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Hudsonbucht

Hudsonbucht

Hudsonbai (Hudsonbucht) ist ein Binnenmeer im nordnordöstlichen Teil Kanadas. An der über die Hudsonstraße mit dem Atlantik verbundenen Meeresbucht haben die kanadischen Provinzen Manitoba, Ontario, Québec sowie das Territorium Nunavut Anteil. Hudsonbai ist nach Henry Hudson benannt, der die Bucht 1610 entdeckte. 1610 Von der Einmündung an der Hudsonstraße bis ans südliche Ende der Jamesbai, einer zur Hudsonbucht gehörenden Bucht, erreicht die Hudsonbai eine Länge von fast 1.400 Kilometern, während die höchste Entfernung von der Halbinsel Dungava (Québec) bis zur gegenüberliegenden Küste von Nunavut etwas weniger als 1.000 Kilometer beträgt. In der Meeresbucht liegen zahlreiche Inseln, von denen Southampton zur mit Abstand größten, und Mansel, Coats Island sowie Akimiski in der Jamesbai zu den nächstgrößeren gehören. Vor der Jamesbai liegen ferner sehr viele kleine Inseln, die zur Inselgruppe der Belcherinseln zusammengefasst wurden. Alle Inseln der Bucht gehören zu Nunavut. Die Hudsonbai wird im Allgemeinen als Bucht des Atlantischen Ozeans angesehen, ist jedoch auch über den Foxe-Kanal und das Foxebecken mit dem Nordpolarmeer verbunden. Im südwestlichen Teil erhält die Bucht Wasserzufuhr durch einige größere Flüsse, von denen Churchill und Nelson die bedeutendsten sind. Über letzteren ist die Hudsonbai mit dem Winnipegsee verbunden. Die Hudsonbai ist für die Seeschifffahrt zwar befahrbar, jedoch nur von untergeordneter Bedeutung. Sie spielte eine wichtige Rolle bei der Erschließung des kanadischen Hinterlandes durch die Hudson's Bay Company.

Klima

In der Hudsonbucht herrscht ein Tundra- und Taigaklima. Im Winter ist die Bucht vereist, daher trägt sie auch den Namen Ice Box (Eiskeller Nordamerikas). Allerdings taut das Eis auf Grund der globalen Erwärmung immer früher auf und wird für die dort lebenden Eisbären zunehmend zur Bedrohung. Wichtigste Nahrung sind für sie die Robben, zu denen sie nur über die zugefrorene Hudsonbai gelangen.

Bevölkerung

Die Region um die Hudsonbucht ist äußerst dünn besiedelt. Sie wird von den Inuit (Eskimos) dominiert, die in der Hauptsache von der Jagd und dem Fischfang leben. Kategorie:Bucht Kategorie:Geographie (Kanada) ja:ハドソン湾

Binnenmeer

Binnenmeere (von niederdeutsch "binnen" = innen; nicht zu verwechseln mit Binnengewässer bzw. Binnensee), sind große Nebenmeere, die jeweils mit einem Meer oder Ozean nur durch eine sehr schmale Meerenge (Meeresstraße), bei der das gegenüberliegende Ufer mit bloßem Auge ("Sichtverbindung") zu erkennen ist, verbunden sind.

Gewässerunterscheidung

Definition

Vom Binnenmeer sind Binnenseen, die wesentlich kleiner als Binnenmeere sind, und die noch deutlich größeren Mittelmeere, die zum Beispiel durch Festland-Flächen und Festland-Halbinseln oder/und Inselketten deutlich vom Weltmeer abgetrennt sind, und Randmeere, die am Rand der Kontinente bzw. Ozeane liegen und wesentlich weniger von diesen abgetrennt sind, zu unterscheiden. Im Unterschied zu völlig von einer Landfläche umschlossen Seen, die - abgesehen von Fließgewässern - keine direkte Verbindung zum Weltmeer haben, sind Binnenmeere nicht vollständig von einer Landfläche eingerahmt, weil sie nur eine schmale Meerenge auf der 0-Meter-Höhenlinie (inklusive obig erwähnter "Sichtverbindung") mit ihrem benachbarten Hauptmeer verbindet; Binnenmeere können ein Nebenmeer eines Ozeans oder eines anderen Nebenmeeres darstellen. So ist zum Beispiel das Marmarameer gleichzeitig ein Binnenmeer des Schwarzen Meeres und der Ägäis. Letzteres Meer ist im übertragenen Sinn ein Randmeer des Europäischen Mittelmeers, das ein Interkontinentales Mittelmeer darstellt und im übertragenen Sinn ein sehr großes Binnenmeer des Atlantiks ist, weil es nur durch eine sehr schmale Meerenge mit diesem verbunden ist. Die Ostsee stellt ein Binnenmeer der Nordsee dar, die ein Randmeer des Atlantiks ist. Das Schwarze Meer zwischen Ost-, Südosteuropa und Vorderasien ist ein Binnenmeer des Europäischen Mittelmeers bzw. des Atlantiks und das Rote Meer zwischen Afrika und Vorderasien ist ein Binnenmeer des Indiks.

Irrtümliche Verwendung des Begriffs

NICHT als Binnenmeer gelten neben den Binnenseen und Seen auch Meerbusen (z.B. Finnischer Meerbusen) und Golfe (z.B. Golf von Biscaya), weil diese durch einen breiten Meeresbereich mit dem jeweiligen Hauptmeer verbunden oder nur durch eine großmaschige Inselkette von diesem getrennt sind - diese gelten als Randmeere.

Salinität

Der Salzgehalt eines Binnenmeeres ist meist mit dem des Weltmeeres vergleichbar. Während in den Meerengen, die das Binnenmeer vom Weltmeer abtrennen, die Meeresströmungen den Zu- und/oder Abfluss von Salzwasser regeln, ist sein Salzgehalt auch abhängig von seinem aus Fließgewässern resultierenden Süßwasser-Zufluss und vom Niederschlag.

Beispiele für Binnenmeere & Binnenseen

Binnenmeere

Arktischer Ozean

Das Nordpolarmeer hat keine Binnenmeere.
Teilweise wird aber das Weiße Meer als Binnenmeer der Barentssee bzw. Arktik bezeichnet. Hierbei wird allerdings nicht beachtet, dass dessen Öffnung zum eisigen Nordpolarmeer rund 150 km breit ist und die schmalste Stelle des Weißen Meeres rund 60 km aufweist. Bei einer solch breiten Öffnung kann man wohl kaum von einer "Sichtverbindung" sprechen und die doch noch recht breite Meerenge liegt schließlich erst innerhalb des Meeres. Daher ist das Weiße Meer ein Randmeer der Barentssee, die wiederum ein Randmeer der Arktik ist.

Atlantischer Ozean

Binnenmeere des Atlantiks sind:
- Europäisches Mittelmeer (eigentlich Interkontinentales Mittelmeer) durch Straße von Gibraltar mit Atlantik
  - Schwarzes Meer durch Bosporus und Dardanellen mit Europäischen Mittelmeer (Osteuropa/Südosteuropa/Vorderasien)
- Binnenmeere der atlantischen Randmeere:
  - Ostsee durch Öresund und Großen Belt über Kattegat und Skagerrak mit Nordsee (Nordeuropa)

Indischer Ozean

Binnenmeere des Indiks sind:
- Rotes Meer durch Bab al-Mandab mit Golf von Aden (zwischen Afrika und Vorderasien)
- Persischer Golf durch Straße von Hormuz und Golf von Oman mit Arabischen Meer (Vorderasien)

Pazifischer Ozean

Binnenmeere des Pazifiks sind:
- Seto-Inlandsee durch vier verschiedene Meerengen mit dem eigentlichen Pazifik (Japan) Teilweise wird der Golf von Kalifornien als Binnenmeer des Pazifik bezeichnet. Hierbei wird allerdings nicht beachtet, dass dessen Öffnung zum Stillen Ozean rund 200 km breit ist. Auch hier kann man bezüglich der Definition eines Binnenmeeres wohl kaum von einer Meerenge oder einer "Sichtverbindung" sprechen. Daher ist er ein Randmeer des Pazifik.

Südlicher Ozean

Das Südpolarmeer hat keine Binnenmeere.

Siehe auch

Nebenmeer (= Oberbegriff für):
- Binnenmeer
- Binnensee
- Mittelmeer
- Randmeer Kategorie:Meer

Hudsonstraße

Die Hudsonstraße ist eine Meerenge in Kanada, die zwischen der Halbinsel Ungava (Québec) und der Baffininsel (Nunavut) auf einer Länge von rund 700 km die Verbindung zwischen der Hudsonbucht und der Labradorsee, sowie im weiteren Verlauf mit dem Atlantischen Ozean herstellt. An ihrer "engsten" Stelle erreicht sie noch eine Breite von rund 120 km, an ihrer breitesten sind es etwas mehr als 200 km. Erstmals erkundet wurde die Hudsonstraße im Jahre 1517 durch den Italiener Sebastian Caboto, benannt wurde sie aber nach Henry Hudson, dem 1610 die Durchfahrt bis zur ebenfalls nach ihm benannten Bucht gelang. Kategorie:Meerenge ja:ハドソン海峡

Atlantik

Der bis 9.219 m tiefe Atlantische Ozean bzw. Atlantik (umgangssprachlich in Deutschland Großer Teich genannt) bedeckt mit 106,57 Mio. km² Fläche etwa ein Fünftel der gesamten Erdoberfläche und ist damit der zweitgrößte Ozean der Erde.

Geografie

Der Atlantik, der sich bis auf seinen äußersten Nordostteil und seinen Südostteil auf der Westhalbkugel der Erde befindet, liegt zwischen der Arktis im Norden, Europa im Nordosten, Afrika im Südosten, der Antarktis im Süden, Südamerika im Südwesten und Nordamerika im Nordwesten. Im Norden grenzt er an das Nordpolarmeer, im Süden an das Südpolarmeer.

Daten

Ohne Nebenmeere, wie zum Beispiel Karibik, Mittelmeer und Nordsee beträgt die Fläche des 106,57 Mio. km² großen Atlantiks "nur" noch 83,4 Mio. km². Seine Wassermassen umfassen diesbezüglich ein Volumen von 354,7 Mio. km³ (bzw. 323,6 Mio. km³). Während seine mittlere Tiefe dementsprechend 3.926 m (bzw. 3.332 m) beträgt, liegt seine tiefste Stelle bei 9.219 m unter NN (s.u.).

Namensherkunft

Der Name des Atlantiks entstammt der griechischen Mythologie und bedeutet Meer des Atlas.

Meeresboden

Innerhalb des Atlantiks bzw. auf dessen Meeresboden befindet sich ein hoher und sehr langgestreckter Mittelozeanischer Rücken, viele niedrigere Schwellen, Tiefseebecken, Tiefseerinnen und verschiedene Meerestiefs. Zu den Mittelozeanischen Rücken gehört der Mittelatlantische Rücken, der sich ungefähr in der Mitte des Atlantiks von Nord nach Süd durch den Ozean zieht. Er stellt eine divergierende Plattengrenze dar. Der Ozeanboden wird immer älter, je weiter er vom Mittelozeanischen Rücken entfernt ist. Durch die ständig aus dem Mittelozeanischen Rücken hervorquellende Lava verbreitert sich der Atlantik und schiebt die Kontinente auseinander. Zu den Tiefseerinnen bzw. Meerestiefs gehört der Puerto-Rico-Graben mit seiner 9.219 m unter NN liegenden Milwaukeetief, welche die tiefste Stelle des Atlantiks darstellt. Man kann den Atlantik in Nord-, Zentral- und Südatlantik einteilen. Hierbei weisen die Böden des Zentralatlantiks das größte Alter auf - hier öffnete sich der Ozean zuerst.

Nebenmeere

Inseln

Einige der größten Inseln der Erde liegen im Atlantischen Ozean, so beispielsweise Grönland, Island, Großbritannien, Irland und Neufundland. Inselgruppen im Atlantik sind die Kanaren, die Azoren, die Bahamas, die Antillen, die Kapverden und die Falklandinseln. Kleinere, isolierte Inseln sind Madeira, Ascension, St. Helena und Tristan da Cunha.

Literatur


- Holger Afflerbach (2001): Das entfesselte Meer. Die Geschichte des Atlantik, ISBN 3492239897

Siehe auch


- Globales Förderband
- Meerestief
- Meerestiefe
- Tiefseebecken
- Tiefseerinne
- Wasser Kategorie:Ozean als:Atlantik ja:大西洋 ko:대서양 simple:Atlantic Ocean th:มหาสมุทรแอตแลนติก zh-min-nan:Tāi-se-iûⁿ

Ontario

Ontario ist eine kanadische Provinz. Mit 39% lebt hier der größte Bevölkerungsanteil des Landes. Ottawa, die Hauptstadt von Kanada, liegt ebenfalls in Ontario. Der Name Ontario ist ein irokesiches Wort und bedeutet "schöner See" oder "schönes Wasser".

Geographie

Ontario grenzt im Norden an die Hudson Bay und die Jamesbai, im Osten an Quebec, südlich an die US-amerikanischen Bundesstaaten Minnesota, Michigan, Ohio, Pennsylvania und New York und westlich an die Provinz Manitoba. Die südliche Grenze zu den USA besteht hauptsächlich aus Flüssen und Seen, beginnend mit dem Lake of the Woods. Sie verläuft weiter am Sankt-Lorenz-Strom in der Nähe von Cornwall und den Große Seen. Es gibt ungefähr 250.000 Seen in der Provinz und zusammen über 100.000 km Flüsse. Die Hauptstadt der Provinz und zugleich größte Stadt Toronto ist ein wichtiges Gebiet im Ballungsraum um den Ontariosee. Die kanadische Hauptstadt Ottawa liegt weiter im Osten der Provinz am Ottawa-Fluss, welcher auch die Grenze zur Nachbarprovinz Quebec bildet. Die Provinz besteht geographisch aus drei Hauptregionen:
- das Kanadische Schild nordwestlich und zentral gelegen. Das Land dort ist hauptsächlich unfruchtbar, aber reich an Mineralien. Zudem ist es überzogen mit Flüssen und Seen.
- die sumpfigen und bewaldeten Hudson Bay Lowlands nordöstlich gelegen, und
- das fruchtbare Great Lakes-Saint Lawrence Valley im Süden mit vielen Industrieanlagen und landwirtschaftlich genutzten Gebieten. Siehe auch: Liste der Gemeinden in Ontario

Geschichte

Bevor die Europäer die Region erreichten, bewohnten Algonkin (Anishinabe, Cree und Algonkin) und Irokesen-Stämme (Irokesen, Wyandot) das Land. Der franzöische Entdecker Étienne Brûlé besuchte das Gebiet in den Jahren 1610 bis 1612. Im Jahr 1611 segelte der Engländer Henry Hudson in die später nach ihm benannte Hudson Bay und erklärte es zum britischen Gebiet. Samuel de Champlain erreichte 1615 den Huronsee. Zu dieser Zeit begannen französische Missionare kleine Vorposten entlang der Großen Seen zu errichten. Die Irokesen, die eine Allianz mit den Engländern eingegangen waren, gefährdeten aber diese französischen Siedlungen. Die Engländer errichteten im späten 17. Jahrhundert Handelsposten an der Hudson Bay, mussten aber um ihre Dominanz in Ontario fürchten. Der Pariser Frieden von 1763, welcher den Siebenjährigen Krieg in Europa beendete, führte aber dazu, dass fast alle französischen Gebiete (Neufrankreich) an die Engländer fielen. 1840 wird das anglophone Ontario (Upper Canada) mit dem frankophonen Québec (Lower Canada) zum sich selbst regierenden Kanada vereinigt. Am 1. Juli 1867 wird "Kanada" (die heutigen Provinzen Ontario und Québec) zusammen mit Neuschottland und Neu-Braunschweig zum Dominion of Canada (kanadische Föderation) erhoben. Siehe auch: Franzosen- und Indianerkrieg

Bevölkerungsaufbau

Die Gesamtbevölkerung der Provinz Ontario verteilt sich wie folgt auf die einzelnen Altersgruppen (Stand: 1. Juli 2003):

Größte Städte

Berühmte Persönlichkeiten aus Ontario


- Politik: Paul Martin
- Musik: Avril Lavigne; Alanis Morissette; Skye Sweetnam; Shania Twain
- Film: James Cameron
- Sport: Wayne Gretzky; Paul Coffey; Adam Oates; Eric Lindros; Adam Copeland

Söhne und Töchter der Stadt


- Gerald Bull, kanadischer Artilleriewissenschaftler
- John Kenneth Galbraith, Ökonom, Sozialkritiker, Präsidentenberater, Romancier und Diplomat
- Mina Benson Hubbard, kanadische Forschungsreisende

Weblinks


- [http://www.gov.on.ca/ Regierung von Ontario] (engl. oder frz.)
- [http://www.itcwebdesigns.com/indexont.htm Webseite über Ontario] Kategorie:Kanada Kategorie:Kanadische Provinzen und Territorien ! ja:オンタリオ州 ko:온타리오 주 simple:Ontario zh-min-nan:Ontario

Nunavut

Nunavut (Inuktitut: 28pix) ist ein Territorium im Norden Kanadas. Es grenzt im Westen an die Nordwest-Territorien, im Osten an Grönland und im Süden an die Provinzen Manitoba, Ontario und Québec. Hauptstadt ist Iqaluit (früherer Name: Frobisher Bay) auf der Baffin-Insel. Weitere Inseln sind die Devon-Insel und die Ellesmere-Insel.

Geschichte

Nunavut wurde im Jahr 1999 von den North-West Territories abgetrennt und bildet seither ein eigenständiges Territorium. Obwohl es ein Teil des kanadischen Staates und als Territorium sehr von der Regierung abhängig ist, beruht die Gründung von Nunavut auf der Idee, den Inuit (Eskimos) die Möglichkeit zu geben, dieses Gebiet relativ autonom zu verwalten.

Wirtschaft

In Nunavut werden Bodenschätze wie Blei, Silber, Zink, Erdöl und Erdgas abgebaut. In der Zukunft wird voraussichtlich verstärkt in die Tourismusbranche investiert werden.

Bevölkerung

Von den Einwohnern Nunavuts waren im Jahr 1996 etwa 72% oder 20.500 Inuit (von insgesamt 43.000 Inuit in Kanada). Mit einer Bevölkerungsdichte von 0,01 Menschen pro Quadratkilometer ist Nunavut eine der am geringsten bevölkerten Regionen der Welt. 40% der Bevölkerung sind unter 16 Jahre alt. Größte Siedlungen (Stand: Volkszählung 2001)
- Iqaluit - 5.236
- Rankin Inlet - 2.177
- Arviat - 1.899
- Baker Lake - 1.507
- Cambridge Bay - 1.309
- Igloolik - 1.286
- Pangnirtung - 1.276
- Pond Inlet - 1.220
- Kugluktuk - 1.212

Weblinks


- [http://www.gov.nu.ca/ Regierung von Nunavut (engl.)]
- [http://www.nunatsiaq.com/ Nunatsiaq News(engl.)]
- [http://www.arctic-travel.com/ Nunavut Handbook(engl.)] Kategorie:Kanada Kategorie:Kanadische Provinzen und Territorien ja:ヌナブト準州 ko:누나부트 준주 simple:Nunavut zh-min-nan:Nunavut

1610

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- Galileo Galilei entdeckt die 4 größten Monde des Jupiter, der erste Beweis, dass sich nicht alle Himmelskörper um die Erde drehen. Sie heißen Ganymed, Callisto, Europa und Io
- Santa Fe wird Sitz des Gouverneurs von Neu Spanien und ist damit heute die älteste Hauptstadt eines US-Bundesstaates

Geboren


- 4. Januar: Franz von Cramm, deutscher Hofbeamter († 1661)
- 13. Februar: Jean de Labadie, Mystiker und Separatist († 1674)
- 1. März: Johann Balthasar Schupp, deutscher Schriftsteller († 1661)
- 10. März: Hans Jakob von Koseritz, Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft († 1648)
- 22. April: Pietro Ottoboni, unter dem Namen Alexander VIII. Papst von 1689 bis 1691 († 1691)
- 6. September: Francesco I. d'Este, Herzog von Reggio, Modena († 1658)
- 28. Oktober: Herzog Jakob Kettler, Herrscher über das Kurland († 1904)
- William Dobson, englischer Maler

Gestorben


- 19. März: Salentin von Isenburg, von 1567 bis 1577 Erzbischof des Erzbistums Köln (
- 1532)
- 14. Mai: Heinrich IV. (Frankreich), von 1589 bis 1610 König von Frankreich (
- 1553)
- 24. Mai: Joachim a Burck, deutscher Komponist (
- 1546
- 27. Mai: François Ravaillac, Mörder von Heinrich IV. von Frankreich (
- 1578)
- 18. Juli: Michelangelo Merisi da Caravaggio, italienischer Maler des Frühbarock (
- 1573)
- 31. Dezember: Ludolph van Ceulen, niederländischer Mathematiker (
- 1540) ko:1610년

Jamesbai

Die Jamesbai (James-Bucht) ist der südliche Teil der Hudsonbai in Kanada. Sie grenzt an die Provinzen Québec und Ontario; die in der Bucht liegenden Inseln sind Teil dem Territorium Nunavut. Im Einzugsgebiet der Jamesbai liegen zahlreiche Wasserkraftwerke, außerdem sind die Zuflüsse zur Bucht ein beliebtes Erholungsgebiet. Wasserkraftwerk Wasserkraftwerk

Geschichte

Die Bucht wurde im Jahr 1610 in Europa bekannt, als Henry Hudson sie während seiner Erkundungsfahrten in der nach ihm benannten größeren Hudsonbai erstmals befuhr. Die Jamesbai trägt ihren Namen zu Ehren von Thomas James, einem englischen Kapitän, der die Gegend 1631 genauer untersuchte. Als einer der klimatisch eher freundlichen Orte in der Region um die Hudsonbai ist die Jamesbai bemerkenswert in der Geschichte Kanada, auch durch ihre Wichtigkeit für die Hudson's Bay Company und die britische Expansion in weitere Teile Kanadas. Pierre-Esprit Radisson und Médard Chouart, Sieur des Groseilliers gründeten Rupert House, den ersten Hafen für Fellhandel an der Jamesbai gemäß eines Vertrags mit Charles II. Der Fellhandel dauerte in der Region noch bis in die 1940er Jahre an, allerdings verlor die Jamesbai zunehmend an Bedeutung. Trotz allem war sie das Tor zur britischen Besiedlung im späteren Manitoba und im Westen bis zu den Rocky Mountains.

Entwicklungsprojekte

In jüngeren Jahren erlangte die Jamesbai erneut Bedeutung durch das Projet de la Baie James. In Québec wird ein Großteil (97%) der Elektrizität durch Wasserkraftwerke gewonnen, seit 1971 treibt die Provinzregierung den Bau solcher Kraftwerke im Einzugsbereich der Jamesbai voran, vor allem am La-Grande-Fluß mit einer Länge von 893 km. Das Volk der Cree, die die Gegend bereits lange vor der Erkundung durch Henry Hudson bewohnt hatten, hegte starke Zweifel und Widerstand gegen den Bau von Wasserkraftwerken, da diese ihre traditionellen Lebensarten behinderten. Zusammen mit Umweltschützern (die Bucht ist ein Rückzugsgebiet für Zugvögel) versuchten sie, das Projekt zu behindern oder zu stoppen. Die Cree schlossen 1975 mit der Regierung von Québec das James Bay and Northern Quebec Agreement, den ersten Vertrag über Landrechte zwischen der kanadischen Regierung uns den indigenen Völkern in der neueren Geschichte Kanadas. Allerdings trug dieser Vertrag wenig zur Lösung des Konflikts bei. Ein großer Erfolg für die Gegner des Projekts war die Weigerung der Energiebehörde des Staats New York, die bisher ein Hauptabnehmer von in Québec erzeugten Strom war, einen weiteren Vertrag über Energielieferungen aus Québec abzuschließen. Diese Entscheidung machte eine weitere Entwicklung in der Jamesbai problematisch, da Québec nun mehr Strom produzierte, als verbraucht werden konnte. Die zweite Stufe des Projekts (La Grande Baleine, ein Fluß, der zum Norden des La-Grande-Flusses liegt) ist seither in der Schwebe. Im Jahr 2002 wurde mit La Paix des braves ein historische Abkommen zwischen der Regierung von Québec und dem Volk der Cree untergezeichnt. Im Bereich der Hydroelektrizität kamen die Parteien überein, zwei Projekte durchzuführen, welche die teilweise Umleitung des Rupert-Flusses nach sich ziehen. Das erste Projekt ist bereits angenommen (Eastmain-1; 480 Megawatt); das zweite wird auf seine umweltverträglichkeit geprüft (Eastmain-1A und Sarcelle; 888 Megawatt). Heute produzieren die Kraftwerke in der Region bereits über 16.000 Megawatt an Energie, mehr als drei mal so viel wie das Kraftwerk an den Niagarafällen. Ein anderes Projekt, das in der Diskussion war, stellt der Great Recycling and Northern Development (GRAND) Canal dar. In den letzten Jahrzehnten wurden verschiedene Varianten diskutiert, aktuell lautet der Vorschlag, den südlichen Teil der Jamesbai durch einen großen Deich von der Hudsonbai abzutrennen. Dieser Teil würde durch die zahlreichen Zuflüsse zu einem Süßwassersee, der für die Trinkwasserversorgung der Region genutzt werden könnte. Es ist jedoch sehr unwahrscheinlich, dass der GRAND Canal jemals gebaut werden wird.

Tourismus

Die Jamesbai hat hunderte Zuflüsse, die durch die Beschaffenheit der Gegend häufig sehr ähnliche Eigenschaften aufweisen. Im Mündungsbereich zur Bucht (den James Bay Lowlands) hin sind sie eher breit und flach, im Oberlauf jedoch sind sie meist tief eingeschnitten und steil. In vielen Flüssen wird Wildwasser-Kajakfahren angeboten. Der Missinaibi-Fluss, der auch als Canadian Heritage River bekannt ist, ist der bekannteste hiervon. Moosonee ist der Ausgangspunkt für viele solcher Reisen, da um Moosonee viele Flüsse in die Jamesbai münden. Viele der Urlauber fahren dann mit dem Polar Bear Express, einem Zug, nach Süden bis Cochrane. Waskaganish ist eine weiter nordöstlich gelegene Stadt an der Jamesbai. Die seit einigen Jahren auch auf der Straße erreichbare Stadt ist ein beliebter Ausgangspunkt für Ausflüge auf dem Broadback-, Pontax- oder Rupertfluss.

Literatur


- Dörrenbächer, Peter : James Bay - Institutionalisierung einer Region. Wasserkraftnutzung in Nord-Quebec und die Entstehung regionaler Selbstverwaltungsstrukturen der Cree-Indianer. Saarbrücken : Fachrichtung Geographie der Univ. des Saarlandes, 2003. (Saarbrücker geographische Arbeiten ; 48) - ISBN 3-924525-48-X Kategorie:Geographie (Kanada) Kategorie:Bucht

Southampton-Insel

Die Southampton-Insel (engl. Southampton Island, inuit Salliq) ist eine Insel im Norden Kanadas.

Geografie und Natur

Die Insel liegt am Ausgang der Hudson Bay und wird durch den Ross Welcome Sound und die Frozen Strait vom nordamerikanischen Kontinent getrennt ist. Sie umfasst eine Fläche von 41.241 km² und ist bis auf die Siedlung Coral Harbour (669 Einwohner, Flugplatz) unbewohnt. Die Southampton-Insel besitzt ein arktisch geprägtes Klima und eine entsprechende Tundravegetation. Während ihr Westteil überwiegend eben ist, ragen die Porsild Mountains im Westteil bis gut 600 m üNN auf. Die Tierwelt der Insel umfasst u. a. Eisbären, Schneehasen, Lemminge, Wiesel, Schneefüchse und Karibus. Auf der Insel bestehen zwei bedeutende Vogelschutzgebiete.

Geschichte

Es ist nicht genau bekannt, wann die ersten Menschen die Southampton-Insel erreicht haben. Fest steht allerdings, dass es sich bei ihnen um Vorgänger der heutigen Inuit gehandelt haben muss. Allerdings unterschied sich ihre Zivilisation noch deutlich von jener der neuzeitlichen "Eskimos". Sie gehörten der so genannten Dorset-Kultur an, die etwa ab dem Jahr 500 durch die Inuit (Thule-Kultur) verdrängt wurde. Auf der Southampton-Insel und zwei benachbarten Inseln hielt sich eine isolierte Gruppe von Dorset-Menschen mit eigener Sprache und Kultur (die Sadlermiut oder Sallirmiut) allerdings bis weit in die Neuzeit. So bestand auf Southampton Island bis 1902 - als ihre Bewohner an eingeschleppten Krankheiten starben - die letzte Sadlermiut-Siedlung.

Bevölkerung

Etwa 95 % der heutigen Einwohner der Insel sind Inuit.

Verwaltung und Politik

Die Southampton-Insel ist Teil des kanadischen Territoriums Nunavut (Region Kivalliq, früher Keewatin).

Wirtschaft und Infrastruktur

Coral Harbour wird regelmäßig durch regionale Fluglinien angeflogen. Im Ort gibt es einige Unterkünfte für Reisende.

Weblinks


- [http://www.pc.gc.ca/docs/v-g/nation/sec4/nation74_e.asp Parks Canada: Southampton Plains (engl.)]
- [http://epe.lac-bac.gc.ca/100/200/301/ic/can_digital_collections/parks_atlas/chap28/REGION28.html ähnlicher Bericht (engl.), bebildert]
- [http://www.kivalliq.org/eng/coral.html Bericht über Coral Harbour (engl.)]
- [http://www.canadianencyclopedia.ca/index.cfm?PgNm=TCE&Params=A1ARTA0007041 Artikel über Sadlermiut in der Canadian Encyclopedia (engl.)] Kategorie:Insel (Arktis) Kategorie:Insel (Kanada)

Belcherinseln

] Die Belcherinseln sind ein Inselarchipel im Südosten der Hudsonbucht in Kanada, nördlich der Mündung der James Bay. Politisch gesehen gehört sie zum Territorium von Nunavut. Insgesamt bedeckt das Archipel eine Fläche von 13.000 km², die Landfläche beträgt aber nur etwa 2.800 km². Es wurde 1610 von dem englischen Seefahrer Henry Hudson entdeckt und später nach Sir Edward Belcher, einem Polarforscher und Kommandeur einer Arktisexpedition, benannt. Die Inseln bestehen aus 1,64 bis 2,34 Milliarden Jahre altem Sedimentgestein. Sie ragen nur wenige Meter über den Meeresspiegel hinaus. Ihre seltsame, bänderartige Form entstand durch das Untertauchen von weniger widerstandsfähigem Gestein in das Meer, so dass nur der härtere Teil sich über dem Wasser erhebt. An der Nordküste von Flaherty Island befindet sich der Weiler Sanikiluaq, die südlichste menschliche Ansiedlung Nunavuts. Weitere größere Inseln des insgesamt 1.500 Inseln umfassenden Archipels sind die Kugonginsel, die Mooreinsel, die Tukarakinsel, die Innetallonginsel, die Wiegandinsel, die Splitinsel, die Snapeinsel und die Mavorinsel. Mavorinsel]] Kategorie:Inselgruppe Kategorie:Insel (Arktis) Kategorie:Geographie (Kanada)

Nordpolarmeer

Der bis 5.449 m tiefe Arktische Ozean, der auch Nordpolarmeer, Nördliches Eismeer, Arktik (nicht zu verwechseln mit Arktis) oder Arktisches Mittelmeer genannt wird, ist mit 12,26 Mio. km² der kleinste Ozean der Erde.

Geographie

Lage

Der Arktische Ozean, der sich im äußersten Norden der Nordhalbkugel der Erde befindet, liegt im Rahmen der 4 Pole der nördlichen Hemisphäre zwischen den jeweils in südlichen Himmelsrichtungen angrenzenden Kontinenten Asien, Europa und Nordamerika. Weil er zwischen mehreren Kontinenten liegt und obgleich er wissenschaftlich betrachtet einer der 5 Ozeane der Erde ist, gilt er auch als Interkontinentales Mittelmeer. Mit dem Atlantik ist die Arktik durch das etwa 1.500 km breite Europäische Nordmeer zwischen Grönland und Nordeuropa bzw. Skandinavien verbunden sowie durch einige verwinkelte Meeresstraßen, die durch die stark zergliederte nordkanadische Inselwelt zur breiten Davisstraße westlich von Grönland führen. Mit dem Pazifik ist es nur durch die etwa 85 km breite Beringstraße verbunden.

Anrainerstaaten

Die Arktik grenzt jeweils an die nördlichen Gebiete von diesen Ländern und Landteilen: Alaska (USA), Kanada, Grönland (zu Dänemark), Island, Norwegen und Russland.

Inselwelt

Außerdem grenzt es nördlich unter anderen an diese Inseln und Inselgruppen: Banks Island, Königin-Elizabeth-Inseln, Ellesmere-Insel, Grönland, Island, Spitzbergen, Kolgujew, Franz-Josef-Land, Nowaja Semlja, Sewernaja Semlja, Neusibirische Inseln und Wrangelinsel.

Nordpol

Innerhalb des Arktischen Ozeans bzw. auf dessen Inseln liegen die 4 Pole der nördlichen Hemisphäre (Nordpol).

Daten

Der Arktische Ozean hat eine Ausdehnung von rund 12,26 Mio. km² und ist großflächig von Eis bedeckt. In der Litketief, die sich im Eurasischen Becken nördlich von Spitzbergen befindet, ist er bis 5.449 m tief.

Meeresboden

Innerhalb des Arktischen Ozeans bzw. auf dessen Meeresboden befinden sich Schwellen, Tiefseebecken und ein Meerestief. Zu den Schwellen gehören der Fletcherrücken, der Gakkelrücken, die Lomonssow-(Harris)-schwelle, die Ostsibirische Schwelle und die Tschuktschenschwelle. Die 3 großen Tiefseebecken, die sich alle im Zentrum der Arktik befinden, sind das in der Litketief bis 5.449 m tiefe Eurasische Becken, das bis 4.994 m tiefe Kanadische Becken und das bis 3.290 m tiefe Zentralarktische Becken. Das Meerestief ist die eben erwähnte Litketief, welche die tiefste Stelle der Arktik darstellt.

Nebenmeere

Zwischen Grönland und Skandinavien grenzt der Arktische Ozean an das Europäische Nordmeer (das nördlichste Randmeer des Atlantiks) und zwischen Alaska und Ostsibirien an die Beringstraße, die zum Beringmeer (das nördlichste Randmeer des Pazifiks) überleitet. Weitere eisige Nebenmeere der Arktik sind: Beaufort See, Grönlandsee, Europäisches Nordmeer (die beiden zuletzt genannten sind auch Randmeere des Atlantiks, weil sie zu diesem Ozean überleiten), Barentssee, Karasee, Laptewsee, Ostsibirische See und Tschuktschensee.

Zuflüsse

Die wichtigsten Zuflüsse von asiatischer Seite sind Ob, Jenissei, Lena und Kolyma; in Nordamerika ist dies der Mackenzie River.

Siehe auch


- Arktis
- Kap Deschnjow
- Kap Morris Jesup
- Kap Tscheljuskin
- Nordpol

Webtipps


- [http://www.wissenschaft.ag/Polarmeer.php4 Newsletter zu den Polarmeeren] Kategorie:Ozean Kategorie:Arktis ja:北極海 ko:북극해 simple:Arctic Ocean th:มหาสมุทรอาร์กติก zh-min-nan:Pak-ke̍k-iûⁿ

Winnipegsee

Der Winnipegsee ist der größte See der kanadischen Provinz Manitoba. Er ist zudem der drittgrößte vollständig in Kanada gelegene See sowie einer der 15 größten der Welt.

Natur

Der 428 km lange Winnipegsee liegt in den Ebenen des Kanadischen Schildes recht genau in der Mitte Kanadas. Obwohl der See in der gemäßigten Klimazone liegt, erlebt er durch den ungehinderten Einfall von Kaltluft aus der kanadischen Arktis harsche Winter. Die Umgebung des Sees ist, besonders am Westufer, teilweise bewaldet; im Süden schließen sich die riesigen Getreidefelder der Prärie an. Er ist, wie auch seine Nachbarn, der Manitoba- und der Winnipegosissee, aus dem riesigen prähistorischen Agassizsee hervorgegangen, der sich einst über weite Teile der Mitte Nordamerikas erstreckte. Dieser war am Ende der letzten Eiszeit durch das Abtauen der Gletscher entstanden. Etwa drei Jahrtausende nachdem er seine größte Ausdehnung erreicht hätte, verlor der Agassizsee wieder den größten Teil seines Wassers und und ließ eine Anzahl kleinerer Seen zurück, von denen der Winnipegsee mit 24.420 km² der größte ist.
Bemerkenswert ist, dass der 216 m über dem Meeresspiegel gelegene Winnipegsee eine für einen See seiner Größe nur geringe Tiefe aufweist. Im See befinden sich zahlreiche Inseln unter denen die größten (von Süd nach Nord) Hecla Island, Black Island, Berens Island und Reindeer Island sind. Die wichtigsten Zuflüsse des Winnipegsees sind der Saskatchewan- (über den Cedar Lake) und der Winnipeg-Fluss. Entwässert wird das "Meer von Manitoba" durch den Nelson River der von seinem Nordende aus in die Hudson Bay fließt.

Geschichte

Das Land um den Winnipegsee ist seit Jahrtausenden besiedelt. Sein Name leitet sich vom Cree-Wort wīnipēk (ᐐᓂᐯᐠ) was "schlammiges Wasser" bedeutet, ab. Die Entdeckung durch Europäer erfolgte wahrscheinlich im Jahr 1690 durch den in Diensten der Hudson Bay Company stehenden Briten Henry Kelsey. Kategorie:See in Kanada Kategorie:Geographie (Kanada) ja:ウィニペグ湖

Hudson's Bay Company

Die Hudson's Bay Company (HBC) (frz.: Compagnie de la Baie d'Hudson) ist die älteste eingetragene Firma in Kanada und eine der ältesten der Welt, die heute (2004) noch existiert. Von ihrem langjährigen Hauptquartier in York Factory an der Hudson Bay aus kontrollierte sie einige Jahrhunderte lang den Fellhandel in großen Teilen des britisch beherrschten Nordamerika. Sie unternahm frühe Erkundungen und wirkte in vielen Gebieten des Kontinents als de facto-Regierung, bevor die Besiedlung in großem Stil einsetzte. Ihre Händler und Pelzjäger bauten frühzeitig Beziehungen zu vielen Indianergruppen auf. Ihr Netzwerk von Handelsposten stellte den Kern der späteren offiziellen Behörden im westlichen Kanada und den USA dar. Im späten 19. Jahrhundert wurde ihr riesiges Territorium zur größten Komponente des neu gebildeten "Dominion of Canada", in dem die Gesellschaft der größte private Landbesitzer war. Mit dem Niedergang des Pelzhandels entwickelte sich die Firma zu einer Handelsgesellschaft, die lebenswichtige Güter an die Siedler im kanadischen Westen verkaufte. Heute ist die Gesellschaft für ihre Warenhäuser in ganz Kanada bekannt.

Geschichte

Frühe Jahre

Im 17. Jahrhundert hatten die Franzosen ein Monopol auf den kanadischen Fellhandel. Zwei französische Händler jedoch, Pierre-Esprit Radisson und Médard des Groseilliers, wechselten zu den Engländern und berichteten ihnen von einer Route zu den reichen Handelsgebieten nördlich und westlich des Oberen Sees, die von Norden aus durch die Hudson Bay erreicht werden konnten anstatt über Land von Neufrankreich aus. Die Engländer entsandten 1669 eine erfolgreiche Expedition. Am 2. Mai 1670 wurde die Hudson's Bay Company mit einer königlichen Urkunde von Charles II. gegründet. Die Urkunde gewährte dem Unternehmen das Monopol auf den Handel mit den Indianern, insbesondere auf den Fellhandel, in dem Gebiet, das von allen Flüssen bewässert wurde, die in die Hudson Bay mündeten. Dieses Gebiet wurde bekannt als "Rupert's Land", benannt nach dem ersten Direktor der Gesellschaft, Prinz Ruprecht von der Pfalz. Dieses Gebiet umfasste 3,9 Mio. km² im Wassereinzugsgebiet der Hudson Bay – mehr als ein Drittel des heutigen Kanada. Es erstreckte sich bis in den nördlichen mittleren Westen der USA. Genaue Grenzen waren jedoch in jener Zeit unbekannt. Ruprecht von der Pfalz Das Unternehmen begründete sein erstes Hauptquartier in Fort Nelson (später umbenannt in York Factory), an der Mündung des Nelson River im heutigen nordöstlichen Manitoba. Der Ort bot bequemen Zugang zum Fort über die ausgedehnten Fluss-Systeme des Saskatchewan und Red River. An der Südküste der Hudson Bay in Manitoba und im heutigen Ontario und Québec wurden bald weitere Außenposten errichtet. Sie wurden "Fabriken" genannt und arbeiteten nach Art der holländischen Fellhändler in Nieuw Nederland. Im Frühling und Sommer kamen die eingeborenen Händler, die den größten Teil des eigentlichen Fallenstellens erledigten, mit dem Kanu zu den Forts, um dort ihre Felle zu verkaufen. Im Austausch dafür bekamen sie üblicherweise metallene Werkzeuge und Jagdwaffen. Diese importierte die Gesellschaft häufig aus Deutschland, das zu jener Zeit das Zentrum für billige Produktion war. Dieses frühe Modell der küstennahen "Fabriken" stand im Gegensatz zum System der Franzosen, die ein umfangreiches Netz von Posten im Landesinneren errichteten und Händler aussandten, die bei den Stämmen der Region lebten. Der konservative Aufbau des Fabrik-Systems enttäuschte die Gründer (Radisson und Des Groseilliers) der Gesellschaft, die auf kühnere Erforschung des Landesinneren drangen. 1674 wechselten sie wieder zu den Franzosen und gründeten 1682 „La Compagnie du Nord“, um direkt mit der HBC zu konkurrieren. Nachdem in den 1680er Jahren in Europa ein Krieg zwischen England und Frankreich ausgebrochen war, entsandten beide Nationen regelmäßig Expeditionen, um Fellhandelsposten der anderen zu überfallen und zu erobern. Im März 1686 entsandten die Franzosen unter dem Chevalier des Troyes über 1300 km einen Stoßtrupp, der die Außenposten der Gesellschaft entlang der James Bay einnehmen sollte. Die Franzosen ernannten Pierre Le Moyne d’Iberville, der während der Überfälle außerordentlichen Mut bewiesen hatte, zum Kommandeur der eroberten Posten. 1687 befehligte d’Iberville einen See-Überfall auf das Hauptquartier der Gesellschaft in York Factory. Auf dem Weg zum Fort besiegte er in der Schlacht der Bucht drei Schiffe der Royal Navy. Dies war die größte Seeschlacht in der Geschichte der nordamerikanischen Arktis. D'Iberville's erschöpfte französische Streitmacht eroberte York Factory mit einer List: Er belagerte das Fort und erweckte den Anschein, eine viel größere Armee zu haben. Im darauffolgenden Jahrzehnt wechselte York Factory mehrfach den Besitzer. Mit dem Frieden von Utrecht wurde es 1713 endgültig an die Engländer abgetreten. Danach erbaute es die Gesellschaft erneut als sternförmiges Fort aus Ziegelsteinen an der Mündung des nahe gelegenen Hays River. Dies ist noch heute sein Standort.

19. Jahrhundert

Die Hudson's Bay Company wurde 1821 mit der North West Company von Montréal vereinigt. Ihr gemeinsames Territorium wurde durch eine Lizenz um das Nord-West Territory erweitert, welches im Norden bis zum arktischen Ozean reichte und im Westen bis zum Pazifik. 1870 wurde das Handelsmonopol abgeschafft und der Handel in dieser Region für jeden Unternehmer geöffnet. Außerdem verlor die Gesellschaft Rupert's Land, das an die kanadische Regierung verkauft wurde. In den 1820er und 30er Jahren kontrollierte die Gesellschaft von ihrem Hauptquartier in Fort Vancouver am Columbia River aus beinahe den kompletten Handel im Oregon Land. Obwohl die Staatsgewalt über das Gebiet nominell gemeinsam von den USA und Großbritannien entsprechend der anglo-amerikanischen Übereinkunft von 1818 ausgeübt wurde, war es die Politik der Gesellschaft unter ihrem Leiter John McLoughlin, amerikanische Ansiedlungen in dem Gebiet aktiv zu entmutigen. Das wirksame Handelsmonopol der Gesellschaft verbat praktisch jede Ansiedlung. In den frühen 1840er Jahren errichtete sie einen Außenposten in Fort Hall im heutigen Idaho an der Route des Oregon Trail. Der Leiter dieses Außenpostens stellte verlassene Fuhrwerke von entmutigten Siedlern aus. Der Würgegriff der Gesellschaft um diese Region wurde gebrochen durch den ersten großen Wagenzug, der unter Führung von Marcus Whitman 1843 Oregon erreichte. In den folgenden Jahren strömten tausende von Siedlern in das Willamette-Tal. 1846 erlangten die USA die volle Gewalt über die meisten besiedelten Gebiete des Oregon Country, die südlich des 49. Breitengrades lagen. McLoughlin, der einst als Gesellschafts-Direktor mögliche Siedler abgewiesen hatte, hieß sie nun von seinem Warenhaus in Oregon City aus willkommen. Er wurde später zum "Vater Oregons" proklamiert. Die Gesellschaft hat heute keine Präsenz mehr im Nordwesten der USA.

Moderne Aktivitäten

1846] Ein Aspekt der Gesellschaft waren die Hudson's Bay Company Läden, Handelsstützpunkte, die in ganz Nord-Kanada errichtet worden waren. Heute ist dies der einzig verbliebene Teil der Aktivitäten der Gesellschaft, und zwar in Gestalt von Warenhäusern, die „The Bay“ (engl.) bzw. „La Baie“ (frz.) genannt werden. Viele dieser Läden waren bis vor kurzem die einzigen in abgelegenen Ortschaften. In letzter Zeit sind viele dieser Geschäfte in Boutiquen umgewandelt worden. 1991 verzichtete die Bay nach Protesten von Tierschützern auf den Verkauf von Fellen, nahm diesen Geschäftszweig jedoch 1997 wieder auf. Tierschützer-Gruppen wie "Freedom for Animals" führen Kampagnen, um den Verkauf erneut zu stoppen. Die Gesellschaft ist unter der Bezeichnung HBC an der Börse von Toronto notiert. In letzter Zeit gab es verschiedene Gerüchte über den möglichen Verkauf von The Bay u. a. an US amerikanische Firmen. Siehe auch: Geschichte Kanadas, British East India Company, Dutch East India Company, Dutch West India Company, John McLoughlin and British colonization of the Americas. übersetzt aus der englischen Wikipedia

WebLinks


- Hudson's Bay Company - http://www.hbc.com
- North West Company - http://www.northwest.ca gegründet 1987
- Hudson's Bay Company Archiv - http://www.gov.mb.ca/chc/archives/hbca/index.html der Regierung Manitoba
- Boycott the Bay - http://www.boycottthebay.org Website von "Freedom for Animals"
- Kompletter Text der Charter und Zusatz der Hudson's Bay Company - http://www.gutenberg.net/etext/6580 von Project Gutenberg Kategorie:Textilhersteller Kategorie:Einzelhandelsunternehmen Kategorie:Kanada ja:ハドソン湾会社

Taiga

Der Begriff Taiga bezeichnet #im weiteren Sinn eine unter dem gemäßigten Klima der Nordhalbkugel natürlich entstandene Vegetationszone, gekennzeichnet durch ausgedehnte Nadelwälder, die teilweise auf (im Sommer sumpfigem) Permafrostboden stehen: boreale (nördliche) Nadelwaldzone. #im engeren Sinne die sibirische Taiga Siehe auch: Urwald, Boreale Zone, Boreales Klima Taiga ist außerdem der Name einer russischen Stadt in Sibirien (Oblast Kemerowo) Kategorie:Ökosystem ja:タイガ

Globale Erwärmung

Die globale Erwärmung ist ein planetenweites Klimaphänomen, das einen Anstieg der längerfristig und global gemittelten bodennahen Lufttemperatur während der etwa letzten 150 Jahre bezeichnet. Um dieses Phänomen zu erklären, werden sowohl natürliche als auch durch den Menschen verursachte Gründe in Betracht gezogen, lassen sich jedoch im Regelfall nicht klar gegeneinander abgrenzen. Die Bezeichnung wurde im Verlauf der 1980er und 1990er Jahre geprägt. Vor dieser Zeit war man in der Wissenschaft eher vom umgekehrten Effekt überzeugt, nämlich einer langsamen Abkühlung der Erdoberfläche in Richtung einer allmählichen Klimaveränderung (neue Kaltzeit).

Grundsätzliches

In der Klimatologie geht man heute davon aus, dass die gestiegene Konzentration der vom Menschen in die Erdatmosphäre freigesetzten Treibhausgase die wichtigste Ursache der globalen Erwärmung ist, wenn auch eine große Zahl anderer Faktoren und Rückkopplungen positiv wie negativ an diesen Effekt gekoppelt sind. Der atmosphärische Treibhauseffekt ist eine Folge davon, dass Treibhausgase die (kurzwellige) Einstrahlung von der Sonne auf die Erde weitgehend ungehindert durchlassen, die (längerwellige) Wärmeabstrahlung von der Erde in den Weltraum aber in erhöhtem Ausmaß absorbieren, wodurch sich die Temperatur der unteren Atmosphäre (Troposphäre) erhöht. Die Gasteilchen strahlen die dabei aufgenommene Energiemenge ihrerseits als Wärmestrahlung ab, und zwar in alle Richtungen gleich viel, also je zur Hälfte nach oben (in den Weltraum) und nach unten (zurück zur Erdoberfläche). Diese zurück zur Erdoberfläche gehende Strahlung wird auch als atmosphärische Gegenstrahlung bezeichnet (weil sie der Wärmeabstrahlung der Erde entgegengesetzt gerichtet ist). Diese atmosphärische Gegenstrahlung wärmt die Erdoberfläche (und die untersten Luftschichten) zusätzlich zur Sonneneinstrahlung auf. Die wärmere Erdoberfläche sendet dann entsprechend mehr Wärmestrahlung aus. Dieser Prozess der Erwärmung und Strahlungszunahme kumuliert so lange, bis der nicht absorbierte Anteil der Wärmeabstrahlung der Erdoberfläche und die nach außen gerichtete Strahlung der Atmosphäre zusammen genommen genau so groß sind, wie die Sonneneinstrahlung auf die Erde. Dann herrscht ein Gleichgewicht bei erhöhtem Temperaturniveau der Erdoberfläche und der untersten Luftschichten. Treibhausgase gibt es in der Atmosphäre auch von Natur aus. Die von ihnen auf dem geschilderten Weg verursachte Temperaturerhöhung wird als natürlicher Treibhauseffekt bezeichnet. Er ist für die Entwicklung höherer Lebewesen von entscheidender Bedeutung. Ohne Treibhauseffekt läge die längerfristig und global gemittelte bodennahe Lufttemperatur der Erde bei etwa -18 °C und damit um etwa 33 K unter dem heute tatsächlich vorhandenen Mittelwert von rund +15 °C. Ohne Treibhauseffekt wäre die Erde für die meisten höheren Lebewesen unbewohnbar. Als Hauptbeweis für die derzeitige globale Erwärmung werden die seit etwa 1860 vorliegenden weltweiten Temperaturmessungen sowie die Auswertung verschiedener Klimaarchive herangezogen. Korrigiert um den städtischen Aufwärmeffekt zeigen sie, dass die längerfristig und global gemittelte bodennahe Lufttemperatur im 20. Jahrhundert um 0,6 °C ± 0,2 °C zugenommen hat. Am ausgeprägtesten war die Erwärmung von 1910 bis 1945 und von 1976 bis heute. Gemessen an den Schwankungen des Wetters ist das wenig, als Änderung des Klimas ist es jedoch sehr viel.

Klimamodelle

Klimasimulationen zeigen, dass die Erwärmung von 1910 bis 1945 auch durch natürliche Phänomene erklärt werden kann (Schwankungen der Sonnenstrahlung, Milanković-Zyklen), aber die Erwärmung von 1976 bis 2000 wahrscheinlich nur im Zusammenhang mit menschgemachten Treibhausgasen erklärbar ist. Deshalb ist eine Mehrheit der Wissenschaftler heute davon überzeugt, dass der Großteil der Erwärmung wahrscheinlich auf die steigenden Treibhausgas-Konzentrationen zurückzuführen ist. Diese Folgerung beruht auf der Genauigkeit der Modelle und der Einschätzung der äußeren Faktoren. Die Mehrheit der Wissenschaftler stimmt zu, dass wichtige Klimabesonderheiten nicht in den Klimamodellen berücksichtigt werden, dass sich aber mit besseren Modellen nicht unbedingt die Voraussage ändert. Klimakritiker verweisen auf die Mängel der Modelle und ungenügend berücksichtigte externe Faktoren, die die Schlussfolgerung verändern würden. Aus Sicht der Klimakritiker sind die Klimasimulationen nicht in der Lage, Partikel, Wasserdampf oder Wolken und vor allem dynamische Rückkopplungseffekt (beispielsweise Ein- und Auslagerung von CO2 in Abhängigkeit von Meeres- Strömungen und Wasser-Temperatur, CO2-Absorption CO2-Absorptionsverhalten von Meeres-Plankton, CO2-Absorption durch Ausweitung von Vegetation und anderem) erfolgreich in die Modelle zu integrieren. Klimakritiker gehen auch davon aus, dass die Sonne einen größeren Einfluss an der globalen Erwärmung hat als bisher angenommen. Einige indirekte solare Effekte könnten sehr wichtig sein, seien aber in den Modellen nicht berücksichtigt. Sie verweisen auf die wechselvolle Klimageschichte der Erde, die sowohl CO2-Konzentrationen bis zu 15 % (heute 0,035 %) sowie extreme Warm- und Kaltzeiten aufweist (zum Beispiel eisfreie Pole). Diese erheblichen Klimaänderungen seien gänzlich ohne menschlichen Einfluss entstanden. Daraus ergebe sich die Schlussfolgerung, dass der menschgemachte Anteil an der globalen Erwärmung niedriger sei als bisher angenommen.

Auswirkungen

2000 Abhängig von den Zuwachsraten aller Treibhausgase und dem angewandtem Modell wird damit gerechnet, dass sich die globale Durchschnittstemperatur bis 2050 um ein bis fünf Grad Celsius erhöht. Aufgrund der potentiellen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit, die Wirtschaft und die Umwelt, ist die globale Erwärmung von großem Interesse. Einige Umweltveränderungen wurden schon beobachtet und auf die globale Erwärmung zurückgeführt. Die oben erwähnten abgeleiteten Belege (verringerte Schneebedeckung, steigender Meeresspiegel, Gletscherschmelze, Wetteränderungen) sind Beispiele für jene Konsequenzen der globalen Erwärmung, die nicht nur Aktivitäten des Menschen beeinflussen, sondern auch die Ökosysteme. Steigende Temperaturen weltweit bedeuten, dass Ökosysteme sich verändern. Manche Tier- oder Pflanzen-Arten werden aus ihren Lebensräumen verdrängt oder sterben aus, wenn sie den sich geografisch schnell verschiebenden Vegetationszonen nicht folgen können. Andere Arten können sich unter den veränderten Bedingungen stärker ausbreiten. Ein vor allem den Menschen direkt betreffendes Problem dieser Verschiebung von Vegetationszonen sind mögliche gravierende Veränderungen der Erträge aus der Landwirtschaft. Insgesamt wird hier eine Verschlechterung erwartet. Jedoch könnte die globale Erwärmung diesbezüglich auch positiv sein, da höhere Temperaturen und höhere Kohlenstoffdioxid-Konzentrationen die Produktivität mancher Anbauarten erhöhen. Satellitendaten zeigen, dass die Produktivität sich auf der Nordhalbkugel seit 1982 erhöht hat, was aber vermutlich primär auf einen erhöhten Eintrag von düngewirksamen Stickstoffverbindungen (vor allem NH4+) als Umwandlungsprodukte von Abgasen (NOx) zurückzuführen ist. Eine andere große Sorge ist die Erhöhung des Meeresspiegels. Der Meeresspiegel ist um 1 cm bis 2 cm pro Jahrzehnt gestiegen. Hierfür werden im Wesentlichen zwei Faktoren verantwortlich gemacht: Zum einen dehnt sich das Meerwasser bei höheren Temperaturen stärker aus, zum Anderen kommt es bei höheren Temperaturen zum verstärkten Abschmelzen von Gletschern und Polkappen. Insbesondere das Abschmelzen des Ross-Eisschelfs würde nach Ansicht von Wissenschaftlern zu einem zusätzlichen Anstieg des Meeresspiegels von 5 bis 6 Metern führen. Über den Einfluss polarer Eiskappen herrscht weitestgehend Unsicherheit vor, da Akkumulation in den Kernbereichen und Schmelzprozesse in den Randbereichen eine geschlossene Massenbilanz sehr erschweren. In dieses komplexe Problem - der im Regelfall sehr trägen Eisdynamik - spielen jedoch auch lokal wie global anderweitige Faktoren hinein, die zum Beispiel plattentektonischer oder -isostatischer Natur (lokales Absinken, Verengung der Ozeane) sein können. Diese zielen jedoch eher auf lange Zeiträume ab. Einige kleine Länder im Pazifischen Ozean müssen dennoch fürchten, dass sie aufgrund ihrer sehr geringen Höhe im Meer versinken, falls der Anstieg nicht stoppt. Durch die Erhöhung der globalen Durchschnittstemperatur steigt die Verdunstung, was zu stärkeren Niederschlägen, damit verbundener verstärkter Erosion und zur Verstärkung des Treibhauseffektes führt. Der erhöhte Energiegehalt in der Atmosphäre, vor allem in Form von Wasserdampf, wird voraussichtlich die Zunahme extremer Wetterbedingungen verursachen. Mit Sorge wird zurzeit beobachtet, dass sich die Temperaturen in Westsibirien um ein Vielfaches schneller erhöhen als im globalen Mittel. Seit den 1960ern ist die mittlere Temperatur dort um ca. 3 °C angestiegen. Als Konsequenz beginnen seit der Jahrtausendwende die Permafrostböden zu tauen und sehr große Methanmengen, die bisher noch im Boden gebunden sind, werden in die Atmosphäre entweichen. Da Methan ein starkes Treibhausgas darstellt, wird die Erwärmung zusätzlich beschleunigt. Die globale Erwärmung kann auch weniger offensichtliche Wirkungen haben: Die ozeanischen Ströme, zum Beispiel der Golfstrom, werden dadurch angetrieben, dass in den Polarmeeren Meerwasser gefriert. Dabei gefriert nur das Wasser, das Salz bleibt im umgebenden Meer zurück, was zu einem höheren Salzgehalt im umgebenden Wasser führt. Je salziger das Meerwasser, desto höher seine Dichte. Daher sinkt dieses salzigere Meerwasser an den Grund des Ozeans. Dieses Absinken führt dann zu einer Zirkulation des Meerwassers. Bei einer allgemeinen Klimaerwärmung gefriert aufgrund höherer Temperaturen weniger Wasser und die ozeanischen Strömungen werden abgeschwächt. Auf der Erde herrscht durch die unterschiedliche Steilheit der Sonnen-Einstrahlung ein Temperaturgradient zwischen den warmen Tropen und den kalten Polen. Dieser Gradient wird beständig durch den Transport von Wärme von den Tropen in Richtung Pole verringert. Dies geschieht sowohl durch ozeanische Ströme, als auch durch oberirdische Luftströme. Wenn nun die ozeanischen Ströme schwächer werden, müssen sich gezwungenerweise die oberirdischen Luftströme verstärken, was ganz allgemein zu höheren Windgeschwindigkeiten und stärkeren Unwettern führt. Für das häufigere Entstehen von Hurrikanen, die Städte auch in den Industrienationen gefährden können, genügen bereits erhöhte Meerwassertemperaturen. Der Hurrikan kann dadurch mehr Energie beziehen und gewinnt dadurch an Stärke. Der Hintergrund dafür ist, daß mit Zunahme der Lufttemperatur die Luft in der Lage ist mehr Wasserdampf aufzunehmen. Der graphische Verlauf der Zunahme von Wasserdampf in Prozent pro Kubikmeter Luft ist nicht linear sondern exponentiell. Der Prozess aus Verdunstung und Kondensation pro bewegten Kubikmeter liefert dadurch mehr konzentrierte Kraft für den Sturm und bringt auch insgesamt mehr plus heftigeren Niederschlag zustande. Falls sich das Klima weiter erwärmt, könnte es mit der Zeit auch zu einem Versiegen der ozeanischen Ströme kommen. Ein Versiegen des Golfstroms hätte dann einen massiven Kälteeinbruch in ganz Westeuropa und Nordeuropa zur Folge. Dieses Szenario wird aber von einer Mehrheit der Wissenschaftler als mittelfristig unwahrscheinlich erachtet. Weitere Folgen:
- Verschiebung des Anteils der Klimazonen: die boreale Zone könnte nach Meinung mancher Forscher von zurzeit 23 % auf weniger als 1 % zurückgehen, während die tropische Zone von 25 % auf 40 % ansteigen würde.
- Verschiebung der Vegetationszonen: Die Tundra würde verschwinden, der Wald würde von 58 % auf 47 % zurückgehen (in den letztern 15 Jahren hat die Waldfläche jedoch wieder zugenommen), Savannen und Steppen würden von 18 % auf 29 % zunehmen und die Wüsten würden sich um 3% vergrößern.
- Abschmelzen des Nordpolareises und der Gletscher
- Anstieg des Meeresspiegels, Überflutung von Inseln und dicht besiedelten Küstenregionen?
- Steigerung der Regenfälle durch verstärkte Verdunstung, dadurch Verstärkung des Treibhauseffektes und Zunahme der Bodenerosion
- Verlagerung der Anbauzonen nach Norden in Gebiete mit schlechteren Böden
- Verlagerung der trockenen Zonen nach Norden in die dicht besiedelten Gebiete der Erde

Die Arbeit des Intergovernmental Panel on Climate Change

Als internationale Institution wurde der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderung Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) eingerichtet. Er untersucht und bewertet für seine Berichte weltweit die Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Klimaänderungen. Die IPCC-Aussagen basieren auf mehreren Klimamodellen, die 35 verschiedene Emissionsszenarien einbeziehen. Diese Szenarien ergeben sich aus unterschiedlich vorhergesagten Mengen von Treibhausgasen und Aerosolen, die vom Menschen verursacht werden. Die Daten berücksichtigen dabei auch die Vorhersagen von ökonomischen Modellen. Im letzten IPCC-Bericht wird als Bandbreite aller Modelle und aller Szenarien im Zeitraum von 1990 bis 2100 eine Erhöhung der bodennahen Lufttemperatur von 1,4 °C bis 5,8 °C und eine Erhöhung des Meeresspiegels von 0,1 m bis 0,9 m projiziert. Das IPCC berücksichtigt auch die von den erwarteten Klimaänderungen verursachten Folgen für die Zivilisation und wägt die Kosten der erwarteten Folgen gegen die Kosten der vorgeschlagenen Maßnahmen ab. Die Aussagen des IPCC-Berichts von 2001 werden derzeit von einer Minderheit in Frage gestellt. Hauptkritikpunkte sind die unzureichend einbezogene Komplexität der Ozeansysteme und die zu grobe Rasterung der Erdoberfläche. Auch die Zusammenhänge zwischen Klimaerwärmung und Sonnenaktivitäten sind keineswegs vollständig geklärt. Diese methodische Kritik wird oft vermischt vorgetragen mit grundsätzlichen Bedenken gegen mögliche Gegenmaßnahmen, wie zum Beispiel eine vollständige Versorgung mit erneuerbaren Energien. Viele in der Öffentlichkeit auftretende Bedenkenträger sind zudem den Hauptemittenten von Treibhausgasen zuzuordnen. Diese Verquickungen machen es schwierig, die offensichtlichen Unsicherheiten in der Klimaberechnung sowohl von Panikmache als auch von fossiler Ressourcenpropaganda abzugrenzen.

Die Rahmenvereinbarung der UN und das Kyoto-Protokoll

Auch wenn Zweifel über ihr Ausmaß bestehen, wird die globale Erwärmung durch die Allgemeinheit zur Kenntnis genommen und von manchen politischen Führern als Bedrohung angesehen. Es wurden Reduktionen der Emissionen von Treibhausgasen vorgeschlagen. Nur eine weltweite Übereinkunft kann die Emissionen ausreichend verringern. Das Kyoto-Protokoll wurde von allen industrialisierten Staaten unterschrieben, die darin übereinstimmten, die Emissionen auf einen Pegel unterhalb von 1990 zu reduzieren. Entwicklungsländer wurden von dieser Regel befreit. Die Vertreter der USA – in diesem Land entstehen 1/3 der Treibhausgase – verließen das Kyoto-Protokoll, noch bevor es vom Kongress ratifiziert werden konnte. Diese Entscheidung von Präsident George W. Bush ist international sehr umstritten. Die weltweit größten Emittenten USA, Russland, China und Indien sind zusammen für ca. 50 % der Gesamtemissionen verantwortlich, die beiden letzteren aber von einer Reduzierungspflicht ausgenommen (das Kyoto-Protokoll enthält nur Regelungen bis zum Jahr 2012). Umstritten sind andererseits auch die Berechnungsmethoden im Kyoto-Protokoll: Hier wurde nicht nur die Höhe des Kohlenstoffdioxid-Ausstoßes pro Staat festgeschrieben, sondern auch dessen Absorption durch die Biosphäre (hier: Felder, Wälder und Wiesen) einbezogen. Wie viel Kohlenstoffdioxid die Biosphäre bindet und über welchen Zeitraum diese Bindung wirksam ist, ist wissenschaftlich allerdings ungeklärt. Russland wurde angesichts seiner großflächigen Wälder im Kyoto-Protokoll dennoch eine Gutschrift von jährlich 17 Megatonnen Kohlenstoffdioxid zugestanden. Dieses Angebot wurde im Laufe der Verhandlungen auf das Doppelte erhöht. Eine wissenschaftliche Basis für diese Zahlen gibt es nicht. Diese Anrechnung von Waldflächen wurde nachträglich hinzugefügt, um Zweifler zu überzeugen.

Weitere Zusammenhänge

Befürworter von Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen stellen diese Maßnahmen in Zusammenhang mit anderen Initiativen zum Umweltschutz und weisen hin auf positive Nebeneffekte bei der Luftreinerhaltung (etwa in Städten). Der als Idealfall vorzustellende vollständige Verzicht auf fossile Brennstoffe führt nach gängiger Lehrmeinung wegen der Trägheit des Abbaus von Klimagasen und der generell verzögerten Antwort des Klimas auf eine Störung der Atmosphärenzusammensetzung mindestens noch eine Generation lang (ca. 25 Jahre) zu weiterem Temperaturanstieg. Der Verzicht dürfte aber praktisch jeden Anwendungsfall menschlicher Technologie außer Betrieb setzen. Die Folgen für die Zivilisation wären unkalkulierbar. Ersatztechnologien müssten mit Hilfe fossiler Brennstoffe noch vor deren Ende entwickelt und gebaut werden, was viele Experten schon heute für unmöglich halten. Der gänzliche Verzicht auf klimarelevante, fossile Energieträger würde das heutige Wirtschaftssystem kollabieren lassen. Befürworter umfangreicher Präventivmaßnahmen führen ins Feld, dass die Vorräte der fossilen Energieträger sowieso in kurzen (Öl: 25 Jahre, manche meinen allerdings wesentlich länger) bis mittleren (Kohle: 200 Jahre) Zeiträumen an ihre Grenzen geraten, was eine Umstellung auf regenerative Energiequellen oder Kernenergie notwendig macht. Auch mit bereits entwickelten Technologien kann das Problem gelöst werden, ohne dass der Untergang droht. Wichtig ist auch, dass die Effektivität des Energieeinsatzes erhöht wird. Aber auch das ist eher eine politisch-organisatorische als eine technische Frage, wie folgendes Beispiel zeigt: Für 100 km mit dem PKW kann man 25 l oder 4 l fossilen Treibstoff verbrauchen.

Situation in Deutschland

In Deutschland wurden im Jahr 2003 temperaturbereinigt 844 Millionen Tonnen CO2 emittiert. Bei einer Bevölkerungsanzahl von 82,5 Millionen entspricht dies einer rechnerischen Pro-Kopf Emission von 10,2 Tonnen CO2 pro Bundesbürger. Die Bundesregierung hat ein nationales CO2-Reduktionsziel aufgestellt: In diesem wird angestrebt, die deutschen Emissionen des Jahres 1990 (temperaturbereinigt: 1021,1 Mio. Tonnen) bis zum Jahr 2005 um 25 % zu senken. Dies entspricht einer Emissionsmenge von 759,1 Mio. Tonnen für ganz Deutschland beziehungsweise 9,2 Tonnen pro Bundesbürger im Jahr 2005. Um dieses Ziel zu erreichen, müsste jeder Bundesbürger folglich zwischen 2003 und 2005 rechnerisch genau eine Tonne CO2 einsparen. Dies könnte man folgendermaßen erreichen: Bei einem jährlichen Stromverbrauch von 1300 kWh und den durchschnittlichen Emissionen des deutschen Kraftwerkparks (rund 620 Gramm CO2 pro kWh Strom) lässt sich rund eine halbe Tonne CO2 einsparen, wenn man die Stromerzeugung auf einen Emissionwert von 200 Gramm CO2 pro kWh Strom umstellt. Eine weitere halbe Tonne könnte man einsparen, wenn man im Jahr 2005 220 Liter weniger Benzin verbraucht als im Jahr 2003.

Aktuelle Forschungen

Im Januar 2005 veröffentlichte die mit dem Programm Climate Prediction arbeitende Gruppe erste Ergebnisse ihres mit SETI@home vergleichbaren Client-Projektes in der Fachzeitschrift Nature (Ausgabe vom 27. Januar 2005). Darin ergaben sich Reichweiten einer zukünftigen Erwärmung zwischen 2 und 11 Kelvin. Die großen Unsicherheiten in der Voraussage lassen aber noch keinen Schluss über die wahrscheinlich tatsächlich eintretenden Veränderungen zu. Dafür seien präzisere Modelle nötig, so der Artikel (Link siehe unten).

Direktmaßnahmen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen in Privathaushalten


- Energie sparen (Stromsparlampen verwenden, Raum nicht übermäßig klimatisieren, Solarkollektoren installieren)
- Heizungen mit möglichst hohem Wirkungsgrad betreiben, ggf. Umsteigen
- Wärmedämmung im Haus verbessern
- Unnötiges Benutzen eines Autos vermeiden
- Auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen
- vorrausschauend Auto fahren (tieftourig fahren; vorrausschauend an Ampeln und Hindernisse heranfahren, um unnötiges Bremsen und erneutes Anfahren zu vermeiden; hohes Tempo vermeiden; einen fließenden Verkehrsfluss nicht behindern)
- lokal hergestellte Produkte bevorzugen, um lange Transportwege zu vermeiden (z.B. Lebensmittel aus der Umgebung den Importierten vorziehen)
- beim Kauf auf umweltschonende Verpackung achten
- Dünge- und Spritzmittel im Garten vermeiden
- Produkte, die Treibhausgase enthalten, möglichst vermeiden (z.B. Spraydosen, ...) Bei anderen propagierten Maßnahmen ist eine Energieersparnis oft nur vordergründig. Fertigprodukte und Produkte aus Kunststoffen werden oft als in der Produktion zu energieintensiv kritisiert. Hier ist aber zu beachten, dass auch die Verarbeitung von z.B. Holz (insbesondere wenn es Kunststoffe ersetzen soll) viel Energie benötigt und großtechnische Verarbeitungsanlagen von Nahrung in der Regel viel energieeffizienter sind, als der heimische Herd. Auch bei der Neuanschaffung energieeffizienterer Haushaltsgeräte, Heizungen und Fahrzeugen ist zu berücksichtigen, ob eine Weiterbenutzung ohne Neuanschaffung nicht die energieeffizientere Alternative darstellt, da sowohl die Produktion neuer Geräte, als auch die Entsorgung der Altgeräte, meist sehr energieintensiv ist.

Kritik an der These der Globalen Erwärmung

Die Kritik von so genannten „Klimaskeptikern“ lässt sich in vier Kategorien einteilen. Die schärfsten Kritiker bestreiten, dass es überhaupt eine globale Veränderung des Klimas gibt. Die vorhandenen Messdaten seien nicht eindeutig oder mit zu großen Schwankungen und Unsicherheiten behaftet. Diese radikale Position wird von einer sinkenden Zahl von Politikern und Wirtschaftsvertretern geteilt, aber praktisch nicht von anerkannten Klimawissenschaftlern. Die zweite Kategorie von Kritikern sieht zwar einen Wandel des Klimas, bezweifelt aber, dass menschliche Aktivitäten dafür maßgeblich verantwortlich sind. Der beobachtete Klimawandel sei durch natürliche Ursachen ausgelöst, etwa verstärkte Aktivitäten der Sonne. Teilweise wird behauptet, dass es maßlose Selbstüberschätzung sei, dass der Mensch zu einer Veränderung des Klimas in der Lage sei. Es wird bemängelt, dass erhebliche finanzielle Mittel in einem „aussichtslosen“ Projekt gebunden werden, obwohl sie an anderer Stelle nötiger gebraucht würden. Sie weisen auf die Kosten für die Industrie und den Einzelnen hin und sagen ein vermindertes wirtschaftliches Wachstum voraus. Ein kritischer, wenn auch nicht spezifische den Klimaskeptikern zuzurechnender Punkt ist vor allem, dass im allgemeinen Bewusstsein der Bevölkerung nicht präsent ist, wie erheblich der Verzicht auf fossile Brennstoffe sein müsste, um eine signifikante Änderung des Klimas zu bewirken. In der Klimafolgenforschung wird dem jedoch die Erheblichkeit der Folgen des Klimawandels entgegen gestellt, die nach maßgebenden Prognosen um Größenordnungen schwerwiegender ausfallen würden als rechtzeitige Gegenmaßnahmen. In abgeschwächter Form weist diese Kritik auf Unsicherheiten hin, die auch in der wissenschaftlichen Gemeinschaft diskutiert werden. Kritik richtet sich etwa gegen die Mann-Kurve (Hockeyschläger-Diagramm). Die herrschende Meinung der Wissenschaftler sieht aber grundsätzlich den Zusammenhang zwischen menschlichen Aktivitäten und einer Veränderung des Klimas als unzweifelhaft an. Untermauert wird diese Kritik durch das Argument, dass sich die Atlanticum- und Borealzeiten bisher in einem 2000-Jahres-Rhythmus abwechseln. Zurzeit müsste rein rechnerisch wieder ein Wechsel hin zu einer warmen Borealzeit stattfinden, was den Temperaturanstieg erklären würde. Diese Kritiker bestreiten nicht, den zu hohen CO2-Ausstoß, zweifeln jedoch an, dass so geringe Gaskonzentrationen derart starke Auswirkungen auf das Klima haben können. Weitere Kritik erkennt an, dass es einen Klimawandel gibt, für den Menschen mitverantwortlich sind. Allerdings sei es günstiger oder sinnvoller, sich an die veränderten Umweltbedingungen anzupassen, anstatt die Ursachen zu bekämpfen. Eine solche Strategie tritt jedoch oft in Konflikt mit den Ergebnissen der Klimafolgenforschung, die eine sanfte Anpassung zunehmend als Illusion erscheinen lassen. Zudem ist sie potenziell fatalistisch. Die vierte Position in dieser Debatte geht davon aus, dass sich die Erde – vermutlich in den nächsten 150 Jahren - wieder auf eine Kälteperiode innerhalb der gegenwärtigen Eiszeit zubewegt. Ein kurzfristiger globaler Temperaturanstieg diene so gesehen einer langfristigen Stabilisierung des jetzigen Klimas. Vertreter dieser Position halten die weltweit erhöhten Emissionen daher für unproblematisch oder befürworten diese sogar. In der Klimaforschung selbst stellen die Ergebnisse des IPCC einen Konsens dar. Danach sollte der Ausstoß von klimaschädlichen Gasen bis 2050 um 80% reduziert werden, um die schlimmsten Schäden zu verhindern.

Globale Erwärmung auf anderen Planeten als der Erde

Obwohl der Begriff der globalen Erwärmung meist in Bezug auf die Erde verwendet wird, kann er auch entsprechende Phänomene auf anderen Planeten beschreiben. Beobachtungen der Sonde Mars Global Surveyor zeigen z.B. eine Klimaerwärmung auf dem roten Planeten, die mit einem Absublimieren des südlichen Polareises um mehrere Meter je Marsjahr verbunden ist.

Literatur

Aufsätze


- Tillmann Buttschardt: Klimaänderung - Was weiß die Wissenschaft? Umweltwissenschaften und Schadstoff-Forschung 17(3), S. 166 - 170 (2005),
- Harald Kohl: Neuer Bericht zum Weltklima: Künstliche Heißzeit. Physik in unserer Zeit 33(5), S. 232 - 238 (2002),
- C.D. Schönwiese: Globaler Klimawandel im Industriezeitalter. Geographische Rundschau 56(1), S. 4 - 9 (2004),
- Christian-D. Schönwiese: Globaler und regionaler Klimawandel - Indizien der Vergangenheit, Modelle der Zukunft. Umweltwissenschaften und Schadstoff-Forschung 17(3), S. 171 - 175 (2005),
- Matthew Sturm, Donald K. Perovich, Mark C. Serreze: Eisschmelze am Nordpol. Spektrum der Wissenschaft, März 2004, S. 26 - 33,
- R. Zellner: Klimawandel: Eine Herausforderung für Wissenschaft und Gesellschaft. Chemie Ingenieur Technik 75(8), S. 983 ff. (2003),

Bücher


- Ulrich Cubasch, Dieter Kasang: Anthropogener Klimawandel. Klett-Perthes Verlag, Stuttgart 2000, ISBN 3-6230-0856-7
- Kleidon A, Lorenz R D (Herausgeber): Non-Equilibrium Thermodynamics and the Production of Entropy: Life, Earth, and Beyond, 2004, ISBN 3540224955 (Biosphärenbilanzierung. Grundlage für das Verständnis der das globale Klima bestimmenden Faktoren)
- Eike Roth: "Globale Umweltprobleme - Ursachen und Lösungsansätze", Friedmann Verlag München 2004, ISBN 3-933431-31-X (gut lesbare Darstellung des Problems der globalen Erwärmung einschließlich Diskussion der Argumente für und gegen einen anthropogenen Einfluss)

Weblinks

Informationsangebote


- [http://www.ipcc.ch/pub/nonun.htm Deutsche Fassung des IPCC-Berichts 2001]
- [http://www.umweltbundesamt.de/klimaschutz/index.htm Umweltbundesamt: Portal Klimaschutz]
- [http://www.hamburger-bildungsserver.de/welcome.phtml?unten=/klima/ipcc2001 hervorragende Materialsammlung zum Thema Klima - basierend auf den Ergebnisse der IPCC-Berichte 2001]
- http://www.energie-fakten.de/html/klima.html Gut verständliche Antwort auf die Frage, ob der Mensch das Klima ändert
- http://www.atmosphere.mpg.de/enid/660 ESPERE: Das Klimainformationsprojekt für Schule und Bevölkerung
- http://www.undoit.org/what_is_gb.cfm Gut animierte Website zur globalen Erwärmung (engl.)
- http://www.opendemocracy.net/climate_change Gute Sammlung von Artikeln zum Thema Klimawandel und Politik (engl.)
- [http://www.pik-potsdam.de/index_html_d Potsdam Institut für Klimafolgenforschung] Gute Sammlung allgemeinverstänglicher aktueller Forschungsergebnisse und Aufklärung über pseudowissenschaftliche Argumente der Klimaskeptiker
- http://www.realclimate.org Englischsprachige Webseite, die aktuelle Presseberichte über die Klimaänderung in einen wissenschaftlichen Kontext setzt
- http://www.glue.umd.edu/~akleidon/ Biogeoscience (University of Maryland)

Klimaskeptiker


- [http://www.pik-potsdam.de/~stefan/alvensleben_kommentar.html Die Thesen der "Klimaskeptiker" – was ist dran? - ausführliche Kommentierung eines Vortrags eines Klima-Skeptikers]

Fachgruppen


- http://www.ipcc.ch Die Homepage des Intergovernmental Panel on Climate Change (engl.)
- http://www.climateprediction.net ein mit SETI@home vergleichbares Projekt, das Klimamodelle am eigenen Computer ausrechnen lässt (engl.)
- http://www.iavg.org/klimaveraenderung.htm Internationaler Arbeitskreis für Verantwortung in der Gesellschaft e.V.
- http://unfccc.int/essential_background/items/2877.php Homepage der UNFCCC: Essential Background Kategorie:Klimatologie Kategorie:Politisches Schlagwort ja:地球温暖化

Robben

Die Robben (Pinnipedia) sind eine Gruppe zum Wasserleben übergegangener Raubtiere (Carnivora). Der wissenschaftliche Name leitet sich aus dem Lateinischen von pinna, „Flosse“ und pes, „Fuß“ her, bedeutet also Flossenfüßer. Unter diesem Namen oder als Wasser-Raubtiere findet man sie manchmal auch in der Fachliteratur, am bekanntesten aber sind sie als Robben.

Anatomie

Robben sind mittelgroße bis große Säugetiere, die Längen zwischen 1,20 und 6 Metern erreichen können. Das Gewicht schwankt zwischen den Arten extrem und liegt zwischen 25 Kilogramm bei Weibchen der Antarktischen Seebären (Arctocephalus gazella) und mehr als 4 Tonnen bei männlichen Südlichen See-Elefanten (Mirounga leonina). Oft lässt sich ein auffälliger Geschlechtsdimorphismus feststellen: See-Elefanten-Männchen etwa wiegen oft bis zu viermal mehr als ihre Weibchen. Der Robbenkörper hat eine torpedoförmige Gestalt: Der abgeflachte Kopf ist durch einen dicken Hals nur undeutlich vom Rest des Körpers abgesetzt, der Schwanz nur noch als Rudiment erhalten. Die Gliedmaßen sind zudem bis zum Ellbogen beziehungsweise Knie in den Körper eingebettet, so dass nur Unterarm und -schenkel freiliegen. Alle diese Eigenschaften setzen den Strömungswiderstand herab und dienen so der Anpassung an das Leben im Wasser.

Schädel und Gebiss

Im Robbenschädel überlappt das vordere Hinterhauptbein, der Supraokzipitalknochen mit dem Schläfenbein, dem Parietalknochen; die Augenhöhlen sind vergrößert, während das Rostrum, also die „Schnauze“ der Tiere, stark verkürzt ist. Statt des typischen Raubtiergebisses haben die meisten Robben ein gleichförmigeres Fischfressergebiss. Es existieren meist ein bis zwei Paar untere Schneidezähne, kegelförmige, meist wenig betonte Eckzähne und zwölf bis vierundzwanzig einfache, homodonte, also gleichartig aufgebaute Backenzähne. Letztere besitzen zwei Wurzeln und sind zugespitzt; sie sind somit weniger zum Kauen als zum Festhalten der Beute geeignet. Reißzähne wie bei den anderen Raubtieren kommen bei Robben nicht vor. Allerdings gibt es innerhalb der Robben zahlreiche Abweichungen, vor allem bei jenen Arten, die andere Ernährungsweisen pflegen: Bei Walrossen sind die Eckzähne etwa als Stoßzähne ausgebildet, während bei Krabbenfressern die Zähne kompliziert gebaute Höcker besitzen, die bei geschlossenem Kiefer ein engmaschiges Sieb bilden, mit denen die Tiere ihre Nahrung, Krill, erbeuten.

Wirbelsäule und Gliedmaßen

Je nach Familie sind unterschiedliche Teile der Wirbelsäule verstärkt, dies hängt mit der unterschiedlichen Fortbewegung der Tiere zusammen. Bei Ohrenrobben, bei denen die Vorderflossen im Mittelpunkt stehen, sind die Hals- und Brustwirbel deutlich verstärkt, während bei Hundsrobben, die sich mithilfe ihrer Hinterflossen fortbewegen stattdessen die Lendenwirbel vergrößert sind. Zusätzlich sind bei ihnen die Gelenkfortsätze der Wirbel stark reduziert, so dass diese nicht so starr miteinander verbunden sind wie bei anderen Säugetieren. Durch diese Flexibilität kommt die große Wendigkeit des Robbenkörpers zustande. Diese wirkt sich durch das fehlende Schlüsselbein (Clavicula) und den kleinen, parallel zur Wirbelsäule ausgerichteten Beckengürtel auch auf die Bewegungsfreiheit der Gliedmaßen aus. Wirbelsäule Alle vier Beine wurden im Laufe der Evolution zu Flossen umgewandelt, die Hinterextremitäten wurden dabei ans äußerste Körperende verlagert. Oberarmknochen (Humerus), Elle (Ulna) und Speiche (Radius) sind im Vergleich zu anderen Raubtieren kürzer, aber kräftiger ausgeprägt, auch der Oberschenkelknochen (Femur) ist flach und breit, so dass eine effektive Kraftübertragung im Wasser ermöglicht wird. Bei näherem Hinsehen kann man erkennen, dass jede der Flossen in fünf langen, abgeflachten Zehen endet, die durch Schwimmhäute miteinander verbunden sind; oft sind die erste und die fünfte Zehe verlängert. Eine weitere Spezialisierung der Flossen wurde vermutlich nur durch die fortbestehende Notwendigkeit, sich an Land fortbewegen zu müssen, verhindert.

Fell und Fettschicht

Geboren werden Robben meistens mit einem dichten Fell, das beim Älterwerden verschwindet und durch ein kurzes Haarkleid ersetzt wird. Nur die Seebären behalten auch als Alttiere ein auffälliges Pelzkleid, das sich aus einem dichten Unterfell und darüber vorstehenden steifen Grannenhaaren besteht; Walrosse sind dagegen praktisch haarlos. Das Fell wird zusammen mit der obersten Hautschicht bei Ohrenrobben über einen längeren Zeitraum hinweg ersetzt, der bis zu einem Monat betragen kann, während Hundsrobben diesen Häutungsprozess meist verhältnismäßig abrupt innerhalb weniger Tage vollziehen. Zum Schutz vor Auskühlung befindet sich unterhalb der Haut eine bei manchen Arten bis zu zehn Zentimeter dicke Fettschicht, die daneben als Nährstoffspeicher und Auftriebshilfe fungiert. Sie ist bei Hundsrobben und Walrossen besonders ausgeprägt. Allerdings schützt sie nicht die durch eine besonders große Zahl von Blutgefäßen versorgten Flossen.

Innere Organe

Der Robbenmagen ist ein einfacher länglicher Schlauch und darauf eingerichtet, als Ganzes verschluckte Beute aufzunehmen. Sehr aufwendig und lang ist dagegen der Dünndarm, der bei Männchen der Südlichen See-Elefanten (Mirounga leonina) eine Länge von über 200 Metern erreichen kann; alle anderen Darmabschnitte sind dagegen verhältnismäßig kurz. Nicht mehr äußerlich sichtbar, weil weitgehend ins Körperinnere verlagert, sind die Hoden der Männchen; eine Ausnahme stellen lediglich die Walrosse dar, bei denen die Geschlechtsorgane besonders in der Paarungszeit gut zu erkennen sind. Auch die Zitzen der Weibchen liegen nicht mehr auf der Oberfläche: Da Jungtiere die Zitzen so nicht mehr mit dem Maul umfassen können, muss das Muttertier die Milch bei Bedarf aktiv ins Maul seines Jungen spritzen.

Sinnesorgane

Die Sinnesorgane der Robben müssen sowohl unter Wasser, als auch an Land funktionieren und sind daher einander widerstrebenden Anforderungen ausgesetzt.

Augen

Die Augen sind verhältnismäßig groß und ermöglichen eine gute Unterwassersicht. An die oft geringe Lichtintensität unter Wasser sind sie durch eine stark vergrößerte Anzahl an Stäbchen in der Netzhaut angepasst, die im Gegensatz zu den Zapfen zwar keine Farbsicht ermöglichen, dafür aber wesentlich lichtempfindlicher sind. Das Empfindlichkeitsspektrum variiert mit dem Lebensraum: Das Maximum liegt bei tieftauchenden Arten wie zum Beispiel See-Elefanten (Mirounga) im blauen Bereich, ist aber etwa bei Seehunden (Phoca vitulina), die sich vornehmlich in Küstengewässern aufhalten, in Richtung Grün verschoben. Farbsicht ist bei Robben durch die eingeschränkte Zapfenanzahl nur in eingeschränktem Ausmaß möglich. Eine weitere Anpassung an die geringen Lichtverhältnisse ist das Tapetum lucidum, eine hinter der Netzhaut gelegene reflektierende Schicht, die Licht, dass die Netzhaut durchquert hat, zurückwirft: So besteht die Möglichkeit, Licht, das beim ersten Passieren nicht wahrgenommen wurde, beim zweiten Mal zu registrieren. Das Leben im Wasser bedingt nicht nur eine oft geringe Lichtintensität, sondern auch eine andere Lichtbrechung: So hat die Hornhaut nahezu den gleichen Brechungsindex wie Wasser und fällt daher unter Wasser als Bestandteil des Abbildungsapparats aus. Als Ausgleich ist bei Robben die Augenlinse nahezu kugelförmig ausgebildet und besitzt daher eine wesentlich höhere Brechkraft. Weil in Luft Linse und Hornhaut lichtbrechend wirken, sind Robben dafür allerdings an Land, wo der Sehsinn eine geringere Bedeutung hat, stark kurzsichtig. Dafür sind sie in der Lage, die hohen Lichtintensitäten, die etwa von sonnenbeschienenen Eisflächen ausgehen, zu tolerieren, in dem sie die Pupille zu einem engen senkrechten Schlitz verengen. Die Hornhaut bildet den äußeren Abschluss des Auges. Sie wird beständig mit Tränenflüssigkeit benetzt, um Fremdkörper abzuwaschen und den direkten Augenkontakt mit Salzwasser zu verhindern. Anders als ihre nahen Verwandten besitzen Robben jedoch keine Tränenkanäle. Obwohl der Sehsinn auch für Robben eine große Bedeutung einnimmt, ist er nicht unersetzlich: Bei Seelöwen und Seebären, deren Männchen oft blutige Revierkämpfe durchführen, kommt es nicht selten zum Verlust des Augenlichts; die Tiere sind durch ihre Blindheit aber anscheinend wenig eingeschränkt und kommen relativ problemlos zurecht.

Gehör

Äußerlich sind die Ohren der Robben verkümmert oder nicht mehr existent; falls vorhanden werden sie beim Tauchen verschlossen. Dennoch besitzen Robben ein exzellentes Gehör. Das Innenohr steht bei ihnen nur mit je einem einzigen Schädelknochen in Verbindung, wodurch die unterschiedslose Übertragung von Schallwellen durch den ganzen Schädel unterbunden wird; erst dadurch wird auch unter Wasser Richtungshören möglich. Die Auskleidung des Hörkanals und des Mittelohrs erlaubt beim Tauchen die Anpassung des Innendrucks. Der wahrgenommene Frequenzbereich unterscheidet sich je nach Medium: Im Wasser können Robben wesentlich höhere Töne wahrnehmen als der Mensch; dafür ist das Gehör an Land bei etwa gleichem Wahrnehmungsspektrum weniger empfindlich. Weil manche Robben hochfrequente Klicklaute von sich geben, wird vermutet, dass die Tiere ein