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Hudson Bay

Hudson Bay

Hudsonbai (Hudsonbucht) ist ein Binnenmeer im nordnordöstlichen Teil Kanadas. An der über die Hudsonstraße mit dem Atlantik verbundenen Meeresbucht haben die kanadischen Provinzen Manitoba, Ontario, Québec sowie das Territorium Nunavut Anteil. Hudsonbai ist nach Henry Hudson benannt, der die Bucht 1610 entdeckte. 1610 Von der Einmündung an der Hudsonstraße bis ans südliche Ende der Jamesbai, einer zur Hudsonbucht gehörenden Bucht, erreicht die Hudsonbai eine Länge von fast 1.400 Kilometern, während die höchste Entfernung von der Halbinsel Dungava (Québec) bis zur gegenüberliegenden Küste von Nunavut etwas weniger als 1.000 Kilometer beträgt. In der Meeresbucht liegen zahlreiche Inseln, von denen Southampton zur mit Abstand größten, und Mansel, Coats Island sowie Akimiski in der Jamesbai zu den nächstgrößeren gehören. Vor der Jamesbai liegen ferner sehr viele kleine Inseln, die zur Inselgruppe der Belcherinseln zusammengefasst wurden. Alle Inseln der Bucht gehören zu Nunavut. Die Hudsonbai wird im Allgemeinen als Bucht des Atlantischen Ozeans angesehen, ist jedoch auch über den Foxe-Kanal und das Foxebecken mit dem Nordpolarmeer verbunden. Im südwestlichen Teil erhält die Bucht Wasserzufuhr durch einige größere Flüsse, von denen Churchill und Nelson die bedeutendsten sind. Über letzteren ist die Hudsonbai mit dem Winnipegsee verbunden. Die Hudsonbai ist für die Seeschifffahrt zwar befahrbar, jedoch nur von untergeordneter Bedeutung. Sie spielte eine wichtige Rolle bei der Erschließung des kanadischen Hinterlandes durch die Hudson's Bay Company.

Klima

In der Hudsonbucht herrscht ein Tundra- und Taigaklima. Im Winter ist die Bucht vereist, daher trägt sie auch den Namen Ice Box (Eiskeller Nordamerikas). Allerdings taut das Eis auf Grund der globalen Erwärmung immer früher auf und wird für die dort lebenden Eisbären zunehmend zur Bedrohung. Wichtigste Nahrung sind für sie die Robben, zu denen sie nur über die zugefrorene Hudsonbai gelangen.

Bevölkerung

Die Region um die Hudsonbucht ist äußerst dünn besiedelt. Sie wird von den Inuit (Eskimos) dominiert, die in der Hauptsache von der Jagd und dem Fischfang leben. Kategorie:Bucht Kategorie:Geographie (Kanada) ja:ハドソン湾

Binnenmeer

Binnenmeere (von niederdeutsch "binnen" = innen; nicht zu verwechseln mit Binnengewässer bzw. Binnensee), sind große Nebenmeere, die jeweils mit einem Meer oder Ozean nur durch eine sehr schmale Meerenge (Meeresstraße), bei der das gegenüberliegende Ufer mit bloßem Auge ("Sichtverbindung") zu erkennen ist, verbunden sind.

Gewässerunterscheidung

Definition

Vom Binnenmeer sind Binnenseen, die wesentlich kleiner als Binnenmeere sind, und die noch deutlich größeren Mittelmeere, die zum Beispiel durch Festland-Flächen und Festland-Halbinseln oder/und Inselketten deutlich vom Weltmeer abgetrennt sind, und Randmeere, die am Rand der Kontinente bzw. Ozeane liegen und wesentlich weniger von diesen abgetrennt sind, zu unterscheiden. Im Unterschied zu völlig von einer Landfläche umschlossen Seen, die - abgesehen von Fließgewässern - keine direkte Verbindung zum Weltmeer haben, sind Binnenmeere nicht vollständig von einer Landfläche eingerahmt, weil sie nur eine schmale Meerenge auf der 0-Meter-Höhenlinie (inklusive obig erwähnter "Sichtverbindung") mit ihrem benachbarten Hauptmeer verbindet; Binnenmeere können ein Nebenmeer eines Ozeans oder eines anderen Nebenmeeres darstellen. So ist zum Beispiel das Marmarameer gleichzeitig ein Binnenmeer des Schwarzen Meeres und der Ägäis. Letzteres Meer ist im übertragenen Sinn ein Randmeer des Europäischen Mittelmeers, das ein Interkontinentales Mittelmeer darstellt und im übertragenen Sinn ein sehr großes Binnenmeer des Atlantiks ist, weil es nur durch eine sehr schmale Meerenge mit diesem verbunden ist. Die Ostsee stellt ein Binnenmeer der Nordsee dar, die ein Randmeer des Atlantiks ist. Das Schwarze Meer zwischen Ost-, Südosteuropa und Vorderasien ist ein Binnenmeer des Europäischen Mittelmeers bzw. des Atlantiks und das Rote Meer zwischen Afrika und Vorderasien ist ein Binnenmeer des Indiks.

Irrtümliche Verwendung des Begriffs

NICHT als Binnenmeer gelten neben den Binnenseen und Seen auch Meerbusen (z.B. Finnischer Meerbusen) und Golfe (z.B. Golf von Biscaya), weil diese durch einen breiten Meeresbereich mit dem jeweiligen Hauptmeer verbunden oder nur durch eine großmaschige Inselkette von diesem getrennt sind - diese gelten als Randmeere.

Salinität

Der Salzgehalt eines Binnenmeeres ist meist mit dem des Weltmeeres vergleichbar. Während in den Meerengen, die das Binnenmeer vom Weltmeer abtrennen, die Meeresströmungen den Zu- und/oder Abfluss von Salzwasser regeln, ist sein Salzgehalt auch abhängig von seinem aus Fließgewässern resultierenden Süßwasser-Zufluss und vom Niederschlag.

Beispiele für Binnenmeere & Binnenseen

Binnenmeere

Arktischer Ozean

Das Nordpolarmeer hat keine Binnenmeere.
Teilweise wird aber das Weiße Meer als Binnenmeer der Barentssee bzw. Arktik bezeichnet. Hierbei wird allerdings nicht beachtet, dass dessen Öffnung zum eisigen Nordpolarmeer rund 150 km breit ist und die schmalste Stelle des Weißen Meeres rund 60 km aufweist. Bei einer solch breiten Öffnung kann man wohl kaum von einer "Sichtverbindung" sprechen und die doch noch recht breite Meerenge liegt schließlich erst innerhalb des Meeres. Daher ist das Weiße Meer ein Randmeer der Barentssee, die wiederum ein Randmeer der Arktik ist.

Atlantischer Ozean

Binnenmeere des Atlantiks sind:
- Europäisches Mittelmeer (eigentlich Interkontinentales Mittelmeer) durch Straße von Gibraltar mit Atlantik
  - Schwarzes Meer durch Bosporus und Dardanellen mit Europäischen Mittelmeer (Osteuropa/Südosteuropa/Vorderasien)
- Binnenmeere der atlantischen Randmeere:
  - Ostsee durch Öresund und Großen Belt über Kattegat und Skagerrak mit Nordsee (Nordeuropa)

Indischer Ozean

Binnenmeere des Indiks sind:
- Rotes Meer durch Bab al-Mandab mit Golf von Aden (zwischen Afrika und Vorderasien)
- Persischer Golf durch Straße von Hormuz und Golf von Oman mit Arabischen Meer (Vorderasien)

Pazifischer Ozean

Binnenmeere des Pazifiks sind:
- Seto-Inlandsee durch vier verschiedene Meerengen mit dem eigentlichen Pazifik (Japan) Teilweise wird der Golf von Kalifornien als Binnenmeer des Pazifik bezeichnet. Hierbei wird allerdings nicht beachtet, dass dessen Öffnung zum Stillen Ozean rund 200 km breit ist. Auch hier kann man bezüglich der Definition eines Binnenmeeres wohl kaum von einer Meerenge oder einer "Sichtverbindung" sprechen. Daher ist er ein Randmeer des Pazifik.

Südlicher Ozean

Das Südpolarmeer hat keine Binnenmeere.

Siehe auch

Nebenmeer (= Oberbegriff für):
- Binnenmeer
- Binnensee
- Mittelmeer
- Randmeer Kategorie:Meer

Hudsonstraße

Die Hudsonstraße ist eine Meerenge in Kanada, die zwischen der Halbinsel Ungava (Québec) und der Baffininsel (Nunavut) auf einer Länge von rund 700 km die Verbindung zwischen der Hudsonbucht und der Labradorsee, sowie im weiteren Verlauf mit dem Atlantischen Ozean herstellt. An ihrer "engsten" Stelle erreicht sie noch eine Breite von rund 120 km, an ihrer breitesten sind es etwas mehr als 200 km. Erstmals erkundet wurde die Hudsonstraße im Jahre 1517 durch den Italiener Sebastian Caboto, benannt wurde sie aber nach Henry Hudson, dem 1610 die Durchfahrt bis zur ebenfalls nach ihm benannten Bucht gelang. Kategorie:Meerenge ja:ハドソン海峡

Atlantik

Der bis 9.219 m tiefe Atlantische Ozean bzw. Atlantik (umgangssprachlich in Deutschland Großer Teich genannt) bedeckt mit 106,57 Mio. km² Fläche etwa ein Fünftel der gesamten Erdoberfläche und ist damit der zweitgrößte Ozean der Erde.

Geografie

Der Atlantik, der sich bis auf seinen äußersten Nordostteil und seinen Südostteil auf der Westhalbkugel der Erde befindet, liegt zwischen der Arktis im Norden, Europa im Nordosten, Afrika im Südosten, der Antarktis im Süden, Südamerika im Südwesten und Nordamerika im Nordwesten. Im Norden grenzt er an das Nordpolarmeer, im Süden an das Südpolarmeer.

Daten

Ohne Nebenmeere, wie zum Beispiel Karibik, Mittelmeer und Nordsee beträgt die Fläche des 106,57 Mio. km² großen Atlantiks "nur" noch 83,4 Mio. km². Seine Wassermassen umfassen diesbezüglich ein Volumen von 354,7 Mio. km³ (bzw. 323,6 Mio. km³). Während seine mittlere Tiefe dementsprechend 3.926 m (bzw. 3.332 m) beträgt, liegt seine tiefste Stelle bei 9.219 m unter NN (s.u.).

Namensherkunft

Der Name des Atlantiks entstammt der griechischen Mythologie und bedeutet Meer des Atlas.

Meeresboden

Innerhalb des Atlantiks bzw. auf dessen Meeresboden befindet sich ein hoher und sehr langgestreckter Mittelozeanischer Rücken, viele niedrigere Schwellen, Tiefseebecken, Tiefseerinnen und verschiedene Meerestiefs. Zu den Mittelozeanischen Rücken gehört der Mittelatlantische Rücken, der sich ungefähr in der Mitte des Atlantiks von Nord nach Süd durch den Ozean zieht. Er stellt eine divergierende Plattengrenze dar. Der Ozeanboden wird immer älter, je weiter er vom Mittelozeanischen Rücken entfernt ist. Durch die ständig aus dem Mittelozeanischen Rücken hervorquellende Lava verbreitert sich der Atlantik und schiebt die Kontinente auseinander. Zu den Tiefseerinnen bzw. Meerestiefs gehört der Puerto-Rico-Graben mit seiner 9.219 m unter NN liegenden Milwaukeetief, welche die tiefste Stelle des Atlantiks darstellt. Man kann den Atlantik in Nord-, Zentral- und Südatlantik einteilen. Hierbei weisen die Böden des Zentralatlantiks das größte Alter auf - hier öffnete sich der Ozean zuerst.

Nebenmeere

Inseln

Einige der größten Inseln der Erde liegen im Atlantischen Ozean, so beispielsweise Grönland, Island, Großbritannien, Irland und Neufundland. Inselgruppen im Atlantik sind die Kanaren, die Azoren, die Bahamas, die Antillen, die Kapverden und die Falklandinseln. Kleinere, isolierte Inseln sind Madeira, Ascension, St. Helena und Tristan da Cunha.

Literatur


- Holger Afflerbach (2001): Das entfesselte Meer. Die Geschichte des Atlantik, ISBN 3492239897

Siehe auch


- Globales Förderband
- Meerestief
- Meerestiefe
- Tiefseebecken
- Tiefseerinne
- Wasser Kategorie:Ozean als:Atlantik ja:大西洋 ko:대서양 simple:Atlantic Ocean th:มหาสมุทรแอตแลนติก zh-min-nan:Tāi-se-iûⁿ

Manitoba

Manitoba [] ist die östlichste der Prärieprovinzen Kanadas. Sie grenzt im Westen an Saskatchewan, im Osten an Ontario, im Norden an Nunavut und im Süden an die US-Bundesstaaten North Dakota und Minnesota.

Bevölkerung

Ethnische Zusammensetzung

Ursprünglich war Manitoba die Heimat von Algonkin-Völkern. Heute noch stellen die indigenen Einwohner (Indianer und Métis) etwa 10% der Bevölkerung. Bei der europäischen Einwanderung dominierten lange die Briten. Heute hat Manitoba auch eine starke frankophone Gemeinde und zahlreiche andere ethnische Gruppen. Auch für die Ukrainer und Mennoniten ist die Provinz ein wichtiges kulturelles Zentrum. Im Zensus von 1996 gaben 95.000 "kanadisch" als ethnische Herkunft an, 80.000 indigen (Inuit, Indianer und Métis), 78.000 deutsch, 64.000 englisch, 59.000 ukrainisch, 34.000 französisch, 24.000 schottisch, 23.000 filipinisch, 18.000 polnisch, 16.000 niederländisch, 14.000 irisch u.v.m.. Im Zensus, der auf Selbstzuordnung zu den einzelnen ethnischen Gruppen beruhte, gab kanadaweit etwa 2/3 der Bürger eine einlinige ethnische Herkunft an.

Sprachen

Im Zensus von 1996 gaben 813.000 als Muttersprache Englisch an, mit Abstand gefolgt von Deutsch (65.000), Französisch (48.000), Ukrainisch (31.000), Cree (24.000), Tagalog/Filipino (15.000) und Polnisch (11.000).

Migration

Die Provinz betreibt eine aktive Einwanderungspolitik und hat daher ein beständiges Bevölkerungswachstum. Insbesondere einige Kleinstädte, die im wesentlichen deutschsprachig sind, suchen sich in Deutschland Einwanderer.

Größte Städte

(Stand: Volkszählung 2001)
- Winnipeg - 619.544
- Brandon - 39.716
- Thompson - 13.256
- Portage la Prairie - 12.976
- Springfield - 12.602
- Hanover - 10.789
- Saint Andrews - 10.695

Geographie

Einen großen Teil der Fläche nehmen Seen wie der Winnipeg-See ein. Landschaftlich dominieren im Süden hügeliges Ackerland, Wald und Seen im Norden.

Siehe auch


- Portal:Kanada
- WikiProjekt Kanada

Weblinks


- [http://www.gov.mb.ca/splash.html Offizielle Internetpräsenz der Regierung von Manitoba] (engl. oder frz.) Kategorie:Kanadische Provinzen und Territorien ja:マニトバ州 ko:매니토바 주 simple:Manitoba zh-min-nan:Manitoba

Québec (Provinz)

Québec [] ist die größte Provinz Kanadas und die mit der stärksten frankokanadischen Bevölkerung. Québec liegt im Osten des Landes zwischen der Hudson Bay und der Grenze der USA entlang des Sankt-Lorenz-Stroms. Die Bevölkerung umfasst 7,5 Millionen Einwohner, die Quebecer (frz. Québécois). In der Mehrzahl sprechen sie Französisch, was bewirkt, dass Québec die einzige Region Nordamerikas mit einer französischsprachigen Mehrheit ist. Obwohl in Kanada sowohl die Englische Sprache wie auch die Französische Sprache Amtssprachen sind, ist die ausschließliche Amtssprache der Provinz Québec das Französische. Die Hauptstadt der Provinz heißt ebenfalls Québec; die größte Stadt ist Montréal. Zur indigenen Bevölkerung Québecs zählen die Irokesen, Algonkin (Cree, Micmac) und Inuit.

Geografie und Wirtschaft

Québec liegt im Osten von Kanada und grenzt im Westen an die Provinz Ontario und die Hudson Bay, die Provinzen Neufundland und Labrador und an Neubraunschweig im Osten, die USA (Maine, New Hampshire, Vermont, New York) im Süden und die Arktis im Norden. Die Provinz ist sehr ausgedehnt (etwa dreimal so groß wie Frankreich) und gleichzeitig sehr dünn besiedelt. Zur Zeit der Kolonisierung (vgl. Neufrankreich) bestand Québec, das damals mit Kanada gleichgesetzt wurde, nur aus einem wenige Kilometer breiten Streifen entlang der Ufer des Sankt-Lorenz-Stroms. 1912 wurde ein großer Teil des Nordostens, der ursprünglich zur Nordwest-Territorien gehörte, Québec zugeteilt. Dazu gehört auch die Jamesbai, wo sich am Fluss La Grande einige der größten Wasserkraftwerke Kanadas befinden. Sie werden von Hydro-Québec betrieben, die sich in Provinzbesitz befindet. Den äußersten Norden von Québec (nördlich des 55. Breitengrades) bildet ein Gebiet namens Nunavik. Dies ist das Heimatland der Inuit. Die am dichtesten besiedelte Region liegt nach wie vor entlang des Sankt-Lorenz-Stroms mit den großen Städten Québec und Montréal. Nördlich von Montréal befinden sich die Laurentiden, das älteste Gebirge der Welt. Im Osten liegen die Appalachen. Die Halbinsel von Gaspé (Gaspésie) erstreckt sich bis in den Sankt-Lorenz-Golf. Bei Tadoussac mündet mit dem Saguenay der einzige, ca. 100km lange Fjord in den St. Lorenzstrom. Er entspringt bei der Stadt Saguenay (früher benannt Chicoutimi) aus dem Lac St. Jean. Das Gebiet von Québec erweist sich als besonders reich an natürlichen Ressourcen mit seinen Seen, Flüssen, riesigen Wäldern. Infolgedessen gehören die Papier- und Holzindustrie sowie die hyrdroelektrische Energiegewinnung zu den wichtigsten Industrien der Provinz. Das Tal des Sankt-Lorenz ist eine sehr fruchtbare Region, wo man Obst, Gemüse und Getreide anbaut. Auch ist Québec der wichtigste Lieferant von Ahornsirup. Daneben wird Viehzucht betrieben. In den großen Städten findet man auch zahlreiche andere Industrien.

Geschichte

Ahornsirup Québec war ursprünglich das Wohngebiet der Irokesen (Premières Nations/First Nations) und anderer indigener Völkerschaften - und ist dies auch heute noch. In der Provinz Québec werden elf sich selbst verwaltende Völker anerkannt: die Inuit, die Mohawks, die Cree, die Algonkin, die Innu, die Atikamekw, die Micmac, die Wyandot, die Abenaki, die Malecit und die Naskapi Der erste europäische Entdecker, der nach Québec gelangte, war Jacques Cartier. Er stellte 1533 in Gaspé ein Kreuz auf und befuhr den St.-Lorenz im darauffolgenden Jahr. 1608 gründete Samuel de Champlain die Kolonie Neufrankreich und die Stadt Québec, die zur Hauptstadt der Kolonie ernannt wurde. Von da aus wurde Nordamerika erforscht. 1627 erhielten die Katholiken von Ludwig XIII. das Monopol für die Kolonisation. Neufrankreich wurde 1663 unter Ludwig XIV. eine königliche Kolonie. Im Siebenjährigen Krieg (17561763) verbündeten sich die Franzosen und Kanadier mit den Huronen gegen die Briten, die als Verbündete die Irokesen gewonnen hatten. 1759 wurden die Franzosen bei Québec in der Schlacht auf der Abraham-Ebene besiegt. Daraufhin fiel Québec 1763 an Großbritannien. Neufrankreich zählte damals nur 55000 Einwohner, Neuengland schon über eine Million. Die indigene Bevölkerung belief sich auf etwa 600000 Menschen. Die britische Krone setzte 1774 teilweise wieder das französische Rechtssystem mit dem Code civil in Québec ein, allerdings wurde das Strafrecht weiterhin nach britischem Muster gehandhabt. Während der Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges wurde die Stadt Montréal durch die Amerikaner eingenommen, blieb jedoch neutral, da die Katholische Kirche auf Seiten der Briten war. Ende des 18. Jahrhunderts verlangten die Einwohner von Québec Reformen und erhielten diese schließlich auch. 1791 wurde die Provinz Québec in das englischsprachige Ontario und das französischsprachige Québec geteilt. Im 19. Jahrhundert nahmen die Unabhängigkeitsbestrebungen und insbesondere die Ablehnung des Kolonialsystemes zu. 1837 kam es zu entsprechenden Aufständen, welche niedergeschlagen wurden, und es wurde ein kanadischer Unionsstaat gebildet.

Politik nach dem Zweiten Weltkrieg

Bei der Entstehung des unabhängigen Kanada – Québec ist eine der vier Gründungsprovinzen – schützte ein Artikel die Schulrechte der religiösen Minderheiten und ein weiterer erkannte die Legalität der französischen Sprache in Parlament und Gerichtshöfen an. Seit 1968 sind Französisch und Englisch Kanadas Amtssprachen. Bis 1998 wurde ein doppeltes Erziehungssystem je nach religiöser Zugehörigkeit aufrechterhalten. Lange Zeit beherrschte die Katholische Kirche das politische Leben der Provinz. Dies dauerte bis in die 1950er Jahre, wo sie die Union Nationale mit Maurice Duplessis an der Spitze unterstützte. Man blieb konservativ und wandte sich gegen Reformen und die Gewerkschaften. Erst in den 1960er unter der liberalen Regierung von Jean Lesage wurde die Macht der Kirche eingeschränkt und das Land modernisiert. Man spricht von der Révolution tranquille (der stillen Revolution). 1968 wurde der Parti Québécois gebildet mit René Lévesque an der Spitze. Die Partei strebte eine Ablösung von Kanada an. Nachdem sie die Regierung der Provinz übernahm, wurde die französische Sprache vor allem durch Gesetze gefördert und 1977 zur Amtssprache der Provinz. 1980 und 1995 wurde die Ablösung von Kanada allerdings per Referendum abgelehnt. Andererseits hat die Provinz sich nach wie vor nicht der von Pierre Trudeau initiierten Verfassung des unabhängigen Kanada von 1982 angeschlossen. Die Differenzen dauern weiter an. Seit dem 14.4.2003 wird Québec nicht mehr durch die Souveränisten des Parti Québécois, sondern durch den Parti Libéral unter Jean Charest regiert.

Größte Städte

Siehe auch Liste der Gemeinden in Québec.

Bibliographie


- Pierre Véronneau, "Die Geschichte Quebeks im Kino" in: Michel Larouche, Jürgen E. Müller (Hrsg.),
Quebec und das Kino. Die Entwicklung eines Abenteuers, Münster: Nodus 2002, S. 55-84

Siehe auch


- Liste von Filmregisseuren aus Québec

Weblinks


- [http://www.agora.qc.ca/ Agora : Online Enzyklopädie aus Québec]
- [http://www2.marianopolis.edu/quebechistory/ Quebec History : Online Enzyklopädie über Québec auf English]
- [http://www.gouv.qc.ca/ Gouvernement du Québec]
- [http://www.premier.gouv.qc.ca/secteur/bienvenue_quebec/symboles_emblemes.htm Symbole und Embleme von Québec, frz.]
- [http://www.bonjourquebec.com/ Bonjour Québec (Site touristique officiel du gouvernement du Québec, u.a. dt.)]
- [http://www.invasions-allemandes.de Informationen des Netzwerks der ehemaligen Deutschassistenten/innen in Québec]
- [http://www.fete-internet.qc.ca/ Fête Internet 2004, frz.]
- [http://www.dfait-maeci.gc.ca/canadaeuropa/germany/aboutcanada13qc-de.asp Infos der Kanadischen Botschaft über Québec] Kategorie:Kanada Kategorie:Québec ja:ケベック州 ko:퀘벡 주 simple:Quebec zh-min-nan:Québec


Nunavut

Nunavut (Inuktitut: 28pix) ist ein Territorium im Norden Kanadas. Es grenzt im Westen an die Nordwest-Territorien, im Osten an Grönland und im Süden an die Provinzen Manitoba, Ontario und Québec. Hauptstadt ist Iqaluit (früherer Name: Frobisher Bay) auf der Baffin-Insel. Weitere Inseln sind die Devon-Insel und die Ellesmere-Insel.

Geschichte

Nunavut wurde im Jahr 1999 von den North-West Territories abgetrennt und bildet seither ein eigenständiges Territorium. Obwohl es ein Teil des kanadischen Staates und als Territorium sehr von der Regierung abhängig ist, beruht die Gründung von Nunavut auf der Idee, den Inuit (Eskimos) die Möglichkeit zu geben, dieses Gebiet relativ autonom zu verwalten.

Wirtschaft

In Nunavut werden Bodenschätze wie Blei, Silber, Zink, Erdöl und Erdgas abgebaut. In der Zukunft wird voraussichtlich verstärkt in die Tourismusbranche investiert werden.

Bevölkerung

Von den Einwohnern Nunavuts waren im Jahr 1996 etwa 72% oder 20.500 Inuit (von insgesamt 43.000 Inuit in Kanada). Mit einer Bevölkerungsdichte von 0,01 Menschen pro Quadratkilometer ist Nunavut eine der am geringsten bevölkerten Regionen der Welt. 40% der Bevölkerung sind unter 16 Jahre alt. Größte Siedlungen (Stand: Volkszählung 2001)
- Iqaluit - 5.236
- Rankin Inlet - 2.177
- Arviat - 1.899
- Baker Lake - 1.507
- Cambridge Bay - 1.309
- Igloolik - 1.286
- Pangnirtung - 1.276
- Pond Inlet - 1.220
- Kugluktuk - 1.212

Weblinks


- [http://www.gov.nu.ca/ Regierung von Nunavut (engl.)]
- [http://www.nunatsiaq.com/ Nunatsiaq News(engl.)]
- [http://www.arctic-travel.com/ Nunavut Handbook(engl.)] Kategorie:Kanada Kategorie:Kanadische Provinzen und Territorien ja:ヌナブト準州 ko:누나부트 준주 simple:Nunavut zh-min-nan:Nunavut

Henry Hudson

Henry Hudson (
- um 1565; † um 1611), war ein englischer Seefahrer, der Berühmtheit durch vier Entdeckungsreisen erlangte. Der Hudson River und die Hudson Bay, ein Fluss im östlichen Teil des Bundesstaates New York und eine große Meeresbucht Nordamerikas, sind nach ihm benannt.

Leben

Über Hudsons junge Jahre ist wenig bekannt. 1607 unternahm er seine erste Expedition im Auftrag der English Muscovy Company. Mit einem einzigen Schiff (Hopewell) kam Hudson bis an die Küste von Grönland und Spitzbergen (Svalbard) und entdeckte die Insel Jan Mayen bei dem Versuch, eine Nordostpassage vom Nordpolarmeer bis zum Fernen Osten zu finden. Im darauf folgenden Jahr versuchte er, wiederum erfolglos, die Passage zu finden, diesmal über Nowaja Semlja in der Barentssee. Im Dienst der holländischen Vereinigten Ostindischen Kompanie stach er 1609 von der holländischen Insel Texel mit dem Schiff Halve Maen (Halbmond) zu seiner dritten Reise in See. Hudson nahm die Erforschung der Gewässer vor Nowaja Semlja wieder auf und suchte eine Durchfahrt durch das Eis, wogegen die Besatzung rebellierte. Sie segelten deshalb nach Westen, dann nach Süden an Nova Scotia vorbei und an der nordamerikanischen Küste entlang. Im September 1609 drang Hudson erstmals in die Bucht von New York vor und nutzte den folgenden Monat zur Erforschung des Hudson (bis in die Gegend der heutigen Stadt Albany, etwa 240 Kilometer nördlich der heutigen Stadt New York). 1610 stach Hudson zu seiner letzten Reise im Auftrag einer neu gegründeten Gesellschaft englischer Geschäftsleute in See. Mit seinem Schiff Discovery war er auf der Suche nach einer Nordwestpassage. Er erreichte die Hudsonstraße Mitte des Jahres und fuhr in die Hudson Bay ein. Hier verbrachte er die drei folgenden Monate mit der Erforschung der östlichen Inseln und Küsten. In der Annahme, im Pazifik zu sein, segelte er nach Süden bis zur James Bay. Im November saß sein Schiff im Eis fest. Ein Winter äußerster Entbehrungen und Kälte führte zum Streit innerhalb der Besatzung. 1611 wurden Hudson, sein Sohn und sieben weitere Besatzungsmitglieder in einem kleinen Boot ausgesetzt und blieben danach verschollen. Hudson, Henry Hudson, Henry Hudson, Henry Hudson, Henry Hudson, Henry Hudson, Henry

1610

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- Galileo Galilei entdeckt die 4 größten Monde des Jupiter, der erste Beweis, dass sich nicht alle Himmelskörper um die Erde drehen. Sie heißen Ganymed, Callisto, Europa und Io
- Santa Fe wird Sitz des Gouverneurs von Neu Spanien und ist damit heute die älteste Hauptstadt eines US-Bundesstaates

Geboren


- 4. Januar: Franz von Cramm, deutscher Hofbeamter († 1661)
- 13. Februar: Jean de Labadie, Mystiker und Separatist († 1674)
- 1. März: Johann Balthasar Schupp, deutscher Schriftsteller († 1661)
- 10. März: Hans Jakob von Koseritz, Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft († 1648)
- 22. April: Pietro Ottoboni, unter dem Namen Alexander VIII. Papst von 1689 bis 1691 († 1691)
- 6. September: Francesco I. d'Este, Herzog von Reggio, Modena († 1658)
- 28. Oktober: Herzog Jakob Kettler, Herrscher über das Kurland († 1904)
- William Dobson, englischer Maler

Gestorben


- 19. März: Salentin von Isenburg, von 1567 bis 1577 Erzbischof des Erzbistums Köln (
- 1532)
- 14. Mai: Heinrich IV. (Frankreich), von 1589 bis 1610 König von Frankreich (
- 1553)
- 24. Mai: Joachim a Burck, deutscher Komponist (
- 1546
- 27. Mai: François Ravaillac, Mörder von Heinrich IV. von Frankreich (
- 1578)
- 18. Juli: Michelangelo Merisi da Caravaggio, italienischer Maler des Frühbarock (
- 1573)
- 31. Dezember: Ludolph van Ceulen, niederländischer Mathematiker (
- 1540) ko:1610년

Jamesbai

Die Jamesbai (James-Bucht) ist der südliche Teil der Hudsonbai in Kanada. Sie grenzt an die Provinzen Québec und Ontario; die in der Bucht liegenden Inseln sind Teil dem Territorium Nunavut. Im Einzugsgebiet der Jamesbai liegen zahlreiche Wasserkraftwerke, außerdem sind die Zuflüsse zur Bucht ein beliebtes Erholungsgebiet. Wasserkraftwerk Wasserkraftwerk

Geschichte

Die Bucht wurde im Jahr 1610 in Europa bekannt, als Henry Hudson sie während seiner Erkundungsfahrten in der nach ihm benannten größeren Hudsonbai erstmals befuhr. Die Jamesbai trägt ihren Namen zu Ehren von Thomas James, einem englischen Kapitän, der die Gegend 1631 genauer untersuchte. Als einer der klimatisch eher freundlichen Orte in der Region um die Hudsonbai ist die Jamesbai bemerkenswert in der Geschichte Kanada, auch durch ihre Wichtigkeit für die Hudson's Bay Company und die britische Expansion in weitere Teile Kanadas. Pierre-Esprit Radisson und Médard Chouart, Sieur des Groseilliers gründeten Rupert House, den ersten Hafen für Fellhandel an der Jamesbai gemäß eines Vertrags mit Charles II. Der Fellhandel dauerte in der Region noch bis in die 1940er Jahre an, allerdings verlor die Jamesbai zunehmend an Bedeutung. Trotz allem war sie das Tor zur britischen Besiedlung im späteren Manitoba und im Westen bis zu den Rocky Mountains.

Entwicklungsprojekte

In jüngeren Jahren erlangte die Jamesbai erneut Bedeutung durch das Projet de la Baie James. In Québec wird ein Großteil (97%) der Elektrizität durch Wasserkraftwerke gewonnen, seit 1971 treibt die Provinzregierung den Bau solcher Kraftwerke im Einzugsbereich der Jamesbai voran, vor allem am La-Grande-Fluß mit einer Länge von 893 km. Das Volk der Cree, die die Gegend bereits lange vor der Erkundung durch Henry Hudson bewohnt hatten, hegte starke Zweifel und Widerstand gegen den Bau von Wasserkraftwerken, da diese ihre traditionellen Lebensarten behinderten. Zusammen mit Umweltschützern (die Bucht ist ein Rückzugsgebiet für Zugvögel) versuchten sie, das Projekt zu behindern oder zu stoppen. Die Cree schlossen 1975 mit der Regierung von Québec das James Bay and Northern Quebec Agreement, den ersten Vertrag über Landrechte zwischen der kanadischen Regierung uns den indigenen Völkern in der neueren Geschichte Kanadas. Allerdings trug dieser Vertrag wenig zur Lösung des Konflikts bei. Ein großer Erfolg für die Gegner des Projekts war die Weigerung der Energiebehörde des Staats New York, die bisher ein Hauptabnehmer von in Québec erzeugten Strom war, einen weiteren Vertrag über Energielieferungen aus Québec abzuschließen. Diese Entscheidung machte eine weitere Entwicklung in der Jamesbai problematisch, da Québec nun mehr Strom produzierte, als verbraucht werden konnte. Die zweite Stufe des Projekts (La Grande Baleine, ein Fluß, der zum Norden des La-Grande-Flusses liegt) ist seither in der Schwebe. Im Jahr 2002 wurde mit La Paix des braves ein historische Abkommen zwischen der Regierung von Québec und dem Volk der Cree untergezeichnt. Im Bereich der Hydroelektrizität kamen die Parteien überein, zwei Projekte durchzuführen, welche die teilweise Umleitung des Rupert-Flusses nach sich ziehen. Das erste Projekt ist bereits angenommen (Eastmain-1; 480 Megawatt); das zweite wird auf seine umweltverträglichkeit geprüft (Eastmain-1A und Sarcelle; 888 Megawatt). Heute produzieren die Kraftwerke in der Region bereits über 16.000 Megawatt an Energie, mehr als drei mal so viel wie das Kraftwerk an den Niagarafällen. Ein anderes Projekt, das in der Diskussion war, stellt der Great Recycling and Northern Development (GRAND) Canal dar. In den letzten Jahrzehnten wurden verschiedene Varianten diskutiert, aktuell lautet der Vorschlag, den südlichen Teil der Jamesbai durch einen großen Deich von der Hudsonbai abzutrennen. Dieser Teil würde durch die zahlreichen Zuflüsse zu einem Süßwassersee, der für die Trinkwasserversorgung der Region genutzt werden könnte. Es ist jedoch sehr unwahrscheinlich, dass der GRAND Canal jemals gebaut werden wird.

Tourismus

Die Jamesbai hat hunderte Zuflüsse, die durch die Beschaffenheit der Gegend häufig sehr ähnliche Eigenschaften aufweisen. Im Mündungsbereich zur Bucht (den James Bay Lowlands) hin sind sie eher breit und flach, im Oberlauf jedoch sind sie meist tief eingeschnitten und steil. In vielen Flüssen wird Wildwasser-Kajakfahren angeboten. Der Missinaibi-Fluss, der auch als Canadian Heritage River bekannt ist, ist der bekannteste hiervon. Moosonee ist der Ausgangspunkt für viele solcher Reisen, da um Moosonee viele Flüsse in die Jamesbai münden. Viele der Urlauber fahren dann mit dem Polar Bear Express, einem Zug, nach Süden bis Cochrane. Waskaganish ist eine weiter nordöstlich gelegene Stadt an der Jamesbai. Die seit einigen Jahren auch auf der Straße erreichbare Stadt ist ein beliebter Ausgangspunkt für Ausflüge auf dem Broadback-, Pontax- oder Rupertfluss.

Literatur


- Dörrenbächer, Peter : James Bay - Institutionalisierung einer Region. Wasserkraftnutzung in Nord-Quebec und die Entstehung regionaler Selbstverwaltungsstrukturen der Cree-Indianer. Saarbrücken : Fachrichtung Geographie der Univ. des Saarlandes, 2003. (Saarbrücker geographische Arbeiten ; 48) - ISBN 3-924525-48-X Kategorie:Geographie (Kanada) Kategorie:Bucht

Southampton-Insel

Die Southampton-Insel (engl. Southampton Island, inuit Salliq) ist eine Insel im Norden Kanadas.

Geografie und Natur

Die Insel liegt am Ausgang der Hudson Bay und wird durch den Ross Welcome Sound und die Frozen Strait vom nordamerikanischen Kontinent getrennt ist. Sie umfasst eine Fläche von 41.241 km² und ist bis auf die Siedlung Coral Harbour (669 Einwohner, Flugplatz) unbewohnt. Die Southampton-Insel besitzt ein arktisch geprägtes Klima und eine entsprechende Tundravegetation. Während ihr Westteil überwiegend eben ist, ragen die Porsild Mountains im Westteil bis gut 600 m üNN auf. Die Tierwelt der Insel umfasst u. a. Eisbären, Schneehasen, Lemminge, Wiesel, Schneefüchse und Karibus. Auf der Insel bestehen zwei bedeutende Vogelschutzgebiete.

Geschichte

Es ist nicht genau bekannt, wann die ersten Menschen die Southampton-Insel erreicht haben. Fest steht allerdings, dass es sich bei ihnen um Vorgänger der heutigen Inuit gehandelt haben muss. Allerdings unterschied sich ihre Zivilisation noch deutlich von jener der neuzeitlichen "Eskimos". Sie gehörten der so genannten Dorset-Kultur an, die etwa ab dem Jahr 500 durch die Inuit (Thule-Kultur) verdrängt wurde. Auf der Southampton-Insel und zwei benachbarten Inseln hielt sich eine isolierte Gruppe von Dorset-Menschen mit eigener Sprache und Kultur (die Sadlermiut oder Sallirmiut) allerdings bis weit in die Neuzeit. So bestand auf Southampton Island bis 1902 - als ihre Bewohner an eingeschleppten Krankheiten starben - die letzte Sadlermiut-Siedlung.

Bevölkerung

Etwa 95 % der heutigen Einwohner der Insel sind Inuit.

Verwaltung und Politik

Die Southampton-Insel ist Teil des kanadischen Territoriums Nunavut (Region Kivalliq, früher Keewatin).

Wirtschaft und Infrastruktur

Coral Harbour wird regelmäßig durch regionale Fluglinien angeflogen. Im Ort gibt es einige Unterkünfte für Reisende.

Weblinks


- [http://www.pc.gc.ca/docs/v-g/nation/sec4/nation74_e.asp Parks Canada: Southampton Plains (engl.)]
- [http://epe.lac-bac.gc.ca/100/200/301/ic/can_digital_collections/parks_atlas/chap28/REGION28.html ähnlicher Bericht (engl.), bebildert]
- [http://www.kivalliq.org/eng/coral.html Bericht über Coral Harbour (engl.)]
- [http://www.canadianencyclopedia.ca/index.cfm?PgNm=TCE&Params=A1ARTA0007041 Artikel über Sadlermiut in der Canadian Encyclopedia (engl.)] Kategorie:Insel (Arktis) Kategorie:Insel (Kanada)

Nordpolarmeer

Der bis 5.449 m tiefe Arktische Ozean, der auch Nordpolarmeer, Nördliches Eismeer, Arktik (nicht zu verwechseln mit Arktis) oder Arktisches Mittelmeer genannt wird, ist mit 12,26 Mio. km² der kleinste Ozean der Erde.

Geographie

Lage

Der Arktische Ozean, der sich im äußersten Norden der Nordhalbkugel der Erde befindet, liegt im Rahmen der 4 Pole der nördlichen Hemisphäre zwischen den jeweils in südlichen Himmelsrichtungen angrenzenden Kontinenten Asien, Europa und Nordamerika. Weil er zwischen mehreren Kontinenten liegt und obgleich er wissenschaftlich betrachtet einer der 5 Ozeane der Erde ist, gilt er auch als Interkontinentales Mittelmeer. Mit dem Atlantik ist die Arktik durch das etwa 1.500 km breite Europäische Nordmeer zwischen Grönland und Nordeuropa bzw. Skandinavien verbunden sowie durch einige verwinkelte Meeresstraßen, die durch die stark zergliederte nordkanadische Inselwelt zur breiten Davisstraße westlich von Grönland führen. Mit dem Pazifik ist es nur durch die etwa 85 km breite Beringstraße verbunden.

Anrainerstaaten

Die Arktik grenzt jeweils an die nördlichen Gebiete von diesen Ländern und Landteilen: Alaska (USA), Kanada, Grönland (zu Dänemark), Island, Norwegen und Russland.

Inselwelt

Außerdem grenzt es nördlich unter anderen an diese Inseln und Inselgruppen: Banks Island, Königin-Elizabeth-Inseln, Ellesmere-Insel, Grönland, Island, Spitzbergen, Kolgujew, Franz-Josef-Land, Nowaja Semlja, Sewernaja Semlja, Neusibirische Inseln und Wrangelinsel.

Nordpol

Innerhalb des Arktischen Ozeans bzw. auf dessen Inseln liegen die 4 Pole der nördlichen Hemisphäre (Nordpol).

Daten

Der Arktische Ozean hat eine Ausdehnung von rund 12,26 Mio. km² und ist großflächig von Eis bedeckt. In der Litketief, die sich im Eurasischen Becken nördlich von Spitzbergen befindet, ist er bis 5.449 m tief.

Meeresboden

Innerhalb des Arktischen Ozeans bzw. auf dessen Meeresboden befinden sich Schwellen, Tiefseebecken und ein Meerestief. Zu den Schwellen gehören der Fletcherrücken, der Gakkelrücken, die Lomonssow-(Harris)-schwelle, die Ostsibirische Schwelle und die Tschuktschenschwelle. Die 3 großen Tiefseebecken, die sich alle im Zentrum der Arktik befinden, sind das in der Litketief bis 5.449 m tiefe Eurasische Becken, das bis 4.994 m tiefe Kanadische Becken und das bis 3.290 m tiefe Zentralarktische Becken. Das Meerestief ist die eben erwähnte Litketief, welche die tiefste Stelle der Arktik darstellt.

Nebenmeere

Zwischen Grönland und Skandinavien grenzt der Arktische Ozean an das Europäische Nordmeer (das nördlichste Randmeer des Atlantiks) und zwischen Alaska und Ostsibirien an die Beringstraße, die zum Beringmeer (das nördlichste Randmeer des Pazifiks) überleitet. Weitere eisige Nebenmeere der Arktik sind: Beaufort See, Grönlandsee, Europäisches Nordmeer (die beiden zuletzt genannten sind auch Randmeere des Atlantiks, weil sie zu diesem Ozean überleiten), Barentssee, Karasee, Laptewsee, Ostsibirische See und Tschuktschensee.

Zuflüsse

Die wichtigsten Zuflüsse von asiatischer Seite sind Ob, Jenissei, Lena und Kolyma; in Nordamerika ist dies der Mackenzie River.

Siehe auch


- Arktis
- Kap Deschnjow
- Kap Morris Jesup
- Kap Tscheljuskin
- Nordpol

Webtipps


- [http://www.wissenschaft.ag/Polarmeer.php4 Newsletter zu den Polarmeeren] Kategorie:Ozean Kategorie:Arktis ja:北極海 ko:북극해 simple:Arctic Ocean th:มหาสมุทรอาร์กติก zh-min-nan:Pak-ke̍k-iûⁿ

Winnipegsee

Der Winnipegsee ist der größte See der kanadischen Provinz Manitoba. Er ist zudem der drittgrößte vollständig in Kanada gelegene See sowie einer der 15 größten der Welt.

Natur

Der 428 km lange Winnipegsee liegt in den Ebenen des Kanadischen Schildes recht genau in der Mitte Kanadas. Obwohl der See in der gemäßigten Klimazone liegt, erlebt er durch den ungehinderten Einfall von Kaltluft aus der kanadischen Arktis harsche Winter. Die Umgebung des Sees ist, besonders am Westufer, teilweise bewaldet; im Süden schließen sich die riesigen Getreidefelder der Prärie an. Er ist, wie auch seine Nachbarn, der Manitoba- und der Winnipegosissee, aus dem riesigen prähistorischen Agassizsee hervorgegangen, der sich einst über weite Teile der Mitte Nordamerikas erstreckte. Dieser war am Ende der letzten Eiszeit durch das Abtauen der Gletscher entstanden. Etwa drei Jahrtausende nachdem er seine größte Ausdehnung erreicht hätte, verlor der Agassizsee wieder den größten Teil seines Wassers und und ließ eine Anzahl kleinerer Seen zurück, von denen der Winnipegsee mit 24.420 km² der größte ist.
Bemerkenswert ist, dass der 216 m über dem Meeresspiegel gelegene Winnipegsee eine für einen See seiner Größe nur geringe Tiefe aufweist. Im See befinden sich zahlreiche Inseln unter denen die größten (von Süd nach Nord) Hecla Island, Black Island, Berens Island und Reindeer Island sind. Die wichtigsten Zuflüsse des Winnipegsees sind der Saskatchewan- (über den Cedar Lake) und der Winnipeg-Fluss. Entwässert wird das "Meer von Manitoba" durch den Nelson River der von seinem Nordende aus in die Hudson Bay fließt.

Geschichte

Das Land um den Winnipegsee ist seit Jahrtausenden besiedelt. Sein Name leitet sich vom Cree-Wort wīnipēk (ᐐᓂᐯᐠ) was "schlammiges Wasser" bedeutet, ab. Die Entdeckung durch Europäer erfolgte wahrscheinlich im Jahr 1690 durch den in Diensten der Hudson Bay Company stehenden Briten Henry Kelsey. Kategorie:See in Kanada Kategorie:Geographie (Kanada) ja:ウィニペグ湖

Seeschifffahrt

Unter Seefahrt versteht man das Befahren von Ozeanen und Meeren mit Schiffen und Booten. Man unterscheidet die Küstenschifffahrt von der Hochseeschifffahrt. Für die Seeschifffahrt gelten andere Vorschriften als für die Binnenschifffahrt. In den deutschen Hoheitsgewässern wird dies durch die Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung geregelt. Die Seefahrt zählt zu den ältesten Tätigkeiten des Menschen. Bereits gegen Ende der Altsteinzeit besiedelten die ersten Seefahrer Australien. Seefahrervölker besiedelten zahlreiche Inseln, insbesondere im Pazifik. Nach neueren Erkenntnissen erfolgte auch die Besiedlung Amerikas entlang der Westküste durch Seefahrer. In der Bronzezeit entstand im östlichen Mittelmeerraum die erste Seeschifffahrt. Die Seefahrt kann nach Einsatzzwecken unterteilt werden in # Handelsschifffart (siehe auch Seehandel, Handelsschiff, Binnenschifffahrt) ##Passagierschifffahrt ##Frachtschifffahrt ##Fährschifffahrt # militärische Schifffahrt (siehe auch Kriegsmarine) # Kaperfahrt # Forschungsschifffahrt # Sportschifffahrt Das Leben an Bord war und ist teilweise noch von strenger Hierarchie und Disziplin bestimmt. Lange Zeit war der Kapitän Master next God und vielfach Herr über Leben und Tod. Auch heute noch ist der Kapitän derjenige an Bord, der die Gesamtverantwortung trägt und besondere Befugnisse hat, die über andere Fahrzeugführer im Land- oder Luftverkehr hinausgehen. Die Besatzung selbst ist seit der Antike militärartig gegliedert. Die Unterscheidung zwischen Offizieren und Mannschaften war strikt und besteht - in abgeschwächter Form - noch heute. Allerdings hat die massive Technisierung und Rationalisierung im 20. Jahrhundert erhebliche Veränderungen mit sich gebracht. Die Schiffsbesatzungen wurden erheblich kleiner. Seeleute (Matrosen) müssen stärker in verschiedene Richtungen qualifiziert sein und in besonderem Maß neben der klassischen nautischen Kompetenz technische Kompetenz besitzen. Das Leben an Bord ist zwar heute komfortabler als früher, dafür sind die Liegezeiten in den Häfen sehr kurz geworden.

Abgeleitete Begriffe

Seefahrer - Seefahrtsschule - Seefahrtsbuch - christliche Seefahrt - Seefahrtsberufe - Seefahrtsromantik

Schiffsarten

Segelschiff - Dampfschiff - Katamaran - Kriegsschiff - Schlepper

Literatur


- Zum Los der Seeleute in der beginnenden Neuzeit siehe den literarischen Bericht von Heinrich Hasebeck in dem von Andreas Venzke herausgegebenen Buch Gasparan oder Die letzte Fahrt des Francis Drake, Benziger-Verlag, Zürich 1996 ISBN 3-545-36531-X
- Zu den Veränderungen im internationalen Transportgewerbe auf See und zur beruflichen Stellung der Seeleute siehe das wissenschaftliche Werk von Heide Gerstenberger und Ulrich Welke: Arbeit auf See - Zur Ökonomie und Ethnologie der Globalisierung, Verlag Westfälisches Dampfboot ISBN 3-89691-575-4 Siehe auch: Seehafen - Karthago - Piraten - Hanse - Wikinger- Navigation - Bunker - Heinrich der Seefahrer - Katastrophen der Seefahrt - Seemannschaft - Klabautermann

Weblinks


- [http://www.grosse-seefahrt.de GROSSE-SEEFAHRT.DE : Schifffahrt-Portal für Seeleute und Seefahrer]
- [http://www.rechnungswesenforum.de/verzeichniss/index/World/Deutsch/Wirtschaft/Verkehr_und_Logistik/Schifffahrt/Aus-_und_Weiterbildung/ Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich Schifffahrt] Kategorie:Seeschifffahrt ja:海運

Hudson's Bay Company

Die Hudson's Bay Company (HBC) (frz.: Compagnie de la Baie d'Hudson) ist die älteste eingetragene Firma in Kanada und eine der ältesten der Welt, die heute (2004) noch existiert. Von ihrem langjährigen Hauptquartier in York Factory an der Hudson Bay aus kontrollierte sie einige Jahrhunderte lang den Fellhandel in großen Teilen des britisch beherrschten Nordamerika. Sie unternahm frühe Erkundungen und wirkte in vielen Gebieten des Kontinents als de facto-Regierung, bevor die Besiedlung in großem Stil einsetzte. Ihre Händler und Pelzjäger bauten frühzeitig Beziehungen zu vielen Indianergruppen auf. Ihr Netzwerk von Handelsposten stellte den Kern der späteren offiziellen Behörden im westlichen Kanada und den USA dar. Im späten 19. Jahrhundert wurde ihr riesiges Territorium zur größten Komponente des neu gebildeten "Dominion of Canada", in dem die Gesellschaft der größte private Landbesitzer war. Mit dem Niedergang des Pelzhandels entwickelte sich die Firma zu einer Handelsgesellschaft, die lebenswichtige Güter an die Siedler im kanadischen Westen verkaufte. Heute ist die Gesellschaft für ihre Warenhäuser in ganz Kanada bekannt.

Geschichte

Frühe Jahre

Im 17. Jahrhundert hatten die Franzosen ein Monopol auf den kanadischen Fellhandel. Zwei französische Händler jedoch, Pierre-Esprit Radisson und Médard des Groseilliers, wechselten zu den Engländern und berichteten ihnen von einer Route zu den reichen Handelsgebieten nördlich und westlich des Oberen Sees, die von Norden aus durch die Hudson Bay erreicht werden konnten anstatt über Land von Neufrankreich aus. Die Engländer entsandten 1669 eine erfolgreiche Expedition. Am 2. Mai 1670 wurde die Hudson's Bay Company mit einer königlichen Urkunde von Charles II. gegründet. Die Urkunde gewährte dem Unternehmen das Monopol auf den Handel mit den Indianern, insbesondere auf den Fellhandel, in dem Gebiet, das von allen Flüssen bewässert wurde, die in die Hudson Bay mündeten. Dieses Gebiet wurde bekannt als "Rupert's Land", benannt nach dem ersten Direktor der Gesellschaft, Prinz Ruprecht von der Pfalz. Dieses Gebiet umfasste 3,9 Mio. km² im Wassereinzugsgebiet der Hudson Bay – mehr als ein Drittel des heutigen Kanada. Es erstreckte sich bis in den nördlichen mittleren Westen der USA. Genaue Grenzen waren jedoch in jener Zeit unbekannt. Ruprecht von der Pfalz Das Unternehmen begründete sein erstes Hauptquartier in Fort Nelson (später umbenannt in York Factory), an der Mündung des Nelson River im heutigen nordöstlichen Manitoba. Der Ort bot bequemen Zugang zum Fort über die ausgedehnten Fluss-Systeme des Saskatchewan und Red River. An der Südküste der Hudson Bay in Manitoba und im heutigen Ontario und Québec wurden bald weitere Außenposten errichtet. Sie wurden "Fabriken" genannt und arbeiteten nach Art der holländischen Fellhändler in Nieuw Nederland. Im Frühling und Sommer kamen die eingeborenen Händler, die den größten Teil des eigentlichen Fallenstellens erledigten, mit dem Kanu zu den Forts, um dort ihre Felle zu verkaufen. Im Austausch dafür bekamen sie üblicherweise metallene Werkzeuge und Jagdwaffen. Diese importierte die Gesellschaft häufig aus Deutschland, das zu jener Zeit das Zentrum für billige Produktion war. Dieses frühe Modell der küstennahen "Fabriken" stand im Gegensatz zum System der Franzosen, die ein umfangreiches Netz von Posten im Landesinneren errichteten und Händler aussandten, die bei den Stämmen der Region lebten. Der konservative Aufbau des Fabrik-Systems enttäuschte die Gründer (Radisson und Des Groseilliers) der Gesellschaft, die auf kühnere Erforschung des Landesinneren drangen. 1674 wechselten sie wieder zu den Franzosen und gründeten 1682 „La Compagnie du Nord“, um direkt mit der HBC zu konkurrieren. Nachdem in den 1680er Jahren in Europa ein Krieg zwischen England und Frankreich ausgebrochen war, entsandten beide Nationen regelmäßig Expeditionen, um Fellhandelsposten der anderen zu überfallen und zu erobern. Im März 1686 entsandten die Franzosen unter dem Chevalier des Troyes über 1300 km einen Stoßtrupp, der die Außenposten der Gesellschaft entlang der James Bay einnehmen sollte. Die Franzosen ernannten Pierre Le Moyne d’Iberville, der während der Überfälle außerordentlichen Mut bewiesen hatte, zum Kommandeur der eroberten Posten. 1687 befehligte d’Iberville einen See-Überfall auf das Hauptquartier der Gesellschaft in York Factory. Auf dem Weg zum Fort besiegte er in der Schlacht der Bucht drei Schiffe der Royal Navy. Dies war die größte Seeschlacht in der Geschichte der nordamerikanischen Arktis. D'Iberville's erschöpfte französische Streitmacht eroberte York Factory mit einer List: Er belagerte das Fort und erweckte den Anschein, eine viel größere Armee zu haben. Im darauffolgenden Jahrzehnt wechselte York Factory mehrfach den Besitzer. Mit dem Frieden von Utrecht wurde es 1713 endgültig an die Engländer abgetreten. Danach erbaute es die Gesellschaft erneut als sternförmiges Fort aus Ziegelsteinen an der Mündung des nahe gelegenen Hays River. Dies ist noch heute sein Standort.

19. Jahrhundert

Die Hudson's Bay Company wurde 1821 mit der North West Company von Montréal vereinigt. Ihr gemeinsames Territorium wurde durch eine Lizenz um das Nord-West Territory erweitert, welches im Norden bis zum arktischen Ozean reichte und im Westen bis zum Pazifik. 1870 wurde das Handelsmonopol abgeschafft und der Handel in dieser Region für jeden Unternehmer geöffnet. Außerdem verlor die Gesellschaft Rupert's Land, das an die kanadische Regierung verkauft wurde. In den 1820er und 30er Jahren kontrollierte die Gesellschaft von ihrem Hauptquartier in Fort Vancouver am Columbia River aus beinahe den kompletten Handel im Oregon Land. Obwohl die Staatsgewalt über das Gebiet nominell gemeinsam von den USA und Großbritannien entsprechend der anglo-amerikanischen Übereinkunft von 1818 ausgeübt wurde, war es die Politik der Gesellschaft unter ihrem Leiter John McLoughlin, amerikanische Ansiedlungen in dem Gebiet aktiv zu entmutigen. Das wirksame Handelsmonopol der Gesellschaft verbat praktisch jede Ansiedlung. In den frühen 1840er Jahren errichtete sie einen Außenposten in Fort Hall im heutigen Idaho an der Route des Oregon Trail. Der Leiter dieses Außenpostens stellte verlassene Fuhrwerke von entmutigten Siedlern aus. Der Würgegriff der Gesellschaft um diese Region wurde gebrochen durch den ersten großen Wagenzug, der unter Führung von Marcus Whitman 1843 Oregon erreichte. In den folgenden Jahren strömten tausende von Siedlern in das Willamette-Tal. 1846 erlangten die USA die volle Gewalt über die meisten besiedelten Gebiete des Oregon Country, die südlich des 49. Breitengrades lagen. McLoughlin, der einst als Gesellschafts-Direktor mögliche Siedler abgewiesen hatte, hieß sie nun von seinem Warenhaus in Oregon City aus willkommen. Er wurde später zum "Vater Oregons" proklamiert. Die Gesellschaft hat heute keine Präsenz mehr im Nordwesten der USA.

Moderne Aktivitäten

1846] Ein Aspekt der Gesellschaft waren die Hudson's Bay Company Läden, Handelsstützpunkte, die in ganz Nord-Kanada errichtet worden waren. Heute ist dies der einzig verbliebene Teil der Aktivitäten der Gesellschaft, und zwar in Gestalt von Warenhäusern, die „The Bay“ (engl.) bzw. „La Baie“ (frz.) genannt werden. Viele dieser Läden waren bis vor kurzem die einzigen in abgelegenen Ortschaften. In letzter Zeit sind viele dieser Geschäfte in Boutiquen umgewandelt worden. 1991 verzichtete die Bay nach Protesten von Tierschützern auf den Verkauf von Fellen, nahm diesen Geschäftszweig jedoch 1997 wieder auf. Tierschützer-Gruppen wie "Freedom for Animals" führen Kampagnen, um den Verkauf erneut zu stoppen. Die Gesellschaft ist unter der Bezeichnung HBC an der Börse von Toronto notiert. In letzter Zeit gab es verschiedene Gerüchte über den möglichen Verkauf von The Bay u. a. an US amerikanische Firmen. Siehe auch: Geschichte Kanadas, British East India Company, Dutch East India Company, Dutch West India Company, John McLoughlin and British colonization of the Americas. übersetzt aus der englischen Wikipedia

WebLinks


- Hudson's Bay Company - http://www.hbc.com
- North West Company - http://www.northwest.ca gegründet 1987
- Hudson's Bay Company Archiv - http://www.gov.mb.ca/chc/archives/hbca/index.html der Regierung Manitoba
- Boycott the Bay - http://www.boycottthebay.org Website von "Freedom for Animals"
- Kompletter Text der Charter und Zusatz der Hudson's Bay Company - http://www.gutenberg.net/etext/6580 von Project Gutenberg Kategorie:Textilhersteller Kategorie:Einzelhandelsunternehmen Kategorie:Kanada ja:ハドソン湾会社

Taiga

Der Begriff Taiga bezeichnet #im weiteren Sinn eine unter dem gemäßigten Klima der Nordhalbkugel natürlich entstandene Vegetationszone, gekennzeichnet durch ausgedehnte Nadelwälder, die teilweise auf (im Sommer sumpfigem) Permafrostboden stehen: boreale (nördliche) Nadelwaldzone. #im engeren Sinne die sibirische Taiga Siehe auch: Urwald, Boreale Zone, Boreales Klima Taiga ist außerdem der Name einer russischen Stadt in Sibirien (Oblast Kemerowo) Kategorie:Ökosystem ja:タイガ

Eisbären

Der Eisbär (lat. Ursus maritimus, auch Polarbär genannt) ist eine Art der Bären. Manchmal wird er als Thalartos maritimus oder Thalassarctos maritimus in einer eigenen Gattung geführt, er ist aber eng mit dem Braunbären verwandt. Der Eisbär ist das größte lebende Landraubtier der Erde.

Merkmale

Der Eisbär wird bis zu 3,00 Meter lang und 1,50 Meter hoch (Schulterhöhe), das Männchen kommt bis auf 650 kg Gewicht. Weibchen sind generell etwas kleiner und leichter. Das Fell des Eisbären ist, unabhängig von der Jahreszeit, immer gelblich weiß. Die Haare sind hohl, dies ist eine besonders gute Wärmeisolierung. Die Haare wirken wie Glasfaserstäbe und leiten die Sonnenstrahlen auf die schwarze Haut des Eisbären. So ausgestattet, verfügt der Eisbär über eine optimale Anpassung. Er kann nicht nur hervorragend und weit schwimmen, auch auf dem Festland kann er kurzfristig Geschwindigkeiten bis zu 40 km/h entwickeln; ansonsten bewegt er sich mit etwa 5,5 km/h fort. Eisbären erreichen ein Lebensalter von dreißig Jahren.

Lebensraum

Der Eisbär lebt rund um den Nordpol im ganzen Polarraum (Arktis), auf dem Packeis, Eisschollen und auf den Inseln und Küsten. Südlich der Treibeisgrenze sind Eisbären so gut wie nie anzutreffen. Das südlichste Gebiet, das Eisbären ganzjährig bewohnen, ist die kanadische James Bay, die auf der gleichen geographischen Breite liegt wie Berlin.

Ernährung

James Bay] Der Eisbär stellt in der Arktis die Spitze der Nahrungskette dar. Er ernährt sich überwiegend von den Robben im Eismeer, seltener von Vögeln und kleinen Säugetieren. In Mangelzeiten geht er auch an Aas und frisst Wal- und Robbenkadaver. Eisbären sind auch dem Kannibalismus nicht abgeneigt. Ein junger Eisbär läuft Gefahr, von einem älteren getötet und gefressen zu werden. Aus diesem Grunde gehen Muttertiere mit ihren Jungen anderen Eisbären aus dem Weg. Eine beliebte Jagdtechnik des Eisbären ist das Ausharren an einem Eisloch. Nimmt er unter dem Eis Robbenwitterung auf, ohne dass ein Eisloch vorhanden ist, springt er auf die Eisdecke, um mittels seines Körpergewichts das Eis zu brechen. Er wartet dann darauf, dass eine Robbe zum Luftholen an die Oberfläche kommt, die dann blitzschnell erlegt wird. Durch sein helles Fell ist er perfekt an die Umgebung angepasst und gut getarnt. Aus Sicht des Beutetiers unter dem Wasserspiegel kann er daher nur schwer wahrgenommen werden. Um den einzigen Hinweis auf seine Anwesenheit, die schwarze Schnauze, zu verbergen, lernt er früh, sie mit seiner hellen Pranke zu verdecken, um den Jagderfolg zu maximieren. Gut genährte Eisbären fressen von einem frisch erlegten Beutetier nur die Haut und den Speck und lassen den Rest liegen. Schwächere Bären oder Polarfüchse finden den Kadaver und fressen den Rest. Manche Polarfüchse haben sich regelrecht darauf spezialisiert, Eisbären zu folgen und deren Nahrungsreste zu konsumieren.

Vermehrung

Polarfüchse Die Paarung findet im Frühjahr (etwa April) statt, wobei die Entwicklung des Eis bis Oktober ruht, damit, falls das Weibchen im Sommer nicht genug Nahrung gefunden hat, das Ei vom Körper resorbiert werden kann und somit der Nachwuchs ausbleibt. Die ein bis drei Jungen (in seltenen Fällen auch vier) werden im Folgejahr im Januar in einer tiefen Schneehöhle geboren.Der Eingang bei dieser Höhle liegt dabei höher als der Lagerplatz, damit die Warmluft nicht entweichen kann. Sie wiegen bei der Geburt nur etwa 600 g, in nur zwei Monaten haben sie 10 kg bis 15 kg und ein dichtes weißes Fell, so dass sie im März oder April zum erstenmal die Geburtshöhle verlassen können.

Bestand

Nachdem die Anzahl des Eisbären wegen intensiver Bejagung dramatisch gesunken war, so dass die Art Anfang der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts kurz vor dem Aussterben stand, beschlossen die Staaten der Arktis 1967 auf Druck von Wissenschaftlern einen Vertrag zum Schutz dieser Tiere. Nur noch den Inuit (Eskimos) ist es erlaubt, eine bestimmte Anzahl pro Jahr zu jagen. So haben sich die Bestände auf etwa 25 000 bis 40 000 Tiere erhöht. Heute werden größere Gefahren durch ein wärmeres Klima und das damit zusammenhängende Abschmelzen des Lebensraumes des Eisbären befürchtet.

Weblinks


- [http://www.svalbard-images.com/spitsbergen/polar-bears-e.php Eisbären Fotos in Spitzbergen] (in englisch) Kategorie:Raubtiere ja:ホッキョクグマ ms:Beruang Polar simple:Polar bear zh-min-nan:Pe̍h-hîm

Robben

Die Robben (Pinnipedia) sind eine Gruppe zum Wasserleben übergegangener Raubtiere (Carnivora). Der wissenschaftliche Name leitet sich aus dem Lateinischen von pinna, „Flosse“ und pes, „Fuß“ her, bedeutet also Flossenfüßer. Unter diesem Namen oder als Wasser-Raubtiere findet man sie manchmal auch in der Fachliteratur, am bekanntesten aber sind sie als Robben.

Anatomie

Robben sind mittelgroße bis große Säugetiere, die Längen zwischen 1,20 und 6 Metern erreichen können. Das Gewicht schwankt zwischen den Arten extrem und liegt zwischen 25 Kilogramm bei Weibchen der Antarktischen Seebären (Arctocephalus gazella) und mehr als 4 Tonnen bei männlichen Südlichen See-Elefanten (Mirounga leonina). Oft lässt sich ein auffälliger Geschlechtsdimorphismus feststellen: See-Elefanten-Männchen etwa wiegen oft bis zu viermal mehr als ihre Weibchen. Der Robbenkörper hat eine torpedoförmige Gestalt: Der abgeflachte Kopf ist durch einen dicken Hals nur undeutlich vom Rest des Körpers abgesetzt, der Schwanz nur noch als Rudiment erhalten. Die Gliedmaßen sind zudem bis zum Ellbogen beziehungsweise Knie in den Körper eingebettet, so dass nur Unterarm und -schenkel freiliegen. Alle diese Eigenschaften setzen den Strömungswiderstand herab und dienen so der Anpassung an das Leben im Wasser.

Schädel und Gebiss

Im Robbenschädel überlappt das vordere Hinterhauptbein, der Supraokzipitalknochen mit dem Schläfenbein, dem Parietalknochen; die Augenhöhlen sind vergrößert, während das Rostrum, also die „Schnauze“ der Tiere, stark verkürzt ist. Statt des typischen Raubtiergebisses haben die meisten Robben ein gleichförmigeres Fischfressergebiss. Es existieren meist ein bis zwei Paar untere Schneidezähne, kegelförmige, meist wenig betonte Eckzähne und zwölf bis vierundzwanzig einfache, homodonte, also gleichartig aufgebaute Backenzähne. Letztere besitzen zwei Wurzeln und sind zugespitzt; sie sind somit weniger zum Kauen als zum Festhalten der Beute geeignet. Reißzähne wie bei den anderen Raubtieren kommen bei Robben nicht vor. Allerdings gibt es innerhalb der Robben zahlreiche Abweichungen, vor allem bei jenen Arten, die andere Ernährungsweisen pflegen: Bei Walrossen sind die Eckzähne etwa als Stoßzähne ausgebildet, während bei Krabbenfressern die Zähne kompliziert gebaute Höcker besitzen, die bei geschlossenem Kiefer ein engmaschiges Sieb bilden, mit denen die Tiere ihre Nahrung, Krill, erbeuten.

Wirbelsäule und Gliedmaßen

Je nach Familie sind unterschiedliche Teile der Wirbelsäule verstärkt, dies hängt mit der unterschiedlichen Fortbewegung der Tiere zusammen. Bei Ohrenrobben, bei denen die Vorderflossen im Mittelpunkt stehen, sind die Hals- und Brustwirbel deutlich verstärkt, während bei Hundsrobben, die sich mithilfe ihrer Hinterflossen fortbewegen stattdessen die Lendenwirbel vergrößert sind. Zusätzlich sind bei ihnen die Gelenkfortsätze der Wirbel stark reduziert, so dass diese nicht so starr miteinander verbunden sind wie bei anderen Säugetieren. Durch diese Flexibilität kommt die große Wendigkeit des Robbenkörpers zustande. Diese wirkt sich durch das fehlende Schlüsselbein (Clavicula) und den kleinen, parallel zur Wirbelsäule ausgerichteten Beckengürtel auch auf die Bewegungsfreiheit der Gliedmaßen aus. Wirbelsäule Alle vier Beine wurden im Laufe der Evolution zu Flossen umgewandelt, die Hinterextremitäten wurden dabei ans äußerste Körperende verlagert. Oberarmknochen (Humerus), Elle (Ulna) und Speiche (Radius) sind im Vergleich zu anderen Raubtieren kürzer, aber kräftiger ausgeprägt, auch der Oberschenkelknochen (Femur) ist flach und breit, so dass eine effektive Kraftübertragung im Wasser ermöglicht wird. Bei näherem Hinsehen kann man erkennen, dass jede der Flossen in fünf langen, abgeflachten Zehen endet, die durch Schwimmhäute miteinander verbunden sind; oft sind die erste und die fünfte Zehe verlängert. Eine weitere Spezialisierung der Flossen wurde vermutlich nur durch die fortbestehende Notwendigkeit, sich an Land fortbewegen zu müssen, verhindert.

Fell und Fettschicht

Geboren werden Robben meistens mit einem dichten Fell, das beim Älterwerden verschwindet und durch ein kurzes Haarkleid ersetzt wird. Nur die Seebären behalten auch als Alttiere ein auffälliges Pelzkleid, das sich aus einem dichten Unterfell und darüber vorstehenden steifen Grannenhaaren besteht; Walrosse sind dagegen praktisch haarlos. Das Fell wird zusammen mit der obersten Hautschicht bei Ohrenrobben über einen längeren Zeitraum hinweg ersetzt, der bis zu einem Monat betragen kann, während Hundsrobben diesen Häutungsprozess meist verhältnismäßig abrupt innerhalb weniger Tage vollziehen. Zum Schutz vor Auskühlung befindet sich unterhalb der Haut eine bei manchen Arten bis zu zehn Zentimeter dicke Fettschicht, die daneben als Nährstoffspeicher und Auftriebshilfe fungiert. Sie ist bei Hundsrobben und Walrossen besonders ausgeprägt. Allerdings schützt sie nicht die durch eine besonders große Zahl von Blutgefäßen versorgten Flossen.

Innere Organe

Der Robbenmagen ist ein einfacher länglicher Schlauch und darauf eingerichtet, als Ganzes verschluckte Beute aufzunehmen. Sehr aufwendig und lang ist dagegen der Dünndarm, der bei Männchen der Südlichen See-Elefanten (Mirounga leonina) eine Länge von über 200 Metern erreichen kann; alle anderen Darmabschnitte sind dagegen verhältnismäßig kurz. Nicht mehr äußerlich sichtbar, weil weitgehend ins Körperinnere verlagert, sind die Hoden der Männchen; eine Ausnahme stellen lediglich die Walrosse dar, bei denen die Geschlechtsorgane besonders in der Paarungszeit gut zu erkennen sind. Auch die Zitzen der Weibchen liegen nicht mehr auf der Oberfläche: Da Jungtiere die Zitzen so nicht mehr mit dem Maul umfassen können, muss das Muttertier die Milch bei Bedarf aktiv ins Maul seines Jungen spritzen.

Sinnesorgane

Die Sinnesorgane der Robben müssen sowohl unter Wasser, als auch an Land funktionieren und sind daher einander widerstrebenden Anforderungen ausgesetzt.

Augen

Die Augen sind verhältnismäßig groß und ermöglichen eine gute Unterwassersicht. An die oft geringe Lichtintensität unter Wasser sind sie durch eine stark vergrößerte Anzahl an Stäbchen in der Netzhaut angepasst, die im Gegensatz zu den Zapfen zwar keine Farbsicht ermöglichen, dafür aber wesentlich lichtempfindlicher sind. Das Empfindlichkeitsspektrum variiert mit dem Lebensraum: Das Maximum liegt bei tieftauchenden Arten wie zum Beispiel See-Elefanten (Mirounga) im blauen Bereich, ist aber etwa bei Seehunden (Phoca vitulina), die sich vornehmlich in Küstengewässern aufhalten, in Richtung Grün verschoben. Farbsicht ist bei Robben durch die eingeschränkte Zapfenanzahl nur in eingeschränktem Ausmaß möglich. Eine weitere Anpassung an die geringen Lichtverhältnisse ist das Tapetum lucidum, eine hinter der Netzhaut gelegene reflektierende Schicht, die Licht, dass die Netzhaut durchquert hat, zurückwirft: So besteht die Möglichkeit, Licht, das beim ersten Passieren nicht wahrgenommen wurde, beim zweiten Mal zu registrieren. Das Leben im Wasser bedingt nicht nur eine oft geringe Lichtintensität, sondern auch eine andere Lichtbrechung: So hat die Hornhaut nahezu den gleichen Brechungsindex wie Wasser und fällt daher unter Wasser als Bestandteil des Abbildungsapparats aus. Als Ausgleich ist bei Robben die Augenlinse nahezu kugelförmig ausgebildet und besitzt daher eine wesentlich höhere Brechkraft. Weil in Luft Linse und Hornhaut lichtbrechend wirken, sind Robben dafür allerdings an Land, wo der Sehsinn eine geringere Bedeutung hat, stark kurzsichtig. Dafür sind sie in der Lage, die hohen Lichtintensitäten, die etwa von sonnenbeschienenen Eisflächen ausgehen, zu tolerieren, in dem sie die Pupille zu einem engen senkrechten Schlitz verengen. Die Hornhaut bildet den äußeren Abschluss des Auges. Sie wird beständig mit Tränenflüssigkeit benetzt, um Fremdkörper abzuwaschen und den direkten Augenkontakt mit Salzwasser zu verhindern. Anders als ihre nahen Verwandten besitzen Robben jedoch keine Tränenkanäle. Obwohl der Sehsinn auch für Robben eine große Bedeutung einnimmt, ist er nicht unersetzlich: Bei Seelöwen und Seebären, deren Männchen oft blutige Revierkämpfe durchführen, kommt es nicht selten zum Verlust des Augenlichts; die Tiere sind durch ihre Blindheit aber anscheinend wenig eingeschränkt und kommen relativ problemlos zurecht.

Gehör

Äußerlich sind die Ohren der Robben verkümmert oder nicht mehr existent; falls vorhanden werden sie beim Tauchen verschlossen. Dennoch besitzen Robben ein exzellentes Gehör. Das Innenohr steht bei ihnen nur mit je einem einzigen Schädelknochen in Verbindung, wodurch die unterschiedslose Übertragung von Schallwellen durch den ganzen Schädel unterbunden wird; erst dadurch wird auch unter Wasser Richtungshören möglich. Die Auskleidung des Hörkanals und des Mittelohrs erlaubt beim Tauchen die Anpassung des Innendrucks. Der wahrgenommene Frequenzbereich unterscheidet sich je nach Medium: Im Wasser können Robben wesentlich höhere Töne wahrnehmen als der Mensch; dafür ist das Gehör an Land bei etwa gleichem Wahrnehmungsspektrum weniger empfindlich. Weil manche Robben hochfrequente Klicklaute von sich geben, wird vermutet, dass die Tiere ein Echo-Orientierungssystem besitzen, das dem der Wale ähnelt. Laborbefunde stützen diese Ansicht, Feldstudien liegen zu dieser Art der Kommunikation allerdings noch nicht vor.

Geruch und Tastsinn

Der Geruchssinn ist wie bei den meisten Landraubtieren sehr gut entwickelt; da die schlitzartigen Nasenöffnungen unter Wasser geschlossen sind, funktioniert er aber nur an Land. Er spielt insbesondere bei Begegnungen mit Artgenossen eine Rolle: So wird die Mutter-Kind-Beziehung oft durch den Geruchssinn aufrechterhalten; bei vielen Ohrenrobben dient er den Männchen dazu, die Empfängnisbereitschaft der Weibchen zu ermitteln. Für die Orientierung im Wasser ist ein weiterer Sinn bedeutsam: der hoch entwickelte Tastsinn der in horizontalen Längsreihen auf der „Schnauze“ angeordneten Barthaare (Vibrissae). Jedes dieser Haare entspringt in einer reich mit Nervenendigungen und Blutgefäßen versorgten Bindegewebekapsel. Vibrissae können Druck- und Strömungsänderungen erspüren und dienen den Tieren vermutlich auch zum Abschätzen ihrer Geschwindigkeit. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass die Tasthaare besonders empfindlich gegenüber niederfrequenten Schwingungen sind, die von der Bewegung von Beutetieren herrühren. Tatsächlich können Robben, die ihre Tasthaare verloren haben, selbständig keine Fische mehr fangen und müssen daher verhungern. Schließlich werden Vibrissae zur Kommunikation etwa bei Rangordnungskonflikten eingesetzt - aufgestellte Tasthaare signalisieren häufig die Bereitschaft zur Aggression.

Thermoregulation

Wie alle Säugetiere sind Robben homöotherm, das heißt, ihr Körper weist eine nahezu konstante Innentemperatur auf. Um eine Auskühlung im Wasser und zugleich eine Überhitzung an Land zu vermeiden, haben die Tiere zahlreiche Anpassungen entwickelt. Bereits die Körpergröße, die jene der landlebenden Raubtiere meist um ein Vielfaches übertrifft, verringert durch das wesentlich günstigere Verhältnis von wärmeproduzierendem Körpervolumen zu wärmeabgebender Körperoberfläche eine Auskühlung und kann als Adaptation an das Medium Wasser gewertet werden. Die bereits erwähnte Fettschicht direkt unter der Haut ist wegen ihrer geringeren Wärmeleitfähigkeit zudem ein guter, von der Wassertiefe unabhängiger Isolator. Daneben tritt bei den Seebären das wasserdichte Fell, das vor allem durch darin gelöste Luftbläschen wärmerückhaltend wirkt. Die isolierende Luftschicht wird allerdings durch den mit der Wassertiefe zunehmenden Druck komprimiert und verliert daher bei tiefen Tauchgängen ihre Wirksamkeit. Robben sind auch in der Lage, den Blutfluss in ihre Gliedmaßen zu regulieren. So können sie die Energieabgabe über die Flossen unter kalten Bedingungen so minimieren, dass die Temperatur knapp oberhalb der Gefriertemperatur bleibt. Spezielle Querverbindungen zwischen arteriellen und venösen Gefäßen, die arteriovenösen Anastomosen (AVA) erlauben umgekehrt in warmer Umgebung einen verstärkten Blutfluss in oberflächennahen Hautschichten. Bei Seebären sind sie nur in den Flossen vorhanden und der Wärmeverlust über diese Gliedmaßen ist somit die einzige Abkühlungsmöglichkeit. An Land schlagen die Tiere daher oft zusätzlich mit den Flossen, um den Energieaustausch mit der Umgebung durch den erzeugten Luftstrom zu maximieren. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Flossen mit Urin zu benetzen, um dem Körper so durch die Verdunstungswärme Energie zu entziehen. Sowohl Hundsrobben als auch Walrosse besitzen dagegen über die ganze Körperoberfläche hinweg arteriovenöse Anastomosen, so dass sie die Blutzirkulation und damit die Wärmeabgabe oder -aufnahme gezielt regulieren können. Auf diese Weise sind die Tiere in der Lage, sich selbst bei niedrigen Lufttemperaturen durch die bei der Absorption von Sonnenstrahlung freiwerdende Energie aufzuwärmen. Bei sonnenbadenden Walrossen lässt sich dieser Effekt wegen der fehlenden Behaarung anhand der rosaroten Hautfärbung besonders deutlich erkennen. Daneben greifen manche Robben auch auf verhaltensbasierte Thermoregulation zurück: Bei drohender Überhitzung begeben sich etwa Mönchsrobben (Monachus) zurück ins Wasser. Dazu zählt auch die Tatsache, dass die energieintensive Häutung, die mit vermindertem Auskühlungsschutz verbunden ist, meist an Land stattfindet, wobei sich oft zahlreiche Tiere hautnah aneinanderlegen, um die Wärmeabgabe an die Umgebung zu vermindern.

Fortbewegung im Wasser und an Land

Im Wasser spielen Robben die Vorteile ihres Körperbaus aus. Der Vortrieb wird dabei bei den Ohrenrobben von den Vorder- und bei Walrossen und Hundsrobben von den Hinterflossen erzeugt. Obwohl Robben zum Luftholen an die Oberfläche kommen müssen, können sie eine beträchtliche Zeit unter Wasser bleiben. Beim Tauchen kollabieren dazu die Lungen, die darin enthaltene Luft wird durch Mund oder Nase ausgestoßen. Auf diese Weise befindet sich beim Tauchen kaum freies Gas im Robbenkörper und kann daher auch nicht wie bei menschlichen Tauchern beim Auftauchen zur Bildung von Blasen im Blut führen. Der gesamte Sauerstoff liegt in gebundener Form vor; die Zahl der roten Blutkörperchen ist bei Robben ebenso erhöht wie deren Gehalt an dem Atemprotein Hämoglobin, so dass größere Mengen dieses Atemgases gespeichert werden können. Daneben verlangsamt sich der Stoffwechsel beim Tauchen erheblich; so kann sich die Herzaktivität von normalen hundert Schlägen je Minute auf bis zu vier Schläge verringern; gleichzeitig wird die Blutversorgung nicht unmittelbar lebensnotwendiger Organe eingeschränkt und die Körpertemperatur herabgesetzt, so dass der Sauerstoffverbrauch verringert wird. Das Muskelgewebe der Tiere ist zudem gegenüber Landsäugetieren deutlich mit dem sauerstoffspeichernden Protein Myoglobin angereichert und toleriert außerdem große Mengen an Kohlenstoffdioxid (CO2). Manche Robben wie See-Elefanten können durch diese Anpassungen bis zu zwei Stunden am Stück unter Wasser bleiben, ohne auftauchen zu müssen und dabei Tiefen von bis zu 1.500 Metern erreichen. Die meisten Arten erreichen allerdings nicht solche Rekordwerte und sind zudem insbesondere nach längeren Tauchgängen auf vergleichbar lange Erholungszeiten angewiesen. See-Elefanten bilden auch hier eine Ausnahme: Sie benötigen zwischen Unterwasserzeiten von jeweils bis zu einer halben Stunde oft nur wenige Minuten zum Auffrischen ihrer Sauerstoffreserven - dies hängt in erster Linie mit dem größeren Körpervolumen und der dadurch größeren Speicherkapazität für Sauerstoff zusammen. An Land wirken Robben dagegen eher unbeholfen. Hier bestehen Unterschiede zwischen den Ohrenrobben und Hundsrobben. Während erstere kräftige Hinterextremitäten behalten haben, mit denen sie den Körper stützen und auch Aktivitäten wie Körperpflege durchführen können, sind die Hinterbeine der Hundsrobben an Land weitgehend nutzlos, so dass sie auf dem Bauch „robben“ und sich vorwärts ziehen müssen.

Verbreitung und Lebensraum

Kohlenstoffdioxid Nahezu alle Robben bewohnen das Meer. Da sie zu vielen Tätigkeiten immer wieder an Land kommen müssen, entfernen sie sich aber nicht allzu weit von der Küste und sind daher nicht auf hoher See anzutreffen. Eine kleine Zahl von Robben findet man auch im Süßwasser, die Baikalrobbe ist die einzige Robbenart, die ausschließlich dort zu finden ist. Der gemeine Seehund, für gewöhnlich ein Meerestier, lebt in Kanada an Seeufern, zwei Unterarten der Ringelrobbe findet man im russischen Ladogasee und im finnischen Saimaa-See. Der Großteil der Robben lebt in polaren und subpolaren Breiten. Die Meere der Arktis und Antarktis haben einen bemerkenswerten Arten- und Formenreichtum. Hier bilden viele Robben große Kolonien an den Küsten unbewohnter Inseln. Hingegen nimmt die Artenzahl zu den gemäßigten Meeren hin schnell ab, und in den Tropen gibt es fast keine Robben. Auch hier gibt es allerdings Ausnahmen, zum Beispiel die Mönchsrobben und den Galápagos-Seebär. Großregionen, in denen es überhaupt keine Robben gibt, sind die Küsten des tropischen Afrikas, die asiatischen Küsten des Indischen Ozeans und die Inselwelt des westlichen Pazifik. Kennzeichnend für fast alle Verbreitungsgebiete ist, dass die Wassertemperatur ganzjährig unterhalb von 20 °C bleibt; die Mönchsrobben bilden die einzige Ausnahme von dieser Regel. An den Küsten von Nord- und Ostsee gibt es nur drei Robbenarten: den Seehund, die Kegelrobbe und die Ringelrobbe. Der Seehund ist in der Nordsee allgegenwärtig, in der Ostsee aber eine extreme Rarität; Kegelrobben-Kolonien findet man auf deutschem Boden auf dem Jungnamensand westlich von Amrum sowie auf Helgoland, außerhalb der Jungenaufzucht an allen Nordseeküsten sowie selten an vorpommerschen Ostseeküsten; die Ringelrobbe lebt im Finnischen und Bottnischen Meerbusen der Ostsee und gelangt nicht an deutsche Küsten.

Lebensweise

Im Gegensatz zu Walen und Seekühen, die vollkommen zum Wasserleben übergegangen sind, führen Robben eine amphibische Lebensweise. Die Paarung und die Jungenaufzucht findet an Land statt. Obwohl Robben auch an der Wasseroberfläche schlafen können, kommen sie oft zum Ruhen an die Küste. Seekühe

Ernährung

Alle Robben sind Fleischfresser. Die überwältigende Mehrzahl der Arten ernährt sich dabei von Fischen. Einige haben aber besondere Lebensweisen entwickelt: So bildet Krill die Nahrungsgrund