Home About us Products Services Contact us Bookmark
:: wikimiki.org ::
Hue (Vietnam)

Hue (Vietnam)

Hue (Huế) ist eine Stadt in Mittelvietnam mit ca. 200.000 Einwohnern, gelegen am Parfüm-Fluss (Huong Giang). Sie ist Sitz des Erzbistums Huê Die Zitadelle mit der verbotenen Stadt, die nach dem Vorbild in Peking entstand, wurde 1993 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Sie war während der Tet-Offensive 1968 sehr stark zerstört worden.

Geographie

1968 Hue ist eine Hafenstadt am Südchinesischen Meer. Sie liegt auf 16° 28' n.Br. und 107° 35' ö.L. Zwischen Hue und dem südlicher gelegenen Da Nang verläuft am Wolkenpass eine ausgeprägte Wetterscheide. Das Klima ist feucht-tropisch mit einer Jahresniederschlagssumme von 3031 mm und 11-12 humiden Monaten.

Geschichtliches


- Hauptstadt des Königreiches Annam
- Hauptstadt von Vietnam unter der Nguyen-Dynastie von 1802 bis 1945
- Grenze zwischen Nord-und Südvietnam nördlich der Stadt. Die sog. Entmilitarisierte Zone erlebte die schwersten Kämpfe während des Vietnamkrieges Vietnamkrieg Hué war eines der Zentren buddhistischen Mönchtums im vom Buddhismus geprägten Südvietnam und Sitz eines katholischen Erzbistums. Als Südvietnams katholischer Diktator Ngo Dinh Diem das hissen der bunten buddhistischen Fahnen bei den traditionellen Umzügen am 8. Mai 1963 zu Buddhas Geburtstag - ähnlich den katholischen Fronleichnamsprozessionen - provozierend auf die rot-gelb gestreifte Nationalflagge begrenzen will, kommt es in Hué zu Protesten, die mit Toten enden. Die Proteste des nächsten Tages, die mit "Tränengas" von der Polizei bekämpft werden sollte, enden ebenfalls katastrophal, weil sich die Tränengaspatronen aus ehemals französischen Kolonialbeständen inzwischen zu Säure umgewandelt haben und die Protestierenden verätzen. Provozierende Äußerungen von Diem, seinem als Präsidentenberater fungierenden Bruder Nhu und dessen Ehefrau sowie die systematische religiöse Diskriminierung, die mit dem Verbot von Scheidung, Empfängnisverhütung, Tanzen, Schönheitskonkurrenzen, Glücksspiel, Wahrsagen, Hahnenkämpfen und Prostitution einhergingen, luden die Situation schon länger auf. Am 10. Juni 1963 verbrennt sich der buddhistische Mönch Thich Quang Duc auf einem Platz im Zentrum von Saigon vor laufenden Kameras aus Protest selbst. Madame Nhu und ihr Ehemann geben dazu zynische Kommentare vor der Weltpresse ab, die den Protest noch steigern. Innerhalb einer Woche kommt es an verschiedenen Orten, auch in Hué, zu drei weiteren Selbstverbrennungen. In Hué kommt es zu schweren Zusammenstößen, als schwer bewaffnetes Militär mit aufgepflanztem Bajonett die verkohlte Leiche des fünften Mönchs, der sich selbst verbrannt hatte, sicherstellen will. Als Nhu nun einen "Gegenschlag" gegen die Buddhisten führt, werden am 20. August schwerbewaffnete Verbände seiner Privatmiliz, seinem Geheimdienst und andere Bewaffnete in Saigon und Hué zur Pagode entsandt, mit dem Ziel, möglichst viele Buddhisten gefangen zu nehmen und die Pagode zu schleifen. Unter den Augen des amerikanischen Konsuls werden dreißig buddhistische Mönche ermordet und die in ganz Asien bekannte Riesenstatue Buddhas zerstört. Buddhisten fliehen in die Residenz des amerikanischen Konsuls und die amerikanische Agentur für internationale Entwicklung, die sich im gleichen Viertel wie die Pagode befinden. Am 2. September gibt Präsident John F. Kennedy ein Interview, in dem er Änderungen in der Politik und "im personellen Bereich" fordert, womit er Diem praktisch den Rücktritt nahelegt.

Religionsgemeinschaften

Hue ist Sitz eines römisch-katholischen Erzbischofs. (siehe Erzbistum Huê)

Sehenswürdigkeiten

Erzbistum Huê Erzbistum Huê
- Zitadelle und verbotene Stadt
- Pagoden
- Kaisergräber, einige Kilometer flussaufwärts gelegen (die wichtigsten):

  - Grabmal des Nguyễn-Königs Minh Mang
  - Grabmal des Tu Duc
  - Grabmal des Kai Dinh
- Entmilitarisierte Zone
- Bach-Ma-Nationalpark
- Kathedrale Notre Dame
- Hue-Museum, Provinzmuseum, Ho-Chi-Minh-Museum
- Quoc-Hoc-Schule

Söhne und Töchter der Stadt


- Bao Dai, letzter Kaiser von Vietnam
- Ngo Dinh Diem, erster Präsident von Südvietnam
- Nguyen Ngoc Loan, südvietnamesischer General Kategorie:Ort in Vietnam Kategorie:Weltkulturerbe ja:フエ

Peking

Peking () ist die Hauptstadt der Volksrepublik China und hat eine über dreitausendjährige Geschichte. Der chinesische Name lässt sich mit Nördliche Hauptstadt übersetzen. Peking ist heute eine Regierungsunmittelbare Stadt, das heißt sie ist direkt der Zentralregierung unterstellt und damit Provinzen, Autonomen Gebieten und Sonderverwaltungszonen gleichgestellt. In der eigentlichen Stadt, dem geografischen Stadtgebiet, leben 7.490.601 Menschen mit Hauptwohnsitz, das gesamte Verwaltungsgebiet Pekings hat 14.933.274 Einwohner (Stand jeweils 1. Januar 2005). Davon sind 11,629 Millionen registrierte Bewohner mit ständigem Wohnsitz und 3,3 Millionen temporäre Einwohner (liudong renkou) mit befristeter Aufenthaltsgenehmigung (zanzhuzheng). Das 16.807,8 Quadratkilometer große Verwaltungsgebiet Pekings - das entspricht ungefähr der Fläche von Thüringen oder der Steiermark - stellt kein zusammenhängendes Stadtgebiet dar. Es wäre mit seiner dominierenden ländlichen Siedlungsstruktur eher mit einer kleinen Provinz vergleichbar. Peking ist das politische und kulturelle Zentrum Chinas. Aufgrund der langen Geschichte beherbergt die Stadt ein weltweit einmaliges Kulturerbe. Sehenswert sind der Tiananmen-Platz (chinesisch "Platz des Tors des himmlischen Friedens"), die Verbotene Stadt mit dem 1987 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärten ehemaligen Kaiserpalast und verschiedene Tempel. Peking ist Austragungsort der Olympische Sommerspiele 2008.

Der Name der Stadt

Der im deutschen übliche Name "Peking" kommt von der Aussprache des Namens in mehreren südchinesischen Dialekten. Auf Hochchinesisch (Mandarin), dessen Aussprache auf dem Peking-Dialekt beruht, heißt die Stadt "Běijīng". Das ist auch die heutige offizielle deutsche Bezeichnung. Allerdings ist der Name Peking nach wie vor im Sprachgebrauch üblicher. () Der chinesische Name "Běijīng" bedeutet "Nördliche Hauptstadt". Im Gegensatz dazu ist die Bezeichnung für "Nánjīng" (Nanking) "Südliche Hauptstadt" und "Dongjing" (Tôkyô, Japan) "Östliche Hauptstadt".

Geografie

Geografische Lage

Tôkyô Peking liegt bei 110 Kilometer nordwestlich des Golfs von Bo Hai inmitten der Provinz Hebei, ist jedoch eine unabhängig verwaltete Stadtprovinz mit einer Fläche von 16.807,8 Quadratkilometern, das entspricht in etwa der Bodenfläche des Bundeslandes Thüringen oder der Steiermark. Davon gehören aber nur 1.369,9 Quadratkilometer (acht Prozent) zur eigentlichen Stadt. 15.437,9 Quadratkilometer (92 Prozent) bestehen aus Vorstädten und Gebieten mit ländlicher Siedlungsstruktur. Die Stadtprovinz befindet sich am nordwestlichen Rand der dicht bevölkerten Nordchinesischen Tiefebene durchschnittlich 63 Meter über dem Meeresspiegel und ist von Bergen (Mongolisches Plateau) umgeben. In Nord-Süd-Richtung erstreckt sich das Gebiet über 180 Kilometer, in Ost-West-Richtung über 170 Kilometer. Weitere große Städte in der Provinz Peking sind (Stand 1. Januar 2005): Mentougou 197.772 Einwohner, Tongzhou 163.326 Einwohner, Shunyi 117.623 Einwohner und Huangcun 104.904 Einwohner.

Geologie

Die Nordchinesische Ebene (Große Ebene), in der Peking liegt, ist geologisch ein Einbruchsfeld, das später von den Deltabildungen der nordchinesischen Ströme ausgefüllt wurde. Sie besteht aus Schwemmlöß und Sanden, die von den Flüssen aus den westlichen Gebirgsländern herangeführt worden sind. Die Ebene ist also eine Fortsetzung des Lößlandes. Auch klimatisch - heißfeuchte Sommer und trockenkalte Winter mit Staubstürmen - und pflanzengeographisch - Parklandschaft mit steppenhaften Zügen - ähnelt sie den benachbarten Lößbergländern. Die Nordchinesische Ebene stellt einen riesigen Schwemmkegel dar, den der Huang He, der schlammreichste Fluss der Erde, im Laufe vieler Jahrtausende aufgeschüttet hat und dessen Ausläufer nördlich und südlich der Halbinsel Shandong das Gelbe Meer erreichen. Das Gebiet ist starken tektonischen Spannungen ausgesetzt die immer wieder zu Erdbeben führen. Ursache ist die langsame Verschiebung der indischen Kontinentalplatte nach Norden in die eurasische Kontinentalplatte. Die Geschwindigkeit der Plattentektonik beträgt im Mittel etwa vier Zentimeter pro Jahr. Am 28. Juli 1976 ereignete sich in Tangshan, 140 Kilometer östlich von Peking, das schwerste Erdbeben des 20. Jahrhunderts (siehe Beben von Tangshan 1976). Es hatte eine Stärke von 8,2 auf der Richterskala. Die offizielle Angabe der Regierung der Volkrepublik China über die Zahl der Toten beträgt 242.419, doch manche Schätzungen geben eine Zahl bis zu 800.000 Toten an, auch die Stärke wird offiziell nur mit 7,8 angegeben. Das Beben führte auch in Peking und anderen Städten der Region zu Schäden.

Stadtgliederung

Richterskala Die eigentliche Stadt Peking ohne Vorortgürtel formiert sich aus acht Stadtbezirken: Chaoyang (朝阳区: Cháoyáng Qū), Chongwen (崇文区: Chóngwen Qū), Dongcheng (东城区: Dōngchéng Qū), Fengtai (丰台区: Fēngtái Qū), Haidian (海淀区: Hǎidián Qū), Shijingshan (石景山区: Shíjǐngshān Qū), Xicheng (西城区: Xīchéng Qū) und Xuanwu (宣武区: Xuānwǔ Qū). In der nahen Umgebung der Stadt Peking befinden sich weitere sechs Bezirke. Diese wurden zwischen 1986 bis 2001 von Landkreisen in Bezirke geändert: Mentougou (门头沟区: Méntóugōu Qū), Fangshan (房山区: Fángshān Qū) – Landkreis Fangshan bis 1986, Tongzhou (通州区: Tōngzhōu Qū) – Landkreis Tongxian bis 1997, Shunyi (顺义区: Shùnyì Qū) – Landkreis Shunyi bis 1998, Changping (昌平区: Chāngpíng Qū) – Landkreis Changping bis 1999 und Daxing (大兴区: Dàxīng Qū) – Landkreis Daxing bis 2001. Weiter vom Stadtgebiet entfernt gibt es noch zwei Bezirke, diese wurden 2001 von Landkreisen in Bezirke geändert, und zwei weitere Landkreise. Die Bezirke sind: Pinggu (平谷区: Pínggǔ Qū) – Landkreis Pinggu bis 2001 und Huairou (怀柔区: Huáiróu Qū) – Landkreis Huairou bis 2001. Die Landkreise sind: Miyun (密云县: Mìyún Xiàn) und Yanqing (延庆县: Yánqìng Xiàn).
- Siehe auch: Peking - Stadtbezirke

Klima

Peking - Stadtbezirke Obwohl Peking nur etwa 150 Kilometer von der Küste entfernt liegt, hat es aufgrund der Lage im Westwindgürtel ein gemäßigtes, kontinentales Klima, d.h. warme, feuchte Sommer und kalte, trockene Winter. Der Jahresniederschlag beträgt 619 Millimeter, davon fallen etwa 70 Prozent in den Monaten Juli und August. Im Winter herrschen Temperaturen bis zu -20 Grad Celsius und ein eisiger, aus den mongolischen Ebenen wehender Wind. Der Sommer (Juni bis August) ist schwül und heiß mit Temperaturen bis zu 30 Grad Celsius, der kurze Frühling (April und Mai) trocken, aber windig. Im Herbst (September und Oktober) herrscht trockenes und mildes Wetter.

Geschichte

Urgeschichte

Im Gebiet der heutigen Stadt Peking lebten schon vor 500.000 bis 230.000 Jahren Vertreter des Homo erectus (Sinanthropus pekinensis, Peking-Mensch), deren Überreste in den 1920er und 1930er Jahren bei Zhoukoudian, 50 Kilometer südwestlich der heutigen Stadt, entdeckt wurden. Am Fundort wurden viele Steinwerkzeuge und Knochenwerkzeuge gefunden, außerdem eine sehr dicke Ascheschicht. Diese wird als Artefakt der Feuerbenutzung interpretiert. Der Peking-Mensch beherrschte also das Feuer, benutzte es zum Wärmen, aber auch schon zum Braten. Steinwerkzeuge und Tierknochen waren seine Arbeitsgeräte. Im Jahre 1991 wurde der Fundort von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Die Zeit bis zur Machtübernahme der Yuan-Dynastie

Weltkulturerbe Die Geschichte der Stadt Peking reicht zurück bis in die westliche Zhou-Dynastie (1121 bis 770 v. Chr.) als sie den Namen Ji (Schilf) trug. Unter diesem Namen wurde die Stadt 1000 v. Chr. zum ersten mal urkundlich erwähnt. Ji war zu dieser Zeit ein Zentrum für den Handel mit den Mongolen und Koreanern sowie verschiedenen Stämmen aus Shandong und Zentralchina. In der Zeit der Streitenden Reiche war Peking die Hauptstadt der Yan, weshalb die Stadt den Namen Yanjing ("Hauptstadt der Yan") trug. 221 v. Chr. besetzte der spätere erste Kaiser Qin Shi Huang Di (259-210 v. Chr.) bei seinem Reichseinigungskrieg die Stadt. Unter seiner Regierung wurden die nördlichen Mauern befestigt. Die Kaiser der Qin-Dynastie änderten den Namen erneut in Ji. Unter ihrer Herrschaft verlor Peking seinen Status als Hauptstadt an Xianyang sowie an Bedeutung. In den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich Ji von einer unbedeutenden Provinzstadt zu einem Handelsknotenpunkt und wichtigen Militärbasis zur Verteidigung der Nordgrenzen Chinas und wurde wegen ihrer strategischen Bedeutung mehrfach durch Steppen- und Nomadenvölker aus dem Norden besetzt. In der Zeit der Tang-Dynastie (618-907 n. Chr.) regierte in der Stadt, die nun Youzhou hieß, ein Militärgouverneur. Sie stand stets im Schatten der damaligen chinesischen Hauptstadt Xi'an ("Westlicher Frieden"). Erst unter der Fremdherrschaft der Liao-Dynastie erreichte Peking einen Teil seiner früheren Bedeutung zurück. Im Jahre 937 n. Chr. eroberten die Kitan unter Te-kuang (926-947) einen Teil Nordchinas und errichteten in Peking ihren Herrschaftssitz. 960 entstand den Kitan in der Song-Dynastie ein ebenbürtiger Gegner. Die Song-Dynastie versuchte 979 Nordchina zurück zu erobern, konnte aber den Kitan-General Yelü Hsiu-ko vor Peking nicht besiegen. Auch 986 blieb Yelü Hsiu-ko siegreich. 986] Nach der Eroberung durch die Jurchen im Jahre 1153 wurde Peking zur Hauptstadt der Jin-Dynastie und unter dem Namen Zhongdu ("Mittlere Hauptstadt") prächtig ausgebaut. Über 100.000 Arbeiter wurden für die Erweiterung der Stadt verpflichtet. 1215 nahmen die Heerscharen des Dschingis Khan (1162-1227) Peking ein. Sie plünderten die Stadt und setzten sie in Brand. Auf den Trümmern ließ Dschingis Khan dann Daidu (die große Hauptstadt) errichten, die auch unter dem Namen Khanbaliq ("Stadt des Khan", bei Marco Polo "Kambaluk") bekannt wurde. Mit der Schaffung des Mongolenreiches erlangte die Stadt im Laufe des 13. Jahrhunderts eine vorherrschende Stellung.

Die Herrschaft der Yuan-Dynastie

Während der Herrschaft von Kublai Khan (1215-1294), dem Begründer der Dynastie, wurde Peking als Hauptstadt der Yuan geplant und ausgebaut. Die Stadt war von 1264 bis 1368 Hauptresidenz der Mongolen. Zu dieser Zeit unterstand dem Enkel des Dschingis Khan fast ganz Asien und die ersten Europäer - unter ihnen auch Marco Polo (1254-1324) - kamen über die berühmte Seidenstraße nach Peking. Marco Polo, der Kublais Gast war und eine Zeit lang in der Stadt arbeitete, war angesichts der großen Kultiviertheit überaus beeindruckt: "So zahlreich sind Häuser und Menschen, dass niemand ihre Zahl nennen könnte... Ich glaube es gibt keinen Ort auf der Welt, der so viele Händler, so viele kostbare und eigentümliche Waren und Schätze sieht, wie aus allen Himmelsrichtungen in diese gelangen..." Der Reichtum war auf die Lage der Stadt am Ausgangspunkt der Seidenstraße zurückzuführen, und nach Polos Beschreibungen waren es "fast täglich mehr als eintausend mit Seide beladene Karren", die in der Stadt eintrafen, um von dort ihre Weiterreise in Ländereien westlich von China anzutreten. In einer für die Khans, die später Kaiser genannt wurden, beispiellosen Entfaltung von Stil und Pracht errichtete sich Kublai ein an allen Seiten durch Mauern geschützten und über Marmortreppen zugänglichen Palast enormer Ausmaße.

Machtentfaltung unter der Ming-Dynastie

Marmor 1368 wurde die Yuan- von der Ming-Dynastie abgelöst. Zhu Yuanzhang (1328-1398), der erste Kaiser der Ming-Dynastie, ließ seine Hauptstadt an dem Fluss Yangzi bei Nanjing (Südliche Hauptstadt) errichten und änderte den Namen Daidus in Beiping ("Nördlicher Friede"). Nach seinem Tod wurde die Stadt in Peking ("Nördliche Hauptstadt") umbenannt. Im Jahre 1421 wurde sie Hauptstadt der Ming-Dynastie. Die Verbotene Stadt und der Himmelstempel waren wichtige Elemente der Stadtentwicklung, deren Bau unter Kaiser Zhu Di (1360-1424) begonnen wurde. Während der nachfolgenden Qing-Dynastie (1644-1911) wurde die Stadt durch Tempel und Paläste erweitert. Diese Periode war vom Aufstieg und Niedergang der Mandschu beziehungsweise der Qing-Dynastie gekennzeichnet. Ihre größte Blütezeit erlebte die Hauptstadt während der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts unter den Kaisern Yongzheng und Qianlong. In jener Zeit errichteten die Qing nördlich der Stadt auch den legendären Sommerpalast, eine in der Welt einzigartige Gartenanlage für den Adel mit 200 Pavillions, Tempeln und Palastbauten vor der Kulisse einer weitläufigen Landschaft aus künstlich angelegten Seen und Hügeln. Gemeinsam mit dem Kaiserpalast bildete er den Mittelpunkt und das Symbol chinesischer Herrlichkeit und Machtentfaltung. Im Zweiten Opiumkrieg drangen jedoch britische und französische Truppen im Jahre 1860 bis an die Mauern der Hauptstadt vor, und der Sommerpalast wurde von den Briten zunächst geplündert und dann in Brand gesteckt, wobei er praktisch bis auf die Grundmauern niederbrannte. Während der Kaiserhof in einer separaten, ummauerten Stadt auf großzügigem Raum lebte, mußte die Zivilbevölkerung unter menschenunwürdigen Bedingungen wohnen. Mit Geldern, die eigentlich für die Modernisierung der chinesischen Marine gedacht waren, begann die Kaiserinwitwe Cixi (1835-1908) ab 1884 einen neuen Sommerpalast für sich zu errichten. Ihr Projekt markierte als letztes großes Symbol das Ende kaiserlichen Bauglanzes und Patronats - und wurde wie sein Vorgänger von ausländischen Soldaten während des Boxeraufstands im Jahre 1900 durch Brand verwüstet. Zu jener Zeit standen das Reich und die kaiserliche Hauptstadt infolge sukzessiver Wellen ausländischer Besatzung kurz vor dem Zusammenbruch.

Peking nach der Abdankung der Mandschu

1900 Nach der Abdankung der Mandschu und der Gründung der Republik China im Jahre 1912 blieb Peking bis 1928 das politische Zentrum Chinas. Dann richtete Chiang Kai-shek (1887-1975) die Hauptstadt in Nanjing ein. Peking war unter der Kontrolle von rivalisierenden Warlords und wurde daher von der Kuomintang 1928 in Beiping („Nördlicher Friede”) umbenannt, um deutlich zu machen, dass es sich nicht um eine Hauptstadt handelt. Während der turbulenten 1920er Jahre kam es in Peking zu Massenkundgebungen der Bewohner, zuerst 1925, um gegen das Massaker an chinesischen Demonstranten in Shanghai durch britische Soldaten zu protestieren, und 1926, um ihren Unmut über die schmähliche Kapitulation der Regierung vor Japan kundzutun. Als die Demonstranten auf Regierungsbehörden zumarschierten, eröffneten Soldaten das Feuer auf sie. Während des 2. Weltkrieges war die Stadt zwischen 1937 und 1945 von Japan besetzt, wurde jedoch nicht stark beschädigt. 1945 besetzten eine Allianz aus Kuomintang-Truppen und US-amerikanischen Marines die Stadt.

Die Zeit seit der Machtübernahme durch die Kommunisten

US Im Januar 1949 nahmen die Kommunisten Peking ein - neun Monate bevor die Flucht Chiang Kai-sheks nach Taiwan den endgültigen Sieg zur Gewissheit werden ließ. Im Anschluss an die Gründung der Volksrepublik China durch Mao Zedong am 1. Oktober 1949 erklärte die kommunistische Regierung Peking wieder zur Hauptstadt. Der Umbau der Hauptstadt und die Tilgung der Symbole früherer Regimes besaßen für die neuen Machthaber höchste Priorität. Im Eifer, sich von der Vergangenheit zu befreien und eine moderne Hauptstadt des Volkes zu bauen, wurde ein Großteil der alten Bausubstanz zerstört und zweckentfremdet. So wurde zum Beispiel der Tempel der Gepflegten Weisheit zu einer Drahtfabrik umfunktioniert und im Tempel des Feuergottes wurden Glühbirnen hergestellt. In den 1940er Jahren besaß die Stadt noch 8.000 Tempel und Denkmäler, in den 1960er Jahren war diese Zahl auf nurmehr 150 geschrumpft. Zum Schauplatz eines massiven Aufbegehrens durch das Volk wurde Peking 1989, als auf dem Tiananmen-Platz im Zentrum der Stadt zwischen April und Juni des Jahres fast eine Million Demonstranten ihren Unmut über das schleppende Tempo von Reformen, den Mangel an Freiheit und die weit verbreitete Korruption kundtaten. Eine riesige Statue, die Göttin der Freiheit, die man in beiden Händen eine Fackel tragen ließ, wurde von Kunststudenten angefertigt und dem Porträt Mao Zedongs auf dem Tiananmen-Platz gegenübergestellt. Voller Zorn über die Demütigung durch das eigene Volk verhängte die chinesische Regierung am 20. Mai des Jahres das Kriegsrecht. Am 4. Juni 1989 wurde die friedlich demonstrierende Demokratie-Bewegung durch die Armee blutig niedergeschlagen; tausende Zivilisten kamen ums Leben. Am 20. Oktober 1998 wurde in Peking die erste Menschenrechtskonferenz des Landes eröffnet. An der Konferenz nahmen mehr als 100 Vertreter aus 27 Staaten teil und im Juli 2001 erklärte das Internationale Olympische Komitee Peking zum Austragungsort der Olympischen Sommerspiele 2008. Die größten Probleme, denen sich die Stadt wegen der verfehlten modernen Stadtplanungspolitik heute gegenübersieht, sind die wachsende Zuwanderung, die Luftverschmutzung, verursacht durch unmoderne Fabrikanlagen und der ausufernde Verkehr, der seinen Teil zur schlechten Luftqualität beiträgt und die Stadt an den Rand eines Verkehrskollapses bringt.

Einwohnerentwicklung

2001 Hatte Peking 1953 noch 2,8 Millionen Einwohner in der eigentlichen Stadt, so sind es heute (2005) mit 7.490.601 zweieinhalb mal soviel. Diese leben auf einer Fläche von 1.369,9 Quadratkilometer. Die Bevölkerungsdichte beträgt 5.468 Einwohner pro Quadratkilometer. In Berlin sind es zum Vergleich 3.800. In der Metropolregion Peking, zu der auch der die eigentliche Stadt umgebende Vorortgürtel gehört, leben 11.238.749 Menschen auf einer Fläche von 8.859,9 Quadratkilometer. Die Bevölkerungsdichte beträgt 1.268 Einwohner pro Quadratkilometer. Das gesamte Verwaltungsgebiet der Regierungsunmittelbaren Stadt Peking, zu der auch ausgedehnte ländliche Gebiete gehören, hat eine Fläche von 16.807,8 Quadratkilometern und eine Einwohnerzahl von 14.933.274 (Stand 1. Januar 2005). Davon sind 11,629 Millionen registrierte Bewohner mit ständigem Wohnsitz und 3,3 Millionen temporäre Einwohner (liudong renkou) mit befristeter Aufenthaltsgenehmigung (zanzhuzheng). Die Bevölkerungsdichte beträgt 888 Einwohner pro Quadratkilometer. Wer sich länger als drei Tage in der Stadt aufhalten möchte, muss sich beim Amt für öffentliche Sicherheit melden und wird dort registriert. Der Antragssteller erhält dann eine zeitweilige Aufenthaltgenehmigung für drei Monate, die nach Ablauf der Frist verlängert werden muss. Beim Amt muss eine Bescheinigung vom Heimatort vorgelegt werden, die bestätigt, das die Person dort gemeldet ist. In der Stadt befinden sich desweiteren etwa eine Million Gastarbeiter und illegale Einwanderer, die von amtlichen Statistiken nicht erfasst werden und vielfach in großer Armut in den Elendsvierteln mit hoher Kriminalitätsrate leben. Da die Geburtenrate niedrig ist, ist das Bevölkerungswachstum vor allem auf Zuwanderung zurückzuführen. Das natürliche Wachstum der Bevölkerung mit dauerhaftem Wohnsitz in Peking beträgt gegenwärtig 0,9 per 1.000 Einwohner, Geburtenrate: 6,0 pro 1000 Einwohner, Sterberate: 5,1 per 1000 Einwohner Etwa 95,7 Prozent der Bevölkerung sind Han-Chinesen. Größte ethnische Minderheit mit über 1,8 Prozent der Bevölkerung sind die Manju; mit 1,74 Prozent stehen die muslimischen Hui-Chinesen an zweiter Stelle. Daneben gibt es noch nennenswerte Gruppen von Mongolen (0,3 Prozent der Pekinger Bevölkerung) und Koreanern (0,15 Prozent). Alle ethnischen Gruppen Chinas sind in kleiner Zahl auch unter den Einwohnern Beijings vertreten; quantitativ an letzter Stelle stehen die De'ang, ein Mon-Khmer-Volk, mit vier Einwohnern. Das in Peking gesprochene Mandarin (Putonghua) beziehungsweise Hochchinesisch ist zugleich Amtssprache der Volksrepublik China. Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen der eigentlichen Stadt ohne Vorortgürtel. Aufgeführt sind die registrierten Bewohner mit Hauptwohnsitz in Peking. Mandarin

Entwicklung der Wohnsituation

Mandarin Viele Elemente der modernen Stadtplanungspolitik hatten verheerende Folgen für die Bevölkerung und schufen mehr Probleme, als sie lösten. Ein großer Teil der traditionellen Hofhäuser (Hutongs), die als Brutstätte von Individualisten galten, wurde seit 1949 abgerissen. Ihren Platz nahmen anonyme Neubauten aus Beton mit oftmals unzureichender sanitärer Ausstattung und kaum fließend Wasser ein. Als Ende der 1960er Jahre umfangreiche Renovierungsarbeiten an den Gebäuden dringend geboten schienen, wurde stattdessen ein unterirdisches Tunnelnetz angelegt, das im Falle eines Krieges Schutz bieten sollte. Millionen von Arbeitsstunden wurden in das Projekt investiert, das keinen Schutz gegen moderne Bomben bieten konnte und letztlich nur zur Absenkung des Grundwasserspiegels führte. Die Tötung aller Hunde in Peking im Jahre 1950 und zahlreicher Spatzen 1956 - die Maßnahme sollte ursprünglich die Getreidevorräte schützen - hatte allein zur Folge, dass sich die Insekten stärker vermehren konnten. Um dem entgegenzuwirken, ordnete die Stadtverwaltung die Entfernung sämtlicher Grünflächen in der Hauptstadt an, was wiederum Staubstürme in den windigen Wintermonaten verursachte. Gegenwärtig sind große Stadtsanierungsprojekte im Gange, um Peking für die Olympischen Sommerspiele im Jahre 2008 herzurichten. Verschiedene Anstrengungen zur Eindämmung der Luftverschmutzung wurden bereits unternommen, und Fabriken die sich nicht weiter modernisieren ließen, mußten schließen. Freiflächen sind durch aufwendige Begrünung zu neuem Leben erweckt worden. Die verschmutzten Kanäle wurden ausgebaggert. Als Leitstern auf dem Weg Chinas in die Moderne nimmt Peking eine Vorreiterrolle bei der Umgestaltung des Landes ein. In schnellem Tempo werden Gebäude abgerissen und neue errichtet, wovon das weiße Schriftzeichen chai (Abriss) auf alten Häusern und die vielen Baukräne eindrucksvoll Zeugnis ablegen. Im Stadtzentrum werden überwiegend moderne Beton- und Glasbauten errichtet, an den breiten Magistralen entstehen zahlreiche Bürokomplexe. Für die ärmeren Bevölkerungsschichten sind die dortigen Wohnungen nicht bezahlbar. Sie werden in die Außenbezirke der Stadt verdrängt. Die meisten Einwohner Pekings wohnen in Hochhäusern. Zwei Wohngebiete sind dafür besonders wichtig: das Wangjing-Gebiet im Nordosten sowie das Huilongguan-Wohngebiet im Nordwesten. Um dem Problem der Überbevölkerung beizukommen, sind im Rahmen großangelegter Baumaßnahmen eine Reihe von Satellitenstädten für jeweils mehr als 500.000 Einwohner in Bau und Planung.

Politik

Satellitenstädten Bürgermeister von Peking ist der im Juli 1948 in der Gemeinde Shanxitian in der Nähe der Stadt Qingdao geborene Wang Qishan. Er übernahm das Amt am 22. April 2003 von Meng Xuenong, der wegen Fehlverhaltens während des Ausbruchs der Lungenkrankheit SARS in der Hauptstadt von der Kommunistischen Partei Chinas seines Postens enthoben wurde. Meng Xuenong wurde die Verantwortung für eine Politik der Vertuschung und des Verschweigens angelastet, mit der er den Ausbruch von SARS für lange Zeit verheimlichen wollte. An SARS waren in Peking mehrere Tausend Menschen erkrankt, Hunderte starben. Meng Xuenong hatte das Amt als Bürgermeister am 19. Januar 2003 von Liu Qi übernommen. Der neue Bürgermeister Wang Qishan ist Mitglied des Zentralkomitees der KP Chinas. Er war als Professor des Instituts für Wirtschaftsverwaltung und als Senior-Volkswirtschaftler an der Pekinger Tsinghua-Universität und in der Magisterabteilung der Chinesischen Hochschule für Finanzwesen tätig. Weitere Mitglieder der lokalen Regierung in Peking sind der Sekretär des Parteikomitees Liu Qi, der Vorsitzende des Ständigen Ausschusses des Volkskongresses Yu Junbo und die Vorsitzende der Politischen Konsultativkonferenz des Chinesischen Volkes (PKKCV) Cheng Shi'e. Die PKKCV setzt sich aus dem Nationalkomitee und den örtlichen Komitees verschiedener Ebenen zusammen. Die einzelnen Kreise und Bezirke (shiqu) der Stadtprovinz werden jeweils von einem Komitee verwaltet, das seine Direktiven von der zentralen Parteiführung bekommt. Am unteren Ende der Verwaltungspyramide Pekings befinden sich die sogenannten Einwohnerkomitees (jumin weiyuanhui). Siehe auch: Liste der Bürgermeister der Stadt Peking

Städtepartnerschaften

Peking unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Es gibt zahlreiche Theater (zum Beispiel das Theater des Volkes), sowie die Pekinger Konzerthalle für Musikveranstaltungen. Nach Peking ist die berühmte Peking-Oper benannt, die eine besondere Vermischung verschiedener Kunstformen, wie Gesang, Tanz, Akrobatik und mimischem Spiel, darstellt. Die Handlung fußt meist auf historischen oder mythologischen Stoffen. Das zeitgenössische Theater ist demgegenüber in raschem Wandel begriffen und zeigt neuerdings chinesische Übersetzungen westlicher Stücke und experimentierfreudige Produktionen einheimischer Dramaturgen. Das Sprechtheater hielt erst im 20. Jahrhundert Einzug auf chinesischen Bühnen. Seine Heimat wurde das Volkskunst-Theater in Peking, wo vor der Kulturrevolution europäische Stücke mit einer klaren sozialen Botschaft gezeigt wurden. 1968 wurde diese Kunstform jedoch von Jiang Qing, Mao Zedongs dritter Frau, bis auf wenige Stücke - die für die Gesellschaft als erbaulich eingestuft wurden - verboten. Das Theater und die meisten Kinos wurden für rund zehn Jahre geschlossen.

Museen

Mao Zedong Neben zahlreichen Kunstmuseen verfügt Peking auch über ein Naturhistorisches Museum. Das Ergebnis der Sammelleidenschaft eines Qing-Kaisers zeigt ein ungewöhnliches Uhrenmuseum im Kaiserpalast in der Verbotenen Stadt. Die meisten Exponate sind überbordende Beispiele barocker Ornamentik aus Großbritannien und Frankreich, am beeindruckendsten ist jedoch vielleicht die riesige chinesische Wasseruhr. Gute zeitgenössische Kunst ist in Peking relativ schwer zu finden. Ein Großteil der anspruchsvolleren Ausstellungen findet in alternativen Galerien statt, die nur selten in den Stadtmagazinen verzeichnet sind. Die bekanntesten sind die "Courtyard Gallery" in der Donghuamen Dajie und die "Red Gate Gallery" im "China World Hotel" in der Jianguomenwai Dajie. 60 Kilometer nördlich der Stadt befindet sich das interessante "Luftfahrtmuseum". In einem riesigen Hanger und einer Ausstellungshalle werden mehr als 300 Fluggeräte gezeigt, angefangen von einem Nachbau des Flugzeugs der Gebrüder Wright, das Feng Ru (1883-1912), der erste chinesische Flugzeugingenieur und Pilot im Jahre 1909 steuerte, bis hin zu Kampfhubschraubern, die im Ersten Golfkrieg zum Einsatz kamen. Zur Sammlung gehören außerdem Kampfflugzeuge aus dem Koreakrieg, der Bomber der 1964 Chinas erste Atombombe abwarf, sowie Mao Zedongs persönliche Maschine und jenes Flugzeug, aus dem die Asche von Zhou Enlai verstreut wurde.

Bauwerke

Altstadt und Kaiserpalast

Zhou Enlai] Zhou Enlai Die ursprünglich von einer großen Mauer umgebene Altstadt von Peking wurde als Abbild des Kosmos - von griechisch kósmos = die Welt[-ordnung] - geplant und bestand aus drei rechteckigen Bezirken (Kaiser-, Innere und Äußere Stadt). Auf der Hauptachse der Altstadt, in Nord-Süd-Richtung, befanden sich Torbauten, Palast- und Zeremonialgebäude. Die Verbotene Stadt - sie war ursprünglich nicht für das einfache Volk zugänglich - beherbergt den mit einer Mauer umgebenen und 1987 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärten ehemaligen Kaiserpalast. Der Ort diente 24 chinesischen Kaisern der Ming- und Qing-Dynastien und ihren Familien als Residenz. Heute beherbergt die Verbotene Stadt das Palastmuseum. Die Altstadt bestand aus der Äußeren und der quadratischen im nördlichen Teil gelegenen Inneren Stadt, die von 1409 bis 1420 erbaut und von einer breiten, 15 Meter hohen Mauer mit neun Toren umgeben war. Die Grenzen der Inneren Stadt entsprachen weitgehend denen der Hauptstadt Daidu in der Yuan-Dynastie (1271-1368). In der Inneren Stadt lag die Kaiserstadt, in der sich Regierungsgebäude, Paläste, Tempel, Garten- und Parkanlagen sowie die Verbotene Stadt befanden. Außerhalb der Kaiserstadt lagen Viertel mit Märkten und Tempeln sowie Wohnviertel. Die Mauer war circa 25 Kilometer lang. Die im südlichen Teil gelegene Äußere Stadt wurde während der Ming-Dynastie zwischen 1521 und 1566 erbaut. Sie war rechteckig und besaß eine Mauer von 23,5 Kilometern Länge. Es befanden sich sowohl wichtige Tempelbezirke als auch Wohnbezirke für das einfache Volk in diesem Areal. Nach der Machtübernahme der Kommunisten in China am 1. Oktober 1949 wurden die alten Stadtmauern niedergerissen und durch Hauptverkehrsstraßen ersetzt; von den alten Stadttoren blieben jedoch mehrere erhalten. Das Palastmuseum (Gugong) in der Verbotenen Stadt ist die frühere Residenz der kaiserlichen Familie und des Hofes. Dieser Komplex - im 15. Jahrhundert errichtet - umfasst eine Reihe von riesigen Hallen und Palästen. Westlich dieses Komplexes befindet sich das Gebiet Zhongnan Hai, ein großer Park mit Seen, der von einer Mauer umgeben ist.

Der Tiananmen-Platz

15. Jahrhundert Unmittelbar südlich der Verbotenen Stadt und des Palastmuseums liegt der Tiananmen-Platz (Platz des Himmlischen Friedens), das Zentrum der Stadt. Auf dem Platz können sich bis zu einer Million Menschen versammeln. Mit seiner Fläche von 40 Hektar ist er einer der größten öffentlichen Plätze der Welt. Er wurde in seiner gegenwärtigen Größe im Anschluss an die Machtübernahme der Kommunisten angelegt. Jedes Jahr finden hier große Feierlichkeiten und Kundgebungen statt. An der Westseite des Platzes steht die Große Halle des Volkes (Sitz der chinesischen Nationalversammlung), an der Ostseite befindet sich ein Museum zur chinesischen Geschichte und Revolution. Ein Denkmal für die Helden des Volkes und das Grab des früheren Vorsitzenden Mao Zedong (1893-1976) beherrschen den Platz in seiner Mitte. In seiner neueren Geschichte diente der Platz zahlreichen historisch bedeutsamen Massenkundgebungen als Rahmen: am 4. Mai 1919 den ersten Forderungen nach Demokratie und Liberalismus durch Studenten, die gegen den Versailler Vertrag demonstrierten; am 9. Dezember 1935 den antijapanischen Protesten, mit denen zu einem Krieg des nationalen Widerstands aufgefordert wurde; 1966 den acht bühnenreif inszenierten Massenaufmärschen, die den Beginn der Kulturrevolution markierten und für die jedesmal circa eine Million Rotgardisten nach Peking befördert wurden, um auf die revolutionären Ideale eingeschworen und dann voller Schaffensfreude in die Provinzen entsandt zu werden; und im April 1976 der brutal unterdrückten, dem Gedenken an den früheren Premierminister Zhou Enlai (1898-1976) gewidmeten Qing-Ming-Demonstration, die zum ersten Mal auf den späteren Fall der Viererbande hindeutete. Heute ist der Platz jedoch vor allem wegen der entsetzlichen Ereignisse von 1989 im Gedächtnis geblieben, als Studenten und Arbeiter friedlich für Demokratie demonstrierten und tausende am 4. Juni des Jahres vom chinesischen Militär getötet wurden.

Tempelanlagen

4. Juni Von den vielen Tempeln ist der Himmelstempel (Tiantan) im südlichen Teil der Äußeren Stadt besonders hervorzuheben (unter anderem mit der Halle der Jahresgebete). Dort betete der Kaiser jedes Jahr für eine reiche Ernte. Die Anlage liegt im Xuanwu-Bezirk im Süden der Stadt inmitten eines großen Parks. Das wichtigste Gebäude des Tempels ist die Halle der Ernteopfer, ein Gebäude mit kreisförmigem Grundriss auf einer dreistufigen Marmorterrasse. Sie wurde im Jahre 1420 erbaut, brannte 1889 ab und wurde 1890 neu errichtet. Weitere sehenswerte Tempel sind der Konfuzianische und der Lamatempel (Yonghegong) sowie der Tempel der Weißen Pagode, die zum Gedenken an den Besuch des Dalai Lama Ngawang Lobsang Gyatso (1617-1682) aus Tibet im Jahre 1651 errichtet wurden. Des Weiteren sind der kaiserliche Sommerpalast (Yihe Yuan) sowie die Ruinen des Alten Sommerpalastes (Yuanming Yuan) zu nennen.

Weitere Bauwerke

Alten Sommerpalastes In den nordwestlichen Vororten (Shisan ling) befinden sich die Ming-Gräber der Kaiser aus der Ming-Dynastie (1368-1644). Diese erreicht man über eine Allee, die von marmornen Löwen, Elefanten, Kamelen und Pferden gesäumt wird. Nordwestlich der Gräber (bei Badaling) steht ein Teil der Chinesischen Mauer. Interessant als Relikt vergangener Zeiten ist das Alte Observatorium. Die erste Sternwarte an dieser Stelle entstand auf Anordnung von Kublai Khan (1215-1294), um den damals fehlerhaften Kalender durch Astronomen korrigieren zu lassen. Später als die islamischen Wissenschaften ihre Blüte erlebten, gelangte es unter muslimische Kontrolle, um im 17. Jahrhundert schließlich in die Hände von christlichen Jesuiten-Missionaren überzugehen, die bis in die 1830er Jahre die Hausherren blieben. Im Komplex befindet sich ein idyllischer Garten und acht astronomische Instrumente aus der Ming-Zeit - wunderbar gearbeitete Armillarsphären, Theodolite und Ähnliches - auf dem Dach. Angegliedert ist ein kleines Museum mit einer Ausstellung von frühen, durch Astronomie inspirierten Töpferarbeiten und Navigationsinstrumenten. Weitere bedeutende Sehenswürdigkeiten sind der 400 Meter hohe Fernsehturm, das Central Chinese Television Headquarters (Fertigstellung 2008) und die zahlreichen christlichen Kirchen. Die größten und bekanntesten unter ihnen sind die Östliche Kirche (Wangfujing), die Westliche Kirche (Xizhimen), die Südliche Kirche (Xuanwumen) und die Nördliche Kirche (Xishiku).

Chinesische Mauer

Central Chinese Television Headquarters Über eine Länge von 6.000 Kilometer zieht sich die Chinesische Mauer durch China, ein monumentales Bauwerk, dessen Errichtung im 5. Jahrhundert v. Chr. begonnen wurde und bis ins 16. Jahrhundert fortgeführt wurde. Die heute noch bestehenden Teilstücke würden aneinandergesetzt von New York bis nach Los Angeles reichen, und würde man aus ihren Steinen eine einzige Mauer von fünf Meter Höhe und ein Meter Tiefe bauen, ergäbe sich eine Strecke, die länger als der Erdumfang wäre. Der bekannteste Mauerabschnitt erstreckt sich bei Badaling, 70 Kilometer nordwestlich von Peking. Es war das erste Teilstück, das 1957 restauriert wurde. Die Mauer ist dort sechs Meter breit und in regelmäßigen Abständen mit Wachtürmen aus der Ming Zeit (1368-1644) bestückt. Ihr Verlauf folgt dem Grat einer Hügelkette und hätte verteidigungsstrategisch kaum besser angelegt sein können, weshalb dieser Abschnitt auch nie direkt angegriffen, wohl aber über die Seiten eingenommen wurde. Weniger bekannt ist die Chinesische Mauer bei Mutianyu, 90 Kilometer nordöstlich von Peking. Der dortige, 1368 erbaute und 1983 restaurierte Abschnitt mit seinen zahlreichen Wachtürmen ist zwei Kilometer lang und erstreckt sich entlang eines Hügelkamms in grüner, sanft gewellter Landschaft. Ein weiteres Teilstück der Chinesischen Mauer befindet sich in Simatai, 110 Kilometer nordöstlich von Peking. Der Großteil dieses aus der Ming-Dynastie stammenden Mauersegments ist in seinem ursprünglichen Zustand belassen und besitzt nur einige Neuerungen aus späterer Zeit wie beispielsweise Geschützstände für Kanonen und quer zur äußeren Mauer gezogene, innere Mauerabsperrungen, um bereits eingedrungene Feinde zu stoppen.

Parks

1983 Der allgemein als Sommerpalast bezeichnete Yiheyuan gehört zu den reizvollsten Parkanlagen in Peking. Das riesige Areal, zwei Drittel davon ein See, diente den letzten Kaisern als Ort der Sommerfrische, an den sie sich samt Hofstaat während der heißesten Monate des Jahres zurückzogen. Und die von Hügeln umgebene, vom See gekühlte und durch eine Gartenanlage geschützte Lage ist ideal. Kaiserliche Pavillions gibt es dort schon seit dem 11. Jahrhundert, die heutige Anlage stammt jedoch größtenteils aus dem 18. Jahrhundert und entstand unter dem Mandschu-Kaiser Qianlong. Der Nordmeer-Park (Beihai Gongyuan) nordwestlich des Kaiserpalastes ist einer der typischen chinesischen Gärten. Der Jin-Kaiser Shizong begann 1179 mit der Errichtung eines Sommerpalastes und der Anlage dieses Parks. Kaiser Kublai Khan machte ihn 1260 zu seiner Residenz, indem er die "Halle der Weiten Kühlung" bezog. An ihrer Stelle wurde durch die Qing-Kaiser ab 1651 die lamaistische "Weiße Pagode" erbaut, die noch heute den Park dominiert. Kaiser Qianlong ließ zwischen 1735 und 1796 umfangreiche Erweiterungsarbeiten durchführen. Nahezu alle heutigen Bauten in diesem Park stammen aus dieser Bauperiode. Weitere Parks sind der Jingshan- und der Ditan-Park. Sehenswert ist auch der Zoo von Peking.

Kulinarische Spezialitäten

Nirgendwo auf dem chinesischen Festland ist die kulinarische Vielfalt größer als in Peking. Neben allen chinesischen Küchen sind hier auch nahezu alle asiatischen und die meisten Weltküchen vertreten. Angesichts dieser Fülle wird oft nicht beachtet, dass Peking selbst eine eigene Kochtradition besitzt und mit Spezialitäten wie Peking-Ente (Beijing kaoya) und mongolischem Feuertopf einen schmackhaften Beitrag leistet. Peking-Ente wird in chinesischen Restaurants auf der ganzen Welt serviert und besteht aus kleinen Fleischstücken, die in Pflaumensoße getunkt und anschließend mit gehackten Zwiebeln in einen Pfannkuchen gerollt werden. Ein anderes bekanntes Gericht ist der mongolische Feuertopf, bei dem in einem Topf mit kochender, meist von unten auf Temperatur gehaltener Brühe in Streifen geschnittenes Hammelfleisch sowie Kohl und Nudeln gestippt werden. Der Rest wird am Ende mitunter als Suppe getrunken.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Feuertopf Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Stadtprovinz Peking im Jahre 2004 betrug 428,3 Milliarden Yuan (51,8 Milliarden US-Dollar), was einem Anstieg von 13,2 Prozent gegenüber 2003 entspricht. Es war das höchste Wachstum der letzten Dekade. Das BIP pro Kopf ist nach Hongkong, Macao und Shanghai das vierthöchste in der Volksrepublik China. Peking ist mittlerweile das zweitgrößte Industriezentrum des Landes. Wichtige Industriezweige wurden in den Satellitenstädten angesiedelt: die Herstellung von petrochemischen Produkten in Fangshan, Maschinenfabrikation in Fentai, Eisen- und Stahlfabrikation in Shijingshan sowie Motorfahrzeugherstellung in Tongxian. Über zwei Millionen Arbeiter der Provinz sind in der Industrie beschäftigt. Es werden Bekleidung, Konserven, Baumwoll- und Synthetikstoffe, Farben, Papier, Schmiermittel und elektronische Produkte hergestellt. Seit dem Beginn von Wirtschaftsreformen im Jahre 1978 gewinnt die Baubranche zunehmend an Bedeutung. In ihr sind rund 700.000 Bauarbeiter beschäftigt. In der Landwirtschaft der Provinz arbeiten rund 900.000 Menschen. Zu den landwirtschaftlichen Erzeugnissen gehören Geflügel- und Schweinefleisch, Getreide, Gemüse (Kohl, Tomaten, Auberginen, Möhren und Zwiebeln), Milch und Eier. Zahlreiche Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe haben sich in den vergangenen Jahren in Peking angesiedelt (über eine Million Beschäftigte). Die Stadt ist ein Einkaufs- und Modezentrum. Es gibt mehrere moderne Einkaufsbezirke (zum Beispiel in der Wangfujing-Straße). Tradition haben unter anderem Goldemaillearbeiten (Cloisonné), Jadeschnitzerei und die Teppichweberei. Seit den Wirtschaftsreformen der 1980er und 1990er Jahre gibt es auch Betriebe, die von ausländischen Investoren getragen werden. Es entstanden viele Privatunternehmen. In Peking gibt es rund 100.000 privat angestellte Arbeitnehmer (Getihu) in Gewerbebetrieben. Das Dienstleistungsgewerbe zählt über 30.000 Betriebe mit rund 200.000 Beschäftigten. Peking hat schwerwiegende Probleme mit der Luft- (Kohleverbrennung) und Wasserverschmutzung.

Verkehr

1990er 1990er Als Verkehrsknotenpunkt verfügt Peking über Flughäfen und Bahnverbindungen in alle Teile des Landes, wie auch eine interkontinentale Strecke über Ulan-Bator und die Transsibirische Eisenbahn nach Europa. Der Hauptflughafen (Flughafen Peking) liegt im Gebiet Shunyi, circa 20 Kilometer nordöstlich vom Stadtzentrum entfernt. Über den Kaiserkanal hat Peking Verbindung mit dem Hwangho (Gelber Fluss) und dem Jangtse. Peking ist mit anderen Städten Chinas durch neun Autobahnen verbunden. Das Autobahnnetz Peking wird ständig erweitert. Für den innerstädtischen Verkehr stehen fünf Ringstraßen und einige Durchgangsstraßen zur Verfügung. Man klassifiziert das Stadtzentrum als den Teil von Peking, der innerhalb der 2. Ringstraße liegt und den Großraum der Stadt Peking als den Teil, der innerhalb der 5. Ringstraße liegt. Ähnlich wie Moskau entwickelt Peking sich in Form von Ringen. Das hat leider Probleme für den Straßenverkehr mit sich gebracht. Staus sind häufig, und der Neu- und Ausbau von Ringstraßen scheint das Verkehrsproblem nicht zu lösen. Innerstädtische öffentliche Verkehrsmittel gibt es im Form von fast eintausend Bus- und Trolleybuslinien. Der erste Oberleitungsbus fuhr am 26. Februar 1957 in der Stadt. Am 24. Juni 1899 fuhren die ersten elektrischen Straßenbahnen in Peking, der Betrieb wurde aber schon während des Boxeraufstands am 13. Juni 1900 wieder eingestellt. Am 17. Dezember 1924 wurde das System wiedereingeführt. Diesmal verkehrten die Straßenbahnen bis 6. Mai 1966. Zwar gibt es heute keine Tramlinien mehr, dafür aber vier Untergrundbahnlinien (zwei unterirdisch und zwei auf Bodenebene). Der erste Streckenabschnitt der U-Bahn Peking wurde am 1. Oktober 1969 eröffnet. Etwa fünf weitere U-Bahnlinien sind für die Olympischen Spiele 2008 geplant. Trotzdem kommt es immer zu langen Staus und stockendem Kolonnenverkehr. Neben dem gut ausgebauten Bussystem und den U-Bahnlinien existiert noch eine S-Bahn in Form einer Hochbahn. Aufgrund der hohen Kosten wird sie allerdings kaum genutzt.

Bildung

Hochbahn Von den vielen Hochschulen der Stadt sind die Peking-Universität (北京大学, gegründet 1898) und die Qinghua-Universität (清华大学, gegründet 1911) am bekanntesten. Landesweit bekannt sind auch die Volksuniversität (人民大学) und die Pädagogische Hochschule Peking (北京师范大学). An der BLCU (北京语言文化大学, vormals Sprachinstitut; gegründet 1962), sind etwa drei Viertel der Studenten Ausländer, die Chinesisch studieren. Ebenso interessant ist die Sportuniversität Peking (北京体育大学 Beijing Tiyu Daxue), die wichtigste Sportuniversität Chinas, bei Ausländern besonders für ein Studium des Wushu, oft in Kombination mit einem Sprachstudium, beliebt. Daneben gibt es die Chinesische Akademie der Wissenschaften (Academia Sinica) und eine Reihe ihr unterstehender Forschungsinstitute. Die Fremdsprachenuniversität Peking (北京外国语大学) ist eine der besten Fremdsprachenuniversitäten des Landes. Über 250.000 Menschen sind im wissenschaftlichen und technischen Bereich angestellt. Rund 500.000 Personen sind im Bildungs- und Kommunikationswesen tätig. Die Peking-Bibliothek ist die bedeutendste in der Volksrepublik China (circa zehn Millionen Bände; mit Beständen aus den Bibliotheken der Sung-, Yuan-, Ming- und Qing-Dynastien). Die meisten Universitäten befinden sich im Haidian-Bezirk (海淀区) im Nordwesten der Stadt. Allein dort gibt es mehr als zwanzig Universitäten.

Persönlichkeiten

Peking war Geburtsort zahlreicher prominenter Persönlichkeiten. Die bekanntesten sind unter anderem die Kaiser von China, Qianlong und Pu Yi, die Kaiserinwitwe Cixi, die Schachweltmeisterin Xie Jun, die Schauspieler Ivan Desny, Jet Li und Zhang Ziyi, die Schriftsteller Shan Sa und Lao She und die Sängerin und Schauspielerin Faye Wong. Bis heute wurden rund zwanzig Personen zu Ehrenbürgern der Stadt Peking ernannt. Dabei handelt es sich überwiegend um Menschen mit Wohnsitz in Hongkong, unter ihnen zahlreiche Besitzer großer Konzerne (Tycoone). Einige Ehrenbürger stammen aus dem Ausland, darunter auch zwei De

Tet-Offensive

Die Tet-Offensive bezeichnet einige militärische Operationen der regulären nordvietnamesichen Armee (NVA) und des Vietcong im Jahr 1968 im Rahmen des Vietnamkrieges. Sie startete als Überraschungsangriff während des vietnamesischen Neujahrsfestes, dem Tết Nguyên Ðán. Mit der Verstärkung des amerikanischen Militäreinsatzes nahm auch die Waffenhilfe aus China und namentlich aus der Sowjetunion zu, und Nordvietnam sowie der Vietcong konnten ihre Verluste mehr als nur ausgleichen. Deswegen mussten auch die Amerikaner wieder zusetzen. Die Eskalation brachte bis Anfang 1968 eine halbe Million US-Soldaten nach Südvietnam. Und doch war der Vietcong so stark, dass er aus seinen Schlupfwinkeln hervorbrechen und in immer grösseren Verbänden richtige Feldschlachten liefern und Städte angreifen konnte. Die nordvietnamesische Regierung bot dem Süden zum Neujahrsfest einen Waffenstillstand beider Seiten über die Festtage an, sodass ihre Soldaten zum Fest zu ihrer Familie zurückkehren könnten. Denn das "Tet" Fest ist für Vietnam von großer Bedeutung. Nordvietnam hat also seinen eigens angebotenden Vertrag gebrochen. Die Amerikaner und mehr noch die südvietnamesischen Truppen wurden von dem Angriff überrascht, zumal sich viele ARVN-Soldaten im Feiertagsurlaub befanden. So gelang es den Vietcong unter anderem, sowohl die alte Kaiserstadt Hue zu erobern und die dortige Zitadelle zu besetzen, als auch sehr symbolträchtig die amerikanische Botschaft in Saigon anzugreifen. Allerdings waren die 19 Vietcong, die das Botschaftsgebäude stürmen wollten, bereits tot, noch bevor einer von ihnen einen Fuß in das Gebäude setzen konnte. Weitaus stärkere Angriffe fanden in und nahe bei Saigon auf den Flugplatz und die Hauptquartiere von General Westmoreland sowie des südvietnamesischen Militärs statt. Doch die Amerikaner brauchten nur kurze Zeit, um sich zu sammeln und zurück zu schlagen. Schon am nächsten Morgen griffen sie mit 5.000 Mann die Nordvietnamesen an, und binnen fünf Tagen waren die NVA-Truppen vollständig geschlagen. Härter, länger und blutträchtiger entwickelten sich die Kämpfe in Hue. Doch auch hier endeten die Kämpfe nach gut einem Monat mit der vollständigen Niederlage der Nordvietnamesen und Vietcong. Die Tet-Offensive brachte dem Vietcong zwar nicht den erwünschten militärischen Durchbruch, dass die Guerilla aber trotz der amerikanischen Präsenz überhaupt zu einer solchen groß angelegten Operation fähig war, galt als grosser politischer Erfolg für den Vietcong. Als entscheidend erwies sich die Offensive vor allem in Hinblick auf die öffentliche Meinung in den USA. Durch die geschilderten Eindrücke des teilweise panikartigen Rückzuges amerikanischer Einheiten, die verlustreichen und intensiven Kämpfe, die offene Hinrichtung von Nguyen Van Lem durch den südvietnamesischen General Nguyen Ngoc Loan und vor allem auch den Angriff auf die amerikanische Botschaft, setzte sich der Eindruck eines verlorenen und sinnlos gewordenen Krieges weiter durch. Technisch gesehen war dies eine Großoffensive, menschlich gesehen war dies ein grausames und unmenschliches Massaker seitens der Nordvietnamesen und Vietcong. Die Folgen dieser Offensive waren meschenmissachtend, grausam und brutal. In der Stadt Hue wurden 3500 bis 5000 Bürger exekutiert, darunter auch Frauen und Kinder, die lebendig begraben worden sind. Bei dem Tet-Massaker starben auch drei deutsche Professoren der Universität Hue.

Weblinks


- http://www.lebensgeschichten.org/vietkrieg/vietnamkrieg04.php Kategorie:Vietnamkrieg Kategorie:Schlacht ja:テト攻勢

Südchinesisches Meer

Das Südchinesische Meer ist ein Teil des Chinesischen Meeres und Randmeer des Pazifischen Ozeans in Asien, zu dem der Golf von Thailand und der Golf von Tonkin gehören. Es liegt zwischen China, der Indochinesischen- und der Malaiischen Halbinsel sowie den Inseln Formosa (heute Taiwan), Luzon, Palawan und Borneo. Anrainerstaaten sind China, Taiwan, die Philippinen, Malaysia, Brunei, Indonesien, Singapur, Thailand, Kambodscha und Vietnam. Weitere Inseln sind u. a. Hainan, die Natuna-Inseln, die Anambas-Inseln, die Spratly-Inseln und die Paracel-Inseln. Um letztere beiden Inselgruppen bestehen Gebietsstreitigkeiten zwischen verschiedenen Anrainerstaaten.
- Fläche: 2.975.000 km²
- Größte Tiefe: 5016 m Kategorie:Meer Kategorie:Südostasien Kategorie:Asien Kategorie:Geographie (China) ja:南シナ海 ko:남중국해 ms:Laut China Selatan th:ทะเลจีนใต้

Da Nang

Đà Nẵng ist eine Großstadt in Mittelvietnam. Sie war während der französischen Kolonialherrschaft auch unter dem Namen Tourane bekannt. Sie liegt am Delta des Flusses Han. Im Norden schließt sich der Wolkenpass als Wetterscheide an, nicht weit davon liegt die alte Kaiserstadt Hue. In Da Nang leben etwa 370.000 Einwohner; das Gemeindegebiet umfasst eine Fläche von 1250 km². Sie ist seit 1996 auch Hauptstadt der Provinz Da Nang. Die Stadt verfügt über einen Naturhafen, der Da Nang zu einem wichtigen Handelspunkt am Pazifischen Ozean machte. Im Jahr 1858 landeten französische Truppen auf Befehl von Napoleon III. hier, um die Region zu kolonisieren. Im Vietnam-Krieg war Da Nang ein wichtiger Kriegshafen der Amerikaner, auch dadurch wurde der Ort zu einer der fünf größten Städte Indochinas. Heute wird durch diesen Hafen ein Teil der landwirtschaftlichen Produktion Vietnams, wie Reis, Trockenfisch, Tee oder Fischsoße exportiert. Von touristischer Bedeutung sind das in Vietnam einmalige Cham-Museum sowie die von Höhlen durchzogenen Marmorberge. Da Nang verfügt über einen internationalen Flughafen (Da Nang International Airport (DAD).

Weblink


- [http://www.danang.gov.vn/home/view.asp?id=60 Offizielle Seite der Stadt (Engl.)]
- [http://www.virtualtourist.com/travel/Asia/Vietnam/Tinh_Da_Nang/Da_Nang-1483622/TravelGuide-Da_Nang.html Virtualtourist (Engl.)]
- [http://www.world66.com/asia/southeastasia/vietnam/danang World 66 (Engl.)] Kategorie:Ort in Vietnam Kategorie:Ort mit Seehafen ja:ダナン

Tropen

---- Die Tropen (v. gr.: tropai heliou Sonnenwendegebiete) sind a) strahlungsklimatisch betrachtet die Gebiete, die durch die beiden Wendekreise (23,5° nördliche und südliche Breite) begrenzt werden und in denen die Sonne mindestens einmal im Jahr im Zenit steht, b) im System der Atmosphärischen Zirkulation der Bereich zwischen den beiden subtropisch-randtropischen Hochdruckgürteln der Nord- und Südhalbkugel der Erde. c) der Bereich beiderseits des Äquators, der durch höhere tageszeitliche und geringere jahreszeitliche Temperaturschwankungen (25°C Jahresmittel) geprägt ist, da sich durch die ganzjährig hohe Einstrahlung keine thermischen Jahreszeiten bilden können, d) der Bereich bei dem die jährlichen Tageslängen nur sehr gering zwischen 10,5 und 13,5 Stunden schwanken. Als polwärtige Grenze der Tropen zu den Subtropen verwendete Köppen die 18°-Isotherme, Supan und Philippson die 20°-Isotherme des kältesten Monats. Diese Abgrenzungen beziehen sich aber nur auf die in geringer Höhe über dem Meeresspiegel gelegenen Warmtropen, die typischen Klimaeigenschaften der Tropen gelten aber auch für die höher gelegenen Gebiete. Wegen der Temperaturabnahme mit der Höhe spricht man dann, wenn die 18°- oder 20°-Isotherme unterschritten werden, aber rechnerisch sich ein höherer Wert ergäbe, von Kalttropen. Innerhalb der Tropen werden die äquatornahen immerfeuchten von den zu den Wendekreisen hin wechselfeuchten bzw. trockenen Tropen unterschieden, die sich in unterschiedlichen Vegetationszonen von den Tropischen Regenwäldern über die verschiedenen Savannentypen bis zu den Tropischen Halbwüsten und Wüsten zeigen. Als Ektropen werden diejenigen Gebiete bezeichnet, welche nicht in den Tropen liegen.

Siehe auch


- Tropischer Regenwald
- innertropische Konvergenzzone (ITC)
- Tropischer Wirbelsturm Kategorie:Tropen Kategorie:Meteorologie Kategorie:Ökosystem ja:熱帯 ko:열대

Vietnam

Vietnam (vietnamesisch Việt Nam, chin. 越南 = Südlich von Yuè) ist ein Staat in Südostasien. Der offizielle Name lautet Sozialistische Republik Vietnam (Cộng Hòa Xã Hội Chủ Nghĩa Việt Nam). Vietnam grenzt an China, Laos, Kambodscha und an das Südchinesische Meer. Nach Jahrzehnten des Krieges war es in den 1980er Jahren eines der ärmsten Länder Asiens. Seit Ende der 1980er Jahre verfolgt das Land eine auf Wirtschaftswachstum ausgerichtete Politik, die die wirtschaftlichen Verhältnisse stetig verbessert hat und das Land dem Status eines Schwellenlandes angenähert hat.

Geographie

Hauptartikel: Geographie Vietnams Vietnam ist mit 331.688 Quadratkilometern Größe etwas kleiner als Deutschland. Flachland macht nur etwa 20 % der Fläche aus. Der Rest sind bergige (40 %) oder hügelige Gebiete (40 %). Der Norden setzt sich aus dem Delta des Roten Flusses und den Hochländern im Nordwesten mit dem Phan-xi-păng (3143 m) zusammen. Im Süden gibt es neben flachen Küstengebieten das Delta des Mekong, Gebirge und das Hochplateau Tay Nguyen. Tay Nguyen Das Klima ist tropisch und vom Monsun geprägt. Im Gegensatz zum Süden kühlt es in Nordvietnam von November bis April deutlich ab. Temperaturen schwanken zwischen 5° C und 37° C und die Niederschläge zwischen 1200 und 3000 cm pro Jahr. Die Luftfeuchtigkeit beträgt durchschnittlich 84 %. Die wichtigsten Städte des Landes sind Hà Nội und Thành phố Hồ Chí Minh (Ho-Chi-Minh-Stadt). Weitere bedeutende Städte sind Cần Thơ, Đà Nẵng, Hải Phòng Nha Trang, und Huế. Siehe auch: Liste der Städte in Vietnam

Bevölkerung

Die Bevölkerungszahl Vietnams wird auf etwa 83,5 Millionen Menschen geschätzt, was in etwa der Bevölkerung Deutschlands entspricht. Die Bevölkerung ist im Schnitt sehr jung: Landesweit sind etwa 30 % der Menschen unter 14 Jahre alt, und nur etwa 5 % sind über 65. Das Bevölkerungswachstum wird auf 1,3 bis 1,4 % geschätzt. Die Geburtenrate ist tendenziell rückläufig, während aufgrund verbesserter medizinischer Bedingungen die Sterberate ebenfalls sinkt. Die Lebenserwartung liegt momentan bei 64 Jahren für Männer und 68 Jahren für Frauen. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt in den dicht besiedelten Gebieten der Mündungsdeltas vom Roten Fluss und Mekong, in denen Landwirtschaft vorherrscht. Trotz der agrarischen Prägung leben bereits rund 25 % der Vietnamesen in den urbanen Regionen der großen Städte, und die Zuwanderung aus den wirtschaftlich wenig entwickelten ländlichen Gebieten (Landflucht) nimmt stetig zu. Etwa 88 % der Bevölkerung sind ethnische Vietnamesen ("Viet", oder Kinh). Daneben sind 53 ethnische Minderheitengruppen anerkannt. Die größte davon sind die "Auslandschinesen" (vietnamesisch: "Hoa"), deren Zahl auf etwa 1,2 Millionen geschätzt wird. Die Mehrzahl von ihnen sind Nachfahren von Einwanderern, die 1644, nach dem Zusammenbruch der Ming-Dynastie, ins Land gekommen waren. Weitere Volksgruppen sind Thai, Khmer (vor allem im Süden, der Region des Mekong-Deltas, die über Jahrhunderte zu Kambodscha gehörte) und die, unter der Sammelbezeichnung "Bergvölker" (Montagnards) bekannten, Bewohner der Bergregionen. Letztere, die als die ursprünglichen Bewohner des kontinentalen Südostasiens gelten, wurden im Verlauf der Geschichte in Vietnam, Thailand, Myanmar und Laos von den zugewanderten Mehrheitsvölkern aus den fruchtbareren Regionen der Flussebenen und Küsten in die unzugänglichen Bergregionen verdrängt. Diese Völker sind bis heute von der wirtschaftlichen Entwicklung dieser Länder weitgehend abgeschnitten und leben in vergleichsweiser Armut. Kultur und Sprache der Minderheiten unterscheiden sich meist sehr stark von jener der Vietnamesen. Da Angehörige der "Bergvölker" im Indochinakrieg und im Vietnamkrieg jeweils auf Seiten Frankreichs bzw. der USA kämpften, gab es nach der Wiedervereinigung Vietnams Repressionen gegen diese Völker, und sie sind in der Gesellschaft teils nicht gut angesehen. Der Human Development Index von Vietnam, der neben dem Wirtschaftswachstum auch die Lebenserwartung und das Bildungsniveau sowie die Alphabetisierungsrate berücksichtigt, lag 2004 bei 0,69 (Platz 112 von 177 Staaten). Danach ist die Lebensqualität etwa vergleichbar mit der in vielen arabischen oder südamerikanischen Ländern. Sie ist besser als die in den südostasiatischen Entwicklungsländern (Kambodscha, Laos, Myanmar), reicht aber nicht an die in den Schwellenländern der Region heran.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Vietnams Vietnam hat eine über 2.700 Jahre alte Geschichte. Etwa eintausend Jahre lang wurde es von China beherrscht. Es erlangte im 10. Jahrhundert die Unabhängigkeit. Nach dem 2. Weltkrieg versuchte Frankreich die Kontrolle über Vietnam zurückzugewinnen, scheiterte aber nach einem einige Jahre dauernden Krieg. Nach der Indochinakonferenz wurde das Land vorübergehend in Süd- und Nordvietnam aufgeteilt, bis Wahlen in beiden Landesteilen stattfinden sollten. Während des Kalten Krieges wurde der Norden vor allem durch die Sowjetunion und der Süden vor allem durch die USA unterstützt. In Südvietnam wurden US-Truppenteile stationiert. Da die geplanten landesweiten Wahlen von Südvietnam und den USA verhindert wurden, konnte eine Wiedervereinigung zunächst nicht durchgeführt werden. Es entstanden Spannungen zwischen den beiden Teilstaaten, insbesondere jedoch auch zwischen den USA und Nordvietnam, die 1964 schließlich zum Vietnamkrieg führten, in dem neben anderen Beteiligten Nordvietnam und der Nationalen Front für die Befreiung Südvietnams (bekannt als Vietcong) gegen Südvietnam und die USA kämpften. Heute ist bekannt, dass die US-Regierung ein nicht vorhandenes Gefecht und einen Angriff auf US-Schiffe vortäuschen ließ, um dann mit diesem Vorwand nordvietnamesisches Gebiet zu bombardieren (zweiter Tonkin-Zwischenfall). Bis 1973 zogen sich die US-amerikanischen Truppen aus dem Land zurück. 1975 hatten die Nordvietnamesen und der Vietcong Südvietnam vollständig erobert. Kennzeichnend dafür und als Ende des Krieges angesehen ist der Fall von Saigon. 1976 wurde Vietnam offiziell unter dem heutigen Staatsnamen wiedervereinigt. 1979 beendete Vietnam durch einen Krieg die Herrschaft der international des Massenmords verdächtigten Roten Khmer in Kambodscha und verhalf dem Land damit wieder zu etwas Stabilität. Daraufhin startete China eine Strafoffensive gegen Vietnam, die jedoch scheiterte. siehe auch: Vietnamkrieg

Politik

Die erste Verfassung Vietnams wurde im November 1946 verabschiedet. Sie legte die Unteilbarkeit des Landes sowie die Gleichheit aller Bürger des Landes fest. Die vietnamesische Verfassung wurde zuletzt 2002 modifiziert. Sie legt fest, dass die Nationalversammlung als Parlament das oberste repräsentative Organ ist, welches alle fünf Jahre in freien, gleichen und geheimen Wahlen bestimmt wird. Die 450 Mitglieder der Versammlung wählen einen Vorsitzenden und ein Komitee. Mindestens zweimal jährlich muss die Nationalversammlung eine Vollversammlung abhalten. Der Staatspräsident, der Premierminister, der Vorsitzende des Obersten Volksgerichtes und der Vorsitzende der Obersten Kontrollbehörde werden von der Nationalversammlung gewählt. In der Verfassung werden die Kompetenzen von Staatspräsident und Premierminister bestimmt. Artikel 4 der Verfassung legt die führende Rolle der Kommunistischen Partei Vietnams fest. Über die Politik und die Zukunft des Landes wird daher auf den Parteikongressen entschieden. Vietnam ist damit eines der wenigen noch verbliebenen kommunistischen Regimes. Die Verfassung Vietnams räumt auch allen Bürgern Grundrechte wie Redefreiheit, Pressefreiheit, Versammlungsfreiheit, Glaubensfreiheit usw. ein, obwohl diese Rechte in der Praxis häufig eingeschränkt werden.

Außenpolitik

Während des Vietnamkrieges und danach war Vietnam in Südostasien weitgehend isoliert. Die USA hatten ein Wirtschaftsembargo verhängt und drängten auch andere Staaten, Vietnam zu boykottieren. Speziell nach dem Einmarsch in Kambodscha waren auch die Beziehungen zur Volksrepublik China so gespannt, dass an der vietnamesisch-chinesischen Grenze ein Krieg ausbrach. Vietnam integrierte sich deshalb sehr stark in den RGW. Aus der Isolation kam das Land erst nach dem Rückzug aus Kambodscha heraus. In den 1990er Jahren entspannten sich die Beziehungen zu allen Nachbarstaaten. Im Jahre 1991 nahm das Land wieder diplomatische Beziehungen zu China auf. Die USA hoben ihr Embargo gegen Vietnam auf und so wurde der Beitritt
- zur Weltbank,
- zum internationalen Währungsfonds und
- zur Asiatischen Entwicklungsbank möglich. Im Juli 1995 trat Vietnam der ASEAN bei, 1998 dem APEC. Vietnam ist jedoch noch nicht Mitglied der WTO, hat aber einen Beobachterstatus und einen Mitgliedsantrag gestellt. Grenzstreitigkeiten gibt es mit einer Reihe von Staaten um die Spratly-Inseln im Südchinesischen Meer. Sie liegen in einem Gebiet, in dem Erdöl vermutet wird.

Rechtssystem und Polizei

Nach der Einführung von marktwirtschaftlichen Reformen zeigte sich bald, dass Vietnam Rechtssicherheit und entsprechende Gesetze braucht, um mehr Investitionen aus dem Ausland anzuziehen. Seitdem wurden viele Gesetze nach europäischem oder nordamerikanischem Vorbild erlassen. Die Rechtsprechung bleibt jedoch schwach, obwohl mit einer Reihe ausländischer Organisationen zusammengearbeitet wird, um Richter besser auszubilden. In der vietnamesischen Polizei ist wegen niedriger Gehälter die Korruption ein großes Problem. Insbesondere Ho-Chi-Minh-Stadt ist bekannt dafür, dass Taxifahrer, die Ausländer befördern, wegen eines erfundenen Deliktes angehalten und bestraft werden, wobei vom Ausländer erwartet wird, dass er die Strafe übernimmt. Auf Drogenschmuggel steht in Vietnam, wie in mehreren anderen asiatischen Staaten auch, die Todesstrafe, womit verhindert werden soll, dass im Zuge von Doi Moi, verringerter Kontrolle des Individuums durch den Staat und fortschreitender Verwestlichung die sogenannten sozialen Übel um sich greifen.

Militär

Die Vietnamesische Volksarmee hat etwa 480.000 Soldaten. Es existiert eine allgemeine Wehrpflicht für alle Männer ab der Vollendung des 17. Lebensjahres. Trotz der großen Heeresstärke wird die Schlagkraft des vietnamesischen Militärs als niedrig eingeschätzt, da es mit weitgehend veralteter Technik ausgestattet ist. In der jüngeren Vergangenheit war die Volksarmee trotzdem in der Lage, in Kambodscha die Roten Khmer zu stürzen und die Strafexpedition Chinas zurückzuschlagen. Der Anteil der Ausgaben für die Verteidigung am Staatshaushalt beläuft sich auf etwa 0,5 % oder eine Milliarde Dollar.

Administrative Gliederung

Hauptartikel: Administrative Gliederung Vietnams Vietnam ist in 59 Provinzen und fünf Städte unterteilt. Jede dieser administrativen Einheiten hat ein Parlament und eine Regierung, die jedoch der Zentralregierung untergeordnet sind.

Infrastruktur

Erreichbarkeit

Vietnam liegt ca. 10.000 km von Mitteleuropa entfernt. Das entspricht auf direktem Weg mindestens 10-12 Flugstunden. Die zwei größten Städte des Landes, Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt, haben einen internationalen Flughafen, der von wenigen europäischen Flughäfen entweder direkt mit Vietnam Airlines von Frankfurt sowie Paris oder mit Umsteigen aber über die meisten asiatischen Großstädte (wie Dubai, Bangkok, Singapur, Taipeh) angeflogen wird. Auf dem Landweg ist Vietnam über Eisenbahnverbindungen via China und auf Straßenverbindungen über alle Nachbarländer erreichbar; eine Anreise auf diesem Weg ist in Wochen und Tagen zu bemessen. Die Grenzübergänge sind meist nur am Tag geöffnet. Ausländer können, sofern sie alle notwendigen Papiere haben, jeden beliebigen Grenzübergang zur Einreise benutzen.

Straßenverkehr

China Vietnams Straßen haben eine Länge von insgesamt etwa 93.000 Kilometern, wovon nur etwa 23.000 asphaltiert sind. Sie entsprechen zu einem kleinen Teil, häufig in der Nähe von Großstädten, internationalen Standards. Der größere Teil ist bemitleidenswert schlecht. Es gibt nur wenige Kilometer Straße in einer Qualität, die man als Autobahn bezeichnen könnte. Die wichtigste Straße Vietnams, die auf 2.100 km als verkehrstechnisches Rückgrat das gesamte Land von der chinesischen Grenze bis ins Mekongdelta durchschneidet (häufig als Highway 1 oder Nationalstraße 1 bezeichnet, auch wenn die Straße in Vietnam nicht so heißt), ist eine ganz normale Landstraße. In Vietnam herrscht offiziell Rechtsverkehr. In der Regel wird jedoch gefahren, wo gerade Platz ist. Kreuzungen, die mit Ampeln geregelt sind, kommen nur in den Großstädten vor, und Verkehrszeichen werden von den Verkehrsteilnehmern bestenfalls als Vorschlag interpretiert. Vorrang hat generell das größere Fahrzeug. Beim Überqueren einer Straße sollte man möglichst gleichmäßig gehen, damit sich der stetige Verkehrstrom der Mofas darauf einstellen kann. Ausländer dürfen in Vietnam kein Auto steuern (wohl aber Mopeds). Dies ist weniger tragisch, da man Autos inklusive Fahrer sehr günstig mieten kann. Während auf dem Land noch das Fahrrad als häufigstes Verkehrs- und Transsportmittel dominiert, oft auch als geschobenes Lastrad ohne Sitz, ist es in den letzten Jahren in der Stadt durch das Moped (Hon Da) abgelöst worden. Als Tourist kann man sich heute preisgünstig auf dem Soziussitz eines Mopeds chauffieren lassen. Für eine oder mehrere Personen oder auch Waren ist die Fahrrad-Rikscha ein günstiges und akzeptiertes Transportmittel. Es gibt die abgebildete Variante mit den 2 Rädern vorne, wo der Fahrgast vor dem Chauffeur sitzt, und die Möglichkeit, dass der Fahrgast (oder die Ladung) hinter dem Fahrer auf einem Anhänger transportiert wird. Daneben ist für den Transport die Lastrikscha bedeutsam, eine Art stabiles Dreirad, das per Pedale oder auch von einem Mopedmotor angetrieben wird. Zunehmend beginnt in den größten Städten der Autoverkehr, zu dem auch schwere, oft veraltete Lastwagen und Busse und neuerdings Taxis gehören, den ohnehin schon dichten und zähen Zwei- und Dreirad-Verkehr zum Erlahmen zu bringen. Für die Vietnamesen nimmt der Verkehr mit Überlandbussen eine hohe Bedeutung ein. Sie sind die billigste und schnellste Art zu reisen. Allerdings sind viele dieser Busse schrottreif und dementsprechend unbequem und unsicher. Für mutige Besucher stellen sie aber eine Möglichkeit dar, mit den Einheimischen in einen intensiveren Kontakt zu kommen, wenn man keine Probleme damit hat, eventuell auf Reissäcken Platz zu nehmen. Speziell für Ausländer gibt es mehr und mehr sogenannte Open-Tour-Busse, die ebenfalls sehr günstig sind, jedoch ein Vielfaches der öffentlichen Busse kosten. Sie sind sicherer, bequemer und schneller, werden aber fast ausschließlich von Touristen benutzt.

Schienenverkehr

Rikscha Das vietnamesische Eisenbahnnetz stammt größtenteils aus der Kolonialzeit und wird nur langsam modernisiert. Von den insgesamt 2.652 Kilometern Schiene sind 2.249 Kilometer Schmalspurbahn (1000-mm-Spur), 166 Kilometer Normalspur und 237 Dualspur (d. h. sie kann von Fahrzeugen beider Spurweiten befahren werden). Ein Übersichtsplan über das Eisenbahnnetz befindet sich [http://www.worldbank.org/transport/rail/sys_maps/vietnam.gif hier]. Das gesamte Netz ist einspurig. Eine Fahrt von Hanoi nach Saigon dauert mit dem Expresszug etwa 30 Stunden. Die Fahrzeuge stammen in der Regel aus sowjetischer Produktion. Fahrkarten werden in verschiedenen Klassen verkauft, wobei Ausländer früher höhere Preise zahlten als Vietnamesen, diese Regelung gilt jedoch als abgeschafft. Die Züge fahren recht langsam, sind dafür sicher und vergleichsweise pünktlich. Für längere Fahrten empfehlen sich Liege- oder Schlafwagen, die man längere Zeit im voraus buchen sollte, dabei empfiehlt sich für den verwöhnten Europäer der Schlafwagen mit "Soft"-Betten.

Luftverkehr

Die nationale Fluglinie Vietnams heißt Vietnam Airlines. Sie bietet zahlreiche Regionalflüge in andere Großstädte Asiens sowie einige Interkontinentalflüge an und bestreitet auch den Inlandsverkehr. Besonders im abgelegenen Bergland besitzen auch kleinere Städte einen Flugplatz. Das Fluggerät von Vietnam Airlines entspricht internationalen Standards, die Flotte der Fluggesellschaft wird ständig erweitert und umfasst daher einige sehr neue Flugzeuge. Die Tickets sind günstig. Ausländer und Vietnamesen zahlen die gleichen Preise. Flüge sind häufig nur wenig teurer als lange Fahrten mit Schlafwagen, ganz abgesehen von der Zeitersparnis. Vietnam Airlines]

Wasserverkehr

Vietnam verfügt über etwa 5.000 Kilometer Wasserstraßen, die ganzjährig befahrbar sind. Besonders im Mekong-Delta ist der Wassertransport wichtig, und die Straßen werden durch zahlreiche Flussarme unterbrochen, die mittels Fähre überbrückt werden müssen. Die wichtigsten Seehäfen sind Da Nang, Haiphong sowie Ho-Chi-Minh-Stadt.

Telekommunikation

In das Telefonnetz Vietnams wurde in den letzten Jahren viel investiert. Wo investiert wurde, wird modernste Technologie eingesetzt, und dementsprechend zuverlässig und komfortabel ist das Netz. Wo noch nicht investiert wurde, ist das Telekommunikationsnetz hinter dem seiner Nachbarländer weit zurückgeblieben. Da die Investitionen refinanziert werden müssen, sind Auslandsgespräche in Vietnam extrem teuer. Man schätzt, dass es in Vietnam bereits mehrere Millionen Internet-Benutzer gibt. Die meisten Benutzer besuchen ein Internet-Café, von denen es im ganzen Land eine hohe Anzahl gibt. Ähnlich wie in China ist die Regierung besorgt, dass durch das Internet das staatliche Informationsmonopol untergraben wird und letzten Endes die Legitimität der Alleinregierung der Kommunistischen Partei Vietnams in Frage gestellt werden könnte. Deshalb werden ausländische Webseiten häufig blockiert, die Übertragungsraten künstlich niedrig gehalten und illegale Internetcafés geschlossen. Der Verdacht, dass von Regierungsstellen im Hintergrund „mitgelesen“ wird, lässt sich nicht ausräumen, wenn man bedenkt, dass die Übertragungstechnik v. a. in Großstädten auf dem neuesten Stand ist. Die vietnamesische Post gilt als langsam und unzuverlässig. Jedoch sind in letzter Zeit starke Verbesserungen spürbar und die durchschnittliche Laufzeit nach Deutschland beträgt 10 Tage. Postkarten kosten in Vietnam 8.000 Dong (ca. 45 Cent) nach Deutschland.

Wirtschaft

Hauptartikel: Wirtschaft Vietnams Der Transformationsprozess - und damit der wirtschaftliche Aufstieg - begann nach dem Tod Le Duans 1986. Der Süden konnte an seine marktwirtschaftliche Vergangenheit vor der Wiedervereinigung anknüpfen und machte im Transformationsprozess schnellere Fortschritte. Vor allem Ho-Chi-Minh-Stadt entwickelte sich gut und wurde zum Wachstumsmotor des Landes. Ho-Chi-Minh-Stadt] Zunächst wurde der Aufschwung vor allem durch den tertiären Sektor getragen. Nachdem die landwirtschaftlichen Betriebe nach der Kollektivierung einen großen Teil ihrer Produktivität einbüßten und Vietnam sogar auf Nahrungsmittelimporte angewiesen war, lösten die Privatisierungen in der Landwirtschaft einen Boom aus. Die Produktionsüberschüsse sind so stark gewachsen, dass Vietnam inzwischen der zweitgrößte Exporteur von Reis und Kaffee ist. Das Mekongdelta im Süden und das Delta des roten Flusses im Norden gehören zu den größten Reisanbaugebieten der Welt. Auch heute noch ist der größte Teil der Bevölkerung in der Landwirtschaft beschäftigt. Der Anteil geht aber vor allem zugunsten der Beschäftigten in der Industrie zurück. Weiterhin verhalfen die Aufhebung des von den USA verhängten Wirtschaftsembargos und Direktinvestitionen aus dem Ausland dem Land zu seinem rasanten Aufschwung. Die Direktinvestitionen pro Kopf übersteigen die der Volksrepublik China. Insgesamt hat sich die vietnamesische Wirtschaft als recht stabil erwiesen. Weder SARS noch die Vogelgrippe haben die Entwicklung stark beeinträchtigt. Selbst während der Asienkrise, die viele südostasiatischen Länder in eine Rezession stürzte, fiel das Wachstum in Vietnam nie unter 4,8 %.

Kultur

Vogelgrippe] Die vietnamesische Kultur wurde wesentlich von der chinesischen Kultur und später der französischen Kultur beeinflusst.
- Hauptartikel: Vietnamesische Kultur

Vietnamesische Literatur


- Hauptartikel: Vietnamesische Literatur

Sprache und Schrift

Hauptartikel: Vietnamesische Sprache Vietnamesisch wird von fast allen Bewohnern des Landes gesprochen. Es ist eine Tonsprache und ähnelt der Sprache der Muong und Khmer. Vietnamesisch wird seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts mit dem lateinischen Alphabet und einigen Diakritika geschrieben, die die sechs Töne ausdrücken. Neben Vietnamesisch werden noch über 50 weitere Sprachen der ethnischen Minderheiten gesprochen.

Feiertage


- 1. Januar: Neujahr
- Ende Januar oder Februar: Têt (chinesische Neujahrsfest)
- 30. April: Befreiungstag (Befreiung Saigons)
- 1. Mai: Tag der Arbeit
- 2. September: Nationalfeiertag

Religion

Nationalfeiertag Die bedeutendste Religion in Vietnam ist der Buddhismus, dem etwa 55 % der Bevölkerung angehören. Die meisten davon sind Mahâyâna-Buddhisten. Die Mehrheit der Bevölkerung praktiziert eine Mischung aus Buddhismus, Daoismus, Animismus und Ahnenkult. Etwa 7 % der Bevölkerung sind Katholiken, ca. 2 % sind Caodaisten. Weitere 180.000 Vietnamesen sind Protestanten. In den Bergregionen Zentralvietnams gibt es auch einige Muslime. Auch Taoismus und Konfuzianismus hinterließen ihre Spuren.

Gastronomie

Die vietnamesische Küche gehört zu den leichtesten und gesündesten der Welt. Sie ist mit der chinesischen Küche verwandt. Im Süden gibt es Einflüsse der Küchen der Thai, Khmer und Inder. Der Buddhismus hat zu einer reichen vegetarischen Küche beigetragen, und die Franzosen haben Baguettes, Croissants und Kaffee mitgebracht. Als Grundnahrungsmittel werden in Vietnam Reis und Reisnudeln und eine große Zahl verschiedener Arten von Gemüse gegessen. Fisch und Fleisch spielen in der Ernährung der Massen eine untergeordnete Rolle. Getrunken wird in Vietnam vor allem Tee.

Bildung

Für die Verhältnisse eines so armen und kriegsgezeichneten Landes hat Vietnam eine außerordentlich niedrige Analphabetenrate. Nur etwa 6 % der Personen über 15 Jahre sind Analphabeten. Trotzdem sieht sich das Bildungssystem Vietnams großen Herausforderungen gegenüber. Zwar können fast alle Menschen lesen und schreiben, abgesehen davon ist das Schul- und Bildungsniveau jedoch zu gering. Die Anzahl der Schulen ist speziell auf dem Land zu niedrig. Generell ist der bauliche Zustand vieler Schulen nicht gut und ihre Ausstattung häufig schlecht. Es gibt eine Schulpflicht für alle Kinder zwischen 6 und 14 Jahren, wobei auch auf Vorschulbildung (Kindergarten) ein hoher Wert gelegt wird. Die Pflichtschulbildung ist in zwei Phasen unterteilt, nämlich die 5-jährige Grundstufe und die 4-jährige untere Sekundarstufe. Nach Absolvierung der unteren Sekundarstufe können die Schüler zwischen oberen Sekundarstufen verschiedenen Typs (technisch etc.) wählen. Der Abschluss der oberen Sekundarstufe berechtigt zum Universitätsstudium oder einer anderen höheren Ausbildung. Die Nachfrage nach Bildung (sowohl Sekundarstufe als auch höhere Bildung) ist momentan bedeutend höher als das Angebot. Neue Schulen, Hochschulen und Universitäten werden laufend gegründet und die Zahl der Institutionen, die höhere Bildung anbieten, übersteigt bereits 100. Es gibt staatliche und private Einrichtungen, die renommiertesten davon sind die Staatliche Universität Hanoi und die Staatliche Universität Ho-Chi-Minh-Stadt. Um mehr Nachfrage befriedigen zu können und auch um die Entwicklung des ländlichen Raumes zu fördern, werden zahlreiche Fernstudiengänge angeboten. Seit kurzem vergibt die vietnamesische Regierung auch Stipendien für Studien im Ausland, wobei diese nur in sehr geringer Zahl zur Verfügung stehen. Die bei weitem populärste Fremdsprache in Vietnam ist Englisch. Aus Gründen, die mit der Geschichte des Landes und der früheren Einbindung in den Ostblock zusammenhängen, findet man oft Leute, die französisch, russisch oder deutsch sprechen (etwa 100.000 Vietnamesen haben in Deutschland studiert). Zunehmend werden japanisch und chinesisch gelernt.

Medien

Die Medien werden in Vietnam allesamt vom Staat und damit der Kommunistischen Partei Vietnams kontrolliert. Es gibt englischsprachige Printmedien in Vietnam. Dies sind entweder Zeitschriften, die sich an Touristen richten und Reise- oder Unterhaltungsmöglichkeiten bewerben. Die meisten englischsprachigen Publikationen richten sich jedoch an Geschäftsleute und verkünden die neuesten Errungenschaften der Wirtschaftspolitik Vietnams. Ausländische Publikationen werden nicht zensiert, da sie für die durchschnittlichen Vietnamesen sowieso nicht bezahlbar sind. Man findet sie dort, wo sich die Ausländer konzentrieren. Alte Exemplare von ausländischen Zeitungen werden häufig von Straßenhändlern angeboten. Das vietnamesische Radio und Fernsehen strahlt mehrere teils landesweite, teils regionale Programme aus. Im Fernsehen VTV gibt es am späteren Abend englische Kurznachrichten, der Rest des Programmes wird mit vietnamesischen Shows und einigen wenigen ausländischen Filmen bestritten. Es gibt einen vietnamesischen Kurzwellensender namens Voice of Vietnam, der seit der Augustrevolution existiert und während des Vietnamkrieges hauptsächlich Propaganda gegen die Vereinigten Staaten ausstrahlte. Heute werden halbstündige Programme auf englisch, französisch und russisch produziert, die auch in Europa gehört werden können.

Einreise nach Vietnam

Reisende aller Staaten benötigen für die Einreise nach Vietnam ein Visum, welches rechtzeitig bei einer vietnamesischen Botschaft beantragt und ausgestellt werden muss. Ein Touristenvisum wird für maximal 4 Wochen ausgestellt, kann jedoch vor Ort noch verlängert werden. Die Botschaften der Sozialistischen Republik Vietnam befinden sich in: Ein Konsulat der Sozialistischen Republik Vietnam befindet sich in: In Vietnam herrschen nicht überall hygienische Bedingungen. Vor der Einreise nach Vietnam sollte man sich deshalb über eventuelle Ausbrüche von Krankheiten informieren. Vorsorgen (teils per Impfung, teils per Medikamentenmitnahme) sollte man gegen Malaria, Hepatitis, Typhus, Diphtherie, Kinderlähmung, Japanische Enzephalitis sowie Tollwut. Dies bedeutet, dass man auf jeden Fall vor einer Reise nach Vietnam einen Arzt, der sich mit Tropenmedizin auskennt, kontaktieren sollte. Vorbereitet sein sollte man jederzeit auf Erkrankungen des Verdauungsapparates. Beratung bieten ihnen auch ihr Hausarzt, das nächstgelegene Tropeninstitut oder Institut für Infektionskrankheiten oder auch das Grüne Kreuz.

Feiertage

Literatur über Vietnam


- Monika Heyder: Kulturschock Vietnam. Bielefeld 2001, ISBN 3-89416-451-4
Andere Länder - andere Sitten, Alltagskultur, Tradition, Verhaltensregeln, Religion, Tabus, Mann und Frau, Stadt- und Landleben
- Heinz Kotte, Rüdiger Siebert: Vietnam. Die neue Zeit auf 100 Uhren. Lamuv, Göttingen 2001 ISBN 3-88977-604-3
Aufsätze eines Entwicklungshelfers über den Umbruch der Lebensbedingungen zwischen Plan- und Marktwirtschaft
- Hans-Jörg Keller: Kulturschlüssel Vietnam. München 2000, ISBN 3-19-005309-X
Über kulturelle Unterschiede und Besonderheiten; der Autor lebt in Vietnam und ist mit einer Vietnamesin verheiratet - sehr empfehlenswert vor einer Reise
- Huynh Quang Nhuong: Mein verlorenes Land. Verlag Sauerländer, Aarau 1986. (Jugendbuch)
- Peter Scholl-Latour: Der Tod im Reisfeld: 30 Jahre Krieg in Indochina. Ullstein, 1981, ISBN 3-548-33022-3
- Peter Krebs: Die Kinder von Vietnam. Bilanz eines modernen Krieges. Hamburg 1984, ISBN 3-455-08226-2, auch als dtv Bd. 11288, München 1990 ISBN 3-423-11288-3
- Hella Kothmann: Vietnam. Bielefeld 2000 ISBN 3-89416-838-2
Handbuch für individuelles Reisen und Entdecken auch abseits der Hauptreiserouten
- Annaliese Wulf: Vietnam - Pagoden und Tempel im Reisfeld - im Fokus chinesischer und indischer Kultur. dumont Kunstreiseführer Köln 1991 ISBN 3-7701-2237-2
- Baedeker Vietnam. Ostfildern 2002 ISBN 3-89525-905-5
- Friedrich Schwarzenauer, Lois Hechenblaikner (Fotos): Vietnam. München 1993 ISBN 3-7658-0771-0
Fachkundige, fundierte Einführung in Land, Nation und Kultur incl. Abriss der Historie, sehr gekonnt von einem Profi bebildert; kann als gute Hinführung gelten, aber nicht den aktuellen Reiseführer ersetzen.
- National Centre for Social Sciences and Humanities: National Human Development Report 2001 - Doi Moi and Human Development in Vietnam. The Political Publishing House, Hanoi 2001.
- International Monetary Fund: Vietnam: Selected Issues and Statistical Appendix. Washington DC (es gibt mehrere Ausgaben - verwendet für diesen Artikel wurden die Ausgaben 1998 und 2002)
- Stanley Karnow: Vietnam, a history. New York, Penguin Books, 1997
- Jeffrey E. Curry: Passport Vietnam: your pocket guide to Vietnamese business, customs and etiquette. San Rafael 1997
- Rick Smolan, Jennifer Erwitt: Passage To Vietnam, New York 1994 ISBN 1-885559-00-3
Der ultimative, 400-seitige Bildband aus der Serie "A Day in the Life of..." mit Bildern eines einzigen Tages aus allen Landesteilen und Lebensbereichen von 70 international etablierten Fotografen

Zeitschriften


- Vietnamese Cultural Window, monatlich: The Gioi Publishers, Hanoi
- Vietnamese Studi