Home About us Products Services Contact us Bookmark
:: wikimiki.org ::
Huila

Huila

Das Departamento de Huila ist eine Provinz im Südwesten Kolumbiens. Es ist umgeben von den Provinzen Meta und Caquetá im Osten und von Cauca und Tolima im Westen. Die Wirtschaft basiert auf Landwirtschaft und Rinderhaltung. Es werden Reis, Zuckerrohr, Bananen, Tabak, Kaffee und Sorghum angebaut. Die Industrie spielt eine untergeordnete Rolle und ist auf Kunsthandwerk, Keramik und Hüte spezialisiert. Huila besitzt Erdöl- und Erdgasvorkommen. Interessant ist der archäologische Park San Agustín.
Kategorie:Provinz in Kolumbien

Kolumbien

Kolumbien (spanisch Colombia) ist ein Staat im nördlichen Teil von Südamerika und grenzt an Brasilien, Peru, Ecuador, Venezuela und Panama. Kolumbien liegt am Pazifischen Ozean und an der Karibik.

Geografie

Kolumbien liegt im Nordwesten Südamerikas und grenzt sowohl an den atlantischen (1.600 km Grenzlinie), als auch an den pazifischen Ozean (1.300 km Grenzlinie). Im Südwesten liegen Ecuador und Peru, im Nordosten Venezuela und im Südosten Brasilien. Die westliche Hälfte Kolumbiens wird von den Anden dominiert, die in drei große Bergketten geteilt sind: die westliche, die zentrale und die östliche Kordillere. Zwischen den Bergketten fließen die großen, teilweise befahrbaren Flüsse Cauca und Magdalena in den atlantischen Ozean. Die Hochgebirge beherbergen die zum Teil aktiven Vulkane Galeras, Huila, Nevado del Ruiz, Purace, Tolima und Doña Juana. Die höchsten Gipfel sind der Pico Cristóbal Colón sowie der Pico Simón Bolívar, beide jeweils 5.775 m hoch und in der Sierra Nevada de Santa Marta gelegen. Die östliche Hälfte ist durch dicht bewaldetes Flachland charakterisiert, durch das die Flüsse Putumayo, Yapura, Meta und Guaviare fließen, die entweder im Orinoco oder im Amazonas münden. Kolumbien hat Küsten sowohl am atlantischen wie am pazifischen Ozean. Die bekanntesten Inseln im Atlantik sind der Archipel von San Andrés und Providencia (770 km nordöstlich von Kolumbien), mit den Inseln San Andrés, Providencia und Santa Catalina. Der karibischen Küste vorgelagert ist die Insel Fuerte und die Archipele von San Bernardo und del Rosario. Im Pazifik liegen die Inseln Malpelo und Gorgona und Gorgonilla. Je nach Meereshöhe unterscheidet man vier Klimazonen. In den Flachländern (Llanos) herrscht tropisches Klima über 24° C, zwischen 1.000 und 2.000 m gemäßigtes Klima (17-24° C), zwischen 2.000 und 3.000 m kaltes (12-17° C) und in den Bergregionen (Páramos) ab 3.000 m Höhe hochalpines Gletscherklima (unter 12° C). Kolumbiens größte Städte sind die Hauptstadt Santa Fé de Bogotá, Medellín, Cali, Cartagena de Indias, Barranquilla, Ibagué, Manizales, Pasto, Cúcuta und Bucaramanga. Siehe auch: Städte in Kolumbien

Umwelt

Kolumbiens Lage mit unterschiedlichen Höhenstufen und Klimazonen, die den Übergang und Kontakt zwischen Amazonas und Anden einschliessen, heterogene Bodenbedingungen bedingen eine große Biodiversität mit einer hohen Anzahl endemischer Arten. Kolumbien ist eines der Länder mit der größten Artenvielfalt pro Gebietseinheit weltweit: Mit nur 0,7 % Anteil an der weltweiten Festlandsmasse vereinigt das Land 10% aller Tier- und Pflanzenarten des Planeten auf seinem Staatsgebiet. Obwohl Kolumbien den Schutz seiner natürlichen Ressourcen bereits seit den 70er Jahren vorantreibt, haben neben natürlichen Umweltkatastrophen (häufig entweder bedingt durch extreme Trocken- oder Regenzeiten) vor allem das dynamische soziale und wirtschaftliche Wachstum und die bürgerkriegsartigen Auseinandersetzungen in den letzten Jahrzehnten erhebliche Umweltschäden mit sich gebracht. Mit der Verfassung von 1991 hat sich das Land nun explizit der Erreichung einer nachhaltigen Entwicklung verschrieben; etwa 60 Verfassungsartikel beziehen sich direkt oder indirekt auf die Umwelt. Den normativen Rahmen für die Ausgestaltung dieser Vorgaben bildet das Gesetz 99 von 1993, durch das ein Umweltministerium als Bestandteil des Nationalen Umweltsystems (Sistema Nacional Ambiental, kurz SINA) geschaffen wurde. Zum SINA gehören nebem dem Ministerium unter anderem die Regionalentwicklungsbehörden, die mit dem Management der natürlichen Ressourcen und ihrer nachhaltigen Entwicklung beauftragt sind, städtische Umweltplanungsbehörden und -systeme wie das DAMA in Bogotá und der Ecofondo, der Zusammenschluss aller Umwelt-NGOs. Staatliche Umweltpläne sollen zur Erreichung der ehrgeizigen Ziele beitragen. Allerdings werden den Regionalentwicklungsbehörden unter anderem überhöhte Betriebskosten, fehlende Investitionen in Umweltprogramme und die Aufgabe wieder aufgeforsteter Gebiete vorgeworfen. Diese und andere Mängel sollen deshalb mittels einer weitgreifenden Umweltsektorreform beseitigt werden. Dazu wurde bereits im März 2003 ein Gesetzesvorschlag vorgelegt; darüber hinaus wurde das Umweltministerium im April 2003 zum Ministerio de Ambiente, Vivienda y Desarollo Territorial fusioniert. Derzeit gibt es Bestrebungen, die bereits seit Jahrzehnten bestehende Nationalparkverwaltung (UAESPNN - Unidad Administrativa Especial del Sistema de Parques) umzustrukturieren. Insgesamt wird die bisherige Umweltpolitik von Präsident Uribe oft als ein Rückschritt hinter bereits erzielte Erfolge bezeichnet, insbesondere, da die Umwelt- und Naturzerstörung als Folge des bewaffneten Konflikts von Jahr zu Jahr steigt.

Klima

Da der Äquator durch Kolumbien läuft, liegt das Land in der tropischen Klimazone. Der Norden, also die Karibikküste, liegt in der subtropischen Zone. In Gebieten unterhalb 550m werden Durchschnittstemperaturen von 25°C bis 30°C gemessen (tropischer Bereich), zwischen 550m und 2300m Jahresmittel von bis zu minimal 18°C (gemäßigter Bereich) erreicht. Zwischen 2300m und 3000m beträgt die Temperatur nur noch 10 - 17°C. Bogotá, welches in einer Höhe von 2550m über dem Meeresspiegel liegt, hat eine Jahresdurchschnitttempereatur von 13°C. Über 3000m liegt die kaltgemäßigte bis kalte Klimazone mit Temperaturen zwischen - 17,8°C bis +12,8°C. Jährlich gibt es zwei Regenzeiten (April und Oktober) und zwei Trockenzeiten, die aber nicht extrem ausfallen. An der Westküste der Anden fällt die größte Menge an Niederschlag. Im südlichen Teil des Landes werden ca. 3000mm Niederschlag pro Jahr und gemessen, im Norden bis zu 10.000mm. Einige Orte mit einem Niederschagsvolumen von bis zu 16.000mm im Jahr gehören zu den regenreichsten Gebieten der Erde. Die östlichen Gebiete werden weniger stark beregnet. Durch den Passatwind sind diese Teile der Karibikküste sehr regenarm (unter 400mm Niederschlagsmenge pro Jahr und m²). Weiterhin ist die Niederschlagsmenge in den Hochtälern und Hochbecken durch die Regenschattenseite nur bei 1000mm angesiedelt.

Bevölkerung

Kolumbien mit einer Bevölkerungszahl von ca. 42,31 Mio. hat auf Grund seiner Geschichte eine sehr diversifizierte Bevölkerungsstruktur. Auf jedem Quadratkilometer leben durchschnittlich 31 Einwohner. 72% der Gesamtbevölkerung leben in den Ballungsgebieten und Städten, hauptsächlich in den Tälern des Río Magdalena und des Río Cauca sowie an der Küste des karibischen Meeres. Allein in Bogota, die Hauptstadt und das Zentrum der Industrie, lebt ca. 1/7 der Bevölkerung. Die Bevölkerung setzt sich aus drei sehr unterschiedlichen Gruppen zusammen: den indigenen Indios, den europäischen, zumeist aus Spanien stammenden Kolonisten und den importierten Sklaven aus afrikanischer Herkunft. Die heutige Demografie des Landes besteht aus einer Mischung dieser Gruppen. Demografie Verbindungen zwischen diesen Gruppen waren und sind sehr weit verbreitet. Den größten Anteil an der Bevölkerung stellen mit 60 % die Mestizen, deren Vorfahren Europäer und Indigene waren. Zur hellhäutigen Bevölkerung gehören die Kreolen, Nachfahren der europäischen Kolonisten, die somit die größte Minderheit mit 20 % darstellen. Weiter sind mit 16 % die Mulatten in der kolumbianischen Gesellschaft vertreten, Nachkommen von Europäern und afrikanischen Sklaven. Rein afrikanische Vorfahren haben 4 % der Bevölkerung, 3 % zählen zu den Zambos, die von afrikanischen Sklaven und indigenen Indios abstammen. Im Dorf Palenque de San Basilio existiert die einzige spanischbasierte Kreolsprache in Lateinamerika. Die Menschen dort sind zum größten Teil Nachfahren entlaufener Sklaven und sprechen Palenquero. Heutzutage werden nur noch 1 % als Indigene klassifiziert, unter anderem durch ihre Kultur und Sprache. Dominant ist die römisch-katholische Glaubensrichtung (ca. 90 % der Bevölkerung). Völkerbewegungen vom Land in die Stadt sind massiv. Stadtbevölkerung ist von einem Anteil von 57 % der Gesamtbevölkerung im Jahre 1951 auf 74 % 1994 gestiegen. Dreißig Städte haben mehr als 100.000 Einwohner. Die östlichen Llanos Kolumbiens, die aus 9 Departamentos bestehen und 54 % der Fläche ausmachen, beherbergen nur 3 % der Bevölkerung und damit eine Dichte von einer Person pro Quadratkilometer. Siehe auch: Afrokolumbianer

Geschichte

Nach der Entdeckung Mittelamerikas durch spanische Seefahrer entstanden mit Santa Marta (gegr. 1527) und Cartagena de Indias (gegr.1533) die ersten kolonialen Stützpunkte an der kolumbianischen Karibikküste. Als im Jahr 1537 die ersten spanischen Entdecker unter Gonzalo Jiménez de Quesada in das Andengebiet vordrangen, wurden die Chibcha unterjocht. Die Spanier erbauten einige Siedlungen, die die ehemaligen indianischen Handelszentren ersetzten, so zum Beispiel Santa Fé de Bogotá und Tunja (gegr. beide 1539). Wenig später erfolgte die Gründung einer Provinz, aus der sich das Vizekönigreich Neugranada entwickelte. Kolumbien ist einer der Staaten, die durch den Zerfall Großkolumbiens im Jahr 1830 entstand (andere sind Ecuador und Venezuela). Bis zum Jahre 1903 gehörte Panama zu Kolumbien. Kolumbien gehört zu der 1969 gegründeten Andengemeinschaft, die seit 1995 eine Freihandelszone zwischen den Mitgliedsstaaten aufgebaut hat. Seit Jahrzehnten dauert nun schon der Bürgerkrieg in Kolumbien an. Nach einer Welle von Gewalt und Terror verhängt Präsident Álvaro Uribe Vélez am 12. August 2002 für 90 Tage den Ausnahmezustand. Der im Jahre 2003 von Präsident Álvaro Uribe begonnene Friedensprozess mit den Paramilitärs droht zu scheitern. Ein Grund dafür ist das spurlose Verschwinden des Gründers der Paramilitärs, Carlos Castaño, ein anderer die Forderung der Paramilitärs, für ihre Taten, einschließlich des Drogenhandels, nicht bestraft und an die USA ausgeliefert zu werden. Siehe auch: Liste der Präsidenten Kolumbiens

Verwaltungsgliederung

Kolumbien ist in 32 Provinzen untergliedert (Hauptstädte in Klammern): right #Amazonas (Leticia) #Antioquia (Medellín) #Arauca (Arauca) #Atlántico (Barranquilla) #Bolívar (Cartagena de Indias) #Boyacá (Tunja) #Caldas (Manizales) #Caquetá (Florencia) #Casanare (Yopal) #Cauca (Popayán) #Cesar (Valledupar) #Chocó (Quibdo) #Córdoba (Monteria) #Cundinamarca (Bogotá) #Guainía (Puerto Inirida) #Guaviare (San José del Guaviare) #Huila (Neiva) #La Guajira (Riohacha) #Magdalena (Santa Marta) #Meta (Villavicencio) #Nariño (Pasto) #Norte de Santander (Cúcuta) #Putumayo (Mocoa) #Quindío (Armenia) #Risaralda (Pereira) #San Andrés und Providencia (San Andrés) #Santander (Bucaramanga) #Sucre (Sincelejo) #Tolima (Ibagué) #Valle del Cauca (Cali) #Vaupés (Mitú) #Vichada (Puerto Carreño) Zusätzlich: Bogotá - Distrito Capital

Wirtschaft

Kolumbien ist der größte Produzent zahlreicher Schnittblumenarten. Bei der Produktion von Nelken steht es weltweit an erster, bei Schnittblumen insgesamt an zweiter Stelle. Mit 3.500 verschiedenen Orchideen-Arten hat Kolumbien die größte Vielfalt der Welt. Ebenfalls an erster Stelle steht Kolumbien bei der Produktion von Smaragden und Guadua-Holz. Es ist außerdem der zweitgrößte Kaffee-Produzent der Welt und steht bei der Produktion von Bananen weltweit an dritter Stelle. Bei der Produktion von Kartoffeln ist Kolumbien in Lateinamerika führend. Das Land ist der zweitgrößte Exporteur landwirtschaftlicher Produkte in die USA. Darüber hinaus ist Kolumbien weltweit der viertgrößte Produzent von Kohle und Nickel und hat außerdem eine sichere Erdölreserve von zwischen 1,54 bis 1,84 Milliarden Barrel. Ein Teil der kolumbianischen Wirtschaft wird direkt oder indirekt vom Anbau und der Produktion von illegalen Drogen beeinflusst. So bauen Bauern insbesondere Koka, aber auch Schlafmohn an, da sie sich so ein besseres Einkommen versprechen als bei der Produktion von Nahrungsmitteln oder Kaffee; und der Druck der Drogenkartelle ermöglicht es den Kokabauern oft auch nicht, auf legale Waren umzuschwingen. Hauptexportgüter Kolumbiens sind Kaffee, Bananen, Schnittblumen, Smaragde, exotische Früchte, Textilien, Lederwaren, Lebensmittel, Erdöl und Erdölderivate, Kohle und Kohlederivate, Gold und Zucker.

Politik

Als Präsidialrepublik ist Kolumbien in die Exekutive, Legislative und Judikative aufgeteilt. Das Parlament besteht aus zwei Kammern, dem Kongress (congreso) und dem Senat (senado). Die geltende Verfassung wurde am 5. Juli 1991 nach einem Volksentscheid verabschiedet. Fast alle Ämter, vom Präsidenten bis zum Abgeordneten, werden direkt vom Volk gewählt. Als volljährig gilt jeder ab dem 18. Lebensjahr und nur Mitglieder der Armee und Strafgefangene dürfen nicht wählen. Der Präsident und die Senats- und Kongressabgeordneten werden zu einer Amtszeit von vier Jahren gewählt. Kolumbien ist Mitglied in der Südamerikanische Staatengemeinschaft, Organisation Amerikanischer Staaten und den Vereinten Nationen. Beitrittsverhandlungen zu Mercosur werden geführt.

Parteien


- Partido Liberal (liberale)
- Partido Conservador Colombiano (konservative)
- Movimiento de Salvación Nacional (konservative)
- Alianza Democrática M-19 (ehemalige M-19 Guerillagruppe)
- Polo Democrático Independiente
- Unión Democrática
- Unión Patriótica (komunistische)
- Partido Comunista de Colombia (komunistische)
- Movimiento Obrero Independiente y Revolucionario
- Partido para Defensa del Folklore Nacional.
- Oxígeno verde

Bildungswesen

In Kolumbien wird die Bildung in vier Stufen aufgeteilt, Vorschule (preescolar), Schule (educación básica), Gymnasium (educación media) und Universität (nivel universitario). Verantwortlich für die Bildung ist das Ministerium de Educación Nacional. Im Durchschnitt sind die staatlichen Bildungseinrichtungen für die Familien günstiger als die in privater Hand. Außerdem werden auch nicht staatlich anerkannte Titel, meist von privaten technischen Schulen, angeboten, die oft die Selbständigkeit des Auszubildenden zum Ziel haben. Im Vorschulalter werden den Eltern, fast ausschließlich aus dem privaten Sektor, Kindergärten angeboten. Die letzten zwei Jahre vor der Grundschule werden Kinder (4-5 Jahre) und transición (Übergang) (5-6 Jahre) genannt. Von einem Kind in der transición Altersgruppe wird erwartet, dass es schon mit dem Lesen- und Schreibenlernen angefangen hat. Die Schulzeit eines Kindes begrenzt sich auf neun Jahre, fünf davon in der Grundschule (básica) und vier im Gymnasium (secundaria). Meist nur für Familien, die die nötigen finanziellen Mittel haben, bieten Schulen zwei weitere Jahre der Educación Media, auch Bachillerato genannt, an. Schüler die das Bachillerato machen haben meist zum Ziel die Universität zu besuchen. Universitäten werden sowohl vom Staat als auch privat betrieben. Technische Abschlüsse werden nach drei Jahren, Graduierte (vergleichbar mit Bachelor) nach vier und Diplome nach fünf Jahren vergeben. Ergänzend werden Master- und Doktortitel, letztere nur durch staatlich anerkannte Institutionen, angeboten. Die bekannteste Universität Kolumbiens ist die Universidad Nacional de Colombia mit Hauptsitz in Bogotá.

Kultur

Siehe auch: Liste berühmter Kolumbianer

Kunst

Kolumbien rühmt eine lange Geschichte der Künste, die bis in die präkolumbischen Zeiten zurückgeht. Bekannt sind aus diesen Zeiten Goldfiguren, Schmuck und Tonarbeiten. In der Hauptstadt Bogotá sind im Goldmuseum viele dieser Stücke zu bewundern. Ein Großteil der Kunststücke ist aber seit der Entdeckung, erst durch die Entdecker und dann durch Grabräuber, verschwunden. Die diversen Volksgruppen stellen weiterhin unterschiedlichste Arten von Kunst her, unter anderem die handgewebten Handtaschen (Mochilas) und Hängematten der Guajiros. Zu den bekanntesten kolumbianischen Künstlern des 20. Jahrhunderts zählen Enrique Grau, Fernando Botero und Alejandro Obregón. Bekanntester kolumbianischer Schriftsteller ist der Literaturnobelpreisträger Gabriel García Márquez.

Musik

Die traditionelle kolumbianische Musik ist sehr vielfältig. Die Musik der Karibikküste, wo viele Afro-Kolumbianer leben, ist stark von afrikanischen Rhythmen geprägt, wie man es in Stilen wie der Cumbia und dem verwandten, aber melodischeren Vallenato hören kann. Eine neue in dieser Region Kolumbiens entstandene Musikrichtung ist der ebenfalls stark von afrikanischen und karibischen Einflüssen geprägte Champeta. Völlig anders ist dagegen die traditionelle Musik der Andenregion um Bogotá, die eine Mischung spanischer und vorkolumbischer Stilelemente ist und damit der Folkloremusik des Hochlandes von Peru und Ecuador ähnelt. Im Rest des Landes ist die traditionelle Musik vor allem von spanischen und italienischen Einflüssen geprägt. Salsa ist in Kolumbien, wie auch im Rest Südamerikas ebenfalls sehr beliebt. Berühmte kolumbianische Salsa-Interpreten sind die Grupo Niche, Fruko y sus Tesos und Joe Arroyo. Eine der populärsten Salsa-Tänzerinnen ist Maria del Pilar, die inzwischen zusammen mit ihrem Guitarriero Nico Berdugo auch in Europa bei zahlreichen Auftritten gefeiert wird. Die bekannteste Musikerin Kolumbiens ist die Sängerin Shakira. Mittlerweile haben es auch der Pop-Sänger Juanes und der Vallenato-Interpret Carlos Vives zu internationaler Berühmtheit gebracht. In den kolumbianischen Großstädten gibt es seit den 90er Jahren eine ständig wachsende moderne Musikkultur. Trotzdem wächst die Szene weiter. Im Jahr 1994 fand zum ersten Mal das Festival „Rock al parque“ statt, dass mittlerweile das größte kostenlose Rockfestival Lateinamerikas ist.

Sport

Kolumbien ist besonders für Fußball und Radsport international bekannt und seit einigen Jahren durch Juan Pablo Montoya in der Formel 1 vertreten. Bekannteste Tennisspielerin ist Fabiola Zuluaga. 2005 hat die Golfspielerin María Isabel Baena erstmalig einen Titel für Kolumbien bei dem in New Jersey, USA ausgetragenen Match Play-Meisterschaft gewonnen. Clara Juliana Guerrero ist die weltbeste Kegelspielerin, eine Sportart in der auch u.a. die Geschwister Paola Rocío Gómez Ardila und Jaime Andrés Gómez Ardila das Land vertreten. Berühmte Boxer sind der legendäre Antonio Cervantes "Kid Pambelé", der vier Jahre lang Weltmeister in der Gewichtsklasse 140 Pfund Juniorgewicht der (WBA) war und Miguel "Happy" Lora, der zwischen 1985 und 1989 den Weltmeistertitel in der Gewichtsklasse 118 Pfund Bantamgewicht der (WBC) hielt.

Fußball

Eine Fußballliga wurde 1924 angedacht und durch den Beitritt 1936 zu der Confederación Sudamericana de Fútbol (CONMEBOL) besiegelt. Die Nationalelf spielte zum ersten mal 1962 in Chile bei der Weltmeisterschaft mit. Aus drei Spielen erhielt sie aber nur einen Punkt, spielte aber mit einem 4:4 gegen die UdSSR eine historische Partie. 1964 wurde die Bundesliga „Federación de Fútbol de Colombia (Fedebol)” mit Unterstützung der FIFA gegründet. Kolumbien wurde 1974 von der FIFA die Austragung der 1986 zu spielenden Weltmeisterschaft zugesprochen, die aber letztlich wegen Uneinigkeiten zwischen Privat- und Staatsfinanzierungen 1981 an Mexiko ging. Der bisher größte Erfolg der Fußball-Nationalmannschaft ist der im Jahre 2001 errungene Titel der Copa América, welcher zudem in Kolumbien ausgetragen wurde. Weitere Höhepunkte waren die jeweilige Qualifikation zu den Fußball-Weltmeisterschaften von 1962, 1990, 1994 und 1998, sowie der historische 5:0-Sieg über Argentinien in Buenos Aires. Dieses Spiel diente der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1994 in den USA. Die Nationalmanschaft wird nicht die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland bestreiten, da sie sich trotz einem 1-0 im letzten Spiel gegen Paraguay nicht qualifizieren konnte. Siehe auch: Kolumbianischer Fußball

Radsport

Das erste in Etappen gefahrene Rennen Südamerikas wurde 1951 in Kolumbien absolviert. Erster bekannter kolumbianischer Radrennfahrer bei der Tour de France war Cochise Rodríguez, der das Rennen 1977 als 27. beendete. Fabio Parra gewann 1988 drei Etappen und endete als Dritter in der Gesamtwertung. Luis „Lucho“ Alberto Herrera gewann 1985 und 1987 zwei Bergetappen und wurde dadurch zum kolumbianischen Nationalhelden. Von sich reden machte seit Ende der 1990er Jahre zudem der aus Medellín stammende Santiago Botero. Er wurde 2002 Zeitfahr-Weltmeister bei der Straßen-Radweltmeisterschaft im belgischen Zolder. Darüber hinaus sicherte er sich unter anderem drei Etappen bei der Vuelta a España sowie bei der Tour de France, bei der er im Jahre 2000 zudem als Gewinner des Bergtrikots die Avenue des Champs-Élysées in Paris erreichte. 2005 gewann der Kolumbianer Ivan Parra zwei Etappen beim Giro d’Italia.

Inline-Skating

Seit einigen Jahren zählt Kolumbien in dieser Disziplin zu den stärksten Nationen weltweit. Die bekannteste Inline-Skaterin ist Cecilia Baena (Sportlerin des Jahres 2001 in Kolumbien), bei den Panamerikanischen Meisterschaften 2005 gewann sie neun Medaillen. 2004 wurde sie in Italien dreifache Weltmeisterin. Außerdem gewann sie das größte Inlinerennen der Welt, den Berlin Marathon mit 10.000 Teilnehmern. Weitere bekannte Weltmeister, sowie Weltrekordhalter sind Diego Rosero und Jorge Andrés Botero.

Tejo

Tejo, eine moderne Version eines Indianerspieles namens Turmequé, wird schon über 500 Jahre lang in den Provinzen Cundinamarca und Boyacá gespielt und wurde im Juni 2000 vom kolumbianischen Kongress zum Nationalsport ernannt. Die moderne Version sieht vor, eine eiserne Halbkugel, den Tejo, in einen metallischen Kreis zu werfen und so, die an den vier Himmelsrichtungen aufgelegten Schwarzpulvertaschen, die Mechas, zum lauten Knall zu zwingen. Wer die meisten dieser Mechas zum Explodieren bringt, gewinnt das Spiel, das sowohl im Team als auch einzeln gespielt werden kann. Die Partien werden traditionell von alkoholischen Getränken begleitet. Die Brauereien sind daher naturgemäß die größten Sponsoren.

Infrastruktur

Kolumbien bedient sich eines Bahnnetzes von 3.304 km Länge, davon aber nur 150 km in Standardbreite, die hauptsächlich zur Förderung von Kohle aus dem El Cerrejón zum Hafen Bahía Portete dienen. Der Personenverkehr auf der Schiene beschränkt sich auf drei kurze touristische Strecken. Zusammen mit den 112.998 km Straßennetz, von denen nur ca. 26.000 km gepflastert sind, besitzt Kolumbien daher eine der am schlechtesten Verkehrsinfrastrukturen Süd- und Mittelamerikas. Der Straßenausbau liegt mit etwa 100 m/km² unter dem lateinamerikanischen Durchschnitt von 118 m/km². Häfen von größerer Bedeutung sind die von Barranquilla, Buenaventura, Cartagena, Muelles El Bosque, Puerto Bolivar, Santa Marta und Turbo. Die Flughafenanzahl wird auf 980 geschätzt, wobei fast jede Millionenstadt einen international angebundenen Flughafen hat. Es sind etwa 1,89 Millionen Festnetztelefone in Betrieb. Offiziell funken 413 LW/MW- und 217 UKW-Radiosender; es sind ca. 5,5 Millionen Fernseher im Einsatz. Seit der neuen Verfassung von 1991 sind die staatlichen Investitionen in die Infrastruktur zurückgegangen, die privaten dagegen angestiegen. Dadurch ist die Beteiligung des Privatsektors in Infrastrukturprojekte des Transportes, Strom und Wasserversorgung rasant gestiegen. Seit 1994 werden Teile des Fernstraßennetzes in Konzession an Privatunternehmer vergeben, die bis dato dadurch 10% bis 15% des Straßennetzes verwalten. Erfahrungen zeigen, dass die Bau- und Unterhaltkosten dadurch von 300% über den ursprünglich veranschlagten Kosten auf 40% reduziert werden. Diese Strecken werden über eine Maut finanziert.

Gesundheitswesen

Der Altersaufbau ist charakterisiert durch einen großen Anteil an junger Bevölkerung. Zwischen 1985 und 1990 ist zwar der Anteil von Menschen unter 15 Jahren von 45,7% auf 36% gesunken, dennoch ist dieser Wert sehr hoch. Für die männliche Bevölkerung ist die Lebenserwartung zwischen 1965 und 1993 von 54 auf 66,5 Jahre gestiegen, bei Frauen von 59 auf 72,4 Jahre. Die medizinische Versorgung ist nicht gleichwertig über das Staatsgebiet verteilt; Küstengebiete und ländliche Regionen sind hier benachteiligt. Ärzte, medizinische Angestellte und Krankenhäuser konzentrieren sich auf die Ballungsgebiete. 23.520 Ärzte, 13.815 Zahnärzte und 43.065 Krankenpfleger verrichten ihren Dienst an der Gesundheit; 1989 wurden 45.858 Krankenhausbetten gezählt. Durch mangelnde Ernährung und schlechte Wohnbedingungen sind die Krankheiten Tuberkulose, Malaria, Ruhr und Typhus in den wenig medizinisch versorgten Gebieten weit verbreitet. Um diesen Missstand zu beseitigen, hat der kolumbianische Staat Weltbankdarlehen aufgenommen und Einnahmen aus der Erdölproduktion für den Aufbau des Gesundheutssystems verwendet. Mutterschaft und Zahnarztbehandlung werden durch die Sozialversicherung unterstützt. Auch Arbeiter im Industriesektor sind unfallversichert und bei Invalidität versichert, die Angehörigen erhalten auch eine Unterstützung. Die Sozialversicherung wird durch Arbeitnehmer, Arbeitgeber und durch den Staat mit Hilfe von Beiträgen finanziert.

Medien

Kolumbiens Medienwelt besteht im wesentlichen aus dem Fernsehen (3 Hauptsendern), der Presse und dem Radio. Die meistgelesenen Zeitungen sind El Tiempo und bis zur Umwandlung zur Wochenzeitung El Espectador. Die Medien sind in Kolumbien in der Hand von wenigen Großunternehmern. Die Organización Ardila Lülle ist Eigentümer von Radio Cadena Nacional (RCN), ein großer Radiosender, seit 1995 auch dem eigenen TV Sender RCNTV und auch des größten Musikverlegers Sonolux. Der Grupo Santo Domingo und weitere Firmen und Beteiligungen der Familie Santo Domingo sind (Teil)Inhaber von Radio Caracol, Caracol TV, Bogotá City TV und der Zeitung El Espectador.

Weitere Themen


- :Kategorie:Kolumbien
- Portal:Südamerika
- Britisch-Kolumbien
- District of Columbia

Literatur


- Curth, Oliver: Musik der Welt: Kolumbien. 2002 Lugert Verlag, ISBN 3-89760-803-0
- Dilger, Gerhard: Kolumbien. Beck`sche Reihe Länder. 1996 Verlag C.H. Beck, ISBN 3-406-39864-2
- Raul Zelik/Dario N. Azzellini: Kolumbien-Große Geschäfte, staatlicher Terror und Aufstandsbewegung. ISBN 3-929-008-48-3

Weblinks


- [http://www.presidencia.gov.co/ Homepage Regierung/Präsident von Kolumbien]
- [http://www.auswaertigesamt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=82 Informationen des Deutschen Auswärtigen Amtes]
- [http://www.toedte.privat.t-online.de/dkfz.html Deutsch-Kolumbianischer Freundeskreis e.V.]
- [http://www.kolumbienweb.de Kolumbienweb]
- [http://www.kolumbien-aktuell.ch/ Kolumbien (CH)]
- [http://www.colegioandino.edu.co/willkommen.php Deutsche Schule Bogotá]
- [http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/co.html CIA: The World Factbook - Kolumbien] (englisch)
Kategorie:Staat Kategorie:Südamerika ! ja:コロンビア ko:콜롬비아 ms:Colombia zh-min-nan:Colombia

Caquetá

Das Departamento de Caquetá ist eine Provinz im Süden Kolumbiens. Es grenzt im Uhrzeigersinn angefangen im Osten an die Provinzen Vaupés, Amazonas, Putumayo, Cauca, Huila, Meta und Guaviare. Die Landwirtschaft ist das Rückgrat der Provinz. Kultiviert werden Mais, Kakao und Zuckerrohr. Auch die Schweine- und Rinderhaltung spielt eine wichtige Rolle. Die Industrie basiert neben der Holzverarbeitung auf die Förderung und die Verarbeitung von Erdöl.
Kategorie:Provinz in Kolumbien

Tolima

Das Departamento del Tolima ist eine Provinz im Zentrum Kolumbiens. Ausgehend von Norden im Uhrzeigersinn ist es umgeben von den Provinzen Caldas, Cundinamarca, Huila, Valle del Cauca, Quindío und Risaralda. Die Wirtschaft basiert auf Landwirtschaft und Viehzucht. Angebaut werden Reis, Sorghum, Baumwolle, Kaffee und Früchte. Die wenige Industrie verarbeitet die landwirtschaftlichen Produkte weiter. Die Naturparks Las Hermosas und Nevado del Huila sind touristische Anziehungspunkte.
Kategorie:Provinz in Kolumbien

Reis

Reis (vom Lat. risus, Oryza sativa L.) ist eine Getreideart aus der Ordnung der Süßgräser (Poales) mit breiten Blättern und langen Rispen.

Wildform und Unterarten

Rispe] Reis hat zwei Wildformen: Oryza rufipogon (einjährig, klassischer Wildreis) und Oryza nivara (ausdauernd). Beide können sich untereinander und mit domestiziertem Reis kreuzen, deshalb plädieren einige Forscher dafür, sie zu einer Art zusammenzufassen. Wilder Reis kommt natürlich in Feuchtgebieten der subtropischem und tropischen Klimazonen Asiens vor, zum Beispiel in Burma, Thailand, Laos und Südchina . Wilder Reis findet sich auch im südlichen Korea, sowohl Oryza rufipogon als auch verwilderter domestizierter Kurzkornreis und Kreuzungen von Wildreis mit Langkorn- und Kurzkornreis. Die einfache und häufige Hybridisierung macht die Identifikation der Ursprungsgebiete schwierig. Wilder Reis (Oryza rufipogon) kommt heute noch im nördlichen Jiangxi und Hunan vor und wurde inzwischen auch im Jangtze-Tal gefunden, was eine örtliche Kultivierung möglich macht (Crawford/Shen 1998, 858). Im frühen Neolithikum war das Klima jedoch wärmer und trockner als heute, damit war Wildreis wahrscheinlich nicht so weit nach Norden verbreitet wie heute. Man geht aber inzwischen trotzdem davon aus, daß Reis (Oryza japonica) im Jangtze-Tal selbst domestiziert wurde. Die wichtigsten Unterarten von Oryza sativa sind:
- Oryza sativa japonica, Kurzkornreis, auch Klebreis
  - Varietäten der gemäßigte Zone
  - Varietäten der Tropen, Oryza sativa javanica
- Oryza sativa indica, Langkornreis
- Oryza glaberrima, afrikanischer Reis
- Oryza glutinosa L. wird zum Beispiel in China oder Thailand angebaut. Der so genannte Wildreis Zizánia aquática gehört nicht zur Familie von Oryza sativa L.

Aussehen und Nährstoffgehalt

Der Kulturreis kann bis zu 30 Halme ausbilden. Diese sind 50 bis 160 cm hoch und tragen eine schmale überhängende Rispe mit einblütiger Ähre, die 80 bis 100 Körner enthalten kann. Aus einem Saatkorn können damit fast 3000 Reiskörner entstehen. Reis besteht zu etwa 76 % aus Stärke und zu etwa 7–8 % aus Eiweiß. Er enthält 1,3 % Fett und 0,6% Spurenelemente, vor allem Phosphor, aber auch Eisen und Magnesium, aber wenig Natrium, Kalzium oder Kalium. Aufgrund seiner Armut an Natrium eignet sich Reis zur Entwässerung des Körpers bei Übergewicht und Bluthochdruck. Reis enthält die Vitamine B1 und B2, die sich vor allem in der oberen Schicht des Korns befinden, die beim Polieren abgeschliffen wird. Deshalb kann es beim ausschließlichen Verzehr von geschältem Reis zu ernsthaften Mangelkrankheiten kommen (Beri-Beri), die bis zum Tode führen können. Die Vitamine A, B12, C und D fehlen im Reis völlig.

Geschichte der Kultivierung

Reis wurde anscheinend an mehreren Orten der Welt unabhängig voneinander domestiziert. Das wird auch von genetischen Untersuchungen gestützt.
Domestikationszentren:
- Oryza sativa japonica
  - Südchina, in den Tälern des mittleren Yangtze und des Huai
  - Südasien
  - Hochländer Südwestchinas
- Oryza sativa indica
  - Nordindien, vielleicht im Gangestal
  - Südindien
Die Unterscheidung von Kurz- und Langkornreis ist bei verbrannten Körnern, die den Hauptteil der archäologischen Funde ausmachen, nicht immer sicher. Die Identifikation von Oryza sativa ist an die Größe der Körner gebunden und daher ebenfalls oft unsicher. Wildreis hat eine brüchige Ährchengabel (Rachis), lange und dichte Grannen, die Ährchengabel wird jedoch selten gefunden. Pollenanalytisch läßt sich Reis nicht von anderen Gräsern unterscheiden. Oryza sativa indica wurde vermutlich unabhängig von Oryza sativa japonica in Südchina und Hinterindien domestiziert. Ob sein Vorfahre eine andere Unterart von Oryza rufipogon war als bei Oryza japonica ist noch umstritten, DNA-Analysen scheinen jedoch auf einen gemeinsamen Vorfahren hinzudeuten.

China

Als Zentrum der Reisdomestikation werden gewöhnlich die Täler des Yangtse und Huai angenommen. In China gibt es ca. 120 Fundstellen mit Reisresten. Die meisten sind jünger als 5000 BC, die Mehrzahl liegt am mittleren Jangtze (zwischen den Drei Schluchten und der Mündung des Poyang Hu), der Rest in Südchina, einige wenige in dem Tal des Gelben Flusses (Huanghe).

Nutzung von Wildreis

Wildreis wurde in der Höhle von Yuchan und in Xianrendong im Jangtze-Tal gefunden (Higham/Lu 1998, 869). Vermutlich zwang das zunehmend trockne und kalte Klima des ausgehenden Pleistozän die Jäger und Sammler des Jangtze-Tals zu einer verstärkten Nutzung von Wildgräsern, als Früchte und Nüsse spärlicher wurden. Zu dieser Zeit wurde auch schon Keramik genutzt. Aus Hemudu (Zhejiang) stammt ein Topf, der gekochten Reis enthielt und auf ca. 7000 BP datiert wird. In der Höhle von Diaotonghuan am Jangtze (Jianxi-Provinz) wurde eine Stratigrafie ergraben, die das späte Pleistozän bis ins mittlere Holozän (Neolithikum) umfasst. wurden die Phytolithen von Reis bereits in Schichten des ausgehenden Pleistozäns gefunden. Wilder Reis wurde also vermutlich gesammelt. Ab 8000 v. Chr. taucht die erste, sehr grobe Keramik auf, die teilweise mit Schnurabdrücken verziert ist. Aus den entsprechenden Schichten stammen Phytoliten, die die Morphologie domestizierten Reises zeigen. Zuverlässige 14C-Daten fehlen jedoch. Nach der Theorie von Zh. Zhao und Kollegen (1998) wurde bereits im späten Pleistozän Wildreis gesammelt. In einer späteren Phase war der Reis bereits teildomestiziert, ab 7500 gehen Zhao et al. von einem Vorherrschen von domestiziertem Reis in der Ernährung aus. Die Isotopenanalyse menschlicher Knochen aus Xianrendong und Diaotonghuan scheint die Reisnutzung im frühen Holozän zu belegen (MacNeish et al. 1997), allerdings wurde die Datierung der Knochen angezweifelt (Crawford/Shen 1998, 862). Higham und Lu nehmen an, daß Reis im mittleren Jangtze-Tal seit dem Anfang des Holozäns angebaut wurde, weil die Wildvorkommen den Bedarf der örtlichen Jäger und Sammler nicht mehr decken konnten.

Domestizierter Reis

Die Datierung von domestiziertem Reis aus dem Jangtze-Gebiet auf 11500 BP (Spencer P.M. Harrington: [http://www.archaeology.org/online/news/rice.html Earliest Rice], Archaeological Institute of America.) wird in der Fachwelt überwiegend mit Mißtrauen betrachtet, da hier morphologische Untersuchungen der Korner bisher nicht vorgelegt wurden. Nicht immer ist der Zusammenhang der sehr kleinen Körner mit den Funden aus der Umgebung gesichtert. Am zuverlässigsten sind AMS-Daten der Getreidekörner selber. Bisher liegen aus China 14 Daten vor, von denen keines älter ist als 7000 v. Chr. Die ältesten direkten Daten liegen zwischen 6000-7000 v. Chr. und stammen aus Pengtoushan (7775+90 BP, OxA-2210, ein Reiskorn, das in Keramik eingebettet war) im Jangtze-Tal und Jiahu im Huai-Tal (Henan, Peiligang-Kultur)). In Pengtoushan wurde Reisstroh und Samenhülsen genutzt, um Keramik zu magern. In der Feuchtbodensiedlung Bashidang, die zur Pengtoushan-Kultur gehört, wurden unverkohlte Reste von über 15.000 Reiskörnern gefunden, die sich unter Luftabschluss in feuchtem Sediment erhalten hatten. Angeblich handelt es sich um eine frühe Form des domestizierten Reises. Die entsprechenden Schichten datieren zwischen 8400-7700 BP. Hölzerne Stößel wurden vielleicht zum Enthülsen von Reis genutzt, außerdem wurden auch hölzerne Spaten gefunden, die vielleicht im Ackerbau eingesetzt wurden. Pfahlbauten, eingetiefte und ebenerdige Häuser zeigen vielleicht eine seßhafte Lebensweise an. Auch Keramik wurde hergestellt, Vermutlich domestizierter Reis wurde in der Lijiacun-Kultur, 7000-6000 v. Chr.; in Hunan in der Yuchanyan-Kultur (9000-8000 v. Chr.) genutzt (Crawford/Shen 1998, 862). In Jiahu wurden Reiskörner in der Keramik und Phytolithen gefunden. Eine Analyse der Menschenknochen zeigte ein Überwiegen von C3-Pflanzen, zu denen auch Reis gehört, in der Ernährung (Juzhong/Xiangkun 1998, 898). Am Gelben Fluß (Lijiacun) ist domestizierter Reis ab 7000 BP nachgewiesen. Für Südchina ist domestizierter Reis wesentlich später belegt. Shixia in Guandong, der bislang älteste Nachweis, datiert auf 4850-4600 BP.

Korea

Gewöhnlich ging man davon aus, daß sich der kultivierte Reis erst ab der Bronzezeit nach Korea ausbreitete. Inzwischen sind aber aus Kawaji, Fundstelle 1 in Südkorea Reisreste bekannt, die mit der Radiokarbonmethode an das Ende des 2. Jahrtausends v. Chr. datiert werden (Crawford/Shen 1998, 862). Außerdem wurden Reis-Phytolithen gefunden.

Japan

Gewöhnlich nimmt man an, daß die Kenntnis des Reisanbaus um ca. 300 v. Chr. Japan erreichte, entweder über China oder über Korea. In Okinawa ist Reis aber erst ab 800 n. Chr. nachgewiesen, daher wird die Kenntnis des Reisanbaus kaum direkt aus China übernommen worden sein. Reis-Phytolithen sind bereits aus Keramik der mittleren Jomon-Phase bekannt. Die ältesten AMS-Daten von Reiskörnern (1000-800 v. Chr.) stammen aber erst aus der späten Jomon-Kultur im nördlichen Honschu.

Thailand

Die Theorie einer lokalen Domestikation von Reis am Golf von Siam stützte sich auf die Datierung von Reis und menschlichen Knochen von der Fundstelle von Khok Phanom Di in das 7. Jahrtausend, die inzwischen zurückgenommen wurde (Higham/Lu 1998, 873). Auch die frühen Daten für Non Nok Tha und Bang Chiang konnten nicht bestätigt werden. Bislang sind damit von dem südostasiatischen Festland keine frühen Reisfunde bekannt, was eine lokale Domestikation natürlich nicht ausschließt.

Indien

Reis wurde in Indien bereits im Mesolithikum als Sammelpflanze genutzt. Funde von domestiziertem Reis vom Vindhya-Plateau im nordwestlichen Mittelindien wurden zwischen 6000-5000 v. Chr. datiert, diese Daten werden aber nicht von allen Forschern anerkannt. Aus Chopanimando stammen Reisabdrücke auf keramischen Gefäßen. Reiskultivierung inTaradih und Khairadih ist seit dem 5. Jahrtausend nachgewiesen. Im östlichen Indien ist Keramik, die mit Druschresten von Reis gemagert ist, aus Chirand bekannt. Sie datiert vermutlich ins 3. Jahrtausend. Aus Rangpur und Lothal, Siedlungen der Harappa-Kultur, stammen Topfscherben, die angeblich mit Reisstroh gemagert sind. Das ist bisher der einzige und unsichere Nachweis für die Domestikation von Reis in der Harappa-Kultur. Sichere Nchweise von Reis-Körnern aus dem Industal stammen erst aus dem späten 2. Jahrtausend.

USA

Reis wird seit dem späten 17. Jahrhundert in Amerika angebaut und spielt seither in vielen typisch amerikanischen Gerichten eine wichtige Rolle. Um die Frage, wie der Reis in die USA kam, ranken sich ganz unterschiedliche Geschichten. Eine davon erzählt von einem holländischen Schiff, das 1694 auf dem Weg nach Madagaskar von einem Sturm so gebeutelt wurde, dass es im Hafen von Charleston in South Carolina Zuflucht suchen musste. Die Bewohner Charlestons nahmen die Besatzung herzlich auf und halfen bei der Reparatur des Schiffes. Vor der Weiterfahrt übergab der dankbare Kapitän ihnen als Dankeschön eine Probe seiner Fracht, bekannt als die "goldene Reissaat". Diese wertvollen Reissamen waren die Urkeime der mittlerweise berühmten Reissorte "Carolina Golde". South Carolina wurde so der erste amerikanische Bundesstaat, in dem Reis angebaut wurde. Nach dem amerikanischen Bürgerkrieg verlagerte sich der Reisanbau nach Arkansas, Kalifornien, Texas, Louisiana, Mississippi, Missouri und Florida. Heute sind die USA einer der größten Reis-Exporteure weltweit: 14 % des Reises auf dem Weltmarkt stammen aus den USA. Arkansas, Kalifornien und Louisiana machen dabei über 80 % der gesamten Reisanbauflächen der USA und der Gesamtproduktion von USA Reis aus.

Ausbreitung

Seit 400 v. Chr. wird Reis in Mesopotamien angebaut. Bereits die Römer kannten Reis, vermutlich wurde er aus Ägypten importiert. Die Mauren brachten den Reis nach Europa. Mit den Türken gelangte der Reis auf die Balkanhalbinsel. Nach Amerika kam der Reis mit den Spaniern im späten 17., nach Australien im 19. Jahrhundert.

Heutige Anbaugebiete

Asien - und insbesondere China, Indien und Südostasien - sind das Hauptanbaugebiet für Reis, mehr als 90 % des Ertrages wird dort erbracht. Bedeutende Anbaugebiete liegen auch in den USA und in Norditalien (Poebene). Seit kurzem wird Reis auch in der Magadinoebene in der Schweiz angebaut.

Reisanbau

Reis kann in Abhängigkeit vom vorherrschenden Ökosystem auf vier verschiedene Arten angebaut werden:
- regenabhängiger Bergreisanbau
- regenabhängiger Niederungsreisanbau
- Tiefwasserreisanbau
- Nassreisanbau

Trockenreis

Trockenreis wird vor allem in Regionen mit wenig Niederschlag oder im Gebirge angebaut. Diese Art von Anbau ist aufwändig, weil der Unkrautwuchs nicht durch das Wasser gehemmt wird.

Streusaatverfahren

Im Streusaatverfahren wird nicht so viel Wasser benötigt, die Erträge sind jedoch wesentlich geringer als bei Wasserreis. In vielen asiatischen Ländern wird der Trockenreis trotz seines deutlich höheren Preises wegen des ausgeprägteren Aromas sehr geschätzt. Der Bergreis wird in Höhen bis zu 2000 m angebaut.

Nassreisanbau

80 % der Weltreisernte werden im Nassreisanbau erzeugt. Reis ist ursprünglich keine Wasserpflanze, sondern hat sich seit Jahrtausenden durch Zucht und natürliche Selektion an die Überflutung der Felder angepasst. Viele Unkräuter und bodenlebende Schädlinge werden durch die Flutung am Wachstum gehindert, was der hauptsächliche Grund für den Wassereinsatz beim Reisanbau ist. Pro Kilogramm Reis werden zwischen 3000 und 5000 Litern fließendes Wasser benötigt. Fließt das Wasser zu schnell, werden Bodenbestandteile und Nährstoffe abgeschwemmt, fließt das Wasser zu langsam, bilden sich Algen. Im Tiefland kann Naßreisanbau mit Bewässerung über Brunnen zu sinkendem GrundwasserSpiegel führen. Die chinesische Regierung hat daher rund um Peking den Reisanbau verboten, da sich dort der Grundwasserspiegel um bis zu drei Meter abgesenkt hat, was die boomende Wirtschaft behindert. Je nach Sorte, Anbauart und -gebiet sind pro Jahr zwischen ein und drei Ernten möglich. Naßreisanbau ist sehr arbeitsintensiv, ermöglicht aber sehr viel höhere Erträge als das Streusaatverfahren. Die Arbeitsgänge sind:
- Aussaat in das relativ trockene Pflanzfeld (hier zeigt sich, dass der Reis keine echte Wasserpflanze ist; direkt ins Wasser gesät geht er nicht auf)
- Durchmischung des Bodens auf dem geplanten Reisfeld mit Wasser, meist mit Pflügen hinter Wasserbüffeln
- Umsetzen der Setzlinge vom Pflanzfeld in das Reisfeld per Hand
- Bewässern des Feldes während der Wachstums- und Reifezeit, weitere Pflege ist nicht nötig; Probleme entstehen, wenn der Wasserspiegel während der Regenzeit zu stark ansteigt oder wenn der Monsunregen zu gering ausfällt.
- In den Bewässerungsgräben der Reisfeldern gedeihen in einigen Weltregionen auch Kleinfische und Krustentiere, die oft die einzige Proteinquelle der einfachen Bauern darstellten. Durch Pestizideinsatz wurden diese inzwischen allerdings weitgehend ausgerottet.
- nach etwa vier bis sechs Monaten Trockenlegung der Felder und Ernte mit Hand-Sicheln oder Sichelringen, Bündelung der Pflanzen und Abtransport oder Dreschen vor Ort. Das Stroh wird inzwischen meist auf den Feldern verbrannt. Man geht davon aus, dass der Nassreisanbau heute 17 % des Methans in der Erdatmosphäre erzeugt. Durch die starke Wässerung des Bodens entsteht ein fast sauerstofffreier Lebensraum für anaerobe, methanerzeugende Bakterien (Methanbildner). Der Methanausstoß kann reduziert werden, indem man den Boden zwischenzeitlich austrocknen läßt.

maschineller Anbau

In Süd-Europa und Amerika lohnt sich der Reisanbau nur durch Einsatz von Maschinen. In den USA wird der Reis mit Hilfe von Flugzeugen auf leicht geflutete Felder gesät und dann von den abgetrockneten Feldern mit Mähdreschern geerntet.

Verarbeitung


- Nach der Ernte wird der Reis getrocknet und gedroschen. Er heißt nun Paddyreis.
- In einer Reismühle werden die Spelzen entfernt, die etwa 20 % des ursprünglichen Gewichtes ausmachen. Das Korn ist dann nur noch von dem bräunlichen Silberhäutchen umgeben und heißt nun Cargoreis. In diesem Zustand wird der meiste nach Deutschland exportierte Reis angeliefert.
- Wird der Reis poliert, um das Silberhäutchen und den Keimling zu entfernen, so geht ein großer Teil der Mineralstoffe und Vitamine verloren. Ausschließlicher Verzehr von poliertem Reis führt zur Vitamin B1-Mangelkrankheit Beriberi.
- Um den Verlust an Vitaminen zu verhindern, wurde in den USA das Parboiled-Verfahren entwickelt: Mit hohem Dampfdruck werden die Vitamine vor dem Polieren in das Korn hineingepresst, sodass ein großer Teil der Vitamine erhalten bleibt.

Schädlinge

Bei der Lagerung kann der Reis von Reiskäfern (Sitophilus oryzae) befallen werden, die zur Familie der Rüsselkäfer gehören. Die Larven der Käfer wachsen in den Reiskörnern heran und fressen sie von innen aus auf. Die Käfer vermehren sich auch im verpackten Reis weiter. Bei Rüsselkäferbefall befinden sich nicht nur die ausgewachsenen Käfer im Reis, sondern es gibt auch auch Reiskörner mit punktförmigen Fraßspuren und von innen ausgehöhlte Reiskörner. Da dadurch ein Befall mit anderen Schädlingen und Mikroben wahrscheinlich ist, wird beispielsweise in Japan empfohlen, den befallenen Reis aus hygienischen Gründen zu vernichten.

Sorten

Für den Handel unterscheidet man zwischen den beiden Extremen Langkornreis (auch Brühreis, Patna: trocken kochende indische oder javanesische Reissorten) und Rundkornreis (auch Milchreis: klebrig kochende japanische Reissorten). Langkornreis hat meist eine Länge von 6-8 mm. Das Verhältnis von Länge zu Dicke ist größer als 5:1. Mittelkornreis ist 5-6 mm lang mit einer Dicke von 1,5 bis 2,5 mm. Rundkornreis ist kürzer als 5 mm und oft ca. 2 mm dick. Die chinesischen und südostasiatischen Sorten stehen meist zwischen diesen beiden Polen. Die Pflanzen des japanischen Reis sind weniger kälteempfindlich . So kann Reis in Japan sogar auf Hokkaidō, der vom sibirischen Klima beeinflussten nördlichsten Hauptinsel, angebaut werden. Sowohl beim Langkornreis als auch beim Rundkornreis wird zwischen einer Art mit durchscheinendem Korn und einer mit trübem Korn unterschieden (die jedoch durch Polieren auch fast durchscheinend werden kann). Die Stärke im durchscheinenden Reis besteht zu 20 % aus Amylose und zu 80 % aus Amylopektin, im trüben Reis fast nur aus Amylopektin. Feinschmecker unterscheiden zwischen einzelnen Reissorten und verwenden sie für unterschiedliche Gerichte. So wird für Risotto vorzugsweise Arborio verwendet und für indische Gerichte Basmati-Reis oder Duftreis. Als Spezialität gibt es aus dem so genannten biologischen Anbau seit neuerem auch den Roten Naturreis. Insgesamt gibt es weltweit mehr als hunderttausend Reissorten, von denen jedoch viele durch die moderne industrielle Landwirtschaft auszusterben drohen. harter Reis/weicher Reis?

Arborio-Reis

Arborio-Reis Arborio (auch Avorio) ist eine Reissorte, die vor allem in der Po-Ebene Italiens angebaut wird. Sie zeichnet sich durch ein kurzes, gedrungenes, ovales Korn aus. Sie wird vorzugsweise in Risotto verwendet.

Bassein-Reis

Dieser Reis kommt aus Südostasien und ist preiswerter als Java- oder Lombokreis. Die Körner ähneln diesen Sorten, lassen sich jedoch, da sie zur Gruppe der halbharten Sorten gehören, nicht so gut trocken kochen. Dämpft man jedoch diesen Reis, so kann er ebenfalls gut für die Reistafel gebraucht werden. Lombok

Basmati-Reis

Basmati (bedeutet auf Hindi "Duft"). Es handelt sich um einen besonders aromatischen, langkörnigen Reis, der ursprünglich aus Indien stammt. Er wird am Fuß des Himalaja angebaut .

Rangoon-Reis

Dieser Reis kommt aus Burma, hat fast die gleichen Eigenschaften wie der Basseinreis und gehört zu den halbharten Sorten.

Java- und Lombok-Reis

Diese Sorten haben lange und sehr dünne Körner, kochen trocken und quellen sehr stark.

Patna-Reis

Der Patna-Reis ist wie Java- und Lombokreis von guter Qualität. Die Körner sind lang, dünn und durchsichtig. Er gehört zur "harten" Gruppe, ist also trocken kochend und für die Reistafel sehr gut zu verwenden.

Japan-Reis

Japan-Reis Diese Sorte (Oryza sativa var. japonica) wird außer in Japan auch in Ägypten, Spanien und Italien angebaut. Sie ist weicher als Langkornreis, und wird im deutschsprachigen Raum vor allem für Reisbrei gebraucht; sie ist als "Milchreis" im Handel. Die Körner sind kurz und dick, beinahe rund. In Japan selbst wird dieser Reis normalerweise ohne Salz in Wasser gekocht und mit Gemüse, Fisch und Fleisch gegessen. Dabei handelt es sich nicht um eine Beilage, da der Reis als zentraler Bestandteil der Mahlzeit angesehen wird. Auf Grund der großen Nord-Süd-Ausdehnung des Landes und dsomit sehr unterschiedlichen klimatischen Bedingungen werden viele verschiedene Reissorten angebaut. Die wohl bekanntesten sind Koshihikari und Sasanishiki. Der Reis wird sowohl poliert (hakumai: 白米 oder seimai: 精米) als auch unpoliert (genmai: 玄米) im Handel angeboten. Neben dem "normalen" Reis gibt es Reisarten, die für besondere Zwecke angebaut werden. So ist Mochigome (餅米) die japanische Bezeichnung für den trüben Klebreis, der normalerweise gestampft wird, so dass eine zähe, klebrige Masse entsteht, die sowohl für traditioneller Süßigkeiten benutzt werden kann als auch als Suppeneinlage oder geröstet als Mahlzeit. Sakamai (酒米) ist eine besonders großkörnige und stärkehaltige Reisart, die zur Herstellung von Sake, japanischem Reiswein, gebraucht wird. Roter und schwarzer Naturreis sind in Japan unter dem Namen Kodaimai (古代米) auf dem Markt, sie werden jedoch wegen ihres hohen Preises üblicherweise dem normalen Reis nur beigemischt.
- Chigalon wird seit den 1960er Jahren in der Camargue in Frankreich angebaut. Diese Reissorte hat das für die Gruppe Oryza sativa japonica, charakteristisch runde Korn. Bild:Reis_-_Cigalon_roh.jpg|Chigalon Rohreis Bild:Reis_-_Cigalon_voll.jpg|Chigalon Vollkornreis Bild:Reis_-_Cigalon_weiss.jpg|Chigalon weiß
- Inca hat lange und schmale Körner, die dem europäischen Standard für Langkornreis entsprechen. Bild:Reis_-_Inka_roh.jpg|Inka Rohreis Bild:Reis_-_Inka_voll.jpg|Inka Vollkornreis Bild:Reis_-_Inka_weiss.jpg|Inka weiß
- Irat 285 hat ein langbärtiges Korn und ist so während der Kornbildung gegen Vögel geschützt. Bild:Reis_-_Irat_285_roh.jpg|Irat 285 Rohreis Bild:Reis_-_Irat_285_voll.jpg|Irat 285 Vollkornreis
- Khao Youak ist reich an Stärke und gehört damit zum klebrigen Reis, der in der japanischen Küche speziell für die Zubereitung von Sushi verwendet wird. Bild:Reis_-_Khao_Youak_roh.jpg|Khao Youak Rohreis Bild:Reis_-_Khao_Youak_voll.jpg|Khao Youak Vollkornreis Bild:Reis_-_Khao_Youak_weiss.jpg|Khao Youak weiß

Süßreis

Süßer Reis, auch Mochi-Reis genannt, kommt ursprünglich aus Japan. Er eignet sich besonders für Süßspeisen.
- Sorte C gehört zur Gruppe Oryza globerrima. Das Blatt ist rot gestreift, und wird daher „rotgeflügelter Reis“ genannt. <<>> Bild:Reis_-_Sorte_C_roh.jpg|Sorte C Rohreis Bild:Reis_-_Sorte_C_voll.jpg|Sorte C Vollkornreis Bild:Reis_-_Sorte_C_weiss.jpg|Sorte C weiß

Siam-Reis

Siam-Reis Der Siam-Reis (auch Duftreis oder Jasminreis) hat eine ausgezeichnete Qualität. Siam-Reis wird hauptsächlich im Norden Thailands, aber auch in Vietnam und Italien angepflanzt. Man nennt ihn "Duftreis", weil er beim Kochen angenehm nach Jasmin riecht und, im Gegensatz zu vielen anderen Sorten, durch eine spezielle Anbaumethode ein wenig Eigengeschmack hat. Die Körner sind klein und für die Reistafel gut geeignet, da sie ebenfalls zu den "harten" Reissorten gehören. Bei dem Reis aus Thailand ist die "Golden" beziehungsweise "AAA" Qualität die beste und teuerste, der "Bruchreis" (broken rice) ist eine günstigere, wenngleich etwas schlechtere Qualität.

Surinamischer Reis

Seit kurzem wird in Europa dieser Reis in den Handel gebracht. Er ist von ausgezeichneter Qualität und kann gut trocken gekocht werden.

Qualitätsstufen

In Deutschland wird der Langkorn- und Rundkornreis in folgenden Qualitätsstufen in den Handel gebracht:
- Spitzen- (Premiumqualität): max. 5 % Bruchreis
- Standardqualität : max. 15 % Bruchreis
- Haushaltsqualität: max. 25 % Bruchreis
- Haushaltsqualität mit erhöhtem Bruchanteil: max. 40 % Bruchreis Bruchreis sind die beim Absieben anfallenden Bruchstücke, daher ist er am billigsten. Meistens wird er zu Reismehl und Reisgrieß weiterverarbeitet. Je mehr Bruchreis mitgekocht wird, desto mehr Stärke wird freigesetzt, was zu einem klebrigen Kochergebnis führt. Wenn körniger Reis gewünscht wird, sollte möglichst wenig Bruchreis enthalten sein.

Wirtschaftliche Bedeutung

Reis ist für mehr als die Hälfte der Erdbevölkerung das wichtigste Hauptnahrungsmittel. In einzelnen Ländern Asiens stellt Reis etwa 80 %. der gesamten Nahrung. Reis wird heute in fast allen tropischen und subtropischen Regionen der Erde angebaut. Reis wird hauptsächlich für die menschliche Ernährung verwendet (92 %), nur etwa 4% als Tierfutter, 3 % werden in der Industrie und 2 % als Saatgut wieder verwendet. Die wichtigsten Reisproduzenten waren im Jahr 2004 die Volksrepublik China (187 Mio. t), Indien (124 Mio. t), Indonesien (53 Mio. t), Bangladesh (38 Mio. t) und Vietnam (35,5 Mio. t). Insgesamt wurden weltweit 608,5 Mio. t Reis geerntet (Statistik der FAO, Febr. 2005). 90 % des Ertrages werden praktisch ohne jede Mechanisierung von Aussaat und Ernte angebaut, 10 % hochmechanisiert, indem beispielsweise Aussaat, Düngung und Unkrautbekämpfung per Flugzeug erfolgen (USA). Wichtigster Reis-Exporteur ist Thailand (mehr als 7 Mio. t). Reisverkauf ist dort Staatsmonopol. Die Regierung kauft Reis zu Festpreisen auf und lizenziert den Export. Die Exportabgaben finanzieren staatlich geförderten Bewässerungsprojekte und die Freilandversuche zur Verbesserung der Anbaumethoden, der Düngung und der Krankheitsverhütung. Die kleinen Reisbauern bilden das Rückgrat der Produktion und sind meist auch Eigentümer des bebauten Landes. Die Feldarbeit wird innerhalb des Dorfes gemeinschaftlich durchgeführt.

EU

Nach einem Beschluss des Europarates vom Juli 2004 betragen die Einfuhrzölle für Cargoreis 65 €/t und für geschliffenen Reis 175 €/t. Diese Zölle, die bisher das Zwei- bis Dreifache betrugen, sollen nach Meinung der EU ausreichen, um die europäischen Reisbauern vor billigen asiatischen Importen zu schützen, gleichzeitig aber auch die WTO-Regeln einzuhalten.

Züchtung und Forschung

Einem von Wissenschaftlern aus zehn Ländern unter der Führung von Japan betriebenen Forschungsprojektes ("International Rice Genom Sequencing Project") gelang es, den Gencode des Reis zu entziffern. Danach besteht das Genom aus ca. 400 Millionen DNA-Bausteinen mit mehr als 37.500 Genen (mehr Gene, als der Mensch besitzt). Damit könnte die Zucht von Reis ertragreicher gestaltet und die Pflanzen resistent gegen Schädlinge, Dürreperioden oder einen hohen Salzgehalt im Boden gemacht werden. Um die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung zu gewährleisten, müsste die weltweite Reisproduktion in den nächsten 20 Jahren um 30 Prozent erhöht werden.

Reisgerichte

DNA DNA, Japan]] Jasminreis (Duftreis) wird gedämpft und ohne weitere Gewürze zu asiatischen Speisen gereicht oder zu Gerichten wie Nasi Goreng weiterverarbeitet. Da das Kochen von Reis ein gutes Timing erfordert, kann man sich dafür auch eines elektrischen Reiskochers bedienen. Klebreis wird ein paar Stunden gewässert, danach gedämpft und zu kleinen Bällchen geformt und mit Gemüse, Salat und Fleisch mit den Fingern gegessen. Klebreis muß gedämpft werden, da er beim normalen Kochen vollkommen zu Schleim zerfällt. Für Sushi wird der Reis mit Essig gesäuert und schnell gekühlt. Er wird mit rohem Fisch und Meeresfrüchten und geriebenem grünem Meerrettich (Wasabi) serviert. In ost- und südostasiatischen Ländern ist die Reissuppe, für die der Reis mit viel Wasser und gemeinsam mit verschiedenen Zutaten gekocht wird, oft Teil des Frühstücks. Die thailändische Variante wird Kao Tom genannt und zum Frühstück oder als kleiner Imbiss vor dem Schlafengehen gegessen. Sie ist milder als es bei Speisen in der thailändischen Küche oft üblich ist und wird meist mit frischen Frühlingszwiebeln, manchmal auch geröstetem Knoblauch, garniert. Kao Tom Gai bezeichnet eine Reissuppe mit Hühnerfleisch, Kao Tom Gung jene mit Garnelen. Risotto ist ein norditalienisches Reisgericht, das in vielen Variationen zubereitet wird. Rundkornreis wird mit Zwiebeln und Fett angedünstet und in Brühe gegart, bis das Gericht sämig, die Reiskörner aber noch bissfest sind. Langkornreis ist für Risotto kaum geeignet, wird jedoch für Riz Casimir gebraucht. Paella ist ein spanisches Reisgericht, das in Deutschland (eher zu Unrecht) als spanisches Nationalgerichtes gilt. Es enthält Reis, Safran, verschiedene Gemüse und Wurst- oder Fleischstücke; Meeresfrüchte sind heute ebenfalls beliebt, gehören aber nicht in eine traditionelle Paella.

Getränke

Reiswein ist besonders in Japan als Sake beliebt. Daneben wird aus Reis auch Bier gebraut. In Japan wird Sake zu hochprozentigen Getränken wie Shochu verarbeitet. Arrak ist ein in Südindien, Sri Lanka und Südostasien, besonders in Java, hergestellter Branntwein aus vergorener Reismaische. Auch Essig wird aus Reis hergestellt. Dabei ergibt polierter Reis einen hellen, nicht polierter Reis einen dunklen Essig. Reisessig enthält gewöhnlich weniger Säure als europäische Essigsorten. Ähnlich der bekannteren Sojamilch wird aus Reis auch Reismilch hergestellt.

Sonstige Verwendung

In Japan, und noch häufiger in Korea, wird das Reismehl, das beim Polieren entsteht (nuka: 糠; eigentlich die besonders nährstoffreichen Randschichten) mit Salz und Chili versetzt und zum Einlegen von Gemüse benutzt. Durch die dabei entstehende Milchsäuregärung bekommt das Gemüse einen unverwechselbaren Geschmack. Reismehl kann zu auch Reispapier verarbeitet werden, und wird als essbares Verpackungsmaterial von Lebensmitteln, insbesondere Süßigkeiten verwendet. Reisstroh wird zur Fertigung von Schuhwerk, Packsätteln und Besen genutzt. Auch kann man es als einfaches Papier verwenden (beispielsweise für Zigaretten und exotische Lampen) sowie als Viehfutter einsetzen.

Reis und Kultur

Reis spielt eine zentrale Rolle in asiatischen Ländern und hat Eingang in die Religion und Sprache der jeweiligen Länder gefunden. In Thailand war es Sitte, beim Beginn des Essens vor dem Reis einen "Wai" (Gruß, Ehrenbezeugung) zu machen. Die Sitte, das Brautpaar mit Reis zu bewerfen, stammt aus Indien und soll Fruchtbarkeit bewirken. In Europa wurde früher mit Weizen geworfen.

Bezeichnungen von Reis

In vielen asiatischen Sprachen gibt es nicht nur ein Wort für Reis, sondern verschiedene Bezeichnungen, je nach seiner Verarbeitungsstufe. In Indonesien zum Beispiel heißt der gekochte Reis "nasi", der ungekochte, aber geschälte Reis "beras". exotische In Japan heißen die Reispflanzen ine (稲), sie wachsen auf einem Reisfeld (tanbo 田んぼ). Der noch nicht geschälte Reis heißt momi (籾), der geschälte Reis kome (米). Gekochter Reis ist gohan (ご飯 - oder etwas weniger vornehm meshi: 飯), was auch das allgemeine Wort für Mahlzeiten ist. Reissuppe, welche mit viel Wasser gekocht ist, heißt kayu (粥).

Literatur


- P. Anping, Notes on new advancements and revelations in the agricultural archaeology of early rice domestication in the Dongting Lake region. Antiquity 72, 1998, 878-885.
- Gary W. Crawford/Chen Shen, The origins of rice agriculture: recent progress in East Asia. Antiquity 72/4, 1998, 858-866.
- Dorian Fuller, An agricultural perspective on Dravidian historical linguistics: archaeological crop packages, livestock and Dravidian crop vocabulary. In: Peter Bellwood/Colin Renfrew, Examining the farming/language dispersal hypothesis (Cambridge 2002) 191-213.
- Ian Glover/Charles Higham, New evidence for early rice cultivation in South, Southeast and East Asia. In: Don R. Harris (Hrsg.), The origins and spread of agriculture and pastoralism in Eurasia (London 1996) 413-441.
- Charles Higham, The transition to rice cultivation in Southeast Asia. In: T. D. Price/Ann Gebauer (Hrsg.), Last hunters, first farmers (Santa Fe 1995) 127-156.
- Charles Higham/Tracey Lu, The origins and dispersal of rice. Antiquity 72/4, 1998, 867-877.
- Charles Higham, Languages and Farming dispersals: Austroasiatic languages and Rice cultivation. In: Peter Bellwood/Colin Renfrew, Examining the farming/language dispersal hypothesis (Cambridge 2002) 223-232.
- F. H. King: 4000 Jahre Landbau in China, Korea und Japan. München 1984 ISBN 3922201059
- Zh. Juzhong/W. Xiangkun, Notes on the recent discovery of ancient cultivierted rice at Jiahu, Henan Province. Antiquity 72/4, 1998, 897-901.
- MacNeish et al., Second annual Report of the Sino-American Jiangxi origin of Rice project (SAJOR) (Andover, USA 1997).
- International Rice Genome Sequencing Project, The map-based sequence of the rice genome. Nature 436, 793-800 (11 August 2005) ([http://www.nature.com/nature/journal/v436/n7052/full/nature03895.html Onlinetext])

Siehe auch


- Wasserpflanzen, Sumpfpflanzen

Weblinks


- [http://apps.fao.org/faostat/collections?version=ext&hasbulk=0&subset=agriculture Statistik der FAO (engl.)]
- [http://www.oryza.de/reiskunde.html Reiskunde]
- [http://www.lebensmittellexikon.de/r0000150.php Lebensmittellexikon]
- [http://www.japan-guide.com/d/d2043.html Japanische Reiszubereitungen]
- [http://www.riceworld.org/ Webpräsenz des philippinischen Reismuseums]
- [http://rgp.dna.affrc.go.jp/IRGSP International Rice Genom Sequencing Project] Reis Reis Reis ja:米 ms:Padi

Banane

Die Banane (Musa) (v. arab.: banān = "Fingerspitze") ist die Frucht der rund 100 verschiedenen Arten der triploiden einkeimblättrigen Musa-Staude, die in fast allen Teilen der Tropen beheimatet sind. Der aus Blattscheiden bestehende hohle Scheinstamm und die büschelartig angeordneten Blattspreiten geben den Bananengewächsen ein palmenartiges Aussehen. Wegen ihrer Form wird die Banane auch Krummfrucht genannt. Eine Pflanze liefert im Jahr etwa 60 kg Früchte, die an einem Fruchtkolben (oft über 150 Stück) hängen. Die Früchte, die botanisch zu den Beeren gehören, haben etwa folgende Eigenschaften, fallen aber sehr unterschiedlich aus:
- 5 bis 15 Zentimeter lang,
- mehr oder weniger sichelförmig
- von gelb- grünlicher Farbe (auch ausgereift). Das Fruchtfleisch der in den Läden Europas vorherrschenden Obstbananen (Musa paradisiaca sapientum) ist mehlig und süß. In den (vorwiegend afrikanischen) Ursprungsländern ist die grün bis rote Gemüsebanane (auch Koch- oder Mehlbanane) (Musa paradisiaca normalis) eine bedeutende Nahrungsquelle. Ihr weißlich-gelbes Fruchtfleisch, das im Geschmack mild bis leicht säuerlich ist, ist nicht zum Rohverzehr geeignet. Es wird sowohl gekocht als auch gebacken oder gegrillt. Bei den in Indonesien verbreiteten Faserbananen (auch Abaka, Musa textilis) werden die so genannten Manilafasern der Blattscheiden zu Netzen, Tauwerk und Garnen verarbeitet. Garn Bananen werden für den Export in Plantagen angebaut, die durch die Monokultur so stark mit Pflanzenschutzmitteln versehen werden, dass sie oft danach als vergiftetes Land abgesperrt werden müssen. Außerdem benötigt die Pflanze große Mengen an Wasser. Die Bananenstauden wachsen in den Plantagen zwei Jahre. In dem tropischen Klima, in dem Bananen beheimatet sind, gibt es natürlich auch viele Insekten. Einige davon stechen in die Schalen der reifenden Bananen und saugen Saft heraus. Wenn es nicht zu viele Einstiche werden, hat das auf den Geschmack oder die Bekömmlichkeit der Banane keinen Einfluss. Trotzdem haben diese Einstiche Nachteile: Die Banane bekommt später an den Einstichstellen kleine kreisrunde, braune Punkte. Eine größere Anzahl von Einstichen beschleunigt die Reifung der Banane und lässt sie schneller verderben. Um die Insekteneinstiche zu vermeiden, wird über die Staude (beziehungsweise den Fruchtkolben) eine Kunststofftüte gestülpt. Da aber die Tüte nicht vollkommen dicht abschließt, finden immer noch einige Insekten den Weg hinein. Deshalb wird die Tüte meist innen mit Pflanzenschutzmitteln besprüht, das eingedrungene Insekten schnell tötet. In dieser giftreichen Umgebung wächst dann die Banane heran. Man kann davon ausgehen, dass Bananen mit glatter, reiner Oberfläche während ihres Wachstums einer hohen Dosis Insektiziden ausgesetzt waren. Sind auf der Schale kleine braune, kreisrunde Punkte zu sehen, deutet dies darauf hin, dass einige Insekten zur Frucht vordringen konnten. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln war dann offensichtlich weniger massiv. Pflanzenschutzmittel dann nach oben zeigt. Deshalb ist die Banane krumm. Die blauroten Blätter geben die Blüten zur Bestäubung frei, vertrocknen und fallen ab. Die Staude blüht weiter, während sie schon Früchte ausbildet.]]

Geschichte

Die Banane wird erstmals in buddhistischen (wohl indischen Texten - Sanskrit -, da Buddha erst um 560 v.Chr. geboren wurde) Texten aus dem Jahre 600 v. Chr. erwähnt. Alexander der Große entdeckte den Geschmack der Banane in den Tälern Indiens 327 v. Chr.. Bananenplantagen wurden in China bereits für das Jahr 200 n. Chr. nachgewiesen. 650 brachten islamische Eroberer die Banane nach Palästina. Arabische Händler verbreiteten die Banane schließlich über weite Teile Afrikas. 1502 gründeten portugiesische Siedler die ersten Plantagen in der Karibik und in Mittelamerika. Bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts war die Hauptsorte die "Gros Michel". Die Früchte waren größer und geschmackvoller als die heutigen Bananen. Diese Sorte wurde durch die Panama-Krankheit ausgerottet. Heute ist die Hauptsorte die "Cavendish". Seit Anfang der 90er Jahre ist eine Art der Panama-Krankheit bekannt, die auch diese Sorte angreift. Geschmacklich ähnliche Alternativen und Heilung gibt es derzeit (2005) noch nicht wirklich und die Schätzung ist, dass in 10-20 Jahren auch die Cavendish der Geschichte angehört.

Reifung

Bananen dürfen nicht an der Staude reifen. Ließe man die Früchte zum Reifen an der Pflanze hängen, würden sie aufplatzen und nicht süß, sondern mehlig schmecken. Auch in den Anbauländern der Banane werden die Bananenbüschel traditionell von den Einheimischen grün geerntet und an einen schattigen Ort gebracht, um dort allmählich auszureifen. Beim Export werden die Bananen geerntet, innerhalb eines Tages verpackt und auf Kühlschiffe verladen. Bei einer Temperatur unter 13,2 Grad wird die natürliche Reifung unterbrochen, sodass die grünen Bananen den langen Weg problemlos überstehen. Ist die Temperatur zu hoch, landen die Bananen gelb an und sind unverkäuflich, ebenso bei einer zu geringen Temperatur von unter 12 Grad, bei der die Bananen grau werden und verderben. Reifung Nach der Entladung aus den Kühlschiffen werden die noch grünen Bananen in eine der vielen Bananenreifereien gebracht. Die Reifung der Bananen erfolgt in Reifekammern bei Temperaturen zwischen 14,4 und 17,7 Grad und dauert 4 - 8 Tage. Damit die Bananen innerhalb einer Kammer alle zu gleicher Zeit reifen, leitet man anfänglich Ethen (Ethylen) ein. Dies ist ein natürliches Gas, das die Früchte selbst während der Reifung produzieren, das aber im grünen Zustand noch nicht in ausreichender Menge vorhanden ist, um die Reifung zu aktivieren. Die Reifung selbst ist ein biochemischer Vorgang, bei dem Stärke in Zucker umgewandelt wird. In grünen Bananen liegt das Stärke-Zucker-Verhältnis bei 20: 1, am Ende der Reifung bei 1:20. Je gelber die Schale, umso größer ist der Zuckeranteil und umso mehr schmeckt die Frucht nach Banane. Wie weit die Reifung fortgeschritten ist, lässt sich somit leicht an der Farbe erkennen. Vollreife Bananen bekommen beim Transport und bei weiterer Lagerung schnell schwarze Flecken, dagegen kann man grüne Bananen problemlos kaufen und zu Hause ausreifen lassen. Ein beigelegter reifer Apfel oder eine Abdeckung können den Reifungsprozess beschleunigen. Äpfel und Tomaten geben Ethylen ab, was den Reifungsprozeß der Bananen stark beschleunigt.

Zusammensetzung und Ernährung

Quelle: EU Nährwertkennzeichnungsrichtlinie (EU NWKRL 90/496/EWG) & REWE Nährwerttabelle Quelle: EU Nährwertkennzeichnungsrichtlinie (EU NWKRL 90/496/EWG) Des Weiteren enthalten Bananen ungefähr 23% Kohlenhydrate, 1% Eiweiß und 2,6% Ballaststoffe. Auch finden sich in Bananen Phosphor sowie verschiedene Spurenelemente wie etwa Selen. Hingegen sind andere Vitamine als Vitamin C nur wenig bis kaum vorhanden. Sämtliche Werte schwanken je nach Züchter, Reifegrad und Wachstumsbedingungen. Vitamin C Unreife Bananen enthalten ungekocht schwer verdauliche Stärke, die erst durch den Reifungsprozess zu Frucht-, Trauben- und Rohrzucker umgewandelt wird. Reife Bananen dagegen enthalten nur 1-2% Stärke und sind daher sehr leicht verdaulich und deshalb auch als Krankenkost geeignet. Neben ihrer Eigenschaft als guter Energiespender enthalten Bananen auch sehr viel Kalium. Daher werden Bananen Patienten empfohlen, die an Kaliummangel leiden, was sich in Muskel- und Nerven- und insbesondere Herzproblemen äußert. Wegen ihrer leichten Verdaubarkeit eignen sich Bananen bei der Behandlung von Darmbeschwerden wie zum Beispiel Durchfall. Ungewöhnlich an Bananen ist, dass sie auch bei Verstopfung wirken. Andere Früchte, die sich positiv auf den Darm auswirken, sind unter anderem Mangos, Feigen, Ananas und Papaya.

Weltproduktion von Bananen

Papaya Im Jahr 2001 wurden weltweit 67,1 Millionen Tonnen Bananen geerntet. Der weltweit größte Produzent ist Indien mit 15,1 Millionen Tonnen vor Ecuador mit 7,56 Millionen Tonnen. Weitere bedeutende Produzentenländer sind Brasilien (5,5 Mio. t), China (5,2 Mio. t), Philippinen (4,5 Mio. t), Indonesien (3,6 Mio. t), Costa Rica (2,7 Mio. t), Mexiko (2,0 Mio. t), Thailand (1,7 Mio. t), Kolumbien (1,7 Mio. t), Burundi (1,5 Mio. t) und Vietnam (1,3 Mio. t). Hauptexportländer sind die mittelamerikanischen Staaten. Hauptimporteure sind weltweit die USA, die Europäische Union und Japan.

Bananen als Zimmerpflanzen

In den letzten Jahren setzt die die Banane vor allem in Mitteleuropa auch als Zimmerpflanze - aufgrund ihrer Größe jedoch vornehmlich in Wintergärten - zunehmend durch. Der Handel bietet hierfür verschiedenste Arten als reine Zierpflanzen oder auch als Fruchtpflanzen an. Seit dem Frühjahr 2005 bieten viele Gartenversand-Gärtnereien eine winterharte Bananenstaude (Musa Basajoo Sakalinensis) an. Diese Staude ist für die Freilandpflanzung an einem sonnigen Standort im Garten geeignet und kann bis zu 3 Meter groß werden. Allerdings trägt diese keine oder nur sehr selten Früchte. Genießbare Früchte sind insbesondere von der Sorte "Musae Banana" zu erwarten. Die Vermehrung der Bananenstaude erfolgt entweder durch Samen, die im gut sortierten Fachhandel erhältlich sind, oder durch Wurzelschösslinge, so genannte Kindel. Diese können ab einer bestimmten Größe (etwa 5 vollwertige Blätter) durch Teilung der Knolle von der Mutterpflanze getrennt werden. Die Aufzucht mittels Samen erfordert etwas Zeit, da die Keimdauer der Banane relativ lange dauert. Bildet eine Pflanze Wurzelschösslinge aus und sollen diese nicht weiter Verwendung finden, sollten diese relativ schnell von der Mutterpflanze entfernt werden um die Mutterpflanze zu stärken. Die Bananenstaude braucht direktes Sonnenlicht, mag es sehr warm und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Der Wasserbedarf ist sehr hoch, der Nährstoffbedarf ebenfalls, so dass die Pflanze jede Woche mit Dünger versorgt werden sollte. Der Boden sollte durchlässig, humos und tiefgründig sein - Staunässe ist unter allen Umständen zu vermeiden. Gießen auf keinen Fall mit kaltem Wasser und mit Ausnahme der Musa Basajoo Sakalinensis Temperaturen unter 15°C vermeiden. Ebenfalls sollte Zugluft unter allen Umständen vermieden werden. Blätter mit deutlich eingetrocknetem Rand entfernen. Sollte die Pflanze z.B. durch Schädlingsbefall oder falsche Pflege einzugehen drohen, dann den Stamm etwa 2 cm über der Erde abschneiden und wie gewohnt weiterpflegen. Die im Erdreich verbliebene Knolle treibt innerhalb kürzester Zeit wieder aus. Die Größe des Topfes entscheidet über die zu erwartende Größe der Pflanze. Umtopfen im Frühjahr, dabei einen Teil des Wurzelballens (nicht der Knolle) entfernen. Nach einer kurzen Phase der Stagnation wächst die Pflanze schneller als zuvor und bildet sehr schnell Kindel aus. Die Bananenstaude wächst extrem schnell (1cm pro Tag) und produziert etwa ein Blatt pro Woche - dies sollte bei der Standortwahl berücksichtigt werden. Damit eine Bananenstaude z.B. in einem Wintergarten trägt, muss sie über einen ausreichend großen Topf verfügen und nach oben und zur Seite genügend Platz haben - die Blätter sollten nicht anstoßen. Eine Fruchtbildung ist unter diesen Bedingungen nach etwa 5-6 Jahren zu erwarten (in der freien Natur bereits nach einem Jahr). Zu beachten ist, dass die Pflanze nach der Fruchtphase abstirbt und die Knolle dann neu austreibt.

Unternehmen im Bananenhandel


- Cobana Hamburg
- Chiquita
- Del Monte
- Dole
- Fyffes
- Port International GmbH
- Sixaola
- Anton Dürbeck GmbH / Excelban
- Portes Ouvertes
- Max Havelaar-Stiftung (Schweiz)

Museen zur Banane

Es gibt das [http://www.bananenmuseum.de Erste deutsche Bananenmuseum] in Sierksdorf und das [http://www.b-a-m.de/ Bananen-Aufkleber-Museum] in Kassel.

Literatur


- Herbert Otto: Warum ist die Banane krumm?, Fischer, ISBN 3-89514-351-0
- The Banana Dispute, Springer, ISBN 3-211-83727-2
- Monika Machon, Gerhard Medoch: Manuel auf der Bananeninsel, Volk und Wissen Verlag, ISBN 3-06-100391-6

Siehe auch


- Bananen Split
- Bananensaft
- Bananennektar
- Bananengürtel
- Bananenprinzip
- Bananenreiferei
- Bananenrepublik
- Bananenverordnung
- Fairer Handel
- Obst
- Pompe (Bananen-Bier)

Weblinks


- [http://www.banafair.de/ Organisation für den Fairen Handel mit Bananen - BANAFAIR]
- [http://www.kidsnet.at/Sachunterricht/banane.htm Erklärung für Kinder]
- [http://www.fruitlife.de/inside.php?in=encyclopedia/banane-de.htm ausführliche Beschreibung] von Fruitlife® (Portal für Obst mit Früchtelexikon)
- [http://www.barabas.de/kunden/banane/haupt.htm Informationsgemeinschaft Bananen]
- [http://www.bananensprayer.de/ Bananenkunst] von Thomas Baumgärtel
- [http://www.tanz-um-die-banane.de/ Tanz um die Banane] - Handelsware und Kultobjekt, ausführliche Dokumentation einer Sonderausstellung im Museum der Arbeit in Hamburg
- [http://www.allesbananen.de.vu/ Kiki´s Bananenpage] - Rezepte zum Backen und Kochen sowie für den Nachtisch
- Artikel „[http://www.docs.at/tips/0118.htm Die Banane macht fit und fröhlich]“
- Artikel „[http://www.swr.de/kaffee-oder-tee/vvv/alles-frisch/2002/11/21/ Bananen]“ - Gesund, schmackhaft und optimal verpackt
- [http://www.projekt-mahlzeit.de/aufgeschmeckt/html_verz/bananenreise/ Aufgeschmeckt!] - Darstellung von der Aktion „Brot für die Welt
- [http://www.kuebelpflanzeninfo.de/exot/bananenstaude.htm Anzucht einer Bananen-Staude]
- [http://www.kraeuter.ch/banane/banane.htm Beschreibung] aus dem Kräuterbuch von Jacob Theodor Kategorie:Bedecktsamer Kategorie:Obst
- [http://www.popsci.com/popsci/science/5a4d4c3ee4d05010vgnvcm1000004eecbccdrcrd.html Kann diese Frucht gerettet werden? (engl.)] ja:バナナ ms:Pisang simple:Banana

Kaffee (Pflanze)

Kaffee (Coffea) ist eine Gattung aus der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae) mit sechs Arten. Die berühmtesten unter ihnen sind die als Plantagenpflanzen bevorzugten Arabica-Kaffee (C. arabica) und Robusta-Kaffee (C. canephora), letztere bekannter unter dem, nur noch als Synonym geltenden, Namen C. robusta.

Beschreibung

In den Früchten, den so genannten Kaffee-Kirschen, befinden sich als Samen je zwei Kaffeebohnen. Sie dienen als Rohstoff für das Heißgetränk Kaffee. Dazu werden die Bohnen auf unterschiedliche Weise getrocknet, (mit oder ohne das Fruchtfleisch der Kirsche) fermentiert und später geröstet.

Kaffeesorten/Herkunft

Systematik

Es gibt sechs Arten in der Gattung Kaffee (Coffea):
- Arabica-Kaffee (Coffea arabica)
- Robusta-Kaffee (Coffea canephora) (Syn.: Coffea robusta)
- Coffea benghalensis
- Coffea congensis
- Coffea liberica
- Coffea stenophylla Bild:Kaffeepflanze.jpg|Kaffee-Pflanze mit reifen Kaffee-Früchten Bild:Kaffee_als_zimmerpflanze_fcm.jpg|Kaffee als Zimmerpflanze ! Kategorie:Rötegewächse Kategorie:Pflanzliche Droge ms:Kopi ja:コーヒー

Sorghum

Sorghum (auch Mohrenhirse, Kaffernkorn, Durra) ist das wichtigste Brotgetreide in Afrika. Auch in Südeuropa, Zentralamerika und Südasien wird es angepflanzt. Es wird vornehmlich für die Produktion von Mehl und als Futter für Vieh angebaut und ist das Getreide, das die fünftgrößte Anbaufläche weltweit aufweist. Es stammt ursprünglich aus Ostafrika und ist an heißes und trockenes Klima angepasst.

Aussehen

Sorghum ähnelt dem Mais. Es wird bis zu 5 m hoch und hat mit Mark gefüllte Halme, die an den Knoten Seitentriebe bilden. Die Rispen sind 10 bis 60 cm lang und tragen Ästchen mit je zwei Ährchen, das obere bildet eine zwittrige, das untere zwei männliche Blüten. Die unbespelzten Körner sind 4 bis 5 mm dick, rund und sind von weißem, gelblichem bis rotem Farbton.

Erträge

Die Erträge liegen meist um 10 dt/ha, in den USA werden durch Hybridzüchtung dagegen 42 dt/ha, bei idealer Bewässerung und Düngung bis zu 100 dt/ha erreicht. Daher ist der Hauptproduzent von Sorghum auch die USA mit 63,5 Millionen Tonnen (1998), obwohl die Anbauflächen in Afrika und Asien um einiges ausgedehnter sind.

Verwendung

Sorghum eignet sich kaum zum Backen, dafür aber für Brei, Grütze oder Fladen. Auch zur Bierherstellung wird es genutzt. Sorghum kann ähnlich dem Mais gut als ganze Pflanze als Futter verwendet werden, muss aber zur Senkung des Durrin-Gehaltes siliert oder getrocknet werden.

Geschichte

Sorghum wurde im Südsaharischen Afrika domestiziert. Ab ca. 2000 v. Chr. läßt sich Sorghum auch in Zentralindien nachweisen, zusammen mit anderen afrikanischen Kulturpflanzen wie Lablab (Lablab purpureus) und der Augenbohne (Vigna unguilatica). In Ägypten wurde es erst in der frühislamischen Zeit zu einer wichtigen Nutzpflanze. Kategorie:Süßgräser Kategorie:Nutzpflanze Kategorie:Getreide ja:モロコシ simple:Sorghum

San Agustín (Kultur)

Die nach dem Fundort San Agustín in Südkolumbien benannte Kultur San Agustín existierte vom 6. Jahrhundert v. Chr. bis zur spanischen Eroberung. In der Umgebung des Fundortes sind etwa 300 monumentale Steinskulpturen mit anthropomophen Götter- und Dämonendarstellungen gefunden worden. Die Toten der sozialen Oberschicht wurden in Schachtgräbern – ähnlich denen von Tierradentro und i