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Iapetus (Mond)
Iapetus (Japetus) ist der drittgrößte Mond des Planeten Saturn.
Entdeckung
Iapetus wurde am 25. Oktober 1671 von Giovanni Cassini entdeckt.
Benannt wurde der Mond nach dem Titanen Iapetos aus der griechischen Mythologie. Der Name „Iapetus“ und weiterer sieben Saturnmonde wurde von Wilhelm Herschels Sohn, dem Astronomen John Herschel, in einer 1847 erschienenen Veröffentlichung (Results of Astronomical Observations made at the Cape of Good Hope) vorgeschlagen.
Bahndaten
Iapetus umkreist Saturn in einem mittleren Abstand von 3.561.300 km in 79 Tagen 7 Stunden und 55 Minuten. Die Bahn weist eine Exzentrizität von 0,0283 auf und ist 7,52° gegenüber der Äquatorebene des Saturn geneigt. Iapetus ist neben dem Mond Phoebe der einzige Saturnmond, dessen Bahn eine signifikante Neigung aufweist.
Aufbau und physikalische Daten
Iapetus hat einen mittleren Durchmesser von 1.436 km. Seine geringe Dichte von 1,27 g/cm3 weist darauf hin, dass er fast vollständig aus Wassereis mit geringen Anteilen an silikatischem Gestein aufgebaut ist. Iapetus rotiert 79 Tagen 7 Stunden und 55 Minuten um die eigene Achse und weist damit, wie der Erdmond, eine gebundene Rotation auf. Die Rotationsachse ist um 14,84° aus der Senkrechten geneigt.
Iapetus´ Oberfläche kann anhand ihrer Verfärbung in zwei deutlich verschiedene Regionen unterteilt werden. Die führende Hemisphäre ist mit einer Albedo von 0,03 bis 0,05 sehr dunkel und rötlich gefärbt. Die dunkle Region wurde nach dem Entdecker in Cassiniregion benannt. Die folgende Hemisphäre ist mit einer Albedo von 0,5 so hell, wie der Jupitermond Europa). Sie wurde Roncevaux Terra getauft. Der Helligkeitsunterschied ist so auffällig, dass Cassini berichtete, den Mond mit seinem Teleskop nur auf einer Seite von Saturn beobachten zu können. Wandte der Mond der Erde die dunkle Region zu, blieb er unsichtbar. Die Raumsonde Voyager 2 passierte Iapetus am 22. August 1981 in einem Abstand von 966.000 km. Dabei konnten in der dunklen Region einzelne Strukturen aufgenommen werden. Die helle Seite ist vereist und stark verkratert. Die Polregionen sind frei von dunklen Materialien.
Die dunklen Materialien könnten Ablagerungen aus organischen Verbindungen sein, wie sie in primitiven Meteoriten (zum Beispiel kohligen Chondriten) oder auf der Oberfläche von Kometen vorkommen. Darüber hinaus könnten sie Cyanide, wie ausgefrorene Cyanwasserstoff-polymere enthalten. Hierauf weisen erdgestützte Beobachtungen hin. Der Ursprung des dunklen Materials ist nicht geklärt, bislang liegen mehrere Theorien vor.
Die Schichtdicke des Materials ist ebenfalls unklar. In der dunklen Region finden sich keine hellen Einschlagskrater. Sollte die dunkle Schicht dünn sein, so müsste sie ständig erneuert werden, da bei einem Impakt helleres Material aus dem Untergrund ausgeworfen wird.
Das dunkle Material könnte aus dem Innern des Mondes stammen und durch eine Kombination aus Impaktereignissen und Vulkanismus an die Oberfläche gelangt sein. Diese Theorie wird durch das konzentrierte Vorkommen am Boden von Kratern gestützt. Iapetus bildete sich in einem weiten Abstand von Saturn und war bei der Entstehung des Sonnensystems weniger hohen Temperaturen ausgesetzt, so dass er in seinem Innern leichtflüchtige Komponenten, wie Methan oder Ammoniak einbinden konnte. Diese könnten später durch geologische Prozesse, wie Kryovulkanismus (Kältevulkanismus), an die Oberfläche gelangt und durch UV-Strahlung der Sonne, ionisierte Partikel oder kosmische Strahlung in dunkle Verbindungen umgewandelt worden sein. An der Grenze zwischen der hellen und der dunklen Hemisphäre ist ein dunkler Ring von 100 km Durchmesser erkennbar, der an Strukturen auf dem Erdmond oder Mars erinnert, bei denen vulkanische Lava in Einschlagkrater mit einem Zentralberg geflossen sind.
Einer anderen Theorie nach stammt das dunkle Material vom Mond Phoebe. Es könnte durch den Einschlag von Mikrometeoriten freigesetzt und sich auf Iapetus' führender Hemisphäre gesammelt haben. Allerdings unterscheidet sich Phoebes Färbung etwas von den Ablagerungen auf Iapetus.
Ein weiteres großes Rätsel stellt ein auf den Cassini-Bildern entdeckter Bergrücken dar, der sich bis auf wenige Breitengrade genau auf dem geografischen Äquator von Iapetus erstreckt. Auf den Fotos ist das Phänomen deutlich als breites Band zu erkennen, durch das der Mond fast wie aus zwei Teilen zusammengesetzt erscheint. Der Bergrücken konnte bisher auf einer Länge von 1.300 Kilometer Länge beobachtet werden. Dabei erreicht er eine Breite von bis zu 20 Kilometern und eine maximale Höhe von 13 Kilometern.
Wie der Gebirgszug entstanden ist, liegt noch im Dunkeln. Wissenschaftler halten vor allem zwei Theorien für möglich: Zum Einen hätte sich die Erhebung durch tektonische Vorgänge bilden können, also durch Auffaltung ähnlich wie die europäischen Alpen auf der Erde. Zum Zweiten könnte durch einen Riss in der Kruste des Mondes flüssiges Material aus dem Untergrund an die Oberfläche getreten sein und sich bis zum heutigen Erscheinungsbild angehäuft haben.
Am 1. Januar 2005 passierte die Raumsonde Cassini-Huygens Iapetus erstmals in einem Abstand von 123.000 km und lieferte die ersten hochauflösenden Bilder des Mondes. Ein weiterer gezielter Vorbeiflug ist für den 10. September 2007 geplant, dann soll die Sonde in nur 1.000 Kilometern Abstand an dem Mond vorbeiziehen und dabei noch detailliertere Aufnahmen machen.
Weblinks
- [http://www.jpl.nasa.gov/news/news.cfm?release=2004-182 NASA: Cassini Exposes Saturn's Two-Face Moon] (Englisch)
- [http://saturn.jpl.nasa.gov/multimedia/images/image-details.cfm?imageID=1270 NASA: Encountering Iapetus] (Englisch)
- [http://history.nasa.gov/SP-474/sp474.htm Voyager 1 and 2 - Atlas of Six Saturnian Satellites] NASA-Karten von sechs Saturnmonden nach Aufnahmen der Voyager-Sonden (Englisch)
Kategorie:Saturnmond
ja:イアペトゥス (衛星)
ko:이아페투스 (위성)
Mond (Trabant)
Ein natürlicher Satellit (meistens allerdings Mond genannt oder auch Trabant) ist ein Himmelskörper, der einen Planeten oder einen Planetoiden in einem Sonnensystem umkreist. Der Planet oder Planetoid umkreist gemeinsam mit seinem Mond, bzw. seinen Monden, das Zentralgestirn des Sonnensystems. Es ist kein Fall bekannt, wo ein Mond seinerseits wieder einen natürlichen Satelliten hätte.
In unserem Sonnensystem haben sieben Planeten einen oder mehrere Monde:
- Erde - Erdmond
- Mars - Phobos und Deimos
- Jupiter - Ganymed (größter des Sonnensystems), Io, Europa, Kallisto und weitere 59 bekannte Monde
- Saturn - Titan (einziger Mond des Sonnensytems mit einer dichten Atmosphäre), Rhea, Enceladus, Dione, Tethys, Hyperion, Iapetus und weitere 24 bekannte Monde.
- Uranus - Titania, Oberon, Ariel, Miranda und weitere 21 bekannte Monde
- Neptun - Triton und weitere 12 bekannte Monde
- Pluto - Charon, S/2005 P1, S/2005 P2
Auch Planetoiden (Asteroiden) haben Monde. Die Sonde Galileo fotografierte erstmals 1993 Dactyl als Mond des Asteroiden Ida (243). 1999 konnte erstmals für Asteroid Eugenia (45) mit einem erdgestützten Teleskop ein Mond nachgewiesen werden.
Der Artikel Liste der natürlichen Satelliten enthält eine Liste aller derzeit bekannten natürlichen Satelliten.
Weblinks
- [http://www.astro.univie.ac.at/~wuchterl/Kuffner/im_brennp/archiv2003/was_ist_ein_mond.html Was ist ein Mond?]
Kategorie:Planetologie
als:Satellit (Astronomie)
th:ดาวบริวาร
Saturn (Planet)---Sidenote START---
Der Saturn ist der sechste und zweitgrößte Planet in unserem Sonnensystem. Sein Zeichen ist Sonnensystem. Er wird zu den jupiterähnlichen (iovianischen) Planeten gerechnet und ist mit bloßem Auge sichtbar. Daher war er schon im Altertum bekannt.
Umlaufbahn
Saturn läuft auf einer annähernd kreisförmigen Umlaufbahn mit einer Exzentrizität von 0,0565 um die Sonne. Sein sonnennächster Punkt, das Perihel, liegt bei 9,041 AE und sein sonnenfernster Punkt, das Aphel, bei 10,124 AE. Seine Umlaufbahn ist mit 2,485° leicht gegen die Ekliptik geneigt. Für einen Umlauf um die Sonne benötigt Saturn 29 Jahre 166 Tage und 22 Stunden.
Aufbau
Saturn gehört zu den großen Gasplaneten. Seine Atmosphäre enthält wie die des Jupiter überwiegend Wasserstoff und Helium, jedoch in einer anderen Zusammensetzung. Dadurch besitzt er eine sehr geringe durchschnittliche Dichte von nur 0,687 g/cm³. Das ist geringer als die Dichte von Wasser unter Normalbedingungen. Das heißt, dass der Saturn in einem ausreichend großen Wasserbecken schwimmen würde. Diese Eigenschaft teilt kein anderer Planet unseres Sonnensystems mit ihm.
Während die Jupiteratmosphäre diese Elemente im gleichen Verhältnis wie die Sonne enthält, ist der Heliumanteil bei Saturn wesentlich geringer. Dies hängt mit der niedrigeren Temperatur Saturns zusammen, durch die das Helium größtenteils auskondensieren konnte. Die eher detailarme, gelblich-braune Wolkendecke enthält überwiegend gefrorene Ammoniakkristalle.
Mit zunehmender Tiefe der Atmosphäre, die wie bei Jupiter hauptsächlich aus Wasserstoff besteht, geht diese aus dem gasförmigen Zustand aufgrund des hohen Drucks in den flüssigen Zustand über, aber ohne Phasenübergang, so dass keine definierte Oberfläche existent ist, da der Druck in den Tiefen der Atmosphäre jenseits des kritischen Punkts ansteigt. Unter diesen Bedingungen ist die Unterscheidung zwischen Gas und Flüssigkeit nicht mehr möglich. Weiter in der Tiefe geht der Wasserstoff schließlich in die metallische Form über. Diese Schichten haben jedoch im Gegensatz zum Jupiter aufgrund der kleineren Masse andere Dickenverhältnisse. So beginnt im Saturn die metallische Schicht erst bei 47 Prozent des Radius (Jupiter: 25 Prozent). Sein Gesteinskern hat jedoch einen Masseanteil von 25 Prozent, der des Jupiter lediglich 4 Prozent. Das Innere des Gesteinskerns ist sehr heiß, es herrscht eine Temperatur von 12.000 Kelvin. Als Grund dafür wird unter anderem der Kelvin-Helmholtz-Mechanismus (langsame gravitationsbedingte Kompression) angenommen.
Rotationsverhalten
Saturn rotiert nicht wie ein starrer Körper. Die Äquatorregionen rotieren schneller (eine Rotation in 10 Stunden, 13 Minuten und 59 Sekunden) als die Polregionen (10 Stunden, 39 Minuten und 22 Sekunden). Die Äquatorregionen werden als System I und die Polregionen als System II bezeichnet. Aus In-Situ-Messungen des Saturnmagnetfeldes von Raumsonden wurde für das Saturninnere eine noch etwas langsamere Rotationsperiode von 10 Stunden, 45 Minuten und 45 Sekunden hergeleitet. Seine Drehachse ist 26,73° gegen seine Umlaufbahn geneigt.
Saturnringe
Drehachse
Hauptartikel: Saturnringe
Den Saturn umgibt ein auffälliges Ringsystem, das bereits in einem kleinen Teleskop einen grandiosen Anblick bietet.
Monde
Übersicht aller Saturnmonde: Liste der Saturnmonde
Von den 48 bekannten Monden ist Titan der größte mit einem Durchmesser von 5.150 km. Die vier Monde Rhea, Dione, Tethys und Iapetus besitzen einen Durchmesser zwischen 1.050 km und 1.530 km. Dione, Thetys und Calypso bewegen sich dabei, mit jeweils 60 Grad Versatz, auf derselben Bahn um den Saturn.
Die Ende 2004, von Astronomen der University of Hawaii, entdeckten Monde S/2004 S16 und S/2004 S17 sind mit einem Radius von jeweils ~ 2 km die bislang kleinsten des Saturns.
Eine wahre Besonderheit stellen die Monde Janus und Epimetheus dar. Sie tauschen alle vier Jahre ihre Umlaufbahn aus.
Geschichte der Erforschung
Im Jahre 1610 schickte der italienische Mathematiker, Physiker und Astronom Galileo Galilei an seinen Bekannten Giuliano de Medici eine verschlüsselte Nachricht folgenden Inhalts: Smaismrmilmepoetaleumibunenvgttavrias.
Dieser konnte das Wortungetüm jedoch nicht entziffern, und so mußte Galilei die Lösung nachliefern. Sie lautet:
:Altissimum planetam tergeminum observavi –
:Den obersten Planeten habe ich dreigestaltig gesehen.
Galilei hatte kurz zuvor erstmals den Saturn durch ein Fernrohr beobachtet und geglaubt, zwei Monde des Saturn entdeckt zu haben.
1656 konnte der niederländische Physiker und Astronom Christiaan Huygens (1629–1695) beim Blick durch ein leistungsstärkeres Fernrohr das Phänomen enträtseln: Galilei hatte den Ring des Saturn in seinem kleinen Fernrohr nicht deutlich genug erkannt und ihn für Saturntrabanten gehalten.
Ein Jahr zuvor hatte Huygens bereits den größten Saturnmond Titan entdeckt. Giovanni Domenico Cassini entdeckte 1671 bzw. 1672 die Saturnmonde Japetus und Rhea, 1684 Tethys und Dione. Cassini entdeckte 1675 auch die nach ihm benannte Teilung in den Saturnringen.
Forschungsmissionen
Als erste Sonde überhaupt flog Pioneer 11 am 1. September 1979 in 21.000 km Entfernung am Saturn vorbei. Trotz der sehr primitiven technischen und wissenschaftlichen Ausrüstung der Sonde gelangen zirka 400 Fotos und andere Messungen vom Saturn.
Nachdem am 13. November 1980 die Raumsonde Voyager 1 den Saturn besucht hatte, kam knapp ein Jahr später am 26. August 1981 die Schwestersonde Voyager 2 beim Ringplaneten an. Beide Sonden lieferten erstmalige und einmalige Bilder aus nächster Nähe des Saturns, seiner Ringe und seiner vielen Monde.
Im Juni 2004 erreichte die Raumsonde Cassini-Huygens das Saturnsystem nach siebenjährigem Flug. Der Orbiter (Cassini) führte eine zusätzliche Landungssonde (Huygens) mit sich, die am 14. Januar 2005 auf dem Mond Titan weich landete.
Sichtbarkeit
Hauptartikel: Saturnpositionen bis 2021
In der folgenden Tabelle sind die Sichtbarkeiten des Saturn für die Jahre 2003 bis 2006 angegeben. Neben dem Datum der Opposition ist jeweils auch die scheinbare Helligkeit, der Abstand zur Erde und der Winkeldurchmesser des Saturn bei der Opposition angegeben.
Kulturgeschichte
Da der Saturn mit bloßem Auge sichtbar ist und als Wandelstern auffällt, wurde er schon im Altertum mit mythologischen Deutungen belegt.
Bei den Römern wurde er mit dem Gott Saturn und im antiken Griechenland mit dem Gott Kronos assoziiert.
Die Astrologie übernahm für die Deutung des Saturn insbesondere die charakterlichen Symbolisierungen der Eigenschaften Abgrenzung, Verfestigung und Erstarrung, wie sie sich aus der griechisch-römischen Mythologie für die Götter Saturn bzw. Kronos ergaben.
Literatur
- Ute Kehse: Polarlichter sind einzigartig - Cassini und Hubble werfen 25 Jahre alte Theorien über den Haufen (Bericht über einen Artikel in der Zeitschrift Nature): 19. Februar 2005, Onlineportal der Zeitschrift Bild der Wissenschaft: Artikel online abrufbar unter http://www.wissenschaft.de/wissen/news/249343.html
Weblinks
- [http://www.wappswelt.de/tnp/nineplanets/saturn.html Die Neun Planeten: Saturn]
- [http://www.br-online.de/wissen-bildung/thema/saturn/index.xml Saturn und die aktuelle Mission Cassini-Huygens]
- [http://www.anderegg-web.ch/astro/saturn.htm Der Planet Saturn: Wissenswertes und Flash-Film]
- [http://nssdc.gsfc.nasa.gov/planetary/planets/saturnpage.html NASA-Seite zum Saturn] (Englisch)
- [http://history.nasa.gov/SP-474/sp474.htm Voyager 1 and 2 - Atlas of Six Saturnian Satellites] (Karten von sechs Saturnmonden nach Aufnahmen der Voyager-Sonden, Englisch)
- [http://www.ifa.hawaii.edu/~sheppard/satellites/satsatdata.html Liste der Saturnmonde] (Englisch)
Video
Real Video (Aus der Fernsehsendung Alpha Centauri):
- [http://www.br-online.de/cgi-bin/ravi?v=alpha/centauri/v/&g2=1&f=000730.rm Warum hat der Saturn Ringe?]
Kategorie:Saturn (Planet)
ja:土星
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ms:Zuhal
simple:Saturn (planet)
th:ดาวเสาร์
zh-min-nan:Thó·-chheⁿ
25. OktoberDer 25. Oktober ist der 298. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 299. in Schaltjahren) - somit bleiben 67 Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
- 732 - Der Karolinger Karl Martell stoppt in der Schlacht von Tours und Poitiers das Vordringen der Mauren nach Europa.
- 1415 - Im Hundertjährigen Krieg erlangen die Engländer in der Schlacht von Azincourt einen bedeutenden Sieg gegen die Franzosen.
- 1836 - Paris präsentiert ab heute einen 23 m hohen Obelisken aus Luxor.
- 1910 - Offizielle Gründung des ersten Kibbuz, Degania in Israel
- 1956 - Adolf Hitler wird vom Amtsgericht Berchtesgaden amtlich für tot erklärt.
- 1979 - Die spanischen Regionen Katalonien und das Baskenland werden eingeschränkt autonom.
- 1981 - Deutschland schließt ein Abkommen über die Zusammenarbeit bei der friedlichen Nutzung der Kernenergie mit Ägypten.
- 1983 - Die USA und sechs andere karibische Staaten besetzen nach der Ermordung des dortigen Premierministers Maurice Bishop die Insel Grenada
- 1984 - Rainer Barzel tritt wegen seiner Verwicklungen in die Flick-Affäre als Präsident des Deutschen Bundestages zurück.
- 1990 - Souveränitätserklärung des Staates Kasachstan.
- 1992 - Litauen nimmt neue Verfassung an. Gleichzeitig finden Parlamentswahlen statt.
- 1994 - Jordanien schließt mit Israel in Wadi Araba Frieden.
- 1995 - Lettland stellt den Antrag auf die Aufnahme in die EU.
- 1998 - Friedensvertrag zwischen Peru und Ecuador.
- 2000 - Laurent Gbagbo wird Staatspräsident von Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste).
- 2000 - Serbien und Montenegro wird Mitglied im Stabilitätspakt für Südosteuropa.
- 2003 - Faisal al-Fayez wird Premierminister in Jordanien.
Wirtschaft
- 1929 - Am "Schwarzen Freitag" setzen sich an der New Yorker Börse die außergewöhnlichen Kursverluste des Vortages fort.
- 2001 - Microsoft veröffentlicht Windows XP.
Wissenschaft, Technik
- 1937 - Hanna Reitsch fliegt mit ihrem Hubschrauber Focke Fw-61 108,9 km - Weltrekord.
- 1979 - Der letzte aus Holz gebaute Sendeturm der DDR in Golm wird wegen Baufälligkeit gesprengt.
- 2000 - In Kenia werden in mindestens sechs Millionen Jahre altem Vulkangestein Rift Valley von französischen und kenianischen Archeologen versteinerte Hominidenknochen entdeckt.
Kultur
- 1853 - In München wird die Neue Pinakothek als Museum für zeitgenössische Malerei eröffnet.
- 1912 - Die Oper "Ariadne auf Naxos" von Richard Strauss - Libretto von Hugo von Hofmannsthal - wird im Kleinen Haus des Hoftheaters Stuttgart uraufgeführt.
- 1947 - Uraufführung der Oper "Genoveva" von Natanael Berg am Kungliga Teatern in Stockholm.
Religion
- 1241 - Coelestin IV. wird als Nachfolger von Gregor IX. zum Papst gewählt.
Katastrophen
- 1865 - Das Dampfschiff "S.S. Republic" (USA) sinkt im Sturm ca. 150 km südöstlich von Savannah (Georgia/USA). 25 der 92 an Bord befindlichen Menschen sterben.
- 1918 - Das Dampfschiff "Princess Sophia" (Kanada) strandet auf einem Riff vor Alaska (USA). Es sterben 398 Menschen.
- 1939 - Der Schnellzug D54 entgleist im Bahnhof St. Valentin (Österreich). Opfer: 17 Tote und 91 Verletzte.
- 1998 - Der Holzfrachter "Pallas" läuft vor Amrum auf Grund und sorgt für die bisher stärkste Verschmutzung der deutschen Nordseeküste.
Sport
- Ereignisse aus dem Bereich der Formel 1 siehe dort.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1990 - Evander Holyfield gewinnt seinen Boxkampf gegen James (Buster) Douglas im The Mirage, Las Vegas, durch KO und wird damit Weltmeister im Schwergewicht.
Geboren
Las Vegas
Las Vegas
Las Vegas
- 1772 - Géraud-Christophe-Michel Duroc, französischer General und Diplomat
- 1789 - Samuel Heinrich Schwabe, deutscher Astronom
- 1790 - Robert Stirling, schottischer Priester und Ingenieur
- 1802 - Richard Bonington, britischer Maler
- 1811 - Evariste Galois, französischer Mathematiker
- 1814 - Louis d'Orléans, duc de Nemours, französischer General
- 1825 - Johann Strauß, österreichischer Komponist
- 1835 - William Mactaggart, britischer Maler
- 1838 - Georges Bizet, französischer Komponist
- 1848 - Karl Emil Franzos, österreichischer Schriftsteller
- 1856 - Paul d'Ivoi, französischer Schriftsteller
- 1865 - Walter Leistikow, deutscher Maler
- 1877 - Henry Norris Russell, amerikanischer Astronom
- 1879 - Fritz Haarmann, deutscher Serienmörder
- 1881 - Pablo Picasso, spanischer Maler und Bildhauer
- 1888 - Richard Evelyn Byrd, amerikanischer Polarforscher
- 1889 - Peter Etzenbach, deutscher CDU-Politiker
- 1889 - Abel Gance, französischer Filmregisseur
- 1891 - Bernhard Lohmüller, deutscher SPD-Politiker
- 1894 - Wolfgang Jacobi, deutscher Komponist
- 1895 - Levi Eschkol, israelischer Politiker
- 1904 - Cemal Reşid Rey, türkischer Komponist
- 1909 - Dieter Borsche, deutscher Schauspieler
- 1913 - Klaus Barbie, deutscher Nationalsozialist ("Schlächter von Lyon")
- 1919 - Beate Uhse, deutsche Pilotin und Unternehmerin
- 1920 - Anatoli Grigorjewitsch Jegorow, russischer Philosoph
- 1923 - Achille Silvestrini, Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- 1925 - Klaus Friedrich Roth, britischer Professor der Mathematik
- 1927 - Jorge Batlle Ibáñez, Staatspräsident von Uruguay
- 1929 - Peter Rühmkorf, deutscher Lyriker
- 1931 - Annie Girardot, französische Schauspielerin
- 1932 - Jerzy Pawłowski, polnischer Fechter, Olympiasieger 1968
- 1933 - Eberhard Esche, deutscher Schauspieler
- 1937 - Jeanne Black, US-amerikanische Sängerin
- 1938 - Basile Georges Casmoussa, irakischer katholischer Erzbischof
- 1941 - Anne Tyler, US-amerikanische Schriftstellerin
- 1944 - Jon Anderson, britischer Sänger (Yes)
- 1944 - Kathy Danoff, US-amerikanische Sängerin
- 1946 - Stephan Remmler, deutscher Sänger und Songschreiber (Trio)
- 1947 - John Hall, britischer Musiker
- 1948 - Glen Tipton, britischer Musiker (Judas Priest)
- 1950 - Chris Norman, englischer Sänger und Songschreiber
- 1954 - Mike Eruzione, Eishockeyspieler und Kapitän des US-Olypmiateams
- 1955 - Norbert Lüer, deutscher Firmengründer (Jurex)
- 1956 - Matthias Jabst, deutscher Musiker (Scorpions)
- 1958 - Kornelia Ender, deutsche Schwimmerin
- 1963 - John Leven, schwedischer Musiker (Europe)
- 1964 - Nicole Hohloch, deutsche Sängerin
- 1968 - Doris Fitschen, deutsche Fußballerin
- 1977 - Birgit Prinz, deutsche Fußballerin
Gestorben
- 1047 - Magnus I. (Norwegen), König von Norwegen und König von Dänemark
Magnus I. (Norwegen)
- 1200 - Konrad I. von Wittelsbach, Erzbischof von Mainz
- 1400 - Geoffrey Chaucer, englischer Schriftsteller und Dichter, Verfasser der "Canterbury Tales"
- 1647 - Evangelista Torricelli, italienischer Naturforscher und Erfinder des Barometers
- 1757 - Anton Sturm, deutscher Bildhauer des Barock und Rokoko
- 1760 - Georg II. (Großbritannien), englischer König 1727-1760
- 1795 - Francesco Antonio Uttini, italienischer Komponist
- 1822 - Antal Csermák, ungarischer Komponist
- 1822 - James Sowerby, Naturforscher und Maler
- 1844 - Heinrich von Cotta, deutscher Forstwissenschaftler
- 1861 - Friedrich Carl von Savigny, Begründer der Historischen Rechtsschule
Friedrich Carl von Savigny
- 1876 - Adolf Glaßbrenner, deutscher Humorist und Satiriker
- 1902 - Frank Norris, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1916 - William Merritt Chase, US-amerikanischer Künstler
- 1919 - Eugène Ruffy, schweizerischer Politiker
- 1920 - Alexandros I., König von Griechenland 1917-1920
- 1926 - Charles M. Russell, US-amerikanischer Maler, Skulpteur, Illustrator und Schriftsteller
- 1937 - Jewgeni Gwaladse, georgischer Wiederstandskämpfer
- 1941 - Robert Delaunay, französischer Maler
- 1952 - Sergej Eduardowitsch Bortkiewicz, russischer Komponist
- 1955 - Sadako Sasaki, Opfer des Atombombenabwurfs von Hiroshima
- 1957 - Edward Plunkett, 18. Baron Dunsany, irischer Schriftsteller
- 1957 - Henry van de Velde, belgischer Architekt und Kunsthandwerker
- 1957 - Lord Dunsany, irischer Schriftsteller
- 1963 - Roger Désormière, französischer Dirigent
- 1963 - Abu-Bakr Khairat, ägyptischer Komponist
- 1965 - Hans Knappertsbusch, deutscher Dirigent
- 1973 - Abebe Bikila, äthiopischer Marathonläufer
- 1973 - Robert Scholl, Vater der Geschwister Scholl
- 1976 - Raymond Queneau, französischer Schriftsteller
- 1982 - Karl Bruckner, österreichischer Schriftsteller
- 1982 - Werner Naumann, persönlicher Referent von Joseph Goebbels
- 1984 - Pascale Ogier, französische Schauspielerin
- 1989 - Mary McCarthy, US-amerikanische Schriftstellerin
- 1990 - Werner Bergmann, deutscher Kameramann
- 1991 - Albert Baldauf, deutscher CDU-Politiker und MdB
- 1993 - Vincent Price, US-amerikanischer Schauspieler
- 1994 - Karl-Heinz Metzner, deutscher Fußballspieler
- 1994 - Mildred Natwick, US-amerikanische Schauspielerin
- 1995 - Bernhard Heiliger, deutscher Bildhauer
- 1997 - Hans Löfflad, deutscher Politiker (WAV, später DP)
- 1998 - Heinz Maegerlein, deutscher Sportjournalist
- 1999 - Payne Stewart, professioneller Golfspieler
- 2001 - Soraya Esfandiary Bakhtiari, Gattin des Schahs Reza Pahlavi
- 2002 - Richard Harris, irischer Schauspieler
- 2002 - René Thom, französischer Professor für Mathematik
- 2003 - Heinz Piontek, deutscher Schriftsteller
- 2003 - Veikko Hakulinen, finnischer Skilangläufer
- 2004 - John Peel, britischer Radio-DJ
Feier- und Gedenktage
Siehe auch
- 24. Oktober - 26. Oktober
- 25. September - 25. November
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag
1025
ja:10月25日
ko:10월 25일
simple:October 25
th:25 ตุลาคม
1671
- 11. Januar: François-Marie de Broglie, französischer Feldherr, Marschall von Frankreich († 1745)
- 7. März: Robert Roy MacGregor („Rob Roy“), schottischer Volksheld (†1734)
- 16. April: John Law, schottischer Nationalökonom († 1729)
- 26. Mai: Burkhard Gotthelf Struve, deutscher Polyhistor, Bibliothekar († 1738)
- 14. Juni: Tomaso Albinoni, italienischer Komponist und Geiger († 1751)
- 16. Juni: Johann Christoph Bach d. J., ältester lebende Bruder Johann Sebastian Bachs († 1721)
- 13. August: Jean-Alphonse Turrettini, reformierter Theologe († 1737)
- 11. Oktober: Friedrich IV. (Dänemark), König von Dänemark und Norwegen von 1699 bis 1730 († 1730)
- 5. Dezember: Joseph Clemens von Bayern, von 1688 bis 1723 Erzbischof des Erzbistums Köln († 1723)
- Erdmann Neumeister
- 28. Januar: Vollrad Ludolf von Krosigk, Soldat und Kommunalpolitiker ( - 1620)
- 22. Februar: Adam Olearius, deutscher Schriftsteller und Diplomat ( - 1603)
- 23. Februar: Leopold Wilhelm von Baden, Markgraf von Baden ( - 1626)
- 31. März: Anne Hyde, erste Frau James Stuarts, des Herzogs von York
- 4. April: Heinrich von Brockdorff, deutscher Soldat und Politiker ( - 1600)
- 16. Juni: Stenka Rasin, russischer Ataman der Don-Kosaken
- 25. Juni: Giovanni Riccioli, italienischer Astronom ( - 1598)
- 12. November: Thomas Fairfax, englischer General ( - 1612)
- 28. Dezember: Johann Friedrich Gronovius, deutscher klassischer Philologe und Textkritiker ( - 1611)
ko:1671년
Titan (Mythologie)Titan ist in der griechischen Mythologie der Sohn Uranos' und dessen Mutter Gaia. Dieser Fassung zufolge gebar Gaia auch die Titäa, die mit Titan das erste Titanenpaar darstellt, von dem die Titanen, sechs Söhne und sechs Töchter, abstammen, wobei die Schwestern auch als Titaniden bezeichnet werden.
Die Titanen
Einer anderen Erzählung zufolge stammen die Titanen jedoch direkt von Uranos und Gaia ab, sodass Titäa demzufolge als Beiname der Gaia zu sehen ist. Die Titanen bilden so oder so das älteste Göttergeschlecht der griechischen Mythologie. Es sind dies:
#Okeanos
#Koios
#Hyperion
#Kreios (Krios)
#Iapetos
#Kronos (Vater des Zeus)
#Tethys
#Rhea (Mutter des Zeus)
#Themis
#Mnemosyne
#Phoibe
#Theia
Die ersten Kinder, die Gaia dem Uranos gebar, die Kyklopen und Hekatoncheiren, waren diesem von Anfang an verhasst, sodass er sie in die inneren Höhlungen der Erde (den Tartaros) verbannte und - nach Hesiods "Theogonie" - Freude an diesem schlimmen Werk empfand. Da Gaia darunter litt, versteckte sie die folgenden Kinder, brachte den grauen Stahl hervor, machte daraus eine Sichel und überreichte ihnen diese, damit sie ihn bestraften. Der jüngste der Titanen, Kronos folgte dem Wunsch seiner Mutter Gaia und entmannte Uranos, da dieser als erster eine schlimme Tat ersonnen habe. Die "Männlichkeit" des Uranos warf er ins Meer, und aus dem weißen Schaum, der um die unsterbliche Haut herum entstand, wuchs Aphrodite heraus.
Damit fand die Urzeugung zwischen Himmel und Erde ihr Ende: Der Himmel näherte sich fortan der Erde nicht mehr zur allnächtlichen Begattung. Mit der Herrschaft des Kronos jedoch begann ein Goldenes Zeitalter, in dem noch Honig aus den Eichen floss, und das anhielt, bis Kronos von Zeus besiegt wurde, siehe dort.
Von den zwölf Titanen verbinden sich im übrigen vier Schwestern mit vier Brüdern:
- Theia gebiert dem Hyperion den Helios (die Sonne), die Selene (den Mond) und Eos (das Frühlicht).
- Phoibe wird durch Koios zur Ahnin eines Göttergeschlechts, zu dem Leto, Artemis und Hekate sowie Apollon gehören
- Rhea nimmt Kronos zum Mann und bringt Hestia, Demeter und Hera sowie Hades, Poseidon und Zeus zur Welt.
- Tethys und Okeanos sind die Eltern der Okeaniden.
Iapetos zeugt mit Klymene weitere Titanen: den harten Atlas, den überheblichen Menoitios, sowie Epimetheus und Prometheus, den Freund der Menschen.
Der Kampf mit den Göttern
Hesiod erzählt, dass nach dem Sieg des Zeus über Kronos und der Freilassung aller von Uranos und Kronos gefangen gehaltenen oder verschlungenen Kinder zwischen den Titanen auf dem Gipfel des Berges Othrys und den neuen Göttern auf dem Olymp ein heftiger Kampf entbrannte, der erst entschieden werden konnte, als Gaia letzteren verriet, wie der Sieg zu erringen sei: Die Hundertarmigen sollten vom äußersten Rand des Erdkreises zur Hilfe herbeigeholt werden und mit Nektar und Ambrosia bewirtet werden - und tatsächlich sagten diese nach dieser göttlichen Bewirtung ihren Beistand zu. Als der Kampf zwischen Göttern und Titanen neu entbrannte, bewarfen die Hundertarmigen die Titanen mit Steinen, sodass sie unter diesen begraben wurden. Schließlich auch noch gefesselt wurden sie in den Tartaros gestoßen, von wo sie niemals mehr entkommen können, da Poseidon eine eherne Tür baute und die Hundertarmigen diese nun bewachen.
Okeanos und Helios sowie alle Titaninnen sollen an diesem Kampf nach anderen Angaben nicht beteiligt gewesen sein, so dass die Olympier letztlich nur gegen vier Titanen kämpften, was uns wiederum zeigen würde, wie stark sie tatsächlich waren – zumal Okeanos selbst manchmal als stärkster der Titanen bezeichnet wird.
Einer anderen Version dieser Geschichte zufolge ist der Sieg über die Titanen Zeus alleine zuzuschreiben, der Donner und Blitz, jene Geschenke der Kyklopen, die er nach seinem Sieg über Kronos befreit hatte, als Waffen einsetzte.
Quellen
- Karl Kerényi: Die Mythologie der Griechen - Die Götter- und Menschheitsgeschichten, dtv, ISBN 3-423-30030-2
- Michael Köhlmeier: "Klassische Sagen des Altertums", ORF, 1995, Edition Radio Literatur
Weblinks
- [http://www.sungaya.de/schwarz/griechen/titanen.htm Das Schwarze Netz: Titanen]
Siehe auch
- Portal:Mythologie
- Stammbaum der griechischen Götter und Helden
Kategorie:Griechische Mythologie
Kategorie:riese
ja:ティタン
IapetosIapetos ist einer der Titanen der griechischen Mythologie und somit Sohn der Gaia und des Uranos.
Als Gattin wird ihm meist die Nymphe Klymene, eine Tochter des Okeanos zur Seite gestellt, aber auch Asia, ebenfalls eine Okeanos-Tochter, Asope(Asopis) oder die Themis werden gelegentlich genannt. Mit ihr zeugte er Atlas, den Träger des Himmelsgewölbes, den überheblichen Menoitios, sowie das Bruderpaar Prometheus und Epimetheus (Prometheus-Mythos), durch welche das Titanengeschlecht des Iapetos auch mit dem Menschengeschlecht verbunden ist.
Seit dem Kampf des Göttergeschlechts der Titanen gegen die olympischen Götter (Titanomachie) sitzen Iapetos und sein Bruder Kronos, verbannt von Zeus, in den lichtlosen Tiefen des Tartaros (Homers Ilias 8.478-481) Wie üblich bei den Genealogien griechischer Götter, taucht Iapetos bei einigen Dichtern und Erzählern (z.B. Aischylos, Pausanias) auch mit einer ganz anderen Abstammungslinie auf. Manchmal wird sogar eine Verbindung zum biblischen Japhet, einem Sohn Noachs, vermutet.
Nach ihm wurde auch ein Mond des Saturn genannt: Iapetus
Kategorie:Griechische Gottheit
ja:イアペトス
Wilhelm Herschel
Sir Friedrich Wilhelm Herschel ( - 15. November 1738 in Hannover; † 25. August 1822 in Slough bei Windsor) war ein deutscher Astronom und Musiker.
Lebenslauf
Herschels Vater war Militärmusiker; der Sohn trat mit 14 Jahren als Oboist der hannoverschen Fußgarde bei. Nach der Besetzung Hannovers 1757 durch französische Truppen entkam er nach England. Dort wirkte er als Musiklehrer, Komponist und Organist. 1766 wurde er Musikdirektor in Bath. Durch das Studium der mathematischen Musiktheorie angeregt, befasste er sich mit Mathematik und der Konstruktion von Optiken. Die Lektüre astronomischer Werke weckte schließlich sein Interesse an der Astronomie. Anders als die meisten seiner Zeitgenossen wollte er sich jedoch nicht mit der Beobachtung von Mond, Planeten und Kometen zufrieden geben. Vielmehr wollte er die Objekte des Fixsternhimmels studieren, ja sogar eine vollständige Auflistung aller sichtbaren Sterne und Nebel erstellen. Hierzu konnten die um 1770 üblichen Linsen- und Spiegelteleskope nicht die nötige Leistung liefern. So begann er selbst Spiegelteleskope zu bauen, was ihm - obwohl er Laie war - nach anfänglichen Misserfolgen auch gelang. Von 1766 an fertigte er zahlreiche Teleskope mit ständig wachsendem Durchmesser (und damit größerer Lichtleistung). Bei diesen Beobachtungen wurde Herschel von seinem Bruder Alexander und der Schwester Caroline unterstützt.
Schlagartig berühmt wurde Herschel, als er 1781 ein neues Objekt im Sonnensystem entdeckte: den Planeten Uranus. Er wurde zum Mitglied der Royal Society of London gewählt, König George III. sagte ihm eine jährliche Vergütung zu. So konnte er sich völlig seiner Liebhaberei, der Astronomie, zuwenden. Die Herschels siedelten von Bath nach Slough über. Er stellte in der Folgezeit Teleskope nicht nur für den eigenen Gebrauch her, sondern auch, um seine Einnahmen aufzubessern. 1788 heiratete er Mary Pitt, die Witwe eines seiner Nachbarn. 1816 wurde er vom Prinzregenten, dem künftigen König Georg IV., zum Ritter geschlagen. In Slough lebte und arbeitete er bis zu seinem Tod im Jahr 1822.
Entdeckungen
Seit prähistorischen Zeiten kannten die Menschen lediglich die fünf Planeten Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn. Die Entdeckung eines weiteren Himmelskörpers, der zum Sonnensystem gehört, jedoch nicht - wie Herschel selbst anfangs meinte - ein Komet war, war eine Sensation. Er nannte dieses Objekt zunächst georgium sidus (Georgsgestirn); nachdem festgestellt war, dass es auf einer nahezu kreisförmigen Bahn (wie die bekannten Planeten) lief, wurde es Uranus genannt. Mit dieser - rein zufällig erfolgten - Entdeckung war der Umfang des Sonnensystems auf das Doppelte angewachsen.
Herschels Interesse jedoch lag bei den nebligen Himmelsobjekten. Charles Messier hatte 1780/81 einen Katalog mit 103 nicht-punktförmig („neblig“) erscheinenden Objekten veröffentlicht; die Fachleute waren sich nicht einig, ob es sich dabei jeweils um unzählige Sterne oder aber um leuchtende Wolken oder Flüssigkeiten handelte. Vom Herbst 1782 an suchte Herschel gezielt nach weiteren Objekten dieser Art (bis 1802). Mit seinem überlegenen Gerät stellte er bald fest, dass er mehrere der „Nebel“ in Einzelsterne auflösen konnte. Er vermutete, dass auch die übrigen Objekte Sternhaufen seien, und dass diese nur deshalb nicht aufgelöst werden konnten, weil sie viel weiter entfernt - und damit auch viel größer - seien als bis dahin gedacht. Diese im Jahr 1785 geäußerte Vermutung hat sich prinzipiell als zutreffend erwiesen. Jedoch konnte Herschel noch nicht wissen, dass es sich um grundverschiedene Typen handelte: echte leuchtende Gasnebel (wie der Orionnebel), Sternhaufen (wie die Plejaden oder M 13) und Galaxien (etwa der Andromedanebel).
Herschel führte als Erster eine Klassifizierung dieser Objekte ein. Er unterschied sie nach der scheinbaren Helligkeit, der Größe, der Regelmäßigkeit der Form und der Konzentration zur Mitte hin. Im Verlaufe seiner Untersuchungen entwickelte er eine Theorie der Entstehung der Sternhaufen: die Schwerkraft müsse mit der Zeit aus losen Haufen dichter gepackte Systeme entstehen lassen. So führte er das Konzept der Entwicklung (oder Evolution) in die Astronomie ein: der Sternhimmel war nunmehr nicht mehr ewig und unveränderlich. Herschel wurde damit zum Begründer des Erkenntnisobjektes Kosmologie.
Als er im Jahr 1790 einen Fixstern mit umgebender Wolke beobachtete, revidierte er seine frühere Ansicht. Er hielt es nun für möglich, dass sämtliche Sterne sich unter dem Einfluss der Schwerkraft aus einer Art Wolke aus Gas oder einer Flüssigkeit zusammengezogen hätten.
Kosmologie
Auch Statistik und Wahrscheinlichkeitsüberlegungen nutzte er als erster Astronom: er fand, dass ein Stück der Milchstraße, 15° lang und 2° breit, mehr als 50.000 deutlich erkennbare Sterne enthält. Aus der Verteilung der Fixsterne suchte er die Gestalt der Milchstraße abzuleiten. Er kam zu dem Ergebnis, dass es sich um eine linsenförmige Ansammlung von Sternen handelt. (Da er annahm, sämtliche Fixsterne hätten dieselbe absolute Helligkeit, glaubte er, aus der scheinbaren Helligkeit auf den Abstand schließen zu können. Dieser Ansatz erwies sich später als falsch.) Von Herschel stammen auch die ersten Versuche, die Bewegung des Sonnensystems im All zu bestimmen – eine Arbeit, die allerdings erst von Argelander u.a. mit Teleskopen mit besserer Schärfeleistung erfolgreich in Angriff genommen werden konnte.
Auch stellte er fest, dass nicht alle Doppelsterne nur zufällig so angeordnet sein konnten (visuelle Doppelsterne). Es musste vielmehr eine beträchtliche Anzahl geben, die durch Schwerkraft aneinander gebunden sind (physische Doppelsterne). Er war in der Lage, die Kreisbewegung bei einigen dieser Sternpaare zu beobachten und begann mit systematischen Helligkeitsvergleichen der Komponenten.
Im Laufe der Zeit erstellte er einen Katalog nebliger Objekte mit mehr als 2.500 Eintragungen ("Herschel-Katalog" genannt) sowie einen Katalog mit 848 Doppelsternen. Ohne die selbstlose Mithilfe seiner Schwester Caroline wären diese Kataloge nicht zustande gekommen.
Obwohl sein besonderes Interesse lebenslang dem Fixsternhimmel galt, vernachlässigte er die Objekte des Sonnensystems nicht: beim Mars wies er jahreszeitliche Veränderungen nach, er entdeckte zwei Saturnmonde und mehrere Monde des Uranus und bestimmte die Rotationsperiode des Saturn. Aus der Beobachtung des Lomonossow-Effekts zog er den Schluss, dass die Venus eine Atmosphäre haben müsse (Lomonossow hatte dies bereits 1761 vermutet, jedoch nicht publiziert).
Herschel entdeckte im Jahr 1800 die Infrarotstrahlung, indem er Sonnenlicht durch ein Prisma lenkte und hinter dem roten Ende des sichtbaren Spektrums ein Thermometer legte. Die Temperatur stieg in diesem Bereich, und Herschel schloss daraus, dass dort eine unsichtbare Form von Energie wirksam sein musste.
Herschels Beobachtungen waren nur möglich durch die bis dahin außergewöhnliche Lichtleistung seiner Teleskope, jedoch beeinträchtigt durch ihre unzureichende Schärfeleistung. Er war ein außergewöhnlich talentierter und unermüdlicher Beobachter; seine Lösungsansätze waren (manchmal allzu) kühn, jedoch immer wegweisend.
Seine Teleskope
Von der Vielzahl von Teleskopen, die Herschel baute und benutzte, sind besonders zu erwähnen:
- Den Planeten Uranus entdeckte Herschel mit einem Spiegelteleskop von 6 Zoll (etwa 15 cm) Durchmesser und 7 Fuß (etwa 210 cm) Brennweite.
- Für seinen Nebel-Katalog benutzte er hauptsächlich ein Gerät mit einem 18,7-Zoll (48 cm) Spiegel und 20 Fuß (6 m) Brennweite (ab 1783).
- Sein größtes Teleskop (s. Abb.) wurde 1789 unter seiner Anleitung gebaut und hatte einen Spiegeldurchmesser von 48 Zoll (122 cm) und eine Länge von 40 Fuß (12 m). Es wurde erst zwei Generationen später von Lord Rosses „Leviathan“ übertroffen.
Herschel baute ausschließlich Newton-Teleskope. Ihre Spiegel waren aus einer Metall-Legierung gegossen und mussten häufig nachpoliert werden, da sie leicht anliefen.
Auch seine Schwester Caroline Herschel und sein Sohn John Herschel waren bedeutende Astronomen.
Literatur
Gärtner, Heinz: Das Leben des Friedrich Wilhelm Herschel, Edition Leipzig 1996. ISBN 3361004616
Weblinks
-
Herschel, Wilhelm
Herschel, Wilhelm
Herschel, Wilhelm
Herschel, Wilhelm
ja:ウィリアム・ハーシェル
ko:윌리엄 허셜
th:วิลเลียม เฮอร์เชล
John Herschel
John Frederick William Herschel ( - 7. März 1792 in Slough bei Windsor; † 11. Mai 1871 in Hawkhurst, Kent) war ein britischer Astronom.
Leben
Astronom
John Herschel war der Sohn von Wilhelm Herschel und wurde zunächst Jurist. Später wendete er sich wie sein Vater der Astronomie zu und übernahm dessen Sternwarte.
Er entdeckte, dass die Magellanschen Wolken aus Sternen bestehen, gab verschiedene Sternen-Kataloge heraus und führte das Julianische Datum in die Astronomie ein. Er wurde 1831 geadelt, 1848 Präsident der Royal Astronomical Society und 1850 königlicher Münzmeister.
Seine Vielseitigkeit beweist auch die Anwendung der Lichtempfindlichkeit bestimmter Eisensalze zu einem damals neuen fotografischen Verfahren, der Cyanotypie.
Weblinks
- http://www-groups.dcs.st-and.ac.uk/~history/Mathematicians/Herschel.html
Herschel, John
Herschel, John
Herschel, John
Herschel, John
Herschel, John
Herschel, John
ja:ジョン・ハーシェル
th:จอห์น เฮอร์เชล
Exzentrizität (Mathematik)Die numerische Exzentrizität ist ein Maß für die Abweichung eines Kegelschnittes von der Kreisform. Die Exzentrizität eines Kreises ist 0, einer Ellipse zwischen 0 und 1, einer Parabel 1 und einer Hyperbel größer als 1.
Die Formel zur Berechnung der numerischen Exzentrizität ist:
:
Am Beispiel der Ellipse ergibt sich:
:
Im Zähler steht e, die lineare Exzentrizität der Ellipse:
:
wobei a und b für die große und kleine Halbachse einer Ellipse stehen.
Ellipse mit Beschriftung und Brennlinien
Die numerische Exzentrizität dient in der Astronomie der Beschreibung eines Orbits in Form einer Keplerbahn.
Im geozentrischen Weltbild wurde der Begriff benutzt, um Kreisbahnen zu beschreiben, in deren Mittelpunkt nicht die Erde steht.
Unter den Planeten unseres Sonnensystems hat die Venus mit 0,0067 die geringste Exzentrität und der Pluto mit 0,2444 die größte. Die Werte für die anderen Planeten, unter anderem auch für deren mittlere Entfernung zur Sonne, können in der Tabelle der Planetendaten nachgelesen werden. Ihre Exzentrizität wird durch folgende Gleichung berechnet:
Die Werte für Aphel und Perihel können dem Artikel Apsis (Astronomie) entnommen werden.
Siehe auch: Ellipse, Keplersche Gesetze, Bahnelemente
Kategorie:Geometrie
als:Exzentrizität (Mathematik)
Äquator
Der Äquator (lat. "Gleichmacher") ist derjenige Großkreis einer Kugel oder eines Planeten, der von beiden Polen gleich weit entfernt ist. Es ist der einzige Breitenkreis, der gleichzeitig ein Großkreis ist, also die kürzeste Verbindung zwischen allen seiner Punkte darstellt. Ihm ist die geografische Breite 0° zugeordnet.
Der Äquator der Erde, Durchmesser 12756 km, durchquert Afrika, die Malediven und den Indischen Ozean, Indonesien, das zentralpazifische Mikronesien sowie Südamerika. Er trennt dabei die Nord- von der Südhalbkugel. Der Mittelpunkt des Äquatorkreises fällt mit dem der Kugel zusammen. Wegen der leichten periodischen Bewegungen der Erdachse kann der momentane Äquator an einem Ort bis zu ca. 10 Meter vom mittleren Äquator entfernt sein. Die Länge des Äquators beträgt 40076,6 km.
Der Äquator durchquert elf Staaten auf Landgebiet:
- Ecuador (hat seinen Namen auch vom Äquator)
- Kolumbien
- Brasilien
- São Tomé und Príncipe
- Gabun
- Republik Kongo
- Demokratische Republik Kongo
- Uganda
- Kenia
- Somalia
- Indonesien
Daneben durchquert er noch einige Inselgruppen jeweils zwischen den Inseln, läuft aber nicht über deren Landfläche. Dazu gehören die Malediven und mehrere Inselgruppen des Pazifiks.
Vier Hauptstädte liegen fast genau auf dem Äquator:
- Quito (20 km südlich des Äquators)
- Libreville (40 km nördlich des Äquators)
- São Tomé (35 km nördlich des Äquators)
- Kampala (35 km nördlich des Äquators)
Im Koordinatensystem der Erde (analog auch auf Mond- oder Himmels-Globen) zählt die geografische Breite vom Äquator nach Norden positiv, nach Süden negativ. Im englischen Sprachraum wird stattdessen auch N oder S angefügt - z.B. 52°N für Berlin, 52°S für die Falklandinseln. Deutschland ist vom Äquator 47,4 - 54,9° (etwa 5300 bis 6100 km) entfernt.
Entlang des Erdäquators und der Meridiane entspricht eine Bogenminute etwa einer Seemeile, abgekürzt sm (engl. nautical mile, NM). Ihr Wert von 1852 Meter ergibt sich aus dem mittleren Erdradius (6370 km). Auch die ursprüngliche Definition des Meter war an der Länge des Erdäquators bzw. der Meridiane (sollte 40.000.000 Meter entsprechen) ausgerichtet.
Neben dem hier beschriebenen geographischen Äquator gibt es auch den durch die Magnetpole bestimmten magnetischen Äquator.
Aquator
ja:赤道
ms:Garisan Khatulistiwa
th:เส้นศูนย์สูตร
zh-min-nan:Chhiah-tō
Phoebe (Mond)
Phoebe ist einer der äußeren Monde des Planeten Saturn.
Entdeckung
Phoebe wurde im Jahre 1899 von William Henry Pickering auf fotografischen Platten entdeckt, die am 16. August 1898 von DeLisle Stewart in Arequipa (Peru) belichtet wurden. Es war der erste Mond, der auf fotografischem Wege entdeckt wurde.
Seine genaue Umlaufbahn konnte erst 1905 von Frank Elmore Ross bestimmt werden.
Benannt wurde der Mond nach der Titanin Phoibe aus der griechischen Mythologie.
Bahndaten
Phoebe umkreist Saturn in einem mittleren Abstand von 12.952.000 km in 550 Tagen 11 Stunden und 31 Minuten.
Die Bahn weist eine Exzentrizität von 0,163 auf.
Für über 100 Jahre galt Phoebe als der äußerste Mond des Saturn, bis im Jahre 2000 mehrere kleine Trabanten entdeckt wurden, die noch weiter entfernt sind.
Phoebe ist viermal weiter von Saturn entfernt, als ihr nächster größerer Nachbar, der Mond Japetus, wobei sie weitaus größer als jeder andere Mond ist, der Saturn in einer vergleichbaren Entfernung umkreist.
Phoebe und Japetus sind die einzigen großen Monde im Saturnsystem, deren Bahnen nicht in der Äquatorebene des Planeten liegen.
Phoebes Bahn ist 175,3° gegenüber Saturns Äquatorebene geneigt, womit sie eine retrograde Bahn aufweist, d.h., sie läuft entgegen der Rotationsrichtung des Saturn um den Planeten. Dabei weist ihre Bahn eine geringere Neigung zur Ekliptik auf, als zur Äquatorebene Saturns.
Aufbau und physikalische Daten
Phoebe ist annähernd kugelförmig und besitzt einen mittleren Durchmesser von 220 km.
Sie rotiert in 9 Stunden und 30 Minuten um die eigene Achse und weist damit, im Gegensatz zu den anderen großen Saturnmonden (mit Ausnahme von Hyperion) keine gebundene Rotation auf. Die Rotationsachse ist um 26,183° aus der Senkrechten geneigt.
Auf ihrer Oberfläche herrschen, je nach Sonneneinstrahlung, Temperaturen von -198°C bis -161°C.
Die meisten Saturnmonde besitzen eine sehr helle Oberfläche. Dagegen ist die von Phoebe mit einer Albedo von 0,06 extrem niedrig. Nur etwa 6 % des eingestrahlten Sonnenlichts werden reflektiert, so dass ihre Oberfläche fast schwarz erscheint.
Die dunkle Färbung erinnert an organischen Verbindungen, wie sie in primitiven Meteoriten (z.B. kohligen Chondriten) vorkommen. Das veranlasste Wissenschaftler zu der Vermutung, dass es sich bei Phoebe um einen eingefangenen Asteroiden handeln könnte.
Im September 1981 flog die Raumsonde Voyager 2 in einem Abstand von 2,2 Millionen Kilometern an Phoebe vorbei und sandte erste Fotos zur Erde. Aufgrund der großen Entfernung war die Auflösung der Aufnahmen gering, so dass keine Details erkennbar waren.
Am 11. Juni 2004 passierte die Raumsonde Cassini-Huygens den Mond in einem Abstand von nur 2.068 km und sandte detaillierte Aufnahmen zur Erde.
Die Aufnahmen zeigen, dass Phoebes Oberfläche extrem stark verkratert ist, wobei Impaktkrater bis zu 80 km Durchmesser vorhanden sind. Einer der Krater besitzt einen Ringwall von 16 km Höhe.
Eine Auswertung der Bilddaten ergab, dass die Oberfläche von Phoebe die höchste bisher festgestellte Kraterdichte im Sonnensystem aufweist. Die Kraterdichte ist ein Gradmesser für das Alter der Oberfläche eines Himmelskörpers. Phoebe soll nach Angaben der NASA mit 4,5 Milliarden Jahren in etwa so alt sein wie das Sonnensystem selbst und gehört damit zu den Objekten, die sich seit dessen Entstehung kaum verändert haben.
Die Aufnahmen zeigen weiterhin, dass Phoebes Oberfläche von einer dünnen dunklen Schicht überzogen ist, die eine Mächtigkeit von 300 bis 500 Metern aufweist. An den Kraterrändern, wo die dunkle Schicht infolge des Impaktereignisses aufgerissen ist, sind helle Flecken erkennbar. Hier wurde das darunter liegende, fast weiß erscheinende Material ausgeworfen. Darüber hinaus wurden Spuren von Kohlendioxid festgestellt, eine Verbindung, die bislang noch auf keinem Asteroiden nachgewiesen werden konnte.
Kohlendioxid
Mit 2,3 g/cm3 weist Phoebe im Vergleich zu den anderen Saturnmonden eine hohe Dichte auf. Es wird vermutet, dass sie etwa zur Hälfte aus silikatischem Gestein und Eis zusammengesetzt ist.
Die retrograde Bahn und die Zusammensetzung lassen darauf schließen, dass Phoebe ursprünglich ein Zentaur war, der von der Gravitation des Saturn eingefangen wurde. Zentauren sind eine Gruppe von Planetoiden aus dem Kuipergürtel, die sich auf exzentrischen Bahnen zwischen den Planeten Jupiter und Neptun um die Sonne bewegen.
Beim Einschlag von Mikrometeoriten freigesetztes dunkles Material von Phoebes Oberfläche könnte für die dunklen Verfärbungen der Monde Hyperion und Japetus verantwortlich sein.
Bei größeren Einschlägen könnten Bruchstücke in den Weltraum geschleudert worden sein, die nun als die Monde Skathi, Mundilfari, Suttungr und Thrymr um Saturn kreisen.
Alle diese Monde, die kleiner als 10 km sind, haben eine ähnliche Umlaufbahn wie Phoebe.
Weblinks
- [http://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/15062004160027.shtml Raumfahrer.net: Cassini: Überraschende Phoebe Bilder] (dt.)
- [http://www.raumfahrer.net/news/astronomie/24062004145828.shtml Raumfahrer.net: Ist Phoebe ein Komet?] (dt.)
- [http://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/11062004075010.shtml Raumfahrer.net: Cassini passiert den Saturnmond Phoebe] (dt.)
Kategorie:Saturnmond
ja:フェーベ (衛星)
simple:Phoebe (moon)
Dichte
Die Dichte, Formelzeichen: ρ (griechisch: rho), ist eine physikalische Eigenschaft eines Materials. Sie ist über das Verhältnis der Masse m eines Körpers zu seinem Volumen V definiert:
:
in Worten:
:
Der Kehrwert der Dichte wirdspezifisches Volumen genannt und spielt vor allem in der Thermodynamik der Gase und Dämpfe eine Rolle.
Die Dichte sollte nicht mit dem spezifischen Gewicht verwechselt werden, denn diese ist zwar sehr ähnlich zur Dichte, unterscheidet sich aber in einem Punkt: Während bei der Dichte das Volumen im Verhältnis zur Masse steht, geschieht dies beim spezifischen Gewicht mit dem Volumen und der Gewichtskraft.
Das Verhältnis der Dichte eines Stoffes zur Dichte im Normzustand wird als Relative Dichte bezeichnet.
Bei porösen Stoffen wird zudem zwischen der Rohdichte (Hohlräume inklusive) und der Reindichte (Volumen ohne Hohlräume) unterschieden.
Einheit
Die abgeleitete SI-Einheit der Dichte ist Kilogramm pro Kubikmeter (kg/m3). Weit verbreitet und besonders bei Feststoffen gebräuchlich ist zudem die Angabe in g/cm3. Weitere in Spezialfällen genutzte Einheiten sind Gramm pro Liter (g/l) und Gramm pro Kubikdezimeter (g/dm3). Hierbei gilt:
1.000 kg/m3 = 1 kg/dm3 = 1 kg/l oder 1 g/cm3 = 1 g/ml. Alle diese Größen stellen die Bezugsdichte von Wasser dar.
Wasser hat als Bezugspunkt bei einer Temperatur von 3,98 °C seine größte Dichte (Dichteanomalie) mit 1.000 kg/m3, was einem g/cm3 entspricht. Ein Liter ist definiert als das Volumen, das genau ein Kilogramm Wasser bei seiner höchsten Dichte (bei 3,98 °C ≈ 4 °C) bei Normaldruck einnimmt. Die Abweichung von 1 dm³ ist so gering, dass man im Normalfall 1 l und 1 dm3 als gleich ansehen kann.
Für Feststoffe wird die Dichte üblicherweise in g/cm³ bei 20 °C angegeben und für gasförmige Stoffe in g/l bei 0 °C und einem Luftdruck von 1.013,25 hPa = 101.325 Pa
(Normalbedingungen).
Beispiel
Die Dichte von Kupfer bestimmt man experimentell wie folgt:
Die Stoffprobe wiegt z.B. 35 g. Nun füllt man ein Reagenzglas teilweise mit Wasser; nehmen wir beispielsweise 16 ml. Jetzt lässt man den Stoff eintauchen und liest den Füllstand 17,7 ml des Wasserspiegels ab. Die Differenz der beiden Füllmengen beträgt 1,7 ml. Also kann für die Dichte von Kupfer die Näherung
:
ermittelt werden.
Eigenschaften
Die Dichte von Flüssigkeiten hängt deutlich von der Temperatur ab, bei Gasen zusätzlich vom Druck. Ein Beispiel hierfür ist die Temperaturabhängigkeit der Luftdichte im unteren Abschnitt. Die Dichte von hygroskopischen Stoffen wie zum Beispiel Holz ist zudem von der Luftfeuchte (Wirkung auf Holzfeuchte) abhängig. Um deren Messergebnisse vergleichen zu können, bezieht man sich auf ein sogenanntes Normalklima.
Körper in einer Flüssigkeit, die eine geringere Dichte als diese haben, steigen entsprechend dem archimedischen Prinzip nach oben (Auftrieb), bis sie irgendwann einen Gleichgewichtszustand erreichen (schwimmen). Körper mit größerer Dichte sinken entsprechend nach unten bzw. haben einen höheren Tiefgang als Körper mit geringeren Dichten. Insbesondere kann daher das weniger dichte Eis auf dem Wasser schwimmen und verdrängt dabei genau das Volumen an Wasser, das die gleiche Masse wie das Eis hat.
In Gasen gilt entsprechendes. Ein mit Helium gefülltes Luftschiff schwebt in der Luft, da das Helium bei gleichem Druck und gleicher Temperatur eine geringere Dichte als Luft hat.
Die dichteste auf der Erde natürlich vorkommende Substanz ist Iridium mit etwa 22.650 kg/m3. Neutronensterne dagegen können eine Dichte von etwa 1014 kg/m3 haben.
Tabellenwerte
Tabellenwerte zur Dichte verschiedene Stoffe sind in folgenden Artikeln zu finden:
- Liste der Dichte fester Stoffe
- Liste der Dichte von Flüssigkeiten
- Liste der Dichte gasförmiger Stoffe
Temperaturabhängigkeit der Luftdichte
Die Wirkung der Temperatur auf die Luftdichte, die Schallgeschwindigkeit und die Schallkennimpedanz ist in folgender Tabelle dargestellt. Der Luftdruck hat auf die Schallgeschwindigkeit keinen Einfluss, auch wenn diese Fehlangabe in vielen Büchern zu finden ist.
Größen:
- (theta) = Temperatur in °C
- ρ (rho) = Luftdichte oder Dichte der Luft in kg/m3
- c = Schallgeschwindigkeit in m/s
- Z = Schallkennimpedanz in N·s/m3
Messmethoden
Von einem Körper mit exakt bekannter Geometrie kann die Dichte mittels Masse und berechnetem Volumen bestimmt werden.
Nach dem Prinzip von Archimedes erfährt ein Körper in der Umgebung einer Flüssigkeit genau so viel Auftriebskraft, wie die von seinem Volumen verdrängte Flüssigkeit an Gewichtskraft ausüben würde. Alle direkten Dichtemessverfahren beruhen noch heute auf diesem Prinzip und können auch auf die Dichtebestimmung von Gasen übertragen werden. Bei bekannter Dichte der Flüssigkeit, lässt sich auch das Volumen des eingetauchten Festkörpers bestimmen und schließlich auch dessen Dichte bestimmen.
Beispiel für die Bestimmung der Dichte eines Festkörpers:
Das Gewicht des Festkörpers wird an Luft gemessen. Eigentlich müsste man die Messung im Vakuum durchführen, da der Festkörper auch in Luft einen gewissen Auftrieb erfährt.
Man erhält .
Anschließend wird der Festkörper in Wasser eingetaucht und gewogen. Er scheint leichter zu sein als an der Luft. Man erhält . Nach dem Prinzip von Archimedes ist die Masse des verdrängten Wassers . Das Volumen des verdrängten Wassers ist gleich dem Volumen des Festkörpers . Es ist bekannt, dass für die Dichte des Wassers gilt. Durch Einsetzen und Umformen erhält man folglich: .
Im letzten Schritt erhält man somit für die Dichte des Festkörpers:
Dichten von Flüssigkeiten werden mit einem Aräometer gemessen. Dichten von Festkörpern werden z. B. mit einem Pyknometer gemessen oder über indirekte Bestimmungsverfahren, wie der Isotopenmethode ermittelt. Der Biegeschwinger ermöglicht es mit Hilfe eines mit Messflüssigkeit gefüllten U-Rohres, die Dichte von flüssigen Reinstoffen und binären Mischungen exakt zu ermitteln.
Die Dichte von Holz kann man mit einem Resistographen bestimmen.
Beispiele
Wasser
Wasser hat eine sehr seltene Eigenschaft, indem es bei 3,98 °C die größte Dichte besitzt (Anomalie des Wassers). Es dehnt sich beim weiteren Abkühlen aus, die abnehmende Dichte bewirkt eine Volumenausdehnung. Hierdurch treten Frostschäden beispielsweise bedingt durch die Frostverwitterung auf. Bei zugefrorenen Seen befindet sich so auch das 3,98 °C warme Wasser am Seeboden, während kälteres Wasser mit geringerer Dichte nach oben steigt. Dies verhindert das Zufrieren von Gewässern bis auf den Grund und ermöglicht es erst den Lebewesen in Seen und Meeren zu überleben.
Atmosphäre
In der Atmosphäre steigen erwärmte und damit weniger dichte Luftschichten vom Boden auf (Konvektion). Sie kühlen dabei jedoch ab, wobei Wasserdampf kondensieren kann und sich daraufhin Wolken ausbilden. Entsprechend sinken kühlere Luftschichten wieder ab.
Abgeleitete Bezeichnungen
In Analogie werden auch andere Größen pro Raumeinheit als Dichten bezeichnet, zum Beispiel die Teilchendichte, die Ladungsdichte oder die Wahrscheinlichkeitsdichte.
Teilweise wird der Begriff Dichte auch für Größen pro Flächeneinheit verwendet (Stromdichte, Strahlungsstromdichte, elektrische und magnetische Flussdichte).
Eine spezifische Dichte ist API-Grade für Rohöl.
Weitere Analogien (neben den schon genannten):
- Darrdichte
- Fülldichte
- Klopfdichte
- Längendichte
- Pressdichte
- Relative Dichte
- Schüttdichte
- Sinterdichte
- Stopfdichte
Weblinks
- [http://www.sengpielaudio.com/Rechner-dichteeinheiten.htm Umrechnung von allen Dichte-Einheiten]
- [http://www.engnetglobal.com/tips/convert.asp?catid=9 Umrechnung von Dichte-Einheiten - auch amerikanische und englische Größen]
- [http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Dichte Mineralienatlas - Dichte]
- [http://www.physik.uni-muenchen.de/leifiphysik/web_ph08/m11_dichte.htm Versuche und Aufgaben zur Dichte]
Kategorie:Werkstoffeigenschaft
Kategorie:Physikalische Größe
Kategorie:Mineralogie
ms:Ketumpatan
ja:密度
Wassereis
Eis ist gefrorenes Wasser (eines seiner drei Aggregatzustände) und damit ein transparenter, kristalliner Festkörper. Es tritt in den verschiedensten Erscheinungsformen auf, vom Hagelkorn über den Eiswürfel bis zum Gletscher. Zudem spielt es eine wichtige Rolle bei zahlreichen meteorologischen Phänomenen. Die Eiskappen der Polarregionen sind von großer Bedeutung für das globale Klima und speziell den Wasserkreislauf, wobei hierin auch die entscheidende Bedeutung des Wassers für die Biosphäre eine Rolle spielt. Das Eis hat bemerkenswerte physikalische Eigenschaften, die noch nicht abschließend erforscht sind.
Entstehung und Vorkommen
Die Wissenschaft von den irdischen Eisvorkommen und deren Eigenschaften nennt man Glaziologie.
Wetterphänomene
Reif und Raureif entstehen bei kaltem Wetter und hoher Luftfeuchtigkeit durch Resublimation (direkter Übergang vom gasförmigen in den kristallinen Zustand) des atmosphärischen Wasserdampfs. Graupel und Hagel besteht aus rundlichen Eiskörnern. Sie bilden sich in Gewitterwolken aus Wassertröpfchen, welche in tiefen Wolkenschichten kondensieren und dann durch Aufwinde in höhere und kältere Luftschichten transportiert werden, wo sie dann gefrieren. Größere Hagelkörner sind oft Zusammenballungen kleinerer Eispartikel und durchlaufen in ihrer Entstehungsgeschichte mehrmals den Prozess des Aufstiegs durch Winde und des Absinkens durch ihre Gewichtskraft. Schnee besteht aus mehr oder weniger filigran verästelten Eiskristallen. Schneeflocken bilden sich durch langsames Anlagern und Gefrieren von feinsten Wassertröpfchen an einen Kristallisationskeim (z.B. Staubteilchen).
Gletscher
Eine frische Schneedecke („Neuschnee“) ist sehr locker geschichtet und hat einen Luftanteil von bis zu 95%. Durch Temperaturschwankungen und Druckbelastung werden die Eiskristalle im Laufe der Zeit abgerundet und dichter gepackt. Wächst die Schneedecke über Jahre hinweg weiter an, entsteht ein Gletscher: Die unteren Schneeschichten werden durch den zunehmenden Druck mehr und mehr verdichtet und die einzelnen Kristalle verklumpen zusehends. Schließlich kann der Druck so groß werden, dass das Eis plastisch fließen kann. Gletscher sind im Hochgebirge und in arktischen Regionen zu finden. Der antarktische Kontinent ist fast völlig von Gletschern bedeckt.
Schelfeis, Eisberge und Meereis
antarktische
Eis schwimmt im Wasser an der Oberfläche, ohne unterzugehen. Dies liegt an der geringeren Dichte, die es gegenüber flüssigem Wasser besitzt. Dauerhaft mit dem Festland verbundene Eisflächen werden Schelfeis genannt. Die Schelfeisflächen werden meist durch fließende Gletscher gespeist. Eisberge sind von Gletschern abgebrochene (gekalbte) Eismassen.
Bei der Kristallisation von Meerwasser entsteht so genanntes Meereis; dabei wird das Salz an das Meer abgegeben oder sammelt sich in Sole(Salz)-Einschlüssen (Eis selbst ist immer festes Süßwasser). Je nach Größe und Zusammenballung des Eises unterscheidet man Nadeleis, Grieseis, Pfannkucheneis, Eisschollen und Packeis. Eine natürliche eisfreie Fläche, die jedoch vollständig von Packeis umgeben ist, heißt Polynya. Künstliche, in das Eis geschlagene Rinnen und Löcher werden Wuhnen genannt.
Eis, welches sich ausnahmsweise wegen seiner Entstehungsgeschichte am Boden eines Gewässers befindet, wird Grundeis genannt.
Die Eisverhältnisse auf Meeresgebieten werden mit einem internationalen Ice Code bezeichnet:
:0: No ice; kein Eis, eisfrei
:1: Slush or young ice; Schlamm- oder Neueis (junges Eis)
:2: Fast ice; Festeis
:3: Drift ice; Treibeis, Eisstoß
:4: Packed slush or strips of hummocked ice; zusammengepacktes Schlammeis oder Höckereisstreifen (Eishöckerstreifen)
:5: Open lead near shore; offene Eisrinne (durchgehende Fahrrinne im Eis) nahe der Küste
:6: Heavy fast ice; starkes Festeis
:7: Heavy drift ice; starkes Treibeis
:8: Hummocked ice; Höckereis, Eishöcker (über das glatte Eis sich erhebende Eispyramiden), aufgepresstes Eis
:9: Ice jamming; Eisblockierung
Vorkommen im Sonnensystem
Eisvorkommen wurden in unserem Sonnensystem nachgewiesen in Kometen, auf dem Mars und auf einigen Monden der äußeren Planeten.
Von zahlreichen Kometen ist bekannt, dass sie zu einem Großteil aus Wassereis bestehen, weshalb sie auch hin und wieder als „Schmutzige Schneebälle“ tituliert werden. Es wird spekuliert, dass ein Großteil der irdischen Wasservorkommen auf ein lang anhaltendes Bombardement der noch jungen Erde durch Kometen zurückgeht.
Außer der Erde ist der Mars der einzige Planet, auf dem Eisvorkommen nachgewiesen sind. Neben den Polkappen, die zweifelsfrei zu einem Teil aus gefrorenem Wasser bestehen, gibt es möglicherweise auch in anderen Regionen Eisvorkommen, und zwar als Permafrost in tieferen Bodenschichten. Hinweise auf das Vorhandensein von Eis in Meteoritenkratern in Polnähe gibt es sogar bei Merkur, dem sonnennächsten Planeten.
Von einigen Monden der äußeren Planeten ist bekannt oder wird vermutet, dass sie von einer Eiskruste bedeckt sind. Beispiele sind die Jupitermonde Europa, Ganymed und Kallisto, der Neptunmond Triton, sowie Charon, der einzige bekannte Mond Plutos.
Es ist möglich, dass auf dem Erdenmond in den Polregionen am Grund tiefer Krater Eisvorkommen als Relikte von Kometeneinschlägen überlebt haben. Solche Vorkommen wären wichtige Wasser- und Sauerstoffquellen für künftige Mondbasen.
Physikalische Eigenschaften
Modifikationen
Erdenmond
Natürliches Eis bildet hexagonale Kristalle, das heißt sechs Wassermoleküle schließen sich jeweils zu einem Ring zusammen und dieser Ring hängt auf allen Seiten wieder mit Sechserringen zusammen. Die Struktur kann man bei der Betrachtung einer Schneeflocke erkennen. Es wird mit Eis Ih bezeichnet. Unter -22 °C und über 207,5 MPa bilden sich jedoch noch andere, zum Beispiel kubische Eisformen aus. Bisher sind 13 kristalline und 5 amorphe Formen bekannt (Stand Januar 2004). Letztere sind Formen ohne Kristallstruktur. Die 13 kristallinen heißen Ih, Ic, sowie II bis XII.
Erstarrungsvorgang
Die Bildung von Eis wird durch Kristallisationskeime erleichtert, also Verunreinigungen, Staubpartikel und ähnliches, an denen sich die kristallisierenden Wassermoleküle anlagern können. Fehlen diese, ist das Wasser also sehr rein und sind die Mengen klein, so kann es bis zu -23 °C abgekühlt werden, ohne fest zu werden. Dieser Vorgang heißt allgemein Unterkühlung und ist eine der vielen Anomalie | | |