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Gwangju
Gwangju ist eine Stadt in der Provinz Jeollanam-do im Südwesten von Südkorea. Gwangju ist die Hauptstadt der Provinz, ist aber politisch eine eigenständige Einheit. Sie liegt etwa 330 Km südlich von Seoul. Die Stadt hat 1.416.937 Einwohner. Damit ist Gwangju die sechstgrößte Stadt Südkoreas.
1995 fand hier erstmalig die Gwangju-Biennale statt, eine große Ausstellung zeitgenössischer Kunst. Sie findet nun in Abständen von zwei bis drei Jahren regelmäßig statt.
Geschichte
Die Stadt wurde vor 57 v. Chr. gegründet und war seitdem ein Zentrum des Handels in der Region. Während der Zeit der drei Reiche war Gwangju auch ein administratives Zentrum des Baekje-Reiches.
Als die Eisenbahn 1914 Gwangju mit Seoul verband, wuchs die moderne Industrie um Gwangju. Besonders Baumwolltextilfabriken, Reismühlen und Brauereien konnten sich etablieren.
1929, während der japanischen Besatzung Koreas, wuchs eine Konfrontation zwischen koreanischen und japanischen Studenten zu einer regionalen Demonstration an, die in einer der größten der landesweiten Aufstände gegen die Besatzer gipfelte.
1967 wurde eine bezeichnete Industriezone errichtet und Gwangju wuchs markant, insbesondere die Automobilindustrie, die sich in der Stadt niederließ.
Im Mai 1980 fanden Demonstrationen gegen die neue Militärregierung von Chun Doo-hwan in Gwangju statt. Diese Demonstrationen wurden durch militärische Kräfte unterdrückt, darunter auch Eliteeinheiten der Special Operations Command. Die meisten Berichterstatter stimmen darin überein, dass dieser Einsatz von großer Brutalität geprägt war, einschließlich mehrerer Vorfälle, wo Soldaten mit automatischen Waffen auf die unbewaffneten Demonstranten schossen. Offizielle Quellen gehen von 140 getöten Zivilisten aus, andere Quellen sprechen von 2000 Toten. Wegen diesem Vorfall, der heute Gwangju-Massaker genannt wird, wird Gwangju auch Schrein der koreanischen Demokratie genannt.
Die Choson Universität wurde im Jahr 1946 eröffnet. Einige alte Tempel sind in und um die Stadt zu finden. Die U-Bahn Gwangju wurde nach 8-jähriger Bauzeit 2004 eröffnet.
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet ist in fünf Stadtteile (Gu) aufgeteilt:
- Buk-gu (Hangeul 북구; Hanja 北區)
- Dong-gu (동구; 東區)
- Gwangsan-gu (광산구; 光山區)
- Nam-gu (남구; 南區)
- Seo-gu (서구; 西區)
Partnerstädte
- Sendai, Japan
- Medan, Indonesien
- Tainan, Taiwan seit dem 17. September 1968
- San Antonio, USA seit dem 4. Februar 1982
- Guangzhou, China seit dem 25. Oktober 1996
Weblinks
- http://eng.gjcity.net/ - Offizielle Website (Englisch)
- http://www.518.org/ - Website der May 18 Memorial Foundation (Koreanisch, Englisch auswählbar)
Kategorie:Ort in Südkorea
Gwangju
ja:光州広域市
ko:광주광역시
Jeollanam-do
Jeollanam-do ist eine Provinz im Südwesten von Südkorea. Im Norden grenzt sie an Jeollabuk-do, im Osten an Gyeongsangnam-do. Im Süden ist die Provinz begrenzt durch die Koreastraße, im Westen durch das Gelbe Meer. Jeollanam-do entstand 1896 durch die Teilung der früheren Provinz Jeolla-do. Der Verwaltungssitz wurde 2005 aus der von der Provinz unabhängigen Stadt Gwangju in den Landkreis Muan-gun verlegt.
Geographie
Muan-gun
Beinahe 2000 Inseln befinden sich zerstreut entlang der Südküste in Jeollanam-do, etwa drei Viertel davon sind unbewohnt. Die Länge der Küste beträgt etwa 6.400 Kilometer. Es herrscht ein mildes und feuchtes Klima mit einer jährlichen Niederschlagsmenge von etwa 1400 mm.
Jeollanam-do verfügt über drei Nationalparks sowie vier von der Provinz verwaltete Naturparks und zieht durch seine Küstenlage und das angenehme Klima viele Urlauber an.
Wirtschaft
Der Fang von Austern und die Produktion von Algen in Jeollanam-do sind führend in Südkorea. Die Provinz ist nur zum Teil gebirgig. Die Ebenen der Flüsse Somjin, Yongsan und Tamjin sind ideal für den Anbau von Getreide. Das feuchte Klima erlaubt den Anbau von Reis, Weizen, Gerste und Linsen, daneben sind Kartoffeln, Gemüse, Früchte und Baumwolle von Bedeutung.
Es wird etwas Gold und Kohle in Jeollanam-do abgebaut, die Industrie in der Provinz ist aber entwickelt. Bei Daebul an der Südwestspitze der Halbinsel entsteht ein neuer Industriekomplex, der von der Nähe zu China (Schanghai) und Taiwan profitieren soll.
Verwaltungsgliederung
Jeollanam-do ist in 5 Städte und 17 Landkreise gegliedert.
Städte
- Gwangyang-si (광양시, 光陽市)
- Mokpo-si (목포시, 木浦市)
- Naju-si (나주시, 羅州市)
- Suncheon-si (순천시, 順天市)
- Yeosu-si (여수시, 麗水市)
Landkreise
- Boseong-gun (보성군, 寶城郡)
- Damyang-gun (담양군, 潭陽郡)
- Gangjin-gun (강진군, 康津郡)
- Goheung-gun (고흥군, 高興郡)
- Gokseong-gun (곡성군, 谷城郡)
- Gurye-gun (구례군, 求禮郡)
- Haenam-gun (해남군, 海南郡)
- Hampyeong-gun (함평군, 咸平郡)
- Hwasun-gun (화순군, 和順郡)
- Jangheung-gun (장흥군, 長城郡)
- Jangseong-gun (장성군, 長興郡)
- Jindo-gun (진도군, 珍島郡)
- Muan-gun (무안군, 務安郡)
- Sinan-gun (신안군, 新安郡)
- Wando-gun (완도군, 莞島郡)
- Yeongam-gun (영암군, 靈巖郡)
- Yeonggwang-gun (영광군, 靈光郡)
Weblinks
- [http://english.jeonnam.go.kr/ Webseite der Provinz] (englisch, andere Sprachen wählbar)
Jeollanam-do
ja:全羅南道
ko:전라남도
Südkorea
Die in Ostasien gelegene Republik Korea, weitläufig Südkorea genannt, ist ein Staat auf der südlichen Hälfte der koreanischen Halbinsel. Im Norden grenzt es an Nordkorea, die sozialistische Hälfte Koreas. Die beiden koreanischen Staaten hatten sich 1948 im aufkommenden Kalten Krieg gegründet, und die Teilung wurde mit dem folgenden Koreakrieg zementiert. Im Osten grenzt es an das Ostmeer (Japanisches Meer), im Süden liegt die Koreastraße und im Westen liegt das Gelbe Meer. Die Hauptstadt ist Seoul.
Auf koreanisch heißt das Land Daehan Minguk (대한 민국; 大韓民國; dt.: Große Han-Republik). Allgemein wird es in Südkorea jedoch mit seiner Kurzform Hanguk (한국, 韓國, Han-Nation) oder Namhan (남한; 南韓, Süd-Han) genannt.
Geographie
Seoul
Seoul
Südkorea belegt den südlichen Teil der koreanischen Halbinsel. Die Landschaft besteht aus zum Teil bewaldeten Bergen im Osten und dichtbevölkerten Ebenen entlang der Küste im Süden und Westen. Südkorea verfügt mit dem Wattenmeer Saemangeum an der Westküste über das zweitgrößte Wattenmeer der Erde.
Das Klima ist relativ gemäßigt, mit ausgeprägten Regenfällen im Sommer. Die kurze Regenzeit wird Jangma genannt. Der Winter kann äußerst kalt sein. Temperaturen weit unter dem Nullpunkt sind die Regel. Winde bringen kalte Luft aus Sibirien.
Die größte Stadt ist Seoul im Nordwesten. Weitere Großstädte sind Incheon westlich von Seoul, Daejeon in Zentralsüdkorea, Gwangju im Südwesten, und Daegu und Busan im Südosten.
Siehe auch: Liste der Städte in Südkorea
Bevölkerung
Hauptartikel: Koreaner
Die Bevölkerung Koreas gilt als relativ homogen. Die einzige Minderheit ist eine kleine chinesische Gemeinschaft. Da Südkorea neben Japan die große Asienkrise (1997) am besten überstanden hat, ist eine große Zahl von Arbeitern aus anderen Teilen Asiens (Thailand, Philippinen und Indien) und auch aus Afrika nach Südkorea ausgewandert, um in den großen Fabriken eine Arbeit zu finden. Durch die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten findet man mittlerweile eine große US-amerikanische Einwohnerschaft, die einen ganzen Stadtteil von Seoul namens Itaewon-dong prägt. Hier findet man unter anderem auch das „UN-Dorf“ neben vielen Botschaften und ausländischen Unternehmen.
Auf der anderen Seite wohnen viele Koreaner im Ausland, namentlich in der Volksrepublik China und Zentralasien. Josef Stalin sandte tausende von Koreanern dorthin. Als Folge der japanischen Kolonialzeit wohnt auch eine ansehnliche Anzahl von Koreanern in Japan. Politische, soziale und wirtschaftliche Unruhen in Südkorea haben dazu geführt, dass viele Koreaner in die USA und Kanada ausgewandert sind. Seitdem sich allerdings die Lage in Korea wieder stabilisiert hat, sind viele Koreaner (jetzt mit doppelter Staatsbürgerschaft) wieder zurück nach Korea gekommen.
Religion
51 % der Bevölkerung bekennen sich zu einer Konfession. Davon sind 46 % Buddhisten, 52 % Christen (39 % Protestanten und 13 % Katholiken), 1 % sind Konfuzianer und 1 % Sonstige. Viele Menschen nehmen Religion nicht so streng und feiern Feste von verschiedenen Religionen. Eine derartige Religionsvermischung lehnen die ca. 90.000 Zeugen Jehovas im Land jedoch kategorisch ab. Viele Christen gehen in die ihnen persönlich liegende über(über)nächste Gemeinde. In Seoul sind auf den Häusern viele rot angestrahlte Kreuze. Schamanische Riten sind immer noch weitverbreitet. Konfuzianische Werte dominieren gegenwärtig noch immer die meisten Aspekte des koreanischen Alltags und auch Tanz-Zeremonien.
Sprache und Schrift
Hauptartikel: Koreanische Sprache, Hangeul, Hanja
In Südkorea ist die koreanische Sprache offizielle Amts- und Schriftsprache. Die koreanische Sprache wird von einigen Sprachwissenschaftlern zu den Altaisprachen gezählt, von anderen als isolierte Sprache angesehen. Englisch wird als zweite Sprache von der Primarschule an gelehrt. Später werden auch Chinesisch oder Japanisch gelehrt. Die europäischen Sprachen Französisch, Deutsch und Spanisch werden auch gelehrt, sind aber allgemein weniger beliebt.
In letzter Zeit steigt das Interesse an Angeboten des Goethe-Institutes. Außerdem ist es unter Schulabgängern verbreitet, vor dem Studienbeginn eine Europareise zu unternehmen, was viele dazu bewegt, sich für das Lernen einer europäischen Sprache zu entscheiden.
Die koreanische Schrift Hangeul ist im Gegensatz zu den in Ostasien sonst üblichen Logogramm-Schriften eine echte Alphabetschrift mit 51 Buchstaben, 24 einfachen und 27 zusammengesetzten. Diese Buchstaben werden aber silbenweise zu Blöcken zusammengefasst, wodurch für nicht Eingeweihte der Eindruck entstehen kann, sie wäre ähnlich komplex wie beispielsweise die chinesische Schrift. Tatsächlich lassen sich die Grundlagen aber innerhalb von vier bis fünf Stunden lernen, weshalb Hangeul teilweile auch als Atsim-Gul (Vormittagsschrift, innerhalb eines Vormittags erlernbar) genannt wird.
Von der Bedeutung etwa vergleichbar mit Latein in Europa sind die chinesischen Schriftzeichen, die in Korea Hanja genannt werden. Viele koreanische Wörter wurden aus dem Chinesischen übernommen, durch den Wegfall der Tonhöhen der chinesischen Sprache gibt es sehr viele Homonyme. Diese Wörter mit gleicher Aussprache, aber unterschiedlicher Bedeutung werden in Hangeul auch gleich geschrieben, die Bedeutung ergibt sich durch den Kontext. Zur Klarstellung wird deshalb in Fachtexten oft hinter wichtigen Wörtern die eindeutigen Hanja angegeben. Auch findet jeder koreanische Name seinen Ursprung im Hanja, daher werden auf Visitenkarten die drei koreanischen Silben meist auch durch die drei chinesischen Schriftzeichen erklärt.
Geschichte
Die Geschichte vor dem Zweiten Weltkrieg ist unter Korea zu finden.
Unabhängigkeit von Japan
Am 22. August 1910 wurde Korea von Japan annektiert. Diese schmerzhafte Phase, von Koreanern Ilje Sidae genannt, endete erst mit der Kapitulation Japans am 15. August 1945. Bereits 1943 hatten die USA, Großbritannien und die Volksrepublik China auf der Konverenz von Kairo verkündet, bewusst der Versklavung der koreanischen Bevölkerung, [sind wir] entschlossen, dass Korea zu gegebener Zeit frei und unabhängig werden soll. Russland stimmte dem 1945 zu. Auf der Konferenz von Jalta vom 4. bis 11. Februar 1945 wurde beschlossen, die koreanische Halbinsel bei der Kapitulation Japans entlang des 38. Breitengrads zu teilen, um die Kapitulation der japanischen Soldaten in Korea zu bewerkstelligen. Später sollte eine gemeinschaftliche Treuhandschaft der USA, Chinas, Großbritanniens und Russlands eingerichtet werden, um die Zeit bis zum Aufbau koreanischer Regierungs- und Verwaltungorganen zu überbrücken. Wie geplant wurde aber nur die Kapitulation der Japaner durchgeführt, zu der Treuhandschaft kam es nie.
Stattdessen wurden im Norden und Süden von den Russen respektive Amerikanern Militärregierungen errichtet, die die Verwaltung des Landes bis zu landesweiten Wahlen sicherstellen sollten. Eine russisch-amerikanische Kommission traff sich 1946 in Pjöngjang und 1947 in Seoul, um die Vereinigung Koreas voranzutreiben, doch im aufkommenden Kalten Krieg konnte man keine Einigung erreichen und die Gespräche wurden nicht fortgesetzt. 1947 beschloß die UN-Generalversammlung, in Korea Wahlen durchzuführen. Die Soviets jedoch lehnten Wahlen in ihrem Sektor ab, daher konnten die Wahlen im Mai 1948 nur im Süden abgehalten werden. Die aus dieser Wahl hervorgegangene erste Nationalversammlung beschloss im Juli die Verfassung, und drei Tage später wurde Syngman Rhee zum Präsidenten gewählt. Am 15. August 1948 kam es dann zur Staatsgründung der Republik Korea. Wie auch die einen Monat später in Pjöngjang gegründete Demokratische Volksrepublik Korea (Nordkorea) sah man sich als einzige rechtmäßige Regierung der gesamten koreanischen Halbinsel. Beide kündigten darüber hinaus an, dass man auch dafür kämpfen würde, um die Kontrolle über den jeweils anderen Sektor zu gewinnen.
Mitte 1949 waren die Russen und Amerikaner aus Korea abgezogen. Nordkorea konnte mit der Hilfe Russlands und Chinas seine Industrie schnell wieder aufbauen. Die Japaner hatten während der Besatzungszeit Industrie vor allem im rohstoffreicheren Norden angesiedelt und Landwirtschaft im Süden, was dazu führte, dass anfangs keine der beiden Zonen selbstversorgend war. Daher war Nordkorea auch besser in der Lage, eine schlagkräftige Armee aufzubauen. An der Grenze zwischen den beiden Staaten kam es immer öfter zu Gefechten.
Der Koreakrieg
Siehe Hauptartikel: Koreakrieg
Am 25. Juni 1950 überschritt die Nordkoreanische Volksarmee die Grenze am 38. Breitengrad und leitete damit den Koreakrieg ein. Der amerikanische Präsident Harry S. Truman hatte bereits wieder einige Truppen nach Südkorea geschickt, die jedoch keinesfalls ausreichten, um die materielle Überlegenheit der Nordkoreaner über die südkoreanische Armee auszugleichen. Die Hauptstadt Seoul fiel bereits nach drei Tagen und rund einen Monat später kontrollierten die Nordkoreaner bereits die gesamte koreanische Halbinsel bis auf einen schmalen Streifen im Süden um Busan. Erst hier gelang es den Südkoreanern, die Lage zu stabilisieren, die Situation blieb aber gefährlich.
Die UNO beschloss unter Abwesenheit der vetoberechtigten Sowjetunion, auf Seite Südkoreas einzugreifen. Mit der Landung bei Incheon Mitte September 1950 gelang es den UN-Truppen, die zu 90% aus US-amerikanischen Truppen bestanden, das Kriegsglück der Nordkoreaner zu beenden. Am 30. September überschritten die Truppen Südkoreas den 38. Breitengrad, um Korea unter eigener Flagge wiederzuvereinigen. Im November erreichte man erste Abschnitte des Grenzflusses Yalu zu China. Dieses befürchtete, dass die Truppen die Grenze überschreiten könnten, wie für die UN-Operation verantwortliche General Douglas MacArthur gefordert hatte und griff daraufhin mit einer „Freiwilligenarmee“ in den Koreakrieg ein. Die UN-Truppen wurden bis über den 38. Breitengrad zurückgedrängt, wo sich die Situation festigte.
Ab 1951 begann man unter der Vermittung der Sowjetunion mit Waffenstillstands-Verhandlungen. Der Waffenstillstand wurde am 27. Juli 1953 beschlossen, unterzeichnet wurde er von der UN, Nordkorea und China. Der Präsident Südkoreas Syngman Rhee weigerte sich, den Vertrag zu unterzeichnen. Vorgesehen wurde die Einrichtung einer vier Kilometer tiefen demilitarisierten Zone ungefähr am 38. Breitengrad sowie von Verhandlungsräumen in Panmunjeom. Die demilitarisierte Zone stellt auch heute noch die Grenze der beiden koreanischen Staaten dar. Ein Friedensvertrag wurde bis heute nicht unterzeichnet, obwohl mehrere Versuche dafür unternommen wurden.
Die Folgen des Koreakriegs waren dramatisch. Schätzungen über getötete Koreaner belaufen sich auf Zahlen zwischen einer und drei Millionen, weit mehr waren vertrieben worden. Die koreanische Infrastruktur lag in Schutt und Asche. Mindestens genauso schlimm waren die psychologischen Folgen. Die Angst vor einer erneuten Invasion beeinträchtigt bis heute die Politik in beiden Staaten, wenn auch zusehens weniger.
1950er Jahre nach dem Koreakrieg
Nach dem Koreakrieg ging es wirtschaftlich mit Südkorea kaum aufwärts. Als Land ohne größere Bodenschätze war Südkorea auf Importe angewiesen, auch waren die wenigen Industrieanlagen wie die gesamte Infrastruktur zerstört. Trotz Entwicklungshilfe ging es kaum aufwärts. Hierfür ist zu einem Großteil die Misswirtschaft des Präsidenten Syngman Rhee verantwortlich. Dieser war 1948 noch von der Nationalversammlung zum Präsidenten gewählt worden, aber um seine Chancen zu verbessern, liess er 1952 unter dem Kriegsrecht zahlreiche Oppositionspolitiker verhaften und eine Verfassungsänderung durchsetzen, durch die der Präsident direkt vom Volk gewählt wurde. Eine weitere Verfassungsänderung 1956 erlaubte ihm das Antreten zu beliebig vielen Amtszeiten. Bei den Präsidentschaftswahlen 1960 waren die Wahlfälschungen kaum noch zu übersehen. Die wirtschaftliche Entwicklung war enttäuschend, Korruption offen sichtbar und der Regierungsstil von Rhee immer autokratischer. Es kam zu monatelangen, landesweiten Studenten-Demonstrationen gegen ihn, die immer mehr Unterstützer der übrigen Bevölkerungsteile fand. Am 26. April 1960 trat Rhee schliesslich zurück und ging ins Exil nach Hawaii, wo er 9 Jahre später starb.
Wirtschaftlicher Aufschwung unter Militärregierungen
Die darauf folgende Chang-Myon Regierung wurde 1961 durch General Park Chung-hee mit einem Staatsstreich entmachtet. 1963 wurde Park zum Präsidenten gewählt. Im Oktober 1979 wurde Park ermordet, und es folgte ein Übergangsregierung unter Kriegsrecht.
1980 wurde Chun Doo-hwan von einem Wahlgremium zum Präsidenten gewählt. Erst 1987 kam es zu einer Verfassungsänderung, nach der der Präsident wieder vom Volk gewählt werden sollte. Danach wurde General Roh Tae-woo und 1992 Kim Young-sam zum Präsidenten gewählt. 1997 wurde der inzwischen für seine Friedensbemühungen mit Nordkorea mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Kim Dae-jung zum Präsidenten gewählt, ihm folgte sein politischer Zögling Roh Moo-hyun 2003 im Amt nach.
Nach dem Koreakrieg konnte Südkorea sich in rasantem Tempo wirtschaftlich entwickeln. Dies wurde erreicht durch ein Zusammenspiel von Wirtschaft und gezielten Förderprogrammen der Regierung. Die Regierung war autokratisch und zivile Unruhen dominierten. Diese wurden immer wieder blutig niedergeschlagen, wie zum Beispiel im Gwangju-Massaker 1980.
Die Wiedervereinigung (Tongil) mit dem Norden bleibt politisch ein aktuelles Thema, aber ein Friedensvertrag wurde noch immer nicht unterzeichnet. Die Politik und auch das Leben in Südkorea werden zudem in großem Maße von der Angst vor einer neuen Invasion Nordkoreas bestimmt. So ist es Südkoreanern gemäß dem Nationalen Sicherheitsgesetz nicht erlaubt, Kontakt nach Nordkorea aufzunehmen. Auch darf Nordkorea in der Öffentlichkeit nicht gelobt oder für Nordkorea geworben werden. Das aus deutscher Sicht prominenteste Opfer dieses Gesetzes wurde der deutsche Staatsbürger und Exilkoreaner Prof. Song Du-yul, der im November 2003 bei einer Vortragsreise verhaftet und im März 2004 zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Inzwischen wurde dieses Urteil zu drei Jahren Gefängnis auf Bewährung revidiert. Eine Abschaffung des Gesetzes ist von Präsident Roh Moo-hyun angedacht, aber noch nicht durchgeführt.
Im Juni 2000 trafen sich die Regierungen von Nord und Süd offiziell. Dieses Treffen wird als Erfolg der Sonnenscheinpolitik des Südens betrachtet.
Im März 2004 wurde Präsident Roh Moo-hyun vom Parlament des Amtes enthoben. Als Übergangspräsident amtierte der damalige Regierungschef Goh Kun. Dem Präsidenten wurde vorgeworfen, aus Wahlkampfgründen gegen das strenge Gebot der Neutralitätspflicht im Amt verstoßen zu haben. Am 14. Mai 2004 hob das südkoreanische Verfassungsgericht die Amtsenthebung von Präsident Roh Moo-hyun auf. In der Begründung des Urteils hieß es, dass die zwei Monate zuvor im Parlament vorgebrachten Gründe für eine Amtsenthebung nicht ausreichten.
Politik
Das Staatsoberhaupt der koreanischen Republik ist der Präsident, der vom Volk gewählt wird. Der Präsident wird jeweils für fünf Jahre gewählt und kann nicht wiedergewählt werden. Er ist der höchste Vertreter der Republik und der Befehlshaber über die Armee. Der Premierminister wird vom Präsidenten ausgewählt. Er leitet die Regierung. Das Kabinett besteht aus mindestens 15, aber maximal 30 Mitgliedern und wird vom Präsidenten ernannt. Sowohl Premierminister als auch Kabinettsmitglieder müssen vom Parlament bestätigt werden.
Das südkoreanische Parlament hat eine Kammer und wird Gukhoe (Nationalversammlung) genannt. Die Parlamentarier werden für vier Jahre gewählt. Das Parlament besteht aus 299 Abgeordneten. Das System wurde im Jahr 2004 überholt.
Das dritte wichtige Organ im System Südkoreas ist das Verfassungsgericht. Es überwacht die Arbeit der Regierung und entscheidet im Falle von Misstrauensanträgen etc. Das Gericht besteht aus 9 obersten Richtern.
Der Präsident ernennt 3 Richter für den höchsten Gerichtshof direkt, das Parlament bestimmt ebenfalls 3, muss diese aber vom Präsidenten bestätigen lassen. Der Vorsitzende des obersten Gerichtshofs ernennt die letzten 3 Richter.
Verwaltungsgliederung
2004
Südkorea gliedert sich in eine besondere Stadt, sechs selbstständige Großstädte und neun Provinzen.
Besondere Stadt
- Seoul (Auf der Karte: 1, Seoul Teukbyeolsi; 서울 특별시; 漢城特別市)
Großstädte
- Busan (Auf der Karte: 2, Busan Gwangyeoksi; 부산 광역시; 釜山廣域市)
- Daegu (3, Daegu Gwangyeoksi; 대구 광역시; 大邱廣域市)
- Daejeon (6, Daejeon Gwangjeoksi; 대전 광역시; 大田廣域市)
- Gwangju (5, Gwangju Gwangjeoksi; 광주 광역시; 光州廣域市)
- Incheon (4, Incheon Gwangjeoksi; 인천 광역시; 仁川廣域市)
- Ulsan (7, Ulsan Gwangjeoksi; 울산 광역시; 蔚山廣域市)
Provinzen
- Chungcheongbuk-do (Auf der Karte: 10, 충청 북도; 忠清北道)
- Chungcheongnam-do (11, 충청 남도; 忠清南道)
- Gangwon-do (9, 강원도; 江原道)
- Gyeonggi-do (8, 경기도; 京畿道)
- Gyeongsangbuk-do (14, 경상 북도; 慶尚北道)
- Gyeongsangnam-do (15, 경상 남도; 慶尚南道)
- Jeju-do (16, 제주도; 濟州道)
- Jeollabuk-do (12, 전라 북도; 全羅北道)
- Jeollanam-do (13, 전라 남도; 全羅南道)
Wirtschaft
Südkorea ist eine gelenkte Volkswirtschaft, die in den letzten Jahren zunehmend dereguliert und privatisiert wurde.
Südkorea gilt als einer der vier ostasiatischen Tigerstaaten. Noch vor etwa dreißig Jahren war das Bruttoinlandsprodukt des Agrarlands auf dem Niveau von armen Staaten in Afrika und Asien. Im Jahr 2003 war das Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt Südkoreas mit 14.830 Euro etwa so groß wie das von Portugal. Im III. Quartal 2004 stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorjahr um 4,6 Prozent, nachdem im II. Quartal 2004 ein BIP-Wachstum von 5,5 Prozent verzeichnet worden war. Nordkorea ist um ein Vielfaches weitaus schwächer, als es die DDR im Vergleich zur Bundesrepublik gewesen war: ein oft genanntes der Hindernisse einer Vereinigung der so viel krasser kommunistisch bzw. am Markt orientierten Wirtschaften.
2005 (geschätzt) lag das BIP total (PPP) bei 916 Milliarden Euro und liegt damit weltweit auf dem 12. Platz. (Nominal bei 600 Milliarden Euro auf Platz 13.) Das entspricht einem BIP pro Einwohner (PPP) von 18.785 Euro (33. Platz). (12.320 Euro BIP / Einwohner nominal: Platz 36.)
Dieses wirtschaftliche Wachstum wurde mit einem Bündnis von Wirtschaft und Regierung erreicht. Maßnahmen beinhalteten gerichtete Kredite, Importrestriktionen, Sponsoring von bestimmten Wirtschaftssektoren und Industrien, und einen enormen Aufwand von Seiten der Arbeiter. Der Import von Rohmaterialien wurde forciert, Investment wurde der Konsumation vorgezogen.
Die Asienkrise im Jahr 1997 hat die Schwachstellen des Wundermodells offenbart, unter anderem hohe Schulden/Eigenkapital-Verhältnisse, massive Überschuldung und Vernachlässigungen im Finanzsektor. Nach der Asienkrise fielen die Wachstumsraten der koreanischen Wirtschaft, aber sind noch immer wesentlich höher als in Europa oder den USA.
Seit dem in den 1970er Jahren eintretenden Aufschwung konnten sich mehrere südkoreanische Firmen erfolgreich am Weltmarkt etablieren. Darunter fallen beispielsweise Samsung, Hyundai oder Daewoo. Von diesen sogenannten Jaebeols sind aber nur kleine Teile in Europa bekannt, Samsung beispielsweise ist in Korea auch im Versicherung-, Maschinen-, Großhandels- und Immobiliensektor aktiv. Während der Asienkrise mussten die Unternehmen aber viele Geschäftsbereiche veräußern, Daewoo verkaufte beispielsweise seine Automobilsparte an General Motors.
Kultur
Hauptartikel: Koreanische Kultur, Südkoreanische Kultur, Traditionelle koreanische Denkweisen, Koreanische Literatur
Südkorea teilt die traditionelle Kultur (Koreanische Kultur, Traditionelle koreanische Denkweisen) mit der von Nordkorea. Die gegenwärtige Kultur ist aber sehr verschieden.
In Korea füllen sich bei Literaturlesungen teilweise Stadien. Manche empfinden die koreanische Literatur als wehleidig. Koreanische Comics werden Manhwa genannt und finden zunehmen Fans auch in Deutschland. Auf der Frankfurter Buchmesse 2005 war Korea Gastland.
Gesetzliche Feiertage
Weitere Themen
- Südkoreanische Kultur
- Traditionelle koreanische Denkweisen
- Portal:Korea
Weblinks
- [http://www.koreaemb.de/ Botschaft der Republik Korea in Deutschland]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=87 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.koreaheute.de/ Korea Heute] - Umfangreiche Informationen zu Korea, betrieben von der südkoreanischen Botschaft
- [http://german.tour2korea.com/ Tour2Korea] - Deutsche Webseite der Korea National Tourism Organization
- [http://www.koreaverband.de/ Koreaverband e.V.] Informiert über Verhältnisse und Entwicklungen auf der koreanischen Halbinsel
- [http://www.duei.de/ifa/de/content/aktuelles/pdf/Auer.pdf Die zwei Gesichter der koreanischen Wirtschaft] (PDF-Datei)
- [http://www.willi-stengel.de/sitemap.htm#Infos%20zu%20Korea Ausführliche Homepage über Korea] - Kultur, Geschichte, Wirtschaft, Statistiken und vieles mehr
- [http://www.explorekorea.de/willkommen/willkommen.htm Explorekorea.de]Informationen zu Land, Leute, Kultur u.v.m.
- [http://www.korea-wiki.de/index.php/Hauptseite Korea-Wiki] Wiki-Projekt für Touristen und Auswanderer nach Südkorea
- [http://www.Suedkorea.at Suedkorea.at] Infoportal über das Land und die Kultur
- Statistisches [http://www.destatis.de/download/d/veroe/laenderprofile/lp_korea.pdf Länderprofil der Republik Korea] vom Statistischen Bundesamt (PDF-Datei)
Sudkorea
Sudkorea
ja:大韓民国
ko:대한민국
ms:Korea Selatan
simple:South Korea
th:ประเทศเกาหลีใต้
zh-min-nan:Hân-kok
Seoul
Seoul (서울, ) ist die Hauptstadt Südkoreas. Vom 26. November 1394 bis zur Teilung des Landes 1948 war sie die Hauptstadt ganz Koreas. Auch die Verfassung Nordkoreas sah Seoul als Hauptstadt vor, eine Verfassungsänderung erhob jedoch im Dezember 1972 Pjöngjang zur Hauptstadt der KDVR, deren Führung dort nach dem zweiten Weltkrieg einen provisorischen Regierungssitz eingerichtet hatte.
Die eigentliche Stadt Seoul hat 10.349.312 Einwohner; in der Metropolregion Seoul, zu der auch die Millionenstädte Incheon, Suwon, Goyang und Seongnam zählen, leben 21.738.345 Menschen (Stand jeweils 1. Januar 2005). Damit konzentrieren sich rund 43 Prozent aller Südkoreaner in Seoul oder dessen Satellitenstädten.
[http://www.citypopulation.de/World_d.html Citypopulation.de] führt (1. Oktober 2005) die Seouler Agglomeration mit 22.250.000 Einwohnern als nach Tokio und Mexiko-Stadt weltweit drittgrößte mit nur etwas weniger Einwohnern als die Mexiko-Stadts und nur wenig mehr als die New Yorks, São Paulos, Bombays und Delhis, wobei auf Probleme wie die mangelnde Vergleichbarkeit bei der Abgrenzung der Agglomerationen hingewiesen wird.
Seoul ist nicht nur größte Stadt, sondern auch Handels-, Industrie- und Kulturzentrum Koreas. Die Stadt war 1988 Gastgeber der Olympischen Sommerspiele und 2002 eine der Austragungsstätten der Fußballweltmeisterschaft.
Seoul, Incheon und Gyeonggi-do werden manchmal zum Großraum Sudogwon (수도권) zusammengefasst.
Der Name der Stadt
Koreanischer Name
Aussprache
Gyeonggi-do
Der Name "Seoul" besteht aus den Silben seo und ul, wird also nicht "se-oul" ausgesprochen. Das s wird stimmlos gesprochen (wie in "Mars"). Das e und o werden nicht einzeln ausgesprochen, sondern zusammen wie das "o" in "offen". Das u und l werden wie im Deutschen ausgesprochen, etwa in "Multi". Wie bei fast allen koreanischen Wörtern wird die erste Silbe (Seo-) betont. Das englische Wort soul (Seele) wird fast genauso ausgesprochen.
Besonderheit
Während die meisten koreanischen Ortsnamen mit Hanja geschrieben und irgendwann auch nur noch sinokoreanisch ausgesprochen wurden (z. B. kor. Hanbat [한밭; "großes Feld"] → sinokor. Daejeon [大田; 대전; "großes Feld"]), sind im Falle Seouls die letzten sinokoreanischen Namen der Stadt, Hanseong und Gyeongseong, in der koreanischen Sprache außer Gebrauch geraten; daher gibt es auch keine Hanja für "Seoul" (Wohl aber für den Zusatz "Besondere Stadt": 特別市). Seoul bedeutete einfach "Hauptstadt", wird aber seit einigen Jahrzehnten nicht mehr in dieser Bedeutung verwendet, sondern nur noch auf das heutige Seoul bezogen, das seit Jahrhunderten Hauptstadt Koreas ist. Vermutlich ist seoul mit dem Wort seobeol oder seorabeo der Silla-Dynastie verwandt. Selten wird das sinokoreanische gyeong (경, 京, "Hauptstadt") benutzt.
Frühere Namen
Der Name Wirye wird mit im Olympiapark entdeckten Siedlungsresten in Verbindung gebracht; es ist indes nicht geklärt, inwieweit und wo es Wirye tatsächlich gegeben hat und ob der Name eine Befestigung (Wiryeseong; 위례성; 慰禮城) bezeichnet hat.
In der Silla-Zeit wurde es Hanyang (한양; 漢陽) genannt; in der Goryeo-Zeit hieß es Namgyeong (남경; 南京; "südliche Hauptstadt"). Der Regierungssitz wurde mehrmals für kurze Zeit vom nordwestlich Seouls im heutigen Nordkorea gelegenen Kaesŏng nach Seoul verlegt. In der Joseon-Zeit wurde Seoul endgültig Hauptstadt und erhielt den Namen Hanseong (한성; 漢城).
Joseon
Während der japanischen Besatzungszeit war der amtliche Name der Stadt 京城, was auf japanisch Keijō, auf koreanisch Gyeongseong (경성) ausgesprochen wird. Bereits 1900 wurde der Seouler Bahnhof unter diesem Namen eröffnet, und in der Goryeo-Zeit bezeichnete Gyeongseong das heutige Kaesŏng.
Nach dem 2. Weltkrieg wurden wieder die Bezeichnungen Seoul und Hanseong üblich. Am 15. August 1946, dem ersten Jahrestag des Endes der japanischen Herrschaft, wurde der Name offiziell von Gyeongseong nach Seoul geändert.
Viele koreanische Städte haben eine ähnlich wechselvolle Namensgeschichte; oft bezeichnet derselbe Name je nach Zeit unterschiedliche Städte.
Chinesischer Name
Am 18. Januar 2005 gab der Bürgermeister von Seoul, Lee Myung-bak, bekannt, dass die Stadt nach einem Beschluss der Stadtregierung auf Chinesisch Shou'er (首爾, in Kurzzeichen 首尔) heißen solle, da die bisherige Bezeichnung Hancheng (= das sinokoreanische Hanseong; 漢城/汉城) als „chinesische Stadt“ interpretiert werden könne und Shou'er phonetisch dem koreanischen Namen Seoul ähnlicher sei. Die Stadt Seoul benutzt in den von ihr herausgegebenen chinesischsprachigen Publikationen diese Schreibung und bat die VR China, es ihr gleichzutun. Die VR übernahm die Schreibung jedoch anders als die Regierung Taiwans nicht. Viele Chinesen verwenden weiterhin die alte Schreibweise.
Geografie
Geografische Lage
Die Stadt liegt im nordwestlichen Teil des Landes in Grenznähe zu Nordkorea durchschnittlich 87 Meter über dem Meeresspiegel am Unterlauf des Flusses Hangang (한강; 漢江; "Han-Fluss"), dessen Oberläufe Bukhangang ("Nord-Han-Fluss") und Namhangang ("Süd-Han-Fluss") östlich der Stadt bei Yangsuri zusammenfließen. Die Stadtmitte wird von zahlreichen Bergen umgeben. Auch aus der Stadtmitte selbst erhebt sich der Namsan (남산; "Südberg") mit Fernsehturm und Seilbahn. Der Berg Bukhansan ("Berg nördlich des Han[gang]") befindet sich im Norden der Stadt, die Bergfestung Namhansanseong im Südosten. In den umliegenden Tälern liegen viele kleine Dörfer und alte buddhistische Klöster. Südlich Seouls befindet sich der Berg Gwanaksan als wichtiges Naherholungsgebiet.
Gwanaksan
56 Kilometer nördlich von Seoul liegt auf dem 38. Breitengrad, der bis zum Koreakrieg die innerkoreanische Grenze bildete, der Ort Panmunjeom. Dort wurde am 27. Juli 1953 das Waffenstillstandsabkommen zwischen Nord- und Südkorea unterzeichnet.
Im Stadtgebiet Seouls umfließt der Hangang ein paar Inseln, deren wichtigste Yeouido ist. Ein Arm des Flusses wurde zur Landgewinnung trockengelegt. Der historische Kern Seouls liegt in geomantisch günstiger Lage etwas nördlich des Flusses, der hier leicht w-förmig und nach seinem Austritt aus dem Stadtgebiet in nordwestlicher Richtung nach der Insel Ganghwa und dem Gelben Meer weiterfließt, während nach Südwesten Seoul nahtlos in seine Hafenstadt Incheon übergeht.
Die geografischen Koordinaten Seouls sind .
Stadtgliederung
Seoul gliedert sich in 25 Stadtbezirke (구; 區; gu), deren erste sieben 1943 eingerichtet wurden. Die Bezirke sind in 522 dong unterteilt, diese wiederum in 13.787 tong und diese schließlich in 102.796 ban. Die Stadtbezirke Seouls sind:
Klima
Bezirk
Seoul befindet sich in der gemäßigten Zone, die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 12,2°C. Das Klima ist von starken Gegensätzen geprägt, so beträgt die Jahreshöchsttemperatur im Durchschnitt 38,4°C im Sommer, die niedrigste Temperatur im Winter ist -19,2°C.
Die Sommer sind während der Monsun-Zeit (in Korea 장마, Jangma genannt) von Juni bis September, sehr warm und feucht, insbesondere im Juli. Die Tageshöchsttemperaturen liegen oft jenseits von 30°C, im heißesten Monat August beträgt die Temperatur im Durchschnitt 25,4°C. 70 % des jährlichen Niederschlags, der durchschnittlich 1.344,2 Millimeter beträgt, fallen während der Monsun-Zeit, 369 Millimeter davon allein im regenreichsten Monat Juli.
Die Winter sind stark von kalten Winden aus Sibirien beeinflusst und daher sehr kalt, aber trocken. Üblicherweise wechseln sich durch eine bestimmte Hochdruckkonstellation drei sehr kalte Tage und vier wärmere Tage ab. Der kälteste Monat ist der Januar mit einer Durchschnittstemperatur von -3,4°C, in dem mit durchschnittlich 23 Millimetern auch am wenigsten Regen fällt.
Die besten Reisezeiten sind der Frühling von Ende März bis Mai, wenn Seoul mit einer wunderbaren Kirschblüte lockt, und der Herbst im September und Oktober.
Geschichte
Ursprung
Sibirien
Tonwaren aus der Jungsteinzeit zeigen, dass das Gebiet um Seoul seit mindestens 3.000 Jahren bewohnt ist. Die Geschichte von Seoul als Hauptstadt kann bis 18 v. Chr. zurückverfolgt werden. In diesem Jahr baute das neugegründete Königreich Baekje in diesem Gebiet seine Hauptstadt Hanyang (한양; 漢陽), gelegen direkt am Han-gang. Aus dieser Zeit gibt es noch immer Überreste der Stadtmauer. 475 wurde die Hauptstadt nach Gongju verlegt und das Königreich Goguryeo übernahm die Kontrolle über das Gebiet. Weniger als hundert Jahre später erkämpfte sich das Silla-Reich die Kontrolle über das Gebiet. Während der Sillazeit war Seoul vermutlich nur ein kleines Dorf namens Hansanju.
Man glaubte damals, dass das Reich, welches den Han-gang kontrollierte, die Vorherrschaft über die ganze koreanische Halbinsel gewinnen könnte, da der Fluss schon damals eine zentrale Verkehrsader war. Aus diesem Grunde baute das Goryeo-Reich hier einen Palast, den heute noch erhaltenen Changgyeonggung. Es war zu dieser Zeit aber nur die „südliche Hauptstadt“ (Namgyeong), der zentrale Sitz der Regierung befand sich in Kaesŏng.
Herrschaft der Joseon-Dynastie
Yi Song-gye beendete 1392 die Herrschaft Goryeos, gründete die Joseon-Dynastie und beschloss, die Hauptstadt umzuverlegen. Einer Gründungsgeschichte nach begann er mit dem Bau am Fusse des Gyeryong-san, doch Geomanten fanden heraus, dass dieser Ort für die Hauptstadt einer zukünftigen Dynastie bestimmt sei. Daher wurde am 28. Oktober 1394 Hanyang zur Hauptstadt Koreas ernannt und mit dem Bau eines neuen Palastes, des Gyeongbok-gung und Stadtmauern begonnen. Die Mauer steht heute nur noch teilweise auf Hügeln im Norden und im Süden der Stadt. Die Stadttore sind hingegen erhalten. Zwei der Tore, Sungnyemun (häufig Namdaemun genannt) und Dongdaemun, sind weitläufig bekannt. Die Tore wurden täglich geöffnet und geschlossen. Eine laute Glocke wurde geläutet um dies zu signalisieren. Der Name der Stadt wurde später in Hanseong (한성; 漢城) geändert.
Obwohl die Stadt durch ihre Lage gut zu verteidigen war und durch starke Mauern geschützt war, wurde sie im Imjin-Krieg 1592 von den Japanern erobert, 1635 wurde sie von den Mandschuren eingenommen.
Japanische Kolonialzeit
Mandschuren
1910 wurde Korea von Japan annektiert (siehe Ilje Sidae) und Hanseong wurde zur Kolonialhauptstadt. Der Name der Stadt lautete während dieser Periode Gyeongseong (경성; 京城), Kējō auf Japanisch. Während dieser Zeit wuchs Seoul beachtlich. Die Stadtmauern wurden weitgehend abgerissen, und der Baustil der Gebäude veränderte sich zum modernen.
Durch die von den Japanern erzwungene Öffnung des Landes sowie großangelegten Strukturmaßnahmen der Besatzer blühten Komerz und Industrie insbesondere in Seoul rasch auf, auch wenn gegenüber der Bevölkerung insbesondere während des Zweiten Weltkriegs eine repressive Kolonialpolitik gefahren wurde. Die koreanische Kultur wurde unterdrückt, Männer wurden in die japanische Armee zwangsrekrutiert und Frauen als sogenannte Trostfrauen in Kriegsbordellen zur Prostitution gezwungen.
Koreakrieg
Mit der Kapitulation Japans am 15. August 1945 endete die Besatzungszeit. Seoul wurde Sitz der U.S.-Militärregierung, und zum ersten mal wurde sie auch offiziell Seoul genannt. Mit der Gründung der Republik Korea (Südkorea) am 15. August 1948 wurde Seoul zu deren Hauptstadt. Bereits drei Tage nach Ausbruch des Koreakriegs am 25. Juni 1950 wurde Seoul von den Nordkoreanern erobert. Durch die Landung im 28 Kilometer entfernten Incheon durch die USA wurden die Nordkoreaner empfindlich getroffen. Diese verschanzten sich in Seoul und mussten im Häuserkampf verlustreich aus der Stadt vertrieben werden. Nach dreitägigem Kampf erklärte der Befehlshaber der US-Truppen Seoul am 25. September als befreit, auch wenn in den nördlichen Vororten noch Schüsse und Artillerie zu hören waren.
Am 3. Januar 1951 mussten die Südkoreaner und Amerikaner die Stadt erneut räumen, da sie der Übermacht der mit einer chinesischen „Freiwilligen-Armee“ verbündeten Nordkoreaner nicht standhalten konnten. Am folgenden Tag wurde die Stadt von Nordkoreanern besetzt. Als Seoul am 14. März zurückerobert werden konnte, hatten die Nordkoreaner einen großen Teil der Bevölkerung entführt. Zudem war die Stadt fast vollständig zerstört, Augenzeugen berichten von einer schlimmeren Zerstörung als die von Berlin während des Zweiten Weltkrieges.
Neuere Entwicklung
Berlin
Nach dem Ende des Koreakriegs wuchs Seoul sehr rasch, sie wurde zum politischen, kulturellen und ökonomischen Zentrum Südkoreas. 1963 wurde sie zur besonderen Stadt ernannt, was dem Status einer Provinz entspricht. Bis 1991 wurde der Bürgermeister vom Präsidenten ernannt, seither wird er und der Stadtrat von der Bevölkerung direkt gewählt.
1994 feierte die Stadt ihren 600. Geburtstag, dabei wurde eine Kapsel mit 600 Gegenständen, die das moderne Leben der Stadt repräsentieren, am Nordhang des Namsans vergraben. 1988 war die Stadt Gastgeber der Olympischen Sommerspiele, während der gemeinsam in Korea und Japan ausgetragenen Fußballweltmeisterschaft 2002 fanden hier das Eröffnungsspiel, ein Gastspiel sowie ein Halbfinalspiel statt.
Bevölkerung
Seoul hat eine sehr hohe Bevölkerungsdichte, sie beträgt durchschnittlich 17.092 Einwohner pro Quadratkilometer. Dies ist fast 40 mal so hoch wie der Durchschnitt in Südkorea. Am dichtesten besiedelt ist der Bezirk Yangcheon-gu mit rund 26.400 Einwohnern pro Quadratkilometer. Der bevölkerungsreichste Bezirk ist mit 633.934 Einwohnern Nowon-gu im Norden der Stadt, der bevölkerungsärmste Bezirk ist Jung-gu im Zentrum. Es leben nur unwesendlich mehr Frauen als Männer in der Stadt (Der Unterschied beträgt circa 9500 Personen). Ende 2003 lebten 102.882 ausländische Einwohner aus mehr als 90 Staaten in Seoul, dies entspricht einem Prozent der Gesamtbevölkerung. Seoul hat damit den höchsten Ausländeranteil aller südkoreanischen Städte, im internationalen Vergleich ist dies aber sehr wenig. Hamburgs Bürger sind zu 14,9 % Ausländer, in Frankfurt am Main sind es gar 25,5 %. Die größte Gruppe ausländischer Bürger sind die 52.572 Chinesen, gefolgt von den 11.484 US-Amerikanern und den 6.139 Japanern.
Einwohnerentwicklung
Japaner
Durch seine politische, ökonomische und kulturelle Vorrangstellung erlebte Seoul nach dem 2. Weltkrieg und dem Abzug der japanischen Kolonialmacht ein unkontrolliertes Bevölkerungswachstum. Der starke Zustrom vor allem ländlicher Bevölkerung, die großflächige Zerstörung im Koreakrieg (1950-1953) und chaotische politische und wirtschaftliche Verhältnisse führten zu einem Auseinanderklaffen zwischen Einwohnerzahl und städtischer Infrastruktur. Nachdem die Bevölkerungszahl während des Koreakrieges von 1,4 Millionen auf 650.000 zurückgegangen war, stieg sie 1953 wieder auf eine Million und verzehnfachte sich bis Ende der 1980er Jahre auf zehn Millionen.
Seit Anfang der 1970er Jahre wird versucht die Bevölkerung südlich des Han-gangs anzusiedeln. Lebten 1975 nur 30 Prozent der Einwohner dort, sind es heute 60 Prozent. Auch die Anstrengungen, die Bevölkerung vermehrt in den Satellitenstädten anzusiedeln, waren erfolgreich. Seit den 1980ern stagniert das Bevölkerungswachstum im eigentlichen Stadtgebiet. Diese Städte sind mit Seoul durch ein dichtes Netz von Autobahnen, Buslinien und U-Bahnen verbunden. Die Agglomeration mit rund 20 Großstädten einschließlich Seoul beherbergt eine Bevölkerung von 21,7 Millionen (Stand 1. Januar 2005) und gehört damit zu den größten Metropolregionen der Erde.
Die Bevölkerungsdichte in Seoul ist mit 17.091 Einwohnern pro Quadratkilometer sehr hoch. Im Bezirk Yangcheon-gu sind es sogar 26.400 Einwohner pro Quadratkilometer. Zum Vergleich, in München, der Stadt mit der höchsten Bevölkerungsdichte in Deutschland, liegt dieser Wert bei 4.137 Einwohnern pro Quadratkilometer.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen des eigentlichen Stadtgebiets nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1952 handelt es sich meist um Schätzungen, von 1955 bis 2000 um Volkszählungsergebnisse und 2005 um eine Berechnung.
München
Entwicklung der Wohnsituation
München
Im Gegensatz zu Städten in Europa und Nordamerika fand die Verstädterung Seouls nicht in der Form großflächiger Siedlungen von Einfamilienhäusern auf großzügig angelegten Gartengrundstücken statt, sondern durch Übertragung städtischer Wohnformen, also überwiegend Mehrfamilienhäuser, in die Vorstädte mit entsprechend hoher Bevölkerungsdichte. Die Bebauung grenzt oft dicht an das landwirtschaftlich geprägte beziehungsweise bewaldete Umland.
In den 1960er und 1970er Jahren kamen zahlreiche Bauern vom Land nach Seoul um in den Industriebetrieben der Hauptstadt nach besser bezahlten Arbeitsplätzen zu suchen. Die dichten, meistens ohne Genehmigung auf staatlichem Land errichteten Siedlungen der Landflüchtlinge wuchsen überwiegend in bereits existierenden Vierteln. Die dortigen Behausungen wurden teilweise in massiver Bauweise mit Ziegeldächern errichtet und unterschieden sich kaum von den mit offizieller Genehmigung errichteten Gebäuden in den regulären Bebauungsgebieten.
Dennoch wurden die Bewohner der inoffiziellen Siedlungen von der Stadtverwaltung ab Ende der 1970er Jahre in Gebiete umgesiedelt, die weiter vom Stadtzentrums entfernt lagen. Diese Gebiete waren nur ungenügend an das städtische Wasser-, Abwasser und Verkehrsnetz angeschlossen, was zu einer Verschlechterung des Lebensstandards der Umsiedler führte. Im Zentrum Seouls entstanden zahlreiche fünf bis fünfzehnstöckige Apartmenthochhäuser für Familien mit mittlerem bis hohem Einkommem, deren Mieten für die früheren Bewohner mit niedrigem Einkommen nicht bezahlbar waren.
Seit den 1980er Jahren fanden in Seoul umfassende Umbaumaßnahmen statt und die existierende öffentliche Infrastruktur wurde erheblich erweitert. In diesem Zusammenhang kam es beispielsweise zum Bau neuer U-Bahnlinien und Autobahnen. In der weiteren Umgebung der Hauptstadt, in landschaftlich schöner Lage, wurden die Landhäuser der in Seoul arbeitenden Oberschicht, also überwiegend Künstler, Geschäftsleute in gehobenen Positionen, Hochschullehrer und hoher Militärs errichtet. Dort besteht ein Bauverbot für Industriebetriebe und Siedlungen mit Mehrfamilienhäusern.
Politik
Seoul wird durch einen Stadtrat und das Seoul Metropolitan Government verwaltet. Der Stadtrat besteht aus 104 Mitgliedern, die für eine Amtszeit von vier Jahren gewählt werden. Ebenfalls direkt und für vier Jahre wird der Bürgermeister gewählt, der dem Seoul Metropolitan Goverment vorsteht. Zuvor wurde er vom Präsidenten Südkoreas eingesetzt. Ihm stehen drei Vizebürgermeister zur Seite, zwei für Verwaltungsaufgaben und einer für politische Angelegenheiten. Die 25 Bezirke sind weitgehend autonom, ihre Bürgermeister werden seit 1995 ebenfalls direkt von der Bevölkerung gewählt.
Präsidenten Südkoreas
Der 32. Bürgermeister von Seoul ist Lee Myung-bak von der Grand National Party (GNP). Er übernahm das Amt am 1. Juli 2002 von seinem Vorgänger Goh Kun, der die Stadt seit 1. Juli 1998 regierte. Lee besitzt einen Universitätsabschluss und war seit 1965 für den Weltkonzern Hyundai tätig, seit 1977 als dessen Geschäftsführer. Im Jahre 1992 wechselte er in die Politik.
Während seiner Amtszeit wurden zahlreiche Verbesserungen der Lebensqualität der Bewohner Seouls vorgenommen. Dazu gehören der Ausbau der Fahrradwege, der Bau von Parks (Ecological Park, Yongsan Family Park), die Einrichtung von Busspuren sowie die Renovierung unter anderem des Rathausvorplatzes und des Namdaemuntores. Seine Maßnahmen sind bei der Bevölkerung sehr populär und so gilt Lee als aussichtsreicher Kandidat bei den Präsidentschaftswahlen im Jahre 2007.
Probleme bereiten aber weiter die Luftverschmutzung und der Verkehrslärm. Seoul besitzt die schlechteste Luftqualität aller Hauptstädte in der OECD. So gehörte auch der Abriss einer Schnellstraße über den Cheonggyecheon (Klarwasserstrom), einem Seitenarm des Han, und die Renaturierung des Flusses zu den größten Projekten der Stadtverwaltung. Der 3670 Meter lange Cheonggyecheon wurde 1961 zubetoniert und 1971 mit einer Hochstraße überdeckt. Verantwortlich für das Bauwerk war Lees damalige Firma, der Hyundai-Konzern. Am 1. Oktober 2005 wurde der wiederhergestellte Fluss und die dazu gehörigen Grünanlagen im Zentrum Seouls offiziell der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Auch der Kampf gegen die Korruption, der schon vom früheren Bürgermeister Goh Kun 1998 begonnen wurde, wird von Lee Myung-bak fortgesetzt. Dazu gehören unter anderem die Deregulierung und die Reorganisation von Verwaltungsprozessen sowie die Ausweitung des E-Governments.
Städtepartnerschaften
E-Governments
Seoul unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften:
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Theater und Musik
In Seoul findet man viele Arten kultureller Aufführungen. Traditionelle Musik, Tanz- und Theateraufführungen, gleiche in modernisierter oder moderner Form, klassische Musik und mehr werden geboten. Seoul verfügt über eine Vielzahl kleiner Bühnen über die ganze Stadt verstreut, diese sind oft experimentell. Aber auch große Bühnen sind in der Stadt angesiedelt.
National Theater of Korea
Das Nationaltheather (국립극장) wurde 1973 gegründet und hat seinen Sitz am Namsan. Es ist Heimat des Staatsorchesters, der National Dance Company und der National Drama Company. Der größere der beiden Säale verfügt über 1.500 Sitze; hier finden viele der wichtigen kulturellen Veranstaltungen des Landes statt. Im kleinen Saal findet man unter anderem jeden Mittwoch um 19:00 Uhr Vorführungen traditioneller Tänze und Musik. Weiterhin verfügt das Theater über eine Bühne für experimentelle Theateraufführungen sowie ein Amphitheater für weniger formelle Aufführungen.
Sejong Cultural Center
Das nach König Sejong benannte Sejong Cultural Center (세종문화회관) verfügt über die größte Bühne der Stadt mit 4.000 Plätzen. Hier findet man Konzerte, Opern und große Produktionen auch ausländischer Herkunft. Im kleineren Saal treten meist Chöre auf oder werden Vorträge gehalten, teilweise findet man auch kostenlose Aufführungen im Innenhof. Darüber hinaus gibt es häufig wechselnde Ausstellungen mit Kalligraphie, Malerei und ähnlicher Kunst.
Museen
Kalligraphie
Als kulturelles Zentrum des Landes beheimatet Seoul zahlreiche Museen, darunter das Nationalmuseum. Die umfangreiche Sammlung mit über 100.000 Exponaten zieht aktuell in ein neues Gebäude im Yongsan-Familien-Park, welches am 28. Oktober 2005 eröffnet wird. Die Bestände an Baekje-Fliesen, Silla-Tonwaren, goldenen Buddhas, Goryeo-Blaßgrün und Yi-Kalligraphien sowie Malereien bieten ein Panorama der koreanischen Kultur.
Im Nationalmuseum wird auch die berühmte Bosingak-Glocke, ein bedeutender Kulturschatz Koreas, aufbewahrt, die während der Joseon-Dynastie in Seoul die Zeit anzeigte. Sie wurde morgens um vier Uhr 33 mal geschlagen, und die Stadttore wurden geöffnet, am Abend um 19 Uhr dann 28 mal geschlagen, und die Tore wurden wieder verschlossen. Die erste Glocke wurde 1455 bei einem Feuer zerstört, die zweite Glocke entstand 1468 und wird bis heute im Museum aufbewahrt. Die in der Jongno (Glockenstraße) immer zum Jahreswechsel 33 mal geschlagene Glocke wurde erst 1985 hergestellt, der Glocken-Pavillion 1979 von der Stadtverwaltung errichtet.
Auf dem Gelände des Gyeongbok-Palastes, im hinteren Teil der Anlage, befindet sich das National Folk Museum. Es zeigt religiöse Rituale (Schamanismus), verschiedene Wohnkulturen, Haushaltsgeräte, Werkzeuge und Gebrauchsgegenstände aus Korea. Insgesamt beherbergt das Museum über 10.000 Objekte.
Das War Memorial Museum ist sicherlich eines der besten in Seoul. Dort wird die Geschichte Koreas, die durch zahlreiche Kriege geprägt ist, von der Zeit der Drei Königreiche bis zum Koreakrieg vorgestellt. Die über 13.000 Ausstellungsobjekte vermitteln einen Eindruck der verschiedenen Perioden. Das Museum besitzt mehrere Ausstellungsräume. Es gibt eine Gedächtnishalle für den Koreakrieg, eine Halle für Kriegsmaschinen, eine Halle mit Dokumentationen über ins Ausland entsandte koreanische Truppen, und eine Halle die die Entwicklung der koreanischen Streitkräfte vorstellt. Überraschend ist für viele Besucher, daß Südkorea als Verbündeter der USA, Soldaten in den Vietnamkrieg geschickt hat.
Bauwerke
Vietnamkrieg
In Seoul befinden sich aufgrund der langen Geschichte der Stadt zahlreiche Kulturgüter, angefangen von Relikten aus der Steinzeit bis hin zu Gräbern, Tempeln, Palästen und Wehranlagen. Seoul vereint die Vergangenheit mit der Moderne. Historische Gebäude stehen zwischen Wolkenkratzern und in den kleinen Gassen sind viele Spuren der Geschichte zu entdecken. Hier können natürlich nur einige wichtige hervorgehoben werden.
Paläste
Als Hauptstadt der Joseon-Dynastie verfügte Seoul über sechs Paläste, von denen heute noch fünf erhalten sind. Sehenswert sind vor allem der Gyeongbokgung, der Changdeokgung und der Deoksugung. Der Gyeongbok-gung (경복궁, Palast scheinender Glücklichkeit) wurde 1394 mit Seouls Ernennung zur Hauptstadt gebaut, beeindruckend ist vor allem die Thron- und Audienzhalle Geunjeong-gung. Der Palast wurde während des Imjin-Kriegs 1592 niedergebrannt, jedoch nicht von den japanischen Truppen, sondern von Sklaven des Palastes, die so Belege ihrer Leibeigenschaft zerstören wollten. Erst 1865 wurde mit dem Wiederaufbau begonnen, was die damals schlechte wirtschaftliche Lage Koreas deutlich verschärfte. Bereits 23 Jahre nach dem Wiederbezug zog der König aber wieder in den Deoksu-gung, nachdem seine Frau Königin Min 1895 von Auftragsmördern der japanischen Regierung ermordet worden war.
Auftragsmörder
Der Changdeok-gung (창덕궁, Palast illustrer Rechtschaffenheit) wurde von 1405 bis 1412 als Erweiterung des Gyeongbok-gung erbaut. Er wurde ebenfalls während des Imjin-Krieges niedergebrannt, aber direkt danach wiederaufgebaut und diente, obwohl ursprünglich nicht als dazu erbaut, dem Land bis 1872 als Sitz der Regierung. 1907 wurde er erneunt vom König Sunjong bezogen, dem letzten König, der auch nach seiner Abdankung 1910 bis zu seinem Tode 1926 hier lebte. Auch die letzten Mitglieder der königlichen Familie lebten hier, bis 1989 der letzte starb. Neben den Palastbauten ist besonders der geheime Garten Biwon sehenswert. Der Palast wurde 1997 dem UNESCO-Weltkulturerbe angefügt.
Der Deoksu-gung (덕수궁, Palast der rechtschaffenden Langlebigkeit) wurde im 15. Jahrhundert als Residenz für den Enkel von König Sejo erbaut. Nachdem alle Paläste Seouls im Imjin-Krieg 1592 niedergebrannt worden waren, diente der Deoksu-gung bis 1623 als Palast und erneut 1897 nach der Ermordung von Königin Min bis 1907.
Interessierten Besuchern steht auch der aus der Goryeo-Dynastie stammende Changgyeong-gung und der kleine Unhyeon-gung offen. An der Stelle, an der einmal der Gyeonghui-gung stand, ist heute eine Parkanlage, das Seoul Historical Museum sowie das Seoul Metreopolian Museum of Art zu finden. 1988 wurde das Haupttor Heunghwa-mun, welches zwischenzeitlich an einer anderen Stelle in Seoul stand, zurückverlegt, in den 1990er Jahren wurden Nachbauten einiger anderer Gebäude des Palastes errichtet. Dem Besucher werden traditionelle kulturelle Riten der koreanischen Kultur, wie die Einführungsveranstaltungen für Beamte der Joseon-Dynastie an königlichen Palästen, das Wechseln der Königlichen Wachsoldaten oder die Hochzeit zwischen König Gojeon und Königen Min dargeboten.
Tempel
Joseon-Dynastie
Der Hauptsitz des buddhistischen Ordens Koreas Jogyejong ist der Jogyesa-Tempel. In der Hauptstraße vor dem Tempel befinden sich viele Geschäfte, die buddhistische Requisiten verkaufen. Einmal im Jahr im Mai (dies hängt von den Vollmondphasen ab) ist der Jogyesa-Tempel das Ziel der großen Laternen-Parade, mit der Buddhas Geburtstag gefeiert wird. Bis zu 100.000 Menschen in farbenprächtigen Kostümen und Abordnungen aus vielen buddhistisch geprägten Ländern nehmen daran teil.
Der Pongûnsa-Tempel, im 15. Jahrhundert das Zentrum der Religion des Zen-Buddhismus wurde 794 in der Silla-Periode neben dem Grab von König Seongjong errichtet und 1562 nördlich des heutigen World Trade Centers umgesiedelt. Neben dem Haupttempel findet sich eine interessante Sammlung an Holzblockinschriften. Der Tempel brannte mehrmals ab und so sind die meisten Gebäude in der Anlage in neuerer Zeit erbaut worden.
Der Pongwonsa-Tempel wurde im Jahre 889, im dritten Jahr der Herrschaft der Silla-Königin Jinseong unter der Anleitung des Mönches To-seon errichtet. Der ursprüngliche Standort des Tempels lag nahe der Yonsei-Universität. 1728 wurde er an den Hintereingang der heutigen Ehwa-Frauen-Universität umgesiedelt. An jedem Wochenende findet dort das Yeongsanjae statt. Dabei handelt es sich um ein Ritual, mit dem die Art und Weise, wie Buddha das Lotos Sutra des Mahayana-Buddhismus lehrte, zelebriert wird. Der Pongwonsa ist der Haupttempel der T'aego-Sekte der Buddhisten in der Hauptstadt. Eine Besonderheit dieser Gruppe, ist die Möglichkeit der Mönche, zu heiraten.
Festungsanlagen
Die Bergfestung Namhansanseong ("Festung des Bergs südlich des [Flusses] Han") ist ein beliebtes Wandergebiet, das etwa 30 Kilometer südöstlich Seouls liegt und mit der U-Bahn gut zu erreichen ist. Diese großangelegte Zufluchtsstätte in den Bergen, mit etwa acht Kilometer langen und bis zu sieben Meter hohen Umfassungsmauern entstand vor 2.000 Jahren unter der Baekje-Dynastie. Die meisten der noch stehenden Gebäudeteile gehen jedoch auf das 17. und 18. Jahrhundert zurück, als die Festung dem Schutz der Yi-Könige vor den chinesischen Invasionsarmeen diente. 1637 kapitulierte in Namhansansong König Injo mit 14.000 Soldaten vor einer riesigen Streitmacht der Mandschu, in deren Verfügungsgewalt dann auf ganz Korea überging.
Bukhansanseong, die "Festung des Bergs südlich des [Flusses] Han", ist zusammen mit der Feste Namhansansong die zweite namhafte antike Befestigungsanlage im Umkreis von Seoul. Bukhansanseong liegt im Norden der Stadt, auf den Grat der Bukhan-Berge gebaut. Auch diese Anlage wurde bereits in der frühen Baekje-Zeit errichtet und war mehrmals heftig umkämpft. Nachdem Armeen der chinesischen Ming-Kaiser im 16. Jahrhundert die Festung bedrohten, ließ der Yi-König Sukjong (1674-1720) ihr Mauerwerk verstärken. Im Verlauf des Koreakrieges teilweise zerstört, wurden die Mauern inzwischen wegen ihrer großen geschichtlichen Bedeutung restauriert.
Grabstätten
Koreakrieg
Gwangneung (광릉): Die eindrucksvollen Grabstätten von König Sejo und seiner Gemahlin, Königin Yun Chon-hi, gehören zu den kunstvollsten Grabmälern im Einzugsgebiet Seouls. Die monumentalen Hügelgräber sind 28 Kilometer nordöstlich von Seoul, gleich hinter Uijongbu, zu finden (Ortschaft und Garnison wurden durch die Film- und Fernsehserie M - A - S - H bekannt). Die eigentliche Nekropole ist in einem dichten Wald verborgen.
Hongneung (홍릉): Diese Grabstätten des 3. und des 24. Yi-Königs in Naekok-dong im Südosten Seouls sind von einem Grüngürtel umgeben. Melonen, Erdbeeren, Auberginen, Paprika, Mais und Reis werden dort angebaut. Nahe liegen die Grabstätten des Königs T'aejong und der Königin Wonkyong in Hongneung sowie von König Sunjo und Königin Sunwon in Innung. Sämtliche Grabmäler sind umgeben von Standbildern aus Granit, die Vasallen des Monarchen sowie phantastische Tierwachen darstellen. Jährlich am 8. Mai findet dort die chesa-Zeremonie statt, die von Nachfahren der Yi zelebriert wird.
Parks
8. Mai
Namsan ist eine der schönsten Oasen inmitten der Stadt: Ein öffentlicher Park einschließlich botanischem Garten, einem achteckigen Pavillon und einem Museumsdorf, in dem fünf wiederhergestellte Hanok (traditionelle Häuser), zu sehen sind. Auf der höchsten Erhebung steht der Seoul Tower mit sich drehendem Restaurant. Am Fuße des Berges befinden sich das Nationaltheather, das Goethe-Institut, die Namsan-Bibliothek sowie ein botanischer Garten.
Hinter dem Changdeok-Palast breitet sich der "Geheime Garten", auch Biwon genannt, aus, der ehemalige Privatpark der Königsfamilie. Fußwege führen durch bewaldetes, hügeliges Gelände, vorbei an Teichen und Pavillions sowie über kleine Brücken. Malerisch angelegt wurde der Bando-ji, dessen Umrisse die Halbinsel Korea nachzeichnen. Von dem fächerförmig gestalteten Pavillion aus ging im 16. Jahrhundert König Injo seiner großen Angelleidenschaft nach. Der Nakson-jae-Komplex ist nur zweimal jährlich, anläßlich der Königszerenomie, der Öffentlichkeit zugänglich.
Ein weiterer Park in Seoul ist der Seonyudo. Er befindet sich auf einer kleinen Insel im Han-Fluss und beherbergt einen Spielplatz, Aussichtspunkte, Teiche und eine interessante Gartenanlage. Der Seoul Forest in Ttukseom ist eine Parkanlage am Han-Fluss. Neben mehreren Grünflächen, einem großen Spielplatz und einer Anzahl Fahrradwege gibt es dort eine Fotoausstellung zum Thema "Wald" und auch einige Tiere. Ein 1983 eröffneter Park befindet sich um das 1639 errichtete Samjeondo-Denkmal. Der einzige Nationalpark innerhalb des Stadtgebietes von Seoul ist Bukhansan. Er ist mit zahlreichen buddhistischen Tempeln und seltenen Tieren, die das Berggebiet bewohnen ausgestattet.
Sport
Nationalpark
Seoul verfügt über 12.000 Sporteinrichtungen, von denen die meisten kommerziell betrieben werden. Etwa 700 der Einrichtungen sind in öffentlicher Hand oder sind firmeninterne Sportstätten. Es gibt 28 von der Stadt betriebene Sporteinrichnungen, inklusive vier Stadien für Fußball, Baseball und Leichtathletik. Weiterhin betreiben zehn der 25 Bezirke eigene Sportzentren, vier weitere Bezirke bauen derzeit solche Einrichtungen.
Am repräsentativsten sind die Sportanlagen des Jamsil Sports Complex im Bezirk Songpa-gu, die sich über eine Fläche von 0,59 Quadratkilometern ausbreiten. Hier wurden unter anderem die Asienspiele 1986, die Olympischen Sommerspiele 1988 sowie die Sommer-Paralympics 1988 abgehalten. Sie umfassen das Olympiastadion mit einer Kapazität für 100.000 Zuschauer, ein Baseball-Stadion, ein Hallenbad, eine Sporthalle, einen Sportplatz und einen Schülersportplatz.
Das größte Fußballstadion in Asien ist das für die Fußballweltmeisterschaft 2002 erbaute Sangnam-Stadion im Bezirk Mapo-gu. Es verfügt über 65.000 Sitzplätze, ist siebenstöckig und in der Grundform dem Soban, einem traditionellen koreanischen achteckigen Teetablett aus Holz nachempfunden worden. Im Stadiondach verbindet sich die Ausdrucksform des "Bangpaeyeon", ein traditioneller schildförmiger Drachen, der die Hoffnungen der Menschen gen Himmel trägt, mit der Form des "Hwangpodotbae", ein traditionelles Segelschiff auf dem Han-Fluss. Die natürliche Linienführung des Stadions entspricht dem Dach sowie auch der Dachtraufe traditioneller Gebäude in Korea. Nach rund dreijährigen Bauarbeiten seit Oktober 1998 wurde das Stadion im November 2001 eröffnet.
Seoul ist Heimat zweier Baseball-Clubs der Korean Baseball Organization, den Doosan Bears und der LG Twins, sowie des Fußballclub FC Seoul, der in der K-League spielt.
Freizeit und Erholung
K-League
Am südlichen Stadtrand von Seoul befindet der Berg Gwanaksan. Er ist ein beliebtes und gut erschlossenes Naherholungsgebiet für die Stadtbevölkerung von Seoul.
Wegen seiner Schönheit wird er oft Sogeumgang (kleiner Geumgang-Berg) oder Seogeumgang (Geumgang-Berg des Westens) nach dem nach allgemeiner Auffassung schönstem Berg in Korea benannt.
Zahlreiche Wanderwege führen durch das Bergmassiv mit seinem dichten und alten Baumbestand. Ausgangspunkt für die Ausflüge ist meist die Nationaluniversität von Seoul am Fuße des Berges. Die Besteigung des Gipfels nimmt etwa vier bis fünf Stunden in Anspruch.
Auf dem felsigen Gipfel befinden sich eine Radarstation und mehrere Antennenanlagen. Am Gwanaksan liegen auch der Wongaksa-Tempel und die Yeonjuam-Einsiedelei, welche von König Taejo in der Joseon-Dynastie während der Verlegung der koreanischen Hauptstadt nach Seoul im Jahr 1394 gebaut wurden.
Regelmäßige Veranstaltungen
1394
Am 8. April nach dem Mondkalender findet zu Buddhas Geburtstag das Fest der Laternen statt. Dabei werden die buddhistischen Klöster mit Laternen geschmückt und eine Lanterneneparade vom Yeouido Plaza zum Jogyesa-Tempel veranstaltet.
Am ersten Sonntag im Mai nach dem Mondkalender findet in Seoul am Jongmyo-Schrein das „Jongmyo Daeje“ statt. Die Prozession und das Ritual wird zur Verehrung der Königinnen und Könige der Joseon-Dynastie veranstaltet.
Kulinarische Spezialitäten
Joseon-Dynastie
Seoul besitzt eine große Auswahl an Restaurants mit koreanischer und internationaler Küche. Das koreanische Nationalgericht ist Gimchi, ein überwiegend scharf eingelegtes Gemüse. Eine besondere Gimchi-Spezialität (Sokbatyi) ist in Seoul und der die Stadt umgebenden Provinz Gyeonggi-do verbreitet. Ein weiteres Gimchi-Gericht der Hauptstadtregion ist Chunggak. Hierbei wird Rettich zusammen mit den Blättern des Gewächses eingelegt oder in mehrere Würfel zerschnitten zubereitet.
Unter den koreanischen Hauptspeisen, die dem Gast in den Restaurants von Seoul serviert werden, nimmt Bulgogi (gebratene Rindfleischstreifen) eine Sonderstellung ein. Die in einer Mischung aus Sojasoße, Sesam, und Gewürzen marinierten Fleischstreifen werden über einem Holzkohlenfeuer gebraten. Galbi heißen zarte Rippenstücke, die wie Bulgogi mariniert und gebraten oder gegrillt werden. Aber nicht das Fleisch, sondern immer noch der Reis gilt in Korea als wichtiger Bestandteil des Essens.
Zu einer echten koreanischen Mahlzeit gehört auch eine Suppe (guk), die als eine der frühesten kulinarischen Errungenschaften des Landes gilt. Berühmt ist beispielsweise die Doenjangguk, eine Suppe aus fermentierten Sojabohnen (doenjang) mit Gemüse und oft Muscheln. Gern gegessen werden in Seoul auch die aus Myeolchi-Pulver (getrockneten, fermentierten, gemahlenen Sardellen) gekochte leichte Brühe sowie Gemüsesuppen, zubereitet aus Trockenspinat, Rettichscheiben oder aus frischen oder getrockneten Algen (miyeokguk). Gekühltes Obst, in Stücke zerkleinert, ist das übliche Dessert: Je nach Jahreszeit sind dies verschiedene Melonen, Erdbeeren, Äpfel oder koreanische Birnen. Bei festlichen Anlässen wird in Seoul auch Tteok (Reiskuchen) serviert. Ihr Verzehr hat rituelle Gründe.
Einkaufen
Galbi
Der größte Markt in ganz Korea ist der Dongdaemun-Markt am alten Osttor, dem Dongdaemun. Der farbenprächtige Basar zieht sich über zehn Blocks hin. Von Haushaltswaren oder Elektroartikel, Schuhen und Kleidung bis zu Möbeln, kann hier alles erstanden werden. Ein weiterer bedeutender Markt in Seoul ist der Namdae-mun Sijang (Großer Südtormarkt), der sich im Osten des Südtores erstreckt.
Neben den vielen Märkten bietet Seoul auch die Möglichkeit in den zahlreichen Kaufhäusern und Geschäftsstraßen einzukaufen. An der Namdae-mun-do findet man direkt gegenüber dem Eingang nach Myongdong rechts Midop'a und links Lotte. Die Straße hinauf liegt Sinsegye, gegenüber der Bank von Korea. In der Samil-no, in der Nähe des Cheonggyecheon, steht das Kaufhaus Printemps. Eine gute Einkaufsmöglichkeit für Antiquitäten und traditionelle Mitbringsel bietet die Straße Insadong.
Ganze Einkaufsstraßen – wie beispielsweise unterhalb der Jongno und Euljiro entlang und der Westin Chosun, Lotte und Plaza Hotels – wurden in den Untergrund gebaut. Die Sogong Arcade beginnt unter dem Plaza Hotel, biegt am Chosun Hotel nach links ab und müdet in das Kaufhaus Cosmos in Myongdong; die Hoehyon Arcade setzt vor dem Hauptpostamt ein und endet erst an der Toegyero. In diesen und anderen zahlreichen Arkaden findet man ein breit gefächertes Angebot an Kleidung, Schmuck, Schreibwaren, Computern, Kameras, Souveniers und Reproduktionen antiken Porzellans.
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaft
Galbi
Die Hauptstadt durchlebte nach dem Koreakrieg (1950-1953) bis in die Gegenwart einen raschen Modernisierungsprozess. Hierzu zählen der rasante Wandel von der vormodernen zur industriellen Gesellschaft und das schnelle Wirtschaftswachstum. Zwischen 1989 und 1998 wuchs die Wirtschaft Südkoreas jährlich um durchschnittlich 11,6 %, woran Seoul sicher den größten Anteil hatte. Die Arbeitslosenquote betrug 1997 nur 2,7 %. Wie allerdings ganz Korea wurde auch Seoul Ende 1997 von der Asienkrise durchgeschüttelt, die Arbeitslosigkeit sprang auf über 9%, das BIP Südkoreas schrumpfte 1998 um 5,5 %. Seitdem hat sich die Lage aber rasch wieder erholt.
Seoul beherbergt heute eine Vielzahl an Industriebetrieben. Wichtigste Industrieerzeugnisse der Stadt sind chemische Produkte, Textilien und Kleidung, elektrische und elektronische Geräte, Maschinen und Druckerzeugnisse. Von den 75.285 Industriebetrieben der Stadt beschäftigen nur 232 mehr als 300 Mitarbeiter, die übrigen mittleren und kleinen Betriebe beschäftigen durchschnittlich 6,0 Personen (Stand 1999). Wichtigstes Industriegebiet ist das Korea Export Industrial Complex, auch Guro Industrial Complex genannt, wo auf einer Fläche von 1,98 Km² 474 Betriebe angesiedelt sind. Sie beschaftigen 25.111 Mitarbeiter und sind vor allem in den Feldern Montage und Papierherstellung tätig.
Der Fremdenverkehr ist ebenfalls von wirtschaftlicher Bedeutung. In der landwirtschaftlich genutzten Umgebung von Seoul werden Soja, aber auch Hirse und Weizen angepflanzt.
Die Stadt besitzt mit dem nahen Incheon am Gelben Meer einen großen Hafen für die Ein- und Ausfuhr industrieller Güter und einen wichtigen Personen- und Güterflughafen. Seoul profitiert zusehens von der zentralen Lage Südkoreas zwischen der Volksrepublik China und Japan. Diese und Taiwan sind in weniger als zwei Flugstunden zu erreichen, innerhalb von fünf Stunden erreicht man die ebenfalls stark wachsenden Märkte Indonesien, Thailand sowie die Philippinen.
Auf Grund erfolgreicher Dezentralisierungspolitik hat Seoul seine schon in japanischer Kolonialzeit herausgebildete Stellung als bedeutendster Industriestandort des Landes eingebüßt, im Dienstleistungssektor seine Vorrangstellung jedoch unverändert beibehalten. So befinden sich fast alle Institutionen mit den höchsten staatlichen und privatwirtschaftlichen Verwaltungs-, Planungs- und Kontrollbefugnissen sowie deren Beschäftigte in der Hauptstadt. Auch fast alle großen Konzerne, Banken, Handelsunternehmen und Versicherungsgesellschaften Südkoreas haben ihren Hauptsitz in Seoul.
Verkehr
Fernverkehr
japanischer
Der 2001 nahe Seoul eröffnete Incheon International Airport ist der internationale Flughafen Südkoreas. Beinahe alle internationalen Flüge des Landes enden oder starten hier. Er liegt etwa 50 Kilometer westlich der Hauptstadt auf einer zu Incheon gehörenden Insel und ist über eine Autobahn sowie eine große Anzahl recht teurer Shuttlebusse mit Seoul verbunden. Zur Zeit wird eine Verlängerung der U-Bahn Seouls gebaut, deren Eröffung für 2008 geplant ist. Der Flughafen ersetzt den 18 Kilometer von Seoul entfernten Gimpo Airport als internationalen Knotenpunkt des Landes, hier werden heute vor allem nationale Flüge bedient. Praktisch jede Stadt mit Flughafen in Südkorea wird von hier angeflogen.
Seoul verfügt über zwei große Bahnstationen. Die wichtigste ist die Seoul Station. Ursprünglich von den Japanern erbaut, wurde sie 1989 und 1990 erweitert. Trotzdem musste die Anfang 2004 eröffnete Yongsan Station zur Entlastung gebaut werden. Das Eisenbahnnetz ist sehr ausgedehnt und verbindet alle größeren Städte zwischen Seoul und Busan. Am 30. März 2004 fuhr der Korean Train eXpress (KTX) über die erste koreanische Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Seoul und Busan. Südkorea war damit das erste asiatische Land, das die französische Technologie des TGV (Hochgeschwindigkeitszug) einsetzte.
Seoul ist über ein ausgedehntes Netz an Express und Intercity Busen an beinahe jede Stadt in Südkorea angebunden. Die meisten Express Busse fahren vom Gangnam Express Bus Terminal im Süden der Stadt, etwa ein Dutzend Linien fährt das Dong Seoul Bus Terminal im Osten an, einige wenige auch das Seoul Sangbong Bus Terminal im Norden der Stadt. Von den etwa 70 Zielen, die mit Express Bussen von Seoul aus erreicht werden können, werden die wichtigen im Takt von 10 bis 20 Minuten angefahren, die meisten aber mindestens im Stundentakt. Neben den üblicherweise von circa 6:00 bis 21:00 Uhr verkehrenden Linien gibt es auch einige spezielle Nachtlinien, die bis 2:00 Uhr morgens betrieben werden. Intercity Busse sind etwas billiger und fahren deutlich mehr Ziele an, als die Express Busse, sind aber üblicherweise keine direkten Linien und brauchen länger.
Nahverkehr
Intercity Bus
Seoul besitzt ein dichtes und gut ausgebautes Straßennetz mit sechs Autobahnen. 19 große Stichstraßen führen aus allen Richtungen vom Stadtzentrum weg, darüber hinaus gibt es drei Ringstraßen um das Stadtzentrum. Die Gesamtlänge des Straßennetzes beträgt 7801 Kilometer (Stand 1999). Alle wichtigeren Straßen sind mehrspurig ausgebaut, die breiteste ist die Sejongno mit 20 Spuren. Trotzdem kommt es regelmäßig zu Staus. Darüber hinaus führt die hohe Verkehrsdichte, verbunden mit einem noch wenig ausgeprägten Umweltbewußtsein zu hoher Luftverschmutzung.
Schneller erreicht man sein Ziel meist mit der U-Bahn. Der erste Streckenabschnitt der U-Bahn Seoul wurde am 15. August 1974 eröffnet. Heute verkehrt sie auf einem Netz von acht Linien mit einer Länge von 460 Kilometern, das laufend erweitert wird. Die U-Bahnen verkehren von 5:30 Uhr morgens bis 23:30, üblicherweise im Abstand von vier bis sechs Minuten, zu Hauptverkehrszeiten alle drei bis vier Minuten. Die U-Bahn wird täglich von bis zu drei Millionen Menschen benutzt. Vom 1. Mai 1899 bis zum 29. November 1968 gab es eine elektrische Straßenbahn in Seoul, deren Betrieb aber eingestellt wurde.
Straßenbahn
Ebenfalls sehr gut ausgebaut ist das Stadtbussystem. Auf den über 350 Routen werden täglich über sieben Millionen Passagiere befördert. Es gibt drei Arten von Bussen: Normale Linien, Nachbarschaftslinien und Expressstadtlinien. Normale Linien werden üblicherweise von 5:00 Uhr bis Mitternacht bedient, die Busse fahren üblicherweise alle paar Minuten. Fahrpläne hängen oft nicht aus. Die Expressstadtlinien werden von komfortabler eingerichteten Bussen bedient und halten seltener. Viele dieser Linien sind Pendlerlinien, die Seoul mit den Satellitenstädten verbinden. Nachbarschaftslinien verbinden ansonsten nicht angeschlossene Wohngebiete mit dem übrigen Busnetz. In jüngster Zeit werden mehr barrierearme Busse eingesetzt.
Sowohl Busfahrten als auch die nach zurückgelegter Entfernung berechneten U-Bahnfahrten sind an mitteleuropäischen Preisen gemessen sehr günstig; Bustickets erlauben im Gegensatz zu denen der U-Bahn jedoch kein Umsteigen.
Bildung
Seoul ist auch das Zentrum für Bildung in Südkorea. Hier sind allein 36 Universitäten beheimatet, darunter die renomiertesten des Landes wie die Seoul National University, Ewha Women's University, Koryo University und Yonsei University.
Weiterhin gibt es 15 Junior Colleges, 273 High Schools, 352 Middle Schools und 512 Grundschulen sowie 1.370 Kindergärten (Stand: 1997). Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Auslandsschulen, darunter auch die Deutsche Schule Seoul. Es gibt 28 Büchereien in der Stadt, zwei davon sind speziell für Blinde.
Siehe auch: Liste südkoreanischer Universitäten nach Städten#Seoul,
1995
Jahreswidmungen
- Der Spitzahorn (Acer platanoides) ist Baum des Jahres (Kuratoriums Baum des Jahres/Deutschland)
- Der Zunderschwamm (Fomes fomentarius) ist Pilz des Jahres (Deutsche Gesellschaft für Mykologie)
- Der Apollofalter (Parnassius apollo) ist Tier des Jahres (Schutzgemeinschaft Deutsches Wild)
- Die Nachtigall (Luscinia megarhynchos) ist Vogel des Jahres (NABU/Deutschland)
Politik
- 1. Januar: Kaspar Villiger wird Bundespräsident der Schweiz
- 1. Januar: Bolivien. Die Reform des Erziehungswesens tritt in Kraft
- 1. Januar: Die Freihandelszone zwischen Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay tritt in Kraft
- 1. Januar: Freihandelsabkommen zwischen Costa Rica und Mexiko
- 1. Januar: Österreich, Schweden und Finnland treten der EU bei
- 1. Januar: Das Freihandelsabkommen zwischen Litauen und der EU tritt in Kraft
- 17. Januar: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Papua Neuguinea
- 25. Januar: Albanien unterzeichnet mit der NATO ein individuelles Partnerschaftsabkommen
- 25. Januar: Bulgarien. Shan Videnov wird Ministerpräsident
- 1. Februar: Assoziierungsabkommen zwischen der EU und Rumänien
- 11. Februar: Eröffnung der Botschaft Kirgisistans in Bonn
- 10. März: Griechenland. Konstantinos Stefanopoulos wird Staatspräsident
- 19. März: Nachbarschaftsvertrag zwischen Ungarn und der Slowakei
- 26. März: Islam Abduganijewitsch Karimow wird als Staatspräsident in Usbekistan in seinem Amt bestätigt
- 26. März: Das Schengener Abkommen tritt in Kraft
- 28. März: Kasachstan. Nursultan Nasarbajew löst das Parlament auf wegen Ungültigkeit der letzten Wahlen
- 29. März: Tunesien wird Vollmitglied in der WTO (Welthandelsorganisation)
- 9. April: Kongress- und Präsidentschaftswahlen in Peru
- 9. April: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Vereinigte Arabische Emirate
- 29. April: Kasachstan. Verlängerung der Amtszeit des Staatspräsidenten Nursultan Nasarbajew
- 1. Mai: Beitritt Liechtensteins zum EWR (Europäischer Wirtschaftsraum)
- 6. Mai: Äthiopien. Erste freie demokratische Bundes- und Regionalwahlen
- 7. Mai: Frankreich. Jacques Chirac wird zum französischen Staatspräsident gewählt
- 12. Mai: Unterzeichnung des Assoziationsabkommens zwischen der EU und Lettland
- 16. Mai: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Rumänien
- 13. Juni: Auflösung des Unterhauses in Nepal
- 20. Juni: Keith Claudius Mitchell wird Premierminister von Grenada
- 27. Juni: Katar. Emir Scheich Hamad bin Khalifa Al-Thani wird Staatsoberhaupt. Er setzt seinen Vater ab und übernimmt die Amts- und Staatsgewalt
- 3. Juli: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Ukraine
- 4. Juli: Henning Scherf wird in der Bremischen Bürgerschaft zum Regierungschef einer Großen Koalition gewählt
- 10. Juli: Heinz Eggert, Innenminister von Sachsen tritt von seinem Amt nach Vorwürfen wegen sexueller Belästigung zurück
- 10. Juli: Das Militärregime in Myanmar, dem früheren Birma, hebt einen fast sechs Jahre währenden Hausarrest gegen die Friedensnobelpreisträgerin und Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi auf
- 11. Juli: Massaker von Srebrenica: in Bosnien und Herzegowina erobern die Serben die UN-Schutzzone Srebrenica
- 11. Juli: US-Präsident Bill Clinton beschließt die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Hanoi (Vietnam)
- 12. Juli: die ethnische Säuberung der Stadt Srebrenica beginnt einen Tag nach der Eroberung durch serbische Truppen, 40.000 Einwohner werden zunächst nach Geschlechtern getrennt
- 13. Juli: Albanien tritt dem Euroatlantischen Partnerschaftsrat (EAPR) bei
- 24. Juli: in Tel Aviv zündet ein Selbstmordattentäter eine Bombe in einem Autobus und tötet fünf Israelis, 30 Menschen werden verletzt
- 25. Juli in einer Station der Pariser Metro wird eine Bombe gezündet, das anschließende Feuer tötet sieben Menschen, 62 werden verletzt
- 27. Juli: Tadeusz Mazowiecki, der UN-Menschenrechtsbeauftragte, kündigt seinen Rücktritt an und geißelt die Untätigkeit des Westens in Bosnien
- 26. Juli: Die Mitgliedstaaten der EU unterzeichnen das Europol-Übereinkommen
- 28. Juli: Vietnam wird als siebter Mitgliedssaat in die ASEAN aufgenommen
- 3. August: in Hannover beginnen die Chaostage, bei denen bis zum 6. August mehr als 2.000 Teilnehmer randalieren, Geschäfte plündern und Straßenschlachten mit der Polizei unternehmen
- 8. August: zwei Töchter von Saddam Hussein fliehen mit ihren Familien und 15 Offizieren nach Amman, wo sie von König Hussein Asyl erhalten
- 22. August: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Tadschikistan. In Kraft seit dem 18. Juni 2003
- 24. August: Georgien gibt sich eine neue (demokratische) Verfassung
- 29. August: Georgien. Attentat auf Eduard Schewardnadse
- 1. September: Liechtenstein tritt der WTO (Welthandelsorganisation) bei
- 12. September: Erste Koalitionsregierung in Nepal
- 16. September: Griechenland hebt das Embargo gegen Mazedonien auf
- 21. September: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Mongolei
- 28. September: Komoren. Putsch von Bob Denard
- 1. Oktober: Deutschland und San Marino nehmen diplomatische Beziehungen auf
- 5. Oktober: Komoren. Niederschlagung des Putsches von Bob Denard durch französisches Militär. Eine Übergangsregierung wird gebildet
- 8. Oktober: Neue Verfassung in Uganda
- 11. Oktober: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Moldawien
- 19. Oktober: Mazedonien wird in den Europarat aufgenommen
- 25. Oktober: Lettland stellt Antrag auf Aufnahme in die EU
- 1. November: Kamerun wird in das Commonwealth aufgenommen
- 5. November: Georgien. Eduard Schewardnadse wird erneut zum Staatspräsident gewählt
- 8. November: Die | | |