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Hulagu

Hulagu

Hulagu Ilchan, auch Hülägü Ilchan, ein mongolischer Fürst und Feldherr (
- um 1217; † Februar 1265) war ein Enkel des Dschingis Khan. Im Auftrag seines Bruders Möngke Khan (reg. 1251-1259) besetzte er 1256 endgültig Persien, beseitigte die Sekte der Assassinen im Elbrus, eroberte Bagdad und übernahm die Verwaltung. Hulagu begründete in Iran und Irak das Reich der Ilchane, das bis 1353 Bestand hatte. Die Eroberung Bagdads Januar 1258 -eines der wichtigsten Daten der Weltgeschichte- bedeutete das Ende des im Jahr 750 begründeten und einst so mächtigen Abbasiden-Kalifats. Danach besetzte er auch Syrien, zog aber wegen der unklaren Nachfolgefrage in der Mongolei seine Truppen wieder aus Syrien zurück. Der Feldzug endete deswegen mit einer entscheidenden Niederlage General Kitbogas gegen die Mamluken 1260 am Goliathsquell, nördlich von Jerusalem. In den folgenden Jahren mußte sich Hulagu mit seinem Vetter Berke, dem Khan der Goldenen Horde auseinandersetzen, mit dem es mehrere Streitpunkte (Thronfolge Kubilais in Mongolei, Islam, Handel und Kriegsbeute, Kaukasusgrenze) gab. Der Khan regierte selbständig, auch wenn er und seine Nachfolger eng mit dem Großkhan verbündet blieben bzw. in dessen Namen regierten. 1263 berief Hulagu eine Versammlung ein, in der er eigene Verwaltungsbeamte (Finanzminister Sams ed Din Gowaini, Astronom Nasir al-Din Tusi u.a.) einsetzte. Hulagu verstarb am 8. Februar 1265 in Maragha (bei Täbriz), wurde auf einer Felseninsel im Urmia-See begraben. Sein Nachfolger wurde sein Sohn Abaqa, dann dessen Bruder Tagudar Ahmed (vgl. Ilchane). Kategorie:Mann Kategorie:Mongole Kategorie:Khan Kategorie:Militärperson (Mongolisches Reich) Kategorie:Geboren 1217 Kategorie:Gestorben 1265 ja:フレグ

Mongolen

, Uighurisch und Zhuang]] Mit dem Begriff Mongolen werden im engeren Sinne die eigentlichen Mongolen (Eigenbezeichung: Monggol) verstanden, die man sprachlich grob in Ost- und Westmongolen gliedern kann. Im weiteren Sinne werden darunter auch die mongolischen Völker verstanden, also Völker, die eine mongolische Sprache sprechen. Diese haben in der Regel andere Eigenbezeichnungen.

Namensherkunft

Der Name "Monggol" stammt aus den tungusischen Sprachen und bedeutete ursprünglich "die Unbesiegbaren". Einst auf einen kleinen unbedeutenden Volksstamm am mittleren Onon angewandt, wurde der Name unter Dschingis Khan im 13. Jahrhundert zur übergreifenden Volksbezeichnung.

Heutige mongolische Ethnien

In den verschiedenen Staaten, in denen Angehörige mongolischer Völker und Ethnien leben, werden die Trennlinien zwischen "Stamm" und "Volk" sehr unterschiedlich gezogen. In dem Land mit der größten mongolischen Bevölkerung, der Volksrepublik China, werden alle Mongolen als ein Volk betrachtet. Tümed-, Chahar, Ordos-, Bargut-, Burjat- und Oirat-Mongolen zählen alle zum einen Volk der Mongolen (蒙古族 Menggu zu). Daneben gibt es noch weitere Völker, die mongolische Sprachen sprechen, und zwar die:
- Daur,
- Tu,
- Dongxiang,
- Bonan und ein Teil der
- Yugur. Sie zählen aber - wie gesagt - nicht zur Nationalität der Mongolen sondern sind als eigenständige Nationalitäten anerkannt. Im Staat Mongolei zählen zu den Ostmongolen die:
- Khalkha,
- Uriankhai und die
- Burjaten; zu den Westmongolen zählen die:
- Oiraten, die vor allem im Altai leben. In Russland gehören die
- Burjaten in Burjatien zu den Ostmongolen; zu den Westmongolen zählen die
- Oiraten im russischen Altai und die
- Kalmücken am Nordufer des Kaspischen Meeres. Verstreut lebende mongolische Völker sind z.B. die Moghol, Hazara und Aimak in Afghanistan und Pakistan.

Mongolen in China

Beim Zensus im Jahre 2000 wurden in China 5.813.947 Mongolen (im Sinne der obigen Definition) gezählt. Die Mongolen Chinas verteilen sich wie folgt auf die Autonomen Gebiete und Provinzen:
- 68,72%: Autonomes Gebiet Innere Mongolei,
- 11,52%: Provinz Liaoning,
- 2,96%: Provinz Jilin,
- 2,92%: Provinz Hebei,
- 2,58%: Uigurisches Autonomes Gebiet Xinjiang,
- 2,43%: Provinz Heilongjiang,
- 1,48%: Provinz Qinghai,
- 1,41%: Provinz Henan,
- 5,98%: Rest Chinas. Neben dem Autonomen Gebiet Innere Mongolei auf Provinzebene, gibt es in China noch weitere mongolische autonome Verwaltungsgliederungen. Diese sind auf Bezirksebene:
- Autonomer Bezirk Haixi der Mongolen und Tibeter,
- Mongolischer Autonomer Bezirk Bayingolin,
- Mongolischer Autonomer Bezirk Bortala. Auf Kreisebene sind es:
- Autonomer Kreis Weichang der Manju und Mongolen,
- Autonomer Kreis Harqin Linker Flügel der Mongolen,
- Autonomer Kreis Fuxin der Mongolen,
- Autonomer Kreis Vorderer Gorlos der Mongolen,
- Autonomer Kreis Dorbod der Mongolen,
- Autonomer Kreis Subei der Mongolen,
- Autonomer Kreis He'nan der Mongolen,
- Mongolischer Autonomer Kreis Hoboksar.

Weblinks


- Ethnische Minderheiten in Xinjiang - [http://german.china.org.cn/german/187351.htm Die mongolische Nationalität] (chinesische Regierungsseite auf Deutsch)
- [http://www.china.org.cn/e-groups/shaoshu/shao-2-mongolian.htm The Mongolian ethnic minority] (chinesische Regierungsseite auf Englisch) Siehe auch: Geschichte der Mongolen, Geschichte der Mongolei, mongolische Literatur. Kategorie:Mongolisches Volk Kategorie:Asiatische Ethnie Kategorie:Ethnie Kategorie:Bevölkerung (China) ja:モンゴル

Feldherr

Feldherr meint den Oberbefehlshaber und bezeichnet den höchsten Militär (Soldaten) im Krieg. Nach Carl von Clausewitz bezeichnet man als Feldherr den "an der Spitze eines gesamten Krieges oder eines Kriegstheaters stehenden General".

Das Dilemma

Der Feldherr steht der politischen Spitze gegenüber und ist ihnen unterstellt. Da die von ihm allein verantworteten militärischen Entscheidungen Konsequenzen haben, wird von ihm auch in hohem Maße "Einsicht in die höheren Staatsverhältnisse" verlangt.

Aufgaben


- im Frieden Planung militärischer Optionen für politische Konflikte
- im Krieg die Wiederherbeiführung politischer Lösungen durch Zerschlagung der militärischen Handlungsfähigkeit des Gegners. Im Einzelnen sind seine Aufgaben nach Montgomery:
- Einen Kampfverband schaffen und ihn für die geplante Aufgabe vorbereiten
- Die Organisation im Stab zu schaffen, die eine effektive Führung des Kampfverbandes ermöglicht
- Den Kampfverband so in die Schlacht führen, dass er schnell die beste Wirksamkeit entwickelt (Aufmarsch)
- Im Gefecht die taktischen Grundsätze möglichst wirksam benutzen: Überraschung, Konzentration der Kräfte, Zusammenarbeit aller Waffen, Kontrolle, Einfachheit, Schnelles Handeln, Initiative, Motivation der kämpfenden Truppe.

Feldherren in der Geschichte

Leider hat es in der Geschichte genug Feldherren gegeben, die die obigen Aufgaben nicht erfüllen konnten. Die Ergebnisse waren im allgemeinen ein furchtbares Desaster. Clausewitz erwähnt auch den "Unter-Feldherren", der sich jedoch bereits im starken Maße vom Feldherren unterscheidet, da er viele Entscheidungen nicht mehr alleinverantwortlich zu tragen hat. Damit wird die Trennungslinie zum Feldherren eindeutig der zufallenden Verantwortung zugeschrieben. Da Politik und Militär in der Geschichte nicht immer strikt getrennt waren, sind auch einige Politiker und Monarchen, die im Kriegsfalle ihre Armeen befehligt haben, den Feldherren zuzurechnen.

Bekannte Feldherren

Siehe: Liste bekannter Feldherren, :Kategorie:Militärperson

Weblink


- [http://gutenberg.spiegel.de/clausewz/krieg/inhalt.htm Carl von Clausewitz: Vom Kriege] Kategorie:Kriegs- und Gefechtsführung

1217

Ereignisse


- Erstmalige Erwähnung des Haus Bruch

Politik und Weltgeschehen


- Beginn des Fünften Kreuzzugs
- Ferdinand III. wird König von Kastilien
- Der Bruder von Sava von Serbien, Stefan Nemanjić, wird König von Serbien

Geboren


- um 1217 - Hülägü, auch Hulagu, ein mongolischer Fürst und Feldherr († 1265)

Gestorben


- 25. April - Hermann I., Landgraf von Thüringen seit 1190 (
- ca 1155)
- 14. Juli - Hroznata, stammt aus einer adeligen Familie in Westböhmen (
- 1170)
- Isabella de Clare, Countess of Gloucester (
- 1170)
- Heinrich I., König von Kastilien, (
- 1203) ko:1217년

Dschingis Khan

Dschingis Khan (eigentlich Temudschin: „der Schmied“;
- 1155, 1162 oder 1167; † 18. August 1227) war ein hochmittelalterlicher Khan der Mongolen, der die turko-mongolischen Stämme vereinte und weite Teile Zentralasiens und Nordchinas unter seine Kontrolle brachte. Seine Regierungszeit als erster Großkhan der Mongolen dauerte von 1206 bis 1227. Zentralasien

Geschichte

Situation der Mongolen

Die Mongolen siedelten ursprünglich im Nordosten der heutigen Mongolei, zwischen den Flüssen Onon und Kerulen. Sie waren sowohl nomadische Hirtenstämme der Steppe, als auch Jäger und Fischer der Waldgebiete und unterteilten sich in zahlreiche Stammessplitter. Das Weidegebiet war Gemeineigentum, d. h. Besitzrechte an Grund und Boden waren unbekannt. Auf Grund des Viehbesitzes gab es eine frühfeudale Ordnung in der Stammesvereinigung. So wurden die mongolischen Führer für Kriegs-, Raub- und Jagdzüge um 1200 noch von den Stammesfürsten auf einer Kuriltai frei gewählt. Aber es bildete sich in den Einigungskämpfen jener Zeit eine Militäraristokratie heraus, die sehr viel Macht bekam und unter Dschingis Khan schließlich erblich wurde.

Herkunft und Geburt

Der mongolischen Legende nach standen am Anfang seines Stammbaums ein Wolf und eine Hirschkuh, die sich nahe des heiligen Berges Burchan Qaldun (auch Burquan Qaldun) am Ufer des dort entspringenden Onon niederließen. Dieser Berg liegt etwa 170 Km östlich vom heutigen Ulaanbaatar und ist Teil des Chentij Gebirge, in dem auch die Flüsse Cherlen und Tuul entspringen. Dschingis Khan gehörte zum Stamm der Mongghol, zum Klan der Borjigin (Wildenten-Leute) und zum Unterklan der Qiyat, zu Deutsch Kijat. Er stammte aus einer hoch angesehenen Familie und wurde als ältester Sohn des Klanchefs Yesügai Bahadur und seiner Frau Hoe'lun-Ujin (auch Üdschin) geboren. Er war der Urenkel des legendären Mongolenfürsten Qabul (auch als Kabul Khan bekannt), der um 1130–50 die mongolischen Stämme vorübergehend vereinigt hatte und erhielt von seinem Vater den Namen Temudschin (tatar.: „der Schmied“, fälschlich mit „der Eiserne“ übersetzt), der vielfach auch als Temujin oder Temüdschin angegeben wird. Dieser Name stammte nach alter mongolischer Sitte von einem gefangenen Feind. In dem erst nach dem Tode Dschingis Khans von seinem leiblichen Sohn Ugedai, oder laut anderen Quellen von diesem beauftragt, aber von dem tartarischen Adoptivsohn Dschingis Khans Schigiqutuqu verfassten Epos Die geheime Geschicht der Mongolen wird berichtet, dass der kleine Temudschin bei seiner Geburt einen Blutklumpen fest in seiner rechten Hand hielt. Darin sahen die Schamanen ein göttliches Zeichen für einen zukünftigen großen Krieger. Als mögliche Geburtsplätze werden heute drei Gegenden vermutet:
- Laut den west- und nordmongolischen Traditionen der Oiraten und Burjaten wurde Dschingis Khan auf der rechten Ononseite geboren. Vor allem die alte mongolische Region Dulun-Boldaq (südlicher Baikalsee/Russland) wird hier genannt.
- Die ostmongolischen Chalcha nehmen ihrerseits die Region Deligün Boldogh am mittleren Kerulen als möglichen Geburtsplatz an. Damit läge dieser in der Nähe der heutigen mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar.
- Doch gibt die Familiengeschichte Dschingis Khans, die Geheime Geschichte der Mongolen, eine Stelle am Fusse des Burhan Qaldun (ebenfalls in der Nähe der Ononquelle) als Geburtsplatz an und damit läge dieser in der nordwestlichen Mongolei. (Da nun die Mehrheit der Überlieferungen den Onon-Fluss angeben, so dürfte dieser der wahrscheinlichste Geburtsort sein.)

Jugendjahre

Zu dieser Zeit waren die Clans der Steppe in ständige Kämpfe untereinander verwickelt. Temudschins Vater Yesügai hatte für die Seinigen auch durch Raubzüge gegen die Tartaren und Merkiten das Stammesgebiet stark vergrößert und es zu Reichtum und Wohlstand gebracht. Bei einem dieser Überfälle raubte er sogar Temudschins Mutter direkt vom Hochzeitswagen ihres merkitischen Bräutigams und machte sie zu seiner eigenen Frau. In einer sorgenfreien Kindheit lernte der kleine Temudschin schon früh reiten, bogenschießen und jagen, die damals entscheidenden Fähigkeiten für das Überleben in den Steppen Zentralasiens. Wie so oft bei Nomadenvölkern galt auch dort das Gesetz des Stärkeren, der sich immer ohne Rücksicht nimmt, was er gerade braucht. Deshalb drohte aber auch nach jedem Überfall und Raub im Gegenzug die spätere Rache des Unterlegenen, wie es auch Temudschin noch selbst später erfahren sollte. Den Berichten nach als kleiner Junge zunächst eher ängstlich und schüchtern, entwickelte er eine enge Bindung zu seinem Schwurbruder Dschamucha, der später allerdings aus Rivalität zu seinem erbittertsten Feind werden sollte. Temudschin war noch ein kleiner Junge von neun Jahren, als sein Vater, wie damals bei den mongolischen Nomaden üblich, mit ihm auf Brautschau ging. Im Lager eines befreundeten Clans vom Stamme der Unggirat entdeckten sie ein kleines, hübsches Mädchen namens Börte oder Borte. Diese war die Tochter des Stammesführers und sie hielten also bei ihrem Vater um ihre Hand an. Da dieser einverstanden war, blieb nach altem Brauch der junge, zukünftige Bräutigam dort bei seinen Schwiegereltern für einige Zeit zurück, in der er in glücklichen Wochen seine kleine Verlobte liebgewann. Sein Vater ritt allein zurück und nahm unterwegs die Gastfreundschaft von Tartaren an. Diese erkannten jedoch alsbald in ihm das Oberhaupt ihres Feindes und vergifteten ihn beim Essen. Von einem Boten über den plötzlichen Tod seines Vaters unterrichtet, kehrte Temudschin nach Hause zurück, doch dort erwartete ihn ein Chaos. Wegen seiner Jugend wurde er nicht als Nachfolger seines Vaters anerkannt. Die ehemaligen Gefolgleute wandten sich ab, die ganze Sippe löste sich auf und er war als ältester Sohn mit der Mutter, seinen drei halbwüchsigen Brüdern und einer kleinen Schwester alleine. Schutzlos wie sie waren, wurde nach und nach ihr gesamtes Hab und Gut geraubt und sie lebten die nächsten Jahre in Armut. Zwischen ihm und seinen Brüdern gab es häufig Streit, der schließlich darin gipfelte, daß er seinen jüngsten Bruder Bektar ermordete. Nach anderer Quelle tötete er seinen Bruder im Streit um Beute nach einem Raubzug. Nach dem Epos „Die geheime Geschicht der Mongolen“ soll die Mutter den sich häufig streitenden Brüdern mit einem einfachen Gleichnis die Bedeutung von Stärke durch Einigkeit recht eindringlich vor Augen geführt haben. Sie gab einem Jungen einen Pfeil in die Hand und forderte ihn auf, diesen zu zerbrechen. Es gelang ihm mühelos. Danach band sie mehrer Pfeile zu einem Bund zusammen und forderte die Kinder auf, nun diesen Pfeilbund ebenfalls zu zerbrechen, was ihnen jetzt nicht mehr gelang. Für den zukünftigen Dschingis Khan soll diese mütterliche Belehrung ein prägendes Erlebnis gewesen sein, welches ihm auch die Orientierung für sein späteres staatsmännisches Wirken schon in jungen Jahren wies. Auch als Jugendlicher war er für andere Mongolenfürsten trotz seiner kläglichen Lebensumstände allein auf Grund seiner aristokratischen Abstammung dennoch eine Bedrohung und er musste mit seiner Restfamilie immer wieder fliehen. Manchmal soll Temudschin in den Zeiten der größten Bedrängnis Zuflucht am heiligen Berg Burquan Qualdun gesucht haben. Auf einer dieser Fluchten wurde er schließlich von den Taijut gefangengenommen, mehrere Jahre wie ein Sklave gehalten und aufs Tiefste gedemütigt. Durch seine abenteuerliche Flucht aus dieser Gefangenschaft erlangte er bei seinen Altersgenossen großes Ansehen. Er suchte und fand seine Verlobte Börte wieder und konnte sie endlich heiraten.

Einigung der Mongolen

Er hatte verstanden, dass man in der Steppe nur überleben kann, wenn man mächtige Verbündete hat. Durch geschickte Diplomatie gelang es ihm, diese zu finden und nach und nach seine Gegner auszuschalten, welche vor allem im Westen die Naimanen, im Norden die Merkiten und im Osten die Tartaren waren. 1190 einte er die mongolischen Sippen und unter seiner Führung unterwarfen sie zusammen die anderen Steppenvölker. Als Anreiz für den unbedingten Gehorsam seiner Kämpfer versprach er ihnen reiche Beute auf den noch kommenden Kriegszügen. 1201 verzeichnete man einen Sieg über seinen umtriebigsten Rivalen, den „Gurkhan“ Dschamucha (Mongole), seinen ehemaligen Schwur- bzw. Blutsbruder. Dieser konnte sich zunächst noch retten, verlor jedoch ein Großteil seiner Gefolgschaft und wechselte verbissen im Kampfeswillen gegen Temudschin ständig seine Bündnisse mit Freund und ehemalig Feind. Dieses aussichtslosen Wechselspieles leid, wurde er schließlich von seinen letzten engsten Vertrauten gefangengenommen und an Temudschin ausgeliefert. Der setzte jedoch ein für ihn bezeichnendes Exempel. Da ihm nichts so verhasst war wie Treulosigkeit und Verrat, besonders von engsten Vertrauten, ließ er die Häscher von Dschamucha und all ihre Familienmitglieder erbarmungslos töten. Seinem ehemaligen Blutsbruder bot er erneut seine Freundschaft an und bat ihn, an seine Seite zurückzukehren. Der konnte und wollte dieses großzügige Angebot nicht annehmen und bat um einen standesgemäßen Tod, der ihm gewährt wurde. 1202 nach einem Sieg über die Merkiten fühlte Temudschin sich stark genug, um sich an den Tartaren für den Tod seines Vaters zu rächen. In blutigen Kämpfen besiegte er die vier Stämme der Tataren und nach den Texten der „Geheimen Geschichte der Mongolen“ ließ er bei den Besiegten nur diejenigen am Leben, die nicht größer als die Achshöhe eines Ochsenkarren waren. 1203 schlug er die Keraiten (Toghril Khan, Nilkha) und 1204 die Naimanen (Tayang Baybugha). Damit waren die letzten Hürden auf dem Weg zur uneingeschränkten Macht überwunden.

Ernennung zum Dschingis Khan und Veränderungen

Im Jahr 1206 berief Temudschin an der Quelle des Onon einen Reichstag, den sogenannten Kuriltai ein. Dort wurde er von den anwesenden Schamanen und Stammesfürsten unter der weißen Standarte zum Dschingis Khan, dem Großkhan aller Mongolen erhoben und bekam damit als erster Khan den Titel „ungestümer Herrscher“ (ozeangleicher Herrscher). Sein ihm verliehenes Hoheitszeichen, die weiße Standarte, steht noch heute zusammen mit neun gleichartigen Stützen (für die damaligen Kernstämme des Reiches) als Symbol des heutigen mongolischen Staates, des friedlichen Lebens und als Staatswappen im mongolischen Parlament. Die drei Zacken an der Spitze der Standarte stehen stellvertretend für Mond, Sonne und Flamme und sollen die Stärke der Mongolen symbolisieren. Dabei steht der Mond für die Vergangenheit, die Sonne für die Gegenwart und die Flamme für die Zukunft des Mongolenreiches. Damals entstand also ein neuer Staat und Dschingis Khan war als unumschränkter Herrscher auch der alleinige Gesetzgeber. Die Regierung bildeten seine Mutter, Brüder und Söhne. Von den ehemaligen Kanzlern anderer Völker lernte er, wie man ein großes Reich verwaltet. Auch dazu befahl er seinem Sohn Ugedai, die alten und neuerlassenen Gesetze in Form eines mongolischen Grundgesetzes, der Jassa, aufzuschreiben. Dieses Werk vereinheitlichte die unterschiedlichen Gesetze der Steppe und formulierte eine rigide Sammlung von Geboten und Vorschriften, die das Zusammenleben im neugegründeten Mongolenreich regeln sollten. Das neue Gesetz beendete die Willkürherrschaft der Steppe und schaffte eine wesentliche Grundlage zur Gründung eines mongolischen Staates, dem einzigen Nomadenstaat der Welt, der 200 Jahre lang Weltgeschichte schreiben sollte. Nach anderer Quelle ließ er die Jassa von seinem schreibkundigen, tartarischen Adoptivsohn Schigiqutuqu aufzeichnen und machte diesen auch zu seinem obersten Richter. Jassa Alsbald verkündete er die allgemeine Wehrpflicht und betraut aus der Reihe derjenigen, die bisher mit ihm gezogen waren, Tausendschaftsführer mit der Führung seiner großen Armee. Für diese und andere Ernennungen ist nicht mehr die Blutsverwandschft entscheidend, sondern ohne Rücksicht auf Herkunft und Stamm nur bedingungloser Gehorsam dem Khan gegenüber und besondere Tapferkeit in vorausgegangenen Kämpfen. Der alte Stammesadel wurde teilweise entmachtet und durch zuverlässige Leute (Köcherträger) aus dem Militär ersetzt. Unzuverlässige Stammesgruppen wurden der Auflösung preisgegeben. All das bedeutete einen revolutionären Bruch mit den bisherigen sozialen Verhältnissen der Steppe. Diese neue Ordnung ersetzte Verrat und Betrug der Steppennomaden durch Disziplin und Gefolgschaft. Dschingis Khan hatte die Angewohnheit, gelegentlich seiner Frau oder seiner Mutter einen kleinen Jungen aus den jeweils unterworfenen Stämmen mitzubringen und zu schenken. Ein solches Kind wurde von ihnen adoptiert und wuchs anschließend als gleichberechtigtes Familienmitglied mit den leiblichen Söhnen des Khans auf. Zum großen Rückhalt für Dschingis Khan wuchs so in seiner Jurte immer eine Gruppe junger, oft talentierter Männer heran, welche ihm Dank und Loyalität schuldeten. Als neuer Großkhan stellte er sich auch eine eigene Leibgarde von ca. 10.000 Soldaten auf. Diese waren die Söhne oder Brüder von Stammesfürsten und Heerführern und sollten als seine Krieger und zugleich Geiseln ein Faustpfand darstellen, um den unbedingten Gehorsam des Steppenadels sicherzustellen. Da Dschingis Khan außer einigen Schreibern anfangs überhaupt keine Verwaltung bzw. Bürokratie zur Verfügung hatte, bildete seine streng organisierte und disziplinierte Armee das einzige zuverlässige Machtmittel gegen die traditionelle Eigenständigkeit des Stammesadels. Erst um 1220 kamen genügend ausländische Beamte in mongolische Dienste, so dass man auch an eine Art Zivilverwaltung der unterworfenen Völker denken konnte. Da Dschingis-Khan selbst Analphabet war, ließ er für die Verwaltung seines Reiches eine eigene Schrift entwickeln. So entstand zuerst die aus dem Uighurischen abgeleitete Mongolische Längstschrift und später gegen Ende des 13. Jahrhunderts die von dem gelehrten Lama Phags-pa aus der tibetanischen Schrift abgeleitete Phags-pa-Schrift, auch als Mongolische Quadratschrift bezeichnet.

Militär

Die Truppen wurden in Zehnerschaften geordnet und die Männer kontrollierten sich gegenseitig. Floh ein Krieger vor dem Feind, mussten auch die anderen neun sterben. Mit der Überreichung von Pferdehaaren, ein Haar von jedem Pferd eines jeden Soldaten, schworen die Armeeführer dem Khan bedingungslosen Gehorsam. Aus diesen Pferdehaarbündeln entstand die „Schwarze Standarte“, das neue Feldzeichen der Mongolenarmee. (Diese Standarte wird noch heute als Nationalheiligtum im Verteidigungsministerium in Ulaanbaatar aufbewahrt und ist niemandem zugänglich. Allein der jeweils amtierende Generalstabschef der Armee hat Zutrittsrecht zu dem Aufbewahrungsraum. Als Symbol gemeinsamer Stärke wird sie einmal im Jahr an einen geheimen Ort gebracht. Dort beschwört die gesamte Armeeführung die Einheit der Nation und erinnert an die Taten Dschingis-Khans.) Die Schlagkraft seiner neuen Armee beruhte auf ihrer strengen Disziplin, ihrer extremen Wendigkeit auf den schnellen, zähen und ausdauernden Pferden, ihren Waffen und ihrer ausgefeilten Kriegslist. Die Reiter führten 2–3 Pferde mit sich und konnten durch die damit immer gegebene Austauschmöglichkeit in kürzester Zeit große Entfernungen zurücklegen. Dabei machten sie unterwegs nur Rast zum Essen und Schlafen. Als Proviant führte jeder Kämpfer u. a. getrocknetes Fleischpulver in am Sattel befestigten Kuhblasen mit sich. Dieses Fleischpulver wurde wie eine heutige Tütensuppe in heißem Wasser aufgelöst. Mit dieser unverderblichen, ohne großen logistischen Aufwand einfach zu transportierenden und leicht zubereitbaren, dabei energiespendenden und nahrhaften Verpflegung konnten sie sich monatelang selbst versorgen. Die mongolischen Krieger waren von Kind an gute Reiter und Bogenschützen und die Jagd galt ihnen als die Schule des Krieges. Ihre Hauptwaffen waren Pfeil und ein nur von Ihnen verwendeter besonderer Reflexbogen mit extremer Beschleunigungskraft. Sie führten immer mehrere Bögen und viele Pfeile mit geschmiedeter Eisenspitze mit sich. Die von diesen Reflexbögen abgeschossenen Pfeile hatten eine so enorme Durchschlagskraft, dass sie u. a. auch Kettenhemden durchschlugen. Ein geübter Reiter traf mit dieser tödlichen Waffe ein großes Ziel, wie z. B. eine gegnerische Einheit, selbst im gestreckten Galopp aus einer Entfernung von 300 m! Sie waren auch zur damaligen Zeit die einzigen Reiter, die ihren Bogen aus diesem Galopp auch nach hinten abschießen konnten (Parthisches Manöver). Hinsichtlich der Kriegskunst bzw. -list beruhte ihr Erfolg auf der überaus beweglichen Kavallerie. Sie tat oft so, als würde sie fliehen und griff dann völlig überraschend den Feind im Rücken oder in den Flanken an.

Weitere Eroberungen

Nach der Reichseinigung wandte sich Dschingis Khan der Eroberung Chinas zu. Bis 1209 hatte er sich auf der chinesischen Seite der Großen Mauer ein Lager für weitere Eroberungszüge geschaffen, nachdem er die Tanguten unterwerfen konnte. 1211 führte er seine Truppen mit mehr als 100.000 Kämpfern Richtung Süden und Osten in das von der Jin-Dynastie beherrschte Gebiet und drang bis zur Halbinsel Shandong vor. 1215 nahm er Peking ein und 1219 zahlte auch Korea an ihn Tribut. Im Jahre 1218 unterwarf der Khagan das Kara-Khitai-Reich, das letzte verbliebene Steppenreich am Balchaschsee. Im Westen wurde mit dem islamischen Choresmischen Reich in Persien ein Freundschaftsvertrag geschlossen, doch der Friede währte nur kurz. Bald darauf wurde dort eine mongolische Karavane überfallen und ermordet.

Reichsversammlung/Nachfolgefrage

Daraufhin beruft Dschinghis Khan 1218 eine Reichsversammlung ein, um einen Vergeltungsschlag gegen dieses Reich im Westen und weitere Gesetze und Direktiven zu beschließen und zugleich auch schon zu seinen Lebzeiten die Nachfolgefrage zu klären. Sein ältester Sohn war Jochi († 1227), der zweite Tschagatei († 1242), der dritte Ugedai († 1241), der vierte Tolui († 1232). Zunächst entstand bei dieser Klärung ein heftiger Streit unter den Söhnen und der älteste wurde von allen anderen heftig beschimpft. Als dann jedoch einer von ihnen zur Schlichtung den Vorschlag machte, Ugedai zum Nachfolger auszuwählen, war Dschinghis Khan sofort damit einverstenden, da sein mittelgeborener Sohn als besonnen und großzügig galt. In diesem Sinne wurde also seine Nachfolge auf dieser Versammlung vertraglich festgehalten und andererseits auch ein Rachefeldzug gegen das Choresmische Reich beschlossen.

Rachefeldzug

1219/20 besiegten die Mongolen in Transoxanien die Truppen des Choresmischen Schah, Buchara und Samarkand wurden erobert, Schah Ala ad-Din Muhammad starb auf der Flucht am Kaspischen Meer. Sein Sohn Jelal ad-Din wurde 1221 am Indus besiegt und floh eine Zeitlang nach Indien.

Gründung von Karakorum

1220 bestimmte Dschinghis Khan den Ort der späteren Stadt Karakorum (schwarze Berge/schwarzer Fels/schwarzes Geröll) zunächst wohl nur zu einer besonderen Residenz am Ufer des Orchon für seinen Aufenthalt im Gebiet von Helin, so wie es für seinen Aufenthalt in anderen Gegenden seines Landes auch weitere Residenzen schon gab. Der Orchon war und ist jedoch die Lebensader der ganzen Region und an seinem Ufer lagen schon vor Dschinghis Khan die Zentren großer vergangener Steppenreiche. Durch seine Residenzbestimmung gerade an dieser Stelle stellte er sich bewußt in die Tradition seiner Vorgänger. Zur Festigung seiner Macht entwickelte sich Karakorum später zur ersten Hauptstadt des Mongolenreiches und wurde auch unter seinem Nachfolger mit einer Befestigungsanlage versehen. Für die Mongolen ist Karakorum noch heute die Keimzelle und Geburtsstätte ihres Nationalstaates. Zur Ausübung der den Nomaden bisher unbekannten Tätigkeiten holte sich Dschinghis Khan fremde Handwerker und Künstler in sein Land, vor allem aber hierher in seine neue Hauptstadt. Die Mongolen eigneten sich die Kenntnisse der Fremden nicht an, sondern sie ließen sie für sich arbeiten. Die fremden Handwerker und Künstler kamen teils freiwillig zu ihnen, teilweise wurden sie jedoch auch hierher verschleppt. In Karakorum zeigten auch die nachfolgenden, grausam kriegerischen und tyrannischen Khane ihr zweites, völlig andersartiges Gesicht. Durch ihre tolerante Haltung allem Neuen und Unbekanntem gegenüber wurde ihre Hauptstadt nicht nur die Schaltzentrale der Reichsverwaltung und ein Zentrum des Handels und Kunsthandwerks, sondern auch zu einem Schmelztiegel unterschiedlicher Religionen, Kulturen und Völker.

Feldzüge nach Osteuropa

Etwa zur gleichen Zeit (1220) griffen die Mongolen den Kaukasus und Südrussland an, und 1223 drangen die Truppen unter Jebe und Subotai sogar bis in die Ukraine vor. Dort besiegten sie die Russen an der Kalka. Bei all diesen Eroberungen ließ Dschingis Khan seine Krieger ganz besonders grausam vorgehen, was ihren Ruf als Geißel der Menschheit begründete.

Tod und Nachfolge

1224/25 kehrte der Khan in die Mongolei zurück und begann eine Strafexpedition gegen die Tanguten, auf dem er starb. Er erlag vermutlich am 18. August 1227 den inneren Verletzungen eines Reitunfalls. Sein Bestattungsort haben angeblich tausend Reiter mit den Hufen ihrer Pferde eingeebnet und sie sollen nach ihrer Rückkehr sofort hingerichtet worden sein, damit sie den genauen Ort niemandem verraten konnten. Bis heute wurde der Bestattungort trotz mehrmaliger Suche nicht gefunden. Die Legende sagt bestimmt zu Recht, dass er irgendwo am Südhang des Burhan Qaldun begraben wurde, da dieser Berg oftmals eine wichtige Rolle in seinem Leben spielte. Als Dschingis Khan starb, hatte sein Reich eine Größe von 19 Millionen km² und war damit doppelt so groß wie die heutigen USA. Es reichte nun vom Chinesischen Meer im Osten bis zum Kaspischen Meer im Westen. Doch es sollte erst unter seinen Nachfolgern zum größten Weltreich in der bisherigen Geschichte der Menschheit werden. Dschingis Khan hatte ja entgegen aller Tradition aber getreu seinem Grundsatz, dass Kompetenz und Eignung entscheide, noch zu Lebzeiten auf der Reichsversammlung von 1218 den jüngeren Ugedai zu seinem Nachfolger bestimmt und nicht seinen ältesten Sohn, wie es bei den Mongolen sonst üblich war. Getreu dieser Vereinbarung wurde auf einem einberufenen Reichstag 1229 dieser zum neuen Großkahn Ugedai Khan ernannt. Außerdem wurden die unterworfenen Völker und ihre Gebiete unter Tschagatei, Ugedai und Tolui sowie den Nachkommen des verstorbenen vierten Sohnes Jochi aufgeteilt. Jeder bekam sein eigenes Teilreich (Khanat) und die Zusammenarbeit der vier Familien blieb noch eine Zeitlang erhalten.

Wirkung bis heute

Um die Persönlichkeit des Khans ranken sich bis heute viele Geschichten. Einigen Quellen zufolge gab sein Sohn Ugedai noch vor 1240 die Geheime Geschichte der Mongolen, eine Mischung aus Chronik und Epos, bei Dschingis Khans tartarischen Adoptivsohn Schigiqutuquals in Auftrag, der sie in mongolischer Längstschrift niederschrieb. Anderen Quellen zufolge hat sie Ugedai selbst verfasst. Sie erzählt die Lebensgeschichte von Dschingis Khan und nur der Familie des Khans war es gestattet, sie zu lesen. Dieses Werk war jahrhundertelang verschollen. Erst 1866 wurden in chinesischer Zeichenschrift verfasste Abschriftteile in einer Bibliothek in China gefunden. Das Original in mongolischer Längstschrift ist bis heute verschollen. Dieses Werk stellt heraus, dass Dschingis Khan aufgrund seines Werdeganges höchsten Wert auf die persönliche Treue und Loyalität der Menschen gegenüber ihrem Herren oder ihren Freunden legte. Die Völker, denen er Leid und Tod brachte, charakterisieren ihn als grausamen Schlächter. Er gilt bis heute als einer der größten Massenmörder in der Geschichte der Menschheit, doch brachte sein gewaltiges Reich für seine Bewohner für eine lange Zeitspanne Sicherheit und Frieden. Außerdem war er religiös sehr tolerant und bereit, jeder Glaubensrichtung und jeder Staatsphilosophie sein Ohr zu leihen. Gegen Ende seines Lebens begriff er offenbar, dass seine Regierungsprinzipien nicht die einzig gültigen waren und setzte Berater wie den Kitan Yelü Chutsai und den Choresm-Türken Machmud Jalatwatsch in Spitzenpositionen, um sein Reich umfassend zu organisieren. Allerdings trug dieses Bemühen erst nach seinem Tod unter seinen Söhnen und Enkeln Früchte. Dschingis Khans Reich wurde weiter ausgebaut, war gegen 1260 im Inneren so gut organisiert und befriedet, dass es hieß, eine Jungfrau könne es als Reisende mit einem Topf voll Gold ohne Gefahr von einem bis zum anderen Ende durchqueren (Pax Mongolica). Damals umfasste es etwas über 33 Millionen km².

Herkunft des Titels Dschingis Khan/Bedeutung

Über die Herkunft und die Deutung des Titels Dschingis Khan, auch als Genghis Khan, Cinggis-Khan, Dschingis-Chan und Dijngis Chan bekannt, gibt es mehrere Möglichkeiten, die schon vielfach in der Literatur Eingang fanden. Nachfolgend sind die zwei überzeugensten Erklärungen angeführt: : 1. Dschingis Khan entstand aus der chinesisch-türkischen Zusammensetzung chêng-sze khan (aus chinesisch chêng-sze: „edler Reiter/Ritter“ und alttürkisch khan: „Herrscher“) mit der Bedeutung: „Herrscher der edlen Reiter“ oder : 2. Dschingis Khan wurde aus dem rein alttürkischen tengis khan (tengis: „Meer“) gebildet und hätte dann die Bedeutung von: „Herrscher der Meere“, „Ozeangleicher Herrscher“ oder „Herrscher zwischen den Weltmeeren“ (Weltherrscher). Heute nennt man ihn auch „Herrscher des Himmels“.

Streit unter Historikern

Fast 800 Jahre nach dem Tode Dschingis Khans ist zwischen der mongolischen, der chinesischen und der kasachischen Geschichtsschreibung ein wahrer Streit über Dschingis Khan entbrannt. Die Moskauer Tageszeitung „Iswestja“ berichtet, eine Historiker-Konferenz im kasachischen Alma-Ata versuche nachzuweisen, dass Dschingis Khan nicht Mongole, sondern Kasache war: „In der Mongolei ist Dschingis Khan seit jeher ein Nationalheld. Dabei hätten die Mongolen rein gar nichts mit Dschingis Khan zu tun“, sagte der kasachische Historiker und Konferenz-Organisator Sakirjanow dem Blatt. „Seinerzeit sei die heutige Mongolei gar nicht von Mongolen, sondern von Kasachen, genauer von den Stämmen der Nayman und der Keräit, besiedelt gewesen.“ Allerdings beanspruchen auch chinesische Historiker den Großkhan als Anführer einer Chinesischen Nationalen Minderheit für sich. Als wichtiges Argument dient ihnen das sogenannte Dschingis-Khan-Mausoleum im Ordos, das von chinesischen Medien gerne als Begräbnisstätte des Khans präsentiert wird.

Siehe auch


- Geschichte der Mongolen
- Mongolische Kriegsführung
- Yuan-Dynastie

Literatur


- Gudrun Ziegler, Alexander Hogh: Die Mongolen, im Reich des Dschingis Khan. Theis, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1940-0
- Hans Leicht: Dschingis Khan. Patmos, Düsseldorf 2002, ISBN 3-491-96050-9
- Reinhold Neumann-Hoditz: Dschingis Khan. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1985, ISBN 3-499-50345-X
- Paul Ratchnevsky: Genghis Khan – His Life and Legacy, Blackwell Publishers 1993, ISBN 0-631-189491

Weblinks


- [http://www.web-der-weltgeschichte.de/Dschingis_0.html Biografie (web-der-weltgeschichte.de)]
- [http://www.stefanzimmermann.com/khan/ Biografie (stefanzimmermann.com)]
- [http://www.ub-mongolia.mn/genghis-khan.html Genghis Khan Movie] Making of a movie about Genkhis Khan
- [http://www.layline.de/geschichte/Dschingis_0.html Biografie Dschingis Khans]
- [http://www.bundeskunsthalle.de/ausstellungen/dschingiskhan/index.htm Dschingis Khan und seine Erben – Ausstellung in der Bundeskunsthalle] Kategorie:Mann Kategorie:Mongole Kategorie:Khan Kategorie:Geschichte (Mongolei) Kategorie:Zentralasiatische Geschichte Kategorie:Militärperson (Mongolisches Reich) Kategorie:Gestorben 1227 ja:チンギス・ハーン ko:칭기즈 칸 ms:Genghis Khan simple:Genghis Khan th:เจงกีส ข่าน

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Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- Kampf zwischen Holland und den Friesen.
- Die Mongolen treffen in Mesopotamien ein und zerstören die über 4000 Jahre alten Bewässerungssysteme der Sumerer derart gründlich, dass die Bevölkerung innerhalb eines vergleichsweise kurzen Zeitraums von 25 auf etwa 1,5 Millionen Menschen zurückgeht. Die Anlagen wurden nie wieder aufgebaut.

Geboren


- 6. Januar - Gertrud von Helfta, Zisterzienserin im Kloster Helfta bei Eisleben († 1302)

Gestorben


- 4. Januar - Bernhard von Spanheim, Herzog von Kärnten (
- 1176 oder 1181)
- 28. Januar - Wilhelm von Holland, deutscher König und Sohn des Grafen Florens IV. von Holland (
- 1227)
- Kujo Yoritsune
- Johannes de Sacrobosco, Gelehrter (Mathematiker und Astronom) (
- um 1195) ko:1256년

Iran

Der Iran (Persien, persisch: ایران //) ist ein Staat im westlichen Asien.

Landesname

Seit frühester Zeit wurde das Land von seiner Bevölkerung als Iran bezeichnet. Die altiranische Form dieses Namens, Aryanam, bedeutet Land der Arier. Die im Abendland bis ins 20. Jahrhundert gebräuchliche Bezeichnung Persien geht auf die Zeit der Achämeniden zurück, die im 6. Jahrhundert v. Chr. ein erstes persisches Großreich schufen. Dessen Kerngebiet war die von den Griechen so genannte Landschaft Persis, die heutige Provinz Fars um Schiraz. Von ihr leitet sich auch der Name Farsi für die persische Sprache ab. Der geographische Begriff Iran bezieht sich auf das gesamte iranische Hochland, über den Staat Iran hinaus also auch auf Regionen von Nachbarländern.

Geografie

Der Iran grenzt an den Irak (Grenzlinie 1.458 km), die Türkei und Aserbaidschan (je ca. 500 km), Armenien (35 km), das Kaspische Meer (500 km), Turkmenistan (ca. 1.000 km), Afghanistan (936 km) und Pakistan (Provinz Belutschistan, 909 km). Der höchste Berg des Irans ist der 5.610 m hohe, erloschene Vulkan Damavand (Demawend) im Elbursgebirge, nördlich der Hauptstadt Teheran. Im Süden und Südwesten hat das Land eine 2.000 km lange Küste zum Golf von Oman bzw. Persischen Golf, die beiden Meere sind durch die Straße von Hormuz (Vereinigte Arabische Emirate, Oman) getrennt. Aufgrund der geophysischen Gegebenheiten treten im Iran verhältnismäßig häufig Erdbeben auf. (Die Situation ist vergleichbar mit der Erdbebenhäufigkeit in der Türkei und an der Westküste der USA.)

Klima

Erdbeben Das Klima des Irans ist, bedingt durch seine geografische Ausdehnung, sehr unterschiedlich. Viele verschiedene Jahreszeiten herrschen gleichzeitig, weshalb es möglich ist, im Iran alle Gemüse- und Früchtearten anzubauen, abgesehen von Kakao. Es überwiegen aride Klimaverhältnisse, regional liegen die Niederschläge aber bei 2.000 mm im Jahr.

Vegetation

53 % des Irans sind Wüstengebiet (Kavir im Norden, Lut im Süden, siehe Wüsten Afghanistans und Irans), 27 % Weideland, 9 % Ackerland (gut 1/3 bewässert), 11 % Wald. Die Wälder sind zumeist übernutzt, zwischen Elburs-Gebirge und Kaspischem Meer finden sich aber großflächige Urwälder der Buche, die sich in dieser Ausdehnung nur im äußersten Osten des Buchenareals erhalten haben.

Bevölkerung

Die Bevölkerung Irans (69 Millionen - Stand Juli 2004) setzt sich zusammen aus ca. 51 % Persern, ca. 24 % Aserbaidschanern, ca. 7 % Kurden, 8 % Gilaki und Mazandarani, ca. 3 % Araber, 2 % Turkomanen, 2 % Luren und 2 % Belutschen und einigen kleineren Minderheiten, wie christliche Armenier, Assyrer und Georgier. Insgesamt bekennen sich 98 % der Bevölkerung zum Islam; 90 % davon sind Schiiten und 8 % Sunniten. Daneben leben im Iran zahlreiche Flüchtlinge: 2 Millionen aus Afghanistan und 203.000 aus dem Irak. 20.000 Iraner befinden sich als Flüchtlinge im benachbarten Irak. Zu den größten Städten (über 700.000 Einwohner) zählen Teheran (7,1 Mio.), Mashhad (2,3 Mio.), Isfahan (1,5 Mio.), Karaj (1,4 Mio.), Täbris (1,4 Mio.), Schiraz (1,2 Mio.), Qom (1,0 Mio.), Ahwas (850.000) und Kermānschāh (770.000). Siehe auch: Liste der Städte im Iran

Sprachen

Amtssprache des Irans ist Neupersisch, lokal auch Farsi genannt. Sie ist eine indogermanische Sprache und zugleich die Wichtigste unter allen iranischen Sprachen, die gemeinsam mit den Indischen Sprachen den Ostindogermanischen Sprachast bilden. Persisch ist in der Entwicklung ihrer Grammatik, sprich in der Vereinfachung, sogar noch weiter vorangeschritten als das Englische. Persisch ist zwar die einzige Amtssprache des Irans, die etwa von 58 % der iranischen Bevölkerung gesprochen wird, sie ist jedoch nicht die alleinige Landessprache. Der Anteil der Aserbaidschanisch-, und Turkmenisch-Sprecher wird mit 26 % beziffert; Kurdisch mit 9 %; Lurisch mit 2 %; und andere, darunter Arabischsprecher, mit 1 %.
- Iranische Sprachen: Persisch (Dari), Lorī, Kurdisch, Belutschi, Tajik
- Turksprachen: Aserbaidschanisch, Turkmenisch.
- Armenisch

Religion

Der schiitisch/safawidische Islam ist Staatsreligion. Knapp 95 % der Bevölkerung sind Muslime (89 % Shiiten, 5 % Sunniten und 1 % andere muslimische Gruppen, vorwiegend Kharidschiten und Sufis). Daneben gibt es orientalische Christen (1.500.000), Anhänger der armenisch-apostolischen Kirche (500.000), assyrische Christen (500.000), syrische Christen (300.000), Kopten (100.000), andere Christen (100.000), Juden (150.000), Parsen (480.000), Mandäer (218.000), Jesiden (55.000), Sikhs (20.000), Drusen (82.000) und ca. 300.000 der im Iran als ketzerisch bezeichneten Baha'i, deren nach dem Islam entstandene Buchreligion im Iran nicht als solche anerkannt wird, was teils blutige Pogrome und Hinrichtungen zur Folge hat.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte des Iran Der heutige Staat Iran (Iran bedeutet in den westiranischen Dialekten soviel wie Land der Arier; das ostiranische Äquivalent dazu ist Aryana) befindet sich auf dem Gebiet, das man im deutschen Sprachgebrauch lange als Persien bezeichnet hat. Die geografische Lage zwischen dem Kaukasus im Norden, der Arabischen Halbinsel im Süden, Indien und China im Osten und Mesopotamien und Syrien im Westen ließen das Land zum Schauplatz einer wechselvollen Geschichte werden. Im persischen Großraum führt die Geschichte vom Reich der Meder zum Perserreich der Achämeniden (Kyros II. der Große bis Dareios III.) über Alexander den Großen zu den Parthern und Sassaniden. Seit dem Mittelalter folgten auf das islamische Kalifat, welches das Sassanidenreich zertrümmerte (siehe Islamische Expansion), verschiedene einheimisch-persische, mongolische und türkische Dynastien bis zu den Safawiden, Kadscharen und dem heutigen Staat Iran. Der Iran trat als Monarchie mit einem Schah als Oberhaupt und bald auch mit einer eigenen, freien Regierung in die Neuzeit ein. Mit Reza Schah Pahlavi (Reza Chan) begann 1921 unter dem Einfluss von Großbritannien eine politische Neuorientierung Persiens in Richtung Westen. Dabei nahm der Kontakt zwischen Herrscher und Volk immer mehr ab. Die Unzufriedenheit im Land stieg. Die Wut konzentrierte sich zunächst auf Großbritannien. Ein Zweckbündnis mit Deutschland und das erstarkte Selbstverständnis des neugeordneten Staates veranlassten den Schah, die internationale Staatengemeinschaft aufzufordern, den seitens der Briten hartnäckig als "Persia" bezeichneten Iran als IRAN zu bezeichnen; dem Landesnamen, unter welchem es den Persern seit Jahrhunderten ein Begriff war. Durch den mit dem Öl verknüpften Reichtum entwickelte sich Iran zur Regionalmacht. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es 1951, unter der Regierung Mohammed Mossadeghs, zu einer Verstaatlichung der Ölindustrie. Auslöser war die britische BP, die das Ölgeschäft im Iran beherrschte und die sich in Verhandlungen strikt weigerte, ihre Gewinne aus dem Ölgeschäft hälftig mit dem iranischen Staat zu teilen. In der Folge kam es zum internationalen Boykott des iranischen Öls, allen voran durch die USA und Großbritannien, was im weiteren Verlauf zu einer Wirtschaftskrise und zum Staatsdefizit führte. Trotz dieser Ergebnisse wählte das Parlament später in demokratischer Wahl Mossadegh zum Präsidenten des Landes. Der 1941, ursprünglich gegen den Willen der USA, als Nachfolger seines Vaters ins Amt gekommene Schah, Mohammad Reza Pahlavi, der Sohn Reza Schahs, stellte sich mit Unterstützung der USA gegen Mossadegh und sprach sich für ein Handelsabkommen mit den USA aus. In diesem sollten Ölförderrechte an US-amerikanische Unternehmen übertragen und dem Iran 50 % des Gewinns aus dem Ölgeschäft zugesprochen werden (mit der britischen BP waren es ca. 5 %). Mossadegh weigerte sich, da er den mit dem Öl verbundenen Reichtum des Iran im Lande behalten wollte. Es kam zu Unruhen und Spannungen zwischen Shah und Mossadegh. Letzterer hatte jedoch großen Rückhalt im Volk, was den Schah veranlasste, auf dem Höhepunkt der Krise im August 1953 das Land zu verlassen. Dennoch organisierten monarchistische Kräfte unter Führung des Generals (i. R.) Fazlollah Zahedi einen Staatsstreich (militärisch unterstützt von den USA) und holten den Schah wieder zurück an die Macht. Die damalige Regierung, mit Zahedi als Ministerpräsident, schloss neue Verträge mit den USA ab. Diese hielten bis zur ersten Ölkrise, hervorgerufen durch deutliche Preiserhöhungen des Irans, an. Schah Mohammad Reza Pahlavi (1941-1979) leitete zwar die "weiße Revolution" ein, verlor aber in der Folgezeit seiner Herrschaft zunehmend den Kontakt zum Volk. Anfang 1979 musste er infolge einer islamischen Revolution endgültig den Iran verlassen. Der Schiitenführer Ruhollah Chomeini kehrte aus dem französischen Exil zurück, etablierte sich als oberste Autorität des Staates und transformierte das Kaiserreich Iran bzw. Persien (offizielle Bezeichnungen des Landes bis 1979) in eine Islamische Republik. Seine Politik war geprägt durch eine fundamentalistische, stark antiwestliche Linie. Von 1980 bis 1988 befand sich das Land in einem Krieg (erster Golfkrieg), nachdem der Irak das Land angegriffen hatte. Die anhaltende internationale Isolation des Irans lockerte sich erst Ende der 1990er. Seit 2005 ist der Iran zusammen mit Indien, Pakistan und der Mongolei Beobachter bei der Shanghai Cooperation Organization (SCO).

Politik

Seit der Revolution von 1979 ist der Oberste Rechtsgelehrte ("Revolutionsführer") entweder der Rahbar (i. e. Führer) oder in seiner Abwesenheit ein Rat religiöser Amtsträger. Der Revolutionsführer, seit 1989 Seyyed Alī Chāmene'ī, hat die uneingeschränkte Macht und ernennt die obersten Richter (alle Prediger) und ist auch Oberkommandierender der Streitkräfte. Er wird vom Expertenrat auf Lebenszeit gewählt. Dieser wird wiederum alle acht Jahre vom Volk gewählt, wobei der Wächterrat die Kandidaten genehmigen muss. Das Staatsoberhaupt und Regierungschef des Irans ist der Präsident (seit 2005 Mahmud Ahmadinedschad). Er wird in allgemeinen Wahlen für eine 4-jährige Amtszeit bestimmt und ist gleichzeitig Regierungschef. Der Präsident ernennt die Mitglieder des Kabinetts und steht diesem auch vor. Er koordiniert die Regierungsarbeit und legt dem Parlament die Regierungsvorlagen vor. Die Macht von Präsident, Regierung und Parlament ist jedoch stark beschränkt, denn alle zu wählenden Kandidaten und alle Gesetze müssen vom Wächterrat bestätigt werden. Zudem hat in allen Fragen das letzte Wort der Revolutionsführer. Der Wächterrat besteht aus 6 religiösen Geistlichen und 6 weltlichen Rechtswissenschaftlern. Die Geistlichen werden vom Revolutionsführer ernannt. Ihre Aufgabe ist es, jedes Gesetz auf seine Konformität mit den islamischen Prinzipien hin zu überprüfen. Die Juristen werden vom Obersten Richter, dem Chef der Judikative ernannt. Ihre Aufgabe ist es, die Verfassungskonformität legislativer Akte zu überprüfen. Der Oberste Richter seinerseits wird vom Revolutionsführer ernannt. Der Wächterrat ist befugt, jedes Gesetz abzulehnen oder im Nachhinein für ungültig zu erklären, und Kandidaten die Teilnahme an der Wahl für das Parlament und das Präsidentenamt zu verweigern. Der Wächterrat entscheidet per einfacher Mehrheit. Bei gleichen Stimmanteilen hat der Revolutionsführer das letzte Wort. In der iranischen Verfassung Artikel § 57 wird die staatliche Gewalt, Legislative, Exekutive und Judikative, der religiösen Führung (welayat-e faghi) unterstellt. Alle drei Gewalten sind somit nicht autonom in ihren Entscheidungen, sondern abhängig vom geistlichen Führer "Rahbar". Das iranische Einkammer-Parlament (Islamischer Konsultativrat; persisch Majles e-Shura ye-Eslami) besteht aus 290 Abgeordneten, die in allgemeinen, direkten und geheimen Wahlen für eine 4-jährige Amtszeit gewählt werden. Wegen der Auswahl des Wächterrates wird das Parlament (außer von 2000-2003) von den islamisch-konservativen Kräften dominiert. Mit dem überraschenden Wahlsieg Mohammad Chātemīs 1997 etablierte sich die politische Bewegung der Reformer im iranischen Parlament. Sie stehen dem religiösen Machtmonopol kritisch gegenüber und versuchen, die republikanischen Elemente des Staates zu stärken. So gelang es Chatemi zu Beginn seiner Amtszeit, eine Liberalisierung der nationalen Presse durchzusetzen. Die systemkritischen Stimmen bekamen dadurch ein öffentliches Organ, um ihrem Reformwillen Nachdruck zu verleihen. Das Aufleben der Pressefreiheit dauerte allerdings nicht sehr lange an. Der Wächterrat macht die Gesetze mit Verweis auf Unverträglichkeit mit dem Islam rückgängig und blockierte fortan nahezu alle Reformversuche des Parlaments. Seitdem sehen sich die Reformer mit großen Vertrauensverlusten in den reformwilligen Bevölkerungsgruppen konfrontiert. Die Enttäuschung über die Ohnmacht des Parlaments führte bei den letzten Kommunalwahlen (2003) zu sehr geringer Wahlbeteiligung (Landesschnitt 36 %, in Teheran 25 %) und zu einem klaren Sieg der konservativen Kräfte. Bei den Parlamentswahlen am 17. Juni 2005 trat vorerst das parlamentarische Ende der Reformer ein, zumal Chātemī nach zwei Amtszeiten nicht erneut kandidieren durfte. Der Wahlkampf wurde im Fernsehen, im Radio, auf Plakaten und auf Redeveranstaltungen geführt. Dominant was das Bild eines Mannes: Alī Akbar Hāschemī Rafsandschānī. Der ehemalige Präsident Irans (1989-1997) kandidierte erneut für den Posten des Regierungschefs. Aus westlicher Sicht war er der sichere Wahlsieger, da er als starker Mann der Tat, als Pragmatiker galt und für wirtschaftlichen Aufschwung stand, dessen strahlende, ungezwungen westlich orientierte Auftritte allenfalls Korruptions- und Kungelleivorwürfe schmählerten. Aber die Wahlen gewann völlig überraschend (für westliche Beobachter) Mahmud Ahmadinedschad in der ersten Stichwahl der iranschen Geschichte. Ahmadinedschad gilt als sogenannter Hardliner. In westlichen Zeitungen wurde er unter anderem als "religiöser Faschist" bezeichnet. Auf seiner politischen Agenda stehen viele Punkte, die an Ruhollah Mousavi Chomeini erinnern: Islamisierung der Gesellschaft, Kleiderordnungspflicht für Frauen, erhebliche Einschnitte der Presse- und Meinungsfreiheit, eine Abwendung von diplomatischen Eingeständnissen in internationalen Verhandlungen (Atomstreit), etc. Doch wegen dieser Politik ist er nicht hauptsächlich gewählt worden. Er steht auch für eine realistische Lösung der Probleme, welche die einfachen Iraner täglich haben. Hohe Arbeitslosigkeit, Armut, Hunger, Perspektivlosigkeit. Die Lösung dieser Probleme, oder zumindest deren Abschwächung, hat sich Ahmadinedschad ebenfalls zur Aufgabe gemacht. Die Arbeitslosen, die Armen, die vielen Menschen ohne Zukunft in einem Land mit außergewöhnlich vielen jungen Einwohnern, die einfachen Leute haben ihn gewählt - weil sie ihn als einen von ihnen ansehen. Ob Mahmud Ahmadinedschad die Hoffnungen, die in ihn projiziert werden, wird einhalten können, bleibt abzuwarten. Sicher ist, dass Iran einen schweren Rückschlag in Sachen Demokratisierung und Liberalisierung der Gesellschaft und des Staatsystems erfahren hat. In einer Rede vom 26. Oktober 2005 hat der Präsident die Vernichtung Israels gefordert, ein in der UN-Geschichte einmaliger Vorgang, der von den meisten UN-Staaten einhellig verurteilt wurde.

Rechtssystem

Durch die islamische Revolution ist das islamische Recht, die Scharia als Gesetz wieder eingeführt worden. Da die Scharia niemals erfolgreich kodifiziert worden ist, obliegt die Rechtspflege und Fortentwicklung der islamischen Jurisprudenz in einer Art Case Law-System. Von einem Standpunkt der Gewaltenteilung aus wirkte sich die Tätigkeit des ersten Obersten Richters nach der Revolution Chalkali katastrophal aus. Bis heute gibt es keine Gewaltenteilung im Iran, der oberste geistliche Führer hat weitreichende Befugnisse.

Zivilgesellschaft und Menschenrechtsprobleme

Die Situation wurde 1997 mit der Wahl von Präsident Khatami besser und es konnten sich diverse Nichtregierungsorganisationen gründen. Die Bemühungen erfuhren schließlich durch die Verleihung des Friedensnobelpreises im Jahre 2003 an die iranische Menschenrechtsaktivistin Shirin Ebadi internationale Anerkennung. Todesstrafen (öffentliche Hinrichtungen wie Erhängen) oder öffentliches Auspeitschen werden auch für Personen unter 18 Jahren als Strafen für Vergewaltigung, Mord, Drogenhandel verhängt; auch Alkoholkonsum wird bestraft. Im Islam sind Jungen ab 15 Jahren und Mädchen schon ab 9 Jahren volljährig und voll straffähig. Homosexualität widerspricht dem Islam, wobei laut internationalen Menschenrechtsorganisationen für Homosexualität alleine keine Todesurteile ausgesprochen wurden. Für Homosexualität in Verbindung mit Vergewaltigung wurden in letzter Zeit aber Todesurteile verhängt. Die Meldung von zwei Jugendlichen, die im Juli 2005 wegen homosexueller Handlungen hingerichtet wurden, sorgte weltweit fuer Aufsehen und wurde wegen des internationalen Entsetzens nachtraeglich von iranischen Behoerden so erweitert, dass die beiden einen weiteren, unbekannten Dreizehnjaehrigen vergewaltigt haben sollen. Geschlechtsumwandlungen sind im Iran erlaubt.

Staatsoberhäupter

siehe auch: Liste der Herrscher des Irans

Militär

Hauptartikel: Streitkräfte des Iran Das iranische Militär befindet sich nach wie vor in einer Aufbauphase, in der das Land versucht, die Verluste durch den ersten Golfkrieg wieder auszugleichen. US-Schätzungen gehen davon aus, dass der Irak in den acht Kriegsjahren zwischen 20 und 40  % der iranischen Militärkapazität vernichtete, sowohl Soldaten als auch Material. Was die Mannschaftsstärke betrifft, ist der Prozess der Wiederherstellung der Schlagkraft weitgehend abgeschlossen, ähnliches dürfte auch für bodengebundene Waffensysteme gelten, bei denen es dem Land heute vor allem um Modernisierung und weniger um zahlenmäßige Aufrüstung geht. Noch nicht ausgeglichen sind die Materialverluste durch den Krieg auf dem Feld der Luftwaffe, in viel höherem Maß aber bei den größeren Überwassereinheiten der Marine. Auf diesen Feldern ist der Iran für ein Land seiner Größe unterbewaffnet. Neben den Kriegsverlusten sind vor allem die Ausfuhrbeschränkungen zahlreicher Staaten der Grund für diesen Zustand. Ein Großteil der vorhandenen Waffensysteme stammt aus US-Waffenhilfen und in neuerer Zeit aus Waffengeschäften mit Russland und der Volksrepublik China.
- Informationen zum iranischen Nachrichtendienst unter: VEVAK

Verwaltungsgliederung

Hauptartikel: Verwaltungsgliederung des Iran Der Iran ist in 30 Provinzen gegliedert. Die größten Städte sind die Hauptstadt Teheran mit circa 14 Millionen und Maschhad mit circa 2,1 Millionen Einwohnern.
- Siehe auch: Liste der Städte im Iran

Wirtschaft

Der Iran ist ein bedeutendes Erdöl und Erdgas förderndes Land. Iran exportiert jeden Tag 3,96 Millionen Barrel = 630 Mio. Liter (1 Barrel = 159 Liter) Erdöl. Über 85 % des Exportes oder rund 19 Milliarden Euro entfallen auf Kohlenwasserstoffe. Wichtige Wirtschaftssparten sind auch die Landwirtschaft, die trotz vieler Gebirge und Wüsten 10 % der Fläche ausmacht (zur Hälfte künstliche Bewässerung), Datteln, Teppiche, Kaviar und Textilindustrie.
Der Import beträgt rund 11 Milliarden Euro (vor allem Maschinen und Fahrzeuge, Industrie- und Chemieprodukte).

Kultur

Medien

Teheran ist das Medienzentrum des Landes. Hier erscheinen die wichtigsten Tageszeitungen (Jumhori-yi Islami, Resalat, Kayhan, Akhbar, Ettelaat), darunter auch zwei englischsprachige (Tehran Times, Kayhan International). Die Zeitungen und auch die staatlichen Rundfunk- und Fernsehsender unterliegen staatlicher Zensur. Zusätzlich gibt es über 30 iranische Fernsehsender aus dem bei Los Angeles liegenden San Fernando Valley, Kalifornien, die über Satellit oder Internet im Iran empfangen werden können. Diese von der iranischen Zensur nicht erreichbaren Sender spielten bei den Studentenprotesten 2003 eine wichtige Rolle bei der Koordination der Demonstrationen. Siehe auch: Persische Literatur

Literatur


- Columbia University (Hrsg.): [http://www.iranica.com/ Encyclopædia Iranica]. (Das ausführlichste Nachschlagewerk zum Iran von dem bisher 12 Bände erschienen sind.)
- Navid Kermani: Iran. Die Revolution der Kinder, Verlag C.H. Beck, München 2001, ISBN 3-406-47625-2
- W. G. Lerch: Iranische Traumata. Persien ist im vorigen Jahrhundert von vielen angegriffen oder fremdbestimmt worden. FAZ v. 21.6.2003. (Beleuchtet die Rolle des Iran als Opfer des Imperialismus)
- Roy Mottadeh: Der Mantel des Propheten oder Das Leben eines persischen Mullah zwischen Religion und Politik, Verlag C.H. Beck, München 1988, ISBN 3-406-32289-1

Weblinks


- [http://www.iran-infos.de/ Iran-Infos Das Nachrichten und Info Portal]
- [http://www.iran-now.de/ Iran-Now Das Nachrichten und Community Portal]
- [http://www.persian-galaxy.de/ Persian- Galaxy Fun, Nachrichten und Community Portal]
- [http://www.economy-iran.com/ Economy Iran]
- [http://www.boell.de/de/14_presse/1662.html Monatliche Iran-Reporte der Heinrich-Böll-Stiftung seit 2002 zum Download]
- [http://www.iranwpd.com Iran Weekly Press Digest (englisch)]
Kategorie:Staat ! ja:イラン ko:이란 ms:Iran simple:Iran th:ประเทศอิหร่าน zh-min-nan:Iran

Assassinen

Die Assassinen (über den umgangssprachlichen Plural haschīschiyyīn von arabisch haschīsch حشيش Kräuter, Gräser, Hanf (Cannabis sativa)) sind eine legendenumwobene, militante ismailitische Sekte des Mittelalters im Orient, die durch Berichte von Kreuzfahrern und später durch Reisende wie Marco Polo in Europa bekannt wurde. Er schildert sie als Sekte, die einerseits Haschisch konsumiert und orgiastische Feste feiert, andererseits mit Dolch und Gift Morde an hochgestellten Persönlichkeiten verübt. Der Name Assassinen geht angeblich auf den Gebrauch von Haschisch durch die Sekte zurück, was mit großer Sicherheit eine Unterstellung ist. Es ist eher anzunehmen, dass er ein in der damaligen Zeit in Syrien gebräuchlicher herabwürdigender Begriff war. Er wurde ursprünglich nur auf die in Syrien ansässigen Angehörigen der Sekte verwendet. Erst in späterer Zeit bezeichnete man alle Angehörigen der Religionsgemeinschaft mit diesem Namen. Eine Quelle berichtet über Hassan-i Sabbah, dass er junge Männer mit Opium betäubte und dann in eine an die Burg Alamut angeschlossene Gartenanlage brachte. Dort, bei guter Bewirtung und Betreuung durch Frauen, ging es ihnen wie im vom Propheten versprochenen Paradies. Schließlich wurden sie wiederum betäubt und zu Burgherrn Sabbah gebracht, der sie zu Fida'i ausbilden ließ. Nur durch ihren heldenhaften Tod, so die Erzählung, sollten sie wieder zurück ins Paradies kommen. Die Assassinen setzten als hauptsächliches Kampfmittel den politischen Mord an Herrschern ein. Tatwaffe war dabei der Dolch. Die Attentäter sahen sich als Märtyrer und nahmen den eigenen Tod in Kauf. Für ihre Zeitgenossen war es unverständlich, dass sie nach dem Mord keinen Fluchtversuch unternahmen und sich der Rache von Anhängern des Ermordeten aussetzten. Die Assassinen waren dabei keine rohen Gewaltmenschen, sondern Sie handelten vielmehr gemäß einer starken ideologischen Überzeugung. Sie wollten den Gottesstaat wiederherstellen, also die islamische Grundordnung, wie sie der Prophet Mohammed hinterlassen hatte. Diese Ordnung war ihrer Ansicht nach von Tyrannen usurpiert worden. Ihre Hauptgegner waren die autokratischen seldschukischen Herrscher im 12. und 13. Jahrhundert. Die meisten Opfer der Assassinen waren sunnitische Muslime, darunter prominente Persönlichkeiten wie Nizam al-Mulk. Auch Saladin war das Ziel mehrerer erfolgloser Anschläge. Christen blieben bis die Mitte des 12. Jahrhunderts weitgehend verschont, bis auf Konrad von Montferrat, König von Jerusalem, der möglicherweise auf Veranlassung von Richard Löwenherz ermordet wurde.

Religiöse Hintergründe

Nach dem Tod des Propheten Mohammed im Jahr 632 wurde sein Nachfolger bestimmt, welcher den Titel Kalif (Chalifa = Stellvertreter) erhielt. Der erste Kalif wurde Abu Bakr. Ein Teil der Gläubigen hielt allerdings den Schwiegersohn Mohammeds, Ali, für seinen rechtmäßigen Nachfolger. Aus dieser Gruppe, der Partei Alis (Schi atu Ali), entstanden die Schiiten, die bis heute existieren. Die Schiiten, die wieder selbst in viele verschiedene Sekten zersplittert waren, kämpften für einen idealen Staat, in dem Staat und Religion eine Einheit bilden sollten. In den Kämpfen um die Herrschaft in den folgenden Jahrhunderten bestimmten zwei zentrale Figuren die schiitische Sekte:
- Der Imam, der Führer und Lehrer, zudem direkter Vermittler zwischen Allah und der Gemeinde, durch göttliche Einwirkung vor Sündhaftigkeit und Irrtümern bewahrt. Nach schiitischer Auffassung ist es seine Bestimmung, die Tyrannen zu stürzen und einen gerechten Gottesstaat einzurichten. Einige Abspaltungen innerhalb der Schia setzten das verklärte Imamat der Wiederkehr des sogenannten Mahdi eines apokalyptischen Messias, gleich, der die Endzeit verkünden und die Armen und Unterdrückten erlösen werde.
- Zum anderen der Dai, ein Propagandist, der die Botschaft des Imam verkündet, das unterdrückte Volk um diesen sammelt und die Bewegung organisiert. Eine Vielzahl scharfer Wendungen führte dazu, dass die Rolle des Imams und dessen direkte Abstammung von Mohammed für die Schiiten immer größere Bedeutung erlangte. Als Ismail nach dem Tod seines Vaters, des 6. Imams, enterbt wurde, spalteten sich um 770 die Anhänger Ismails, die Ismailiten von den Schiiten ab, deren radikalster Teil eben die Assassinen waren. Allmählich entstand eine Sekte, die sich durch eine strenge Organisation und starken inneren Zusammenhalt auszeichnete. Geistiger Führer dieser Gemeinschaft war der Imam. Die Ismailiten wirkten im Verborgenen, und sahen neben der wörtlichen Botschaft des Koran eine tiefere, verborgene, die durch gelehrte den einfachen Menschen offenbart werden sollte. So entstand gerade in den Anfängen der Glaubensgemeinschaft eine scholastische Verbindung von griechischer Philosophie und Islamischer Mystik. Zudem verbreiteten sich in ihr mit der Zeit einige charidschitische Elemente, denn ein Großteil der Bewegung hielt jeden moralisch und religiös tadellosen Gläubigen gleich welchen Standes, selbst einen Sklaven, für berechtigt, das Amt des Imams auszuüben und glaubten, dass dieser demokratisch von allen Gläubigen bestimmt werden sollte. So rekrutierte sich die Sekte zum einen aus den gebildeten Schichten zum anderen aus den städtischen Handwerkern und Arbeitern. Je schwächer das Kalifat wurde, desto mehr erstarkten die Ismailiten. Das gipfelte in der Entstehung eines ismailitischen Reiches in Nordafrika im 10. Jahrhundert, dem Fatimidenreich. Es hielt sich knapp 200 Jahre; um 1100 war der Kalif jedoch nur noch eine Marionette der jeweiligen despotischen Herrscher.

Die Ismailiten in Persien

Im ausgehenden 11. Jh. begann Hassan-i Sabbah (? – 1124), ein herausragender Propagandist (da'i) in Nordpersien zu missionieren. Er reiste 1081 nach Isfahan und in die Hochgebirgsregion Dailam. Dort fielen seine religiösen Ansichten auf fruchtbaren Boden. Er konnte eine Vielzahl von Anhängern gewinnen und ein eigenes Territorium mit mehreren Burgen unter seine Herrschaft bringen. Die Burg Alamut wurde zu seinem Hauptsitz. Er geriet in Konflikt mit den seldschukischen Herrschern, 1092 wurde eine erste Militärexpedition gegen die Ismailiten in Bewegung gesetzt. Aus diesem Jahr ist der erste politische Mord durch die Ismailiten überliefert. Ein Fida'i (Geweihter) erdolchte am 17. Oktober den seldschukischen Wesir Nizam al-Mulk.

Die Assassinen in Syrien

Um 1100 begann von Persien aus die Missionierung Nordsyriens, wo ismailitische Sekten bereits gut etabliert waren. Die staatliche Zersplitterung und der Schock der Eroberung durch die Kreuzritter machten die Menschen empfänglich für eine messianische Ideologie. Nach mehreren vergeblichen Versuchen gelang es den Ismailiten, einige Burgen zu kaufen oder sich anzueignen, so dass sie im Gebirgszug des Dschebel Ansarieh ein eigenes Herrschaftsgebiet aufbauen konnten. Erst 1140 konnte der Hauptsitz der Assassinen, die Burg Masyaf, erobert werden. Um 1150 wurde der berühmteste Assassine Machthaber in Masyaf, der so Genannte „Alte vom BergeRaschid al-Din (1163-1193) . Er konnte durch eine erfolgreiche Schaukelpolitik zwischen Saladin und Kreuzfahrern die Stellung der Assassinen in Syrien weiter konsolidieren. Um 1230 hatten die Assassinen als territoriale Herrscher allgemeine gesellschaftliche Anerkennung. Das zeigt sich unter anderem daran, dass sie offiziell Tribut an den Johanniterorden zahlten. Die Übernahme der Macht durch den Mameluckensultan Baibars in der 2. Hälfte des 13. Jh. änderte die Verhältnisse. Baibars wollte keine unabhängige Sekte, die sich eventuell gegen ihn wenden könnte, in seinem Reich dulden. Schon 1260 setzte er einen seiner Generäle als Lehnsherrn des Assassinengebietes ein. 1271 war seine Herrschaft so gefestigt, dass die Assassinenführer ihre Burgen übergeben mussten und gezwungen werden konnten, in Zukunft an seinem Hof zu leben. Damit war die Assassinenherrschaft de facto beendet. Die Herrschaft der Ismailiten in Persien war bereits 1256 durch die Mongolen beendet worden, als sie ihre Hauptburg Alamut erobert und zerstört hatten. Dabei verbrannte die umfangreiche Bibliothek mit naturwissenschaftlichen Schriften. Bis heute bilden die Assassinen die Grundlage zahlreicher Verschwörungstheorien.

Literatur


- Bernard Lewis: Die Assassinen. Eichborn Verlag, Frankfurt a. M. 2001. ISBN 3-8218-4727-1
- Daftary, Farhad: The Assassin Legends: Myths of the Ismailis. London 1995.
- Withof, Johann Philipp Lorenz: "Das meuchelmörderische Reich der Assassinen" BOD, Norderstedt 2004 ISBN 3-8334-1182-1 Kategorie:historische islamische Bewegung ja:暗殺教団

Elbrus

Der Elbrus (vermutlich georgisch für „kegelförmiger Berg“; russisch Эльбрус) ist mit 5.642 m Höhe (Westgipfel; Ostgipfel: 5.621 m) der höchste Berg im Kaukasus und in Russland. Er ist ein erloschener, stark vergletscherter, zweigipfeliger Vulkan. Die Araber nannten ihn im Mittelalter Djebei-al-suni "Berg der Sprachen". Weitere Namen des Elbrus sind "König der Geister", "Thron der Götter", "Ort der Glücklichen" und "Heilige Höhe".

Geografie

Der Elbrus liegt in Russland in der Kaukasusrepublik Kabardino-Balkarien, etwa 12 km nördlich der georgischen Grenze und ist deshalb - entgegen anderslautender Behauptungen - kein Grenzberg. Dort liegt er etwa 270 km nordwestlich von Tiflis. Die Frage nach seiner Zurechnung zu Asien oder Europa ist "umstritten". Von einigen wird die Theorie verfolgt, der Kaukasus (und damit auch der Elbrus) bilde die Innereurasische Grenze, von anderen wird stattdessen die Manytschniederung nördlich des Kaukasus als Grenze genannt. Physisch-geografisch gesehen kann es nur Eurasien geben, da die Kontinente eine einzige Landmasse bilden. Damit bleibt die Frage letztlich ungeklärt, wo die Grenze zu ziehen ist. Historisch wurde die Grenze oftmals verschoben, so dass es auch keine historisch begründete Herleitung einer Grenze geben kann. Landmasse Landmasse Mit seiner Zuordnung zu Europa oder Asien hängt auch die Frage nach dem höchsten Berg Europas zusammen; demnach wäre dies dann nicht mehr der Mont Blanc. Die teils noch heute verwendete Grenze zu Asien ist die von Strahlenberg (1676 - 1747) festgelegte. Er wurde vom Zarenhaus mit der Landvermessung beauftragt und versetzte die vorher geltende Grenze Europas vom Fluss Don zum Uralgebirge. Als südöstliche Grenze wählte er die Manytschniederung nördlich des Kaukasus. Nach dieser Auffassung wäre der Elbrus asiatisch (siehe hierzu: Innereurasische Grenze). Innereurasische Grenze

Erstbesteigung

Innereurasische Grenze Die Erstbesteigung erfolgte 1829 von einem kabardinischen Hirten bei der russischen Expedition unter Lenz. Weitere erfolgreiche Besteigungen:
- 1868 durch D. W. Freshfield
- 1868 durch Moore und Tucker
- 1874 durch Gardiner
- 1874 durch F. C. Grove
- 1884 durch M. v. Dèchy
- 1888 durch A. F. Mummery
- 1891 durch Gottfried Merzbacher Andrei Pastukhov hat im frühen 19. Jahrhundert mehrere erfolglose Besteigungsversuche unternommen. Eine Felsgruppe auf 4.800 m ist nach diesem Bergsteiger benannt.

Berghütten

1929 errichteten auf 4160 m Höhe 11 Wissenschaftler eine kleine Hütte, die sie Prijut 11(Unterkunft der 11) nannten. 1932 wurde auf derselben Stelle eine größere Hütte gebaut, die 40 Personen aufnehmen konnte. 1939 wurde etwas oberhalb auf 4200 m Höhe eine noch größere aluminiumverkleidete Hütte errichtet, die an ein U-Boot erinnerte, welche nicht viel später in eine Hochgebirgskaserne umgewandelt wurde. Am 16. August 1998 fiel diese Hütte einem durch einen Kocher verursachten Feuer zum Opfer und brannte komplett aus. Im Sommer 2001 wurde dann die neue 'Diesel Hut' wenige Meter unterhalb der Ruinen der Priut 11 eröffnet. Eine 1933 im Sattel zwischen den beiden Gipfeln errichtete Biwakschachtel war bereits wenige Jahre später wieder zerfallen (wenn auch Reste dieser Hütte bis heute sichtbar sind). Weiterhin gibt es am Ende des kurzen Sessellifts oberhalb der zweiten Sektion der Seilbahn eine Hüttenansammlung aus alten Ölfässern (Barrel Huts) die von vielen Gipfelaspiranten zur Akklimatisierung und als Stützpunkt für die Besteigung genutzt werden. Akklimatisierung Deutsche Gebirgsjäger der 1. und 4. Gebirgsdivision überschritten am 14. August 1942 den 4000 m hohen Pass Khotiutau und überrumpelten die überraschte Besatzung der Elbrushütte. Von dort aus erstiegen Alpinisten der Gebirgjäger am 21. August 1942 unter schwierigen Wetterbedingungen den Elbrus und hissten dort die Reichskriegsflagge, dies wurde in erster Linie von der NS-Propaganda als alpinistische Meisterleistung gefeiert. Um die Eroberung der Elbrushütte entstanden auf sowjetischer Seite Legenden, u.a. um eine erfolgreiche Bombardierung. Die Hütte blieb bis Anfang Januar 1943 unter deutscher Besatzung.

Seilbahn

Die Elbruss-Seilbahn führt von der in 2300 Meter zu Füßen des Elbrus gelegenen Talstation Polana Asau in zwei Sektionen zu einem in einer Höhe von 3550 Meter gelegenen Skigebiet. Die vom russischen Kombinat vozy Cerreti-Tafany 1968 erbaute Elbruss-Seilbahn hat eine Gesamtlänge von 3620 Metern. Hiervon hat die erste Sektion zwischen Polana Asau und Staryj Krugosor eine Länge von 1860 Metern und die zweite Sektion von Staryj Krugosor nach Mir eine Länge von 1760 Metern. Eine dritte Sektion war geplant und ist auch an der Bergstation der zweiten Sektion baulich bereits vorgesehen, mit einer Verwirklichung dieser Pläne ist allerdings nicht zu rechnen.

Siehe auch


- Innereurasische Grenze
- Seven Summits - der jeweils höchste Berg der "sieben Kontinente"

Weblinks


- [http://userpage.fu-berlin.de/~tmuehle/europa/europa/europa_mount-elbrus.htm Elbrus - Der höchste Berg Europas?]
- [http://www.elbrus.org Elbrus Info Site]
- [http://www.elbrus.ru/ Elbrus - Russische Infoseite]
- [http://www.kilimanjaro.cc/Priut.htm Geschichte der Hütte 'Priut 11']
- [http://www.ewpnet.com/elbrus/diesel_hut.htm Diesel Hut] Kategorie:Berg in Russland Kategorie:Kaukasus Kategorie:Fünftausender ja:エルブルス山 ko:엘브루스 산

Bagdad

Bagdad (persisch für Geschenk Gottes, arabisch بغداد Baghdād; manchmal auch Baghdad geschrieben) ist die Hauptstadt des Irak und mit 5.672.516 Einwohnern (Stand 1. Januar 2005) eine der größten Städte im Nahen Osten.

Geographie

Nahen Osten Bagdad liegt etwa in der Landesmitte des Irak. Die Stadt erstreckt sich am Mittellauf des Tigris, der bis Bagdad schiffbar ist. Die Ortsmitte befindet sich 34 m über NN auf den geographischen Koordinaten . In Bagdad laufen auch einige durch den fruchtbaren Halbmond führenden Handelrouten zusammen.

Geschichte

Bagdad (persisch=Gottgegeben-im Sinne von: Gottesgeschenk-) wurde im Jahr 762 von dem abbasidischen Kalifen Al-Mansur als neue Hauptstadt des islamischen Reichs gegründet (Name: Madīnat as-Salām مدينة السلام). Sie entstand nur wenige Kilometer östlich der alten Hauptstadt des Sassanidenreiches, Ktesiphon. Innerhalb von vier Jahren entstanden der Kalifenpalast (Bāb al-dhahab oder al-Kubbat al-Kadra) und die Hauptmoschee am westlichen Tigrisufer. Aufgrund der günstig gewählten Lage am Knotenpunkt zahlreicher Handelsstraßen und der fruchtbaren Anbaugebiete in ihrer Nähe zum Tigris (Didschla) florierte die neugegründete Stadt schnell. Als al-Mansurs Sohn al-Mahdi den Thron bestieg, hatte Bagdad bereits eine Fläche von 15 Quadratkilometern. Wie ein arabischer Historiker berichtet, besaß Bagdad zur Zeit des Kalifen Al-Ma'mun 65.000 öffentliche Bäder. Es war Zentrum der Wissenschaften und Künste, kurzum, es war die Glanzzeit Bagdads. Zwischenzeitlich verlegte der Kalif al-Mu'tasim, um seine Armee von der Bevölkerung fernzuhalten, die Hauptstadt nach Samarra (808-819 und 836-892), doch auch als das Kalifat an Macht verloren hatte und zuerst die Buyiden-Dynastie (945-1055) und später die Seldschuken (1055-1135) das islamische Reich beherrschten, blieb sie eine der wichtigsten Städte der islamischen Welt, bis sie 1258 von den Mongolen unter Hulagu erobert wurde, die am 10. Februar 1258 den letzten Kalifen Al-Mu'tasim töteten und nach Augenzeugenberichten unvorstellbare Gräueltaten anrichteten, Quellen berichten von einer Pyramide aus Totenschädeln. Viel gewichtiger war aber die im Gefolge der Eroberung Bagdads und des Zweistromlandes sowohl von den verteidigenden Mamlucken als auch den Mongolen begangene Zerstörung der hochkomplexen Bewässerungssysteme des Landes, die durch die Vertreibung der lokalen Bevölkerung(und dem damit verbunden Verlust des Wissens über den Betrieb und die Instandhaltung des Bewässerungssystems) noch verstärkt wurde. Die Desertifikation Mesopotamiens setzte ein, und Bagdad, zuvor zumindest zweitgrößte Stadt der Welt, versank zusammen mit dem Rest Mesopotamiens in der Bedeutungslosigkeit. Bis heute hat sich der Irak von der Zerstörung der Bewässerungssysteme nicht erholt. Seit dem 16. Jahrhundert stritten sich die Herrscher Persiens und der Türkei mehrfach um die Stadt. Im Jahre 1652 zählte Bagdad nur noch ungefähr 15.000 Einwohner. Bagdad blieb unter osmanischer Herrschaft, und wurde die Hauptstadt der Provinz Bagdad, einer der 3 Provinzen aus dem der spätere Irak entstand. Bis 1921 unter britischer Kontrolle das Königreich Irak errichtet wurde; 1932 folgte die formelle und 1946 die vollständige Unabhängigkeit. Die Einwohnerzahl der Stadt stieg von schätzungsweise 145.000 (1900) auf 580.000 (1950), vor allem durch Zuwanderer aus dem schiitischen Süden, die, angekommen in der Hauptstadt, unter massiver Wohnungsnot litten. Erst unter der Herrschaft General Quassems wurde durch den Bau der damals geradezu vorbildlichen Sattelitenstadt "Madinat al-Thaura"("Stadt der Revolution"), später Saddam City, dann Sadr-City, etwas Abhilfe verschafft. Vor allem während des Wirtschaftsbooms der 70er Jahre stieg die Bevölkerungszahl weiter rasant an. Den Löwenanteil der Zuwanderer stellten schiitische Araber, die in Slums in prekärsten Verhältnissen hausten. Im Gefolge der Eroberung Bagdads durch die US-amerikanischen Streitkräfte im Dritten Golfkrieg 2003 wurden zahlreiche historisch wertvolle Kulturgüter der Stadt durch Kampfhandlungen oder Plünderungen vernichtet oder beschädigt; insbesondere wurden die Nationalbibliothek mit Tausenden wertvoller alter Manuskripte durch einen Brand völlig zerstört, das Nationalmuseum (von den ansässigen Irakern) geplündert. Die eintreffenden US-Truppen griffen nicht ein. Der Großteil der Stücke wurde aber relativ schnell wieder ausfindig gemacht und befindet sich wieder im Irak. Nationalbibliothek

Bevölkerung

Bagdad hat 5.672.516 Einwohner (Stand 1. Januar 2005). Die Amtssprache des Iraks ist arabisch und Kurdisch. Die irakischen Städte und vor allem Bagdad besitzen ein gut ausgebautes Bildungssystem. Die Schulbildung ist gratis, dennoch ist die Analphabetenrate hoch. In Bagdad befinden sich 3 der 6 Universitäten des Landes. Der Gesundheitszustand ist im Irak bis auf die Städte unzureichend. Die große Mehrheit der Bevölkerung ist arabischer Abstammung, doch es gibt auch eine große kurdische Gemeinde, sowie eine bedeutende Anzahl von Turkmenen und Assyrern. Auch einige Sudanesen bewohnen die Millionenmetropole.

Wirtschaft und Infrastruktur

In Bagdad ist der Großteil der irakischen Industrie angesiedelt. Die wichtigsten Industriezweige Bagdads sind die Textilindustrie, Ölraffination, Holzindustrie, Baustoffindustrie und Nahrungsmittelverarbeitung. Bagdad ist der Schnittpunkt der 3 Haupteisenbahnlinien des Landes(momentan noch nicht wieder in Betrieb) und auch der Highways. Von den vier in Bagdad und Umgebung liegenden Flughäfen ist nur einer zivil, dieser bietet Flüge nach Erbil und Amman an. Bis auf den Stadtkern wirkt das Straßennetz der Stadt Großteils geplant. Nach der Invasion der US Truppen hat sich die Zahl der PKW rasant zugenommen, was die Straßen Bagdads nicht nur überlastet sondern auch äußerst gefährlich macht. Verstärkt wird dies noch durch das völlige Fehlen des öffentlichen Verkehrs, von der einzigen, um 1870 erbauten Strassenbahnlinie nach Qazzimiyya ist nicht mal mehr die Trasse erkennbar. Der Fluss Tigris, an dessen Ufern Bagdad liegt, ist auch ein wichtiger Handelsweg für die Stadt. Die Landwirtschaft im Umland produziert hauptsächlich Datteln und Gemüse.

Klima

Die Temperatur in der Gegend um Bagdad schwankt zwischen 33,3 °C im Juli und August und 9,4 °C im Winter. Die Hauptregenzeiten sind im Oktober und im Mai.

Religion

95 % der Bevölkerung sind Muslime. In Bagdad gibt es dementsprechend viele Moscheen. Der Islam ist eine Buchreligion und besitzt viele Parallelen zum Christentum. Es gibt einen Streit zwischen den Konfessionen der Schiiten und der Sunniten um die Nachfolge Mohammeds. Das Rechtssystem ist religiös bestimmt. Bagdad ist auch der historische Sitz des Patriarchen der Assyrischen Kirche des Ostens.

Söhne und Töchter der Stadt


- Adil Abd al-Mahdi, Schiit und irakischer Politiker, derzeit als Vizepräsident
- Iyad Allawi, irakischer Politiker, früher Ministerpräsident
- Zaha Hadid, irakisch-britische Architektin und Professorin
- Qusai Hussein, zweitältester Sohn von Saddam Hussein
- Ibn Kammuna, Philosoph
- Yaqub ibn Killis, ägyptischer Wesir unter den Fatimiden
- Bassam Salih Kubba, stellvertretender irakischer Außenminister (April bis Juni 2004)
- Abd al-Karim Qasim, irakischer Militär und Politiker und von 1958 bis 1963 Premierminister seines Landes

Sonstiges

Bagdad ist der Schauplatz zahlreicher Geschichten in Tausendundeine Nacht (zum Beispiel Aladin, Ali Baba und die 40 Räuber), Der Dieb von Bagdad Von 1903 bis 1940 wurde die Bagdadbahn gebaut.

Literatur


- Karin Rührdanz: Das alte Bagdad - Hauptstadt der Kalifen, Leipzig ²1991. ISBN 3-332-00503-0
- Mona Yahia: Durch Bagdad fließt ein dunkler Strom, München 2004. ISBN 3-423-20715-9
- Jacob Lassner: The Caliph’s personal Domain. The City Plan of Baghdad Re-Examined. IN: Hourani/Stern (Hrsg.): The Islamic City. Oxford 1970.
- Jacob Lassner: The Topography of Baghdad in the Early Middle Ages. Text and Studies, Detroit 1970.
- Vincenzo Strika und Jabir Khalil: The islamic Architecture of Baghdad. The Results of a Joint Italian – Iraqi Survey, Napoli 1987.

Weblinks


- [http://www.derjemen.de/pdf/islamstadtha.pdf Gründungsgeschichte Bagdads] (PDF)
- [http://www.hot-maps.de/middle_east/irak/baghdad/homede.html Stadtplan Bagdad] Kategorie:Ort im Irak Kategorie:Hauptstadt in Asien ja:バグダード ko:바그다드 nb:Bagdad

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Politik und Wel