bestehen Partnerschaften zwischen einzelnen Wiener Bezirken und folgenden japanischen Städten/Bezirken:
- Döbling (Wien 19) mit Setagaya (Tokyo) seit 1985
- Floridsdorf (Wien 21) mit Katsushika (Tokyo) seit 1987
- Innere Stadt (Wien 1) mit Taitō (Tokyo) seit 1989
- Meidling (Wien 12) mit Gifu (Gifu) seit 1992
- Hernals (Wien 17) mit Fuchū (Tokyo) seit 1992
- Alsergrund (Wien 9) mit Takarazuka (Hyōgo) seit 1994
- Hietzing (Wien 13) mit Habikino (Ōsaka) seit 1995
- Donaustadt (Wien 22) mit Arakawa (Tokyo) seit 1996 Die Josefstadt (Wien 8) bildet gemeinsam mit den gleichnamigen Bezirken Józsefváros in Budapest und Timişoara den Bund der Josefstädte. Weiters bestehen folgende Partnerschaften zwischen Wiener Bezirken und chinesischen Bundesländern (Provinzen), Städten und Bezirken.
- Innere Stadt (Wien 1) - Shapingba (Chongqing)
- Mariahilf (Wien 6) - Nankai (Tianjin)
- Alsergrund (Wien 9) - Dongcheng (Peking)
- Simmering (Wien 11) - Chaoyang (Peking)
- Donaustadt (Wien 22) - Luwan (Shanghai)
- Liesing (Wien 23) - Fangshan (Peking)

Literatur


- Alexander Glück, Marcello La Speranza, Peter Ryborz: Unter Wien - Auf den Spuren des Dritten Mannes durch Kanäle, Grüfte und Kasematten, Christoph Links Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-86153-238-7

Siehe auch


- Portal:Wien
- Liste der größten Städte der EU

Weblinks

Allgemein


- [http://www.wien.gv.at/ Offizielle Website der Hauptstadt]
- [http://www.natur-wien.at/ Website über die Natur der Hauptstadt]

Sehenswürdigkeiten und Tourismus


- [http://www.wien.info/ Wiener Tourismusverband]
- [http://www.cityreview.at/wien/wien/sehenswuerdigkeiten/ Sehenswürdigkeiten Wien]
- [http://www.vienna.com/ Online-Führer durch Wien]
- [http://vienna.openguides.org/ OpenGuide Vienna]
- [http://www.wien-konkret.at/ Informationen und Ratgeber zu Wien]
- [http://www.your-friend.info/ Audio Stadtführer zum download]

Veranstaltungen und Zeitungen


- [http://www.falter.at Der Falter: Stadtzeitung Wien] Politik, Kultur und Veranstaltungsprogramm (siehe auch Falter (Zeitung))
- [http://www.hauptstadt.at www.hauptstadt.at - Programmübersicht von Wien]

Fotos aus Wien


- [http://www.foto-julius.at/ind_wien.html Wien Bilder allgemein]
- [http://www.vien.at/ Photoblog Wien]
- [http://home.jtan.com/~ptunner/viennaskyline/ Fotos der wiener Skyline]
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Politiker

Als Politiker bezeichnet man Personen, die politische Ämter innehaben oder sie anstreben. Meist werden sie dabei durch Parteien und Verbände unterstützt. Politiker agieren auf allen Ebenen eines Staates (Bund, Länder oder Gemeinden). Politische Ämter können Regierungsämter (z.B. Minister), das Abgeordnetenmandat in einem Parlament oder ein Amt in einer Partei (z.B. Parteivorsitzender) sein. Politiker haben das Ziel durch ihr Handeln Einfluss auf wichtige politische Entscheidungen zu nehmen. Hierzu können sie zum einen ihre durch politische Ämter gesicherten Rechte nutzen (Beispielsweise bei Abstimmungen im Parlament). Außerdem können sie durch Meinungsäußerung Einfluss nehmen. Als Mitglied einer Partei vertritt ein Politiker deren Interessen. Es gibt jedoch auch Politiker, die sich keiner Partei anschließen (Parteilose), oder deren Aufgabe nicht die Interessenvertretung ihrer Partei ist (zum Beispiel Bundespräsident). Neben dem Berufspolitiker, der zum Beispiel als Abgeordneter, Staatssekretär oder Minister arbeitet gibt es noch den ehrenamtlich arbeitenden Politiker, der die Politik nur neben seinem Beruf ausübt.

Theorien zum politischen Handeln

Das Handeln von Politikern ist Gegenstand der Politikwissenschaft. Sie erklärt das Handeln der Politiker und den politischen Wettbewerb (Streben der Politiker nach Macht).

Ethische Ansätze zur Erklärung von Politikerhandeln

Grundsätzliche Bedeutung für die politische Motivation einzelner hat der Wunsch gute politische Entscheidungen herbeizuführen, um beispielsweise der eigenen Region oder dem ganzen Land zu helfen. Dies führt zu einem weiten und ganzheitlichen Denken und vollem Einsatz zum Wohle aller Bürger, wie es beispielsweise die Verantwortungsethik postuliert. Oft werden diese langfristigen Ziele jedoch von den Wählern nicht als beste Wahl wahrgenommen, weswegen der politische Erfolg solcher Positionierungen begrenzt ist. Ferner gehen die Auffassungen darüber, was langfristig das "Wohl aller Bürger" bzw. "Wohl des Staatsvolkes" darstellt sowie auf welchem Weg dieses erreicht werden soll, auseinander. Auch dies trägt dazu bei, dass sich im politischen Wettbewerb nicht zwangsläufig das "beste" Modell durchsetzt. Zweifelsohne lässt sich auch für Politiker, deren Handeln an heren Zielen orientiert ist, ein karrierebezogenes Politikerbild erklären: Die Überzeugung, selbst die richtigen Entscheidungen zu treffen, führt zu einem Streben nach Macht und Einfluss.

ökonomische Theorie der Politik

Einen weniger positiven Ansatz zur Erklärung des Handelns von Politikern mit wirtschaftlichen Grundsätzen liefert die ökonomische Theorie der Politik (ÖTP). Sie erklärt Strukturen und Verhalten überwiegend auf Basis neoklassischen Theorie. Grundsätzliche Annahme ist dabei, dass sich Politiker als rationale Nutzenmaximierer verhalten. Dies bedeutet im Wesentlichen, dass Politiker eine starke Wiederwahlorientierung haben und deswegen eine Politik betreiben, die bei den nächsten Wahlen zu einer Stimmenmaximierung führt. Hierzu lassen sich zwei wichtige Stränge unterscheiden: (1) Orientierung an kurzfristigen Zielen: Ein gemäß der ÖTP nutzenmaximierender Politiker wird bei seinen Entscheidungen berücksichtigen, dass der Wähler eher die Erreichung kurzfristiger Ziele als das Anstreben langfristiger Ziele honoriert, da der Wähler selbst eine starke Gegenwartspräferenz aufweist, was wiederum daran liegt, dass langfristig ausgerichtete Konzepte dem politisch und ökonomisch weniger gebildeten Wähler wegen der hohen Komplexität nicht vermittelbar sind. Auf Wiederwahl bedacht wird der Politiker daher vor kurzfristig schmerzhaften Maßnahmen zurückschrecken, auch wenn diese ökonomisch unbedingt nötig sind. Beispiele für eine solche Politik sind die dauerhaft zu beobachtende Neuverschuldung reicher Industrienationen, fehlende Rücklagen im gesetzlichen Rentensystem, zyklische statt antizyklischer Wirtschaftspolitik oder fehlender Mut zu schmerzhaften aber notwendigen Reformen. (2) Orientierung am Medianwähler: Ein wichtiger Ansatz in diesem Zusammenhang ist das Medianwählermodell: Geht man bei Politikern vom Ziel der Stimmenmaximierung aus, so führt ein Politiker bzw. eine Partei genau diejenige Politik aus, die der Medianwähler wünscht. Dadurch werden von den großen Parteien politische Ränder und Problembereiche vernachlässigt. Zudem können für den Bürger sichtbare, ökonomisch aber nicht zwangsläufig vernünftige Maßnahmen unterstellt werden, während möglicherweise wichtigeren Zielen, die jedoch nicht vom Wähler als solche erkannt werden, nicht nachgegangen wird. Vielmehr können dann individuell spürbare Maßnahmen bei wenig spürbaren Belastungen für den Wähler unterstellt werden.

Siehe auch


- Liste der Mitglieder des Schweizerischen Bundesrates
- Bundesregierung (Deutschland)
- Bundesregierung (Österreich)
- Liste der Bundestagsabgeordneten
- Liste der Politiker der DDR
- Hinterbänkler

Literatur


- Max Weber: Politik als Beruf. 1919. ISBN 315008833X) ([http://www.textlog.de/weber_politik_beruf.html Online Text])
- Niccolò Machiavelli: Der Fürst. 1513, ISBN 3150012198
- Hans Herbert von Arnim: Das System - Die Machenschaften der Macht, München, Droemer Knaur, 2001
- ders.: F