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HunnenDer Begriff Hunnen ist eine Bezeichnung für eine Gruppe innerhalb der zentralasiatischen Völkerschaften mit nomadischer, später halbnomadischer Lebensweise. Sie waren ursprünglich im Gebiet zwischen Issyk-Kul und Ulan-Bator beheimatet und sollten für die weitere asiatische und europäische Geschichte eine bedeutende Rolle spielen.
Namensherkunft und -verwendung
Das Wort "Hunne" (in der Sprache der Hsiung-nu lautete es Hun) mit der Bedeutung von "Mensch" oder "Volk". Es ist verwandt mit dem tungusischen Chun, das "Kraft" oder "Mut" bedeutete. Chün wurde auch zur chinesischen Bezeichnung eines Fürsten.
Verwendet wurde der Begriff "Hunnen" vor allem von den Nichtchinesen, die Chinesen bezeichneten sie stattdessen als "Hsiung-nu" (deutsch: "Schreckliche Sklaven"). Ein nach Samarkand gerichtetes Schreiben eines sogdischen Händlers aus dem China des frühen 4. Jahrhunderts mag das verdeutlichen:
:Herr, der letzte Kaiser floh, wie sie sagen aus Saragh (Luoyang) vor der Hungersnot. Seine befestigte Residenz und die feste Stadt wurden dem Feuer übergeben. ... Weiterhin wurde der Kaiser zum Gefangenen gemacht und in die Gefangenschaft der Hunnen geführt. Und sie (waren)... in Chumdan (Ch'ang-an) und plünderten das Land - diese Hunnen, die gestern noch das Eigentum des Kaisers waren!
Heute verwendet man für das Reich Mao-duns Türkisch "Mete Batur Kagan" (reg. 210-174 v. Chr.) und seiner unmittelbaren Nachfolger bevorzugt den chinesischen Begriff Hsiung-nu. Man illustriert damit, dass Hsiung-nu und Hunnen nicht identisch sein müssen; die neuere Forschung geht auch zum größten Teil nicht mehr davon aus. Denn letztendlich handelte es sich um eine Nomadengruppe, die sich je nach politischen Umständen in rudimentären Staatswesen organisierte, trennte und neu organisierte, so dass einige Fragen zu ihrer Zusammensetzung immer offen bleiben werden (siehe auch: Ethnogenese). Man kann davon ausgehen, dass sich die Hunnen, die einen asiatischen Kern besassen, im Raum nördlich des Kaukasus „entstanden“.
Zu den Mitte des 4. Jahrhunderts an der Grenze Mitteleuropas auftauchenden Gruppen, speziell dem Reich Attilas (reg. 434-453), sagt man schon immer Hunnen. In diesem Artikel werden diese in unserem Kulturkreis seit alters her "Hunnen" genannten Stämme und die damit verbundene Völkerwanderung behandelt, die anderen Zusammenhänge sind unter "Hsiung-nu" zu finden.
In der antiken Geschichtsschreibung bezeichnet der Begriff Hunne zudem oft nur ein Volk, welches aus der gewaltigen Steppenregion Zentralasiens stammte, ohne dass damit eine Aussage über die ethnische Zugehörigkeit verbunden wäre.
Die asiatischen Hunnen
Die Herkunft der heute im allgemeinen als Hunnen bezeichneten Stämme (Schwarze Hunnen oder europäische Hunnen, Hephthaliten usw.) vollzog sich im Kontext des aufgesplitterten und untergehenden Hsiung-nu-Reiches.
Hsiung-nu-Reiches
Das Hsiung-nu-Reich hatte sich im Jahr 48 unter P'u-nu in einen nördlichen und einen südlichen Teil gespalten. Unter dem Süd-Hsiung-nu An-kuo verzeichnete man 93/94 noch einmal eine Einigung der Hsiung-nu, allerdings währte sie nicht lange. Als Tan-shi-huai (ca. 156–181) die Sien-pi zu ihrem Macht-Höhepunkt führte, gaben die Nord-Hsiung-nu laut chinesischen Chroniken im Jahr 158 Ost-Turkestan und den Altai auf und ließen sich nördlich von Kang-chu (d.h. nordöstlich des Aralsees) nieder.
Diese Altai-Hunnen werden heute allgemein als Schwarze Hunnen bezeichnet, da auch die heutigen Türken diese als "Kara Hun" (türk.: Kara = schwarz) bezeichnen. Als Alternativname könnte man zu dieser Hunnengruppe "europäische Hunnen" sagen, da auch die heutigen Türken diese mitunter als Avrupa Hunları bezeichnen, aber der Begriff "Schwarze Hunnen" ist in Europa verbreiteter.
Das Volk setzte sich hauptsächlich aus Turko-Mongolen zusammen, wobei der mongolide Einfluss im Verlauf der Westwanderung sicherlich abnehmend und der indogermanische Einfluss zunehmend war. Sie gelten als unmittelbare Verwandte der Onoguren und Westtürken. Eine spätere Eigenbezeichnung für diese Volksstämme lautet: Khara Bulkhar/Qara Bolqar – Schwarze Bulgaren.
Die folgende Tabelle zeigt die bekannten Namen der hunnischen Stämme und die später aus ihnen hervorgehenden Einzelvölker.
Der eigentliche "Hunnensturm" begann im 4. Jahrhundert: Im Jahr 350 begannen Angriffe einer als Chioniten bezeichneten hunnischen Gruppe gegen das Reich der Sassaniden unter Schapur II. in (Baktrien).
Die Chioniten eroberten bis 360 Baktrien, dazu Teile des Iran und drängten die Kidariten (eher als Reste der Yüe-tschi unter Kidara anzusehen) nach Afghanistan und Nordindien. Ihnen folgten die Hephthaliten ("Weiße Hunnen", siehe auch das Geschichtswerk des Prokopios von Caesarea), die 425 den Syr-daja überschritten und bis 450 de facto die Herrschaft über die Chioniten übernahmen. Zu einem chronologisch unklaren Zeitpunkt (451 oder 484) endete auch die Zeit der Kidariten. Die Weißen Hunnen hatten wesentlichen Anteil am Niedergang des indischen Großreichs der Gupta und führten auch mehrere Auseinandersetzungen mit Persien (484 Tod des Sassaniden Peroz I., 498/99 Einmischung in die sassanidischen Thronstreitigkeiten).
Die "Weiße Hunnen" genannten Völker werden von den chinesischen Chroniken zu den Ta-Yüe-tschi gestellt. Laut dem Chronisten Prokop unterschieden sie sich zwar in Lebensweise, Aussehen und Sitten von den europäischen Hunnen, trotzdem sah man in ihnen "Hunnen". Das ist auch die noch heute gängige Betrachtung. Im späteren Turkestan – damals noch "Turan" genannt – sind einige ihrer Inschriften überliefert. Meist waren es Bezeichnungen der Macht: Dabei wurden Vorläufer der späteren türkischen Runen verwendet und die meisten Wörter lauteten Turan Hun beziehungsweise Yabgu Turan Hun (Prinz der Turan-Hunnen).
Die europäischen Hunnen (Schwarze Hunnen)
Turan Hun
Der Beginn der Völkerwanderung
Zur Zeitenwende beherrschten indogermanische Stämme aus der Gruppe der mit den Skythen verwandten Sarmaten die Steppe Osteuropas (Iazygen, Roxolanen, Alanen), im 2. Jahrhundert kamen die Goten dazu.
Das änderte sich, als ein Teil der Schwarzen Hunnen im 4. Jahrhundert die große Völkerwanderung auslöste. Als Grund wird eine Klimaänderung vermutet, so dass die Nahrung für die Herden, die Lebensgrundlage der Nomaden knapp wurde. Unter ihrem Führer Balamir (Balamber) überschritten die Hunnen die Wolga. Dort zerschlugen sie gegen 374 das Reich der Alanen im Gebiet der Wolga und des Kaukasus und schlossen ein Bündnis mit ihnen. Auf der Taurus-Halbinsel (Krim) zerstörten sie 375 das Reich der Ostgoten Ermanarichs, die bald darauf ebenfalls ihre Verbündeten wurden.
In der Folgezeit erreichten sie die Grenzen des oströmischen Reiches, so dass die Westgoten ca. 394 aus dem Schwarzmeergebiet flohen. Die oströmische Bevölkerung gab den Schwarzen Hunnen nun einen Namen, mit dem später alle asiatischen Reitervölker bezeichnet wurden: Tartaros = Tartaren. (Dieses Wort können wir mit: "die Teuflischen" übersetzen, da es vom griechischen ταρταρος = "Hölle" oder "Unterwelt" abstammt.) Mit den Hunnen kam auch eine asiatische Krankheit nach Europa: Die Pocken.
Die Schwarzen Hunnen haben einen geradezu dämonischen Eindruck auf ihre Feinde gemacht: Bei ihnen war es, nach Angaben des Jordanes, Sitte, den männlichen Kleinkindern die Gesichter zu zerschneiden, um den Bartwuchs zu verhindern. Die Krieger schmierten sich Schwarzerde in die Kampfwunden, damit sich dort dickhäutige Narben bildeten. Auch praktizierten sie die Sitte der Kopfdeformation, weshalb viele Hunnen hohe Turmschädel aufwiesen. Derartig deformierte Schädel wurden sowohl in Thüringen als auch am Talas (Kirgisien) gefunden. Der Oberkopf wurde als äußeres Zeichen ihrer Unterwerfung kahlgeschoren, da nur der als "Khagan" bezeichnete Hordenführer das Recht besaß, langes Haupthaar zu tragen.
Khagan
Bezüglich der Kampftechnik zu Pferde waren die Hunnen den Europäern weit überlegen: Wie alle zentralasiatischen Reiterhirten waren auch sie außerordentliche Reiter und Bogenschützen. Die besten Bogenschützen trugen bunte Bänder in ihren langen Zöpfen. Mit den Hunnen kam eine revolutionäre Erfindung nach Europa: stabile Sättel mit eingearbeiteten Steigbügeln. Die Römer kannten zwar auch leichte Sättel, aber keine Steigbügel. Durch den stabilen Halt und die Steigbügel war die hunnische Reiterei in der Lage, beidhändig vom Pferde aus zu kämpfen, da sie dieses nun mit den Schenkeln lenken konnten. Zwar führten auch die Europäer einen eingeschränkten Kampf zu Pferde, doch sie bevorzugten den Kampf Mann gegen Mann.
Hunnische Führungsprobleme
Die Hunnen hatten zunächst keine umfassend anerkannte Führungsspitze. So stellten sie keine besondere Gefahr dar und konnten sogar gruppenweise an diversen Orten in römischen Sold genommen werden.
Da gab es z.B. die Anführer Basich und Kursisch, die 395 über den Kaukasus kamen und römisches wie persisches Gebiet zwischen Antiochia und Ktesiphon plünderten, bis sie von den Persern geschlagen wurden. Der Grund für den Raubzug war eine Hungersnot auf ihrem Gebiet - sie trieben unzählige Rinder ab. Später suchten sie in Rom um ein Bündnis nach. Im gleichen Zeitraum spielte sich Uldin als Anführer der Hunnen gegenüber den Römern in den Vordergrund, bis er aufgrund von Misserfolgen um 408/09 von der Bühne verschwand. Der nächste Anführer scheint Karaton gewesen zu sein. Er ist für 412/13 belegt und scheint Uldins Mitregent gewesen zu sein, aber seine Regierungszeit ist unbelegt.
Greifbarer werden die nächsten Anführer, die Brüder Mundschuk, Oktar und Ruga. Doch Oktar führte das Reich so schlecht, dass ihn ein Kuriltai bereits 430 ab- und durch seinen jüngeren Bruder Ruga (Rugila) ersetzte. Nach einem Kirchenbericht soll Oktar (Uptar) an Völlerei gestorben sein. Wie auch immer, Ruga war der erste, der eine einheitliche Führung der Hunnen gewährleisten konnte, was sich in einer energischeren Aussenpolitik niederschlug. Die Römer einigten sich mit ihm auf einen Waffenstillstand und mussten mäßige Tributzahlungen leisten. Dafür versprach der Hunne, Rom im Bedarfsfalle Truppen zu stellen, was z.B. im Falle der Burgunder auch geschah (Nibelungensage).
Der Großkönig Attila
Nach dem plötzlichen Tode Rugas (angeblich Frühjahr 434) wurde das Reich zwischen seinen Neffen bzw. Mundschuks Söhnen Bleda und Attila geteilt. Bleda erbte den Osten, Attila den Westen des Reiches. Zwar wurde der Führer der Akh Bulkhar/Aq Bolqar, Bleda, als der ältere der Brüder von den Stämmen formal als Khagan anerkannt, aber die wahre Macht übte der zielstrebige Attila aus, der zum Führer der Khara Bulkhar/Qara Bolqar ernannt wurde. Über Bleda wird gesagt, dass er übermütig und in die Späße eines Zwerges namens Zerkon vernarrt war, während Attila den Zwerg und Bledas Verhalten missbilligte. Die beiden sollen gemeinsam regiert haben, aber Attilas Name wird bei allen politischen und kriegerischen Aktionen trotzdem allein erwähnt.
Zu einem nicht ganz geklärten Zeitpunkt Ende 444/Anfang 445 wurde Bleda von Attila ermordet. Da auch ein Münzfund bei Szikancs (Ost-Ungarn, 1439 byzantinische Goldmünzen, die letzte von 443) zu diesem Zeitpunkt vergraben und nicht wiedergeholt wurde, scheint sein Anhang ebenfalls ausgeschaltet worden zu sein. Vielleicht wollte Bleda also im Frühjahr 445 seinerseits den Bruder von der Macht verdrängen. Er war sich wichtiger Stimmen der kommenden Fürstenversammlung sicher, da ließ ihn Attila kurz vor der Ankunft der Stammes- und Klanfürsten durch Attentäter ermorden.
Unter dem Alleinherrscher Attila erreichte die Macht der Schwarzen Hunnen ihren Höhepunkt. Im Auftrage des weströmischen Feldherren Aetius zerschlugen hunnische Hilfstruppen 436 das Reich der Burgunder, das sich seit 400 am mittleren Rhein befand. Dadurch wurde der Hunnen-König Attila, der daran aber nicht beteiligt war, ein wichtiger Bestandteil der deutschen Heldensage: Er ist der König Etzel des Nibelungen-Liedes.
Mitte des 5. Jahrhunderts begannen die schwarzen Hunnen sesshaft zu werden: Das Hauptsiedlungsgebiet des Volkes lag zwischenzeitlich in der Theißebene, wo Attila seit 444 seinen Heersitz hatte; die schwarzen Hunnen Europas verloren den Kontakt zu den anderen hunnischen Völkern. Attila bekam einen Palast aus Holz, von Pfählen umzäunt, auch wenn die Hunnen immer noch im Zelt lebten. Ein Minister badete sogar in seinem eigenen Bad, die Ausnahme schlechthin. Es gab eine frühfeudale Rangordnung am Hofe. Verdiente Leute wurden dank römischen Goldes mit Pensionen versorgt, hatten Güter oder Vorrechte - so z.B. durfte der einflussreiche Minister Onegesius seine Gefangenen behalten. Aber der römische Dienst war eben doch attraktiver - Attila forderte Hunnen als entlaufene Vasallen vom oströmischen Kaiser zurück.
In den Jahren zwischen 441 und 447 verwüstete Attila den gesamten Balkanraum und legte die Städte Belgrad und Sofia in Schutt und Asche. Er zwang den damaligen oströmischen Kaiser Theodosius II. zu hohen Tributzahlungen. Kaiser Markian jedoch stellte die Tributzahlungen ein; Attila musste sich nach einer neuen Quelle umsehen, zumal die europäischen Provinzen Ostroms bereits verwüstet waren.
Markian
Attila zog schließlich gegen Westrom: Er marschierte quer durch Gallien und traf 451 auf seinen einstigen Verbündeten Aetius, den Statthalter Westroms: Dieser war zwischenzeitlich mit den Stammeskönigen der Franken, Burgunder und Westgoten verbündet und schlug Attila und dessen ostgotische, gepidische u.a. Vasallen in der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern zurück. Die Schlacht endete ohne Sieger, beide Seiten hatten schwere Verluste, aber die Moral der Hunnen war erschüttert, zumal Attila den Rückzug antreten musste.
Attila zog dann nach Italien und verwüstete mehrere Städte (u.a. Aquileia), musste sich dann aber in die Ungarische Tiefebene zurückziehen; die angebliche Begegnung mit Papst Leo I., der Attila davon abgehalten haben soll Rom zu plündern, ist jedoch kaum historisch. Aber im Grunde stellte Attila bereits seit seinem Rückzug aus Gallien keine ernsthafte Gefahr mehr dar. (Wobei das wieder eine Frage der Sichtweise ist, denn immerhin hat sich Attila für das Risiko eines Raubzuges in Gallien, weit entfernt von seinem natürlichen Stammland gut gehalten.) Auch Ostrom lehnte weitere Tributzahlungen ab; gleichzeitig griffen oströmische Truppen hunnisches Gebiet an.
Verfall und Untergang
Im Jahre 453 heiratete Attila die schöne burgundische Königstochter Hildico und starb bereits in der Hochzeitsnacht. Nun begann der rasche Verfall des Schwarz-Hunnen-Reiches.
Durch innere Auseinandersetzungen (Abfall der Gepiden, Ostgoten und anderen) um 454/55 stark zerrissen, verloren sie endgültig ihre Schlagkraft. Ellac (İleks, Oleg) fiel 455 am Nedao, Dengizik 469 im Krieg gegen Ostrom.
Die Schwarzen Hunnen gingen nun in anderen Völkern auf. Ein Teil von ihnen (unter Ernak) wurde unter römischer Oberherrschaft in der späteren Dobrudscha angesiedelt. Diese Volksteile sollten einen der Grundstöcke für die späteren Gagausen bilden. Andere ließen sich an der heutigen serbisch-bulgarischen Grenze nieder und gingen in den slawischen Vorfahren der heutigen Mazedonier auf. Eine dritte Gruppe verblieb im heutigen Ungarn (der Name „Ungarn“ wird fälschlicherweise auf die Hunnen zurückgeführt) und zog in der Folgezeit auch nach Siebenbürgen weiter: Aus ihnen wurde angeblich im 9. Jahrhundert der magyarische Volksstamm der Székler.
An den Läufen der unteren Wolga siedelten ebenfalls noch Reste der Hunno-Bulgaren. Vereinzelte hunnische Volkssplitter wurden noch in den Jahren zwischen 539 und 540 von griechischen Geschichtsschreibern erwähnt, als diese bis nach Korinth und Konstantinopel vorstießen. Die Byzantiner hetzten schließlich ihre Fürsten Sandilkh (Utriguren) und Zabergan (Kutriguren) 558/60 aufeinander, dazu griffen die Awaren an. So sollten auch jene Reste in anderen Turkvölkern aufgehen: Als wichtigste Nachfolgestämme seien hier nur die Wolgabulgaren, Chasaren, Petschenegen und Kumanen genannt.
Materielle Kultur der europäischen Hunnen
Als typisches Kennzeichen der Schwarzen Hunnen Europas gelten runde bronzene Metallspiegel, die die Hunnen allgemein von den Chinesen übernommen hatten und den Toten als Grabbeigabe mitgegeben wurden. Genauso wie eigentümliche große Kupferkessel (bis 50kg schwer, am Rand mit Schuppen verziert), die ebenfalls aus China stammten und wahrscheinlich als Opfergefäße verwendet wurden. Diese Bronzekessel fanden sich in Ungarn ebenso wie in Rumänien, Kasachstan, Russland samt Permgebiet und Minussinsk. Charakteristische hunnische Ziermotive sind der Lebensbaum und Raubvögelköpfe, vor allem der Adler erfreute sich bei den Hunnen großer Beliebtheit, wie bei den iranischen Steppenvölkern (Sarmaten, Alanen), von denen auch die Goten und andere Germanenstämme das Adlermotiv übernommen hatten.
Die Krieger der Schwarzen Hunnen kämpften meist beritten mit dem enorm durchschlagkräftigen Kompositreflexbogen, für den Nahkampf zu Pferde verwendeten sie ein sehr langes zweischneidiges Schwert, das auch als sarmatisches Langschwert oder sassanidisches Langschwert bezeichnet wird. Für den Kampf zu Fuß führten alle Hunnen ein einschneidiges, säbelartiges Kurzschwert mit. Die Hunnen waren selten schwer berüstet, neben der Leder- und Fellkleidung wurden Fellmützen oder Spangenhelme getragen.
Hunnische Gräber sind in der Regel Einzelgräber, oft in der Nähe von Flüssen angelegt. Oftmals wurden den hunnischen Kriegern Reitsattel, Lasso, Reitpeitsche und Zaumzeug ihrer Pferde, manchmal sogar die Tiere selbst mit ins Grab gegeben. Typisch für hunnische Frauen waren große Ohrringe, die Vornehmen unter ihnen trugen Stirnbänder aus Gold, verziert mit rotem Almandin und Perlmutteinlagen.
Zur Religion
Der Großteil der Hunnen hatte zu Zeiten Attilas unverändert eine naturverbundene Religion, wie zu jener Zeit, als sie aus Asien kamen. Man übte Wahrsagerei und Schamanismus aus, wobei die Schamanen am Namenskürzel "-kam" (Atakam, Eskam) zu erkennen waren. Eingeweideschau und Schulterblattschau als Mittel der Vorhersage sind überliefert, wobei Jordanus nicht angab, ob die Schulterblätter dabei wie in Asien im Feuer erhitzt wurden. Die Naturkräfte waren göttlich, ähnlich wie schon bei den Hsiung-nu, bei denen "Tang Kök/Gök Tengri", der Himmel, die höchste Gottheit war. So wuschen die Hunnen sich und ihre Kleider bis auf wenige Ausnahmen (Attila selbst) nicht. Sicherlich galt auch das fließende Wasser wie bei den Mongolen als lebendig und musste entsprechend rein gehalten werden.
Für die Hunnen war der Herrscher gottähnlich, denn er sah sich von Gott ([http://www.compmore.net/~tntr/tur2.html Tang Tengri]) zum Herrscher und König (Yabgu/[http://www.ccs.uky.edu/~rakhim/doc_files/tangriqut.html Tangriqut]) ernannt und wurde mit der Sonne (Tang Kun/Gün Tengri) verglichen. Jedenfalls vertrat man gegenüber einem römischen Vermittler die Gottähnlichkeit Attilas, der aber zumindest gegenüber seinen Hunnen ein bescheidenes Äußeres pflegte.
Es gibt auch Hinweise auf erfolgreiche katholische Missionierungsversuche bei den Hunnen. Allerdings zeugen die unverändert anhaltenden Plünderungen - und damit verbundenen Gewalttaten in Kirchen - davon, dass es sich hierbei bloß um römische Wunschträume handelte. Es gab zwar nach wie vor eine sesshafte katholische Bevölkerung im hunnisch besetzten Pannonien, aber die Hunnen übernahmen offensichtlich nicht den Glauben der Besiegten. Attraktiver dürfte der arianische Glauben der Goten gewesen sein, die im Rang den Hunnen fast gleichkamen.
An Kultgegenständen gab es Idole aus Gold und Elektron wie bei den Sarmaten und Alanen, des weiteren Amulette und schamanistisch geprägte Masken. Einige Idole wurden vom Hunnenführer Grod um 528 eingeschmolzen, um Münzen herzustellen, was seine Hinrichtung durch seinen Bruder zur Folge hatte.
Literatur
- Literaturhinweise zu [http://www.orientarch.uni-halle.de/ca/tutorial/inf_hun2.htm Hunnen] bei der Studienhilfe zur Archäologie und Kunst Mittelasiens.
- Franz Altheim: Geschichte der Hunnen, 5 Bände, Berlin 1959 ff. Älteres Standardwerk.
- Bodo Anke: Studien zur reiternomadischen Kultur des 4. bis 5. Jahrhunderts. Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas 8, Wilkau-Haßlau 1998, ISBN 3-930036-11-8.
- Peter J. Heather: The Huns and the end of the Roman Empire in Western Europe, in: English Historical Review 110 (1995), S. 3-41.
- Magdalena Maczynska: Die Völkerwanderung, ISBN 3491961270
- Otto Maenchen-Helfen: Die Welt der Hunnen, Wiesbaden 1997.
- Wilfried Menghin (Hrsg.), Germanen, Hunnen und Awaren. Schätze der Völkerwanderungszeit. Die Archäologie des 5. und 6. Jahrhunderts an der mittleren Donau und der östlich-merowingische Reihengräberkreis. Ausstellungskataloge des Germanischen Nationalmuseums, Nürnberg 1987, ISBN 3-9801529-4-4.
- David Nicolle, Angus McBride: Attila and the Nomad Hordes, ISBN 0850459966
- E.A. Thompson: The Huns, Oxford 1996. Überarbeitete Aufl. aus den 40er Jahren.
Siehe auch
- Hunnenrede
- Attila
Weblinks
- [http://www.nhm-wien.ac.at/NHM/prehist/Stadler/Halbturn96/Index.html HomePage der Ausstellung Reitervölker aus dem Osten, Hunnen + Awaren, Burgenländische Landesausstellung 1996]
- [http://steppenreiter.de/hunnen.htm Die Hunnen bei steppenreiter.de/]
- [http://www.ccs.uky.edu/~rakhim/doc_files/tangriqut.html Liste der hunnischen Könige]
- [http://www.allempires.com/empires/xiongnu/xiongnu1.htm Hsiung-nu] (englisch)
- [http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/31/0,1872,2137247,00.html ZDF: Der Hunnensturm über Europa]
Kategorie:Europäische Geschichte
Kategorie:Historische Ethnie
Kategorie:Asiatische Geschichte
ja:フン族
ko:훈족
Zentralasien
Zentralasien oder Mittelasien ist eine zusammenfassende Bezeichnung für die im Zentrum des Kontinentes Asien gelegenen Staaten Kasachstan, Usbekistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Kirgisien sowie für Sinkiang (Xinjiang) und Tibet (westliche Provinzen Chinas, wo geographisch der Mittelpunkt Asiens liegt).
Teilweise werden auch das südlicher gelegene Afghanistan sowie im Osten die Mongolei und die Wüste Gobi (Innere Mongolei) zu Zentralasien gezählt. Geographisch würde auch der an Kasachstan grenzende Süden Sibiriens dazugehören.
Russische Geographen unterscheiden zwischen Mittelasien ("Srednjaja Asija"), das die 5 oben genannten ehemaligen Sowjetrepubliken umfasst, und Zentralasien ("Zentralnaja Asija"). Letzteres umfasst die Mongolei und die zentralasiatischen Teile Chinas. In Anlehnung an diesen russischen Sprachgebrauch wurde auch im Deutschen in der DDR zwischen Mittelasien und Zentralasien unterschieden. Zu Innerasien zählen im engeren Sinne nur Sinkiang (Chinesisch-Ostturkestan), die (äußere) Mongolei, Tibet sowie Tannu-Tuwa (Tuwinische Republik im sibrischen Russland).
Neuerdings - mehr politisch als geographisch inspiriert - wird der Begriff "Zentralasien" auch auf die heute selbstständigen asiatischen ehemaligen Sowjetrepubliken eingeschränkt.
Geographie und Vegetation
Die Vegetation des Gebiets ist von Wüsten, Halbwüsten und Steppen geprägt, das Klima ist ausgesprochen kontinental und trocken.
Bevölkerung
trocken
Der westliche und zentrale Teil (einschließlich Sinkiangs) ist hauptsächlich von Turkvölkern und iranischen Völkern bewohnt und kulturell vom Islam beeinflusst. Der dünner besiedelte östliche Teil ist von Tibetern und Mongolen bewohnt und vom Lamaistischen Buddhismus geprägt.
Weblinks
- [http://www.osteuropa-netzwerk.de/Mittelasien/index.htm Linksammlungen des Osteuropa-Netzwerks zu den mittelasiatische GUS-Staaten]
- [http://www.uni-graz.at/franz.koelbl/zentralasien/ Fotos und Erlebnisse von den zentralasiatischen Ländern]
Kategorie:Asien
Kategorie:Region
ja:中央アジア
ko:중앙아시아
nb:Sentral-Asia
NomadischNomaden (v. griech. nomás „Weideplatz“) sind wandernde Völker, die von Viehzucht leben. Einige nomadisch lebende Völker leben daneben auch von ihrem Erwerb als Jäger und Sammler, oder – wie die Seenomaden Südostasiens – von der Fischerei.
Eine Reihe gegenwärtiger Kulturen weisen in nomadische Traditionen zurück, der Anteil der nomadischen Lebensweise in den Industrieländern geht jedoch stark zurück.
Viele dieser Völker sind heute in ihrer Existenz (oder zumindest in ihrer Lebensweise) bedroht, da sie ihre Landnutzungsrechte nur schlecht gegen ihre sesshaften Nachbarn durchsetzen können.
Mit den Beziehungen zwischen Nomaden und Sesshaften in Geschichte und Gegenwart beschäftigt sich seit 2001 ein eigener [http://www.nomadsed.de Sonderforschungsbereich an den Universitäten Halle und Leipzig].
2001
Nomadische Völker
Zu den nomadischen bzw. teilweise nomadisch lebenden Völkern zählen:
Afrika
- Beduinen
- Innu
- Massai
- Samburu
- Pygmäen
- Tuareg
- Himba
- Hema
- San
Asien
San
- Alanen
- Burjaten
- Kara-Kitaier
- Lulen
- Merkiten
- Mlabri (Bergregion von Thailand)
- Mongolen
- Seenomaden (z.B. Moken, Orang Laut)
- Tadschiken
- Tanguten
- Tibeter
- insbesondere Turkvölker
Europa
- Saami
- Sinti und Roma
- Pavee Irish Traveller
- Jenische
- Quinqui
Australien
- Aborigine
Arktis
- Inuit
Historische Nomadenvölker
- Awaren
- Chasaren
- Hebräer
- Hunnen
- Mauren
- Wu Hu
Siehe auch
- Nomadismus
- Reiternomaden
Weblinks
- [http://www.nomadsed.de Differenz und Integration]: Sonderforschungsbereich an den Universitäten Halle-Wittenberg und Leipzig, der sich mit den Beziehungen zwischen Nomaden und Sesshaften in Geschichte und Gegenwart befasst.
Kategorie:Ethnie
Ulan Bator
Ulaanbaatar (mong. Улаанбаатар; dt. = roter Held; in Deutschland oft auch Ulan-Bator), bis 1924 Urga (dt. = Palast, Hauptquartier), ist die Hauptstadt der Mongolei mit 850.000 Einwohnern (ein Drittel aller Einwohner der Mongolei).
Mongolei
Zentrum der Stadt ist der Sukhbaatar-Platz, der nach dem mongolischen Revolutionär benannt wurde, von dem sich auch der Namen der Stadt ableitet. In der Stadt gibt es verschiedene Zeugnisse des Lamaismus, z. B. das Gandan-Kloster, die 26 Meter hohe Janraisig-Statue (Sanskrit: Avalokiteshvara), und den Palast des Oberhaupts des tibetischen Buddhismus in der Mongolei, des Bogd Gegeen Khan, als dessen Sitz Urga auch einst gegründet wurde. Die einzige moderne Universität des Landes, die 1942 gegründet wurde, befindet sich ebenso in Ulaanbaatar, wie die Bibliothek, die für ihre alten mongolischen, chinesischen und tibetischen Schriften bekannt ist.
Geografie
1942
1942
Die Stadt liegt in 1350 Meter Höhe am Fluss Tuul und am Fuß des 1914 m hohen Berges Bogdo Khan Uul.
Mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von -4 °C gilt sie als die kälteste Hauptstadt der Welt. Ulaanbaatar wird aus nahegelegenen Revieren mit Kohle versorgt und bildet auch das industrielle Zentrum des Landes. In der Stadt bündelt sich das mongolische Straßen- und Flugnetz, auch die Transmongolische Eisenbahn wurde durch Ulaanbaatar geführt. Nach wie vor ziehen während der Sommermonate einige Familien als traditionelle Nomaden aufs Land und leben nur in der kalten Jahreszeit in der Stadt.
Geschichte
Gegründet wurde die Stadt 1639 unter dem Namen Urgöö als Sitz des Oberhaupts des Lamaismus in der Mongolei, des Bogd Gegeen bzw. Jebtsundamba Khutugtu. In den ersten anderthalb Jahrhundert wechselte sie über 25-mal ihren Standort, seit 1778 befindet sie sich an ihrer heutigen Stelle. Außerdem wechselte sie mehrfach den Namen: Ab 1706 wurde wurde sie Ikh-Khuree genannt, von 1911 bis 1924 hieß sie Niislel Khuree, ab 1924 schließlich Ulaanbaatar.
In den 1860er Jahren wuchs die wirtschaftliche Bedeutung der Stadt durch den Handel zwischen Russland und China, außerdem war sie der Sitz des chinesischen Amban. 1911 erklärte sich die Mongolei unabhängig und die Stadt wurde in Niislel Khuree unbenannt. Allerdings besetzten chinesische Truppen 1919 unter Ausnutzung des russischen Bürgerkriegs erneut die Mongolei und Urga. 1920 wurden die chinesischen Truppen vom weißgardistischen Abenteurer Baron Robert von Ungern-Sternberg vertrieben, der wiederum 1921 von der sowjetischen Roten Armee und einheimischen Revolutionären, angeführt von Sukhbaatar, vertrieben wurden.
1924, nach dem Tod von Sukhbaatar und des Bogd Gegeen, wurde die Mongolische Volksrepublik ausgerufen, und Niislel Khuree in Ulaanbaatar umbenannt.
Sehenswürdigkeiten
Sukhbaatar
Die Hauptstadt Ulaanbaatar ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Mongolei. In der Stadt gibt es Museen, von denen das Naturkundemuseum das größte ist, mit einer paläontologischen Abteilung (Saurierskelette).
Das Museum der Schönen Künste präsentiert in erster Linie eine Sammlung aus der Zeit vor der Unabhängigkeit 1921. In Ulaanbaatar sind auch mehrere Theater und Theaterensembles zu Hause, wie zum Beispiel das staatliche Schauspielhaus, die Staatsoper, das Ballett und das Volkslied- und Tanzensemble.
Touristisch bedeutsam sind auch das Choijin-Lama-Museum, das Sukhbaatar-Denkmal auf dem gleichnamigen Platz, der Palast des Bogd Khan und das Zaisan-Denkmal, das an den Zweiten Weltkrieg erinnert. Es liegt auf einem Hügel südlich der Stadt, von dem aus man einen schönen Blick hat.
Die öffentliche Bücherei stellt eine einzigartige Sammlung von Sanskrit-Manuskripten aus dem 11. Jahrhundert aus. Auch die buddhistischen Tempelmuseen und das Gandan-Kloster werden gern besucht. Das buddhistische Kloster liegt westlich des Stadtzentrums. Es ist für seine 26 Meter hohe Statue der Göttin Janraisig berühmt und das größte Kloster der Mongolei. In seiner nachrevolutionären Geschichte mussten die Mönche des Kloster Repression und Unterdrückung überstehen als in den 30er Jahren ähnlich wie in der Sowjetunion Gläubige verfolgt wurden. 1938 hatten sowjetische Truppen die Statue demontiert und eingeschmolzen. Die buddhistische Gemeinde ließ nach 1990 mit umgerechnet fünf Millionen Dollar Spenden eine neue vergoldete Janraisig errichten. Für den Dalai Lama, dem eigentlichen Oberhaupt des Klosters, wurde ein Thronsessel neu erbaut.
Ulaanbaatar ist eine Stadt zwischen Moderne und Tradition. Einmal im Jahr, am 11. Juli, findet das größte Volksfest des Landes, Naadam, statt. Hierzu kommen die Männer von allen Landesteilen, um sich miteinander im Wettkampf beim Ringen, Reiten und Bogenschießen zu messen.
Museumsliste
; Nationales Historisches Museum: Das Museum ist bekannt wegen der völkerkundlich-historischen Ausstellung, die einen Einblick in das Normadentum und die Geschichte der Mongolen gibt.
; G. Zanabasar Kunst Museum: Das Museum zeigt die alte Kunst der Mongolei. Im Mittelpunkt stehen die buddhistischen Kunstwerke von Zanabasar. Skulpturen, Bilder, Tankas geben einen Überblick über den Buddhismus der Mongolei.
; Choyjin Lama Tempel: Zu Ehren des Choyjin Lama wurde zwischen 1904 und 1908 dieser Tempel errichtet. Der Choyjin Lama war das Staatsorakel der Mongolei und der Bruder des achten Bogd Khan.
; Bogd Khan Tempel/Palast: Die Anlage entstand ab 1893 und diente dem achten Bogd Khan, seine Heiligkeit Dshebdsundumba VIII, als Residenz bis zu seinem Tod 1924.
; Museum der Schönen Künste: Klassische und moderne Malerei sowie das Kunsthandwerk der Mongolei stehen im Mittelpunkt dieses Museums.
; Nazagdordsh-Museum: Zu Ehren des bedeutendsten Schriftstellers der Mongolei Daschdordshin Nazagdordsh (1906-37) wurde das Museum errichtet. In den 20er Jahren war Nazagdordsh zum Studium in Deutschland. Sein früher Tod mit nur 31 Jahren ist mit vielen Gerüchten umgeben. Das Museum befindet sich unmittelbar neben dem Choyjin Lama Tempel.
; Ulaanbaatar Stadtmuseum: Das Museum gibt einen Einblick in die Geschichte der Stadt Ulaanbaatar (Urga).
; Kamel-Museum: 250 Ausstellungsstücke rund um das Baktrische Kamel.
; Spielzeugmuseum: Gezeigt werden beliebte Spiele und Spielsachen aus der Mongolei. Das Museum ist im Gebäude des "Mongolian National Centre for Children" in der obersten Etage untergebracht.
; Eisenbahnmuseum:
; Mongolisches Theatermuseum: Berühmt ist die Marionettenausstellung des Museums. Das Museum befindet sich auf der dritten Etage des Kulturpalastes.
; Museum der Künste und Kreativität der Kinder: Gezeigt wird die Kreativität der Kinder und Jugendlichen der Mongolei.
; Mongolisches Militärmuseum: Zum 50. Jahrestages des Endes des 2. Weltkrieges wurde das Museum eingeweiht. Es sind Exponate aus allen Zeiten der mongolischen Militärgeschichte zu sehen.
; Schukow-Museum: Das Museum wurde zu Ehren des sowjetischen Marschalls Schukow errichtet, der 1939 half, den japanischen Angriff auf die Mongolei zurückzuschlagen.
; Jagdtrophäenmuseum: Es gibt einen kleinen Einblick in die Tierwelt der Mongolei.
; Museum der politisch Verfolgten: Gegründet von einer Enkeltochter des ersten Premierministers der Mongolei, Bodoo, der selbst ein Opfer der Sowjetisiserung der Mongolei wurde, erinnert das Museum an die 30.000 Menschen, die die politischen Verfolgungen während der sozialistischen Ära mit dem Leben bezahlen mussten.
Verkehr
Ulaanbaatar ist über die Transmongolische Eisenbahn mit der Transsibirischen Eisenbahn und mit dem chinesischen Bahnnetz verbunden. Es gibt direkte Züge nach Moskau und nach Peking. Bei Buyant-Ukhaa befindet sich der internationale Flughafen Buyant-Ukhaa International Airport.
Universitäten
- National University of Mongolia [http://www.num.edu.mn/]
- National Medical University of Mongolia
- Ulaan Bataar Medical College
- American Center For Mongolian Studies [http://www.mongoliacenter.org/study_in_mn.html]
Persönlichkeiten
- Asashōryū Akinori (Dolgorsuren Dagvadorj), Sumoringer
Weblinks
- [http://www.mongolei.de/ Mongolei.de]
- [http://www.ub-mongolia.mn/photos-mongolia/index.php Ulaanbaatar Pictures]
- [http://www.chriskaplonski.com/ub.html Changing Ulaanbaatar]
Kategorie:Hauptstadt in Asien
Kategorie:Ort in der Mongolei
ja:ウランバートル
ko:울란바토르
Asien
Asien ist der zentrale-südliche und östliche Teil Eurasiens.
Begriff
Das Wort Asien (Asia) stammt aus dem Assyrischen und bedeutet Sonnenaufgang. Es entspricht also dem lateinischen Wort Orient oder dem deutschen Morgenland. Der vor dem Zweiten Weltkrieg gebräuchliche Begriff Fernost wird heute selten verwendet, da er eine eurozentristische Weltsicht widerspiegelt.
Das chinesische Zeichen 亞 (Kurzzeichen 亚, Pinyin yà) ist eine klangliche Adaption und bedeutet ursprünglich das Zweite, subordiniert.
Innereurasische Grenze
Aus historischen Gründen werden Europa und Asien in Europa (teilweise nicht jedoch in Asien!) als verschiedene Kontinente betrachtet. Das Ural-Gebirge, der Ural-Fluss, das Kaspische Meer, der Kaukasus, das Schwarze Meer sowie Bosporus, Marmarameer und Dardanellen bilden u.a. die Grenze von Europa und Asien (siehe Eurasien).
Lage und Küstengliederung
Eurasien
Asien liegt mit seiner kontinentalen Landmasse bis auf die Tschuktschen-Halbinsel in Ostsibirien ganz in der östlichen Hemisphäre, nördlich des Äquators. Nur die südöstlichsten Inseln (Teile Indonesiens) befinden sich auf der Südhalbkugel der Erde.
Der nördlichste Punkt der Landmasse ist das Kap Tscheljuskin auf der Taimyr-Halbinsel (Sibirien) 77° 40' n. Br., der südlichste Punkt der Landmasse ist die Spitze der Malaiischen Halbinsel (Kap Buru) 1° 16' n. Br. Westlichster Punkt ist das Kap Baba in Kleinasien 26° 4' westl. L., der östlichste Punkt ist auf Kap Deschnjow (an der Nordostspitze von Sibirien) 169° 44' westl. L.
Die Küstenlänge Asiens beträgt etwa 82.300 km, davon entfallen auf den Arktischen Ozean 15.900 km, auf den Pazifischen Ozean 27.300 km, auf den Indischen Ozean 33.600 km und auf das Mittelmeer einschließlich Schwarzes Meer 5.500 km.
Die Küsten verlaufen im Norden, Osten und Süden. Im Westen bildet das Mittelmeer nur teilweise die Landbegrenzung. Mit Afrika verbindet sich Asien nördlich des Roten Meeres über die Halbinsel Sinai (Landenge von Sues, 145 km breit) und mit Europa bildet die Strecke zwischen dem Karischen Golf und dem Kaspischen Meer eine 2.700 km lange Grenze.
Ganz im Osten bildet die Beringstraße mit einer Breite von etwas mehr als 80 km eine Grenze zu Amerika. Im Südosten bildet die Inselwelt des Indonesischen Archipels eine Verbindung zu Australien.
Der riesigen Landmasse sind zahlreiche größere Halbinseln vorgelagert. Im Westen Kleinasien (Anatolien) (früher wurde auch die Insel Zypern hinzugerechnet), im Süden die Arabische Halbinsel zwischen dem Roten Meer und dem Persischen Golf, Indien zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Bengalen (mit der vorgelagerten Insel Sri Lanka) und im Südosten Hinterindien zwischen dem Golf von Bengalen und dem Chinesischen Meer. An der Ostküste Asiens zeigen sich mehrere südwärts gerichtete Halbinseln mit vorgelagerten Inselreihen. Dies sind Korea und Kamtschatka mit den Kurilen, Sachalin und den Inseln Japans: Hokkaidō, Honshū, Shikoku und Kyūshū. Im Norden ist die sibirischen Küste mehr durch die Mündungen mächtiger Ströme geprägt.
Einwohner und Größe
Asien ist mit etwas mehr als 44 Mio. km² der flächenmäßig größte Erdteil, der von mehr als der Hälfte der Erdbevölkerung (etwa 3,5 Milliarden Menschen) bewohnt wird. In der [http://www.datenbank-asien.de Datenbank Asien] sind Informationen zu vielen Ländern Asiens zu finden.
Geschichte
Asien ist die Wiege zahlreicher Kulturen, beispielsweise in China, in Indien sowie Babylonien und Assyrien in Vorderasien. Alle großen Weltreligionen (auch das Christentum, das Judentum und der Islam) sind in Asien entstanden.
Asien und Europa verbindet eine Lange Tradition an Kriegen (beispielsweise Alexander der Große, die Perserkriege, die Kreuzzüge, die Einfälle der Hunnen und der Türken) und an Entdeckungsreisen (beispielsweise Sven Hedin).
Asien ist seit jeher von Großreichen geprägt und nicht so zersplittert wie Europa. Die chinesische Kultur hat in der Welt, vor allem jedoch in Ostasien, ihre Spuren hinterlassen (Papier, Buchdruck, Kompass, Seide, Porzellan uvm.). Aus Indien hat sich der Buddhismus verbreitet. Nordasien (insbesondere Sibirien) blieb lange Zeit nahezu unbesiedelt, erst als sich das Russische Reich weiter ausdehnte, wurden dort größere Städte gegründet. Zentralasien war traditionell die Heimat von Steppenvölkern (Reitervölker), (beispielsweise den Mongolen), die in früheren Zeiten eine Bedrohung für Europa darstellten. Der Nahe Osten ist seit dem 7. Jahrhundert vom Islam geprägt und hat einen stark prägenden Einfluss auf Nordafrika gehabt.
Politische Einteilung nach Regionen
Nordafrika
- Afghanistan
- Kasachstan
- Kirgisistan
- Mongolei
- Tadschikistan
- Turkmenistan
- Usbekistan
siehe auch: Turkstaaten
- Russland (Sibirien)
- Volksrepublik China
- Hongkong (Sonderverwaltungszone)
- Macao (Sonderverwaltungszone)
- Japan
- Korea
- Nordkorea
- Südkorea
- Taiwan (Republik China)
- Brunei
- Indonesien
- Kambodscha
- Laos
- Malaysia
- Myanmar (früher Burma)
- Philippinen
- Singapur
- Thailand (früher Siam)
- Timor-Leste
- Vietnam
:Siehe auch: Tigerstaaten
- Bangladesch
- Bhutan
- Indien
- Malediven
- Nepal
- Pakistan
- Sri Lanka (früher Ceylon)
- Armenien
- Aserbaidschan
- Bahrain
- Georgien
- Irak
- Iran
- Israel
- Jemen
- Jordanien
- Katar
- Kuwait
- Libanon
- Oman
- Palästinensische Autonomiegebiete
- Saudi-Arabien
- Syrien
- Türkei
- Vereinigte Arabische Emirate
- Zypern
Regionale Organisationen
- ASEAN
- ASEM
- ADB - Asia Development Bank
- AHRC - [http://www.ahrchk.net Asiatische Menschenrechtskommission]
Siehe auch
- Portal Asien
- Kleinasien
- Naher Osten
- Liste asiatischer TV-Programme in Europa
Weblinks
- [http://www.inasien.de Magazin „in Asien!“]
- [http://www.Kultur-in-Asien.de Kultur in Asien: Kunst, Religion, Kult, Feste, Kalender, Architektur, Geschichte (von Dr. Bernhard Peter)] (ein breit angelegtes Informationsforum über verschiedene asiatische Länder, das Essays, Photogalerien und Reiseberichte vereint)
- [http://www.zmag.org/asiawatch/asiawatch.cfm ZNet's Resource on Asia (engl.)]
- [http://www.weltkarten-landkarten.de/landkarten/asien/d_default.asp Umfangreiche Landkartensammlung von Asien]
- [http://www.askasia.org/ a resource of the Asia Society (engl.)]
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Kategorie:Kontinent
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Geschichte
Begriff Geschichte
Allgemein
Geschichte im allgemeinen Sinn meint die ständige Entwicklung und Anpassung gesellschaftlich organisierter Lebewesen an ihre Umwelt. Im engeren Sinn bezieht sie sich auf die Entwicklung des Menschen und der Menschheit. Auch bei der Erde, bei Natur und Universum sprechen wir von Geschichte, Erdgeschichte, Naturgeschichte. Doch nur ein kleines Teilgebiet dieser Gesamtgeschichte ist Gegenstand der Geschichtswissenschaft. Bei genauer Betrachtung gibt es folgende vier Bereiche zu unterscheiden:
# Die Entstehung des Universums: Sie wird von Astronomen, Astrophysikern, Mathematikern und Philosophen betrachtet. (Urknall, Kosmologie)
# Damit ist die Geschichte der Menschen gemeint, denn hier setzt Entwicklung ein, die nicht nur genetisch und von Ähnlichem, sondern auch kulturell bedingt ist: Handeln u. Traditionen verändern. Der Mensch greift bewusst in die Veränderung seiner Umwelt ein, um diese seinen Bedürfnissen anzupassen. Diese Geschichte ist Gegenstand von Archäologie und Ethnologie.
# Die Geschichte seit Erfindung von Schrift, von Zeichen mit Bedeutung, denn hier hat sich Bewusstsein manifestiert und braucht nicht mehr bloß erraten und erschlossen zu werden. Außerdem wird hier die Tradition überpersönlich, weil hier sekundäre Kommunikation einsetzt - sprich auf Schriftzeichen gegründete Überlieferung. - Denn es lässt sich auch über Bildsprache, die keine Bilderschrift ist, kommunizieren. Frühe Formen sind unter anderem die Höhlenmalerei, die Tätowierungen der Ureinwohner in der Südsee, die Keilschrift und die Hieroglyphen.
# Die Geschichte, die sich selbst als Geschichte versteht, die der Mensch sich anverwandelt hat, erzählbare Geschichte.
Im engeren Sinne ist nur Geschichte in diesem vierten engsten Bereich Gegenstand der Geschichtswissenschaft, doch haben sich Geschichtsschreiber und Historiker schon immer auch für Geschichte im weiteren Sinne interessiert. Auch wird in historischen Kompendien meist auch dieser weitere Bereich mit behandelt, obwohl Historiker bei der wissenschaftlichen Erschließung dieser Fragen mit ihrer Methode nichts beitragen können.
Geschichte als Begriff der Geschichtswissenschaft
Geschichte im Sinne der Geschichtswissenschaft meint das in menschlichen Kulturen Geschehene. Geschichte in diesem Sinn ist etwas dem Menschen Eigenes; der Begriff wird jedoch häufig auch erweitert verwendet, um die Zeit vor dem Auftreten des Menschen bzw. vor der Entwicklung des Geschichtsbewusstseins darzustellen, insbesondere also die Naturgeschichte, dabei speziell die Erdgeschichte, die Vorgeschichte und andere Forschungsgebiete. (vgl. dazu Geschichtlichkeit)
Zu scheiden von diesem Begriff von Geschichte ist Geschichte als Überlieferung, Erforschung und Darstellung in ihrer zeitlichen oder sachlichen Aufeinanderfolge (vgl. Geschichtsschreibung).
Die Geschichtserkenntnis gründet sich auf Überreste und Tradition. (vgl. Geschichtswissenschaft).
Solche Erkenntnis ist allerdings nie objektiv, sondern abhängig von der historischen Situation, der Perspektive des Betrachtenden. Eine bestimmte Perspektive gegen andere Perspektiven durchzusetzen (aber auch der Versuch, Multiperspektivität zu ermöglichen) ist Sache der Geschichtspolitik.
Dagegen hat sich Geschichtsdidaktik die Aufgabe gestellt, den Zugang zu den wichtigsten Bereichen von Geschichte zu erleichtern und ein mehrdimensionales Geschichtsbewusstsein zu ermöglichen.
Der Geschichtsunterricht ist der Versuch der praktischen Umsetzung von Geschichtsdidaktik.
Einen Zugriff auf Geschichte von den verschiedenen Geschichtsräumen und Nationalgeschichten aus ermöglicht das Portal:Geschichte. Einen Zugriff auf spezifische Sachbereiche der Geschichte ermöglichen die verschiedenen Disziplinen der Geschichtswissenschaft.
Definitionsversuche
Über Geschichte gibt es sowohl aus der Philosophie als auch der Geschichtswissenschaft eine Reihe von allgemeinen Definitionsversuchen. Beispielhaft nur diese:
Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Geschichte ist „Fortschritt im Bewusstsein der Freiheit“ – „die Entfaltung der Natur Gottes in einem besonderen, bestimmten Element“
Wilhelm von Humboldt: „Das Ziel der Geschichte kann nur die Verwirklichung der durch die Menschheit darzustellenden Idee sein.“
Johann Gustav Droysen: „Was in ihr täglich geschieht, wird von keinem Verständigen als Geschichte getan oder gewollt. Erst eine gewisse Art, das Geschehene nachmals zu betrachten, macht aus Geschäften Geschichte".
Karl Jaspers: „Wir sprechen zwar von Geschichte der Natur und von Geschichte der Menschen. Beiden gemeinsam ist ein unumkehrbarer Prozess der Zeit. Aber beide sind in Sinn und Wesen verschieden. Die Geschichte der Natur ist ihrer selbst nicht bewusst. Sie ist ein bloßes Geschehen, das sich nicht weiß, sondern von dem erst der Mensch weiß. Bewusstsein und Absicht ist nicht ein Faktor dieses Geschehens. Es ist daher eine Verführung unseres in Kategorien der Natur gewohnten Denkens, die Geschichte selber noch nach Analogie von Naturgeschehen zu betrachten.“
Golo Mann: „Immer hat Geschichte zwei Komponenten: das, was geschehen ist, und den, der das Geschehene von seinem Orte in der Zeit sieht und zu verstehen sucht. Nicht nur korrigieren neue sachliche Erkenntnisse die alten; der Erkennende selber wandelt sich. Die Vergangenheit lebt; sie schwankt im Lichte neuer Erfahrungen und Fragestellungen.“
Zur Aufgabe der Geschichtsschreibung: Leopold von Ranke: „Man hat der Historie das Amt, die Vergangenheit zu richten, die Mitwelt zum Nutzen zukünftiger Jahre zu belehren, beigemessen; so hoher Ämter unterwindet sich gegenwärtiger Versuch nicht: er will bloß sagen, wie es eigentlich gewesen.“
Davon ließen sich ungezählte weitere anführen. Hier offenbart sich das Problem einer allgemein verbindlichen Definition, was Geschichte denn sei. Sämtliche hier aufgeführten Definitionen von Geschichte deuten auf etwas Wesentliches hin. Sie sind jedoch alle von einer gewissen subjektiven Sicht derer durchdrungen, welche sie aufstellen. Das ist insoweit auch kaum anders denkbar, als diese Gelehrten jeweils von einer anderen Geschichtsperspektive aus urteilen. Außerdem muss sich bei der Frage nach der Definition der Geschichte unweigerlich die Frage nach den Aufgaben der Geschichtsschreibung anschließen. Sehr schnell offenbart sich dabei, dass die Geschichtsschreibung auch von der Politik und damit von politischen Interessen abhängt. Sehr deutlich tritt das an der Nationalgeschichte zutage. Da diese wiederum immer einem Wandel unterworfen war, ist und bleiben wird, ändern sich entsprechend die politischen Rahmenbedingungen hinsichtlich der Geschichtsschreibung. So stellt sich nämlich das Problem der historischen Wahrheit. Es gibt nicht eine historische Wahrheit, sondern nur Interpretation der Quellen aus der jeweiligen Perspektive (Ort, Zeit, Interesse, Freund/Feind …). (Im Jahr 5000 wird man - gleichen Quellenstand vorausgesetzt - ein anderes Bild von Geschichte haben als wir heute. Wir können nicht heute schon sagen, es sei falsch.)
wissenschaftliche Betrachtungsweisen
- Geschichte kann einerseits wissenschaftlich erforscht werden, andererseits ist die Darstellung der Ergebnisse und Zusammenhänge als eine künstlerische Tätigkeit zu betrachten: Der Historiker soll dem Leser auf eine nachvollziehbare, objektive und überzeugende Weise den Gang der Ereignisse sowie deren Ursachen und Wirkungen darlegen. Die Geschichtsphilosophie versucht, den Gang der Handlungen in einen übergeordneten Zusammenhang, ein Geschichtsbild, zu bringen. Dieses ist der Ansatz vorwiegend der von den Geisteswissenschaften.
- Die Erforschung der Geschichte der Natur oder die Erdgeschichte wird selbstverständlich auch von der Naturwissenschaft betrieben. Hierbei geht es hauptsächlich darum, die Naturgeschichte beziehungsweise die Geschichte der Erde nachvollziehbar zu machen auf der Grundlage naturwissenschaftlicher Erkenntnismethoden.
künstlerische Betrachtungsweisen
- Indem die Darstellung der Geschichte auch als eine künstlerische Aufgabe betrachtet werden kann, kommt es umgekehrt zur künstlerischen bzw. literarischen Verarbeitung von geschichtlichen Themen, ohne dass vordergründig ein wissenschaftliches Erkenntnisinteresse besteht. Zum Beispiel das Drama Wallenstein von Friedrich von Schiller oder der Torquato Tasso von Johann Wolfgang von Goethe sind literarische Werke auf der Grundlage des historischen Stoffes, ohne zugleich als Geschichtswerke verstanden werden zu können.
- Neben den literarischen Betrachtungsweisen von Geschichte manifestieren diese sich auch in der Bildenden Kunst wie z.B. in der Malerei und Graphik. Diese Betrachtungsweisen setzen ein hohes Maß von individuellem Geschichtsbewusstsein des Künstlers voraus und eine ausgeprägte Fähigkeit, sich kritisch mit Geschichte auseinanderzusetzen.
Die Darstellung von Geschichte ist Gegenstand der Geschichtspolitik. Geschichtsschreibung steht stets auch unter der Verdacht der interessensgeleiteten Darstellung. Das gilt insbesondere dann, wenn ihr eine Geschichtsphilosophie zugrundeliegt. Geschichtspolitik dient also der Einflussnahme auf die allgemeine Meinungsbildung der Gesellschaft. Die Formen der Geschichtspolitik können sehr unterschiedlich sein. Verwandte Begriffe sind etwa: Geschichtlichkeit, Geschichtsbewusstsein, Geschichtsraum, Geschichtsperspektive, Historisierung, Erinnerungskultur, Glorifizierung beziehungsweise Geschichtsfälschung. Dem Geschichtsunterricht und der Geschichtsdidaktik kommt hierbei eine erhebliche Bedeutung zu. Die Reflexion über Geschichtlichkeit ist Aufgabe der Geschichtsphilosophie und der Geschichtsdidaktik.
Siehe auch
- Weltgeschichte, Universalgeschichte, Menschheitsgeschichte, Globalgeschichte, transnationale Geschichte
- Geschichtswissenschaft
- Periodisierung
- Chronologie
Zitate
- Jedesmal, wenn ein Mensch über Vergangenes berichtet, und sei er auch ein Geschichtsschreiber, haben wir in Betracht zu ziehen, was er unabsichtlich aus der Gegenwart oder aus dazwischenliegenden Zeiten in die Vergangenheit zurückversetzt, sodass er das Bild derselben fälscht. - Sigmund Freud
- Those who cannot remember the past are condemned to repeat it. (Wer die Geschichte nicht kennt, ist gezwungen, sie zu wiederholen.) George Santayana
- Die geschichtliche Wirklichkeit ist oft wie die Elster, die an einem Ort schreit und am anderen ihre Eier legt. - José Ortega y Gasset (Aufbau und Zerfall Spaniens)
- Geschichte ist Lüge, auf die man sich geeinigt hat. - Napoleon Bonaparte
- Keine Atempause - Geschichte wird gemacht - es geht voran - die Musikgruppe Fehlfarben 1982
- Eine Reihe zufälliger Ereignisse, die besser nicht stattgefunden hätten. - anonym
Literatur
- Marc Bloch: Apologie der Geschichte oder Vom Beruf des Historikers. München 1987 (1. Aufl. 1949)
- Jacob Burckhardt: Weltgeschichtliche Betrachtungen. Hrsg. v. Jacob Oeri, Berlin/Stuttgart 1905.
- Manfred Mai: Weltgeschichte. 2002. 240 S. ISBN 3-446-20191-2
- Neil Grant: Weltgeschichte. Young Oxford. 2000. 191 S. ISBN 3-407-75305-5
- Raphael, Lutz: Geschichtswissenschaft im Zeitalter der Extreme. Theorien, Methoden, Tendenzen von 1900 bis zur Gegenwart. München 2003
- Weltgeschichte : 1. Die Anfänge der Menschheit und frühe Hochkulturen 2. Antike Welten. 3. Um Glaube und Herrschaft. 4. Wege in die Moderne. 5. Aufbruch der Massen. 6. Schrecken der Kriege.(= Brockhaus Die Bibliothek) 1997 - 1999. Je 704 S. ISBN 3-7653-7400-8
- Der große Ploetz - Die Daten-Enzyklopädie der Weltgeschichte; Daten, Fakten, Zusammenhänge, ersch. in diversen Sonderausgaben, u.a. bei zweitausendeins, ISBN 3-86150-412-X
- Erich Bayer und Frank Wende (Hrsg.): Wörterbuch der Geschichte. 5. Auflage, Stuttgart 1995.
- Jörg Baberowski: Der Sinn der Geschichte. Geschichtstheorien von Hegel bis Foucault. München 2005.
- Pietro Rossi (Hg.): Theorie der modernen Geschichtsschreibung. Frankfurt/M. 1987
Weblinks
- [http://www.geschichte.fb15.uni-dortmund.de/links/ Fachkatalog zur Geschichtswissenschaft]
- [http://lotse.uni-muenster.de/geschichte/index-de.php Lotse - Fachbereich Geschichte]
- http://www.vl-geschichte.de
- http://www.clio-online.de
- http://www.historiker.de/
- http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/
- http://www.historicum.net
- [http://netzwerk.wisis.de/text/41.htm SUSAS Netzwerk für Wissensweitergabe - Geschichte]
- [http://www.wcurrlin.de/pages/5.htm didaktisch aufbereitete Geschichtsdarstellung mit Links]
- [http://www.ralf-arndt.de/geschichte.html Ralf Arndt - kommentierte Links]
- [http://www.lo-net.de/home/fontane44/index.htm Epochenüberblicke mit Links]
Kategorie:Geschichtswissenschaft
Kategorie:Geisteswissenschaft
Kategorie:Kulturwissenschaft
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Tungusische SpracheDie mandschu-tungusischen Sprachen sind eine Sprachfamilie in Nord- und Ostasien. Andere Bezeichnungen dieser Sprachfamilie sind „Mandschutungusisch“, „Manjutungusisch“, „Tungusisch“ und „Tunguso-mandschurisch“. Es bestehen gemeinsame Züge mit den Turksprachen und den mongolischen Sprachen (Agglutination, Lexik usw.). Jedoch ist eine Verwandtschaft umstritten (Altaisprachen).
Die Zahl der Sprecher dieser Sprachen dürfte die 100.000 kaum überschreiten.
Sie sind heute Teilen in Russlands, der Mongolei und der Volksrepublik China verbreitet. Siehe auch: Mandschu-tungusische Völker
Einzelsprachen
Die Anzahl und Benennung der Einzelsprachen variiert je nach Standpunkt der jeweiligen Wissenschaftler.
Die Definition von relativ nahe verwandten Varianten als Sprachen folgt in einigen Fällen politischen Vorgaben.
Alle unten aufgeführten Sprachen sind gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Es werden 2 oder 3 Untergruppen unterschieden.
Ewenkisch und Ewenisch
In vielen Teilen Sibiriens, einigen Regionen der Mongolei und im äußersten Nordosten der Volksrepublik China wird die ewenkische Sprache gebraucht. Es ist das Tungusische im engeren Sinne. Ewenkisch weist viele regionale Varianten auf, die von kaum mehr als 10000 Menschen auf einem Gebiet, das größer als Europa ist, gesprochen werden.
Die ewenische Sprache (alte Bezeichnung: „Lamutisch“) ist in Nordost-Sibirien verbreitet.
„Amur-Sprachen“
In den zu Russland gehörenden Regionen am Unterlauf des Amur sind folgende Sprachen verbreitet:
- Nanaische Sprache (Alte Bezeichnung: „Goldisch“/„Goldi“)
- Negidalische Sprache
- Orokische Sprache
- Orotschische Sprache
- Udegheische Sprache (Auch: „Udehe“)
- Ultschische Sprache
Mandschu-tungusische Sprachen Chinas
Ultschische Sprache
In der Mandschurei wird in zwei Dörfern noch die mandschurische Sprache (Mandschu) gesprochen. Die übergroße Mehrheit der über 10 Millionen Mandschuren der Volksrepublik China sprechen heute Varianten der chinesischen Sprache. Die mandschurische Sprache war eine der Amtssprachen der Qing-Dynastie (1644–1911). Die Xibe-Sprache (Sibe), die sich aus dem Mandschurischen entwickelt hat, ist heute in Xinjiang verbreitet.
Die in der zu China gehörenden Inneren Mongolei gesprochene solonische Sprache wird häufig als Variante des Ewenkischen angesehen.
Die Sprache der Hezhen und Kile (möglicherweise nur eine andere Bezeichnung für die gleiche Sprache) steht dem Nanaischen nahe und wird in der Mandschurei gesprochen.
Dort ist auch die Sprachen der Oroqen (nicht mit dem Orokischen identisch) in Gebrauch, die wiederum auch als Variante des Ewenkischen betrachtet werden kann.
Ausgestorben ist die im Mittelalter in Nord-China (Jin-Dynastie 1114–1234) als Schrift- und Amtssprache gebrauchte Sprache der Dschurdschen.
Literatur
- Matthias A. Castrén: Grundzüge einer tungusischen Sprachlehre, Zentralantiquariat der DDR, Leipzig 1969
- Schiefner: [Artikel], in: Bulletin der Petersburger Akademie, St. Petersburg 1859
Tungusisches Tatarisch?
Im Zusammenhang mit dem Nanaischen, aber auch in Bezug auf mittelalterliche tungusische Ethnien und Konföderationen taucht die Bezeichnung Tataren/Tatarisch auf. Dadurch sind Verwechslungen mit der tatarischen Sprache und mittelalterlichen Varianten des Mongolischen möglich.
Kategorie:Sprachfamilie
FürstFürst (lat. princeps = der Erste, davon engl. u. franz. prince) ist in der hierarchischen Ordnung des Adelssystems im Alten Reich der höchste Titel, unter dem auch Herzöge und Landgrafen inbegriffen waren. Etymologisch ist das deutsche Wort Fürst mit dem engl. the first = "der (die, das) Erste" verwandt.
Prince wird deshalb ins Deutsche richtigerweise mit Fürst und nicht, wie häufig falsch gehört, als Prinz übersetzt, deshalb heißt es, für Prince of Wales richtig übersetzt, auch Fürst von Wales.
In den fränkischen Königreichen und später im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation waren Fürsten die Landesherren nach dem König bzw. Kaiser, das heißt königliche Amtsträger mit teils erblicher Hoheit über einen weltlichen und ggf. auch kirchlichen Herrschaftsbereich.
Zum Fürstenstand (Reichsfürst) zählten im Spätmittelalter Herzöge, Land-, Mark- und Pfalzgrafen. Als geistliche Fürsten wurden Erzbischöfe, Bischöfe und manche Äbte bezeichnet. Im Hochmittelalter wählten die Fürsten den König, später war dieses Recht den sieben Kurfürsten vorbehalten.
Mit dem Ende des Alten Reiches wurden viele deutsche Fürsten souveräne Herrscher ihres Landes. Die anderen, deren Territorium unter die Herrschaft eines anderen Staates kam, behielten den Fürstentitel als Ehrenprädikat.
Eine deutsche Besonderheit ist die Bezeichnung Prinz oder Prinzessin für die Kinder des Fürsten, daher rührt der oben beschriebene häufige Übersetzungsfehler von prince in Prinz.
Heute werden in Europa noch die Kleinstaaten Monaco und Liechtenstein von Fürsten regiert; in Luxemburg nennt sich der fürstliche Regent Großherzog.
Siehe auch
- Monarchie
- Liste der Referenztabellen#Personen
- Regierungsform
- Großfürst
- Woiwode
- Bojaren
- Hospodar
- Daimyō
Literatur
- Niccolo Machiavelli: Der Fürst. Insel Verlag, Stuttgart 2001, ISBN 3458344721
Kategorie:Adelstitel
Samarkand
Samarqand (usbekisch Samarqand bzw. in der früheren kyrill. Schreibweise Самарқанд; persisch سمرقند, russ. Самарканд / Samarkand, deutsch Samarkand) ist eine Stadt in Usbekistan mit 319.404 Einwohnern (Stand 1. Januar 2005) und Hauptstadt der Provinz Samarqand.
Geographie
Samarqand liegt auf einer der zu den westlichsten Ausläufern des Alai gehörigen Hochebene in 720 m über NN. Das Gebiet um die Stadt gehört zur Flussoase des Zarafshon. 400 km südöstlich der Stadt liegt das Pamirgebirge.
Bevölkerung
Die meisten Einwohner sprechen als Muttersprache Tadschikisch, eine Form des Persischen; siehe auch: iranische Sprachen.
Geschichte
Samarqand, das den Griechen als Marakanda (griech.: Μαράκανδα) bekannt war, wurde Ende des 14. Jhdt. v. Chr. in der fruchtbaren Ebene des Zarafshon (griech.: Polytimetos) als Oasenstadt gegründet. Zu Wohlstand kam die Stadt durch den Handel mit den nördlichen und östlichen Regionen, die Seidenstraße verläuft durch Samarkand. Alexander der Große eroberte die Hauptstadt Sogdiens 329 v. Chr..
Unter islamischer Herrschaft florierte die Stadt, besonders während der Herrschaft der Samaniden, bis sie von dem mongolischen Eroberer Dschingis Khan 1220 zerstört wurde. Der mongolische Herrscher Timur Lenk (Tamerlan) machte Samarkand zur Hauptstadt seines Großreichs.
1868 kam die Stadt offiziell unter russische Herrschaft. Es wurde Hauptstadt einer Provinz innerhalb des Generalgouvernements Turkestan, aus dem 1918 die Turkestanische ASSR wurde. 1925 wurde es zur ersten Hauptstadt der neugeschaffenen Usbekischen SSR, verlor diese Funktion jedoch 1930 an Taschkent. Seit 1991 gehört die Stadt zur unabhängigen Republik Usbekistan.
Sehenswürdigkeiten
In Samarqand finden sich einige der großartigsten Zeugnisse islamischer Architektur. Die Stadt wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe der Menschheit erklärt.
- Bibi-Khanum Moschee
- Der Registanplatz mit den angrenzenden Medressen:
- die Ulugbeg Madrasah (1417-1420)
- die Sher Dor Madrasah (1619-1636)
- die Tillya Kori Madrasah (1646-1660)
- das Museum und die Ausgrabungen von Afrasiab
Persönlichkeiten
- Timur Lenk (1336 - 1405)
- Omar Khayyam (1048-1131), Dichter und Wissenschaftler
Weblinks
-
- [http://www.advantour.com/uzbekistan/samarkand.htm Monuments of Samarkand]
- http://depts.washington.edu/uwch/silkroad/cities/uz/samarkand/samarkand.html
Kategorie:Ort in Usbekistan
Kategorie:Zentralasiatische Geschichte
Kategorie:Weltkulturerbe
ja:サマルカンド
4. Jahrhundert
Das 4. Jahrhundert begann am 1. Januar 301 und endete am 31. Dezember 400.
Es ist die Epoche der Spätantike.
Zeitalter/Epoche
- Das Christentum wird im Jahre 380 von Theodosius I. zur Staatsreligion im Römischen Reich erklärt (Edikt Cunctos populos). Doch dadurch kann der rasch voranschreitende Niedergang des Römischen Reiches nicht aufhalten werden.
- Aus Mittelasien wandern die Hunnen nach Osteuropa ein und gründen ein Reich. Sie verdrängen die bisher dort ansässigen Völker und setzen eine Völkerwanderung in Bewegung, die als erstes großes Volk die Goten nach Südeuropa führt.
Ereignisse/Entwicklungen
- eine eigenständige keltische Kirche entsteht und besteht bis in das 6. Jahrhundert fort
- Im ersten Konzil von Nicäa (325) wird der arianisch-athanasische Glaubensstreit zugunsten der athanasischen Trinitätslehre beigelegt und ein verbindliches Datum für das Osterfest festgelegt.
- Das griechische Byzantion wird 326 von Konstantin unter dem Namen Konstantinopel zur Hauptstadt des römischen Reiches und zur Residenz erhoben. Die Verlegung der Hauptstadt bewirkt eine Hellenisierung des römischen Kaisertums, das sich entwickelnde byzantinische Hofzeremoniell umgibt den Kaiser mit einem göttlichen Nimbus.
- die Alte Peterskirche in Rom, die bekannteste frühchristliche Basilika, wird von Papst Silvester geweiht
- Bischof Wulfila schreibt um 360 im östlichen Mitteleuropa für die Goten die Wulfilabibel. Diese Bibelübersetzung ist die älteste schriftliche Überlieferung einer germanischen Sprache, für die Wulfila statt der Runen eine neue Schrift entwickelt. Sie basiert auf griechischen und römischen Buchstaben - mit Runen für jene gotischen Laute, die in keiner der beiden Sprachen vorkamen (beispielsweise englisches th). Von der Wulfilabibel sind aus Italien stammende Handschriften des 6. Jahrhunderts erhalten (Neues Testament und Teile des Alten Testaments). Die bekannteste dieser Abschriften ist der Codex Argenteus, der heute in der Universitätsbibliothek Uppsala aufbewahrt wird.
- In der Schlacht von Adrianopel (378) vernichten die Goten das römische Heer. Kaiser Valens fällt im Kampf, doch kann sein Nachfolger Theodosius das politische Gleichgewicht wieder herstellen. Die Goten besiedeln als autonome Föderaten das heutige Bulgarien.
Persönlichkeiten
- Chrocus (ca.260-3?) war 306 an der Erhebung von Konstantin zum Cäsar beteiligt.
- Konstantin (etwa 280-337), römischer Kaiser (ab 306) aus Mazedonien. Machte Byzanz ("Konstantinopel") zur Hauptstadt des römischen Imperiums und legte damit den Grundstein für die Entstehung eines eigenständigen "Ostreichs". Trug entscheidend dazu bei, dass das Christentum Staatsreligion wurde. Erließ Gesetze zum Schutze von Sklaven und führte erfolgreiche Kriege im Zeichen des Kreuzes
- Axid (etwa 291-347), nordafrikanischer Freiheitskämpfer. Schuf die quasi-kommunistische revolutionäre Bewegung der "Circumcellionen" und kämpfte unter Einbeziehung christlicher Ideale für die ausgebeuteten Sklaven, Bauern und Arbeiter seines Landes. Unterlag gegen das römische Reich
- Ermanarich (305-370), König der Ostgoten ab 350. Einiger der südrussischen Gotenvölker und Reichsgründer. Besiegte Slawen, Finnen und Germanen und auch römische Heere, unterlag jedoch gegen die Hunnen
- Schapur II. (309-379), König von Persien. Bekämpfer des Christentums und Förderer der persischen Zarathustra-Religion. Kämpfte erfolgreich gegen Rom und gegen die Hunnen und konnte so sein Reich vergrößern beziehungsweise erhalten
- Wulfila (lat. Ulfilas; etwa 310-382), erster Bischof der Westgoten (Wisigoten, Terwingen). Er bekehrte sie zum arianischen Christentum. Er erfand eine neue Schrift für die Gotische Sprache, die bisher in germanischen Runen geschrieben worden war. Sie war eine Abwandlung der griechischen Schrift mit einigen lateinischen Buchstaben
- Martin von Tours (lat. Martinus), ( - um 316/317 in Sabaria/Pannonien; † 8. November 397), dritter Bischof von Tours und französischer Nationalheiliger. Er quittierte 356 aus christlicher Überzeugung seinen Kriegsdienst als römischer Offizier und wurde 372 zum Bischof von Tours geweiht. Er gilt als Bindeglied zwischen Rom und dem Frankenreich.
- Ammianus Marcellinus ( - um 330 in Antiochia/Syrien; † um 395), römischer Historiker. Er war neben Prokopios von Caesarea der bedeutendste spätantike Geschichtsschreiber
- Julian II. (etwa 332-363), römischer Kaiser ab 360. Entließ tausende überflüssiger Beamter, senkte die Steuern und ordnete das Unterrichtswesen. Stand als Bewunderer der Philosophie dem Christentum ablehnend gegenüber
- Ambrosius ( - etwa 339 in Trier, † 4. April 397 in Mailand), Kirchenlehrer und Bischof von Mailand
- Theodosius, der 'Gotenfreund' (etwa 347-395), römischer Kaiser spanischer Herkunft (379-395) und letzter Herrscher eines vereinten Römischen Reiches. Nach schwerer Krankheit strenggläubiger Christ, setzte er endgültig das Dreifaltigkeitsdogma von der Göttlichkeit Jesu durch
- Balamir (auch Balamber, etwa 350-404), König der Hunnen. Drang über die Wolga vor und vernichtete das Reich der Alanen an Terek, Kuban und am unteren Don. Er besiegte mit seinen Reiterheeren Ermanarichs neugegründetes Ostgotenreich und zwang es zu Heeresfolge und Tribut. Gründer des ersten Hunnenreichs auf europäischem Boden
- Gratian (etwa 359-383), römischer Kaiser (375-383). Unter dem Einfluss des Ambrosius verzichtet er auf das bisher vom Kaiser bekleidete Amt des "Oberpriesters" und machte das Christentum zur beherrschenden Macht im zerfallenden Reich
- Stilicho (365-380), römischer Feldherr und Staatsmann. Nach dem Tod von Theodosius Regent Westroms. Besiegte Alarich den König der Westgoten und auch ins Reich einfallende Germanen und Ostgoten. Besiegelte mit seinen Gebietsforderung an Ostrom die endgültige Teilung des römischen Reichs
- Alarich I. (etwa 374-410), König der Westgoten. Führer des Aufstands von 391, besiegt Theodosius. Nach wechselndem Kriegsglück der Westgoten Eroberung Roms und Tod 410
Erfindungen und Entdeckungen
- in Indien wird eine Technik zur Rohrzuckergewinnung entwickelt; dabei wird Saft aus dem Zuckerrohr gepresst und durch Kochen eingedickt.
- Muskelkraftantrieb wird durch Wasserkraft ersetzt; um 363 entsteht ein mit Wasserkraft betriebenes Sägewerk an der Ruwer, um 390 wird von Wassermühlen berichtet, die ein Steinsägewerk an der Rur (Belgien) antreiben.
- die demotische Schrift in Ägypten wird durch die griechische Schrift verdrängt.
- um 379 bringt der Koreaner Wa-Ni die Schrift aus dem Kaiserreich China nach Japan
- um 380 wird in China unter der Jin-Dynastie der Gebrauch des Schiffskompass üblich.
- um 385 Kaiser Theodosius führt den in Asien bereits schon weit länger bekannten Reitsattel in Europa ein.
Literatur
- Ammianus Marcellinus: Das römische Weltreich vor dem Untergang (Bibliothek der alten Welt), übersetzt von Otto Veh, München-Zürich 1974 (dort auch weitere Literaturangaben und Hinweise auf andere Werkausgaben).
Weblinks
- http://schultreff.de/referate/geschichte/r0615t00.htm
01-04
!
ja:4世紀
ko:4세기
simple:4th century
th:คริสต์ศตวรรษที่ 4
Xi'an
Xī'ān (chin. 西安 = Westlicher Frieden), auch Si'an, Hsi-An oder Xian (früher: Sianfu), ist die Hauptstadt der chinesischen Provinz Shaanxi. Xi'an besitzt eine nahezu vollständig erhaltene Stadtmauer und war der Ausgangspunkt der Seidenstraße. Xi'an ist auch der Ausgangspunkt für Besichtigungen der Terrakotta-Armee.
Zahlen
Fläche: 9.983 km²
Einwohner: 3.959.273 (1. Jan. 2005), Agglomeration 6,179 Mio
Lage: 34°15,94N, 108°53,00E
Höhe: 412 m ü. NN
(Diese Zahlen wurden der Internetseite des Fremdenverkehrsamtes der VR China (http://www.fac.de/city/xian.htm) entnommen)
Geographie
NN
Allgemeine Informationen
NN
Xi'an war die erste Hauptstadt des Kaiserreich Chinas und blieb für 13 Dynastien (1120 Jahre, bis 1368) Hauptstadt unter dem Namen Cháng'ān (長安 = Immerwährender Frieden). Das Chang'an der Han-Zeit lag etwa 5 km nordwestlich des heutigen Xi'an und hatte um die Zeitenwende etwa 240.000 Einwohner. 18 n. Chr. wurde die Stadt im Zusammenhang mit dem Aufstand der "Roten Augenbrauen" verwüstet, woraufhin die Hauptstadt nach Luoyang verlegt wurde. 582 wurde unter einem Sui-Kaiser südöstlich der Han-Stadt, im Bereich des heutigen Xi'an, eine neue Hauptstadt namens Daxing errichtet - damals und während der folgenden Tang-Dynastie (618-907 AD) flächenmäßig (88 km²) und mit etwa 1 Million Einwohnern auch sonst die größte Stadt der Welt. Unter den Tang erhielt sie den Namen der alten Han-Metropole: Chang'an. Den Namen Xi'an erhielt die Stadt im Jahr 1369. Xi'an wurde mit den archäologischen Ausgrabungen im Jahr 1974 weltbekannt, als über 8000 lebensgroße Terrakottasoldaten in Gefechtsaufstellung entdeckt wurden. Die Grabstätte des Kaisers Qin Shi Huang (221 v. Chr.-209 v. Chr.) (wörtlich: erster Kaiser der Qin), der als erster China als Land einte und die Qin-Dynastie begründete, ist heute eine der Touristenattraktionen in China neben der Großen Mauer. Xi'an ist Partnerstadt von Dortmund.
Sehenswürdigkeiten
Die 1974 von Landarbeitern bei Xi'an entdeckte Grabstätte des Kaisers Qin Shi Huang Di ist einer der bedeutendsten archäologische Funde des zwanzigsten Jahrhunderts. Bereits im Alter von 13 Jahren (246 v. Chr.), kurz nach seiner Thronbe | | |