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Hunsrück

Hunsrück

Der Hunsrück ist ein Teil des Rheinischen Schiefergebirges in Rheinland-Pfalz (und zu geringen Teilen auch im Saarland).

Geographie

Begrenzt wird der Hunsrück durch den Mittelrhein im Osten, die Mosel im Norden, die Nahe im Süden und die Saar im Westen. Ein bekannter Merksatz lautet: „Mosel, Nahe, Saar und Rhein - schließen rings den Hunsrück ein.“ Geographisch und aufgrund der Mentalität der Einwohner bestehen sehr große Ähnlichkeiten zur Eifel, dem Westerwald und dem Taunus - die ebenfalls zum Rheinischen Schiefergebirge gezählt werden. Einige der zum Teil über 800 m hohen Höhenzüge tragen eigene Namen: der Idarwald, der Soonwald, der Binger Wald, der Schwarzwälder Hochwald und der Osburger Hochwald (siehe auch: Naturpark Saar-Hunsrück). Der höchste Berg ist der Erbeskopf (816 m) bei Thalfang, der gleichzeitig der höchste Berg von Rheinland-Pfalz ist. Vom Klima sagt man, dass es rau und regnerisch sei, wobei dieses Urteil nur ein Vorurteil bedient. Tatsächlich ist das Klima durch die Höhenlage zwar etwas kühler und rauer als die benachbarten Rhein- und Moseltäler, aber im gesamtdeutschen Vergleich wahrscheinlich weitaus angenehmer und wärmer als der Großteil Deutschlands. Den Hunsrück durchzieht nicht umsonst Deutschlands älteste Weinanbauregion "Mosel-Saar-Ruwer". Schiefer wurde im Hunsrück bis vor fünfzig Jahren in großen Mengen, heute nur noch vereinzelt, etwa in Bundenbach, abgebaut. In west-östlicher Richtung von Saarburg nach Koblenz verläuft die Hunsrückhöhenstraße. Von Nordwest nach Südost durchzog einst eine römische Militärstraße, die so genannte Ausoniusstraße das Mittelgebirge und verband Trier mit Bingen.

Historisches und neuere Geschichte


- Die Räuber Schinderhannes und Johann Peter Petri ("Schwarzer Peter") machten Ende des 18. Jahrhunderts den Hunsrück unsicher.
- Der Regisseur Edgar Reitz drehte auf dem Hunsrück Anfang der 1980er Jahre den ersten Teil seiner Filmtrilogie Heimat, einen großen Teil davon in Woppenroth alias Schabbach.
- In der Zeit des kalten Krieges bis Anfang der 1990er Jahre befand sich auf dem Hunsrück die Raketenstation Pydna, wo die US Air Force Cruise Missiles Raketen gelagert hatten. Heute findet dort jährlich eine der größten Rave-Veranstaltungen Deutschlands, die „Nature One“, statt.
- 1990 wurde der von Amerikanern militärisch genutzte Hahn-Airport an die zivile Verwaltung übergeben und von da an stetig ausgebaut.

Tourismus

Im Gegensatz zur angrenzenden Mittelmosel als bilderbuchtouristischem Paradebeispiel ist der Hunsrück touristisch weit weniger erschlossen und noch weitgehend unberührt, was (noch) seinen besonderen Charme ausmacht. Dennnoch findet man zahlreiche Übernachtungsangebote und Speiselokale sowie Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Zudem sind in jüngerer Zeit Ansätze zur touristischen Vermarktung der Filme HEIMAT und HEIMAT 3 von Edgar Reitz vorhanden.

Sehenswürdigkeiten


- Hinzert: Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus im SS-Sonderlager Hinzert
- Hermeskeil: Dampflokmuseum und Flugzeugausstellung
- Otzenhausen: "Hunnenring", eine keltischer Ringwall
- Erbeskopf (zu Deuselbach): Museum "Hunsrückhaus", höchste Erhebung des Hunsrücks
- Wederath: Archäologiepark Belginum
- Hinzerath: Burgruine Baldenau
- Kempfeld: Wildenburg und Wildfreigehege
- Stipshausen: Kirche "Hunsrück-Barock" und Stumm-Orgel
- Idar-Oberstein: Edelstein-Museum, Felsenkirche, Edelstein-Schaubergwerk u.v.a.m.
- Herrstein: historischer Ortskern
- Sulzbach: Heimat der Orgelbauerfamilie Stumm mit großer Stummorgel
- Rhaunen: ev. Kirche, älteste erhaltene Stumm-Orgel
- Bundenbach: Dachschiefergrube Herrenberg, Keltensiedlung
- Kirchberg: Marktplatz, Michelsmarkt (Donnerstag nach St. Michael)
- Woppenroth: das Dorf, das einer der Hauptdrehorte der Filme HEIMAT und HEIMAT 3 von Edgar Reitz war.
- Dickenschied: Wirkungsstätte und Grab des Märtyrers Paul Schneider
- Kastellaun: Burgruine, ehemalige US-Atomraketenstation Pydna
- Gemünden: Schloss, Burg-Ruine Koppenstein
- Ravengiersburg: "Hunsrück-Dom" aus dem 12./13. Jh.
- Sargenroth: die "Nunkirche" mit Fresko im Turm, Nunkircher Markt (Anfang September)
- Simmern: Schinderhannesturm
- Schloss Dhaun: Ritterburg aus dem Mittelalter
- Emmelshausen: Ehrbachklamm, Baybachtal
- Stromberg: Stromburg, Heimat des deutschen Michel

Verkehrsanbindung


- Flugzeug: Der internationale Flughafen Frankfurt-Hahn (24-Stunden-Betrieb)

- Bahn: Bahnhöfe: z.B. Koblenz, Boppard, Emmelshausen, Oberwesel, Bingen. Hunsrückbahn Boppard-Emmelshausen 15 km. Nahetalbahn Mainz-Saarbrücken (über Bad Kreuznach und Idar-Oberstein).

- Bus: Koblenz-Simmern über Emmelshausen und Kastellaun. Bingen Hbf.-Flughafen Hahn über Rheinböllen, Simmern und Kirchberg.

- Auto: A 61 Köln-Ludwigshafen: Ausfahrten Emmelshausen, Pfalzfeld, Laudert, Rheinböllen. A 1 Oldenburg-Saarbrücken: Ausfahrten Hermeskeil und Reinsfeld. Hunsrückhöhenstraße B 327: Koblenz-Saarburg ("Straße der schönen Aussicht" längs über den gesamten Hunsrück). B 50: Rheinböllen-Bernkastel-Kues über Simmern und Flughafen Hahn (A 61 Ausfahrt Rheinböllen).

Landkreise und wichtige Orte im Hunsrück


- Landkreis Bad Kreuznach: Bad Kreuznach, Bad Sobernheim, Kirn, Stromberg
- Landkreis Bernkastel-Wittlich: Bernkastel-Kues, Morbach, Traben-Trarbach, Thalfang am Erbeskopf
- Landkreis Birkenfeld: Birkenfeld, Herrstein, Idar-Oberstein, Rhaunen
- Landkreis Cochem-Zell: Blankenrath
- Landkreis Mainz-Bingen: Bacharach
- Landkreis Merzig-Wadern: Wadern, Weiskirchen
- Landkreis Trier-Saarburg: Hermeskeil, Kell am See,Ruwer
- Rhein-Hunsrück-Kreis: Boppard, Dickenschied, Emmelshausen, Kastellaun, Kirchberg, Oberwesel, Sankt Goar, Simmern, Rheinböllen, Woppenroth Siehe auch: Flughafen Frankfurt-Hahn

Weblinks

Zum Hunsrück allgemein


- [http://www.db-magazin.de DURCHBLICK - Hunsrücker Kultur-Magazin]
- [http://www.hunsrueck.org Touristeninformation]
- [http://www.mgas.de/fundstellen/hunsrueck/uebersicht.htm Zur Geologie des Hunsrück]
- [http://www.hunsnet.de/fh/region/name.htm Zum Begriff "Hunsrück"]
- [http://www.hunsrueck.nl Sehr schöne und informative private Homepage aus den Niederlanden mit den Schwerpunkten Wandern und Hunsrückbahn. Die Texte sind in deutscher und holländischer Sprache verfasst.]

Zur Abwanderung im 19. Jahrhundert


- [http://viadrina.euv-frankfurt-o.de/~sw1www/publikation/lateinam.htm Riograndenser Hunsrückisch/Südbrasilien]
- [http://www.topicos.net/fileadmin/pdf/2004/1/Wir_Deutschbrasilianer.pdf "Wir Deutschbrasilianer"] Kategorie:Deutsches Mittelgebirge Kategorie:Historische Landschaft Kategorie:Landschaft in Rheinland-Pfalz

Rheinisches Schiefergebirge

Das Rheinische Schiefergebirge (RSG) ist als geologische Einheit ein Mittelgebirge in Deutschland, Luxemburg und Belgien.

Gliederung

Belgien Diese mitteleuropäische Naturlandschaft wird vom Rhein in zwei Teile getrennt. Das häufig als schmetterlingsförmig bezeichnete Gebirge ist stark ausdifferenziert und wird unterschieden in das linksrheinische und das rechtsrheinische Schiefergebirge. Seine mittlere Höhe beträgt etwa 500 m. Der Ostflügel wird von der Lahn durchschnitten, südlich von ihr liegt der Taunus, nördlich das Bergische Land, das Sauerland und das Siegerland mit dem Rothaargebirge sowie der Westerwald. Der östlichste Zipfel umfasst den Kellerwald. Der Westflügel wird von der Mosel durchschnitten, südlich von ihr liegt der Hunsrück, nördlich die Eifel und die Ardennen mit dem Hohen Venn. Neben den drei oben erwähnten Großtal-Furchen prägen zwei größere intramontane Becken das Landschaftsbild, das Mittelrheinische Becken zwischen Koblenz und Andernach sowie das beiderseits der Lahn um Limburg gelegene Limburger Becken.

Gesteine

Die Gesteine des Gebirges stammen hauptsächlich aus der Zeit des Devon und des Unter-Karbon, jedoch gibt es auch Gebiete aus der Zeit des Lias und des Känozoikums. Vor allem in der Eifel und auf dem Westerwald sind vulkanische Gesteine aus dem Tertiär verbreitet. In der Eifel dauerte der Vulkanismus sogar bis in geschichtliche Zeit an und kann bis heute nicht als gänzlich erloschen gelten. In den intramontanen Becken finden sich in größerem Umfang Sedimente der jüngeren Erdgeschichte (Tertiär, Quartär) Die Bezeichnung Schiefergebirge verleitet zwar zur Annahme, dass im RSG besonders viel und fast überall Schiefer vorkommt, dies trifft allerdings nicht zu. Lediglich in wenigen Bereichen, wie z.B. in Teilen des Bergischen Landes oder des Siegerlandes kommt dieses dort auch als Baumaterial beliebte plattige Gestein häufig vor. Die volkstümlich als Tonschiefer oder Schiefertone bezeichneten und im RSG häufig vorkommenden Gesteine sind im engeren Sinne aber kein Schiefer. Sie haben oft auch ein dünn-plattiges Erscheinungbild, geben aber - im Gegensatz zum eigentlichen Schiefer - keinen stabilen Werkstein ab. (Ergänzung/Widerspruch: Die gehäuft auftretenden Schiefertone sind durchaus Schiefer im engeren Sinn - nur die Tonschiefer nicht.) Daneben kommen regional in größerem Umfang, insgesamt jedoch von untergeordneter Bedeutung, Massenkalke aus dem Devon mit entsprechenden Karsterscheinungen, unter anderem Höhlen, vor. Im Bereich der mittleren Lahn ist der so genannte Lahnmarmor, ein polierfähiger Massenkalk, von Bedeutung. Auch der Massenkalkzug von Wülfrath bis zum Hönnetal ist bedeutend.

Weblinks


- [http://www.gd.nrw.de Geologischer Dienst NRW], das ehemalige Geologische Landesamt, amtliche Informationquelle
- [http://www.geoinventio.de/rhein.php www.geoinventio.de/rhein.php] Kategorie:Deutsches Mittelgebirge Kategorie:Geographie (Nordrhein-Westfalen) Kategorie:Geographie (Rheinland-Pfalz) Kategorie:Geographie (Hessen)

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz ist ein Bundesland im Südwesten der Bundesrepublik Deutschland, das am 18. Mai 1947 gebildet wurde. Gültige Abkürzungen sind RLP, RP beziehungsweise RPF. Rheinland-Pfalz grenzt an die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Hessen, das Saarland, Baden-Württemberg sowie an die Staaten Belgien, Frankreich und Luxemburg. Eine thematische Sammlung weiterer Artikel rund um Rheinland-Pfalz findet sich im Portal Rheinland-Pfalz.

Wappen

Das rheinland-pfälzische Landeswappen besteht aus dem Pfälzer Löwen, dem Kreuz des Erzbistums und Kurfürstentums Trier sowie dem Mainzer Rad und erinnert damit an die bis 1806 existierenden Kurfürstentümer Trier, Mainz und Pfalz. Das vordere Drittel nimmt das seit 1273 bezeugte Wappenschild des Erzbistums Trier, ein rotes Kreuz auf weißem Grund, ein. Rechts oben befindet sich das silberne sechsspeichige Rad von Mainz auf rotem Grund, dessen Erzbischöfe das Symbol seit dem 13. Jahrhundert im Siegel führen. Im unteren schwarzen Drittel steht der goldene Löwe für die Kurpfalz. Er trägt eine Krone, die auf den besonderen Rang der Bayernherzöge als "Pfalzgrafen bei Rhein" zurückzuführen ist. Das gesamte Wappenschild ist von einer Krone aus fünf goldfarbenen stilisierten Weinblättern überhöht, ein Zeichen darauf, dass Rheinland-Pfalz das bedeutendste deutsche Weinbaugebiet ist. Eine genauere Beschreibung des Wappens und seiner Bedeutung ist als PDF von der Landeszentrale für politische Bildung unter [http://www.politische-bildung-rlp.de/angebot/download/d52001.pdf Landeswappen Rheinland-Pfalz] zu erhalten.

Geographie

Rheinland-Pfalz umfasst im Norden vom Rheinischen Schiefergebirge die Eifel, den Hunsrück, den westlichen Westerwald und den nordwestlichen Teil des Taunus sowie im südlichen Bereich das Rheinhessische Hügelland, das Nordpfälzer Bergland, das Landstuhler Bruch, die Südwestpfälzische Hochfläche, den Pfälzer Wald und einen Teil der Oberrheinischen Tiefebene. Höchster Berg ist der Erbeskopf (816 m) im Hunsrück, siehe auch: Liste der Berge in Rheinland-Pfalz. Durch Rheinland-Pfalz fließen die Bundeswasserstraßen Rhein, Mosel, Saar und Lahn. Weitere bedeutende Fließgewässer sind Nahe, Sauer, Our, Glan und Sieg als Gewässer I. Ordnung. Wegen ihrer wasserwirtschaftlichen Bedeutung sind weitere rund 720 km der Wasserläufe als Gewässer II. Ordnung verzeichnet. Es sind dies Waldlauter, Wieslauter, Otterbach, Erlenbach, Michelsbach, Pfrimm, Hahnenbach, Simmerbach, Guldenbach, Ahr, Prüm, Enz, Nims, Schwarzbach, Hornbach, Kyll, Dhron, Lieser, Alf, Wied, Nister und Aar. Die restlichen fließenden Gewässer in Rheinland-Pfalz gehören der III. Ordnung an.

Sehenswürdigkeiten

Orte


- Andernach
  - Geysir Andernach auf dem Namedyer Werth
  - Runder Turm
- Idar-Oberstein
  - Deutsches Edelsteinmuseum
  - Edelsteinminen
  - Felsenkirche
- Koblenz
  - Deutsches Eck
  - Festung Ehrenbreitstein
  - Basilika St. Kastor
- Mainz
  - Mainzer Dom
  - Zitadelle Mainz
- Remagen
  - Apollinariskirche
  - Brücke von Remagen
- Sankt Goarshausen
  - Loreley
- Speyer
  - Speyerer Dom
- Trier
  - Amphitheater
  - Kaiserthermen
  - Karl-Marx-Haus
  - Konstantinbasilika
  - Porta Nigra
  - Trierer Dom
- Worms
  - Wormser Dom
- Vulkaneifel
  - Laacher See
  - Abtei Maria Laach
  - Vulkanpark

UNESCO-Welterbe in Rheinland-Pfalz

Bislang wurden vier rheinland-pfälzische Sehenswürdigkeiten bzw. Ensembles in die UNESCO-Liste des Welterbes aufgenommen:
- 1981: Der Dom zu Speyer
- 1986: Das römische Trier (Porta Nigra, Amphitheater, Kaiserthermen, Konstantinbasilika, der Dom und die Liebfrauenkirche)
- 2002: Die Kulturlandschaft "Oberes Mittelrheintal" zwischen Koblenz und Bingen am Rhein
- 2005: Der 550 km lange Obergermanisch-raetische Limes zwischen Rheinbrohl und Eining (länderübergreifend)

Burgen, Schlösser und Festungen

Hier steht nur eine Auswahl von wichtigen Burgen, Schlössern und Festungen in Rheinland-Pfalz. Weitere sind in den Listen Liste der Burgen und Schlösser und Liste der Festungen zu finden. Liste der Festungen]] Liste der Festungen] Liste der Festungen] Liste der Festungen]

Freizeitparks


- Holiday Park in Haßloch

Geschichte

Die Geschichte des jungen Bundeslandes

Rheinland-Pfalz entstand nach dem Zweiten Weltkrieg aus der ehemals bayrischen Pfalz, aus dem südlichen Anteil des Rheinlands (Regierungsbezirke Koblenz und Trier der ehemaligen preußischen Rheinprovinz), aus der ehemals zu Hessen-Darmstadt gehörigen Provinz Rheinhessen, aus Teilen der preußischen Provinz Hessen-Nassau und aus dem ehemals oldenburgischen Gebiet um Birkenfeld. Gemäß den Beschlüssen der Potsdamer Konferenz ging am 15. Juli 1945 die Besatzungshoheit im Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz von den Amerikanern auf die Franzosen über. Diese gliederten das Gebiet zunächst provisorisch in zwei "Oberpräsidien" Rheinland-Hessen-Nassau (für die bislang preußischen Regierungsbezirke bzw. Gebiete Koblenz, Trier und Montabaur) und Hessen-Pfalz (für die bisher bayerische Pfalz und das zuvor hessen-darmstädtische Rheinhessen). Das Land Rheinland-Pfalz wurde am 30. August 1946 durch Verordnung der französischen Militärregierung geschaffen, wodurch historisch und wirtschaftlich zusammengehörige Gebiete (Koblenz-Bonn, Rhein-Main) der ehemaligen preußischen Rheinprovinz getrennt wurden. Eine Anbindung des ebenfalls französisch verwalteten Saarlandes wurde von der französischen Militärregierung nicht zugelassen. Am 22. November fand im Koblenzer Theater die konstituierende Sitzung der "Beratenden Landesversammlung" statt. Die konstituierende Sitzung des ersten rheinland-pfälzischen Landtags erfolgte am 4. Juni 1947 im großen Rathaussaal von Koblenz, welches nun (bis 1950) die erste Hauptstadt des neuen Landes war. Dr. Wilhelm Boden wurde hier zum ersten Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz gewählt. Schon einen Monat später aber folgte ihm Peter Altmeier in diesem Amt. Ein Gemeinschaftsgefühl entwickelte sich nur sehr zögerlich im neu geschaffenen Bundesland, das sozusagen aus der Retorte entstanden war. 1956 fanden aufgrund von Artikel 29 GG in den früheren Regierungsbezirken Koblenz, Trier, Montabaur, Rheinhessen und der Pfalz Volksbegehren statt, bei denen es um die Angliederung der betreffenden Regionen an Nordrhein-Westfalen, Hessen bzw. Bayern und Baden-Württemberg ging. Alle Volksbegehren außer denen im Regierungsbezirk Pfalz erhielten die erforderliche Mehrheit; doch bis zur endgültigen Durchführung der dadurch notwendigen Volksentscheide zogen fast 20 Jahre ins Land. Bei der Abstimmung vom 19. Januar 1975 wurde in keiner der betroffenen Regionen eine Mehrheit für eine Umgliederung (und auch nicht das notwendige Quorum von 25 % der Stimmberechtigten) erreicht. Damit wurde ein Schlussstrich unter eine jahrzehntelange Diskussion gezogen.

Historische Ereignisse im heutigen Rheinland-Pfalz

Am 17. April 1521 stand Martin Luther vor dem Reichstag zu Worms, wurde vor den versammelten Fürsten und Reichsständen verhört und letztmals zum Widerruf aufgefordert. Er lehnte mit den Worten "Hier stehe ich. Gott helfe mir. Ich kann nicht anders" ab und wurde daraufhin durch das Wormser Edikt geächtet. Worms Auf dem Hambacher Schloss bei Neustadt an der Weinstraße feierten am 27. Mai 1832 viele Tausend freiheitsliebende Bürger aus allen Teilen Deutschlands das "Hambacher Fest". Inzwischen gilt diese Demonstration als Meilenstein auf dem Weg zur Deutschen Einheit, und das Hambacher Schloss wird als die "Wiege der deutschen Demokratie" anerkannt und bezeichnet. Vom 8. - 10. Juli 1948 fand im Berghotel Rittersturz in Koblenz die Rittersturz-Konferenz statt, die auch als Geburtsstätte der Bundesrepublik Deutschland bezeichnet wird. Der rheinland-pfälzische Landtag beschloss 1950 die Verlegung der Landesregierung von Koblenz nach Mainz.

Kultur

Kultursommer Rheinland-Pfalz

Der Kultursommer bietet ein Kulturprogramm für Rheinland-Pfalz in den Monaten Mai bis Oktober. Seit 1993 hat der Kultursommer ein jährlich wechselndes Motto.

Rheinland-Pfalz-Tag

Der Rheinland-Pfalz-Tag ist ein jährlich veranstaltetes Landesfest.

Gartenschau

Für das Jahr 2011 erhielt die Stadt Koblenz den Zuschlag für die Organisation der Bundesgartenschau. In den Jahren 2000 und 2001 fand die erste rheinland-pfälzische Landesgartenschau in Kaiserslautern statt. Im Jahr 2004 wurde die Ausrichtung der Landesgartenschau durch die Stadt Trier übernommen. Im Jahr 2008 wird die Ausrichtung der Landesgartenschau durch die Stadt Bingen am Rhein übernommen.

Parks

Mit dem Barfußpark bei Bad Sobernheim wurde 1992 eine neuartige und beliebte Freizeiteinrichtung geschaffen. Dies fand an vielen Orten des deutschsprachigen Raums Nachahmung.

Hochschulen

Bad Sobernheim Zur Bildungslandschaft in Rheinland-Pfalz gehören 6 Universitäten, 13 Fachhochschulen und die Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer.
- Technische Universität Kaiserslautern
- Universität Koblenz-Landau - Standorte: Koblenz, Landau
- Johannes Gutenberg-Universität Mainz
- Universität Trier Universität Trier]
- Fachhochschule Bingen
- Fachhochschule Kaiserslautern - Standorte: Kaiserslautern I und II, Pirmasens und Zweibrücken
- Fachhochschule Koblenz - Studienorte: Koblenz, Höhr-Grenzhausen, Remagen
- Fachhochschule Ludwigshafen (mit Ostasieninstitut)
- Evangelische Fachhochschule Ludwigshafen
- Fachhochschule Mainz
- Fachhochschule Trier - Standorte: Trier, Idar-Oberstein, Birkenfeld
- Fachhochschule Worms
- Katholische Fachhochschule Mainz
- Fachhochschule für Finanzen Edenkoben
- Fachhochschule der Deutschen Bundesbank, Hachenburg
- Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Mayen
- Wissenschaftliche Hochschule für Unternehmensführung Otto-Beisheim-Hochschule (private Universität)
- Philosophisch-Theologische Hochschule Vallendar der Gesellschaft des Katholischen Apostolates (Pallottiner) (kirchliche Universität)

Theater

Im Bundesland Rheinland-Pfalz gibt es vier größere Theaterstädte. Im Einzelnen sind dies drei Stadttheater und ein Staatstheater.
- Pfalztheater Kaiserslautern
- Theater der Stadt Koblenz
- Staatstheater Mainz
- Stadttheater Trier

Festspiele und Festivals

Stadttheater Trier Folgende Festspiele finden jährlich in Rheinland-Pfalz statt:
- Antikenfestspiele Trier
- Nibelungenfestspiele Worms
- NatureOne Festival Kastellaun
- Burgfestspiele Mayen

Wirtschaft

Rheinland-Pfalz ist Zentrum des Weinanbaus und der Sektkellereien Deutschlands (Goldhand, Kupferberg, Deinhard, Schloss Wachenheim). Landwirtschaft spielt vor allem im rheinhessischen Hügelland und im oberrheinischen Tiefland eine Rolle. Forstwirtschaftlich bedeutsam sind der Pfälzerwald, der Hunsrück und der Westerwald. Die landwirtschaftliche Nutzfläche umfasst etwa 37 Prozent des Landes. Rheinland-Pfalz besitzt die größten Weinbaugebiete Deutschlands (Rheinhessen, Ahr, Mittelrhein, Mosel-Saar-Ruwer, Nahe und Pfalz). Der Industrieanteil an der Wirtschaftsleistung ist höher als im Bundesdurchschnitt. Bedeutende Branchen sind die chemische Industrie (die BASF in Ludwigshafen ist der größte Arbeitgeber des Landes) sowie Fahrzeug- und Maschinenbau (z.B. LKW-Werk Europas in Wörth, Opel-Werk Kaiserslautern). Die Dienstleistungsbranche stützt sich überwiegend auf kleinere Unternehmen, wobei dieser Wirtschaftssektor unter dem Bundesdurchschnitt liegt. In Rheinland-Pfalz gibt es in den sechs Weinanbaugebieten Ahr, Mittelrhein, Mosel-Saar-Ruwer, Nahe, Rheinhessen und Pfalz eine bestockte Rebfäche von insgesamt ca. 64.500 Hektar (Gesamtdeutschland ca. 98.600 Hektar). Die am häufigsten angebauten Weißweinrebsorten (ca. 45.563ha) sind in absteigender Reihenfolge: Riesling, Müller-Thurgau, Silvaner - Grüner, Kerner, Scheurebe, Burgunder-Weißer, Bacchus,Ruländer, Faberrebe,Huxelrebe, Ortega, Chardonnay, Morio-Muskat, Elbling, Gewürztraminer, Reichensteiner, Ehrenfelser, Siegerrebe, Optima, Regner, Würzer, Sauvignon blanc, Auxerrois. Bei den Rotweinrebsorten (ca. 18.648 ha) sind dies in absteigender Reihenfolge: Dornfelder, Portugieser - Blauer, Spätburgunder - Blauer, Regent, Saint Laurent, Dunkelfelder, Merlot, Müllerrebe, Cabernet Sauvignon, Heroldrebe, Frühburgunder - Blauer, Cabernet Mitos, Acolon, Cabernet Dorsa, Domina.

Politik

Das Land Rheinland-Pfalz geht auf die Verordnung Nummer 57 der französischen Besatzungsmacht vom 30. August 1946 zurück, die die Bildung eines "rheinpfälzischen" Landes anordnet. Ein erster Verfassungsentwurf entstand "im Bewusstsein der Verantwortung vor Gott, dem Urgrund des Rechts und Schöpfer aller menschlichen Gemeinschaft, von dem Willen beseelt, die Freiheit und Würde des Menschen zu sichern, das Gemeinschaftsleben nach dem Grundsatz der sozialen Gerechtigkeit zu ordnen, den wirtschaftlichen Fortschritt aller zu fördern und ein neues demokratisches Deutschland als lebendiges Glied der Völkergemeinschaft zu formen" in der so genannten Beratenden Landesversammlung, deren Mitglieder von den rheinland-pfälzischen Kreis- und Gemeindeversammlungen bereits im November 1946 gewählt worden waren. Die konstituierende Sitzung dieser Beratenden Landesversammlung fand am 22. November 1946 im Koblenz statt. Kurz darauf, am 4. Dezember 1946, wurde eine vorläufige Landesregierung unter Dr. Wilhelm Boden (CDU) gebildet. Nachdem die Landesverfassung durch Volksabstimmung am 18. Mai 1947 angenommen wurde, wählte man den bisherigen Landeschef Boden am 13. Juni zum ersten Ministerpräsidenten des neuen demokratischen und sozialen Gliedstaats Deutschlands. Nach nicht einmal einem Monat wurde Dr. Peter Altmeier (CDU) sein Nachfolger. Artikel 79 Absatz 1 der Landesverfassung sieht vor, dass der Landtag "das vom Volk gewählte oberste Organ der politischen Willensbildung" ist. "Er vertritt das Volk, wählt den Ministerpräsidenten und bestätigt die Landesregierung, beschließt die Gesetze und den Landeshaushalt, kontrolliert die vollziehende Gewalt und wirkt an der Willensbildung des Landes mit in der der Behandlung öffentlicher Angelegenheiten, in europapolitischen Fragen und nach Maßgabe von Vereinbarungen zwischen Landtag und Landesregierung." Die Ministerpräsidenten seit dem 13. Juni 1947:
- 13. Juni 1947 - 9. Juli 1947: Dr. Wilhelm Boden, CDU
- 1947 - 1969: Dr. h.c. Peter Altmeier, CDU
- 1969 - 1976: Dr. phil. Dr. h. c. mult. Helmut Kohl, CDU
- 1976 - 1988: Dr. phil. Bernhard Vogel, CDU
- 1988 - 1991: Dr. Carl-Ludwig Wagner, CDU
- 1991 - 1994: Rudolf Scharping, SPD
- 1994 - heute: Kurt Beck, SPD Das Land wird beim Bund durch einen Bevollmächtigten vertreten. Siehe auch:
- Landesregierung von Rheinland-Pfalz
- Landtag Rheinland-Pfalz

Partnerschaften

Landtag Rheinland-Pfalz Das Bundesland Rheinland-Pfalz unterhält Partnerschaften mit
- Burgund in Frankreich,
- der Republik Ruanda in Ostafrika,
- der Region València in Spanien,
- der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens,
- der polnischen Woiwodschaft Oppeln,
- der Mittelböhmischen Region in Tschechien,
- der chinesischen Provinz Fujian,
- dem US-Bundesstaat South Carolina und
- der japanischen Präfektur Iwate.

Verwaltungsgliederung

Ehemalige Regierungsbezirke

Rheinland-Pfalz bestand bis 1999 aus den Regierungsbezirken
- Koblenz
- Trier und
- Rheinhessen-Pfalz. Zum 1. Januar 2000 wurden die drei Bezirksregierungen in die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion sowie die Struktur- und Genehmigungsdirektionen Nord und Süd überführt. Ihre Zuständigkeiten erstrecken sich seither teilweise auf das ganze Bundesland.

Landkreise

(mit Autokennzeichen) Autokennzeichen

Kreisfreie Städte

(mit Autokennzeichen)

Große kreisangehörige Städte

(mit Autokennzeichen)

Städte und Gemeinden

In den 118 Städten des Landes leben 1.998.000 Einwohner, davon in den 12 kreisfreien Städten 1.001.000 Einwohner. In den 2.187 Gemeinden leben 2.065.000 Einwohner (2003). An Gemeindearten gibt es die Ortsgemeinde, die Verbandsgemeinde, die verbandsfreie Gemeinde, die Große kreisangehörige Stadt sowie die Kreisfreie Stadt. Siehe auch:
- Liste der Orte in Rheinland-Pfalz
- Liste der Verbandsgemeinden in Rheinland-Pfalz Mit Andernach, Koblenz, Mainz, Speyer, Trier und Worms liegen eine Mehrzahl der ältesten Städte Deutschlands in Rheinland-Pfalz, wobei sich, je nach Lesart, Trier und Worms als "älteste Stadt Deutschlands" bezeichnen dürfen. Auf einen offiziellen Status berufen kann sich indessen nur Worms, das von der Bundesregierung als deutsches Mitglied des 1994 gegründeten Arbeitskreises der ältesten Städte Europas benannt worden ist.

Regionen

Das Land Rheinlandpfalz gliedert sich in folgende Regionen (von Nord nach Süd)
- Westerwald
- Mittelrhein-Lahn-Taunus
- Eifel-Ahr
- Mosel-Saar
- Hunsrück-Nahe
- Rheinhessen
- Pfalz Siehe auch:
- Liste der Landschaften in Rheinland-Pfalz

Landesbehörden und Landesbetriebe


- Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion
- Landesamt für Geologie und Bergbau
- Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz
- Landesbetrieb Daten und Information
- Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung
- Landesbetrieb Straßen und Verkehr
- Landesforstverwaltung
- Landeshauptarchiv
- Landesmedienzentrum
- Statistisches Landesamt
- Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord
- Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd

Sprache

Im Altertum gehörte der größte Teil des Landes zu Gallien, Trier war in der Spätantike Hauptstadt der Provinz Belgica prima und zeitweise eine der Hauptstädte des Gesamtreiches der Römer. Die Bevölkerungsmischung aus eingewanderten Römern und romanisierten Kelten blieb auch nach der fränkischen Eroberung bestehen, ihre Sprache, das Moselromanische, hielt sich bis ins hohe Mittelalter an der Mosel, war aber isoliert von der übrigen Romania durch die rein fränkischsprachigen Gebiete im heutigen Westen von Rheinland-Pfalz und im heutigen Luxemburg, siehe auch: Moselfränkisch. Im östlichen Teil des Landes fand bereits in römischer Zeit eine Durchmischung von keltischen und germanischen Stämmen statt. In der Völkerwanderung besiedelten Alemannen und Franken diesen Teil des Landes. Aus der Vermischung entstanden verschiedene Variationen der pfälzischen Dialekte. Durch die jahrhundertelange Tradition der Auswanderung auf Grund von Armut oder religiösen Überzeugungen bildete das Pfälzische die Grundlage für verschiedene auslandsdeutsche Mundarten. Russlanddeutsche, Banater, Amish (Pennsylvania Dutch) und Deutschstämmige in Brasilien haben sich teilweise bis heute diesen Dialekt bewahrt. Siehe auch:
- Dialekte in Rheinland-Pfalz

Kulinarisches

Die Küche in Rheinland-Pfalz wird durch die milden Temperaturen an Rhein und Mosel bestimmt. Wichtiger Exportartikel ist der Wein aus der Pfalz, aus Rheinhessen, aus dem Ahrtal und vom Gebiet Mosel-Saar-Ruwer. Bekannte Nahrungsmittel sind der Pfälzer Saumagen, Fleischkäse und Mainzer Spundekäs. Im Grenzgebiet zu Frankreich sind außerdem Gerichte wie Flammkuchen oder Zwiebelkuchen populär. Siehe auch:
- Rheinland-Pfälzische Küche

Personen

(in alphabetischer Ordnung)
- Hildegard von Bingen (Theologin, Äbtissin, Naturheilerin)
- Clemens Brentano,
- 9. September 1778 in Ehrenbreitstein bei Koblenz; † 28. Juli 1842, Schriftsteller
- Johannes Gutenberg (Erfinder der Buchdruckkunst mit gegossenen beweglichen Lettern, Verleger)
- Dr. phil. Dr. h. c. mult. Helmut Kohl (Bundeskanzler a. D.)
- Prof. Dr. Dr. Karl Lehmann (Theologe, Kardinal und Bischof von Mainz, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz)
- Balduin von Luxemburg bzw. Balduin von Trier
- Dr. phil. Karl Marx (Volkswirt, Philosoph, Politikwissenschaftler, Journalist)
- Nikolaus von Kues (Theologe, Kardinal, Universalgelehrter, Mathematiker)
- Nicolaus August Otto (Maschinenbauer, Erfinder des Otto-Motors)
- Fritz Walter (erster und einziger Ehrenbürger des Landes Rheinland-Pfalz, Kapitän der Weltmeistermannschaft 1954)
- Carl Zuckmayer (Autor)

Sport

Fußball

Aus Rheinland-Pfalz spielen in der Saison 2005/2006 der 1. FC Kaiserslautern und der FSV Mainz 05 in der 1. Bundesliga. In der Regionalliga Süd sind TuS Koblenz und Eintracht Trier vertreten.

Handball

Die DJK/MJC Trier wurde 2003 deutscher Handballmeister (Damen).

Ringen

Der VfK Schifferstadt ist im Ringen der Verein mit den meisten Deutschen Meisterschaften.

Basketball

Der TBB Trier spielt in der Deutschen Basketball-Bundesliga. Die Trierer Basketballer wurden 1998 und 2001 Deutscher Pokalsieger.

Motorsport

VfK Schifferstadt]

Formel 1

Auf dem Nürburgring wird seit 1995 jährlich der Formel-1-Grand Prix von Europa ausgetragen.

Rallye-Weltmeisterschaft

Seit 2002 findet in Trier und Umgebung jährlich ein Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft statt.

Siehe auch


- Portal Rheinland-Pfalz

Weblinks


- [http://www.rlp.de Website von Rheinland-Pfalz]
- [http://www.stadtplandienst.de/rheinlandpfalz.asp Rheinland-Pfalz im Deutschen Stadtplandienst]
- [http://www.wahlen.rlp.de/ Wahlergebnisse (Landeswahlleiter)]
- Amtliche Karten: [http://www.lvermgeo.rlp.de Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz]
- Touren in Rheinland-Pfalz: [http://www.lvermgeo.rlp.de/freizeit Freizeitportal des Landesamts für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz]
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Saarland

Das Saarland ist ein Bundesland im Südwesten der Bundesrepublik Deutschland. Angrenzend liegen das Bundesland Rheinland-Pfalz sowie die Staaten Frankreich und Luxemburg.

Geografie

Das Saarland liegt im Südwesten der Bundesrepublik Deutschland. Ein Drittel der Fläche des Saarlandes ist mit sommergrünem Mischwald bedeckt. Damit hat das Saarland gemeinsam mit Hessen und Baden-Württemberg die prozentual größte Waldfläche Deutschlands. Darüber hinaus nimmt hier der Laubwald im Vergleich zu allen anderen Bundesländern den größten Anteil der Gesamtwaldfläche ein. Das Saarland erstreckt sich über Teile des Hunsrücks mit dem Schwarzwälder Hochwald, des lothringischen Schichtstufenlandes und des Saar-Nahe-Berglandes. Außerdem dringen die Ausläufer des Pfälzer Waldes weit in das Land ein. Die höchste Erhebung ist der Dollberg (695 m), nördlich von Nonnweiler in den Dollbergen; zweithöchster ist der Schimmelkopf (694,9 m) im Schwarzwälder Hochwald. Weitere wichtige Gebiete sind der Bliesgau und der Saargau mit ihren fruchtbaren Kalksteinböden. Der längste Fluss ist die Saar, die ihren Mittel- und Unterlauf im Saarland hat und dem Land den Namen verliehen hat. Weitere wichtige Flüsse sind Blies, Prims, Nied und Nahe. Das Klima ist gemäßigt ozeanisch. Die Niederschläge liegen im Durchschnitt bei 800 Litern pro Quadratmeter. Das Saarland gehört zudem zu den wärmsten Regionen Deutschlands.

Staatsaufbau

Grundlagen

Die Verfassung des Saarlandes wurde am 16. September 1947 verabschiedet. Laut Verfassung ist das Saarland eine freiheitliche Demokratie und ein sozialer Rechtsstaat in der Bundesrepublik Deutschland. Wie in allen westlichen Verfassungen üblich sind die staatlichen Gewalten getrennt in Legislative, Exekutive und Judikative. Alle Macht geht vom Volke aus. Siehe auch: Verfassung des Saarlandes

Landtag

Der Landtag des Saarlandes besteht aus 51 Abgeordneten, die in unmittelbarer, geheimer, allgemeiner, freier und gleicher Verhältniswahl vom Volk gewählt sind. Derzeit entfallen auf die CDU 27 Sitze, auf die SPD 18 Sitze, auf Bündnis 90/Die Grünen 3 Sitze und auf die FDP ebenfalls 3 Sitze. Die Abgeordneten sind Vertreter des ganzen Volkes und nur ihrem Gewissen unterworfen und an Aufträge und Weisungen nicht gebunden. Wählbar ist jeder Stimmberechtigte der das 18. Lebensjahr vollendet hat. Der Landtag übt laut Verfassung die gesetzgebende Gewalt aus, soweit sie nicht dem Volke unmittelbar vorbehalten ist. Außerdem kann sich der Landtag seines Auftrages nicht entäußern. Im Weiteren obliegt dem Landtag die Kontrolle der ausführenden Gewalt. Die Landtagswahlen finden in der Regel alle 5 Jahre statt. Siehe auch: Wahlen im Saarland

Landesregierung

Die Landesregierung setzt sich nach Artikel 86 der Verfassung aus dem Ministerpräsidenten, den Ministern und Staatssekretären zusammen. Erst im Jahre 2001 wurden Staatssekretäre auch zu Regierungsmitgliedern. Der Ministerpräsident wird mit der Mehrheit der gesetzlichen Mitgliederzahl vom Landtag gewählt. Die Wahl ist gültig für die gesamte Legislaturperiode. Er ernennt und entlässt mit Zustimmung des Landtages die Minister. Die Zahl der weiteren Mitglieder der Landesregierung darf jedoch ein Drittel der Zahl der Minister nicht übersteigen. Der Ministerpräsident sitzt der Landesregierung vor und leitet ihre Geschäfte. Das Land wird beim Bund durch einen Bevollmächtigten vertreten.

Verfassungsgerichtshof

Die Judikative wird durch den Verfassungsgerichtshof sowie durch weitere Gerichte des Landes repräsentiert. Der Verfassungsgerichtshof besteht aus acht Mitgliedern, die mit Zweidrittelmehrheit vom Landtag gewählt werden. Seinen Sitz hat er verfassungsgemäß in Saarbrücken. Siehe auch: Verfassungsgerichtshof des Saarlandes

Gesetzgebung

Gesetzesvorlagen werden vom Ministerpräsidenten namens der Landesregierung, von einem Mitglied des Landtages oder einer Fraktion eingebracht Verfassungsändernde Gesetze bedürfen der Zustimmung von zwei Dritteln der Mitglieder des Landtages. Die Verfassung kann jedoch nur durch ein Gesetz geändert werden, das ihren Wortlaut ausdrücklich ändert oder ergänzt. Außerdem darf die Änderung den Grundsätzen des demokratischen und sozialen Rechtsstaates nicht widersprechen. Bei Unstimmigkeiten entscheidet der Verfassungsgerichtshof.

Volksbegehren

Volksbegehren können darauf gerichtet werden, Gesetze zu erlassen, zu ändern oder aufzuheben. Ein Volksbegehren ist nur auf Gebieten zulässig, die der Gesetzgebung des Landes unterliegen. Über finanzwirksame Gesetze, insbesondere Gesetze über Abgaben, Besoldung, Staatsleistungen und den Staatshaushalt, finden Volksbegehren generell nicht statt. Dem Volksbegehren muss ein ausgearbeiteter und mit Gründen versehener Gesetzentwurf zu Grunde liegen. Es ist einzuleiten, wenn fünftausend Stimmberechtigte es beantragen. Das Volksbegehren ist zu Stande gekommen, wenn es von mindestens einem Fünftel der Stimmberechtigten unterstützt wird. Über Zulässigkeit und Zustandekommen des Volksbegehrens entscheidet die Landesregierung. Gegen ihre Entscheidungen kann der Verfassungsgerichtshof angerufen werden. Das Volksbegehren muss dann unverzüglich dem Landtag unterbreitet werden. Entspricht der Landtag binnen drei Monaten dem Volksbegehren nicht, so ist innerhalb von weiteren drei Monaten ein Volksentscheid herbeizuführen. Der dem Volk zur Entscheidung vorgelegte Gesetzentwurf ist mit einer Stellungnahme der Landesregierung zu begleiten, die bündig und sachlich sowohl die Begründung der Antragsteller wie die Auffassung der Landesregierung über den Gegenstand darlegt. Der Landtag kann einen eigenen Gesetzentwurf dem Volk zur Entscheidung mit vorlegen. Das Gesetz ist durch Volksentscheid beschlossen, wenn ihm mehr als die Hälfte der Stimmberechtigten zustimmt. Über ein Volksbegehren, das auf Änderung der Verfassung gerichtet ist, findet ein Volksentscheid nicht statt.

Hoheitszeichen

Landeswappen

Das Wappen des Saarlandes besteht aus einem gevierten Schild, der die Schildbilder der Landesherren zur Zeit des alten Deutschen Reiches zeigt. Im rechten Obereck ein silberner doppelschwänziger Löwe (golden bewehrt und gekrönt, rot gezüngt) auf blauem mit neun silbernen Kreuzen besähtem Grund (Grafschaft Nassau-Saarbrücken), im linken Obereck ein rotes Kreuz auf silbernem Grund (Kurfürstentum Trier), im rechten Untereck auf goldenem Grund ein roter Diagonalstreifen belegt mit drei silbernen Adlerrümpfen (Herzogtum Lothringen) und im linken Untereck einen goldenen Löwen (rot bewehrt, gezüngt und gekrönt) auf schwarzem Grund (wittelsbacherer Herzogtum Pfalz-Zweibrücken). (Richtungsangaben aus Sicht des Trägers.)
Das Landeswappen darf nur von Landesbehörden geführt werden.

Landesflagge

Die Landesflagge des Saarlandes besteht aus der Bundesflagge, darauf, etwas zum Mast hin verschoben, in den schwarzen und den goldfarbenen Streifen je bis zu einem Fünftel übergreifend, das Landeswappen, die rechte Seite (aus Sicht des Betrachters die linke Seite) zum Mast gewendet.
Nach dem Beitritt des Saarlandes zur Bundesrepublik Deutschland wurde diese Kombination als Landesflagge gewählt, um demonstrativ auf die Zugehörigkeit des Saarlandes zu Deutschland hinzuweisen. Zu Zeiten der Unabhängigkeit nach dem zweiten Weltkrieg bestand die Flagge des Saargebiets aus einem silbernen (weißen) skandinavischen Kreuz, der Untergrund zum Mast hin blau, zur anderen Seite hin rot (also die Farben Frankreichs auf Nachdruck desselben).
Obwohl die Flagge das Landeswappen enthält, darf die Landesflagge von jedem Landesbürger verwendet werden (im Gegensatz zu anderen Landesflaggen mit Wappen, z.B. Berlin oder Baden-Württemberg).

Bevölkerung

Der größte Ballungsraum im Saarland ist die Achse Dillingen/ Saar, Saarbrücken und Neunkirchen/Saar. Die Bevölkerungsdichte ist im Norden, Südwesten und Westen des Landes geringer. Im Saarland werden vor allem rhein- und mittelfränkische Mundarten gesprochen (siehe: Saarländisch). Entgegen der weitverbreiteten Meinung, dass die Saarländer Französisch sprechen können, können die meisten von zu Hause aus kein Wort Französisch. Das Saarland hat bundesweit die höchste Eigentumsrate beim Grundbesitz. 74 % der Bevölkerung sind katholisch und 21 % Prozent evangelisch. Das Saarland hat prozentual den größten katholischen Bevölkerungsanteil in Deutschland.

Geschichte

Saarländisch Hauptartikel: Geschichte des Saarlandes Das Saargebiet war in seiner Geschichte meist deutsch, stand aber immer wieder zeitweise unter französischem Einfluss. Im 20. Jahrhundert wurde es nach dem Ersten Weltkrieg dem Völkerbund unterstellt und nach dem Zweiten Weltkrieg autonom, blieb allerdings wirtschaftlich an Frankreich angebunden, kehrte jedoch beide Male nach Volksabstimmung wieder zu Deutschland zurück. Seit 1957 ist es das zehnte Land der Bundesrepublik Deutschland. (Anmerkung: Betreffend die Vermutung dass das Saarland „französisch besetzt“ war: Nach dem ersten Weltkrieg trifft dies bedingt zu; rechtlich jedoch war das Saargebiet, welchem damals noch einige Teile der heutigen Landkreise Merzig-Wadern und St. Wendel fehlten, dem Völkerbund unterstellt. Ab 1947 war der Terminus „französische Besatzung“ rein formal unzutreffend, da das Saarland politisch autonom und wirtschaftlich an Frankreich angebunden war, auf Grundlage einer eigenen Verfassung. Allerdings war die Annahme dieser Verfassung eher dem Druck des französischen Gouverneurs Gilbert Grandval zu verdanken als den Wahlen vom 5. Oktober 1947, die von der Bundesrepublik nicht als frei und unabhängig anerkannt wurden (s. das deutsche Weißbuch zur Saarfrage von 1950). Wegen der großen Nähe zu Frankreich und auch als Reminiszenz an die „französische“ Zeit wird an den meisten saarländischen Schulen immer noch Französisch als erste Fremdsprache vor Englisch gelehrt.)

Regionen


- Bliesgau
- Saargau
- Schwarzwälder Hochwald
- Sankt Ingbert - Kirkeler Waldgebiet
- Sankt Wendel
- Warndt
- Saarbrücken
- Illingen

Politik

Mit der Landtagswahl am 5. September 1999 fand an der Saar ein Regierungswechsel statt. Die SPD-geführte Regierung wurde durch die CDU abgelöst, die die absolute Mehrheit mit 26 Sitzen erringen konnte. Seit der letzten Landtagswahl vom 5. September 2004 sind wieder die Grünen (5,6% der Stimmen, 3 Sitze im Landesparlament) und die FDP/DPS (5,2%, ebenfalls 3 Sitze) im saarländischen Landtag vertreten. Die CDU (47,5%) konnte ihren Vorsprung um einen Sitz ausbauen, die SPD (30,8) musste 7 Plätze abgeben. Auf kommunaler Ebene konnten die freien Wähler in Kreis- und Gemeinderäte einziehen. freien Wähler Die Regierung des Saarlandes besteht aus folgenden Ministern und Ministerinnen, die alle der CDU angehören:
- Ministerpräsident: Peter Müller
- Minister der Finanzen: Peter Jacoby (Stellvertreter des Ministerpräsidenten)
- Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Staatskanzlei: Karl Rauber
- Ministerin für Inneres, Familie, Frauen und Sport: Annegret Kramp-Karrenbauer
- Minister für Justiz, Gesundheit und Soziales: Josef Hecken
- Minister für Bildung, Kultur und Wissenschaft: Jürgen Schreier
- Minister für Wirtschaft und Arbeit: Dr. Hanspeter Georgi
- Minister für Umwelt: Stefan Mörsdorf Siehe auch: Liste saarländischer Ministerpräsidenten

Bildung und Forschung

Das Saarland verfügt über die Universität des Saarlandes, die 1948 unter der französischen Verwaltung gegründet wurde, mit den Standorten Saarbrücken und Homburg/Saar. In Saarbrücken sitzt die Verwaltung, sowie in Saarbrücken auch die meisten Studiengänge angesiedelt sind. Die rechtswissenschaftliche Fakultät und die Informatik haben deutschlandweit einen sehr guten Ruf. Der Campus in Homburg/Saar ist Sitz der medizinischen Fakultät. Die medizinische Forschung in Homburg ist eine der führenden in Deutschland. Die Deutsch-Französische Hochschule, gegründet 1999, bietet Studiengänge an, die mit einem Doppel- oder Dreifachdiplom (deutsch, französisch, luxemburgisch) abschließen. Die Lehre wird dabei von der Universität des Saarlandes, der Université Henri Poincaré in Nancy und dem Centre Universitaire zu Lëtzebuerg in Luxemburg/Luxemburg übernommen.
Darüberhinaus gibt es die École Européenne d'Ingénieurs en Génie des Materiaux (EEIGM), die den Studiengang Werkstoffwissenschaften als europäischen Studiengang durch die Universität des Saarlandes, das Institut National Polytechnique de Lorraine in Nancy/Frankreich, die Universitat Polytècnica de Catalunya und die Escola Tècnica Superior d'Engenyers Industrials des Barcelona in Barcelona/Katalonien(Spanien) und die Luleå Tekniska Universitet in Luleå/Schweden anbietet. Daneben gibt es die Hochschule der Bildenden Künste Saar, gegründet 1989, sowie die Hochschule für Musik Saar, gegründet 1947 als Staatliches Konservatorium. Nach Einrichtung eines Instituts für Katholische Kirchenmusik und eines Instituts für Schulmusik wurde es 1957 in eine Staatliche Hochschule für Musik umgewandelt und 1971 in die Trägerschaft des Saarlandes überführt. Außerdem gibt es vier Fachhochschulen: Die Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, gegründet 1971 durch Zusammenschluss der Höheren Wirtschaftsschule, der Staatlichen Ingenieurschule und der Staatlichen Werkkunstschule, erhielt sie 1991 ihren heutigen Namen. Einen guten Ruf hat der Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen. Auch hier gibt es deutsch-französische Kooperationen (z.B. mit der Grenoble École de Management). Die Fachhochschule für Bergbau Saar wurde 1807 unter napoleonischer Besetzung gegründet und 1816 in königlich-preußische Bergschule umbenannt. Später hieß sie lediglich Bergschule zu Saarbrücken, dann Bergingenieurschule und 1990 erhielt sie schließlich ihre heutige Bezeichnung. Die Katholische Hochschule für Soziale Arbeit wurde 1971 gegründet und steht in Trägerschaft des Bistums Trier. Die Fachhochschule für Verwaltung des Saarlandes bildet in Dudweiler Landesbeamten des gehobenen Dienstes aus. An der Universität des Saarlandes angesiedelt sind folgende privatrechtliche Forschungsinstitute:
- das Max-Planck-Institut für Informatik, gegründet 1988, und
- das Max-Planck-Institut für Softwaresysteme, gegründet 2004, der Max-Planck-Gesellschaft;
- das Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren (IzfP) und
- das Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik (IBMT) (in St. Ingbert) der Fraunhofer-Gesellschaft;
- das Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI);
- das Korean Institute of Science and Technology Europe, der 1996 gegründete europäische Ableger eines der größten koreanischen Forschungsinistitute. Die 1970 gegründete Arbeitsstelle für Österreichische Literatur und Kultur (AfÖLK)/Robert-Musil-Forschung innerhalb der Germanistik an der Universität des Saarlandes verfügt über eine eigene Bibliothek (über 12.000 Bände mit Österreich-Bezug) und ein Archiv (mehrere Nachlässe). Der von Prof. Dr. Pierre Béhar geleiteten Forschungseinrichtung wurde im Jahre 2004 durch die Republik Österreich der Titel einer „Wissenschaftlichen Österreich-Bibliothek Robert Musil“ verliehen.

Wirtschaft und Verkehr

Unternehmen und Wirtschaft

Robert Musil] Bedeutendster wirtschaftlicher Bereich an der Saar ist die Automobil- (z. B. Ford in Saarlouis) bzw. Automobil-Zuliefererindustrie (z. B. Bosch und Michelin in Homburg). Mit der Saarstahl AG und der AG der Dillinger Hüttenwerke sind gleich zwei große Stahlunternehmen hier beheimatet. Eine wichtige wirtschaftliche Rolle spielte der Bergbau im Saarland. Auch die Keramikindustrie (Villeroy & Boch) spielt eine bedeutende Rolle in der Wirtschaft des Saarlandes. Stark gefördert und im Wachstum begriffen ist der Bereich der Informatik und der Informationsindustrie (z. B. IDS in Saarbrücken und SAP in St. Ingbert). Aktuell beeindruckt das Saarland durch die höchsten wirtschaftlichen Zuwachsraten beim Bruttoinlandsprodukt. Es lag im 1. Halbjahr 2005 real um 2,8 % über dem Vorjahreszeitraum, während im Bundesdurchschnitt nur 0,6 % Wachstum erreicht wurden. Des Weiteren gewann das Saarland mehrmals das Dynamikranking der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, das die Veränderungen in den Bundesländern bewertet. Ministerpräsident Peter Müller bewertet dies als Erfolg seiner Reformpolitik, die zur Ansiedlung neuer Industrie- und Dienstleistungszweige führe.

Verkehr

Durch seine frühe Industrialisierung besteht im Saarland eine sehr gute Infrastruktur. So durchqueren das Land sechs gut ausgebaute Autobahnen. Auch das Schienennetz ist sehr dicht. So besteht eine Direktverbindung per Autobahn und Bahn in die Metropole Paris. Außerdem gibt es in Saarbrücken-Ensheim einen internationalen Verkehrsflughafen. Trotz der überschaubaren Fläche gibt es im Saarland erst seit dem 1. August 2005 einen Verkehrsverbund. Auf 1.000 Einwohner kommen durchschnittlich 704 Kraftfahrzeuge. Damit hat das Saarland eine extrem hohe Fahrzeugdichte. Das Saarland wird von folgenden Autobahnen durchquert: A 1, A 6, A 8, A 62, A 620, A 623. Bundesstraßen (Auswahl): B 10, B 268, B 269, B 40, B 405, B 406, B 407, B 41, B 420, B 423, B 51. Betriebene Bahnstrecken:
- Saarbrücken - Homburg (Saar) -> Mannheim
- Pirmasens - Zweibrücken - Rohrbach (Saar) -> Saarbrücken
- Mainz - Türkismühle - St. Wendel - Neunkirchen (Saar) - Saarbrücken - Forbach (Frankreich) Metz (Frankreich) => Paris (Frankreich)
- Saarbrücken - Saarlouis - Merzig - Trier
- Saarbrücken - Illingen - Lebach
- Homburg/Saar - Bexbach - Illingen
- Saarlouis - Dillingen/ Saar - Niedaltdorf - Thionville (Frankreich)
- Saarbrücken - Sarreguemines (Frankreich)
- Trier - Perl - Grenze Frankreich :sowie die Saarbahnstrecke :
- Riegelsberg - Saarbrücken - Brebach mit Anschluss an die obige Bahnlinie nach Sarreguemines (Frankreich)

Verwaltungsgliederung

Landkreise

Sarreguemines

Kfz-Kennzeichen

Die Verteilung der Autokennzeichen ist etwas komplizierter als in Deutschland sonst üblich, da im Saarland nicht nur jedem Kreis ein Kfz-Kennzeichen zugeordnet ist, sondern auch den Mittelstädten. Daher haben nur die Kreise Merzig-Wadern (MZG), Neunkirchen (NK), Sankt Wendel (WND) und Saarlouis (SLS) ein einheitliches Kennzeichen; im Stadtverband Saarbrücken hingegen gibt es das Kennzeichen VK für die Stadt Völklingen und SB für den übrigen Stadtverband, im Saarpfalz-Kreis gibt es IGB für die Stadt St. Ingbert und HOM (nach dem Hauptort Homburg) für den übrigen Kreis. Nicht mehr vergeben wird das Kennzeichen OTW für Ottweiler im Kreis Neunkirchen, mit dem aber nach wie vor einige Oldtimer unterwegs sind. Außerdem gibt es das Kennzeichen SAL für offizielle Stellen des Landes.

Verwaltungsgliederung vor der Kreisreform

#Kreisfreie Stadt Saarbrücken (SB) #Landkreis Homburg (HOM) #Landkreis Merzig (MZG) #Landkreis Ottweiler (OTW) mit Mittelstadt Neunkirchen (NK) #Landkreis Saarbrücken (SB) mit Mittelstadt Völklingen (VK) #Landkreis Saarlouis (SLS) #Landkreis Sankt Ingbert (IGB) - nach 1974 immer noch Mittelstadt #Landkreis Sankt Wendel (WND) Neunkirchen besitzt seit 1968 ein eigenes KFZ-Kennzeichen (NK, vorher OTW), ebenso Völklingen (VK, vorher SB).

Verwaltungsgliederung nach der Kreisreform

#Landkreis Merzig-Wadern (MZG) #Landkreis Neunkirchen (NK) #Landkreis Saarlouis (SLS) #Saarpfalz-Kreis (HOM) mit Mittelstadt St. Ingbert (IGB) #Landkreis St. Wendel (WND) #Stadtverband Saarbrücken (SB) mit Mittelstadt Völklingen (VK)

Größte Städte und Gemeinden

Persönlichkeiten

Siehe: Liste bedeutender Saarländer

Saarländische Spezialitäten

Die ursprüngliche saarländische Küche ist recht einfach: Eintopf, Kartoffeln, Sauerkraut, Wurst und Fleisch aus Hausschlachtung. Nur wenige Speisen und Getränke gelten als typisch saarländisch:
- Dibbelabbes
- Schales
- Lyoner (Fleischwurst) im Ring
- Hoorische
- Gefillde (gefüllte Kartoffelklöse)
- Geheiratete
- Schwenker (typisches Schwenksteak)
- Bettsaiersalat (Löwenzahnsalat)
- Bekannte saarländische Biere kommen und kamen zum Beispiel von den Brauereien Becker (St. Ingbert), Bruch (Saarbrücken), Donner (Saarlouis), Großwald (Heusweiler-Eiweiler), Karlsberg (Homburg), Ottweiler Brauerei, Paqué (St. Wendel), Saarfürst (Merzig), Schäfer (Dirmingen), Schloss (Neunkirchen) und Walsheim (Walsheim). Karlsberg dominiert heute (2004) den Getränkemarkt im Saarland.
- Die Saar-Weine (Anbaugebiet Mosel-Saar-Ruwer) stammen nicht aus dem Saarland, sondern vom Unterlauf der Saar in Rheinland-Pfalz. Saarländische Weine werden an dem kurzen Moselabschnitt namens Obermosel (zur Weinvermarktung auch: „Südliche Weinmosel“) angebaut, der die Grenze zwischen dem Saarland und Luxemburg darstellt.
- Zudem gibt es hauptsächlich im Merziger Raum und im Saargau den Viez (Apfelwein)
- Obstschnäpse werden insbesondere auf dem Saargau gebrannt (zum Beispiel Quetsch (Zwetschge), Mirabelle, Trester oder auch die seltene Spezialität Hundsärsch ein Mispel-Brannt).
- Doppelweck
- Schneebällchen

Mentalität

Die Grenzlage und jahrhundertelange Fremdherrschaft, sei sie nun deutsch (preußisch oder bayerisch) oder französisch, haben die saarländische Mentalität stark beeinflusst. Die jahrhundertelange Erfahrung, alles durch Krieg und Eroberung verlieren zu können, führte zur der Einstellung, alles was man hat im „Hier und Jetzt“ zu genießen. Immer wieder wechselnde Herren führten zu der Tendenz, Neuankömmlinge zu „umarmen“ und zu integrieren, vorteilhaft erscheinende Neuerungen anzunehmen oder aber mit sturer, manchmal irrationaler Kooperationsverweigerung die als unerwünschte Besatzer betrachteten Herren aus dem Land zu treiben. Diese Taktik hat sich auf lange Sicht bis heute bewährt. Die Winzigkeit des Saarlandes ist Segen und Fluch zugleich und führt zu einer „jeder kennt jeden“-Mentalität. Zwei sich (noch) fremde Saarländer werden zwangsläufig im Gespräch einen gemeinsamen Bekannten ausfindig machen. Das bedeutet auf der einen Seite manchmal schmerzhaft fehlende Anonymität, erzeugt auf der anderen Seite ein starkes Wir-Gefühl. Dem Nicht-Saarländer erschwert dieses wiederum zunächst die Integration (zumal er anhand des fehlenden Dialektes leicht zu erkennen ist), doch hat er sich erst einmal mit dem einen oder anderen Saarländer angefreundet, geht es umso schneller.

Literatur

Literatur über das Saarland


- Dieter Staerk (Hrsg.): Das Saarlandbuch. Minerva-Verlag, Saarbrücken, 1981. ISBN 3477000668
- Dietrich Soyez (Hrsg.): Das Saarland. Bd. 1 Beharrung und Wandel in einem peripheren Grenzraum. Saarbrücken, 1989. ISBN 3924525366
- Dietrich Soyez (Hrsg.): Das Saarland. Bd. 2 Die Saar – eine Flusslandschaft verändert ihr Gesicht. Saarbrücken, 1989. ISBN 3924525374
- Jürgen Hartmann (Hrsg.): Handbuch der deutschen Bundesländer. Bonn, 1997. ISBN 3893310835

Das Saarland in der Literatur


- Johann Michael Moscherosch: Soldatenleben. Hrsg. und bearb. von Walter E. Schäfer unter dem Titel Unter Räubern. Braun, Karlsruhe, 1996. ISBN 3765081701
- Johann Wolfgang von Goethe: Dichtung und Wahrheit, 2. Teil, 10. Buch
- Ludwig Harig: Die saarländische Freude - Ein Lesebuch über die gute Art zu leben und zu denken. dtv, 1979. ISBN 3446123377
- Holger Willi Montag: Reisen mit Pippo. mandarin-verlag, 2003. ISBN 3980932508

Siehe auch


- Römische Ausgrabungen im Saarland
- Saarland-Rundwanderweg
- Saarländische Sagen und Legenden
- Separatismus
- Tourismus im Saarland
- Universität des Saarlandes

Weblinks


- [http://www.saarland.de/ Saarland, offizielle Seite]
- [http://www.landtag-saar.de/ Landtag des Saarlandes]
- [http://www.wahlen.saarland.de/ Wahlergebnisse (Landeswahlleiter)]
- [http://www.tourismus.saarland.de/ Tourismus Zentrale Saarland]
- [http://woerterbuch.saarlaendisch.de/ Saarländisches Wörterbuch]
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Mittelrhein

]] Der Begriff Mittelrhein bezeichnet zum einen den Streckenabschnitt des Rheins zwischen Bingen / Rüdesheim und Bonn, zum anderen das dort gelegene deutsche Weinbaugebiet. Mit seinen hochrangigen Baudenkmälern, den rebenbesetzten Hängen, seinen auf schmalen Uferleisten zusammen gedrängten Siedlungen und den auf Felsvorsprüngen aufgereihten Höhenburgen gilt er als Inbegriff der romantischen Rheinlandschaft. Andere Abschnitte des Rheins sind Hochrhein, Oberrhein und Niederrhein. Das Obere Mittelrheintal von Bingen bis Koblenz ist seit 2002 UNESCO-Welterbe.

Die Landschaft

Die geographische Bezeichnung Mittelrhein bezieht sich auf das enge Durchbruchstal des Rheins durch das Rheinische Schiefergebirge zwischen Bingen und Rüdesheim im Süden und Bonn-Bad Godesberg und Bonn-Oberkassel im Norden, also die klassische Rheinlandschaft. Am 27. Juni 2002 wurde das Obere Mittelrheintal zwischen Bingen / Rüdesheim und Koblenz in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen. Das Mittelrheintal verläuft fast auf ganzer Länge, bis Rolandseck und Rheinbreitbach auf dem Gebiet des Bundeslandes Rheinland-Pfalz, dann auf dem von Nordrhein-Westfalen. Geographisch zählt zum Mittelrheintal auch das rechte Rheinufer zwischen Rüdesheim und Lorch, das zu Hessen und zum Weinanbaugebiet Rheingau gehört. Das Neuwieder Becken trennt den oberen vom unteren Mittelrhein. Eine wichtige Verkehrsverbindung am Mittelrhein ist die linksrheinische Eisenbahnstrecke. Auf dem Namedyer Werth befindet sich der Namedyer Sprudel, einst mit 45-50 m Höhe der größte europäische Kaltwassergeysir.

Ortschaften

Kaltwassergeysir]] Die wichtigsten Städte am linken Ufer sind Bingen, Bacharach, Oberwesel, Sankt Goar, Boppard und Koblenz am oberen sowie Andernach, Bad Breisig, Sinzig, Remagen, Königswinter und Bonn am unteren Mittelrhein. Am rechten Flussufer liegen Rüdesheim, Kaub, Sankt Goarshausen, Braubach und Lahnstein am oberen sowie Vallendar, Bendorf, Neuwied, Bad Hönningen, Linz am Rhein und Bad Honnef am unteren Mittelrhein.

Nebenflüsse

Größere Zuflüsse auf diesem Streckenabschnitt sind linksrheinisch Nahe, Mosel und Ahr, rechtsrheinisch Lahn, Wied und Sieg.

Burgen und Schlösser

Sieg] Sieg]] Sieg]

linksrheinisch


- Burg Klopp
- Burg Rheinstein
- Burg Reichenstein
- Burg Sooneck
- Heimburg in Niederheimbach
- Ruine Fürstenberg (Rheindiebach)
- Burg Stahlberg
- Burg Stahleck
- Schönburg (Rhein)
- Burg Rheinfels
- Alte Burg (Boppard)
- Schloss Stolzenfels
- Alte Burg (Koblenz)
- Kurfürstliches Schloss in Koblenz
- Schloss Namedy
- Burg Rheineck

rechtsrheinisch


- Boosenburg
- Brömserburg
- Burg Ehrenfels (Hessen)
- Nollig
- Pfalzgrafenstein
- Burg Gutenfels
- Burg Katz
- Burg Reichenberg (Rheinland-Pfalz)
- Burg Maus
- Burg Liebenstein
- Burg Sterrenberg
- Marksburg
- Burg Lahneck
- Festung Ehrenbreitstein
- Schloss Engers
- Burg Altwied

Weltkulturerbe "Oberes Mittelrheintal"

Burg Altwied] Burg Altwied Burg Altwied Das Obere Mittelrheintal ist das Rheinengtal von Bingen und Rüdesheim bis Koblenz. Seit 2002 ist es Weltkulturerbe der UNESCO in der Rubrik Kulturlandschaft.

Kriterien einer Kulturlandschaft

Voraussetzung ist ein geschlossener Landschaftsraum, der eine gewisse Einzigartigkeit aufweist und vom Menschen eine besondere Ausgestaltung erfuhr. Im Oberen Mittelrheintal ist dies im Rheindurchbruch durch das Rheinische Schiefergebirge gegeben. Das Tal mit steilen Felshängen erzwang besondere Formen der wirtschaftlichen Nutzung, die das Tal im Laufe der Jahrhunderte gestalteten. Besonders geprägt wurde es durch den neu entwickelten Weinanbau auf Terrassen und die Niederwaldwirtschaft. Landwirtschaft war nur auf den Hochflächen möglich. Einzigartig ist auch die Vielzahl der Burgen, die entlang von nur 65 Stromkilometern entstanden.

Burgenbau

Die Burgen im Mittelrheintal sind bis auf wenige Ausnahmen im 12. bis in die erste Hälfte des 14. Jahrhundert entstanden. Sie wurden meist auf den Mittelterrassen gebaut, die bei der Bildung des Tales entstanden. Im 10. und 11. Jahrhundert war der Burgenbau ein Privileg des Reichs (König, Hochadel). Bauten vor dieser Zeit waren meist in Holz- und Erde-Bauweise ausgeführt. Ab dem 12. Jahrhundert setzte eine Schwächung des Königtums ein. Die Macht der Fürsten und Reichsministerialen (Beamte) wuchs (ab 1273 Wahlkönigtum, 1356 endgültige Ausbildung von Territorialstaaten). Dies war auch die Zeit des Baus der meisten Burgen. Allein vier von sieben Kurfürsten besaßen Gebiete im Mittelrheintal. Die politische Landkarte zeigte einen Flickenteppich, da diese Gebiete nicht zusammenhängend waren. Zunächst entstanden die Burgen zur Gebietssicherung. Ab dem späten 12. Jahrhundert entdeckten die Fürsten den Zoll als Einnahmequelle, so dass jetzt auch Burgen zur Zollsicherung gebaut wurden. Burgen im Stadtbering wurden im Normalfall als Zwingburg gegen die nach Freiheit strebenden Städter gebaut. Ende des 14. Jahrhunderts kamen auch hier in der Region Feuerwaffen auf. Spätestens ab dem 15. Jahrhundert waren bauliche Reaktionen nötig, die sich nur begüterte Burgbesitzer leisten konnten. Durch die Feuerwaffen verloren schon im Hochmittelalter viele Burgen ihre strategische Bedeutung. Meist setzt jetzt langsamer Verfall ein oder sie werden aufgegeben. Schon im Dreißigjährigen Krieg gab es zahlreiche Zerstörungen durch durchziehende Truppen. Die endgültige Zerstörung fast aller Burgen besorgen dann die Truppen Ludwig des XIV. im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 (ausgenommen bei den Höhenburgen nur Ehrenbreitstein, Marksburg und Rheinfels). Mit Aufkommen der Rheinromantik wurden viele Burgen nach 1815 bis Ende des 19. Jahrhunderts neu aufgebaut.

Weinbau

Hauptartikel: Weinbaugebiet Mittelrhein Weitgehend identisch mit der geographischen Region ist das Weinbaugebiet Mittelrhein, eines der durch das deutsche Weingesetz festgelegten „bestimmten Anbaugebiete“ für Qualitätswein. Gebracht haben den Weinbau die Römer. Allerdings entwickelte er sich erst im Mittelalter von der Mosel aus nach Süden. Diese Entwicklung verlief in vier Phasen vom 11. bis Ende des 14. Jahrhunderts. Wesentlich für die Entwicklung war die neue Technik des Terrassenweinbaus. Bebaut wurden Flächen von 25° bis 30° und mehr. Begünstigt war der Anbau durch das Klima. Der Rhein sowie die Schiefer- und Grauwackeverwitterungsböden funktionieren als Wärmespeicher, die große Temperaturschwankungen verhindern. Hinzu kommt der gute Kaltluftabfluss an den steilen Hängen. Dies kommt vor allem dem spät reifenden Riesling zugute, der hier zu ca. 75 % die Anbauflächen bestimmt. Der Terrassenweinbau war wesentlich kleinteiliger als es die heutige Situation zeigt, die erst nach einer Flurbereinigung in den 1960er Jahren entstanden ist (siehe Bild Weinbergsterrassen über Ehrenfels - links und oberhalb verbuschte Kleinterrassen). Mit den alten Trockenmauern ist damals leider auch ein Biotop für Kleinlebewesen verloren gegangen. Teilweise sind im Mittelrheintal noch Terrassen in alter Form in Bewirtschaftung (auch an der alten Bindung der Triebe erkennbar - pro Stock ein Pfahl). Wein war im Mittelalter das einzige keimfreie Volksgetränk, da Bier meist schlecht und teurer, Kaffee und Tee noch unbekannt waren. Er war eines der wichtigsten Handelsgüter im Mittelalter, begünstigt durch den Rhein als wichtigste Wasserstraße und bestehende Römerstraßen. Daher war er interessant für Grundherren (Wertsteigerung). Die Verbesserung der rechtlichen, sozialen und wirtschaftlichen Lage durch immer mehr benötigte Fachkräfte, führte zu neuen Pachtverhältnissen und zum Aufschwung. Im Spätmittelalter war der Hauptteil der Bevölkerung vom Weinbau abhängig. Nach Auflösung vieler Grundherrschaften erfolgte die Aufsplitterung in viele kleine Parzellen. Bis zum Ende des 16. Jahrhunderts. hatte dieser Wirtschaftszweig Hochkonjunktur, dann kam es durch den Dreißigjährigen Krieg zu Rezession und Verfall. Auch bessere Bierpreise, sowie Tee und Kaffee schmälerten die Erlöse. Ab 1815 gab es durch die Zugehörigkeit zu Preußen wieder einen großen linksrheinischen Aufschwung (quasi Monopol). Ab 1839 entstand durch den deutschen Zollverein starke Konkurrenz. Dies war der Beginn der Umwandlung vom Haupt- zum Nebenerwerbswinzer. Teilweise gab es zusätzlichen Profit durch die Rheinromantik (Gutsausschank) und die aufkommende Sektindustrie. Ab 1870 erfolgte eine neue Krise wegen der Eisenbahn (verbesserter Transport), der Industrialisierung, billigerer und besserer Konkurrenz aus dem Ausland und dem Aufkommen von Rebschädlingen von Amerika über Frankreich (Mehltau, Reblaus, falscher Mehltau und Heu- und Sauerwurm). Tiefere Ursache des Niedergangs waren die veränderten sozioökonomischen Bedingungen. Bis ins 19. Jahrhundert gab es kaum eine andere Erwerbsmöglichkeit. Dann erfolgten wegen des geringen Profits große Abwanderungen in die aufkommende Industrie. Die linke Seite war erst nach dem Zweiten Weltkrieg mehr betroffen (bis dahin gab es hier kaum Industrie, sowie mehr Fremdenverkehr). Trotz der in den 1960er Jahren bei 92 % der Flächen durchgeführten Flurbereinigung erfolgte ein weiterer Rückgang wegen der mangelnden Profitsituation. 58 % der um 1900 vorhandenen Weinbergsflächen sind heute völlig verschwunden. Weitere 16 % weisen einen Bracheanteil von 40-80 % auf. Übrig geblieben sind gerade einmal rund 480 ha - Tendenz sinkend. Die Weinbaubrachen verbuschen und werden schließlich vom Wald zurückgeholt. Dies ist hier ein großes Problem. Wenn man den Charakter der Landschaft erhalten will, sind große Anstrengungen nötig, um für die Terrassen neue Nutzungen zu finden, oder sie zumindest freizuhalten.

Waldwirtschaft

Ursprünglich waren weite Teile des Tals