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ICAO
Die International Civil Aviation Organisation (ICAO) ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, die die Planung des zivilen Luftverkehrs durchführt. Sie wurde 1944 mit dem Chicagoer Abkommen gegründet und hat ihren Sitz in Montréal (Kanada). Ihr gehören über 188 Vertragsstaaten an. Deutschland wird durch eine ständige Delegation des Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen vertreten, Österreich durch das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie.
Aufgaben
Zu den Aufgaben der ICAO gehören unter anderem die Standardisierung und Sicherheit des Flugverkehrs, die Entwicklung von Infrastrukturen, sowie die Erarbeitung von Empfehlungen und Richtlinien. Eine der wichtigsten Aufgaben der ICAO ist jedoch die Regelung der internationalen Verkehrsrechte, der sog. Freiheiten der Luft. Des weiteren obliegt der ICAO die Zuteilung der sog. ICAO-Codes. Von der ICAO wurde z.B. auch ein Standard für maschinenlesbare Reisedokumente spezifiziert.
SAR (Search and Rescue)
Auf Vereinbarungen der ICAO-Mitgliedstaaten beruht der Betrieb von Such- und Rettungsdiensten in vielen Nationen. Diese Einrichtung, abgekürzt bekannt unter SAR (Search and Rescue)-Dienst, garantiert die schnelle und adäquate Hilfeleistung nach Luft- und Seenotfällen.
Edward Warner Medaille
Die ICAO gibt seit 1959 einen Preis für besondere Leistungen in der Zivilluftfahrt heraus, die Edward Warner Medaille. Benannt ist dieser Preis nach Edward Pearson Warner, der von 1954 bis 1957 der erste Vorsitzende der ICAO war. Erster Preisträger wurde posthum der Niederländer Albert Plesman. Die Medaille ist die höchste Auszeichnung, die in der internationalen Luftfahrt verliehen wird. Am 14.März 2003 wurde entschieden, daß die Edward Warner Medaille nur mehr alle drei Jahre verliehen wird.
Bisherige Preisträger
- 1959: Dr. Albert Plesman
- 1961: International Aeronautical Federation
- 1963: Max Hymans
- 1965: Sir William Hildred
- 1968: Henri Bouché
- 1971: Ruben Martin Berta
- 1972: ASECNA - Agence pour la Sécurité de la Navigation aérienne en Afrique et à Madagascar
- 1973: Shizuma Matsuo
- 1974: Professor Dr. Alex Meyer
- 1975: Charles A. Lindbergh
- 1976: COCESNA - Corporación Centroamericana de Servicios de Navegación Aérea
- 1977: Mohammed Soliman El Hakim
- 1978: Sir Donald Anderson
- 1979: Agnar Kofoed-Hansen
- 1980: Dr. Indalecio Rego Fernandez
- 1981: Dr. Harry G. Armstrong
- 1982: Dr. Werner Guldimann
- 1983: Knut Hammarskjöld
- 1984: Maurice Bellonte
- 1985: Dr. Alexandr Fedotovich Aksenov
- 1986: J.R.D. Tata
- 1988: AEROTHAI - Aeronautical Radio of Thailand
- 1989: Anesia Pinheiro Machado
- 1990: Igor Ivanovich Sikorsky
- 1991: Dr. K.N.E. Bradfield
- 1992: Dr. Edward R.K. Dwemoh
- 1993: Arnold Kean
- 1994: Professor Dr. Ing. Bacharuddin Jusuf Habibie
- 1995: Captain Elrey B. Jeppesen
- 1996: The Institute of Air and Space Law of McGill University (Canada)
- 1997: Dr. Tatyana Grigorievna Anodina
- 1998: Dr. Kenneth Rattray, Jamaica
- 1999: Mr. Jerome F. Lederer
- 2000: Singapore Aviation Academy (SAA)
- 2001: Petro Vasilyevich Balabuyev
- 2002: International Academy of Aviation and Space Medicine (IAASM)
- 2004: Professor Brian O'Keeffe
Das ICAO Alphabet wurde an 1. März 1956 als internationales Merkwortalphabet von der Flugsicherungskommission der ICAO eingeführt und wird weltweit in der Luftfahrt und in vielen anderen Bereichen u.a. durch die NATO als Buchstabiertafel verwendet
ICAO Codes
Die ICAO Codes dienen zur eindeutigen Identifizierung von Flugplätzen und Heliports einerseits und Fluglinien andererseits.
Die ICAO-Codes werden in erster Linie von Flugkontrollen und zum Planen der Flugroute benutzt und sind nicht zu verwechseln mit den aus nur drei Buchstaben bestehenden IATA-Codes für Flughäfen, mit denen Privatpersonen sehr viel häufiger konfrontiert werden, weil sie auf Reservierungen, Tickets, Zeittafeln am Flughafen, etc. benutzt werden.
ICAO-Codes für Flughäfen
ICAO Codes für Flugplätze und Heliports bestehen aus einer eindeutigen Kombination aus vier lateinischen Buchstaben.
Aufbau des ersten Teils des Codes
Der erste Buchstabe gibt die Region/den Kontinent, bzw. in manchen Fällen das Land an, in dem sich der Flugplatz befindet.
Der zweite Buchstabe bezeichnet meist das Land (z.B. ED=Deutschland, LO=Österreich, LS=Schweiz).
Aufbau des zweiten Teils des Codes
Die beiden letzten Zeichen (bei Ländern für die nur der erste Buchstabe steht die drei letzten) dienen zur Zuordnung der Flughäfen innerhalb der jeweiligen Länder. Deren Bedeutungen sind je nach Land unterschiedlich geregelt.
Österreich
In Österreich zum Beispiel gibt der dritte Buchstaben bei kleinen, nicht internationalen Flughäfen, sowie Heliports den Flughafen an, der für den Such- und Rettungsdienst zuständig ist. Ist der dritte Buchstabe ein G ist der Flughafen Graz/Thalerhof zuständig, oder ein K ist Klagenfurt zuständig usw. Handelt es sich bei dem Flughafen um einen Internationalen Flughafen, wird dies durch ein W gekennzeichnet. Bei reinen Militärflughäfen wird ein X angegeben.
Der vierte Buchstabe ist meist identisch mit dem Anfangsbuchstaben des geogr. Ortes, dem der Flugplatz zugeordnet ist, allerdings mit einigen Ausnahmen.
Beispiele:
- LOXN=Militärflugplatz Wr.NEUSTADT (L=Südeuropa, O=Österreich, X=Militärflugplatz, N=Neustadt)
- LOGK=Kapfenberg (L=Südeuropa, O=Österreich, G=Flughafen Graz, K=Kapfenberg)
- LOAM=Wien Meidling Unfallkrankenhaus (Der Heliport gehört zur Flugsicherungsstelle Wien. Da aber ein W für internationale Flughäfen steht(mit Ausnahme von Zell/See = LOWZ), wird für Wien in solchen Fällen ein A verwendet,um Verwechslungen zu vermeiden. Das A stammt vom aufgelassenen Wiener Flughafen Aspern)
- LOWW=Wien Schwechat (L=Südeuropa, O=Österreich, W=int.Flughafen, W=Wien)
Deutschland
In Deutschland gibt der dritte Buchstabe bei militärischen Flughäfen an, welche Teilstreitkraft den Platz nutzt:
Steht bei zivilen Plätzen an dritter Stelle auch ein D, so handelt es sich um einen Flughafen mit größerer Bedeutung. Bsp: EDDV - Hannover, EDDH - Hamburg
Schweiz
In der Schweiz wird die so genannte FIR (Flight Information Region) LS in zwei etwa gleich grosse Hälften geteilt. Es handelt sich dabei um die Informationsgebiete Zürich und Genf. Der dritte Buchstabe wird entweder einer dieser Sub-Regionen oder Privat-,Heli- oder Militär-Plätzen zugeteilt. Der letzte Buchstabe ist meist das Initial des Flugplatzes.
Flugplätze innerhalb der Region Zürich werden mit LSZ_ ergänzt. Bei Genf entsprechend LSG_. (Beispiele: LSZH = Flughafen_Zürich, LSGG = Aéroport International de Genève). Des weiteren gibt es LSP_ (Private-), LSX_ (Heli-) und LSM_ (Militär-)Flugplätze.
USA
In den USA wird dem ersten Buchstaben (K) einfach der IATA-Code des jeweiligen Flughafens hinzugefügt um den ICAO Code zu bilden (Beispiel: KJFK für den New Yorker John F. Kennedy International Airport).
Fluglinien-Codes
Auch für Fluggesellschaften gibt es eine Codierung von Seiten der ICAO. Sie besteht aus drei Buchstaben (z.B. DLH für die Deutsche Lufthansa, AUA für Austrian Airlines oder SWR für Swiss International Airlines). Sie beruhen jedoch nicht auf einem System wie bei der Codierung der Flugplätze. Ähnlich wie bei den Flugplätzen sind den Fluggästen die aus zwei Buchstaben oder Zahlen bestehenden IATA - Codes (z.B. LH für die Deutsche Lufthansa, OS für Austrian Airlines und LX für Swiss International Airlines) geläufiger. Manche Gesellschaften benutzen jedoch ihren ICAO 3-Letter-Code, sei es weil sie keinen IATA - Code haben oder aus Marketinggründen. So nutzt zum Beispiel die Fluggesellschaft Hamburg International vorrangig ihren prägnanten ICAO - Code HHI an Stelle des IATA - Codes 4R.
Flugzeugtypencodes
Außerdem vergibt die ICAO vierstellige, aus lateinischen Zeichen und Nummern bestehende Codes für Flugzeugtypen (Beispiel A332 für den Airbus A330-200), siehe Liste der Flugzeugtypencodes.
Siehe auch : Portal:Vereinte Nationen
Weblinks
- [http://www.icao.int Homepage der ICAO]
- [https://pilotweb.nas.faa.gov/qryhtml/icao ICAO-Codes internationaler Flughäfen]
- [http://www.dfs.de/dfs/internet/deutsch/index.html DFS Deutsche Flugsicherung GmbH (ausführende Organisation in Deutschland)]
- [http://www.austrocontrol.at Austro Control Österreichische Gesellschaft für Zivilluftfahrt mbH (ausführende Organisation in Österreich)]
- [http://www.skyguide.ch skyguide (ausführende Organisation in der Schweiz)]
Kategorie:UN-Sonderorganisation
Kategorie:Luftverkehr
Kategorie:Verkehrsbehörde
ja:国際民間航空機関
ko:국제민간항공기구
ms:International Civil Aviation Organization
Vereinten Nationen
Die Vereinten Nationen (VN; engl. United Nations, UN; oft UNO für United Nations Organisation) sind ein zwischenstaatlicher Zusammenschluss fast aller Staaten der Erde (192 von 193 der durch die UNO anerkannten autonomen Staaten) und als globale Internationale Organisation uneingeschränkt anerkanntes Völkerrechtssubjekt.
Die wichtigsten Aufgaben der Organisation sind die Sicherung des Weltfriedens, die Einhaltung des Völkerrechts, der Schutz der Menschenrechte und die Förderung der internationalen Zusammenarbeit.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte der Vereinten Nationen
Ihre Wurzeln haben die Vereinten Nationen im Völkerbund, der nach dem Ersten Weltkrieg mit dem Ziel gegründet wurde, den Frieden auf der Welt dauerhaft zu sichern. Allerdings erhielt der Völkerbund durch mangelndes Beitrittsinteresse (so waren etwa die USA kein Mitglied im Völkerbund) nicht den nötigen Einfluss, um seine Ziele durchsetzen zu können und war mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges praktisch gescheitert.
US-Präsident Franklin D. Roosevelt unternahm nach dem Scheitern des Völkerbundes noch während des Zweiten Weltkrieges einen zweiten Versuch, eine Organisation zur Sicherung des Friedens zu schaffen und erarbeitete zusammen mit dem britischen Premierminister Winston Churchill die Atlantik-Charta. Am 1. Januar 1942 beriefen sich 26 Staaten in der Declaration by United Nations auf die Prinzipien der Atlantik-Charta. Durch die Mitarbeit der UdSSR und der Republik China an der neuen Friedensordnung kam es zur Moskauer Erklärung der Vier Mächte, die auf eine schnellstmögliche Schaffung einer allgemeinen, auf dem Prinzip der souveränen Gleichheit aller friedliebenden Staaten aufbauenden Organisation zur Aufrechthaltung des Friedens und der internationalen Sicherheit zielte. Bei der Konferenz von Dumbarton Oaks wurde weiter über die Gründung der UN beraten. Nach Einbeziehung Frankreichs in den Kreis der hauptverantwortlichen Mächte konnte die Charta der Vereinten Nationen 1945 auf der Konferenz von Jalta fertig gestellt werden. Sie wurde am 26. Juni 1945 in San Francisco von 50 Staaten unterzeichnet. Polen unterzeichnete die Charta erst später, zählt aber zu den 51 Gründungsmitgliedern.
Die Charta trat am 24. Oktober des gleichen Jahres in Kraft, nachdem die Republik China, Frankreich, die Sowjetunion, Großbritannien, die Vereinigten Staaten von Amerika und die Mehrheit der Gründungsstaaten die Charta ratifiziert hatten.
Die Vereinten Nationen haben ihren Hauptsitz in New York und drei weitere Sitze in Genf (UNOG), Wien (UNOV) und Nairobi (UNON). In Den Haag befindet sich der Internationale Gerichtshof.
Anzumerken ist, dass nach offiziellem Sprachgebrauch sich die UNO Sitze nicht in dem jeweiligen Land befinden, sondern nur von diesen umgeben werden, d.h. dass der Internationale Gerichtshof in Den Haag ist, oder der Hauptsitz der UNO in New York. In der UNO gelten Regeln eigener Art und die Staatsmacht des jeweiligen Sitzlandes darf dort keine Zwangsmaßnahmen ausüben, wodurch ihre Souveränität insoweit nicht infrage steht. Dass Einrichtungen der UNO eine Art „Internationales Territorium“ darstellen würden, ist völkerrechtlich nicht anerkannt. Jedoch sind ihre Einrichtungen exterritoriales Gebiet, vergleichbar dem von Botschaften.
Mitglieder der Vereinten Nationen
vollständige Liste, siehe: Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen (alphabetisch) oder Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen (chronologisch)
Gründungsmitglieder der UNO im Jahr 1945 waren:
Ägypten, Albanien, Äthiopien, Argentinien, Australien, Belarus, Belgien, Bolivien, Brasilien, Chile, Republik China, Costa Rica, Dänemark, Dominikanische Republik, Ecuador, El Salvador, Frankreich, Griechenland, Guatemala, Haiti, Honduras, Indien, Irak, Iran, Jugoslawien, Kanada, Kolumbien, Kuba, Libanon, Liberia, Luxemburg, Mexiko, Neuseeland, Nicaragua, Niederlande, Norwegen, Panama, Paraguay, Peru, Philippinen, Polen, Saudi-Arabien, Sowjetunion, Südafrika, Syrien, Tschechoslowakei, Türkei, Ukraine, Vereinigte Staaten von Amerika, Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland, Uruguay und Venezuela.
1973 traten die DDR und die Bundesrepublik Deutschland als 133. und 134. Mitglied der UNO bei. Österreich trat der UNO im Jahr 1955 bei, die Schweiz erst 2002.
Keine Mitglieder sind unter anderem der Vatikanstaat (dessen völkerrechtliche Vertretung, der Heilige Stuhl, jedoch Beobachterstatus hat) und die nicht von allen Ländern anerkannten Staaten (West-)Sahara (Demokratisch-arabische Republik Sahara), die Türkische Republik Nordzypern (TRNZ), die Cookinseln und die Republik China (Taiwan). Die Republik China nimmt hier jedoch eine Sonderstellung ein, da sie als Gründungsmitglied der UN von 1945 bis 1971 sogar eines von fünf ständigen Mitgliedern im UN Sicherheitsrat war. Im Jahr 1971 musste die Republik China nach einem Beschluss der Generalversammlung aus den UN ausscheiden. Seither vertritt die Volksrepublik China, als ständiges Mitglied im Sicherheitsrat, die chinesischen Interessen innerhalb der Vereinten Nationen.
Die Finanzierung der UNO
Finanziert wird die UNO durch die Mitgliedsländer, dabei ist festgelegt, dass jedes Land mindestens 0,001 % zum ordentlichen Haushalt beitragen muss und höchstens 25 % des Haushalts tragen darf. Die größten Finanzierer in den Beitragsjahren 2004-2006 sind die USA mit 22%, Japan mit 19,5 %, Deutschland mit 8,7 %, Großbritannien mit 6,1 % und Frankreich mit 6 %. Alle anderen Länder tragen weniger als 5 % bei; etwa die Hälfte bezahlen nur den Mindestbeitrag von 0,001 %. Durch die Einnahmen aus dem Verkauf von eigenen Briefmarken und Souvenirs kommt seit Jahren mehr Geld in die Kasse der UNO, als nahezu 2/3 der Mitglieder an Beiträgen zahlen.
Die Charta der Vereinten Nationen
Hauptartikel: Charta der Vereinten Nationen
Die Charta ist die Verfassung der UNO und wurde am 26. Juni 1945 im Theatersaal des Veterans War Memorial Building in San Francisco unterzeichnet. In Kraft trat die Charta am 24. Oktober 1945. Polen, das 22. Gründungsmitglied, hatte an der Konferenz nicht teilnehmen können und unterschrieb später. Die Charta ist ein zeitlich nicht begrenzter völkerrechtlicher Vertrag und wurde seit ihrer Gründung an nur vier Stellen geändert, nämlich die Artikel 23, 27, 61 und 109.
Sie besteht aus einer Präambel und 19 Kapiteln mit 111 Artikeln, im Gegensatz dazu hatte der Völkerbund nur 26 Artikel. Die Kapitel beschäftigen sich unter anderem mit den verschiedenen Hauptorganen der UNO, der friedlichen Beilegung von Streitigkeiten, den Maßnahmen bei Bedrohung oder Bruch des Friedens und bei Angriffshandlungen, sowie ihren Zielen und Grundsätzen.
Am meisten umstritten und diskutiert ist der Artikel 2, Ziffer 7, in dem es heißt:
::„Die UNO ist nicht befugt in Angelegenheiten, die ihrem Wesen nach zur inneren Zuständigkeit eines Staates gehören, einzugreifen.“
Organe der Vereinten Nationen
Hauptorgane
Völkerbund]
Völkerbund]]
Völkerbund
Gemäß [http://www.runiceurope.org/german/charta/charta.htm#3 Kapitel 3, Artikel 7] der Charta setzt sich die UNO aus sechs Hauptorganen zusammen, die für die Entscheidungsprozesse maßgeblich sind. Neben den Hauptorganen gehören eine Reihe von Nebenorganen und Sonderorganisationen zum System der Vereinten Nationen, die mit der Wahrnehmung spezifischer Aufgaben befasst sind.
- Die Generalversammlung (General Assembly): Vertreter aller UNO-Mitgliedstaaten haben einen Sitz und eine Stimme. Die Generalversammlung kann an die Mitgliedstaaten nicht bindende Empfehlungen abgeben und Vorlagen an den Sicherheitsrat richten, sie entscheidet auch über die Aufnahme neuer Mitglieder.
- Das Sekretariat (United Nations Secretariat): höchster Verwaltungsbeamter ist der Generalsekretär.
- Der Sicherheitsrat (Security Council) hat 15 Mitglieder, davon sind China, Russland, Frankreich, Großbritannien und die USA ständige Mitglieder. Die anderen zehn Mitglieder werden jeweils auf zwei Jahre von der Generalversammlung gewählt. Beschlüsse des Sicherheitsrats sind bindend und durchsetzbar. Sie bedürfen der Zustimmung von mindestens neun Mitgliedern, darunter alle fünf ständigen Mitglieder (ausgenommen Beschlüsse über Verfahrensfragen). Man spricht hier von einem „Veto-Recht“ der ständigen Mitglieder. In der Praxis wird die Stimmenthaltung eines ständigen Mitgliedes nicht als „Veto“ gewertet.
- Der Wirtschafts- und Sozialrat (Economic and Social Council, ECOSOC): Ihm sind die vielen Spezialorganisationen unterstellt.
- Der Treuhandrat (Trusteeship Council) hat seine Aufgaben mittlerweile suspendiert, da es momentan keine Treuhandgebiete gibt.
- Der Internationale Gerichtshof, IGH (International Court of Justice, ICJ) in Den Haag als universelles völkerrechtliches Schiedsgericht.
Nebenorgane und Sonderorganisationen
Hauptartikel: UN-Spezialorganisation
Nebenorgane der UN-Generalversammlung werden zur Wahrnehmung spezieller Tätigkeiten gegründet. Sie haben ihr eigenes Verwaltungssystem, aber keine eigene völkerrechtliche Grundlage und sind nicht Völkerrechtssubjekte wie die UNO selbst. Zurzeit gibt es insgesamt 22 Nebenorgane, neben dem wohl bekanntesten dem Kinderhilfswerk UNICEF, u. a. das Umweltprogramm UNEP, das Welternährungsprogramm WFP, das Flüchtlingskommissariat UNHCR und das Entwicklungsprogramm UNDP.
Sonderorganisationen sind rechtlich, organisatorisch und finanziell selbständig, jedoch durch ein Abkommen eng mit der UNO verbunden. Einige Organisationen sind zum Teil sogar älter als die UNO selbst. Mittlerweile gibt es 16 dieser zwischenstaatlichen Organisationen. Die UNO arbeitet unter anderem mit den folgenden autonomen Organisationen eng zusammen: UNESCO, WHO, IAO, IWF und andere. Die Arbeit der Sonderorganisationen wird durch den UN-Wirtschafts- und Sozialrat koordiniert.
Arbeit und Ziele
Seit ihrer Gründung konnte die UNO mehrere beachtliche Erfolge erzielen, unter anderem:
- sie wirkte bei der Gründung des Staates Israel 1947 bis 1949 mit
- sie entschärfte die Berlinkrise 1948–1949,
- die Kubakrise 1962
- die Nahostkrise 1973
- sie wirkte in Rhodesien 1976 auf die Einführung des Wahlrechts für Schwarze hin
- Beendigung des Krieges zwischen dem Irak und Iran 1988
Sie sicherte direkt den Frieden etwa in
- Kambodscha 1993
- Mosambik 1994
- Angola 1995
- Guatemala 1996
- Zypern.
Viele Ziele haben die Vereinten Nationen bereits erreicht:
- Ausarbeitung der Menschenrechte 1948
- Ausrotten oder Eindämmen von Krankheiten (Pocken)
- Das Welternährungsprogramm der UNO stellt jährlich mehr als die Hälfte der weltweit geleisteten Nahrungsmittelhilfe bereit
- Sie sorgt für Schutz von Flüchtlingen
- Sie bilden Minensucher aus, zum Beispiel gibt es in Afghanistan zehn Millionen verlegte Minen
- 70 Prozent der Aktivitäten der UNO erstrecken sich auf die Bereiche Entwicklungshilfe und humanitäre Hilfe.
Friedenssicherung
Entwicklungshilfe
Die Friedenssicherung ist eine der Hauptaufgaben der Vereinten Nationen. Sie sind der Vermeidung und Beendigung internationaler Konflikte zentral verpflichtet. Der hohe Stellenwert wird dadurch deutlich, dass bereits im ersten Artikel der UN-Charta das Ziel formuliert wird, ...
:: den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren und zu diesem Zweck wirksame Kollektivmaßnahmen zu treffen, um Bedrohungen des Friedens zu verhüten und zu beseitigen, Angriffshandlungen und andere Friedensbrüche zu unterdrücken und internationale Streitigkeiten oder Situationen, die zu einem Friedensbruch führen könnten, durch friedliche Mittel nach den Grundsätzen der Gerechtigkeit und des Völkerrechts zu bereinigen oder beizulegen. (Art. 1, Ziff. 1 der UN-Charta).
Zur Erreichung dieses Zieles wurde von den Vereinten Nationen durch die freiwillige Einbindung der UNO-Mitgliedstaaten ein System kollektiver Sicherheit geschaffen. Kern dieses kollektiven Sicherheitssystems ist das allgemeine Gewaltverbot:
::„Alle Staaten unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt“ (Art. 2, Ziff. 4 der UN-Charta).
Trotz des allgemeinen Gewaltverbots schließt die Charta die Gewaltanwendung nicht völlig aus. Sie ist neben dem individuellen Selbstverteidigungsrecht jedes Landes auf den Sicherheitsrat konzentriert: Kollektive Maßnahmen gegen Friedensstörer unter Beachtung des Kapitel VII, wie wirtschaftliche, kommunikative und sonst nicht-militärische Sanktionen bis erforderlichenfalls hin zur Gewaltanwendung. Der Sicherheitsrat wird dadurch zum Träger des „Gewaltlegitimationsmonopols“. Bevor der Sicherheitsrat entsprechende Maßnahmen in einer friedensbedrohenden Situation beschließen kann, muss er zunächst untersuchen, ob ein Bruch des Friedens vorliegt. Sollte dies der Fall sein, so hat er grundsätzlich zwei Möglichkeiten, auf einen solchen Bruch zu reagieren: Er kann sowohl Empfehlungen an die UNO-Mitglieder aussprechen, als auch Zwangsmaßnahmen gegenüber dem Friedensstörer selbst, als auch allen anderen Mitgliedstaaten.
Bei Zwangsmaßnahmen sind sowohl nichtmilitärische Sanktionen, als auch direktes militärisches Eingreifen durch die UNO selbst oder durch mandatierte Mitglieder möglich. Das Aufstellen von UNO-Truppen ist in der Charta zwar vorgesehen, kam jedoch nie zustande. Zu den nichtmilitärischen Sanktionen gehören die „vollständige oder teilweise Unterbrechung der Wirtschaftsbeziehungen, des Eisenbahn-, See- und Luftverkehrs, der Post-, Telegraphen- und Funkverbindung sowie sonstiger Verkehrsmöglichkeiten und den Abbruch der diplomatischen Beziehungen“ (Art. 41 der UN-Charta).
Blauhelme
Hauptartikel: Friedenstruppen der Vereinten Nationen
Die Blauhelme sind die Friedenssoldaten der UNO. Sie waren als Mittel der passiven Friedenssicherung nicht in der Charta vorgesehen. Doch Dag Hammarskjöld und Lester Pearson entwarfen die Idee der Friedenssoldaten in Krisensituationen. Blauhelmsoldaten sind leicht zu erkennen, denn sie tragen, wie der Name schon sagt, entweder einen blauen Helm oder ein blaues Barett mit einem UNO-Abzeichen neben der Uniform ihres Landes. Ein Mandat zur Entsendung von Blauhelmen kann nur der UN-Sicherheitsrat erteilen, doch die Regierung jedes Landes darf selbst entscheiden, ob sie Soldaten zu einem solchen Einsatz entsendet. Bis 1990 hat die UNO bereits 500.000 Soldaten und Zivilpersonen zu Maßnahmen zur Erhaltung des Friedens eingesetzt. Zur Friedensherstellung werden Blauhelme jedoch nicht eingesetzt.
Ruanda-Krise
1994 wurde in Ruanda eines der schwersten Verbrechen der Geschichte begangen. Durch einen Gewaltausbruch kamen 800.000 Angehörige der Volksstämme Hutu und Tutsi ums Leben. Diesem Völkermord mussten die Blauhelmsoldaten der UNO tatenlos zusehen, da ihre Anzahl erstens viel zu gering war und die Blauhelmsoldaten zweitens nicht mit einem Mandat ausgestattet waren, das ein Eingreifen überhaupt gestattet hätte. Dieses Ereignis gilt gemäß Aussage von Kofi Annan als das größte Versagen der UNO.
Bosnien-Krise
Ende Mai 1995 kam es in Bosnien und Herzegowina nach NATO-Luftangriffen auf ein Munitionsdepot der bosnischen Serben in Pale zu einer Aufsehen erregenden Geiselnahme von UN-Soldaten. Als Folge der Luftangriffe wurden ausgewiesene NATO-Schutz-Zonen überfallen, UN-Soldaten als Geiseln genommen, an taktischen Positionen angekettet und zur Schau gestellt.
UNO-Sprachen
Obwohl die Vereinten Nationen eine Weltorganisation sind, werden schon aus praktischen Gründen nicht alle Sprachen der Welt offiziell benutzt. Tatsächlich beschränkt man sich auf sechs Amtssprachen: Arabisch, Chinesisch, Englisch, Französisch, Russisch und Spanisch. Von diesen sechs sind zwei - Englisch und Französisch - Arbeitssprachen. Dies ist in der Resolution 2 festgelegt, die von der Generalversammlung angenommen wurde.
Amtssprache bedeutet, dass in jeder offiziellen Sitzung eine Übersetzung nach und aus diesen Sprachen zu erfolgen hat und dass alle sitzungsvorbereitenden Dokumente, alle Resolutionsentwürfe und alle Protokolle und Berichte in angemessenem zeitlichen Rahmen in diesen Sprachen zur Verfügung stehen müssen. Für die Arbeitssprachen gilt, dass alle organisationsinternen Arbeitsabläufe (mündlich und schriftlich) in diesen beiden Sprachen ablaufen können. Im Umgang mit dem Sekretariat der Vereinten Nationen hat jede(r) Delegierte das Recht, sich mündlich und schriftlich in der Arbeitssprache seiner oder ihrer Wahl auszudrücken. Auch müssen alle offiziellen Äußerungen des Sekretariats in den beiden Arbeitssprachen ablaufen (Anzeigen, Beschilderungen, etwa das bekannte "Security Council/Conseil de sécurité" in New York, Broschüren, Führungen usw.)
Dieses Regelwerk schließt einsprachige Auftritte prinzipiell aus.
Kritik an der UNO
Zusammensetzung des UNO-Sicherheitsrates
Ein Kritikpunkt ist die historisch bedingte Zusammensetzung des UNO-Sicherheitsrates. Die ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats machen regen Gebrauch von ihrem Vetorecht, um Verurteilungen und Sanktionen gegen sich selbst oder befreundete Staaten abzuwenden, so legte 1946-64 etwa die Sowjetunion 103 Mal Veto gegen einmütige Mehrheiten ein. Oder auch im Falle Israels, das bereits 69 Konventionen ignorierte, wurde es durch ein Veto der USA bei 20 Konventionen geschützt.
Betrachtet man die Anteile an der Weltbevölkerung, die die Einwohner der ständigen Mitglieder stellen, stehen diese in keinem ausgeglichenen Verhältnis zu den ihnen eingeräumten privilegierten Kompetenzen. Beispielsweise verfügt Frankreich, ein Land mit 60 Millionen Einwohnern, über einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat, Indien, in dem über 1 Mrd. Menschen leben, jedoch nicht. Dieses Problem lässt sich auf keine einfache Weise lösen, denn die hierarchische Architektur des UNO-Sicherheitsrates, die einigen wenigen Staaten größere Machtbefugnisse zubilligt, reflektiert letztlich die große Diversität in der Entwicklung der realen Macht der Nationen. In diesem Sinne ist der Sicherheitsrat ein Machtkonzentrations- und Handlungsorgan und dient nicht der Repräsentation. Selbst mit 15 Mitgliedern stieß er oft und schnell an die Grenze seiner Handlungsfähigkeit wegen der widerstreitenden Interessen, die durch jedes Mitglied transportiert werden.
Ein Sicherheitsrat, in dem jeder Mitgliedstaat gemäß seinem Bevölkerungsanteil gerecht repräsentiert und mit Vetorecht ausgestattet wäre, wäre praktisch handlungsunfähig, da es nahezu unmöglich ist, für konkrete und bindende Entscheidungen einer gewissen Tragweite einen Konsens von über 190 Staaten zu erwirken. Eine wirklich "gerechte" Umgestaltung des Weltsicherheitsrats könnte somit nur in Verbindung mit einer grundlegenden Reform der gesamten Verfassung der UNO vonstatten gehen, unter Konsolidierung von Rolle und Kompetenzen der Generalversammlung.
Die Ursachen dafür, dass es bislang nicht zu einer solchen Reform kam, scheinen sich auszubalancieren: Eine entschlossene Umgestaltung, die dem Gedanken einer Weltorganisation Rechnung trüge, implizierte einen Machtverlust der bisher privilegierten ständigen Mitglieder - überwiegend Industrieländer, die den größten Teil der Finanzierung der UNO aufbringen.
Kompetenzen
Ein zentrales Problem der UNO sind und bleiben die kaum vorhandenen Kompetenzen derselben. Es gelang der UNO vor allem deshalb, nahezu alle Staaten der Welt unter einem Dach zu vereinen, weil die Charta an entscheidenden Stellen so flexibel interpretierbar ist, dass sie von praktisch allen kulturellen Überzeugungen und politischen Ideologien - auch wenn diese sich z.T. gegenseitig ausschließen - in deren Sinne und zu deren Gunsten entsprechend der Situation ausgelegt werden kann. Damit das Konzept einer handlungsfähigen Weltorganisation vollständig aufgehen kann, wäre eine massive Abgabe nationalstaatlicher Kompetenzen an diese Organisation in allen drei Bereichen der Gewaltenteilung (Exekutive, Legislative und Judikative) notwendig. Dazu ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt kaum ein Staat bereit. Die europäischen Staaten sind ja nicht einmal zu einer EU-Verfassung bereit, wie sich im Jahre 2005 gezeigt hat.
Letztlich vereiteln nationale Alleingänge die meisten Ansätze, zu mehr Verbindlichkeit innerhalb der UNO zu gelangen. Beispiel dafür sind etwa die USA, die die Zuständigkeit des Internationalen Strafgerichtshofs für eigene Bürger ablehnen und sich für den Fall eines gegen ihren Willen dort herbeigeführten Prozesses sogar die militärische "Befreiung" vorbehalten wollten, was die Legitimation des Internationalen Strafgerichtshofs insgesamt in Frage stellt. An diesem Beispiel zeigt sich auch, dass die UNO kaum - oder gar nicht - in Kollision mit den Interessen der USA Politik betreiben kann, da sie mit den Vereinigten Staaten von Amerika finanziell, historisch, personell und konstitutionell zu stark verwoben ist.
Manche Kritiker werfen der UNO deshalb vor, für viel Geld, das anderweitig sinnvoller ausgegeben werden könnte, vor allem stapelweise bedrucktes Papier zu produzieren - ein allerdings sehr pointierter Standpunkt. Denn mehr Verbindlichkeit bedeutet notwendig auch mehr Uniformität. Wenngleich es der UNO nur auf einer sehr rudimentären Ebene gelang, einheitliche kulturelle und politische Vorstellungen der Menschheit zu definieren, waren doch einige UNO-Missionen durchaus erfolgreich und ob die zwischenstaatliche Konfliktbewältigung ohne die UNO-Vermittlung besser abliefe, darf ebenfalls bezweifelt werden. Realistisch betrachtet, kann es auf längere Sicht keine echte Weltregierung geben, solange sich die Völker der Welt nicht auf eine widerspruchsfreie und trotzdem scharfe Definition ihrer kulturellen und politischen Werte mitsamt der sich daraus ergebenden Implikationen einigen können und an diesem Anspruch sollte die UNO auch nicht gemessen werden.
Weitere Kritik
- Ein großer Fehlschlag war das 1960 erstellte Entwicklungshilfe-Konzept. Die Länder der Dritten Welt erhielten Geld, um sich zu entwickeln, doch der Aufbau eines erfolgreichen Handelssystems unterblieb, so dass sie in eine zunehmende Abhängigkeit von den Transferleistungen gerieten.
- Der UNO wird auch vorgeworfen, dass sie sich im Laufe der Zeit nur in all jene Konflikte eingeschaltet hat, die die stärkste Beachtung in den Medien fanden. Herausgehalten hat sie sich dagegen Krisen in Sudan, Armenien, Bangladesch, Myanmar, Kolumbien, Ruanda und Peru.
- Bei Industriestaaten herrscht ein relatives Desinteresse bei allgemeinen wirtschaftlichen und sozialen Aktivitäten der UNO; wenn sich tatsächlich Probleme einstellen, die man ernst nimmt, werden diese oft nach stillschweigender Übereinkunft außerhalb oder beilläufig in der UNO behandelt.
- 1946 scheiterte der Plan der Vereinigten Staaten, die nuklearen Waffen unter die Kontrolle der UNO zu stellen, einerseits wollten die USA auf die Atombomben nicht verzichten, solange sie nicht sicher sein konnten, dass kein anderes Land sie bauen kann, anderseits wollte die Sowjetunion ihre Forschung nicht einstellen, solange Washington über das Nuklearwaffen-Monopol verfügt. Während des Kalten Krieges versuchte jede Supermacht, weitere Staaten auf ihre Seite zu ziehen, sie wurden mit großzügigen Wirtschaftshilfen und Ausrüstungen gelockt. Infolgedessen brachen viele Kriege aus, die diese stellvertretend für die Supermächte ausfochten (Stellvertreterkriege).
- Ein weiterer, umstrittener Kritikpunkt ist, dass sich die UNO überproportional mit der Verurteilung Israels befasst. Mit den Stimmen der arabischen Staaten wurden so viele Resolutionen gegen Israel erlassen und so viele Sondersitzungen zum Thema Nahostkonflikt einberufen wie zu keinem anderen Thema. Jedoch wurden unabhängig von ihrer Berechtigung die Resolutionen nicht durchgesetzt, da die USA bei implementierenden Maßnahmen immer zugunsten Israels ihr Veto einlegen. Auch werden Menschenrechtsverletzungen in der arabischen Welt selten thematisiert und erst kürzlich ein Resolutionsentwurf, der erstmals in der Geschichte der UNO explizit den Antisemitismus verurteilen sollte, mit den Stimmen der arabischen Staaten abgelehnt. Einen Höhepunkt erreichte dies beim UNO-Kongress in Durban, wo der Zionismus als gleichbedeutend mit Rassismus erklärt wurde.
Wichtige Resolutionen
- Resolution 242 des UN-Sicherheitsrates: fordert den Rückzug Israels "aus besetzten Gebieten" im Gegenzug für eine Anerkennung Israels und die Respektierung seiner Sicherheit "frei von Bedrohung und Gewalt".
- Resolution 478 des UN-Sicherheitsrates: Annexion von Ost-Jerusalem im Sechstagekrieg (1967) für nichtig erklärt.
- Resolution 1441 des UN-Sicherheitsrates: 8. November 2002 Aufforderung an den Irak, die vorangegangenen Resolutionen einzuhalten, die von manchen Staaten als Mandat für ihr späteres Eingreifen ausgelegt wurde (siehe Irak-Krieg).
Literatur
- Dieter Göthel: Die Vereinten Nationen - Eine Innenansicht. Auswärtiges Amt, Berlin 2002
- Günther Unser: Die UNO - Aufgaben, Strukturen, Politik. dtv, München 2004, ISBN 3-423-05254-6
- Klaus Dieter Wolf: Die UNO - Geschichte, Aufgaben, Perspektiven. C.H.Beck, München 2005, ISBN 3-406-50878-2
- Sabine von Schorlemer (Hrsg.): Praxishandbuch UNO - Die Vereinten Nationen im Lichte globaler Herausforderungen. Springer, Berlin 2003, ISBN 3-540-43907-2
- Swen Bernhard Gareis, Johannes Varwick: Die Vereinten Nationen. Leske + Budrich, Opladen 2002, ISBN 3-8252-2243-8
- Swen Bernhard Gareis, Johannes Varwick: Die Vereinten Nationen. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2002
Siehe auch:
- Portal:Vereinte Nationen
- Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
- Afrikanische Union
- Völkerrecht
- Model United Nations
- Global Governance
Weblinks
-
- [http://www.un.org/ www.un.org] - Internationale Seite der UNO (Arabisch, Chinesisch, Englisch, Französisch, Russisch und Spanisch)
- [http://www.un.org/Depts/german/sr/fs_sr_res.html www.un.org/...] - Resolutionen und Beschlüsse des Sicherheitsrats
- [http://www.runiceurope.org/german/index.htm www.runiceurope.org/...] - Regionales Informationszentrum der UNO mit Chartatext und Informationen zum Aufbau
- [http://www.dgvn.de/ www.dgvn.de] - Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V.
- [http://www.bpb.de/publikationen/YCUQES,0,0,60_Jahre_Vereinte_Nationen.html www.bpb.de/...] - Bundeszentrale für politische Bildung: 60 Jahre Vereinte Nationen
- [http://www.uno-komitee.de/ www.uno-komitee.de] - Kommitee für eine demokratische UNO
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Kanada
Kanada (engl./frz.: Canada) ist ein Staat in Nordamerika. Der einzige unabhängige Nachbarstaat sind die USA, mit denen Kanada rege Wirtschaftsbeziehungen pflegt. Ferner grenzt Kanada an das zu Dänemark gehörende Grönland und an das zu Frankreich gehörende St. Pierre und Miquelon. Kanada ist ein Flächenstaat, dessen Bevölkerung zum Großteil auf wenige städtische Zentren konzentriert ist. Um die ethnische, sprachliche und kulturelle Vielfalt der einzelnen Bevölkerungsgruppen zu gewährleisten, ist Kanada politisch als Föderation organisiert; ein Mosaik der Kulturen ist (im Gegensatz zum Modell des Schmelztiegels) politisch gewollt. Die Unabhängigkeitsbestrebungen Québecs, die Rechte der französischsprachigen Bevölkerungsgruppe und die Rechte der indianischen Völker prägen zentrale Konfliktlinien innerhalb der kanadischen Gesellschaft.
Geographie
Québec
Kanada ist mit einer Fläche von 9.984.670 Quadratkilometern nach Russland das zweitgrößte Land der Erde. Davon sind 9.093.507 km² Landmasse und 891.163 km² Wasserfläche. Die größte Nord-Süd-Ausdehnung über Landfläche beträgt 4.634 Kilometer von Kap Columbia auf den Ellesmere-Inseln, Nunavut nach Mittelinsel auf dem Eriesee in Ontario, die größte Ost-West-Entfernung beträgt 5.514 Kilometer von Kap Spear in Neufundland und Labrador bis zur Grenze des Yukon-Territoriums mit Alaska.
Die Gesamtlänge der Grenze zwischen Kanada und den USA beträgt 8.890 Kilometer. Kanada hat mit 202.080 Kilometern die längste Küstenlinie der Welt.
Es grenzt an die USA (im Süden und im Westen (Alaska)), den Pazifischen Ozean, das Nordpolarmeer, Grönland (Seegrenze) und den Atlantischen Ozean. Die größte Insel ist die Baffininsel. Der Osten des Landes wird vom Sankt-Lorenz-Strom dominiert, der Norden von der Hudson Bay. In Mittelkanada schließen sich – als nördliche Fortsetzung des US-amerikanischen „Mittleren Westen“ – weitläufige Ebenen an. Westlich davon liegen die Rocky Mountains und die Pazifikküste. Die größte Stadt ist Toronto, gefolgt von Montréal, Vancouver und Calgary.
Der Nordteil wird vom kanadisch-arktischen Archipel geprägt. Die nördlichste Halbinsel ist Boothia.
Klima
Kanada umfasst unterschiedliche Klimazonen (vom Polarklima bis zum gemäßigten Klima). Hauptsächlich bestimmt jedoch das Boreale Klima mit langen kalten Wintern (bis zu –35 °C) und kurzen heißen Sommern (bis zu 35 °C) den überwiegenden Teil Kanadas. Aufgrund der Größe des Landes ist das Klima in den einzelnen Bundesstaaten sehr unterschiedlich. So wurden z.B. im Winter 2004 / 2005 Temperaturen von -58 °C in Burwash Landing / Yukon Territory gemessen.
An der Westküste findet man angenehmes Seeklima mit hohen Niederschlägen, da sich die feuchte vom Ozean kommende Luft am Westrand des Küstengebirges abregnet. Die Jahreszeiten sind in den Provinzen Quebec und Ontario am deutlichsten zu entdecken. Hier gibt es kalte Winter, angenehme Frühjahre und Herbstmonate und von Juli bis September den oft sehr schwül-heißen Sommer mit Durchschnittstemperaturen um 25 °C.
Bevölkerung
Die Bevölkerung Kanadas beträgt geschätzte 32 Millionen. Der letzte Census-Report von 2001 gibt die kanadische Bevölkerung mit 30.007.094 an. Das ergibt eine Bevölkerungsdichte von ca. 3,2 Einwohner/km², welche damit eine der geringsten der Welt ist.
Der Großteil der Bevölkerung lebt in den Provinzen Québec und Ontario entlang des Sankt-Lorenz-Stromes, d. h. rund um Toronto, Montréal, Québec, Ottawa, London und Hamilton.
11,4 Millionen leben in Ontario, 7,2 Millionen in Québec, 3,9 Millionen in British Columbia und 3 Millionen in Alberta. Die restlichen Provinzen und Territorien haben jeweils weniger als 1 Million Einwohner, wobei Nunavut mit knapp 27.000 Einwohnern das bevölkerungsärmste Territorium Kanadas ist.
Sprachen
Landessprachen sind Englisch und Französisch. In Nunavut ist auch Inuktitut Amtssprache.
Alle Provinzen mit Ausnahme von Québec (frz.) und Neubraunschweig (bilingual engl./frz.) sind englischsprachig, im Volksmund auch genannt English Canada. Alle Regionen haben nicht-englischsprachige Minderheiten, in der Hauptsache Nachkommen der ursprünglichen Bewohner, Inuit (im Norden) und Indianervölker (siehe auch Indianer Nordamerikas). In Neuschottland gibt es eine Minderheit, die Schottisches Gälisch spricht.
Demographische Struktur und Entwicklung
Schottisches Gälisch
Kanada ist ein klassisches Einwandererland. Große Einwanderergruppen kamen in der Vergangenheit aus dem Vereinigten Königreich, Frankreich, Deutschland, der Ukraine, Polen und aus den USA. Heutzutage wächst die Bedeutung der Einwanderer aus Fernost, vor allem aus der Volksrepublik China.
Die Geburtenrate betrug 2003 10,99 Geburten pro 1000 Einwohner, die Sterberate 7,61 Todesfälle pro 1000 Einwohner. Das Bevölkerungswachstum betrug 0,94 %.
Die durchschnittliche Lebenserwartung in Kanada liegt bei 73,6 Jahren. 26 % der Kanadier sind 19 Jahre oder jünger, 13 % 65 Jahre oder älter. Das mittlere Alter der erwerbsfähigen Bevölkerung liegt bei 42 Jahren, die Schätzung für 2011 bei 43,7.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Kanadas
Der erste Versuch einer europäischen Besiedlung erfolgte durch die Wikinger unter Leif Eriksson um 1000. Die Siedlung hatte jedoch nicht lange Bestand. Die erste dauerhafte Siedlung gründeten, mit Québec, die Franzosen 1608. Nach mehreren Kriegen zwischen Frankreich und England fielen alle nordamerikanischen Kolonien 1763 an die englische Krone.
1812 bis 1814 kam es zwischen den unabhängigen USA und Großbritanniens verbliebenen Kolonien in Kanada zu einem Krieg. 1867 erhielten die britischen Kolonien eine Verfassung und eine gewisse Eigenständigkeit gegenüber Großbritannien.
Formal erhielt Kanada erst 1982 die vollständige Unabhängigkeit.
Politik
Kanada ist eine Föderation mit zehn Provinzen und drei von der Regierung verwalteten Territorien.
Kanada ist eine repräsentative parlamentarische Demokratie mit einer symbolischen konstitutionellen Monarchie innerhalb des Britischen Commonwealth of Nations.
Das symbolische Staatsoberhaupt ist die britische Königin Elizabeth II., sie wird durch einen Generalgouverneur vertreten.
Der Premierminister ist der liberale Paul Martin.
Das Parlament besteht aus dem demokratisch gewählten Unterhaus und dem Senat, dessen Mitglieder ernannt werden. Die Legislaturperiode dauert fünf Jahre, aber der Premierminister kann das Unterhaus vorzeitig auflösen und Neuwahlen ausrufen.
Außenpolitik
Militär
Hauptartikel: Kanadische Streitkräfte
Provinzen und Territorien
Kanadische Streitkräfte
Hauptartikel: Provinzen und Territorien Kanadas
Kanada ist in 10 Provinzen und 3 Territorien gegliedert. Das sind von West nach Ost:
- Yukon-Territorium (Whitehorse), Territorium
- Nordwest-Territorien (engl. Northwest Territories, fr. Territoires du Nord-Ouest, Yellowknife), Territorium
- Nunavut (Iqaluit), Territorium
- Britisch-Kolumbien (engl. British Columbia, fr. Colombie-Britannique, Victoria)
- Alberta (Edmonton)
- Saskatchewan (Regina)
- Manitoba (Winnipeg)
- Ontario (Toronto)
- Québec (Québec)
- Neubraunschweig (engl. New Brunswick, fr. Nouveau-Brunswick, Fredericton)
- Prinz-Eduard-Insel (engl. Prince Edward Island, fr. Île-du-Prince-Édouard, Charlottetown)
- Neuschottland (engl. Nova Scotia, fr. Nouvelle-Écosse, Halifax)
- Neufundland und Labrador (engl. Newfoundland and Labrador, fr. Terre-Neuve-et-Labrador, Saint John's)
Der Unterschied zwischen kanadischen Provinzen und Territorien besteht darin, dass die Bundesregierung eine direktere Macht auf die Territorien ausübt, während die Provinzen durch eigene Provinzregierungen verwaltet werden.
Wirtschaft
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug im Jahr 2003 preisbereinigt 756,25 Mrd. Euro gegenüber 727,42 Mrd. Euro im Jahr 2002. Damit ist Kanada gemessen am BIP pro Kopf mit 23.909 Euro an achter Stelle in der Welt. Real wuchs das BIP im Jahr 2003 um 2,2 %, ein Jahr zuvor waren es noch 3,4 %. Die Inflationsrate betrug 2003 2,6 %.
Kanada ist Mitglied im NAFTA (North-American Free Trade Agreement) zwischen Kanada, den USA und Mexiko.
Kultur
Das heutige Kanada wird überwiegend durch die europäischen Einflüsse der Pioniere, Forscher, Händler und Fischer aus Großbritannien, Frankreich und Irland geprägt, die ab 1497 den nördlichen Teil des Kontinents erforscht und bald besiedelt haben. Viele ihrer Traditionen bleiben weiterhin Teil von Kanada, etwa ihre Nahrung, Sprache, Erzählungen, Geschichte, Feiertage und Sport. Viele Kanadier können ihre Wurzeln zurück zu diesen Ländern verfolgen und sind stolz auf ihre Herkunft.
Kanada und Großbritannien teilen eine gemeinsame Geschichte und arbeiten durch viele Organisationen wie den Commonwealth, die G-8 und die NATO zusammen. Die beiden Länder teilen das gleiche Staatsoberhaupt und zählen zu den ältesten parlamentarischen Demokratien in der Welt. Großbritannien ist Kanadas drittgrößter Handelspartner und nach den USA auf Platz zwei der ausländischen Touristen, die Kanada besuchen.
Vielfältig sind die kulturellen Überlieferungen der kanadischen Indianer oder der first nations, wie sie sich selbst nennen. Jedes Volk hat seine eigene Kultur, Sprache und Geschichte. Ihre Kultur wurde ausschließlich mündlich übertragen. Verschiedene Stämme schufen einzigartige Kunstwerke wie geflochtene Körbe, gemalte Abbildungen und geschnitzte Tier-Skulpturen. Eine besondere Rolle spielen die Inuit (auch Eskimos genannt) im Norden des Landes. Ihre Kultur ist in besonderem Maße von der Anpassung an die widrigen Klimaverhältnisse geprägt.
Viel dieses kulturellen Vermächtnis wird bis heute in Kanada gefeiert. Das Emblem der Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver ist ein inukshuk (Steinmand'l) aus aufeinander gestapelten Steinen in menschlicher Form, als Symbol für die Inuitkultur.
Seit den 1990er Jahren sind in Kanada viele Asiaten, vorwiegend aus Hongkong, China und Korea, eingewandert. Insbesondere in Vancouver und Toronto bilden sie eine starke nationale Minderheit.
Kanada hat viele namhafte Künstler der Rock- und Popmusik hervorgebracht, z.B. Joni Mitchell, Bryan Adams, Michael Bublé, Leonard Cohen, Céline Dion, Shania Twain, Nelly Furtado, Avril Lavigne, Alanis Morissette, Nickelback, NoMeansNo, Rush, Simple Plan, Skye Sweetnam, Smashing Pumpkins, Sum 41 und Neil Young. Populäre Jazzmusiker sind u. a. Oscar Peterson und Diana Krall.
Zu den bekannten kanadischen Schauspielern gehören Keanu Reeves, Carrie-Anne Moss, Pamela Anderson, Jim Carrey, Michael J. Fox, William Shatner und Mike Myers.
Auf dem Gebiet der klassischen Musik ist der bekannteste Kanadier sicherlich Glenn Gould (1932–1982), der einer breiteren Öffentlichkeit als begnadeter Interpret vor allem der Werke Bachs bekannt ist. Berühmtheit erlangte der damals 22-Jährige im Jahr 1955 mit einer aufsehenerregenden Einspielung der Goldberg-Variationen.
Kanada verfügt über eine reiche, wenn auch junge literarische Tradition. Insbesondere seit den 1960er Jahren genießen Autoren wie Leonard Cohen, Margaret Atwood und Michael Ondaatje auch außerhalb ihrer Landesgrenzen erhebliche Bekanntheit.
Der eigentliche Nationalsport ist Lacrosse, jedoch ist in Kanada auch Eishockey sehr beliebt, was nicht nur den US-amerikanischen Mannschaften in der NHL beim Kampf um den begehrten Stanley Cup bestens bekannt sein dürfte, sondern auch weit über die Grenzen Kanadas hinaus. Außerdem erfreut sich auch Curling großer Beliebtheit.
Siehe auch: Kanadische Literatur, Liste kanadischer Schriftsteller
Umwelt
Der Kohlenstoffdioxidausstoß pro Kopf des Landes gehört zum weltweit höchsten, was an der wirtschaftlichen Ausrichtung und der Größe des Landes liegt. Zum einen wird dort viel geflogen, zum anderen baut die Wirtschaft vor allem auf Holzhandel und Fischfang auf.
Ein großes Problem stellt der Lachsfang auf dem Yukon River dar. In der Vergangenheit waren immer genügend große Lachsbestände vorhanden, mittlerweile musste jedoch der Lachsfang zum Teil schon saisonell verboten werden (Saison 2002). Schuld für das Fehlen der Fischzüge zu den Quellen des Yukon sind US-amerikanische Fischtrawler, welche vor der Mündung des Yukon River großzügig alles abfischen und somit die Rückwanderung und das Ablaichen der Lachse erschweren. Ein Einspruch der Kanadischen Regierung ist nicht zu erwarten, da gefürchtet wird, dass sonst die amerikanischen Kreuzfahrtschiffe auf dem Weg nach Alaska nicht mehr an der kanadischen Küste halt machen. Der Tourismus würde somit in den betroffenen Regionen stark geschädigt.
Ein noch nicht gelöster Konflikt zwischen Interessenvertretern von Naturschutz und Industrie ist die teilweise recht rabiate Tötung von Robben zur Fell- und Fleischgewinnung. Hier gerät Kanada einerseits unter den moralischen Druck der Weltöffentlichkeit, andererseits unter den Druck der neufundländischen Bevölkerung, für welche die Robbenjagd einen notwendigen Nebenverdienst darstellt.
In Kanada gibt es eine Reihe bekannter Nationalparks und Provinzparks (Provicial Parks, z. B. Algonquin Park, Ontario). Siehe Nationalparks in Kanada
Nach einer Studie der Simon Fraser Universität, die auf Betreiben der David Suzuki Foundation durchgeführt wurde, gehört Kanada zu jenen Industrienationen mit der schlechtesten Umweltschutz-Bilanz. So liegt Kanada auf dem 28. Platz von 30 untersuchten Staaten auf dem Gebiet der Ökonomischen Zusammenarbeit und Entwicklung. Auch teilt sich das Land den 30. Rang bei der Produktion von Atommüll und der Kohlenmonoxidemission. Außerdem nimmt man beim Wasserverbrauch den 29. Platz ein. Europäische Staaten wie Schweden, die Schweiz, Dänemark und Deutschland rangieren an der Spitze dieser Umweltbilanz, während Kanada, Belgien und die USA an derem unteren Ende stehen. „The ability of other high-income countries, such as Sweden, to achieve much lower levels of pollution shows it can be done,“ teilte einer der Wissenschaftler in einer Stellungsnahme dazu mit. „There's no excuse - all it requires is a strong commitment from government.“
Portal Kanada
In unserem Portal Kanada findet man weitere Artikel zu Kanada nach Themen sortiert. Auch aktuelle Nachrichten aus Kanada sowie Hinweise, wie man sich an der Arbeit im Wikipedia-Bereich Kanada engagieren kann, sind vorhanden.
Weblinks
- [http://www.canada.ca Offizielle Homepage von Kanada]
- [http://www.kanada.de Die Kanadische Botschaft in Deutschland]
- [http://www.travel-images.com/canada.html Kanada-Bilder]
- [http://www.kanada-studien.de/ Gesellschaft für Kanada-Studien]
- [http://www.weltkarte.com/nordamerika/landkarte-kanada.htm Landkarten und Stadtpläne von Kanada]
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Bundesministerium für Verkehr, Bau- und WohnungswesenDas Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBW) ist ein Ministerium der Bundesrepublik Deutschland (siehe auch Bundesregierung). Sein erster Dienstsitz befindet sich in Berlin, Invalidenstraße 44, sein zweiter Dienstsitz in Bonn, Robert-Schumann-Platz 1.
Bonn
Geschichte
Das Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (BMVBW) wurde 1998 durch Zusammenlegung des Ministerium für Verkehr und des Ministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau gebildet und 2005 in Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung umbenannt. Beide Vorgängerministerien wurden 1949 gegründet. Dabei hieß das "Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau" zunächst Bundesministerium für Wohnungsbau, ab 1961 Bundesministerium für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung und ab 1969 Bundesministerium für Städtebau und Wohnungswesen.
Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau 1949 bis 1998
- 1949 - 1952: Eberhard Wildermuth (FDP)
- 1952 - 1953: Fritz Neumayer (FDP)
- 1953 - 1957: Dr. Victor-Emanuel Preusker (FDP, ab 1956 DP)
- 1957 - 1965: Paul Lücke (CDU)
- 1965 - 1966: Ewald Bucher (FDP)
- 1966 - 1966: Dr. Bruno Heck (CDU)
- 1966 - 1972: Dr. Lauritz Lauritzen (SPD)
- 1972 - 1974: Dr. Hans-Jochen Vogel (SPD)
- 1974 - 1978: Karl Ravens (SPD)
- 1978 - 1982: Dr. Dieter Haack (SPD)
- 1982 - 1989: Dr. Oscar Schneider (CSU)
- 1989 - 1991: Gerda Hasselfeldt (CSU)
- 1991 - 1994: Dr. Irmgard Schwaetzer (FDP)
- 1994 - 1998: Prof Dr. Klaus Töpfer (CDU)
- 1998 - 1998: Eduard Oswald (CSU)
Bundesminister für Verkehr 1949 bis 1998
- 1949 - 1966: Dr. Hans-Christoph Seebohm (DP, ab 1960 CDU)
- 1966 - 1972: Georg Leber (SPD) (gleichzeitig Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen)
- 1972 - 1974: Dr. Lauritz Lauritzen (SPD) (bis Dezember 1972 gleichzeitig Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen)
- 1974 - 1980: Kurt Gscheidle (SPD) (gleichzeitig Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen)
- 1980 - 1982: Dr. Volker Hauff (SPD)
- 1982 - 1987: Dr. Werner Dollinger (CSU)
- 1987 - 1989: Dr. Jürgen Warnke (CSU)
- 1989 - 1991: Dr. Friedrich Zimmermann (CSU)
- 1991 - 1993: Dr. Günther Krause (CDU)
- 1993 - 1998: Matthias Wissmann (CDU)
Parlamentarische Staatssekretäre
- 1967 - 1972: Holger Börner, SPD
- 1972 - 1979: Ernst Haar, SPD
- 1974 - 1976: Kurt Jung, FDP
- 1976 - 1980: Lothar Wrede, SPD
- 1979 - 1982: Erhard Mahne, SPD
- 1982 - 1993: Dieter Schulte, CDU
- 1990 - 1993: Wolfgang Gröbl, CSU
- 1992 - 1993: Wilhelm Rawe, CDU
- 1993 - 1997: Manfred Carsten, CDU
- 1994 - 1998: Johannes Nitsch, CDU
- 1997 - 1998: Norbert Lammert, CDU
Beamtete Staatssekretäre
- 1950 - 1952: Edmund Frohne
- 1952 - 1957: Günther Bergemann
- 1957 - 1967: Ludwig Seiermann
- 1967 - 1974: Karl Wittrock, SPD
- 1974 - 1982: Heinz Ruhnau, SPD
- 1982: Gerhard Konow
- 1982: Georg-Wilhelm Rehm
- 1982 - 1987: Alfred Bayer
- 1987 - 1995: Wilhelm Knittel
- 1995 - 1998: Hans-Jochen Henke
Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (1998 - 2005)
Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (seit 2005)
Nachgeordnete Behörden
- Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
- Bundesamt für Güterverkehr
- Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie
- Bundesanstalt für Gewässerkunde
- Bundesanstalt für Straßenwesen
- Bundesanstalt für Wasserbau
- Bundeseisenbahnvermögen
- Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung
- Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung
- Deutscher Wetterdienst
- Eisenbahn-Bundesamt
- Kraftfahrt-Bundesamt
- Luftfahrt-Bundesamt
- DFS Deutsche Flugsicherung GmbH
- Oberprüfungsamt für die höheren technischen Verwaltungsbeamten
- Wasser- und Schifffahrtsdirektion Mitte
- Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord
- Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nordwest
- Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost
- Wasser- und Schifffahrtsdirektion Süd
- Wasser- und Schifffahrtsdirektion Südwest
- Wasser- und Schifffahrtsdirektion West
- Fachstelle der WSV für Verkehrstechniken
Weblinks
- [http://www.bmvbw.de/ Internetpräsenz] des Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
- [http://www.bmvbw.de/Verkehr-,1405.14805/Bundesverkehrswegeplan-2003.htm?global.back=/-%2c1405/Verkehr.htm Bundesverkehrswegeplan]
Kategorie:Architektur und Bauwesen
Verkehrsministerium
VerkehrsrechtVerkehrsrecht ist "Straßenrecht" im weiteren Sinne. Im Flugverkehr bezeichnet Verkehrsrecht die internationalen Bestimmungen die den Fluglinien zustehen, siehe auch Freiheiten der Luft.
In Bezug auf Straßenverkehr wird dieses Rechtsgebiet in zwei Gruppen unterteilt: in Straßenverkehrsrecht und Straßenrecht.
Das Straßenrecht ist kein Verkehrsrecht, bestimmt es aber als "Recht an der Straße" und gehört daher zum öffentlichen Sachenrecht. Das Straßenrecht ist vorrangiges Recht, das im Regelfall Landesrecht ist (Straßengesetz), Bundesrecht nur im Bereich der Bundesfernstraßen (Bundesstraßen und Autobahnen, Bundesfernstraßengesetz). Es bestimmt die Benutzung der Straße im Rahmen der Widmung.
Die Widmung sieht mehrere Gebrauchsformen vor: Den Gemeingebrauch, den Anliegergebrauch, die öffentlich-rechtliche Sondernutzung und die zivilrechtliche Sondernutzung. Zuständige Behörde ist stets der Straßenbaulastträger.
Das Straßenverkehrsrecht (als "Recht auf der Straße") dagegen ist einerseits an die Widmung der Straße nach Straßenrecht gebunden. Es bezieht sich auf die Regelung der Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs auf der Straße. Andererseits findet es aber auch überall dort Anwendung, wo eine Verkehrsfläche für die Allgemeinheit zugänglich ist, wo also mit anderen Worten öffentlicher Verkehr stattfindet, zum Beispiel auf Parkplätzen oder Parkhäusern von Kaufhäusern.
Zusätzlich zu den nationalen Regelungen gibt es zwischenstaatliche (meist bilaterale) Vereinbarungen, die vor allem den Personen- und Gütertransport auf der Straße regeln. So findet sich das Internationale Abkommen über Kraftfahrzeugverkehr vom 24. April 1926 im deutschen Recht als IntKfzV wieder.
Deutsches Verkehrsrecht
Wesentliche Regelungsmaterien sind das Straßenverkehrsgesetz (StVG), die Straßenverkehrsordnung (StVO), die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) und die Fahrerlaubnisverordnung (FeV). Das Straßenverkehrsrecht ist damit typisches Ordnungsrecht, das durch Bundesrecht bestimmt wird. Zuständige Behörde ist die Straßenverkehrsbehörde.
Österreich
Das Straßenverkehrsrecht wird hier durch eine Reihe von Gesetzen und Verordnungen geregelt. Die wichtigsten sind:
- Straßenverkehrsordnung (StVO)
- Kraftfahrgesetz (KFG) [http://www.bmvit.gv.at/sixcms_upload/media/92/kfg_idf_107_2004.pdf Kraftfahrgesetz]
- Führerscheingesetz (FSG)
Siehe auch
- Verkehr
- Verkehrswesen
- Schnittstellenkontrolle
- Verkehrswissenschaften
Weblinks
- [http://verkehrsanwaelte.de Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht im Deutschen Anwaltverein]
- [http://www.lassche-anwalt-in-holland.de/verkehrsrecht.html Verkehrsrecht in den Niederlanden]
Kategorie:Verkehrsrecht Kategorie:Verkehr
Machine Readable Travel DocumentsMachine Readable Travel Documents (MRTD) sind 'maschinenlesbare Reisedokumente', deren Format von der ICAO spezifiziert wurden (Doc 9303).
Dieser Spezifikation folgen der Reisepass und auch der Deutsche Personalausweis. Die Dokumente nennen sich maschinenlesbar, weil sie zwei leicht maschinenerkennbare Textzeilen mit den wichtigsten Informationen enthalten. Im Moment ist die ICAO dabei, Reisepässe mit Chip zu spezifizieren. Der Chip kommuniziert per Funk (RFID-Technik) mit dem Passverifiziergerät und enthält zumindest die auf den Pass aufgedruckten Informationen (Text und Foto).
Außerdem können, so sich ein Staat dafür entscheidet, auch biometrische Daten (z.B. Fingerabdruck und Iris-Merkmale) gespeichert werden.
Es wurden auch einige optionale Sicherheitsmechanismen spezifiziert, die die Daten z.B. vor dem Auslesen im Vorbeigehen schützen sollen.
Die Europäische Kommission hat sich für die verpflichtende Verwendung von Gesichts- und Fingermerkmalen ausgesprochen. Als Option ist Iris-Erkennung vorgesehen.
In Deutschland ist eine Anwendung der Iris-Erkennung bislang nicht geplant, da das biometrische Verfahren patentbehaftet ist.
Kategorie:Ausweis
SAR (Rettungsdienst)
Search and Rescue (SAR, engl.), zu deutsch Suchen und Retten.
Im Behördendeutsch beschreibt SAR den Such- und Rettungsdienst in der Bundesrepublik Deutschland für die Bereiche Luft- und Seefahrt. Hauptaufgabe des deutschen SAR-Dienstes ist also die Gewährleistung schneller Hilfe bei Unfällen mit Beteiligung von Luftfahrzeugen und bei Notlagen auf See (Seenot). Er obliegt Verwaltungen und zum bedeutenden Teil freiwilligen Organisationen (vgl. Katastrophenschutz). Der SAR-Dienst wurde auf Grund internationaler Vereinbarungen eingerichtet. Verantwortlich dafür sind die Bundesländer, doch bei länderübergreifenden Schadenslagen auch das Bundesverkehrsministerium, z.T. das Bundesinnenministerium und das Bundesverteidigungsministerium.
Für suchende und rettende Freiwillige (vgl. die "emergenten Organisations-Netzwerke"), die es vereinzelt gibt, wird in Deutschland der Ausdruck "SAR" nicht verwendet.
emergenten Organisations-Netzwerke
Im Bereich der Luftfahrt wird der SAR-Dienst von der Bundeswehr (Luftwaffe und Marine) wahrgenommen. Dieser wurde mit dem Beitritt Deutschlands zur ICAO, der internationalen zivilen Luftfahrtorganisation, aufgestellt. Jedes Mitgliedsland der ICAO muss einen SAR-Dienst unterhalten.
ICAO
Aufgaben des SAR-Dienstes der Bundeswehr sind:
- Hilfeleistung für in Not geratene Luftfahrzeuge und Rettung von Crew und Passagieren;
- Unterstützung des Seenotrettungsdienstes in der deutschen Nord- und Ostsee;
- Unterstützung der eigenen, verbündeten und befreundeten Streitkräfte;
- Unterstützung des zivilen Rettungsdienstes, sofern militärische Aufgaben dem nicht entgegenstehen und genügend Kapazitäten vorhanden sind;
- Abstellung von Rettungshubschraubern zur Unterstützung der Länder.
SeenotrettungDurch die Mitgliedschaft in der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (International Maritime Organisation, kurz IMO) der Vereinten Nationen muss Deutschland auch einen maritimen SAR-Dienst (Seenotrettungsdienst) unterhalten. Diese staatliche Aufgabe wurde mit einer Vereinbarung zwischen dem Bundesverkehrsministerium und der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger an letztere übertragen und wird dort von Bremen Rescue Radio durchgeführt.
Darüber hinaus hält die Marine SAR-Hubschrauber an Nord- und Ostsee zur Seenotrettung vor. Bei der Seenotrettung mittels SAR-Hubschraubern spielt die Aufnahme von Verletzten oder erkrankten Personen mittels der Rettungswinde eine maßgebliche Rolle. Ebenfalls eine Besonderheit ist, dass die Luftrettung über See (engl. "offshore") mangels alternativer Rettungsmöglichkeiten oftmals auch unter sehr schwierigen Wetterbedingungen erfolgt. Insofern unterscheidet die Seenotrettung klar von rettungsdienstlichen und SAR-Einsätzen über Land.
Siehe auch: Mann-über-Bord-Manöver
Bergrettung
Mann-über-Bord-ManöverMann-über-Bord-ManöverEin weiteres Einsatzgebiet von SAR-Hubschraubern ist die Rettung in schwierigem, weil gebirgigem Gelände. Hierzu hält die deutsche Luftwaffe - vor allem das Lufttransportgeschwader 61 (Penzing) - alpennah SAR-Hubschrauber vor, die mit ihrer Ausrüstung (u.a. Rettungswinde) eine sinnvolle Ergänzung zur Luftrettung darstellen. Suchflüge und Rettungsaktionen der SAR-Einheiten können im Gegensatz zu vielen nur tagsüber vorgehaltenen zivilen Rettungshubschraubern rund um die Uhr erfolgen. Die deutschen SAR-Hubschrauber in den Alpen werden bei Bedarf durch weitere Helikopter aus den Beständen der Bundeswehr ergänzt, sofern die vorliegende Notlage dies erfordert.
Die SAR-Hubschrauberbesatzungen arbeiten vor Ort oftmals mit der Bergwacht zusammen. Trainiert werden neben gemeinsamen Suchaktionen auch Flüge mit Rettungs- und Suchhunden, um z.B. nach Lawinen Opfer orten und retten zu können.
Ausstattung der SAR-Hubschrauber
Wesentlicher Bestandteil der SAR-Rettungsmittel Deutschlands ist das bundeseigene Hubschrauber-Stützpunktnetz. Auf dem Festland unterhält die Luftwaffe der Bundeswehr zahlreiche sogenannte SAR-Kommandos, hinzu kommen SAR-Hubschrauber der Marine auf Helgoland, in Warnemünde und Kiel. Die Marine-SAR-Hubschrauber übernehmen die SAR-Aufgabe über Nord- und Ostsee gemeinsam mit der DGzRS.
Dabei sind alle SAR-Hubschrauber in Deutschland ausgestattet unter anderem mit folgendem spezifischem Equipment:
SAR-Hubschrauber an SAR-Kommandos
- Beatmungsgerät (Notfall-Respirator)
- Defibrillator und Kardioskop
- Arzttasche
- Vakuummatratze zur Patienten-Immobilisierung
- 2 Krankentragen
- Rettungswinde
- Die SAR-Hubschrauber der Luftwaffe führen außerdem einen Kerosin-Zusatztank mit sich.
- Manche SAR-Hubschrauber sind aufgrund des Engagements ihrer Besatzungen noch darüber hinausgehend ausgerüstet!
SAR-Hubschrauber an Rettungszentren
...sind in das Netz der zivilen Rettungshubschrauber integriert.
Sie sind analog zu den zivilen Luftrettungsmitteln nach Norm ausgestattet.
Besatzung der SAR-Hubschrauber
Die Besetzung von SAR-Hubschraubern mit Funktionsträgern richtet sich in Deutschland nach dem jeweils zugedachten Auftrag des Kommandos.
Rettungshubschrauber
Im Bereich der Marineflieger bilden stets mindestens vier Personen der Crew, darunter
- zwei Hubschrauberführer,
- ein Luftfahrzeugoperationsoffizier (LOPO) und
- ein Bordmechaniker mit med. Ausbildungsstand Rettungssanitäter.
Zum Einsatz kommen dabei Westland Sea King MK 41-Hubschrauber.
Im Bereich der Luftwaffe werden SAR-Kommandos hingegen regulär die Hubschrauber besetzt mit
- einem Hubschrauberführer,
- einem Bordmechanikermeister und
- einem Luftrettungsmeister.
Zum Einsatz kommen dabei Hubschrauber vom Typ Dornier Bell UH-1D.
Die SAR-Rettungshubschrauber an Rettungszentren, welche ebenfalls die Luftwaffe vorhält, fliegen aufgrund ihres anders gearteten Auftrags (Schwerpunkt Notfallrettungsdienst) mit einer modifizierten Besatzung, bestehend aus
- einem Hubschrauberführer
- einem Bordmechanikermeister,
- einem Rettungsassistenten sowie
- einem Notarzt.
Zum Einsatz kommen auch dort Hubschrauber vom Typ Dornier Bell UH-1D.
Einsatzbereitschaft der SAR-Hubschrauber
Die Hubschrauber an SAR-Kommandos sind generell 24h / Tag, ganzjährig einsatzbereit.
Tagsüber gilt eine Vorlaufzeit von max. 15 Minuten, im Zeitraum von 30 Minuten nach Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang erhöht sie sich auf maximal eine Stunde.
Die SAR-Rettungshubschrauber an den Rettungszentren der Luftwaffe sind analog zum "Christoph"-Rettungshubschrauber-Netz innerhalb von 2 Minuten nach dem Alarm in der Luft.
SAR-Rettungshubschrauber an Rettungszentren stehen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang (max. 21:00h) zur Verfügung.
Alarmierung
Die Anforderung von SAR-Einheiten wird vornehmlich dann notwendig, wenn ein Luft- oder Wasserfahrzeug in eine Notlage gerät oder vermisst wird. Meist wird von den Betroffenen oder aber besorgten Angehörigen bzw. koordinierenden Stellen (Tower / Hafen) zunächst in solchen Lagen die örtlich zuständige Rettungsleitstelle, die Polizei oder die Feuerwehr über Notruf 112 informiert. Sofern die jeweilige Leitstelle Hilfe von SAR-Einheiten benötigt, setzt sie sich mit der zuständigen SAR-Leitstelle in Verbindung. Die Alarmierung der SAR-Hubschrauber an den SAR-Kommandos erfolgt dann über die SAR-Leitstelle Münster (Westfalen) für den Festlandbereich bzw. über die SAR-Leitstelle Glücksburg für den maritimen Bereich. Anfordernde Stelle ist also typischerweise die Luftaufsicht oder eine andere Institution, alarmierende und entsendende (befehlsbefugte) Zentrale jedoch die SAR-Leitstelle.
Mit Notärzten besetzte SAR-Rettungshubschrauber werden über die regional zuständige Rettungsleitstelle eingesetzt, wenn sie für rettungsdienstliche Aufgaben herangezogen werden. Die Anforderung von Rettungshubschraubern zur notfallmedizinischen Versorgung obliegt nicht dem Anrufer, sondern stellt eine Entscheidung des verantwortlichen Disponenten dar.
Vergleichbare Systeme im Ausland
GlücksburgIm Folgenden ist exemplarisch ein Einblick in die Zuständigkeiten für den SAR-Dienst in einigen anderen Staaten der Erde gegeben.
- In den Niederlanden werden Hubschrauber des Typs Bell 412 der Luftstreitkräfte für den Such- und Rettungsdienst eingesetzt. Besonders häufig werden die westfriesischen Inseln angeflogen.
- In Großbritannien gewährleistet die Royal Air Force (RAF) mit Westland Sea King Hubschraubern den SAR-Dienst (siehe Bild).
- In Griechenland hält die dortige Luftwaffe Helikopter vom Typ AS-332 Super Puma für den SAR-Dienst vor [http://www.jetphotos.net/viewphoto.php?id=548848 (Foto...)].
- In Neuseeland übernimmt die Polizei in Küstennähe und die Küstenwache (Maritime Safety Authority) bei ausgedehnten Suchgebieten die Durchführung von Such- und Rettungsaktionen.
- In Kanada ist die Küstenwache maßgeblicher Anbieter des maritimen SAR-Dienstes.
- Auf den Bahamas gibt es keine Institution, die SAR-Dienste mit festangestellten Mitarbeitern betreibt. Diese Aufgabe (Gewährleistung der Seenotrettung) übernehmen ehrenamtliche Mitglieder der Organisation BASRA. Sie werden vom Militär und der US-Küstenwache bei Bedarf unterstützt.
Literatur
- Holger Scholl: Luftrettung. Verlag Stumpf und Kossendey (S&K Verlag), Edewecht 2002, S. 195 ff., ISBN 3-932-750-77-2
Weblinks
- http://www.rth.info/index.php?goto=betreiber.bw.htm Text über den SAR-Dienst der Bundeswehr
- http://www.rth.info/stationen.tab.sar.htm Standortliste der SAR-Hubschrauber
- http://www.sar-71.de Rettungshubschrauber "SAR 71"
- http://www.luftrettung-info.de.vu
- http://www.dgzrs.de/wir_ueber_uns/index_wuu_aufgabe.htm Informationen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger
- http://www.rettung112.de/html/sar_41.html Daten und div. Bildmaterial zu "SAR 41"
International
- http://www.sar303sqn.nl/ SAR-Dienst in den Niederlanden
- http://www.nzlsar.org.nz/ SAR-Dienst in Neuseeland
- http://www.ccg-gcc.gc.ca/sar/main_e.htm Maritimer SAR-Dienst in Kanada
- http://www.basra.org/index.html Ehrenamtliche SAR-Organisation auf den Bahamas
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1954
Politik
- 1. Januar: Rodolphe Rubattel wird Bundespräsident der Schweiz
- 25. Februar: Ghamal Abdel Nasser wird Präsident von Ägypten
- 1. März: Die USA zünden im Pazifik die bisher stärkste Wasserstoffbombe, 600-fache Stärke der Hiroshimabombe
- 13. März: die Viet Minh kämpfen bei Dien Bien Phu gegen die Franzosen
- 21. April: Russische Förderation wird Mitglied in der UNESCO
- 21. April: Im Grenzverkehr zwischen Deutschland und Frankreich wird kein Visum mehr benötigt
- 28. April: In Colombo (Sri Lanka) treffen die Ministerpräsidenten von Indien, Pakistan, Birma, Ceylon und Indonesien zu einer Asienkonferenz zusammen, auf der unter anderem die aktuelle Situation in Indochina beraten wird
- 12. Mai: Belarus und die Ukraine werden Mitglieder in der UNESCO
- 17. Mai: USA Der Supreme Court der Vereinigten Staaten von Amerika verbietet die Rassentrennung an öffentlichen Schulen
- 20. Mai: Chiang Kai-shek wird Präsident von Taiwan
- 29. Mai: Vom 29.-31. Mai findet die erste Bilderberg-Konferenz statt
- 20. Juli: Otto John, Präsident des Bundesverfassungsschutzes, setzt sich in die Deutsche Demokratische Republik ab
- 21. Juli: Auf der Genfer Konferenz wird nach dem Indochinakrieg die Teilung Vietnams beschlossen
- 22. Juli: Laos wird unabhängig
- 22. Juli: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und den USA
- 18. August: Offenbach am Main wird mit der Geburt ihres einhunderttausendsten Einwohners zur jüngsten Großstadt Hessens
- 30. August: Gründung der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) scheitert an der Ablehnung des EVG-Vertrags durch die französische Nationalversammlung
- 2. Oktober: Auf der Londoner Außenministerkonferenz wird die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland und die Aufnahme in die Nato beschlossen
- 4. Oktober: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen | | |