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Hunger

Hunger

Der Hunger ist eine Empfindung von Menschen und Tieren, die auftritt, wenn ein bestimmtes Glykogenniveau in der Leber unterschritten wird. Das in der Regel als unangenehm empfundene Gefühl selbst entsteht im Hypothalamus und wird durch Rezeptoren in Leber und Magen ausgelöst. Ein durchschnittlich ernährter Mensch kann etwa 50 Tage ohne Nahrungsaufnahme überleben, aber nur cirka 3 Tage ohne Flüssigkeit. Die Füllung des Magens spielt dabei jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Der Verzehr einer großen Menge Salat führt daher nicht zwangsläufig zu einem Sättigungsgefühl. Erst die nachhaltige Erhöhung des Glykoseniveaus beendet das Hungergefühl. Die Abschaltung des Hungers erfolgt daneben auf übergeordnete Weise durch Esshormone im Dünndarm wie auch im Esszentrum des lateralen Hypothalamus wie insbesondere den auch Esshormon genannten Neurotranmitter Serotonin, während Sättigungshormone wie insbesondere Cholezystokinin im Dünndarm und im Sättigungszentrum in den vetromedialen Nuclei des Hypothalamus das Gefühl der Sättigung einschalten. Von der Natur vorgegeben ist, dass der Mensch auch ohne Hunger mit und ohne Appetit auf besondere Nahrung viel essen kann, dass das aber nicht mehr geht, wenn die Sattheit eingetreten ist. Der Hunger lässt sich durch Erhöhung der Verfügung über Serotonin abschalten durch die fälschlich so genannten Appetitzügler wie beispielsweise das Medikament Reductil. Die Hauptantriebe zum Essen sind aber weder Hunger noch fehlende Sättigung, sondern der Appetit als eine Ausprägung der Suche nach Lebensfreude durch Essen und Trinken und die Essgewohnheiten. Der Appetit entsteht im Limbischen System des menschlichen Gehirns.

Siehe auch:


- Welthunger, Unterernährung, Hungersnot, Brot (in Notzeiten)
- Essstörung, speziell Adipositas (krankhaftes, zum Teil psychosomatisch bedingtes Bedürfnis, essen zu müssen)
- Hypothalamus, Handlungsbereitschaft
- Durst
- Appetit

Weblinks


- http://www.ernaehrung.de/tipps/essverhalten/essverhalten10.htm
- [http://www.learn-line.nrw.de/angebote/agenda21/thema/hunger.htm Ursachen für Hunger und Unterernährung im Hinblick auf nachhaltige Entwicklung] Agenda 21 Treffpunkt im Bildungsserver learn:line NRW
- [http://www.hunger-oder-gier.de/ »Hunger« (ein Theaterstück über den Hunger)] Kategorie:Ernährung Kategorie:Wahrnehmung Kategorie:Motivation simple:Hunger

Empfindung

Projekt zur Überarbeitung des Themengebiets Wahrnehmung gestartet. Siehe Wikipedia:WikiProjekt Wahrnehmung.
Der Ausdruck Empfindung bezeichnet die Sinneserfahrung. Gefühlt wird primär mit den fünf Sinnen (Gehör-, Tast-, Geschmacks-, Geruchs-, Seh (Gesichts)-Sinn). Hierüber hinaus spielen häufig auch Empfindungen eine Rolle, die nicht mit den fünf Sinnen erfasst werden können und eine Reaktion auf das individuelle Erfassen der Umgebung sind: man fühlt sich unwohl, hat Angst oder freut sich. Für das allgemeine Empfinden eines Menschen spielt sowohl das körperliche Befinden als auch das seelische Empfinden eine große Rolle. Dabei kann dieses auch durch körpereigene Faktoren, wie z.B. Hormone, beeinflusst werden. Ist das Empfinden dauerhaft gestört, so ist mit krankhaften (körperlicher und seelischer/psychosomatischer) Veränderungen eines Menschen zu rechnen.

Zitat

Freilich wissen wir nichts von der besonderen Empfindungsweise eines anderen, aber gewöhnlich wissen wir nicht einmal, dass wir nichts davon wissen, da die Empfindungsweise der anderen uns einfach gleichgültig ist. - Marcel Proust siehe auch: Empfindsamkeit Kategorie:Wahrnehmung

Tiere

Wissenschaftlich bilden die Tiere ein Reich der Domäne der Eukaryoten. Das Tierreich ist in diverse Untergruppen untergliedert, darunter auch die Stämme, die auch Phyla genannt werden. Die Naturwissenschaft von den Tieren ist die Zoologie. Tiere sind Lebewesen, die ihre Energie nicht durch Photosynthese gewinnen, sondern sich von anderen tierischen oder pflanzlichen Organismen ernähren und Sauerstoff zur Atmung benötigen. Die meisten Tiere sind ortsbeweglich und mit Sinnesorganen ausgestattet. Naturwissenschaftlich gesehen ist auch der Mensch als Tier zu betrachten. Die Verhaltensbiologie hat gezeigt, dass höher entwickelte Tiere sich komplizierterer Verhaltensmuster und gewisser Zeichensysteme bedienen (Tiersprache). Auch zu abstraktem Denken zeigen sich neben dem Menschen einige Tierarten zumindest in Ansätzen fähig. Außer dem Menschen sind allerdings keine Tierarten bekannt, die in der Lage sind, hochentwickelte Kulturen hervorzubringen. Die in den meisten Sprachen übliche Unterscheidung zwischen Mensch und Tier ist wissenschaftlich gesehen jedoch nicht haltbar. Zum Verhältnis des Menschen zu anderen Tieren („Mensch-Tier-Verhältnis“) siehe auch Philosophische Anthropologie. Meist werden die Tiere heute mit den Vielzellern gleichgesetzt. Traditionell werden jedoch auch eine ganze Gruppe von Einzellern, die Protozoa zu den Tieren gerechnet. Dies kann biologisch allerdings nicht mehr gerechtfertigt werden. Die mit den eigentlichen Vielzellern am engsten verwandte Gruppe sind die Kragengeißeltierchen (Choanoflagellata). Sie werden in dieser Systematik mit zu den Tieren gezählt. Die evolutionäre Schwestergruppe der Tiere sind dann interessanterweise die Pilze, die traditionell zu den Pflanzen gerechnet wurden. Tiere (in dieser Definition) und Pilze zusammen werden auch als Opisthokonthen bezeichnet.

Tiere und der Mensch

Tiere werden vom Menschen seit frühesten Zeiten verehrt, bekämpft und auch als Nutz- oder Haustiere gehalten. Der Mensch unterscheidet je nach dem gegenseitigen Verhältnis:
- Heilige Tiere
- Wildtiere
- Nutztiere, (Vieh, Zugtiere, Schlachttiere)
- Haustiere
- Schädlinge und Nützlinge Heilige Tiere können lebendige Manifestationen von Tiergöttern sein, die beispielsweise im Alten Ägypten vielfach verehrt wurden. Im Verlauf von rituellen Handlungen können Tiere auch als Opfer dienen. Siehe auch: Systematik des Tierreiches, Rekorde im Tierreich, seltene und endemische Tiere Deutschlands

Weitere Informationen

Weblinks


- [http://Das-Tierlexikon.de Tierlexikon]
- [http://Tierwissen.de Tierwissen] ! ja:動物 ko:동물 ms:Haiwan simple:Animal th:สัตว์ zh-min-nan:Tōng-bu̍t

Gefühl

Der Begriff Gefühl kann in der Psychologie bedeuten:
- In der Emotionspsychologie das subjektive Erleben einer Emotion.
- In der Wahrnehmungspsychologie eine Sinneswahrnehmung, siehe haptische Wahrnehmung.
- In der phänomenologischen Psychologie ist Gefühl ein Moment des Erlebens und Erkennens, siehe Wahrnehmungspsychologie.

Rezeptor

Als Rezeptor wird in der Biologie auf zellulärer Ebene eine spezialisierte Zelle bezeichnet, die bestimmte äußere und innere chemische oder physikalische Reize in eine für das Nervensystem verständliche Form bringt, oder auf molekularer Ebene ein Protein oder einen Proteinkomplex, das bzw. der aus der Oberfläche einer Biomembran herausragt und für die Bindung verschiedener Partikel sorgt, welche in die Zelle importiert werden oder im Inneren der Zelle biochemische Signalprozesse auslösen.

Sinneszellen

Sinneszellen als Rezeptoren kann man grob mit einem biologischen Sensor vergleichen. Der Rezeptor ist das erste Glied unserer Sinne. Jeder Rezeptor ist auf einen speziellen Reiz ausgelegt - und zwar nur auf diesen - und wandelt diesen Reiz proportional zu der Reizstärke in ein Rezeptorpotenzial, das ab einer gewissen Reizschwelle als Aktionspotenzial an das ZNS weiter geleitet wird. So wandelt die Netzhaut des Auges Lichtimpulse um, reagiert aber auch auf Druck, allerdings so, dass auch hier visuelle Eindrücke an das ZNS vermittelt werden. Der Grund hierfür ist die sog. Reiz-oder Empfindungsspezifität. Der Rezeptor gibt lediglich elektrische Signale in Form von Aktionspotenzialen variabler Frequenz an das ZNS weiter. Dort werden sie gemäß der Gehirnregion, in welcher sie ankommen, interpretiert. Kommt eine Folge von AP also im visuellen Cortex an, wird sie als Seheindruck interpretiert, unabhängig davon, ob sie durch Licht oder durch Druck ausgelöst wurde. Hinsichtlich des Auftretens von Aktionspotenzialen unterscheidet man zwei Arten von Sinneszellen: # primäre Sinneszellen: Sie sind Neurone, die selbst Aktionspotenziale ausbilden. Dazu gehören z.B. Nozizeptoren als freie Nervenendigungen, die u.a. Hitzereize, starke mechanische Reize oder "Schärfe" über den allgemeinen chemischen Sinn vermitteln. Auch Mechanorezeptoren sind primäre Sinneszellen. Das sind spezialisierte Rezeptorenden von Nervenfasern, die durch mechanische Reize wie Dehnung und Druck erregt werden. Dazu gehören die Berührungsrezeptoren der Haut (vgl. Tastsinn), aber auch die Propriozeptoren von Muskeln, Bändern, Sehnen. Die Riechzellen in der Nasenschleimheit sind auch primäre Sinneszellen. # sekundäre Sinneszellen: Sie generieren nicht selbst Aktionspotenziale, sondern haben mit dem ersten afferenten Neuron, das die Aktionspotenziale weiterleitet, eine Synapse. Zu den sekundären Sinneszellen gehören die Geschmacksrezeptoren, die in sog. Geschmacksknospen zusammenliegen. Auch die Photorezeptoren der Netzhaut sowie die Haarzellen im Innenohr und Sinneszellen im Gleichgewichtsorgan sind sekundäre Sinneszellen. Alle Rezeptoren mit Ausnahme der Photorezeptoren werden bei Erregung depolarisiert. Die Photorezeptoren werden hyperpolarisiert. Rezeptoren sind spezifisch für eine Sinnesempfindung.

Membranrezeptoren

Membranrezeptoren befinden sich an der Oberfläche von Biomembranen und bestehen aus Proteinen, die häufig mit zusätzlichen Modifikationen versehen sind (z.B. Kohlehydratketten). Sie besitzen eine bestimmte Passform für kleine Moleküle, die sog. Liganden, oder Teile größerer Moleküle, die nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip an die Rezeptorstruktur andocken. Sie dienen der Signalübertragung (z.B. von Zelle zu Zelle, siehe auch Signaltransduktion) oder dem Import von Substanzen in die Zelle, können aber auch von Viren genutzt werden, um in eine Wirtszelle einzudringen.

Rezeptoren des Cytoplasmas und des Zellkerns

Ferner existieren ligandenbindende Rezeptoren, die nicht in der Membran, sondern im Cytoplasma oder Zellkern einer Zelle lokalisiert sind. Sie binden zum Beispiel hydrophobe Hormone wie den Cholesterinabkömmling Cortison oder das Schilddrüsenhormon Thyroxin. Dabei entsteht ein aktiver Transkriptionsfaktor, welcher die Expression der Gene im Zellkern steuert. Die signalübertragenden Rezeptoren unterteilt man in ionotrope und metabotrope Rezeptoren.

Siehe auch

Transmembranrezeptor - Adrenozeptor - Barorezeptor - Osmorezeptor- Thermorezeptor - Effektor - Reizfilterung Kategorie:Zellbiologie Kategorie:Biophysik Kategorie:Kybernetik Kategorie:Wahrnehmung Kategorie:Rezeptoren ja:受容体 th:รีเซพเตอร์

Magen

, 3=Zwölffingerdarm, 4=Dünndarm, 5=Blinddarm, 6=Appendix, 7=Dickdarm, 8=Enddarm, 9=Anus]] Der Magen (griech. Gaster, lat. Ventriculus) ist ein Verdauungsorgan aller Tiere. Die primitivste Form findet man bei den Polypen, dort ist der Magen auch Ausscheidungsorgan. Der Magen ist ein Hohlorgan aus Muskelgewebe, der innen mit einer Schleimhaut ausgekleidet ist. Im Gegensatz zum einhöhligen Magen des Menschen und der meisten Tierarten, besitzt der Magen bei Wiederkäuern und Vögeln mehrere abgegrenzte Hohlraumsyteme (mehrhöhliger Magen). In diesem Hohlraum wird der Nahrungsbrei mit dem Magensaft vermengt, der im Wesentlichen aus dem eiweißspaltenden Enzym Pepsin, Salzsäure, Lipasen und Schleim besteht. Im Ruhezustand sondern die Drüsen etwa 10 ml Magensaft pro Stunde ab. Bei Nahrungsaufnahme kann die Bildung von Magensaft auf bis zu 1000 ml pro Stunde beschleunigt werden. Die Bildung wird sowohl durch Nerven-Impulse (vor allem vor der Nahrungsaufnahme) als auch durch Hormone gesteuert. Durch Muskelkontraktion (Peristaltik) wird der Nahrungsbrei weiter zum Pförtner transportiert. Dieser bildet einen Verschluss zwischen Magen und Darm. Er öffnet sich regelmäßig, um den Nahrungsbrei gleichmäßig in den Zwölffingerdarm weiterzuleiten. Zwölffingerdarm

Biologische Bedeutung

Vorverdauung

Die eigentliche Verdauung und Resorption findet bei den meisten Tieren und beim Menschen im Darm oder spezieller im Dünndarm statt. Im Magen werden vor allem die Proteine (Eiweiße) in ihre Bestandteile zerlegt. Fette passieren den Magen größtenteils ungehindert, da nur geringe Mengen an Lipasen gebildet werden, ebenso Kohlenhydrate. Im Magen werden Feststoffe verflüssigt und damit bereit für die weitere Verdauung gemacht.

Abtöten von Bakterien

Der saure Magensaft verhindert effektiv das Überleben der meisten Bakterien. Eine Ausnahme stellt allerdings das Bakterium Helicobacter pylori dar, da es in der Lage ist, sich unterhalb der schützenden Schleimschicht anzusiedeln.

Regelmäßige weitere Verdauung

Der Magen ermöglicht es, dass wir mit wenigen größeren Mahlzeiten pro Tag auskommen. Der Pförtner sorgt dafür, dass alle Stoffe genügend lange im Magen verbleiben und ausreichend mit den Verdauungssäften versetzt werden. Diese werden dann langsam und gleichmäßig dem Darm zugeführt.

Aufbau beim Menschen und Tieren mit einhöhligem Magen

Makroskopie

Helicobacter pylori Von außen gesehen unterscheidet man am Magen die große und die kleine Krümmung (Curvatura major und Curvatura minor), die vereinfacht ausgedrückt den rechten beziehungsweise linken Rand darstellen und an denen das sog. große beziehungsweise kleine Netz (Omentum majus und minus) befestigt sind. Makroskopisch wird er in folgende Bereiche untergliedert:
- Die
Cardia ("Magenmund", "Mageneingang") stellt den Übergang zwischen Speiseröhre (Oesophagus) und dem Magen dar.
- Der Magenfundus
ist der Teil der Magenblase, der über der Cardia liegt und in der Regel luftgefüllt ist.
- Der Corpus ("Magenkörper") macht den größten Anteil des Magens aus.
- Dem Corpus nach "unten" schließt sich das Antrum an.
- Am Übergang zum Duodenum (Zwölffingerdarm) befindet sich der Pylorus ("Pförtner"), der als Sphinkter (Schließmuskel) fungiert.

Histologie

Mikroskopisch gesehen besteht der Magen aus:
- der Magenschleimhaut (Tunica mucosa gastrica) mit einer Vielzahl von Drüsen
- einer Muskelschicht (Tunica muscularis gastrica) aus glatter Muskulatur
- einem Überzug von Serosa (Peritoneum)

Zellarten und deren Sekretion

Der Magen besitzt für die Sekretion von Hormonen und anderen Sekreten in seiner Schleimhaut verschiedene Zellarten, die an typischen Stellen des Magens lokalisiert sind (siehe Abbildung und Tabelle).

Magen der Wiederkäuer

Bei Wiederkäuern sind dem eigentlichen mit einer drüsenhaltigen Schleimhaut ausgekleideten Magen, hier als Labmagen bezeichnet, noch 3 Vormagenabschnitte vorgeschaltet. Dies sind Pansen, Netzmagen und Blättermagen. Sie besitzen eine drüsenlose Schleimhaut. In diesen Vormägen finden der mikrobiologische Aufschluss von Zellulose sowie erste Resorptionsvorgänge statt.

Magen der Vögel

Der Magen der Vögel ist in zwei Abschnitte unterteilt. Im eigentlichen Drüsenmagen (Proventriculus) werden ebenfalls Enzyme und Salzsäure abgegeben. Diesem Drüsenmagen ist ein Muskelmagen (Ventriculus) nachgeschaltet. Er besteht aus kräftiger Muskulatur und dient der mechanischen Zerkleinerung der Nahrung und ersetzt so die Funktion der Zähne. Die Drüsen des Muskelmagens sondern ein Sekret ab, das durch die Salzsäure des Proventriculus zu einer Reibeplatte aushärtet (Koilinschicht). Zudem nehmen viele Vögel Steine (oder andere harte Partikel wie Muscheln bei Seevögeln) auf, die zusammen mit dieser Reibeplatte die Nahrung zermahlen. Diese Magensteine werden als Gastrolithen oder als Grit bezeichnet. Bei Vögeln mit leichtverdaulicher oder weicher Nahrung ist der Muskelmagen nur gering entwickelt.

Siehe auch


- Magenerkrankung
- Magenknurren

Weblinks


- http://www.m-ww.de/enzyklopaedie/anatomie_atlas/anatomie_magen.html
- http://www.endoline.de/html/magen.html
- http://www.wzw.tum.de/humanbiology/data/motility/35/ Kategorie:Verdauungsapparat ja:胃 simple:Stomach

Sättigung (Physiologie)

Mit der Sättigung signalisiert der Körper, dass die Nahrungsaufnahme beendet werden soll. Das Gefühl des Sattseins entsteht im Gehirn. Der Auslöser des Gefühls ist das Erreichen eines Glykogenniveaus in der Leber und zum geringen Teil auch die Füllung des Magens. Neben diesesn physiologischen Faktoren scheinen nach neuesten Erkenntnissen aber auch psychologische Faktoren bei der Vermittlung des Sättigungsgefühls eine wichtige Rolle zu spielen. So haben Forscher der Cornell-Universität in Ithaca (USA) 2005 entdeckt, dass optische Eindrücke das Sättigungsgefühl sogar stärker bestimmen als die tatsächliche Magenfüllung: eine Person isst i.d.R. - unabhängig von der tatsächlich aufgenommenen Nahrungs- und Kalorienmenge - solange, bis sich der Teller sichtbar leert. Dabei fühlt sie sich nach größeren Portionen weder stärker gesättigt, noch ist ihr die höhere Kalorienaufnahme bewusst. Eine sinnvolle Strategie zur Kalorienzufuhr bei einer Diät ist es demnach, kleinere Teller und Gefäße zu benutzen und diese gut zu füllen, da ein Mensch die Nahrungsmenge vor Beginn und während einer Mahlzeit hauptsächlich anhand optischer Kriterien abzuschätzten scheint (siehe: Obesity Research, 2005, Bd. 13, S. 93). Von vergleichbarem Wert ist es, volumenreiche Nahrung zu bevorzugen, insbesondere Obst und Gemüse, die stark wasserhaltig sind. Dagegen sind im Interesse der Verrin- gerung der Kalorienzufuhr Produkte, die wegen hoher Anteile tierischer Fette und/oder Zucker bei wenig Masse viel Energie liefern, in der Regel zu vermeiden. Ratsam ist es auch, vor den Mahlzeiten eine gute Portion Wasser zu trinken, da dies durch die Beschäftigung von Magen und Darm schon eine gewisse Sättigung herbeiführt. Im Gegensatz zum Hungergefühl, das durch die Aktivierung des langlebigen Neurohormons Serotonin zentralnervös für viele Stunden abgeschaltet werden kann, hat jede zentralnervöse Hergeiführung der Sättigung nur eine zeitlich begrenzte Wirkung. Denn die Sättigungshormone, voran Cholezystokinin, haben nur eine "Halbwertzeit" von wenigen Minuten. Die Bedeutung der Sättigung bei der Bekämpfung der Adipositas und Erlangung der Kontrolle über das Körpergewicht versteht sich nur im physiologisch vorgegebenen Wechselspiel von Appetit, Hunger und Sättigung. Der Appetit, der im Limbischen System entsteht und der Hunger, der im Esszentrum des lateralen Hypothalamus kontrolliert wird, treiben zum Essen an, wobei die Anwesenheit von Appetit oder Hunger jeweils allein reicht um den Essreiz auszulösen. Nur die Sättigung, die zentralnervös in den ventromedialen Nuclei des Hypothalamus gesteuert wird, beendet jeden Drang zum Essen. Die fälschlich so genannten "Appetitzügler" setzen durchweg über die Aktivierung des Esshormons Serotonin am Hungergefühl an, der Appetit wird dadurch auf keine Weise verringert. Der Einsatz eines solchen Produkts kann daher immer nur eine Hilfe zu den umfassenden Bemühungen um eine grundlegende Änderung des Ess- und Bewegungs- verhaltens sein, ohne die Gewichtsprobleme nicht nachhaltig zu lösen sind. Man denke nur an den gefürchteten Jojo-Effekt. Ist indes der Hunger beseitigt und nutzt man klug die Möglichkeiten, immer wieder ohne viel Kalorien eine Sättigung zu erreichen, kann man mit guter Motivation und viel Geduld des Problems Herr werden. Kategorie:Physiologie

Cholezystokinin

Cholecystokinin (CCK) ist ein Peptid-Hormon des Magen-Darm-Trakts. Auch im Gehirn spielt es eine gewichtige Rolle als Neurotransmitter. Wörtlich übersetzt heißt der Name auf deutsch Gallenblasenbeweger. Synonym zu dem Begriff Cholezystokinin wird auch der Begriff Pankreozymin verwendet. Cholecystokinin ist aber auch zentralnervös beteiligt an der Herstellung des Sättigungsgefühls.

Struktur

CCK setzt sich aus 33 Aminosäuren zusammen. Es ähnelt in seiner Struktur dem Gastrin. Die letzten 5 C-terminalen Aminosäuren sind identisch mit dem Gastrin. CCK wird über ein Vorstufe - dem Preprocholecystokinin - produziert.

Bildungsort

Es wird im oberen Zwölffingerdarm in speziellen endokrinen Zellen, den sogenannten I-Zellen, produziert. Die Ausschüttung des Hormons wird durch Fett- und Aminosäuren im Nahrungsbrei angeregt.

Zielorgan und Wirkungsweise

Zielorgane von Cholecystokinin sind Gallenblase und Pankreas. Es CCK regt die Pankreassekretion an und bewirkt gleichzeitig eine Kontraktion der glatten Muskulatur der Gallenblasenwand und dadurch den Gallenfluss. Es stimuliert die Motorik von Dünndarm und Dickdarm. Darüber hinaus spielt es bei der Entstehung von Angst und Panik sowie bei Angst- und Panikerkrankungen (Phobien) eine Rolle.

Weblinks

[http://www.psychiatriegespraech.de/sb/angst/angst_aetiol.htm psychiatriegespraech.de Angst] Kategorie:Hormon

Welthunger

Mit dem Ausdruck Welthunger wird die dramatische Situation beschrieben, dass derzeit (2004) rund 852 Millionen Menschen von Hunger und Unterernährung betroffen sind (1990 waren es 822 Millionen) (Quelle: FAO). Das ist etwa jeder achte Mensch auf der Erde (davon rund 777 Millionen in den Entwicklungsländern). Jeden Tag sterben bis zu 100.000 Menschen an Hunger oder seinen Folgen, alleine 1999 sind 30 Millionen Menschen weltweit direkt oder indirekt am Hunger gestorben. Die meisten Hungernden leben in Asien (550 Millionen), gefolgt von Afrika mit 170 Millionen Menschen. Hunger ist ebenso in Lateinamerika und vielen osteuropäischen Ländern ein Problem. Viele Hungerexperten sind der Ansicht, dass man Hunger letzten Endes nur durch Bildung reduzieren könne. Menschen mit Bildung sind am ehesten in der Lage, aus dem Armutskreislauf auszubrechen, durch den Hunger verursacht wird (siehe Hilfe zur Selbsthilfe). Trotz zahlreicher Hilfsprogramme stiegen die absoluten Zahlen der Hungernden in der Welt an, allein relativ zur Zunahme der Weltbevölkerung konnte eine leichte Reduzierung festgestellt werden. Litten 1990 noch 20 % der Weltbevölkerung an Hunger, so waren es 1999 relativ zur Bevölkerungszunahme 19 %. Ein positiveres Bild bietet sich, wenn man die Zahlen in einem größeren Zeitraum vergleicht. So ging die Zahl seit 1970 weiter zurück. Durch Kürzungen von Sozialleistungen für slowakische Roma und Sinti gab es im Februar 2004 zum ersten Mal seit Jahrzehnten einen Hungeraufstand in Europa.

Literatur


- Josef Nussbaumer unter Mitarbeit von Guido Rüthemann: Gewalt.Macht.Hunger. StudienVerlag, ISBN 3-7065-1558-X
- Jean Ziegler: Wie kommt der Hunger in die Welt? Ein Gespräch mit meinem Sohn. München 2002, ISBN 3-570-30059-5
- Claus Leitzmann: Welternährung zu Beginn des 21. Jahrhunderts: Die globale Ernährungssituation.
- Biologie in unserer Zeit. 31(6), S. 408-416 (2001), ISSN 0045-205X

Weblinks


- [http://www.fao.org www.fao.org] - FAO - Ernährungsprogramm der UN (englisch)
- [http://www.fh.org www.fh.org] - Food for the Hungry (englisch)
- [http://www.hilfsorganisationen.de/MENUE/International/ www.hilfsorganisationen.de] - Internationale Hilfsorganisationen
- [http://www.thehungersite.de www.thehungersite.de] - Nutzer können kostenlos Essen spenden für Hungernde gegen Anzeige einer Werbeseite

Siehe auch

Hungerländer, Hungersnot, Hungertod, Welthungerhilfe, Brot für die Welt Kategorie:Entwicklungshilfe

Hungersnot

Eine Hungersnot ist ein Phänomen, bei dem ein großer Prozentsatz der Bevölkerung einer Region oder eines Landes unterernährt ist und Tod durch Verhungern in großem Maße zunimmt. Hunger war in der alten Welt so weit verbreitet, dass der Hunger neben Krieg, Pest und Tod einer der vier Apokalyptischen Reiter war. Trotz der viel größeren technologischen und ökonomischen Möglichkeiten der modernen Welt, kommt Hunger noch in vielen Teilen der Welt vor, meistens in den Entwicklungsländern. Ursache von Hungersnöten sind Missernten bei gleichzeitig fehlender Vorratshaltung durch natürliche Gründe wie Unwetter, Schädlinge, sonstige Naturkatastrophen und künstliche Hungersnöte, hervorgerufen durch Krieg, oder absichtlich mit genozidaler Absicht ausgelöst. Im letzter Zeit werden zunehmend nicht nur die natürlichen und ökonomischen Ursachen der Hungersnöte betrachtet, sondern auch die politischen Gründe analysiert. Der herausragende Wirtschaftswissenschaftler Amartya Sen, hat angemerkt, dass es in keiner funktionierenden Demokratie jemals zu einer Hungersnot gekommen ist. Hunger hat eine starke Auswirkung auf Demographie, z. B. ist beobachtet worden, dass Perioden des umfangreichen Hungers zu eine Verringerung der Zahl der weiblichen Kinder führen kann. Demographen und Historiker debattieren die Ursachen dieser Tendenz. Einige glauben, dass Eltern absichtlich männliche Kinder bevorzugen (indem Sie weibliche Kinder töten oder verkaufen, siehe Infantizid). Andere glauben, dass biologische Prozesse die Ursache sein können. Wie der Wirtschaftswissenschaftler Amartya Sen beobachtet, ist Hunger normalerweise ein Problem der Nahrungsmittelverteilung und Armut, nicht ein absoluter Mangel an Nahrung. In vielen Fällen wie dem Großen Sprung nach vorn, Nordkorea in der Mitte der 90er oder Zimbabwe seit dem Jahr 2000, kann Hunger als Resultat der Regierungspolitik angesehen werden. Im schlimmsten Fall wird Hunger zum Werkzeug einer repressiven Regierungen als Mittel, eine unerwünschte Bevölkerungsgruppe zu beseitigen, wie im Holodomor in der Ukraine während der dreißiger Jahre. In anderen Fällen wie Somalia, ist Hunger eine Konsequenz des Bürgerkrieges, da Nahrungsmittelverteilungssysteme unterbrochen werden. Heute werden Stickstoff-Düngemittel, neue Schädlingsbekämpfungsmittel, Neulandgewinnung und andere landwirtschaftliche Technologien als Waffen gegen den Hunger verwendet. Sie erhöhen die Getreideernte um das zwei-, drei- oder vielfache. Entwickelte Nationen teilen diese Technologien mit Entwicklungsländern, die ein Hungerproblem haben. Da jedoch Hunger in der heutigen Zeit normalerweise das Resultat von Kriegen oder Verteilungsproblemen ist, ist es fraglich, wieviel Auswirkung neue landwirtschaftliche Technologien auf diesem Problem haben würden. Obwohl eigentlich genügend Nahrungsmittel für die gesamte Weltbevölkerung vorhanden wären, gibt es auch im 21. Jahrhundert vor allem in Afrika immer noch katastrophale Hungersnöte.

Ursachen von Hungersnöten am Beispiel Sahelzone

Grundsätzlich kann festgestellt werden, dass neben den natürlichen Ursachen der ausbleibenden Niederschläge oder Niederschlägen zur falschen Zeit und Erosionsschäden vor allem der Mensch zu Hungersnöten beiträgt:
- durch unterlassene Hilferufe
- allgemeine Kriegswirren
- fehlende Anreize zur Überschussproduktion (zu tiefe staatl. Aufkaufpreise)
- Vermarktungsverbote
- Verstaatlichung von Großbetrieben; niedrige Produktivität, unrationelle Arbeitsweise
- fehlende Infrastruktur
- hoher Bevölkerungsdruck
- durch kolonialzeitliche Grenzfestsetzungen in Vielvölkerstaaten
- politische Willkürmaßnahmen der Machthaber

Hungersnöte in der Geschichte

Asien

China


- 1333-37 große Hungersnot mit 4.000.000 Toten.
- 1876-79 große Hungersnot in Nordchina mit 11.000.000 Toten.
- 1892-94 große Hungersnot mit 1.000.000 Toten.
- 1896-97 große Hungersnot mit 5.000.000 Toten.
- 1920-21 große Hungersnot in Nordchina mit 500.000 Toten.
- 1928-29 große Hungersnot mit 10.000.000 Toten.
- Die größte Hungersnot in China, und vielleicht der ganzen Weltgeschichte, wurde von 1959-61 durch den Großen Sprung nach vorn ausgelöst, einem sozialen Experiment, dem 30 - 43 Mio. Menschen zum Opfer fielen.

Indien


- 1630-1631 gab es eine große Hungersnot in Indien. Aufzeichnungen zeigen, dass der Kannibalismus so verbreitet war, dass menschliches Fleisch auf dem freien Markt verkauft wurde.
- 1770 erste bengalische Hungersnot mit 6.500.000 Toten.
- 1866 Hungersnot in Bengalen und Orissa mit 1.500.000 Toten.
- 1876-78 große Hungersnot mit 5.000.000 Toten.
- 1899-1900 Hungersnot mit 1.250.000 Toten.
- 1943-44 eine weitere Hungersnot in Bengalen.
- 1966 Hungersnot in Bihar. Die USA teilten 900.000 Tonnen Korn zu, um den Hunger zu bekämpfen.

Vietnam


- Die japanische Besetzung während des Zweiten Weltkrieges verursachte die Vietnamesische Hungersnot von 1945, die 2 Million Opfer kostete.
- Nach der Wiedervereinigung des Landes nach dem Vietnamkrieg, kam es in den achtziger Jahren zu einer kurzen Hungernot, die viele Leute veranlasste, das Land zu verlassen.

Kleinasien


- ca. 1200 v. Chr.: Hungersnot in Kleinasien, bezeugt durch Erwähnung von Getreide-Hilflieferungen an das Hethiterreich in Schriftquellen aus Ägypten und Ugarit in Syrien.

Afrika

Hunger ist auch im Afrika der modernen Zeit weit verbreitet. Viele Länder produzieren nicht genug Nahrungmittel und sind auf Importe angewiesen. Klimaschwankungen, Dürren, Bodenunfruchtbarkeit, Erosion und Heuschreckenschwärme können zu Ernteausfällen führen. Ein weitere Unsicherheitsfaktor sind politische Instabilität, bewaffnete Konflikte und Bürgerkriege, Korruption und Misswirtschaft, außerdem eine Handelspolitik, die die afrikanische Landwirtschaft schädigt. Schließlich hat AIDS auch langfristige ökonomische Effekte auf die Landwirtschaft, indem es die in der Landwirtschaft tätige Bevölkerung zurück geht.
- 1968-74 Hungersnot in der Sahelzone
- 1973 Hungersnot in Äthiopien
- 1982-85 Hungersnot in Äthiopien
- 2000 Hungersnot in Simbabwe
- 2005 Hungersnot in Niger

Ausgewählte nicht von Menschen erzeugte Hungersnöte

(Schätzungen nach Encyclopedia Britannica 1992)

Künstliche, durch Menschen erzeugte Hungersnöte

(Schätzungen nach Lexikon der Völkermorde 1998)

Prävention

Hungersnöte können verhindert werden durch folgende Maßnahmen:
- Vorratshaltung, sowohl staatlicherseits als auch von privater Seite
- Geburtenkontrolle
- Erhöhung der landwirtschaftlichen Produktion
- Beseitigung der Ursachen von Ernteschädlingen

Bücher


- Jean Ziegler: Wie kommt der Hunger in die Welt? Ein Gespräch mit meinem Sohn, Bertelsmann, München 2002, ISBN 3-570300595
- Gewalt.Macht.Hunger, Josef Nussbaumer unter Mitarbeit von Guido Rüthemann ( http://www.studienverlag.at/titel.php3?TITNR=1558 )
- Mike Davis: Die Geburt der Dritten Welt, Verlag Assoziation, 2004, ISBN 3-935936117
- Gunnar Heinsohn: Lexikon der Völkermorde, Rowohlt, Hamburg 1998, ISBN 3-499-22338-4

Siehe auch


- Hunger
- [http://www.thehungersite.de/ Webseite über Hunger] ! ja:飢饉

Brot

Brot ist ein traditionelles Nahrungsmittel der westlichen Welt, das aus einem Teig aus gemahlenem Getreide (Mehl), Wasser, Hefe (oder Sauerteig) und eventuell weiteren Zutaten gebacken wird. Das feste, dunkle Äußere des Brotes heißt Kruste; die zwei Enden, falls vorhanden, nennt man Kuppen, Knäppchen oder auch Kanten.

Zusammensetzung

Kanten] Die Definition für Brot nach den "Leitsätzen für Brot und Kleingebäck" (siehe Weblinks), veröffentlicht im deutschen Bundesanzeiger Nr. 66a vom 9. April 1999, lautet: : Brot wird ganz oder teilweise aus Getreide und/oder Getreideerzeugnissen, meist nach Zugabe von Flüssigkeit sowie von anderen Lebensmitteln (z. B. Leguminosen-, Kartoffelerzeugnisse) in der Regel durch Kneten, Formen, Lockern, Backen oder Heißextrudieren des Brotteiges hergestellt. Brot enthält weniger als 10 Gewichtsteile Fett und/oder Zuckerarten auf 90 Gewichtsteile Getreide und/oder Getreideerzeugnisse. Ca. 1500 g Roggenmischbrot enthalten 1 kg Mehl, 680 ml Wasser und 30 g Salz (ca. 4 TL); beim Backen gehen gut 10 % des Gewichts verloren.

Brot in Notzeiten

In Hungerzeiten lässt sich das Brot mit Getreidesurrogaten strecken. Zu beachten wäre: Dem Getreidemehl beigegebenes Bohnen- oder Erbsenmehl lässt den Teig schlecht gehen, Kartoffelmehl macht es in höheren Dosen feucht und schimmelanfällig. Eicheln sind zunächst zu schälen, zu schroten, zur nötigen Entbitterung auszukochen, mit reinem Wasser zu spülen, dann gemahlen (nicht mehr als zu einem Drittel) dem Getreidemehl vor dem Backen beizugeben. Beim Kauf sind zahlreiche nicht nährende, oft schädliche Beimengungen zu befürchten, so Gips oder Sägespäne,

Brotsorten

Sägespäne Es werden zwei Grundarten von Brot unterschieden:
- gesäuertes Brot, das mit Hilfe von Triebmitteln (Sauerteig oder Hefe) hergestellt wird, wodurch es eine lockere Konsistenz bekommt
- ungesäuertes Brot, das gebacken wird, noch bevor die Sauerteiggärung beginnt, oft als Fladenbrot. Daneben werden Brotsorten unter anderem nach dem verwendeten Getreide (z. B. Weizen, Dinkel, Kamut oder Roggen), der Mehlart (Auszugsmehl oder Vollkornmehl, fein oder grob gemahlen) bzw. speziellen Zutaten (z. B. Kürbiskerne oder Sonnenblumenkerne) eingeteilt. Deutschland gilt als das Land, in dem die meisten Brotsorten, über 300, gebacken werden. Rund die Hälfte des verzehrten Brots ist Mischbrot, das aus einer Mischung von Roggen- und Weizenmehl gebacken wird. Allein im deutschen Sprachraum werden über 600 verschiedene Schwarz- und Weißbrotsorten angeboten. Siehe auch: Liste der Brotsorten

Geschichte

Liste der Brotsorten Seit etwa 10.000 Jahren baut der Mensch Getreide zur eigenen Ernährung an. Ursprünglich wurde das Getreide gemahlen und mit Wasser vermengt als Brei gegessen. Später wurde der Brei auf heißen Steinen oder der Asche als Fladenbrot gebacken. Gesäuertes Brot dürfte nach archäologischen Funden schon vor über 5000 Jahren bekannt gewesen sein, unter anderem in Ägypten, wo schon damals Brot in größerem Maße in Bäckereien hergestellt wurde. Die Ägypter hatten in der Antike auch den Beinamen Brotesser. Bereits zwischen 2860 und 2840 vor Christus waren im Land am Nil 30 verschiedene Brotsorten bekannt. Von Ägypten aus gelangten die Kenntnisse des Brotbackens über Griechenland und das Römische Reich nach Europa. Eine römische Großbäckerei war schon vor 2000 Jahren in der Lage, 36.000 Kilogramm Brot pro Tag herzustellen. Nach dem Untergang des Römischen Reiches stieg das Brot in den Rang einer Festtags- und Herrenspeise auf. Diese Stellung behielt es in Deutschland bis in die Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg und in Russland sogar bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Neben der Bedeutung als Grundnahrungsmittel hat das Brot auch eine große symbolische bzw. spirituelle Bedeutung, insbesondere in der christlichen Liturgie ("Unser täglich Brot gib uns heute"). Politisch hatte die Forderung nach Brot immer große Bedeutung:
- Im römischen Reich machten die Herrscher die Erfahrung, dass das Volk "Brot und Spiele" wollte.
- In der französischen Revolution: es ist überliefert, dass die Pariser Bevölkerung vor dem Schloss von Versailles Brot forderte, und Marie Antoinette den Satz sprach: "Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen".
- In den Zwanziger Jahren des 20.Jahrhunderts wurde in der schweren Depression der Wahlspruch "Arbeit und Brot" verwendet. Das bis heute umfassendste kulturgeschichtliche Werk über das Brot schrieb der Schriftsteller und Kulturhistoriker Heinrich Eduard Jacob (1889-1967) unter dem Titel Sechstausend Jahre Brot. Hamburg: Rowohlt Verlag 1954.

Aufbewahrung


- In einem Behältnis aus Keramik mit Luftlöchern und bei Raumtemperatur ist Brot gut gelagert.
- In einem luftdicht verschließbaren Gefäß aus Kunststoff bleibt Brot länger frisch, kann aber auch leicht schimmeln.
- Wenn das Brot verschimmelt ist, den Aufbewarungskasten mit einer Essiglösung auswischen/reinigen.
- Holzkästen oder Papier saugen die Feuchtigkeit aus dem Brot und es wird trocken. Das gleiche gilt für die Aufbewahrung im Kühlschrank. Zwischen +7°C und - 7°C altert Brot am schnellsten.

Rund um das Brot

Heinrich Eduard Jacob Seit dem Jahr 1999 gibt es den Tag des Deutschen Butterbrots, der von der CMA veranstaltet wird.

Brotherstellung

In einer Schüssel wird unter anderem aus Hefe, Mehl und Wasser bzw. Milch ein Vorteig gebildet, der dann ca. eine Viertelstunde "gehen" muss. Um den Geschmack für das Brot zu erhalten, gibt man noch etwas Salz hinzu. Nach Belieben werden noch andere Zutaten hinzugefügt. Danach muss der Teig noch einmal ungefähr eine Stunde "gehen". Dann wird das Brot in seine Form gebracht und bei ca. 200°C gebacken.

Siehe auch


- Mehrere Museen beschäftigen sich mit dem Thema Brot; eine Liste findet sich unter Brotmuseum.
- Aktion "Brot für die Welt"
- Aktion "Brot statt Böller"
- Die Figur Bernd das Brot aus dem Programm des KiKa
- Der Begriff Eigenbrötler
- Treibmittel
- Hefe
- Sauerteig
- Stockbrot
- Fladenbrot
- Knäckebrot

Weblinks


- [http://www.brotmuseum-ulm.de/ Museum der Brotkultur Ulm]
- [http://www.verbraucherministerium.de/index-000CA719D54A1034942F6521C0A8D816.html www.verbraucherministerium.de] Leitsätze zu Brot und Feinen Backwaren des Deutschen Lebensmittelbuchs
- [http://www.butterbrot.de/ www.butterbrot.de] Rettet das Butterbrot
- [http://www.baecker.org/ www.baecker.org] Geschichte, Lexikon, Rezepte und weitere Informationen zu Brot
- [http://www.dradio.de/dlr/sendungen/mahlzeit/287802/ www.dradio.de] Udo Pollmer über Brotkrusten ([http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2004/08/28/drb_1112.mp3 Audio mp3])
- [http://www.cma.de/genuss_5727.php www.cma.de] Brot und andere Getreideerzeugnisse Kategorie:Backware [[got:

Adipositas

Als Adipositas bzw. Fettleibigkeit (schweres Übergewicht; auch: Fettsucht, Obesitas oder umgangssprachlich Ess-/Fresssucht) wird eine Gesundheitsstörung bezeichnet, bei der das Individuum zu viel Fettgewebe besitzt. Die Grenze zum Normalzustand wird je nach medizinischer Lehrmeinung leicht unterschiedlich definiert. Ursachen der Fettleibigkeit sind in seltenen Fällen in Stoffwechselerkrankungen, mehrheitlich in Überernährung bedingt. Letztere Fettleibigkeit nimmt weltweit zu und gilt nach WHO als die am meisten unterschätzte und vernachlässigte Gesundheitsstörung unserer Zeit. Schätzungen zufolge ist die Adipositas aufgrund ihrer unmittelbaren Folgeerkrankungen in den Industrieländern für 5 % aller Gesundheitskosten verantwortlich.

Definition

BMI

Als Übergewicht wird eine über das normale Maß hinausgehende Vermehrung des Körperfettes verstanden. Als Berechnungsgrundlage dient der Body Mass Index (BMI), der das Körpergewicht (Masse in Kilogramm) in Relation zur Körpergröße (Quadrat der Körperlänge in Metern) setzt. Für die Beurteilung des Erkrankungsrisikos wird außerdem der Bauchumfang gemessen. Bei Frauen sollte er unter 80 Zentimeter, bei Männern unter 100 Zentimeter liegen. Beispiel: Für eine 70 Kilogramm schwere und 1,70 m große Person wird das Körpergewicht durch das Quadrat von 1,70 m geteilt: BMI = 70 : 1,70² = 24,22 Als Kenngrößen dienen folgende Bezeichnungen: # Untergewicht: Ein BMI unter 18,5 # Normalgewicht: Ein BMI zwischen 18,5 und 24,9 # Prä-Adipositas (Übergewicht): ein BMI von 25 bis 29,9 # Adipositas Grad 1 (engl. Obesity): ein BMI von 30 bis 34,9 # Adipositas Grad 2: BMI von 35 bis 39,9 # Adipositas Grad 3: Ein BMI von 40 und höher Sogenanntes Idealgewicht: Bei Frauen ein BMI von 22, bei Männern ein BMI von 24. Diese generalisierende Einteilung erfolgt, um jene Personen zu identifizieren, die einer besonderen Gefährdung ausgesetzt sind, die bereits oben erwähnten Erkrankungen zu entwickeln. Es ist allerdings zu beachten, dass der BMI nicht uneingeschränkt für alle Personen verwendet werden kann: Da Muskeln eine höhere Dichte als Fett aufweisen, haben sehr aktive Sportler häufig ein hohes Körpergewicht und damit einen BMI, der Übergewicht oder mehr angibt. Um solche Fehlinterpretationen zu verhindern, muss evtl. zusätzlich das Muskelmasse/Fett-Verhältnis berücksichtigt werden. Auch bei Kindern und Jugendlichen wird der BMI zur Diagnosestellung herangezogen, allerdings unter Zuhilfenahme geschlechts- und altersabhängiger Bewertungskurven (Perzentilen) modifiziert.

Broca-Formel

Eine veraltete Formel zur Bestimmung und Einteilung des Körpergewichts ist die Broca-Formel (nach dem französischen Arzt Paul Broca): Formel: Körpergröße in Zentimeter - 100 = Soll-Gewicht in Kilogramm Beispiel: 170 cm Körpergröße - 100 = 70 Kilogramm Soll-Gewicht Das Idealgewicht liegt für Frauen 15 % unter dem Soll-Gewicht, für Männer 10 % darunter. Ab 20 % über dem Soll-Gewicht spricht man von Fettsucht.

Epidemiologie

Verbreitung

Wie die epidemiologischen Daten zeigen, nimmt die Adipositas in allen Ländern zu, in denen ein ausreichendes Nahrungsangebot zumindest für Teile der Bevölkerung vorhanden ist. Mögliche genetische Ursachen werden mit dem Argument verneint, dass sich der Genpool der Bevölkerung in den vergangenen ein bis zwei Jahrzehnten nicht signifikant geändert habe. Dies wird von anderer Seite mit dem Hinweis auf einen über Jahrmillionen wirksamen Selektionsdruck in Frage gestellt: Der Selektionsdruck machte den Menschen zum Meister im Energiesparen. Schon vor Jahrtausenden wurde er dort sesshaft, wo eine günstige Umgebung Ackerbau und bequemere Ernährung zuließ. Im Wesentlichen geschieht heute nichts anderes. Die Sesshaftigkeit beziehe sich auf die eigenen vier Wände, zu denen auch das Auto gezählt werden kann. So sei es kein Wunder, dass kaum eine der zahlreichen angebotenen Diäten nachhaltig wirke und dass kaum ein Programm zur Reduktion des Übergewichts bislang nachhaltig erfolgreich war. Die Adipositas als komplexes Krankheitsbild betrifft alle Bevölkerungsschichten und Altersgruppen und beschränkt sich keineswegs auf die Industrieländer. Waren im Jahre 1995 weltweit noch 200 Millionen Erwachsene adipös, so waren es im Jahre 2000 schon 300 Millionen, davon 115 Millionen in Entwicklungsländern. Waren in Österreich 1991 noch 8,5 % der Erwachsenen adipös, so waren es im Jahre 2000 schon 11 %. Europaweit sind 10–20 % der Männer und 15–25 % der Frauen adipös. Dabei wird ein Anstieg der Adipositasprävalenz Richtung Süden und Osten beobachtet. Dies gilt auch für Österreich – mit dem höchsten Anteil an Übergewichtigen im Osten des Landes und dem niedrigsten Anteil in Tirol und Vorarlberg. In Deutschland wird seit Jahrzehnten ein Anstieg der Prävalenz beobachtet. So wies im Jahre 1999 nur noch die Hälfte bis ein Drittel der Bevölkerung einen medizinisch gewünschten BMI bis 24,9 auf. Studien aus den Jahren 1998 und 1999 zufolge waren 18,3 bis 24,5 % der Bundesbürger miteinem BMI größer/gleich 30 adipös und 31,1 bis 48,7 % mit einem BMI zwischen 25 und 29,89 mäßig übergewichtig. Am 27. April 2004 teilte das Statistische Bundesamt mit, dass bereits 49 % der Deutschen über 18 Jahre im Jahr 2003 Übergewicht hatten. Das war ein Prozentpunkt mehr als 1999. In den USA sind nach Untersuchungen bis zu 90 Prozent aller Männer und 70 Prozent aller Frauen von Übergewichtigkeit bedroht. Bei mehr als einem Drittel wurde sogar Fettleibigkeit diagnostiziert.[http://www.netzeitung.de/wissenschaft/360994.html]

Folgen

Die Adipositas ist mit- und hauptverantwortlich für ein gehäuftes Auftreten vieler Zivilisationskrankheiten. Sie erhöht das Risiko für Hypertonie (Bluthochdruck), Diabetes mellitus Typ 2 (Altersdiabetes, Zuckerkrankheit), Herzinfarkte, Schlaganfälle, Brustkrebs, Gallenblasenerkrankungen und Gicht und kann das Obstruktive Schlafapnoe-Syndrom verursachen. Die Gefährlichkeit einer Venenschwäche/Venenthrombose, ebenfalls durch Übergewicht bedingt, wurde lange Zeit verkannt. Die Adipositas stellt ein weltweit dermaßen zunehmendes Problem dar, dass die WHO ebenso wie die CDC inzwischen von einer globalen Epidemie bzw. Pandemie sprechen, die ebenso ernst genommen werden sollte wie jede zum Tode führende Infektionskrankheit. Auch die seelischen Folgen der Adipositas sind gravierend; es treten oft psychische und sogar wirtschaftliche Schäden für die Betroffenen auf, weil Fettleibigkeit in unserer Gesellschaft nicht toleriert wird. Eine amerikanische Statistik besagt, dass Übergewichtige im Durchschnitt weniger verdienen und eine geringere Chance haben, jemals geheiratet zu werden.

Ursachen

Die Ursachen für Übergewichtigkeit können vielfältig sein. Diskutiert werden als Hauptursachen Lebensweise (Ernährung und Bewegung), Erbanlagen und sozio-kulturelle Faktoren. Allerdings können auch einige Stoffwechselkrankheiten wie Schilddrüsenunterfunktion und Störungen des Kortisonhaushaltes (Cushing-Syndrom) sowie einige Medikamente wie Hormone, Antidepressiva und Kortikosteroide zu einer Gewichtszunahme führen. Individuelle Gründe
- Ernährung
  - Fehlernährung bzw. Überernährung bei gleichzeitigem Bewegungsmangel (siehe auch: Energiebilanz (Ernährung))
  - Essen als Ersatz für emotionale und persönliche Zuwendung bis hin zur Sucht
  - Kompensation persönlicher Frustrationen und Minderwertigkeitsgefühle wie auch bei Langeweile bzw Streß
  - Antihaltung zu einer gesellschaftlichen Idealvorstellung oder mangelnde Selbstdisziplin
  - Schlafstörungen sowie psychische Störungen
- Genetische Faktoren (Vererbung, "familiäre Disposition")
- Endokrine Erkrankungen wie Schilddrüsen-Unterfunktion, Cushing-Syndrom oder eine Leptinresistenz
- einige Medikamente wie etwa Psychopharmaka Gesellschaftliche Hintergründe
- Anerzogene Essgewohnheiten, wie zum Beispiel "der Teller muss leer gegessen werden". Vor allem Kinder von not- und kriegserfahrenen Eltern sind betroffen, die das „Wegschmeißen“ von Essen tabuisiert haben. Auch die Geschmacksprägung durch Zuckerzusätze können zur Gewohnheitsbildung an zucker- und damit kalorienreicher Kost führen
- Geschmackspräferenzen, Portionengrösse, Essgeschwindigkeit, mangelnde Aufklärung
- teilweise irreführende Werbung, die nicht hinterfragt wird, zum Beispiel für Schokolade „mit der Extraportion Milch“ etc.
- Migration aus einem Kulturkreis, in dem Übergewicht einem Schönheitsideal entspricht
- Verschiebungen von körperlicher hin zu mehr administrativer und geistiger Tätigkeit Vor allem psychologische Zusammenhänge im Hinblick auf das in den Industrieländern übliche attraktive Waren-Überangebot und der verbreiteten körperlichen Unterbeschäftigung in Verbindung mit eher passiv gestalteter Freizeitorganisation. Die Diagnose Bewegungsmangel oder Fehlernähung ist somit auch individuell zu hinterfragen. Nahrungsmittelallergie als "Dickmacher"?
- Manche Wissenschaftler und einige Eltern dicker Kinder behaupten, eine Allergie gegen bestimmte Nahrungsmittel führe zu Übergewicht. Das hieße, wenn man bestimmte Nahrungsmittel oder Nahrungsmittelzusätze wegließe, würde man abnehmen. Diese Theorie ist weder ausreichend bestätigt noch wissenschaftlich bewiesen worden.

Behandlung

Wenn es stimmt, dass es eine genetische Disposition zur Adipositas gibt, würde es der Betroffene naturgemäß schwer haben, schlank zu bleiben. Doch immerhin ist Ernährung in hohem Maße eine Gewohnheitssache. Für Patienten ohne psychische Krankheitselemente kann insofern eine einfache Information zur gesünderen Ernährung und zu mehr Bewegung durchaus Erfolg haben. Es ist allerdings wissenschaftlich nicht ganz gesichert, welche Ernährungsform am ehesten Abhilfe schafft. Meist wird zu mehr Ballaststoffen (s. a. Vollwertkost) geraten, und gesättigte Fette sollten durch Nahrungsmittel mit essentiellen Fettsäuren ersetzt werden. Weiterhin wird eine Steigerung der körperlichen Bewegung als ein sehr wichtiger Aspekt der Behandlung angesehen. Insbesondere Ausdauersportarten wie beispielsweise Fahrradfahren und Joggen können sehr hilfreich der Gewichtsreduktion sein, wenn sie konsequent über Wochen und Monate durchgeführt werden. Natürlich helfen Ratschläge zu besserer Ernährung und Bewegung auch den psychisch Kranken. Falsche Ernährungsgewohnheiten, die allerdings eher psychisch bedingt sind (falsch essen aus Trauer, Frustration oder Versagensangst, zu wenig Bewegung aus Scham, Angst- und Panikstörungen oder sozialer Isolation), lassen sich allerdings durch genügend langes Einüben von neuem Ernährungsverhalten (Ernährungsumstellung) oder durch „bessere“ Gewohnheiten schwerer ersetzen. Hier greift der Rat zu mehr Sport oder einer gesünderen Ernährung allein nicht. Eine Therapie ist hier regelmäßig angeraten. Selbsthilfegruppen können hier unterstützend wirken. Das Ziel einer Therapie muss es sein, die individuellen Ursachen für die Essstörung zu identifizieren und alternative Verhaltensweisen anzubieten, ohne weitere Schuldgefühle zuzuweisen bzw. dem Patienten einfach nur Fehlernährung oder mangelnde Selbstkontrolle vorzuwerfen. Angesichts der vielfachen Ursachen für die Entstehung von Übergewicht und Adipositas gibt es keine einzelne Maßnahme, die allein die Entgleisung des Gewichts nachhaltig beendet. Vielen Anbietern von Diäten gelingt es immer wieder, Betroffene von ihrem besonderen Weg zu überzeugen, so dass es diesen gelingt, ihr Essverhalten für die Dauer der Diät ganz nach den Diätregeln auszurichten. Es kommt so oft zu sehr schnellen radikalen Gewichtsminderungen. Wenn die Diäten aber nicht zu einer über die Zeit der Diät hinaus verwirklichten grundlegenden Änderung des gesamten Ess- und Bewegungsverhaltens führen, setzen sich nach der Diät die alten Gewohnheiten wieder durch. Dadurch und durch den Jojo-Effekt kommt das Übergewicht unweigerlich wieder. Als Einstieg in eine neue Ess- und Lebensweise eignen sich aber alle Diäten, die zu besserer Auswahl der Nahrung, zu ihrer fachgerechten Zubereitung und kluger Einteilung der Nahrungsaufnahme am Tage führen. Eine wichtige Hilfe bei den Bemühungen um eine dauerhafte Kontrolle des Körpergewichts ist die regelmäßige ausreichende körperliche Bewegung. Hilfen wie die Hinführung zu anderen Geschmacksvorlieben als süß, fett und kalorienreich zu essen und eine Kontrolle des Hungergefühls durch die Weckung des Esshormons Serotonin, etwa durch den Präkursor von Serotonin, 5-Hydroxy-Tryptophan (5-HTP), können nur ergänzende Hilfen sein. Ohne die umfassende Änderung des Ess- und Bewegungsverhaltens bewirken sie nichts. In den U.S.A. wird vielfach das dort frei verkäufliche 5-HTP außer für die Verbesserung des Wach- und Schlafverhaltens auch für die Reduzierung des Körpergewichts auf Dauer eingenommen. Hinreichende Studien hierüber gibt es noch nicht, es wird aber nur über geringfügige Nebenwirkungen berichtet. Gerade wenn die Umstellung des Ess- und Bewegungsverhaltens einfach nicht gelingen will, kann eine dauerhafte Befreiung von den Zwängen des Hungers eine wertvolle Hilfe sein. Die dauernde Einnahme des Vorhormons 5-HTP bedarf aber der ärztlichen Kontrolle, zumal es nicht nur im Liquor des Gehirns ankommt, sondern im ganzen Körper. Bei der Hungerkontrolle durch Serotonin-Wiederaufnahmehemmer wie auch bei dem einzigen in Deutschland noch zugelassenen fälschlicherweise "Appetitzügler" genannten Medikament Reductil hat es erhebliche körperliche Nebenwirkungen gegeben. Dies sollte Anlass sein, den Langfristeinsatz von 5-HTP besonders sorgfältig zu beobachten.

Literatur


- Claus Leitzmann: Welternährung zu Beginn des 21. Jahrhunderts: Die globale Ernährungssituation. Biologie in unserer Zeit 31(6), S. 408–416 (2001),
- Lars Wöckel, Martin H. Schmidt: Magersucht, Bulimie und Adipositas: Wenn der Körper aus dem Gleichgewicht gerät. Biologie in unserer Zeit 32(6), S. 362–369 (2002),

weiterführende kritische Literatur


- Udo Pollmer: Esst endlich normal (2005) Piper, ISBN-10: 3-492-04791-2

Siehe auch


- Überernährung, Adipositaschirurgie
- Untergewicht
- Diät
- Bulimie, Anorexie
- Bestimmung des Muskelmasse/Fett-Verhältnisses: Bioelektrische Impedanzanalyse
- Ernährungssoziologie

Weblinks

In den Medien


- [http://www.medizin.de/gesundheit/deutsch/1209.htm Zauberformel Meal replacement?]
- [http://www.destatis.de/presse/deutsch/pm2004/p1870095.htm Fast jede(r) Zweite in Deutschland hat Übergewicht] (Pressemitteilung vom 27. April 2004 des Statistischen Bundesamtes)
- [http://www.adipositas-online.de Täglich aktuelle Nachrichten zum Thema Adipositas]
- [http://www.stern.de/wissenschaft/gesund_leben/aktuell/index.html?id=528301&nv=cp_L1_tt „Fettleibigkeit – Der 486-Kilo-Mann“] (Bericht aus dem Stern)
- [http://www.faz.net/s/Rub8E1390D3396F422B869A49268EE3F15C/Doc~E97D7DCD5405746ED926BBEAFCFB7B94F~ATpl~Ecommon~Scontent.html Schwer in Ordnung] - FAZ-Artikel, nach dem sich ein bisschen Übergewicht lebensverlängernd auswirkt
- [http://www.das-eule.de/eulenspiegel0304realsatire.html Wegen Übergewicht gefeuert: eine Realsatire zur Menschenwürde]

Organisationen und Hintergrundinformationen


- [http://www.adipositas-gesellschaft.de/ Deutsche Adipositas Gesellschaft (DAG)]
- [http://www.adipositas-hessen.de Das Adipositas-Netzwerk Hessen]
- [http://www.magenband.ch/ Zum Thema Adipositas, Magenoperationen etc. mit Diskussionsforum]
- [http://www.adipositas-online.de/inhaltsverzeichnis-diaet.htm Darstellung der Therapie bei Adipositas]
- [http://www.dmoz.org/World/Deutsch/Gesundheit/Ern%c3%a4hrung/Di%c3%a4ten,_Fasten,_Hungern/ Diäten, Fasten, Hungern bei dmoz.org] Kategorie:Krankheit Kategorie:Gesundheitsrisiko Kategorie:Psychische Störung ja:肥満 ko:비만증

Handlungsbereitschaft

Handlungsbereitschaft ist in der Verhaltensbiologie die Summe aller endogenen (inneren) Faktoren, die ein Verhalten auslösen können. Synonyme: Motivation, Instinkt, Stimmung, Antrieb, Tendenz, Drang, Trieb, innere Bedingung

Der Begriff und seine Herkunft

Der Begriff Handlungsbereitschaft wurde in der Psychologie und der klassischen vergleichenden Verhaltensforschung für die Erklärungsmodelle der Instinkttheorie entwickelt, ohne dass Einzelheiten über die Faktoren und Strukturen bekannt waren. Mit zunehmendem Erkenntnisgewinn durch Neurobiologie und Hormonphysiologie wird die Vorstellung von der Steuerung des Verhaltens durch innere Einflüsse immer komplexer, so dass einfache Modelle wie das psychohydraulische Modell von Konrad Lorenz von der Mehrzahl der Forscher als nicht mehr ausreichen angesehen werden. Selbst der Begriff Handlungsbereitschaft wird von vielen Forschern heute als problematisch eingestuft, da Handlung im engeren Sinne nur dem Menschen zugeschrieben wird, u.a. als die Folge einer bewusster Planung von Aktivitäten. Instinktive Verhaltensweisen hingegen gelten als das genaue Gegenteil einer bewussten Aktion.

Einflussfaktoren

Endogene und exogene Faktoren erhöhen oder erniedrigen die Handlungsbereitschaft. Zusammen mit äußeren auslösenden Reizen steuert sie das Verhalten eines Individuums. Dieses Verhalten kann wieder auf die äußeren und inneren Faktoren zurückwirken. Auch können äußere Faktoren endogene Faktoren beeinflussen. Motivierende Faktoren erhöhen die Handlungsbereitschaft, demotivierende Faktoren setzen die Handlungsbereitschaft herab. Homöostatische Faktoren werden aktiviert, wenn eine bestimmter Sollwert eingehalten werden muss. Sie lösen Verhaltensweisen aus, die bei Abweichungen den Istwert wieder dem Sollwert angleichen. Beispiele: Durst, Hunger. Im Hypothalamus existiert ein Fress- und Hungerzentrum, das Informationen aus dem Blut über dessen Glucose-Gehalt verarbeitet. Nicht-homöostatische Faktoren lösen zum Beispiel Neugier- oder Sexualverhalten aus. Jedes Verhalten bewirkt entweder eine Veränderung der Umwelt oder eine Veränderung des eigenen Zustandes aus. Ein Bewertungssystem im Gehirn versieht diese Situationen mit einem emotionalen „Etikett“, das bei erneuter Konfrontation mit der selben oder einer ähnlichen Situation die Handlungsbereitschaft beeinflusst.

Beispiele


- äußere Reize
  - Ein Weibchen der Hausmaus, das noch nie Junge hatte, beginnt beim Anblick junger Hausmäuse ein Brutnest zu bauen.
  - Alarmrufe bei gesellig lebenden Tieren steigern die Handlungsbereitschaft zur Flucht.
  - Ein verlassenes Küken stößt Kontaktrufe aus. Ist die Mutter in der Nähe, lässt die Bereitschaft zu rufen nach.
- Ernährungszustand
  - Jungvögel sperren, das heißt öffnen den Schnabel weit, wenn einer der Eltern mit Nahrung zum Nest kommt. Gefütterte Nestlinge sperren nicht.
- Gesundheitszustand
- Hormoneller Zustand
  - Im Körper eines schwangeren Hausmausweibchens steigt der Progesteronspiegel an; ein schwangeres Weibchen beginnt mit dem Nestbau. Wird einem Weibchen, das nicht trächtig ist, Progesteron gespritzt, so beginnt auch dieses ein Nest zu bauen.
  - Auf Grund äußerer Reize (Tageslänge, Lichtverhältnisse, Temperatur, Witterung) steigt bei Zugvögeln der Hormonspiegel, was eine erhöhte Zugbereitschaft zur Folge hat.
- Alter und Reifezustand
  - Säugetiere verlieren ab einem bestimmten Alter den Saugreflex. Nestlinge sperren nicht mehr ab einem bestimmten Alter.
  - Libellenlarven stellen einige Tage, bevor sie das Wasser zur Verwandlung verlassen, den Beutefang ein.
- Vorausgehende Handlungen
  - Bei vielen Tieren erlischt die Paarungsbereitschaft nach vollzogener Paarung.
- Gedächtnisinhalte
- Gewöhnung (Habituation)
  - Bei Tauben auf dem Markusplatz von Venedig ist die Fluchttendenz stark herabgesetzt.
  - Das Ticken einer Uhr wird nach einiger Zeit nicht mehr wahrgenommen. Erst wenn man sich bewusst diesem Geräusch wieder zuwendet, wird es vernehmbar.
  - Bietet man Amselnestlingen rasch hintereinander den auslösenden Reiz zum Sperren, so lässt die Intensität der Reaktion immer mehr nach, bis sie den Wert 0 erreicht.
- Geschlecht
- endogene Rhythmen und äußere Zeitgeber
  - In Bunkerversuchen (die Testpersonen leben mehrere Tage und Wochen isoliert von der Außenwelt) wurde festgestellt, dass der Mensch auch ohne äußere Zeitgeber wie Tageslicht oder Uhr in regelmäßigen Abständen Aktivitätszeiten, Ruhezeiten und Essenszeiten einhält. Allerdings beträgt der Rhythmus unter den Versuchsbedingungen nicht genau 24 Stunden sondern 25 Stunden (circadiane Rhythmik), gelegentlich wurde auch eine doppelter Zyklus von 50 Stunden eingelegt. Unter natürlichen Bedingungen erfolgt die Feineinstellung durch äußere Faktoren wie zum Beispiel die Tageslänge. Als endogene Taktgeber wirken zentralnervöse Strukturen und Zentren in den Organen (Lunge, Leber, Muskeln). Während sich bei einer Zeitverschiebung, wie sie bei Transatlantitkflügen auftreten, der Taktgeber im Gehirn, genauer im suprachiasmatischen Nucleus (SCN), rasch an die neuen Verhältnisse anpasst, benötigen Lunge und Muskeln 6, die Leber sogar 16 Zyklen. Dies führt zu einer länger anhaltenden Beeinträchtigung des Wohlbefindens, auch als Jet-Lag bekannt. [SdW 2000.7.27+8.24] Auch die chronischen Erkrankungen von Schichtarbeitern, die in der Nacht arbeiten müssen sind mit einer Störung dieses Taktgebers durch Licht zu erklären. ::Der Zentralnervöse Taktgeber wird durch eine Rückkopplungsschleife zwischen 4 Genen und den von ihnen codierten Proteinen gesteuert: ::Die auf dem X-Chromosom liegenden Gene per (period) und tim (timeless) codieren die Proteine PER und TIM. Ist ihre Konzentration genügend hoch, bilden sie einen Komplex, der die Aktivität der beiden Gene hemmt. Da das PER-Eiweiß abgebaut wird und das Tim-Protein in wenigen Minuten zerfällt, wird die Hemmung der Gene wieder aufgehoben, die Proteine können erneut gebildet werden. Zusätzlich steuern die von den Genen clock und cycle codierten Proteine die Aktivität der per- und tim-Gene. ::Die Genprodukte steuern aber auch die Ablesbarkeit von Genen der Verhaltenssteuerung. so ist beim Menschen zum Beispiel die Konzentration der Wachstumshormone um 2 Uhr nachts am höchsten, um 6 Uhr ist der Insulin-Spiegel am niedrigsten und Blutdruck und Puls steigen. [SdW 2000.6]
- Ökologische Einflüsse
  - Witterung, Nahrungsangebot, Gefährdung durch Fressfeinde Die Komplexität der Steuerung von Verhalten soll am Beispiel des Stillens bei Säugetieren verdeutlicht werden: Wenn der Säugling mit seinem Mund die Brustwarze umschließt und zu Saugen beginnt (Saugreflex), verringert auf ein Nervensignal hin der Hypothalamus der Mutter die Produktion des Neurotransmitters Dopamin und erhöht die Produktion von Noradrenalin. Dies führt dazu, dass der Hypophysenhinterlappen die Peptidhormone Oxytocin und Vasopressin ausschüttet. Daraufhin schüttet der Hypophysenvorderlappen vermehrt das Hormon Prolactin aus und die Nebennierenrinde vermindert die Produktion des Glukokortikoids Cortisol. Prolactin bewirkt den Milchfluss und unterdrückt den Follikelsprung (Eisprung). (Beim Menschen ist diese Schwangerschaft verhütende Wirkung abhängig von Dauer und Häufigkeit des Stillens.) Prolactin löst bei Tierarten, die nicht ihre Jungen säugen, Brutpflegeverhalten aus und zwar sowohl bei Weibchen als auch bei Männchen, wenn sie an der Brutpflege beteiligt sind. Auch beim Menschen ist ein Anstieg des Prolactin-Spiegels beim Mann kurz vor der Geburt festzustellen, allerdings deutlich niedriger als bei den Müttern. Oxytocin wirkt kontrahierend auf Gebärmuttermuskulatur (Wehen) und Milchdrüsen (Milchfluss). Oxytocin und der Rückgang des Stress-Hormons Cortisol verursachen die beruhigende Wirkung des Stillens bei der Mutter. Dadurch kann eine intensive emotionale Bindung zum Kind aufgebaut werden.
Untersuchungen bei monogamen Präriewühlmäusen lassen vermuten, dass Oxytocin auch bei der Paarbindung eine Rolle spielt. Kategorie:Verhaltensbiologie

Appetit

Unter Appetit (aus mlat. appetitus cibi – Verlangen nach Speise, v. adpetere = begehren) versteht man einen psychischen Zustand, der sich durch das lustvoll geprägte Verlangen, etwas zu essen, auszeichnet. Damit unterscheidet er sich als psychologisches Phänomen von dem in erster Linie physiologischen Gefühl des Hungers. In den Worten der Essayistin Anita Daniel (1902-1982): „Appetit ist die Luxusausgabe des Hungers.“ Appetit meint darüber hinaus in der Regel das Verlangen, etwas ganz Bestimmtes, Nahrungsmittel oder Gericht, zu sich zu nehmen. Man hat also beispielsweise Appetit auf eine Banane oder - etwas komplexer - einen Coq au vin. Das echte Hungergefühl ist unangenehm bis schmerzhaft und weitaus weniger wählerisch: Hunger ist das Bedürfnis, irgendetwas zu essen, um satt zu werden. Ein Hungergefühl wird durch Kontraktionen des leeren Magens, Unterzuckerung und Änderungen im Thermo- und Lipidstoffwechsel ausgelöst. Das Gefühl der Sattheit entsteht physiologisch, indem verschiedene Rezeptoren die entsprechenden Änderungen dieser Parameter in den Hypothalamus melden. Anders beim Appetit: Als psychologisch-kognitives Phänomen wird er stark von den Sinneswahrnehmungen beeinflusst. Sensorische Gegebenheiten wie Aussehen, Geruchs- und Geschmacksqualitäten, Temperatur und Konsistenz der Speisen spielen hier eine entscheidende Rolle. Sie können erinnert, imaginiert und in der Vorstellung vorweggenommen werden. Diesen Mechanismus könnte man als Appetit bezeichnen. Für viele Menschen ist auch ein entsprechendes Angebot an sensorischen Reizen beim Essen selbst Voraussetzung für eine entsprechende Stimulierung. Bereits François Rabelais´ Gargantua war der Überzeugung: „L'appétit vient en mangeant“ („Der Appetit kommt beim Essen.“) Außerdem tragen außergewöhnliche oder einfach neue sensorische Stimuli dazu bei, Appetit auch dann aufkommen zu lassen, wenn man eigentlich schon gesättigt ist. So lassen uns dann Aussehen, Aroma und Duft eines leckeren Desserts als Abschluss eines 7-Gänge-Menüs seufzend zugreifen. Appetit trägt bei vielen Menschen dazu bei, dass sie wesentlich mehr essen, als zur Sättigung notwendig wäre. Umgekehrt kann zu starker Hunger den Appetit und damit den Genuss an einem Essen mindern – der Spitzenkoch Paul Bocuse servierte heißhungrigen Gästen als ersten Gang oft ein schlichtes Butterbrot. Als Movens der kulinarischen Welt, der Gastrosophie und damit auch des Portals Essen & Trinken - ohne Appetit gäbe es weder Restaurants noch die große Mehrzahl der Gerichte überhaupt - hat der Begriff auch kulturelle Bedeutung. Für Anthelme Brillat-Savarin ist der Appetit eine Gottesgabe: "Der Herr hat dem Menschen geheißen, zu essen, um zu leben, er lädt ihn ein durch den Appetit und belohnt ihn durch den Genuss." Der Appetit kann auch interpretiert werden als das Verlangen des Körper nach bestimmten Nährstoffen, welche er nach seiner Erfahrung mit bestimmten Geschmackserlebnissen und Speisen assoziiert. Die sprachliche Unterscheidung zwischen Hunger und Appetit findet weitgehend durch die Erkenntnisse der Gastroenterologie und der Endokrinologie ihre Bestätigung, wenn sich auch erweist, dass die Natur mit der Sättigung noch ein Instrument ins Spiel gebracht hat, ohne das die Funktionen von Hunger und Appetit nicht richtig verstanden werden können. Im Dünndarm wie auch im Esszentrum des lateralen Hypothalamus regeln Neurohormone, voran Serotonin den Hunger, während Sättigungshormone wie Cholezystokinin im Sättigungszentrum in den ventromedialen Nuclei des Hypothalamus die Kontrolle über die Sättigung ausüben. Der Appetit dagegen entspringt dem Limbischen System. Das Zusammenspiel dieser Neurotransmitter und der drei genannten Nervenzentren ist die Grundlage für die Erfahrung, dass man sehr gut und viel essen kann, auch wenn man keinen Hunger (mehr) hat, weil der Appetit durch das Fehlen des Hungers nicht beeinträchtigt wird. Ein Medikamnt wie z.B. Reductil, das über die Verbesserung der Verfügbarkeit über das Esshormon Serotonin den Hunger für viele Stunden oder gar Tage beseitigt, ist daher entgegen der fälschlichen Bezeichnung kein Appetitzügler, wie eben Serotonin auch kein Sättigungshormon ist. Auf der anderen Seite bewirkt die Aktivierung des Sättigungshormons Cholezystokinin mit der Einschaltung der Sättigung zugleich die Abschaltung des Hungers und darüber hinaus auch das Ende des Appetits. Cholezystokinin hat indes nur eine "Halbwertzeit" von 1 - 2 Minuten, sodass die Sättigung selbst bei üppigem Essen nicht sehr lange vorhält. Natürlich kann man, wenn man nicht satt ist, auch ohne Appetit - auf bestimmte Speisen - problemlos viel essen, besonders aus Gewohnheit oder aus dem Versuch, mit Essen und Trinken zur Lebensfreude beizutragen. In Kenntnis dieser Gesetzmäßigkeiten haben Übergewichtige durchaus Möglichkeiten, ihr Gewicht durch eine Verringerung der täglichen Kalorienaufnahme zu reduzieren, etwa indem sie vor jeder Mahlzeit ein gutes Glas Wasser trinken, was eine wenn auch nur vorübergehende Sättigung herbeiführt. Im Deutschen gibt es viele regionale und dialektale Synonyme für Appetit auf etwas. So spricht man
- Im Rheinischen von Zips auf etwas
- Im Westfälischen von einen Gib auf etwas
- Im Badischen von Glischde („Gelüsten“) nach etwas
- Norddeutsch (speziell im Bremer Raum) von Jipper auf etwas
Kategorie:Ernährung Kategorie:Esskultur Kategorie:Motivation ja:食欲

Kategorie:Ernährung

Siehe auch::Kategorie:Gesundheit, :Kategorie:Essen & Trinken Kategorie:Gesundheit Kategorie:Essen & Trinken ja:Category:栄養学 ko:분류:영양

Kategorie:Motivation

Kategorie:Allgemeine Psychologie

José Miguel Carrera

José Miguel Carrera Verdugo (15 October 1785 - 4 September 1821) was a Chilean general, considered one of the founders of Chile. Carrera ruled Chile during the period of the Patria Vieja, but after the Spanish Reconquista he lived in exile and died in Mendoza, executed by command of José de San Martín. José Miguel belonged to the Carrera family; he was the son of Ignacio de la Carrera, and brother to Juan José Carrera, Luis Carrera and Javiera Carrera.

Early years

Born in Santiago, Carrera carried out his first studies in the Colegio Carolino, the best school in the country at the time. During these years, he became friends with Manuel Rodríguez, classmate and neighbour. After school he was sent to Spain by his parents. There he joined the Spanish Army in 1808. He fought well against the Napoleonic forces, obtaining the rank of Sergeant Major and receiving the command of the Húsares de Galicia regiment. In Spain he also made contact with the American independence movement and joined the Logia Lautaro.

The Patria Vieja (Old Mother country)

When he learned about the Junta de Gobierno that had been established in Chile to rule during the absence of the Spanish monarch, he went back to Chile and got involved in politics. As the Carreras were one of the three major political forces, he became part of the government. On 15 November 1811 the Carreras made a coup d'état and José Miguel became the sole ruler of Chile (his brothers were military commanders). Because Carrera had a personal and Chilean-national point of view about Chilean independence, he came into conflict with the Logia Lautaro, which had a more Latin-Americanist point of view . During his government, and influenced by Joel Roberts Poinsett, first United States envoy to Chile, he helped create several Chilean national symbols and institutions. Carrera created the first Chilean Constitution, promoted the press and made the first Chilean flag and coat of arms. As the Spanish Army and Navy invaded the South of Chile, he became Commander in Chief of the patriotic forces and left the government. He had a successful campaign, expelling the Spaniards from the city of Concepción. Soon after, he left the Army and took control of the government of Chile. Bernardo O'Higgins didn't acknowledge him and fought against the Carrerian army at Talca. During this chaos, the Spanish army took Concepción again and advanced towards Santiago. Re-united Chilean forces settled in Rancagua, where they were defeated by general Mariano Osorio in the Disaster of Rancagua, (1-2 October 1814).

Argentina and the United States

With the defeat of the Chilean forces, many patriots escaped to Mendoza, Argentina which was governed at the time by José de San Martín. As San Martín was a member of the Lautaro Lodge, he welcomed O'Higgins and his allies. José Miguel and his brothers travelled to Buenos Aires, where César Alvear, a friend since the war against Napoleon in Spain, lived. While Alvear was in government, Carrera was in a good position in Buenos Aires. But after Alvear was overthrown, power was taken by members of Logia Lautaro. So Carrera sailed to the United States, and with the help of Poinsett, obtained on credit five ships with crew for the Chilean indendence enterprise. However, as he arrived in Buenos Aires, the Argentinian government confiscated the fleet and put Carrera in prison. During his imprisonment, San Martin and O'Higgins organised an army in Mendoza (mostly with Chileans in exile), crossed the Andes and defeated the Spaniards in the battle of Chacabuco on 12 February 1817. When Carrera was released, he went to Montevideo and founded a newspaper, which wrote against the Argentinian government. During this time, his two brothers were executed in Mendoza by the orders of San Martín. Subsequently, he joined the Argentinian federalist leaders and fought against the unitarian government. Carrera and the federalist forces defeated the government and entered Buenos Aires. On 23 February 1820, they signed the Treaty of El Pilar: the document that established the Argentinian federal system. As a result of this treaty, Carrera received troops, which he marched towards to Chile. However, he was intercepted in Mendoza and taken prisoner. After being put on trial, he was executed on 4 September 1821.

Legacy

Carrera is today considered one of the Padres de la Patria (Father of the Nation). The conflict between followers of O'Higgins and Carrera continues to some extent to this day, when many declare themselves Carrerists or O'Higginists. Carrerists claim that his figure is not give enough recognition, in comparation with O'Higgins. In the Patagonian Region there is the General Carrera lake. Also, one of his legacies, the oldest high school in Chile, has also his name: Instituto Nacional General José Miguel Carrera. His grandson Ignacio Carrera Pinto died during the battle of La Concepción, in the War of the Pacific.

See also


- History of Chile
- Aurora de Chile
- Federico Santa María Carrera.

External links


- [http://www.vitanet.cl/jmc/index2.html Instituto de Investigaciones Históricas José Miguel Carrera] (in Spanish).
- [http://www.auroradechile.cl/ La Aurora de Chile] (in Spanish). Newspaper of 1810's online. Carrera, José Miguel Carrera, José Miguel Carrera, José Miguel

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