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Huronsee
Der Huronsee (auch Huron-See nach engl. Lake Huron) gehört zur Gruppe der fünf Großen Seen Nordamerikas. Durch ihn läuft die Grenze der USA zu Kanada. Er grenzt an den US-Bundesstaat Michigan und an die kanadische Provinz Ontario. Er liegt 176 m über NN, die Fläche beträgt 59.600 km², er geht auf 229 m Wassertiefe.
Der Huronsee ist die wesentliche Verbindung der übrigen vier Großen Seen miteinander. Der Zufluss kommt aus dem Michigansee, dem Oberen See und mehreren Flüssen, der Abfluss erfolgt über den Eriesee und über die Georgsbucht (Georgian Bay) zum Ontariosee.
Der See ist nach dem indianischen Stammesverband der Wyandot (auch Huronen) benannt. Der See war auch namensgebend für die sogenannte Huronische Vereisung, deren Spuren man in seinen Gesteinsschichten gut erkennen kann.
Im Huronsee liegt Manitoulin, die weltweit größte Insel in einem See.
Kategorie:See in den USA
Kategorie:See in Kanada
Kategorie:Geographie (USA)
Kategorie:Geographie (Kanada)
ja:ヒューロン湖
Große Seen
Die Großen Seen (engl. Great Lakes) sind eine Gruppe von fünf zusammenhängenden Süßwasserseen in Nordamerika. Mit etwa 245.000 km² bilden sie die größte Binnensüßwasserfläche der Erde (der Baikalsee übertrifft die Großen Seen allerdings noch im Binnensüßwasservolumen, da der Baikalsee sehr tief ist). Der maximale Höhenunterschied zwischen den einzelnen Großen Seen liegt bei ca. 150 m, den größten Teil davon bilden die Niagarafälle zwischen dem Erie- und dem Ontariosee.
- Oberer See (Lake Superior)
- Michigansee (Lake Michigan)
- Huronsee (Lake Huron)
- Eriesee (Lake Erie)
- Ontariosee (Lake Ontario)
Die großen Seen sind die einzigen Süßwassergewässer, bei denen die Gezeiten bemerkbar sind.
Der Michigansee liegt als einziger der Großen Seen vollständig in den USA, die anderen vier liegen entlang der kanadisch-US-amerikanischen Grenze. Durch den Sankt-Lorenz-Strom werden sie in den Atlantik entwässert. Über den Intracoastal Waterway sowie den Illinois Waterway besteht eine Schifffahrts-Verbindung zum Mississippi River.
Die Großen Seen sind ein wichtiges Reservoir für Wasserversorgung der USA und Kanadas. Durch die starke Besiedlung und Industrialisierung des Gebiets kam es jedoch zu einer immer höheren Schadstoffbelastung und zur Massenvermehrung von eingeschleppten Tier- und Pflanzenarten, wie etwa dem Neunauge und der Zebramuschel. Ein Wasserschutzabkommen wurde 1978 von den USA und Kanada vereinbart.
Image:Great Lakes Lake Superior.png|Oberer See
Image:Great Lakes Lake Michigan.png|Michigansee
Image:Great Lakes Lake Huron.png|Huronsee
Image:Great Lakes Lake Erie.png|Eriesee
Image:Great Lakes Lake Ontario.png|Ontariosee
Bild:Cntower2.jpg|Toronto vom Ontariosee aus
Image:Niagara Falls 6 db.jpg|Niagara-Fälle
Image:Great Lakes from space.jpg|Satellitenfoto
Kategorie:See in den USA
Kategorie:See in Kanada
Kategorie:Geographie (USA)
Kategorie:Geographie (Kanada)
ja:五大湖
ko:오대호
simple:Great Lakes
zh-min-nan:Gō·-toā-ô·
Nordamerika
Nordamerika ist der nördliche Teil des amerikanischen Doppelkontinentes, umgeben nördlich vom Arktischer Ozean, östlich vom Atlantischen Ozean, südlich von der Karibik und westlich vom Pazifischen Ozean.
Es ist der drittgrößte Kontinent der Erde, nach Asien und Afrika und umfasst einschließlich Grönland, der mittelamerikanischen Landbrücke und der Karibik eine Fläche von 24.230.000 km² . Nordamerika hat 454.225.000 Einwohner und ist damit Nr. 4 hinter Asien, Afrika und Europa.
Südamerika und Nordamerika wurden nach Amérigo Vespucci benannt. Er kam als Erster auf die Idee, dass das Land, das Christoph Kolumbus entdeckt und als Indien angesehen hatte, ein eigener Kontinent sei.
Die Verbindung von Nord- und Südamerika ist die Landenge von Panama. Häufig wird Mittelamerika oder Zentralamerika als eigener Kontinent genannt, jedoch ist Mittelamerika höchstens eine Region wie z.B. Westeuropa und gehört zu Nordamerika.
Geologische Eigenheiten
Westeuropa
Fast die gesamte Fläche Nordamerikas SeX sich auf der Nordamerikanischen Platte. Teile Kaliforniens sind bekannt als Rand der Pazifischen Platte, wo die zwei Platten an der San-Andreas-Verwerfung aufeinandertreffen.
Seit 1931 ist Rugby, North Dakota offiziell der geographische Mittelpunkt Nordamerikas. Die Position wurde mit einem 4,5 m hohen Steinobelisken markiert.
Image:North america rock metamorphic.jpg|Metamorphe Gesteine
Image:North america rock plutonic.jpg|Magmatisches Gestein
Image:North america rock sedimentary.jpg|Sedimentgestein
Image:North america rock volcanic.jpg|Vulkangestein
Wirtschaft
Die Wirtschaft Nordamerikas umfasst mehr als 440 Millionen Menschen in 23 Staaten und ist geprägt von den starken Unterschieden zwischen den reichen Ländern USA und Kanada, welche zu den wohlhabensten Ländern der Welt gezählt werden. Auf der anderen Seite sind die armen Länder Mittelamerikas und der Karibik. Mexiko ist irgendwo dazwischen. Obwohl Mexiko Teil der NAFTA und der OECD ist, ist es trotzdem um einiges ärmer als die nördlichen Nachbarn.
Handelsvereinigungen in Nordamerika:
- Asia-Pacific Economic Cooperation (APEC) ist eine Wirtschaftsvereinigung von weltweit 21 Staaten. Von Nordamerika sind Mexiko, USA und Kanada Mitglieder.
- Karibische Gemeinschaft (CARICOM) ein Zusammenschluss 15 karibischer Staaten.
- Central American Free Trade Agreement (CAFTA) ist ein Freihandelsabkommen zwischen den Vereinigten Staaten, Costa Rica, der Dominikanischen Republik, El Salvador, Guatemala, Honduras und Nicaragua.
- North American Free Trade Agreement (NAFTA, Nordamerikanische Freihandelsabkommen) ist ein ausgedehnter Wirtschaftsverbund zwischen Kanada, den USA und Mexiko und bildet eine Freihandelszone.
Geschichte
Freihandelszone
Viele nordamerikanische Urvölker waren bei der Entdeckung durch die Europäer sesshaft (auch in großen Städten) und betrieben bereits ausgiebig Ackerbau und Viehzucht, einige waren Sammler und Jäger. Nachdem sich ihre Bevölkerungszahl aufgrund von fehlender Resistenz gegenüber aus Europa eingeschleppten Krankheiten um etwa 90% dezimiert hatte, waren Sie zahlenmässig stark unterlegen. So gründeten viele Urvölker neue Stämme und Vereinigungen als Reaktion zur Europäischen Besiedlung. Bekannte Gruppen sind Huron, Mohawk, Apache, Cherokee, Sioux, Mohegan, Iroquois und Inuit.
Die ersten Europäer, die Nordamerika erreichten (Neufundland), waren die Wikinger, welche es Vinland bezeichneten. Sie erreichten es um das Jahr 1000. Obwohl sie einige Siedlungen errichteten, hinterließen sie kaum bleibende Spuren am Kontinent.
Nachdem Christopher Columbus 1492 Amerika entdeckte, waren die Spanier die ersten Europäer die in Nordamerika blieben. Sie kontrollierten bald die großen Inseln der Karibik und besiegten die Azteken, und erhielten auch die Kontrolle über Mittelamerika und Mexiko.
Während einige kleinere Länder wie die Niederlande oder die Schweden nur kleinere Besitzungen auf dem Kontinent hatten, wurde der Kontinent zwischen den Spaniern, den Franzosen und den Englischen Erobern aufgeteilt.
Die ersten englischen Siedlungen waren Jamestown und Plymouth Rock, welche jetzt Virginia und Massachusetts sind. Die ersten französischen Siedlungen waren Port Royal und Québec in den jetzigen kanadischen Provinzen Nova Scotia und Québec.
Regionale und politische Unterteilung
Québec
Auf der Hauptlandmasse befinden sich drei große und relativ bevölkerungsreiche Länder:
- Kanada - viele kleine Inseln am Ufer von Nordamerika gehören zu Kanada, inklusive der Vancouver Island und der Queen Charlotte Islands im Westen; der Prinz-Edward-Insel, Neufundland und Cape Breton im Osten sowie der Ellesmere Insel , Baffininsel und der Victoria Insel im Norden.
- Mexiko - die Revillagigedo Inseln und unzählige kleinere Inseln gehören zu Mexiko.
- die Vereinigten Staaten - Die 48 zusammenhängenden Staaten und Alaska sind im Gegensatz zu Hawaii im Pazifischen Ozean Teil von Nordamerika.
Am Südende des Kontinents, in dem relativ kleinen Bereich Mittelamerika, befinden sich folgende Länder:
- Belize
- Costa Rica
- El Salvador
- Guatemala
- Honduras
- Nicaragua
- Panama 1
Am Südostende des Kontinentes befinden sich viele Inselstaaten, die Karibik:
- Antigua und Barbuda
- Bahamas
- Barbados
- Kuba
- Dominica
- Dominikanische Republik
- Grenada
- Haiti
- Jamaika
- Saint Kitts und Nevis
- Saint Lucia
- St. Vincent und die Grenadinen
- Trinidad und Tobago 1
und die abhängigen Inseln:
- Anguilla (britisches Überseegebiet des Vereinigten Königreichs)
- Aruba 2 (Teil des Königreiches der Niederlande)
- Kaimaninseln (britisches Überseegebiet des Vereinigten Königreichs)
- Guadeloupe (Überseedépartement und eine Region Frankreichs)
- Martinique (Überseedépartement und eine Region Frankreichs)
- Montserrat (britisches Überseegebiet des Vereinigten Königreichs)
- Navassa (nichtinkorporiertes amerikanisches Außengebiet der USA)
- Niederländische Antillen 1 (Teil des Königreiches der Niederlande)
- Puerto Rico (nichtinkorporiertes amerikanisches Außengebiet der USA)
- Turks- und Caicosinseln (britisches Überseegebiet des Vereinigten Königreichs)
- Britische Jungferninseln (britisches Überseegebiet des Vereinigten Königreichs)
- Amerikanische Jungferninseln (nichtinkorporiertes amerikanisches Außengebiet der USA)
Im Atlantischen Ozean befindlich, aber trotzdem zu Nordamerika gezählt werden folgende abhängige Inseln:
- Bermuda, ein (britisches Überseegebiet des Vereinigten Königreichs) das sich ca. 1.072 km südöstlich von New York City
- Grönland, die größte Insel der Welt ist ein autonomer Bestandteil des Königreichs Dänemark
- St. Pierre und Miquelon ist eine französische Gebietskörperschaft bestehend aus mehreren Inseln an der Südküste von Neufundland
1 Diese Staaten abhängige Inseln befinden sich sowohl in Nord- als auch Südamerika.
2 Diese abhängigen Inseln befinden sich in Südamerika, werden aber wegen historischer und kultureller Gründe trotzdem zu Nordamerika gezählt.
Die USA, Kanada und andere englischsprachige Nationen Amerikas werden manchmal als Angloamerika bezeichnet, während die anderen nord- und südamerikanischen Nationen als Lateinamerika bezeichnet werden.
Die Bezeichnung "Nordamerika" hat öfters verschiedene Bedeutung für verschiedene Menschen. Im Alltagsgebrauch in Kanada und den USA bezeichnet Nordamerika manchmal nur die USA und Kanada. Die Menschen in Mexiko und den Ländern in Mittelamerika sehen sich selbst aber sehr wohl als Teil Nordamerikas.
ja:北アメリカ
ko:북아메리카
simple:North America
th:ทวีปอเมริกาเหนือ
zh-min-nan:Pak Bí-chiu
Kanada
Kanada (engl./frz.: Canada) ist ein Staat in Nordamerika. Der einzige unabhängige Nachbarstaat sind die USA, mit denen Kanada rege Wirtschaftsbeziehungen pflegt. Ferner grenzt Kanada an das zu Dänemark gehörende Grönland und an das zu Frankreich gehörende St. Pierre und Miquelon. Kanada ist ein Flächenstaat, dessen Bevölkerung zum Großteil auf wenige städtische Zentren konzentriert ist. Um die ethnische, sprachliche und kulturelle Vielfalt der einzelnen Bevölkerungsgruppen zu gewährleisten, ist Kanada politisch als Föderation organisiert; ein Mosaik der Kulturen ist (im Gegensatz zum Modell des Schmelztiegels) politisch gewollt. Die Unabhängigkeitsbestrebungen Québecs, die Rechte der französischsprachigen Bevölkerungsgruppe und die Rechte der indianischen Völker prägen zentrale Konfliktlinien innerhalb der kanadischen Gesellschaft.
Geographie
Québec
Kanada ist mit einer Fläche von 9.984.670 Quadratkilometern nach Russland das zweitgrößte Land der Erde. Davon sind 9.093.507 km² Landmasse und 891.163 km² Wasserfläche. Die größte Nord-Süd-Ausdehnung über Landfläche beträgt 4.634 Kilometer von Kap Columbia auf den Ellesmere-Inseln, Nunavut nach Mittelinsel auf dem Eriesee in Ontario, die größte Ost-West-Entfernung beträgt 5.514 Kilometer von Kap Spear in Neufundland und Labrador bis zur Grenze des Yukon-Territoriums mit Alaska.
Die Gesamtlänge der Grenze zwischen Kanada und den USA beträgt 8.890 Kilometer. Kanada hat mit 202.080 Kilometern die längste Küstenlinie der Welt.
Es grenzt an die USA (im Süden und im Westen (Alaska)), den Pazifischen Ozean, das Nordpolarmeer, Grönland (Seegrenze) und den Atlantischen Ozean. Die größte Insel ist die Baffininsel. Der Osten des Landes wird vom Sankt-Lorenz-Strom dominiert, der Norden von der Hudson Bay. In Mittelkanada schließen sich – als nördliche Fortsetzung des US-amerikanischen „Mittleren Westen“ – weitläufige Ebenen an. Westlich davon liegen die Rocky Mountains und die Pazifikküste. Die größte Stadt ist Toronto, gefolgt von Montréal, Vancouver und Calgary.
Der Nordteil wird vom kanadisch-arktischen Archipel geprägt. Die nördlichste Halbinsel ist Boothia.
Klima
Kanada umfasst unterschiedliche Klimazonen (vom Polarklima bis zum gemäßigten Klima). Hauptsächlich bestimmt jedoch das Boreale Klima mit langen kalten Wintern (bis zu –35 °C) und kurzen heißen Sommern (bis zu 35 °C) den überwiegenden Teil Kanadas. Aufgrund der Größe des Landes ist das Klima in den einzelnen Bundesstaaten sehr unterschiedlich. So wurden z.B. im Winter 2004 / 2005 Temperaturen von -58 °C in Burwash Landing / Yukon Territory gemessen.
An der Westküste findet man angenehmes Seeklima mit hohen Niederschlägen, da sich die feuchte vom Ozean kommende Luft am Westrand des Küstengebirges abregnet. Die Jahreszeiten sind in den Provinzen Quebec und Ontario am deutlichsten zu entdecken. Hier gibt es kalte Winter, angenehme Frühjahre und Herbstmonate und von Juli bis September den oft sehr schwül-heißen Sommer mit Durchschnittstemperaturen um 25 °C.
Bevölkerung
Die Bevölkerung Kanadas beträgt geschätzte 32 Millionen. Der letzte Census-Report von 2001 gibt die kanadische Bevölkerung mit 30.007.094 an. Das ergibt eine Bevölkerungsdichte von ca. 3,2 Einwohner/km², welche damit eine der geringsten der Welt ist.
Der Großteil der Bevölkerung lebt in den Provinzen Québec und Ontario entlang des Sankt-Lorenz-Stromes, d. h. rund um Toronto, Montréal, Québec, Ottawa, London und Hamilton.
11,4 Millionen leben in Ontario, 7,2 Millionen in Québec, 3,9 Millionen in British Columbia und 3 Millionen in Alberta. Die restlichen Provinzen und Territorien haben jeweils weniger als 1 Million Einwohner, wobei Nunavut mit knapp 27.000 Einwohnern das bevölkerungsärmste Territorium Kanadas ist.
Sprachen
Landessprachen sind Englisch und Französisch. In Nunavut ist auch Inuktitut Amtssprache.
Alle Provinzen mit Ausnahme von Québec (frz.) und Neubraunschweig (bilingual engl./frz.) sind englischsprachig, im Volksmund auch genannt English Canada. Alle Regionen haben nicht-englischsprachige Minderheiten, in der Hauptsache Nachkommen der ursprünglichen Bewohner, Inuit (im Norden) und Indianervölker (siehe auch Indianer Nordamerikas). In Neuschottland gibt es eine Minderheit, die Schottisches Gälisch spricht.
Demographische Struktur und Entwicklung
Schottisches Gälisch
Kanada ist ein klassisches Einwandererland. Große Einwanderergruppen kamen in der Vergangenheit aus dem Vereinigten Königreich, Frankreich, Deutschland, der Ukraine, Polen und aus den USA. Heutzutage wächst die Bedeutung der Einwanderer aus Fernost, vor allem aus der Volksrepublik China.
Die Geburtenrate betrug 2003 10,99 Geburten pro 1000 Einwohner, die Sterberate 7,61 Todesfälle pro 1000 Einwohner. Das Bevölkerungswachstum betrug 0,94 %.
Die durchschnittliche Lebenserwartung in Kanada liegt bei 73,6 Jahren. 26 % der Kanadier sind 19 Jahre oder jünger, 13 % 65 Jahre oder älter. Das mittlere Alter der erwerbsfähigen Bevölkerung liegt bei 42 Jahren, die Schätzung für 2011 bei 43,7.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Kanadas
Der erste Versuch einer europäischen Besiedlung erfolgte durch die Wikinger unter Leif Eriksson um 1000. Die Siedlung hatte jedoch nicht lange Bestand. Die erste dauerhafte Siedlung gründeten, mit Québec, die Franzosen 1608. Nach mehreren Kriegen zwischen Frankreich und England fielen alle nordamerikanischen Kolonien 1763 an die englische Krone.
1812 bis 1814 kam es zwischen den unabhängigen USA und Großbritanniens verbliebenen Kolonien in Kanada zu einem Krieg. 1867 erhielten die britischen Kolonien eine Verfassung und eine gewisse Eigenständigkeit gegenüber Großbritannien.
Formal erhielt Kanada erst 1982 die vollständige Unabhängigkeit.
Politik
Kanada ist eine Föderation mit zehn Provinzen und drei von der Regierung verwalteten Territorien.
Kanada ist eine repräsentative parlamentarische Demokratie mit einer symbolischen konstitutionellen Monarchie innerhalb des Britischen Commonwealth of Nations.
Das symbolische Staatsoberhaupt ist die britische Königin Elizabeth II., sie wird durch einen Generalgouverneur vertreten.
Der Premierminister ist der liberale Paul Martin.
Das Parlament besteht aus dem demokratisch gewählten Unterhaus und dem Senat, dessen Mitglieder ernannt werden. Die Legislaturperiode dauert fünf Jahre, aber der Premierminister kann das Unterhaus vorzeitig auflösen und Neuwahlen ausrufen.
Außenpolitik
Militär
Hauptartikel: Kanadische Streitkräfte
Provinzen und Territorien
Kanadische Streitkräfte
Hauptartikel: Provinzen und Territorien Kanadas
Kanada ist in 10 Provinzen und 3 Territorien gegliedert. Das sind von West nach Ost:
- Yukon-Territorium (Whitehorse), Territorium
- Nordwest-Territorien (engl. Northwest Territories, fr. Territoires du Nord-Ouest, Yellowknife), Territorium
- Nunavut (Iqaluit), Territorium
- Britisch-Kolumbien (engl. British Columbia, fr. Colombie-Britannique, Victoria)
- Alberta (Edmonton)
- Saskatchewan (Regina)
- Manitoba (Winnipeg)
- Ontario (Toronto)
- Québec (Québec)
- Neubraunschweig (engl. New Brunswick, fr. Nouveau-Brunswick, Fredericton)
- Prinz-Eduard-Insel (engl. Prince Edward Island, fr. Île-du-Prince-Édouard, Charlottetown)
- Neuschottland (engl. Nova Scotia, fr. Nouvelle-Écosse, Halifax)
- Neufundland und Labrador (engl. Newfoundland and Labrador, fr. Terre-Neuve-et-Labrador, Saint John's)
Der Unterschied zwischen kanadischen Provinzen und Territorien besteht darin, dass die Bundesregierung eine direktere Macht auf die Territorien ausübt, während die Provinzen durch eigene Provinzregierungen verwaltet werden.
Wirtschaft
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug im Jahr 2003 preisbereinigt 756,25 Mrd. Euro gegenüber 727,42 Mrd. Euro im Jahr 2002. Damit ist Kanada gemessen am BIP pro Kopf mit 23.909 Euro an achter Stelle in der Welt. Real wuchs das BIP im Jahr 2003 um 2,2 %, ein Jahr zuvor waren es noch 3,4 %. Die Inflationsrate betrug 2003 2,6 %.
Kanada ist Mitglied im NAFTA (North-American Free Trade Agreement) zwischen Kanada, den USA und Mexiko.
Kultur
Das heutige Kanada wird überwiegend durch die europäischen Einflüsse der Pioniere, Forscher, Händler und Fischer aus Großbritannien, Frankreich und Irland geprägt, die ab 1497 den nördlichen Teil des Kontinents erforscht und bald besiedelt haben. Viele ihrer Traditionen bleiben weiterhin Teil von Kanada, etwa ihre Nahrung, Sprache, Erzählungen, Geschichte, Feiertage und Sport. Viele Kanadier können ihre Wurzeln zurück zu diesen Ländern verfolgen und sind stolz auf ihre Herkunft.
Kanada und Großbritannien teilen eine gemeinsame Geschichte und arbeiten durch viele Organisationen wie den Commonwealth, die G-8 und die NATO zusammen. Die beiden Länder teilen das gleiche Staatsoberhaupt und zählen zu den ältesten parlamentarischen Demokratien in der Welt. Großbritannien ist Kanadas drittgrößter Handelspartner und nach den USA auf Platz zwei der ausländischen Touristen, die Kanada besuchen.
Vielfältig sind die kulturellen Überlieferungen der kanadischen Indianer oder der first nations, wie sie sich selbst nennen. Jedes Volk hat seine eigene Kultur, Sprache und Geschichte. Ihre Kultur wurde ausschließlich mündlich übertragen. Verschiedene Stämme schufen einzigartige Kunstwerke wie geflochtene Körbe, gemalte Abbildungen und geschnitzte Tier-Skulpturen. Eine besondere Rolle spielen die Inuit (auch Eskimos genannt) im Norden des Landes. Ihre Kultur ist in besonderem Maße von der Anpassung an die widrigen Klimaverhältnisse geprägt.
Viel dieses kulturellen Vermächtnis wird bis heute in Kanada gefeiert. Das Emblem der Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver ist ein inukshuk (Steinmand'l) aus aufeinander gestapelten Steinen in menschlicher Form, als Symbol für die Inuitkultur.
Seit den 1990er Jahren sind in Kanada viele Asiaten, vorwiegend aus Hongkong, China und Korea, eingewandert. Insbesondere in Vancouver und Toronto bilden sie eine starke nationale Minderheit.
Kanada hat viele namhafte Künstler der Rock- und Popmusik hervorgebracht, z.B. Joni Mitchell, Bryan Adams, Michael Bublé, Leonard Cohen, Céline Dion, Shania Twain, Nelly Furtado, Avril Lavigne, Alanis Morissette, Nickelback, NoMeansNo, Rush, Simple Plan, Skye Sweetnam, Smashing Pumpkins, Sum 41 und Neil Young. Populäre Jazzmusiker sind u. a. Oscar Peterson und Diana Krall.
Zu den bekannten kanadischen Schauspielern gehören Keanu Reeves, Carrie-Anne Moss, Pamela Anderson, Jim Carrey, Michael J. Fox, William Shatner und Mike Myers.
Auf dem Gebiet der klassischen Musik ist der bekannteste Kanadier sicherlich Glenn Gould (1932–1982), der einer breiteren Öffentlichkeit als begnadeter Interpret vor allem der Werke Bachs bekannt ist. Berühmtheit erlangte der damals 22-Jährige im Jahr 1955 mit einer aufsehenerregenden Einspielung der Goldberg-Variationen.
Kanada verfügt über eine reiche, wenn auch junge literarische Tradition. Insbesondere seit den 1960er Jahren genießen Autoren wie Leonard Cohen, Margaret Atwood und Michael Ondaatje auch außerhalb ihrer Landesgrenzen erhebliche Bekanntheit.
Der eigentliche Nationalsport ist Lacrosse, jedoch ist in Kanada auch Eishockey sehr beliebt, was nicht nur den US-amerikanischen Mannschaften in der NHL beim Kampf um den begehrten Stanley Cup bestens bekannt sein dürfte, sondern auch weit über die Grenzen Kanadas hinaus. Außerdem erfreut sich auch Curling großer Beliebtheit.
Siehe auch: Kanadische Literatur, Liste kanadischer Schriftsteller
Umwelt
Der Kohlenstoffdioxidausstoß pro Kopf des Landes gehört zum weltweit höchsten, was an der wirtschaftlichen Ausrichtung und der Größe des Landes liegt. Zum einen wird dort viel geflogen, zum anderen baut die Wirtschaft vor allem auf Holzhandel und Fischfang auf.
Ein großes Problem stellt der Lachsfang auf dem Yukon River dar. In der Vergangenheit waren immer genügend große Lachsbestände vorhanden, mittlerweile musste jedoch der Lachsfang zum Teil schon saisonell verboten werden (Saison 2002). Schuld für das Fehlen der Fischzüge zu den Quellen des Yukon sind US-amerikanische Fischtrawler, welche vor der Mündung des Yukon River großzügig alles abfischen und somit die Rückwanderung und das Ablaichen der Lachse erschweren. Ein Einspruch der Kanadischen Regierung ist nicht zu erwarten, da gefürchtet wird, dass sonst die amerikanischen Kreuzfahrtschiffe auf dem Weg nach Alaska nicht mehr an der kanadischen Küste halt machen. Der Tourismus würde somit in den betroffenen Regionen stark geschädigt.
Ein noch nicht gelöster Konflikt zwischen Interessenvertretern von Naturschutz und Industrie ist die teilweise recht rabiate Tötung von Robben zur Fell- und Fleischgewinnung. Hier gerät Kanada einerseits unter den moralischen Druck der Weltöffentlichkeit, andererseits unter den Druck der neufundländischen Bevölkerung, für welche die Robbenjagd einen notwendigen Nebenverdienst darstellt.
In Kanada gibt es eine Reihe bekannter Nationalparks und Provinzparks (Provicial Parks, z. B. Algonquin Park, Ontario). Siehe Nationalparks in Kanada
Nach einer Studie der Simon Fraser Universität, die auf Betreiben der David Suzuki Foundation durchgeführt wurde, gehört Kanada zu jenen Industrienationen mit der schlechtesten Umweltschutz-Bilanz. So liegt Kanada auf dem 28. Platz von 30 untersuchten Staaten auf dem Gebiet der Ökonomischen Zusammenarbeit und Entwicklung. Auch teilt sich das Land den 30. Rang bei der Produktion von Atommüll und der Kohlenmonoxidemission. Außerdem nimmt man beim Wasserverbrauch den 29. Platz ein. Europäische Staaten wie Schweden, die Schweiz, Dänemark und Deutschland rangieren an der Spitze dieser Umweltbilanz, während Kanada, Belgien und die USA an derem unteren Ende stehen. „The ability of other high-income countries, such as Sweden, to achieve much lower levels of pollution shows it can be done,“ teilte einer der Wissenschaftler in einer Stellungsnahme dazu mit. „There's no excuse - all it requires is a strong commitment from government.“
Portal Kanada
In unserem Portal Kanada findet man weitere Artikel zu Kanada nach Themen sortiert. Auch aktuelle Nachrichten aus Kanada sowie Hinweise, wie man sich an der Arbeit im Wikipedia-Bereich Kanada engagieren kann, sind vorhanden.
Weblinks
- [http://www.canada.ca Offizielle Homepage von Kanada]
- [http://www.kanada.de Die Kanadische Botschaft in Deutschland]
- [http://www.travel-images.com/canada.html Kanada-Bilder]
- [http://www.kanada-studien.de/ Gesellschaft für Kanada-Studien]
- [http://www.weltkarte.com/nordamerika/landkarte-kanada.htm Landkarten und Stadtpläne von Kanada]
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Michigan
Michigan [] ist ein Staat der Vereinigten Staaten von Amerika.
Michigan ist als Geburtsort der Automobilindustrie bekannt, besitzt aber auch eine große Tourismus-Branche. Reiseziele wie Traverse City, Mackinac Island und die gesamte Obere Halbinsel ziehen Sportler und Naturliebhaber aus den ganzen USA und Kanada an. Michigan hat die längste Küste eines US-Bundesstaates mit Ausnahme von Alaska und ist der Bundesstaat mit den meisten Sportbooten.
Geschichte
Einst ein bedeutender Lieferant von Holz, Eisen und Kupfer, wurde Michigan nach Abnahme der natürlichen Ressourcen zu Beginn des 20. Jahrhunderts zum Geburtsort der Autoindustrie. Henry Fords erste Niederlassung in Highland Park, einer Vorstadt von Detroit, kennzeichnete den Beginn einer neuen Ära im Personentransport und änderte das gesellschaftliche Klima der USA dauerhaft. Obwohl noch immer viele Autohersteller ihre Niederlassungen in Detroit haben, hat die Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Vorherrschaft auf diesem Gebiet verloren, da viele Autohersteller die großen Gewerbegebiete verließen und wegen der niedrigeren Löhne neue Niederlassungen in den Südstaaten und im Ausland gründeten.
Frühe europäische Geschichte
- 1622 Etienne Brule und sein Gefährte Grenoble, französische Entdecker, erreichen als wahrscheinlich erste Weiße den Oberen See.
- 1701 Antoine de Lamothe Cadillac und sein Leutnant Alphonse de Tonty gründen an der Stelle des heutigen Detroit einen Außenposten, den sie Fort Pontchartrain nennen.
US-Amerikanische Geschichte
- 1805 Das Michigan-Territorium wird geschaffen. Detroit ist als Regierungssitz vorgesehen, William Hull wird zum Gouverneur ernannt. Detroit wird durch einen Brand zerstört.
- 1812 Nach Ausbruch des Kriegs von 1812 zwingen britische Truppen unter Sir Isaac Brock Brigadegeneral Hulls Armee in Detroit zur Kapitulation und halten Teile Michigans besetzt, bis sie durch den amerikanischen Sieg in der Schlacht auf dem Eriesee im Herbst 1813 zum Rückzug gezwungen werden. Durch die Schlacht am Thames River wird auch die Widerstandskraft der Indianer gebrochen.
- 1835 Erste Verfassungsgebende Versammlung. Steven T. Mason wird erster Gouverneur und beginnt einen Krieg gegen Ohio wegen der Stadt Toledo. In diesem Krieg, der später als Toledo-Krieg bezeichnet wird gewinnt Ohio Toledo, aber Michigan erhält die Obere Halbinsel, die zu dieser Zeit zum Wisconsin-Territorium gehört.
Weitere wichtige geschichtliche Ereignisse
- 26. Januar 1837 Michigan wird 26. Staat der USA
- 1847 Ein Gesetz wird verabschiedet, das Lansing als neue Hauptstadt bestimmt.
- 1957 Die acht Kilometer lange Mackinac Brücke wird am 1. November eröffnet.
- 1974 Gerald R. Ford aus Grand Rapids wird 38. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika
- 1987 Michigan feiert das 150. Jubiläum seiner Aufnahme als Staat der USA.
Politik
- Gouverneurin: Jennifer Granholm
- Liste der Gouverneure von Michigan
Geographie
Liste der Gouverneure von Michigan
Michigan grenzt im Süden an Ohio, Indiana und Illinois, im Südwesten der Oberen Halbinsel an Minnesota und Wisconsin. Daneben grenzt es an den Oberen See, Michigansee, Huronsee und Eriesee.
Michigan besteht aus zwei Halbinseln, der Oberen und der Unteren Halbinsel, die nur durch die Mackinac Brücke verbunden sind. Über 80% der Bevölkerung Michigans leben im südlichsten Drittel der unteren Halbinsel. Die übrigen Gebiete sind dünn besiedelt und teilweise sumpfig.
Das Klima von Michigan nimmt weltweit eine Sonderstellung ein, da es maritim-feucht ist (durch die großen Seen), aber kontinentale Temperaturschwankungen mit sehr heißen Sommern und sehr kalten Wintern aufweist.
Die Obere Halbinsel ist reich an Bodenschätzen wie Eisen, Silber und Kupfer. Es wurden auch kleinere Goldvorkommen entdeckt. Im 19. Jahrhundert dominierte Bergbau die Wirtschaft der oberen Halbinseln. Wegen des Klimas findet man wenig Landwirtschaft auf der Oberen Halbinsel. Der Tourismus ist inzwischen der größte Wirtschaftszweig.
Größte Städte
- Liste der Städte in Michigan
- Liste der Countys in Michigan
Weblinks
- http://www.michigan.gov/ Offizielle Website (engl.)
- [http://www.aktivepolitik.de/infothek/USA_Bundesstaaten_Michigan.htm Geschichte Michigans]
- [http://www.detroitinfo.de Deutsches Forum für Umzug nach und Leben in Metro Detroit, Michigan] Ausführliches deutschsprachiges Stichwortverzeichnis bezüglich aller Belange des täglichen Lebens im Großraum Detroit, MI.
Kategorie:US-Bundesstaat
ja:ミシガン州
ko:미시간 주
Ontario
Ontario ist eine kanadische Provinz. Mit 39% lebt hier der größte Bevölkerungsanteil des Landes. Ottawa, die Hauptstadt von Kanada, liegt ebenfalls in Ontario. Der Name Ontario ist ein irokesiches Wort und bedeutet "schöner See" oder "schönes Wasser".
Geographie
Ontario grenzt im Norden an die Hudson Bay und die Jamesbai, im Osten an Quebec, südlich an die US-amerikanischen Bundesstaaten Minnesota, Michigan, Ohio, Pennsylvania und New York und westlich an die Provinz Manitoba. Die südliche Grenze zu den USA besteht hauptsächlich aus Flüssen und Seen, beginnend mit dem Lake of the Woods. Sie verläuft weiter am Sankt-Lorenz-Strom in der Nähe von Cornwall und den Große Seen.
Es gibt ungefähr 250.000 Seen in der Provinz und zusammen über 100.000 km Flüsse.
Die Hauptstadt der Provinz und zugleich größte Stadt Toronto ist ein wichtiges Gebiet im Ballungsraum um den Ontariosee. Die kanadische Hauptstadt Ottawa liegt weiter im Osten der Provinz am Ottawa-Fluss, welcher auch die Grenze zur Nachbarprovinz Quebec bildet.
Die Provinz besteht geographisch aus drei Hauptregionen:
- das Kanadische Schild nordwestlich und zentral gelegen. Das Land dort ist hauptsächlich unfruchtbar, aber reich an Mineralien. Zudem ist es überzogen mit Flüssen und Seen.
- die sumpfigen und bewaldeten Hudson Bay Lowlands nordöstlich gelegen, und
- das fruchtbare Great Lakes-Saint Lawrence Valley im Süden mit vielen Industrieanlagen und landwirtschaftlich genutzten Gebieten.
Siehe auch: Liste der Gemeinden in Ontario
Geschichte
Bevor die Europäer die Region erreichten, bewohnten Algonkin (Anishinabe, Cree und Algonkin) und Irokesen-Stämme (Irokesen, Wyandot) das Land. Der franzöische Entdecker Étienne Brûlé besuchte das Gebiet in den Jahren 1610 bis 1612. Im Jahr 1611 segelte der Engländer Henry Hudson in die später nach ihm benannte Hudson Bay und erklärte es zum britischen Gebiet.
Samuel de Champlain erreichte 1615 den Huronsee. Zu dieser Zeit begannen französische Missionare kleine Vorposten entlang der Großen Seen zu errichten. Die Irokesen, die eine Allianz mit den Engländern eingegangen waren, gefährdeten aber diese französischen Siedlungen.
Die Engländer errichteten im späten 17. Jahrhundert Handelsposten an der Hudson Bay, mussten aber um ihre Dominanz in Ontario fürchten. Der Pariser Frieden von 1763, welcher den Siebenjährigen Krieg in Europa beendete, führte aber dazu, dass fast alle französischen Gebiete (Neufrankreich) an die Engländer fielen.
1840 wird das anglophone Ontario (Upper Canada) mit dem frankophonen Québec (Lower Canada) zum sich selbst regierenden Kanada vereinigt. Am 1. Juli 1867 wird "Kanada" (die heutigen Provinzen Ontario und Québec) zusammen mit Neuschottland und Neu-Braunschweig zum Dominion of Canada (kanadische Föderation) erhoben.
Siehe auch: Franzosen- und Indianerkrieg
Bevölkerungsaufbau
Die Gesamtbevölkerung der Provinz Ontario verteilt sich wie folgt auf die einzelnen Altersgruppen (Stand: 1. Juli 2003):
Größte Städte
Berühmte Persönlichkeiten aus Ontario
- Politik: Paul Martin
- Musik: Avril Lavigne; Alanis Morissette; Skye Sweetnam; Shania Twain
- Film: James Cameron
- Sport: Wayne Gretzky; Paul Coffey; Adam Oates; Eric Lindros; Adam Copeland
Söhne und Töchter der Stadt
- Gerald Bull, kanadischer Artilleriewissenschaftler
- John Kenneth Galbraith, Ökonom, Sozialkritiker, Präsidentenberater, Romancier und Diplomat
- Mina Benson Hubbard, kanadische Forschungsreisende
Weblinks
- [http://www.gov.on.ca/ Regierung von Ontario] (engl. oder frz.)
- [http://www.itcwebdesigns.com/indexont.htm Webseite über Ontario]
Kategorie:Kanada
Kategorie:Kanadische Provinzen und Territorien
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ja:オンタリオ州
ko:온타리오 주
simple:Ontario
zh-min-nan:Ontario
Quadratkilometer
Quadratmeter ist eine SI-Einheit der Fläche. Sie dient zur Messung von Flächen. Ein Quadratmeter ist ein Flächenmaß und entspricht der Fläche eines Quadrats von 1 Meter Breite mal 1 Meter Länge.
Das Einheitenzeichen für Quadratmeter ist m2. Die oft verwendeten Abkürzungen „qm“ oder „m^2“ sind entsprechend dem SI-Einheitensystem nicht zulässig. Diese Bezeichnung stammt aus der Frühzeit der Schreibmaschine bzw. des Computers, als die hochgestelle '2' noch nicht darstellbar war.
Umgangssprachlich wird der Quadratmeter auch „Meter im Quadrat“ oder „Geviertmeter“ (veraltet) genannt.
Beispiel:
Ein Garten, der 30 m lang und 10 m breit ist, hat eine Fläche von .
Umrechnungen
- 1 m2 = 1.000.000 mm2 (Quadratmillimeter)
- 1 m2 = 10.000 cm2 (Quadratzentimeter)
- 1 m2 = 100 dm2 (Quadratdezimeter)
- 10-28 m2 = 1 b (Barn (in der Kern- und Atomphysik))
- 100 m2 = 1 a (Ar)
- 10.000 m2 = 1 ha (Hektar)
- 1.000.000 m2 = 1 km2 (Quadratkilometer)
Barn, Ar und Hektar sind zugelassene gesetzliche Einheiten im Messwesen mit beschränktem Anwendungsbereich. Das Barn darf nur in Kern- und Atomphysik, Ar und Hektar dürfen nur bei der Angabe der Fläche von Grund- und Flurstücken benutzt werden.
Häufige Abwandlungen der Einheit Quadratmeter
Indem man zwischen Quadrat- und -meter ein entsprechendes SI-Präfix setzt, kann man auch dezimale Vielfache und Teile des Quadratmeter bilden. Der Vorsatz wird dabei gemäß dem internationalen Einheitensystem (SI) direkt vor den Namen oder das Einheitenzeichen der Basiseinheit gesetzt. Quadriert wird folglich die dadurch entstandene Einheit (z. B. Kilometer km); es gibt keinen Milliquadratmeter.
Quadratmillimeter
Ein Quadratmillimeter entspricht der Fläche eines Quadrates von 1 Millimeter mal 1 Millimeter, also 10-6 m²
Das Einheitenzeichen für Quadratmillimeter ist mm2.
Quadratzentimeter
Ein Quadratzentimeter entspricht der Fläche eines Quadrates von 1 Zentimeter mal 1 Zentimeter, also 10−4 m².
Das Einheitenzeichen für Quadratzentimeter ist cm2.
Quadratdezimeter
Ein Quadratdezimeter entspricht der Fläche eines Quadrats von 1 Dezimeter mal 1 Dezimeter.
Das Einheitenzeichen für Quadratdezimeter ist dm2. Umgerechnet entspricht 1 dm2 der Fläche von 0,01 m2 bzw. 100 cm2 bzw. 10.000 mm2.
Quadratkilometer
Ein Quadratkilometer entspricht der Fläche eines Quadrats mit einer Kantenlänge von einem Kilometer.
Das Einheitenzeichen für Quadratkilometer ist km2. Die immer noch oft verwendete Abkürzung qkm entspricht nicht dem Internationalen Einheitensystem, den in Normen festgelegten Empfehlungen des DIN und den deutschen Rechtsvorschriften über gesetzliche Einheiten im Messwesen.
Weblinks
- [http://www.ptb.de/de/wegweiser/einheiten/ Physikalisch-Technische Bundesanstalt, Hüterin der Einheiten]
- http://physics.nist.gov/cuu/Units/index.html (englisch)
Kategorie:SI-Einheit
ja:平方メートル
ko:제곱미터
zh-min-nan:Pêng-hong-kong-chhioh
Michigansee
Der Michigansee [] (engl. Lake Michigan) gehört zur Gruppe der fünf Großen Seen Nordamerikas. Er liegt 176 m über NN, geht bis 281 m Tiefe und hat eine Fläche von 57.800 km². Als einziger der Großen Seen liegt er vollständig in den USA, er grenzt an die US-Bundesstaaten Indiana, Illinois, Wisconsin und Michigan.
Weblinks
- [http://www.lakemichigan.org/ Lake Michigan Federation -Info zum See]
Kategorie:See in den USA
Kategorie:Geographie (USA)
Kategorie:Chicago
zh-min-nan:Michigan Ô·
ja:ミシガン湖
simple:Lake Michigan
Oberer See
Der Obere See (englisch: Lake Superior) ist der größte der fünf Großen Seen Nordamerikas sowie der zweitgrößte See der Erde. Durch ihn verläuft die Grenze zwischen den USA und Kanada. Er liegt auf 184 m über NN, seine Fläche beträgt 82.100 km². Damit ist er der größte Süßwassersee der Erde. Seine größte Tiefe ist 405 m. Der Obere See grenzt im Norden an die Provinz Ontario in Kanada und im Süden an die Staaten Minnesota, Wisconsin und Michigan in den USA. Isle Royale ist die größte Insel im See.
Der Obere See ist der Große See mit der besten Wasserqualität, da im Gegensatz zu den übrigen Seen an seinem Ufer nur wenige Industrieanlagen angesiedelt sind und er nicht von den anderen Seen gespeist wird.
Der See wird von über 200 Flüssen gespeist. Die größten sind der Nipigon River, der St. Louis River, der Pigeon River, der Pic River, der White River, der Michipicoten River und der Kaministiquia River.
Der Oberer See fließt mit dem St. Marys River in den Lake Huron. Die Stromschnellen auf diesem erfordern Sault locks (Schleusen), welche ein Teil des Wasserweges des Großen Sees sind, um Boote über den 25 Fuß hohen Höhenunterschied zum Lake Huron zu heben.
Lake Huron
Kategorie:See in den USA
Kategorie:See in Kanada
Kategorie:Geographie (USA)
Kategorie:Geographie (Kanada)
ja:スペリオル湖
zh-min-nan:Superior Ô·
Eriesee
Der Eriesee (engl. Lake Erie) ist der südlichste der fünf Großen Seen Nordamerikas. Der Name leitet sich von den Erie-Indianern ab.
Durch ihn läuft die Grenze der USA zu Kanada. Er liegt auf 174 m über NN, seine Fläche beträgt 25.700 km² und geht auf 64 m Wassertiefe. Der Zufluss erfolgt über den Huronsee. Über die Niagarafälle entwässert er in den Ontariosee. Der Eriekanal verbindet den See mit dem 580 km südlich gelegenen Hudson River.
1669 entdeckte der Franzose Louis Jolliet den Eriesee und ließ einige Jahre später französische Siedlungen errichten.
Über Theodor Fontanes Ballade "John Maynard" ging er in die deutsche Literatur ein.
Weblinks
- http://www.lyrikwelt.de/gedichte/fontaneg2.htm -- "John Maynard" von Th. Fontane
Kategorie:See in den USA
Kategorie:See in Kanada
Kategorie:Geographie (USA)
Kategorie:Geographie (Kanada)
ja:エリー湖
GeorgsbuchtDie Georgsbucht (Georgian Bay) ist eine große Bucht in Nordamerika, die vom Hauptteil des Huronsees im Nordwesten durch die Manitoulin-Insel und im Südwesten durch die Bruce Halbinsel abgeteilt ist. Sie gehört zur kanadischen Provinz Ontario.
Die Georgsbucht ist etwa 320 km lang und 80 km breit. Sie bedeckt eine Fläche von 15.000 Quadratkilometern und ist somit fast ebenso groß wie der Huronsee selbst. Die Bucht liegt am Südrand des Kanadischen Schilds, das durch den Rückgang der Gletscher zum Ende der letzten Eiszeit vor rund 11.000 Jahren geprägt worden ist.
Ärchäologische Funde weisen menschliche Besiedlung der südlichen Regionen des Kanadischen Schildes aus der Zeit des 7._Jahrtausend_v._Chr. nach. Zur Zeit der ersten europäischen Einwanderung im 17. Jahrhundert lebten hier die Naturvölker der Ojibwa und Ottawa, die sich selbst als Anishinabe bezeichneten, entlang des Nord- und Ostufers der Bucht. Die Huronen (oder Wyandot) und Irokesen (oder Haudenosaunee) besiedelten das Land südlich der Bucht.
Die ersten Europäer in dieser Region waren die französischen Entdecker Samuel de Champlain und Étienne Brûlé im 17. Jahrhundert. Französische Jesuiten errichteten im Jahr 1649 die Mission Sainte-Marie among the Hurons, Ontarios erste europäische Siedlung, an der Stelle der heutigen Gemeinde Midland in Ontario.
Die Georgsbucht wurde zum ersten Mal kartiert im Jahr 1815 von dem Kommandanten William Fitzwilliam Owen, der die Bucht "Lake Manitoulin" nannte. Im Jahr 1822 bekam sie von Kommandant Henry Bayfield ihren heutigen Namen zu Ehren von König George IV.
In der Georgsbucht liegen zehntausende von Inseln, die den Namen "Thirty Thousand Islands" (Dreißigtausend Inseln) tragen, einschließlich der größeren Parry Insel und der Christian Insel. Die Insel Manitoulin am nördlichen Ende der Bucht ist die größte Insel der Erde in einem See.
Kategorie:Bucht
Kategorie:Geographie (Kanada)
ja:ジョージア湾
Ontariosee
Der Ontariosee (auch Ontario-See, engl. Lake Ontario) ist der kleinste der fünf Großen Seen Nordamerikas (Oberer See, Michigan-, Huron-, Erie- und Ontariosee) welche sämtlich miteinander durch Flussläufe verbunden sind.
Durch ihn läuft die Grenze der USA zu Kanada. Er liegt auf 75 m über NN, seine Fläche beträgt 18.960 km² und geht auf 244 m Wassertiefe. Der Hauptzufluss erfolgt über die Niagarafälle aus dem Eriesee und der Abfluss über den Sankt-Lorenz-Strom. Andere Flüsse wie der Trent River, der Genesee River, der Oswego River und der Salmon River fließen in den See.
Das Wasser aus diesem See wird auch für die Trinkwasserversorgung und zur Kühlung von Bürogebäuden in der Stadt Toronto verwendet (siehe DLWC).
Wie bei den anderen Großen Seen Nordamerikas sind auch beim Ontariosee die Gezeiten - anders als bei allen übrigen Süßwassergewässern - bemerkbar.
Gezeiten
Kategorie:See in Kanada
Kategorie:See in den USA
Kategorie:Geographie (USA)
Kategorie:Geographie (Kanada)
ja:オンタリオ湖
KlimageschichteAls Klimageschichte der Erde bezeichnet man den Ablauf von Wetter- und Klimageschehnissen in der Vergangenheit. Je nach Betrachtungszeitraum geht es um wenige Jahrzehnte oder auch um mehrere Jahrmilliarden. Die Wissenschaft, die es sich zur Aufgabe gemacht hat die Klimageschichte zu erforschen, bezeichnet man als Paläoklimatologie.
Genaue und als relativ zuverlässig geltende Messdaten sind nur aus der jüngsten erdgeschichtlichen Vergangenheit der letzten etwa 150 Jahre verfügbar. Informationen über das Klima der Erde vor diesem Zeitpunkt müssen generell als wesentlich unsicherer eingestuft werden. Informationen, die weiter als etwa 10.000 Jahre in die Vergangenheit reichen, sind sehr unsicher und teilweise nur Theorien.
Datengewinnung
Ältere Klimaereignisse können nur anhand von indirekten Daten bestimmt werden. Dazu eignen sich verschiedene Klimaarchive wie die Dendrochronologie (Baumringanalyse), die Untersuchung von Sedimenten (hauptsächlich von Ablagerungen in Seen und Ozeanen), Eisbohrkernen und Korallen sowie die Auswertung historischer Darstellungen und Chroniken. Um diesen „Archiven“ ihre Daten zu entlocken bedient man sich der unterschiedlichsten Methoden. So können an organischen Resten mit der Radiokarbonmethode Messungen zum Gehalt an Kohlenstoff-Isotopen durchgeführt werden, was der Altersbestimmung dient. An fossilen Schalentieren und an Eisbohrkernen lassen sich Sauerstoff-Isotopen-Verhältnisse bestimmen. Das Isotop Beryllium10 kann zur Ermittlung der früheren Sonneneinstrahlung genutzt werden. Mittels der Pollen- und auch der Diatomeenanalyse lassen sich frühere ökologische Bedingungen rekonstruieren.
Frühe Klimageschichte
Diatomeen
Die Klimageschichte beginnt mit der Entstehung der Erde vor etwa 4,6 Milliarden Jahren. Im Anfangsstadium der Erde traten enorme Energien und eine extrem starke Hitze auf der Erdoberfläche auf. Die bodennahe Temperatur betrug kurz nach der Entstehung etwa 180 °C. Die Abkühlung dauerte sehr lange, vor 4 Milliarden Jahren unterschritt die Temperatur das erste Mal die 100°C-Grenze. Das Klima in dieser Zeit war daher neben der enormen Hitze auch sehr trocken. So gab es noch keine Meere, Niederschläge oder sonstiges flüssiges Wasser auf der Erde und die Zusammensetzung der reduzierenden Uratmosphäre unterschied sich stark von der heutigen Erdatmosphäre.
Mit der fortschreitenden Abkühlung erreichte der Wasserdampf zum ersten Mal in der Geschichte der Erde seinen Kondensationspunkt, so dass sich füssiges Wasser bilden konnte. Ohne flüssiges Wasser wäre die Entstehung von Leben auf der Erde wohl unmöglich gewesen.
Nachdem das erste Wasser kondensiert war, entstand allmählich der Wasserkreislauf und damit die Hydrosphäre. Die ältesten Anzeichen für Ozeane auf unserer Erde sind in Gesteinen vorhanden, die inzwischen ein Alter von 3,2 Milliarden Jahren erreicht haben.
Vor 2,6 Milliarden Jahren bildete sich durch die Aktivität von Cyanobakterien der erste Sauerstoff in der Uratmosphäre und erreichte vor circa 2,2 Milliarden Jahren signifikante Konzentrationen. Der Wasserdampf kondensierte größtenteils und wurde als Wasser in Meeren und Seen gebunden. Mit dem Wasserdampf verschwand auch ein großer Teil des Kohlendioxids aus der Atmosphäre. Er wurde durch die Cyanobakterien verbraucht, die ihn im Zuge der Photosynthese als Kohlenstoffquelle nutzten. Der Kohlenstoff wurde dem normalen Kreislauf entzogen, weil die Cyanobakterien nicht von anderen Organismen verstoffwechselt wurden, sondern sich am Meeresboden absetzten, wo sie fein verteilt in den Sedimenten als Stromatolithe fossilisierten. Erst dadurch war der Aufbau einer oxidierenden Sauerstoffatmosphäre möglich, wobei über einen langen Zeitraum keine wesentlichen Konzentrationssteigerungen auftraten, da der freigesetzte Sauerstoff zunächst nur Eisenverbindungen oxidierte. Dies resultierte in großen Ablagerungen so genannter Bändererze, welche auch heute noch erhalten sind und intensiv abgebaut werden. Nachdem die Sauerstoffkonzentrationen in der Atmosphäre schließlich vergleichsweise anstiegen, wurde auch aerobes Leben auf der Erde möglich. Die Veränderung der Konzentration der Klimagase und ihrer Zusammensetzung veränderte zudem den Strahlungshaushalt der Erde und brachte den Treibhauseffekt in Gang, der die Erde seitdem erwärmt.
Bild:Erdzeitalter.jpg
Dieser sehr frühe Teil der Klimageschichte wird in vier Teile aufgeteilt. Das Präkambrium beschreibt dabei den größten Zeitraum von etwa 0,57 bis 3,8 Milliarden Jahren. Er ist bisher noch relativ schlecht rekonstruiert, was an den wenigen Daten liegt, die es heute zu diesem Erdzeitalter gibt. Trotzdem ist der frühe Teil der Klimageschichte besonders interessant, da in ihm die ersten Eiszeitalter lagen. Das erste von ihnen liegt etwa 2,3 Milliarden Jahre zurück. Etwa ab dieser Zeit ist es heute möglich, das Klima genügend zu rekonstruieren. Dies gelingt vor allem durch die Analyse von Sedimenten.
Methanhypothese
Eiszeit
In der Frühzeit der Erde betrug die Leuchtkraft der Sonne nur 70 Prozent des heutigen Wertes. Dies hätte nicht ausgereicht, um eine globale Vereisung zu verhindern. Geologische Hinweise sprechen sogar eher für eine höhere Erdtemperatur als im Mittel der letzten 100.000 Jahre.
Zur Erklärung dieser Erwärmung wird in der Wissenschaft der atmosphärische Treibhauseffekt diskutiert:
- Ammoniak ist zwar eines der effektivsten Treibhausgase, wird aber in der Atmosphäre schnell durch UV-Strahlen zerstört, die im Zeitraum vor 2,3 Milliarden Jahren auf Grund des fehlenden Ozons ungehindert die Erde erreichen konnten.
- Kohlenstoffdioxid gelangte durch den Vulkanismus in die Erdatmosphäre. In Abwesenheit von Sauerstoff reagiert allerdings CO2 mit Eisenoxid zu Siderit (Eisencarbonat). Diese Reaktion würde bei einer Konzentration von 3.040 ml/m³ einsetzen. In den Gesteinsschichten aus der Zeit von 2,2 bis 2,8 Milliarden Jahren ist jedoch kein Siderit zu finden. Die CO2-Konzentration muss damals also niedriger gewesen sein und hätte damit nicht ausgereicht, eine globale Vereisung zu verhindern.
- Die favorisierte Methanhypothese besagt, dass im Zeitraum vor 2,3 Milliarden (Beginn der Sauerstoff bildenden Photosynthese) das Treibhausgas Methan die notwendige Erwärmung verursachte, gebildet durch anaerobe Archaebakterien.
Ohne eine oxidierende Erdatmosphäre, die Methan zu Kohlenstoffdioxid und Kohlenstoffmonoxid verwandeln würde, könnte die Verweildauer des Methans in der Erdatmosphäre 10.000 Jahre betragen, während sie heute in etwa bei 10 Jahren liegt. Viele Methangärer benötigen Wasserstoffgas und CO2, die von Vulkanen ausgestoßen werden, zum Aufbau ihrer Strukturen und als Energiequelle. Die Methanbildner bevorzugen heute eine Umgebungstemperatur von über 40 °C. Je wärmer also die Erde durch das Treibhausgas Methan wurde, um so besser konnten sie sich vermehren und um so mehr Methan wurde gebildet, so dass die globale Erwärmung Werte hätte erreichen müssen, bei welchen höheres Leben nicht möglich gewesen wäre. Da Methan aber durch Sonnenlicht zu längerkettigen Kohlenwasserstoffen reagiert, die sich an Staubpartikel in der Luft anlagern, entstand in großer Höhe ein Dunstschleier, der die weitere Erwärmung verhinderte. Vor 2,3 Milliarden Jahren kam es allerdings zu einer globalen Vereisung. Ältere Gesteinsschichten enthalten Pyrit und Uranit, die sich nur in Abwesenheit von Sauerstoff bilden können, danach tauchen Schichten mit Hämatit auf, einem Eisenoxid. Dies ist ein Hinweis, dass in größeren Mengen Sauerstoff - offenbar gebildet durch Photosynthese - in die Atmosphäre gelangte. Da für die Methangärer und andere anaerobe Organismen Sauerstoff giftig ist, starben sie entweder aus oder besiedelten die sauerstofffreien ökologischen Nischen am Boden der Tiefsee und in Sümpfen (siehe auch Kohlenstoffzyklus). Der Rückgang der Methangärer und die Oxidation des Methans durch Sauerstoff führte zu einer Verminderung des Methangehalts der Atmosphäre und damit zu einer Verminderung des Treibhauseffektes.
Eiszeitalter
Ein Eiszeitalter ist sehr einfach ausgedrückt eine Zeitepoche, in der es auf unserer Erde vereiste Pole gab beziehungsweise gibt. Heute können wir uns eine Erde ohne Eis nicht vorstellen. Der Großteil der Klimageschichte waren jedoch Warmzeiten, das heißt, unsere Erde war ausgenommen von manchen Hochgebirgen nahezu eisfrei. Sie machen etwa 80 bis 90 Prozent der Erdgeschichte aus. Das bedeutet, dass sich unsere Erde heute, in unserem jetzigen Eiszeitalter, in einer relativen „Ausnahmesituation“ befindet, da Warmzeiten – auch akryogenes (nicht eisbildenes) Warmklima genannt – der eigentliche „Normalzustand“ der Erde sind.
Im ersten Eiszeitalter gab es – wie im heutigen ebenfalls – auf beiden Erdhalbkugeln Eis, wohingegen das darauf folgende Eiszeitalter (vor 950 Millionen Jahren) nur eine Erdhalbkugel mit Eis erfasste. Das erste und wahrscheinlich auch die nächsten Eiszeitalter waren im Vergleich zu den späteren sehr trocken, es gab also nicht so viele Niederschläge. Doch ist dies nicht mit absoluter Sicherheit zu sagen, da die Informationen darüber zu spärlich sind.
Das erste Eiszeitalter, das etwa vor 2,3 Milliarden Jahren begann und etwa 300 Millionen Jahre anhielt, nennt man heute „Archaisches Eiszeitalter“. Regional hat dieses Eiszeitalter andere Namen, beispielsweise wird es in Nordamerika „Huronische Eiszeit" genannt, nach dem Huronsee, in dessen Gesteinsschichten man es gut erkennen kann. Diese Bezeichnung trifft jedoch nicht genau, da der Begriff „Eiszeit“ eine besonders kalte Periode innerhalb eines Eiszeitalters beschreibt.
Das zweite Eiszeitalter in der Erdgeschichte ließ relativ lange auf sich warten. Erst vor 950 Millionen Jahren, also fast 1 Milliarde Jahre später, war es wieder so weit, dass sich erneut Eis auf der Erde bildete. Dieses Eiszeitalter nennt man „Algonkisches Eiszeitalter“ oder auch „Griesjö-Vereisung“. Damals war nur ein Pol der Erde mit Eis bedeckt und an diesem Pol lag das heutige Europa. Zumindest gibt es nur in Europa Hinweise auf dieses Eiszeitalter durch Spuren von Eisbewegungen in den Gesteinen.
Die nächsten Eiszeitalter folgten nach einer Warmzeit vor 750 Millionen Jahren und reichten bis in den Zeitraum vor 620 Millionen Jahren. Diese beiden Eiszeitalter traten in relativ kurzen Abstand auf und waren beide bipolar, das bedeutet, dass sie auf beiden Erdhalbkugeln Eis entstehen ließen. Man bezeichnet sie als „Sturtische Vereisung“ und „Varanger-Vereisung“, zusammen als „Eokambrisches Eiszeitalter“.
Das darauf folgende Eiszeitalter begann vor 440 Millionen Jahren. Dieses höchstwahrscheinlich nur recht schwache Eiszeitalter beschränkte sich vermutlich nur auf das Gebiet der heutigen Sahara und wird daher vereinzelt „Sahara-Vereisung“ genannt. Offiziell heißt es jedoch „Silur-Ordovizisches Eiszeitalter“. Einige Wissenschaftler spekulieren vage, ob es sich eventuell doch auch über Südamerika und Südafrika ausbreitete.
Die beiden folgenden Eiszeitalter waren wieder stärker ausgeprägt als das „Silur-Ordovizische“. Vor 280 Millionen Jahren entstand das „Permokarbonische Eiszeitalter“, auch als „Gondwana-Vereisung“ bekannt. Das letzte Eiszeitalter hält bis heute schon seit etwa 2 bis 3 Millionen Jahren an. Es wird „Quartäres Eiszeitalter“ genannt und ist verständlicherweise mit Abstand am besten erforscht. Zu dieser jüngsten Periode der Erdgeschichte lässt sich in verschiedenen Klimaarchiven eine Fülle von Daten über das Klima finden.
Das aktuelle Eiszeitalter
Klimaarchiv
Vor etwa 2 bis 3 Millionen Jahren begann unser jetziges Eiszeitalter, das Quartär. Wir befinden uns heute noch mitten darin, und es wird noch einige Millionen Jahre dauern, bis es vorüber ist. Vor etwa 3,2 Millionen Jahren, so belegen es zumindest Tiefseesedimente, fiel die Temperatur stark ab. Dieses Absinken der Temperatur wird von vielen Wissenschaftlern als der Anfang des Quartärs angesehen. Indessen bedeutete der Beginn dieses Eiszeitalters nicht, dass sich sofort Eis auf der Erde bildete. Dies geschah erst mit einiger Verzögerung.
Schaut man auf den Temperaturverlauf in den letzten 1 Millionen Jahren, also innerhalb des Quartärs, so fallen in diesem Zeitraum starke Temperaturschwankungen auf, die in Zyklen von etwa 100.000 Jahren auftreten. Die Phasen der „relativ“ geringen Temperaturschwankungen auf höherem oder niedrigeren Niveau in einem Eiszeitalter nennt man Warm- beziehungsweise Kaltzeiten. Heute befinden wir uns in einer Warmzeit innerhalb des jüngsten Eiszeitalters.
Hervorgehoben sei dabei die Relativität. Gemessen an der Klimageschichte der letzten 100 Millionen Jahre ist es derzeit kalt, da wir uns eben im Quartären Eiszeitalter bewegen. Innerhalb dieses Eiszeitalters ist es derzeit relativ warm, weil wir uns seit etwa 11.000 Jahren in einer Warmzeit des Eiszeitalters befinden.
Allein in den letzten 500.000 Jahren gab es eine Vielzahl inzwischen gut untersuchter Warm- und Kaltzeiten:
- ab etwa 450.000 Jahren: Waal-Warmzeit
- ab etwa 400.000 Jahren: Günz-Kaltzeit
- ab etwa 350.000 Jahren: Cromer-Warmzeit
- ab etwa 320.000 Jahren: Mindel-Kaltzeit
- ab etwa 270.000 Jahren: Saale-Warmzeit
- ab etwa 200.000 Jahren: Riß-Kaltzeit
- ab etwa 125.000 Jahren: Eem-Warmzeit
- ab etwa 70.000 Jahren: Würm-Kaltzeit
- seit etwa 11.000 Jahren: Neo-Warmzeit
Auch bei diesen Warm- und Kaltzeiten gibt es wieder das Problem der Namensverwirrung. Die derzeitige Neo-Warmzeit wird von den Geologen als „Holozän" und von den Geografen als „Postglazial“ bezeichnet. Meist gibt es verschiedene Bezeichnungen in verschiedenen Regionen, beispielsweise auch bei der Würm-Kaltzeit. In Norddeutschland wird sie „Weichsel-Zeit“, in England als „Devension“, in Russland als „Valdai“ und in Nordamerika als „Wisconsin“ bezeichnet.
Die unterschiedlichen Temperaturlevels innerhalb der Warm- und Kaltzeiten werden als „Stadiale“ für relativ kalte Zeiten und als „Interstadiale“ für relativ warme Zeiten bezeichnet. Allein in der Würm-Kaltzeit gab es drei Stadiale, etwa vor 60.000, 40.000 und 18.000 Jahren. Damals wich die Temperatur zwar nur um etwa 4 bis 5 °C nach unten von unserer heutigen Erdmitteltemperatur ab, was jedoch dazu führte, dass sich etwa dreimal soviel Eis wie heute bilden konnte. Vor 18.000 Jahren hatte dies zur Auswirkung, dass der Meeresspiegel um etwa 135 Meter niedriger lag als heute. Der Golfstrom wurde dadurch stark abgeschwächt, und die Nordsee verschwand fast ganz. Nur in den Tropen blieb das Klima ähnlich wie vorher. Damals lag die Januarmitteltemperatur bei uns etwa bei -20 °C, heute bei 0,3 °C. Auf die Tierwelt hatte dies große Auswirkungen. In Norddeutschland war zu dieser Zeit beispielsweise der Eisbär heimisch.
Dies zeigt, dass auch ein noch so strenger Winter heute nicht vergleichbar mit einer Kaltzeit ist. Der Umschwung der Würm-Kaltzeit zur heutigen Neo-Warmzeit wird von den Wissenschaftlern als eine abrupte Klimaveränderung gesehen, obwohl er sich im Laufe mehrerer Tausend Jahre (vor 15.000 bis vor 7.000 Jahren) vollzog. Offiziell wird der Wechsel zwischen der Kalt- und der Warmzeit auf 11.000 Jahre vor heute datiert.
Beitrag der Korallenriffe zur letzten Temperaturerhöhung
Im Zeitraum von vor 16.000 bis 10.000 Jahren vor unserer Zeit
- stieg die Temperatur in der Antarktis von –8 °C auf etwas unter 0 °C an;
- stieg der Kohlenstoffdioxidgehalt der Erdatmosphäre von 180 ml/m³ auf 260 ml/m³, wobei ein Anteil dieser Erhöhung auf die mit steigender Temperatur geringere Löslichkeit von Kohlenstoffdioxid in den Meeren zurückgeht;
- stieg der Meeresspiegel um 100 Meter.
Vor ungefähr 10.000 Jahren waren auch die Regionen überflutet, in welchen Korallenriffe existieren konnten. Diese benötigen eine relativ hohe Wassertemperatur und flaches, lichtdurchflutetes Wasser. Die Korallen hatten in der Zeit von 9.000 bis 6.000 Jahren ihre Blütezeit. Ihre Wachstumsgeschwindigkeit und der weitere Anstieg des Meeresspiegels um 20 Meter hielten sich gerade die Waage. (Heute hat die Wachstumsgeschwindigkeit der Korallenriffe stark abgenommen, weil der Meeresspiegel kaum noch steigt.) Da bei der Ausfällung des Kalkgehäuses der Korallen Kohlenstoffdioxid frei wird (siehe Kohlenstoffzyklus), wurde der Kohlendioxidgehalt in den vergangenen 14.000 Jahren nach Schätzungen von Wissenschaftlern durch die Korallenriffe um etwa 50 ml/m³ erhöht. Es wird vermutet, dass kalkbildendes Plankton einen ebenso hohen Anteil an der CO2-Erhöhung der Atmosphäre hat wie die Korallen.
Die aktuelle Warmzeit
Plankton
Auch in unserer aktuellen Neo-Warmzeit, dem Holozän, gibt es noch viele relative Klimaveränderungen. Schon die letzten 11.000 Jahre, die die Neo-Warmzeit nun schon anhält, sind für die Menschheit ein riesiger Zeitraum. Nun, da wir uns immer mehr der Jetzt-Zeit nähern, wird die Rekonstruktion des Klimas immer detaillierter und vielfältiger. Trotzdem sind die ersten drei Viertel des Holozäns noch weitgehend unerforscht. Erst mit der Entwicklung der ersten Hochkulturen wird die Beobachtung genauer. Forschungen in der Sahara und Seebodenuntersuchungen im Mittelmeer ergaben, dass in Nordafrika vor etwa 10.000 Jahren nicht die heutige Wüste vorherrschend war, sondern eine Grassavanne, die von einer Vielzahl von Tieren bevölkert war und auch Menschen Lebensraum bot. Davon zeugen fossile Pflanzen ebenso wie Fels- und Höhlenmalereien. Eine These geht von einer zyklischen Begrünung der Wüstengebiete Nordafrikas aus, deren Zykluszeit etwa 22.000 Jahre beträgt. Demzufolge ist eine stetige langfristige Änderung des Klimas Teil eines natürlichen Zyklus, in dem es „Gewinner und Verlierer" gibt.
Wie schon erwähnt verlief der Wechsel von der letzten Kaltzeit zur aktuellen Warmzeit relativ schnell, trotzdem aber über mehrere tausend Jahre hinweg. Dies hing vor allem damit zusammen, dass die großen Eisschilde nicht so schnell schmelzen konnten. Das skandinavische Eisschild war etwa vor 7.000 Jahren verschwunden und war damit im Vergleich zu den Schilden in Nordamerika und Nordasien relativ schnell abgeschmolzen. Das Laurentische Eisschild in Nordamerika war erst vor 4.000 Jahren völlig aufgelöst. Würde man heute versuchen, den Antarktischen Eisschild ähnlich schnell zu schmelzen, würde dies mindestens 15.000 Jahre dauern.
Vor etwa 4.000 bis 8.000 Jahren hatte unsere heutige Neo-Warmzeit ihren Höhepunkt überschritten. Daher bewegen wir uns momentan sehr langsam auf die nächste Kaltzeit zu. Allerdings ist diese Bewegung so langsam, dass die Temperatur über eine Zeit von tausend Jahren nur rund 0,1 °C abnimmt. Diese geringe Veränderung wird jedoch von so vielen anderen Einflüssen auf das Klima überdeckt, sodass sie praktisch nur noch über eine sehr lange Zeit im Mittel erkannt werden kann. Auch diese überlagernden Veränderungen haben im Durchschnitt auf einer großen Fläche, etwa über die Südhemisphäre, nicht mehr als etwa 1 °C Temperaturanstieg oder -abstieg zu verzeichnen.
Das „holozäne Hauptoptimum“, also der Höhepunkt, wird in zwei wärmste Phasen aufgeteilt, die eine vor etwa 6.500 Jahren, am Anfang des sogenannten „Atlantikums“, und die zweite am Ende des „Atlantikums“, etwa vor 4.500 Jahren. Genau in dieser Zeit des „Atlantikums“ wurden die Menschen zum ersten Mal sesshaft und begannen, Ackerbau und Viehzucht zu betreiben.
Eventuell ist es Zufall: Damals entstanden auch die ersten Hochkulturen in Mesopotamien und Ägypten. Heute kann man sich kaum vorstellen, wie dies in solch trockenen Gegenden vor sich gehen konnte. Untersuchungen haben aber ergeben, dass in dieser Zeit dort ein sehr niederschlagsreiches Klima herrschte. Auf Satellitenbildern wurden dort sehr umfangreiche alte Flusssysteme entdeckt, was diese Theorie unterstreicht.
Auch im weiteren Verlauf der Geschichte gab es viele Veränderungen in oft noch viel kleineren Zeiträumen und mit starker Auswirkung. In dieser Hinsicht werden die Begriffe „glazial“ und „interglazial“ genannt. Sie bezeichnen eine relativ warme (interglazial) beziehungsweise relativ kalte Phase (glazial) über verschieden große Regionen der Erde.
Außerdem unterscheidet man noch die beiden Begriffe „pluvial“ (relativ niederschlagsreiche Phase) und „interpluvial“ (relativ trockene Phase). Dies ist notwendig, da in der Geschichte die Temperatur- und Niederschlagsschwankungen nicht immer parallel verliefen. Vor etwa 2.000 Jahren gab es, in der Zeit zwischen etwa 500 vor und 500 Jahre nach Chr., das „Optimum der Römerzeit“. Als diese Klimaepoche langsam zu Ende ging und sich das Klima verschlechterte, kam die Zeit der großen germanischen Völkerwanderungen (etwa um 370 bis 570 n. Chr.). Eventuell ist es auch nur Zufall, doch gibt es viele solcher Parallelen zwischen Klima- und Menschheitsgeschichte.
Nach dieser relativ „schlechten“ Zeit für die Menschheit entwickelte sich wieder eine wärmere Epoche. Ab etwa 800 n. Chr. folgte das Mittelalterliche Optimum. Anfangs hielt sich der Niederschlag noch in Grenzen, was sich gegen Ende dieser Phase änderte, als die Niederschlagsraten stark anstiegen. Aus dieser Zeit stammen auch viele deutsche Ortsnamen, die auf Weinanbau hinweisen und wo heute der Weinanbau lange nicht mehr möglich ist. In dieser Zeit war es etwa 0,5 °C wärmer als heute.
Auf dieses Optimum folgte wieder eine Klimawende. Das Weltklima kühlte sich relativ stark um etwa 1 °C ab. Von den Engländern wird diese Zeitepoche übertrieben „Little Ice Age" genannt. Ein weiteres Beispiel für die Zusammenhänge zwischen Menschheitsgeschichte und Klimageschichte geben uns die Normannen. 982 n. Chr. ließen sie sich das erste Mal auf Grönland nieder und besiedelten diese Insel erfolgreich über 200 Jahre. Als jedoch die Klimawende eintrat, nahm die Besiedelung der Insel ein jähes Ende. Etwa um 1500 wurde die letzte Siedlung der Normannen auf Grönland aufgegeben. Sicherlich spielte dabei die Klimawende eine große Rolle, auch wenn es für diesen Zusammenhang noch keine letzten Beweise gibt.
Festzuhalten bleibt, dass wir uns nun in einer relativ warmen Phase einer Warmzeit befinden, die wiederum Bestandteil eines Eiszeitalters ist.
Es wird vermutet, dass in jüngster Zeit die Menschen den natürlichen Treibhauseffekt verstärken und damit einen Einfluss auf das Klima und damit die Klimageschichte ausüben.
Siehe auch
Entwicklung der Erdatmosphäre, Chemische Evolution, Geologische Zeitskala, Eiszeit, Klima, Klimawandel, Klimaschutzpolitik, Globale Erwärmung, Treibhauseffekt, Ozonloch, Biologische Evolution,
Literatur
- Rüdiger Glaser: Klimageschichte Mitteleuropas: 1000 Jahre Wetter, Klima, Katastrophen. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 2001. ISBN 3-534-14687-5
- Christian-Dietrich Schönwiese: Klima im Wandel, Tatsachen, Irrtümer, Risiken. Deutsche-Verlags-Anstalt GmbH, 1992. ISBN 3421027641
- Christian Pfister: Wetternachhersage. 500 Jahre Klimavariationen und Naturkatastrophen (1496 - 1995). Bern unter anderem Haupt, 1999. ISBN 325805696X
- Kurt Brunner: Ein buntes Klimaarchiv - Malerei, Graphik und Kartographie als Klimazeugen. Naturwissenschaftliche Rundschau 56(4), S. 181 - 186 (2003),
- Manfred Vasold: Die Eruptionen des Laki von 1783/84. Ein Beitrag zur deutschen Klimageschichte. Naturwissenschaftliche Rundschau 57(11), S. 602 - 608 (2004),
- Werner Aeschbach-Hertig: Klimaarchiv im Grundwasser. Physik in unserer Zeit 33(4), S. 160 - 166 (2002),
- Christian Pfister: Klimageschichte der Schweiz 1525-1860. Das Klima der Schweiz von 1525-1860 und seine Bedeutung in der Geschichte von Bevölkerung und Landwirtschaft. Bern: Paul Haupt 1988 (=Academica Helvetica 6).
- Christian-D. Schönwiese: Globaler und regionaler Klimawandel - Indizien der Vergangenheit, Modelle der Zukunft. Umweltwissenschaften und Schadstoff-Forschung 17(3), S. 171 - 175 (2005),
- Jörg F.W. Negendank: Gehen wir in eine neue Kaltzeit?. Umweltwissenschaften und Schadstoff-Forschung 17(4), S. 242 - 247 (2005),
Weblinks
- [http://www.klimaentwicklung.de Klimaentwicklung]
- [http://www.hamburger-bildungsserver.de/klima/klimawandel/klimageschichte/ globale Klimageschichte]
- [http://www.klimageschichte.de Klima - Umwelt - Mensch 1500 - 1800]
- [http://eagle.icbm.uni-oldenburg.de/~mbgc/Rolf/Einblick.pdf Klimageschichte des Mittelmeers (pdf)]
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zh-min-nan:Category:Canada tē-lí Salvage PathwayBeim Salvage Pathway werden, die beim Abbau der Nukleotide entstehenden Purinbasen (Adenin, Guanin, Hypoxanthin) wiederverwendet.
Eine andere Möglichkeit der Zelle zum Aufbau von Nukleotiden liegt in der De-novo-Biosynthese.
Verfahren
Die freie Purinbase wird unter Abspaltung von Pyrophosphat an ein Ribosephosphat von PRPP (Phosphoribosyl-Pyrophosphat) gebunden.
Kategorie:Genetik
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