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Hollywood

Hollywood

Hollywood [] ist ein Vorort von Los Angeles im US-Bundesstaat Kalifornien mit etwa 300.000 Einwohnern. Weltbekannt wurde Hollywood als Zentrum der amerikanischen Filmindustrie. Heute wird der Begriff „Hollywood“ oft auch als Synonym für die dort ansässige Filmindustrie benutzt. Viele Amerikaner bezeichnen Hollywood dagegen abwertend mit dem Spitznamen „Tinseltown“ (= „Stadt des Talmi bzw. des Tands“). In den Hollywood Hills über der Stadt befindet sich das bekannte Hollywood Sign. Das Örtchen Hollywood, das im Jahre 1888 von der Familie Wilcox gegründet wurde, begann seinen Aufstieg 1911, als David Horsley's Nestor Company hier das erste Filmstudio eröffnete. Noch im gleichen Jahr übersiedelten 15 weitere, „Independents“ genannte Firmen von New York, dem damaligen Zentrum der Filmindustrie. Es gab mehrere Gründe für diesen Umzug. Die wichtigsten waren das geeignetere Klima und die längeren Tage (zu dieser Zeit hatte man noch kein adäquates Kunstlicht, man drehte also entweder im Freien oder in einem Studio mit Glasdach o. Ä.). Mitentscheidend war zweifelsohne auch die große Entfernung zu New York, von wo aus die mächtige Motion Picture Patents Company (MPPC) alle ihr nicht angeschlossenen Firmen mit hohen Strafen und Lizenzgebühren bedrohte. Große Hollywoodstudios heute sind: die Universal Studios und Warner Brothers. Die Geschichte des Hollywoodkinos gliedert sich in mehrere Phasen:
- Klassische Periode
- New Hollywood Siehe auch: Amerikanische Filmgeschichte, Walk of Fame, Bollywood, Hollywoodschaukel, Mount Hollywood, Hollywood Pictures

Söhne und Töchter der Stadt


- Beau Bridges, Schauspieler
- David Carradine, US-amerikanischer Schauspieler
- Leonardo DiCaprio, Schauspieler
- Tony Dow, Filmregisseur, Schauspieler, Filmproduzent und Drehbuchautor
- Aron Eisenberg, Schauspieler
- Leif Garrett, Schauspieler und Popsängerikanischer Musiker und Sänger
- Stefanie Powers, US-amerikanische Schauspielerin polnischer Abstammung
- Katharine Ross, US-amerikanische Schauspielerin und Kinderbuchautorin
- Noah Wyle, US-amerikanischer Schauspieler
- George Yardley, US-amerikanischer Basketballspieler Kategorie:Ort in Kalifornien Kategorie:Kino Kategorie:Film-Industrie ja:ハリウッド

Los Angeles

Los Angeles ist eine Stadt im US-Bundesstaat Kalifornien in den USA. Sie liegt am Pazifischen Ozean und dem Fluss Los Angeles. Mit vollem Namen heißt die Stadt eigentlich: El Pueblo de Nuestra Señora la Reina de los Angeles del Río de Porciúncula. Die häufig (auch umgangssprachlich) verwendete Abkürzung lautet „L.A.“. Los Angeles ist Hauptstadt des Los Angeles County und mit 3.877.129 Einwohnern in der eigentlichen Stadt nach New York die zweitgrößte Stadt der USA. Mit einer Einwohnerzahl von 17.542.279 im Ballungsgebiet gehört die Stadt zu den größten Metropolregionen der Welt. (Stand jeweils 1. Januar 2005) Die Stadt ist das Wirtschafts- Geschäfts- und Kulturzentrum Kaliforniens mit zahlreichen Universitäten, Hochschulen, Forschungsinstituten, Theater und Museen. Los Angeles ist weltgrößter Standort für die Flugzeug- und Raumfahrtindustrie und bekannt wegen der dort ansässigen Film- und Fernsehindustrie (Hollywood) und Musikszene.

Geografie

Geografische Lage

Der Stadtkern und die Vororte von Los Angeles liegen in einer hügeligen Küstenregion durchschnittlich 32 Meter über dem Meeresspiegel. Im Westen und Süden grenzt die Stadt an den Pazifischen Ozean. Im Osten und Norden ist sie von Gebirgsketten umgeben. Ebenfalls im Norden der Stadt liegt das San Fernando Valley, in dem ein Drittel der Bewohner überwiegend in Einfamilienhäusern lebt. Das Tal ist durch den Griffith Park und die Santa Monica Mountains von Hollywood und der Innenstadt abgeschnitten. Das über 1.290,6 Quadratkilometer verteilte Stadtgebiet von Los Angeles (71 Kilometer in Nord-Süd-Richtung und 47 Kilometer in Ost-West-Richtung) ist durch ein System von Schnellstraßen (Freeways, Stahl- und Betonkonstruktionen) miteinander verbunden. Die Auto- (größte Kraftfahrzeugdichte der Welt) und Industrieabgase sind zu einem drängenden Umweltproblem (Smog) geworden. Los Angeles hat eines der größten Smogprobleme in den USA. Die Stadt wird manchmal als horizontal city bezeichnet, da sie relativ wenige Wolkenkratzer besitzt und das gesamte Stadtgebiet sehr weitläufig ist. Hohe Grundstückspreise führen im Zentrum von Los Angeles trotzdem dazu, dass Hochhäuser sich dort inzwischen auch durchsetzen. Die geografischen Koordinaten sind 34,11 Grad nördliche Breite und 118,41 Grad westliche Länge. Die Metropolregion Los Angeles hat eine Fläche von 87.972 Quadratkilometer, was etwas größer als Österreich ist. In ihr befinden sich 173 selbständige Städte. Sie umfasst die Counties Los Angeles, San Bernardino, Riverside, Ventura und Orange.

Geologie

Orange Am Ostrand der Metropolregion verläuft die San-Andreas-Verwerfung. Die daraus resultierende Erdbebengefahr erklärt die strengen Bauvorschriften, die im gesamten südkalifornischen Erdbebengebiet angewandt werden. Seit 1800 wurde Los Angeles von neun großen Erdbeben mit einer Intensität von sechs und höher auf der Richterskala und Tausenden von kleineren Beben erschüttert. Zahlreiche Gebäude sind erdbebensicher gebaut, was die Anzahl an Todesopfern bei Beben wesentlich verringert. Bis zum Jahre 1958 bestand zudem eine gesetzliche Vorschrift, wonach die Obergrenze für Gebäude 45 Meter beziehungsweise 14 Stockwerke nicht übersteigen durfte. Eine Ausnahme war nur das Rathaus von 1928 mit 138 Metern. Erdbebensichere Konstruktionen machten das Gesetz dann später überflüssig. Die Gefährdung durch Erdbeben, die Abkehr von dichter Bebauung und die Festlegung eines Leitbildes, wonach Los Angeles eher eine Art "City in the Garden" werden sollte, standen als Idee hinter dieser Vorschrift. Auch dies ist eine Erklärung für die Ausdehnung der Stadt.

Stadtgliederung

1928 Los Angeles gliedert sich in 15 Bezirke (Districts).

Klima

1928 Die Stadt liegt in der gemäßigten Klimazone. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 16,5 Grad Celsius und die jährliche Niederschlagsmenge 295 Millimeter im Mittel. Der wärmste Monat ist der August mit durchschnittlich 20,8 Grad Celsius und der kälteste der Januar mit 12,5 Grad Celsius im Mittel. Fast der gesamte Jahresniederschlag fällt in der Zeit von November bis April. Zwischen Mai und Oktober ist es überwiegend trocken. Im Sommer herrschen in Los Angeles tagsüber meist Temperaturen um die 20 bis 28 Grad Celsius. Ohne die Lage an der Pazifikküste wäre es noch wärmer, da der Wind vom Meer die Temperaturen abschwächt. Im Winter dagegen ist es etwas kälter, wobei die Temperaturen fast nie unter 15 Grad Celsius sinken. Nachts sinkt die Temperatur durchschnittlich immer um circa zehn Grad Celsius ab. Die Luftfeuchtigkeit liegt bei 50 bis 75 Prozent. Alle zwei bis drei Jahre kommt es zu einer Hitzewelle, bei der die Temperaturen über 40 Grad Celsius steigen. Dies ist durch die aus den östlich von Los Angeles gelegenen Wüstenregionen kommenden Winde zu erklären, die über die Santa-Ana-Berge nach Los Angeles kommen. Sie werden auch Santa-Ana-Wind genannt.

Geschichte

Stadtgründung

Santa-Ana-Wind Am 4. September 1781 wurde die Gemeinde Los Angeles von dem spanischen Gouverneur Kaliforniens, Felipe de Neve, mit 44 Siedlern auf dem Gebiet der Tongvá Indianer gegründet. Damals wurde dort noch hauptsächlich Viehzucht betrieben. Der Name Los Angeles kommt aus dem Spanischen und bedeutet „die Engel“. Er stellt eine Verkürzung des ursprünglichen Ortsnamens El Pueblo de Nuestra Señora la Reina de los Ángeles de Porciuncula (zu deutsch: „Die Stadt unserer lieben Frau, der Königin der Engel von Portiuncula“) dar. Im Jahr 1835 wurde Los Angeles zur Stadt und gleichzeitig zur Hauptstadt von Mexikos nördlichster Region Alta California erhoben. Die Bevölkerung wuchs bis 1836 bis auf 2.228 Einwohner an, um danach wieder vorübergehend zurückzugehen. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts war Los Angeles eine mexikanische Gemeinde, die sich vorwiegend aus amerikanischen Siedlern, armen chinesischen Arbeitern und einigen wenigen wohlhabenden mexikanischen Großgrundbesitzern zusammensetzte. Während des Mexikanisch-Amerikanischen Krieges zwischen 1846 und 1848 wurde Alta California und damit auch Los Angeles von US-amerikanischen Soldaten besetzt und den USA angegliedert.

Industrialisierung

Der Ort erhielt am 4. April 1850 Stadtrecht im Rahmen der Gründung des Staates Kalifornien durch die USA; er hatte damals 1.610 Einwohner. Nach der Anbindung an die Union Pacific Railroad im Jahre 1876 und an die Eisenbahnlinie nach Santa Fe im Jahre 1885 sowie dem Beginn der Förderung von Kohle 1890 und Erdöl 1892 setzte das Wachstum der Stadt ein. Zu dieser Zeit wurden Bewässerungstechniken erprobt und für die Region geeignete Anbauprodukte entdeckt. Die Stadt war damals ein Synonym für gute Gesundheit, eine saubere Umwelt, reichlich Sonne und endlose Zitrusplantagen. Die größte Zuwanderergruppe waren Flüchtlinge aus dem Mittleren Westen, die aus Staaten wie Iowa und Indiana kamen und als neue politische Herrscherklasse die alte mexikanische Elite ablösten. Schon bald wurden die alten Großfarmen parzelliert und wuchs die Bevölkerung. Im Jahre 1900 hatte die Stadt 100.000 Einwohner, bis 1910 verdreifachte sich diese Zahl. Von 1899 bis 1914 wurde ein großer Hafen gebaut. Als die örtlichen Wasservorräte für Los Angeles nicht mehr ausreichten, wurde 1913 im Norden ein Aquädukt errichtet. Nach der Eingemeindung zahlreicher Nachbargemeinden umschloss das Stadtgebiet von Los Angeles auch mehrere Städte wie Wilmington (1909), San Pedro (1909), Hollywood (1910), Sawtelle (1922), Hyde Park (1923), Eagle Rock (1923), Venice (1925), Watts (1926), Barnes City (1927) und Tujunga (1932). Santa Monica, Beverly Hills und San Fernando, die im allgemeinen als wirtschaftliche und kulturelle Teile von Los Angeles betrachtet werden, konnten verwaltungsmäßig aber ihre Selbständigkeit bis heute bewahren.

Wirtschaftszentrum

San Fernando 1932 war Los Angeles Austragungsort der Olympischen Sommerspiele. Bereits Mitte des 20. Jahrhunderts war das kleine Vorstadthaus mit Swimming Pool und Doppelgarage zum dauerhaften Symbol der Stadt geworden. Auch die ab 1910 stark aufstrebende Filmindustrie lockte viele Neuankömmlinge nach Los Angeles, doch der wahre Boom kam erst nach dem 2. Weltkrieg mit der Luft- und Raumfahrtindustrie, deren Betriebe sich durch den Krieg zahlreich ansiedelten. 1960 wurde das erste Bürohochhaus in die ehemals niedrige Silhouette der Stadt gebaut, deren höchstes Bauwerk bis dahin die City Hall von 1928 war. Im August 1965 kam es zu schweren Ausschreitungen, bei denen 34 Menschen ums Leben kamen. 1984 war Los Angeles zum zweiten mal Austragungsort der Olympischen Sommerspiele. Die Unruhen in Los Angeles im April 1992 stellten einen der größten Aufstände in der Geschichte der USA dar. Ausgelöst wurden sie, als vier Polizisten mit weißer Hautfarbe, die den Schwarzen Rodney King misshandelt hatten, freigesprochen wurden. Oft vereinfachend als Rassenunruhen bezeichnet, in deren Folge 58 Menschen den Tod fanden und die öffentliche Ordnung in einigen Stadtteilen völlig zusammenbrach, handelte es sich gleichzeitig um eine unkoordinierte Rebellion der gesamten Unterschicht. Zwischen Ende Oktober und Anfang November 1993 vernichteten Brände im Stadtbereich von Los Angeles tausende Hektar bebauten Landes. Im Januar 1994 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 6,7 auf der Richterskala die Stadt. 57 Menschen kamen dabei ums Leben, wichtige Verkehrsverbindungen und mehrere tausend Gebäude wurden beschädigt oder zerstört. Mit dem Ende des Kalten Krieges wurde ein wichtiger Wirtschaftszweig der Stadt, die Luft- und Raumfahrtindustrie, hart getroffen. Arbeitslosigkeit, eine wachsende Kriminalität und rassistische Ausschreitungen sind nur einige Probleme, mit denen Los Angeles heute zu kämpfen hat.

Einwohnerentwicklung

Kalten Krieges Die Bevölkerungsexplosion im 20. Jahrhundert - 1900 hatte die Stadt erst 100.000 Einwohner - traf Los Angeles gänzlich unvorbereitet. Die Einwohner verteilten sich auf ein großes Gebiet, und diverse Flachbauten (Handelsgebäude, Einkaufszentren) wurden errichtet. Die Einwohnerzahl von Los Angeles nimmt auch heute kontinuierlich zu; eine bedeutende Rolle spielt dabei auch die Zuwanderung aus Lateinamerika (insbesondere aus Mexiko) und Asien. Mehr als ein Drittel der Bevölkerung von Los Angeles wurde außerhalb der USA geboren. Los Angeles beherbergt Menschen aus insgesamt 140 Ländern, diese sprechen 224 verschiedene Sprachen und leben überwiegend in den Stadtvierteln "Little Tokyo", "Chinatown", "Koreatown", "Little India" (Artesia), "Little Armenia", "Thai Town", "Historic Filipinotown" und "Little Ethiopia". Die etwa zwei Millionen Lateinamerikaner (Latinos) machen rund die Hälfte der Gesamtbevölkerung von Los Angeles aus. In wenigen Jahren werden mehr Einwohner in Los Angeles Spanisch sprechen als Englisch. Die Latinos stellen etwa 45 Prozent der Familienhaushalte. Sie haben eine wesentlich höhere Geburtenrate als die Englisch sprechenden Bewohner der Stadt. Rund 400.000 Menschen mit dunkler und sehr dunkler Hautfarbe (Black people) leben in Los Angeles. Die Arbeitslosigkeit unter den Erwerbsfähigen Schwarzen ist hoch, was in besonderem Maße zur Verschärfung der sozialen Spannung in Los Angeles beiträgt. Eine schnell zunehmende Bevölkerungsgruppe bilden die Asiaten und Zuwanderer von den Pazifischen Inseln. Sie haben wie die Schwarzen einen Anteil von rund zehn Prozent an der Gesamtbevölkerung der Stadt. Dabei handelt es sich überwiegend um Japaner, Chinesen, Koreaner, Vietnamesen, Thais und Filipinos. Die Indianer spielen nur eine untergeordnete Rolle im Leben der Stadt. Ihre Anzahl wird auf etwas mehr als 100.000 geschätzt. 30 Prozent der Einwohner von Los Angeles gehören der weißen Bevölkerungsgruppe (ohne Latinos) an. Die eigentliche Stadt Los Angeles hat gegenwärtig 3.877.129 Einwohner. Diese leben auf einer Fläche von 1.290,6 Quadratkilometer. Die Bevölkerungsdichte beträgt 3.004 Einwohner pro Quadratkilometer. In Berlin sind es zum Vergleich 3.800. Im Los Angeles County, dem engeren Verdichtungsraum der Stadt, leben 10.179.716 Menschen auf einer Fläche von 10.517 Quadratkilometern, was etwas kleiner als die Bodenfläche des Bundeslandes Oberösterreich ist. Die Bevölkerungsdichte beträgt 968 Einwohner pro Quadratkilometer. Die Metropolregion Los Angeles, der erweiterte Verdichtungsraum der Stadt, beherbergt 17.542.279 Menschen verschiedener ethnischer und wirtschaftlicher Herkunft (Stand 1. Januar 2005). Diese leben auf einer Fläche von 87.972 Quadratkilometer, was etwas größer als die Bodenfläche von Österreich ist. Die Bevölkerungsdichte beträgt 199 Einwohner pro Quadratkilometer. Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen der eigentlichen Stadt nach dem jeweiligen Gebietsstand. Von 1800 bis 2000 handelt es sich um Volkszählungsergebnisse und 2005 um eine Berechnung. Österreich

Politik

Österreich Antonio Villaraigosa ist der Bürgermeister von Los Angeles. Er übernahm am 1. Juni 2005 das Amt von seinem Vorgänger James Hahn und ist damit der erste hispanische Bürgermeister von Los Angeles seit den frühen 1870er Jahren. Als bis dahin letzter Latino-Bürgermeister der Stadt war Cristóbal Aguilar im Jahre 1872 aus dem Amt geschieden. Villaraigosas politisches Programm beinhaltet die Einführung von Mindestlöhnen, von denen die Menschen tatsächlich leben können (living wage), den Bau von mehr Sozialwohnungen, die Anlage neuer öffentliche Grünflächen und eine wirksame zivile Kontrolle über die Polizei. Letztere ist für ihre rassistischen Übergriffe und Gewaltanwendung bekannt. Während seiner politischen Laufbahn, zunächst Organisator für die Lehrergewerkschaft in Los Angeles, später als Mitglied und demokratischer Fraktionsführer des Staatssenates von Kalifornien, kandidierte Villaraigosa bereits 2001 für das Bürgermeisteramt, verlor aber gegen James Hahn. Letzterer war während seiner Amtszeit zwischen 2001 und 2005 unter anderem mit der Modernisierung des Los Angeles International Airport wie auch mit den wirtschaftlichen Problemen der Stadtteile Hollywood und San Fernando Valley beschäftigt. Hahn ist Mitglied der Demokratischen Partei. Dem Stadtrat (City Council) von Los Angeles gehören 15 District Councilmembers an. Er gliedert sich regional nach den Districts der Stadt. Stadtrats- und Bürgermeisterwahlen finden im allgemeinen alle vier Jahre statt.

Städtepartnerschaften

Los Angeles unterhält Partnerschaften mit folgenden Städten:

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Hollywood] Am 23. Oktober 2003 eröffnete wurde die von Frank Gehry entworfene "Walt Disney Concert Hall" eröffnet. In dem Gebäude sind die Los Angeles Philharmoniker unter der Leitung von Esa-Pekka Salonen und die LA Master Choräle beheimatet. Der Bau der Konzerthalle ist auf eine Öffentlich-Private Partnerschafts-Initiative zwischen Lillian Disney (1899-1997), weiteren Mitgliedern der Disney-Familie sowie Sponsoren und dem Regierungsbezirk von Los Angeles zurückzuführen. Im Theater District am Broadway befinden sich zahlreiche große Filmtheater. Das 1893 erbaute "Bradbury Building" mit seinem sonnendurchfluteten Atrium, stilvollen schmiedeeisernen Balkonen war in dem Film Blade Runner zu sehen, genau wie das benachbarte Kino "Million Dollar Theater" aus dem Jahre 1918, das inzwischen einen allgemein zugänglichen Kirchengemeindesaal beherbergt. Das noch extravagantere "Los Angeles Theater" wurde 1931 in nur 90 Tagen für die Uraufführung von Charlie Chaplins Lichter der Großstadt fertig gestellt und lädt jedes Jahr im Juni anlässlich des Filmfestivals Last Remaining Seats Cineasten in seinen Vorführsaal. Zu den regelmäßig genutzten Traditionskinos gehört das "Orpheum", ein prachtvolles Beispiel der Neo-Renaissance mit ausladenden Treppen und prunkvollen Kronleuchtern. In der Hügellandschaft außerhalb der Stadt liegt das "Hollywood Bowl", ein natürliches Amphitheater. Das Philharmonische Orchester von Los Angeles und das Hollywood Bowl Orchestra haben dort ihren Sitz. Die Beatles, Frank Sinatra und Michail Barischnikow sind nur einige der legendären Künstler, welche dort aufgetreten sind. Diverse Konzerte finden dort in den Sommermonaten statt und der Zutritt auf das Gelände ist täglich über das ganze Jahr kostenfrei möglich.

Museen

Michail Barischnikow Zu den zahlreichen Museen der Stadt gehören das History Center of the California Historical Society, das Armand Hammer Museum of Art and Cultural Center und das Southwest Museum mit einer Sammlung indianischer Ausstellungsstücke. Am California Plaza, an der Grand Avenue, steht das 1986 eröffnete Museum of Contemporary Art. Der Komplex ist ein verspieltes Arrangement aus rötlichen, geometrischen Blöcken und ein Entwurf des Architekten Isozaki Arata, der ihn als "kleines Dorf im Tal der Wolkenkratzer" bezeichnete. Es beherbergt eine eindrucksvolle Sammlung von Gemälden und Skulpturen von Franz Kline, Mark Rothko, Robert Rauschenberg, Claes Oldenburg und Antoni Tapies. Kunstkenner besuchen das in Santa Monica gelegene "Santa Monica Museum of Art" in der Michigan Ave., da hier sehr viel zeitgenössische Kunst gezeigt wird. Besonders empfehlenswert ist das Getty Center in Brentwood, einem Distrikt von West Los Angeles in den Santa Monica Mountains. Das Getty Center beherbergt seit dem Jahre 1997 das J. Paul Getty Museum und weitere wissenschaftliche Einrichtungen, wie das Getty Conservation Institute, das auf dem Gebiet der Restaurierung tätig ist und das Getty Leadership Institute, das sich um die Aus- und Fortbildung von Führungspersonal für Museen kümmert. Entworfen wurde der Gebäudekomplex von dem US-amerikanischen Architekten Richard Meier, der bereits Mitte der 1980er Jahre mit dem Entwurf beauftragt wurde. Die Bauarbeiten begannen im Jahre 1991 und dauerten bis 1997. Im J. Paul Getty Museum hat der Milliardär Jean Paul Getty etwa 50.000 Kunstschätze zusammengetragen und der allgemeinen Öffentlichkeit kostenlos zugänglich gemacht. Die Auswahl konzentriert sich dabei auf klassische Kunstwerke wie Skulpturen, Gemälde, Zeichnungen, Manuskripte und Photographien.

Bauwerke

Jean Paul Getty Das bekannte Civic Center beherbergt verschiedene Regierungsgebäude (einschließlich dem Rathaus von Los Angeles) sowie das Music Center for the Performing Arts mit der Konzerthalle Dorothy Chandler Pavilion, dem Ahmanson Theater und dem Mark Taper Forum. Im September 2002 wurde im Zentrum der Stadt die Kathedrale "Our Lady of the Angels" eingeweiht; der als postmoderne Interpretation einer spanischen Missionsstation gestaltete Kirchenbau mit einem 40 Meter hohen Glockenturm ist Teil eines Kulturareals, das die Innenstadt neu beleben soll. Interessant sind auch der Farmers Market, Chinatown, Little Tokyo sowie das nahe gelegene Culver City. In dem Vorort Inglewood befindet sich das Great Western Forum. Für Filminteressierte einen Besuch wert sind die Universal Studios in Universal City, die Warner Brothers Studios in Burbank und CBS Television City in Hollywood. Das Hollywoodschild liegt im Norden der Stadt und ist vom Griffith Observatorium gut zu sehen. Weitere bedeutende Sehenswürdigkeiten sind unter anderem das berühmte Westin Bonaventure Hotel und der Library Tower (310 Meter), das höchste Gebäude der USA westlich des Mississippis, Staples Center, City Hall (alle in Downtown), die einzigartigen Watts Towers, die La Brea Tar Pits, das Capitol Records Building und das Grauman's Chinese Theater, beide in Hollywood. Das Getty Center, Dodger Stadium in Elysian Park oder Mount Wilson bieten bei gutem Wetter atemberaubende Aussichten über das Stadtgebiet. Das Encounter Restaurant am internationalen Flughafen LAX gilt unter Angelenos als das heimliche Wahrzeichen der Stadt. Weit verstreut über das Stadtgebiet finden sich ferner die sogenannten concept houses, darunter Pierre Koenigs stahl house, auch bekannt als Case Study House No. 22. Dieses kann man ebenso besichtigen, wie Charles und Ray Eames Haus in Santa Monica. Die bekanntesten Hotels in Los Angeles sind das "Beverly Willshire Hotel", "The Beverly Hilton", das "Chateau Marmont" und das "Mondrian".

Parks

Pierre Koenig Die Parks im Stadtgebiet von Los Angeles enthalten zahlreiche Freizeit- und Kultureinrichtungen. Im El Pueblo de Los Angeles State Historic Park liegt die 1822 fertiggestellte Plaza Church. Im Hancock Park stehen das George C. Page La Brea Discoveries Museum (Ausstellung von Tierskeletten) und das Los Angeles County Museum of Art mit seiner Kunstsammlung. Im Griffith Park befinden sich das Gene Autry Western Heritage Museum, ein Observatorium und ein Planetarium und der Zoo von Los Angeles. Der Exposition Park beheimatet das Los Angeles Memorial Coliseum, ein Museum für Wissenschaft und Industrie sowie ein naturhistorisches Museum. Im zentral gelegenen Elysian Park steht das Dodger Stadion (Chavez Ravine) und außerdem noch die L.A. Police Academy. Ebenfalls direkt im Zentrum von Los Angeles liegt der Echo Park. Dort diente sogar schon der bekannte Echo Park Lake als Kulisse im erfolgreichen Film Chinatown. Nicht nur für Kinder interessant sind die Freizeitparks Disneyland und "Disney's California Adventure" mit dem 30 Meter hohen Grizzly Peak im nahegelegenen Anaheim. In der Nähe der Stadt gibt es noch den Angeles National Forest und die endlosen Pazifikstrände - die Küste von Los Angeles erstreckt sich über etwa 115 Kilometer - in Santa Monica oder auch Venice Beach.

Sport

Venice Beach Zu den bekannten Sportvereinen der Stadt gehören die Anaheim Angels und die Los Angeles Dodgers in der Major League Baseball (MLB), die Los Angeles Galaxy in der Major League Soccer (MLS) sowie die Los Angeles Clippers und Los Angeles Lakers in der National Basketball Association (NBA). Weitere Sportvereine sind die USC Trojans und UCLA Bruins in der National Collegiate Athletic Association (NCAA) sowie die Los Angeles Kings und Mighty Ducks of Anaheim in der National Hockey League (NHL). Die Los Angeles Lakers (ehemals Minneapolis Lakers) sind eines von 30 Teams der National Basketball Association (NBA). Die Mannschaft gewann insgesamt 14 Meistertitel, die zweitmeisten hinter den Boston Celtics (16). Seit den Gründungstagen der Liga gehörten die Lakers zur NBA, und ebenso zu den erfolgreichsten Teams. Die Los Angeles Clippers sind eine Basketball-Mannschaft aus der US-amerikanischen Basketballliga NBA. Der 1970 unter dem Namen Buffalo Braves gegründete Klub war ursprünglich an der Ostküste der USA beheimatet. Man zog 1977 schließlich an die Westküste, und 1983 nach Los Angeles, da die Stadt (trotz der bereits dort existierenden Los Angeles Lakers einen größeren Markt bot. Die Los Angeles Kings sind eine Eishockeymannschaft, die in der National Hockey League (NHL) spielt. Sie wurden 1967 gegründet und spielen seit 1999 im Staples Center (Kapazität 18.000), in dem auch die NBA-Mannschaften Los Angeles Clippers und Los Angeles Lakers ihre Heimspiele bestreiten. 1988 bis 1996 spielte Wayne Gretzky, einer der erfolgreichsten Eishockeyspieler überhaupt, bei den Kings. Die Mighty Ducks of Anaheim (manchmal auch als Anaheim Mighty Ducks bezeichnet) sind ein Eishockeyclub, der in der höchsten amerikanischen Eishockeyliga NHL spielt. Eigentümer des Vereins ist der Milliardär Henry Samueli. Der Walt Disney-Konzern gründete die Mighty Ducks im Jahre 1992, durch Erwerb einer 50 Millionen Dollar teuren Lizenz bei der NHL.

Freizeit und Erholung

1992 Einer der beliebtesten Strände an der Pazifikküste von Los Angeles ist Venice Beach. Am Venice Boardwalk, der breiten Promenade, auch als Ocean Front Walk bekannt, treffen sich an Wochenenden (im Sommer täglich) zahlreiche Musiker, Maler und Artisten. Bei Nacht ist Venice Beach wegen der Straßenbanden und Dealer ein gefährlicher Ort. Der Aufenthalt am Strand ist nach Sonnenuntergang verboten. Das an palmengesäumten Stränden und Hängen über dem Pazifik gelegene Santa Monica, unmittelbar nördlich von Venice, ist der älteste, größte und bekannteste Badeort der Metropole. In dem betont gesundheitsbewussten, liberalen Bezirk leben viele Schriftsteller und Rockstars. Der Ort ist aber auch bekannt wegen der strengen Mietpreiskontrollen und Bauvorschriften. Bekannt ist auch die Strandkolonie von Malibu, die von zahlreichen Prominenten bewohnt wird. Surfrider Beach, südlich des Piers, ist seit den 1950er Jahren ein beliebter Surfertreffpunkt. Ein großer Teil des "Malibu Creek State Park" an der Las Virgenes Road weiter nördlich, unweit des Mulholland Drive, gehörte den Studios der 20th-Century Fox. In den von immergrünem Gebüsch überwachsenen Hängen wurden viele Tarzan-Filme gedreht. Im Tausend Hektar großen Park befinden sich ein See, mehrere Wasserfälle und Wanderwege. Entlang der Küste südlich von Los Angeles führt der Pacific Coast Highway vorbei an den Start- und Landebahnen des LAX-Flughafens zu einem Küstenstreifen mit mehreren Stränden der South Bay: Manhattan Beach, Hermosa Beach und Redondo Beach. In Long Beach ist den letzten Jahren viel investiert worden, wodurch unter anderem eine Reihe neuer Bürogebäude und Hotels entstand. Die größte Sehenswürdigkeit von Long Beach ist der Dampfer "Queen Mary", von den 1930er bis zu den 1960er Jahren das Flaggschiff der Cunard Line, ist es heute ein Hotel.

Kulinarische Spezialitäten

1960er Los Angeles bietet eine große Auswahl an Restaurants und Lokalitäten. Zu den beliebten Speisen gehören die traditionelle amerikanische Küche mit viel Fleisch und Kartoffeln, koreanische Tempura-Gerichte, Sushi, japanische Gerichte mit Udon- und Sobanudeln, die köstlichen mexikanischen Enchilades und Tamales, pikante Burritos und Pastrami-Sandwiches. Empfehlenswert sind auch die chinesischen Restaurants, wo dem Gast Abalonen, Krebse, Garnelen und Ente serviert wird. Gern gegessen werden auch "gedippte" Sandwiches mit reichlich Truthahn, Schweinefleisch, Rindfleisch oder Lamm sowie italienische Ossobuco und Risotto. Schmackhaft ist auch die Cajun-Küche. Dazu gehören Kartoffelsalat mit Früchten oder gumbo yaya mit Hühnchen, Garnelen und Würstchen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

1960er Die Stadt ist ein bedeutendes Produktions-, Handels-, Transport- und Finanzzentrum in den USA. Dort sind unter anderem die chemische Industrie, Elektronik-, Bekleidungs- und Nahrungsmittelindustrie, Metallverarbeitung, Bauwirtschaft und Verlage ansässig. Los Angeles ist weltgrößter Standort für die Flugzeug- und Raumfahrtindustrie sowie ein wichtiges Zentrum für Kino-, Radio-, Fernseh- und Musikproduktionen. Der Fremdenverkehr spielt ebenfalls eine wichtige Rolle für die Wirtschaft von Los Angeles. Zahlreiche große Firmen und Gesellschaften sowie Forschungseinrichtungen und Banken haben in der Stadt ihren Hauptsitz. Dazu gehören bekannte Konzerne der Unterhaltungsindustrie wie 20th Century Fox, DreamWorks SKG, Paramount Pictures, The Walt Disney Company und Warner Brothers, die Academy of Motion Picture Arts and Sciences (bekannt durch die Oscar-Verleihung), der Spielwarenhersteller Mattel, die Hersteller von Computerspielen Activision und THQ, der Luft- und Raumfahrtkonzern Northrop Grumman, das Raumfahrt-Konsortium Sea Launch, der Öl- und Gaslieferant Unocal, die RAND Corporation (Denkfabrik für die US-Streitkräfte), die ICANN (Verwalter von Namen und Adressen im Internet), die Hotelkette Hilton und der Verlag TOKYOPOP. Sorgen bereitet die große Luftverschmutzung - hohe Werte an Ozon-, Stickoxid- und Kohlenwasserstoff - in Los Angeles, verursacht durch die dort ansässige Industrie und den Autoverkehr. Da die Stadt von Gebirgsketten umgeben ist, wird der Luftaustausch mit dem weiten Umland gehemmt. Der Seewind erreicht lediglich das Becken von Los Angeles, ohne die Dunstglocke über der Stadt aufzulösen. Seit Anfang der 1980er Jahre werden Anstrengungen zur Lösung des Problems unternommen, mit nur bescheidenem Erfolg. Hauptgrund ist der nur schwach entwickelte öffentliche Verkehr.

Verkehr

Fernverkehr

1980er Die Stadt verfügt über ein ausgedehntes Autobahnnetz und ist ein bedeutender Eisenbahnknotenpunkt (transkontinental und regional). Der Hafen Long Beach in der Bucht von San Pedro macht den größten Frachtumsatz der Pazifikküste innerhalb der USA. Der Großraum Los Angeles besitzt zahlreiche Flughäfen. Der größte ist der Los Angeles International Airport (LAX), der im Westen des Stadtgebietes liegt. Dort werden jährlich rund 55 Millionen Passagiere abgefertigt; damit ist er der Flughafen mit dem weltweit fünftgrößten Passagieraufkommen (nach Atlanta, Chicago, London und Frankfurt). Long Beach (Daugherty Field), Orange County (John Wayne), Burbank (Bob Hope) und Ontario bedienen vor allem nationale Ziele und sind merklich kleiner. Santa Monica (Municipal), Torrance (Zampernini Field) und Van Nuys Airport bedienen den Privatflugverkehr. Die Eisenbahngesellschaft Amtrak ist eine der bekanntesten in den USA. Die Züge dieser Gesellschaft verkehren von Los Angeles über Van Nuys nach Bakersfield. In Los Angeles besteht eine Umsteigemöglichkeit in den PACIFIC Surfliner, der von San Diego über Los Angeles nach San Luis Obispo fährt. Der Zugverkehr wird immer noch von schweren Dieselloks und Großraumwagen bewältigt. Im Gegensatz zu Europa und Japan, findet in den USA keine Weiterentwicklung in der Bahntechnik statt. Da gegenwärtig sehr wenig in den Bahnverkehr investiert wird, fahren die Züge nur auf sehr wenigen Strecken mit hoher Geschwindigkeit. Im Durchschnitt liegt das Reisetempo zwischen 100 und 140 Kilometer pro Stunde, was natürlich mit ein Grund dafür ist, das die meisten Menschen per Auto und Flugzeug reisen. Überwiegend nutzen nur Touristen und Rentner die Züge.

Nahverkehr

Am 3. Juli 1874 fuhren die ersten Pferdestraßenbahnen in der Stadt. 1885 wurde das Straßenbahnsystem elektrifiziert und am 31. März 1963 der Betrieb eingestellt. Nach 27 Jahren Unterbrechung verkehrte am 14. Juli 1990 wieder eine Straßenbahn in Los Angeles. Heute befährt sie ein 89 Kilometer langes Netz. Die U-Bahn von Los Angeles eröffnete am 30. Januar 1993 ihren Betrieb. Sie verkehrt auf einem 28 Kilometer langen Streckenabschnitt. 1993 Trolleybusse verkehrten zwischen dem 11. September 1910 und 1915, in den Jahren 1922 und 1937 sowie vom 3. August 1947 bis 31. März 1963 in der Stadt. Omnibusse fahren zwischen fünf Uhr morgens und zwei Uhr nachts etwa alle 15 Minuten entlang der wichtigsten Haupstraßen, zusätzlich gibt es Express- und Nachtlinien. Fahrpläne befinden sich an zahlreichen Busterminals. Insgesamt nutzen nur etwa zehn Prozent der Bewohner der Stadt die öffentlichen Verkehrsmittel. Neun von zehn Beschäftigten fahren mit dem eigenen Auto zur Arbeit. So hat Los Angeles auch die höchste Kraftfahrzeugdichte der Welt. Mehrspurige Autobahnen in den USA sind zu einem Symbol des Verkehrs im 20. Jahrhunderts geworden. Die individuelle Fortbewegung per Automobil und die dadurch erzeugte Luftverschmutzung (Smog) sind heute Probleme ersten Ranges. In Los Angeles sind Millionen von Berufspendlern durchschnittlich gut eine Stunde pro Weg auf den Autobahnen unterwegs. Immense Verkehrsprobleme sind die Folge, deren Ursache in der weitläufigen Siedlungsstruktur liegen. Die kalifornische Metropole besaß noch in den 1920er Jahren das weltweit größte Schienennetz für den Nahverkehr. Aber bereits damals siedelte man dort nicht so kompakt wie in Europa. In den nachfolgenden Jahrzehnten wurde die Bahn durch das Auto ersetzt. Um die Staus zu verringern, baute man die Autobahnen in den 1950er und 1960er Jahren bis auf fünfzehn Spuren aus. Seit den 1980er Jahren investierte die Stadt mehrere Milliarden Dollar in die Erneuerung des Schienennetzes - mit nur mäßigem Erfolg. Denn gegenwärtig ist die Zersiedelung des Stadtgebietes so weit fortgeschritten, dass Bahnhöfe zu Fuß kaum noch erreichbar sind. Die Arbeiten für ein U-Bahnnetz wurden sogar eingestellt, da die Kosten an der erdbebengefährdeten Westküste zu hoch waren; der bereits gebaute Streckenabschnitt wird kaum genutzt. Das Busnetz der Stadt ist das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs, wird aber nur von den weniger Verdienenden benutzt. Schüler etwa werden mit dem Auto zur Schule gebracht. Mit dem Auto wird während der Hauptverkehrszeit nur mit einer Geschwindigkeit von 20-30km/h gefahren. Das wird von der Bevölkerung überwiegend akzeptiert, da die öffentlichen Verkehrsmittel in Los Angeles nur ein geringes Sozialprestige besitzen und das eigene Automobil ein Statussymbol ist.

Medien

Printmedien

Hauptverkehrszeit Die wichtigsten in Los Angeles erscheinenden Printmedien sind die Los Angeles Times, La Opinión (spanischsprachige Tageszeitung), L.A. Weekly, L.A. City Beat, Los Angeles Business Journal, Los Angeles Daily Journal, Variety, Los Angeles Downtown News, Daily News, Daily Breeze und Long Beach Press-Telegram. Die Los Angeles Times ist eine überregional erscheinende Tageszeitung mit Sitz in Los Angeles. Mit knapp einer Million verkaufter Exemplare pro Tag ist sie die zweitgrößte Tageszeitung der USA, nach der New York Times. Die erste Ausgabe erschien unter dem Namen Los Angeles Daily Times am 4. Dezember 1881. Das Projekt ging jedoch schnell in Konkurs. Unter dem legendären Verleger Harrison Gray Otis wurde das Blatt danach unter dem bis heute beibehaltenen Namen zum Erfolg geführt. Die LA Times war zunächst eine streng konservative, republikanische Zeitung. Otis' Kampf gegen die Gewerkschaften führte am 1. Oktober 1910 zu einem Bombenattentat, bei dem 21 Menschen starben und das Redaktionsgebäude zerstört wurde. 1917 übernahm Otis' Schwiegersohn Harry Chandler die Führung der LA Times. Die Chandler-Dynastie führte die Times bis in die 1980er Jahre. In den 1960er-Jahren änderte sich auch die politische Ausrichtung der Zeitung hin zu einer liberaleren Haltung. 2000 wurde die LA Times von der Tribune Company übernommen, einem der größten amerikanischen Medienkonzerne. 1989 stellte die letzte Konkurrenz auf dem täglichen Markt, der Los Angeles Herald Examiner, sein Erscheinen ein. Dennoch hat die LA Times in den letzten Jahren mit einer rückläufigen Auflage zu kämpfen, ist jedoch weiterhin eine der angesehensten Zeitungen des Landes. Allein 2004 gewann das Blatt fünf Pulitzer-Preise und wurde damit lediglich von der New York Times übertroffen.

Filmindustrie

Pulitzer-Preis Pulitzer-Preis Hollywood ist nicht nur ein Vorort von Los Angeles, sondern ein Synonym für die US-amerikanische Filmindustrie. Der Ort, der am 1. Februar 1887 von der Familie Wilcox gegründet wurde, war einst der Standort einer der größten presbyterianischen Kirchen des Landes und lag noch um 1900 etwa 13 Kilometer von Los Angeles entfernt. Er begann seinen Aufstieg 1911, als David Horsley's Nestor Company hier das erste Filmstudio eröffnete. Es ist heute ein Museum und beherbergt eine Sammlung interessanter Erinnerungsstücke aus der Stummfilmzeit. 1911 übersiedelten 15 weitere, "Independents" genannte, Firmen von New York, dem damaligen Zentrum der Filmindustrie. Es gab mehrere Gründe für diesen Umzug. Die wichtigsten waren das geeignetere Klima und die längeren Tage (zu dieser Zeit hatte man noch kein adäquates Kunstlicht, man drehte also entweder im Freien oder in einem Studio mit Glasdach oder Ähnlichem). Mitentscheidend war zweifelsohne auch die große Entfernung zu New York, von wo aus die mächtige Motion Picture Patents Company (MPPC) alle ihr nicht angeschlossenen Firmen mit hohen Strafen und Lizenzgebühren bedrohte. Der neue Industriezweig expandierte rasch und brachte schnellen Erfolg und Reichtum. Zahlreiche Regisseure und Produzenten, wie Cecil B. DeMille, Samuel Goldwyn, Jesse Lasky und Adolph Zukor hatten in Hollywood Büros eröffnet. Doch erst mit David Griffiths Stummfilmepos "Die Geburt einer Nation" von 1914 entwickelte sich die Filmproduktion zu einer eigenständigen Industrie mit entsprechender Technik und Spezialisierung. Zahlreiche kleinere Firmen gingen zu dieser Zeit in Konkurs oder wurden von den großen Studios übernommen, die in den 1930er Jahren beinahe ausnahmslos an neue Standorte weiter außerhalb wie Culver City, Burbank oder West Los Angeles umzogen. Von den großen Namen blieb nur Paramount Pictures in Hollywood. Für den Niedergang der Studios in den 1950er Jahren waren neben der Kartellgesetzgebung der US-Regierung auch die sich erholende Filmindustrie im Ausland nach dem 2. Weltkrieg und natürlich das Fernsehen verantwortlich. Ein neuer Aufschwung begann erst in den 1970er und 1980er Jahren durch Regisseure wie Steven Spielberg und George Lucas. Sie entwickelten das Konzept des Blockbusters - eines teuer produzierten, mit zahlreichen Spezialeffekten ausgestatteten Monumentalfilms, der ein so breites Publikum wie möglich ansprechen sollte. Dank eines damals begonnenen Trends und der finanziellen Konsolidierung der US-amerikanischen Medienkonzerne ist Hollywood heute noch ein Symbol für den dauerhaften Erfolg der US-amerikanischen Filmindustrie und professionell produzierte, unterhaltsame Filme mit weltbekannten Schauspielern und Happy End.

Bildung

Blockbuster Blockbuster In Los Angeles haben unter anderem die University of Southern California (eröffnet 1880), die Woodbury University (1884), die Loyola Marymount University (1911), die University of California-Los Angeles (UCLA, 1919), die California State University (1947), die Northridge University (1958) und die Yeshiva University of Los Angeles (1977) ihren Sitz. Die Universität von Südkalifornien (University of Southern California, USC) ist die älteste Privatuniversität in Südkalifornien. Die Universität wurde im Jahre 1880 gegründet. Man begann den Lehrbetrieb mit zehn Dozenten und 53 Studenten. Die erste Abschlußklasse im Jahre 1884 bestand aus drei Studenten, zwei Männern und einer Frau. Das Lehrangebot der USC wurde stetig erweitert, in der Anfangszeit kam fast jedes Jahr eine neue Fakultät hinzu, so entstanden der Fachbereich Musik (1884), der Fachbereich Medizin (1885) und der Fachbereich Kunst (1887). Seit diesen Anfangsjahren ist die Universität stetig gewachsen. Es kamen zahlreiche Fachbereiche hinzu – die USC beschäftigt heute rund 3.000 Vollzeitlehrkräfte – und die Studentenzahlen stiegen auf heute etwa 32.000 Studenten. Die University of California, Los Angeles (UCLA) wurde 1919 gegründet und ist der zweitälteste Campus der University of California. Die Universität befindet sich seit 1927 in Westwood, zuvor war ihr Sitz an der Vermont Avenue. Im Jahre 2003 waren etwa 37.000 Studierende an der Universität eingeschrieben. An den zwölf Fakultäten arbeiten mehr als 22.000 Angestellte. Die Anderson School of Management - eine der bekanntesten Business Schools in den USA - gehört ebenfalls zur UCLA. Sie befindet sich immer unter den Top10 der Rankings. Sehenswürdigkeiten auf dem Campus sind vor allem die Royce Hall und der Franklin D. Murphy Sculputre Garden. Zur UCLA gehört das Hammer Museum in Westwood (vor allem Impressionismus unter andrem von Claude Monet) und das Fowler Museum auf dem Campus (Kunsthistorie aus aller Welt). Zur Zeit lehren fünf Nobelpreisträger an der UCLA. Das Maskottchen der Universität ist der "Bruin Bear". Zu den bekanntesten Absolventen gehört der Erfinder des TCP/IP, Jonathan Postel. Weitere bekannte Bildungseinrichtungen im Stadtgebiet sind das Occidental College (eröffnet 1887) und das Mount Saint Mary’s College (1925). Im Jahre 1986 gab es in der öffentlichen Zentralbibliothek von Los Angeles (2,1 Millionen Bände) zwei Großbrände. Die Einrichtung wurde 1993 nach einem Umbau wiedereröffnet.

Persönlichkeiten

Die Stadt ist Geburtsort zahlreicher prominenter Persönlichkeiten. Dazu gehören unter anderem die Schauspielerinnen Bridget Fonda, Jodie Foster, Angelina Jolie, Marilyn Monroe und Gwyneth Paltrow, der Schauspieler Leonardo DiCaprio, der Schauspieler und Sänger David Faustino, der Produzent und Sänger Andre Young, der Basketballspieler Michael Cooper, der Tennispieler Darlene Hard, der Komponist John Cage, der Musiker James Hetfield, der Science-Fiction-Schriftsteller Larry Niven und der Bildhauer Isamu Noguchi. Siehe auch: Liste der Söhne und Töchter der Stadt Los Angeles

Literatur


- Stefan Bratzel: Extreme der Mobilität. Entwicklung und Folgen der Verkehrspolitik in Los Angeles., Birkhäuser, Basel, 1995, ISBN 3764351861
- Mike Davis: City of Quartz. Ausgrabungen der Zukunft in Los Angeles. Berlin: Schwarze Risse, 1994. ISBN 3-924737-23-1
- Mike Davis: Ökologie der Angst, Piper, 2004, ISBN 349223819X
- Lung Ho Nu: Ballungsgebiete von Metropolen der Industriestaaten im Vergleich: London, Paris, Los Angeles, Tokyo, Minsk, 1992, ISBN 3880915806
- Roger Keil: Weltstadt. Stadt der Welt. Internationalisierung und lokale Politik in Los Angeles., Westf. Dampfboot, Mst., 2001, ISBN 392455076X
- Bernd-Peter Lange (Herausgeber), Hans-Peter. Rodenberg (Herausgeber): Die neuen Metropolen. Los Angeles - London., Argument Verlag, Hamburg, 1994, ISBN 3886197131

Weblinks


- [http://www.ci.la.ca.us The Official Web Site of The City of Los Angeles]
- [http://www.karl-heinz-herrmann.de/Bilder/Wallpaper/HTML/Los_Angeles.php Wallpaper of Los Angeles]
- [http://www.usa-sondershausen.de/los_angeles.php Tourisinformationen (dt.)] ! Kategorie:Ort in Kalifornien Kategorie:Ort mit Seehafen ja:ロサンゼルス ko:로스앤젤레스 simple:Los Angeles, California th:ลอสแองเจลีส

USA

Die Vereinigten Staaten von Amerika (engl.: United States of America, kurz: USA) sind eine Bundesrepublik in Nordamerika. Sie grenzen im Norden an Kanada und (über die 100 km breite Beringstraße mit dem Bundesstaat Alaska) an Russland, im Süden an Mexiko, im Osten an den Atlantik und im Westen an den Pazifik. Die Vereinigten Staaten entstanden 1776 mit der Unabhängigkeitserklärung der britischen Kolonien in Amerika und gewannen durch starke Industrialisierung und massive Immigration aus Europa im 19. Jahrhundert rasch an Einfluss. Am Ende des 20. Jahrhunderts waren sie nach der Überwindung des totalitären Faschismus (im 2. Weltkrieg) und Kommunismus (im Kalten Krieg), zu der sie wesentlich beitrugen, die einzige verbliebene Supermacht. Seit etwa der Mitte des 20. Jahrhunderts sind die USA weltweit die weltpolitisch, wissenschaftlich, wirtschaftlich, (populär)kulturell und militärisch führende Macht. In all diesen Gebieten prägen sie die Gegenwart in einem Maße wie kein anderes Land der Welt.

Geographie

Hauptartikel: Geographie der USA Das Kernland der USA besteht aus 48 Bundesstaaten und dem District of Columbia (D.C.), die innerhalb einer gemeinsamen Grenze liegen. Inklusive der beiden Bundesstaaten Alaska und Hawaii, die außerhalb dieses Kernlandes liegen, zählen die USA 50 Bundesstaaten. Das Landschaftsbild ist sehr vielfältig: es gibt Waldgebiete und Mittelgebirge an der Ostküste, Mangrovenwälder im subtropischen Florida, die Flusssysteme von Mississippi und Missouri, weite Ebenen im Zentrum des Landes, große Gebirgszüge wie die Rocky Mountains, trockene Wüsten im Südwesten, gemäßigte Regenwälder im Nordwesten und Küstengebirge an der Westküste der USA. Hinzu kommen die arktische Region der Tundra in Alaska und die tropischen Inseln von Hawaii mit dem 4.170 Meter hohen Vulkan Mauna Loa. Das Kernland der USA liegt zwischen dem 24. und 49. nördlichen Breitengrad und zwischen dem 68. und 125. westlichen Längengrad und ist in vier Zeitzonen eingeteilt. Alaska und Hawaii sowie die politisch an die USA angeschlossenen Außengebiete (beispielsweise Puerto Rico und Guam) liegen außerhalb dieser Zone. Im Norden grenzt das Kernland an Kanada, im Süden an Mexiko und an den Golf von Mexiko. Im Osten liegt der Atlantische Ozean und im Westen der Pazifische Ozean. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwa 2.500 km. Zwischen Atlantik und Pazifik liegen rund 4.500 km. Hawaii ist eine Inselkette im Pazifischen Ozean. Alaska liegt nordwestlich von Kanada und ist durch die Beringstraße von Russland getrennt.
- Grenze zu Kanada: 8.895 km (davon 2.477 km zwischen Alaska und Kanada)
- Grenze zu Mexiko: 3.326 km
- Küstenlinie: 19.924 km

Fläche

Die Vereinigten Staaten sind der flächenmäßig drittgrößte Staat der Erde nach Rußland und Kanada.
- Fläche der 50 Bundesstaaten (inkl. District of Columbia): 9.629.891 km²
- Landmasse: 9.158.453 km²
- Wasserfläche: 47.356 km² Siehe auch: Liste der US-amerikanischen Staaten nach Fläche sortiert

Bevölkerung

Bevölkerungsgruppen

Die USA gelten traditionell als Schmelztiegel (melting pot) der Völker. Die ersten kolonialen Einwanderer auf dem von Indianern besiedelten Kontinent waren Europäer; anfänglich vorrangig spanischer, französischer und englischer Herkunft. Ab Mitte des 18. und verstärkt zur Mitte des 19. Jahrhunderts folgten Europäer deutscher und irischer Herkunft. Später kamen Einwanderer aus anderen Regionen Europas, vor allem aus Italien, Skandinavien und Osteuropa. Die europäischstämmigen US-Amerikaner bilden heute 74 % der Bevölkerung der USA. deutscher Afro-Amerikaner, Nachfahren der afrikanischen Sklaven, stellen etwas mehr als 13 % Bevölkerungsanteil. Sie leben vor allem im Süden der USA und in den großen Industriestädten des Nordens, wie z. B. Detroit. Asiatische Einwanderer, z. B. aus China, Japan, Korea, Indien und den Philippinen bilden noch eine relativ kleine Gruppe (ca. 4 %). Die Einwanderungspolitik war Anfang des 20. Jahrhunderts gegenüber Asiaten besonders restriktiv. Heute zeigen sich weiterhin sozialstrukturell große Unterschiede zwischen weißer und schwarzer Bevölkerung: Schwarze haben im Durchschnitt ein geringeres Einkommen, eine kürzere Lebenserwartung, eine schlechtere Ausbildung und eine höhere Kriminalitätsrate. Die Ursachen dafür und mögliche Wege der Problembehebung sind innerhalb der USA heftig umstritten. Nicht nur in den Südstaaten sind Wohngegenden und nicht-öffentliche Einrichtungen - wie die sozial wichtigen Kirchen oder private Organisationen - oft faktisch noch nach Rassen getrennt, wenn auch die formale Trennung inzwischen ungesetzlich und verpönt ist. Vielfach liegt dies ebenfalls an den ökonomischen Unterschieden. Vor allem im Südwesten der USA und in Florida gibt es einen hohen Bevölkerungsanteil lateinamerikanischer (hispanischer) Herkunft. Sie werden in den Statistiken separat geführt, unabhängig von ihrer ethnischen Herkunft. Ihr Anteil wuchs in den letzten Jahrzehnten stetig (bis 2004 auf knapp 13 %), da viele Lateinamerikaner vor der wirtschaftlichen Not ihrer Heimatländer in den Norden fliehen. Sie leben oft als illegale Einwanderer und halten stark an ihrer Kultur und Sprache fest. Die Indianer ("Native Americans") (siehe auch Indianer Nordamerikas) bilden heute eine kleine, jedoch langsam wieder wachsende Minderheit; nur in Alaska erreichen sie eine zweistellige Prozentzahl der Bevölkerung. Ebenfalls relativ viele Indianer leben in South Dakota und Oklahoma.

Sprachen

Die am meisten gesprochene Sprache in den USA ist historisch bedingt amerikanisches Englisch. Daneben werden aber auch noch vereinzelt die vielen Sprachen der amerikanischen Ureinwohner und zunehmend die Sprachen anderer immigrierter Ethnien gesprochen, insbesondere Spanisch, aber auch Koreanisch, Chinesisch und Vietnamesisch. Französisch, Polnisch und Deutsch, die aufgrund früherer Migrationswellen in bestimmten Regionen einst eine wichtige Rolle spielten, werden heute fast nur noch als Fremdsprache gesprochen. Die USA als Ganzes haben keine Amtssprache, jedoch werden alle amtlichen Schriftstücke auf Englisch verfasst. In einigen Bundesstaaten ist Englisch Amtssprache, einzelne Staaten und Territorien definieren sich jedoch als zwei- oder dreisprachig. Siehe auch:

- Gesellschaft der USA
- Deutsche Sprache in den USA
- Deutsche in den USA
- Das amerikanische Spanisch der USA
- Französisch in Louisiana
- Französisch in Neuengland
- Liste US-amerikanischer Persönlichkeiten

Religion

Im Jahr 2004 bezeichneten sich 54 % der Bevölkerung als protestantisch, 25 % als römisch-katholisch, 10 % gaben keine religiöse Überzeugung an (aber nur 0,3 bis 0,5 % waren explizit Atheisten oder Agnostiker), 3 % waren Mitglied einer orthodoxen Kirche, 2 % waren Mormonen, 2 bis 3 % Juden und weniger als 2 % moslemisch. Kleinere Gruppen, je 0,3 bis 0,5 %, bezeichneten sich als Buddhist, Hindu oder hingen dem Unitarismus an. Die größte einzelne Konfession war die Römisch-Katholische Kirche, gefolgt von der Southern Baptist Convention, der United Methodist Church und den Mormonen. Die Zahl der praktizierenden Christen ist im Vergleich zu anderen westlichen Industrieländern sehr hoch. Allerdings hat auch hier der Bevölkerungsanteil, der sich zum Christentum bekennt in den Jahren von 1990 (86,2 %) bis 2004 (81 %) abgenommen

Geschichte

Hauptartikel Geschichte der USA Das Gebiet der heutigen USA wurde vor Jahrtausenden durch die Vorgänger der späteren Indianerstämme besiedelt. Die schriftliche Geschichtsschreibung beginnt jedoch erst mit der Ankunft der europäischen Siedler im 16. Jahrhundert. Die erste europäische Siedlung auf dem heutigen US-Gebiet war von den Spaniern in St. Augustine, Florida, im Jahr 1565. Die politische Geschichte der USA geht jedoch aus den 13 britischen Kolonien hervor, deren Besiedlung mit der Gründung von Jamestown, Virginia im Jahr 1609 anfing. Der Ankunft der Mayflower in Plymouth Colony (später mit Massachusetts Bay Colony zu Massachusetts zusammengefügt) 1620 ist ebenfalls für viele US-Amerikaner ein wichtiges symbolisches Datum. Schwedische Kolonien an der Delaware-Bucht und niederländische Siedlungen um New York (damals Nieuw Amsterdam) waren nicht von Dauer bzw. wurden von den englischen Siedlern assimiliert. Französische Siedlungen entlang der Mississippi- und St.-Lorenz-Flüsse fielen 1763 an Großbritannien oder (westlich des Mississippi) an Spanien, das auch eigene Kolonien im Südwesten und in Florida hatte. Die spanischen Gebiete nahmen an der Revolution, die durch die Unabhängigkeitserklärung am 4. Juli 1776 ausgelöst wurde, nicht teil. Nach dem Unabhängigkeitskrieg, der im Vertrag von Paris 1783 endete, wurden die USA durch Großbritannien als eigenständiger Staat anerkannt. Zur Zeit des Unabhängigkeitskrieges lebten etwa zwei Millionen Weiße und 500.000 versklavte Schwarze in den ursprünglichen 13 Kolonien. Jenseits der Appalachen erstreckte sich bis zum Mississippi-Fluss ein weiteres, großes Gebiet, das etwa zehn Millionen Ureinwohner („Indianer“) bewohnten. Diese Konstellation ergab zwei wichtige Themen für die kommende Entwicklung der Nation: Die weitere Landnahme Richtung Westen zu Lasten der Indianer sowie die Auseinandersetzung um die Sklaverei, die später den Kampf um die Bürgerrechte der Nachkommen der ehemaligen Sklaven bestimmte. Nördlich des Ohio-Flusses, im sogenannten Northwest Territory, aus der die späteren Bundesstaaten Ohio, Indiana, Michigan, Illinois, und Wisconsin hervorgingen, wurde die Sklaverei verboten. Ein Vermessungssystem von Quadraten ("Sections"), die eine Quadratmeile groß sind, wurde eingeführt, was noch heute für das Verkehrsnetz und die kommunalen Gemeindegrenzen dieses Gebiets prägend ist. Um die öffentlichen Schulsysteme zu finanzieren, wurde vereinbart, dass der Verkaufserlös von der 16. Section einer jeden Township (36 Sections) zugunsten der Schulen ging. Nachdem sich die 1777 verabschiedeten und 1781 ratifizierten Konföderationsartikel als zu schwach erwiesen hatten, um das Überleben des jungen Staatenbundes zu gewährleisten, wurde 1787 in Philadelphia eine Verfassung geschrieben, welche die modernste Verfassung der damaligen Zeit war, und die heute die älteste noch gültige geschriebene Staatsverfassung der Welt ist.

Indianerpolitik

Die US-Indianerpolitik wurde bis etwa 1820 von einer vorsichtigen Erweiterung der europäischen Siedlungen geprägt, die im wesentlichen die vormalige Politik der europäischen Mächte in den USA fortsetzte. Mit der Präsidentschaft Andrew Jacksons und dem Trail of Tears begann eine verstärkte Landnahme und Besiedlungspolitik, die zu kriegerischen Auseinandersetzungen führte. Die Indianer-Kriege zogen sich mit größeren Unterbrechungen bis zum Massaker von Wounded Knee in South Dakota 1890 hin. 1900 wurden nur noch 237.000 Indianer gezählt, wobei nicht nur Krieg, sondern auch Krankheiten, gegen die sich die Ureinwohner keine Immunität entwickelt hatten, und ethnische Vermischung mit den Neuankömmlingen zu diesem Rückgang geführt haben. Bis die Ureinwohner des Kontinents volle Bürgerrechte erhielten, dauerte es bis 1924.

Sklaverei und Rassentrennung

South Dakota]] Obwohl die Einfuhr von weiteren Sklaven aus Übersee 1808 verboten wurde, hatte sich die Zahl der Sklaven bis 1860 auf etwa vier Millionen erhöht. Die Sklavenfrage entzweite zunehmend die Süd- von den Nordstaaten, da in den Nordstaaten die Industrialisierung einsetzte, dagegen die Südstaaten mit ihren riesigen Baumwollplantagen auf die Sklaverei angewiesen zu sein glaubten. Im Norden gewannen Bewegungen wie die Abolitionists, die die Abschaffung der Sklaverei forderten, starken Zulauf, stand doch diese in deutlichem Widerspruch zur Verheißung der Unabhängigkeitserklärung "all men are created equal" (alle Menschen sind gleich geschaffen). Der Krieg gegen Mexiko (1846-48) verstärkte diese Spannungen, da viele im Nordosten des Landes in diesem Krieg eine ungerechtfertigte Landnahme zugunsten der Ausbreitung der Sklavenstaaten sahen. Nachdem 1860 Abraham Lincoln für die neu gegründeten Republikaner zum Präsidenten gewählt wurde, traten elf Südstaaten aus der Union aus. Dies bedeutete den Beginn des Sezessionsskrieges (1861–1865). Die Nordstaaten gingen als Sieger daraus hervor, und die Sklaverei wurde abgeschafft. Die Schwarzen erhielten mit dem Civil Rights Act von 1866 und dem 14th Amendment von 1868 formal das volle Bürgerrecht. Nach dem Ende der militärischen Besetzung der Südstaaten durch die Nordstaaten (Reconstruction) 1876 haben erstere schnell (Jim-Crow-)Gesetze erlassen, welche die Bürgerrechte der Schwarzen wieder einschränkten. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Bürgerrechtsbewegung konnten die letzten formellen Ungleichbehandlungen aufgehoben werden. Ein sehr wesentlicher Schritt dahin war die Aufhebung der Rassentrennung in öffentlichen Einrichtungen durch den Supreme Court 1954 (Brown v. Board of Education), das ein Urteil des gleichen Gerichts (Plessey vs. Ferguson) aus dem Jahr 1896 aufhob. Der Schulbesuch von Schwarzen in "weißen" Schulen musste teilweise mit Hilfe der Nationalgarde durchgesetzt werden; im öffentlichen Leben (insbesondere im Süden) herrschte bis in die 1960er Jahre hinein Rassentrennung. In Louisiana zum Beispiel war es nicht ungewöhnlich, dass Ku-Klux-Klan-Mitglieder ins Parlament gewählt wurden. Martin Luther King war die Galionsfigur der gewaltlosen Bürgerrechtsbewegung, und 1963 hielt er anlässlich eines Protestmarschs in Washington seine berühmte Rede „I have a Dream...“. 1968 wurde er in Memphis ermordet. Auch in den folgenden Jahrzehnten kam es gelegentlich zu Rassenunruhen. Dennoch wurde auf Ebene der Bundesgesetzgebung schon in dieser Zeit Antidiskriminierungsregelungen (Civil Rights Act, das Restaurants, Hotels und Verkehrsunternehmen die ethnische Diskriminierung verbot) erlassen, vierzig Jahre vor den analogen Regelungen in der EU. Auch das Bewusstsein für Konzepte wie "Diversity" und die gegenseitige Rücksichtnahme sind zwischenzeitlich weiterentwickelt als in Ländern, die weniger Erfahrungen mit multikulturellen Gesellschaften haben.

Industrialisierung

1890 wurde die frontier für geschlossen erklärt: die Gebiete im Osten und im Westen des Kontinents waren faktisch zusammengewachsen. Der "Wilde Westen" war somit Geschichte. Als Folge der nach dem Sezessionskrieg einsetzenden stürmischen Industrialisierung bildeten sich riesige Trusts (Kartelle), die in ihrer Machtentfaltung auch die Regierungsgewalt beeinflussten. Daher wurde 1890 der Antitrust Act verabschiedet, als dessen Folge viele Großkonzerne zerschlagen wurden. Prominentes Beispiel: Standard Oil von John D. Rockefeller. Populistische Bewegungen, die von Bauern unterstützt wurden, setzten auch eine Regulierung der Eisenbahntarife durch und forderten (erfolglos) einen Wechsel vom Goldstandard auf eine bimetallische (Gold und Silber) Währung. Ein prominenter Vertreter dieser Bewegung war der erfolglose Präsidentschaftskandidat aus Illinois, William Jennings Bryan. Zwischen 1880 und 1910 wurde die riesige Zahl von 18 Millionen Einwanderern in die USA aufgenommen, und die USA wurden zur größten Industrienation der Welt.

Börsenkrach und New Deal

Auf den New Yorker Börsenkrach im Oktober 1929 folgte die Weltwirtschaftskrise, welche die USA in die bisher größte innenpolitische Krise stürzte. 1932 waren etwa 15 Millionen US-Amerikaner arbeitslos. Präsident Franklin D. Roosevelt legte daraufhin das Sozial- und Investitionsprogramm New Deal auf, das den Social Security Act von 1935 sowie zahlreiche öffentliche Projekte wie Straßen, Brücken, Flughäfen oder zum Beispiel auch das Tennessee-Valley-Staudamm-Projekt enthielt. Dennoch dauerte es bis Ende der 1930er Jahre, bis die Krise überwunden war.

Zweiter Weltkrieg und Nachkriegszeit

Nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor traten die USA in den Zweiten Weltkrieg ein, und im August 1945 gingen sie siegreich aus dem Krieg hervor. Der sich kurz darauf abzeichnende Kalte Krieg führte dazu, dass viele US-Amerikaner den Kommunismus als Feindbild betrachteten. Eine innenpolitische Folge des Kalten Krieges nach 1945 war die "McCarthy-Ära". Der republikanische Senator Joseph McCarthy profilierte sich im Senatsausschuss für unamerikanische Aktivitäten (HUAC) dadurch, dass er eine paranoide Hexenjagd auf angebliche Kommunisten veranstaltete, die er besonders unter Filmschaffenden, Politikern und Militärs vermutete. Die zu diesem Zweck inszenierten Anhörungen wurden auch oft im Fernsehen übertragen. Wer die Aussage verweigerte, musste mit Berufsverbot rechnen. Als McCarthy sogar den Präsidenten Eisenhower verdächtigte, wurde er 1954 vom Senat entmachtet.

Gesellschaftlicher Umbruch: 1960er und 1970er

Die 1950er und 1960er Jahre waren geprägt von ökonomischer Prosperität sowie dem Auftreten der Bürgerrechtsbewegung der Afro-Amerikaner. Im Zuge eines gesamtgesellschaftlichen Umbruchs entwickelte sich in den 1960er Jahren auch eine starke Bewegung gegen den Vietnamkrieg und um 1970 auch eine starke Frauenrechtsbewegung und eine wachsende Schwulenbewegung, die (anders als in Europa) schnell gemeinsam von und für Schwule und Lesben gekämpft wurde. Durch diese Bewegungen modernisierten sich die gesellschaftlichen Werte der Vereinigten Staaten. Der Versuch einer Verfassungsänderung, welche die Gleichheit von Mann und Frau vorschreiben sollte, scheiterte jedoch. Sodomiegesetze, die bis 1962 die Praxis der männlichen Homosexualität in jedem Bundesstaat verboten hatten, wurden teilweise zurückgenommen, aber 1987 als der Supreme Court sie bestätigte, existierten sie noch in der Mehrheit der Bundesstaaten und wurden erst mit einer gegenteiligen Gerichtsentscheidung 2003 aufgehoben. Die Watergate-Affäre um einen Einbruch in den Watergate-Gebäudekomplex der Demokratischen Partei, von dem Präsident Richard Nixon wahrscheinlich gewusst hat, und bei dem er die FBI-Ermittlungen zu behindern versuchte, entwickelte sich zum größten Skandal der US-amerikanischen Nachkriegsgeschichte. Um der drohenden Amtsenthebung zu entgehen, trat Nixon 1974 zurück. Die Ölkrise 1974, die 200-Jahresfeier der Unabhängigkeit 1976 und die iranische Geiselkrise 1979 waren prägende Ereignisse für die 1970er Jahre.

1980er

In den 1970er und 1980er Jahren war ein Konjunkturabschwung und ein Verfall der Bausubstanz infolge von Kriminalität und Verwahrlosung zu verzeichnen. Zum Teil wurde auf die Kriminalität mit drakonischen Gesetzen wie dem kalifornischen „Three strikes and you are out“ geantwortet, das für das dritte Delikt (auch bei Bagatelldelikten) 25 Jahre Haft vorsieht. Die Haltung zur der in 38 der 50 Bundesstaaten gesetzlich vorgesehenen und von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung befürworteten Todesstrafe spielt bei der Volkswahl von Politikern, Richtern, Staatsanwälten und Sheriffs eine wichtige Rolle.

Politik

Hauptartikel: Politisches System der USA Die USA haben ein präsidiales Regierungssystem mit einem Präsidenten (seit 2001 George W. Bush, 2004 wiedergewählt, Sohn von George Herbert Walker Bush, Präsident von 1989-1993) an der Spitze der Exekutive. Die Legislative ist der Kongress. Er setzt sich aus gewählten Repräsentanten aller 50 Bundesstaaten zusammen. Laut Verfassung hat der aus zwei Kammern bestehende US-Kongress die Budgethoheit sowie das Recht zur Gesetzesinitiative. Der Kongress hat unter anderem infolge des ihm zustehenden Budgetrechts wesentlichen Einfluss auf die US-amerikanische Politik. Allein dem Kongress kommt das Recht zu, Bundesgesetze zu erlassen und Kriegserklärungen auszusprechen. Verträge mit fremden Ländern werden vom Exekutiv unterzeichnet, bedürfen aber der Ratifizierung durch die obere Kammer des Kongresses, den Senat. Bei wichtigen Ernennungen (z. B. zu Kabinettsposten oder Richterämtern des Bundes, insbesonders dem Obersten Gericht) muss der Senat den Vorschlag des Präsidenten ebenfalls bestätigen. Die Mitglieder des Repräsentantenhauses werden für zwei Jahre gewählt. Jeder Repräsentant vertritt einen Wahlbezirk seines Bundesstaates. Die Anzahl der Wahlbezirke wird durch eine alle zehn Jahre durchgeführte Volkszählung festgelegt. Senatoren werden für sechs Jahre gewählt. Ihre Wahlen finden gestaffelt statt, das heißt alle zwei Jahre wird ein Drittel des Senats neu gewählt. Die Verfassung sieht vor, dass der Vizepräsident dem Senat vorsteht. Er hat dabei kein Stimmrecht, außer bei Stimmengleichheit. Für den Fall der Abwesenheit des Vizepräsidenten benennt der Senat einen "Pro-Tempore-Vorsitzenden", einen Vorsitzenden auf Zeit. Die Mitglieder des Repräsentantenhauses wählen ihren eigenen Vorsitzenden, den "Speaker of the House". Der Sprecher (das Amt wird derzeit von Dennis Hastert bekleidet) und der Pro-Tempore-Vorsitzende (zur Zeit Senator Ted Stevens) sind Mitglieder der jeweils stärksten Partei ihrer Kammer. Bevor eine Gesetzesvorlage zum Gesetz wird, muss sie sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat durchlaufen haben. Die Vorlage wird zunächst in einer der beiden Kammern vorgestellt, von einem oder mehreren Ausschüssen geprüft, abgeändert, im Ausschuss abgelehnt oder angenommen und danach in einer der beiden Kammern diskutiert. Sobald sie in dieser Kammer angenommen ist, wird sie an die andere Kammer weitergeleitet. Erst wenn beide Kammern die gleiche Version der Gesetzesvorlage angenommen haben, wird sie dem Präsidenten zur Zustimmung vorgelegt. An der Spitze der Judikative steht als oberster Gerichtshof der Supreme Court. Die 1787 in Kraft getretene Verfassung, deren Bestimmungen einklagbar sind, hat eine große Bedeutung im politischen System der USA. Es spricht für den Erfolg und die Stabilität dieser Verfassung, dass sie bislang nur 27 Änderungen (Amendments) erfahren hat. In den USA hat sich, durch das einfache Mehrheitswahlrecht begünstigt, ein Zweiparteiensystem gebildet. Diese Parteien sind die Demokraten und die Republikaner. Sie stellen bereits Koalitionen von unterschiedlichen Strömungen dar. Neue politische Strömungen versuchen eher, Einfluss auf die Abgeordneten beider Großparteien zu nehmen, als selbstständige Parteien zu gründen. Ein Beispiel hierfür sind die American Civil Liberties Union (Demokraten) oder die fundamental-christliche Moral Majority (Republikaner). Kleinere Parteien wie die Grünen oder die Libertäre Partei sind unbedeutend, wenn auch bei Präsidentschaftswahlen mitunter die für den Kandidaten der Grünen abgegebenen Stimmen als – womöglich entscheidender – Nachteil für den demokratischen Kandidaten wahrgenommen werden. Einer der Hauptexponenten der Grünen Partei der USA ist Ralph Nader, der im In- und Ausland einen hohen Bekanntheitsgrad genießt. Siehe auch: Gesellschaft der USA, US-Präsidentschaftswahlen 2004, Gerichtsorganisation in den USA

Innenpolitik

In den 1990er Jahren erlebten die USA unter dem demokratischen Präsidenten Bill Clinton (19932001) einen länger anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung ("New Economy"). Die weitere Verwahrlosung der Städte wurde aufgehalten - so erwachten die New Yorker Stadtteile Bronx und Harlem zu neuem Leben. Einen wesentlichen Eingriff in die Sozialgesetzgebung gab es 1996, als der Bezug von Sozialhilfe auf zwei Jahre in Folge und insgesamt fünf Jahre verkürzt wurde. So kam es zu einem beträchtlichen Rückgang der Anzahl der Sozialhilfe-Empfänger. Wichtige innenpolitische Themen sind auch in den USA der Strukturwandel der Wirtschaft und der Umbau der Sozialsysteme insbesondere der Gesundheitsfürsorge. Zudem spielen überwiegend moralisch-ethische Fragen wie das Recht auf Abtreibung, die Berechtigung der Todesstrafe, die politische Anerkennung von Homosexualität oder die Frage welche Rolle christliche Werte im öffentlichen Leben spielen sollen, eine wichtige Rolle. Seit 1913 übernimmt das Federal Reserve System (Fed) die Aufgaben einer staatlichen Notenbank. Vorsitzender des Fed ist zur Zeit Alan Greenspan.

Gesundheitssystem

Das Gesundheitssystem der USA ist teilweise Weltspitze, in anderen Teilen aber in einem desolaten Zustand. Es werden jährlich etwa 1,8 Billionen US-Dollar für Gesundheit aufgewendet. Das ist im Vergleich zu Deutschland nahezu das Doppelte pro Kopf. Die Versorgungslage ist aber unzureichend: über 41 Millionen der ca. 293 Millionen US-Amerikaner sind nicht krankenversichert. Hinzu kommt eine hohe Dunkelziffer an illegalen Einwanderern, die ebenfalls keine Krankenversicherung haben. Viele derjenigen, die versichert sind, müssen bei sämtlichen ärztlichen Leistungen zuzahlen, andere, die in einer HMO sind, müssen bürokratische Papierkriege und lange Wartezeiten bei einer Einschränkung der Arztauswahl erdulden. 1993 scheiterte Präsident Bill Clinton mit dem Versuch der Einführung einer gesetzlichen Krankenkasse.

Außenpolitik

Die Außenpolitik der USA ist von drei großen Traditionen geprägt, die wechselnd an Einfluss gewinnen: Dem Isolationismus, der Überzeugung, ein Vorreiter für Demokratie und Menschenrechte zu sein und diese auf der Welt zu verbreiten, sowie einer seit dem Zweiten Weltkrieg offenen Betonung der Rolle als Supermacht im Sinne des politischen Realismus.

Früher Isolationismus

Die frühe US-amerikanische Außenpolitik wurde von der 1823 verkündeten Monroe-Doktrin des Präsidenten James Monroe geprägt, die verkürzt auf den Nenner „Amerika den Amerikanern“ gebracht wurde. Sie postulierte, dass sich die europäischen Mächte aus dem amerikanischen Kontinent heraushalten sollten, bei gleichzeitiger Nicht-Einmischung der USA in die Angelegenheiten anderer Staaten. Ende des 19. Jahrhunderts waren die USA jedoch zur Großmacht aufgestiegen und die frontier, das heißt die Grenze zum "unzivilisierten" Westen, war 1890 für geschlossen erklärt worden.

Frühes 20. Jahrhundert

Der erste Schritt in Richtung einer imperialistischen Außenpolitik war der spanisch-amerikanische Krieg von 1898, der den USA die Philippinen, Puerto Rico, Hawaii und Kuba einbrachte. Eine offen interventionistische Politik betrieb Präsident Theodore Roosevelt (1901–1909), der das Recht der USA beanspruchte, sich in den lateinamerikanischen Staaten als „internationaler Polizist“ zu betätigen. Diese big stick policy äußerte sich zum Beispiel darin, dass die USA 1903 Panama aus Kolumbien herauslösten, um sich von dem neu gebildeten Staat die Souveränität über die Panama-Kanal-Zone abtreten zu lassen. Während der Zeit der Weltkriege betrieben die USA die längste Zeit eine isolationistische Politik und traten erst nach der Verkündung des uneingeschränkten deutschen U-Boot-Krieges (1917) in den Ersten Weltkrieg ein. Das industrielle Gewicht der USA entschied den Krieg. Präsident Woodrow Wilson (1913–1921) reiste nach Europa, um dort eine Nachkriegsordnung zu etablieren. Sein 14-Punkte-Programm sah unter anderem die Beachtung des Selbstbestimmungsrechts der Völker sowie die Bildung eines Völkerbunds vor. Wilson konnte sich mit seinen Ideen bei Engländern und Franzosen aber nicht durchsetzen und der US-Senat verweigerte sogar den Beitritt zum Völkerbund.

1920 bis zur Nachkriegszeit

Während der nächsten zwei Jahrzehnte betrieben die USA wieder eine isolationistische Politik. Auch bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs blieben die USA zuerst neutral, jedoch wurde die formale Neutralität von Präsident F. D. Roosevelt schon ab März 1941 unterlaufen, da im Rahmen des Leih- und Pachtgesetzes (lend-lease bill) England massiv mit Waffenlieferungen unterstützt wurde. Am 7. Dezember 1941 traten die USA nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor in den Krieg ein. Kurz darauf erklärte das mit Italien und Japan verbündete Hitler-Deutschland den USA den Krieg. Wie schon im Ersten Weltkrieg brachte das industrielle Potenzial der USA die Entscheidung. Die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki im August 1945 beendeten den Zweiten Weltkrieg. Bis heute heftig umstritten ist die Frage, ob die Atombomben-Abwürfe tatsächlich notwendig waren zur Erzwingung der japanischen Kapitulation. Japan hatte zu diesem Zeitpunkt den USA militärisch nichts mehr entgegenzusetzen, jedoch hätte eine US-amerikanische Invasion der japanischen Hauptinseln noch zu schweren Verlusten führen können. Die USA waren maßgeblich an der Gründung der UNO am 26. Juni 1945 in San Francisco beteiligt, die noch im Einvernehmen mit der Sowjetunion stattfand. Bald jedoch zeichnete sich eine Konfrontation mit Stalin ab, die schließlich in den Kalten Krieg mündete. Durch den Präsidenten Harry S. Truman wurde eine Politik des „roll back“, das heißt der Zurückdrängung des Kommunismus verkündet, die in der „Truman-Doktrin“ ihren Ausdruck fand. Die sagte allen Ländern zur Bewahrung ihrer Unabhängigkeit Militär- und Wirtschaftshilfe zu. Dies war eine klare Abkehr von der isolationistischen Monroe-Doktrin und fand seinen Ausdruck in der Unterstützung von Griechenland und der Türkei, sowie dem Marshall-Plan, der Westeuropa wirtschaftlich auf die Beine helfen sollte. Der Kalte Krieg erreichte einen ersten Höhepunkt mit der sowjetischen Berlin-Blockade 1948/49, auf die die USA mit der Berliner Luftbrücke antworteten. 1949 wurde die NATO als Militärbündnis zwischen den USA, Kanada und Westeuropa gegründet.

Kalter Krieg

Es kam in den folgenden Jahrzehnten zu einem atomaren Wettrüsten zwischen der NATO und dem Warschauer Pakt, das beiden Seiten ab den 1960er Jahren eine mehrfache „Overkill-Kapazität“ verschaffte. Gefährliche Konfrontationen des Kalten Krieges waren der Korea-Krieg (1950-53) und die Kuba-Krise (1962), bei der die Welt nur knapp einem Dritten Weltkrieg entging. Durch den Kernwaffen-Sperrvertrag (1968) und die SALT-Verhandlungen (1969) wurde versucht, die gefährliche Situation zu entschärfen. Der Vietnam-Krieg, in den die USA 1964 (Tongking-Zwischenfall) offen eingriffen, nachdem sie zuvor schon Militärberater entsandt hatten, entwickelte sich zu einem militärischen und moralischen Fiasko, und die Niederlage wurde mit dem Abzug der US-Truppen 1973 besiegelt. Der beherrschenden Maxime der US-Außenpolitik, den kommunistischen Machtbereich einzudämmen, wurde in den 1960er und 1970er Jahren oft die Glaubwürdigkeit als Verbreiter demokratischer Werte geopfert. Es wurden Militärdiktatoren und Kleptokraten wie Somoza in Nicaragua, Pinochet in Chile, Marcos auf den Philippinen oder Mobutu in Zaire unterstützt, so lange sie nur antikommunistisch waren. Nach dem Vietnam-Krieg zeigte sich eine Desorientierung und Ratlosigkeit der US-Außenpolitik, die im Schwanken zwischen einer Abkehr von Interventionismus und Demonstration militärischer Stärke (Carter-Administration) und dessen Gegenteil (nach der sowjetischen Invasion in Afghanistan) ihren Ausdruck fand. Unter der Reagan-Administration (1981-89) wurde (wie vor dem Vietnam-Krieg) wenig Rücksicht darauf genommen, ob die strategischen Verbündeten die Menschenrechte respektierten. Auch stellt sich die Frage nach einem hinreichenden Verständnis fremder Kulturkreise durch die US-Außenpolitik. Deren mangelnde Voraussicht zeigte sich auch darin, dass die US-Unterstützung oft den aus heutiger Sicht falschen Leuten zugute kam: So wurde nach dem Ausbruch des ersten Golfkriegs zwischen Iran und Irak (1980–88) aus Angst vor den Mullahs in Teheran der irakische Diktator Saddam Hussein (hauptsächlich durch Satelliten-Aufklärung) unterstützt, was sich später als schwerer Fehler erweisen sollte. In diesen Zusammenhang gehört auch ein Vorgang, der sich zum größten Skandal der Reagan-Ära entwickelte, die Iran-Contra-Affäre: 1986 verkauften die USA nach Vermittlung durch Sicherheitsberater Robert McFarlane und Oberst Oliver North Waffen (hauptsächlich Panzerabwehrraketen) auch an den Iran. Das daraus erlöste Geld wurde zur Unterstützung der Gegner der Sandinisten in Nicaragua, der so genannten Contras verwendet. Auch die Geld- und Waffenlieferungen an die Mujaheddin in Afghanistan erwiesen sich als zweischneidig: Das Ziel, die Sowjetunion in die Knie zu zwingen, wurde zwar erreicht, aber so auch radikal-islamische Gruppen gestärkt. Unter Präsident Ronald Reagan (1981–89) strebte die ideologische Auseinandersetzung mit der Sowjetunion dem Finale zu. Reagan bezeichnete die Sowjetunion wiederholt in Anlehnung an religiöse Terminologie als „Reich des Bösen“ (evil empire), das es zu Tode zu rüsten gelte. Die Rüstungsausgaben wurden erhöht und ein so genanntes „Star-Wars-Programm“ (SDI-Projekt, Krieg der Sterne) aufgelegt. 1985 und 1986 traf er sich jedoch auch mit seinem sowjetischen Amtskollegen Gorbatschow zu Abrüstungsverhandlungen unter der Bezeichnung START (Strategic Arms Reduction Talks). Letztlich war diese Politik erfolgreich, denn mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion (1991) war der Kalte Krieg beendet. Die USA sind seither die einzige Supermacht und nach eigener Auffassung Ordnungsmacht der Welt.

Die Außenpolitik der Regierung Clintons

Präsident Clinton zeichnete verantwortlich für die US-Außenpolitik zwischen dem Ende des Kalten Krieges und dem Regierungsantritt von George W. Bush, und zwar mit der Hilfe von Außenminister Warren Christopher (erste Amtszeit) und Madeleine Albright (zweite Amtszeit), der ersten Außenministerin in der Geschichte der USA. Beobachter haben von der Außenpolitik Clintons behauptet, er habe wohl das Ziel "die Sozialarbeit der Welt" zu übernehmen, da viele der Aktivitäten sich auf Werteänderungen in eher ärmere, strategisch nebensächlichen Ländern konzentrierten, darunter auch Somalia, Haiti, und Bosnien. Das Engagement in Somalia, unter George Bush sen. begonnen, hatte als Ziel die Entmachtung der Warlords, besonders Mohammed Aidids. Nachdem US-Fernsehsender Bilder übertrugen, die den Leichnam eines US-Soldaten zeigten, der durch die Straßen von Mogadischu geschleppt wurde, überließen die Sondereinsatztruppen das Land seinem Schicksal. Mit der Invasion Haitis 1994 wurde der demokratisch gewählte Jean-Bertrand Aristide an die Macht gebracht und der Militärdiktator Raoul Cedras abgesetzt; die weiteren Probleme des Landes, das 1915 bis 1934 unter US-Besatzung gelebt hatte und unter Cedras von einem Embargo der USA betroffen war, wurden nicht gelöst. Nachdem sich die europäischen Staaten als unfähig erwiesen hatten, nach dem Zerfall Jugoslawiens den Balkan zu befrieden, griffen US-Truppen 1995 und 1999 im Rahmen der Nato in Bosnien und Serbien ein, was den Sturz des Diktators Milosevic zur Folge hatte. Versuche, im Nahen Osten einen Frieden zwischen Israel und Palästina zu erreichen, erlitten mit dem Attentat auf Jitzhak Rabin einen großen Rückschritt und waren letztlich erfolglos. Clinton reagierte auf Provokationen des irakischen Diktators Saddam Hussein mit sporadischen Luftschlägen, sowie Vergeltungsschlägen gegen Einrichtungen im Sudan und Afghanistan nach Terroranschlägen auf die US-Botschaft in Nairobi und ein US-Kriegsschiff im Jemen, die man dem damals schon bekannten Al-Qaida-Netzwerk des Osama bin Laden zur Last legte. Diese Einzelaktionen, die zumeist im Kontext von UNO- oder NATO-Resolutionen stattfanden und bei den westeuropäischen Verbündeten zu keinen oder nur geringen diplomatischen Differenzen führten, wurden nicht vor der Öffentlichkeit als Teil eines dauernden Kriegszustands gerechtfertigt, wie es später mit George W. Bushs Krieg gegen den Terrorismus der Fall war.

Die Außenpolitik der Regierung George W. Bush und die Terroranschläge am 11. September 2001

Schon bald nach Amtsantritt von Präsident George W. Bush am 20. Januar 2001 zeigte sich dessen Neigung zum Unilateralismus, die im Misstrauen gegenüber multinationalen und multilateralen Institutionen ihren Ausdruck findet. Bush ist kritisch gegenüber der UNO eingestellt, der er die Unterstellung von US-Soldaten verweigert. Außerdem glaubt Bush, durch verbindliche Verpflichtung zur Einhaltung von multinationalen Verträgen die außenpolitische Handlungsfähigkeit der USA aufs Spiel zu setzen (Beispiel: Kyoto-Protokoll). Anklänge an diese neue republikanische Außenpolitik fanden sich schon Mitte der 1990er Jahre in Reden und Anträgen von Newt Gingrich und Jesse Helms. Weder bei "traditionelleren" Republikanern, wie Bob Dole, John McCain, oder Richard Lugar, noch bei den Demokraten fand diese Politik Zustimmung. Nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York sowie das Pentagon in Washington, die von radikalen Islamisten durchgeführt wurden, verkündete George W. Bush einen weltweiten Krieg gegen den Terrorismus, was zunächst auch in weiten Teilen der Bevölkerung Zustimmung fand. Bush erfand in Anlehnung an Ronald Reagan die Formel von einer "Achse des Bösen" (axis of evil), der er so genannte Schurkenstaaten (rogue states) zurechnet. Zu diesen zählt er den Iran, den Irak, Kuba und Nord-Korea. Im Oktober 2001 wurde durch einen Feldzug in Afghanistan das radikal-islamische Taliban-Regime verjagt, das den mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge, Osama bin Laden, beherbergt hatte. Ebenfalls im Namen des Krieges gegen den Terrorismus begann im März 2003 der Krieg (sog. Dritter Golfkrieg) gegen den Irak mit dem Ziel, den Diktator Saddam Hussein zu stürzen. Die USA warfen dem Irak u. a. vor, Massenvernichtungswaffen zu besitzen und Kontakte zu Bin Laden zu unterhalten, wodurch der Irak eine Bedrohung für die Welt gewesen sei. Insbesondere der Krieg gegen den Irak ist völkerrechtlich umstritten, da er ohne ein explizites UNO-Mandat erfolgte und einige der Kriegsbegründungen (insbesondere der Verdacht auf den Besitz von Massenvernichtungswaffen und Kontakte zu Bin Laden) sich im Nachhinein als unzutreffend herausstellten, womit sich die Frage nach einer bewussten Täuschung der Weltöffentlichkeit durch die Bush-Administration erhebt. Dem US-amerikanischen Militär gelang es schnell, den Irak militärisch zu besiegen und das Regime Saddam Husseins zu stürzen. Dennoch konnte der Irak bislang nicht befriedet werden. Zahlreiche zum Teil von Selbstmordattentätern durchgeführte Sprengstoffanschläge forderten auf Seiten der US-Truppen inzwischen mehr Todesopfer als die eigentlichen Kampfhandlungen bis Mai 2003, was dazu führte, dass sich einige Staaten der Koalition der Willigen bereits im Frühling 2004 wieder aus dem Irak zurückzogen. Im Juni 2004 wurde die Regierungsgewalt an eine irakische Übergangsregierung übergeben. George W. Bushs Hinwendung zu einem strategischen Konzept der Präemption kann als Abkehr von der bisherigen US-amerikanischen Außen- und Sicherheitspolitik gewertet werden, die auf Abschreckung, Eindämmung sowie der Einwirkung der so genannten soft power (d. h. der Attraktivität ökonomischer und kultureller Einflussnahme) basiert hatte. Unter George W. Bush beträgt der Verteidigungsetat etwa 400 Milliarden US-Dollar, was bedeutet, dass das US-Militär-Budget so hoch ist wie das der in der Liste nachfolgenden neun Staaten zusammen. Der Haushaltsansatz für Entwicklungshilfe betrug im Haushaltsjahr 2003/04 fast 20 Milliarden US-Dollar, ohne die Aufbauhilfe für Irak, die wiederum ebenfalls so groß ist. Als Anteil am Bruttosozialprodukt ist diese Summe