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| Hypozentrum |
HypozentrumDas Hypozentrum (von gr. "hypo" = "unter", "darunter", auch Bebenherd) ist der Punkt, von dem ein Erdbeben ausgeht. Es ist charakterisiert durch das Epizentrum und seine Tiefe unter der Erdoberfläche.
Die genaue Lage lässt sich durch Untersuchung der Erdbebenwellen an über die Erde verteilten seismologischen Stationen bestimmen. Die räumliche Definition des Hypozentrums findet eine Begrenzung in der Tatsache, dass Erdbeben oft nicht von Punkten sondern von Bruchlinien ausgehen. Der Herd wird jedoch meist im Mittelpunkt der Bruchzone angenommen. Er wird auch als "seismische Quelle" bezeichnet.
Daneben hat Hypozentrum neuerdings auch die Bedeutung von Ground Zero, dem Ort, über dem eine Bombe oder ein großer Meteoroid explodiert (z.B. beim Tunguska-Ereignis).
Kategorie:Geologie
ErdbebenAls Erdbeben wird die Erschütterung der Erde bezeichnet. Dies ist die Folge eines plötzlichen, meist nur wenige Sekunden andauernden Bruches des die Erdkruste aufbauenden Gesteins und der dadurch freigesetzten Energie, die sich in Form von seismischen Wellen durch die Erde ausbreitet. Der Ort des Bruches wird auch Erdbebenherd genannt und dessen Position in der Tiefe als Hypozentrum bezeichnet. Die zur Darstellung in Landkarten verwendete Projektion des Herdes auf die Erdoberfläche wird Epizentrum genannt. Nach internationaler Übereinkunft wird dabei der Beginn des Bruches angegeben, welcher sich aber über mehrere Kilometer erstrecken kann und in seiner Gesamtheit als Herdfläche bezeichnet wird. Unterseeische Erdbeben werden fälschlicherweise auch als Seebeben bezeichnet.
Die Wissenschaft, die sich mit Erdbeben befasst, heißt Seismologie. Erdbeben sind Naturereignisse, aber wenn dabei jemand zu Schaden kommt nennt man sie Naturkatastrophen.
Seismologie
Entstehung von Erdbeben
Erdbeben entstehen durch dynamische Prozesse der Erde. Eine Folge davon ist die Plattentektonik, also die Bewegung der Lithosphärenplatten, welche die Erdkruste und den obersten Erdmantel umfassen. Insbesondere an den Plattengrenzen, wo sich verschiedene Platten auseinander (Spreizungszone), aufeinander zu (Kollisionszone) oder aneinander vorbei (Transformverwerfung) bewegen, kommt es zum Aufbau gewaltiger Spannungen innerhalb des Gesteins, wenn sich die Platten in ihrer Bewegung verhaken und verkanten. Wird die Scherfestigkeit der Gesteine überschritten, entladen sich dann plötzlich diese Spannungen durch ruckartige Bewegungen der Erdkruste (tektonische Beben). Die dabei freigesetzte Energie kann die einer Wasserstoffbombe um das Hundertfache übertreffen. Da die aufgebaute Spannung nicht auf die unmittelbare Nähe der Plattengrenze beschränkt ist, kann der Entlastungsbruch in seltenen Fällen auch im Inneren der Platte auftreten, wenn das Krustengestein eine Schwächezone aufweist.
Erdbeben können ferner z.B. durch den Aufstieg von Magma unterhalb von Vulkanen ausgelöst werden oder auch durch Förderung von z.B. Erdgas, da die Druckveränderung wiederum auch die Spannungsverhältnisse im Gestein beeinflusst. Weiter können Erdbeben auch durch einstürzende unterirdische Hohlräume im Bergbau entstehen (Gebirgsschlag). Sowohl vulkanische Beben als auch Gebirgsschläge sind jedoch von der Energiefreisetzung weitaus limitierter als tektonische Beben.
Eine Voraussetzung für das Auftreten von Erdbeben ist das Vorhandensein spröden, bruchfähigen Gesteins. Die Temperatur nimmt im Erdinneren jedoch stetig zu, wodurch das Gestein mit zunehmender Tiefe immer weniger spröde reagiert und schließlich deformierbar wird. Erdbeben sind daher meist auf die obere Schicht der Erdkruste beschränkt. Manchmal lassen sich Beben bis in Tiefen von bis zu 700 km lokalisieren. Dieser scheinbare Widerspruch geht auf die Subduktion von Lithosphärenplatten zurück: Kollidieren zwei Platten, wird die dichtere der beiden unter die leichtere gedrückt und taucht in den Erdmantel ab. Da die Erwärmung des Gesteins der abtauchenden Platte (auch als Slab bezeichnet) wesentlich langsamer voranschreitet als deren Abwärtsbewegung , kann das Krustenmaterial bis in oben genannte Tiefen bruchfähig bleiben. Die Hypozentren innerhalb der abtauchenden Platte erlauben somit Rückschlüsse auf die Position des Slab in der Tiefe (sogenannte Benioff-Zone).
Erdbeben erzeugen verschiedene Typen von Erdbebenwellen, die sich durch die ganze Erde ausbreiten und von Seismographen (bzw. Seismometern) überall auf der Erde aufgezeichnet werden können. Die mit starken Erdbeben einhergehenden Zerstörungen (z.B. Gebäudeschäden, Spaltenbildung) an der Erdoberfläche sind auf die sogenannten Oberflächenwellen zurückzuführen, die eine elliptische Bodenbewegung auslösen.
Durch Auswertung der Stärke und Laufzeiten von Erdbebenwellen kann nicht nur die Position des Erdbebenherdes bestimmt werden, sondern es werden auch Erkenntnisse über das Erdinnere gewonnen. Die Positionsbestimmung unterliegt als Messung an Wellen der gleichen Unschärfe, die aus Wellenphänomenen in anderen Bereichen der Physik bekannt sind. Im Allgemeinen nimmt die Unschärfe der Ortsbestimmung mit zunehmender Wellenlänge zu, das bedeutet: Eine Quelle von langperiodischen Wellen kann nicht so genau lokalisiert werden wie eine Quelle von kurzperiodischen Wellen. Da schwere Erdbeben den größten Teil ihrer Energie im langperiodischen Bereich entwickeln, kann besonders die Tiefe der Quelle nicht genau bestimmt werden.
Die Seismogramme sind Aufzeichnungen der Erdbebenwellen.
Seismogramm
(1) Atombombenexplosion auf Mururoa, 5.9.1995, Magnitude 4,8,
Seismogramm
(2) Starkes Erdbeben bei den Nikobaren, 24.7.2005, Magnitude 7,3,
Seismogramm
(3) Erdbeben indischer Ozean ("Tsunami-Erdbeben"), 26.12.2004, Magnitude 9,3.
Die oben gezeigten Seismogramme sollen einen visuellen Eindruck unterschiedlicher Erdbeben - Magnituden vermitteln und wurden nicht nach wissenschaftlichen Aspekten ausgewählt.
Durch unterseeische Erdbeben, bei der Eruption ozeanischer Vulkane oder durch unterseeische Erdrutsche können so genannte Tsunamis ausgelöst werden: Durch die plötzliche vertikale Verlagerung großer Teile des Ozeanbodens entstehen Wellen, die sich mit Geschwindigkeiten von bis zu 800 Kilometer pro Stunde fortbewegen. Auf dem offenen Meer sind Tsunamis kaum wahrnehmbar, gelangt die Welle jedoch in flacheres Wasser, kann sich der Wellenberg auf bis zu 100 Meter Höhe erheben. Am häufigsten entstehen Tsunamis im Pazifik. Deshalb besitzen die an den Pazifik angrenzenden Staaten ein Tsunami-Frühwarnsystem.
Historisches
Schon in der Antike fragten sich Menschen, wie Erdbeben und Vulkanausbrüche entstehen.
Man schrieb diese Ereignisse häufig Göttern zu (in der griechischen Mythologie dem Poseidon). Manche Wissenschaftler im alten Griechenland glaubten, die Kontinente schwämmen auf Wasser und schaukelten wie ein Schiff hin und her. Andere Leute glaubten, Erdbeben brächen aus Höhlen aus. In Japan gab es den Mythos von einem Drachen, der den Erdboden erzittern ließ und auch noch Feuer spie, wenn er wütend war. Im europäischen Mittelalter schrieb man Naturkatastrophen dem Wirken Gottes zu. Mit der Entdeckung und Erforschung des Magnetismus entstand die Theorie, man könne Erdbeben wie Blitze ableiten. Man empfahl daher Erdbebenableiter nach Art der ersten Blitzableiter.
Erst Anfang des 20. Jahrhunderts kam die heute allgemein anerkannte Theorie von der Plattentektonik und der Kontinentaldrift durch Alfred Wegener auf, dessen Erklärungsmuster zunächst jahrzehntelang nicht anerkannt wurden.
Bestimmung der Erdbebenstärke
Die Erdbebenstärke wird anhand der makroseismischen Intensitätsskala EMS-98 und der Europäischen Makroseismischen Skala (Grünthal, 1998) bestimmt. Die folgende Darstellung ist verkürzt:
- I: Nicht fühlbar
- II: Kaum bemerkbar, nur sehr vereinzelt von ruhenden Personen wahrgenommen.
- III: Schwach, von wenigen Personen in Gebäuden wahrgenommen. Ruhende Personen fühlen ein leichtes Schwingen oder Erschüttern.
- IV: Deutlich, im Freien vereinzelt, in Gebäuden von vielen Personen wahrgenommen. Einige Schlafende erwachen. Geschirr und Fenster klirren, Türen klappern.
- V Stark, im Freien von wenigen, in Gebäuden von den meisten Personen wahrgenommen. Viele Schlafende erwachen. Wenige werden verängstigt. Gebäude werden insgesamt erschüttert. Hängende Gegenstände pendeln stark, kleine Gegenstände werden verschoben. Türen und Fenster schlagen auf oder zu.
- VI: Leichte Gebäudeschäden, viele Personen erschrecken und flüchten ins Freie. Einige Gegenstände fallen um. An vielen Häusern, vornehmlich in schlechterem Zustand, entstehen leichte Schäden wie feine Mauerrisse und das Abfallen von z. B. kleinen Verputzteilen.
- VII: Gebäudeschäden, die meisten Personen erschrecken und flüchten ins Freie. Möbel werden verschoben. Gegenstände fallen in großen Mengen aus Regalen. An vielen Häusern solider Bauart treten mäßige Schäden auf (kleine Mauerrisse, Abfall von Putz, Herabfallen von Schornsteinteilen). Vornehmlich Gebäude in schlechterem Zustand zeigen größere Mauerrisse und Einsturz von Zwischenwänden.
- VIII: Schwere Gebäudeschäden, viele Personen verlieren das Gleichgewicht. An vielen Gebäuden einfacher Bausubstanz treten schwere Schäden auf; d.h. Giebelteile und Dachgesimse stürzen ein. Einige Gebäude sehr einfacher Bauart stürzen ein.
- IX Zerstörend, allgemeine Panik unter den Betroffenen. Sogar gut gebaute gewöhnliche Bauten zeigen sehr schwere Schäden und teilweisen Einsturz tragender Bauteile. Viele schwächere Bauten stürzen ein.
- X: Sehr zerstörend, viele gut gebaute Häuser werden zerstört oder erleiden schwere Beschädigungen.
- XI: Verwüstend, die meisten Bauwerke, selbst einige mit gutem erdbebengerechtem Konstruktionsentwurf und -ausführung, werden zerstört.
- XII: Vollständige Verwüstung, kein von Menschenhand geschaffenes Bauwerk hält stand.
Standortabhängige Erdbebenstärke (Intensitäten)
Die erste international benutzte Skala zur Erfassung und Einschätzung von Erdbeben war die Mercalliskala. Sie beruht vor allem auf der subjektiven Einschätzung der Erdbebenstärke und auf Beobachtungen. Diese Beobachtungen schließen die Auswirkungen von Erdbeben auf Natur und Bauwerke ein. (Makroseismik). Da es damals noch keine Geräte zur Messung der Erdbebenstärke gab, war die Einteilung in verschiedene Schweregrade entsprechend subjektiv und ungenau. Später wurden die ersten Intensitätsskalen zur MSK-Skala und zur [http://www.gfz-potsdam.de/pb5/pb53/projekt/ems/kurz.htm EMS-98] Skala weiterentwickelt.
Zur Kennzeichnung der Stärke von Erdbeben dienen Skalen, von denen zum Beispiel die von Mercalli und Sieberg 12 Stufen angibt (Mercalliskala), darunter:
- Unmerklich: nur von Seismographen registriert
- Leicht: von wenigen Personen bemerkt
- Mäßig: leichte Bewegung von Möbeln, Klirren von Gläsern und Fenstern
- Stark: von allen mit Schrecken wahrgenommen, leichte Risse in Bauwerken
- Zerstörend: Schornsteine fallen ein, schwere Mauerrisse, Bodenrisse
- Große Katastrophe: Kein Werk von Menschenhand hält stand, große Veränderungen der Erdoberfläche
Die Mercalliskala wurde später zur MSK-Skala weiterentwickelt und verfeinert. Heute wird die Stärke von Erdbeben von Seismometern erfasst und mittels der Richterskala angegeben.
Standortunabhängige Erdbebenstärke (Magnituden)
Durch die Entwicklung von Seismographen konnten Erdbeben auch gemessen werden. Die Erdbebenstärke wird im allgemeinen mit der von Francis Richter eingeführten Richterskala angegeben (Lokalbeben Magnituden). Aufgrund der Ausbreitungseigenschaften von Erdbebenwellen gibt es heute eine ganze Reihe von Magnitudenskalen (Momentenmagnitude, Oberflächenwellenmagnitude) die auch ab und zu zu Verwechslungen führen können. Wegen der unterschiedlichen Methoden, mit denen diese verschiedenen Magnituden berechnet werden, sind teilweise erhebliche Diskrepanzen insbesondere bei automatisierter Berechnung unvermeidlich.
Erdbebenstärke über physikalische Größen
Bei größeren Erdbeben wird teilweise auch die freigesetzte Energie oder der Versatz an der Erdoberfläche angegeben.
Vorhersage
Richterskala
Die zeitlich und räumlich exakte Vorhersage von Erdbeben ist nach dem heutigen Stand der Wissenschaft nicht möglich. Die zu Grunde liegenden Prozesse des Spannungsaufbaus bis hin zum Entlastungsbruch des Gesteins werden von einer großen Zahl von physikalischen Parametern gesteuert. Die verschiedenen bestimmenden Faktoren sind qualitativ weitestgehend verstanden. Auf Grund des komplexen Zusammenspiels aber ist eine genaue Quantifizierung der Herdprozesse bislang nicht möglich, so dass üblicherweise nur Wahrscheinlichkeiten für das Auftreten eines Erdbebens in deiner bestimmten Region genannt werden können.
Allerdings sind eine Reihe von Effekten bekannt, die oft im Vorfeld von Erdbebenereignissen beobachtet werden können und als Vorläuferphänomene bezeichnet werden. Einige davon äußern sich in der Veränderung geophysikalisch messbarer Größen, wie z.B. der seismischen Geschwindkeit, der Neigung des Erdbodens oder die elektromagnetischen Eigenschaften des Gesteins. Andere Phänomene basieren auf statistischen Beobachtungen, wie etwa das Konzept der seismische Ruhe, wo in einer potentiell gefährdeten Region über einen längeren Zeitraum die seismische Hintergrundaktivität, also das stetige Auftreten kleinerer Beben, abnimmt und auf ein bevorstehendes größeres Ereignis hindeutet.
Sowohl messbare als auch statistisch erfasste Vorläuferphänomene variieren jeweils sehr stark in ihrem zeitlichen Verlauf (bis hin zu Jahren) wie auch in ihrer Größenordnung. In vielen Fällen bleiben einzelne oder mehrere dieser Effekte auch ganz aus. Zudem wäre der instrumentelle Aufwand, der für eine lückenlose Erfassung dieser Phämone erforderlich wäre, nicht realisierbar, so dass die Möglichkeit einer exakten Vorhersage von Erdbeben für die nächste Zukunft nicht zu erwarten ist.
Wiederholt wurde auch von ungewöhnlichem Verhalten bei Tieren kurz vor größeren Erdbeben wie auch bei Tsunamis berichtet. So konnte im Februar 1975 in der Volksrepublik China ein drohendes Erdbeben durch die Sensibilisierung der Bevölkerung in Bezug auf ungewöhnliches Verhalten der Tiere vorab erkannt werden. Allerdings zeigten sich z.B. beim Tangshan-Beben vom 27. Juli 1976, bei dem es mehrere hundertausend Tote gab, im Vorfeld keinerlei Anzeichen von Verhaltensänderungen bei Tieren.
Gelegentliche Berichte von erfolgreichen Vorhersagen zeigen vor dem Hintergrund der Häufigkeit von Beben in der betreffenden Region in der Regel kaum statistische Signifikanz. So wurde z.B. von einem japanischen Wissenschaftler auf Grund eines elektromagnetischen Vorläuferphänomens für den Zeitraum 14. bis 19. September 2003 ein Erdbeben der Stärke 7 in Tokio vorhergesagt. Zwar trat am 20. September 2003 tatsächlich ein Erdbeben in Tokio auf, jedoch war die Magnitude um etwa 1,5 Größenklassen niedriger, was weniger als einem Hunderstel der vorhergesagten Energiefreisetzung entspricht. Ein weitaus stärkeres Beben (Magnitude 8), mit zwei starken Nachbeben (Mag. 5,8 und 7) ereignete sich eine Woche später, am 26. September, das Epizentrum lag jedoch in einiger Entfernung, ungefähr 80 km südöstlich vor der Küste der Hauptinsel Hokkaidō.
Bekannte Erdbeben
- 464 v. Chr., Erdbeben bei Sparta, 20.000 Tote
- 1290, 27. September, Erdbeben in Chihli (Provinz Hopeh, Volksrepublik China), 100.000 Tote
- 1356, 18. Oktober, Basler Erdbeben, das bis heute schwerste Erdbeben Mitteleuropas
- 1456, 5. Dezember, Erdbeben zerstört Neapel, 30.000 bis 40.000 Tote
- 1556, 23. Januar (Stärke 8,0) Das Erdbeben in der Provinz Shaanxi (Shensi) in China, bei dem etwa 830.000 Menschen den Tod fanden, war eine der größten Naturkatastrophen in der Geschichte der Menschheit.
- 1575, 16. Dezember, sehr schweres Erdbeben vor Valdivia, Chile
- 1746, 28. Oktober, Erdbeben der Stärke 8,4 im Gebiet Limas in Peru, 600.000 Tote
- 1755, 1. November, (Stärke 8,7) Erdbeben in Lissabon, ca. 60.000 Tote, schwerstes Beben der Geschichte, Tsunami
- 1756, 18. Februar, Erdbeben im Rheinland mit Epizentrum bei Düren, stärkstes bekanntes Erdbeben in Deutschland. Seine Stärke wird anhand der Schadensberichte auf bis zu VIII nach Mercalli geschätzt. Geologische Untersuchungen deuten auf 6,2 nach Richter hin. Damit wäre das Beben immerhin doppelt so stark wie das vom 13. April 1992 bei Roermond gewesen. Abwegig ist die verbreitete Angabe von "8,0 nach Richter", die leider im Internet immer wieder gerne abgeschrieben wird und nichts mit der Realität zu tun hat.
- 1811, 16. Dezember und 1812, 23. Januar und am 7. Februar, drei folgenreiche Erdbeben in den USA bei New Madrid, Missouri (bekannt als New Madrid Earthquake). Die Erdbeben veränderten den Lauf des Mississippi, ließen den Ohio zeitweise rückwärts fließen, schufen neue Seen (beispielsweise den Reelfoot Lake, Tennessee), führten zu starken geologischen Veränderungen zwischen St. Louis und Memphis (Tennessee), verdunkelten die Sonne wochenlang und waren so stark, dass selbst die Glocken in der 1600 Kilometer entfernten Stadt Boston, Massachusetts, von selbst zu läuten anfingen. Ursache war die [http://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/a/ad/NMSZBig.gif New Madrid Seismic Zone].
- 16. August 1868, ein Erdbeben vor Arica, Chile mit einem 27 Meter hohen Tsunami. 25000 Tote
- 15. Juni 1896, ein Erdbeben vor der Saraiko-Küste in Japan löste einen 23 Meter hohen Tsunami aus, die Flutwelle überraschte Japan während religiöser Feierlichkeiten, mehrere Dörfer wurden zerstört, es gab 26000 Tote.
- 1906, 18. April, (Stärke 7,8) Erdbeben in San Francisco, Kalifornien, USA ca. 3000Tote u. 250.000 Obdachlose durch Großfeuer.
- 1906, 17. August, Erdbeben in Valparaiso, Chile etwa 20000 Tote.
- 1908, 28. Dezember, (Stärke 7,5) Erdbeben zerstört Messina (Sizilien) und Reggio Calabria (Festland), Italien, ca. 84000 Tote (70000 in Messina, 15000 in Reggio Calabria).
- 1923, 1. September, (Stärke 8,3) großes Kanto-Erdbeben in Japan, ca. 143.000 Tote
- 1927, 22. Mai, Erdbeben der Stärke 8,3 bei Xining, Republik China, 200.000 Tote
- 1939, 25. Januar, Erdbeben in Chillán, Chile etwa 28000 Tote.
- 1960, 22. Mai, Erdbeben der Stärke 9,5 bei Valdivia, Chile, etwa 5.700 Tote (das stärkste je gemessene Erdbeben)
- 1976, 27. Juli, Erdbeben der Stärke 7,8 bei Tangshan, ca. 240.000 Tote
- 1985, 19. September, Erdbeben der Stärke 8,1 in Michoacán, Mexiko, etwa 9.500 Tote
- 1988, 7. Dezember, Erdbeben der Stärke 6,9 in Armenien, 30.000 Tote
- 1994, 17. Januar, Erdbeben der Stärke 6,7 in Los Angeles, USA, 72 Tote
- 1995, 17. Januar, Erdbeben der Stärke 8,1 in Kobe, Japan. 6.310 Menschen sterben.
- 1999, 17. August, Erdbeben der Stärke 7,8 in Gölcuk/Izmit, Türkei, etwa 24.000 Tote, noch bis heute Tausende von Vermissten.
- 1999, 21. September, Erdbeben der Stärke 7,6 in Puli, Taiwan, etwa 2.100 Tote, 9000 Verletzte und über 80.000 Obdachlose.
- 2003, 26. Dezember, Erdbeben der Stärke 6,6 in Bam, Südiran, etwa 41.000 Tote
- 2004, 24. Dezember, Erdbeben der Stärke 8,2 bei der Macquarieinsel, Antarktis
- 2004, 26. Dezember, Erdbeben der Stärken 9,0 und Nachbeben bis zu 7,5 vor Sumatra, Indonesien. Das Beben löste einen Tsunami aus, der in Indonesien, Indien, Malaysia, Malediven, Thailand, Sri Lanka, Somalia, Kenia und Tansania zahlreiche Opfer forderte, etwa 300.000 Tote und 800.000 Obdachlose. Am 14. Februar 2005 hat die amerikanische NOAA das Erdbeben auf 9.3 aufgestuft.
- 2005, 8. Oktober, Erdbeben der Stärke 7,6 (Schätzung, Stand: 9.Oktober 2005) in Kaschmir. Schätzungen gehen von ca. 73.000 Todesopfern allein im pakistanischen Teil Kaschmirs aus. (Stand 2.11.2005)
Umfassende Aufstellung in der Liste von Erd- und Seebeben.
Stärkste gemessene Erdbeben
Nach Angaben des USGS; Stärke jeweils nach der Richterskala.
# Großes Chile-Erdbeben – Chile, 22. Mai 1960: 9,5
# Prince William Sund (Alaska), 28. März 1964: 9,2
# Andreanof Islands (Alaska), 9. März 1957: 9,1
# Erdbeben im Indischen Ozean – vor Sumatra, 26. Dezember 2004: 9,0 (Nach neueren Auswertungen langperiodischer Signale hatte dieses Beben sogar möglicherweise eine Magnitude von 9,3 - 9,4)
# Kamtschatka (Russland), 4. November 1952: 9,0
# Erdbeben vor Ecuador, 31. Januar 1906: 8,8
# Erdbeben vor Nord-Sumatra, 28. März 2005: 8,7
# Rat Islands (Alaska), 4. Februar 1965: 8,7
# Assam (Indien), 15. August 1950: 8,6
# Ningxia-Gansu, China, 16. Dezember 1920: 8,6
# Kuril Islands 13. Oktober 1963: 8,5
# Erdbeben in der Banda-See (Indonesien), 1. Februar 1938: 8,5
# Kamtschatka, 3. Februar 1923: 8,5
Siehe auch
- Erdbebengebiete der Erde
- Seismische Welle
- Tsunami
- Katastrophe
- Naturkatastrophe
- Katastrophenschutz
- Frühwarnsystem
- Notfallseelsorge
Literatur
- Schneider, Götz: Erdbeben. Spektrum Akademischer Verlag 2004 ISBN 3-8274-1525-X
Weblinks
- [http://www.seebeben.de.ms Eine sehr erfolgreiche private Linkseite zum großen Seebeben]
- [http://www.parautochthon.com/100584/index.html Hintergrundinformationen über Erdbeben, Vulkane und Tsunamis]
- [http://www.szgrf.bgr.de/ Seismologisches Zentralobservatorium, Erlangen]
- [http://www.naturgewalten.de/quake.htm Erdbebenseite von naturgewalten.de]
- [http://sdac.hannover.bgr.de/web/sdac/beben/aktuell.html BGR Hannover, aktuelle Erdbeben in Deutschland und weltweit]
- [http://www.lgrb.uni-freiburg.de/lgrb/Fachbereiche/erdbebendienst Landeserdbebendienst Baden-Württemberg (LED)]
- [http://www.seismo.uni-koeln.de/events/index.htm Erdbebeninformationen von der Erdbebenstation Bensberg der Universität Köln]
- http://www.educeth.ch/stromboli/links/earthquakes-de.html
- [http://www.seismo.ethz.ch/ Schweizerischer Erdbebendienst (SED)]
- [http://geofon.gfz-potsdam.de/db/eqinfo.php Liste automatisch lokalisierter Erdbeben des GFZ Potsdam (schnell, auch als RSS-Feed)]
- [http://earthquake.usgs.gov/recenteqs/ United States Geological Survey (USGS) earthquake information]
- [http://www.ngdc.noaa.gov/ National Geophysical Data Center (NGDC) USA]
- [http://www.edac.biz/ Earthquake Damage Analysis Center (EDAC)]
- [http://www.nisee.org/ National Information Service for Earthquake Engineering USA]
- [http://www.ceri.memphis.edu/ Center for Earthquake Research and Information USA]
- [http://www.exploratorium.edu/faultline/earthquakescience/index.html Why the Earth Shakes USA]
- [http://www.earthquakes.com/ Global Earthquake Response Center]
- [http://www.geo.ed.ac.uk/quakes/quakes.html The Worldwide Earthquake Locator]
- [http://www.iris.edu/seismon/ IRIS-Landkarte mit Seismic-Monitor und Erdbebenangaben unterhalb der Karte, wenn man die Kreise auf der Karte antippt]
- [http://de.cornblogs.com/wetterbote/ RSS-Feed der Rapid Determination Europe]
Kategorie:Geologie
ja:地震
ko:지진
ms:Gempa bumi
simple:Earthquake
th:แผ่นดินไหว
Erdbebenwellen
Seismische Wellen, auch Erdbebenwellen genannt, werden bei einem Erdbeben durch den so genannten Herdvorgang ausgelöst und breiten sich von dort radial im Erdinneren aus. Auf ihrem Weg durch das Erdinnere können diese Wellen gebrochen, reflektiert, gebeugt, absorbiert und umgewandelt werden. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Erdbebenwellen ist abhängig vom Wellentyp und vom Material, das die Wellen durchlaufen. Vor allem auf letzterem beruht die Exploration des Erdinneren anhand von durch Erdbeben ausgelöster oder durch Sprengung oder Vibration hervorgerufener seismischer Wellen.
Es gibt folgende Typen von seismischen Wellen, die sich durch ihre Laufgeschwindigkeit und ihre Schwingungsweise unterscheiden:
Raumwellen
Die Bezeichnungen der im folgenden beschriebenen Primärwellen und Sekundärwellen beziehen sich darauf, dass sich erstere schneller ausbreiten als letztere. An einem vom Bebenherd entfernten Ort werden zuerst die P-Wellen und erst später die S-Wellen aufgezeichnet. Aus der Zeitdifferenz zwischen den Einsätzen der P- und der S-Wellen kann die Entfernung zum Herd errechnet werden. Können an drei verschiedenen Orten auf diese Weise die Entfernung zum Bebenherd und die Laufrichtung der Wellen bestimmt werden, kann der Bebenherd lokalisiert werden.
P-Wellen
Die P-Wellen oder Primärwellen schwingen parallel zur Ausbreitungsrichtung (Longitudinalwelle) und können sich in festen Körpern, Flüssigkeiten und Gasen ausbreiten. P-Wellen sind daher Verdichtungswellen (auch: Druck- oder Kompressionswellen). Ein alltägliches Beispiel für Verdichtungswellen ist der Schall. Die P-Wellen können sich in festen Gesteinen, aber auch in Flüssigkeiten wie Wasser oder den quasi flüssigen Teilen des Erdinneren ausbreiten. Wie bei Schallwellen in der Luft werden hier die Teilchen im Boden geschoben und gezogen, wobei die Bewegung in Ausbreitungsrichtung der Welle erfolgt. Manche Tiere sind in der Lage, P-Wellen zu hören, Menschen hingegen fühlen normalerweise nur die Erschütterungen.
S-Wellen
Die S-Wellen oder Sekundärwellen schwingen quer zur Ausbreitungsrichtung (Transversalwelle). Da sie zur Verscherung des Ausbreitungsmediums führen, werden sie auch Scherwellen genannt. S-Wellen können sich in festen Körpern, jedoch nicht in Flüssigkeiten oder Gasen ausbreiten, da die beiden letzteren keinen (nennenswerten) Scherwiderstand haben. Daher kann man flüssige Bereiche im Erdinneren daran erkennen, dass dort keine S-Wellen laufen.
Oberflächenwellen
Neben den P- und S-Wellen gibt es noch die so genannten Oberflächenwellen. Sie entstehen dadurch, dass P- oder S-Wellen in die Erdoberfläche hinein gebrochen werden. Ähnlich den P- und S-Wellen können auch sie längs oder quer zur Ausbreitungsrichtung schwingen. Jedoch zeichnen sie sich dadurch aus, dass sie an der Oberfläche geführt laufen und dass die Amplituden der Wellen mit der Tiefe abnehmen. Die Amplitude der Oberflächenwellen nimmt zudem mit der Entfernung r nur um einen Faktor 1/r ab und nicht wie Raumwellen um den Faktor 1/r^2.
Love-Wellen
Die Love-Wellen wurden nach dem Britischen Mathematiker A.E.H. Love benannt, der 1911 als erster ein mathematisches Modell für die Ausbreitung dieser Wellen aufstellte. Sie sind die schnellsten Oberflächenwellen, breiten sich aber langsamer als die S-Wellen aus. Die Bodenbewegung erfolgt in horizontaler Richtung, senkrecht zur Ausbreitungsrichtung.
Rayleigh-Wellen
Die Rayleigh-Wellen wurden nach Lord Rayleigh benannt, der 1855 die Existenz dieser Wellen mathematisch voraussagte, noch bevor sie tatsächlich beobachtet wurden. Bei Rayleigh-Wellen rollt der Boden in einer elliptischen Bewegung ähnlich wie Meereswellen. Dieses Rollen bewegt den Boden sowohl auf und ab als auch hin und her in Ausbreitungsrichtung der Welle. Die meisten Erschütterungen, die bei einem Erdbeben gespürt werden, sind in der Regel Rayleigh-Wellen, deren Amplituden viel größer als die der übrigen Wellenarten werden können.
Siehe auch
- Seismik
- Welle (Physik)
- Erdbeben
- Stoßwelle
- Druckwelle
- Tsunami
Weblinks
[http://www.erdbebendienst.de/edu/wellen.htm], Liste der verschiedenen Wellentypen mit Diagrammen.
Kategorie:Geologie
Kategorie:Geophysik
Kategorie:Wellenlehre
ja:地震波
SeismologieDie Seismologie (v. griech. seismós = Erderschütterung) ist in der Geophysik die Lehre von Erdbeben, der Ausbreitung seismischer Wellen und der Bestimmung der seismischen Struktur des Erdinnern.
Die Seismologie schickt sich an, das Erdinnere tomographisch in drei Dimensionen zu erfassen. Heiße und kalte Massenströme werden durch die Anomalie der Geschwindigkeit seismischer Wellen sichtbar gemacht. Bei weiterer Verbesserung der Auflösung wird es möglich werden, die Konvektionsströme im Erdmantel darzustellen, die für den Antrieb der Plattentektonik heute gefordert werden...(Prof.Dr.Dr.Frink)
Mit Hilfe von Seismographen (auch genannt Seismometer) werden seismische Wellen, die die Erde durchlaufen, aufgezeichnet. Aus den Laufzeiten und Amplituden dieser Wellen lassen sich Rückschlüsse auf den inneren Aufbau der Erde ziehen. Die seismischen Eigenschaften eines Gebietes werden durch die Seismizität beschrieben.
Im Gegensatz hierzu nutzt die Seismik aktive Quellen wie zum Beispiel Explosionen, um den Aufbau der Erdkruste und des oberen Erdmantels zu erkunden.
Die Seismologie wurde durch den deutschen Wissenschaftler Emil Wiechert eingeführt, der im Jahre 1899 den ersten Horizontalseismographen erfand. Weitere wichtige Personen in der Seismologie waren die Dänin Inge Lehmann, der Amerikaner Charles Francis Richter, der Deutschamerikaner Beno Gutenberg, der Engländer Harold Jeffreys und der Australier Keith Edward Bullen.
Moderne Verfahren in der Seismologie sind die seismische Tomographie, die Receiver Functions-Analyse und Wellenfelduntersuchungen.
Ein wenig bekannter Seismologe ist der russische Wissenschaftler Wladimir Keilis-Borok
Siehe auch
Seismologisches Zentralobservatorium
Weblinks
- [http://www.uni-geophys.gwdg.de/~eifel/Seismo_HTML/wiechert.htm Emil Wiechert]
- [http://www.szgrf.bgr.de/ Seismologisches Zentralobservatorium]
- [http://www.parautochthon.com/100584/index.html Einführung in die Seismologie]
Kategorie:Geophysik
ja:地震学
th:วิทยาแผ่นดินไหว
Bombe
Eine Bombe ist eine explosive Vorrichtung, meist ein mit explosivem Material gefüllter Behälter, um Zerstörung anzurichten. Meistens muss die Explosion durch einen Auslöser ausgelöst werden. Dies kann zum Beispiel durch eine Fernbedienung oder irgendeine Art von Sensor geschehen.
Wortanwendung
Das Wort Bombe wird meistens in militärischen Zusammenhängen gebraucht, hauptsächlich in der militärischen Luftfahrt. Es bezeichnet dabei eine explosive Vorrichtung, die ohne Treibladung nur von der Schwerkraft im Freien Fall angetrieben wird.
Andere explosive Vorrichtungen sind Granaten (Vorrichtungen, die von einer Treibladung (oder manuell) eine Initialbeschleunigung erfahren), Minen (Vorrichtungen, die irgendwo verlegt werden und zeitverzögert in der Regel unter gewissen Bedingungen zünden), Raketen (Vorrichtungen mit eingebautem Treibsatz, die auch während des Fluges beschleunigt werden) oder auch Torpedos (Vorrichtungen, die ins Wasser gesetzt werden und dort hydrodynamisch beschleunigen).
Von Bomben redet man allerdings auch in der Großfeuerwerkerei; dort werden sie für Höhenfeuerwerke verwendet.
Sprengsätze, die von Terroristen gelegt werden, bezeichnet man auch als Bomben.
Allgemein
Großfeuerwerkerei]
Das Wort Bombe leitet sich vom griechischen Wort βομβος ab, was „dumpfes Tönen, Sausen“ bedeutet. Eine Bombe wird zu militärischen und terroristischen oder auch zu zivilen Zwecken eingesetzt, wie bei der Sprengung, also dem Abriss eines Gebäudes. Allgemein gesagt dient eine Bombe zur Zerstörung von Gegenständen wie Gebäuden oder Fahrzeugen bzw. der Tötung von Menschen oder Tieren.
Es wird allgemein zwischen terroristischen und militärischen Bomben unterschieden.
Die Letzteren sind fast immer massenproduzierte Waffen, entwickelt und konstruiert aus Standardbestandteilen und in standardisierten Verfahren. Dagegen sind terroristische Bomben meistens Einzelanfertigungen, die eine breite Masse an Explosivstoffen verwenden und je nach Verwendungszweck entwickelt werden. Oft sind es improvisierte explosive Vorrichtungen, die im Englischen als IEDs (Improvised explosive device - Improvisierter explosiver Apparat) und im Deutschen als USBVs (Unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen) bezeichnet werden.
Die stärkste jemals gezündete Bombe ist die sowietische Wasserstoffbombe "Car Bomba", auch Zar-Bombe genannt, die über eine Sprengkraft von angeblich mehr als 50 Megatonnen TNT verfügte. Von der Bombe an sich gibt es verschiedene Arten, deren Bezeichnungen sich je nach deren Verwendung oder nach dessem verwendeten Sprengstoff richten.
- Die "normale" Bombe wird meistens durch einen Fernzünder aktiviert.
- Die Zeitbombe wird mittels eines zeitgesteuerten Zünders zu einem bestimmten Zeitpunkt zur Explosion gebracht.
- Autobombe - In einem Auto deponierte Bombe. Dient zur Ermordung der Insassen oder zur Zerstörung bzw. Ermordung der sich in der Nähe befindlichen Personen oder Gegenstände.
- Wasserbombe (Waffe) - Bombe zur Bekämpfung von U-Booten
- Die Fliegerbombe ist eine aus einem Flugzeug abgeworfene Bombe, u. a. Brandbombe, Luftmine, Roll- / Rotationsbombe, Sprengbombe und Aerosolbombe.
- Die Atombombe ist eine Bombe, deren Explosion auf einer nuklearen Kettenreaktion beruht. Dazu zählt auch die Wasserstoffbombe, in der Kernfusion zusätzlich zur Kernspaltung abläuft.
- Die Briefbombe enthält eine Sprengladung, die über einen Kontaktzünder, z. T. auch über eine Zeitschaltuhr (Timer), ausgelöst wird und für terroristische Anschläge verwendet wird.
- Die so genannte E-Bombe verursacht einen massiven elektromagnetischen Impuls durch den elektronische Geräte unbrauchbar gemacht werden können.
- Die Rauchbombe, welche eine starke Rauchentwicklung erzeugt, um z. B. den Gegnern die Sicht zu nehmen oder Brand zu simulieren.
Daneben nennt man auch die elektromechanischen Dechiffriermaschinen, die die Polen und später die Engländer während des 2. Weltkriegs benutzt haben, um den Enigma-Code der deutschen Kriegsmarine zu entschlüsseln, Bomben. Das Wort stammt von einem polnischen Wort, das mit Bombe eigentlich gar nichts zu tun hatte.
Selbstgebaute Bomben und Brandsätze, die im Terrorismus verwendet werden, werden Unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen (USBV) genannt.
Siehe auch
- E-Bombe (EMP-Bombe)
- Rakete
- Mine (Waffe)
- Brandbombe
- Sprengbombe
- Bangalores
- Unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtung
!
ja:爆弾
simple:Bomb
th:ระเบิด
Tunguska-Ereignis
Mit dem Tunguska-Ereignis (auch als Sibirien-Meteorit bekannt) bezeichnet man die ungeklärte Explosion, die sich am 30. Juni 1908 in Sibirien, in der Nähe des Flusses Steinige Tunguska (Koordinaten des "Epizentrums": , nach V.G.Fast, 1967) in einer geschätzten Höhe zwischen 5 und 14 km ereignete. Auswertungen der seismischen und barometrischen Aufzeichnungen des Ereignisses ergaben ein Zeitpunkt von etwa 0.14 UT (7.14 Uhr Ortszeit). Die meisten Augenzeugen berichten von einer Explosion, einige jedoch auch von mehreren. Bei dem Ereignis wurden die Bäume im Umkreis von bis etwa 30 km entwurzelt und Fenster und Türen in der 65 km entfernten Handelssiedlung Wanawara eingedrückt. Noch in über 500 km Entfernung, unter anderem von Reisenden der Transsibirischen Eisenbahn, wurden ein heller Feuerschein, eine starke Erschütterung und Druckwelle sowie Donnergeräusch wahrgenommen.
Eine Explosion mit einer Explosionskraft von 10-15 Megatonnen TNT wäre nötig, um ein ähnliches Bild zu erzeugen. Dies entspricht etwa der 1150-fachen Sprengkraft der Atombombe "Little Boy", welche die Amerikaner 1945 über Hiroshima abgeworfen haben. Manche Schätzungen gehen bis zu 50 Megatonnen TNT. Erst 1927 wurde das Gebiet von einer Expedition unter Professor Leonid A. Kulik untersucht, welcher 1938 auch Luftbildaufnahmen der Region veranlasste.
Theorien
1927
Die genaue Ursache ist bis heute umstritten. Als wahrscheinlichste Ursache gilt ein Absturz eines Kometen (vorgeschlagen 1930 von Harlow Shapley) oder eines Eisenasteroiden (Leonid A. Kulik, 1939) beziehungsweise eines Steinasteroiden geringer Dichte (Fesenkov, 1949), der etwa 6–10 km über dem Boden explodierte und wegen der geringen Dichte keinen Krater verursachte. Bis heute wurden keine makroskopischen Bruchstücke des Impaktors gefunden. Eine kleinere Vertiefung wurde von Kulik als Krater gedeutet, was sich allerdings nicht bestätigt hat. Auch die Suche nach mikroskopischen staubförmigen Überbleibseln des Impaktors oder chemischen und isotopischen Anomalien, wie bei Eintrag außerirdischen Materials zu erwarten, ist bisher nicht schlüssig. Nach theoretischen Abschätzungen der möglichen Bahnen des Tunguska-Boliden von P. Farinella et al. (2001) [1] ist ein Stein-Asteroid am wahrscheinlichsten, obwohl auch hier ein Komet nicht vollständig ausgeschlossen werden kann. Die Ergebnisse der jüngsten Tunguska-Expedition 1999 unterstützen die Ansicht vom Meteoriteneinschlag.
Nur wenige Stunden nach dem Tunguska-Ereignis wurde in einem ukrainischen Dorf in der Umgebung Kiews ein Meteoritenfall beobachtet. Zwischen dem aufgefundenen Meteoriten (L6-Chondrit, 1,9 kg, nach seinem Fundort Kagarlyk benannt) und dem Tunguska-Ereignis wurde wegen des ansonsten unwahrscheinlichen zeitlichen Aufeinandertreffens ein Zusammenhang vorgeschlagen [2]. Messungen des Bestrahlungsalters von Kagarlyk [3] ergaben jedoch ein für L6-Chondrite sehr typisches Bestrahlungsalter von 16,2 Millionen Jahre. Demnach ist es unwahrscheinlich, dass Kagarlyk sich erst kurz vor der Explosion vom Tunguska-Objekt abgespalten hat wie es in [2] vorgeschlagen wurde und Kagarlyk scheint eher die gleiche Herkunft zu haben wie die anderen L6-Chondrite.
Neben der Einschlaghypothese wurden auch alternative Theorien vorgeschlagen. Der russische Wissenschaftler Andrei Olchowatow vertritt bereits seit Ende der 1980er Jahre eine rein geophysikalische Deutung des Tunguska-Ereignisses. So auch der deutsche Astrophysiker [http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Kundt Wolfgang Kundt], der die These vertritt, dass es sich um einen vulkanähnlichen Ausbruch handelt. Demnach wäre das Ereignis als Explosion von 10 Millionen Tonnen Erdgas zu erklären, das tagelang über Risse aus einem unterirdischen natürlichen Erdgaslagers entwich, bis in hohe Atmosphärenschichten aufstieg, sich dort entzündete und in einer Flammenfront von oben bis hinunter zur Austrittsstelle abbrannte. Dies würde die von Zeugen berichteten verschiedenen Bewegungsrichtungen der hellen Leuchterscheinung erklären. Auch ein leichtes Erdbeben und merkwürdige atmosphärische Leuchterscheinungen, die in den Tagen vor der Explosion beobachtet wurden, könnten damit in Zusammenhang stehen. Allerdings kann diese Theorie nicht die Helligkeit der Explosion erklären, da die Leuchtdichte eines in Luftsauerstoff brennenden Gases kaum größer als die einer Kerzenflamme ist, und auch keine derart intensive Wärmestrahlung aussendet, wie sie tatsächlich von vielen Menschen wahrgenommen wurde.
Zu den exotischeren bis esoterischen Erklärungsversuchen gehören eine natürliche Nuklearexplosion (z. B. durch einen uranhaltigen Asteroiden), ein kleines Schwarzes Loch, der Absturz eines außerirdischen Raumschiffs, ein Experiment Nikola Teslas, der Energie-Transmitter testete, die starke elektromagnetische Energie über weite Distanzen übertragen, oder die Zündung der ersten Atombombe durch Pierre Curie wie in einer Kurzgeschichte, die Stuart Savory 1984 veröffentlichte, angenommen.
Ähnliche Ereignisse
Es gibt einige Berichte über ähnliche, wenn auch schwächere Explosionen. So soll 1930 über dem Amazonasgebiet eine ähnliche, wenn auch ca. einhundertmal schwächere Explosion stattgefunden haben.
Auch in Nordamerika soll es in den 60er Jahren ein ähnliches Ereignis gegeben haben.
Am 22. September 1979 ereignete sich über dem Südatlantik mit dem der Vela-Zwischenfall eine größere Explosion, bei der es sich vermutlich um einen gemeinsamen, atmosphärischen Atombombentest Südafrikas und Israels handelte.
Siehe auch
Liste von Meteoriten
Alan Parsons widmete diesem Ereignis das Stück Return to Tunguska auf dem Album A Valid Path (2004).
Literatur
- P. Farinella, L. Foschini, Ch. Froeschl, R. Gonczi, T.J. Jopek, G. Longo, P. Michel (2001): Probable asteroidal origin of the Tunguska Cosmic Body. Astronomy & Astrophysics, 377, 1081-1097 ([http://esoads.eso.org/cgi-bin/nph-bib_query?bibcode=2001A%26A...377.1081F&db_key=AST&high=408423404007882 Zusammenfassung], [http://www-th.bo.infn.it/tunguska/aah2886.pdf Volltext (PDF)])
- D. Steel (1995): Tunguska and the Kagarlyk meteorite. The Observatory, Vol. 115, Nr. 1126, p.136
- O. Eugster, E. Polnau, D. Terribilini (1998): Cosmic ray and gas retention ages of newly recovered and of unusual chondrites. Earth and Planetary Science Letters 164, 511-519
Weblinks
- http://www.science-explorer.de/tunguska.htm
- http://www.astronews.com/news/artikel/2003/09/0309-011.shtml
- http://www.sax.de/~stalker/pad/200005/
- http://www.dradio.de/dlf/sendungen/wib/180172/
- http://olkhov.narod.ru/tunguska.htm
- http://www.geocities.com/CapeCanaveral/Cockpit/3240/tunguska.htm#1
- Telepolis: [http://www.heise.de/tp/deutsch/special/raum/9168/1.html Spiegelkometen und -meteoriten stürzen auf die Erde], [http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/lis/13171/1.html Rätselraten um Tunguska-Explosion], [http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/glosse/18105/1.html Sommerloch in Sibirien gefunden]
- http://onkarriere.t-online.de/c/23/02/09/2302096.html
- [http://tejas.serc.iisc.ernet.in/~currsci/aug252001/399.pdf Wolfgang Kundt: The 1908 Tunguska catastrophe - An alternative explanation] Current Science, Vol. 81, No. 4, 25 August 2001 (engl.)
Kategorie:Meteorit
ja:ツングースカ大爆発
ko:퉁구스카 폭발사건
Marcin Kromer Marcin Kromer (1512-1589) - biskup warmiński, polski historyk i kronikarz.
- urodzony w 1512 roku w Bieczu, w rodzinie mieszczańskiej
- skończył szkołę parafialną w Bieczu, a następnie studiował w Akademii Krakowskiej (1528-1530). Po uzyskaniu tytułu bakałarza pozostał w Krakowie
- w latach 1533-1537 pracował w kancelarii królewskiej
- w latach 1537-1539 studiował we Włoszech i w roku 1540 wrócił do Polski jako doktor obojga praw, by zostać sekretarzem arcybiskupa Piotra Gamrata
- w latach 1543 i 1544 pełnił funkcję posła arcybiskupa do Rzymu
- w 1544 roku otrzymał kanonię krakowską
- w 1545 roku - po śmierci Piotra Gamrata został sekretarzem królewskim Zygmunta Augusta i bliskim współpracownikiem podkanclerzego (i późniejszego kanclerza) Samuela Maciejowskiego
- zajmował się sprawami pruskimi i jako znawca tej prowincji otrzymał w 1551 roku kanonię warmińską
- w latach 1558-1564 był stałym posłem na dworze cesarza
- w 1570 roku został mianowany koadiutorem biskupstwa warmińskiego zastępując kardynała Stanisława Hozjusza
- w 1579 roku został biskupem diecezji warmińskiej
- zmarł 23 marca 1589 roku w Lidzbarku Warmińskim
Dzieła Marcina Kromera - napisane po łacinie:
- "De origine et rebus gestis Polonorum libri XXX" ("O pochodzeniu i dziejach Polaków ksiąg trzydzieści" znane także jako "O sprawach, dziejach i wszystkich innych potocznościach koronnych polskich", przekład polski w 1611) wydanej po raz pierwszy w 1555 roku w Bazylei
- "Polonia sive de Situ, Populis, Moribus, Magistratibus et Republica Regni Polonici Libri Duo" (znane jako "Opis Polski" albo "Polska", przekład polski "Polska, czyli o położeniu, obyczajach, urzędach Rzeczypospolitej Królestwa Polskiego" Syrokomili w 1853) - pierwsze autoryzowane wydanie w 1577 roku.
i po polsku:
- "Rozmowa dworzanina z mnichem" - wydana 1551-1554.
- "Historyja prawdziwa o przygodzie żałosnej książęcia finlandzkiego Jana i królewny polskiej Katarzyny" - fabularyzowana historia Jana Wazy i Katarzyny Jagiellonki (rodziców Zygmunta III Wazy), wydana anonimowo w 1570 roku.
- Kronika Polska Marcina Kromera biskupa warmińskiego ksiąg XXX. Dotąd w trzech językach a mianowicie łacińskim, polskim i niemieckim. Wydana na język polski z łacińskiego przełożona przez Marcina z Błażowa Błażowskiego i wydana w Krakowie w drukarni M. Loba r. 1611, obecnie wydana w języku polskim trzecie, tom II, Sanok 1868, tom I (?)
Kromer, Marcin
Kromer, Marcin
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Genlis, Caroline Stéphanie Félicité Du Crest, comtesse de, (1746-1830).
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Nièce par son mariage de Mme de Montesson, maîtresse de Philippe,d'Orléans, le père de Philippe Egalité , alors duc de Chartres, Mme de Genlis devient en 1772 dame d'honneur de la duchesse de Chartres et pré
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