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Hispanismus

Hispanismus

Ein Hispanismus ist ein Lehnwort aus dem spanischen und lateinamerikanischen Sprachraum.

Siehe auch


- Liste von Hispanismen
- Lehnwort
  - Anglizismus
  - Gallizismus
- Panhispanismus Hispanismus Kategorie:Lehnwort

Lehnwort

Ein Lehnwort (Materialentlehnung) ist eine Form der Entlehnung, nämlich ein Wort, das einer anderen Sprache entlehnt ist. Im Unterschied zum Fremdwort, dem der fremdsprachige Ursprung noch anzumerken ist, ist das Lehnwort in Schreibung, Lautung und Betonung so weit an den Sprachgebrauch der Zielsprache angepasst, dass es nicht oder kaum mehr als fremd wahrgenommen wird.

Begriff

Lehnwörter, die vor der 2. Lautverschiebung in die deutsche Sprache aufgenommen wurden, haben diese, ebenso wie die Erbwörter, mitgemacht und sind deshalb Erbwörtern so ähnlich geworden, dass man sie strukturell nicht mehr unterscheiden kann. (Beispiel: Palatin > Pfalz). In der deutschen Sprache kommt dazu, dass ihre Schreibweise erst viel später festgelegt wurde und man sie deshalb auch nicht mehr an einer abweichenden Schreibweise unterscheiden kann. Eine Unterscheidung ist hauptsächlich durch Kenntnis ihrer Etymologie oder durch Sprachvergleich möglich. Prinzipiell unterliegen Lehnwörter den gleichen sprachlichen Änderungen wie Erbwörter (zum Beispiel Bedeutungswandel und Lautverschiebungen). An der Art der Lautstruktur eines Lehnwortes kann man den Zeitraum der Entlehnung bestimmen. Einige Wörter wurden mehrfach entlehnt und unterscheiden sich heute in Bedeutung und Aussprache, beispielsweise Partei (seit dem Mittelalter) vs. Partie (seit dem 17. Jahrhundert) vs. Party (seit dem 20. Jahrhundert). Manchmal behält ein Lehnwort die ursprüngliche Form, während es sich in der Ursprungssprache ändert oder dort sogar verschwindet. Bei der Zuordnung eines Lehnwortes zur Ursprungsprache (siehe untenstehende Liste) kommt es nicht darauf an, aus welcher Sprache das Wort tatsächlich ursprünglich kommt, sondern nur, aus welcher Sprache heraus es in die Zielsprache übernommen wurde. Neben den Lehnwörtern gibt es auch Lehnbedeutungen, Lehnbildungen, Scheinentlehnungen und Falsche Freunde.
- Beim Lehnwort wird das Fremdwort in Klang und Schriftbild an die eigene Sprache angeglichen, beispielsweise Fenster aus dem Lateinischen fenestra oder Grenze aus dem Polnischen (granica).
- Bei einer Lehnbedeutung wird die Bedeutung eines fremden Wortes übernommen und auf ein einheimisches Wort übertragen. Das gotische daupjan mit der Grundbedeutung untertauchen bekam unter dem Einfluss des griechischen baptizein die Bedeutung jemanden durch Untertauchen zum Christen machen (taufen), und das deutsche Wort schneiden erhielt vom englischen Ausdruck to cut a person die Zusatzbedeutung jemanden absichtlich nicht kennen; s. Begriffsübernahme.
- Bei der Lehnbildung gibt es drei Varianten:
  - die Lehnübersetzung, wo ein meist zusammengesetztes Fremdwort Glied für Glied übersetzt wird: Beispiele sind Großvater von französisch grand-père oder Flutlicht vom englischen flood light.
  - die Lehnübertragung, wo die fremden Bestandteile teilweise übersetzt werden, z.B. Wolkenkratzer von englisch skyscraper (wörtlich Himmelskratzer) oder Fernsprecher von Telephon (Fern-Klang).
  - die Lehnschöpfung, wo unabhängig vom fremden Wort eine entsprechende deutsche Wortneubildung stattfindet um das Fremdwort zu ersetzen, z.B. Kraftwagen statt Automobil oder Wasserglätte statt Aquaplaning.
- Scheinentlehnungen sind Wörter, die so klingen, als kämen sie aus einer fremden Sprache, in dieser Sprache aber nicht existieren, z.B. Friseur (französisch coiffeur), Handy (englisch mobile phone), Smoking (englisch dinner jacket). Ein Xenismus (v. griech.: xenos fremd) ist ein Wort oder eine Wortbildung, das eine neue Bedeutung aus einer fremden Sprache in die eigene Sprache hineinträgt, oder den Begriff der eigenen Sprache ersetzt oder verdrängt. Z.B. bedeutete "realisieren" in der deutschen Sprache immer "verwirklichen"; unter dem Einfluss des englischen "to realise" wird es aber immer mehr als Synonym für "bemerken" verwendet. So wie die deutsche Sprache zu jeder Zeit durch fremde Begriffe verändert wurde, finden ebenso Germanismen in anderen Sprachen Aufnahme.

Lehnwörter nach Ursprungssprachen

Beispiele:

aus der arabischen Sprache (Arabismus)


- Liste deutscher Wörter aus dem Arabischen Aba - Admiral - Algebra - Algorithmus - Alkohol - Beduine - Chemie - Emir - Gibraltar - Harem - Kaffee - Kali/Kalium/alkalisch - Kalif - Laute - Matt - Mufti - Scheich - Tarif - Ziffer - Zucker

aus der chinesischen Sprache (Sinismus)


- Liste deutscher Wörter aus dem Chinesischen Ketchup (ursprünglich Malayisch) - Kotau - Kuli - Taifun - Tee (südchinesischer Dialekt) - Tofu

aus der deutschen Sprache (Germanismus)

siehe Liste deutscher Wörter in anderen Sprachen.

aus der englischen Sprache (Anglizismus)


- Liste deutscher Wörter aus dem Englischen und Amerikanischen

aus der Sprache der Aborigines

Hier sind Wörter aufgelistet, die durch die englische Sprache in die deutsche Sprache gelangt sind, jedoch ihren Ursprung von australischen Ureinwohnersprachen haben. Siehe auch: Australisches Englisch Bumerang - Känguru - Koala

aus Amerika (Amerikanismus)

Bob - lynchen ursprünglich aus dem irischen, ebenso wie Boykott - Quiz - Tanker

aus Großbritannien

clever - Film - Keks - Streik

aus Eskimosprachen

Iglu - Kajak - Kanu - Anorak

aus der finnischen Sprache (Fennizismus)

Sauna

aus der französischen Sprache (Gallizismus)


- Liste deutscher Wörter aus dem Französischen Bistro (evtl. aus dem Russischen)

aus der griechischen Sprache (Gräzismus)

Achtung: Viele der folgenden Ausdrücke sind nur indirekte Lehnwörter aus dem Griechischen, denn
- es handelt sich um Wörter, die zwar ursprünglich aus dem Griechischen stammen, dann aber in eine andere Sprache übergingen und nachgewiesenermaßen erst von dort aus ins Deutsche entlehnt wurden
- es handelt sich um in der Neuzeit in modernen Sprachen aus griechischem Wortmaterial zusammengesetzte Bildungen, die im Griechischen in dieser Form nie existiert haben -- auch wenn sie teilweise heute in die Neugriechische Sprache zurück-übernommen worden sind.
- Liste deutscher Wörter aus dem Griechischen

aus der hebräischen Sprache (Hebraismus)


- Liste deutscher Wörter aus dem Hebräischen Amen - betucht - Chuzpe - Ganove - Guten Rutsch - Hals- und Beinbruch - Kassiber - Kluft - Kohl - Massel - meschugge - Messias - mies - Mischpoche - Pleite - Schmiere - schofel - Stuss - Sabbat - Schickse - Schlamassel - Schmiere - Tacheles - Tinnef - Tohuwabohu - Zoff Jiddisch ist eine häufige Quelle für Hebraismen im Deutschen. Vgl. auch: Jenische Sprache, Jiddisch, Lottegorisch (Carlsberg), Manisch, Masematte (Münster), Mattenenglisch, Rotwelsch, Sintitikes

aus den indischen Sprachen


- Liste deutscher Wörter aus dem Indischen Dschungel - Gulli - Guru - Nirvana - Punsch - Pyjama - Shampoo - Yoga

aus den iranischen Sprachen (z.B: persisch)

Absinth - Algorithmus - Baldachin - Balkon - Basar - Kapern - Karawane - Kaviar - Khaki - Kiosk - Magier - Orange - Paradies - Pistazie - Pyjama - Rochade - Schach - Schal - Tambour - Tasse - Trabant - Tulpe - Jasmin

aus der italienischen Sprache

Antenne - Bank - Bankrott - Bilanz - Fango - Fumarole - Getto - Gorgonzola - Graffiti - Kanone - Kapital - Kartoffel - Kasse - Korridor - Kredit - Konto - Lava - Makkaroni - Marzipan - Melone - Mole - Mortadella - Mozzarella - Muskat - Netto - Parmesan - Peperoni - Pistazie - Pizza - Porto - Prokura - Rest - Risiko - Salami - Salto - Solfatare - Spaghetti - Zitrone - Zucchini sowie eine Vielzahl von Wörtern aus der Musik: Alt - Bass - Dur - Forte - Intermezzo - Mezzosopran - Moll - Piano - Sopran - Tenor

aus der japanischen Sprache


- Liste deutscher Wörter aus dem Japanischen Bonsai - Bonze - Harakiri - Judo - Kamikaze - Karaoke - Karate - Kimono - Manga - Mikado - Tamagotchi

aus der lateinischen Sprache (Latinismus)

Es gilt sinngemäß dieselbe Einschränkung wie oben bei den Gräzismen:
- Liste deutscher Wörter aus dem Lateinischen

aus der niederländischen Sprache

Auster - Boss - Korfball - Matrose - Matjes - Abstecher - Stillleben - bugsieren

aus den polynesischen Sprachen

Aloha - Tätowierung - Tabu

aus den slawischen Sprachen

Blinse (sächsisch) - Karst - Kren (österreichisch) - Kukuruz (Austriazismus) - Petschaft - Quark (Lebensmittel) - Ranzen - Vampir - Weichsel (Austriazismus) - Wodka

aus der slowenischen Sprache

Jause

aus der polnischen Sprache

Penunze - Jauche - Kalesche - Gurke - Grenze - Peitsche - Säbel - Solidarność - Szlachta - Zloty

aus der russischen Sprache (Russizismus)


- Liste deutscher Wörter aus dem Russischen Agitprop - Apparatschik - BolschewismusDatsche - Droschke - Intelligenzia - Kalaschnikow - Kosmonaut - Molotowcocktail - Perestroika - Podsol - Pogrom - Politbüro - Rubel - Sputnik - Werst - Zar

aus der slowakischen Sprache

Brimsen (österreichisch)

aus den skandinavischen Sprachen

Fjord - Geysir - Hummer - Knäckebrot - Ombudsmann - Rentier - Ski - Slalom - Troll

aus der spanischen Sprache (Hispanismus)


- Liste deutscher Wörter aus dem Spanischen

aus der tschechischen Sprache

Buchtel (Austriazismus) - Kolatsche (Austriazismus) - Powidl (Austriazismus) - Roboter - Polka - Tuchent (Austriazismus)

aus der türkischen Sprache

Döner Kebab - Tulpe

aus der ungarischen Sprache

Dolmetscher - Gulasch - Husar - Kutsche - Palatschinke - Paprika - Salamitaktik (unklar) - Tokajer - Tolpatsch Kategorie:Historische Linguistik ! ja:外来語

Spanische Sprache

Die spanische Sprache (Spanisch; span. español, castellano) gehört zum romanischen Zweig der indogermanischen Sprachen und wird manchmal mit dem Portugiesischen und Katalanischen in die engere Einheit des Iberoromanischen eingeordnet. Da die spanische Schriftsprache vom Sprachgebrauch der zentralspanischen Region Kastilien geprägt wurde, und um die Sprache von den anderen in Spanien gesprochenen romanischen Idiomen (vor allem Galicisch und Katalanisch) sowie der Nationalitätsbezeichnung „Spanisch“ abzugrenzen, findet man in Spanien – im Gegensatz zu Lateinamerika – fast ausschließlich die Bezeichnung castellano („kastilische Sprache“). Spanisch wird mit lateinischen Buchstaben geschrieben. Im modernen Spanisch werden der Akut-Akzent für Vokale und die beiden Zeichen ñ und ü verwendet. Die Sprachkürzel nach ISO 639 sind es und spa.

Verbreitung

Spanisch ist Amtssprache in folgenden Ländern (in Klammern Anzahl der Muttersprachler): In der britischen Kolonie Gibraltar ist Spanisch neben Englisch ebenfalls Amtssprache. In folgenden weiteren Gebieten wird Spanisch – teilweise aufgrund der kolonialen Vergangenheit – von einem größeren Bevölkerungsanteil gesprochen: Andorra, Belize, Marokko, Niederländische Antillen, Philippinen, Trinidad und Tobago, Westsahara, Brasilien (rund 14,5 % der Bevölkerung), Puerto Rico. Spanisch wird gegenwärtig von ca. 360 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen. Damit hat das Spanische 20 Millionen Muttersprachler mehr als das Englische. Die meisten Spanisch-Sprecher leben in Süd- und Mittelamerika. Inklusive Zweitsprachler beläuft sich die Zahl der Sprecher auf ca. 420 Millionen. Damit ist Spanisch – nach Mandarin-Chinesisch, Hindi und Englisch - die am vierthäufigsten gesprochene Sprache der Welt. Als offizielle Amtssprache dient Spanisch in der Europäischen Union, in der Organisation Amerikanischer Staaten sowie bei den Vereinten Nationen.

Rechtschreibung

Die Rechtschreibung des Spanischen kommt dem Ideal recht nahe, Laut für Laut das gesprochene Wort nachzubilden. So werden häufig auch übernommene Fremdworte in ihrer Schreibung so angepasst, dass sich die Aussprache wieder automatisch ergibt (Beispiel: englisch bacon wird zu Spanisch beicon). Bei den lateinamerikanischen Varianten gilt dies nur mit Einschränkungen (teilweise werden Buchstaben anders ausgesprochen wenn das Wort indianischen Ursprungs ist, besonders „ll“ und „x“). Siehe auch: Spanisches Alphabet

Geschichtliche Entwicklung

Vorromanischer Einfluss

Die ältesten uns bekannten Bewohner der Iberischen Halbinsel sind die Iberer, die ein Volk afrikanischen Ursprungs sind. Um 600 v. Chr. kommen die Kelten über die Pyrenäen, die sich daraufhin mit den Iberern zu den Keltiberern vermischen. Das Baskische ist der einzige sprachliche Überrest aus jener Epoche, das noch von ca. 850.000 Menschen am Golf von Biskaya beiderseits der spanisch-französischen Grenze gesprochen wird. Gibt ein erobertes Volk die eigene Sprache nach einer Periode der Zweisprachigkeit zu Gunsten der prestigeträchtigeren Sprache der Eroberer auf, so wirken sich dennoch Sprechgewohnheiten (vor allem in Lautung und Wortschatz) auf die neue Sprache aus, und man bezeichnet die aufgegebene Sprache als Substrat. Das Keltiberische wirkte sich wie folgt aus: # Sonorisierung der intervokalischen Verschlusslaute p;t;k zu b;d;g (amica->amiga). # Lenition des Nexus [kt] über [çt] zu [it]. Im Kastilischen entwickelte sich der Nexus weiter. Das t wurde durch vorangehenden Palatal ebenfalls palatalisiert. Daher nocte->noche. Das Baskische ist ein Adstrat, da keine der Sprachen aufgegeben wurde. Auf baskischen Einfluss ist folgendes Phänomen zurückzuführen: Ersatz des anlautenden f durch h, das jedoch im weiteren Verlauf aspiriert wurde. (farina->harina, factu->hecho)

Lateinische Grundlage

Im 3. Jahrhundert v. Chr. beginnen die Römer mit der Eroberung der Iberischen Halbinsel. Zu jener Zeit werden hier (abgesehen von einzelnen Dialekten) Iberisch, Keltisch, Keltiberisch, Baskisch und Griechisch gesprochen. Unter Kaiser Augustus befindet sich die gesamte Halbinsel in römischer Hand. Durch eine starke militärische Präsenz und durch zahlreiche römische Beamte verbreitet sich die lateinische Sprache dort sehr schnell. Latein wird so zur Kultursprache, die Ursprachen werden allmählich zurückgedrängt. Nur in den westlichen Pyrenäen stößt das Lateinische auf stärkeren Widerstand, wodurch dort die Ursprache (Baskisch) erhalten bleibt.

Germanischer Einfluss

Als die Goten im Jahr 414 in Spanien einfallen, spricht man schon auf der gesamten Halbinsel Latein mit lokaler Färbung. Obwohl die Goten für die darauffolgenden drei Jahrhunderte die Herrschaft in Spanien haben, beeinflussen sie weder Sprache noch das soziale Leben sehr tief. Ein Grund dafür, dass sich Spanier und Goten nicht vermischen ist hauptsächlich religiösen Ursprungs: die Spanier sind Katholiken, die Goten Arianer. Als im Jahr 589 König Rekkared I. mit seinem Volk zum Katholizismus übertritt, verschwindet das Gotische bald vollkommen. Dennoch gibt es ein paar wenige Wörter im Spanischen, die germanischen Ursprungs sind. Man nimmt aber an, dass diese nicht durch die Goten, sondern schon vorher durch die Römer, die in Gallien mit germanischen Stämmen in Berührung gekommen waren, nach Spanien gebracht wurden.

Arabischer Einfluss

Einen tiefgehenden und dauerhafteren Einfluss auf das Spanische haben die arabischen Eroberer, die 711 von Afrika aus ihre Expansion nach Osten und Norden der Halbinsel beginnen. Sie besetzen ganz Spanien mit Ausnahme des Kantabrischen Gebirges, wo eine kleine Schar Spanier Zuflucht sucht und die spätere Rückeroberung (Reconquista-Bewegung) Spaniens organisiert. Als im Jahr 1492 diese Rückeroberung mit dem Fall von Granada abgeschlossen ist, sind schon viele arabische Elemente in das Spanische aufgenommen. Anschließend werden aber wieder einige arabische Wörter aus dem spanischen Wortschatz ausgestoßen. Nach Auswertung des Wörterbuches der Real Academia Española von 1995 enthält das heutige Spanische noch 1285 Entlehnungen aus dem Arabischen (Arabismen) (vgl. hierzu [http://www.uni-muenster.de/Romanistik/dozenten/noll/al.pdf Volker Noll in Romania Arabica], Fs Kontzi, 1996, S. 299–313). Somit ist das Spanische die romanische Sprache mit den meisten arabischen Lehnwörtern; es handelt sich dabei nicht nur um Kulturbegriffe, sondern auch um Bezeichnungen für Begriffe des alltäglichen Lebens, z. B. aceite: „Öl“, aceituna: „Olive“. Arabische Lehnwörter und ihre Ableitungen finden sich in den folgenden Wortschatzbereichen: Verwaltung und Staatswesen, Heerwesen, Münzprägung, Naturwissenschaften, Landwirtschaft (Ackerbau, Bewässerungsanlagen), Hausrat, Kleidung, Speisen, Pflanzen- und Tierbezeichnungen und andere.

Das heutige Spanisch

Das Lateinische, das von den Römern nach Spanien gebracht wird, ist nicht die klassische lateinische Sprache, sondern die gewöhnliche Umgangssprache der Legionäre (Vulgärlatein). Aus dieser Sprache entwickeln sich mit der Zeit unter verschiedenen geographischen und ethnographischen Einwirkungen unterschiedliche romanische Dialekte. Einer dieser Dialekte, das Kastilische, entsteht in einer schwach romanisierten Gegend im Norden Spaniens, im Grenzgebiet der heutigen spanischen Provinzen Burgos, La Rioja, Vizcaya und Álava. Dieser Dialekt Altkastiliens zeichnet sich dadurch aus, dass er stärker von den vorromanischen Sprachen (Baskisch) geprägt ist und wird später durch politische Umstände zur Schrift- und Nationalsprache Spaniens. Es sind nämlich die Grafen Altkastiliens, die in andauernden Kämpfen gegen die Araber ihr Staatsgebiet nach Süden hin erweitern. Im Verlauf dieser Reconquista-Bewegung schiebt sich das Altkastilische wie ein Keil in das übrige romanische Sprachgebiet hinein und drängt die anderen Sprachformen an die westliche (Asturisch-Leonesisch und Galicisch, aus dem sich später Portugiesisch entwickelt) und östliche (Aragonesisch, Katalanisch) Peripherie des Landes ab, wodurch sich der Bereich der kastilischen Sprache enorm vergrößert. In der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts wird Kastilien zum Königreich ausgerufen und im Jahr 1085 Toledo zur Hauptstadt bestimmt. So wird die kastilische Mundart zur Hof- und Umgangssprache des jungen Königreichs. Von sprachpolitischer Bedeutung sind die Reformen Ferdinands III. (12171252) und Alfons X. (12521282), durch die das Lateinische als Urkundensprache abgeschafft wird, und das Kastilische diese Funktion übernimmt. Schon im Verlauf des späten Mittelalters verbreitet sich das Kastilische nicht nur als Schriftmedium, sondern auch als gesprochene Sprache außerhalb Kastiliens. Nach der Vereinigung von Kastilien und Aragón (1479) wird es zur Staatssprache des Königreichs Spanien. Das Spanische wie wir es heute kennen, ist also eine Weiterentwicklung der lateinisch-kastilischen Mundart mit toledanischer Färbung. Im Jahr 1713 entsteht nach französischem Vorbild die „Real Academia de la Lengua“, die als anerkannte Autorität in Sprachfragen gilt. Zwischen 1726 und 1739 wird das „Diccionario de Autoridades“ herausgegeben, im Jahr 1771 erscheint die Grammatik der Akademie.

Grammatik

1771

Modi und Zeitformen


- Infinitivo
- Indicativo
  - Presente
  - Perfecto
  - Imperfecto
  - Pluscuamperfecto
  - Indefinido
  - Futuro
  - Futuro perfecto
- Subjuntivo
  - Presente
  - Perfecto
  - Imperfecto
  - Pluscuamperfecto
  - Futuro
  - Futuro perfecto
- Condicional
  - Condicional
  - Condicional compuesto
- Imperativo
- Gerundio
- Participio http://verbix.com/languages/spanish.shtml – Konjugationstabellen aller Verben

Das amerikanische Spanisch

In den meisten Ländern Süd- und Mittelamerikas wird Spanisch als Muttersprache gesprochen. Da es sich hierbei um ein großes Gebiet handelt und seit der Kolonialisierung durch die Spanier bereits Jahrhunderte vergangen sind, weist das lateinamerikanische Spanisch gewisse Abweichungen zum Kastilischen auf. Diese sind in der Schrift- und Verkehrssprache nicht allzu groß; die Umgangssprachen und Dialekte der einzelnen Länder unterscheiden sich dagegen teilweise recht deutlich, und zwar nicht nur in der Aussprache, sondern auch im Vokabular. Nicht zuletzt sind diese Abweichungen auf den (in den einzelnen Regionen unterschiedlich starken) Einfluss verschiedener indigener Sprachen zurückzuführen. Einige Wörter haben in Amerika einen Bedeutungswandel durchgemacht, auf grammatikalischem Gebiet sind aber bis auf Besonderheiten in der Verwendung der Vergangenheitstempora (Dominanz des Indefinido) und den „voseo“ in Argentinien und Uruguay, aber auch in Nikaragua, keine nennenswerten Veränderungen eingetreten. Auch wenn Aussprache und Wortschatz in den einzelnen amerikanischen Ländern variieren, kann man doch einige allgemeine Hauptunterschiede zwischen der Sprache Süd- und Mittelamerikas und dem Kastilischen festhalten:
- Typisch für Lateinamerika ist der so genannte seseo. Während im europäischen Spanisch ein z meist wie ein stimmloses englisches th ausgesprochen wird, wird es in lateinamerikanischer Aussprache zu einem normalen stimmlosen s-Laut. Dasselbe trifft auf das c vor e und i zu (z. B. in nación). Diese Aussprache kommt aus dem Südspanischen und hat sich auch deshalb in Lateinamerika durchgesetzt, weil im 16. und 17. Jahrhundert die meisten spanischen Einwanderer nach Amerika aus dem Süden Spaniens (v. a. Extremadura und Andalusien) kamen.
- Auch die Tendenz das s anzuhauchen (z. B. „ehtoy“ statt „estoy“) ist in vielen lateinamerikanischen Ländern vorzufinden und ist ebenfalls mit dem Andalusischen zu vergleichen.
- Die Vergangenheitsform Pretérito Perfecto (He comprado) ist unüblich. Stattdessen verwendet man meist das Pretérito Indefinido (Yo compré), soweit man das „Noch-Andauern“ einer Handlung nicht explizit betonen will.
- Die in Spanien nur als Höflichkeitsform (etwa dem „Siezen“ im Deutschen vergleichbar) im förmlichen Umgang verwendete Anrede „usted(es)“ (< vuestra merced, übersetzt etwa: „Euer Gnaden“) ist in Lateinamerika die standardsprachliche und allgemein verbreitete Anredeform, ganz unabhängig von Sprachebene oder Vertrautheit. So wird die 2. Person Plural im amerikanischen Sprachraum überhaupt nicht benutzt und stets durch die Anrede in der 3. Person ersetzt, an die Stelle des Personalpronomens „vosotros“ tritt immer „ustedes“. Auch im Singular ist die Anrede in der 2. Person mit „tú“ in vielen Gebieten unüblich (oder gilt als unhöflich) und man greift generell zur 3. Person mit „usted“.
- Eine grammatikalische Besonderheit der argentinischen und uruguayischen Sprachvariante ist der voseo, d. h. anstatt des Personalpronomens wird in der 2. Person Singular vos verwendet. Die Verben werden dann anders konjugiert (beispielsweise vos sos: „du bist“, standardspanisch tú eres).
- Es gibt viele Abweichungen zwischen dem kontinentalspanischen und dem lateinamerikanischen Wortschatz und überdies auch innerhalb Lateinamerikas von Land zu Land verschiedene semantische Eigenarten. Sie betreffen aber hauptsächlich die Umgangssprache und Begriffe des täglichen Lebens. Ernsthafte Verständigungsprobleme zwischen Sprechern aus verschiedenen europäischen und amerikanischen Teilgebieten des spanischen Sprachraums gibt es deshalb kaum. Einige Beispiele: Zu Missverständnissen kommt es wohl am ehesten durch Worte, die neben der allgemeinen Bedeutung in bestimmten Ländern eine umgangssprachliche Spezialbedeutung besitzen. So ist etwa das in Spanien unproblematische und für alle möglichen Sachverhalte häufig gebrauchte Verb coger („nehmen, ergreifen, fangen“) in den meisten Ländern Lateinamerikas ein ordinärer Ausdruck für die Ausübung des Geschlechtsverkehrs. Der Satz „Ich werde den Bus nehmen“ (Voy a coger el autobús) ist daher in Anwesenheit von Latinos aus diesen Ländern ein sicherer Lacherfolg (Ich werde den Bus ficken.). Auch das Wort guagua sorgt in diesem Zusammenhang immer wieder für Heiterkeit. Während es auf den Kanarischen Inseln, Kuba und der Dominikanischen Republik gleichbedeutend mit (Stadt)-Bus ist, steht es in Andenländern wie Chile, Peru oder Ecuador für Krabbel- oder Kleinkind (hier: Xenismus aus Quechua), so dass auch hier Missverständnisse programmiert sind. Weitere Beispiele, hier aus der Dominikanischen Republik, zeigen, wie die Wörter vom europäischen Spanisch abweichen können: la china - die Orange, la italiana - die Mandarine, la lechoza - die Papaya, el guineo - die Banane, la chinola - die Maracuja. Das spanische Wort guapo/-a für hübsch wird in der Dominikanischen Republik im Sinne von agressiv oder wild verwendet. Hübsch wird hier mit bonito/-a oder lindo/-a übersetzt. Una chica guapa ist in Spanien ein hübsches Mädchen, in der Dominikanischen Republik ein wütendes Mädchen.

Aussprache

Siehe: Aussprache der spanischen Sprache

Hörbeispiele


- Bild:Audiobutton.png Adiós, hasta mañana. (27 KB) – „Auf Wiedersehen, bis morgen.“
- Bild:Audiobutton.png ¿Qué hay de nuevo? (24 KB) – „Was gibt's Neues?“
- Bild:Audiobutton.png Yo estoy bien, gracias, ¿y tú? (29 KB) – „Danke, mir geht es gut, und Dir?“ Gesprochen von einem Einwohner Madrids.

Vom Spanischen abgeleitete Sprachen

Spanischbasierte Kreolsprachen


- Chabacano (Philippinen)
- Palenquero (Kolumbien)

Hybriddialekte

Hybriddialekte (Mischsprachen) existieren dort, wo Spanisch und Portugiesisch aufeinandertreffen
- A Fala in Spanien
- Barranquenho in Portugal
- Portuñol in Uruguay

Judenspanisch/Ladino

Judenspanisch ist das Spanisch der 1492 aus Spanien vertriebenen Juden Sephardim. Sie leben heute in Griechenland, Türkei, Israel, Nordmarokko und den USA. Die Sprecherzahl wird auf 150.000 geschätzt.

Sonstiges


- Lunfardo: eine Gaunersprache in Argentinien, die auch im Tango Verwendung findet

Spanisch für Nicht-Muttersprachler

Spanisch (Kastilisch) erfreut sich auch in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Im Zuge der Globalisierung ist es auch immer wichtiger, neben Englisch auch eine weitere Fremdsprache zu sprechen. Spanisch empfiehlt sich hier, da es unter den romanischen Sprachen die wichtigste (vor allem ökonomisch gesehen) und die am weitesten verbreitete Sprache ist. Es besteht für Interessierte beispielsweise die Möglichkeit, Sprachdiplome der Universität Salamanca zu erwerben. Es gibt hier drei Schwierigkeitsgrade (Diploma Inicial, Medio, Superior). In Deutschland kann man an vielen Volkshochschulen entsprechende Kurse und Prüfungen ablegen. Die Organisation der Prüfungen übernimmt das Instituto Cervantes, das in München und in weiteren deutschen Städten vertreten ist.

Siehe auch


- Das amerikanische Spanisch der USA
- Das argentinische Spanisch
- Spanglish
- Murciano
- Andalusischer Dialekt
- Redewendung: Das kommt mir spanisch vor

Literatur

Spanische Sprachgeschichte


- Antonio Tovar: Einführung in die Sprachgeschichte der Iberischen Halbinsel. 1983
- Annegret Alsdorf-Bollee: Spanische Sprachgeschichte. 2003
- Wolf Dietrich/ Horst Geckeler: Einführung in die spanische Sprachwissenschaft. 2004

Das Spanische in Amerika


- Volker Noll: Das amerikanische Spanisch. 2001
- Hugo Kubarth: Das lateinamerikanische Spanisch. 1987
- Hans-Dieter Paufler: Lateinamerikanisches Spanisch. 1977

Weblinks


- [http://enciclopedia.us.es/ Enciclopedia Libre (spanisch)]

Sprachwissenschaft und Grammatik


- [http://www.garske.be/Homepage/Seiten/dokumente/Hisp_Linguistik_Einfuehrung_SpanSprachwissenschaft.pdf Einführung in die spanische Sprachwissenschaft (PDF)]
- [http://www.garske.be/Homepage/Seiten/dokumente/Hisp_Linguistik_Zusatzblatt.pdf Phonetische und phonologische Klassifikation der spanischen Konsonanten (PDF)]
- [http://www.sprachurlaub.de/service/sprachurlaub.de_grammatik-spanisch.pdf Spanische Grammatik (PDF)]
- [http://verbs.obrist.org/ Online-Tool für spanische Verben]
- [http://www.verben.info/spanische-verben/spanische-verben.htm Spanische Verben online üben]
- [http://hispanoteca.de/ verschiedene Aspekte der spanischen Sprache (deutsch und spanisch)]

Wörterbücher und Übersetzung


- [http://www.myjmk.com/ Deutsch/Spanisch-Wörterbuch und Forum]
- [http://pauker.at/deutsch/W%F6rterb%FCcher/Spanisch.html Wörterbuch, Vokabeltrainer und Übersetzungsforum]
- [http://dix.osola.com Gratiswörterbuch Deutsch-Spanisch von Raimundo Sierra]
- [http://buscon.rae.es/diccionario/drae.htm Wörterbuch der Real Academia Española (spanisch)]
- [http://www.kuba-cuba.com/woerterbuch.htm Deutsch/Kubanisch-Wörterbuch]

Spanisch lernen


- [http://www.estudiando.de/ curso de español – Online-Lehrbuch mit Sounddateien]
- [http://www.super-spanisch.de Website rund ums Spanisch lernen]
- [http://www.spanisch-live.de/freizeitkurs/index.php Online-Kurs mit Soundausgabe] Kategorie:Romanische Sprache Kategorie:Spanische Sprache ja:スペイン語 simple:Spanish zh-cn:西班牙语 zh-tw:西班牙語

Liste von Hispanismen

Dies ist eine Liste von Hispanismen, d.h. von Wörtern spanischer sowie lateinamerikanischer Herkunft, die in der deutschen Sprache benutzt werden:

A

Adjutant - Adobe - Alkoven, (arab.) - Alligator - Alpaka - Armada - Aviso

B

Bandit - Barbecue (eigentlich aus dem englischen entlehnt) - Barkasse - Bastonade - bizarr - Bolero - Brigade

C

Cafeteria - Calamares - Canasta - Cha-Cha-Cha - Chaconne - Chinchilla - Coca - Contra

D

Demarkation - Dengue - disparat - Don, Doña - Dublone

E

El Niño - Eldorado - Embargo

F

Fandango - Fanfare - Flotte - Flottille

G

Gala - Gamasche - Gitarre - Guano - Guerilla (aus guerrilla über das Französische guérilla) - gratis

I

Indigo

K

Kaiman - Kakao - Kalebasse - Kamarilla - Kamerad - Kanarienvogel - Kannibale - Karamel - Kargo - Kasko - Kastagnette - Kavalier - Knaster - Kompliment - Kondor - Kreole

L

La Niña - La Ola - Lama - Lasso - liberal - Liga - Limette

M

Machete - Mais - Manguste - Matador - Mate - Melasse - Merino - Mulatte

N

Natron - Neger

P

Paella - Parade - parieren - Platin - Platine

Q

Quadrille - Quechua - Quesadilla - Quinoa

R

Romanze

S

Sarabande - Sassafras - Schaluppe - Schokolade - Serenade - Siesta - Silo - Sombrero

T

Tabak - Tequila - Tomate - Torero - Tortilla - Trense

V

Vanille

X

Ximénez (alkoholisches Getränk)

Y

Yucca

Z

Zigarillo - Zigarre

Siehe auch


- Hispanismus
- Liste von Anglizismen
- Liste von Gallizismen

Weblinks

Hispanismen, Liste von Kategorie:Etymologie Hispanismen

Lehnwort

Ein Lehnwort (Materialentlehnung) ist eine Form der Entlehnung, nämlich ein Wort, das einer anderen Sprache entlehnt ist. Im Unterschied zum Fremdwort, dem der fremdsprachige Ursprung noch anzumerken ist, ist das Lehnwort in Schreibung, Lautung und Betonung so weit an den Sprachgebrauch der Zielsprache angepasst, dass es nicht oder kaum mehr als fremd wahrgenommen wird.

Begriff

Lehnwörter, die vor der 2. Lautverschiebung in die deutsche Sprache aufgenommen wurden, haben diese, ebenso wie die Erbwörter, mitgemacht und sind deshalb Erbwörtern so ähnlich geworden, dass man sie strukturell nicht mehr unterscheiden kann. (Beispiel: Palatin > Pfalz). In der deutschen Sprache kommt dazu, dass ihre Schreibweise erst viel später festgelegt wurde und man sie deshalb auch nicht mehr an einer abweichenden Schreibweise unterscheiden kann. Eine Unterscheidung ist hauptsächlich durch Kenntnis ihrer Etymologie oder durch Sprachvergleich möglich. Prinzipiell unterliegen Lehnwörter den gleichen sprachlichen Änderungen wie Erbwörter (zum Beispiel Bedeutungswandel und Lautverschiebungen). An der Art der Lautstruktur eines Lehnwortes kann man den Zeitraum der Entlehnung bestimmen. Einige Wörter wurden mehrfach entlehnt und unterscheiden sich heute in Bedeutung und Aussprache, beispielsweise Partei (seit dem Mittelalter) vs. Partie (seit dem 17. Jahrhundert) vs. Party (seit dem 20. Jahrhundert). Manchmal behält ein Lehnwort die ursprüngliche Form, während es sich in der Ursprungssprache ändert oder dort sogar verschwindet. Bei der Zuordnung eines Lehnwortes zur Ursprungsprache (siehe untenstehende Liste) kommt es nicht darauf an, aus welcher Sprache das Wort tatsächlich ursprünglich kommt, sondern nur, aus welcher Sprache heraus es in die Zielsprache übernommen wurde. Neben den Lehnwörtern gibt es auch Lehnbedeutungen, Lehnbildungen, Scheinentlehnungen und Falsche Freunde.
- Beim Lehnwort wird das Fremdwort in Klang und Schriftbild an die eigene Sprache angeglichen, beispielsweise Fenster aus dem Lateinischen fenestra oder Grenze aus dem Polnischen (granica).
- Bei einer Lehnbedeutung wird die Bedeutung eines fremden Wortes übernommen und auf ein einheimisches Wort übertragen. Das gotische daupjan mit der Grundbedeutung untertauchen bekam unter dem Einfluss des griechischen baptizein die Bedeutung jemanden durch Untertauchen zum Christen machen (taufen), und das deutsche Wort schneiden erhielt vom englischen Ausdruck to cut a person die Zusatzbedeutung jemanden absichtlich nicht kennen; s. Begriffsübernahme.
- Bei der Lehnbildung gibt es drei Varianten:
  - die Lehnübersetzung, wo ein meist zusammengesetztes Fremdwort Glied für Glied übersetzt wird: Beispiele sind Großvater von französisch grand-père oder Flutlicht vom englischen flood light.
  - die Lehnübertragung, wo die fremden Bestandteile teilweise übersetzt werden, z.B. Wolkenkratzer von englisch skyscraper (wörtlich Himmelskratzer) oder Fernsprecher von Telephon (Fern-Klang).
  - die Lehnschöpfung, wo unabhängig vom fremden Wort eine entsprechende deutsche Wortneubildung stattfindet um das Fremdwort zu ersetzen, z.B. Kraftwagen statt Automobil oder Wasserglätte statt Aquaplaning.
- Scheinentlehnungen sind Wörter, die so klingen, als kämen sie aus einer fremden Sprache, in dieser Sprache aber nicht existieren, z.B. Friseur (französisch coiffeur), Handy (englisch mobile phone), Smoking (englisch dinner jacket). Ein Xenismus (v. griech.: xenos fremd) ist ein Wort oder eine Wortbildung, das eine neue Bedeutung aus einer fremden Sprache in die eigene Sprache hineinträgt, oder den Begriff der eigenen Sprache ersetzt oder verdrängt. Z.B. bedeutete "realisieren" in der deutschen Sprache immer "verwirklichen"; unter dem Einfluss des englischen "to realise" wird es aber immer mehr als Synonym für "bemerken" verwendet. So wie die deutsche Sprache zu jeder Zeit durch fremde Begriffe verändert wurde, finden ebenso Germanismen in anderen Sprachen Aufnahme.

Lehnwörter nach Ursprungssprachen

Beispiele:

aus der arabischen Sprache (Arabismus)


- Liste deutscher Wörter aus dem Arabischen Aba - Admiral - Algebra - Algorithmus - Alkohol - Beduine - Chemie - Emir - Gibraltar - Harem - Kaffee - Kali/Kalium/alkalisch - Kalif - Laute - Matt - Mufti - Scheich - Tarif - Ziffer - Zucker

aus der chinesischen Sprache (Sinismus)


- Liste deutscher Wörter aus dem Chinesischen Ketchup (ursprünglich Malayisch) - Kotau - Kuli - Taifun - Tee (südchinesischer Dialekt) - Tofu

aus der deutschen Sprache (Germanismus)

siehe Liste deutscher Wörter in anderen Sprachen.

aus der englischen Sprache (Anglizismus)


- Liste deutscher Wörter aus dem Englischen und Amerikanischen

aus der Sprache der Aborigines

Hier sind Wörter aufgelistet, die durch die englische Sprache in die deutsche Sprache gelangt sind, jedoch ihren Ursprung von australischen Ureinwohnersprachen haben. Siehe auch: Australisches Englisch Bumerang - Känguru - Koala

aus Amerika (Amerikanismus)

Bob - lynchen ursprünglich aus dem irischen, ebenso wie Boykott - Quiz - Tanker

aus Großbritannien

clever - Film - Keks - Streik

aus Eskimosprachen

Iglu - Kajak - Kanu - Anorak

aus der finnischen Sprache (Fennizismus)

Sauna

aus der französischen Sprache (Gallizismus)


- Liste deutscher Wörter aus dem Französischen Bistro (evtl. aus dem Russischen)

aus der griechischen Sprache (Gräzismus)

Achtung: Viele der folgenden Ausdrücke sind nur indirekte Lehnwörter aus dem Griechischen, denn
- es handelt sich um Wörter, die zwar ursprünglich aus dem Griechischen stammen, dann aber in eine andere Sprache übergingen und nachgewiesenermaßen erst von dort aus ins Deutsche entlehnt wurden
- es handelt sich um in der Neuzeit in modernen Sprachen aus griechischem Wortmaterial zusammengesetzte Bildungen, die im Griechischen in dieser Form nie existiert haben -- auch wenn sie teilweise heute in die Neugriechische Sprache zurück-übernommen worden sind.
- Liste deutscher Wörter aus dem Griechischen

aus der hebräischen Sprache (Hebraismus)


- Liste deutscher Wörter aus dem Hebräischen Amen - betucht - Chuzpe - Ganove - Guten Rutsch - Hals- und Beinbruch - Kassiber - Kluft - Kohl - Massel - meschugge - Messias - mies - Mischpoche - Pleite - Schmiere - schofel - Stuss - Sabbat - Schickse - Schlamassel - Schmiere - Tacheles - Tinnef - Tohuwabohu - Zoff Jiddisch ist eine häufige Quelle für Hebraismen im Deutschen. Vgl. auch: Jenische Sprache, Jiddisch, Lottegorisch (Carlsberg), Manisch, Masematte (Münster), Mattenenglisch, Rotwelsch, Sintitikes

aus den indischen Sprachen


- Liste deutscher Wörter aus dem Indischen Dschungel - Gulli - Guru - Nirvana - Punsch - Pyjama - Shampoo - Yoga

aus den iranischen Sprachen (z.B: persisch)

Absinth - Algorithmus - Baldachin - Balkon - Basar - Kapern - Karawane - Kaviar - Khaki - Kiosk - Magier - Orange - Paradies - Pistazie - Pyjama - Rochade - Schach - Schal - Tambour - Tasse - Trabant - Tulpe - Jasmin

aus der italienischen Sprache

Antenne - Bank - Bankrott - Bilanz - Fango - Fumarole - Getto - Gorgonzola - Graffiti - Kanone - Kapital - Kartoffel - Kasse - Korridor - Kredit - Konto - Lava - Makkaroni - Marzipan - Melone - Mole - Mortadella - Mozzarella - Muskat - Netto - Parmesan - Peperoni - Pistazie - Pizza - Porto - Prokura - Rest - Risiko - Salami - Salto - Solfatare - Spaghetti - Zitrone - Zucchini sowie eine Vielzahl von Wörtern aus der Musik: Alt - Bass - Dur - Forte - Intermezzo - Mezzosopran - Moll - Piano - Sopran - Tenor

aus der japanischen Sprache


- Liste deutscher Wörter aus dem Japanischen Bonsai - Bonze - Harakiri - Judo - Kamikaze - Karaoke - Karate - Kimono - Manga - Mikado - Tamagotchi

aus der lateinischen Sprache (Latinismus)

Es gilt sinngemäß dieselbe Einschränkung wie oben bei den Gräzismen:
- Liste deutscher Wörter aus dem Lateinischen

aus der niederländischen Sprache

Auster - Boss - Korfball - Matrose - Matjes - Abstecher - Stillleben - bugsieren

aus den polynesischen Sprachen

Aloha - Tätowierung - Tabu

aus den slawischen Sprachen

Blinse (sächsisch) - Karst - Kren (österreichisch) - Kukuruz (Austriazismus) - Petschaft - Quark (Lebensmittel) - Ranzen - Vampir - Weichsel (Austriazismus) - Wodka

aus der slowenischen Sprache

Jause

aus der polnischen Sprache

Penunze - Jauche - Kalesche - Gurke - Grenze - Peitsche - Säbel - Solidarność - Szlachta - Zloty

aus der russischen Sprache (Russizismus)


- Liste deutscher Wörter aus dem Russischen Agitprop - Apparatschik - BolschewismusDatsche - Droschke - Intelligenzia - Kalaschnikow - Kosmonaut - Molotowcocktail - Perestroika - Podsol - Pogrom - Politbüro - Rubel - Sputnik - Werst - Zar

aus der slowakischen Sprache

Brimsen (österreichisch)

aus den skandinavischen Sprachen

Fjord - Geysir - Hummer - Knäckebrot - Ombudsmann - Rentier - Ski - Slalom - Troll

aus der spanischen Sprache (Hispanismus)


- Liste deutscher Wörter aus dem Spanischen

aus der tschechischen Sprache

Buchtel (Austriazismus) - Kolatsche (Austriazismus) - Powidl (Austriazismus) - Roboter - Polka - Tuchent (Austriazismus)

aus der türkischen Sprache

Döner Kebab - Tulpe

aus der ungarischen Sprache

Dolmetscher - Gulasch - Husar - Kutsche - Palatschinke - Paprika - Salamitaktik (unklar) - Tokajer - Tolpatsch Kategorie:Historische Linguistik ! ja:外来語

Gallizismus

Ein Gallizismus ist eine aus dem Französischen übernommene Spracheigenheit, meist ein Wort aber auch manchmal ganze Sätze und Wendungen. Eine besondere Form sind Scheingallizismen, die nur so aussehen als entsprächen sie direkt französischen Vorbildern. Bemerkenswert sind auch Mischformen wie "die Cour machen" für "den Hof machen" aus "faire la cour". Beispiele für Gallizismen:
- L'art pour l'art
- Honni soit qui mal y pense
- à propos
- Engagement - Ingenieur - Journalist Teilweise sieht man den Gallizismen den französischen Ursprung durch die jahrhundertelange mündliche Verbreitung nicht mehr an, die eingedeutschten Wortkombinationen ergeben auch häufig keinen inhaltlichen Sinn: Beispiele:
- mausetot (mort aussitôt - auf der Stelle tot)
- mutterseelenallein (moi tout seul - ich ganz allein) ---- Siehe auch: Lehnwort, Liste von Gallizismen, Liste verdeutschter Gallizismen Kategorie:Sprache Kategorie:Lehnwort

Panhispanismus

Als Paniberismus oder Panhispanismus werden fälschlicherweise synonym drei verschiedene politische Konzepte bezeichnet
- die Hispanidad (Hispanität, Spaniertum) , eine besonders von Spaniens Diktator Franco geförderte Kooperation der lateinamerikanischen Staaten (ohne Brasilien) mit Spanien, siehe Franquismus
- Iberoamerikanismus oder Hispanoamerikanismus, eine Sonderform des Panamerikanismus, die den Zusammenschluß der lateinamerikanischen (auch der nichtspanischen) Staaten untereinander, unter Anlehnung an Spanien (und Portugal), aber unter Ausschluß der USA und Angloamerikas, im Gegensatz zum US-Panamerikanismus also, siehe Iberoamerikanischer Gipfel
- den iberischen Unionismus bzw. Iberismus, eine Bewegung die besonders 1870-74 den Zusammenschluß nur Spaniens und Portugals unter einer königlichen Personalunion (wie schon 1580-1640) anstrebte, aber auch schon ab 1820 als Bewegung für eine föderale Republik in Erscheinung getreten war, siehe auch Liberale Revolution in Portugal. Unter Spaniens Diktatoren Primo de Rivera und Franco bzw. Portugals Diktatoren Salazar und Caetano strebte die republikanische Opposition den Sturz beider und die iberische Einheit an, nach dem tatsächlich zeitgleichen Ende beider Diktaturen 1974/75 kam der Gedanke kurzzeitig erneut auf.

Entwicklung

Der Wunsch nach Zusammenschluß der ehemals spanischen Kolonien Lateinamerikas bzw. zumindest Südamerikas untereinander war schon unmittelbar nach der mühsam erkämpften Unabhängigkeit aufgekommen, als Simon Bolivar die "Vereinten Staaten von Amerika" angestrebt hatte, nicht unähnlich dem späteren Panarabismus. Nach der endgültigen Niederlage Spaniens im Spanisch-Nordamerikanischen Krieg setzte wieder ein Gefühl "rassischer" und kultureller Hispanidad-Verbundenheit ein (La Raza Hispanica). Diese Gegenbewegung zum US-Panamerikanismus ging vor allem von Argentinien aus, wo seit 1917 der Dia de la Hispanidad (Tag des Spaniertums) gefeiert wird. Bis heute ist dieser Tag der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus, der 12. Oktober, Nationalfeiertag in Spanien, als Dia de la Raza (Tag der Rasse) aber auch offizeller Feiertag in einigen lateinamerikanischen Staaten. Mit der Betonung bzw. Verklärung der lateinischen Rasse anstelle des Spaniertums bezweckt Iberoamerika die auch kulturelle Emanzipation gegenüber Spanien, siehe auch Panlatinismus Haupthindernis gegen den Paniberismus ist aber der Widerstand der USA, vor allem aber auch der spanisch-portugiesische und der argentinisch-brasilianische Gegensatz, da sich Brasilien sowohl als Vorreiter einer südamerikanischen Einheitsbewegung (z.B. Mercosur) als auch innerhalb der CPLP (Gemeinschaft Portugiesisch-sprachiger Länder) sieht.

Siehe auch

Als Vasco-Iberismus wurde die These Wilhelm von Humboldts bezeichnet, das Baskische sei nicht nur nicht mit dem Spanischen, sondern auch nicht mit anderen indoeuropäischen Sprachen verwandt, stattdessen bestenfalls eine frühberberisch-indoeuropäische Mischform. Von Berbern und Indogermanisten zunächst abgelehnt, gewinnt die Theorie allmählich wieder an Überzeugungskraft.
- Pan-Bewegungen

Literatur


- Eberhard Straub: Das Spanische Jahrhundert. Bonn 2004

Weblink


- [http://www.crwflags.com/fotw/flags/fib.html Iberian Federalism - Flag and History]
- [http://www.cplp.org/home.asp CPLP (Comunidade dos Países de Língua Portuguesa)]
- [http://www.nclr.org/ National Council of La Raza - selbstbewußte Hispanics und Latinos in den USA] Kategorie:Spanien Kategorie:Politische Bewegung Kategorie:Nationalismus Kategorie:Lateinamerika Kategorie:Spanische Geschichte

Kategorie:Lehnwort

Kategorie:EtymologieKategorie:Wort

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