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| Hubertus Von Lüttich |
Hubertus von LüttichHubertus von Lüttich ( - um 655 in Toulouse, † 30. Mai 727 in Tervueren bei Lüttich, Belgien) war Bischof von Maastricht und Lüttich.
Bedeutung des Namens Hubertus im Althochdeutschen: der durch seinen Geist glänzt.
Hubertus lebte als Pfalzgraf am Hof Theoderichs III. in Paris, später in Metz am Hofe Pippins des Mittleren, mit dem er wohl verwandt war. Als er verwitwete, ging Hubertus als Einsiedler in die Wälder der Ardennen, wo er apostolisch tätig war. 705 wurde er zum Bischof von Tongern-Maastricht, 716 verlegte er seinen Bischofssitz nach Lüttich. Er ließ dort eine Kathedrale bauen, galt aber auch als fürsorglicher Wohltäter. Seit dem Mittelalter wird die Hubertus-Legende erzählt, nach der er auf der Jagd von einem prächtigen Hirsch mit einem Kruzifix zwischen dem Geweih bekehrt wurde, deshalb wird Hubertus als Schutzpatron der Jagd, der Natur und Umwelt, der Schützen, der Kürschner, Metzger, der Metallbearbeiter, Büchsenmacher, Optiker und Hersteller von mathematischen Geräten angesehen. Am Hubertustag, dem 3. November finden alljährlich große Hubertusjagden statt.
Die Gebeine des heiligen Hubertus wurden am Hubertustag, dem 3. November 743 erhoben. 825 kamen sie nach Andagium, heute St. Hubert in den Ardennen. Im Mittelalter war St. Hubert ein Wallfahrtsort, seit der französischen Revolution sind die St. Hubert-Reliquien jedoch verschwunden.
Der heilige Hubertus soll vor Hundebiss und Jagdunfällen schützen, am Hubertustag geweihtes Salz und Brot schützt - der Legende nach - aber auch Haustiere, auch vor Tollwut, die in der französischen Sprache die "Hubertus-Krankheit" heißt.
Neben der traditionellen Hubertusjagd wird der Todestag des Heiligen Hubertus (französisch: Saint Hubert), der 30. Mai als sein Feiertag gefeiert, St. Hubertus gehört zu den vier heiligen Marschällen und mancherorts zu den vierzehn Nothelfern, sein Attribut ist ein weißer Hirsch mit einem Kruzifix im Geweih.
Weblinks
- [http://www.heiligenlexikon.de/BiographienH/Hubertus_von_Luettich.html Sankt Hubertus im Heiligenlexikon.de]
Siehe auch: Ordensgemeinschaft St. Hubertus
Kategorie:Mann
Kategorie:Heiliger
Kategorie:Römisch-katholischer Bischof (8. Jh.)
Kategorie:Geboren 655
Kategorie:Gestorben 727
655
Politik und Weltgeschehen
- 15. November - König Oswiu von Northumbria siegt in der Schlacht von Winwaed über König Penda von Mercia, der im Kampf fällt. Sein Nachfolger wird Peada, sein Sohn.
- Konstans II. erleidet mit der von ihm geführten byzantinischen Flotte eine vernichtende Niederlage gegen die Araber vor der lykischen Küste bei Finike.
- Saimei wird Kaiserin von Japan als Nachfolgerin von Kotoku.
- Deusdedit wird Erzbischof von Canterbury.
- 12. April - Totale Sonnenfinsternis in Spanien, Südfrankreich und Norditalien.
- um 655 - Heiliger Hubertus, Bischof († 727)
- um 655 - Childerich II., merowingischer Frankenkönig († 675)
- 16. September - Martin I., Papst ( - um 600)
- 15. November - Penda, König von Mercia
ko:655년
ToulouseToulouse (okz. Tolosa) ist eine Stadt im Süden Frankreichs, am Fluss Garonne gelegen, 146 m ü. NN. Sie ist ca. 600 km von Paris entfernt und durch Kanäle (Canal du Midi und Garonne-Seitenkanal) mit dem Atlantik und dem Mittelmeer verbunden. In der Stadt leben im Stadtzentrum 390.350 Einwohner und im Ballungsgebiet 964.797 (1999) - damit ist es das fünftgrößte Ballungsgebiet in Frankreich.
Toulouse ist Hauptstadt der Region Midi-Pyrénées und Verwaltungssitz des Départements Haute-Garonne. Im Mittelalter war sie inoffizielle Hauptstadt der Region Okzitanien. Bis zur Französischen Revolution war sie offizielle Hauptstadt der Provinz Languedoc.
Languedoc
Languedoc
Languedoc
Wirtschaft
Seit den 1980er Jahren hat sich Toulouse zu einem der bedeutendsten Luftfahrtzentren der Welt entwickelt. Etwa 35.000 Beschäftigte arbeiten in diesem Industriezweig.
Dieser Industriezweig hat in Toulouse bereits eine lange Tradition. Schon 1919 starteten von hier aus Postflüge nach Afrika und über den Atlantik nach Nord- und Südamerika. Unter den Piloten, für die Toulouse der Heimatflughafen war, war auch der franzöische Autor Antoine de Saint-Exupéry.
In den 1960er Jahren entschloss sich die französische Regierung, alle zivilen Luftfahrtaktivitäten hier zu konzentrieren. In der Nähe des Flughafens Toulouse hat sich als wichtigstes Unternehmen Airbus Industrie angesiedelt und ist der größte Arbeitgeber der Stadt. In Toulouse wird auch der neue Airbus A380 zusammengebaut.
Die Stadt besitzt neben der Luft- und Raumfahrtindustrie auch Maschinenbau, Eisen- und Textilindustrie und ist dazu ein großes Handels- und Verkehrszentrum.
Lehre und Forschung
Toulouse ist eine Schüler- und Studentenstadt mit insgesamt über 120.000 Studenten. Somit ist sie neben Paris die Stadt mit den meisten Studenten in Frankreich. Zahlreiche Kultur- und Bildungseinrichtungen sind in Toulouse zu finden. Dazu gehören:
- Die Université de Toulouse - Le Mirail (UTM),
- Die Fakultät der Geisteswissenschaften (Université des Sciences Sociales, UT1),
- Die Université Paul Sabatier (UPS)
An der UPS werden hauptsächlich Naturwissenschaften, wie Biologie, Physik, Pharmazie und Informatik gelehrt. Aber auch Sprachen machen einen erheblichen Anteil der universitären Ausbildung aus.
Die UT1 beherbergt vor allem die Fachrichtungen der Wirtschafts-, Rechts und Politikwissenschaften. Auch hier spielen Fremdsprachen im universitären Alltag eine große Rolle und der Anteil der internationalen Studierenden ist sehr groß.
Die Bedeutung des Hochschullebens in Toulouse manifestiert sich ebenfalls durch den Reichtum und die Vielfalt der gegenwärtigen Laboratorien der Forschung auf dem Campus. Die wichtigen großen Ingenieursschulen sind:
: - ENSAE (SUPAERO) (École Nationale Supérieure de l'Aéronautique et de l'Espace)
: - ENAC (École Nationale de l'Aviation Civile)
: - ENSEEIHT (École Nationale Supérieure d'Électrotechnique, d'Électronique, d'Informatique, d'Hydraulique et des Télécommunications)
: - ENSIACET (École Nationale Supérieure des Ingénieurs en Arts Chimiques et Technologique)
: - INSA (Institut National des Sciences Appliquées)
: - ENSICA (École Nationale Supérieure d'Ingénieurs de Constructions Aéronautiques)
: - ENSAT (École Nationale Supérieure d'Agronomie)
Geschichte
Toulouse war unter dem Namen Tolose eine wichtige gallische Stadt. 106 v. Chr. von den Römern eingenommen und Tolosa (lat.) genannt, war sie seit dem 4. Jh. Bischofssitz. Zahlreiche Straßen in der Toulouser Innenenstadt folgen noch dem Grundriss der römischen Siedlung. Von 419 bis 507 war sie Hauptstadt des Westgotenreichs, anschließend wurde sie vom fränkischen König Chlodwig I. erobert. Zwischen 781 und 843 war Toulouse Sitz des Königreichs von Aquitanien, danach erfolgte die Gründung der selbständigen Grafschaft Toulouse. In dieser Zeit war die Stadt Zentrum der Languedoc-Kultur.
Im Mittelalter zählte Toulouse zu den reichsten Städten Frankreichs. Färberwaid, eine Pflanze, die damals den einzigen beständigen blauen Farbstoff lieferte, gedieh auf den kalkhaltigen Böden der Umgebung besonders gut. Toulouse beherrschende Marktstellung endete, als die Portugiesen begannen, aus ihren Kolonien das preisgünstigere Indigo zu importieren.
1271, nach dem Kreuzzug gegen die Albigenser und der Plünderung der Stadt, wurde sie unter französische Krone gestellt, blieb jedoch bis 1790 weitgehend unabhängig. Obwohl viele Protestanten zur Zeit der Reformation in Toulouse lebten, stellte sich die Stadt in den Religionskriegen auf die römisch-katholische Seite. 1562 wurden ca. 4.000 Hugenotten ermordet.
1814 schlugen die Briten unter Herzog von Wellington die Franzosen. Mitte des 19. Jahrhunderts erlebte die Stadt ihr größtes industrielles Wachstum. Während des Zweiten Weltkrieges war sie von 1942 bis 1944 von deutschen Truppen besetzt. Dabei erlitt sie erhebliche Zerstörungen.
Chemieunfall
Am 21. September 2001 kam es in Toulouse zu einer der größten Chemiekatastrophen mit 31 Toten und tausenden Verletzten.
Siehe Explosion in Toulouse
Entwicklung der Einwohnerzahl
Sehenswürdigkeiten
Explosion in Toulouse
Toulouse wird aufgrund ihrer zahlreichen Bauwerke aus rotem Sandstein auch « la ville rose » – „rosarote Stadt“ genannt. Weitere bekannte Sehenswürdigkeiten der Stadt sind:
- romanische Basilika Saint Sernin (11.-12. Jahrhundert), siehe auch unter [http://theo.thg.goe.ni.schule.de/~austf02/die_basilika_saint_sernin.htm], die zu den schönsten romanischen Kirchen Südfrankreichs gehört. St. Sernin ist nicht die Grabstelle des Hl. Thomas von Aquin. Die Gebeine des Thomas von Aquin wurden nach dessen Tod erst in die Kirche Les Jacobins (mit Dominikanerkloster) in Toulouse gebracht.
- gotische Kathedrale Saint Etienne (begonnen 12. Jahrhundert)
- das Musée des Augustins, ein in einem gotischen Augustinerkloster gelegenes Kunstmuseum für romanische bis barocke Kunst.
- Universität (1229), die zweitälteste Europas.
- Viele Patrizierhäuser im Renaissance-Stil wie beispielsweise das Hôtel d’Assézat oder das Hôtel de Bernuy.
- Musée Georges Labit, das neben römischen Arbeiten auch ägyptische, koptische, chinesische und japanische Kunstwerke zeigt.
- Musée Saint-Raymond, das in der Nähe der Basilika Saint Sernin liegt. Im Keller sind Teile der ausgegrabenen Nekropole aus römischer und frühchristlicher Zeit zu sehen. In den oberen Stockwerke befinden sich Funde aus archäologischen Ausgrabungen aus dieser Zeit.
- Cité de l’espace, eine Ausstellung u.a. über die Raumfahrt.
Verkehr
Cité de l’espace
Bei Toulouse liegt der für Airbus sehr wichtige Flughafen Toulouse-Blagnac.
Der Hauptbahnhof von Toulouse, der Gare Matabiau, befindet sich etwas nordöstlich des Stadtkerns. Der Busbahnhof befindet sich in seiner direkten Nachbarschaft.
Der Personennahverkehr wird hauptsächlich durch Busse gewährleistet. Seit 1993 gibt es jedoch auch eine U-Bahn-Linie, die einen verbesserten Transport zwischen Osten und Westen der Stadt gewährleistet. Eine zweite Linie (Nord-Süd) wird zur Zeit gebaut.
Die Stadt ist von einem typisch französischen, gebührenfreien Autobahnring (Périphérique) umgeben, der jedoch in den Stoßzeiten zwischen 8:30 und 9:30 sowie von 16:30 bis 18:00 wegen des hohen Verkehrsaufkommens gemieden werden sollte. Im Stadtzentrum gilt jeweils am ersten Sonntag im Monat ein Fahrverbot für Pkw.
Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts hatte der Canal du Midi noch wesentlich zur wirtschaftlichen Prosperität von Toulouse beigetragen. Heute wird die Wasserstraße vor allem touristisch genutzt.
Typische Küche
Typisch für die Küche von Toulouse ist das Cassoulet, ein Eintopf aus weißen Bohnen und verschiedenen Fleischsorten, bei dem in Toulouse in jedem Fall Confit d’oie – eingemachtes Gänsefleisch und Landwurst – hinzugehört. Auch Terrines de foie gras (Geflügelstopfleber) und magret de canard – Entenbrust mit grünen Bohnen – gehören zu der stadttypischen Küche. Violettes de Toulouse sind gezuckerte Veilchen, mit denen Süßspeisen aller Art verziert sind sowie Veilchenlikör. Rund um den Marché Victor Hugo finden sich zahlreiche Chocolatiers und Käsegeschäfte.
Söhne und Töchter der Stadt
- Henri Busser, französischer Komponist
- Joseph-Antoine Crozat, marquis du Châtel, der reichste französische Kaufmann seiner Zeit, Gründer der Kolonie Louisiana
- Jean-Claude Cousseran, französischer Diplomat
- Jacques Cujas, Jurist für römisches Recht
- Jean Dausset, französischer Mediziner, Hämatologe und Nobelpreisträger
- Marie Louise Dissard, Mitglied der Résistance, half alliierten Soldaten bei der Flucht nach England
- Brigitte Fossey, französische Schauspielerin
- Carlos Gardel, argentinischer Tango-Sänger
- Charles Lartigue, französischer Ingenieur
- Ludwig II. (Anjou), Graf von Anjou, König von Neapel und Herzog der Provence
- Hubertus von Lüttich, Bischof von Maastricht und Lüttich
- Philippe Mexès, französischer Fußballspieler
- Claude Nougaro, französischer Jazz-Sänger, Dichter, Maler und Zeichner
- Jean Jacques Pelet, französischer General
- Alfred Sirven, französischer Topmanager
- Raimund IV. von Toulouse, Markgraf der Provence, war ein mittelalterlicher Adeliger
Weblinks
- [http://theo.thg.goe.ni.schule.de/~austf02/die_basilika_saint_sernin.htm Basilika Saint Sernin]
- [http://www.univ-tlse2.fr Université de Toulouse Le Mirail, UTM]
- [http://www.ups-tlse.fr Université Paul Sabatier, UPS]
- [http://www.supaero.fr Ecole Nationale Supérieure de l’Aéronautique et de l’Espace]
- [http://www.enac.fr Ecole Nationale de l’Aviation Civile]
- [http://www.enseeiht.fr Ecole Nationale Supérieure d’Electrotechnique, d’Electrique, d’Informatique, d’Hydraulique et des Télécommunications]
- [http://www.insa-toulouse.fr Institut National des Sciences Appliquées de Toulouse]
- [http://www.ensica.fr Ecole Nationale Supérieure d’Ingénieurs en Constructions Aéronatiques]
Kategorie:Ort in Midi-Pyrénées
ja:トゥールーズ
727
Politik und Weltgeschehen
- Alamannenherzog Theudebald vertreibt Bischof Pirminius aus Hass gegen Karl Martell aus dem Benediktinerkloster Reichenau.
- Das Kloster Murbach wird durch den heiligen Pirminius gegründet.
- Auf Initiative des Grafen Ruthard (evtl. einem frühen Welfen) wird das Kloster Gengenbach gegründet.
-
- 30. Mai - Hubertus von Lüttich, Bischof von Maastricht und Lüttich ( - um 655)
als:727
ko:727년
Belgien
Belgien (ndl.: België, franz.: Belgique), offiziell Königreich Belgien (ndl.: Koninkrijk België, franz.: Royaume de Belgique) ist eine föderal organisierte parlamentarische Monarchie in Westeuropa. Es grenzt (im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden) an die Niederlande, Deutschland, Luxemburg, Frankreich und an die Nordsee. Mit den Niederlanden und Luxemburg zusammen bildet Belgien die Beneluxstaaten.
Geographie
- Geographisches Zentrum: Nil-Saint-Vincent
- Höchste Erhebung: Signal de Botrange (694 m) - (im Hohen Venn)
- Höchst gelegene Ortschaft: Mürringen (658 m)
Belgien ist ein relativ flaches Land, nur im Südosten gibt es die Ardennen. Die Küstenlinie erstreckt sich auf 72,3 km. 25 Prozent der Landfläche werden für Landwirtschaft genutzt. Ungefähr 85 Prozent aller Belgier leben in Städten. Laut den Berechnungen des Königlichen Belgischen Instituts für Naturwissenschaften hat Belgien eine Fläche von 33.990 km².
Flüsse
- Gileppe
- Göhl (frz. Geule; ndl. Geul)
- Inde
- Leie (frz. Lys)
- Maas (frz. Meuse; ndl. Maas)
- Ourthe
- Sambre (ndl. Samber)
- Schelde (frz. Escaut)
- Semois
- Weser (frz. Vesdre, ndl. Vesder)
- Ijzer (frz. Yser)
Bevölkerung
Ijzer
Im Vielvölkerstaat Belgien leben französische Wallonen, niederländische Flamen und westdeutsche Mittelfranken (Ripuarische
Rheinfranken) zusammen. Die weitere Wohnbevölkerung besteht aus zugewanderten Menschen aus vielen Teilen Europas (insbesondere aus Polen und Italien) und Marokko.
Etwa drei Viertel der Belgier sind Katholiken.
Siehe auch: Liste der Städte in Belgien
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Belgiens
Als Provinz Belgica schon im römischen Reich unter diesem Namen bekannt, erlebte das heutige Gebiet Belgien viele Herrschaften. Es war im Mittelalter Teil des fränkischen Reiches und wurde bei dessen Teilung ebenfalls geteilt; es zerfiel in einzelne Herzogtümer und Grafschaften. Die einzelnen Territorien wurden später vom Haus Burgund regiert, das 1477 von den Habsburgern beerbt wurde. Zunächst regierte der spanische Zweig der Habsburger, danach der Österreichische. 1815, auf dem Wiener Kongress, wurde Belgien den Niederlanden zugesprochen.
1830 kam es zu einem Aufstand, und Belgien wurde unabhängig. Es wurde eine konstitutionelle Monarchie eingerichtet und Leopold von Sachsen-Coburg zum ersten König ernannt. Leopold II., Sohn des ersten Königs, erwarb den Kongo in Afrika, zunächst als Privatbesitz, später als Kolonie, was der königlichen Familie und dem Land Reichtum brachte. Der Kongo wurde auch bekannt durch die dort ausgeübten Verbrechen der belgischen Besatzer. 1960 wurde die Kolonie Kongo in die Unabhängigkeit entlassen.
Im Ersten Weltkrieg wurde das neutrale Land in die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Frankreich und dem Deutschen Reich einbezogen und von den Deutschen zügig eingenommen. In den Stellungskriegen in Belgien wurden einige Städte in Flandern zerstört. Als Ausgleich dafür annektierte Belgien nach dem Krieg die mehrheitlich von Deutschen bewohnten Gebiete der Region um Eupen und Malmedy, die desweiteren eingeforderten Gebiete bis zum Rhein hin wurden dem Staat allerdings nicht übertragen; die vertraglich vereinbarte Volksabstimmung in Eupen-Malmedy wurde vom belgischen Staat nicht durchgeführt. Bis 1922 war es verboten, niederländisch zu sprechen. Im zweiten Weltkrieg verhielt sich das Land anfangs neutral, wurde aber wieder als Durchgangsland nach Frankreich benutzt und besetzt und gelangte so in den Einflussbereich der Hitler-Diktatur des Deutschen Reiches. Bis zur Befreiung durch die Westalliierten hatte es - wie halb Europa - unter der Willkürherrschaft der Nazis und die jüdische Bevölkerung unter ihrer Verfolgung zu leiden; Städte und Landschaften blieben aber weitgehend von Kriegszerstörungen verschont. Lediglich im Osten des Landes, im Gebiet der deutschen Wohnbevölkerung, vor allem um die Stadt Sankt Vith, kam es zu schweren Zerstörungen infolge der Ardennenoffensive im Winter 1944-1945.
Die bereits seit 1944 geplante Zoll- und Wirtschaftseinheit von Belgien, den Niederlanden und Luxemburg wurde im Haager Vertrag am 3. Februar 1958 vereinbart und ist am 1. November 1960 in Kraft getreten (Benelux-Staaten). Belgien gehörte mit zu den Gründerstaaten der EWG und spielt seither eine wichtige Rolle im europäischen Einigungsprozess. Das Land wurde Sitz internationaler Organisationen, wie der NATO und der Europäischen Union.
Siehe auch: Liste der belgischen Ministerpräsidenten, Belgisch-Kongo
Politik
Belgien ist eine bundesstaatlich organisierte parlamentarische Monarchie.
Der Föderalstaat wird aus dem König und 15 vom Parlament betrauten Mitgliedern gebildet (Exekutive), sowie dem Bundesparlament (Legislative). Das Parlament besteht aus der Abgeordnetenkammer mit 150 Mitgliedern und dem Senat mit 71 Mitgliedern. Während die Kammer Entscheidungsgewalt in Haushaltsangelegenheiten und der Vertrauensfrage hat, hat der Senat neben einer Beratungsfunktion Entscheidungsgewalt bei Interessenskonflikten zwischen den regionalen Parlamenten.
Die föderalen Institutionen sind verantwortlich für Justizwesen, Finanzpolitik, innere Sicherheit, Außenpolitik, Landesverteidigung und soziale Sicherheit.
Parteien:
(die meisten Parteien sind entweder flämisch/niederländisch oder französisch/wallonisch/deutsch)
- Ecolo, wallonische Grüne (zurzeit 4 Sitze in der Abgeordnetenkammer)
- Groen!, ehemals Agalev, flämische Grüne
- VLD, Vlaamse Liberalen en Democraten, flämische Liberale (zurzeit 25 Sitze in der Abgeordnetenkammer)
- MR, Mouvement Réformateur, oder Partei für Freiheit und Fortschritt, wallonische Liberale (zurzeit 25 Sitze in der Abgeordnetenkammer)
- Vivant, Bundesweite Liberale
- CD&V, Christen-demokratisch & Vlaams, flämische Christdemokraten (zurzeit 21 Sitze in der Abgeordnetenkammer)
- CDH, Demokratisches und Humanistisches Zentrum, wallonische Christdemokraten (zurzeit 7 Sitze in der Abgeordnetenkammer)
- SP.a, Sociaal Progressief Alternatief, flämische Sozialisten (zurzeit 23 Sitze in der Abgeordnetenkammer)
- PS, Sozialistische Partei, wallonische Sozialisten (zurzeit 25 Sitze in der Abgeordnetenkammer)
- Vlaams Belang, ehemals Vlaams Blok, flämische Nationalisten (zurzeit 18 Sitze in der Abgeordnetenkammer)
- FN, Le Front National, wallonische Nationalisten (zurzeit 1 Sitz in der Abgeordnetenkammer)
- N-VA, Nachfolgeparteie der Volksunie, Bündnis mit CD&V (zurzeit 1 Sitz in der Abgeordnetenkammer)
- SPIRIT, Nachfolgeparteie der Volksunie, Bündnis mit SP.a
Belgien ist von starker innerer Zerrissenheit vor allem zwischen der flämischen und wallonischen Volksgruppe geprägt. Tendenziell nehmen die Spannungen eher zu und radikale Parteien, die eine Auflösung des Gesamtstaats befürworten, wie etwa das Vlaams Belang, gewinnen mehr und mehr an Bedeutung.
Siehe auch: Flämisch-wallonischer Konflikt
Politische Gliederung
Hauptartikel: Politische Gliederung Belgiens
Belgien ist seit 1993 ein Bundesstaat, bestehend aus den Regionen Flandern und Wallonien sowie der Hauptstadtregion Brüssel. Darüber hinaus bestehen die drei (Sprach-)Gemeinschaften (Flämische Gemeinschaft, Französische Gemeinschaft Belgiens und Deutschsprachige Gemeinschaft). Regionen und Gemeinschaften haben unterschiedliche Zuständigkeiten und sind territorial nicht deckungsgleich.
Im Einzeln gilt folgendes:
- Die Flämische Gemeinschaft umfasst die Region Flandern sowie die niederländischsprachigen Institutionen in der Hauptstadtregion Brüssel.
- Die Deutschsprachige Gemeinschaft umfasst den östlichsten Teil der Region Wallonien.
- Die Französischsprachige Gemeinschaft umfasst die Region Wallonien im Übrigen sowie die französischsprachigen Institutionen in der Hauptstadtregion Brüssel.
Die Regionen Flandern und Wallonien sind ihrerseits jeweils in fünf Provinzen unterteilt.
Flandern:
- Antwerpen (Hauptstadt Antwerpen)
- Limburg (Hasselt)
- Ostflandern (Gent)
- Flämisch Brabant (Leuven)
- Westflandern (Brügge)
Wallonien:
- Henegouwen (Bergen)
- Lüttich (Lüttich)
- Luxemburg (Provinz) (Arlen)
- Namur (Namur)
- Wallonisch Brabant (Wavre)
Die unterste Ebene der Selbstverwaltung bilden die 589 Gemeinden.
Infrastruktur
Belgien ist ein wichtiges Transitland zwischen Mitteleuropa und Westeuropa.
Der wichtigste Hafen ist Antwerpen an der Schelde, einer der größten und wichtigsten Seehäfen der Welt.
Der wichtigste Flughafen des Landes ist Zaventem.
Belgien besitzt ein sehr gut ausgebautes Autobahnnetz, welches wie auch alle anderen Straßen in Belgien komplett mit Straßenlaternen ausgestattet und nachts beleuchtet ist.
Die staatliche Eisenbahngesellschaft heißt NMBS/SNCB und betreibt eines der am dichtesten ausgebauten Bahnnetze weltweit.
Belgien besitzt einige Atomkraftwerke. 1999 wurde ein Atomausstieg vom Parlament beschlossen.
Wirtschaft
- Verteilung der erwerbstätigen Bevölkerung nach Sektoren (2000):
- Agrarwirtschaft: 2,0 %
- Industrie: 23,4 %
- Dienstleistungssektor: 74,6 %
Der Tourismus spielt in Belgien eine große Rolle. Neben den beliebten Ferienbadeorten an der belgischen Nordseeküste (Bredene, De Panne, Nieuwpoort, Oostende u. a.), sind auch die Ardennen eine viel besuchte Urlaubsregion. Von der belgischen Nordseeküste aus kann man viele Tagestouren unternehmen, etwa in die Nachbarländer Frankreich und Niederlande oder Großbritannien. Auch Städtetouren nach (Brüssel, Brügge, Hasselt, Gent, Antwerpen u. a.) sind empfehlenswert.
Kultur
Belgische Persönlichkeiten
- Die Hl. Gudula von Brüssel und Eibingen ist Patronin der Stadt Brüssel und belgische Nationalheilige.
- Bekannte Maler sind Peter Paul Rubens, Pieter Bruegel der Ältere, James Ensor und der Surrealist René Magritte.
- Weltweit bekannte Schriftsteller sind Charles DeCoster, Émile Verhaeren, Maurice Maeterlinck und Georges Simenon.
- Weitere Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts sind der Sänger und Chansonnier Jacques Brel, der Jazz-Musiker Toots Thielemans, der Actionfilm-Held Jean-Claude Van Damme und die Schauspielerin Jasmin Schwiers.
- Bekannte Sportler sind die Tennisspielerinnen Kim Clijsters und Justine Henin-Hardenne, die Fußballer Jean-Marie Pfaff und Marc Wilmots.
Siehe auch: Liste bekannter Belgier
Gastronomie
Eine typische belgische Küche gibt es nicht, da sie sehr stark der französischen Küche ähnelt. Es wurde aber eine weltbekannte Erfindungen in Belgien gemacht, die häufig falsch eingeordnet wird: Pommes Frites. Viele Belgier haben Zuhause eine Friteuse stehen und essen meistens mindestens einmal in der Woche Fritten. Die sogenannten Brüssel'sche Waffeln oder auch Belgischen Waffeln sind auch sehr typisch für Belgien. Desweiteren ist Belgien für seine Pralinen bekannt, welche zur Weltspitze gehören. Eine weitere Besonderheit ist das belgische Bier, welches im Gegensatz zu deutschem gewöhnlich wesentlich mehr Alkohol enthält und sehr unterschiedlichen Geschmack haben kann. Dieses Bier ist vorallem auch im Ausland beliebt.
Sport
Der beliebteste Sport in Belgien ist Fußball. Die 1. belgische Liga ist eine der ältesten der Welt. In den 70 und 80 Jahren des letzten Jahrhunderts gehörte das belgische Nationalteam (auch: Rote Teufel) zur Internationalen Spitze. Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 kann Belgien, auf Grund eines schlechten Qualifizierungsplatzes nicht.
Belgien hat auch einige Berühmtheiten im Fahrradfahren hervorgebracht. So gehörten und gehören Eddy Merckx, Roger De Vlaeminck und Johan Museeuw zu den besten Fahrradfahrern in Europa und der Welt.
Comics
Worauf die Belgier warscheinlich am meisten stolz sind, sind die Comics. Comics sind generell sehr populär in Belgien, es stammen aber auch viele berühmte Comiczeicher und Autoren aus Belgien.
Die berühmtesten sind Jean Graton (Michel Vaillant), Morris (Lucky Luke), Hergé (Tim und Struppi), Peyo (Die Schlümpfe und weiteres) und Franquin (Spirou und Fantasio, Gaston und Marsupilami.
In Belgien ist es auch möglich, Comic als Studienrichtung an Kunsthochschulen wie der Königlichen Akademie für bildende Kunst und der Saint-Luc-Hochschule in Brüssel zu studieren.
Sonstiges
- Sankt Nikolaus (6. Dezember) ist in manchen Regionen weitaus wichtiger als Weihnachten. In vielen Familien gibt es zu Sankt Nikolaus die Geschenke und zu Weihnachten wird nur zum Gottesdienst gegangen.
- Sommerzeit: vom letzten Sonntag im März bis zum letzten Sonntag im Oktober, GMT + zwei Stunden.
Bildung
Belgien hat 11 Universitäten:
Katholieke Universität Leuven, Universität Gent, Universität Antwerpen, Universität Hasselt, Freie Universität Brussel (niederländisch), Katholieke Universität Brussel (niederländisch), Université Libre de Bruxelles, Facultés Universitaires Saint Louis à Bruxelles, Université de Liège, École Polytechnique de Mons, Facultés Universitaires Notre-Dame de la Paix Namur, Université Catholique de Louvain.
Neben den Universitäten existieren in den drei Gemeinschaften zahlreiche Hochschulen (Hautes Ecoles/Hogeschool) und mehrere Kunsthochschulen (Ecoles Supérieures des Arts).
Das Bildungssystem ist in Belgien auf Grund der Autorität der einzelnen Gemeinschaften unterschiedlich, das Hochschulwesen wurde aber im Zuge des Bologna-Prozesses weitgehend auf zwischengemeinschaftlicher und europäischer Ebene vereinheitlicht.
Schule in Flandern
Ab 3 oder 4 Jahren besuchen Kinder normalerweise eine Art Kindergarten mit Vorschule. Ab 6 Jahren gehen die Kinder 6 Jahre auf die Basis Schule. Belgische Schulen sind entweder staatlich oder katholisch, wobei aber die katholischen Schulen auch vom Staat gefördert werden. Es zeigt sich die Tendenz, dass katholische Schulen in der Regel ein höheres Niveau haben als Staatliche. Das trifft aber nicht in jedem Fall zu. Die erste Fremdsprache ist Französisch, welche ab dem fünften Lehrjahr unterrichtet wird. ab dem siebenten Lehrjahr wird der Unterricht dann auf eine der sekundären Schulen genommen. Die Sekundärschulen werden wie folgt unterteilt:
- ASO (Allgemeiner Sekundärer Unterricht (Onderwijs))
- KSO (Kunst bildender Sekundärer Unterricht)
- TSO (Technischer Sekundärer Unterricht)
- BSO (Beruflicher Sekundärer Unterricht)
Englischunterricht hat man ab dem zweiten Lehrjahr des sekundären Unterrichts auf einer ASO. Gewöhnlich kann ein Schüler zwischen den folgenden Richtungen wählen: Mathematik, Griechisch, Latein. In den späteren Jahren kommen noch weitere Richtungen wie Ekonomie und moderne Sprachen und Wissenschaften hinzu. Jeder Belgische Schüler der fünften und sechsten Klasse auf einer ASO hat auch mindestens eine Stunde Deutsch pro Woche. Manchmal auch 3.
Auf KSO Schulen, die selten oder garnicht bestehen, wenn, dann meistens nur in sehr grossen Städten, hat der Schüler die Auswahl zwischen z.B. Comiczeichnen, Computergrafik etc. Der Schüler nimmt aber dennoch auch an Englisch und Französisch Unterricht sowie Mathematik.
Schulpflicht besteht bis 18 Jahre. Sobald man 18 ist kann man die Schule verlassen oder warten, bis man das Diploma (vergleichbar mit dem Abitur) bekommt.
Umwelt
Der Kohlenstoffdioxidausstoß pro Kopf des Landes gehört zum weltweit höchsten.
Weitere Themen
- Belgische Streitkräfte
- Portal:Benelux
- Belgisches Französisch
- Portal:Belgien
Literatur
- Frank Berge, Alexander Grasse: Belgien - Zerfall oder föderales Zukunftsmodell?. Der flämisch-wallonische Konflikt und die Deutschsprachige Gemeinschaft. Leske und Budrich, Opladen 2003 (Regionalisierung in Europa, Band 3), ISBN 3-8100-3486-X
Weblinks
- [http://www.belgium.be Föderale Portalseite Belgiens]
- [http://www.monarchie.be Website des Königshauses]
- [http://europa.eu.int/scadplus/citizens/de/be/10797.htm Politisches System Belgiens]
- [http://www.senate.be/doc/const_de.html Die Verfassung Belgiens]
- [http://www.knightsofrizal.de/na-be-noten.html Die Nationalhymne zum Anhören und Noten]
-
Kategorie:Staat
Kategorie:Land in der EU
Kategorie:Monarchie
als:Belgien
fiu-vro:Belgiä
ja:ベルギー
ko:벨기에
ms:Belgium
simple:Belgium
th:ประเทศเบลเยียม
zh-min-nan:Belgien
Maastricht
Maastricht [] ist die Hauptstadt der Provinz Limburg. Mit Nijmegen wetteifert die Stadt um den Titel älteste Stadt der Niederlande. Maastricht liegt im äußersten Südosten der Niederlande zwischen Belgien und Deutschland, an beiden Seiten der Maas. Der Name der Stadt ist aus dem lateinischen Mosae Traiectum („Maasübergang“) überliefert, welcher auf die Brücke zurückgeht, die unter Augustus von den Römern errichtet wurde.
Geschichte
Die zur Herrschaftszeit des Kaisers Augustus errichtete Brücke bildete die Ausgangsbasis für eine erste römische Handelsniederlassung. Später, im 3. Jahrhundert, wurde die Niederlassung ausgebaut mit einem Castellum. Die Überfälle durch Germanenstämme waren wahrscheinlich auch der Grund, der den Bischof von Tongern, Servatius, dazu bewog, seinen Bischofssitz nach Maastricht zu verlegen. Dort, in der Sicherheit des fortifizierten Castellums, gründete er eine christliche Gemeinschaft.
Die christliche Diözese verlor die Stadt im 8. Jahrhundert an die nahegelegene Stadt Lüttich. Maastricht entwickelte sich im Mittelalter zu einer Stadt unter Doppelherrschaft, die sich der Bischof von Lüttich und der Herzog von Brabant teilten, der die Stadt 1202 zum Lehen bekam. Die Rechte beider wurden in der Alde Caerte festgelegt.
Im 13. Jahrhundert wurde die Sankt-Servatius-Brücke gebaut, die damals der nördlichste Übergang über die Maas war. Die Brücke ist immer noch vorhanden, wurde allerdings 1932 verbreitert.
Von 1632 wurde die Rolle der Herzöge von den niederländischen Generalstaaten übernommen, nachdem Friedrich Heinrich die Stadt den Spaniern abgenommen hatte. Die Dualität blieb, bis die Eroberung und Annexion durch die Franzosen diesem Zustand 1794 ein Ende setzte.
Nach der Übernahme wurde die Festung Maastricht auf Kosten der Generalstaaten modernisiert. Unter Leitung des Baumeisters Dumoulin entstand die so genannte Linie von Dumoulin.
1673 starb der Musketier D'Artagnan vor der Stadtmauer in der Nähe des Stadttors Tongersepoort. Im Jahr 2003 wurde an dieser Stelle ein Denkmal errichtet. Ein Teil der Stadt (das Jekerquartier) wurde im Zuge der Einnahme durch die Franzosen völlig zerstört und musste neu erbaut werden. Um dieses in der Zukunft zu verhindern, wurde 1701/1702 das Fort Sint Pieter auf dem Sint Pietersberg gebaut.
1702
Nach der Napoleonischen Zeit wurde Maastricht im Jahr 1815 Teil des Vereinigten Königreichs der Niederlande. Als sich 1830 die südlichen Provinzen des Landes vom Norden unabhängig erklärten und den Staat Belgien gründeten, hielt die Garnison in Maastricht loyal zum niederländischen König Wilhelm I. und wurde 1839 mit dem östlichen Teil des Herzogtums Limburg trotz der Nähe zu Belgien endgültig niederländisch. Wegen seiner Randlage innerhalb der heutigen Niederlande war und ist Maastricht jedoch eher auf Belgien und Deutschland ausgerichtet als auf den Rest der Niederlande, was der Stadt einen wenig niederländisch wirkenden Charakter verleiht. Auch die 1976 gegründetete Universität Maastricht gibt sich ein betont internationales Profil und hat in einigen Studiengängen zu mehr als der Hälfte ausländische - zumeist deutsche - Studenten.
1992 wurde im "Gouvernement", dem Sitz der Provinzialregierung von Limburg, der Vertrag von Maastricht unterzeichnet, der zur Gründung der Europäischen Union führte. Dieser Vertrag trat im November 1993 in Kraft.
Kultur
In Maastricht findet jährlich die internationale Kunstmesse The European Fine Art Fair statt.
Verkehr
Maastricht ist durch Eisenbahnverbindungen mit Eindhoven und Venlo über Sittard und Roermond sowie mit Lüttich (Belgien) verbunden, über Heerlen durch die Euregiobahn (RB 20) auch mit Aachen. Außerdem verkehrt zwischen den Hauptbahnhöfen von Maastricht und Aachen eine Buslinie.
Die A 2 verbindet Maastricht mit Amsterdam und Lüttich, die A 79 mit Heerlen und weiter über die A 76 / A 4 (D) mit Aachen.
In Maastricht fängt die Autoroute du Soleil an (Richtung Belgien).
Etwa 10 Kilometer nördlich des Stadtzentrums befindet sich der internationale Flughafen Maastricht Aachen Airport.
Sehenswürdigkeiten
Maastricht Aachen Airport
- Bonnefantenmuseum
- Rathaus
- Vrijthof (Friedhofplatz) mit dem Sankt-Servatius-Dom und der Sankt-Johannis-Kirche
- Liebfrauenplatz mit -kirche
- Servatiusbrücke
- Jekerquartier
- Bonbonnière (altes Stadttheater)
- Generaalshuis (neues Stadttheater)
- Linie von Dumoulin
- Kasematten
- Dinghuis (mittelalterliches Gerichtsgebäude)
- Helpoort (mittelalterlicher Stadttor) mit Stadtmauer
- Grotten am Sint Pietersberg und Cannerberg:
:Südlich der Stadt liegt der Sint Pietersberg mit dem Fort Sint Pieter (gebaut 1701-1702) und die Grotten von Sint Pieter mit über 20.000 Gängen. In den Höhlen herrscht eine konstante Temperatur von 10 °C und sie sind Überwinterungsplätze für Fledermäuse. Zu bestimmten Zeiten werden Führungen angeboten, im Hochsommer auch in deutscher Sprache.
:Beim benachbarten Cannerberg gibt es ebenfalls ein mehr als 10 km langes Höhlensystem. Bis in die 1960er Jahre lebten Jesuitenmönche in einigen der Gänge, die zahlreiche Kunstwerke an den Kalksteinwänden hinterlassen haben. Geführte Besichtigungen sind möglich.
:Ein kleiner Teil des Höhlensystems dient dem benachbarten Chateau Neercanne als Weinkeller, ein grösserer beherbergte von 1954 bis 1992 die NATO-Einrichtung JOC Maastricht. Hier war das Hauptquartier für den Ernstfall des Hauptquartiers Mönchengladbach untergebracht.
Söhne und Töchter der Stadt
- Henri Arends, niederländischer Dirigent
- Jo van den Booren, niederländischer Komponist und Musiker
- Petrus Josephus Wilhelmus Debye, niederländischer Physiker und Chemiker
- Willy Hautvast, niederländischer Komponist und Musiker
- Pieter van den Hoogenband, niederländischer Schwimmer
- Wilhelm René de l'Homme de Courbière, preußischer General
- André Rieu, niederländischer Violinist
- Johann Friedrich August Tischbein, deutscher (Familienporträt)-Maler
- Louis Toebosch, niederländischer Komponist und Professor
- Christoffel van Dijck, Drucker und Schriftgießer
- Boudewijn Zenden, niederländischer Fußballspieler
Weblinks
- [http://www.vvvmaastricht.nl/home/index.php3?lang=du Stadt Maastricht] (Tourismus)
- [http://www.pietersberg.nl Sint Pietersberg (Informationen zu Geschichte, Grotten etc.)]
- [http://jezuietenberg.nl/index.html Cannerberg (Grotten)]
- [http://www.bonnefanten.nl/ Bonnefanten Museum]
- [http://www.unimaas.nl/ Universität Maastricht]
- [http://sanspek.sdf-eu.org/mag/index.pl/WikiMaas_Home WikiMaas], Stadtwiki
Kategorie:Ort in den Niederlanden
ja:マーストリヒト
Metz
Metz (französisch []) ist eine Industriestadt im Nordosten Frankreichs und Hauptstadt des Départements Moselle und der Region Lothringen. Metz liegt an der Mündung der Seille in die Mosel.
Geschichte
Erste Besiedlungsspuren finden sich ab 3000 v. Chr., als die Region von den Kelten besiedelt war. Metz, dessen alter keltisch-lateinischer Name Divodurum (Götterburg) lautet, wurde in der spätrömischen Zeit nach dem dort siedelnden Keltenstamm Mediomatricum (in der hochmittelalterlichen Form „Mettis“) genannt. Die Keltensiedlung wurde 52 v. Chr. von den Römern erobert und entwickelte sich - an der wichtigen Kreuzung der Straßen nach Reims, Trier, Straßburg und Mainz gelegen - zu einer der größten Städte Galliens. Im 2. Jahrhundert besass die Stadt 40.000 Einwohner und war somit größer als Lutetia (Paris). Im 4. und 5. Jahrhundert gründeten sich die ersten christlichen Gemeinden, als erster Bischof gilt St. Clemens im 4. Jahrhundert - sicher nachweisbar ist der (zum Erzbistum Trier gehörende) Bischofssitz ab 535. Im Jahre 451 wurde Metz von den Truppen des Hunnenkönigs Attila zerstört.
Die Stadt war in merowingisch-fränkischer Zeit die Hauptstadt des fränkischen Ostreiches, auch Austrasien genannt. In dieser Zeit blühte die Stadt Metz auf kulturellen und religiösen Gebieten. Sankt Chrodegang, Abt von Gorze und Bischof von Metz, entwickelte die ersten Lebensregeln der kanonisch lebenden Kleriker oder Stiftsherren. Aus der Abtei Gorze entstand der neue Kirchengesang „plain-chan“, der später nach dem Namen des Papstes Gregor gregorianischer Gesang genannt wurde.
Metz ist der ursprüngliche Stammsitz der Karolinger. Verschiedene Familienmitglieder Karls des Großen wie seine Gemahlin Hildegard oder Kaiser Ludwig der Fromme wurden in der Klosterkirche beerdigt. Der Urgroßvater Karls des Großen, Sankt Arnold (Saint Arnoul) und Karls eigener Sohn Drogo waren unter anderen Ämtern Erzbischöfe von Metz.
Bei den karolingischen Reichsteilungen nach dem Tod Ludwigs des Frommen kam Metz 843 zu Lothringen, 870 dann zum Ostfrankenreich. Die Stadt machte sich 1189 unabhängig vom Bischof.
Zwischen 1180 und 1210 wurde Metz deutsche Reichsstadt, schuf sich ein Herrschaftsgebiet, das Pays Messin, und stieg dadurch im 14. Jahrhundert zur flächengrößten Reichsstadt auf, und wies erfolgreich alle Angriffe der Herzöge von Lothringen auf ihr Gebiet zurück.
In der überwiegenden Zeit seiner Geschichte blieb Metz mehrheitlich französischsprachig. Wie in der benachbarten freien Reichsstadt Straßburg entwickelte sich eine Stadtrepublik , die von den reichsten Patrizierfamilien (die „Paraiges“ in der lokalen lothringischen Sprache) geführt wurde. Sie bildeten ein Kollegium von dreizehn Vertretern, die man üblicherweise auch les Treize („die Dreizehn“) nannte. Die Bewohner der freien Reichsstadt Metz nannten sich citains, wobei man eindeutig das damals vorbildliche italienische Modell der autonomen Città erkennt. Metz unterhielt damals einen regen Kontakt mit den italienischen Handelsstädten und beherbergte zahlreiche sogenannte „lombardische Kontore“, die das Geld- und Kreditgeschäft von Norditalien nach Metz brachten. Die jüdische aschkenasische Gemeinschaft von Metz gehörte zu den ältesten Frankreichs und spielte lange eine entscheidende Rolle im Geldverkehr zwischen Volk und Obrigkeit. Der Bischof von Metz blieb formal das Oberhaupt der freien Stadt, aber entging jedem Trubel der rebellischen Stadt, indem er sich in der Residenz von Vic-sur-Seille niederließ.
Bereits im 9. Jahrhundert zählte die Stadt Metz 39 Kirchen und zahlreiche Klöster und Stifte. Die ehemalige römische Basilika Saint-Pierre aux Nonnains gilt als die älteste Kirche Frankreichs. Bis zum 16. Jahrhundert war Metz eine wahrhafte Klosterstadt: Ab dem 12. und 13. Jahrhundert kamen die Bettel- und Ritterorden hinzu, die aus Metz eine mehrheitlich geistliche Stadt machten. Die Ankunft der Franzosen ab dem 16. Jahrhundert setzte dieser Periode ein endgültiges Ende. Sie wandelten die religiöse Stadt in ein militärisches Bollwerk gen Deutschland (HRR) um.
Am 10. April 1552 besetzte der französische König Heinrich II. die Stadt, deren Bürger acht Tage lang Widerstand geleistet hatten. Er nannte diesen Einzug "la chevauchée d'Austrasie" (Der Ritt nach Austrasien), denn er betrachtete diesen politischen Erfolg als Revanche dafür, dass seine karolingischen und Kapetinger Vorfahren den lothringischen Teil des Reiches verloren hatten. Eigentlich bekam Heinrich II. das Vikariat bzw. Protektorat über die sogenannten Drei Bistümer: Metz, Toul und Verdun. Obwohl der Katholizismus Staatsreligion des französischen Königreichs war, paktierte Frankreich oft mit den protestantischen deutschen Fürsten, um dem katholischen Habsburger Erbfeind auf irgendeine Weise die europäische Vormachtstellung streitig zu machen. So geschah es auch mit Metz: Nur mit dem stillen Einvernehmen der protestantischen Reichsfürsten (die so genannte Fürstenverschwörung) konnte der französische König in die freie Stadt Metz einziehen mit dem Vorwand, die Stadt vor dem lothringischen Herzog zu schützen, der bekanntlich dem römisch-deutschen Kaiser zugetan war. Jeder Versuch Karls V., die Stadt Metz zurückzuerobern, misslang. Die Franzosen blieben in Metz, bis der westfälische Frieden 1648 ihnen die drei Bistümer offiziell und endgültig zuerkannte.
Metz wurde im 17. Jahrhundert durch Vauban befestigt und diente als Drehscheibe für alle Feldzüge Ludwigs XIV. in seiner Reunionspolitik gen Osten. Das mittelalterliche Metz geriet in Vergessenheit.
1871-1918 und 1940-1944 gehörte Metz wieder zum Deutschen Reich, nachdem im Deutsch-Französischen Krieg die Stadt nach einer zweimonatigen Belagerung durch General Moltke kapitulierte bzw. die Deutsche Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg sie mit Truppen besetzte. Im Rahmen der Volkszählung von 1900 gaben im Stadtkreis Metz 78 % Deutsch und 22 % Französisch als Muttersprache an. Im Landkreis Metz gaben 57,1 % Französisch und 42,9 % Deutsch als Muttersprache an. Im Jahre 1944 bildete die Rückeroberung von Metz durch die Amerikaner den Höhepunkt der Schlacht um Lothringen. Die erste Annexion wirkte sich besonders stark auf das Metzer Stadtbild aus und machte sich vor allem in der militärischen und zivilen Architektur bemerkbar. Heute noch unterscheidet man ohne Probleme das „deutsche“ oder „preußische “ von dem „französischen“ Metz. Diese Dualität gehört einfach zur Geschichte der Stadt, wie vergleichbar in Straßburg. Doch im Gegensatz zu der elsässischen Hauptstadt, in der mehrheitlich deutsch gesprochen wurde, war und ist Metz von alters her eine mehrheitlich französischsprachige und -gesinnte Stadt. Die Verdeutschungsversuche der Vergangenheit haben daher ihre geistigen Spuren in der Bevölkerung hinterlassen
1961 fusionierte Metz mit den benachbarten Gemeinden Borny, Magny und Vallières-lès-Metz.
Politik
Bürgermeister
Die letzten Bürgermeister von Metz waren:
- Raymond Mondon 1947 bis 1970
- Jean-Marie Rausch von 1971 bis heute, letzte Wiederwahl 2001
Städtepartnerschaft
Trier ist seit dem 13. Oktober 1957 Partnerstadt von Metz.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bild:metz.jpg|Straßenszene in Metz
Bild:metz_panorama.jpg|Metz: Stadtkern und Kathedrale
Bild:MetzKathedrale.jpg|Kathedrale von Metz
Bild:Metz Theatre 2003.jpg|Stadttheater
Bild:MetzMoselblick.jpg|Blick über die Mosel auf Innenstadt und Kathedrale
Bild:MetzRathaus.jpg|Rathaus und Skulpturen auf der Place des Armes
- die gotische Kathedrale Saint-Étienne (mit von Marc Chagall entworfenen Kirchenfenstern)
- Kirche Sainte-Segolène (13./14. Jahrhundert)
- Musé d'Art et d'Histoire de Metz
- Städtisches Museum Cour d'Or
- Porte des Allemands (Deutsches Tor)
- Kirche Saint-Martin
- Kirche Saint-Vincent
- Saint-Pierre-de-la-Citadelle
- Saint-Eucaire
- Saint-Maximin
- Ruinen der Stadtmauern
Sport
Metz wird in der französischen Ersten Fußballliga (Ligue Nationale) durch den FC Metz vertreten.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
30 km südlich der Stadt Metz an der A 31 liegt der Aéroport Metz Nancy Lorraine. Daneben beherbergt Metz den wichtigsten Binnenhafen für den Umschlag von Getreide in Frankreich. Metz ist hervorragend an das europäische Schienennetz angebunden. Der neue TGV Est wird über Metz weiter nach Luxemburg, Brüssel und Frankfurt am Main verlaufen. Metz war der Endpunkt einer strategischen Eisenbahnlinie, der sogenannten Kanonenbahn, von Berlin über Wetzlar und Koblenz. Straßenverkehrstechnisch liegt Metz an den wichtigen Nord-Süd- und Ost-West-Verbindungen.
Die größte Bedeutung für Metz hat der Hafen, über den der Export von Getreide abgewickelt wird. Für Industrie und Handel ist daneben die Anbindung an das Schienennetz und die Anbindung an die Straßenverkehrswege sehr wichtig. Der zivile Flughafen von Metz hat keine große Bedeutung, da sein Einzugsgebiet relativ gering ist.
Ansässige Unternehmen
Ikea Frankreich hat sein Hauptauslieferungslager in Metz.
Öffentliche Einrichtungen
Das Regionalparlament von Lothringen hat seinen Sitz in Metz.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
- Charles Ancillon
- François de Barbé-Marbois, Staatsmann mit bürgerlichen Eltern
- Jean Burger, Kommunist und Widerstandskämpfer
- Adam-Philippe de Custine, französischer General
- Abraham de Fabert, Heerführer und Militäringenieur, Marschall von Frankreich
- François-Etienne Kellermann, französischer Kavalleriegeneral
- Jean Baptiste Leprince, Maler des 18. Jahrhunderts
- Emile Leonard Mathieu, Mathematiker
- Alfred Pérot, französischer Physiker
- Gabriel Pierné, französischer Komponist
- Paul Pierné
- Jean-François Pilâtre de Rozier, französischer Physiker und einer der ersten Luftfahrtpioniere
- Jean-Victor Poncelet, französischer Mathematiker, Ingenieur und Physiker
- Pierre-Louis Roederer, französischer Staatsmann und Publizist, Berater Napoléon Bonapartes, Großoffizier der Ehrenlegion, Graf
- Robert Schuman einer der Gründungsväter der EU
- S. M. Stirling, SciFi-Autor
- Paul Verlaine
- Lasalle, Antoine, Charles, Louis de, französischer Kavalleriegeneral, Metz 1775, + Wagram 1809, "Tout Hussard qui n'est pas mort à 30 ans est un jean-foutre"
Weblinks
- http://www.mairie-metz.fr - Offizielle Seite der Stadt Metz
- http://www.univ-metz.fr - Universität Metz
- http://www.fcmetz.com - Fußballclub Metz
- http://tourisme.mairie-metz.fr/ - Touristeninformation Metz (auch in deutsch)
- http://www.histoire-empire.org/essling/lasalle.htm
Kategorie:Ort in Lothringen
Kategorie:Reichsstadt
ja:メス
Pippin der MittlerePippin der Mittlere oder Pippin von Herstal ( - um 635; † 16. Dezember 714 in Jupille bei Lüttich) aus dem Geschlecht der Karolinger bzw. Arnulfinger war von 679 bis 714 der tatsächliche Machthaber im Frankenreich, seit 680 als dux (Herzog), und ab 688 als Hausmeier (principale regimine majorum domus). Sohn von Ansegisel und Begga.
Nach dem Sturz und der Hinrichtung seines Onkels Grimoalds des Älteren 656/657 schien die Dynastie Pippins des Älteren vor dem Erlöschen zu stehen. In den 670er Jahren waren von seinen Nachkommen nur noch seine Tochter Begga und deren Sohn Pippin der Mittlere am Leben, der väterlicherseits ein Enkel Arnulfs von Metz war. Beide konnten jedoch die pippinidischen und arnulfingischen Besitzungen trotz der feindselig gesonnenen Umgebung der 660er und 670er Jahre im Wesentlichen behaupten. Dabei dürfte Pippins Heirat mit Plektrud, der Tochter des (Pfalzgrafen) Hugobert und der Irmina von Oeren, Angehöriger bedeutender austrischer Adelsgeschlechter, um 670/675 eine wesentliche Rolle gespielt haben.
In den Wirren nach dem Tod des Merowingerkönigs Childerich II. und seines Hausmeiers Wulfoald zog Pippin mit Unterstützung austrasischer Großer gegen den mächtigen Neustrier Ebroin zu Felde. Dieses Unternehmen endete zwar 679 mit Pippins Niederlage, jedoch erkannte der neue neustrische Hausmeier Waratto nach Ebroins baldigem Tod (680) Pippins Vormacht in Austrasien an. In der Schlacht bei Tertry errang Pippin schließlich durch einen Sieg über Warattos Schwiegersohn und Nachfolger Berchar die Herrschaft über das Gesamtreich.
Pippin sicherte seine Macht dadurch, dass er nicht nur Berchar bis zu seinem Tode im Amt des neustrischen Hausmeiers beließ, sondern anschließend seinen Sohn Drogo mit dessen Witwe verheiratete. Darüber hinaus beließ er auch die merowingischen Könige auf dem Thron. Außerdem sicherte er frühzeitig den Erbanspruch seiner Familie, indem er seine Söhne Drogo und Grimoald den Jüngeren in wichtige Ämter einsetzte. Grimoald wurde neustrischer Hausmeier, so daß beide Hausmeier-Ämter in der Hand der Familie waren. Eine der wichtigsten militärischen Leistungen Pippins war die Eroberung Frieslands (690/695), die die Voraussetzung für die Christianisierung der Friesen durch den angelsächsischen Mönch Willibrord war.
Bereits vor dem Tod Pippins Ende 714 brach ein Konflikt um seine Nachfolge aus. Dabei versuchte Plektrud, die Ansprüche ihrer Enkel (ihre beiden Söhne waren nicht mehr am Leben: Grimoald der Jüngere war im gleichen Jahr ermordet worden, Drogo bereits 708 gestorben) gegen die der beiden Söhne aus einer Beziehung Pippins mit seiner Friedelfrau Chalpaida, der uxor nobilis et elegans, Childebrand und Karl, durchzusetzen. Zur damaligen Zeit war das Bastardtum kein Ausschlußkriterium von der legalen Erbfolge, was letztendlich durch die von Pippin unter dem massiven Einfluß Plektruds proklamierte Erbfolge durch seinen Enkel Theudoald, der selbst ein Bastard Grimoalds war, zeigt. Schon wenige Jahre nach Pippins Tod unterlag aber Plektrud letztlich Karl Martell (717).
Childebrand († nach 751), Sohn der Chalpaida, nach anderen Quellen Sohn einer weiteren, namentlich unbekannten Mutter, wurde von Pippin mit einer Grafschaft in Burgund versorgt. Childebrand übernahm die Aufgabe, die Chronik Fredegars als karolingische Hauschronik fortzuführen.
Kategorie:Franke
Kategorie:Mann
Kategorie:Geboren 635
Kategorie:Gestorben 714
ja:ピピン2世
ArdennenDie Ardennen (auch: Ardenner Wald, von keltisch Arduenna für Hochland) sind eine Teillandschaft des Rheinischen Schiefergebirges. Vorwiegend im Südosten Belgiens, aber auch auf luxemburgischem und französischem Gebiet gelegen (Departement Ardennes), handelt es sich um ein ausgedehntes Waldgebirge, welches zwischen Mosel und Maas ein raues Bergland bildet und sich jenseits der Maas an den Ufern der Sambre allmählich zum flandrischen Tiefland verflacht. Im Osten der Ardennen schließen sich nahtlos das Hohe Venn und - eher politisch als landschaftlich getrennt - die Eifel an (vergleiche auch Islek).
Islek
Landschaft
Die Ardennen haben eine mittlere Höhe von 550 m, während ihre höchsten Berge 650 m kaum übersteigen. Das Gebirgsplateau wird von Flusstälern durchzogen, die oft tief und schluchtartig mit steilen Abstürzen von 200 m Höhe eingeschnitten sind:
- Maas auf der Linie von Charleville-Mézières bis Namur mit den Nebenflüssen
- Chiers,
- Semois,
- Lesse und
- Ourthe
sowie auf die Mosel ausgerichtet
- Orne,
- Sûre (Sauer) und
- Our
Die bedeutenden Flusstäler sind als Hauptspalten zu betrachten, von welchen eine Unzahl Nebenrinnen auslaufen, die sich durch das Hochland hinziehen und das ganze Gebirge durchfurchen.
Das Hochland ist im allgemeinen öde. Der größere Teil der Plateaus bietet nur Heide, entweder weite sumpfige und der Kultur unzugängliche Strecken oder schlechte Weideplätze, welche nur nach einem Zwischenraum von 15 - 20 Jahren und durch ein besonderes Verfahren zum Anbau zu benutzen sind. In den Tälern hingegen findet man herrliche Wiesen und fruchtbares Land.
Den Hauptreichtum des Gebirges bilden die Waldungen, die zumeist aus Eichen und Buchen mit untermischten Erlen, Birken, Eschen etc. bestehen. und die reich vorhandenen Montanschätze, als Eisen, Blei (bei Longwilly), Antimon (bei Gösdorf), Kupfer (bei Stolzenburg), Mangan (bei Bihain), plastischer Ton, namentlich aber die unerschöpflichen Steinkohlenlager (am Nordrand von Lüttich bis Valenciennes sich erstreckend), welche Belgiens Metallverarbeitung und großartige Industrie begründen.
Die Ardennen liegen in der Wallonie und erstrecken sich auch über die Ostkantone, dem deutschsprachingen Teil Belgiens.
Geschichte
Die Ardennen waren als Arduenna Silva schon den Römern bekannt; Cäsar und Strabon lassen dieselben vom Rhein bis zur Schelde reichen. Sie waren der Jagd- und Waldgöttin Diana heilig, welche davon den Beinamen Arduenna erhielt, und mancherlei Denkmäler des Dianendienstes in diesen Gegenden finden sich noch in Altären, Statuen, Inschriften.
Der bekannteste und denkwürdigste Ort der Ardennen ist aber die heute französische Festung Sedan.
Siehe auch
- Ardennenoffensive
Kategorie:Mittelgebirge
Kategorie:Geographie (Frankreich)
Kategorie:Geographie (Belgien)
705
Politik und Weltgeschehen
- 1. März - Johannes VII. wird zum Papst gewählt; er ist Nachfolger von Johannes VI.
- 8. Oktober - al-Walid I. wird Kalif in Damaskus, regiert bis 715. Er folgt Abd al-Malik im Amt.
- Wiederaufnahme der Expansionspolitik der Araber an der persischen Ostgrenze.
- Justinian II. wird erneut Herrscher von Byzanz; er löst Tiberios II. ab. Justinian lässt seine beiden Vorgänger Tiberios und Leontios sowie den Patriarchen Kallinikos I., der den Sturz des Justinian am Ende von dessen erster Amtszeit begrüßt hatte, ermorden.
- Kyros wird Patriarch von Konstantinopel als Nachfolger von Kallinikos I.
- Schlacht von Bamburh: Osred I. besiegt König Eadwulf von Northumbria, der in der Schlacht fällt, und wird dessen Nachfolger.
- Nach dem Tod der Kaiserin Wu Zetian wird mit Kaiser Zhonzong die Tang-Dynastie restauriert; faktische Machthaberin ist Wei, die Frau des Kaisers.
- Hubertus wird Bischof von Lüttich als Nachfolger des ermordeten Lambertus.
- John von Beverley wird Bischof von York.
- um 705 Sturmius, Missionar und erster Abt in Fulda († 779)
- 11. Januar - Johannes VI., Papst seit 701
- 9. März - Bosa, Bischof von York, Heiliger
- 17. September - Lambertus, Bischof von Maastricht und Märtyrer ( - um 635)
- 16. Dezember - Wu Zetian, chinesische Kaiserin ( - 625)
- Kallinikos I. - Patriarch von Konstantinopel
- Tiberios II. Apsimaros - Herrscher von Byzanz, ermordet
- Eadwulf, König von Northumbria
- Ferdulf, langobardischer Herzog von Friaul (694/695-705) wird 705 ermordet
- Kalif Abd al-Malik, regierte seit 685
ko:705년
Maastricht
Maastricht [] ist die Hauptstadt der Provinz Limburg. Mit Nijmegen wetteifert die Stadt um den Titel älteste Stadt der Niederlande. Maastricht liegt im äußersten Südosten der Niederlande zwischen Belgien und Deutschland, an beiden Seiten der Maas. Der Name der Stadt ist aus dem lateinischen Mosae Traiectum („Maasübergang“) überliefert, welcher auf die Brücke zurückgeht, die unter Augustus von den Römern errichtet wurde.
Geschichte
Die zur Herrschaftszeit des Kaisers Augustus errichtete Brücke bildete die Ausgangsbasis für eine erste römische Handelsniederlassung. Später, im 3. Jahrhundert, wurde die Niederlassung ausgebaut mit einem Castellum. Die Überfälle durch Germanenstämme waren wahrscheinlich auch der Grund, der den Bischof von Tongern, Servatius, dazu bewog, seinen Bischofssitz nach Maastricht zu verlegen. Dort, in der Sicherheit des fortifizierten Castellums, gründete er eine christliche Gemeinschaft.
Die christliche Diözese verlor die Stadt im 8. Jahrhundert an die nahegelegene Stadt Lüttich. Maastricht entwickelte sich im Mittelalter zu einer Stadt unter Doppelherrschaft, die sich der Bischof von Lüttich und der Herzog von Brabant teilten, der die Stadt 1202 zum Lehen bekam. Die Rechte beider wurden in der Alde Caerte festgelegt.
Im 13. Jahrhundert wurde die Sankt-Servatius-Brücke gebaut, die damals der nördlichste Übergang über die Maas war. Die Brücke ist immer noch vorhanden, wurde allerdings 1932 verbreitert.
Von 1632 wurde die Rolle der Herzöge von den niederländischen Generalstaaten übernommen, nachdem Friedrich Heinrich die Stadt den Spaniern abgenommen hatte. Die Dualität blieb, bis die Eroberung und Annexion durch die Franzosen diesem Zustand 1794 ein Ende setzte.
Nach der Übernahme wurde die Festung Maastricht auf Kosten der Generalstaaten modernisiert. Unter Leitung des Baumeisters Dumoulin entstand die so genannte Linie von Dumoulin.
1673 starb der Musketier D'Artagnan vor der Stadtmauer in der Nähe des Stadttors Tongersepoort. Im Jahr 2003 wurde an dieser Stelle ein Denkmal errichtet. Ein Teil der Stadt (das Jekerquartier) wurde im Zuge der Einnahme durch die Franzosen völlig zerstört und musste neu erbaut werden. Um dieses in der Zukunft zu verhindern, wurde 1701/1702 das Fort Sint Pieter auf dem Sint Pietersberg gebaut.
1702
Nach der Napoleonischen Zeit wurde Maastricht im Jahr 1815 Teil des Vereinigten Königreichs der Niederlande. Als sich 1830 die südlichen Provinzen des Landes vom Norden unabhängig erklärten und den Staat Belgien gründeten, hielt die Garnison in Maastricht loyal zum niederländischen König Wilhelm I. und wurde 1839 mit dem östlichen Teil des Herzogtums Limburg trotz der Nähe zu Belgien endgültig niederländisch. Wegen seiner Randlage innerhalb der heutigen Niederlande war und ist Maastricht jedoch eher auf Belgien und Deutschland ausgerichtet als auf den Rest der Niederlande, was der Stadt einen wenig niederländisch wirkenden Charakter verleiht. Auch die 1976 gegründetete Universität Maastricht gibt sich ein betont internationales Profil und hat in einigen Studiengängen zu mehr als der Hälfte ausländische - zumeist deutsche - Studenten.
1992 wurde im "Gouvernement", dem Sitz der Provinzialregierung von Limburg, der Vertrag von Maastricht unterzeichnet, der zur Gründung der Europäischen Union führte. Dieser Vertrag trat im November 1993 in Kraft.
Kultur
In Maastricht findet jährlich die internationale Kunstmesse The European Fine Art Fair statt.
Verkehr
Maastricht ist durch Eisenbahnverbindungen mit Eindhoven und Venlo über Sittard und Roermond sowie mit Lüttich (Belgien) verbunden, über Heerlen durch die Euregiobahn (RB 20) auch mit Aachen. Außerdem verkehrt zwischen den Hauptbahnhöfen von Maastricht und Aachen eine Buslinie.
Die A 2 verbindet Maastricht mit Amsterdam und Lüttich, die A 79 mit Heerlen und weiter über die A 76 / A 4 (D) mit Aachen.
In Maastricht fängt die Autoroute du Soleil an (Richtung Belgien).
Etwa 10 Kilometer nördlich des Stadtzentrums befindet sich der internationale Flughafen Maastricht Aachen Airport.
Sehenswürdigkeiten
Maastricht Aachen Airport
- Bonnefantenmuseum
- Rathaus
- Vrijthof (Friedhofplatz) mit dem Sankt-Servatius-Dom und der Sankt-Johannis-Kirche
- Liebfrauenplatz mit -kirche
- Servatiusbrücke
- Jekerquartier
- Bonbonnière (altes Stadttheater)
- Generaalshuis (neues Stadttheater)
- Linie von Dumoulin
- Kasematten
- Dinghuis (mittelalterliches Gerichtsgebäude)
- Helpoort (mittelalterlicher Stadttor) mit Stadtmauer
- Grotten am Sint Pietersberg und Cannerberg:
:Südlich der Stadt liegt der Sint Pietersberg mit dem Fort Sint Pieter (gebaut 1701-1702) und die Grotten von Sint Pieter mit über 20.000 Gängen. In den Höhlen herrscht eine konstante Temperatur von 10 °C und sie sind Überwinterungsplätze für Fledermäuse. Zu bestimmten Zeiten werden Führungen angeboten, im Hochsommer auch in deutscher Sprache.
:Beim benachbarten Cannerberg gibt es ebenfalls ein mehr als 10 km langes Höhlensystem. Bis in die 1960er Jahre lebten Jesuitenmönche in einigen der Gänge, die zahlreiche Kunstwerke an den Kalksteinwänden hinterlassen haben. Geführte Besichtigungen sind möglich.
:Ein kleiner Teil des Höhlensystems dient dem benachbarten Chateau Neercanne als Weinkeller, ein grösserer beherbergte von 1954 bis 1992 die NATO-Einrichtung JOC Maastricht. Hier war das Hauptquartier für den Ernstfall des Hauptquartiers Mönchengladbach untergebracht.
Söhne und Töchter der Stadt
- Henri Arends, niederländischer Dirigent
- Jo van den Booren, niederländischer Komponist und Musiker
- Petrus Josephus Wilhelmus Debye, niederländischer Physiker und Chemiker
- Willy Hautvast, niederländischer Komponist und Musiker
- Pieter van den Hoogenband, niederländischer Schwimmer
- Wilhelm René de l'Homme de Courbière, preußischer General
- André Rieu, niederländischer Violinist
- Johann Friedrich August Tischbein, deutscher (Familienporträt)-Maler
- Louis Toebosch, niederländischer Komponist und Professor
- Christoffel van Dijck, Drucker und Schriftgießer
- Boudewijn Zenden, niederländischer Fußballspieler
Weblinks
- [http://www.vvvmaastricht.nl/home/index.php3?lang=du Stadt Maastricht] (Tourismus)
- [http://www.pietersberg.nl Sint Pietersberg (Informationen zu Geschichte, Grotten etc.)]
- [http://jezuietenberg.nl/index.html Cannerberg (Grotten)]
- [http://www.bonnefanten.nl/ Bonnefanten Museum]
- [http://www.unimaas.nl/ Universität Maastricht]
- [http://sanspek.sdf-eu.org/mag/index.pl/WikiMaas_Home WikiMaas], Stadtwiki
Kategorie:Ort in den Niederlanden
ja:マーストリヒト
Mittelalter]]
Das Mittelalter bezeichnet eine Epoche in der europäischen Geschichte
zwischen der Antike und der Neuzeit, die christliche, antike und
keltische, germanische und slawische Entwicklungen zusammenführt.
Die vorherrschende Gesellschafts- und Wirtschaftsform ist der Feudalismus.
Grundzüge des Mittelalters sind die nach Ständen geordnete Gesellschaft, die gläubig christliche Geisteshaltung in Literatur, Kunst und Wissenschaft, Latein oder Griechisch als gemeinsame Kultur- und Bildungssprache, die Idee der Einheit der christlichen Kirche (die aber faktisch nach dem großen Schisma mit der Ostkirche nicht mehr bestand) und ein recht einheitliches Weltbild.
Zeitliche Festlegung
Im Groben ordnet man das Mittelalter in die Zeit von 500 bzw. 600 n. Chr. bis 1500 n. Chr. ein. Wesentlich genauer sind jedoch folgende Merkmale:
Das Mittelalter erstreckt sich ungefähr vom Ende der Völkerwanderung (375-568) bzw. vom Untergang des weströmischen Kaisertums 476 bis zum Zeitalter der Renaissance seit der Mitte des 15. Jahrhunderts bzw. bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts. Bezüglich der Problematik der Datierung des Beginns des Mittelalters siehe Spätantike.
Die Datierungen sind nicht immer einheitlich, es kommt oft darauf an, welche Aspekte der Entwicklung bevorzugt werden und von welchem Land man ausgeht. Stellt man zum Beispiel den Einfluss des Islam in den Vordergrund, kann man Mohammeds Hidschra (622) oder den Beginn der arabischen Expansion ab 632 als Beginn sehen. Ebenso gibt es unterschiedliche Datierungsmöglichkeiten für das Ende des Mittelalters, beispielsweise die Erfindung des Buchdrucks (um 1450) oder auch die Reformation (1517).
Fokussiert man einzelne Länder, kann man auch zu verschiedenen Eckdaten kommen. So endete die Antike am Rhein oder in Britannien sicher früher als etwa in Syrien. Und so war zum Beispiel um 1420 in Italien bereits das Zeitalter der Renaissance angebrochen, während man zur gleichen Zeit in England mit gutem Grund noch vom Mittelalter spricht.
Mittelalter bezieht sich in erster Linie auf die Geschichte des christlichen Abendlands vor der Reformation - der Begriff wird kaum im Zusammenhang mit außereuropäischen Kulturen verwendet.
Die Einteilung in Früh-, Hoch- und Spätmittelalter
Man kann das Mittelalter grob in 3 Phasen gliedern:
- Frühmittelalter (Mitte 6. Jahrhundert bis Anfang 11. Jahrhundert)
- Hochmittelalter (Anfang 11. Jahrhundert bis ca. 1250)
- Spätmittelalter (ca. 1250 bis ca. 1500)
Frühmittelalter
In das Frühmittelalter fällt unter anderem auch die Zeit der Völkerwanderung, wobei die Forschung aber mittlerweile dazu tendiert, diese aus dem Mittelalter herauszunehmen, sie als Bindeglied zwischen Antike und Mittelalter zu sehen und der Spätantike zuzurechnen.
Weitere einschneidende Entwicklungen sind die weitgehende Christianisierung Europas, der Aufstieg des Fränkischen Reiches, der Einfall der Wikinger, der Beginn des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und die Kämpfe zwischen Kaisertum und Papsttum. Außerdem wirkt der Aufstieg des Islam und sein schnelles Ausgreifen bis nach Europa prägend.
Wirtschaftlich stellt das Frühmittelalter eine Zeit der Naturalwirtschaft dar, wobei besonders das System der Grundherrschaft herauszustellen ist.
Wesentliche Kulturträger sind das Byzantinische Reich, die Klöster, insbesondere die des Benediktinerordens, sowie die Gelehrten des arabisch-muslimischen Kulturkreises.
Siehe auch Hauptartikel: Frühmittelalter.
Hochmittelalter
Das Hochmittelalter ist die Blütezeit des Rittertums und des römisch-deutschen Kaiserreichs, des Lehnswesens und des Minnesangs. Es ist auch die Epoche der Auseinandersetzung zwischen weltlicher und geistlicher Macht im Investiturstreit, welcher die Einsetzung mehrerer Gegenpäpste zur Folge hatte. Innerhalb der Scholastik wird Aristoteles zur wichtigsten nicht-christlichen Autorität. Der Einfluss der Kirche zeigt sich vor allem an den Kreuzzügen gegen den Islam, denen auch Juden zum Opfer fallen. Im Zuge der Kreuzzüge entwickelt sich ein Fernhandel mit der Levante, von dem insbesondere die italienischen Stadtstaaten profitieren. Die Geldwirtschaft gewinnt gegenüber der Naturalwirtschaft immer stärker an Bedeutung. Die wichtigsten Orden des Hochmittelalters sind neben den Zisterziensern die Bettelorden der Franziskaner und Dominikaner. Im Hochmittelalter entsteht das Zunftwesen, das die sozialen und wirtschaftlichen Vorgänge in den Städten stark prägt.
Siehe auch Hauptartikel: Hochmittelalter.
Spätmittelalter
Hochmittelalter]]
Das Spätmittelalter ist die Zeit des aufsteigenden Bürgertums der Städte und der Geldwirtschaft. In dieser Zeit steigt die Hanse zur Handelsmacht auf. Seit etwa 1280 bis einige Jahrzehnte nach der "Großen Pest" (Schwarzer Tod) in der Zeit von 1349 bis 1351 macht die europäische Geschichte einige krisenhafte Entwicklungen, die zu einem starken Bevölkerungsrückgang (Wüstung, Pest) führen, aber auch zu starken Veränderungen der Gesellschaftstruktur, die allmählich zur Neuzeit überleiten (siehe auch: Krise des 14. Jahrhunderts).
Siehe auch Hauptartikel: Spätmittelalter.
Ende des Mittelalters
Als wesentlich für den Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit betrachtet man im Allgemeinen die Zeit der Renaissance (je nach Land spätes 14. Jahrhundert bis 16. Jahrhundert), die Entdeckung insbesondere der Neuen Welt durch Christoph Kolumbus 1492, die Erfindung des Buchdrucks 1450 und die damit beschleunigte Verschriftlichung des Wissens, den Verlust des Einflusses der institutionalisierten katholischen Kirche und den Beginn der Reformation. Diese Ereignisse sind alle rund um die Schwelle vom 15. zum 16. Jahrhundert anzusiedeln.
Auch die Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen (1453) wird als ein Ereignis genannt, das das Ende des Mittelalters markiert. Dies ist nicht nur eine zeitlich passende Vereinfachung, sondern hat einige Berechtigung, weil mit dem Untergang des Byzantinischen Reiches das letzte lebendige Überbleibsel der Antike unterging. Des Weiteren war der dadurch ausgelöste Strom byzantinischer Flüchtlinge und Gelehrter nach Italien hauptverantwortlich für den Beginn der Renaissance. Darüber hinaus wurden die Handelsrouten nach Asien durch die Ausbreitung des Osmanischen Reiches blockiert, so dass westeuropäische Seefahrer neue Wege erkundeten. Dabei wurde unter anderem Amerika entdeckt – zumindest war es das erste Mal, dass die Existenz Amerikas innerhalb weniger Jahre in ganz Europa bekannt wurde.
Auf musikalischem Gebiet ist das Ende des Mittelalters am besten mit der Umstellung von Quint-Oktavklängen zu terzhaltigen Harmonien zu bestimmen. Die englischen Komponisten waren hier sehr früh (Anonymus 4 spricht bei dieser Entwicklung auf dem Kontinent sogar direkt von englischem Einfluss); vor allem Dunstable ist hier zu nennen. Ab ca. 1430 lässt sich dieser Wandel in Italien dingfest machen, wobei terzhaltige Klänge nicht sofort die reinen Intervalle als Ruhepole der Komposition ablösten und vor allem am Schluss einer Komposition das ganze 15. Jahrhundert hindurch noch der Klang ohne Terz bevorzugt wurde.
Der Begriff Mittelalter
Der Begriff Mittelalter, erstmals im 14. Jahrhundert von italienischen Humanisten benutzt, hatte schon von Beginn an eine negative Bedeutung, weil sie das Mittelalter als „dunkle“ Epoche zwischen der Antike und ihrer Zeit ansahen, in der antike Traditionen wiedergeboren wurden. Aber erst im 17. Jahrhundert wurde diese Einteilung endgültig vorgenommen. Demnach begann das Mittelalter mit dem Ende des Weströmischen Reiches im Jahre 476 und endete mit der Eroberung Konstantinopels im Jahr 1453 durch die Osmanen.
Im Englischen spricht man für den Zeitraum nach Ende der römischen Besatzung bis etwa zur Zeit König Alfreds von Wessex, also für die Zeit der Einwanderung der Angeln, Sachsen und Jüten, aufgrund der mangelhaften schriftlichen Quellen von „The Dark Ages“.
Noch heute bezeichnen wir eine Denkweise als „mittelalterlich“, wenn wir sie als starr und veraltet kritisieren wollen. Auch die umgangssprachliche Wendung „Rückkehr ins Mittelalter“ ist negativ besetzt. In der Romantik wurde das Mittelalter allerdings auch wieder positiver gesehen, teilweise auch systematisch verklärt. In der modernen Forschung werden die originären Leistungen des Mittelalters und die wenigstens teilweise vorhandene Kontinuität der antiken Kultur betont. Der bekannte und angesehene französische Mediävist Jacques Le Goff betonte erst jüngst die Geburt Europas im Mittelalter.
Sonstiges
In der japanischen Geschichte wird die Zeit von ca. 1200 bis ca. 1600 als Mittelalter bezeichnet. Diese Epoche zeichnete sich durch eine starke Dominanz des Buddhismus und des Feudalismus aus.
Siehe auch
- Portal:Mittelalter
Literatur
Wichtige Quellen sin | | |