Home About us Products Services Contact us Bookmark
:: wikimiki.org ::
Hund

Hund

Das Wort Hund bezeichnet:
- das vom Wolf abstammende Haustier, siehe Haushund;
- in der Zoologie die Familie der Canidae, siehe Hunde;
- im Bergbau ein Förderfahrzeug auf Schienen beziehungsweise einen Transportwagen auf Rollen zum Lastentransport, siehe Hunt;
- ein vor allem in Schlesien verbreitetes Kartenspiel, siehe Hund (Spiel);
- in der Eisenbahntechnik einen Hemmschuh;
- in der (bayerischen) Umgangssprache einen durchtriebenen und auf den eigenen Vorteil bedachten Menschen. Folgende Persönlichkeiten tragen den Namen Hund oder Hundt:
- der Physiker Friedrich Hund (1896–1997), siehe auch Hundsche Regeln
- der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände Dieter Hundt (
- 1938)

Haushund

Der Haushund (Canis lupus familiaris) ist ein Haus-, Heim- und Nutztier aus der Familie der Hundeartigen bzw. Echten Hunde (Canidae).

Abstammung

Der Stammvater des Hundes ist der Wolf. Noch bis vor kurzem hielt man den indischen Wolf (Canis lupus pallipes oder Canis lupaster) für den Stammvater, dessen Äußeres dem einiger anderer Hunderassen ähnlich erscheint. Auf Konrad Lorenz zurückgehende Vermutungen, dass der Haushund vom Goldschakal (Canis aureus) abstammt, gelten durch neuere Forschungen wie die von Erik Zimen und Alfred Seitz heute als widerlegt.
Inzwischen wurde genetisch der gemeine graue Wolf (Canis lupus) als Urvater bestätigt. Damit scheidet auch die indische Unterart als möglicher Stammvater aus.
Die Untersuchung der Mitochondrialen DNA ist eine genetische Standardmethode, um Populationen verschiedener Spezies zu testen.
Untersuchungen der Mitochondrien-DNA von Wölfen und Hunden in den USA zeigten, dass die genetischen Unterschiede zwischen verschiedenen Wolfpopulationen durchschnittlich 0,16% betrugen. Der genetische Unterschied zwischen Wolf und Kojote betrug etwa 3,1%, und der Unterschied zwischen Hund und Wolf (Grauwolf) betrug 0,2%!
(Quelle: 1993er Ausgabe des "Mammal Species of the World", des Referenzwerkes der Smithsonian Institution zur Klassifizierung und geographischen Einordnung der Säugetiere dieser Welt. Dieses Werk wird in Zusammenarbeit mit der American Society of Mammalogists und der International Commission on Zoological Nomenclature erarbeitet und herausgebracht.)
Mitochondrialen DNA

Hunde und Wölfe

Hunde und Wölfe sind auch miteinander fruchtbar. 2004 wurden solche Paarungen im Rahmen von Wiederansiedlungen polnischer Wölfe in Brandenburg nachgewiesen. In seinem Buch "Der Hund" beschreibt der Verhaltensforscher Erik Zimen ausführlich seine langjährigen vergleichenden Beobachtungen an Königspudeln und Wölfen sowie an deren Mischlingen (den sog. Puwos) und an den Nachkommen aus der Verpaarung von "Puwo" mit "Puwo". Bisher ging man davon aus, dass die Verhaltensunterschiede zwischen Wolf und Hund zu groß sind, als dass es zu Mischpaarungen kommen könnte. Verwilderte Hunderassen beweisen jedoch, dass auch Hunde abhängig von ihrer Umgebung wieder wolfstypische Merkmale und Verhaltensweisen annehmen können.
Man kann also davon ausgehen, dass solche Paarungen in der Natur durchaus normal sind und eventuell häufiger vorkommen, als bisher angenommen.

Urtümliche Hunde

In einigen Ländern wurden Hunderassen entdeckt, die als Urtypen der ersten Hunde gelten können. Diese Hunderassen werden Pariahunde oder Schensi-Hunde genannt. Sie leben halbwild in der Nähe des Menschen in einer stabilen Population. Einige werden mittlerweile bereits vom FCI als eigenständige Rasse geführt.

Domestikation

FCI] Bis vor einigen Jahren dachte man noch, dass die Domestizierung des Hundes vor etwa 14.000 Jahren (Torfhund), wahrscheinlich im Nahen Osten oder in Asien begann. Allerdings zeigen Untersuchungen der Erbinformationen, dass sich der Haushund (Urhund) schon vor etwa 100.000 Jahren vom Wolf getrennt hat.
Die Klärung der Abstammung des Hundes vom Wolf warf gleichzeitig die Frage nach dem Alter unserer Hunde neu auf: Aufgrund diverser Knochenfunde waren die Hundeforscher bislang überzeugt, die Zähmung und Domestizierung der Rudeltiere hätte vor 12.000 bis 15.000 Jahren stattgefunden. Doch dann warf eine genetische Studie - publiziert im Fachblatt "Science" - diese Thesen über den Haufen. Durch eine Erbgutanalyse von Hund und Wolf sind schwedische und amerikanische Evolutionsbiologen zur Überzeugung gelangt, dass der Ur-Hund zwar tatsächlich vom Wolf abstammt, doch schon vor rund 135.000 Jahren geboren worden ist. Damit wäre der beste Freund des Menschen rund zehnmal älter als bislang angenommen.
Traditionelle Hundeforscher zeigten sich - nicht ganz überraschend - von der neuen Studie brüskiert. "Ich halte es für unwahrscheinlich, dass die Wölfe schon so früh domestiziert wurden", sagte der Schweizer Kynologe und Buchautor Hans Räber. "Man müsste archäologische Funde haben, und die haben wir nicht." Und nicht einmal bei den ältesten, rund 14.000 Jahre alten Ausgrabungen, so Räber, sei es immer klar, ob es sich um Wölfe oder Hunde handle. Joakim Lundeberg vom Königlichen Technologie-Institut in Stockholm, einer der Autoren der genetischen Studie, ist da anderer Meinung: "Die frühen Menschen waren nomadische Jäger und Sammler", sagte der Biochemiker. Weil damals keine "Friedhöfe" existierten, sei es nicht zwingend, Hundefossilien neben solchen von Menschen zu finden. Eine interessante Idee vertritt Gregory Acland, Veterinär an der Cornell University in Ithaca, USA. Er meint, dass nicht der Mensch auf den Hund kam, sondern umgekehrt. Schenkt man ihm Glauben, verfügte der damalige Mensch noch gar nicht über die intellektuellen Fähigkeiten, den Hund zu domestizieren, da er selbst „noch nicht vollständig domestiziert“ war. Der frühe Hund fand in der Nähe des Homo sapiens eine ökologische Nische und „verhaustierte“ sich so selbst. Er profitierte von den Abfällen, die in der Nähe der Menschen für ihn abfielen und machte sich seinerseits nützlich, indem er "seine" Menschen vor Feinden warnte und beschützte und auch bei gemeinsamen Jagdausflügen hilfreich war. Dieser Theorie nach handelte es sich also von Anfang an um eine Art Symbiose. Der Homo Sapiens wanderte jedoch erst vor 100.000 Jahren im Nahen Osten ein, und konnte dort mit Wölfen in Kontakt geraten, so das es auch denkbar wäre, das der Wolf sich zuerst an die Lagerstätten der Neandertaler gesellte. Nichtsdestotrotz: Jahrzehntausende (vor 35.000 Jahren) danach brachten Menschen den hundeähnlichen Wolf nach Europa. Das äußere Erscheinungsbild des Hundes blieb lange wolfsähnlich, weshalb sich auch keine „hundstypischen“ Knochenfunde aus dieser Zeit finden. Erst als der moderne Mensch sesshaft wurde, begann er den Hund züchterisch gezielt nach seinem Nutzwert zu verändern.

Zuchthunderassen

Im Verlauf der Mensch-Hund-Beziehung haben sich, regional und nach den Umwelt- und Lebensbedingungen, unterschiedliche Hunderassen herausgebildet. Der Mensch hat es verstanden, den Hund für unterschiedliche Aufgaben durch Züchtung und entsprechende Hundeerziehung zu nutzen. Die Fédération Cynologique Internationale (FCI) ist die größte internationale Dachorganisation, unter deren Führung nationale Gruppierungen die Standards der unterschiedlichen Hunderassen festlegen.

Einteilung der Zuchthunderassen

unterschiedlichen Hunderassen Vornehmlich nach ihrem Verwendungszweck werden folgende Hundetypen unterschieden:
- Hütehunde (beispielsweise Deutscher Schäferhund, Collie, Border Collie), Treibhunde (beispielsweise Rottweiler), Hirtenhunde (beispielsweise Kuvasz) und Herdenschutzhunde (beispielsweise Maremmano).
- Haushunde im engeren Sinne (beispielsweise Landseer, Neufundländer, Leonberger, Berner Sennenhund) und Hofhunde (beispielsweise Hovawart, Entlebucher Sennenhund, Appenzeller Sennenhund)
- Stallhunde (beispielsweise Pinscher und Schnauzer) und Wachhunde (beispielsweise Deutscher Spitz),
- Gesellschaftshunde (beispielsweise Havaneser) und Begleithunde,
- Jagdhunde für unterschiedliche Jagdarten und Beutetiere darunter Schweißhunde, Stöberhunde, Vorstehhunde und Retriever und Erdhunde und Bracken sowie Laufhunde (beispielsweise Windhunde wie der Azawakh). Daneben sind weitere unsystematische Bezeichnungen wie Arbeitshunde beziehungsweise Gebrauchshunde, Kampfhunde, Schutzhunde, Wachhunde, primitive oder ursprüngliche Hunde bis hin zu Schoßhunden üblich. Eine kynologische Systematik der Hunderassen wird von der Fédération Cynologique Internationale (FCI) gepflegt, die derzeit 347 Rassen anerkennt (Stand: 11/2004). Diese Systematik ist allerdings sehr willkürlich und berücksichtigt nicht den Grad der genetischen Verwandtschaft zwischen den einzelnen Rassen. Im FCI-System werden alle anerkannten Hunderassen in 10 Gruppen eingeteilt, die wiederum in verschiedene Sektionen unterteilt sind:
- Gruppe 01: Hütehunde und Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde) [http://www.fci.be/nomenclatures_detail.asp?lang=de&file=group1];
- Gruppe 02: Pinscher und Schnauzer - Molossoide - Schweizer Sennenhunde und andere Rassen [http://www.fci.be/nomenclatures_detail.asp?lang=de&file=group2];
- Gruppe 03: Terrier [http://www.fci.be/nomenclatures_detail.asp?lang=de&file=group3];
- Gruppe 04: Dachshunde [http://www.fci.be/nomenclatures_detail.asp?lang=de&file=group4];
- Gruppe 05: Spitze und Hunde vom Urtyp [http://www.fci.be/nomenclatures_detail.asp?lang=de&file=group5];
- Gruppe 06: Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen [http://www.fci.be/nomenclatures_detail.asp?lang=de&file=group6];
- Gruppe 07: Vorstehhunde [http://www.fci.be/nomenclatures_detail.asp?lang=de&file=group7];
- Gruppe 08: Apportierhunde - Stöberhunde - Wasserhunde [http://www.fci.be/nomenclatures_detail.asp?lang=de&file=group8];
- Gruppe 09: Gesellschafts - und Begleithunde [http://www.fci.be/nomenclatures_detail.asp?lang=de&file=group9];
- Gruppe 10: Windhunde [http://www.fci.be/nomenclatures_detail.asp?lang=de&file=group10]. Daneben gibt es in der FCI-Systematik eine Reihe so genannter vorläufig angenommener Rassen [http://www.fci.be/nomenclatures_detail.asp?lang=de&file=group_provisionally]. Außerhalb dieser Systematik gibt es noch über hundert weitere, jedoch von der FCI nicht anerkannte Rassen sowie eine Reihe als ausgestorben geltender Rassen wie Basset d'Artois, Braque Belge und Harlekinpinscher, die aus der FCI-Systematik gestrichen wurden. Neben den eigentlichen Hunderassen gibt es auch noch Bastarde beziehungsweise Mischlinge, verwilderte Haushunde (beispielsweise Dingo (Canis lupus f. dingo). Dingo

Einige Hunderassen

Zu den kleinsten anerkannten Hunderassen zählt der Chihuahua (FCI-Nr. 218) mit einem Gewicht von 0,5-3 kg und eine Widerristhöhe von unter 20 cm; zu den größten Hunderassen zählt die Deutsche Dogge (FCI-Nr. 235) mit einer Widerristhöhe von mindestens 80 cm bei Rüden und der Irish Wolfhound (FCI-Nr. 160) mit bis zu 95 cm; zu den seltenen Rassen zählt der Curly Coated Retriever.

Qualzuchten und Verstümmelungen

Bei einigen Rassen ging die Zucht so weit, dass die Hunde gesundheitliche Probleme bekamen wie Kurzatmigkeit, Augenprobleme oder der Geburtsvorgang nicht mehr natürlich abläuft wie z.B. die Englische Bulldogge. Bei anderen wurden die natürlichen Merkmale maßlos übertrieben: Faltenbildung, Fellstruktur usw. Derartige Zuchtziele bezeichnet man heute als Qualzucht, wobei die Definition sehr schwierig ist, da schwer zu sagen ist, ab wann ein Hund durch bestimmte körperliche Merkmale gequält ist. Ein Verbot ist wegen dieser Definitionsfragen und auch der Meinung einiger Züchter die mit ausgefallenen Rassen und extremen Züchtungen ihr Geld verdienen, schwer durchzusetzen. Im neuen Tierschutzgesetz der Schweiz sind einige Rassen aus diesem Grunde verboten. Rassen bei denen oft fälschlicherweise von Qualzucht gesprochen wird, sind beispielsweise der Xoloitzcuintli oder Mexikanische Nackthund, der als gesunder und besonders langlebiger Hund zu den ältesten Hunderassen zählt. Wenn einigen Nackthunderassen jedoch zusätzlich zum Haarkleid auch wichtige Zähne fehlen und diese Hunde teilweise weder Knochen noch hartes Futter fressen können, ist die Grenze zur Qualzucht eindeutig überschritten. Umstritten ist auch der Rhodesian Ridgeback. Durch die Fellstruktur und Hauteinstülpungen am Rücken kommt es oft zu Entzündungen. Weitere Beispiele siehe [http://www.meine-kampfhunde.de/qual.html]

Die Sinne des Hundes

Ohren

Rhodesian Ridgeback Die Leistungsfähigkeit des Ohrs ist hoch entwickelt. Es kann höhere Frequenzen wahrnehmen als das des Menschen, im Idealfall:
- Mensch ~ 20-20.000 Hz, maximale Empfindlichkeit im Bereich zwischen 1.000 bis 4.000 Hz
- Hund ~ 15-50.000 Hz (nach anderen Quellen bis 100.000 Hz), maximale Empfindlichkeit bei 8.000 Hz Die beweglichen Ohrmuscheln des Hundes lassen ihn Geräuschquellen zudem besser dreidimensional orten als ein Mensch das könnte. Eine Geräuschquelle kann ein Hund mit einer Abweichung von maximal 2% erkennen (beim Menschen ist die Abweichung größer als 15%). Für die Bewegung des Hundeohres sind 17 Muskeln verantwortlich. Selbst Hunde mit Schlappohren sind in der Geräuschortung nur knapp den Stehohrigen unterlegen. Die Ohren sind neben der Hörfähigkeit auch wichtig als "Signalgeber" für die optische Kommunikation, die Stimmung des Hundes wird so signalisiert. Diese Signalwirkung ist im sozialen Zusammenleben der Hunde untereinander äußerst wichtig. Hier gibt es Probleme bei besonders langhaarigen und schlappohrigen Hunden. Hunde sind im Übrigen auch in der Lage, über etwa 25 m Infraschallfrequenzen um die 1 bis 2 Hertz wahrzunehmen.

Augen

Infraschall Früher ging der Mensch von der Annahme aus, dass Hunde nur Graustufen, "schwarz-weiß" sehen könnten. Nach genaueren Untersuchungen wurde diese Meinung revidiert: Hunde sehen Farben - aber etwas anders als der Mensch. Das Auge des Hundes besteht aus 2 verschiedenen Lichtrezeptoren: die einen, die Stäbchen, sind für das Sehen von Graustufen zuständig. Die anderen, Zäpfchen genannt, für das Sehen von Farben. Die Stäbchen sind sehr viel zahlreicher und benötigen zudem für ein Signal an das Gehirn viel weniger Licht. Die Zapfen sorgen für das Farbensehen, aber nur bei ausreichender Beleuchtung. Das trifft auch auf den Menschen zu: In der Dämmerung sehen auch wir nur in Graustufen. Bei Hunden kommt noch ein Trick der Evolution hinzu. Der Augenhintergrund ist "verspiegelt" (diese Schicht wird Tapetum lucidum genannt), sodass einfallendes Licht vom Hintergrund des Auges reflektiert wird und die Stäbchen so noch einmal trifft. Hunde können in der Dämmerung daher sehr viel besser sehen als Menschen. Die Zäpfchen sind jeweils auf einen bestimmten Spektralbereich spezialisiert, beim Menschen sind es 3 unterschiedliche Rezeptoren, für die Farben Rot, Gelb und Blau, aus deren 3 Farbsignalen das Gehirn den Gesamtfarbeindruck bildet. Der Hund hat nur 2 unterschiedliche Zäpfchentypen, die für Gelb und Blau empfindlich sind. Dadurch wird nur ein Teil des menschlichen Farbspektrums abgedeckt: Rot ist eine Farbe, die der Hund nicht kennt. Das Farbensehen der Hunde ist sogar etwas in Richtung Ultraviolett verschoben, endet aber durch den fehlenden Rot-Rezeptor bei Gelb; das, was wir rot sehen, kommt bei Hunden vermutlich gelb an. Tapetum lucidum Es gibt aber noch andere, gravierende Unterschiede: Das Hundeauge ist im Bereich 430 nm, dem Blaubereich, am empfindlichsten, das menschliche Auge im Bereich grün/gelb, 550 nm. Die Sehschärfe ist vermutlich geringer als beim Menschen und auf Bewegung optimiert, stillstehende Dinge werden durch das Gehirn unterdrückt, also kaum wahrgenommen. Hier hat auch die Evolution gewirkt: die Beute des Wolfes bewegt sich und wird darum optisch selektiert. Das Sichtfeld des Hundes ist wesentlich größer als das des Menschen, es beträgt etwa 240 Grad im Gegensatz zu 200 Grad bei Menschen. Der Bereich, in dem Mensch und Hund dreidimensional sehen können, ist mit 120 Grad gleich groß.

Nase

Tapetum lucidum Die Nase, das Riechorgan des Hundes, ist wesentlich besser entwickelt als beim Menschen. Grob zu erkennen ist das schon an der Anzahl der Riechzellen, wobei es auch zwischen den Hunderassen erhebliche Unterschiede gibt. Ganz grob kann man hier sagen: Je länger die Hundeschnauze, desto besser das Riechvermögen. So hat z.B. der Mensch 5 Millionen Riechzellen, der Dackel 125 Millionen und der Schäferhund hat 220 Millionen. Für seine Riech- und Spürfähigkeiten ist der Bloodhound als "Nonplusultra" bekannt. Zur Beurteilung der Riechleistung reicht das aber bei Weitem nicht aus: Messungen mit dem haben ergeben, dass das Riechvermögen des Hundes etwa eine Million mal besser ist, als das des Menschen. Der Hund kann in kurzen Atemzügen bis zu 300 mal in der Minute atmen, so dass die Riechzellen ständig mit neuem "Material" versorgen werden. Das wichtigste „Riechorgan“ ist das Gehirn, hier werden die eintreffenden Daten verarbeitet und ausgewertet. Dabei ist zu beachten, dass Hunde „Stereo" riechen können, die Nase kann also „rechts und links" differenzieren, ähnlich wie beim Sehen. Auf diese Weise ist der Hund fähig, die Richtung einer Spur zu beurteilen, selbst eine alte Spur zu verfolgen. Das Riechhirn ist im Vergleich zum Menschen riesig: Alleine 10% des Hundehirns ist dafür zuständig, beim Menschen sind es nur 1 %. Der Mensch nutzt diese besondere Fähigkeit des Hundes als Spürhund in vielen Bereichen. Bei dieser Fähigkeit muss unterschieden werden zwischen der „mechanischen" Spur und der Duftspur. Leider ist es heute üblich den Hund ( Im speziellen Hundesport: z.B. Schutzhund) auf die mechanische Spur zu trainieren, also auf den Geruch von Verletzungen des Erdbodens, wie geknickte Pflanzen und so weiter. Eine kreuzende, zur gleichen Zeit angelegte Spur kann so zu einer Fehlsuche führen, da beide Spuren gleichwertig für den Hund sind. Für die Fährtenarbeit der Polizei ist diese Vorgehensweise selbstverständlich untauglich. Hier werden die Hunde auf die Geruchsspur trainiert, also das verstärkt, was der Hund auch natürlich machen würde. Diese Spur driftet aber durch äußere Einflüsse wie durch den Wind von der "mechanischen" Spur ab, sammelt sich an windstillen Stellen, wird an windigen Ecken stark verdünnt. Die Spur ist für den Hund eindeutig, weil jeder „Duftspender" eine eindeutige "Geruchsfarbe" hat. Sehr gute Spürhunde können eine solche Spur noch nach Tagen eindeutig aufnehmen und verfolgen, auch mitten durch eine Stadt, mitten durch viel parallele und kreuzende Fremdspuren. Hunde "schmecken" Gerüche auch über das Jacobsonsche Organ (Vomeronasalorgan), welches sich im Gaumen befindet. Dieses transportiert die aufgenommene Information sofort an das Limbische System, das entwicklungsgeschichtlich älteste Zentrum im Gehirn. Es ist für die Entstehung von Gefühlen, Triebverhalten und für die Bildung von Hormonen verantwortlich. siehe dazu auch Olfaktorische Wahrnehmung

Fortpflanzung

siehe dazu auch Olfaktorische Wahrnehmung] Der Eintritt der Geschlechtsreife wird beim weiblichen Hund durch die erste Läufigkeit gekennzeichnet, die im Alter von 7 bis 11 Monaten auftritt. Rüden erlangen ihre sexuelle Kompetenz in etwa dem gleichen Alter. Kleinere Hunde werden im Allgemeinen früher geschlechtsreif als Hunde großer Rassen. Hunde unterliegen einer ausgeprägten etwa halbjährlichen Brunstperiodik. Mit einem durchschnittlichen Läufigkeitsintervall von 5 bis 7 Monaten zählen sie zu den saisonal monöstrischen Tieren. Der Sexualzyklus ist in 4 Phasen unterteilt. Mit dem Beginn der Vorbrunst (Proöstrus) kommt es zu einem Anschwellen der Vulva und dem Austritt von blutigem bis fleischwasserfarbigem Sekret, welches die Hündin für Rüden attraktiv macht. Eine Deckbereitschaft ihrerseits ist jedoch noch nicht gegeben. Die Dauer der Vorbrunst beträgt - individuell unterschiedlich - 4 bis 21 Tage. Ihr schließt sich die Brunst (Östrus) an, welche von Deckbereitschaft der Hündin und Fruchtbarkeit gekennzeichnet ist. Der Scheidenausfluss wird heller und die Hündin "präsentiert" sich den Rüden. Die Phase der Brunst beträgt 2 bis 12 Tage. Zusammen mit der Vorbrunst wird sie als Läufigkeit bezeichnet. Hieran schließt sich der Metöstrus an, in dessen Verlauf über eine Dauer von 9-12 Wochen Rückbildungs- und Regenerationsvorgänge an der Gebärmutter erfolgen. In der vierten Phase (Anöstrus) fehlt jegliches Anzeichen sexueller Aktivität. Dieser Abschnitt dauert 2 bis 6 Monate. Beim Deckakt des Hundes kommt es zum bemerkenswerten Verhalten des "Hängens". Auf die Penetration der Hündin hin kommt es zu einer starken Anschwellung des sogenannten Knotens des Rüden, welcher sich am unteren Ende des Penisschaftes befindet. Dies hat den Effekt, dass der Penis "verkeilt" wird und sich die beiden Tiere nicht voneinander trennen können. Folglich steigt das männliche Tier von seiner Partnerin herunter und dreht sich im Regelfall um 180°, sodass beide Tiere über eine Dauer von bis zu 30 Minuten miteinander mit den Hinterteilen einander zugewandt verbunden bleiben. Die durchschnittliche Trächtigkeitsdauer der Hündin beläuft sich auf 63 bis 65 Tage, die Anzahl der Welpen schwankt etwa zwischen 3 und 9 Tieren.

Lebenserwartung

Grundsätzlich werden kleine Hunde älter als große. So können Rassen wie der Dackel ein Alter von bis zu 16 Jahren erreichen, in Ausnahmefällen gar 20 Jahre. Größere Rassen wie etwa der deutsche Schäferhund werden zwischen 9 und 11 Jahre alt. Laut Guinness-Buch der Rekorde liegt der Rekord, den ein Mischlingshund, der in Australien als Schäferhund arbeitete, erreichte, bei 29 Jahren.

Nutzung von Hunden

Gebrauchshunde

Unter Gebrauchshunden versteht man Hunde die Menschen bei ihrer Arbeit unterstützen, gewissermaßen "berufstätige" Hunde. Am Bekanntesten sind wohl die landläufig "Polizeihunde" genannten Hunde im Behördendienst. Hier werden sie zur Spurensuche, auffinden von Drogen, Waffen, Sprengstoff usw.,aber auch auf der Streife und zur Bewachung eingesetzt. Manche Hunderassen eignen sich als Blindenhunde. Viele Tiere können auch als Rettungshunde, Therapiehunde oder für den Polizeidienst ausgebildet werden.

Jagd

Die Begleitung bei der Jagd war wahrscheinlich die erste und über lange Zeit wichtigste Nutzung von Hunden. Die dazu notwendigen Fähigkeiten und Fertigkeiten hatten die Tiere von ihren Vorfahren, den Wölfen, geerbt, so dass dazu keine besonderen züchterischen Leistungen nötig waren. Erst viel später wurden spezielle Jagdhund Rassen gezüchtet. Für die Treibjagd benötigte man beispielsweise Hunde, die schnell laufen konnten, während kleine Hunde (Dackel, Terrier) leicht in Fuchs- oder Dachsbaue eindringen konnten.

Hunde der Hirten

Indem die Menschen sesshaft wurden und verstärkt Landwirtschaft betrieben, wurden Hunde auch verstärkt zur Bewachung von Hof, Haus und Herden eingesetzt. Für die Züchtung wurde der natürliche Trieb von Wölfen, das Rudel zusammenzuhalten, ausgenutzt. Während im Wolfsrudel dafür jedoch hauptsächlich der Leitwolf zuständig ist, der von den Rudelmitgliedern unterstützt wird, hat es der Hütehund mit einer viel größeren Herde von Tieren, die seinen Bemühungen teils Widerstand entgegensetzen, und beim Wolf Beutetiere wären, zu tun. Es muss daher einigen züchterischen Aufwand gekostet haben, bis die ersten brauchbaren Hütehunde gezüchtet waren. Bei heutigen Hütehunderassen, wie dem Collie, ist der Hütetrieb sehr stark ausgeprägt. Das kann teilweise zu Problemen bei der Haltung als Freizeithund führen, da manchmal vom Hund auch Spaziergänger, Kinder oder Autos als "zu hütende" Herdentiere angesehen werden. Andere Hunde wurden speziell zu Bewachen der Herde, zur verteidigung gegen Beutegreifer eingesezt, ohne dass der Mensch anwesend sein muß. Die Hirten haben so im Laufe der Zeit sehr viele Spezialisten aus der Gattung Hund herausgezüchtet.

Wachhund

Alle Hunderassen können als Wachhund eingesetzt werden, indem man ihren natürlichen Instinkt ausnutzt, das Rudel zu alarmieren, wenn Gefahr droht. In den Städten waren es naturgemäß eher die kleinen Hunderassen wie der Spitz, während auf dem Land wegen der höheren Abschreckungswirkung eher große Hunderassen zum Einsatz kamen.

Zugtier

Spitz Die Nutzung von Hunden als Zugtier des armen Mannes war bis in das 20. Jahrhundert hinein weit verbreitet. Große Hunde sind anatomisch besser zum Ziehen von Karren und Schlitten geeignet als z.B. Pferde. Ein Zughund kann bis zum drei- bis fünffachen seines Körpergewichtes ziehen. In nördlichen Ländern und in Sibirien werden Hunde wie der Husky oder der Samoyede auch heute noch als Schlittenhunde eingesetzt. Diese Hunde zeigen im Rudel und im Gespann ein ausgeprägtes Sozialverhalten, das dem des Wolfsrudels ähnelt. Das wird von den Züchtern ausgenutzt. So gibt es beispielsweise spezielle Hündinnen, die als "Kindergärtnerin" die Erziehung der Welpen übernehmen. Mit den Menschen kommunizieren hauptsächlich die Leithunde.

Freizeitgestaltung

Aufgrund seiner sozialen Anpassungsfähigkeit ist der Haushund das mit dem Menschen am vielfältigsten verbundene Tier. So verbringen viele Menschen heute mit ihrem Hund ihre Freizeit und betreiben dabei auch Hundesport. Nicht selten fungieren die Tiere sogar als einzige soziale Beziehung ihres Besitzers. Leider kommt es durch die hierbei häufig auftretende Vermenschlichung der Hunde oft zu gravierenden Haltungsfehlern, wobei die natürlichen Bedürfnisse der Tiere missachtet werden.

Kampfhundproblematik

Zu allen Zeiten wurden Hunde auch im Krieg für unterschiedliche Aufgaben eingesetzt. Später züchtete man bestimmte Rassen als Kampfhunde, für Kämpfe mit anderen Tieren, aber auch gegeneinander (siehe Artikel Kampfhunde). Derzeit (2005) ist das Thema "Kampfhund" in Deutschland sehr umstritten. Umgangssprachlich werden bestimmte Rassen pauschal als gefährliche "Kampfhunde" eingestuft, ohne dass dieser Einteilung wissenschaftlich belegbare Kriterien zugrunde liegen. Die als Argument angeführte Behauptung, dass einige Hunderassen eine genetisch bedingte verminderte Beißhemmung hätten, ist nach diesen Gesichtspunkten zweifelhaft. Unter Beißhemmung versteht man das natürliche Verhalten eines Hundes oder Wolfes, welches die Aggressivität innerhalb des Rudels begrenzt. So gibt es in Wolfsrudeln und auch unter Hunden nur selten tödlich verlaufende Kämpfe, da die Tiere beispielsweise durch Unterwerfungsgesten ihre Rangordnung festlegen. Diese Muster sind im Welpenalter erlernt und können bei fehlender Sozialisation der Tiere gezielt unterdrückt werden, ein Effekt, welcher auf alle Hunderassen zutrifft. Inwieweit die Veranlagung zu derartigen Verhaltensstörungen auch vererbt werden und damit gezielt herausgezüchtet werden kann, ist strittig. Da "Kampfhunde" im kriminellen Milieu den Charakter von Statussymbolen haben, werden Welpen hier teilweise gezielt auf diese Verhaltensstörung trainiert und auch bei der Zucht selektiert, um die soziale Stellung ihrer Besitzer zu unterstreichen. Ausgangspunkt der kritischen Medienberichterstattung und der skeptischen Haltung der Öffentlichkeit gegen die "Kampfhunde" sind immer wieder - teils tödliche - Unfälle mit Vertretern dieser Rassen. Nach absoluten Zahlen aus den Statistiken der Bundesländer, werden die meisten Unfälle in Deutschland jedoch durch Schäferhunde verursacht, welche man nicht zu den "Kampfhunden" rechnet. Andererseits sollen Hunderassen wie der Pitbull, durch die enorme Kraft ihrer Kiefermuskeln auch bereits bei versehentlichem Biss stärkere Verletzungen hervorrufen als andere Hunde gleicher Größe. Daher haben sie das Potential, besonders bei unsachgemäßem Umgang, zu einer erheblichen Gefahr zu werden. Solche Hunde stellen spezielle Anforderungen an ihre Haltung und Erziehung und benötigen einen verantwortungsbewussten Halter - so der Gesetzgeber. Diesen Aussagen konnten bisher aber nicht belegt werden, anerkannte Wissenschaftler angefangen von Günther Bloch über Dorit Urd Feddersen-Petersen bis Erik Zimen bestätigen, dass sie dafür keine Anhaltspunkte haben, noch dass es Messungen der Beißstärken überhaupt gibt.[http://www.bullandterriers.de/Wichtige_Dokumente/gutachte.html Quellen zum Thema]

Pelzlieferant

Begehrt ist im nördlicheren Asien auch das Fell des Hundes als Pelz. Hundefell wird auch in Europa unter diversen Phantasienamen wie "Gaewolf" verkauft, allerdings nicht expressis verbis als Hundefell sondern als "echter Pelz" deklariert. Noch Anfang des 20. Jahrhunderts war auch Hundeleder bei Kürschnern für bestimmte Artikel, wie Handschuhe, sehr begehrt.

Fleischlieferant

In Jäger- und Sammlerkulturen wurden Hunde in Notzeiten gegessen. Spezielle Hunderassen werden in China primär zum Verzehr gezüchtet. In Korea gilt der Hundefleisch-Eintopf Poshintang als Spezialität. In Deutschland ist das Schlachten von Hunden seit 1986 verboten, die gleiche Regelung gilt für die übrige EU. Trotzdem wird der Verzehr von Hunden in manchen Gegenden der EU, etwa in Südtirol, wenn nicht geduldet so doch übersehen. Allerdings ist auch dort der Handel mit Hundefleisch verboten. Eine reguläre Ausnahme vom Schlachtverbot für Hunde macht in Europa einzig die Schweiz.

Hundehaltung in Deutschland

Hunde werden in Deutschland zu den Kleintieren gerechnet. Sie werden im Normalfall als einzelne Individuen oder in kleinen Gruppen in unmittelbarer Nähe des Lebensraumes ihrer Besitzer gehalten. Dies kann zum einen die Wohnsphäre des Besitzers selbst sein, daneben ist jedoch auch die Haltung im Freien (im Zwinger oder in Anbindehaltung) durchaus üblich. Alle 3 Formen der Haltung bergen die Gefahr nicht tierschutzgerechter Unterbringung der Tiere in sich. Die Haltung von Haushunden ist in der Bundesrepublik Deutschland steuerpflichtig (im Gegensatz zu der von Katzen oder Pferden). Die Hundesteuer wird von der Gemeinde in unterschiedlicher Höhe erhoben und durch eine Steuerplakette nachgewiesen. Manche Gemeinden fordern, dass die Plakette gut sichtbar am Hund zu befestigen ist. Eine Verpflichtung zu bestimmten Impfungen (Tollwut) gibt es in den meisten Bundesländern nicht. Detaillierte gesetzliche Regelungen, beispielsweise zum Leinenzwang, zum Entfernen von Hundekot auf öffentlichen Plätzen oder zur Haltung von so genannten Kampfhunden sind landesspezifisch. In Deutschland gibt es keinen offiziell anerkannten Hundeführerschein, auch wenn dies von einigen Hundeschulen suggeriert wird. Die Ausbildung zum Begleithund ist ebenfalls weder vorgeschrieben, noch gesetzlich geregelt; die Begleithundeprüfung kann an verschiedenen Einrichtungen abgelegt werden, dabei ist auf die Anerkennung durch die zuständigen Dachverbände der jeweiligen Hundeschule zu achten. Rettungshundeprüfungen können nur in einer zugelassenen Rettungshundestaffel abgelegt werden Für Haushunde besteht seit einigen Jahren die Möglichkeit der Implantation eines Chips, der die Identifikation des Tieres ermöglicht. Zum Auslesen der Transpondernummer des Tieres wird ein Lesegerät benötigt über welches in der Regel Tierärzte, Tierheime und Polizeidienststellen verfügen. Einige nichtkommerzielle Organisationen wie Tasso e.V. betreiben zentrale Registrierungsstellen für entlaufene und aufgefundene Hunde; hier kann auch die Chipnummer des eigenen Tieres registriert werden. Diese Nummer ist weltweit einmalig und erlaubt im Gegensatz zur Tätowierung eine sichere Identifizierung des Hundes. Ab Oktober 2004 müssen alle Hunde im innereuropäischen Reiseverkehr mittels Chip oder Tätowierung gekennzeichnet sein. Ab 2012 gilt der Chip als einzige anerkannte Kennzeichnung. 2004 lebten in Deutschland etwa 5 Millionen Hunde, in der Schweiz etwa 440.000 und in Österreich etwa 550.000. Nach der Hauskatze ist der Hund damit das meist gehaltene Haustier.

Ernährung

Eine vollwertige Ernährung der Hunde erfolgt am einfachsten über die Verfütterung kommerzieller Hundefuttermittel. Obgleich der Anteil von Futtermittelallergien in den letzten Jahren erheblich zugenommen hat, stellt diese Fütterung die Versorgung der Tiere mit essentiellen Nahrungsbestandteilen am einfachsten sicher. Einige Hundehalter sind der Ansicht, dass eine Hundeernährung mit Frischfleisch, Innereien, Knochen, Gemüse und Kräutern, ergänzt mit wertvollen Pflanzen- und Fischölen (siehe auch BARF), besser sei. Ernährungsphysiologisch zumindest fragwürdig ist die Ernährung durch hauseigene Speisereste, da hierdurch Mangelzustände hervorgerufen werden können. Viele menschliche Nahrungs- und Genussmittel sind für Hunde mehr oder wenig giftig. Als Beispiel sei hier Schokolade angeführt. Das Theobromin in der Schokolade ist für Hunde in größeren Mengen sehr gesundheitsschädlich und kann in Einzelfällen auch zum Tode führen. Die letale Dosis beträgt 100 mg Theobromin/kg Körpergewicht, bereits geringere Mengen führen aber zu Vergiftungserscheinungen, die sich in Erbrechen, Durchfall, Unruhe, Muskelkrämpfen und Harninkontinenz äußern können.

Erkrankungen

Das Spektrum der beschriebenen Hundeerkrankungen ist überaus reichhaltig und in seiner Vielfalt mit Erkrankungen des Menschen durchaus vergleichbar. Ausgesprochen häufige Hundekrankheiten sind:
- Sinnesorgane: Gehörgangentzündung (Otitis externa), Grauer Star, Bindehautentzündung, PRA (Progressive Retinal Atrophy, Netzhautdegeneration)
- Verdauungsorgane: Zahnstein, Magendrehung (bei großen Rassen), Futtermittelunverträglichkeiten, akute Resorptionsstörungen (Durchfall), Parasitenbefall
- Atmungsorgane: Rhinitis, sekundäre Tumorerkrankungen der Lunge
- Herz-Kreislaufsystem: Herzerweiterung (dilatative Kardiomyopathie, v.a. bei großen Rassen), Herzklappenerkrankungen (vor allem kleine Rassen)
- Harn- und Geschlechtsorgane: Niereninsuffizienz, Gebärmuttervereiterung (Pyometra), Prostatavergrößerung
- hormonelle Störungen: Diabetes mellitus, Funktionsstörungen im Bereich der Schilddrüse (Hypothyreose) und der Nebennieren (Hyper- und Hypoadrenokortizismus), Scheinträchtigkeit
- Nervensystem: Epilepsie, Störungen der Nervenfunktion durch Bandscheibenvorfall(vor allem bei Rassen mit relativ langem Rücken, beispielsweise Teckel)
- Haut: Gesäugetumoren, Allergien, Parasitenbefall
- Bewegungsapparat: neben traumatisch bedingten Erkrankungen dominieren Erkrankungen der Gelenke: Hüftgelenksdysplasie, Ellenbogengelenksdysplasie
- Infektionen: Gegen einen Großteil der früher seuchenhaft aufgetretenen Erkrankungen wie Parvovirose, Staupe oder auch Tollwut sind die meisten Hunde durch Impfungen geschützt. In den letzten Jahren nimmt der Anteil der Infektionen durch Reisekrankheiten (Leishmaniose, Babesiose, Dirofilariose oder auch der von Zecken übertragenen Borreliose erheblich zu.

Genetische Defekte

Gendefekte sind insbesondere in isolierten Gebieten wie Inseln oder auch speziell Amerika, bzw. dem lange getrenntem Ostblock häufiger und stellen durch die zunehmende Globalisierung ein echtes Problem dar. Bekannt ist hier z.b. Hüftgelenksdysplasie (HD) oder auch Ellenbogengelenksdysplasie was u.a. Schäferhunde häufiger aufweisen und zu Lahmheiten führen kann. Ebenso bekannt ist auch die sogenannte Dackellähme die aufgrund der stark verlängerten Rücken auftritt und bis zur Lähmung der Hinterbeine führen kann. Weniger bekannt ist ein Gendefekt der speziell bei Langhaarcollies entdeckt wurde, aber auch bei mit Collies gekreuzten Rassen wie beim Barsoi, beim Australian Cattle Dog und beim Saluki sowie zahlreichen Britischen Hütehunderassen auftritt. Der Defekt äußert sich in einer Unverträglichkeit des Tieres gegenüber bestimmten Narkosemitteln, was bei Operationen zum plötzlichen Tod führen kann.

Politiker und ihre Hunde

Viele Politiker zeigen und zeigten sich mit ihren Hunden, um von sich ein positives Bild in der Öffentlichkeit zu projizieren. Der Auftritt von Politikern mit Hunden oder anderen Haustieren ist insofern ein Mittel der Public Relations. Es sollen beim Betrachter die positiven Emotionen, die z. B. der Hund weckt, auf die Person des Politikers übertragen werden. So hatten viele Präsidenten der Vereinigten Staaten Hunde, mit denen sie sich oft öffentlich zeigten. Präsident George W. Bush veröffentlichte sogar zum Weihnachtsfest ein Video über seinen Hund und Franklin D. Roosevelts Fala wurde Protagonist eines eigenen Films und in einem Denkmal verewigt. Auch der französische Präsident François Mitterrand nahm zu nahezu jedem öffentlichen Auftritt seinen Hund mit.
Manche Historiker sehen auch in den vielen veröffentlichten Fotos von Adolf Hitler mit seinem Hund Blondie den Versuch der Propaganda, den "Führer" wärmer und menschlicher wirken zu lassen. In England wird ein Politikstil, der vor allem Angriffe auf den politischen Gegner zum Gegenstand hat, als Rottweiler politics bezeichnet.

Siehe auch


- Liste der Hunderassen, Bellen, Hundekrankheiten

Weblinks


- [http://www.hunde.com/ Hunde.com] Umfangreiches Portal "Rund um den Hund"
- [http://hen.hundezeitung.de/ Hunde-Erbkrankheiten-Netzwerk] - Offene Sammlung von Fachbeiträgen und Fallbeispielen zu Erbkrankheiten bei Hunden
- [http://www.3sat.de/nano/bstuecke/52910/index.html Canis lupus familiaris:] Hunde, die vertrauten Wölfe - Die Wissenschaft widmet sich einem uralten Haustier der Menschheitsgeschichte (3sat)
- [http://mendel.berkeley.edu/dog.html Das Dog Genome Project]
- [http://www.ihzl.de IHZL - Internationale Hundezüchterliste]
- [http://www.leishmaniose-forum.parasitus.com Leishmaniose-Forum] Forum für Leishmaniose-Betroffene, auch für andere Reisekrankheiten
- [http://www.SARDOG.de SARDOG.de - Das Rettungshundewesen in Deutschland]
- [http://www.tiernotruf.org/ Tasso e.V.]
- [http://www.hund-herrchen.de/ Ratgeber für Hundebesitzer]
- [http://www.zughunde.at.tf/ Zughunde.at.tf]
- [http://www.hundezeitung.de/index.html HundeZeitung] Älteste und umfangreichste werbefreie Online-Zeitung zum Fachthema Hunde; über 1.500 Fachartikel
- [http://www.drk-rhs.de eine Rettungshundestaffel aus Hessen]
- [http://www.wissenschaft.de/wissen/news/256302.html www.wissenschaft.de: Hunde können Absichten und Gedanken besser einschätzen als vermutet]
- [http://www.usenet-replayer.com/webrings/animal-dog.html Bilder von Haushunden] aus dem Usenet mit Suchfunktion.
- [http://www.tierwaisen.de/overview.aspx?categoryId=1 tierweisen.de, Internetseite für besonders schwer vermittelbare Tierheim-Hunde]
- [http://www.dogs-in-action.de.vu Dogs in Action] Forum rund um den Hund ! ja:イヌ ko:개 simple:Dog th:สุนัข

Hunde

Die Hunde (Canidae) sind eine Familie innerhalb der Überfamilie der Hundeartigen. Hierher gehören beispielsweise die Füchse, verschiedene als "Schakal" bezeichnete Arten, Kojoten, Wölfe und Haushunde. Sie sind auf allen Kontinenten vertreten; ursprünglich fehlten sie in Australien, Neuseeland, Neuguinea, Madagaskar und der Antarktis; doch auch in vielen dieser Regionen sind sie durch menschliche Hilfe heimisch geworden. Hunde entstanden im Oligozän Nordamerikas. Es waren damals fuchsähnliche kleine Tiere, die noch ihre Krallen einziehen konnten.

Systematik

Rezente Hunde lassen sich in die Tribus der echten Füchse (Vulpini) und der echten Hunde (Canini) teilen. Allerdings gibt es innerhalb der echten Hunde auch viele Arten, die fuchsartig aussehen.
- Tribus Vulpini
  - Gattung Vulpes
    - Rotfuchs (Vulpes vulpes)
    - Bengalfuchs (Vulpes bengalensis)
    - Afghanfuchs (Vulpes cana)
    - Kapfuchs (Vulpes chama)
    - Steppenfuchs (Vulpes corsac)
    - Tibetfuchs (Vulpes ferrilata)
    - Blassfuchs (Vulpes pallida)
    - Rüppellfuchs (Vulpes rueppelli)
    - Kitfuchs (Vulpes velox)
    - Fennek (Vulpes zerda)
  - Gattung Alopex
    - Polarfuchs (Alopex lagopus)
  - Gattung Urocyon
    - Graufuchs (Urocyon argenteus)
    - Insel-Graufuchs (Urocyon littoralis)
  - Gattung Otocyon
    - Löffelhund (Otocyon megalotis)
- Tribus Canini
  - Gattung Dusicyon
    - Falklandfuchs (Dusicyon australis)
  - Gattung Pseudalopex
    - Andenschakal (Pseudalopex culpaeus)
    - Argentinischer Kampfuchs (Pseudalopex griseus)
    - Pampasfuchs (Pseudalopex gymnocercus)
    - Sechurafuchs (Pseudalopex sechurae)
    - Brasilianischer Kampfuchs (Pseudalopex vetulus)
  - Gattung Atelocynus
    - Kurzohrfuchs (Atelocyon microtis)
  - Gattung Cerdocyon
    - Maikong (Cerdocyon thous)
  - Gattung Speothos
    - Waldhund (Speothos venaticus)
  - Gattung Chrysocyon
    - Mähnenwolf (Chrysocyon brachyurus)
  - Gattung Nyctereutes
    - Marderhund (Nyctereutes procyonoides)
  - Gattung Cuon
    - Rothund (Cuon alpinus)
  - Gattung Lycaon
    - Afrikanischer Wildhund (Lycaon pictus)
  - Gattung Canis
    - Wolf (Canis lupus), einschließlich Haushund und Dingo
    - Rotwolf (Canis rufus)
    - Kojote (Canis latrans)
    - Goldschakal (Canis aureus)
    - Schabrackenschakal (Canis mesomelas)
    - Streifenschakal (Canis adustus)
    - Äthiopischer Wolf (Canis simensis) Kladogramm nach McKenna und Bell (Classification of mammals: Above the species level, 1997): Canidae (Hunde) |-- Vulpini | |-- Vulpes (Rotfuchs u.a.) | `-- N.N. | |-- Alopex (Polarfuchs) | `-- N.N. | |-- Urocyon (Graufüchse) | `-- Otocyon (Löffelhund) | `-- Canini |-- N.N. | |-- Dusicyon (Falklandfuchs) | `-- Pseudalopex (Andenschakal u.a.) | `-- N.N. |-- Chrysocyon (Mähnenwolf) `-- N.N. |-- Cerdocyon (Maikong) `-- N.N. |-- Nyctereutes (Marderhund) `-- N.N. |-- Atelocynus (Kurzohrfuchs) `-- N.N. |-- Speothos (Waldhund) `-- N.N. |-- Canis (Wölfe und Schakale) `-- N.N. |-- Cuon (Rothund) `-- Lycaon (Afrikanischer Wildhund)

Weblinks


- http://www.canids.org/index.htm (Englisch) ja:イヌ科

Hund (Spiel)

Hund ist ein Kartenspiel, welches vor allem in Schlesien verbreitet und in Deutschland nicht sehr bekannt ist. Es wird mit einem französischen Blatt (alle Karten von 2 bis Ass, ohne Joker) von vier Personen gespielt. Ziel des Spieles ist es, als erster Spieler keine Karten mehr auf der Hand zu haben. Es wird so lange gespielt bis ein Spieler alle Karten auf der Hand hat. Dieser ist dann der Verlierer, auch "Hund" genannt.

Spielgregeln


- Ziel des Spieles ist es als erster alle Karten abzulegen
- derjenige Spieler, welcher am Ende alle Karten auf der Hand hat ist der Verlierer
- der Spieler mit der Kreuz 2 muss beginnen und diese ausspielen.
- der folgende Spieler muss zwei Karten ausspielen: eine mit höherem Wert oder falls er diese nicht hat, die Karten auf die Hand nehmen und dann eine zweite Karte seiner Wahl.
- als höhere Karte gilt bis zum ausspielen der Kreuz Dame nur eine Karte der gleichen Farbe (Kreuz , Pik , Herz , Karo ), es muss also stets in der Farbe bedient werden oder aber der Stapel auf die Hand genommen werden.
- es werden so lange reihum Karten ausgespielt, bis ein Spieler den Stapel auf die Hand nehmen muss, danach spielt der nächste Spieler eine Karte aus.
- sobald die Kreuz Dame ausgespielt wird, hat dieser Spieler Kreuz als "Trumpf" und im Uhrzeigersinn die restlichen drei Spieler Pik, Herz und Karo. Es beinhaltet also einen großen taktischen Vorteil die Kreuz Dame zu haben.
- ab diesem Zeitpunkt sticht der persönliche Trumpf jede andere Farbe, nicht aber eine höhere Karte der gleichen Farbe.
- es wird so lange gespielt bis ein Spieler alle Karten auf der Hand hat, oder aber abzusehen ist, dass ein Spieler zwingend verlieren wird.
- der Spieler der drei mal in Folge verloren hat ist der "Hund".

Spielablauf

Alle Karten werden unter den vier Spielern aufgeteilt. Diese sortieren die Karten auf der Hand nach Farben und aufsteigend nach Werten (von 2 bis Ass). Derjeniger Spieler mit der Kreuz 2 beginnt. Er muss diese Karte ausspielen. Der nächste Spieler muss einen höhere Kreuz-Karte spielen, oder die Karte auf die Hand nehmen. Es ist ihm erlaubt auch freiwillig die Karten auf dem Tisch zu nehmen. Konnte oder wollte er die Kreuz 2 übertrumpfen, spielt er eine Karte seiner Wahl aus. Diese kann auch von einer anderen Farbe als Kreuz sein. Musste oder wollte er die Karte nehmen ist der nächste Spieler an der Reihe, der eine Karte seiner Wahl spielt. Es werden fortlaufend Karten auf einen Stapel gespielt, bis ein Spieler diesen auf die Hand nimmt. Hat ein Spieler die Karten genommen spielt der nächste Spieler nur eine Karte aus und der nächste wieder zwei wie oben beschrieben. Dies wird solange wiederholt bis ein Spieler die Kreuz Dame ausspielt. Ab diesem Zeitpunkt haben alle Spieler zusätzlich eine "Trumpffarbe" welche alle anderen Farben schlägt. Im Uhrzeigersinn sind dies Kreuz für den Spieler mit der Kreuz Dame, Pik, Herz und Karo. Nun kann der Spieler mit Karo als Trumpf z.B. einen Herz König mit einer Karo 2 übertrumpfen, nicht aber einen Karo König mit einer niedrigeren Karo-Karte. Das Spiel erlaubt dem Spieler viele taktische Spielzüge. Dies beginnt bei der Wahl der auszuspielenden Karten über den Versuch im ersten Teil des Spieles herauszufinden, wer die Kreuz Dame hat (dieser Spieler wird versuchen so viele Kreuz-Karten wie möglich auf die Hand zu bekommen und so auch Stapel nehmen, die er nicht unbedingt nehmen muss oder dies eben bewusst nicht tun) bis zur Wahl welche Kartenstapel man freiwillig nimmt oder nicht.

Beispiel

Spieltaktik

Hund verlangt vom Spieler taktisches Geschick und ein gutes Gedächtnis. Das gute Gedächtnis ist wichtig, um zu wissen, welcher Spieler welche wichtigen Karten hat. Das taktische Geschick ist für die Umsetzung dieses Wissens in vorteilhafte Spielzüge nötig. Es werden bei jedem normalen Spielzug stets zwei Karten gespielt. Die erste Karte ist eine defensive Karte; mit ihr muss verhindert werden die Karten auf dem Tisch nehmen zu müssen. Hier achtet der Spieler darauf keine zu hohe defensive Karte auszuspielen und sich möglichst seine eigene Trumpffarbe (so bekannt) auf der Hand zu behalten. Gleichzeitig sollte gerade bei kleinen Stapeln vermieden werden den anderen Spielern hohe Karten ihrer Trumpffarben zukommen zu lassen. Es gilt also generell so hoch wie nötig, aber so niedrig wie möglich. Die zweite auszuspielende Karte ist die offensive Karte. Sie dient entweder dazu den nächsten Spieler zur Aufnahme des Stapels zu nötigen, oder ihn zu zwingen seinerseits eine hohe Karte als defensive Karte auszuspielen. Diese Karte kann aber auch schlicht genutzt werden um sich einer niedrigen Karte zu entledigen. Gerade bei kleinen Stapeln wird diese Möglichkeit gerne genutzt. Erst ab einer bestimmten Kartenanzahl im Stapel lohnt es sich hohe Angriffskarten auszuspielen. Die Möglichkeit Stapel freiwillig zu nehmen erlaubt es den Spielern gezielt für sie nützliche Karten auf die Hand zu nehmen. Hier muss immer zwischen dem Nutzen der guten Karten und dem Schaden durch unerwünschte Karten im Stapel abgewogen werden. Generell lohnt es sich einen Stapel zu nehmen, wenn er mehr Karten der eigenen Trumpffarbe als andersfarbige Karten enthält. Kategorie:Kartenspiel

Hemmschuh

Ein Hemmschuh, oft auch Bremsschuh oder Radschuh genannt, ist ein Gerät zum Abbremsen von Fahrzeugen. Er wird zwischen Rad und Boden oder Schiene platziert, um durch die entstehende Reibung den Wagen zu bremsen.

Hemmschuhe bei der Eisenbahn

Schiene Hemmschuhe werden beim Rangieren von Eisenbahnwagen verwendet, hier in erster Linie im Abstoß- und Ablaufverfahren. Der Hemmschuh besteht aus Metall. Seine Unterseite muss auf das Profil der Schiene passen, auf der er verwendet werden soll. Aus diesem Grund gibt es mehrere Hemmschuhformen für die verschiedenen Schienenprofile. Der Hemmschuh besitzt eine Sohle mit einer nach vorne abgeflachten Zunge und seitlich angebrachter Führungsleiste. Auf der Sohle ist der Bock mit der Kappe und einem Handgriff befestigt. Der Hemmschuhleger legt den Hemmschuh vor dem heranrollenden Eisenbahnwagen in ausreichendem Bremswegabstand auf eine der beiden Schienen vor der Stelle auf, an der er den Eisenbahnwagen anhalten will – z. B. vor im Gleis stehenden Eisenbahnwagen oder vor einem Gleisabschluss. Um Schäden an Fahrzeugen und Ladung zu vermeiden muss er den zur Verfügung stehenden Bremsweg richtig einschätzen, wozu viel Erfahrung gehört. Ein Rad des aufzuhaltenden Eisenbahnwagens rollt über die Zunge auf die Sohle und stößt an den Bock mit der darauf befestigten Kappe. Über die starre Achse des Eisenbahnwagens wird das Rad, das auf dem Hemmschuh aufsitzt, von dem Rad auf der anderen Fahrzeugseite weiter gedreht, sodass infolge der Reibung zwischen Rad, Sohle und Kappe eine Bremswirkung entsteht; der Hemmschuh kann sich dabei sehr stark erwärmen. Um eine optimale Bremswirkung zu erreichen, muss der Hemmschuh richtig gepflegt sein; sowohl die Sohle als auch die Kappe müssen regelmäßig geschmiert werden. Es gilt zu verhindern, dass die Achse blockiert und die Bremswirkung dadurch geringer wird. Bei schlüpfrigen Schienen, etwa bei leichtem Schneefall, Nieselregen, Glatteis, Rauhreif oder dichtem Nebel werden Sohle und Schiene zur Erhöhung der Reibungswerte mit etwas Sand bestreut. Unter bestimmten Bedingungen dürfen Hemmschuhe auch zum Sichern stehender Schienenfahrzeuge verwendet werden. Siehe auch: Rangierbahnhof, Rangieren

Hemmschuhe bei Pferdekutschen

Hemmschuhe wurden früher bei von Pferden gezogenen Kutschen verwendet. Da die Bremswirkung der damals üblichen Schleifbremsen auf den eisenbereiften Rädern nicht ausreichte, um den Wagen auf langen Steilstrecken ausreichend zu bremsen, legten die Kutscher einen an der Achse oder dem Langbaum der Kutsche befestigten Hemmschuh vor das rechte Hinterrad, um das Gespann zu bremsen. Heutige Kutschen sind übwerwiegend mit Scheibenbremsen oder Trommelbremsen und gummierten Radflächen ausgerüstet, deren starke Reibung und Bremswirkung den Hemmschuh obsolet macht. Fahrer historischer Kutschen mit eisenbereiften Holzrädern verwenden heute meist den für asphaltierte Straßen konstruierten Wielandschen Hemmschuh, bei dem unter der Metallkonstruktion ein meist aus Birkenholz gefertigter Holzkeil eingelegt wird, der auf dem Asphalt für Reibung sorgt. Auf längeren Passabfahrten mit schweren Kutschen müssen diese Keile oft mehrfach ersetzt werden. Gemäß StVZO (§65 Abs.3) dürfen Hemmschuhe „nur als zusätzliche Hilfsmittel und nur dann verwendet werden, wenn das Fahrzeug mit einer gewöhnlichen Bremse nicht ausreichend gebremst werden kann“. Bei Friedenfels in der Oberpfalz (Steinwald) steht an einer steilen Gebirgsstraße eine Jahrhunderte alte Steinsäule mit der Aufforderung, Radschuhe anzulegen. (Radschuhsäule). Siehe auch: Fahrsport, Kutsche Kategorie:Pferdesport Kategorie:Bremse Kategorie:Schienenverkehr

Friedrich Hund

Friedrich Hund (
- 4. Februar 1896 in Karlsruhe; † 31. März 1997 in Göttingen) war ein deutscher Physiker. Nach dem Studium der Mathematik, Physik und Geographie in Marburg und Göttingen war er ab 1925 als Privatdozent für Theoretische Physik in Göttingen, Professor in Rostock (1927), Leipzig (1929), Jena (1946), Frankfurt am Main (1951) und ab 1957 wieder in Göttingen tätig. Er stellte 1925 die Hundsche Regel auf, eine empirische Regel in der Atomphysik. Es wurden mehr als hundert Aufsätze und Schriften von ihm veröffentlicht. In der Molekülphysik und -spektroskopie unterscheidet man nach Hund die so genannten (Hundschen) Kopplungsfälle (a) - (e), je nach der Art und Weise, in der die verschiedenen quantenmechanischen Drehimpulse (Elektronenspin, Bahndrehimpuls, Rotation) zum Gesamtdrehimpuls koppeln (Vektoraddition). 1974 erhielt Hund den Otto-Hahn-Preis für Chemie und Physik.

Literatur (Auswahl)


- Versuch einer Deutung der großen Durchlässigkeit einiger Edelgase für sehr langsame Elektronen, Dissertation, Universität Göttingen 1923
- Linienspektren und periodisches System der Elemente, Habil.Schrift, Universität Göttingen 1927
- Theoretische Physik, 1956
- Grundbegriffe der Physik, 1969
- Geschichte der Quantentheorie, 2. Aufl., 1975
- Geschichte der physikalischen Begriffe, 1956, 2. Aufl. (2 Bände), 1978 Hund, Friedrich Hund, Friedrich Hund, Friedrich Hund, Friedrich Hund, Friedrich Hund, Friedrich Hund, Friedrich

Weblinks


-
- http://www.teleschach.de/teleschach/f_hund.htm

Dieter Hundt

Dr. sc. techn. Dieter Hundt (
- 30. September 1938 in Esslingen) ist ein deutscher Unternehmer. Er ist verheiratet mit Christina Hundt (
- 1938) und hat 2 Kinder und 4 Enkelkinder. Nach dem Abitur am Hohenstaufen-Gymnasium in Göppingen Maschinenbau-Studium an der Eidgenössisch Technischen Hochschule (ETH) in Zürich. Promotion an der ETH mit einer bei der CIBA AG, Basel, durchgeführten Untersuchung mit dem Thema: “Die Arbeitsplatz- und persönliche Bewertung als Kriterien zur Bestimmung des Leistungslohnes. Ergebnisse und Auswertung in der Chemischen Industrie”. 1964 Berufseinstieg als Assistent des für Kernenergietechnik zuständigen Vorstandsmitglieds, anschließend als Vertriebsleiter für Siedewasserreaktoren bei „AEG-Telefunken AG“ in Frankfurt am Main; nach der Fusion der Reaktorbereiche von AEG und Siemens als Bereichsleiter bei der „Kraftwerkunion AG“, Frankfurt/Erlangen beschäftigt. Seit 1975 Geschäftsführender Gesellschafter der "Allgaier Werke GmbH", Uhingen (Baden-Württemberg). Seit Dezember 1996 Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) – zunächst Köln, später Berlin, und Vizepräsident der „Vereinigung der Wirtschafts- und Arbeitgeberverbände Europas“ (UNICE)– Brüssel. Seit 1994 ebenfalls Präsident der „Landesvereinigung Baden-Württembergischer Arbeitgeberverbände e. V.“, Stuttgart. Von 1990-1996 Mitglied des Präsidiums und des Vorstands der „Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA)". Von 1988-1996 Vorsitzender des „Verbands der Metallindustrie Baden-Württemberg e. V.“ (VMI), Stuttgart. 1988-1997 Vizepräsident des „Gesamtverbands der metallindustriellen Arbeitgeberverbände e. V.“ (Gesamtmetall), Köln. Seit 1998 Mitglied des Vorstands der „Deutschen Handelskammer in Österreich“, Wien, und seit 2001 1. Vizepräsident. Mitglied im Aufsichtsrat der "Deutschen Telekom AG", Bonn. Mitglied des Verwaltungsrats der "Landesgirokasse Stuttgart" und nach der Fusion von "Landesgirokasse", "Südwestdeutscher Landesbank" und "Landeskreditbank Baden-Württemberg" zur "Landesbank Baden-Württemberg" Mitglied in deren Verwaltungsrat, Stuttgart. Mitglied des Aufsichtsrats der "Stuttgarter Hofbräu AG", Stuttgart. Mitglied des Gemeinsamen Beirats der „Allianz Gesellschaften“, München. Vorsitzender des Aufsichtsrats der "Stauferkreis Beteiligungs-AG", Göppingen, sowie Mitglied des Beirats der "Mannheimer AG Holding", Mannheim. Seit 2002 Vorsitzender des Aufsichtsrats des „VfB Stuttgart 1893 e. V.“ 1998 Verleihung der Würde eines Senators ehrenhalber der Universität Stuttgart 1998 Ehrenbürger der Stadt Uhingen 2000 Verleihung des Großen Silbernen Ehrenzeichens mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich 2001 Verleihung des Großen Goldenen Ehrenzeichens des Landes Steiermark 2002 Verleihung des „Merkur-Preises“ durch die IHK Stuttgart für Verdienste um die deutsche Wirtschaft 2002 Verleihung des Großen Verdienstkreuzes mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland 2003 Verleihung des Ehrenrings der Stadtgemeinde Bad Aussee, Österreich 2003 Ernennung zum Ehrenvorsitzenden von Südwestmetall für die Verdienste um den Verband und die baden-württembergische Metall- und Elektroindustrie Private Interessen: Fußball, Wandern, Segeln, Skilaufen, Lesen, Musik und Familie.

Weblinks


-
- [http://www.allgaier.de/ Allgaier Werke GmbH]
- [http://www.bda-online.de Offizielle Homepage der BDA] Hundt, Dieter Hundt, Dieter Hundt, Dieter Hundt, Dieter

Muscat (grape)

:Muscat grape

best online casino mieszne gry katpar Forex Jamnik Jamniki Zoja










































:: RELATED NEWS ::
Bremen-Verden
Bremen-Verden var en svensk besittning i norra Tyskland under åren 1648-1719, belägen mellan floderna Elbes och Wesers nedre lopp och idag ingående i den tyska delstaten
Måne och sol
Måne och sol är en lovpsalm av Britt G Hallqvist från 1974, där Gud Fader, Son och Ande beskrivs utifrån sina gärningar. Används ofta istället för Allena Gud i himmelrik och Vi prisar dig och likn
Lova Herren, sol och måne
Lova Herren, sol och måne är en lovpsalm av Anders Frostenson från 1958, med utgångspunkt från Psaltaren 148. Allt skapat, himlakroppar, hav och berg, växter och djur och sist människor uppmanas att lova Herren. Melodi av Lennart Wenström-Lekare från 1958 (C-dur, 2/4). I Kyrkovisor har den fjärde versen en mer ursprunglig version: "barn i alla länder tackar Gud för
Jakob II av England
Jakob II av England och Jakob VII av Skottland (engelska James II, James VII ), född 14 oktober 1633St. James's Palace i Westminster, London, England,

Sofia av Pfalz
Sofia av Pfalz, född 14 oktober 1630, död 8 juni 1714, dotter till Elisabeth Stuart och Fredrik av Pfalz-Simmern (Fredrik V av Böhmen). Gift med Ernst August av Hannover Ba
Månförmörkelse
Månförmörkelse inträffar när solen, jorden och månen ligger i rad. Jordens skugga träffar månen som därmed blir förmörkad. Månen blir dock sällan helt svart, på grund av att lite solljus bryts i jordens atmosfär och träffar månen. Eftersom en större del av ljus med långa våglängder bryts, jämfört med kortare våglängder, så kommer månen att få en röd eller rödbrun färg. Till skilln
Falklandskriget
Falklandskriget är benämningen på den väpnade konflikten mellan Storbritannien och Argentina år 1982 om ögruppen Falklandsöarna (argentinskt/spanskt namn: Islas Malvinas). Kriget började med att argentinska styrkor landsteg på Falklandsöarna och Sydgeorgien. Detta innebar en krigshandling gentemot Storbritannien, då Falklandsöarna
Islas Malvinas
Falklandsöarna, eng. Falkland Islands, sp. Islas Malvinas, är en brittisk ögrupp i sydvästra Atlanten, vilken tillsammans med Sydgeorgien och Sydsandwichöarna utgör en brittisk kronkoloni. Huvudst
All Rights Reserved 2005 wikimiki.org