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Hugo Haase

Hugo Haase

Hugo Haase (
- 29. September 1863 in Allenstein, Ostpreußen; † 7. November 1919 in Berlin) war ein deutscher Jurist, Politiker und Pazifist.

Leben

Hugo Haase wurde als Sohn eines jüdischen Schuhmachers und Kleinhändlers in Allenstein geboren. In Königsberg studierte er Rechtswissenschaften und ließ sich dort als Rechtsanwalt nieder. Er wurde der erste Sozialdemokrat im Stadtrat von Königsberg und 1897 Reichstagsabgeordneter. In mehreren Prozessen verteidigte er politisch verfolgte Sozialdemokraten. Haase gehörte dem so genannten revisionistischen Parteiflügel an, der - anders als der marxistische - in allmählichen Reformen und nicht mehr in der Revolution den besten Weg zu sozialen und politischen Veränderungen sah. 1911 wurde er neben August Bebel SPD-Vorsitzender, 1912 zusätzlich neben Philipp Scheidemann SPD-Fraktionsvorsitzender im Reichstag. Nach Bebels Tod wurden Haase und Friedrich Ebert zu gleichberechtigten Parteivorsitzenden gewählt. Im Juli 1914 organisierte er die Antikriegskundgebungen der SPD und kämpfte am 31. Juli und 1. August in der SPD-Fraktion gegen eine Annahme der Kriegskredite. Er konnte sich jedoch nicht gegen Friedrich Ebert und die Fraktionsmehrheit durchsetzen. Aus Gründen der Parteidisziplin musste Haase in der entscheidenden Reichstagssitzung dann selbst den gegen seinen Willen gefassten Beschluss der SPD-Fraktion begründen. Auf seine Äußerung "Wir lassen das Vaterland in der Stunde der Gefahr nicht im Stich" reagiert die kaiserliche Reichsregierung mit der Verkündung des so genannten "Burgfriedens". Nach dem Scheitern der deutschen Kriegsplanungen Ende 1914 wandte sich Haase aber immer stärker und offener gegen den Krieg und gegen die Kriegspolitik der SPD-Reichstagsfraktion. 1915 wurde er deshalb zum Rücktritt als Fraktionsvorsitzender, 1916 zum Rücktritt als SPD-Vorsitzender gezwungen. Im März 1916 übernahm er die Leitung der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft, in der sich die Kriegsgegner unter den SPD-Abgeordneten zusammengefunden hatten. Nach Ostern 1917 wurde er Vorsitzender der neugegründeten USPD (Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands), die sich von der Mehrheitssozialdemokratie (MSPD) abspaltete und für sofortige Friedensverhandlungen eintrat. Im Zuge der Novemberrevolution bildete er am 10. November 1918 mit dem Mehrheits-Sozialdemokraten Friedrich Ebert eine provisorische Reichsregierung, den Rat der Volksbeauftragten, dessen stellvertretenden Vorsitz er übernahm. Nach dem auf Befehl Eberts erfolgten gewaltsamen Vorgehen von Regierungstruppen gegen die revolutionstreue Volksmarinedivision an den Weihnachtstagen 1918, traten Haase und die beiden anderen USPD-Vertreter, Wilhelm Dittmann und Emil Barth, am 29. Dezember wieder aus dem Rat aus. Die von Haase geführte USPD errang bei der Nationalversammlung am 19. Januar 1919 nur etwa 7% der Stimmen. Am 8. Oktober 1919 wurde Haase von Johann Voß, einem angeblich geistesgestörten Lederarbeiter, durch Schüsse schwer verletzt und starb am 7. November 1919 in Berlin an den Folgen des Attentats. Haase war verheiratet mit Thea Lichtenstein und hatte einen Sohn.

Weblinks


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- http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/HaaseHugo/ Haase, Hugo Haase, Hugo Haase, Hugo Kategorie:Ermland Haase, Hugo Haase, Hugo Haase, Hugo

29. September

Der 29. September ist der 272. Tag des Jahres (der 273. in Schaltjahren) - somit bleiben noch 93 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse

Schaltjahren]
- 1760 - Das Fort Detroit kapituliert als eine der letzten französischen Befestigungen in Nordamerika kampflos vor britischen Truppen unter Major Robert Rogers.
- 1938 - Unterzeichnung des Münchner Abkommens. Um einen Krieg zu verhindern, stimmen Großbritannien, Frankreich und Italien zu, dass die sudetendeutschen Gebiete der Tschechoslowakei dem so genannten Großdeutschen Reich Hitlers zugeschlagen werden.
- 1941 - Das Massaker von Babi Jar bei Kiew: Mehr als 33.000 jüdische Menschen werden von Wehrmacht, Angehörigen des SD, der Polizei, der Geheimen Feldpolizei und der Einsatzgruppe C (unter SS-Brigadeführer Otto Rasch) ermordet. Das Massaker gab Anlass zu einem Gedicht des russischen Dichters Jewgeni Jewtuschenko, das vom Komponisten Dmitri Schostakowitsch in seiner Symphonie Nr. 13 vertont wurde.
- 1954 - In Genf wird die Europäische Organisation für Kernforschung (CERN) gegründet.
- 1960 - Der UdSSR Premier Nikita Sergejewitsch Chruschtschow wird auf einer UNO Versammlung wütend, schlägt auf sein Pult mit einem seiner ausgezogenen Schuhe und unterbricht damit UN-Redner.
- 1992 - Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in Angola.
- 2004 - Kurt Krenn, der Bischof von Sankt Pölten, gibt gegenüber der österreichischen Tageszeitung Der Standard seinen Rücktritt auf Wunsch des Papstes bekannt.

Wirtschaft


- 1999 - In Deutschland wird in der Kokerei Hassel in Gelsenkirchen zum letzten mal Gießereikoks produziert.

Wissenschaft und Technik


- 1954 - Das Europäische Kernforschungslabor CERN wird von zwölf europäischen Staaten gegründet.
- 1997 - Britische Wissenschaftler bestätigen die ursächliche Beziehung zwischen der neuen Variante der menschlichen Gehirnerkrankung Creutzfeldt-Jakob-Krankheit und BSE.

Kultur


- 1955 - Uraufführung der Oper Der feurige Engel von Sergei Sergejewitsch Prokofjew im Teatro La Fenice in Venedig.
- 1968 - Uraufführung der Oper Ulisse von Luigi Dallapiccola an der Deutschen Oper in Berlin.
- 1983 - Uraufführung der III. Symphonie von Witold Lutosławski in Chicago
- 1988 - Kulturabkommen zwischen Deutschland und Somalia. In Kraft seit dem 15. März 1990

Religion


- 855 - Benedikt III. wird als Papst inthronisiert.
- 1945 - Mit der Evangelischen Akademie Bad Boll wird die erste kirchliche Akademie in Deutschland gegründet.

Katastrophen


- 1993 - Erdbeben der Stärke 6,2 in der Region Latur/Killari, Indien, 9.751 Tote

Sport


- Ereignisse aus dem Bereich der Formel 1 siehe dort.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1908 - Der Deutsche Emanuel Lasker verteidigt den Weltmeistertitel im Schach durch einen Sieg mit 10,5-5,5 Punkten gegen seinen Landsmann Siegbert Tarrasch.
- 1977 - Muhammad Ali verteidigt seinen Box-Weltmeistertitel im Schwergewicht gegen Earnie Shavers im Madison Square Garden, New York City, durch Sieg nach Punkten.

Geboren

New York City New York City
- 1402 - Ferdinand der Heilige, Prinz (Infant) von Portugal
- 1547 - Miguel de Cervantes, spanischer Autor (Don Quijote)
- 1678 - Adrien-Maurice de Noailles, Marschall von Frankreich
- 1703 - François Boucher, französischer Maler
- 1725 - Robert Clive, britischer Politiker
- 1743 - Andrea Cagnoli, italienischer Astronom
- 1753 - Johann Gottfried Schicht, deutscher Komponist, Gewandhauskapellmeister und Thomaskantor
- 1758 - Horatio Nelson, britischer Admiral
- 1765 - Karl Ludwig Harding, deutscher Astronom
- 1784 - Karl Friedrich Nebenius, badischer Staatsmann
- 1789 - Peter Joseph Lenné, deutscher Gärtner und Landschaftsarchitekt
- 1797 - Fjodor Petrowitsch Lütke, russischer Marineoffizier und Schriftsteller
- 1804 - Giovanni Carnovali, italienischer Maler
- 1810 - Hugh Allan, schottisch-kanadischer Bankier, Reeder und Eisenbahnmagnat
- 1810 - Elizabeth Gaskell, britische Schriftstellerin
- 1819 - Michael Tompa, ungarischer Dichter
- 1861 - Carl Duisberg, deutscher Chemiker und Industrieller
- 1863 - Hugo Haase, deutscher Jurist, Politiker und Pazifist
- 1867 - Walther Rathenau, deutscher Politiker
- 1869 - Gustav Mie, deutscher Physiker
- 1881 - Ludwig von Mises, österreichisch-amerikanischer Ökonom
- 1884 - Wilhelm Bendow, deutscher Schauspieler und Komiker
- 1892 - Georg Dewald, deutscher SPD-Politiker, MdB 1953-1961
- 1899 - László József Bíró, Erfinder des Kugelschreibers
- 1901 - Enrico Fermi, italienischer Kernphysiker
- 1904 - Egon Eiermann, deutscher Architekt
- 1904 - Georg Ferdinand Duckwitz, deutscher Diplomat
- 1907 - Gene Autry, US-amerikanischer Musiker
- 1907 - Helmut Lemke, deutscher CDU-Politiker, Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein
- 1908 - Thomas Edward Tolan, US-amerikanischer Leichtathlet
- 1909 - Marin Goleminov, bulgarischer Komponist
- 1912 - Michelangelo Antonioni, italienischer Filmregisseur
- 1913 - Stanley Kramer, US-amerikanischer Filmregisseur
- 1913 - Silvio Piola, italienischer Fußballspieler
- 1916 - Trevor Howard, englischer Theater- und Filmschauspieler
- 1916 - Josef Traxel, deutscher Tenor
- 1919 - Margot Hielscher, deutsche Sängerin und Filmschauspielerin
- 1920 - Peter Dennis Mitchell, britischer Chemiker und Nobelpreisträger
- 1921 - Wolfgang Mischnick, deutscher FDP-Politiker, MdB, Bundesvertriebenenminister
- 1922 - Karl-Heinz Köpcke, deutscher Nachrichtensprecher
- 1926 - Alfred Nann, deutscher SPD-Politiker und MdB
- 1927 - Karl Ravens, deutscher SPD-Politiker, Bundesbauminister 1974-1978
- 1928 - Gerhard Stoltenberg, deutscher CDU-Politiker, Ministerpräsident Schleswig-Holstein, Bundesminister für Forschung, Finanzen, Verteidigung
- 1930 - Colin Dexter, britischer Autor von Kriminalromanen
- 1931 - James Cronin, amerikanischer Physiker, Nobelpreis 1980
- 1931 - Anita Ekberg, schwedische Schauspielerin
- 1932 - Robert Benton, US-amerikanischer Regisseur
- 1935 - Jerry Lee Lewis, US-amerikanischer Musiker
- 1935 - Ingrid Noll, deutsche Schriftstellerin
- 1936 - Silvio Berlusconi, italienischer Politiker
- 1938 - Wim Kok, niederländischer Politiker
- 1941 - Gaston Salvatore, deutschsprachiger chilenischer Schriftsteller
- 1942 - Felice Gimondi, italienischer Radrennfahrer
- 1942 - Jean-Luc Ponty, französischer Musiker
- 1943 - Michaela Geiger, CSU-Politikerin, Bundestagsvizepräsidentin
- 1943 - Wolfgang Overath, deutscher Fußballer
- 1943 - Lech Wałęsa, polnischer Politiker
- 1944 - Tommy Boyce, US-amerikanischer Sänger und Songschreiber
- 1945 - Michael Bella, deutscher Fußballspieler
- 1945 - Marianne Mendt, österreichische Sängerin
- 1945 - Nadeshda Tschishowa, russische Leichtathletin und Olympiasiegerin
- 1946 - Timmy Donald, britischer Musiker
- 1946 - Nick Taylor, US-amerikanischer Musiker
- 1948 - Mike Pinera, US-amerikanischer Musiker (Iron Butterfly)
- 1951 - Maureen Caird, australische Leichtathletin und jüngste Olympiasiegerin
- 1951 - Jutta Ditfurth, dt. Sozialwissenschaftlerin, Publizistin und Politikerin
- 1952 - Lonzo Westphal, deutscher Musiker († 2001)
- 1956 - Sebastian Coe, britischer Leichtathlet und Politiker
- 1957 - Harald Schmid, deutscher Leichtathlet
- 1959 - Raf, italienischer Sänger und Songschreiber
- 1964 - Tom Sizemore, US-amerikanischer Schauspieler
- 1969 - Erika Eleniak, US-amerikanische Schauspielerin
- 1969 - Ivica Vastic, österreichischer Fußballspieler
- 1970 - Emily Lloyd, britische Schauspielerin
- 1976 - Andrej Schewtschenko, ukrainischer Fußballspieler
- 1978 - Kurt Nilsen, norwegischer Sänger
- 1984 - Per Mertesacker, deutscher Fußball-Nationalspieler

Gestorben


- 855 - Lothar I., römisch-deutscher Kaiser
- 949 - Yōzei, 57. Kaiser von Japan
- 1186 - Wilhelm von Tyros, Erzbischof von Tyros
- 1537 - Jürgen Wullenwever, Bürgermeister der Hansestadt Lübeck
- 1833 - Ferdinand VII., König von Spanien
- 1839 - Friedrich Mohs, deutscher Mineraloge
- 1847 - Anton Gottfried Claessen, Weihbischof in Köln
- 1854 - Armand-Jacques-Achille Leroy de Saint-Arnaud, französischer General und Staatsmann, Marschall von Frankreich Armand-Jacques-Achille Leroy de Saint-Arnaud
- 1887 - Bernhard von Langenbeck, deutscher Chirurg
- 1890 - Alphonse Karr, französischer Journalist, Schriftsteller und Satiriker
- 1902 - Émile Zola, französischer Schriftsteller und Journalist
- 1908 - Machado de Assis, brasilianischer Autor von Romanen, Kurzgeschichten und Gedichten
- 1913 - Rudolf Diesel, deutscher Ingenieur und Erfinder
- 1915 - Rudi Stephan, deutscher Komponist
- 1917 - Edgar Degas, französischer Maler und Bildhauer
- 1925 - Léon Victor Bourgeois, erster Präsident des Völkerbundrates und Friedensnobelpreisträger
- 1927 - Arthur Achleitner, deutscher Schriftsteller
- 1930 - Ilja Repin, russischer Maler
- 1937 - Raymond Ewry, Teilnehmer der zweiten olympischen Sommerspiele 1900 in Paris
- 1941 - Friedrich Engel, deutscher Mathematiker
- 1943 - Max Grünberg, deutscher Schauspieler
- 1944 - Wilhelm Leuschner, deutscher Politiker und Widerstandskämpfer
- 1953 - Ernst Reuter, deutscher SPD-Politiker, 1948-1953 Regierender Bürgermeister von Berlin
- 1959 - Matthäus Herrmann, deutscher SPD-Politiker, MdB 1949-1953
- 1968 - Paul Radmilovic, britischer Wasserballer und Schwimmer (
- 1886)
- 1971 - Walter Bartram, deutscher CDU-Politiker, Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein 1950-1951
- 1973 - Wystan Hugh Auden, englischer Schriftsteller
- 1977 - Hans Habe, deutscher Journalist, Schriftsteller und Drehbuchautor
- 1977 - Alexander Nikolajewitsch Tscherepnin, russischer Komponist
- 1979 - Francisco Macías Nguema, erster Präsident von Äquatorialguinea
- 1982 - Franz Seume, deutscher CDU-Politiker und MdB
- 1986 - Helmut Qualtinger, österreichischer Schauspieler, Schriftsteller, Kabarettist und Rezitator
- 1987 - Henry Ford II, Präsident der Ford Motor Company
- 1995 - Gerd Bucerius, deutscher Verleger und Politiker
- 1997 - Roy Lichtenstein, US-amerikanischer Lehrer und Maler (Künstler) der Pop-Art
- 1999 - Johannes Gross, Publizist, Korrespondent, Chefredakteur und Herausgeber
- 2002 - Hans-Georg Stümke, Historiker und Publizist, Mitbegründer der deutschen Schwulenbewegung nach dem Zweiten Weltkrieg
- 2004 - Alberto Camenzind, schweizerischer Architekt
- 2004 - Antje Weisgerber, deutsche Schauspielerin
- 2004 - August Lang, deutscher CSU-Politiker, Minister in Bayern
- 2004 - Christer Pettersson, Hauptverdächtiger im Mordfall Olof Palme
- 2004 - Dieter Fuchs, deutscher Bildhauer
- 2004 - Heinz Wallberg, deutscher Dirigent
- 2004 - Richard Sainct, dreimaliger Gewinner der Rallye Paris-Dakar auf dem Motorrad
- 2004 - Thure von Uexküll, deutscher Arzt
- 2005 - Rolf Winter, deutscher Journalist

Feier- und Gedenktage


- Michaelistag
- Fest der Erzengel Michael, Gabriel, Raphael und Uriel (katholisch)

Siehe auch


- 28. September - 30. September
- 29. August - 29. Oktober
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 0929 ja:9月29日 ko:9월 29일 simple:September 29 th:29 กันยายน

Allenstein

Olsztyn Kategorie:Ort in Polen (dt.) Kategorie:Ort in Ostpreußen

Ostpreußen

Die preußische Provinz Ostpreußen war von 1871 bis 1945 der nordöstlichste Landesteil des Deutschen Reiches. Ostpreußen war das Stammland der baltischen Pruzzen und des späteren Königreichs Preußen, in seiner Hauptstadt Königsberg krönte sich 1701 der erste preußische König selbst. Durch seine exponierte Lage vor der russischen Grenze, seine Frontstellung im Ersten Weltkrieg, seine Abtrennung vom übrigen Reichsgebiet durch den Vertrag von Versailles 1919, die Gewaltexzesse bei der Besetzung durch die Rote Armee 1945, Flucht und Vertreibung der Bevölkerung wurde Ostpreußen zum Symbol sowohl für die Nationalisten aller beteiligten Parteien als auch für die Schrecken des Krieges und Verbrechen an der Zivilbevölkerung im Allgemeinen. Gerade an der heutigen Situation dort kann man die fatalen Auswirkungen systematisch geplanter und begangener "ethnischer Säuberungen" erkennen, sowohl auf das kulturelle Erbe als auch auf die langfristige wirtschaftliche Entwicklung. Ostpreußen liegt an der Ostseeküste, zwischen Litauen und Polen, seine nördliche Hälfte bildet heute das russische Kaliningrader Gebiet, die südliche die polnische Woiwodschaft Ermland-Masuren. Mit einer Fläche von rund 39000 km² hatte Ostpreußen 1939 2,6 Millionen Einwohner und war mit 66,6 Einwohnern je km² vergleichsweise dünn besiedelt. Allein in der Hauptstadt Königsberg lebten damals 372.000 Einwohner. Das ganz im Norden gelegene, recht schmale Memelland, das zur Region Ostpreußen gehört, ist heute litauisch. Da Ostpreußen kein zusammengehöriges politisches Gebiet mehr ist, wird der Begriff „Ostpreußen“ nur noch seltener in den nicht fachspezifischen Medien für die aktuelle Region verwendet, wenn die politische Zugehörigkeit keine oder nur eine untergeordnete Rolle spielt (z. B. in Naturkundefilmen). Als Hymne von Ostpreußen gilt das Ostpreußenlied. Ostpreußenlied

Geschichte

Vorgeschichte

Archäologische Funde bezeugen menschliche Besiedlung an der Südküste der Ostsee seit 2000 v. Chr. 98 n. Chr. berichtete Tacitus in seiner Germania über die Aesti gentes. Allerdings hatte Tacitus diese Gebiete selber nie besucht, und fasste auch alle an der Ostsee (Mare Suebicum) lebenden Stämme (unter anderem Lombarden, Burgunder, Semnonen, Wandalen, Lugier, Silinger, Goten) als Suebi (Schwaben) zusammen, so dass man wenige Einzelheiten zur frühen Geschichte findet. 550 n. Chr. zählt der byzantinische Geschichtsschreiber Jordanes die Aesti zum gotischen Reich. Etwa um 850 n. Chr. spricht ein Bayerischer Geograph von den Brus. Bayerischer Geograph Wulfstan von Haithabu (Schleswig) berichtete in seinen Reiseberichten über das Land und die Leute jener Gegend. Die ostbaltischen Litauer wurden im 11. Jahrhundert erstmals beschrieben, während die Prussen Westbalten waren. Doch erst mit der Zeit der Christianisierung und des damit verbundenen Kirchenbaues fing man lokal an, schriftliche Dokumente zu führen, die detaillierte Informationen enthalten. Die englische Bezeichnung Spruce (Fichte) wird etymologisch auch von Pruce (Preußen) abgeleitet und als Hinweis auf Handel mit Preußen gesehen. Die älteste Verwendung dieses Wortes findet sich vor 1400 in der altenglischen Sprache.

Staatenbildung

Ursprünglich war es das Stammland der Pruzzen (sog. Preußenland) an der Ostseeküste, nördlich des späteren Polen und westlich von Litauen; die südwestliche Grenze war westlich der Weichsel, nordöstlich etwa die Stadt Memel nördlich des Flusses Memel. Das Stammgebiet der Pruzzen ging auch südlich über die Grenzen des Ordensstaates Preußen oder Ostpreußen hinaus. Das von baltischen Stämmen an der Ostseeküste besiedelte Gebiet wurde seit dem 10. Jahrhundert zur Interessensphäre der entstehenden und expandierenden deutschen und polnischen Staaten. Mieszko I., ein Fürst aus dem Hause der Piasten, gab Markgraf Gero und Kaiser Otto I. im zehnten Jahrhundert den Lehnseid und erhielt vom Kaiser und dessen Nachfolger Otto II. und Otto III. Land als Lehen. Die Piasten versuchten nach dem Tode der Kaiser, das kaiserliche Lehen für sich zu behalten und weiteres Land zu erobern. 997 n. Chr. kam Adalbert von Prag mit Soldaten des Piasten Boleslaw I. Chrobry nach Ostpreußen, um die Pruzzen zu unterwerfen. Sie drangen in der Gegend um Danzig bis zur Ostsee vor. Die Pruzzen konnten sich jedoch wehren und die Soldaten Boleslaws zurückdrängen, worüber die Vita Sankt Adalbert berichtet. In der Folgezeit versuchte Polen mehrmals ohne Erfolg, das Siedlungsgebiet der Pruzzen und der Pomeranen (Pommern) zu erobern, um einen Zugang zur Ostsee zu erhalten. Die von Konrad von Masowien ebenfalls unter dem Vorwand der Missionierung durchgeführten Kriegszüge scheiterten am Widerstand der Pruzzen; Teile des eroberten Kulmerlandes konnte er nur kurzzeitig halten. Um eine sichere Nordgrenze zu erreichen, bot Konrad von Masowien dem Deutschen Ritterorden Landrechte im Gegenzug für militärische Unterstützung an. Diese Landrechte wurden 1226 durch den deutschen Kaiser Friedrich II. in der Goldenen Bulle von Rimini und 1234 von Papst Gregor IX. in der Goldenen Bulle von Rieti formell bestätigt.

Der Ordensstaat

Goldenen Bulle von Rieti]] Altpreußen (das spätere Ostpreußen, Ermland und Teile von Westpreußen) bestand im Jahre der Goldenen Bulle von Kaiser Friedrich II. aus den folgenden Gebieten: Schon im Jahre 1224 war Wilhelm von Modena vom Papst zum Legaten für u. a. Preußen und Samland benannt worden. Ab 1226 begann der Deutsche Orden unter Hochmeister Hermann von Salza die Christianisierung Preußens, das durch die Goldene Bulle von Rimini (1226) von Kaiser Friedrich II. und eine päpstliche Bulle von 1234 unter die Herrschaft des Deutschen Ordens gestellt wurde. 1245 teilte der päpstliche Legat Wilhelm von Modena das Preußenland in vier Bistümer ein: Ermland, Kulmerland, Pomesanien und Samland. Die vier Bistümer unterstanden dem Erzbischof von Riga (siehe auch Liste der Erzbischöfe von Riga). Es dauerte jedoch bis 1283, ehe die heidnischen Preußen besiegt waren. Der Orden gewann 1309 auch Pommerellen mit Danzig und konnte das Land gegen die heidnischen Litauer verteidigen. Der erste Bischof Preußens war der Mönch Christian aus dem Zisterzienserkloster Lekno bei Gnesen. Sitz des Ordens war erst Venedig, dann in Preußen die Ordensburg Marienburg, nach der Schutzheiligen des Deutschen Ordens Maria benannt. Nach der Niederlage in der Schlacht bei Tannenberg von 1410 und dem 13 Jahre dauernden Städtekrieg innerhalb Preußens von 1454 bis 1466 verlor der Deutsche Orden Westpreußen und musste die polnische Lehnshoheit Ostpreußens anerkennen. Dieses war jedoch weder vom Papst noch vom Kaiser anerkannt und 1494 erhob Kaiser Maximilian I. den Deutschmeister zum Reichsfürsten. Ermland wurde exemptes eigenständiges Fürstbistum. 1511 wurde Albrecht von Brandenburg-Ansbach-Preußen Hochmeister des Deutschen Ordens. Wie auch die vorherigen Hochmeister verweigerte er dem polnischen König den Lehnseid. Kaiser Maximilian I. schloss im Jahre 1515 auf dem Wiener Fürstentag Verteidigungs- und Heiratsbündnisse mit den Jagiellonen. Albrecht versuchte in einem 4-jährigen Reiterkrieg erfolglos und vom Kaiser im Stich gelassen, die Bindung an Litauen-Polen zu verhindern. Albrecht ging dann ein persönliches Familienbündnis mit seinem Onkel Sigismund I. ein.

Brandenburg-Preußen

Sigismund I. 1525 wurde Preußen ein Herzogtum unter Albrecht von Brandenburg-Ansbach. Der Deutsche Orden setzte einen neuen Hochmeister ein, Walther von Cronberg, welcher aber nicht wie bisher in Königsberg, sondern in Mergentheim seinen Sitz einnahm. 1527 erhielt Cronberg vom Kaiser die Berechtigung, sich Administrator des Hochmeistertums zu nennen. (Noch der Sohn Kaiser Maximilians II. war bis 1618 Administrator Preußens. Dann nannte man das Amt Hoch- und Deutschmeister. Die Hoch-und Deutschmeister des Deutschen Ordens hatten durch den Kaiser seit 1526 den gleichen Stand im Imperium, wie ein Fürstbistum). 1534 wurde Herzog Albrecht unter Bann gesetzt. 1544 gründete Herzog Albrecht die Universität Albertina in Königsberg. Die kulturellen Leistungen in seiner Amtszeit waren die Prutenischen Tafeln, die Erstellung preußischer Landkarten sowie eine Münzreform unter Leitung Nikolaus Kopernikus. In diese Zeit fielen auch die Aufnahme evangelischer Flüchtlinge und besonders die erstmaligen Übersetzungen religiöser Schriften in verschiedene Sprachen der neuen preußischen Bürger aus den Nachbarländern. Nach dem Tode Herzog Albrechts im Jahre 1568 kam dessen fünfzehnjähriger Sohn Albrecht Friedrich an die Regierung; dessen Geisteskrankheit bedingte, dass seit 1577 an seiner Stelle brandenburgische Kurfürsten aus der Linie der Hohenzollern regierten, da sie gemeinsam 1569 das Amt eines Herzog von Preußen geerbt hatten. 1618 endete die preußischen Linie der Hohenzollern, als Albrecht II. starb. Das Herzogtum Preußen (ohne das Fürstbistum Ermland) fiel an die brandenburgische Linie der Hohenzollern, zu diesem Zeitpunkt unter Johann Sigismund. Fortan fanden sich beide Regionen in einem Land wieder, dem späteren (ab 1701) Königreich Preußen. Trotz des Namens lag das Kerngebiet dieses Landes in der Mark Brandenburg.

Königreich Preußen

Nachdem im 18. Jahrhundert Polen aufgeteilt wurde (1772 erste Teilung Polens) und westliche Teile Preußens Friedrich II. huldigten, ordnete der König am 31. Januar 1773 an, die Wiedererwerbungen als Westpreußen und das bisherige Herzogtum Preußen als Ostpreußen zu bezeichnen. Ermland mit Allenstein und Braunsberg,seit Jahren exemtes Fürstbistum in Preußen, kam wieder unter gemeinsame Regierung, die des Königs von Preußen. Hauptstadt Ostpreußens war bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs Königsberg. Nach dem Wiener Kongress 1815 wurden Ostpreußen und Westpreußen als Provinzen errichtet. Von 1824 bis 1829 waren sie personell und von 1829 bis 1878 real zur Provinz Preußen vereinigt. 1878 wurde diese wieder geteilt, bis 1919 bildeten die Provinzen Ostpreußen (Hauptstadt: Königsberg) und Westpreußen (Hauptstadt: Danzig) den nordöstlichen Teil des Deutschen Reichs. Durch seine gemeinsame Grenze mit Russland und seine vorgeschobene geographische Lage wurde Ostpreußen im Ersten Weltkrieg zu einem wichtigen Schauplatz der Ostfront, hier lagen die einzigen Gebiete des Reichs, die während des Weltkriegs von fremden Truppen besetzt waren (die verlustreichen Schlachten an der Westfront fanden auf französischem und belgischen Territorium statt). Ostfront]] Der russische Vormarsch wurde in der zweiten Schlacht von Tannenberg zum stehen gebracht, die verantwortlichen Generale Hindenburg und Ludendorff legten hier die Grundlage zu ihrer großen Popularität, die sie während der Weimarer Republik auf unterschiedliche Weise nutzten: Hindenburg als konservativer Reichspräsident, Ludendorff als Putschist und Verbündeter Hitlers.

Der Versailler Vertrag

Mit dem Inkrafttreten des Versailler Vertrages wurde Westpreußen ohne Volksabstimmung zwischen Polen und der vom Deutschen Reich abgetrennten Freien Stadt Danzig aufgeteilt. Der östliche Restteil wurde der Provinz Ostpreußen als Regierungsbezirk Westpreußen mit Verwaltungssitz in Marienwerder angegliedert, beziehungsweise der neugebildeten Grenzmark Posen-Westpreußen angeschlossen. Am 10. Januar 1920 wurde der südwestliche Teil des Kreises Neidenburg ohne Volksabstimmung an Polen abgetreten. Daraus wurde der neue Kreis Dzialdowo (Soldau) gebildet, der zur polnischen Woiwodschaft Pomerellen trat. Im südlichen Ostpreußen (Masuren) fand 1920 eine Volksabstimmung über die künftige Gebietszugehörigkeit statt. Hintergrund der Volksabstimmung war, dass die Bevölkerungsmehrheit in Masuren neben Deutsch als Verkehrssprache eine eigene slawische Sprache, das „Masurische“ gebrauchte. Deutschland sollte Masuren nach dem Erstentwurf des Versailler Vertrages ohne Volksabstimmung an Polen abtreten. Erst nach Protest der Regierung Ebert einigten sich die Parteien bei den Verhandlungen in Versailles auf eine Volksabstimmung. Die Bewohner konnten bei der Volksabstimmung wählen zwischen den Alternativen Polen und „Ostpreußen“. 97 % der Bewohner entschieden sich dafür, weiterhin zu Ostpreußen gehören zu wollen. Das Memelgebiet, welches gemäß dem Versailler Vertrag ein Freistaat werden sollte, und seit 1920 von französischen Truppen besetzt war, wurde 1923 von litauischen Verbänden besetzt und in der Folge annektiert.

Weimarer Zeit und Drittes Reich

1922 wurde vom Reichsverkehrsministerium der Seedienst Ostpreußen eingerichtet, der über den Seeweg eine Verbindung zwischen Ostpreußen und dem Kernland des Deutschen Reiches herstellte. Der Seedienst Ostpreußen bestand bis 1944. 1944]] Der Verkehr zwischen dem Deutschen Reich und Ostpreußen auf dem Landweg war wegen des sogenannten polnischen Korridors (die Landverbindung zwischen dem eigentlichen Polen und der Ostsee durch das bisherige Westpreußen) nicht unproblematisch. Der Bahnverkehr erfolgte in verplombten Zügen, bei denen zum Teil sogar die Fenster zugehangen wurden. Auch der Straßenverkehr zwischen Ostpreußen und dem Reichsgebiet wurde durch die polnischen Behörden erschwert. Das Verhältnis zwischen der Weimarer Republik und dem klerikalfaschistischen polnischen Staat war äußerst feindselig, immer wieder kam es entlang der gemeinsamen Grenze zu bewaffneten Auseinandersetzungen. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 konnten diese in der Bevölkerung unter anderem auch durch das Unterlaufen des in Deutschland als Demütigung empfundenen Versailler Vertrags Popularität gewinnen. So wurden im Westen (Rheinland, Saargebiet) und Südosten (Österreich, Sudetenland) deutschsprachige Gebiete an das Reich angeschlossen, ohne bei den Westmächten Frankreich und Großbritannien auf ernsthaften Widerstand zu stoßen. Für die deutschen Forderungen im Nordosten, den Wiederanschluss Danzigs und die Rückgabe des „Korridors“, signalisierten sie jedoch im Falle einer Besetzung den Casus belli (Kriegsfall). Lediglich Litauen gab am 23. März 1939 auf deutschen Druck hin das Memelgebiet an das Deutsche Reich zurück. Ein knappes halbes Jahr später begann mit dem deutschen Überfall auf Polen der Zweite Weltkrieg. Nach der schnellen Besetzung dieses Landes wurden neben den 20 Jahre zuvor abgetretenen Provinzen Westpreußen und Posen weitere Teile Polens annektiert. Noch 1939 wurde dort ein neuer Regierungsbezirk Zichenau gebildet, der der Provinz Ostpreußen zugeordnet wurde. Ferner trat der neue Landkreis Suwalki (später Sudauen) zur Provinz, während die früher westpreußischen Gebiete um Elbing und Marienwerder an den neuen Reichsgau Westpreußen, später Danzig-Westpreußen, fielen.

Eroberung, Kriegsende und Vertreibung

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Ostpreußen von der Roten Armee nach blutigen Kämpfen erobert. Die nationalsozialistische Gauleitung unter Gauleiter Erich Koch unterließ die rechtzeitige Evakuierung der Bevölkerung und stellte selbständige Fluchtbewegungen unter schwere Strafe. Dadurch wurde ein Großteil der Zivilbevölkerung unmittelbar in die Kampfhandlungen verwickelt. Nach dem Ende der Kampfhandlungen zurückkehrende Bewohner wurden vielfach, von durch die antideutsche Propaganda aufgestachelte Soldaten der Roten Armee, umgebracht, misshandelt, vergewaltigt und zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion verschleppt. Die überlebenden Bewohner wurden bis 1947 fast vollständig aus ihrer Heimat nach dem verbliebenen Deutschland vertrieben. Alexander Solschenizyn und Lew Kopelew waren Augenzeugen und haben sich gegen die begangenden Gräueltaten der Roten Armee wie beispielsweise in Nemmersdorf ausgesprochen. Sie kamen beide darauf in Zwangsarbeitslager (Gulags). Die überwiegende Mehrheit der vertriebenen Einwohner Ostpreußens fanden ihre neue Heimat in den westlichen Besatzungszonen, die meisten davon in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bayern. Unter den Vertriebenen waren auch viele Bewohner Masurens, die nicht Deutsch, sondern Masurisch als Muttersprache hatten, aber dennoch zwangsausgesiedelt wurden. Nach dem Potsdamer Abkommen wurde Ostpreußen zwischen Polen und der Sowjetunion aufgeteilt. Der sowjetische Anteil wurde der russischen Sowjetrepublik zugeteilt und mit Russen aus Zentralrussland und dem Gebiet des heutigen Föderationskreises Wolga sowie mit Weißrussen besiedelt. Der polnische Anteil wurde auf die damaligen Woiwodschaften Danzig, Allenstein und Suwalki aufgeteilt und in erster Linie von Polen aus Zentralpolen und im Rahmen der Aktion Weichsel aus Südostpolen vertriebener Ukrainer besiedelt. Die Hauptstadt Königsberg wurde 1946 zu Ehren des sowjetischen Politikers Michail Iwanowitsch Kalinin in Kaliningrad umbenannt, ebenso wurden sämtliche Orte im sowjetischen Anteil – sofern sie nicht aufgelöst wurden – umbenannt. Kaliningrad

Anerkennung der Grenzziehung

Die DDR erkannte die Oder-Neiße-Linie als Grenze zu Polen 1950 an. Diese Anerkennung hatte allerdings keinerlei völkerrechtsverbindliche Wirkung. Aber auch die (westdeutsche) freiheitlich-demokratische Bundesrepublik Deutschland, (mit Alleinvertretungsanspruch) betrieb unter ihrem Kanzler Willy Brandt im Rahmen der neuen Ostpolitik in den frühen 1970er Jahren die Anerkennung der Grenzziehung vorbehaltlich eines endgültigen Friedensvertrages. Im Zuge des Beitrittes der DDR zur BRD mußte die Bundesrepublik Deutschland zuvor einen deutsch-polnischen Grenzvertrag unterzeichnen (am 14. November 1990) und damit ihre Ansprüche auf die ehemaligen deutschen Ostgebiete und damit auch auf Ostpreußen aufgeben. Ohne diesen Grenzanerkennungsvertrag wäre die sogenannte deutsche Wiedervereinigung gefährdet gewesen.

Heutige Situation

Nach der Verwaltungsreform 1975 wurde das polnische Ostpreußen in die neuen Bezirke (Woiwodschaften) Elbing, Allenstein, Zichenau und Suwałki geteilt. Nach einer erneuten Bezirksreform am 1. Januar 1999 im polnischen Südteil bildet dieses Gebiet seither fast in seiner Gesamtheit die Woiwodschaft Ermland-Masuren mit der Hauptstadt Allenstein (Olsztyn), der nördliche Teil bildet heute die russische Oblast Kaliningrad mit der Hauptstadt Kaliningrad. Nach der Auflösung der Sowjetunion ist diese Oblast nun eine Exklave Russlands. Einige russische Einwohner nennen die Stadt heute häufig „Kjonigsberg“, „Kenig“ oder „Kenigsberg“, weshalb eine Rückbenennung in den alten Namen, wie bei St. Petersburg geschehen, ein ständiges Thema ist.

Verwaltungsgliederung der Provinz Ostpreußen

In der Zeit von 1878 bis 1945 hat sich die territoriale Verwaltungsgliederung innerhalb der überwiegend landwirtschaftlich strukturierten Provinz Ostpreußen nur allmählich verändert. Allerdings sind 1920 und 1939 die Außengrenzen erheblich verändert worden.

Regierungsbezirke

Von 1878 bis 1945 bestanden die beiden Regierungsbezirke Gumbinnen und Königsberg. Aus den südlichen Kreisen dieser Bezirke entstand am 1. November 1905 der neue Regierungsbezirk Allenstein. Der früher westpreußische Regierungsbezirk Marienwerder wurde teilweise, gemeinsam mit einigen Kreise aus dem ehemaligen Regierungsbezirk Danzig (Elbing und Marienburg) zum 1. Juli 1922 als Regierungsbezirk Westpreußen mit dem Sitz in Marienwerder der Provinz Ostpreußen angegliedert und trat am 26. Oktober 1939 zum neuen Reichsgau Danzig-Westpreußen. Am 26. Oktober 1939 wurde aus annektierten polnischen Gebieten der neue Regierungsbezirk Zichenau (Ciechanów) der Provinz Ostpreußen einverleibt. Ab 1. August 1941 entstand aus besetzten sowjetischen (weißrussischen, bis 1939 polnischen) Gebieten der neue Bezirk Bialystok. Dieser wurde vom ostpreußischen Oberpräsidenten und Gauleiter Erich Koch als Chef der Zivilverwaltung mitverwaltet und faktisch wie Reichsgebiet behandelt, allerdings nicht förmlich nach Ostpreußen eingegliedert.

Stadtkreise

Außer dem bereits 1818 bestehenden Stadtkreis Königsberg i. Pr. entstanden im Laufe der Zeit die folgenden weiteren Stadtkreise: Es wurden die Städte Tilsit (1896), Insterburg (1901), Allenstein (1910) und Memel (1918) aus ihren Landkreisen ausgegliedert und bildeten eigene Stadtkreise. Das westpreußische Elbing war bereits seit 1874 Stadtkreis und gehörte von 1922 bis 1939 zu Ostpreußen.

Landkreise

Politik

Oberpräsidenten


- 19181919: Adolf Max Johannes Tortilowicz von Batocki-Friebe
- 19191920: August Winnig, SPD
- 19201932: Ernst Siehr, DDP
- 19321933: Dr. Wilhelm Kutscher
- 19331945: Erich Koch, NSDAP

Wahlen zum Provinziallandtag

1921: DNVP 27,1 % – 23 Sitze | SPD 23,5 % – 20 Sitze | DVP 15,3 % – 13 Sitze | Zentrum 9,4 % – 8 Sitze | KPD 7,2 % – 6 Sitze | USPD 7,1 % – 6 Sitze | DDP – 7,0 % – 6 Sitze | Polen – 1,3 % – 1 Sitz | WP 1,2 % – 1 Sitz | Landliste 1,1 % – 1 Sitz
1925: DNVP/DVP 45,6 % – 40 Sitze | SPD 24,8 % – 22 Sitze | Zentrum 6,9 % – 6 Sitze | KPD 6,9 % – 6 Sitze | WP 4,2 % – 4 Sitze | DVFP 4,2 % – 4 Sitze | DDP 3,6 % – 3 Sitze | Aufwertungspartei 2,4 % – 2 Sitze
1929: DNVP 31,2 % – 27 Sitze | SPD 26,0 % – 23 Sitze | DVP 8,7 % – 8 Sitze | KPD 8,6 % – 8 Sitze | Zentrum 8,1 % – 7 Sitze | NSDAP 4,3 % – 4 Sitze | WP 4,0 % – 4 Sitze | CSVD 3,0 % – 3 Sitze | DDP 2,8 % – 3 Sitze
1933: NSDAP 58,2 % – 51 Sitze | SPD 13,6 % – 12 Sitze | DNVP 12,7 % – 11 Sitze | Zentrum 7,0 % – 7 Sitze | KPD 6,0 % – 6 Sitze
An 100 % fehlende Stimmen = Nicht im Provinziallandtag vertretene Wahlvorschläge.

Bekannte Ostpreußen


- Friedrich Wilhelm Bessel, Astronom und Mathematiker
- Marion Gräfin Dönhoff, Journalistin und Verlegerin (Die Zeit)
- Johann Gottfried von Herder, deutscher Dichter
- David Hilbert, Mathematiker
- Immanuel Kant, Philosoph
- Käthe Kollwitz, Künstlerin
- Nikolaus Kopernikus, Astronom
- Heinz Sielmann, Tierfilmer Siehe auch Liste bedeutender Ostpreußen

Sprache

Die ostniederdeutschen Dialekte, die in Ostpreußen gesprochen wurden, werden erfasst und beschrieben im Preußischen Wörterbuch.

Siehe auch


- Preußen
- Landsmannschaft Ostpreußen
- Vertreibung
- Preußisches Wörterbuch
- Portal:Ostpreußen

Literatur


- Andreas Kossert: Ostpreußen. Geschichte und Mythos. Siedler-Verlag, München 2005. ISBN 3-88-680808-4
- Fritz Mielert: Ostpreußen. Nebst dem Memelgebiet und der Freien Stadt Danzig. (Reihe: Monographien zur Erdkunde, Bd. 35). Velhagen & Klasing. Bielefeld. 1926. 163 S. (Nachdruck: Bechtermünz Verlag. Augsburg. 1999. ISBN 3828902723)
- Walter Frevert: Rominten(1. Teil der so genannten "Ostpreußen-Trilogie"). BLV, Bonn, München und Wien 1957
- Hans Kramer: Elchwald. Der Elchwald als Quell und Hort ostpreußischer Jagd (3. Teil der so genannten "Ostpreußen-Trilogie"). Jagd- und Kulturverlag, Sulzberg im Allgäu 1985 (2., verbesserte Auflage), ISBN 3-925456-00-7

Weblinks


- [http://www.frombork.art.pl/Frombork-foto/Hart3_m.jpg Landkarte Altes Preußenland, preußische Gaue vor 1200]
- [http://wwwtest.library.ucla.edu/libraries/mgi/maps/blaeu/prvssia.jpg Blaeu's Prussia c 1660 ] Karte von Caspar Henneberg
- [http://www.deutsche-schutzgebiete.de/provinz_ostpreussen.htm Provinz Ostpreußen]
- [http://www.ostpreussisches-landesmuseum.de Ostpreußisches Landesmuseum, Lüneburg]
- [http://www.wugnet.de/kulturz-ostpreussen/ Kulturzentrum Ostpreußen, Ellingen]
- [http://www.ostsicht.de Bildarchiv für Ostpreußen]
- [http://www.provinz-ostpreussen.de/ Private Seite über Ostpreußen]
- [http://www.prussen.org/ Ostpreußische Geschichte]
- [http://www.ostpreussen-info.de/ Landsmannschaft Ostpreußen: "Ostpreußen – Land der dunklen Wälder und kristall'nen Seen"]
! Kategorie:Vertriebenenthematik Kategorie:Exklave Kategorie:Preußische Provinz ja:東プロイセン ko:동프로이센 nb:Østpreussen

1919

Ereignisse

Politik


- Während der Friedensverhandlungen in Versailles tritt der englische Delegierte Keynes aus Empörung über die Höhe der Reparationsforderungen an Deutschland zurück
- 1. Januar: Die Tschechoslowakei besetzt Preßburg, Ungarn
- 1. Januar: Die bereits am 25. Dezember 1918 proklamierte Sowjetrepublik Weißrussland wird gegründet
- 1. Januar: Gustave Ador wird neuer Bundespräsident der Schweiz
- 1. Januar: Der Achtstundentag tritt als Folge des Stinnes-Legien-Abkommens im Deutschen Reich in Kraft
- 1. Januar: Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg und Leo Jogiches gründen die KPD als selbständige Partei
- 4. Januar: Parade der Eisernen Garde vor Gustav Noske und Friedrich Ebert in Berlin
- 15. Januar: Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht werden von Soldaten der Garde-Schützen-Kavallerie-Division in Berlin ermordet; ihre Leichen im Landwehrkanal versenkt
- 19. Januar: Wahlen zur Nationalversammlung in Deutschland. Zum ersten Mal sind Frauen stimmberechtigt und auch wählbar
- 23. Januar: Beginn des Polnisch-Tschechoslowakischen Grenzkrieges um das Olsa-Gebiet
- 6. Februar: Eröffnung der Weimarer Nationalversammlung durch Friedrich Ebert
- 11. Februar: Friedrich Ebert wird von der Nationalversammlung zum ersten Reichspräsident der Weimarer Republik gewählt und bleibt dies bis 1925
- 21. Februar Der bayrische Ministerpräsident Kurt Eisner wird ermordet
- 6. März: Das Gesetz über die Bildung einer vorläufigen Reichswehr tritt in Kraft
- 21. März: Gründung der Ungarischen Räterepublik
- 13. April: Bildung der zweiten kommunistischen Münchner Räterepublik
- 14. April: Der Vollzugsrat der Betriebs- und Soldatenräte ruft in München zur Bewaffnung auf
- 2. Mai: Reichswehrtruppen des Obersten von Epp besetzen nach heftigen Kämpfen gegen Kommunisten und Anarchisten München
- 7. Juni: Arbeiteraufstand auf Malta
- 22. Juni: Jens Olivur Lisberg hisst die erste Flagge der Färöer
- 23. Juni: Schlacht von Wenden
- 23. Juni1. Juli: Sülzeunruhen in Hamburg. In ihrer Folge besetzen Reichswehr und Freikorps die Stadt
- 28. Juni: Unterzeichnung des Versailler Vertrages
- 1. August: Auflösung der Ungarischen Räterepublik
- 10. August: Vertrag von Rawalpindi. Afghanistan wird unabhängig von Großbritannien
- 11. August: Die Weimarer Nationalversammlung gibt Deutschland eine demokratisch-parlamentarische Verfassung
- 17. August: Beginn des ersten polnischen Korfanty-Aufstandes in Oberschlesien
- 4. September -Beginn des Sivas Kongress in der Türkei
- 10. September: Annahme des Friedensvertrags von Saint-Germain-en-Laye durch die österreichische Nationalversammlung. Dadurch wird Südtirol italienisch
- Rote Garden besetzen den Münchner Hauptbahnhof
- Max Brauer (SPD) wird unter dem liberalen Oberbürgermeister Bernhard Schnackenburg Bürgermeister von Altona
- November: Der Berliner Stadtkommandant Otto Wels bildete Soldatenwehren zum Schutz vor Plünderungen und Bürgerkrieg in Berlin

Wissenschaft und Technik

Luftfahrt


- Gründung der IATA
- Februar: Erstflug der Farman F.60 Goliath
- März: Erstflug der De Havilland DH 16
- Juni: Erstflug der Junkers F13
- 14./15. Juni: Erster Nonstop-Flug über den Atlantik durch John Alcock und Arthur Whitten-Brown
- 7. September: Die Koninklijke Luchtvaart Maatschappij: KLM wird gegründet und ist somit die älteste noch existierende Fluggesellschaft der Welt
- Oktober: Erstflug der Fokker F II
- Dezember: Erstflug der Handley Page W.8

Wissenschaft


- Ernest Rutherford wandelt künstlich Stickstoff in Sauerstoff um: 147N + 42He → 178O + 11H
- Francis William Aston entdeckt, dass Isotopie eine über das ganze Periodensystem verbreitete Erscheinung ist
- Arthur Eddington beobachtet während einer Sonnenfinsternis in Brasilien am 29. Mai, dass das Schwerefeld der Sonne Licht genau so ablenkt, wie es die allgemeine Relativitätstheorie vorhersagt

Chemie


- Ernst Späth gelingt die Strukturaufklärung und Synthese des Meskalins

Kultur


- 21. Februar: Uraufführung der Oper Absalom i Eteri von Sacharij Paliaschwili in Tiflis
- 18. März: Uraufführung der Oper Gaudeamus von Engelbert Humperdinck in Darmstadt
- 10. April: Uraufführung der musikalischen Komödie Masques et bergamasques von Gabriel Fauré in Monte Carlo
- 16. April: Uraufführung der Oper Don Ranudo de Colibrados von Othmar Schoeck in Zürich
- 6. Oktober: Uraufführung der Operette Apple Blossoms von Fritz Kreisler am Globe Theatre in New York
- 21. Oktober: Uraufführung der Oper Fennimore und Gerda von Frederick Delius am Opernhaus in Frankfurt am Main
- Die Künstlervereinigung „Die Kugel“ wird in Magdeburg gegründet

Katastrophen


- Ende der Influenza-Pandemie („Spanische Grippe“), die 1918 begonnen hatte

Sport

Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden siehe unter der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 18. März: Gründung des Fußballclubs FC Valencia

Geboren


- 1. Januar: Karl Otto Dehnert, Bürgermeister von Wuppertal († 2004)
- 1. Januar: Jerome David Salinger, US-amerikanischer Schriftsteller
- 2. Januar: Josef Moser (Bautenminister), Bautenminister († 2003))
- 9. Januar: Hans Lebert, österreichischer Schriftsteller und Opernsänger († 1993)
- 12. Januar: Hans Richter (Schauspieler), Schauspieler
- 13. Januar: Ludwig Janda, ehemaliger deutscher Fußballspieler († 1981)
- 15. Januar: Heinz Bethge, deutscher Physiker († 2001)
- 18. Januar: Anton Turek, deutscher Fußballspieler, († 1984)
- 22. Januar: Victor Futter, US-amerikanischer Anwalt und Professor († 2005)
- 23. Januar: Hans Hass, Biologe und Ichthyologe
- 26. Januar: Bill Nicholson, britischer Fußballspieler († 2004)
- 27. Januar: David Seville, US-amerikanischer Sänger und Songschreiber († 1972)
- 29. Januar: Konrad Hesse, deutscher Rechtswissenschaftler, Richter am Bundesverfassungsgericht († 2005)
- 31. Januar: Hans Katzer, deutscher Politiker († 1996)
- 1. Februar: Eugen Stadelmann, österreichischer Lehrer und Heimatdichter († 1998)
- 2. Februar: Lisa Della Casa, Schweizer Opern- und Operettensängerin
- 4. Februar: Widukind Lenz, deutscher Humangenetiker († 1995)
- 5. Februar: Robert R. Merhige Jr., US-amerikanischer Jurist und Bundesrichter († 2005)
- 8. Februar: Leopold Neumer, deutscher und österreichischer Fußballspieler († 1990)
- 11. Februar: Gretchen Frazer, ehemalige US-amerikanische Skifahrerin († 1994)
- 12. Februar: Ernst-Joachim Gießmann, Minister für Hoch- und Fachschulwesen der DDR († 2004)
- 13. Februar: Willi Bars, deutscher Fußballspieler
- 13. Februar: Tennessee Ernie Ford, US-amerikanischer Country- und Gospel-Sänger († 1991)
- 17. Februar: Kathleen Freeman, US-amerikanische Schauspielerin († 2001)
- 17. Februar: Joseph Hunt, US-amerikanischer Tennisspieler († 1945)
- 18. Februar: Jack Palance, US-amerikanischer Schauspieler
- 20. Februar: Jesco von Puttkamer (Publizist), deutscher Politiker und Diplomat († 1987)
- 22. Februar: Henri Arnoldus, niederländerischer Autor († 2002)
- 26. Februar: Mason Adams, US-amerikanischer Schauspieler († 2005)
- 27. Februar: Roman Haubenstock-Ramati, Komponist († 1994)
- 1. März: Ludwig Volkholz, Politiker († 1994)
- 2. März: Tibor Flórián, ungarischer Schachspieler, Problemkomponist, Autor und Funktionär († 1990)
- 2. März: Jennifer Jones, US-amerikanische Schauspielerin
- 3. März: Hannelore Schmidt, Ehefrau von Helmut Schmidt
- 7. März: Juanita Kidd Stout, Richterin († 1998)
- 12. März: Christian Broda, österreichischer Politiker († 1987)
- 17. März: Nat King Cole, US-amerikanischer Sänger und Jazz-Musiker († 1965)
- 19. März: Josef Stingl, deutscher Politiker († 2004)
- 19. März: José Alí Lebrún Moratinos, Erzbischof von Caracas und Kardinal († 2001)
- 19. März: Peter Abrahams, südafrikanischer Schriftsteller
- 19. März: Lennie Tristano, US-amerikanischer Jazzmusiker (Pianist und Komponist) († 1978)
- 20. März: Gerhard Barkhorn, deutscher Jagdflieger im 2. Weltkrieg († 1983)
- 20. März: Ernst Topitsch, österreichischer Philosoph und Soziologe († 2003)
- 24. März: Robert Heilbroner, US-amerikanischer Volkswirtschaftler († 2005)
- 29. März: Robert Lowry (Schriftsteller), Schriftsteller († 1994)
- 29. März: Eileen Heckart, US-amerikanische Schauspielerin († 2001)
- 1. April: Joseph Edward Murray, US-amerikanischer Chirurg
- 2. April: Delfo Cabrera, argentinischer Marathonläufer († 1981)
- 3. April: Reno Nonsens, deutscher Satiriker und Theaterleiter († 2001)
- 9. April: John Presper Eckert, US-amerikanischer Computerpionier († 1995)
- 10. April: Richard Bergmann, österreichischer Tischtennisspieler († 1970)
- 13. April: Howard Keel, US-amerikanischer Schauspieler und Musical-Darsteller († 2004)
- 14. April: Raúl Francesco Primatesta, Erzbischof von Córdoba und Kardinal
- 14. April: Karel Berman, tschechischer Komponist und Opernsänger († 1985)
- 16. April: Liesel Christ, Frankfurter Volksschauspielerin († 1996)
- 16. April: Merce Cunningham, US-amerikanischer Tänzer und Choreograf
- 18. April: John Taras, Choreograf und Ballettmeister († 2004)
- 21. April: Michael Thomas Mann, deutscher Musiker und Literaturwissenschaftler († 1977)
- 21. April: Licio Gelli, Gründer der Geheimloge Propaganda Due
- 21. April: Don Cornell, US-amerikanischer Sänger der 1940er und 1950er († 2004)
- 23. April: Silja Walter, Benediktinerin und Schriftstellerin
- 23. April: Yoshitaro Nomura, japanischer Filmregisseur († 2005)
- 24. April: César Manrique, Künstler, Architekt, Bildhauer und Umweltschützer von Lanzarote († 1992)
- 24. April: Axel von dem Bussche, Offizier des Heeres während des 2. Weltkrieges († 1993)
- 24. April: Wolfgang Panofsky, US-amerikanischer Teilchenphysiker
- 25. April: Heinz Wunderlich, deutscher Organist und Komponist
- 29. April: Alla Rakha, indischer Musiker (Tabla) († 2000)
- 1. Mai: John Meredyth Lucas, US-amerikanischer Drehbuchautor, Filmregisseur und Filmproduzent († 2002)
- 3. Mai: Pete Seeger, US-amerikanischer Folk-Musiker
- 5. Mai: Georgios Papadopoulos, griechischer Offizier und Politiker († 1999)
- 8. Mai: Lex Barker, US-amerikanischer Schauspieler († 1973)
- 8. Mai: Leon Festinger, US-amerikanischer Sozialpsychologe († 1989)
- 10. Mai: Daniel Bell (Soziologe), US-amerikanischer Soziologe
- 11. Mai: Dan O'Herlihy, irischer Schauspieler († 2005)
- 11. Mai: John Michael Hayes, US-amerikanischer Drehbuchautor
- 15. Mai: Eckhard Reith, ehemaliges CDU-Bundestagsmitglied
- 16. Mai: Albert Osswald, Ministerpräsident des Landes Hessen († 1996)
- 16. Mai: Liberace, US-amerikanischer Entertainer († 1987)
- 18. Mai: Margot Fonteyn de Arias, britische Tänzerin († 1991)
- 26. Mai: Rubén González, kubanischer Pianist († 2003)
- 30. Mai: Benno Hoffmann, deutscher Ballettmeister und Schauspieler († 2005)
- 3. Juni: Hans Reiser (Schauspieler), deutscher Schauspieler († 1992)
- 4. Juni: Fedora Barbieri, italienische Opernsängerin (Mezzosopran) († 2003)
- 8. Juni: Grete Wurm, deutsche Schauspielerin († 2002)
- 8. Juni: Erwin Lehn, deutscher Orchesterleiter
- 9. Juni: Gerd Oswald, deutscher Filmregisseur, Filmproduzent, Schauspieler und Drehbuchautor († 1989)
- 9. Juni: Isaak Boleslawski, sowjetischer Schachspieler († 1977)
- 12. Juni: Uta Hagen, deutsch-amerikanische Bühnenschauspielerin († 2004)
- 15. Juni: Phaolo-Giuse Pham Dinh Tung, Erzbischof von Hanoi und Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- 15. Juni: Alberto Sordi, italienischer Filmschauspieler († 2003)
- 19. Juni: Mario Revollo Bravo, Erzbischof von Bogotá und Kardinal der römisch-katholischen Kirche († 1995)
- 19. Juni: Pauline Kael, Filmkritikerin († 2001)
- 19. Juni: Louis Jourdan, französischer Schauspieler
- 21. Juni: Paolo Soleri, italienischer Architekt
- 23. Juni: Gerda Gmelin, deutsche Schauspielerin († 2003)
- 23. Juni: Hermann Gmeiner, Gründer der SOS-Kinderdörfer († 1986)
- 24. Juni: Eugen Oker, deutscher Schriftsteller und Spielekritiker
- 29. Juni: Ernesto Corripio y Ahumada, römisch-katholischer Erzbischof und Kardinal
- 29. Juni: Slim Pickens, US-amerikanischer Filmschauspieler († 1983)
- 1. Juli: Hans Bender (Schriftsteller), deutscher Schriftsteller
- 2. Juli: Albert Batteux, französischer Fußballtrainer und Fußballspieler († 2003)
- 6. Juli: Oswaldo Guayasamín, ecuadorianischer Maler und Bildhauer († 1999)
- 8. Juli: Walter Scheel, deutscher Politiker, 1974–1979 Bundespräsident der BRD
- 13. Juli: David Nillo, US-amerikanischer Tänzer, Choreograf und Arrangeur († 2005)
- 16. Juli: Hermine Braunsteiner-Ryan, Aufseherin in den KZs Ravensbrück und Majdanek († 1999)
- 16. Juli: Edith Schneider, Schauspielerin und Synchronsprecheirn
- 16. Juli: Choi Kyu-ha, südkoreanischer Premierminister und Präsident
- 18. Juli: Josef Müller (CDU), deutscher Politiker († 1997)
- 19. Juli: Robert Pinget, Schweizer Schriftsteller († 1997)
- 20. Juli: Edmund Hillary, Bergsteiger, Expeditionsleiter
- 24. Juli: Ferdi Kübler, Schweizer Radrennfahrer
- 26. Juli: James Lovelock, Chemiker, Mediziner, Biophysiker und Erfinder
- 26. Juli: Elinborg Lützen, erste färöische Grafikerin († 1995)
- 26. Juli: Angelo Felici, Kardinal
- 31. Juli: William F. Quinn, erster Gouverneur von Hawaii
- 31. Juli: Primo Levi, italienischer Schriftsteller und Chemiker († 1987)
- 4. August: Emmy Lopes Dias, niederländische Schauspielerin († 2005)
- 6. August: Pauline Betz, ehemalige Tennisspielerin
- 8. August: Dino De Laurentiis, italienischer Filmproduzent
- 9. August: Joop den Uyl, niederländischer Politiker († 1987)
- 11. August: Ginette Neveu, französische Violinistin († 1949)
- 13. August: George Shearing, Jazzpianist
- 14. August: Ingrid Leodolter, österreichische Politikerin und Gesundheitsministerin (1971–1979) († 1986)
- 21. August: Tommy Reilly, kanadischer Musiker († 2000)
- 24. August: Egon Hartmann, deutscher Architekt und Stadtplaner
- 24. August: Niels Viggo Bentzon, ein dänischer Komponist und Pianist († 2000)
- 24. August: Benny Moré, kubanischer Sänger († 1963)
- 25. August: George Wallace, Gouverneur von Alabama († 1998)
- 28. August: Godfrey Hounsfield, englischer Elektrotechniker († 2004)
- 29. August: János Rácz, Mathematiker, Lehrer, Author († 2005)
- 30. August: Wolfgang Wagner, deutscher Regisseur und Festspielleiter
- 30. August: Jiří Orten, tschechischer Dichter († 1941)
- 2. September: Karl-Ernst Maedel, Journalist († 2004)
- 2. September: Lance Macklin, Rennfahrer († 2002)
- 4. September: Howard Morris, US-amerikanischer Komiker († 2005)
- 5. September: Albert Häberling, Schweizer Komponist und Dirigent
- 6. September: Trudi Gerster, Märchenfee der deutsche Sprache|deutschsprachigen Schweiz
- 7. September: Michael Guttenbrunner, österreichischer Dichter und Schriftsteller († 2004)
- 7. September: Andreas Maurer (Politiker), österreichischer Politiker und Landeshauptmann von Niederösterreich
- 8. September: Maria Lassnig, Künstlerin
- 11. September: Ota Šik, tschechisch-Schweizer Wirtschaftswissenschaftler und Maler († 2004)
- 15. September: Fausto Coppi, italienischer Radrennfahrer († 1960)
- 16. September: Sven-Erik Bäck, schwedischer Komponist († 1994)
- 17. September: