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| Ich Bin Ein Berliner |
Ich bin ein Berliner
„Ich bin ein Berliner“ ist ein berühmtes Zitat aus einer Rede von John F. Kennedy am 26. Juni 1963 vor dem Rathaus Schöneberg, anlässlich des 15. Jahrestags der Berliner Luftbrücke und des ersten Besuchs eines US-amerikanischen Präsidenten nach dem Mauerbau am 13. August 1961, mit dem er seine Solidarität mit der Bevölkerung von West-Berlin ausdrücken wollte.
Im Originaltext der Rede kam der Ausspruch 2 Mal vor:
# „Two thousand years ago the proudest boast was ‚Civis Romanus sum‘. Today, in the world of freedom, the proudest boast is ‚Ich bin ein Berliner‘.“ (Vor zweitausend Jahren war der stolzeste Satz ‚Ich bin ein Bürger Roms‘. Heute, in der Welt der Freiheit, ist der stolzeste Satz ‚Ich bin ein Berliner‘.)
# „All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‚Ich bin ein Berliner‘!“ (Alle freien Menschen, wo immer sie leben mögen, sind Bürger von Berlin, und deshalb bin ich als freier Mensch stolz darauf, sagen zu können ‚Ich bin ein Berliner‘!)
Kennedy notierte sich auch die Sätze:
- Lasst sie nach Berlin kommen
- Civis Romanus sum
und übte zuvor mit dem Journalisten Robert H. Lochner diese Passagen im Amtszimmer des Berliner Bürgermeisters Willy Brandt und ließ sich eine Transkription aufschreiben. Im Hinblick auf die UdSSR erntete er den Widerspruch seiner Berater.
Referenzen
Während des Balkankonflikts in den 1990ern referierte Madeleine Albright diese Worte, wohl anmerkend sie wolle im Hinblick auf Kennedy nicht unbescheiden wirken, aber doch auf die geschichtliche Parallele verweisen: „Ja sam Sarajevka!“
Trivia
In den USA entstand in den 1980er Jahren eine so genannte Urban Legend, nach der sich Kennedy durch unsauberen Gebrauch der deutschen Grammatik zum Gespött der Berliner gemacht habe. Die Legende behauptet, der grammatikalisch korrekte Satz hätte „Ich bin Berliner“ heißen müssen (ohne unbestimmten Artikel), und Kennedys Wendung wäre von den Berlinern als „Ich bin ein Marmeladengebäck“ (Marmeladen-Donut) verstanden worden. Obwohl diese Behauptung jeglicher grammatikalischer Grundlage entbehrt, erfreut sie sich in den USA immer noch großer Beliebtheit.
Abgesehen davon, dass der unbestimmte Artikel im Deutschen korrekterweise bei Nomen verwendet wird, die als Stellvertreter einer Klasse auftreten, würde sich auch kein Bürger Berlins als Hefegebäck verstehen, da letzteres dort „Pfannkuchen“ heißt. Der Satz ist also korrekt und wurde auch vor der Rede entsprechend verifiziert. Das Gelächter des Publikums bezog sich auf eine folgende Bemerkung des Präsidenten, mit der er dem Simultandolmetscher für die Übersetzung seines deutschen Satzes ins Deutsche dankte.
Interessanterweise wird die Geschichte mittlerweile auch von deutschen Muttersprachlern unreflektiert aus dem Englischen übernommen.
Richtig ist weiterhin, dass Kennedy gemäß der eigenen, in der Hektik erstellten Transskription sprach und zwar mit einem anderen Fehler: Civis Rumanus sum [ kiuiz romanus sum ].
Siehe auch
- Geschichte Berlins
- Robert H. Lochner
- Berliner (Einwohner)
Weblinks
- [http://upload.wikimedia.org/wikipedia/sources/d/d5/Jfkberlinaddress.ogg Rede Kennedys vor dem Rathaus Schöneberg] (englisch)
- [http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Artikel/Gebrauch/ArtIndef.html Unbestimmter Artikel – bezogen auf die sprachliche Anekdote]
Kategorie:Berliner Geschichte
Kategorie:Politisches Schlagwort
Kategorie:1963
ko:Ich bin ein Berliner
John F. Kennedyright
right bei seiner Rede Ich bin ein Berliner]]
John Fitzgerald Kennedy ( - 29. Mai 1917 in Brookline, Massachusetts; † 22. November 1963 in Dallas, Texas durch ein Attentat) war der 35. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika (1961 – 1963). Er war Sohn von Millionär Joseph P. Kennedy und Rose Fitzgerald Kennedy, der Tochter des früheren Bürgermeisters von Boston. Im Zweiten Weltkrieg diente JFK bei der US-Marine im Pazifik als Kommandant eines Schnellbootes PT 109. Am 12. September 1953 heiratete er Jacqueline Lee Bouvier. Der Name Kennedy leitet sich aus dem gälischen Wort cinneidigh her, was übersetzt hässlicher Kopf bedeutet. Bis heute entstammen dem weitverzweigten Kennedy-Clan einflussreiche Politiker (siehe auch: Edward Kennedy).
Erst im Jahr 1976 wurde bekannt, dass JFK an Morbus Addison (einer unheilbaren Nebennierenrinden-Erkrankung beziehungsweise Unterfunktion) litt. Die schwere Erkrankung machte eine umfangreiche Hormon- beziehungsweise Cortisonbehandlung nötig. Durch die dadurch resultierenden massiven Schmerzen wurde ihm auch immer wieder eine Morphium und Drogen-Abhängigkeit nachgesagt, welche jedoch einer Überprüfung bislang nur bedingt standhalten konnte.
Ihm werden bis heute außerdem zahlreiche Affairen (z.B. zu Marilyn Monroe) nachgesagt, welche jedoch ebenfalls und letztendlich auch nie nachgewiesen werden konnten.
Durch seinen spektakulären Tod, seiner berühmten Rede vor der Berliner Mauer und seiner Ankündigung der ersten Mondlandung gilt er trotz seiner kurzen Präsidentschaft als einer der bekanntesten Menschen und international populärsten US-Präsidenten des 20. Jahrhunderts.
Präsidentschaft
Kennedy war mit 43 Jahren ungefähr eintausend Tage im Amt, doch fielen in diese Zeit einschneidende außenpolitische Ereignisse: Das Scheitern der Invasion Kubas in der Schweinebucht, der Beginn des US-Engagements im Vietnamkrieg, die Kubakrise um die Stationierung von Atomraketen, die Ankündigung der Mondlandung und den Bau der Berliner Mauer.
Er berief seinen Bruder Robert F. Kennedy als Justizminister in sein Kabinett. Diese Form der Ämtervergabe an Familienmitglieder wurde später in den USA gesetzlich verboten.
Robert S. McNamara war unter ihm Chef des Pentagon.
Pentagon
Pentagon]
Innenpolitisch bemühte sich Kennedy um Reformen. Bereits im Wahlkampf 1960 verkündete er das Regierungsprogramm der New Frontier: Nach dem Vorbild der amerikanischen Siedler gelte es, Neues Grenzland zu erobern. Es werde in seiner Präsidentschaft um die unerfüllten Hoffnungen und Träume gehen, die ungelösten Probleme von Krieg und Frieden, die ungeordneten Nischen von Ignoranz und Vorurteil sowie die unbeantworteten Fragen von Armut und Überschuss.
1962 sandte Kennedy Bundestruppen an die University of Mississippi, damit sich der schwarze Student James Meredith dort immatrikulieren konnte. 1963 gab der US-Bundesstaat als letzter die Rassentrennung im Bildungssystem auf und erlaubte die Integration. Kennedy erhöhte den Mindeststundenlohn auf 1,25 US-Dollar. Die Wohnverhältnisse wurden verbessert und das Arbeitslosengeld wurde erhöht.
Am 15. Jahrestag der Berliner Luftbrücke, am 26. Juni 1963 besuchte Kennedy West-Berlin. Vor dem Rathaus Schöneberg hielt er seine berühmte [http://wikisource.org/wiki/Ich_bin_ein_Berliner Rede], in der er an der Seite des damaligen Regierenden Bürgermeisters Willy Brandt seinen berühmten Satz sagte: „Ich bin ein Berliner“ (). Kennedy sagt auch zukünftig der Stadt und Deutschland die Unterstützung der USA als alliierter Schutzmacht zu.
Im Anschluss begann Kennedy seine Entspannungspolitik zwischen Ost und West zur Beendigung des Kalten Krieges. Die USA und die Sowjetunion installierten Das Rote Telefon, welches in Wirklichkeit eine direkte Telex-Verbindung zwischen Moskau und Washington, D.C. darstellte, um zukünftig beiden Regierungen in Krisensituationen eine schnellere Kommunikation zu ermöglichen.
1963 einigte sich Kennedy mit der Sowjetunion und Großbritannien auf ein Atomteststoppabkommen. Im selben Jahr begann Kennedy mit dem Wahlkampf für eine nächste Amtszeit.
Am 12. November 1963, nur wenige Tage vor seinem Tod, unterzeichnete Kennedy das Nationale Security Memorandum Nr. 271, in dem er eine Zusammenarbeit mit der UdSSR in Weltraumangelegenheiten anstrebte. Zu einem gemeinsamen Weltraumprogramm der beiden Weltmächte sollte es jedoch nicht mehr kommen.
Kurz vor seinem Tod erließ der damalige US-Präsident John F. Kennedy ein Gesetz, welches die FED durch eine staatliche Zentralbank ersetzen sollte. Sein Nachfolger Lyndon B. Johnson revidierte das Gesetz aber sogleich.(aus Wikipiada: Fed Reserve)
Das Attentat
Weltmächte
Weltmächte]
Hauptartikel: Attentat auf John F. Kennedy
Am 22. November 1963 wurde Präsident John F. Kennedy gegen 12.30 Uhr an der Dealey Plaza, einem Platz in Dallas, Texas ermordet. Wenige Stunden nach dem Attentat wurde der Verdächtige Lee Harvey Oswald der Öffentlichkeit präsentiert und zwei Tage später in Polizeigewahrsam vom krebskranken Jack Ruby erschossen, noch bevor es zu einer Anklage oder einem Gerichtsprozess kommen konnte. Kennedy wurde auf dem Nationalfriedhof in Arlington beigesetzt.
An der Trauerfeier für Kennedy am 25. November 1963 nahm nach einer Schätzung der New York Times eine knappe Million Menschen teil.
Vier Tage nach den Morden setzte Präsident Lyndon B. Johnson (zuvor Vizepräsident, wurde wenige Stunden nach dem Attentat als Präsident vereidigt) die so genannte Warren-Kommission ein, die die Umstände des Attentats auf John F. Kennedy aufklären sollte. Die Kommission kam ein Jahr später zu dem Schluss, dass Oswald der alleinige Täter sei, und es keine Verschwörung zur Ermordung Kennedys gegeben habe. Weitere Untersuchungen ergaben jedoch, dass die staatlichen Organe FBI, CIA und Secret Service Informationen vor der Warren-Kommission geheim gehalten haben, die möglicherweise zu einem anderen Ergebnis hätten führen können.
Später folgten weitere Untersuchungen, die zwar die Ungenauigkeiten, Widersprüche und auch Fälschungen vorheriger Ermittlungen aufdeckten, das Rätsel um das Attentat auf Kennedy jedoch nicht zweifelsfrei lösen konnten. Die Akte von Kennedys Ermordung darf nicht vor 2029 geöffnet werden.
Namensträger
- John F. Kennedy International Airport Flughafen in New York City
- USS John F. Kennedy (CV-67) US-Amerikanischer Flugzeugträger
- John F. Kennedy Brücke München (erbaut während des Attentats)
- John-F.-Kennedy-Platz, 10825 Berlin, der Platz vor dem Rathaus Schöneberg, Ort der Berliner Rede von John F. Kennedy am 26. Juni 1963 (bis 1963 Rudolph-Wilde-Platz)
Veröffentlichungen
- As We Remember Joe. Privatdruck, 1945
- Profiles in Courage. (deutsche Ausgabe: Zivilcourage). Harper & Row, New York NY, 1955
- The Strategy of Peace. (deutsche Ausgabe: Der Weg zum Frieden). Harper & Brothers, New York NY, 1960
- Why England Slept. Wilfred Funk, New York NY, 1961
- To Turn the Tide. (deutsche Ausgabe: Dämme gegen die Flut). Harper & Brothers, New York NY, 1962
- The Burden and the Glory. (deutsche Ausgabe: Glanz und Bürde). Harper & Brothers, New York NY, 1964
- A Nation of Immigrants. Harper & Row, New York NY, 1964
Literatur
- Georg Schild: John F. Kennedy: Mensch und Mythos. Muster-Schmidt, Göttingen [und anderswo] 1997, ISBN 3-7881-0148-2
- Thomas C. Reeves: A question of character: A life of John F. Kennedy. Free Press [unter anderem], New York, NY 1991, ISBN 0-02-925965-7
- James N. Giglio: John F. Kennedy: A bibliography. Greenwood Press, Westport, Conn. [und anderswo] 1995, ISBN 0-313-28192-0
- Harald Biermann: John F. Kennedy und der Kalte Krieg: Die Außenpolitik der USA und die Grenzen der Glaubwürdigkeit. Schöningh, Paderborn [und anderswo] 1997, ISBN 3-506-77504-9
- Lawrence Freedman: Kennedy's wars: Berlin, Cuba, Laos, and Vietnam. Oxford Univ. Press, New York [unter anderem ] 2000, ISBN 0-19-513453-2
- Honoré M. Catudal: Kennedy in der Mauer-Krise: Eine Fallstudie zur Entscheidungsfindung in USA. Berlin Verlag, Berlin 1981, ISBN 3-87061-230-4
- Irving Bernstein: Promises kept: John F. Kennedy's new frontier. Oxford Univ. Pr., New York, NY [unter anderem ] 1991, ISBN 0-19-504641-2
- Joseph P. Berry: John F. Kennedy and the media: the first television President. Univ. Pr. of America, Lanham, Md. 1987, ISBN 0-8191-6552-2
- Anthony Frewin: The assassination of John F. Kennedy: An annotated film, TV, and videography, 1963 – 1992. Greenwood Press, Westport, Conn. [und anderswo] 1993
Filme
Hollywood hat Kennedy in mehreren Filmen verewigt:
- PT 109
- JFK - Tatort Dallas
- Thirteen Days
Siehe auch
- Lincoln-Kennedy-Mysterium
- Ich bin ein Berliner
- Kennedy-Clan
Weblinks
-
- [http://sources.wikipedia.org/wiki/Ich_bin_ein_Berliner Kennedys Rede mit den berühmten Worten „Ich bin ein Berliner“] (englisch)
- [http://www.berlin.de/rubrik/hauptstadt/geschichte/kennedyrede.html "Ich bin ein Berliner"-Rede auf Deutsch]
- [http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/KennedyJohnF/index.html Kennedy-Biografie]
- [http://www.jfklibrary.org/ John F. Kennedy Library and Museum] (englisch)
Kennedy, John F.
Kennedy, John F.
Kennedy, John F.
Kennedy, John F.
Kategorie:Kennedy
Kennedy, John F.
Kennedy, John F.
ja:ジョン・F・ケネディ
ko:존 F. 케네디
simple:John F. Kennedy
th:จอห์น เอฟ. เคนเนดี้
26. JuniDer 26. Juni ist der 177. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 178. in Schaltjahren) - somit bleiben 188 Tage bis zum Jahresende..
Ereignisse
- 1924 – Die US-amerikanische Besatzung der Dominikanischen Republik von 1916 endet durch demokratische Wahlen und führt zur Ablösung der Militärregierung.
- 1935 - In Deutschland wird für Männer zwischen 18 und 25 die halbjährige Reichsarbeitsdienstpflicht eingeführt.
- 1945 - Die UNO wird gegründet.
- 1948 - Beginn der Berliner Luftbrücke, die ersten Flugzeuge starten mit Lebensmitteln und anderen benötigten Dingen zu Versorgung der durch die Sowjets am 23. Juni abgeriegelten Stadt - (Berliner Blockade).
- 1960 - Die seit 1868 französische Kolonie Madagaskar wird von Frankreich unabhängig und eigenständig.
- 1960 - Britisch-Somaliland wird in die Unabhängigkeit entlassen – am 1. Juli vereinigt es sich dann mit dem UN-Treuhandgebiet Italienisch-Somaliland zu Somalia.
- 1963 - US-Präsident John F. Kennedy hält vor dem Rathaus Schöneberg in Berlin vor 400.000 Menschen eine Rede, die mit dem auf deutsch gesprochenen Satz "Ich bin ein Berliner" endet. (Redetext hier)
- 1966 - Der schweizer Kanton Basel-Stadt führt das Frauenwahlrecht ein.
- 1973 - Irland. Erskine Childers wird Staatspräsident.
- 1979 - Deutschland und Tuvalu nehmen diplomatische Beziehungen auf
- 1984 - Der deutsche Bundeswirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff tritt wegen der Flick-Spendenaffäre zurück.
- 1995 - Im äthiopischen Addis Abeba, scheitert ein Mordanschlag vermutlich moslemischer Extremisten auf den ägyptischen Staatspräsidenten Hosni Mubarak.
- 1997 - Irland. Bertie Ahern wird neuer Ministerpräsident.
Wirtschaft
- 1879 - Ägypten verkauft seine Anteile am Sueskanal an Großbritannien.
- 1974 - Die Herstatt-Bank in Köln und Bonn muss auf Anordnung des Bundesaufsichtsamtes für das Kreditwesen nach Milliardenverlusten bei Devisen-Termingeschäften ihre Schalter schließen.
- 1974 - Erstmals wird das Strichcode-System in einem Supermarkt in Ohio (USA), eingesetzt - eingelesen wird eine Packung Kaugummi der Marke Wrigleys.
Wissenschaft, Technik
- 1905 - Um 22.38 Uhr empfängt Island das erste Telegramm. Die britische Firma Marconi sendete es per Funk von Cornwall aus. Erst ein Jahr darauf folgt das Seekabel.
- 1936 - In Bremen startet der erste Hubschrauber der Welt, der FW 61.
Kultur
- 1862 - Uraufführung der komischen Oper Sarolta von Ferenc Erkel in Budapest.
- 1977 - Letztes Konzert Elvis Presleys in Indianapolis.
- 1997 - Das erste Harry-Potter-Buch, Harry Potter und der Stein der Weisen, erscheint in Großbritannien mit einer Startauflage von 500 Exemplaren.
Religion
- 684 – Der heilige Benedikt II., der sich nach der Belastung durch den Monotheletismusstreit erfolgreich um die Versöhnung mit Kaiser Konstantin IV. von Byzanz bemüht hat, wird als Papst inthronisiert.
- 1409 - Pietro Philargi wird bei Konzilswahl zu Pisa als Papst Alexander V. gewählt, kann sich jedoch nicht durchsetzen und wird bis heute als Gegenpapst zu Gregor XII. gesehen.
- 1533 Schwur der versammelten Bürger von Hannover auf dem Marktplatz, damit Beginn der Reformation in Hannover.
- 1667 - Kardinal Giuglio Rospigliosi wird nach seiner Papstwahl vom 20. Juni als Klemens IX. inthronisiert.
Katastrophen
- 1973 - Plessezk, Russland. Neun Menschen sterben bei der Explosion einer zum Start aufgetankten Kosmos-3M Rakete auf dem Raketenstartplatz Plessezk.
Sport
- Ereignisse aus dem Bereich der Formel 1 siehe dort.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1954 - Österreich besiegt im Viertelfinale der Fußball Weltmeisterschaft die Schweiz mit 7:5; es geht als trefferreichstes Spiel in die WM-Geschichte ein
- 1999 - Vitali Klitschko gewinnt seinen Boxkampf gegen Herbie Hide in der London Arena, London, Großbritannien, durch K.O..
Geboren
K.O.
K.O.
- 1557 - Leandro Bassano, italienischer Maler
- 1730 - Charles Messier, französischer Astronom
- 1763 - George Morland, britischer Maler
- 1786 - Sunthorn Pu, thailändischer Dichter
- 1824 - William Thomson, 1. Baron Kelvin, britischer Physiker
- 1848 - Henri Lioret, französischer Uhrmacher und Erfinder
- 1859 - Adolf Bastian, deutscher Völkerkundler
- 1869 - Martin Andersen-Nexø, dänischer Schriftsteller
- 1884 - Peter Petersen (Pädagoge), deutscher Schulreformer
- 1885 - Billy Jenkins, Kunstschütze, Lassowerfer und Greifvogeldresseur
- 1891 - Sidney Howard, US-amerikanischer Dramatiker
- 1892 - Pearl S. Buck, US-amerikanische Schriftstellerin
- 1897 - Walter Vesper, deutscher Politiker und MdB
- 1898 - Wilhelm Emil Messerschmitt, deutscher Flugzeugkonstrukteur und Unternehmer
- 1900 - Else Kienle, deutsche Ärztin
- 1904 - Peter Lorre, US-amerikanischer-ungarischer Filmschauspieler, Drehbuchautor und Filmregisseur
- 1905 - Ruth Seydewitz, Journalistin und Schriftstellerin
- 1906 - Stefan Andres, deutscher Schriftsteller
- 1911 - Ernst Witt, deutscher Mathematiker
- 1911 - Lia Wöhr, deutsche Schauspielerin
- 1911 - Mildred Didrikson Zaharias, US-amerikanische Leichtathletin und Golferin
- 1913 - Maurice V. Wilkes, britischer Informatiker
- 1914 - Wolfgang Windgassen, deutscher Heldentenor
- 1916 - Karlrobert Kreiten, Pianist
- 1918 - Robert H. Lochner, US-amerikanischer Journalist und Übersetzer
- 1920 - Stanislav Ledinek, slowenischer Schauspieler und Synchronsprecher
- 1924 - Karl-Heinz Krause, deutscher Bildhauer
- 1925 - Clifton Chenier, US-amerikanischer Musiker
- 1925 - Pawel Iwanowitsch Beljajew, sowjetischer Kosmonaut
- 1925 - Wolfgang Unzicker, deutscher Schachgroßmeister
- 1926 - Jerome Lejeune, Entdecker des Katzenschrei-Syndroms
- 1929 - Milton Glaser, US-amerikanischer Grafikdesigner, Illustrator und Lehrer
- 1930 - Friedrich Magirius, evangelisch-lutherischer Theologe
- 1930 - Sławomir Mrożek, polnischer Schriftsteller und Dramatiker
- 1933 - Claudio Abbado, italienischer Dirigent
- 1935 - Eddie Floyd, US-amerikanischer Sänger
- 1936 - Jean-Claude Turcotte, Erzbischof von Montréal und Kardinal
- 1937 - Robert C. Richardson, US-amerikanischer Physiker, Nobelpreisträger
- 1944 - Wolfgang Weber, deutscher Fußballspieler
- 1946 - Ian McDonald, britischer Schriftsteller
- 1947 - Peter Sloterdijk, deutscher Philosoph
- 1948 - Sergei Bodrow, russischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Produzent
- 1949 - Clint Warwick, britischer Musiker
- 1951 - Jürgen Rüttgers, deutscher Politiker, MdB und Bundesminister
- 1954 - Luis Arconada, spanischer Fußballspieler
- 1954 - Miroslav Nemec, bekannter Schauspieler
- 1954 - Steve Barton, US-amerikanischer Schauspieler
- 1956 - Chris Isaak, US-amerikanischer Sänger und Filmschauspieler
- 1959 - Leander Haußmann, deutscher Film- und Theaterregisseur
- 1961 - Greg LeMond, US-amerikanischer Radrennfahrer
- 1963 - George Michael Panos, britischer Sänger und Songschreiber
- 1963 - Michail Chodorkowski, russischer Öl-Mogul (ehemaliger Vorstandsvorsitzender von Yukos)
- 1968 - Paolo Maldini, italienischer Fußballspieler
- 1971 - Max Biaggi, italienischer Motorradfahrer
- 1974 - Dieter Kalt jun., österreichischer Eishockeyspieler
- 1980 - Michael Vick, US-amerikanischer Football-Spieler
- 1981 - Natalya Antyukh, russische Leichtathletin und Olympionikin
Gestorben
- 363 - Flavius Claudius Julianus, römischer Kaiser
- 1541 - Francisco Pizarro, spanischer Konquistador
- 1569 - Viktorin Strigel, lutherischer Theologe
- 1595 - Hermann Hamelmann, lutherischer Theologe und Historiker
- 1657 - Tobias Michael, deutscher Komponist und Thomaskantor
- 1683 - Ferdinand von Fürstenberg, Fürstbischof von Münster und Paderborn
- 1693 - Marie-Madeleine de La Fayette, französische Schriftstellerin
- 1718 - Alexei von Russland, blieb bis zum Tode der Zarewitsch von Russland
- 1757 - Maximilian Ulysses Browne, österreichischer Feldmarschall irischer Abstammung
- 1762 - Luise Gottsched, deutsche Schriftstellerin
- 1793 - Karl Philipp Moritz, deutscher Philosoph und Künstler
- 1810 - Joseph Michel Montgolfier, Inhaber einer Papierfabrik bei Lyon in Frankreich
- 1827 - Christian August Vulpius, deutscher Schriftsteller
- 1827 - Samuel Crompton, britischer Erfinder
- 1836 - Claude Joseph Rouget de Lisle, französischer Komponist, Dichter und Offizier
- 1867 - Otto I., König von Griechenland
- 1868 - Johann Nepomuk Zwerger, deutscher Bildhauer
- 1873 - Friedrich Schüler, Jurist und demokratischer Politiker
- 1893 - Konstantin Karlowitsch Albrecht, russischer Komponist
- 1896 - Louis d'Orléans, duc de Nemours, französischer General
- 1905 - Franz Overbeck, deutscher Theologe
- 1911 - Othmar Zeidler, österreichischer Chemiker
- 1913 - Jonathan Hutchinson, englischer Chirurg und Pathologe
- 1918 - Peter Rosegger, österreichischer Schriftsteller
- 1921 - Alfred Percy Sinnett, englischer Autor und Theosoph
- 1922 - Ciro Luis Urriola, Staatspräsident von Panama
- 1934 - Max Pallenberg, österreichischer Sänger Schauspieler und Komiker
- 1937 - Adolf Erman, deutscher Ägyptologe
- 1939 - Ford Madox Ford, englischer Schriftsteller
- 1943 - Karl Landsteiner, österreichischer Bakteriologe und Nobelpreisträger
- 1945 - Nikolai Nikolajewitsch Tscherepnin, russischer Komponist
- 1947 - Heinrich Thyssen, deutscher Unternehmer, Kunstmäzen
- 1947 - Vera Salvequart, Personal des Konzentrationslagers Ravensbrück
- 1955 - Max Pechstein, deutscher Maler und Graphiker
- 1956 - George Udny Yule, Statistiker
- 1957 - Alfred Döblin, deutscher Arzt und gesellschaftskritischer Schriftsteller
- 1964 - Frans Eemil Sillanpää, finnischer Schriftsteller
- 1964 - Toni Sender, deutsche Politikerin und Reichtagsabgeordnete
- 1967 - Françoise Dorléac, französische Schauspielerin
- 1967 - Peter Horn, deutscher Politiker und MdB
- 1971 - Guillermo Uribe Holguín, kolumbianischer Komponist
- 1973 - John Cranko, britischer Tänzer und Choreograph
- 1975 - Josemaría Escrivá, spanischer Heiliger
- 1977 - Olave Baden-Powell, Mitgründerin der Pfadfinderinnen
- 1979 - Franz Josef Röder, Ministerpräsident des Saarlandes
- 1982 - Alexander Mitscherlich, deutscher Arzt, Psychoanalytiker und Schriftsteller
- 1982 - Alfredo Marceneiro, spanischer Fado-Sänger
- 1988 - Hans Urs von Balthasar, schweizerischer katholischer Theologe und Kardinal
- 1993 - Herbert Gruhl, deutscher Politiker, MdB und Umweltschützer
- 1996 - Veronica Guerin, irische Journalistin
- 1999 - Karekin I., armenischer Patriarch
- 2002 - Alfred Lorenzer, deutscher Psychoanalytiker und Soziologe
- 2003 - Marc-Vivien Foé, kamerunischer Fußballspieler
- 2003 - Strom Thurmond, US-amerikanischer Politiker
- 2003 - Sir Denis Thatcher, britischer Politiker, Ehemann von Margaret Thatcher
- 2004 - Heinrich Franke, deutscher Politiker, Präsident der Bundesanstalt für Arbeit
- 2004 - Naomi Schemer, israelische Sängerin
- 2005 - Grete Sultan, deutsch-US-amerikanische Pianist(in)
Feier- und Gedenktage
- Internationaler Tag gegen Drogenmißbrauch und illegalen Drogenhandel (UNO)
- Internationaler Tag der Vereinten Nationen zur Unterstützung der Opfer der Folter (UNO)
- Nationalfeiertag von Madagaskar
Siehe auch
- 25. Juni - 27. Juni
- 26. Mai - 26. Juli
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag
0626
ja:6月26日
ko:6월 26일
simple:June 26
th:26 มิถุนายน
Rathaus Schöneberg
Das Rathaus Schöneberg wurde 1911–1914 von den Architekten Peter Jürgensen und Jürgen Bachmann für die damals selbstständige Stadt Schöneberg bei Berlin errichtet.
Die Planung erfolgte unter dem ersten Schöneberger Oberbürgermeister Rudolph Wilde und die Grundsteinlegung am 26. Mai 1911 unter seinem Nachfolger Alexander Dominicus, nach dem die „Dominicusstraße“ benannt ist. Die Straße hieß seinerzeit „Mühlendamm“ und führte zum „Mühlenberg“, auf dem das Rathaus errichtet wurde. Unmittelbar südlich neben dem Mühlenberg begann ein morastiges Fenn, das sich als eiszeitliche Nebenrinne bis zum Zwischenurstromtal Grunewaldseenkette erstreckte. Die Trockenlegung erfolgte parallel zum Rathausbau, auf der Fläche entstand der damalige „Stadtpark“, der heutige Rudolph-Wilde-Park. Breite repräsentativ angelegte Treppen führen vom Rathaus hinunter in den Ostteil des Parks zum „Hirschbrunnen“ mit dem Wappentier Schönebergs.
1920 wurde Schöneberg nach Berlin eingemeindet. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der politischen Teilung Berlins war das Rathaus Schöneberg bis zur Wiedervereinigung 1990 der politische Mittelpunkt West-Berlins: Das Parlament (Abgeordnetenhaus) und die Regierung (Senat) von West-Berlin hatten hier ihren Sitz.
Im Rathaus-Turm befindet sich die Freiheitsglocke, die von gesammelten Spenden der US-amerikanischen Zivilbevölkerung für die Berliner gestiftet wurde und jeden Mittag um zwölf Uhr läutet.
Das Rathaus, der umliegende Platz und die darauf zulaufenden Straßen waren der Ort vieler Kundgebungen und des Staatsbesuches des US-Präsidenten John F. Kennedy. Dort hielt er am 26. Juni 1963 seine Rede mit dem berühmten Bekenntnis „Ich bin ein Berliner“. Zu seinen Ehren wurde der Rudolph-Wilde-Platz vor dem Rathaus nach seiner Ermordung in John-F.-Kennedy-Platz umbenannt.
Am 24. September 1991 fand hier die letzte Senatssitzung vor dem Umzug in das Berliner Rathaus statt und am 25. März 1993 tagte hier letztmalig das Berliner Abgeordnetenhaus vor dem Umzug in den Preußischen Landtag.
Literatur
- Wilfried Welz, Cornelius C. Goeters: Rathaus Schöneberg – Stationen einer politischen Karriere. Verlag Arno Spitz, Berlin 1995
Kategorie:Rathaus
Kategorie:Bauwerk in Berlin
Kategorie:Berlin (Politik)
Kategorie:Berliner Geschichte
Berliner Luftbrücke
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Unter der Berliner Luftbrücke versteht man die Versorgung West-Berlins aus der Luft durch die Westalliierten im Zeitraum von 1948–1949 während der Berlin-Blockade durch die sowjetische Besatzung.
Die am 23. Juni 1948 auf die drei Berliner Westsektoren ausgedehnte Währungsreform, die von den Westalliierten im Alleingang durchgeführt wurde, bewegte die sowjetische Besatzung zu einer Reaktion. In den Tagen danach wurde in der Sowjetischen Besatzungszone ebenfalls eine Währungsreform organisiert, um ein Überschwemmen mit Beständen alter Reichsmark aus den Westzonen zu verhindern. Das unabgestimmte Vorgehen der ehemaligen Alliierten in dieser Frage gab nun jedoch den Vorwand, zu erheblich weitergehenden Maßnahmen, die zur Berlin-Blockade führte.
Noch in der Nacht vom 23. auf den 24. Juni 1948 wurde die Versorgung West-Berlins mit Fernstrom durch das Großkraftwerk Golpa-Zschornewitz unterbrochen. Am frühen Morgen des 24. Juni folgte die Unterbrechung des gesamten Straßen- und Schienenverkehrs sowie der Binnenschifffahrt zwischen Berlin und den Westzonen. Da Berlin immer noch ein großes Trümmerfeld war, in dem etwa 2,2 Millionen Menschen lebten, war es vollständig von der Belieferung von außen abhängig.
Die Regierungen der Westmächte hatten zwar mit einer Reaktion auf die Währungsreform gerechnet, aber die Berlin-Blockade der Sowjetunion traf sie weitgehend unvorbereitet. So standen sie vor der Entscheidung, Berlin aufzugeben oder in Berlin zu bleiben. Der Militärgouverneur der amerikanischen Zone, US-General Lucius D. Clay, war einer der entschiedensten Befürworter eines Verbleibs in Berlin. Er schlug vor, mit einem bewaffneten Konvoi die Blockade zu durchbrechen. US-Präsident Harry S. Truman lehnte dies aber aufgrund des Risikos einer Kriegsprovokation ab.
Am 25. Juni befahl General Clay die Errichtung einer Luftbrücke, da, im Gegensatz zu einer Landverbindung, der Luftkorridor vertraglich zugesichert war. Am 26. Juni flog die erste Maschine der US-amerikanischen Luftwaffe zum Flughafen Tempelhof in Berlin und startete damit die Operation Vittles. Die Operation Plain Fare der britischen Luftwaffe folgte zwei Tage später. Die Briten nutzten unter anderem den Flugplatz Gatow und die zugefrorene Havel als Landeplätze. Während der Blockade des freien Teils Berlins wurde dessen Bürgermeister Ernst Reuter (SPD) zum Symbol des Berliner antikommunistischen Durchhaltewillens. Seine Rede vor der Ruine des Reichstagsgebäudes, in welcher er an die Weltgemeinschaft appellierte, West-Berlin nicht fallen zu lassen ("... Ihr Völker der Welt! Schaut auf diese Stadt! ..."), wurde weltweit beachtet.
Am Anfang ging man von 750 Tonnen Fracht pro Tag aus. Dank der Neuorganisation durch General William H. Tunner war man Ende Juli 1948 jedoch schon bei über 2.000 Tonnen pro Tag. Am 16. April 1949 wurde mit 11.740 Tonnen Fracht und 1.398 Flügen an einem einzigen Tag der Rekord aufgestellt. Neben Baustoffen für die Flughäfen wurden hauptsächlich Weizen, Kohle als Brennstoff und zur Stromproduktion, Benzin, aber auch Medikamente eingeflogen.
Möglich waren diese enormen Mengen durch ein ausgeklügeltes System: Die drei Korridore wurden als „Einbahnstraßen“ verwendet, wobei im nördlichen und im südlichen die Hinflüge abliefen und im mittleren Korridor die Rückflüge. In den Korridoren flogen die Flugzeuge in fünf Ebenen. Jeder Pilot hatte nur einen Landeversuch. Wenn dieser misslang, musste er mit der gesamten Ladung wieder zurückfliegen. Mit diesem System war es möglich, dass in Berlin alle drei Minuten ein Flugzeug landete. Der Aufenthalt wurde auf eine halbe Stunde verkürzt.
Neben Briten und US-Amerikanern flogen später auch Piloten aus Australien, Neuseeland, Kanada und Südafrika. Zu dem Namen Rosinenbomber kamen die Luftbrückenflugzeuge wohl auch mit Hilfe von Gail Halvorsen. Dieser fing an, Schokoladentafeln, die er von seinen Verwandten aus Amerika zugeschickt bekam, an Taschentücher zu binden und sie vor der Landung über Berlin abzuwerfen. Als Halversons Vorgesetzter von den heimlichen Abwürfen erfuhr, zog die Aktion bald weite Kreise und es sammelten die gesamten Air-Force-Flieger und ganz Amerika Süßigkeiten und Kaugummis, um damit die Operation Little Vittles (kleiner Proviant) zu unterstützen.
Da die Sowjetunion sah, dass die Luftbrücke die Versorgung West-Berlins garantierte und unbegrenzt weitergeführt werden würde, hob sie am 12. Mai 1949 um 0.01 Uhr alle Sperren wieder auf.
Insgesamt waren 2,11 Millionen Tonnen Fracht, davon 1,44 Millionen Tonnen Kohle, 490.000 Tonnen Nahrungsmittel und 160.000 Tonnen Baustoffe zum Ausbau der Flughäfen, eingeflogen worden. Die eingeflogenen Waren mussten von den Berlinern bei den westlichen Alliierten bezahlt werden, beispielsweise verlangte General Clay 100 Dollar je Tonne Kohle. Bei den 278.228 Flügen gab es mehrere tödliche Unfälle, bei denen 39 Briten, 31 US-Amerikaner und mindestens sechs Deutsche ihr Leben verloren. Zahlreiche Menschen starben während der sowjetischen Blockade der Stadt an Mangelernährung und Krankheit, besonders Tuberkulose.
Heute erinnert das Luftbrückendenkmal, von Eduard Ludwig (1906–1960) geschaffen, am Platz der Luftbrücke, ganz in der Nähe des Berliner Flughafens Tempelhof, im Berliner Volksmund Hungerkralle oder Hungerharke genannt, an die Opfer der Luftbrücke. Die drei „Krallen“ an der Spitze stellen die drei Luftkorridore von und nach Westberlin dar. Identische Gegenstücke stehen beim Militärflughafen Wietzenbruch bei Celle sowie seit 1985 auf der Rhein-Main Air Base beim Frankfurter Flughafen. Die Inschrift an den Säulen lautet: „Sie gaben ihr Leben für die Freiheit Berlins im Dienste der Luftbrücke 1948/1949“. Darunter sind die Dienstgrade und Namen aller bei den Unfällen Verstorbenen verzeichnet. Die Säulen sollen die drei Westalliierten und die Verbindung unter den drei Städten symbolisieren. Neben den Säulen stehen eine DC-3 und seit 1989 eine DC-4 (Liberia World Cargo EL-AJP/N88887).
Weblinks
- [http://www.salvator.net/salmat/pw/luft/blockade.html Die Berliner Blockade]
- [http://www.dhm.de/lemo/html/Nachkriegsjahre/EntstehungZweierDeutscherStaaten/berlinBlockadeUndLuftbrueckeBody.html Berliner Blockade und Luftbrücke bei Lemo]
- [http://www.luftbrueckenmuseum.de/ Luftbrückenmuseum Faßberg]
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Berliner Luftbrücke
Berliner Luftbrücke
Mauerbau
Die Berliner Mauer (in der DDR-Propaganda auch als Teil des „antifaschistischen Schutzwalls“ bezeichnet) war Teil der innerdeutschen Grenze und trennte vom 13. August 1961 bis zum 9. November 1989 West-Berlin vom Ostteil der Stadt und dem sie umgebenden Gebiet der DDR. Sie war das bekannteste Symbol für den Kalten Krieg und die Teilung Deutschlands. Bei Versuchen, die schwer bewachten Grenzanlagen in Richtung West-Berlin zu überwinden, kamen mindestens 86 Menschen durch Gewaltakte seitens der DDR-Grenztruppen zu Tode. Andere Quellen gehen von mindestens 238 Toten aus, wobei Unfälle mitgezählt sind.
Geschichte
Vorgeschichte
Gewalt
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurde Deutschland auf Beschluss der Jaltakonferenz in vier Besatzungszonen aufgeteilt, die von den Alliierten USA, Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich kontrolliert und verwaltet wurden. Analog wurde Berlin als ehemalige Hauptstadt des Deutschen Reiches in vier Sektoren geteilt. Gleichzeitig begann auf verschiedensten Ebenen der Kalte Krieg zwischen West und Ost. Berlin wurde zu einem zentralen Platz im Kampf der Geheimdienste aus Ost und West. 1948 kam es im Kalten Krieg mit der Berlin-Blockade der Sowjetunion zu einer ersten großen Krise.
Als 1949 in den drei Westzonen zuerst die Bundesrepublik Deutschland und in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) kurz darauf die DDR gegründet wurden, begann man auf beiden Seiten die Grenzen intensiver abzusichern und auszubauen. Durch die Gründung zweier Staaten wurde die Teilung politisch untermauert. Zwischen DDR und Bundesrepublik wurden zuerst nur Grenzpolizisten und Grenzsoldaten eingesetzt, später auf DDR-Seite vorwiegend Zäune aufgebaut. Formal hatte Berlin den Status einer bezüglich deutschen Militärs entmilitarisierten Vier-Sektoren-Stadt und war unabhängig von den beiden deutschen Staaten, was jedoch in der Praxis wenig Bedeutung hatte – West-Berlin näherte sich in vielem dem Status eines Bundeslandes an, zum Beispiel mit nicht abstimmungsberechtigten Vertretern im Bundestag. Ost-Berlin wurde vertragswidrig sogar zur Hauptstadt der DDR erklärt.
Mit der Verschärfung des Kalten Krieges, der unter anderem zum Hochtechnologie-Embargo „COCOM“ gegenüber dem Ostblock, einem permanenten diplomatischen Kleinkrieg und militärischen Drohgebärden führte, intensivierte insbesondere die östliche Seite die Sicherung ihrer Grenzen. Die innerdeutsche Grenze war damit nicht mehr nur eine Grenze zwischen den Teilen Deutschlands, sondern Teil der Grenze zwischen dem Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) und der EG, zwischen der NATO und dem Warschauer Vertrag, also zwischen zwei unterschiedlichen politisch-ideologischen, wirtschaftlichen und kulturellen Machtblöcken, die sich im so genannten Kalten Krieg offiziell feindlich gegenüber standen.
Kalten Krieg
Seit der Errichtung der DDR wanderten Bürger in steigenden Zahlen in die Bundesrepublik aus, vor allem über Berlin, wo die Grenze mitten durch die Stadt kaum zu kontrollieren war, im Gegensatz zur damals schon scharf bewachten innerdeutschen Grenze zur Bundesrepublik. Zwischen 1949 und 1961 verließen etwa 2,6 Millionen Menschen die DDR und Ost-Berlin, davon flohen alleine 47.433 noch in den beiden gerüchtreichen Augustwochen 1961. Außerdem war für viele Polen und Tschechen West-Berlin ein Tor in den Westen. Da es sich dabei oft um gut ausgebildete junge Menschen handelte, bedrohte diese Abwanderung die Wirtschaftskraft der DDR und letztlich den Bestand des Staates. Etwa 50.000 Ost-Berliner arbeiteten zudem als so genannte Grenzgänger in West-Berlin, lebten und wohnten aber zu den finanziell günstigen Bedingungen in Ost-Berlin bzw. im Berliner Umland.
Am 4. August 1961 wurden die Grenzgänger per Verordnung durch den Ost-Berliner Magistrat angewiesen, sich registrieren zu lassen und Mieten sowie Mietnebenkosten künftig in DM (West) zu zahlen. Schon vor dem Mauerbau kontrollierte die Volkspolizei im Ostteil Berlins die in den Westteil der Stadt führenden Straßen und Verkehrsmittel intensiv auf so genannte verdächtige „Republikflüchtlinge“ und „Schmuggler“. Außerdem kauften viele West-Berliner und in West-Berlin arbeitende Ost-Berliner mit auf dem Devisenschwarzmarkt günstig getauschter Ost-Mark die vergleichsweise billigen Grundnahrungsmittel und die wenigen hochwertigen Konsumgüter in Ost-Berlin. Das planwirtschaftliche Wirtschaftssystem auf östlicher Seite wurde dadurch zusätzlich geschwächt. Die Mauer sollte den Machthabern des „Ostblocks“ dazu dienen, die umgangssprachlich so bezeichnete „Abstimmung mit den Füßen“, weg aus dem „Sozialistischen Arbeiter- und Bauernstaat“, endgültig durch Abriegelung der Grenzen zu stoppen.
Mauerbau
planwirtschaftliche
planwirtschaftliche
Der Plan zum Bau der Mauer in Berlin war ein Staatsgeheimnis der DDR-Regierung. Die Mauer wurde auf Geheiß der SED-Führung unter Schutz und Überwachung durch Volkspolizisten und Soldaten der Nationalen Volksarmee von Bauarbeitern errichtet – entgegen den Beteuerungen des Staatsratsvorsitzenden der DDR, Walter Ulbricht, der auf einer internationalen Pressekonferenz in Ost-Berlin am 15. Juni 1961 auf die Frage einer westdeutschen Journalistin geantwortet hatte:
:Ich verstehe Ihre Frage so, dass es Menschen in Westdeutschland gibt, die wünschen, dass wir die Bauarbeiter der Hauptstadt der DDR mobilisieren, um eine Mauer aufzurichten, ja? Mir ist nicht bekannt, dass eine solche Absicht besteht, da sich die Bauarbeiter in der Hauptstadt hauptsächlich mit Wohnungsbau beschäftigen und ihre Arbeitskraft voll eingesetzt wird. Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!
Ulbricht war damit der erste, der den Begriff Mauer in diesem Bezug verwendete – zwei Monate, bevor sie überhaupt stand.
Zwar wurden die Westalliierten durch Gewährsleute über die Planung „drastischer Maßnahmen“ zur Abriegelung von West-Berlin informiert, vom konkreten Zeitpunkt und Ausmaß der Absperrung gaben sie sich öffentlich überrascht. Da ihre Zugangsrechte nach West-Berlin nicht beschnitten wurden, griffen sie nicht militärisch ein. Auch der Bundesnachrichtendienst (BND) hatte ähnliche Informationen bereits Mitte Juli erhalten. Nach Ulbrichts Besuch bei Chruschtschow während des hochrangigen Treffens der Warschauer Vertragsstaaten in Moskau vom 3. bis 5. August stand im BND-Wochenbericht vom 9. August:
:Vorliegende Meldungen zeigen, daß das Pankower Regime sich darum bemüht, die Einwilligung Moskaus für die Inkraftsetzung durchgreifend wirksamer Sperrmaßnahmen – wozu insbesondere eine Abriegelung der Berliner Sektorengrenze und die Unterbrechung des S- und U-Bahn-Verkehrs in Berlin gehören würde – zu erhalten ... Es bleibt abzuwarten, ob und wie weit Ulbricht ... in Moskau ... mit entsprechenden Forderungen durchzudringen vermochte.
U-Bahn
In der veröffentlichten Erklärung der Teilnehmerstaaten des Treffens des Warschauer Vertrags wurde vorgeschlagen, „an der Westberliner Grenze der Wühltätigkeit gegen die Länder des sozialistischen Lagers den Weg zu verlegen und um das Gebiet Westberlins eine verlässliche Bewachung und wirksame Kontrolle zu gewährleisten.“ Am 11. August billigte die Volkskammer der DDR die Ergebnisse der Moskauer Beratung und bevollmächtigte den Ministerrat zu allen entsprechenden Maßnahmen. Der Ministerrat der DDR beschloss am 12. August den Einsatz der „bewaffneten Organe“ zur Besetzung der Grenze zu West-Berlin und zur Errichtung von Grenzsperren.
Am Samstag, dem 12. August, ging beim BND aus Ost-Berlin folgende Information ein: „Am 11. August 1961 hat eine Konferenz der Parteisekretäre der parteigebundenen Verlage und anderer Parteifunktionäre beim ZK der SED stattgefunden. Hier wurde u. a. erklärt: ... Die Lage des ständig steigenden Flüchtlingsstroms mache es erforderlich, die Abriegelung des Ostsektors von Berlin und der SBZ in den nächsten Tagen – ein genauer Tag wurde nicht angegeben – durchzuführen und nicht, wie eigentlich geplant, erst in 14 Tagen.“
12. August
In der Nacht vom 12. auf den 13. August 1961 begannen die NVA, 5.000 Angehörige der Deutschen Grenzpolizei (Vorläufer der Grenztruppen), 5.000 Angehörige der Schutz- und Kasernierten Volkspolizei und 4.500 Angehörige der Betriebskampfgruppen die Straßen und Gleiswege nach West-Berlin abzuriegeln. Sowjetische Truppen hielten sich in Gefechtsbereitschaft und waren an den alliierten Grenzübergängen präsent. Alle Verkehrsverbindungen zwischen den beiden Teilen Berlins wurden unterbrochen. Im September 1961 fuhren jedoch bereits wieder einige West-Berliner S- und U-Bahn-Linien auf Tunnelstrecken unter Ost-Berliner Gebiet – ohne reguläre Stopps auf den nun so genannten Geisterbahnhöfen. Erich Honecker war als damaliger ZK-Sekretär für Sicherheitsfragen für die gesamte Planung und Umsetzung des Mauerbaus politisch im Namen der SED-Führung verantwortlich. Bis zum September 1961 desertierten allein von den eingesetzten Sicherungskräften 85 Mann nach West-Berlin, außerdem gab es 216 gelungene Fluchtversuche von 400 Menschen. Unvergessen sind bekannt gewordene Bilder von an Bettlaken aus den angrenzenden Häusern herabgelassenen Flüchtlingen und dem den Stacheldraht überspringenden jungen Grenzpolizisten Conrad Schumann in der Bernauer Straße.
Westdeutsche Reaktionen
Conrad Schumann
Bundeskanzler Konrad Adenauer rief noch am gleichen Tag über Radio die Bevölkerung zur Ruhe und Besonnenheit auf und verwies auf nicht näher benannte Reaktionen, die gemeinsam mit den Alliierten folgen würden. Erst zwei Wochen nach dem Mauerbau besuchte er West-Berlin. Allein der regierende Bürgermeister Willy Brandt protestierte energisch, aber letztlich machtlos, gegen die Einmauerung West-Berlins und die endgültige Teilung der Stadt. Die westdeutschen Bundesländer gründeten noch im gleichen Jahr die Zentrale Erfassungsstelle der Landesjustizverwaltungen in Salzgitter, um Menschenrechtsverletzungen auf dem Gebiet der DDR zu dokumentieren und so zumindest symbolisch dem Regime Einhalt zu gebieten. Am 16. August 1961 kam es zu einer Protestdemonstration von Willy Brandt und 300.000 West-Berlinern vor dem Rathaus Schöneberg.
Alliierte Reaktionen
Die Reaktionen der westlichen Alliierten nach dem Mauerbau waren recht schleppend: 20 Stunden dauerte es, bis Militärstreifen an der Grenze erschienen. 40 Stunden dauerte es, bis eine Rechtsverwahrung an den sowjetischen Kommandanten Berlins geschickt wurde. Gar 72 Stunden dauerte es, bis diplomatische Proteste der Alliierten – um der Form genüge zu tun – in Moskau eingingen. Es gab immer wieder Gerüchte, dass die Sowjets den westlichen Alliierten vorher versichert hätten, deren Rechte an West-Berlin nicht anzutasten. Tatsächlich war angesichts der Erfahrung der Berlin-Blockade der Status von West-Berlin in den Augen der Westalliierten stets gefährdet – der Mauerbau war nun eine gegenständliche Manifestierung des Status Quo, der im wahrsten Sinne des Wortes zementiert wurde. Die Sowjetunion gab offensichtlich ihre noch 1958 im Chruschtschow-Ultimatum formulierte Forderung nach einer entmilitarisierten, "freien" Stadt West-Berlin auf.
Internationale Reaktionen 1961:
- Keine sehr schöne Lösung, aber tausendmal besser als Krieg. John F. Kennedy, US-Präsident
- Die Ostdeutschen halten den Flüchtlingsstrom auf und verschanzen sich hinter einem noch dichteren Eisernen Vorhang. Daran ist an sich nichts Gesetzwidriges. Harold Macmillan, britischer Premierminister
Immerhin stand US-Präsident John F. Kennedy fest zur „freien Stadt“ Berlin. Er sandte eine zusätzliche Kampfgruppe mit 1.500 Mann über die Transitstrecke nach West-Berlin und reaktivierte General Lucius D. Clay. Am 19. August 1961 trafen Clay und US-Vizepräsident Lyndon B. Johnson in West-Berlin ein. Insbesondere der DDR-Staatschef Walter Ulbricht maßte sich sogar Kontrollbefugnisse der Volks- und Grenzpolizei über alliierte Offiziere und Angestellte an, die auf schärfste Zurückweisung insbesondere durch die Amerikaner stießen. Schließlich musste sogar der Kommandierende Befehlshaber der Gruppe der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GSSD) energisch auf die DDR-Funktionäre mäßigend einwirken.
Zu einer gefährlich aussehenden direkten Konfrontation zwischen amerikanischen und sowjetischen Truppen kam es am 27. Oktober 1961 am Checkpoint Charlie auf der Friedrichstraße, als sich jeweils zehn Kampfpanzer unmittelbar am Grenzstrich gegenüber aufbauten. Am nächsten Tag wurden jedoch beide Panzergruppen wieder zurückgezogen. Beide Seiten wollten den Kalten Krieg wegen Berlin nicht zum Eskalieren bringen oder am Ende gar einen Atomkrieg riskieren.
Geteiltes Land
Atomkrieg
West-Berliner durften bereits seit dem 1. Juni 1952 nicht mehr frei in die DDR einreisen. Nach langen Verhandlungen wurde 1963 das Passierscheinabkommen getroffen, das mehreren hunderttausend West-Berlinern zum Jahresende den Besuch ihrer Verwandtschaft im Ostteil der Stadt ermöglichte.
Ab Anfang der 1970er Jahre wurde mit der durch Willy Brandt und Erich Honecker eingeleiteten Politik der Annäherung zwischen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland die Grenze zwischen den beiden Staaten etwas durchlässiger. Die DDR gewährte nun Reiseerleichterungen, insbesondere für „unproduktive“ Bevölkerungsgruppen wie Rentner, und erlaubte Bundesbürgern einfachere Besuche aus grenznahen Regionen. Eine umfassendere Reisefreiheit machte die DDR von der Anerkennung ihres Status als souveräner Staat abhängig und verlangte die Auslieferung von nicht rückkehrwilligen DDR-Reisenden. Diese Forderungen wollte man in der Bundesrepublik Deutschland aufgrund des Grundgesetzes nicht erfüllen.
Die DDR-Propaganda bezeichnete die Mauer wie auch die gesamte Grenzsicherung zur Bundesrepublik als antifaschistischen Schutzwall, der die DDR vor „Abwanderung, Unterwanderung, Spionage, Sabotage, Schmuggel, Ausverkauf und Aggression aus dem Westen“ schützen sollte. In Wirklichkeit richteten sich die Abwehranlagen vorwiegend gegen die eigenen Bürger.
Mauerfall
antifaschistischen
antifaschistischen
Die Berliner Mauer fiel in der Nacht vom Donnerstag, dem 9. November, zum 10. November 1989 nach mehr als 28 Jahren. Zur Öffnung der Mauer führten zum einen Massenkundgebungen in der Wendezeit und die Forderung nach Reisefreiheit in der damaligen DDR sowie die anhaltende Republikflucht großer Bevölkerungsteile der DDR in die Bundesrepublik Deutschland über das Ausland, teils über Botschaften in verschiedenen osteuropäischen Hauptstädten (unter anderem Prag und Warschau), teils über die in Ungarn am Neusiedler See bei Sopron mittlerweile offene Grenze zu Österreich.
Auslöser war eine Pressekonferenz mit SED-Politbüro-Mitglied Günter Schabowski im Presseamt/ Internationalen Pressezentrum in Ost-Berlin Mohrenstrasse 38 (jetzt Teil des Bundesjustizministeriums), die über das Fernsehen live übertragen und so von vielen gesehen wurde. Schabowski las gegen Ende der Pressekonferenz um 18:57 Uhr eher beiläufig von einem Zettel einen Ministerratsbeschluss über eine neue Reiseregelung ab, die, wie sich später herausstellte, noch gar nicht verabschiedet worden war. Nach anderer Ansicht war der Entwurf vom Ministerrat im Umlaufverfahren beschlossen, sollte aber erst am 10. November ab 4:00 Uhr an die Presse freigegeben werden, damit alle zuständigen Organe entsprechend informiert werden konnten:
:Mit anwesend auf dem Podium neben Schabowski die Mitglieder des ZK der SED: Helga Labs, Gerhard Beil, Manfred Banaschak. Schabowski liest von einem ihm zugesteckten Beschlussentwurf für den Ministerrat ab: „Privatreisen nach dem Ausland können ohne Vorliegen von Voraussetzungen – Reiseanlässe und Verwandtschaftsverhältnisse – beantragt werden. Die Genehmigungen werden kurzfristig erteilt. Die zuständigen Abteilungen Pass- und Meldewesen der VP – der Volkspolizeikreisämter – in der DDR sind angewiesen, Visa zur ständigen Ausreise unverzüglich zu erteilen, ohne dass dafür noch geltende Voraussetzungen für eine ständige Ausreise vorliegen müssen. Ständige Ausreisen können über alle Grenzübergangsstellen der DDR zur BRD erfolgen ...“
:Frage eines Journalisten (wohl Riccardo Ehrmann von der italienischen Agentur ANSA): „Wann trifft das in Kraft?“
:Schabowski (blättert in seinen Papierstapeln): „Das tritt nach meiner Kenntnis – ist das sofort, unverzüglich.“
:(zitiertes Transkript nach: Hans-Hermann Hertle, Katrin Elsner: Mein 9. November. Verlag Nicolai Berlin 1999)
Aufgrund der Meldungen von Rundfunk- und Fernsehsendern aus der Bundesrepublik und West-Berlin unter dem Titel „Die Mauer ist offen!“ zogen mehrere Tausend Ost-Berliner zu den Grenzübergängen und verlangten die Öffnung. Zu diesem Zeitpunkt waren weder die Grenztruppen noch die für die eigentliche Abfertigung zuständigen Passkontrolleinheiten (PKE) des Ministeriums für Staatssicherheit darüber informiert. Ohne konkrete Befehle oder Anweisungen und unter dem Druck der Massen wurden kurz nach 23:00 Uhr zunächst der Grenzübergang Bornholmer Straße in Berlin, später weitere im Berliner Stadtgebiet sowie an der innerdeutschen Grenze geöffnet. Bereits am späten Abend verfolgten viele die Öffnung der Grenzübergänge im Fernsehen und machten sich teilweise dann noch auf den Weg. Der große Ansturm setzte am Vormittag des 10. November 1989 ein, da die Grenzöffnung um Mitternacht vielfach „verschlafen“ wurde.
Die DDR-Bürger wurden von der Bevölkerung West-Berlins begeistert empfangen. Die meisten Kneipen in der Nähe der Mauer gaben spontan Freibier aus und auf dem Kurfürstendamm gab es einen großen Volksauflauf mit hupendem Autokorso und wildfremden Menschen, die sich in den Armen lagen. In der Euphorie dieser Nacht wurde die Mauer auch von vielen West-Berlinern erklommen, und das bis dahin unerreichbare Brandenburger Tor war daraufhin faktisch für jedermann zugänglich. Als die Nachricht von der Öffnung der Berliner Mauer bekannt wurde, unterbrach der Bundestag in Bonn am Abend seine laufende Haushaltssitzung. Abgeordnete sangen spontan die Nationalhymne.
Der Fall der Mauer war ein herausragendes Ereignis der Weltgeschichte und wurde unter anderem Weihnachten 1989 mit einem Konzert Leonard Bernsteins gefeiert.
Aufbau der Berliner Grenzanlagen
Die 156,4 km (nach anderen Angaben 167 km) lange Berliner Mauer wurde ergänzt durch ausgedehnte Befestigungen der Grenze zur Bundesrepublik und – in geringerem Umfang – anderer Westgrenzen der Staaten des Warschauer Paktes, wodurch der so genannte Eiserne Vorhang materielle Gestalt annahm. Wie die restliche innerdeutsche Grenze wurde auch die Berliner Mauer über weite Strecken mit umfangreichen Systemen von Stacheldrahthindernissen, Gräben, Panzerhindernissen, Kontrollwegen und Postentürmen versehen. Allein etwa 1.000 Diensthunde waren in Hundelaufanlagen bis Anfang der 1980er Jahre eingesetzt. Dieses System wurde über Jahrzehnte ständig ausgebaut. Dazu gehörte, dass nahe an der Mauer stehende Häuser, deren Bewohner zwangsweise umgesiedelt wurden, gesprengt wurden. Noch am 28. Januar 1985 wurde an der Bernauer Straße sogar die Versöhnungskirche gesprengt. Das führte dazu, dass sich letztlich eine breite, nachts taghell beleuchtete Schneise durch die einst dicht bebaute Stadt zog.
Versöhnungskirche]]
Für die ostdeutschen Grenzsoldaten galt der Schießbefehl, der von ihnen verlangte, einen Fluchtversuch mit allen Mitteln, auch auf Kosten des Lebens des Flüchtlings, zu verhindern. Auch an der Berliner Mauer wurde dieser Schießbefehl häufig ausgeführt. Gemessen an der Grenzlänge zur Bundesrepublik starben in Berlin überdurchschnittlich viele Flüchtlinge. Vor hohen Feiertagen oder Staatsbesuchen wurde dieser Schießbefehl auch zeitweilig ausgesetzt, um eine negative Westpresse zu vermeiden. Von West-Berlin wurde die Grenze von der West-Berliner Polizei und Alliierten Militärstreifen beobachtet und auffällige Aktivitäten wurden dokumentiert, auch um Schleusungen von Ost-Spionen über die Grenze möglichst zu verhindern. Wie sich jedoch später herausstellte, gab es dennoch versteckte Mauerdurchgänge, die auch genutzt wurden.
In ihrem Endausbaustadium, an manchen Stellen erst in den späten 1980er Jahren, bestanden die Grenzanlagen beginnend aus Richtung DDR aus:
- Hinterlandbetonmauer oder Streckmetallzaun etwa 2 bis 3 m hoch
- am Boden Signalanlagen, die bei Berührung Alarm auslösten
- Kontaktzaun aus Streckmetall übermannshoch, mit Stachel- und Signaldraht bespannt
- Bis zur Grenzöffnung im Jahre 1989 gab es außerdem streckenweise Hundelaufanlagen (scharfe Schäferhunde u.ä., an Führungsdraht eingehängt, frei laufend), Kraftfahrzeugsperrgräben und Panzersperren (Spanische Reiter aus kreuzweise verschweißten Eisenbahnschienen), die dann als Gegengeschäft für bundesdeutsche Milliardenkredite abgebaut wurden
- Postenstraße/Kolonnenweg (nachts beleuchtet), zur Grenzpostenablösung und um Verstärkung heranholen zu können
- Postentürme (1989 insgesamt 302 Stück) mit Suchscheinwerfern, Sichtkontakt der Posten tagsüber, nachts zogen zusätzliche Grenzsoldaten auf
- Kontrollstreifen (KS) Todesstreifen, immer frisch geeggt, zur Spurenfeststellung, der auch von den Grenzsoldaten nicht grundlos betreten werden durfte
- (teilweise extra) übermannshoher Streckmetallzaun, nur schräg durchsehbar
- eigentliche Grenze Betonfertigteilmauer bzw. -wand nach West-Berlin, 3,60 m hoch, (teilweise mit Betonrolle, die beim Überklettern keinen Halt bieten sollte)
- davor noch einige Meter Hoheitsgebiet der DDR
Die Gesamtbreite dieser Grenzanlagen war abhängig von der Häuserbebauung im Grenzgebiet und betrug von etwa 30 Meter bis etwa 500 Meter (am Potsdamer Platz). Minenfelder und Selbstschussanlagen wurden an der Berliner Mauer nicht aufgebaut (dies war aber in der DDR nicht allgemein bekannt!), jedoch an der innerdeutschen Grenze zur Bundesrepublik.
Der Aufbau der grenztruppen-intern als Handlungsstreifen bezeichneten Grenze war natürlich den Bürgern in der DDR nicht genau bekannt, da es sich um ein Militärgeheimnis handelte. Die Grenzsoldaten waren zum Stillschweigen verpflichtet, und da man nie genau wissen konnte, wer als Stasi-Spitzel nach einer unbedachten Plauderei einen Bericht schrieb, hielt man sich tunlichst daran. Jeder, der sich irgendwie auffällig für die Grenzanlagen interessierte, lief mindestens Gefahr, vorläufig festgenommen und zum nächsten Polizeirevier oder Grenzkommando zur Identitätsfeststellung gebracht zu werden. Eine Verurteilung zu einer Haftstrafe wegen Planung eines Fluchtversuchs konnte folgen. Im Übrigen war auch in Berlin der nähere Bereich an der Grenze Sperrgebiet, das nur mit Genehmigung betreten werden konnte. Alle Einblicksmöglichkeiten für Unbefugte wurden mit Sichtblenden verbaut.
Gewässergrenzen
Die äußere Stadtgrenze West-Berlins verlief an mehreren Stellen durch schiffbare
Gewässer. Der Grenzverlauf war dort durch eine vom West-Berliner Senat errichtete Kette aus runden weißen Bojen mit der (an der Stadtgrenze nicht ganz zutreffenden) Aufschrift „Sektorengrenze“ gekennzeichnet. West-Berliner Fahrgastschiffe und Sportboote mussten darauf achten, sich auf der West-Berliner Seite der Bojenkette zu halten. Auf der DDR-Seite der Grenze wurden diese Gewässer gelegentlich von Booten der Grenztruppen der DDR patrouilliert.
Die Grenzbefestigungen der DDR befanden sich jeweils auf dem DDR-seitigen Ufer, was teilweise große Umwege erzwang und die Ufer mehrerer Havelseen „vermauerte“. Der größte Umweg befand sich am Jungfernsee, wo die Mauer bis zu 2 km vom eigentlichen Grenzverlauf entfernt stand. An mehreren Stellen verlief der Grenzstreifen durch
ehemalige Wassergrundstücke und machte sie so für die Bewohner unbrauchbar, so am Westufer des Groß-Glienicker Sees und am Südufer des Griebnitzsees.
Bei den Gewässern an der innerstädtischen Grenze verlief diese überall direkt am westlichen oder östlichen Ufer, so dass dort keine Markierung des Grenzverlaufs im Wasser existierte. Allerdings wurde es schwierig bei Nebenkanälen und -flüssen. Teilweise gerieten Schwimmer und Boote aus West-Berlin versehentlich oder aus Leichtsinn auf DDR-Gebiet und wurden beschossen. Dabei gab es mehrere Tote.
Die eigentliche Mauer stand bei Gewässern jeweils am Ufer des DDR-Gebietes. Dennoch wurden die Gewässer selbst ebenfalls überwacht, sofern sie zur DDR gehörten. An einigen Stellen in der Spree gab es zusätzlich Unterwassersperren gegen Schwimmer. Aus dem Osten flüchtend, war es nicht klar zu erkennen, wann man West-Berlin erreicht hatte, und man lief Gefahr, noch erschossen zu werden, während man im Wasser schwamm, die eigentliche Mauer aber schon längst überwunden hatte.
Grenzübergänge
Hauptartikel: Berliner Grenzübergänge
Die Grenzübergangsstellen (GÜSt) zwischen West-Berlin, Ost-Berlin und dem Gebiet der DDR waren auf DDR-Seite sehr stark ausgebaut. Es wurde mitunter sehr scharf bei der Ein- und Ausreise von den DDR-Grenzorganen und dem DDR-Zoll kontrolliert. Dennoch war die Abfertigung betont korrekt.
Auf West-Berliner Seite hatten die Polizei und der Zoll Posten. Dort gab es in der Regel keine Kontrollen im Personenverkehr. Nur an den Transitübergängen wurden die Reisenden statistisch erfasst (Befragung nach dem Ziel), gelegentlich bei entsprechendem Anlass zur Strafverfolgung auch kontrolliert (Ringfahndung). Der Güterverkehr unterlag im Auslandsverkehr der Zollabfertigung. Im Verkehr mit der Bundesrepublik wurden nur statistische Erhebungen gemacht.
Am Checkpoint Bravo (Dreilinden) und Checkpoint Charlie (Friedrichstraße) hatten die Alliierten Besatzungsmächte Kontrollpunkte eingerichtet, die jedoch für den normalen Reise- und Besuchsverkehr ohne Bedeutung waren.
Mit der Währungsunion am 1. Juli 1990 wurden alle Grenzübergänge aufgegeben. Einige Reste der Anlagen blieben als Mahnmal erhalten.
Maueropfer und -schützen
Maueropfer
In den 28 Jahren ihres Bestehens starben an der Berliner Mauer mindestens 86 Flüchtende. Jedoch gibt es über die genaue Zahl der Mauertoten stark widersprüchliche und auch deutlich höhere Angaben, sie ist heute schwierig zu beziffern, weil die Todesfälle an der Grenze von der DDR systematisch verschleiert wurden (siehe auch Innerdeutsche Grenze). Die ersten tödlichen Schüsse fielen am 24. August 1961 auf den 24-jährigen Günter Litfin, der in der Nähe des Bahnhofs Friedrichstraße von Transportpolizisten bei einem Fluchtversuch erschossen wurde, elf Tage nach der Schließung der Grenze. Peter Fechter verblutete am 17. August 1962 im Todesstreifen. Im Jahre 1966 wurden zwei Kinder im Alter von 10 und 13 Jahren im Grenzstreifen durch insgesamt 40 Schüsse getötet. Der letzte tödliche Zwischenfall an der Grenze ereignete sich am 6. Februar 1989, dabei verblutete Chris Gueffroy.
Nach Schätzungen mussten sich rund 75.000 Menschen wegen so genannter Republikflucht vor DDR-Gerichten verantworten. Republikflucht wurde nach § 213 Strafgesetzbuch der DDR mit Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren geahndet. Wer bewaffnet war, Grenzanlagen beschädigte oder als Armeeangehöriger oder Geheimnisträger bei einem Fluchtversuch gefasst wurde, kam selten mit weniger als fünf Jahren Gefängnis davon.
Einige Grenzsoldaten starben ebenfalls bei gewalttätigen Vorfällen an der Mauer. Der bekannteste Fall ist die Ermordung des Soldaten Reinhold Huhn, der von einem Fluchthelfer erschossen wurde. Diese Vorfälle wurden von der DDR propagandistisch genutzt und als nachträgliche Begründung für den Mauerbau herangezogen.
Mauerschützen-Prozesse
Die juristische Aufarbeitung des Schießbefehls in so genannten Mauerschützenprozessen dauerte bis zum Herbst 2004. Zu den angeklagten Verantwortlichen gehörten unter anderem der Staatsratsvorsitzende Erich Honecker, sein Nachfolger Egon Krenz, die Mitglieder des Nationalen Verteidigungsrates Erich Mielke, Willi Stoph, Heinz Keßler, Fritz Streletz und Hans Albrecht, der SED-Bezirkschef von Suhl, sowie einige Generäle, wie der Chef der Grenztruppen (1979–1990), Generaloberst Klaus-Dieter Baumgarten.
Die angeklagten ausführenden Mauerschützen rekrutierten sich zum Großteil aus Mannschaftsdienstgraden der NVA oder der DDR-Grenztruppen. Insgesamt wurden 35 Angeklagte freigesprochen, 44 Angeklagte wurden zu Bewährungsstrafen und 11 Angeklagte zu Haftstrafen verurteilt, unter anderem Albrecht, Streletz und Keßler sowie Baumgarten zu viereinhalb bis siebeneinhalb Jahren. Im August 2004 wurden Hans-Joachim Böhme und Werner Lorenz als ehemalige Politbüro-Mitglieder zu Bewährungsstrafen vom Landgericht Berlin verurteilt. Der letzte Prozess gegen DDR-Grenzsoldaten ging am 9. November 2004, genau 15 Jahre nach der Maueröffnung, mit einem Schuldspruch zu Ende.
Gedenken
Zum Gedenken an die Opfer der Berliner Mauer wurden sehr unterschiedliche Mahnmale errichtet. Neben kleineren Kreuzen oder anderen Zeichen des Gedenkens vor allem an erschossene Flüchtlinge, die häufig auf Privatinitiative zurückgehen und sich an verschiedenen Stellen des ehemaligen Grenzverlaufs befinden, gibt es eine Reihe größerer öffentlichkeitswirksamer Gedenkstätten.
Über die Art und Weise des Gedenkens gab es immer wieder öffentliche Auseinandersetzungen wie beispielsweise Ende der 1990er Jahre über die Gedenkstätte in der Bernauer Straße. Einen vorläufigen Höhepunkt erreichte die öffentliche Debatte beim Streit um das in der Nähe des Checkpoint Charlie errichteten und später geräumten so genannten Freiheitsmahnmals. Dem Vorwurf an den Berliner Senat, kein Gedenkkonzept zu besitzen, begegnete dieser mit der Einberufung einer Kommission, die im Frühjahr 2005 ein solches Konzept vorstellte.
Mauermuseum im Haus am Checkpoint Charlie
Das Mauermuseum am Checkpoint Charlie wurde 1963 direkt vor der Grenze vom Historiker Rainer Hildebrandt eröffnet und wird von der Arbeitsgemeinschaft 13. August betrieben. Es gehört zu den meistbesuchten Berliner Museen. Das Mauermuseum veranschaulicht das Grenzsicherungssystem an der Berliner Mauer und dokumentiert geglückte Fluchtversuche und ihre Fluchtmittel wie Heißluftballons, Fluchtautos, Sessellifte und ein Mini-U-Boot. Heutige Leiterin des Museums ist die Witwe des Gründers Alexandra Hildebrandt.
Gedenkstättenensemble Berliner Mauer in der Bernauer Straße
Seit Ende der 1990er Jahre besteht an der Bernauer Straße zwischen den ehemaligen Bezirken Wedding und Mitte ein Gedenkensemble zur Berliner Mauer. Es umfasst die Gedenkstätte Berliner Mauer, das Dokumentationszentrum Berliner Mauer sowie die Kapelle der Versöhnung.
Die Gedenkstätte ist aus einem vom Bund ausgelobten Wettbewerb hervorgegangen und wurde nach langen und heftigen Diskussionen am 13. August 1998 eingeweiht. Sie stellt einen durch künstlerisch-gestalterische Mittel ergänzten neu aufgebauten Mauerabschnitt am Originalort dar. Das Dokumentationszentrum, das von einem Verein getragen wird, wurde am 9. November 1999 eröffnet. 2003 wurde es durch einen Aussichtsturm ergänzt, von dem die Maueranlagen der Gedenkstätte gut einsehbar sind. Neben einer aktuellen Ausstellung (seit 2001 unter dem Titel Berlin, 13. August 1961) gibt es unterschiedliche Informationsmöglichkeiten zur Geschichte der Mauer. Außerdem werden Seminare und andere Veranstaltungen angeboten. Die Kapelle der Versöhnung der Evangelischen Versöhnungsgemeinde wurde am 9. November 2000 eingeweiht. Sie ist ein ovaler Stampflehmbau und wurde über den Restmauern des Chores der 1985 gesprengten Versöhnungskirche gebaut.
Sonstiges
Die Geschichtsmeile Berliner Mauer ist eine viersprachige Dauerausstellung, die aus 21 Informationstafeln besteht. Diese stehen über den innerstädtischen Grenzverlauf verteilt und enthalten Fotografien und Texte zu Ereignissen, die sich am Standort der Tafeln zugetragen haben, beispielsweise wird auf geglückte oder missglückte Fluchten hingewiesen.
Abbau und Reste der Mauer
Nach dem Mauerfall wurden durch Souvenirjäger immer wieder Mauerstücke aus der Mauer herausgebrochen. Dies entwickelte sich schnell zu einem Markt, die Mauerstücke wurden verkauft. Diese Souvenirjäger erhielten im Volksmund schnell die Bezeichnung Mauerspechte. Aber auch die DDR war bestrebt, die Mauer möglichst schnell und umfassend abzureißen. Am 13. Juni 1990 begann in der Bernauer Straße der offizielle Abriss. Daran beteiligt waren insgesamt 300 DDR-Grenzsoldaten sowie 600 Pioniere der Bundeswehr. Diese waren mit 175 Lastwagen, 65 Kränen, 55 Baggern und 13 Bulldozern ausgerüstet. Der Abriss der innerstädtischen Mauer dauerte bis November 1990. Übrig blieben sechs Abschnitte, die als Mahnmal erhalten wurden. Der Rest der Mauer verschwand bis November 1991.
Der einstige Grenzstreifen ist noch heute an vielen Stellen gut erkennbar, teilweise durch große Brachflächen wie an Teilen der Bernauer Straße und entlang der Alten Jakobstraße. Die breite Trasse zwischen den beiden früheren Mauerlinien wird im heutigen Sprachgebrauch Mauerstreifen genannt. In der ansonsten dicht bebauten Berliner Innenstadt wurde der Streifen meist schnell einer Nachnutzung für städtische Zwecke zugeführt.
Heute gibt es nur noch wenige Reste der einstigen Maueranlagen.
Der bekannteste Rest der Mauer steht an der Spree zwischen dem Ostbahnhof und der Oberbaumbrücke. Er war nicht Teil der äußeren Mauer, sondern der so genannten Hinterland-Mauer, die das Grenzgebiet nach Ost-Berlin hin abschloss.
Sie wurde 1990 von internationalen Künstlern zur East Side Gallery gestaltet und unter Denkmalschutz gestellt. Eine äußere Mauer gab es an dieser Stelle nicht; die Grenze verlief hier auf der gegenüberliegenden Seite der Spree.
Denkmalschutz
Ein weiteres Reststück der (wirklichen) Mauer steht an der Niederkirchnerstraße im Berliner Bezirk Mitte in der Nähe des Berliner Abgeordnetenhauses. Es wurde ebenfalls 1990 unter Denkmalschutz gestellt. Hingegen sind die Grenzanlagen der Mauergedenkstätte in der Bernauer Straße nicht original, sondern wurden zu Anschauungszwecken wieder neu aufgebaut.
Der US-Geheimdienst CIA sicherte sich für seinen Neubau in Langley, Virginia, weitere künstlerisch verzierte Mauersegmente im Freigelände.
Von den ehemals 302 Grenzwachtürmen stehen heute noch fünf:
- am Schlesischen Busch in Treptow in der Nähe der Puschkinallee. Er steht in einem zu einem Park umgewandelten Stück des Mauerstreifens und wird als Museum der verbotenen Kunst genutzt.
- in der Kieler Straße in Mitte. Der Turm ist denkmalgeschützt und ist inzwischen an drei Seiten von Neubauten umgeben.
- der einzige der deutlich schlankeren Beobachtungstürme in der Stresemannstraße in der Nähe des Potsdamer Platzes ebenfalls in Mitte. Er wurde allerdings wegen Bauarbeiten um einige Meter versetzt und steht nicht mehr am originalen Standort.
- etwas südlich von Nieder-Neuendorf, einem Ortsteil von Hennigsdorf. Hier befindet sich heute eine Ständige Ausstellung zur Geschichte der Grenzanlagen zwischen den beiden deutschen Staaten.
- bei Hohen Neuendorf. Der Turm befindet sich in einem bereits wieder aufgeforsteten Gebiet des Grenzstreifens. Er wird samt dem umliegenden Gelände von der Deutschen Waldjugend genutzt.
In den 1990er Jahren gab es in der Berliner Politik eine Diskussion über verschiedene Ideen zur Sichtbarmachung und Markierung des einstigen Mauerverlaufs. Vorgeschlagen wurden zum Beispiel eine Doppelreihe in den Straßenbelag eingelassener quadratischer Pflastersteine, ein in den Bodenbelag eingelassenes Bronzeband und eine Markierung beider Mauern (der eigentlichen und der Hinterland-Mauer) durch verschiedenfarbige Streifen.
Alle drei Varianten wurden am Abgeordnetenhaus zu Anschauungszwecken jeweils auf einem kurzen Stück ausgeführt. Im Ergebnis dieser Diskussion wurden danach vor allem im Innenstadtbereich an mehreren Stellen ungefähr 8 km des Mauerverlaufs durch eine Doppelreihe von Pflastersteinen markiert.
Neben dem Verkauf und der Bebauung des Mauerstreifens um Berlin-Mitte gibt es eine vielfältige Nachnutzung. Im Ortsteil Prenzlauer Berg wurde ein Teil des Verlaufs der ehemaligen Mauer zu einem Grünstreifen, dem Mauerpark, der nun als Parkanlage genutzt wird. Auf großen Teilen dieses Mauerstreifens führt heute ein Radweg entlang, insbesondere auf den Teilen des heutigen Stadtrandes. Das innerstädtische Stück am östlichen Teltowkanal wurde mit der Trasse der Bundesautobahn 113 vom Berliner Stadtring nach Schönefeld überbaut.
Bild:Mauerreste_ am_Abgeordnetenhaus.jpg|erhaltenes Teilstück der Berliner Mauer am Abgeordnetenhaus von Berlin
Bild:di05.jpg|Reste der Berliner Mauer nahe des Potsdamer Platzes
Bild:Bild031.jpg|Teil der East Side Gallery
Image:Wachturm_schlesischer_busch.jpg|alter Grenzwachturm Schlesischer Busch 2005
Bild:Erhaltenes_Mauerteilstück_Bernauer_Straße.jpg|erhaltenes Teilstück der Berliner Mauer an der Bernauer Straße
Image:Berliner_mauer_kennzeichnung.jpg|Kennzeichnung des Mauerverlaufs an der Lohmühlenbrücke
Image:Berliner_mauer_bodentafel.jpg|Bodentafel Mauerverlauf
Bild:Wachtrum bm.JPG|Wachturm im ehemaligen Todesstreifen
Bild:Topographie_mauer.JPG|Mauer an der Topographie des Terrors
Bild:Postdamer Platz mauer.JPG|Mauer am Potsdamer Platz
Kurioses
- Ein Gartengebiet ragte als schmaler Streifen aus dem Osten nach West-Berlin hinein und führte zu einer speziellen Form im Mauerverlauf, dem so genannten Entenschnabel.
- Die Satirepartei Die PARTEI zählt den Wiederaufbau der Mauer zu einem ihrer Wahlversprechen.
- Roger Waters führte 1990 am Potsdamer Platz, direkt an der gerade gefallenen Mauer, das 1979 erschienene Album The Wall der bekannten Psychedelic-Rock-Band Pink Floyd unter Mitwirkung zahlreicher Stars erneut auf. Das Album an sich beschreibt eine psychologische Mauer und hatte bezüglich der Intention nichts mit der Berliner Mauer zu tun. Dennoch wurden etwa von der Presse angesichts des historischen Kontextes Zusammenhänge hergestellt, was - auch aus Marketinggesichtspunkten heraus - von den Veranstaltern durchaus gewollt war.
- Am 1. Juli 1988 kamen durch einen Gebietstausch Teile des Lenné-Dreiecks zu West-Berlin. Einige West-Berliner, die sich dort auf bis dahin nahezu exterritorialem Gebiet aufhielten, flüchteten vor der Westberliner Polizei über die Mauer nach Ost-Berlin.
Literatur
- Peter Feist: Die Berliner Mauer. 4. Auflage. Kai Homilius Verlag, Berlin 2004 (Der historische Ort Nr. 38), ISBN 3-931121-37-2 ([http://www.kai-berlin.de/vp/1.38/ Leseprobe])
- Joachim Mitdank: Berlin zwischen Ost und West. Erinnerungen eines Diplomaten. Kai Homilius Verlag, Berlin 2004 (Edition Zeitgeschichte - Band 14), ISBN 3-89706-880-X ([http://www.kai-berlin.de/vp/8.14/ Leseprobe])
- Hertle, Jarausch, Kleßmann (Hrsg.): Mauerbau und Mauerfall. Berlin 2002, ISBN 3861532646
- Thomas Flemming, Hagen Koch: Die Berliner Mauer - Geschichte eines politischen Bauwerks. Bebra Verlag 2001, ISBN 3-930863-88-X
- Thomas Scholze, Falk Blask: Halt! Grenzgebiet! – Leben im Schatten der Mauer. Berlin 1992, ISBN 3861630303
- Axel Klausmeier, Leo Schmidt: Mauerreste - Mauerspuren. Westkreuz-Verlag Berlin/Bonn 2004, ISBN 3929592509
Weblinks
- [http://www.chronikdermauer.de/ Chronik der Mauer] von der Bundeszentrale für politische Bildung und Deutschlandradio
- [http://www.berlin.de/rbm-skzl/mauer/index.html Geschichte der Berliner Mauer] von der Senatskanzlei Berlin
- [http://www.berliner-mauer.de/ www.berliner-mauer.de]
- [http://www.berlinermaueronline.de Berliner Mauer Online]
- [http://www.berliner-mauer-dokumentationszentrum.de Dokumentationszentrum Berliner Mauer Bernauer Straße]
- [http://www.mauer-museum.com/ Mauermuseum]
- [http://www.eastsidegallery.com/deutsche.htm Künstlerinitiative EastSideGallery e.V]
- [http://www.stadtpanoramen.de/berlin/mauer_berlin.html Panoramafahrt EastSideGallery]
- [http://august1961.de Da schlug's 13] Online-Version einer 1961 von der SED-Kreisleitung | | |