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Ianus

Ianus

Der Gott Ianus (auch Janus) gehört zu den ältesten römischen Gottheiten und zur ursprünglichen römischen Mythologie. Er ist ein rein römischer Gott; die griechische Götterwelt kennt keine vergleichbare Gestalt.

Darstellung

Die frühsten Abbildungen dieses Gottes (auf den Münzen, die Servius Tullius prägen ließ) zeigen ihn mit einem Doppelgesicht, vorwärts und rückwärts blickend (daher die Beinamen Geminus, Bifrons, Biceps); vierköpfig erscheint er auf Münzen Hadrians. Die häufigste Darstellung des Gottes erfolgte aber, eventuell nach griechischem Vorbild von gewissen Hermes- und Apollonbildern, eben doppelköpfig. Der sog. Januskopf gilt deshalb als Symbol der Zwiespältigkeit. Seine Herkunft ist unbestimmt, unterschiedliche Sagen schildern ihn als Kind von Saturn und Entoria. Nach einer sehr gewöhnlichen Darstellung zählte Ianus in der rechten Hand 300, in der linken 65 Steinchen, was auf die Einteilung des Jahrs in 365 Tage hindeutet. Auf andern Bildern hatte er in der Rechten einen Stab, in der Linken einen oder mehrere Schlüssel, als Symbol der Gewalt des Wächters der Himmelspforte, des Bewegers der Angeln des Weltalls, des Aufschließers und Zuschließers des Himmels, der Wolken, des Landes und des Meers (daher Claviger, Clusius, Patulcius).

Bedeutung

Ianus war der römische Gott des Anfangs und des Endes, der Ein- und Ausgänge, der Türen und der Tore. Sein Name gehört zur gleichen Wortfamilie wie ianua, der lateinischen Bezeichnung für Tür und janus für jeden unverschlossene gewölbten Durchgang. Nach ihm ist auch der Monat Januar benannt. Alle Kalenderdaten, die Anfänge symbolisierten (sog. Kalenden), waren ihm gewidmet. Das Hochfest des Ianus, das agonium, wurde am 9. Januar des römischen Kalenders gefeiert. Er war allerdings ursprünglich ein Licht- und Sonnengott, das männliche Gegenbild der Jana oder Diana, und wurde erst allmählich zum Gott alles Ursprungs und Anfangs, zum Vater aller Dinge (auch der Quellen) und aller Götter. Er wurde auch als Erfinder des Ackerbaues, der bürgerlichen Gesetze und gottesdienstlichen Gebräuche verehrt. Besondere Bedeutung hatte Ianus für Unternehmungen, für die Ianus Schutz und Unterstützung gewähren sollte. Bei Opferhandlungen wurde mit der Anrufung Ianus begonnen. Er fungierte als Mittler zwischen Menschen und Göttern.

Legende

Er soll im goldenen Zeitalter als König über Latium geherrscht und auf dem Ianiculum gewohnt haben. Venilia soll seine Frau gewesen sein. Seine Tochter Canens sei mit König Picus von Laurentum vermählt gewesen. Ferner soll er auch Cardea zur Frau genommen haben. Es heißt weiter, er habe Saturn bei seiner Flucht vor Jupiter aufgenommen.

Bauwerke

Der König Numa Pompilius, der den Dienst für Ianus in Rom eingeführt haben soll, errichtete den Janustempel. Außerdem wurde ihm anfangs auch der, nach ihm benannte, Janusbogen zugeschrieben.

Weblinks

ja:ヤヌス Kategorie:Römische Gottheit

Liste römischer Götter

Der römische Götterhimmel war recht umfangreich und beinhaltete neben den Göttern auch noch Geisterwesen und Personifikationen. Hierzu traten noch zahlreiche Gottheiten, welche in den Provinzen verehrt wurden oder deren Verehrung über die Provinzen in das Römische Reich gelangten. Als Rom gegründet wurde (21.April 753 v. Chr.), waren die Götter nur göttliche Erscheinungen, ohne Gesichter, ohne Form aber trotzdem mächtig. Die Idee von Göttern als menschliche Wesen kam erst später mit dem Einfluss der Etrusker und der Griechen, welche Götter in menschlichen Formen hatten. Die meisten Götter sind mindestens so alt wie die Stadt Rom selbst, doch die Römer haben die Götter nur von den Griechen übernommen und ihnen römische Namen gegeben. Die Römer selbst unterteilten die Götter in große und kleinere Gottheiten, was auf ihre Wichtigkeit und den Umfang der Verehrung verweist.

Große Götter


- Aesculapius, Gott der Heilkunst
- Apollo, Gott der Weissagungen (Orakel), Künste, Medizin und des Bogeschießens, Zwillingsbruder von Diana
- Bacchus, Gott des Weines
- Bona Dea, Göttin der Fruchtbarkeit, Heilung, Jungfräulichkeit und Frauen
- Ceres, Göttin des Ackerbaus und der Futterpflanzen sowie der Ehe und des Todes
- Diana, Göttin des Mondes, später auch der Jagd
- Dioskuren
- Dis Pater, Herrscher der Unterwelt
- Hercules, in den Olymp aufgenommener Held
- Janus, zweigesichtiger Gott des Anfangs und des Endes, der Ein- und Ausgänge, der Türen und der Tore
- Jupiter, oberster Gott, Herr über Blitz und Donner
- Juno, Göttin der Geburt und der Ehe sowie die Gattin des Jupiter und Schirmherrin der Stadt Rom
- Mars, Gott des Krieges, zweitwichtigster Gott Roms
- Mercurius, Gott der Händler
- Minerva, Göttin der Handwerker und des Gewerbes, später auch der Dichter und Lehrer.
- Neptunus, Gott des Meeres
- Proserpina
- Quirinus
- Saturnus, Gott des Ackerbaus
- Tellus, Gottheit der mütterlichen Erde
- Venus, Göttin der Vegetation und des Frühlings später auch der Liebe und Schönheit. Sie wird als Schwan, Hase oder Taube dargestellt.
- Vesta, Göttin von Heim und Herd
- Volcanus, Gott des Feuers

Kleine Götter


- Acca Larentia
- Anna Perenna
- Carmenta
- Carna
- Consus
- Dea Dia
- Feronia
- Flora
- Fons
- Furrina
- Luna
- Maia
- Ops
- Pales
- Pomona
- Portunus
- Pluto
- Robigus
- Silvanus
- Veiovis
- Vertumnus
- Volturnus

Geisterwesen


- Genius
- Laren
- Penaten
- Manen
- Lemuren

Personifikationen


- Aeternitas
- Concordia
- Diskordia
- Fama
- Felicitas
- Fides
- Fortuna
- Honos
- Iustitia
- Libertas
- Pax
- Pudicitia
- Roma
- Spes
- Virtus
- Victoria

Fremde Götter


- Mithras, Sol Invictus
- Amor (Cupido)
- Isis
- Seth
- Serapis

Siehe auch


- Römisches Reich
- Römische Mythologie
- Mythologie
- Liste von Göttinnen

Weblinks


- [http://imperiumromanum.com/religion/antikereligion/antikereligion_index.htm Römische Götter] ! Römische Götter

Römische Mythologie

Die römische Mythologie beschäftigt sich mit den Vorstellungen der antiken römischen Mythographen über die Welt der Götter und Heroen. Die ursprüngliche römische Bauernreligion wurde vornehmlich von Personifikationen der Natur und von Naturereignissen beherrscht (z.B. Tellus = Erde, Ops = Ernte, Ceres = Feldfrüchte usw.). Erst ab dem 5. Jhd. v. Chr. begannen die Römer unter dem vermittelnden Einfluss der Etrusker die Götterwelt der Griechen zu importieren. So entsprechen etliche Gestalten des römischen Götterhimmels denen der griechische Mythologie, doch ist die römische Mythologie nicht so stark wie die griechische mit Göttern und Heroen bevölkert. Die Gleichsetzung fremder Götter mit eigenen, die sog. Interpretatio Romana wurde zum besonderen Charakteristikum des römischen Umgangs mit fremden Kulten und Religionen.

Götterhimmel

Zum römischen Götterhimmel gehören unter anderem:
- Äolus - Gott der Winde
- Apollo - Gott des Lichtes, des Frühlings, der Musik, des Gesanges und der Dichtkunst
- Aurora - Göttin der Morgenröte
- Bacchus - Gott des Weines und der triebhaften Naturkraft
- Ceres - Göttin des Wachstums, des Ackerbaus
- Diana - Göttin der Jagd
- Faunus - Gott der Wälder und Weiden
- Fortuna - Göttin des Glücks und des Zufalls
- Herkules - Gott der Athletik (Sport) und der Reise
- Juno - Göttermutter (Frau Jupiters) und Göttin der Ehe und Familie
- Jupiter - Blitz- und Donnergott, Gott des Humors und Göttervater (oberster Gott)
- Juventas - Göttin der ewigen Jugend
- Luna - Göttin des Mondes
- Magna Mater - Göttermutter
- Mars - Gott des Krieges
- Merkur - Götterbote, Schutzgott der Reisenden, Kaufleute
- Minerva - Göttin der Weisheit, Göttin des Handwerks
- Neptun - Gott des Meeres und des Wassers
- Pluto - Gott der aus der Erde kommenden Reichtümer und des Totenreichs, der Unterwelt
- Saturn - Gott des Ackerbaus (Vater Jupiters)
- Venus - Göttin der Liebe und Schönheit
- Vesta - Göttin des Herdes
- Vulcanus - Gott des Feuers und der Schmiedekunst Besonders verehrt wurden die zwölf Dei Consentes: Jupiter, Juno, Minerva, Vesta, Ceres, Diana, Venus, Mars, Merkur, Neptun, Vulkan und Apoll. Zu ihren Ehren gab es auf dem Forum Romanum einen gemeinsamen Tempel, den Porticus Deorum Consentium. In der römischen Mythologie gibt es neben den Hauptgöttern auch noch die sogenannten Laren, Parzen und Penaten. Sie sind die Schutzgötter bestimmter Orte, Gebäude und Familien. Die römischen Götter trugen, wie auch die griechischen, sehr menschliche Züge. Sie bekriegten sich gegenseitig, Jupiter hatte unzählige Affären.

Kult

Der Kult sah die Opferung von Tieren, Pflanzen und anderen Dingen vor. Hierbei musste der Ritus genau beachtet werden, da jeder Fehler den Zorn der Gottheit hervorrufen würde und nach einem Sühneopfer erneut vollzogen werden musste. Bereits ein Versprecher im Text reichte aus, um Gefahren heraufzubeschwören. Eine wichtige Rolle spielten auch Vorzeichen und Weissagungen. Diese waren teils mit den Opfern verknüpft; so wurde z.B. aus den Organen der geopferten Tiere herausgelesen, ob die Götter ein Vorhaben begünstigten. Auch die Beobachtung des Vogelflugs diente diesem Zweck. An der Spitze der Priester stand der Rex sacrorum, die Pontifices, in welchen die Flamines zusammengefasst waren und die Vestalinnen. Neben den genannten gab es noch zahlreiche Kollegien (Auguren, Haruspices, Quindecimviri, Septemviri) und Kultvereine (Arvalbrüder, Fetialen, Luperci, Salier (Religion), Titier, Augustales Claudiales, Augustales Flaviales, Augustales Hadriani, Augustales Antoniani).

Hauskult

Auch der Wohnsitz und das Haus der römischen Familie waren Orte, an denen Riten vollzogen wurden, siehe hierzu Genius loci.

Literatur


- Herder Lexikon Griechische und römische Mythologie – Götter, Helden, Ereignisse, Schauplätze. Herder, Freiburg, 1999, ISBN 3-451-04343-2
- Karl Philipp Moritz, Götterlehre oder mythologische Dichtungen der Alten. 1989, Leipzig, Insel-Verlag.

Siehe auch

Portal und Themenliste Rom, Liste römischer Götter, Liste von Göttinnen, Römisches Reich, Portal:Mythologie ! ja:ローマ神話 ko:로마 신화

Servius Tullius

Servius Tullius (
- ?, † 535 v. Chr. ermordet) war der sagenhafte sechste König des Römischen Reichs. Servius Tullius war der Sohn eines Adeligen aus der Sabiner-Stadt Corniculum, dessen Vater im Kampf gegen Rom gefallen war. Die Mutter und der Sohn wurden als Gefangene des Königs Tarquinius Priscus nach Rom gebracht, wo sie gemäß ihres Standes behandelt wurden. Da aber ihr Sohn in der Sklaverei geboren wurde, nannte sie ihn Servius. Der Sage nach zeigte sich über dem Kopf des jungendlichen Servius Tullius eine Flamme, die die Gemahlin des Königs, die Etruskerin Tanaquil, als Zeichen seiner zukünftigen Herrschaft deutete. Servius wurde mit der ältesten Tochter des Königs verheiratet und Tanaquil war es dann, die nach der Ermordung des Tarquinius Priscus im Jahr 578 v. Chr. durch List die Thronbesteigung des Servius Tullius ermöglichte. Er bemühte sich sehr um die Sache Roms und förderte das Wohl des Staates. Das römische Volk teilte er in 5 Klassen mit 193 Centurien ein, wobei die bisher nicht stimmfähigen Armen die unterste Klasse und die reichen Patrizier die oberste Klasse bildeten. Die oberste Klasse beanspruchte allerdings allein 100 Centurien für sich. Außerdem führte Servius Tullius den Census ein, bei der regelmäßig das Vermögen und die Beschäftigung aller römischen Bürger erfasst wurde. Bei einer Volkszählung zählte der Censor sogar 80.000 Einwohner. Im 44. Regierungsjahr wurde er auf Anstiften seiner Tochter Tullia der Älteren, die um jeden Preis ihren Ehemann Lucius Tarquinius Superbus auf den Thron bringen wollte, gestürzt. Auf der Flucht nach Hause wurde Servius Tullius schließlich von gedungenen Mördern getötet. Seine Tochter Tullia d. Ä. überfuhr den Leichnam ihres Vaters mit ihrer Kutsche.

Siehe auch:


- Portal und Themenliste Rom
- Römische Königszeit Kategorie:Mann Kategorie:König (Rom) Kategorie:Gestorben 535 v. Chr.

Hermes (Mythologie)

Hermes (griechisch: Ἑρμᾶς , ein Stapel Markierersteine) ist in der griechischen Mythologie der Götterbote, einerseits der Schutzgott der Wege, des Verkehrs, der Wanderer, der Kaufleute und der Hirten, aber auch andererseits Gott der Diebe, der Redekunst, der Gymnastik und somit der Palästra und der Magie.

Herkunft

Magie Er ist der Sohn des Zeus und der Maia und Vater des Pan.

Bedeutung

Der Mythologie nach ist er der Götterbote, der die Botschaft der Götter an die Sterblichen ausrichtet. Seine Botschaften sind kein bloßes Mitteilen, sondern etwas, was man einsehen muss. Deshalb wird die Wissenschaft vom Verstehen auch als Hermeneutik bezeichnet. Hermes ist außerdem Führer der Seelen zum Eingang der Unterwelt, daher auch sein Beiname Psychagogos. Weiterhin ist er der Erfinder der Lyra, welche er seinem Götterbruder Apollon schenkte.

Darstellung

Bei den Griechen wurde Hermes meist mit einem geflügelten Helm oder geflügelten Schuhen dargestellt und der Hermesstab oder Caduceus ist ebenfalls ein Symbol für ihn.

Ägyptische Mythologie

In der ägyptischen Mythologie wurde Hermes mit Thot (als Hermes Trismegistos) gleichgesetzt.

Römische Mythologie

In der römischen Mythologie wurde Hermes mit Merkur gleichgesetzt. In Ovids Metamorphosen nehmen Philemon und Baucis den unerkannt auf die Erde gestiegenen Hermes auf.

Siehe auch


- Portal:Mythologie
- Stammbaum der griechischen Götter und Helden
- Herme, Hermetik
- hermeneutischer Zirkel
- Hermes von Olympia
- Praxiteles
- Raumtransporter Hermes

Weblinks


Kategorie:Griechische Gottheit ja:ヘルメス ko:헤르메스

Apollon

Apollon (Etymologie ungeklärt, viell. griechisch: der Zerstörer, Vernichter, oder aber der Unheilabwehrer; deutsch Apoll, lateinisch Apollo, auch Phoibos; in der Ilias des Homer auch "Smintheus"-"Mäuseverschlinger" und "der fernhin Treffende" genannt), ist ein Gott der griechischen Mythologie. Er ist Sohn des Zeus und der Leto und der Zwillingsbruder der Göttin Artemis. Er wurde auf der schwimmenden Insel Delos geboren. In späterer Zeit wurde er auch mit Helios gleichgesetzt. Das Heiligtum in Delphi, die bedeutendste Orakelstätte der Antike, war ihm geweiht. Ein Beiname des Apollon ist Boedromios. Apollon galt als Gottheit des Lichts, des Frühlings und der sittlichen Reinheit und Gemäßigkeit, sowie als Gott der Mantik und der Künste, insbesondere der Musik, der Dichtkunst und des Gesanges; in dieser Funktion stand er den neun Musen vor (Beiname Musagetes). Aber auch in anderen Bereichen des Lebens spielte er eine Rolle: Er brachte (wie der babylonische Gott Nergal) Tod und Vernichtung, gleichzeitig aber auch Rettung vor Gefahren (z. B. in der Funktion des "Apollon Smintheus", des "Vernichters der Mäuse" oder des "Apollon Lykeios" als Beschützer der Herden vor den Wölfen). Im Trojanischen Krieg stand er auf Seiten der Trojaner und griff durch gezielte Bogenschüsse in die Kämpfe ein; als Rächer sandte er mit seinen Pfeilen die "Pest" in das Lager der Griechen, weil sie die Tochter eines Apollonpriesters gefangen genommen und versklavt hatten. Abgesehen von seinen für die Figur typischen Berichten wie den musischen Wettkampf mit dem Hirtengott Pan tritt Apollon in auffällig vielen Geschichten, die von ihm erzählt werden, als Rächer oder Töter auf. So tötete er die Niobiden und den Riesen Tityos, der seine Mutter vergewaltigen wollte; er tötete (und häutete) auch den Satyr Marsyas, weil der sich nachsagen ließ, schönere Musik zu machen als der Gott. Orestes befahl er, seine eigene Mutter Klytaimnestra zu töten, um damit den Mord an seinem Vater Agamemnon zu rächen. Die Erinyen, die so etwas nicht dulden, schlugen Orest darauf mit Wahnsinn, Apollon verteidigte ihn dann aber erfolgreich vor dem Areopag in Athen gegen sie und Klytaimnestras Geist.

Taten

Die erste Tat im Leben Apollons war die Tötung der Schlange Python, der Feindin seiner Mutter Leto. Da diese Schlange, die außergewöhnliche prophetische Kräfte besessen hatte, eine Tochter der Gaia gewesen war, musste er sich zur Sühne nach Tarrha auf Kreta begeben und dort einer Reinigungszeremonie unterwerfen. Einmal wagte Apollon es sogar, gegen seinen Vater Zeus zu rebellieren: Als dieser Apolls Sohn Asklepios getötet hatte, rächte sich Apollon durch den Mord an den Kyklopen. Als Strafe für diese Tat musste Apollon dann in den Schafställen des Königs Admetos von Pherai arbeiten bzw. dessen Kühe hüten. Da er sich dem Admetos als Fremdling genaht hatte und sehr freundlich aufgenommen worden war, sorgte er dafür, dass seine Tiere alle Zwillinge zur Welt brachten und half ihm auch dabei, Alkestis, die Tochter des Pelias zu gewinnen. Zusätzlich half er ihm gegen den Thanatos (Tod), als er sterben sollte.

Geliebte und Nachkommen

Die weiblichen Geliebten Apolls und seine Nachkommen mit ihnen, dazu seine männlichen Geliebten bzw. Günstlinge waren, unterschiedlichen Quellen nach:
- Akantha
  - Amphissos
  - Anios
  - Aristaios
- Arsinoe
  - Asklepios
- Chione
- Daphne
- Dryope
- Hekuba
  - Hyakinthos
- Kalliope
- Kassandra
  - Kinyras
- Koronis
  - Kyknos
  - Kyparissos
- Leukothea
  - Linos
- Manto
  - Mopsos
  - Orpheus
  - Phemonoe
  - Philammon
  - Polyxena
- Psamathe
- Rhoeo
- Terpsichore
  - Troilos
- Urania

Quellen


- Aelian, Varia Historia
- Apollodorus I und III. Buch
- Diodorus Siculus III. Buch
- Homerischer Hymnus an Apollon
- Homer, Ilias
- Hyginus Mythographus, Fabeln Siehe auch: Portal:Mythologie

Nachwirkung

Da Apoll den Künsten zugeordnet wurde, taucht er zumal in Dichtung und Bildenden Künsten seit der Antike immer wieder auf. Friedrich Nietzsche unterschied kulturphilosophisch das "apollinische" vom "dionysischen Prinzip".

Weblinks

[http://www.texttexturen.de/arbeiten/apollon_dionysos/ Das Apollinische und das Dionysische: Nietzsches Gegensatzpaar im antiken Mythos] Kategorie:Griechische Gottheit ja:アポロン ko:아폴론

Latein

Als Latein bzw. Lateinisch (lat. lingua Latina: „lateinische Sprache“) bezeichnet man die Sprache, die ursprünglich vom Volksstamm der Latiner gesprochen wurde, der Bewohner von Latium mit Rom als Zentrum. Innerhalb der indogermanischen Sprachen gehört Latein zur Gruppe der italischen Sprachen. Es bildete die Grundlage für alle heutigen romanischen Sprachen.

Entwicklung

romanischen Sprachen Ursprünglich in Rom und dem umliegenden Gebiet (Latium) gesprochen, wurde Latein später an humanistischen Gymnasien unterrichtet. Neben Griechisch war Latein die Amtssprache des römischen Reiches. Wegen der kulturellen Überlegenheit des Ostens verlor es dabei zeitweise in Nordafrika und selbst in Rom seine Vorrangstellung. So war die Liturgiesprache der römischen Christen bis um 300 das Griechische. In dieser Zeit drangen viele griechische Lehnwörter ins Lateinische ein. Während der Spätantike begannen sich verschiedene Volkssprachen, aus denen im Mittelalter die romanischen Sprachen entstehen sollten, phonetisch und grammatikalisch von der lateinischen Hochsprache wegzuentwickeln. Doch noch im 6. Jahrhundert entstanden hochsprachliche lateinische Werke. Im Oströmischen Reich war Latein bis ins frühe 7. Jahrhundert neben Griechisch eine der beiden Amtssprachen. Im Westen übernahmen die Germanen mit den Grundelementen der spätrömischen Verwaltung auch die lateinische Sprache, die in der Administration bis in die frühe Neuzeit vorherrschend blieb. Seit der Völkerwanderung und der Christianisierung der (zunächst zumeist arianischen) Germanenvölker wurde Latein im Westen des früheren Römischen Reiches und in den römisch-katholischen Folgestaaten die Sprache des Klerus (Kirchenlatein), der Rechtswissenschaft (Glossatoren) und der sich bildenden Hochschulen (studia generalia). Es bildete somit die Schriftsprache, vor allem für das kirchliche und weltliche Urkundenwesen (Diplomatik) im frühen Europa. In völkerrechtlichen Verträgen (z. B. im Westfälischen Frieden von 1648) dominierte Latein bis in das 17. Jahrhundert hinein. Es bildet noch bis ins 20. Jahrhundert den Affixvorrat für die Fachterminologie in den Wissenschaften und verliert durch die fortschreitende Absorption in die englische und andere Sprachen lediglich an direkter, nicht jedoch an indirekter Bedeutung. Es wird noch an vielen Schulen unterrichtet.

Antike

Antike Schreibweise

Die lateinische Sprache wurde ursprünglich als scriptio continua, d. h. als zusammenhängender Fluss von Zeichen ohne Zwischenräume geschrieben. Auch Satzzeichen und Kleinbuchstaben wurden in der Antike nicht verwendet. Auf Wachstafeln war nämlich wenig Platz zum Schreiben, und Papyrus war teuer. Die antiken lateinischen Texte sind für uns heute daher schwer zu lesen. Vergleiche folgendes Beispiel: Alte Schreibweise: AVREAPRIMASATAESTAETASQVAEVINDICENVLLO SPONTESVASINELEGEFIDEMRECTVMQVECOLEBAT POENAMETVSQVEABERANTNECVERBAMINANTIAFIXO AERELEGEBANTVRNECSVPPLEXTVRBATIMEBAT IVDICISORASVISEDERANTSINEVINDICETVTI NONDVMCAESASVISPEREGRINVMVTVISERETORBEM MONTIBVSINLIQVIDASPINVSDESCENDERATVNDAS NVLLAQVEMORTALESPRAETERSVALITORANORANT NONDVMPRAECIPITESCINGEBANTOPPIDAFOSSAE NONTVBADIRECTINONAERISCORNVAFLEXI NONGALEAENONENSISERANTSINEMILITISVSV MOLLIASECVRAEPERAGEBANTOTIAGENTES Heutige Schreibweise: Aurea prima sata est aetas, quae vindice nullo, sponte sua, sine lege fidem rectumque colebat. poena metusque aberant nec verba minantia fixo aere legebantur, nec supplex turba timebat iudicis ora sui, sed erant sine vindice tuti. nondum caesa suis, peregrinum ut viseret orbem, montibus in liquidas pinus descenderat undas, nullaque mortales praeter sua litora norant. nondum praecipites cingebant oppida fossae, non tuba directi, non aeris cornua flexi, non galeae, non ensis erant: sine militis usu mollia securae peragebant otia gentes. Auszug aus Ovids Metamorphosen: Die Schöpfung (Das goldene Zeitalter) Details zu den verwendeten Buchstaben finden sich in dem Artikel Lateinisches Alphabet. Siehe zu diesem Thema auch: Paläografie (dort Lateinische Paläografie), Capitalis, Versalschrift und Majuskel.

Antike Aussprache

Auf die antike Aussprache der lateinischen Sprache wird im Artikel Lateinische Aussprache eingegangen.

Literatur

Mit Antiker Literatur des Lateinischen beschäftigt sich u. a. der Artikel Lateinische Literatur.

Gegenwart

Auch heute ist Latein noch an vielen Gymnasien aller Fachrichtungen zu finden. Etwa ein Drittel aller Gymnasiasten im deutschen Sprachraum lernt Latein als erste, zweite oder dritte Fremdsprache. An humanistischen Gymnasien wird dem Lateinischen, neben dem Griechischen, noch eine herausgehobene Bedeutung zugemessen, was früher auf eine aktive Beherrschung des Lateinischen zielte. Tatsächlich werden auch heute noch für zahlreiche Studiengänge das Latinum oder Lateinkenntnisse gefordert, insbesondere in zahlreichen geisteswissenschaftlichen Fächern. Das Latinum ist als Studienvoraussetzung für die Fächer Medizin und Jura weitestgehend abgeschafft, häufig aber nicht in Fächern wie Anglistik, Philosophie oder sogar Musikwissenschaften. Unabhängig von den Studienanforderungen wird von Befürwortern des Lateins betont, dass das Erlernen der lateinischen Sprache weiterhin Basis für die korrekte Verwendung von Fremdwörtern sei, das Erlernen anderer romanischer Sprachen wesentlich erleichtere und erhebliche Transfer-Effekte für die Denkschulung aufträten. Das Übersetzen lateinischer Texte fördere auf Grund der erheblichen Komplexität vieler lateinischer Sätze auch das logische Denken. Von den Gegnern ist hingegen zu hören, dass die Auseinandersetzung mit jeder Art von Grammatik, egal welcher Sprache, das strukturierte Denken fördere, und dass das Erlernen moderner romanischer Sprachen, welche im Gegensatz zu Latein noch gebraucht werden, mindestens ebenso gut dazu geeignet sei, die zahlreichen lateinischen Lehnwörter im Deutschen korrekt zu verwenden und andere romanische Sprachen zu erlernen. In der Tat sind viele gesamtromanische, also in allen romanischen Sprachen auftretende Wörter nicht im klassischen Latein vorhanden und müssen dann neu gelernt werden: guerra „Krieg“, testa „Kopf“, cavallo „Pferd“, mangiare/manger „essen“, andare
-
„gehen“ , boc(c)a/bouche „Mund“, blanco/blanc „weiß“, die Himmelsrichtungen etc. Viele dieser Wörter erklären sich nämlich aus dem umgangssprachlichen oder dem späten Latein oder stammen aus der Soldatensprache, also aus Varietäten, die nicht in der Schule gelehrt werden. Aus deutschen und US-amerikanischen Untersuchungen geht hervor, dass zwischen absolviertem Lateinunterricht und der Beherrschung der englischen Sprache in Schrift und vor allem Wort eine signifikante Korrelation besteht. Ein kausaler Zusammenhang ist allerdings nicht nachgewiesen worden – möglicherweise macht eine hohe sprachliche Begabung eines Kindes die Wahl des als schwierig geltenden Latein wahrscheinlicher. Da auch im modernen Lateinunterricht die Sprachproduktion eindeutig der Rezeption (Leseverstehen) untergeordnet ist, glauben viele, Latein falle Menschen mit ausgeprägter Begabung für Mathematik und formelle Denkvorgänge generell leichter als andere Fremdsprachen, wohingegen Menschen mit ausgeprägter Begabung für intuitives Erlernen von Sprachen andere Fremdsprachen leichter fänden. Dieser Zusammenhang lässt sich allerdings nicht häufig verifizieren: Die Erfahrung zeigt, dass die Schülerleistungen in Latein überwiegend Hand in Hand mit denen in der Muttersprache und anderen Fremdsprachen gehen.

Modernes Latein

Auch heute werden deutsch-lateinische Lexika aufgrund neulateinischen Wortgutes herausgegeben, z. B. das „lexicon auxiliare“ oder das vom Vatikan herausgegebene „lexicon recentis latinitatis“, welches erst im Jahre 2004 eine Neubearbeitung erfuhr. Der finnische Rundfunksender YLE (Yleisradio) verbreitet Wochennachrichten in neulateinischer Sprache. Radio Bremen veröffentlicht regelmäßig die Nuntii Latini in schriftlicher und gesprochener Version. Seit April 2004 veröffentlicht auch die deutschsprachige Redaktion bei Radio Vatikan Nachrichten auf Lateinisch. Dabei handelt es sich um ursprünglich deutsche Meldungen. Gero P. Weishaupt übersetzt sie für die Redaktion ins Lateinische. Sehr beliebt ist auch die lateinische Fassung der Asterix-Comics, die der deutsche Altphilologe Graf v. Rothenburg (Rubricastellanus) verfasst hat. Der Autor Nikolaus Groß, beruflich seit zehn Jahren Deutsch-Lektor in der südkoreanischen Hauptstadt, hat 2004 eine komplett latinisierte Übertragung von Patrick Süskinds Das Parfum im Brüsseler Verlag der Fundatio Melissa, einem überregionalen Verein zur Pflege des gesprochenen Lateins, veröffentlicht. Dem Buch ist mit dem „Glossarium Fragrantiae“ eine größere Liste aktualisierter Neuschöpfungen beigegeben. Vom selben Wortartisten existiert des weiteren ein Buch über den Baron Mynchusanus (Münchhausen). 2003 erschien bereits der erste Teil der Harry Potter-Bücher von J. K. Rowling auf Latein (Harrius Potter et Philosophi Lapis). Daneben gibt es noch viele weitere Übersetzungen „klassischer“ Werke ins Lateinische, so zum Beispiel Karl Mays Winnetou III, oder Der kleine Prinz (Regulus) von St. Exupéry. Durch das Internet ist die Verfügbarkeit alter lateinischer Texte sowie das Entstehen neuer lateinischer Texte erheblich begünstigt worden. Inzwischen gibt es sogar lateinische Fassungen von Popsongs. Daneben entstehen auch neue Popsongs in lateinischer Sprache, etwa Cursum Perficio, gesungen von Enya, Liberatio, eines von vielen lateinischen Musikstücken der Gruppe „Krypteria“, oder bei Gruppen der Dark Wave bzw. Gothic (Jugendkultur). Roma Ryan hat neben Cursum Perficio für Enya noch weitere Songs in lateinischer Sprache verfasst. In Internetforen wie Grex Latine Loquentium kommunizieren Teilnehmer aus vielen Ländern ausschließlich in Latein. In der klassischen beziehungsweise neoklassischen Musik findet Latein ebenfalls Verwendung. So hat etwa der niederländische Komponist Nicholas Lens auf seinem Werk Flamma Flamma ein lateinisches Libretto vertont, für sein Werk Terra Terra hat Lens selbst ein Libretto in lateinischer Sprache verfasst. Nicht zu vergessen sind auch die zahlreichen Vertonungen lateinischer Gedichte wie z. B. von Jan Novák. Carl Orff unterlegte mehreren seiner Vokal-Kompositionen Texte in Latein oder Griechisch. Igor Strawinski ließ das nach Sophokles von Jean Cocteau in französischen Versen verfasste Libretto zu Ödipus Rex“ von Jean Daniélou ins Lateinische übersetzen. Das Lehrbuch Lingua Latina per se illustrata des dänischen Autors Hans H. Ørberg hat die bisher hauptsächlich für den Unterricht in modernen Sprachen eingesetzte einsprachige Lehrmethode auf den altsprachlichen Unterricht übertragen. Das Lehrbuch erfreut sich in verschiedenen Ländern einer steigenden Beliebtheit.

Latein in den Wissenschaften

In der Biologie erfolgt die Namensbildung der wissenschaftlichen Namen lateinisch und griechisch, wobei neuere Vorschläge vorsehen, die Regeln nur aus der lateinischen Sprache zu entnehmen. In der Medizin sind die anatomischen Fachbegriffe lateinisch, für die einzelnen Organe wird zusätzlich auch latinisiertes Griechisch verwendet. Die Krankheitsbezeichnungen leiten sich aus dem Griechischen ab. Zahlreiche Sprichwörter haben einen lateinischen Ursprung und sind teilweise auch in der deutschen Übersetzung zu geflügelten Worten geworden. In den Rechtswissenschaften existieren verschiedene lateinische Lehrsätze und Fachbegriffe (Latein im Recht). Auch in der Geschichtswissenschaft spielt vor allem Latein weiterhin eine große Rolle. In der Meteorologie werden lateinische Begriffe in der Wolkenklassifikation eingesetzt.

Latein in der katholischen Kirche

Latein ist neben Italienisch die Amtssprache des Vatikanstaats. Die katholische Kirche veröffentlicht alle amtlichen Texte von weltkirchlicher Bedeutung in Latein. Das gilt für die liturgischen Bücher, den Katechismus, den Codex des kanonischen Rechts sowie die päpstlichen Rechtsvorschriften (canones, decretales) und Rundschreiben (Enzykliken). Bis zum zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) war Latein die offizielle Gottesdienstsprache und ist dies (laut Sacrosanctum Concilium) offiziell noch heute, wobei andere Sprachen jedoch gleichfalls erlaubt sind. Tatsächlich werden nur noch sehr wenige Gottesdienste in Latein gehalten. Der gegenwärtig amtierende Papst Benedikt XVI. bevorzugt bei seinen Messen aber das Lateinische vor dem Italienischen. Siehe auch: Lateinische Kirche

Referenzlisten


- Lateinische Präpositionen
- Liste lateinischer Ortsnamen
- Liste lateinischer Präfixe
- Liste lateinischer Redewendungen
- Liste lateinischer Suffixe
- Liste von lateinischen Palindromen
- Lateinische Zahlwörter

Siehe auch


- Grammatik des Lateinischen
- Lateinische Aussprache
- Lateinische Sprichwörter
- Küchenlatein
- Vulgärlatein
- Mittellatein
- Lateinische Literatur
- Sprachen im Römischen Reich
- Jägerlatein
- Panlatinismus

Weblinks


- [http://www.commtec.de/wb/ Wörterbuch Latein-Deutsch-Latein auxilium online (mit Download-Möglichkeit)]
- [http://www.latein-pagina.de/iexplorer/stil.htm Lateinische Stilblüten]
- [http://www.thelatinlibrary.com/ The Latin Library – klassische Texte im Original]
- [http://www.albertmartin.de/latein/ Latein-Deutsch-, Deutsch-Latein-Wörterbuch mit hilfreichen Extras]
- [http://www.radiobremen.de/online/latein/ Nuntii latini bei Radio Bremen]
- [http://www.latein-pagina.de/ Latein-Pagina]
- [http://www.antikeundeuropa.de/Alte_Sprachen_heute/alte_sprachen_heute.html Alte Sprachen heute]
- [http://www.fh-augsburg.de/~harsch/a_chron.html Sammlung lateinischer Texte/bibliotheca Augustana]
- [http://www.music.indiana.edu/tml/ Lateinische Musiktraktate im Original]
- [http://www.lateinservice.de/index.htm Die deutsche Latein-Seite]
- [http://www.alcuinus.net/GLL/ Grex Latine Loquentium (Internetforum in lateinischer Sprache)]
- [http://www.kreienbuehl.ch/lat/ Latein und Altgriechisch Site]
- [http://www.latein24.de/ Übersetzungen vieler klassischer lateinischer Texte bei Latein24.de] Kategorie:Einzelsprache
-
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Kalenden

Die Kalenden (lat. Kalendae) waren im Kalender der Römer jeweils die ersten Tage eines Monats. Grammatisch kommen sie nur in der Mehrzahl vor (sind ein Pluraletantum) und sind eines der ganz wenigen lateinischen Wörter mit einem „K“. Von ihnen leitet sich das deutsche Wort „Kalender“ ab. Die ungebräuchlich werdende gehobene deutsche Redensart „an den griechischen Kalenden“ bedeutet soviel wie „zu St. Nimmerlein“ – d. h. niemals – und ist eine Direktübersetzung der gleichbedeutenden lateinischen Redensart „ad Kalendas Graecas“. Ihr Sinn ergibt sich daraus, dass der griechische Kalender keine Kalendae kannte. Kategorie:Kalender

Opfer (Religion)

Ein Opfer beinhaltet in der Religion das Darbringen von wertvollen Dingen jeglicher Art, die dem Menschen besonders kostbar sind, und damit an eine übermenschliche Macht dargebracht werden. Diese Macht können Ahnen, Geister, oder ein Gott sein. Bei Tieropfern ist es oft der Fall, dass das Leben des Tieres und somit sein Geist bzw. seine Tierseele geopfert wird, das Fleisch der Opfergemeinde aber zum Mahl dient (und nicht oder nur teilweise verbrannt wird). Ein Opfer ist mit einem Ritual verbunden, bei dem Speisen, Weihrauch, Früchte und Vieh oder der Zehnte geopfert werden können. Es wird zwischen Sühneopfer, Bittopfer, Dankopfer und Lobopfern unterschieden. Zu den ältesten Opfern gehört das Erstlingsopfer. =Einführung= Im Opfer versucht der Mensch Beziehungen zu übermenschlichen Wesen aufzunehmen, diese positiv zu beeinflussen, sei es um auf ein vermutetes Einwirken dieser Wesen in den menschlichen Bereich zu reagieren oder um ein gewünschtes Einwirken hervorzurufen. Opferhandlungen finden sich bei fast allen Kulturen der Menschheit. Der Mensch, der sein Ungenügen verspürte, suchte sich vor den himmlischen Mächten zur reinigen, die oft als missgünstig verstanden wurden, so dass man sie zu versöhnen suchte durch die Hingabe von kostbaren Gaben. (Reinigungsopfer). Bestimmte Religionen kannten die Opferung von Früchten, die wie das geschlachtete Tieropfer zuweilen verbrannt oder aber ganz oder teilweise gegessen wurden, zuweilen auch in den Besitz der Priesterschaft übergingen. Beim Trankopfer werden Getränke, insbesondere Wein, in oder vor Gräbern oder Tempeln abgestellt oder am Kultplatz vergossen. Das Opfer wird manchmal geschwungen (Schwingopfer) oder auch emporgehoben (Hebopfer), um es vor Gott sichtbar zu machen. Darüber hinaus gibt es auch duftende Rauchopfer, bei denen wohlriechendes Räucherwerk wie Weihrauch und Myrrhe dargebracht wird. Blutige Opfer finden sich vor allem in sesshaften Agrarkulturen mit Viehzucht. Zur Opferpraxis vieler antiker Kulturen zählte auch das Menschenopfer, häufig von Kriegsgefangenen an den Kriegs-, Stammes oder Nationalgott, aber auch das Opfern von erstgeborenen Kindern. Geopfert wurden teilweise auch Edelmetalle, Hausrat, Waffen, Schmuck, Statuen, z.B. durch versenken in Flüssen, Seen, Sümpfen oder dem Meer oder durch Aufstellen bzw. Verbringen an Kultplätze (z.B. auf heilige Haine oder Berge, in heilige Höhlen), in Tempel von Göttern oder an bzw. in Gräber von Ahnen. (Nicht gemeint ist die Mitgabe von Teilen des Eigentums des Toten als Ausrüstung für das angenommene Leben nach dem Tod bei der Beerdigung als sogenannte Grabbeigaben. Denn dann behält der Tote nach dem Verständnis der Angehörigen was ihm persönlich auch im Tod gehört, er erhält kein Opfer von den Überlebenden. Wobei es selbstverständlich zusätzlich häufig zu Opferungen kam.) Opfer an Ahnen werden teilweise nicht aus dem sonstigen Hauptgrund des Gewogenmachens hingegeben, sondern werden als notwendige Ernährung und Versorgung der Ahnen im jenseitigen Leben verstanden. Teilweise wurden auch Handlungen wie mühsame und weite Wallfahrten, die Errichtung eines Kultplatzes, z.B. die Errichtung eines Opferaltars selbst, eines Tempels, einer Kapelle oder Kirche, die Errichtung eines Klosters, die Stiftung eines Kunstwerkes für einen solchen Platz, wie Bilder oder Statuen, als Opfer verstanden. Ein Mönch, ein Fürst oder König oder auch eine Gemeinde, ein Dorf oder eine Stadt z.B. opfert einem Gott, indem er oder sie ihm eine Kirche errichtet bzw. errichten, sei es durch körperliche Arbeit sei es durch Hingabe von Geld für diesen Zweck. Durch dieses Verhalten wurden Tempel oder Kirchen oft aufwendig errichtet, oft sehr reich ausgestattet mit prächtigen Kunstwerken und teuersten Materialien, wie Edelsteinen und Edelmetallen, geschmückt und es wurden oft große Tempelschätze oder Kirchenschätze angehäuft. Selten werden auch das bloße Selbstzufügen von Qualen und Schmerzen, wie das Zurücklegen von langen Strecken auf den Knien oder Geißelungen als Opfer verstanden. =Opfer im alten Mesopotamien= Den Zweck, den Menschen mit Opfern verfolgten, lässt sich im Gilgamesch-Epos nachvollziehen, das auf Keilschrifttäfelchen aus dem 7. Jh. v.Chr. zu finden ist. Die Götter beauftragten den Pestgott Namtar die Menschen zu vernichten. Dieser begann sie mit der Pest zu töten. Ein Gott aber, der Mitleid mit den Menschen hatte, nämlich Enki, verriet dem Menschen Atrachasis ein Ritual mit der sie die Seuche besiegen können. Die Menschen sollen von allen Göttern ausschließlich den Pestgott Namtar verehren und nur ihm opfern und zwar bis er überschüttet mit Opfern von seinen tödlichen Tun ablässt. So geschieht es. Dank der Opfer lässt der Pestgott von seinem Wüten ab und die Menschheit lebt weiter. Nun beschließen die Götter, dass der Regengott Adad es nicht mehr regnen lassen soll und die ihm zugeordnete Korngöttin Nisaba kein Korn mehr wachsen lassen soll. So geschieht es. Und wieder verrät der Gott Enki dem Atrachasis das rituelle Gegenrezept: Nun verehren und opfern die Menschen allein Adad und Nisabe, und zwar bis Regen fällt und die Vegetation wieder auflebt. =Vor- und frühgeschichtliche Opfer= Aus vor- und frühgeschichtlicher Zeit wissen wir kaum Näheres über Glaubensinhalte. Archäologisch sind jedoch immer wieder Deponierungen zu beobachten, die am ehesten als Gaben für die Götter oder auch als deponierte Jenseitsausstattung für Verstorbene zu verstehen sein könnten. Als Opfer sieht man insbesondere solche Deponierungen (Depotfund) an, die offenbar irreversibel niedergelgt wurden - so etwa Gewässerfunde oder Moorfunde. Siehe z.B. Thorsberg =Opfer im Judentum= Tora In der Antike durfte ein Tier nur in Ehrfurcht vor Gott, dem Schöpfer des Lebens, geschlachtet werden. Jeder Fleischmahlzeit ging daher eine religiöse Handlung in einem Heiligtum voraus: das Tieropfer. Außderdem dienten Opfer zur Vergewisserung des Kontaktes der Menschen zum Göttlichen. Im letztgenannten Fall konnte das Opfer auch aus pflanzlichen Lebensmitteln bestehen (Speiseopfer). Die Tora (5 Bücher Moses) kennt fünf Opferarten, die sich durch ihre Rituale und ihre Anlässe unterschieden.
- Olah (עלה) [übersetzt mit: Aufstiegsopfer, Ganzopfer, Brandopfer, Holocaust]
- Mincha (מנחה) [übersetzt mit: Speiseopfer, Getreideopfer]
- Sebach Schlamim (זבח שלמים) [übersetzt mit: Heilsopfer, Mahlopfer, Friedensopfer]
- Chattat (חטאת) [übersetzt mit: Sündopfer, Verfehlungsopfer, Reinigungsopfer]
- Ascham (אשם) [übersetzt mit: Schuldopfer] Außerdem gab es die Möglichkeit zu freiwilligen Gaben an den Tempel aus Dank oder zur Erfüllung eines Gelübdes. Die Olah bestand aus der vollständigen Verbrennung eines Rindes, Schafes oder einer Ziege, gelegentlich auch einer Turteltaube (wenn jemand arm war). In Bemidbar (4. Buch Mose) 28,3-8 wird das Ganzopfer von zwei Schafen - eines am Morgen und eines am späten Nachmittag - als tägliches Opfer geboten. An Festtagen soll ein zusätzliches Schaf geopfert werden, der Zeitpunkt des Opfers ist nicht festgelegt. Die Mincha ist die Darbringung eines Brotfladens aus Mehl, vermischt mit Öl und Weihrauch und Salz. Es dient vor allem zum Lebensunterhalt der Priester am Tempel. Das Sebach Schlamim ist eine festliche Mahlzeit einer Personengruppe. Fett und Nieren des Tieres werden auf dem Altarherd verbrannt, der Rest zubereitet und von den Opfernden verzehrt. Eine antike Fleischmahlzeit war nur in Verbindung mit einem Sebach Schlamim möglich. Die Chattat dient zur Entsündigung nach einer versehentlichen Gebotsübertretung. Der Hohepriester nimmt ein Rind, stemmt die Hände auf den Kopf des Rindes und überträgt die Sünde des Menschen auf das Rind. Das Rind wird geschlachtet und sein Blut an den Altar und an den Vorhang im Tempel gesprengt. (Dieser Vorhang trennte das Allerheiligste mit der Bundeslade vom Heiligen, dem normalen Innenraum des Tempels.) Das Ascham dient zur Entsündigung einer groben und vorsätzlichen Gebotsübertretung. Das Ritual ist ähnlich wie bei der Chattat. Hinzu kommt jedoch noch die Verpflichtung, dass der Opfernde den angerichteten Schaden ersetzen muss. Eine Beschreibung der verschiedenen Opfer und ihrer Rituale und Gründe findet sich an verschiedenen Stellen in der Tora, vor allem aber in Wajikra (3. Buch Mose) Kapitel 1-8. Einmal im Jahr fand ein Entsündigungsopfer für das Heiligtum selbst und die Priesterschaft statt: der Versöhnungstag (siehe dazu Wajikra (3. Buch Mose) Kapitel 16. Judentum Die Rabbinen diskutieren nach der Tempelzerstörung darüber, welche Handlungen nun an die Stelle der Tieropfer treten könnten. Sie kamen zu drei Ergebnissen:
- das Gebet (damit ist die Amida gemeint)
- gute Werke
- das Studium der Tora Auf der Basis von prophetischen Texten wie Hosea 14,3 oder Psalm 51,17-19 setzte sich schließlich rechtsgültig das Gebet als liturgische Opfer-Ersatzhandlung für die tägliche Olah durch. Im Judentum wurde das Gebet daher eine religöse Pflicht, die wie das antike Opfer zu festgelegten Zeiten (Morgens und Nachmittags) mit einem festgelegten Bittenkanon erfüllt wird. =Opfer im Christentum=
- Altes Testament Von Abraham berichtet das Alte Testament der Bibel, Gott habe zwar prinzipiell von ihm auch die Opferung des Sohnes Isaak verlangt (Menschenopfer waren aus Nachbarreligionen bekannt), jedoch den Ersatz durch ein Opfertier angeordnet. Im Judentum wurden zur Zeit Jesu die Tieropfer zentral im Tempel von Jerusalem vollzogen. Diese wurden durch Schlachtung dargebracht. Schon das Alte Testament kennt auch geistige Opfer, so etwa in Psalm 51,19: Das Opfer, das Gott gefällt, ist ein zerknirschter Geist, ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verschmähen. Die Propheten kritisierten zuweilen heftig die scheinheilige Opferpraxis und forderten im Namen Gottes statt der Tieropfer, die Gott nicht brauche, Barmherzigkeit gegenüber sozial Benachteiligten wie Witwen und Waisen.
- Neues Testament
-

Die Passion und Kreuzigung als Opfer

Radikaler stellt das Christentum das Opfer in Frage. Im Neuen Testament hat Gott selber sich in Jesus Christus durch seine Menschwerdung bis hin zur letzten Konsequenz des Kreuzestodes als letztes und endgültiges Opfer dargebracht. Hier zeigt sich eine religionsgeschichtliche Wende, insofern hier nicht mehr der Mensch Gott opfert, sondern sich umgekehrt Gott aus Liebe dem Menschen unumkehrbar hingibt. Diese Hingabe wird für die Christen deutlich in den Worten des Abendmahls Das ist mein Leib/mein Blut für euch und setzt sich fort in der frühchristlichen Feier der sonntäglichen Eucharistie, die im katholischen Bereich zuweilen auch als Messopfer bezeichnet wird. Nach katholischem Dogma ist die Messe eine unblutige Vergegenwärtigung des Kreuzesopfer Christi. Da die Gabenbereitung vor dem Hochgebet lateinisch aber Offertorium hieß, erhielt selbige durch eine allzu wörtliche Übersetzung den Namen Opferung.

Opfer aus Nächstenliebe

Indem das Christentum tätige Nächstenliebe (Gleichnis vom barmherzigen Samariter) zu seinen Geboten und religiösen Pflichten zählt, wird teilweise auch die materielle Aufwendung für die Hilfe zugunsten eines anderen Menschen als Gott wohlgefälliges Opfer angesehen. Obwohl hier z.B. Nahrungsmittel, Kleidung, Medizin oder Geld vom Opfernden nicht direkt an Gott, sondern an einen anderen Menschen gehen, wird diese Hingabe von Vermögen, weil Gott die Hilfe für den Nächsten in Not will, auch als Opfer für Gott verstanden.

Opfer für Kirchenbau

Auch Beiträge zu Kirchenbauten oder deren Erhaltung, Ausstattung und Ausschmückung werden von vielen Christen, die Kirchen nicht nur als Versammlungsplätze, sondern als "Gotteshaus" betrachten, als Opfer betrachtet. Solche Beiträge werden sowohl als Lobopfer beigesteuert, um Liebe und Verehrung zu zeigen, aber oft auch als Sühneopfer gemacht, um Reue zu zeigen und so Vergebung von Sünden zu erreichen. In der Realität treten auch Bittopfer auf, also z.B. das Versprechen an Gott für eine erbetene Heilung oder Errettung aus Gefahr eine Kirche oder auch nur eine Kerze zu spenden oder eine Wallfahrt zu machen. Geopfert wird hier zunächst nur ein Versprechen, das auch Gelübde genannt wird. Nach Heilung oder Errettung werden solche Beiträge als Dankopfer dann oft tatsächlich gemacht.

Opfer für Heilige oder Maria

In manchen Kirchen werden auch bestimmten Heiligen oder Maria Opfer gebracht, z.B. Kerzen abgebrannt, sowohl um Verehrung zu zeigen als auch, um diese dafür gewogen zu machen, Bitten des Gläubigen bei Gott vorzutragen. Als Dank für vermeintlich erfüllte Bitten werden teilweise sogenannte Votivgaben gemacht, z.B. ein Täfelchen mit dem Bild eines Heiligen in der die frühere Not oder Krankheit bezeichnet und dem Heiligen die Errettung zugeschrieben wird. An bestimmten Wallfahrtsorten finden sich hunderte solcher Votivgaben. Einige Kirchen lehnen diese Praktiken strikt ab. Im Volksglauben wird Heiligen teilweise nicht nur die Möglichkeit zugeschrieben bei Gott Hilfe oder gar ein Wunder zu erbitten, sondern auch selbst Wunder zu tun. Soweit dies geschieht ist die Grenze zum Polytheismus und seinen Göttern mit verschiedenen Macht- und Zuständigkeitsbereichen überschritten.

Ordensleben oder Priesterleben als Opfer

Schließlich kennt das Christentum in manchen Konfessionen die Möglichkeit die eigene Freiheit und Selbstverwirklichung zu opfern, um freiwillig ganz Gott zu dienen, z.B. in religiösen Orden, die sich allein der Verehrung Gottes oder der Verehrung Gottes und der Verkündung seines Wortes oder der Verehrung Gottes, der Verkündung seines Wortes und der tätigen Nächstenliebe verschrieben haben. In manchen Konfessionen gilt auch die Keuschheit, d.h. der Verzicht auf Sexualität, und die Ehelosigkeit, d.h. der Verzicht auf die Ehe, die teils von Bischöfen (z.B. orthodoxe Kirche), teils auch von Priestern (z.B. katholische Kirche) gefordert wird, als gottgefälliges Opfer

Martryrium als Opfer

Im Falle religiöser Verfolgung gibt es auch das Verständnis, dass wer trotz Todesdrohung nicht vom Glauben abfällt, diesen nicht wiederruft und/oder das verlangte Böse nicht tut, im Falle dass er deswegen getötet wird, Gott sein Leben geopfert hat. Das sogenannte Martyrium gilt in vielen Kirchen darunter der orthodoxen und der katholischen Kirche als besonders verdienstvoll und besonderer Ausdruck der Liebe zu Gott, weil mehr als das eigene Leben nicht geopfert werden kann. =Opfer im Hinduismus=
- Älterer Hinduismus In der vedischen Zeit (ab 1200 v.Chr.) war das Opfer die wichtigste religiöse Zeremonie. Im Rigveda heißt es: "das Opfer ist der Nabel der Welt". Ein vedisches Opfer bestand aus dem Feueropfer von Getreide, Milch, Butter etc. und Somasaft auf einem Altar. Man glaubte, dass durch Opfer materieller und geistiger Wohlstand erreicht werden könne. Nach dem Purusha-Sukta ist die Schöpfung aus dem Selbstopfer des Urriesen Purusha entstanden, das die Menschen nun immer wieder wiederholen müssen, damit die Welt bestehen bleibt. Zur Zeit der Brahmanas (800 v.Chr. - 500 v.Chr.) wurde größter Wert auf die korrekte Durchführung des Opfers gelegt. Zu diesem Zwecke wurde eine umfangreiche Ritualliteratur, eben die Brahmanas erstellt. Die exponierte Stellung der Brahmanen entstand in dieser Zeit. Die komplizierten Riten erforderten drei Priester, den Rezitierenden (Hotri), den Sänger (Udgatri) und den Opfernden (Adhvaryu). Die innere Haltung spielte keine Rolle, die Wirksamkeit des Opfers sah man durch die minutiöse Einhaltung der Regeln gewährleistet. Man glaubte, der betreffende Gott müsse bei Beachtung der rituellen Vorschriften das Erbetene gewähren. In der Upanishaden-Zeit (700 v.Chr. - 200 v.Chr.) kamen Zweifel am Opfer auf, vor allem an dessen mechanischer Ausführung. In der Katha-Upanishad sagt der Knabe Nachiketas: "Freudlos sind sicher die Welten, in die derjenige gelangt, der Kühe als Geschenk, die nicht mehr trinken, essen, Milch geben und Kälber zur Welt bringen können". Sein Vater hatte in Hoffnung auf Belohnung das Vishvajit-Opfer vollzogen, bei dem er seinen ganzen Besitz an Brahmanen weggeben hatte. Der Vater war sehr erbost über die freche Bemerkung seines Sohnes und schickt ihn zum Todesgott Yama. Dieser lehrte Nachiketas, dass die Seele (Atman) unsterblich sei. Diese metaphysischen und philosophischen Spekulationen drängten die pure Opferritualistik immer mehr in den Hintergrund.
- Neuerer Hinduismus Durch das Aufkommen des Bhakti Yoga, das die liebende Hingabe an einen persönlichen Gott in den Vordergrund stellte, verlor das Opfer weiter an Bedeutung. In der religiösen Praxis hat es sich in Form von Tempelspenden jedoch erhalten. Beeindruckend sind große Pilgerzentren wie Tirumala Tirupati, wo sich die vielen kleinen Geld- und sonstigen Spenden der zahlreichen Pilger zu beachtlichen Spendenaufkommen summieren. Auch Blütenopfer vor einen Götterbild oder Haarspenden (im Zusammenhang mit Gelübden) zeugen davon, dass diese Tradition durchaus weiterlebt. = Opfer im buddhistischen Verständnis = Ein häufiges Ritual, was in Tempeln abgehalten wird, ist die Puja, eine Andacht zu Ehren Buddhas. Es werden zwar Rauch, Blumen, Speiseopfer und dergleichen geopfert, aber Buddha lehnt (große) Opfer als sinnlos ab. Insofern ist es als Verdienstübertragung zu verstehen, als dass man durch gute Werke (z.B. Beschenken von Mönchen) Verdienste erwirbt, die sich auf das eigene Glück auswirken sollen. Hier steht also der Gedanke des Kamma in Vordergrund. Dem kundigen Buddhisten ist allerdings klar, dass er als Laienanhänger sein Schicksal ohnehin nur minimal verändern kann und keinesfalls Lebenderlösung erreichen kann. =Säkularisiertes Opfer= Auch ins alltägliche Bewusstsein sind religiöse Opfervorstellungen eingegangen, wenn etwa davon gesprochen wird, jemand habe sich für seine Familie aufgeopfert. Auch Rache oder gar Blutrache kann als säkularisierte Form des Opfers und Menschenopfers gedeutet werden insofern ein Ausgleich zwischen einem subjektiv erlebten moralischen Ungleichgewicht geschaffen werden soll. Die Kriminologie spricht vom Opfer einer Straftat. =Literatur=
- Jean Baudrillard: Der symbolische Tausch und der Tod, Berlin 1982
- Opfer ist auch ein Schlüsselbegriff im Werk von Georges Bataille (vgl. etwa Georges Bataille: Theorie der Religion, München 1997, ISBN 3-88221-277-2)
- Von der Unsterblichkeit des Selbst. Die Katha-Upanishad, Otto Wilhelm Barth Verlag, München, 1989 = Film = Eine bedeutende filmkünstlerische Umsetzung des Themas schuf Andrei Tarkowski mit seinem Film Offret. =Weblinks=
- [http://www.theologie-systematisch.de/christologie/13erloesung.htm Aktuelle Literatur zu Jesus Christus als Opfer] Kategorie:Ritus ja:人身御供

Mittler

Mediation ist Verhandlung zwischen Konfliktparteien im Beisein eines allparteilichen Dritten (Mediator), der die Verhandlung nach einem strukturierten Ablauf leitet. Sie dient der gütlichen Einigung zwischen den Parteien, fragt nicht nach der "Schuld", sondern danach, wie die Parteien in Zukunft miteinander umgehen wollen (lösungs- und zukunftsorientiert). Dabei entscheidet nicht der Mediator, sondern ausschließlich die Parteien, worüber sie verhandeln und wie sie ihren Konflikt lösen wollen. Die Freiwilligkeit der Parteien ist unbedingte Voraussetzung einer Mediation. Allparteilichkeit bedeutet dabei, dass der Mediator für beide Sichtweisen der Konfliktparteien das selbe Verständnis hat, also quasi "auf beiden Seiten" steht. Ggf. wird der Mediator ein Machtgefälle zwischen den Parteien ausgleichen (z.B. das Sprachrohr der kommunikationsschwächeren Partei sein). Der Mediator oder die Mediatorin wird keinerlei Vorschläge machen (Eigenverantwortlichkeit), sondern die Parteien durch einen besonderen Kommunikationsprozess, ein Modul, welches aus festgelegten Arbeitsschritten besteht, führen. Diese setzen sich aus 3 bis 15 Teilschritten zusammen. Zunächst werden die Positionen (Festlegung auf eine Lösungsoption) der Parteien hinterfragt und die zu Grunde liegenden Interessen aufgedeckt. Auf der Grundlage des gegenseitigen Verstehens der Interessen entwickeln die Parteien eine Fülle von Lösungsoptionen (Brainstorming) und halten die umsetzbaren Lösungen in einer Mediationsvereinbarung fest. Dabei regeln sie möglichst konkret, wer wann was macht. So werden im Laufe der Konfliktbearbeitung aus Konflikt"gegnern" Konflikt"partner". Mediation ist auch dann noch geeignet, wenn der Konflikt die sechste Konfliktstufe der Konflikteskalation nach Friedrich Glasl (also WIN-Lose-Ebene) erreicht hat. Die Mediation bietet sich vor allem dann als Weg der Konfliktlösung an, wenn die Parteien gemeinsame Ziele haben (z.B. weitere Kooperation zweier Unternehmen, beiderseitige Kindeserziehung trotz Trennung, Vermeidung langwieriger Gerichtsprozesse und der Kosten, Vermeidung von Konfliktfolgekosten) Innerhalb der psychologischen Beratung ist die Mediation eine Kommunikationsmethode mit dem Schwerpunkt Konfliktlösung. Sie ist auch unter der Bezeichnung Streitschlichtung bekannt. Erfolgreich eingebunden in das Gerichtswesen ist die Mediation in Australien, wo es unabdingbar ist, außer bei Gewalt, Sexualverbrechen und Verbrechen mit Vermögensschäden über 200.000 austr. Dollar. In Ausnahmefällen können sogar solche Fälle mediativ behandelt werden. Der Mediator unterliegt langen und vielschichtigen Selektionsprozessen. Interviews und Beobachtung während der Ausbildung sorgen dafür, dass es im späteren Berufsleben des Mediators kaum Ausfälle gibt. Im Prinzip können alle Auseinandersetzungen mediativ geregelt werden, dazu müsste die Ausbildung allerdings eindeutig verbessert und spezialisiert werden. Genau so wichtig wie der Mediator selbst ist der so genannte Intake, der die eingehenden Fälle begutachtet, verteilt und auch aussortiert. Die Arbeit des Mediators ist stark davon abhängig, wie gut das System um ihn herum arbeitet. Dieses ist kaum in europäischen Ländern und fast gar nicht in Deutschland zu finden (Stand 2004). häufige Konflikte sind:
- Trennung und Scheidung von Ehe- und Lebenspartnern
- Ambivalenzen in Paarbeziehungen
- Probleme zwischen Eltern und Jugendlichen
- Erbauseinandersetzungen
- Nachbarschaftsstreitigkeiten
- Mobbing / Berufsschwierigkeiten
- Probleme in der Schule
- Nachfolgeregelungen für Familienbetriebe Oft ist die Mediation in betrieblichen oder familiären Konfliktsituationen die einzige Alternative zur Gerichtsverhandlung, die zeitlich und finanziell viel höhere Risiken für die Beteiligten birgt. Zudem sind die Parteien nach einer juristischen Auseinandersetzung häufig völlig zerstritten und das Vertrauensverhältnis ist nachhaltig gestört oder ganz zerstört. Die Gerichte sind zwar gesetzlich verpflichtet, zwischen den Parteien eine gütliche Einigung herbeizuführen und dies wird in der Regel auch versucht und gelingt in etwa ein Drittel aller Fälle. Bei einer vergleichsweisen Beendigung des Streits entfällt für den Richter die Mühe, ein Urteil schreiben zu müssen. Jedoch wird diese Konfliktlösung durch Schlichtung nicht mit einer Professionalität und einem Zeitaufwand betrieben wie bei einer Mediation eines Mediators. Die Gerichte beschränken sich auch nur auf die Lösung des vorgetragenen juristischen Sachverhaltes; meist ist der Konflikt, der vor Gericht gebracht wird, aber nur vordergründig, die Beziehungsprobleme, die hinter dem Konflikt stehen, werden und können kaum berücksichtigt werden. Einen neuen Weg geht jedoch die [http://www.integrierte-mediation.net integrierte Mediation], die eine weitestgehende Anwendung mediativer Verfahrensweisen im Gerichtsverfahren ermöglicht und über die gerichtsverbundene Mediation hinausgeht. Die Konfliktlösung mit Unterstützung eines stundenweise honorierten professionellen Mediators ist in der Regel kostengünstiger als die streitige Austragung durch Rechtsanwälte, wo der Streitwert die Höhe der Gebühr bedingt, die pauschal in Rechnung gestellt wird. Bei untergeordneten Nachbarschaftsstreitigkeiten kann in seltenen Fällen ein reines Gerichtsverfahren noch günstiger sein. Mitunter bringt die Mediation keine Lösung, so dass Kosten des Gerichtsverfahren zusätzlich anfallen. Andererseits besteht die Gefahr weiterer gerichtlicher Auseinandersetzungen, soweit vor Gericht kein Konsens erzielt werden konnte. Der Nachbar z. B. der vor Gericht verloren hat, sucht häufig ein weiteres Verfahren, um den Gesichtsverlust auszugleichen. Ausgehend von der Tatsache, dass Mediation eine Alternative zur gerichtlichen Konfliktlösung darstellt, gehört sie zur [http://en.wikipedia.org/wiki/Alternative_dispute_resolution alternative dispute resolution] (ADR).

Ausbildung

Der Zugang zur Tätigkeit des Mediators ist erstmals in Österreich seit kurzem gesetzlich geregelt. Nach Abschluß der Ausbildung kann sich der Mediator dort in die Liste der BundesmediatorInnen eintragen lassen. In Deutschland gibt es öffentliche und private Bildungseinrichtungen, die Ausbildungen zum Mediator (u.a. auch spezialisiert zum Wirtschaftsmediator oder Familienmediator) anbieten. Voraussetzung für die Ausbildung ist meist ein abgeschlossenes Studium in den Bereichen: Jura, Psychologie oder Sozialpädagogik/Sozialarbeit mit entsprechender praktischer Erfahrung. Es gibt aber auch Ausbildungsinstitute, die lediglich eine abgeschlossene Berufsausbildung als Voraussetzung fordern. Eine staatlich anerkannte Prüfung ist derzeit (Stand 07/03) in Deutschland nicht vorgesehen. Viele Ausbildungsstandards bei unterschiedlichen Instituten entsprechen aber europäischen Richtlinien. Die Qualifikation einer Ausbildung können Mediatoren nachweisen und bieten damit ein sicheres Qualitätsmerkmal für Hilfesuchende, wenn der/die Mediator/in einen Abschluss bzw. die Angehörigkeit bei einer der großen Organisationen nachweisen kann. Auch gibt es seit 2005 zwei nationale Masterstudiengänge, die mit dem Titel "Master of Mediation (MM)" in Hagen und dem "Master of Arts (MA)" in Frankfurt an der Oder abschließen. Andere Mediatoren, die eine Ausbildung absolviert haben, dürfen einen Titel wie z. B. "Mediator/in FernUniversität in Hagen", Mediator BM für alle Felder der Mediation, oder Mediator/in BAFM für die Familienmediation oder Mediator BMWA für die Wirtschaftsmediation tragen. BM: Bundesverband Mediation BAFM: Bundesarbeitsgemeinschaft Familienmediation BMWA: Bundesverband Mediation in Wirtschaft und Arbeitswelt Missverstanden wird die Mediation in Deutschland, wo Arbeitsuchende zu Mediationsausbildungen geschickt werden, ohne eine Reifeprüfung überhaupt in Betracht zu ziehen. Anwälte nutzen den Begriff des Mediators in Deutschland mittlerweile oft, raten ihren Klienten zu einer Mediation – wobei die Neutralität damit schon gefährdet ist – und professionelles Arbeiten nicht mehr möglich sein kann. Es wird z.T. als Nebengeschäft missverstanden und dementsprechend auch von der Wertigkeit am untersten Limit gehalten. Die von (idR. nicht in Mediation ausgebildeten) Anwälten als "Mediation" bezeichnete Verfahrensweise ist häufig eine Streitschlichtung, die mit mediativen Mitteln angereichert ist. Im Unterschied zur Mediation macht der Streitschlichter eigene Anregungen zur Kompromisslösung und weist auf die rechtliche Situation hin. Der Mediator kann aus jedem Bereich des Lebens kommen, unabhängig von rechtlichen Kenntnissen. Die Entscheidung, wer tatsächlich die Ausbildung aufnehmen kann und wer nicht geeignet ist, sollte einem Gremium unterstehen und den Ausbildern. Pädagogisches Wissen und sozialwissenschaftlicher Hintergrund ist nicht vonnöten, erfahrungsgemäß (Australien, Community Justice Centers) eher hinderlich, genauso wie ein juristisches Fachwissen. Der Irrtum in Deutschland besteht darin, dass Anwälte sich berufen sehen, Mediation anbieten zu dürfen. Der Begriff Mediation ist nicht geschützt und insbesondere der Deutsche Anwaltsverein wehrt sich vehement gegen eine Professionalisierung. Ein sehr falscher Ansatz, der in Ländern, in denen Mediation professionell ausgeübt wird, schon seit 10—15 Jahren nicht mehr gemacht wird. Die Mediation von familienrechtlichen Streitigkeiten (z. B. Unterhalt, Umgangsrecht) sollte aber nicht ohne anwaltliche Begleitung beim Mediator erfolgen, damit nicht ein Kompromiss ausgehandelt wird, der eine Person gegenüber der herrschenden Rechtslage unangemessen benachteiligt. Dies ist in den Richtlinien des BAFM festgeschrieben.

Elemente und Grundlagen der Mediation

Grundsätzlich ein ausgebildeter professioneller Mediator und 2 Parteien, welche sich freiwillig zu einer Mediation entschlossen haben. Als einen kleinen Umriss über die Grundlagen kann folgende Beschreibung gelten, hat aber je nach Art und Weise und des Landes keinen unumstößlichen Wahrheitswert:
- Drei Ebenen-Arbeit gem. Themenzentrierte Interaktion
  - Beziehungsebene (Transaktionsanalyse)
  - Prozess (Beziehungsverlauf)
  - Sachebene (meist das Problem)
- Das Erkennen von Wahrnehmungs- und Entscheidungsmustern
- Wahrnehmungsphänomene als Konfliktfaktoren bestimmen
- Entscheidungsverzerrungen aufdecken Kommunikative Aufgaben
- Sache und Person trennen
- Umgang mit schwierigen Gesprächssituationen (Störungen, Verlust des Vertrauens)
- Interessenklärung (Erwartungen)
- Verhandeln auf der Grundlage von Interessen statt Positionen
- Kreative Ideenfindung
- Entdecken neuer Win-Win-Perspektiven
- Bewertung und Auswahl von Optionen
- Objektivierbare Bewertungskriterien finden
- Operationalisierung von Optionen
- Aushandeln von Interessenausgleich und Sozialplan bei Umstrukturierungen, Outsourcing oder Fusion Kommunikationstechniken
- Spiegeln
- Doppeln
- Körpersprache
- Aktives Zuhören und Paraphrasieren
- Fragetechnik
- Gewaltfreie Kommunikation
- Ich-Botschaften senden
- Rahmensetzungen (Framing, Reframing)
- Die Anwendung von Heuristiken Rechtliche Rahmenbedingungen
- Arbeitsrecht, Vertragsrecht, BGB, HGB
- Aufbau, inhaltliche und formale Kriterien einer Mediationsvereinbarung
- Inhalte und Formerfordernisse, freiwillige und erzwingbare Betriebsvereinbarungen
- Verhandeln vor der Einigungsstelle
- Zustandekommen und Besetzung der Einigungsstelle
- Gesetz zur obligatorischen Streitschlichtung
- Novellierung der Zivilprozessordnung Der Transformationsansatz
- Empowerment: Befähigung der Konfliktparteien zur Klärung eigener Interessen und Bedürfnisse
- Recognition: Anerkennung der gegenseitigen Sichtweisen, Interessen und Bedürfnisse
- Neue Handlungsmöglichkeiten durch Perspektivenwechsel, Konsens durch verständigungsorientierten Diskurs
- Argumentationen strukturieren
- Induktives Argumentieren und deduktives Argumentieren
- Perspektiven für die lernende Organisation Rollenverhalten aus Sicht der Transaktionsanalyse Kenntnisse in Konfliktbearbeitungsverfahren
- Entscheidungshilfen für die Auswahl des geeigneten Konfliktlösungsverfahrens
- Mediation als Beitrag zur Entwicklung einer konstruktiven Konfliktkultur
- Interessengerechtes Verhandeln im Kontext des kollektiven Arbeitsrechts
- Aus der Entscheidungstheorie werden Methoden wie z.B. die einfache Nutzwertanalyse (NWA) oder der präzisere Analytic Hierarchy Process (AHP) angewandt, wo Kriterien im Sinne von Gesichtspunkten und Alternativen im Sinne von Lösungsvorschlägen dargestellt, verglichen und bewertet werden, um die optimale Lösung zu einer Entscheidung oder Problemstellung zu finden. MIKADO-Modell
- M - Mediation klassisch
- I - Innersystemische Mediation
- K - Know-how für komplexe Fälle
- A - Anwaltlich mediatives Verhandeln
- D - Dialogisch mediatives Verhandeln
- O - Osamaru (jap. sich besser machen) Die ALPHA-Struktur der Mediation – fünf Schritte vom Konflikt zur Lösung
- A – Auftragsklärung
- L – Liste der Themen
- P – Positionen und Interessen
- H – Heureka
- A – Abschlussvereinbarung

Siehe auch

Umweltmediation, Schulmediation, Familienmediation, Win-Win, Schiedsgericht, Gewaltfreie Kommunikation, Integrierte Mediation

Weblinks


- [http://www.bmev.de Bundesverband Mediation e.V.]
- [http://www2.europarl.eu.int/registre/docs_autres_institutions/commission_europeenne/com/2004/0718/COM_COM(2004)0718_DE.pdf 1. Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates über bestimmte Aspekte der Mediation in Zivil- und Handelssachen]

Goldenes Zeitalter

Goldenes Zeitalter ist ein Begriff aus der antiken griechischen Mythologie. Er ist aber auch in der buddhistisch-mythologischen Zeitalter-Lehre bekannt. Die hinduistische Tradition bezeichnet das Goldene Zeitalter als Satya-Yuga.

Mythos

Als sein Begründer gilt Kronos, der Sohn des Uranus und der Gaia. Literarische Darstellungen dieses goldenen Zeitalters finden sich unter Anderem bei Hesiod (Theogonie). Der römische Dichter Ovid gab der Vorstellung in seinen Metamorphosen die eindrucksvollste Gestalt. Das Goldene Zeitalter kennzeichnet demnach eine ferne, ursprungsnahe Vergangenheit, in der die Menschen miteinander und mit der Natur in vollkommener Sorglosigkeit, Harmonie und Glückseligkeit lebten (siehe auch Naturzustand) und das deswegen nach dem edlen Gold benannt ist. Im Goldenen Zeitalter werden die Menschen gern als unschuldige Kinder gedacht. Es ist mithin eine geschlechtslose Zeit, in der (noch) jeglicher Gegensatz fehlt, vergleichbar dem Paradies. Dieser Zustand wurde durch aufkeimende Habgier und Missgunst gestört und vom silbernen, bronzenen und schließlich eisernen Zeitalter abgelöst, in denen sich die Lebensqualität und die sozialen Beziehungen unter den Menschen fortwährend verschlechterten. Die dahinterstehende Annahme einer heilen und normativen Vergangenheit, von der die Gegenwart sich durch Dekadenz entfernt hat und noch entfernt, ist urmenschlich. Schon Begriffe wie Reform, Reformation und sogar Revolution (lat. re- = "zurück") enthalten sie, und Kulturpessimisten aller Epochen gehen selbstverständlich von ihr aus. Typisch ist dabei die Perspektive des Rückblicks, bei der negative und antagonistische Realitätsanteile der Vergangenheit ausgeblendet werden. Die Gegenposition formuliert sich im Fortschrittsglauben. Beide können als Säkularisierungen ursprünglich religiöser Weltdeutungen verstanden werden (s. Heilsgeschichte).

Geschichte

"Goldene Zeitalter" als wirtschaftlich-kulturelle Blütezeiten finden sich in der Geschichte fast aller Kulturen, z.B.: #Goldenes Zeitalter (Griechenland), das Zeitalter des Perikles, 448-431 v. Chr. #Goldenes Zeitalter (Litauen) #Goldenes Zeitalter (Niederlande) #Goldenes Zeitalter (Rom), nach Vergil die Herrschaft des Augustus (Gaius Octavius Thurinus) #Goldenes Zeitalter (Weißrussland) #Epoche der Lateinischen Literatur

Übertragene Bedeutung

In der Wirtschaftstheorie spricht die britische Wirtschaftswissenschaftlerin Joan Robinson von verschiedenen Arten von Goldenem Zeitalter. Gemeint sind damit bestimmte Arten von gleichgewichtigem Wachstum (Wachstumstheorie). Auch gibt es für Zeiten wirtschaftlichen Wohlstands neben Begriffen wie "Goldene Zwanziger Jahre" oder "Goldene Sechziger Jahre" auch gelegentlich die Bezeichnung "Goldenes Zeitalter" für den langen weltweiten Aufschwung nach dem zweiten Weltkrieg, der mit der ersten Ölkrise ein sichtbares Ende fand.

Namen


- Das Goldene Zeitalter (Buñuel), surrealistischer Film, 1930. Luis Buñuel.

Siehe auch


- Battus, Apokalyptik, Yuga, Zeitalter Kategorie:Wirtschaftstheorie Kategorie:Wirtschaftsgeschichte Kategorie:Mythologie Kategorie:Zeitbegriff

Latium

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Latium (italienisch: Lazio) ist eine Region in Mittelitalien. Wichtigste Stadt in Latium ist die italienische Hauptstadt Rom.

Lage

In der Antike wurde unter Latium nur das ungefähr rechteckige Gebiet zwischen Tiber, Sabiner Bergen, Sinuessa und Tyrrhenischem Meer verstanden. Die heutige Region Latium erstreckt sich von Nordwest nach Südost etwa in der "Mitte des Schienbeins" Italiens entlang des Tyrrhenischen Meeres, das einen Teil des Mittelmeers darstellt. Nördlich von Latium liegen im Uhrzeigersinn die Regionen Toskana, Umbrien und Marken, östlich Abruzzen und Molise und südlich Kampanien.

Geografie

Die relativ schmale Küstenebene im Südwesten geht in nostöstlicher Richtung bald in Hügelland und dieses allmählich in den Apennin über, der knapp außerhalb Latiums in den Abruzzen (Gran-Sasso-Massiv mit dem Corno Grande, 2912 m) seine höchste Erhebung erreicht. Der Tiber als zweitlängster Fluss Italiens erreicht Latium von Umbrien her, fließt durch Rom und mündet südwestlich davon ins Tyrrhenische Meer.

Provinzen und Städte

Latium besteht aus den Provinzen Frosinone, Latina, Rieti, Rom und Viterbo. In der Region gibt es die folgenden Städte und größeren Orte. Rom ist mit seinen knapp drei Millionen Einwohnern für die hohe Bevölkerungsdichte von Latium verantwortlich.

Provinz Frosinone


- Atina
- Cassino
- Fiuggi
- Frosinone

Provinz Latina


- Formia
- Gaeta
- Latina
- Terracina

Provinz Rieti


- Rieti

Provinz Rom


- Albano Laziale
- Anzio
- Briano
- Civitavecchia
- Frascati
- Rom
- Santa Marinella
- Subiaco
- Tivoli
- Velletri

Provinz Viterbo


- Tarquinia
- Viterbo

Tourismus

Außer Rom sind als touristisch reizvoll zu nennen: die Albaner Berge, die unterschiedlich großen Vulkanseen, von denen der Lago di Vico und der Lago di Bolsena im Dreiländereck Toskana/Umbrien/Latium die größten darstellen, sowie das südliche Latium in Richtung Neapel. Siehe auch: Campagna Romana

Weblinks


- [http://www.regione.lazio.it/ Regione Lazio - Sito web ufficiale]
- [http://www.italien-auf-einen-blick.de/latium/ Italien auf einen Blick: Latium]
- [http://www.in-italy.de/ziele/region.php4?reg_id=24 In-Italy.de/Reiseziele: Latium]
- [http://www.italien-inseln.de/italia/latium-lazio.html Region Latium]

Siehe auch


- Portal und Themenliste Rom
- Tusculum
- Tivoli
- Latinerkrieg Kategorie:Italienische Region Kategorie:Rom ja:ラツィオ州

Laurentum

Laurentum, uralte Küstenstadt Latiums, südwestlich von Ostia, wo Äneas der Sage nach landete und König Latinus seinen Sitz hatte. Unter den römischen Königen war der Ort ein wichtiger Handelsplatz. Laurentum blieb im latinischen Krieg Rom treu und war deshalb trotz seiner eigentlichen Bedeutungslosigkeit bis in Augustusteische Zeit als unabhängiger Verbündeter Roms selbstständig. Heute heißt der Ort Torre Paterno. Kategorie:Antike Kategorie:Römische Geschichte Kategorie:Römisches Reich Kategorie:Historische Stadt

Saturn (Mythologie)

Saturn (lateinisch: Saturnus) ist ein Gott der römischen Mythologie, der im Lauf der Zeit mit dem griechischen Kronos gleichgesetzt wurde. Saturn war vor allem der Gott des Ackerbaus und galt als Symbol des mythischen Goldenen Zeitalters, der Saturnia regna. Diese Ära endete nach seiner Entmachtung durch seinen Sohn Jupiter, als er zusammen mit seiner Frau Ops (sie entspricht der griechischen Rhea), der römischen Göttin des Erntesegens und der Fruchtbarkeit, nach Latium floh, wo er von Ianus aufgenommen wurde. Als Dank lehrte er die Einwohner Latiums die Kunst des Ackerbaus. Zusammen mit Saturn wurde die weithin vergessene Göttin Lua (die von den Römern ursprünglich als seine Frau angesehen wurde) geehrt, die mit Verderben in Verbindung gebracht wird. In seinem Tempel wurde der römische Staatsschatz (aerarium Saturni) aufbewahrt. Sein Hauptfest, die Saturnalien, fand alljährlich vom 17. Dezember an durch mehrere Tage statt. Es war die populärste und fröhlichste Feierlichkeit im antiken Rom (man beschenkte einander und bewirtete die Sklaven am eigenen Tisch). Ihm ist der sechste der Planeten zugeordnet (im Altertum der äußerste). Der englische Tagesname „Saturday" bezieht sich auf diesen Planeten. In der mittelalterlichen Astrologie stand Saturn - der traditionell mit einer Sichel oder Sense dargestellt wird - für Unglück: Sorgen, Melancholie, Krankheiten und harte Arbeit, jedoch auch für Ordnung und Maß. Siehe auch: Römische Mythologie. Kategorie:Römische Gottheit

Flucht

Eine Flucht ist das ungeordnete, teilweise panische Zurückweichen vor einem Feind, Angreifer oder vor einer Gefahr (z.B. Naturkatastrophe) . Von einer Massenflucht spricht man, wenn eine Vielzahl von Menschen vor einer Bedrohung (Krieg, Katastrophen, Terroranschlag) flüchten. Im Krieg kann es zu einer Flucht kommen, wenn der feindliche Angriff zu stark wird und der Gegner zu schnell vorrückt. Dann bricht unter den angegriffenen Soldaten leicht Panik aus und fliehen ungeordnet im Gegensatz zum vorgeschriebenen geordneten Rückzug. Wenn eine Person angegriffen wird, hat sie die Wahl, sich zu verteidigen oder wegzurennen. Verteidigung macht aber nur dann Sinn, wenn die Möglichkeit auf Erfolg besteht. Im anderen Fall ist es besser, zu fliehen. Menschen, die sich auf der Flucht befinden, nennt man Flüchtlinge. Eine Flucht kann auch eine Handlung darstellen, bei dem ein Mensch etwas tut, um von einem Problem Abstand zu nehmen (z.B. Flucht in die Isolation). Eine instinktive Massenflucht unter Tieren ist die Stampede. Eine Flucht ist in der Grafik, Fotografie und Videografie auch die perspektivische Darstellung, die Objekte auf einen Fluchtpunkt hin ausrichtet (Fluchtpunktperspektive). Kategorie:Psychologie

Jupiter (Mythologie)

Jupiter, lateinsich Iup(p)iter, war die oberste Gottheit der Römer. Die Römer übertrugen den in der griechischen Mythologie ursprünglich Zeus genannten Gott, wie alle anderen Hauptgötter, nahezu kongruent in ihre Sagenwelt. Der Name setzt sich zusammen aus "Dies" und "pater" (lat. Vater) - im altindischen Dyaus pitar - und bedeutet ursprünglich "Himmelsvater". Jupiter, Sohn des Saturn und der Ops, war für Blitz und Donner zuständig (siehe auch: Thor) und bestrafte Eidbrüchige mit dem Aussenden von Blitzen. Ein weiteres Attribut Jupiters ist der Adler, oft sitzt dieser zu seinen Füßen. Der Monatsname Mai leitet sich von Iupiter Maius ab, dem Wachstum bringenden Jupiter. Aus dem Tempel des Jupiter zogen zur Römerzeit die Feldherren aus und auch der Siegeszug endete hier. Der römische Priester des Jupiter wurde Flamen dialis genannt. Er gilt als Vater vieler Göttinnen und Götter. Außerdem war er der Gott des Humors (daher das deutsche "jovial"). Jupiter pflegte neben seiner Ehe mit Iuno, der Göttin des Herdfeuers, viele andere Beziehungen mit zumeist hübschen jungen Frauen, so zum Beispiel Europa, der er sich in Form eines Stieres näherte und die auf seinem Rücken über das Meer von Kleinasien weggeführt wurde. Die Metapher, die die Ausbreitung des Ackerbaus von der Levante nach Europa (ursprünglich Kreta) schildert, wird im griech. Mythos mit Zeus verbunden. Zum Ärger seiner Frau liebte er auch den jungen und schönen Ganymed, welchen er in Adlergestalt von der Erde weg raubte und als Mundschenk auf den Olymp versetzte. Wie viele andere antike Götter wurde Jupiter mit verschiedenen Kultbeinamen verehrt, die jeweils bestimmte Aspekte betonten oder mit einzelnen Örtlichkeiten verbunden waren. Oberster Gott als Teil der Capitolinischen Trias war Iuppiter Optimus Maximus („der beste und größte), auch Iuppiter Capitolinus, weil sein Tempel auf dem Kapitol stand. Weitere Ausprägungen waren Iuppiter Stator („der die Feinde zum Stehen bringt“) und Iuppiter Feretrius („der Schleuderer“). Im angeblich von Romulus gegründeten Tempel des letzteren, der zu den ältesten Tempeln Roms gehörte, wurde die spolia opima geweiht. Dort wurde auch der silex, ein heiliger, zum Messer geschliffener Feuerstein verwahrt, mit dem beim Abschluss eines Vertrages ein Ferkel geschlachtet wurde. Im römischen Germanien pflegte man den Kult des Jupiters mit den so genannten Jupitergigantensäulen. Der Jupiterkult wurde als Teil des Vielgötterglaubens, des Polytheismus, unter Kaiser Theodosius I. Ende des 4. Jahrhunderts n. Chr. als Staatsreligion vom Christentum abgelöst.

Siehe auch

Portal:Rom, Themenliste Rom, Deus, Halbgott, Anxur, Zeus

Weblinks

Kategorie:Römische Gottheit