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Ilias

Ilias

Die Ilias (altgriechisch Ιλιάς, neugriechisch Ιλιάδα) ist anscheinend das homerische Epos vom Trojanischen Krieg, jedoch ist der Krieg nur das Hintergrundbild für die Auseinandersetzung zwischen dem Völkerfürsten Agamemnon und dem stärksten Mann des griechischen Heeres, Achill (griech. Achilleus). Ihre menschlichen Vorzüge, aber auch Fehler werden in der Ilias ausgeweitet. Zentrales Thema ist der verderbliche Zorn Achills, der unzähligen Achaiern den Tod bringt. Es gilt als das älteste Werk der griechischen und damit der abendländischen Literatur. Seine Niederschrift wird in etwa auf die Zeit um 750 v. Chr. datiert. Die ca. 30 Jahre später entstandene Odyssee beschreibt die Rückkehr des Odysseus aus dem Trojanischen Krieg.

Inhalt

Die Ilias beginnt mit dem so genannten „Zorn des Achill“: :Ménin áeide, theá, Peleiádeo Akhiléos :Den Zorn besinge, o Göttin, des Peleussohns Achilles Von dem aus der Sage bekannten zehnjährigen Krieg zwischen Griechen und Trojanern stellt Homer lediglich 51 Tage dar: Der stärkste achaiische Kriegsheld Achill und Agamemnon, der Heerführer der Achaier, geraten über die Sklavin Briseis in Streit, mit der Folge, dass Achill nicht mehr am Kampf teilnimmt. Die Trojaner unter ihrem Vorkämpfer Hektor nehmen diese Gelegenheit wahr und bedrängen die Achaier schwer. Achill gewährt seinem Freund Patroklos, an seiner Statt in den Kampf zu ziehen. Patroklos fällt von Hektors Hand. Daraufhin kommt es zum Zweikampf zwischen dem trauernden Achill und Hektor, in dem dieser fällt. Der Tod Hektors besiegelt das Schicksal Trojas; das Epos aber endet thematisch mit dem Ende des Grimms und dem einsetzenden Mitleid des Achill, der Hektors Vater Priamos den zuvor geschändeten Leichnam seines Sohnes endlich zur Bestattung zurück gibt. In den über 15.000 Versen der Ilias erzählte Homer von den Schrecken des Trojanischen Krieges. Er schrieb über List und Verrat, über Helden und Götter. Doch seine Erzählung war nicht nur ein Kriegsbericht, sondern das erste schriftliche Zeugnis der griechischen Kultur: Homers Ilias bildete die Grundlage für die Weiterentwicklung der griechischen Literatur (z. B. bezieht die Theaterliteratur viele ihrer Themen anfänglich aus den Sagen um Troja). Ebenso entwickelte sich die griechische Philosophie auch aus der inhaltlichen Auseinandersetzung mit der Ilias: War sie historische Wahrheit oder am Ende nur ein Mythos?. Mit der Ilias „schenkte“ Homer zudem den Griechen ihre Götter: Die zwölf olympischen Götter wurden in der Ilias zum ersten Mal mit allen ihren Funktionen und Kompetenzen beschrieben, also aus ihrem (jedoch fortwirkenden) Status von je und je lokalen Göttern zu einem Pantheon umgebildet; spätere Generationen bauten nach diesen Beschreibungen die griechischen Tempel für die einzelnen Götter. Der Troja-Mythos wurde in der Folgezeit zum Zeichen für Macht und politische Stärke: Alexander der Große studierte mit seinem Lehrer Aristoteles die Ilias. Der Feldzug der Griechen nach Osten, von dem die Ilias berichtete, wurde zu Alexanders Lebensplan. 334 v. Chr. brachte Alexander im Tempel der Athene in Troja ein Opfer dar. Danach begann er seinen Eroberungsfeldzug. Auch die römischen Kaiser legitimierten mit dem Troja-Mythos ihre imperiale Macht. Julius Cäsar glaubte, ein Nachfahre des trojanischen Herrscherhauses zu sein. Der trojanische Held Aeneas galt als Vorfahre der Gründer Roms. Die Römer fühlten sich damit als Nachfolger der Verlierer des Trojanischen Krieges; in Aeneas sahen sie den Stammvater der römischen Kaiserdynastie (der Name Julius ging angeblich auf Iulus, den Sohn des Aeneas, zurück). Selbst mittelalterliche Fürsten und Herrschaftsgeschlechter der europäischen Nationen führten sich und damit die Legitimation ihrer Herrschaft indirekt auf Troja zurück. In der Ilias fand der mittelalterliche Adel seine Ideale bestätigt; Minnedienst und Ritterlichkeit wurzeln im Mythos von der Belagerung einer Stadt, um eine Frau zu retten. Die Troja-Begeisterung war im Mittelalter grenzenlos und führte zu bizarren Vorstellungen: So glaubte man, dass trojanische Helden die Städte Xanten (Castra Troiana) und Bonn gegründet hatten. Die Habsburger beschäftigten sogar Ahnenforscher, um ihre Abstammung aus Troja nachzuweisen. Auch die Türken rechtfertigten ihre Kriege mit Troja und führten ihre Abstammung auf den trojanischen Helden Turcus zurück. Als Sultan Mehmed 1453 Byzanz eroberte, erklärte er sich zum „Rächer Trojas“.

Der homerische Held

Der homerische Heros zeichnet sich durch vier Charaktereigenschaften aus: aidós (Respekt und Rücksicht auf gesellschaftliche Stellung), éleos (Mitleid), kléos (Ruhm) und timé (Ehre). Des Weiteren ist er durch eine Vielzahl innerer und äußerer Kräfte beeinflusst und gelenkt. Ihm fehlt die Entscheidungsfreiheit, weil er einerseits göttlichem Lenken und dem Schicksal unterworfen, andererseits in gesellschaftliche Zwänge eingebunden ist. Seine Maxime lautet, immer der Beste zu sein und den anderen überlegen (aien aristeuein kai hypeirochon emmenai allon). Die Helden der Ilias sind Aristokraten. Ihr Verhalten wird von den niedrigeren Schichten nur vereinzelt kritisiert, z. B. durch den Soldaten Thersites im 2. Gesang. Ihre gesellschaftliche Stellung spiegelt sich im Kampfverhalten wieder. Sie möchten Ruhm und Ehre zu Lebzeiten erlangen, an ein Weiterleben nach dem Tod glaubten die Griechen nicht (siehe Hades). Dem Glanz der Helden steht das Elend der Unglücklichen gegenüber.

Die Sprache

Die Ilias ist in Hexametern geschrieben und besteht aus 24 Gesängen (Teilen). Sie ist in einem ionisch-äolischen Mischdialekt geschrieben, dessen Besonderheiten unkontrahierte Formen, Langformen und kurzvokalische Konjunktive sind. Jedoch finden sich auch bereits Attizismen, welche bei späteren Überarbeitungen eingefügt wurden, weil bereits im klassischen Griechenland Formen der epischen Kunstsprache unbekannt waren. Die griechische Sprache ist noch nicht diejenige der klassischen Zeit, sondern viel altertümlicher: Die Unterscheidung von Haupt- und Nebensatz ist verschwommen, Konstruktionen brechen teilweise brutal ab. Die Ilias weist auch noch viele Formen auf, die sich im späteren attischen Dialekt anders realisieren.

Beginn der „Ilias“

- - Ménin aeíde theá Peleíadoú Achiléos | oúlomenén, he myrí' Achaíois álge' ethéke, | póllas d'íphthimoús psychás Aïdí proiápsen | héroón, autoús de elória teúche kynéssin | oíonoísi te daíta, Diós d'eteleíeto boúle, | éx hou dé ta próta diástetén erisánte | Átreïdés te anáx andrón kai díos Achílleus. - - „Den Zorn besinge, Göttin, des Peleussohnes Achill, - Den verdammten , der den Achaiern unzählige Schmerzen brachte - Und viel tapfere Seelen der Heldensöhne zum Aïs (Hades) - Sendete, aber sie selbst zum Raub darstellte den Hunden, - Und dem Gevögel als Mahl. So ward Zeus′ Wille vollendet: - Seit dem Tag, als erst durch bitteren Zank sich entzweiten - Atreus′ Sohn, der Herrscher des Volks, und der edle Achilleus.“

Charaktere als Ideale

Die dargestellten Charaktere können als Paradigmen für bestimmte Eigenschaften gesehen werden. Hektor als Verteidiger der Heimat, Helene als die Schöne und Achill und Patroklos als das Freundespaar. Thersites ist der Prototyp des hässlichen, aber wahrhaftigen Schmähers.

Die „Ilias“ in der Neuzeit

Nach der Neuentdeckung Homers setzt im 17. Jahrhundert die analytische Betrachtung seiner Dichtung ein. Nach den historischen Bezügen im Werk selbst und seiner Überlieferungsgeschichte muss die Handlung im 12. oder 13. Jahrhundert v. Chr. angesetzt werden. Die Philologie hat starke Indizien dafür gefunden, dass die Rahmenhandlung der Ilias durch Gesänge in Hexameter-Form von mykenischer Zeit bis in die Epoche Homers überliefert wurde. Homer hätte somit eine seinem Publikum bis in Details bekannte Geschichte in besonders gelungener Form und unter ungewöhnlichen Vorzeichen (Der Groll des Achill) dargeboten. In letzter Zeit hat die seit langem währende Kontroverse um einen möglichen historischen Gehalt der Ilias aufgrund zahlreicher neu gefundener Indizien verstärkt Schlagzeilen gemacht. Archäologische Funde aus Mykene sind identisch mit Homers Beschreibung von Gegenständen, die man zu seinen Lebzeiten bereits nicht mehr verwendete. In der Ilias listete Homer zudem mit größter Genauigkeit die Schiffe auf, mit denen die Griechen nach Troja segelten. Er nannte sogar die Herkunft ihrer Besatzung (178 Ortsnamen). Viele dieser Ortschaften existierten zu Homers Lebenszeit nicht mehr. Ihre Existenz wurde jedoch u. a. auf einer Tontafel aus der Bronzezeit nachgewiesen, deren Schriftzeichen sich als eine Vorform des antiken Griechisch entpuppten; hier finden sich die Ortsnamen aus der Ilias wieder. Der 2004 erschienene Film Troja von Regisseur Wolfgang Petersen ist von Homers Werk inspiriert, weicht aber teilweise stark von der homerischen Vorlage ab.

Ausgaben


- Die bekannteste Übersetzung des griechischen Originals stammt von Johann Heinrich Voss, der man das Alter – sie stammt aus dem Jahr 1793 – anmerkt. Sie ist wie das griechische Original in Hexametern abgefasst und lässt einiges an Genauigkeit vermissen, damit im Deutschen der Hexameter eingehalten werden kann. Andererseits muss man Voss zugute halten, dass er der deutschen Sprache damit den Hexameter geschenkt hat, und für die Ilias und die Odysee so was wie eine eigene Sprache erfunden hat. Was die Genauigkeit der Details angeht, so lag er intuitiv bei sehr vielem sehr richtig, wo später bspw. Schadewaldt wissenschaftlichen Fehlern aufgesessen ist.
  - Homer: Ilias. Odyssee. Insel Taschenbuch. ISBN 3-458-32904-8
  - Als deutschsprachige Webausgabe frei zugänglich bei [http://www.digbib.org/Homer_8JHvChr/De_Ilias DigBib.Org] oder [http://gutenberg.spiegel.de/homer/ilias/ilias.htm gutenberg.spiegel.de]
- Moderner ist die Übersetzung von Schadewaldt (1975), die die Ilias in Prosa nacherzählt und als leichter zu lesen gilt und außerdem die Verse, aber nicht das Versmaß einhält und somit genau übersetzt ist.
- Von Roland Hampe stammt eine Übersetzung der Ilias (1979) in Hexametern.
- Originalausgabe (wissenschaftlicher Text) Homeri Opera Tomus I/II, edidit T. W. Allen, Oxford, 1902 (Tomus I (Ilias 1–12): ISBN 0-19-814528-4 ; Tomus II (Ilias 13–24): ISBN 0-19-814529-2)

Nacherzählungen

Die Übersetzungen sind nur verständlich, wenn man mit der griechischen Mythologie und Geschichte vertraut ist. Daher hat es verschiedenen Nacherzählungen gegeben, die die Geschichte allgemeinverständlich erzählen.
- Bekannt ist die Nacherzählung von Gustav Schwab, die 1838 erstmals erschienen ist (sie beschränkt sich allerdings nicht auf den „Zorn des Achill“, sondern schildert auch die Vorgeschichte des Krieges und die Eroberung Trojas).
- In „Das hölzerne Pferd“ (1968) erzählt Franz Fühmann die Ilias (und auch die Odyssee) in leicht verständlicher und trotzdem anspruchsvoller Sprache.

Weblinks


- [http://www.perseus.tufts.edu/cgi-bin/ptext?lookup=Hom.+Il.+toc Perseus Digital Library: Iliad] – griechischer Originaltext und englische Übersetzungen
- [http://www.library.northwestern.edu/homer/html/application.html The Chicago Homer] – Griechischer und englischer Text mit vielfältigen Suchmöglichkeiten
- [http://www.digbib.org/Homer_8JHvChr/De_Ilias DigBib.Org: Ilias] – deutsche Übersetzung von Johann Heinrich Voss
- Singe den Zorn [http://www.singe-den-zorn.de]- interessante Verfilmung der Voßschen Versübersetzung am "Originalschauplatz" in Troia
20px Das Wikisource-Projekt bietet Texte im Original: ΙΛΙΑΣ (griech.) und The Iliad (engl.)

Siehe auch


- Aeneis
- griechische Mythologie Kategorie:Griechische Mythologie Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Literatur (Altgriechisch) ja:イリアス ko:일리아스 ms:Iliad

Griechische Sprache

Griechisch (griechisch ελληνικά) ist eine indogermanische Sprache, die einen eigenen Zweig dieser Sprachfamilie darstellt. Eine nähere Verwandtschaft scheint nur zur antiken makedonischen Sprache bestanden zu haben. Griechisch wird von ca. 16 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, von denen ca. 10,5 Millionen in Griechenland leben, wo es Amtssprache ist. Die anderen Muttersprachler sind auf 35 andere Staaten verteilt. Auf Zypern ist Griechisch ebenfalls Amtssprache, offiziell neben dem Türkischen. Außerdem ist in einigen südalbanischen und süditalienischen Gemeinden, in denen Angehörige der griechischen Minderheit leben, das Griechische als lokale Amts- und Schulsprache zugelassen. Siehe: Griko in Italien Eine Vielzahl von altgriechischen Wörtern werden darüber hinaus auch in diversen Fachsprachen verwendet und haben Eingang in viele moderne Sprachen gefunden. Die Sprachcodes nach ISO 639 für Neugriechisch (ab 1453) sind el bzw. ell oder gre und für Altgriechisch (bis 1453) grc.

Geschichte

1453 Die ältesten schriftlichen Zeugnisse der Sprache sind in Linearschrift B geschrieben. Sie begegnen ab dem 14. Jahrhundert v. Chr. - also in mykenischer Zeit - als sehr kurze Texte auf Transportamphoren, wo sie den Inhalt bezeichnen. Längere Texte auf zahlreichen Tontäfelchen, ebenfalls rein praktischer Natur, wurden in den Archiven einiger mykenischer Paläste gefunden. Sie stammen aus dem Beginn des 12. Jahrhundert v. Chr.. Nach Zerstörung der meisten bisher bekannten mykenischen Paläste im 12. Jh. ging die Linearschrift B und damit die Schriftlichkeit der ägäischen Welt nach herrschender Meinung verloren. Zumindest gibt es bisher keine Schriftfunde aus der Zeit der dunklen Jahrhunderte. Gegen Ende der dunklen Jahrhunderte, vermutlich um 800 v.Chr., übernehmen die Griechen das phönizische Schriftsystem, das sie im Grunde auch heute noch benutzen. Eines der bekanntesten frühen Beispiele der neuen alphabetischen Schrift zeigt der sog. Nestor-Becher. In klassischer Zeit ist eine Vielzahl von Dialekten feststellbar, zu den wichtigsten zählen das (noch heute in den Schulen als Altgriechisch gelehrte) Attische, das Ionische, das Dorisch-Nordwestgriechische, das Aeolische und das Arkadisch-Kyprische. Die am Anfang der schriftlichen Überlieferung stehenden homerischen Epen, die Ilias und die Odyssee, sind zum Beispiel in einer künstlerischen Sprachform verfasst, die Worte aus verschiedenen Dialekten benutzte, oft nach den Anforderungen des Metrums, im ganzen jedoch Ionisch mit äolischer Prägung ist. Die politische, wirtschaftliche und kulturelle Vormachtstellung Athens im 5. Jahrhundert v. Chr. machte den dort gesprochenen attischen Dialekt zur Grundlage einer überregionalen Gemeinsprache (Koiné, griechisch κοινή, die Gemeinsame oder Allgemeine), die durch die Eroberungen Alexanders des Großen im 4. Jahrhundert v. Chr. zur Weltsprache und lingua franca aufstieg. Auch im Römischen Reich blieb Griechisch neben Latein Amtssprache, dies auch aufgrund der kulturellen Abhängigkeit der Römer von den Griechen. In der Osthälfte des Reiches war Griechisch bereits seit dem Hellenismus die dominierende Sprache. Der Einfluss fremder Sprachen und der fortbestehenden Dialekte führte immer wieder, insbesondere im 2. Jahrhundert, zu Bemühungen um eine Reinigung der griechischen Sprache unter Rückgriff auf das klassische Attisch. Eine solche bereinigte Form des Altgriechischen wurde nach der Teilung des Römischen Reiches (395) zur Amts- und Literatursprache des oströmischen Reiches, das nach der Abschaffung der lateinischen Amtssprache um 630 endgültig vom römischen zum byzantinischen Reich wurde. Spätestens zu diesem Zeitpunkt versiegt die Produktion literarischer Werke auf Altgriechisch; die Sprache des byzantinischen Reiches weist da schon deutliche Unterschiede in Grammatik und Aussprache auf. Nach der arabischen Eroberung Syriens und Ägyptens blieb Griechisch dort zunächst noch für einige Jahrzehnte Amtssprache, bevor es diese Funktion ab etwa 700 an das Arabische verliert. Während der Besetzung Griechenlands durch das osmanische Reich war der Unterricht in griechischer Sprache offiziell verboten. Jedoch lebte sie im Alltag der Griechen (und vielfach von Priestern heimlich gelehrt) fort, veränderte sich aber aufgrund geringer Schriftkenntnis und mangelnder Gelehrsamkeit relativ stark. Nach der modernen Staatsgründung wurde die so genannte Katharévousa (griechisch καθαρεύουσα, Reinsprache; die Grundlagen wurden von Korais geschaffen) offizielle Unterrichts- und Amtssprache, eine „künstlich“ geschaffene Standardsprache, die den Wortschatz der am klassischen Attisch orientierten Koiné abermals künstlich konservierte, jedoch innerhalb weitgehend neugriechisch geprägter Aussprache- und Grammatikstrukturen. Erst 1976 wurde die Volkssprache (Dimotikí, griechisch δημοτική) endgültig zur Sprache der staatlichen Verwaltung und der Wissenschaft; allerdings sind viele Katharévousa-Worte im Laufe der Zeit wieder in die Dimotikí zurück übernommen worden. Im Verlauf der Jahrtausende hat sich die griechische Sprache vielfach in der Aussprache geändert, die Orthographie blieb jedoch dank vielerlei Bemühungen um eine Reinhaltung der Sprache weitgehend konstant. Die in hellenistischer Zeit in die griechische Schriftsprache eingeführten Akzente und Symbole für Hauchlaute wurden noch bis vor kurzem verwendet. Durch Erlass Nr. 297 des griechischen Präsidenten vom 29. April 1982 wurden der Akzent Gravis, der Akzent Zirkumflex sowie die Hauchzeichen Spiritus asper und Spiritus lenis abgeschafft. Es gibt seitdem in der griechischen Schriftsprache nur noch den Akzent Akut, der die betonte Silbe anzeigt. Die griechische Sprache und Schrift hatte auf die Entwicklung Europas immensen Einfluss: Sowohl das lateinische als auch das kyrillische Alphabet wurde auf der Basis des griechischen Alphabets entwickelt. Die Rückbesinnung auf das im Westen fast vergessene Griechisch, ausgelöst unter anderem durch die Flucht vieler Byzantiner in den Westen nach dem Fall Konstantinopels 1453, war eine der Hauptquellen der Renaissance und des Humanismus (siehe hierzu auch: Philhellenismus). Noch heute werden wissenschaftliche Fachbegriffe gerne unter Rückgriff auf griechische (und lateinische) Wörter geprägt. Das Neue Testament wurde ursprünglich in hellenistischem Griechisch geschrieben und das erste Mal von Erasmus von Rotterdam gedruckt.

Grammatik

Altgriechisch

Die ersten Grammatiken des Abendlandes wurden zu hellenistischer Zeit in der philologischen Schule von Alexandria abgefasst. Aristarch von Samotrake schrieb eine tékhne grammatiké des Griechischen. Die vermutlich erste autonome grammatische Schrift ist die tékhne grammatiké des Dionysios Thrax (2. Jh. v.Ch.), welche die Phonologie und Morphologie einschließlich der Wortarten umfasst. Die Syntax ist Gegenstand eines sehr systematischen Werks des zweiten bedeutenden griechischen Grammatikers, des Apollonios Dyskolos (2. Jh. n.Ch.). Angeblich im Jahre 169/8 "importierten" die Römer die griechische Grammatik und adaptierten sie. Die Grammatik des Altgriechischen ist auf den ersten Blick recht ähnlich zum Lateinischen, was Partizipialkonstruktionen und sonstige grammatische Phänomene (AcI etc.) anbelangt, so dass Lateinkenntnisse beim Erlernen des Altgriechischen sehr hilfreich sind – und umgekehrt. Gutes Verständnis der deutschen Grammatik hilft allerdings auch; in vielen Fällen ist das Altgriechische dem Deutschen strukturell ähnlicher als dem Lateinischen, beispielsweise sind die bestimmten Artikel im Griechischen vorhanden, während sie im Lateinischen fehlen. Es gibt auch Fälle, in denen die Ähnlichkeit mit dem Lateinischen eher oberflächlicher Art ist und mehr Verwirrung stiftet als hilft – beispielsweise werden die Zeitformen der Verben im Griechischen oft anders verwendet als im Lateinischen. Im Westen und auch in diesem Artikel werden gewöhnlich lateinische Begriffe (wie Substantiv, Dativ, Aktiv, Person … ) zur Bezeichnung von altgriechischen grammatischen und semantischen Kategorien verwendet, die direkte Übersetzungen der griechischen Definitionen darstellen. In Griechenland werden dagegen bis heute die griechischen Originalbegriffe aus der tékhne grammatiké des Dionysios Thrax verwendet.

Nominale Wörter

Hierzu zählen die Wortarten Substantiv, Adjektiv und Pronomen, die alle dekliniert werden. Auch Partizipien, Verbaladjektive und Infinitive werden dekliniert, sie gelten aber als Zwischenformen (sogenannte Nominalformen des Verbs). Hinsichtlich der Deklination ist folgendes zu benennen:
Numeri

- Singular
- Plural
- Dual (als Schwundform)
Genera

- (allgemeine) Regeln:
  - Maskulinum: bei Bezeichnungen für männliche Wesen, Winde, Flüsse und Monate
  - Femininum: bei Bezeichnungen für weibliche Wesen, Länder, Inseln und Städte
  - Neutrum: dient unter anderem zur Verkleinerung oder Verächtlichmachung von Wörtern männlichen und weiblichen Geschlechts.
- Für den sonstigen Gebrauch lassen sich keine eindeutigen Regeln aufstellen.
- Besonderheit des Neutrums: Bei Neutrum-Subjekten steht das Verb, auch wenn das Subjekt im Plural steht, in der 3. Person Singular. Diese Besonderheit besteht deswegen, weil das Griechische im Fall des Neutrums einen echten Plural nicht gebildet hat. Der Plural des Neutrums ist eigentlich ein aus dem Indogermanischen ererbter "kollektiver Singular", d.h. ein Sammelbegriff, der formal ein Singular ist, von der Funktion her aber einem Plural entspricht (wie im Deutschen: der Busch, das Gebüsch). Ferner haben im Neutrum – wie in allen indogermanischen Sprachen – Akkusativ und Nominativ identische Formen. Im Griechischen tritt noch die Form des Vokativs den beiden anderen Kasus als identisch hinzu.
Kasussystem
Von den acht Kasus des Indogermanischen haben sich im Griechischen fünf erhalten: Nominativ, Akkusativ, Genitiv, Dativ und Vokativ. Die Funktionen der nicht erhaltenen Kasus des Indogermanischen haben sich im Griechischen auf den Dativ und den Genitiv verteilt. Die Aufteilung ähnelt der der deutschen Sprache. Grundfunktionen der Kasus:
- Akkusativ
  - echter Akkusativ (direktes Objekt)
  - adverbial: Lativ (Richtung, Ausdehnung, Dauer)
- Genitiv
  - echter Genitiv (Bereich)
  - Separativ (Herkunft)
- Dativ
  - echter Dativ (indirektes Objekt)
  - Soziativ (Gemeinschaft)
  - Instrumental (Mittel)
  - Lokativ (Ort, Zeit)

Verben

Tempussystem
Es gibt im Altgriechischen vier Tempusstämme: Präsensstamm, Aoriststamm, Perfektstamm, Futurstamm; wovon die ersten drei ein System bilden. Das Altgriechische besitzt aber kein ausgebildetes Tempussystem. Die Tempusstämme drücken Aspekte aus; – die subjektive Betrachtungsweise, das heißt die Art, wie der Sprechende den Verbalinhalt auffasst. Deswegen ist der Begriff Tempusstamm genaugenommen nicht richtig; besser zu sagen wäre Aspektstamm. Der Aspekt des Präsensstamms ist durativ (linear, iterativ oder konativ). Das bedeutet, es wird mit diesem Aspekt der Verlauf oder das Andauern einer Handlung ausgedrückt. Beispiele:
- νοσειν = (krank sein = ) krank darniederliegen
- (απο)θνησκειν = sterben ( = im Sterben liegen) Der Aspekt des Aoriststamms ist punktuell. Das bedeutet, es wird der bloße Vollzug einer Handlung vermeldet. (Die Bezeichnung punktuell wird benutzt, um den Gegensatz zum linearen Präsensstamm auszudrücken. Der Aoriststamm ist die Normalform und benennt eine Handlung oder ein Ereignis, ohne ausdrücken zu wollen, ob diese Handlung in Wirklichkeit punktuell oder linear war/ist.) Bei diesem Aspekt wird in der Sprachpraxis gern ein bestimmter Punkt des Verbalbegriffs ins Auge gefasst, nämlich der Abschluss (effektiv) oder der Beginn (ingressiv) einer Handlung. Beispiele:
- ingressiv: νοσησαι = krank werden oder erkranken
- effektiv: (απο)θανειν = sterben (als Moment des Dahinscheidens) Der Aspekt des Perfektstamms ist resultativ. Das bedeutet, es wird mit diesem Aspekt ein (erreichter) Zustand oder einfach ohne jede nähere Bestimmung die Qualität einer Sache ausgedrückt. Beispiele:
- τεθνηκεναι (τεθναναι) = (gestorben und nun) tot sein
- πεποιθεναι = vertrauen Mit der Handhabung dieser drei Aspekte stellt der Griechischsprechende aber die zeitlichen Bezüge her, die von den Aspekten selbst nicht ausgedrückt werden. Die Aspekte gelten nun generell, während es eine direkt zeitliche Bedeutung nur im Indikativ gibt (bis auf das Futur. siehe unten). Die Vergangenheit wird mit Hilfe der Nebentempora, die nur im Indikativ auftauchen, gebildet. Das sind im Präsensstamm das Imperfekt, im Perfektstamm das Plusquamperfekt und im Aoriststamm der Aorist. (Der Aoriststamm ist der älteste Tempusstamm und hat ein Haupttempus im Indikativ nie ausgebildet.) Der vierte Tempusstamm des Altgriechischen, der Futurstamm, ist eine jüngere Entwicklung und hat in der Tat in allen Modi zeitliche Bedeutung. Übersicht über die Tempusformen im Indikativ:
Modussystem
Es gibt im Altgriechischen vier Modi: Indikativ, Optativ, Konjunktiv, Imperativ. Die Funktionen, die diese Formen syntaktisch erfüllen, sind sehr vielfältig. Hier kann nur eine grundsätzliche Bestimmung ihrer Bedeutung vorgenommen werden. Der Modus bringt die geistige Einstellung des Sprechenden gegenüber dem Verbalinhalt zu Ausdruck. Mit dem Indikativ drückt der Sprecher aus, dass ihm ein Vorgang oder Zustand als wirklich (real) erscheint. In den anderen Modi drückt der Sprecher aus, dass ihm der Vorgang oder Zustand nur als vorgestellt gilt. Der Imperativ drückt einen Befehl aus. Der Konjunktiv drückt einen Willen (Voluntativ) oder eine Erwartung (Prospektiv) aus. (Er hat also leicht futurische Bedeutung, was umgekehrt für das Futur in Bezug auf den Konjunktiv auch gilt). Der Optativ drückt einen Wunsch (Kupitiv) oder eine Möglichkeit (Potentialis) aus.
Genera Verbi (eigentlich und für das Griechische besser: Diathese)
Von den drei Genera Verbi sind zwei (Aktiv und Medium) aus dem Indogermanischen geerbt. Das Passiv ist eine jüngere Entwicklung. Das Aktiv drückt einfach eine Tätigkeit aus. Das Medium drückt aus, dass das Subjekt an der Handlung beteiligt ist, oder an ihr interessiert ist, dass also eine nähere Beziehung zwischen Subjekt und Handlung besteht (transitives Medium). Ferner kann es ausdrücken, dass das Subjekt von seiner eigenen Handlung betroffen ist (intransitives Medium). Der Begriff Medium soll in etwa ausdrücken, dass diese Form zwischen Aktiv und Passiv stehe. Das ist jedoch weder sprachgeschichtlich, noch morphologisch richtig. Das Passiv ist im Griechischen der Grenzfall des Mediums, denn: Das Passiv drückt die Wirkung einer Handlung auf das Subjekt aus, die nicht von ihm ausgeht. Insofern die Handlung nur noch auf das Subjekt wirkt, ohne von ihm auszugehen, bildet es den Grenzfall des Mediums. (Außerhalb des Futur- und Aoriststamms hat das Passiv keine eigenständige Form. Formal übernimmt dort das Medium neben der eigenen Funktion auch die des Passivs, was nur aus dem syntaktischen Zusammenhang, oder bei genauer Kenntnis der Beschaffenheit des entsprechenden Verbums zu unterscheiden ist.) Beispiele: Aktiv: er löst (etwas) transitives Medium: er löst (etwas) für sich intransitives Medium: er löst sich, er lässt sich lösen Passiv: er wird gelöst (von jdm.)
Numeri

- Singular
- Plural
- Dual (als Schwundform)
Personen
Erste Person (ich / wir), zweite Person (du / ihr), dritte Person (er, sie, es, Substantiv im Singular / sie, Substantiv im Plural). Die Personalpronomen des Nominativ werden wie in vielen anderen indogermanischen Sprachen meist ausgelassen, wenn sie nicht besonders betont werden sollen. Es muss also nicht zwangsläufig ein das Subjekt ausdrücklich nennendes Bezugswort (Pronomen oder Substantiv) beim Verb stehen – die Endung reicht aus, um die Person und damit das Subjekt zu identifizieren.

Neugriechisch (Dimotiki)

Die neugriechische Sprache hat einen Großteil der altgriechischen Grammatik vereinfacht, ist aber immer noch eine stark flektierende Sprache. Sie ist eine der wenigen indogermanischen Sprachen, die eine synthetische (also nicht mit Hilfsverben konstruierte) Diathese behalten hat. Der Dativ ist bis auf wenige Formen wie εν τάξει (en táxei //) ("in Ordnung") verloren gegangen und wird meist durch die Konstruktion eis (eigentl. in... hinein) + Akkusativ ersetzt. Andere wichtige Änderungen der Grammatik sind der Verlust des Optativs (wird durch den Konjunktiv ersetzt), des Infinitivs (wird durch Nebensätze ersetzt "Ich will kaufen" -> "Ich will, dass ich kaufe") und des Duals (wird durch den Plural ersetzt), die Verkleinerung der Anzahl von Deklinationen und der verschiedenen Formen in jeder Deklinaton, der neue Modalpartikel θα (aus θέλω να ("ich will, dass...") > θε' να > θα) für das Futur und Konditional, die Einführung von Hilfsverben, die Reduzierung der Partizipien auf zwei, ein aktives und ein passives, die Erweiterung des Futurs auf die Aspektunterscheidung zwischen Präsens/Imperfekt und Aorist, der Verlust der dritten Person Imperativ, außer in Archaismen wie ζήτω! ('Lang lebe!'); neue Pronomen für die 2. Person Plural, da die alten wegen der Lautveränderung akustisch nicht mehr von denen der 1. Person Plural zu unterscheiden waren; und der Vereinfachung des Systems der Präfixe, wie bei der Augmentation und Reduplikation. Das Phonemsystem der neugriechischen Sprache: Vokale geschlossen halbgeschlossen offen Alle Vokale werden kurz ausgesprochen. laut IPA Konsonanten p t k b d g v δ z γ f θ s χ m n l r

Siehe auch


- Griechisches Alphabet
- Liste griechischer Präfixe
- Liste griechischer Suffixe
- griechische Präpositionen
- Liste griechischer Magischer Quadrate
- Namenforschung
- Griechische Zahlen
- griechische Zahlwörter
- Griechische Phrasen und Redewendungen

Literatur


- Geschichte:
  - Francisco R. Adrados: Geschichte der griechischen Sprache von den Anfängen bis heute. Tübingen/Basel 2002
  - Hans Eideneier: Von Rhapsodie zu Rap. Aspekte der griechischen Sprachgeschichte von Homer bis heute. Tübingen 1999
- etymologische Wörterbücher (altgriechisch):
  - Pierre Chantraine: Dictionnaire étymologique de la langue grecque : histoire des mots. 4 Bände. Paris 1968-80 (Neuauflage 1999)
  - Hjalmar Frisk: Griechisches etymologisches Wörterbuch. 3 Bände. Heidelberg 1973
  - Alois Vanicek: Griechisch-lateinisches etymologisches Wörterbuch. Leipzig 1877 (Nachdruck 1972)
- Wörterbücher (altgriechisch):
  - Wilhelm Gemoll: Griechisch–Deutsches Schul- und Handwörterbuch bei Oldenburg Schulbuchverlag. ISBN 3-486-13401-9
  - Wilhelm Pape: Handwörterbuch der griechischen Sprache in 4 Bänden. Braunschweig 1842 ff. (3. Aufl. 1880; Nachdruck 1954)
- Grammatiken (altgriechisch):
  - Eduard Bornemann (u. Mitw. v. Ernst Risch): Griechische Grammatik. Frankfurt a.M. 1978
  - Adolf Kaegi: Kurzgefasste griechische Schulgrammatik. Berlin 1884 (seither ständig nachgedruckt), ISBN 3-615-70100-3
- Historische Grammatik:
  - Helmut Rix: Historische Grammatik des Griechischen. Laut- und Formlehre. Darmstadt 1992

Weblinks


- [http://www.geocities.com/kurogr/ Wörterbuch Mykenisches Griechisch - klassisches Altgriechisch - Englisch (PDF)]
- [http://www.fh-augsburg.de/~harsch/graeca/Auctores/g_alpha.html griechische Texte in der Bibliotheca Augustana]
- [http://info.uibk.ac.at/c/c6/c604/pdf/Hajnal/Griech.Dial.pdf Die Vorgeschichte der griechischen Dialekte] - Ein Aufsatz über Entstehen und Geschichte der altgriechischen Dialekte.
- [http://kypros.org/LearnGreek/ Online-Kurs vom zypriotischen Rundfunk CyBC, 105 Lektionen à 30 Min., engl., Real Audio]
- [http://www.kreienbuehl.ch/lat/ Latein und Altgriechisch Site]
- [http://www.chairete.de/ Materialen zum Altgriechischen, Autoren]
- [http://www.altesprachen.de/heureka/heureka.htm Altesprachen.de]
- [http://www.geocities.com/Athens/Agora/6594/inhalt.html Altgriechisch] (Ziemlich umfangreicher Einstiegskurs)
- [http://www.combib.de/infoseiten/griechisch/griechisch.html Aussprachehilfe zum neutestamentlichen Griechisch] (Deutsche Schulaussprache, nicht Originalaussprache!)
- [http://www.gottwein.de/grueb/gr000.htm Altgriechischer Online-Sprachkurs]
- [http://www.gottwein.de/ Navicula Bacchi] (exzellente Seite rund um die Klassische Philologie mit sehr vielen Unterrichtsmaterialien)
- [http://www.archiv-vegelahn.de/nachschlagwerke_griechisch.html Bibliographie - Griechisch]
-
Kategorie:Indogermanisch Kategorie:Einzelsprache als:Griechische Sprache ja:ギリシア語 ko:그리스어 ms:Bahasa Greek simple:Greek language th:ภาษากรีก

Homer

Homer ist
- ein Dichter der griechischen Antike, siehe Homer (Dichter)
- ein englischer Vorname, bekannt geworden durch die mehrfach ausgezeichnete Zeichentrick-Serie Die Simpsons.
- im Baseball eine weitere Bezeichnung für einen Home Run die Bezeichnung mehrerer Orte in den USA:
- Homer (Alaska)
- Homer (Georgia)
- Homer (Louisiana)
- Homer (Michigan)
- Homer (Nebraska)
- Homer (New York) siehe auch
- Homer City (Pennsylvania)

Trojanischer Krieg

Der Trojanische Krieg ist ein zentrales Ereignis der griechischen Mythologie. Homers Ilias schildert entscheidende Kriegsszenen während der Belagerung der Stadt Troja (Ilion) durch das Heer der Griechen, die in der Ilias Achaier genannt werden. Dabei wird insgesamt allerdings nur von den letzten 51 Tagen der zehnjährigen Belagerung berichtet. Achaier Im griechischen Altertum wurde die Ilias als geschichtlicher Bericht verstanden und der Krieg auf das 12. oder 13. Jahrhundert v. Chr. datiert. Die Stadt Troja lag bei den Dardanellen. Heinrich Schliemann begann 1871 mit Ausgrabungen am Hügel Hissarlik im Nordwesten der heutigen Türkei und identifizierte die dort von ihm gefundenen Ruinen als das von Homer beschriebene Troja. Der Bezug der damit verbundenen Berichte Homers auf eine einzelne Auseinandersetzung wird von einigen Geschichtsforschern allerdings weiterhin bezweifelt. Sie nehmen an, dass Homers Trojanischer Krieg eine Synthese verschiedener Auseinandersetzungen zwischen Griechenland und seinen Nachbarn um die Kontrolle der freien Durchfahrt durch die Dardanellen darstelle. Die herrschende Meinung ist jedoch, dass Homer im Kern einen tatsächlich stattgefundenen Krieg realitätsnah geschildert habe. Die große Schwierigkeit ist dabei seine Datierung: Je weiter er zurückverlegt wird, desto länger werden die dunklen Jahrhunderte, die fund- und quellenlose Zeit, die zwischen ihm und dem durch Hesiod belegten Entstehen des historischen alten Hellas liegen. Verkürzt man sie, so muss wohl eine sich im Unglück der heimkehrenden Griechenkönige widerspiegelnde Revolution interpoliert werden, die aus den mykenischen Adelsherrschaften das Griechenland der Poleis (Stadtherrschaften) geformt haben müsste. Inhaltliche Hinweise datieren die Ereignisse auf die Bronzezeit oder die Zeit Mykenes, also auf mindestens zehn Jahrhunderte v. Chr., was auch zu den Ergebnissen der Ausgrabungen am Hügel Hissarlik passen könnte. Dort wurden, neben passenden Spuren von Gewalteinwirkung, Hinweise auf ein lebhaftes Handelszentrum, insbesondere vor der Zeit des Trojanischen Krieges, und reiche historische Schätze gefunden. Es ist allerdings noch nicht erwiesen, welche der mehrfachen Besiedlungen Trojas die des Trojanischen Krieges gewesen ist. Mykene

Übersicht

Mythischer Auslöser des Trojanischen Krieges war die Entführung der Helena, Gattin des Menelaos, durch Paris, den Sohn des trojanischen Königs Priamos. Daraufhin zogen die vereinten Griechen gegen Troja, um die Schmach zu rächen. Trotz zehnjähriger Belagerung gelang es jedoch nicht, die stark befestigte Stadt zu erobern. Auf Rat des Odysseus bauten die Griechen endlich ein großes hölzernes Pferd, in dem sich die tapfersten Krieger versteckten. Die Schiffe täuschten die Abfahrt vor. Die Trojaner holten entgegen den Warnungen der Kassandra und des Priesters Laokoon das Pferd in die Stadt. In der Nacht kletterten die Griechen aus ihrem Versteck, öffneten die Tore und konnten so die Trojaner überwinden. Aus dieser Begebenheit heraus entstand der bis heute gängige Begriff des Trojanischen Pferdes. In einer anderen Version heißt es, dass die Griechen das Pferd so gross gebaut hatten, dass es nicht durch Trojas Tore gepasst hätte. So haben denn die Trojaner die eigenen Mauern eingerissen, um das hölzerne Pferd in die Stadt zu holen.

Der Trojanische Krieg

Neben Homers Ilias und Odyssee finden sich weitere antike griechische Quellen, die Homers Darstellung ergänzen. Unter ihnen hervorzuheben ist insbesondere der epische Kyklos, der Vor- und Nachgeschichten des Trojanischen Krieges enthält.

Vorspiel: Das Urteil des Paris

Die Göttinnen Hera, Athene und Aphrodite waren zusammen mit den übrigen olympischen Göttern zur Hochzeit des sterblichen Helden Peleus mit der Göttin Thetis eingeladen. Eris, die Göttin der Zwietracht, war hingegen nicht eingeladen worden. Sie warf daraufhin einen goldenen Apfel in die Runde, mit der Inschrift Kallisti (Der Schönsten), und löste damit einen Streit zwischen Hera, Athene und Aphrodite aus, weil jede der Göttinnen den Apfel für sich beanspruchte. Eris Die drei baten Zeus, zu entscheiden, welche von ihnen die Schönste sei. Dieser wollte es jedoch klugerweise vermeiden, sich dieser Wahl zu unterziehen, zumal Aphrodite und Athene seine Töchter und Hera seine Ehefrau und Schwester waren, womit der häusliche Ärger, egal bei welcher Entscheidung vorprogrammiert war. Also ließ er Hermes kommen und trug ihm auf, die Göttinnen zu Paris, dem schönen, wenngleich verstoßenem Königssohn Trojas zu bringen, damit dieser entscheide. Alle drei Göttinnen versuchten Paris' Gunst durch Bestechung zu erlangen:
Hera versprach politische Macht und Dominanz in Asien, Athene Weisheit und Kriegskunst.
Aphrodite jedoch las Paris' Wünsche am klarsten, indem sie ihm die schönste Frau auf Erden versprach, nämlich Helena. Diese war allerdings bereits die Frau des Königs Menelaos von Sparta. Jedenfalls sprach Paris den "Eris-Apfel" der Aphrodite zu. Womit er sich den Zorn der anderen beiden Göttinen zuzog. Diese, versuchten nun ihm zu schaden, wo sie konnten. Bevor Helena die Gattin des Menelaos geworden war, hatten viele der Griechenkönige, die alle untereinander verfeindet waren, um sie geworben.
Um nach der Wahl, ihres Bräutigames, den Frieden in Griechenland zu erhalten, hatte Odysseus dazu geraten, dass alle Bewerber einen Eid ablegen sollten, Helenas Wahl anzuerkennen und die Ehe Helenas zu verteidigen. Als Paris nun Helena traf erfüllte Aphrodite ihr Versprechen, und liess Helena, sich in Paris verlieben und beide flohen gemeinsam nach Troja. Die unter den Griechen von Menelaos aufgerufenen Eidpflichtigen, zogen nun unter dem Heerführer Agamemnon, seinem Bruder, König von Mykene, gegen Troja, sehr zur Freude von Hera und Athene.

Episoden des Kriegszuges

Achilleus nimmt am Krieg teil

Mykene Der Seher Kalchas' hatte vorhergesagt, dass die Griechen, Troja, ohne die Teilnahme des Achilleus am Krieg, nicht besiegen würden. Thetis, Achilleus' Mutter, wusste jedoch, dass Achilleus vor Troja fallen würde und verbarg ihn deshalb als junges Mädchen verkleidet am Hof des Lykomedes in Skyros. Dort hatte er ein Verhältnis mit Deidameia, die seinen Sohn Neoptolemos gebar.
Odysseus und Diomedes entlarvten seine Verkleidung, indem sie als Händler auftretend zum Hof kamen und ihn erkannten, als er ihre feilgebotenen Waffen bewunderte. Eine andere Geschichte berichtet, er habe beim Schall einer Trompete einen Speer zur Verteidigung ergriffen, anstatt zu flüchten. Begleitet von seinem Berater (Erzieher) Phoinix und seinem besten Freund und Liebhaber Patroklos machte er sich daraufhin auf den Weg nach Troja.

Agamemnon und Iphigenie

Patroklos Artemis bestrafte Agamemnon, weil er eine heilige Hirschkuh in einem ihr geweihten Hain erlegt hatte und sich rühmte, der Göttin bei der Jagd überlegen zu sein. Sie verhinderte die Abfahrt von Agamemnons Flotte bei Aulis in Böotien, indem sie eine Windstille bewirkte. Das Orakel des Priesters Kalchas weissagte, dass Agamemnon seine Tochter Iphigenie der Göttin zur Sühne opfern müsse, um die Fahrt beginnen zu können. Einige Versionen der Geschichte bestätigen, dass er seine Tochter opferte. Andere berichten, dass Artemis sie nach Tauris entrückte und an ihrer Statt eine Hindin geopfert wurde. Iphigenie diente dort auf der Krim den Tauriern als Priesterin der Göttin.
Nach Hesiod wurde Iphigenie die Göttin Hekate.

Chryseis und Briseis

Hekate Achilleus hatte Briseis entführt und zu seiner Beischläferin gemacht. Als Agamemnon aufgefordert wurde, das Orakel des Kalchas zu befolgen und seine eigene eroberte Bettgefährtin Chryseis, Tochter des Apollon-Priesters Chryses, ihrem Vater zurück zu geben und somit den Zorn Apollons (die Pest im Griechenheer) zu besänftigen, wollte er einen Ersatz. Da Kalchas vor der Weissagung, Achilles um Schutz gebeten hatte, weil er wohl wusste, daß Agamemnon über seinen Spruch nicht erfreut sein würde, nahm Agamemnon sich, voller Hass auf Achilleus, ihm zum Ausgleich Briseis weg. Dieser bat wutentbrannt und erfolgreich seine Mutter Thetis, Zeus zu bewegen, die Trojaner so lange in allen Gefechten siegen zu lassen, bis ihm Genugtuung gegeben worden sei und weigerte sich fortan, am Kampf gegen die Trojaner und deren Verbündete teilzunehmen.

Achilleus und Patroklos

Chryseis]] Als Achilleus nicht mehr an den Kampfhandlungen teilnahm und die Griechen deswegen in arge Bedrängnis gerieten, legte dessen Freund Patroklos Achilleus' Rüstung an und zog in die Schlacht. Er wurde von Hektor im Zweikampf erschlagen, der die Rüstung des Achilleus zur Beute nahm. Der erzürnte Achilleus, von seiner Mutter Thetis mit einer neuen, von Hephaistos gefertigten Rüstung ausgestattet (in der Schilderung des Schildschmucks bringt Homer einen Querschnitt griechischen Lebens unter), trat nunmehr zum Zweikampf mit Hektor an. Dieser war schon vom 'großen' Ajax verletzt worden und wurde von Achilleus getötet. Hektors Leichnam schleifte Achilleus drei Mal am Streitwagen um Troja, bevor er – durch Priamos zum Mitleid gerührt – gestattete, dem Leichnam seines Sohnes die letzten Ehren zu erweisen. (Dieser Bogen vom unstillbaren Zorn des Achill (griechisch menis, daher dt. "Manie") bis zu seiner ersten Regung von Mitleid ist zugleich die Spannweite der Ilias Homers.)

Achilleus' Tod

Homer Kurz nach Hektors Fall besiegte Achilleus noch Memnon aus Äthiopien, Kyknos aus Kolonai und die Amazonenkönigin Penthesilea, in die er sich noch in ihrem Todeskampf verliebte (nach manchen Versionen eine Liebesbeziehung gehabt hatte; manchmal heißt es gar, Achilleus habe sie nach ihrem Tod noch geschändet).
Kurz darauf wurde er von Paris getötet, der mit Hilfe des Apollon einen vergifteten Pfeil in seine Ferse schoss ((die Achillesferse war seine einzig verwundbare Stelle (vergl. Thetis)), oder in einer älteren Version durch ein Messer, als er bei einem Waffenstillstand die trojanische Prinzessin Polyxena aufsuchte. Seine Gebeine wurden mit denen des Patroklos vereint, und genau wie Ajax hat er der Legende nach, nach seinem Tode auf der Insel Leuke an der Donaumündung gelebt.

Achilleus' Rüstung und der Tod des 'großen' Ajax

Leuke Nach Achilleus' Tod stritten Odysseus und der 'große' Ajax, der nunmehr erste Held der Griechen, um Achills Waffen und Rüstung. Odysseus gewann den ausgeschriebenen Wettkampf (mit unfairer Hilfe der Göttin Athena), und Ajax verfiel in eine Raserei, in der er eine Herde Schafe (die er in seinem Wahn für Griechen, den größten Widder für Odysseus, hielt) erschlug. Als er wieder bei Sinnen war, stürtzte er sich aus Scham, über seine Tat, in sein eigenes Schwert.

Orakelsprüche

Die Griechen nahmen Helenos, einen Propheten und Sohn des Priamos, gefangen, nachdem sie schon seit fast 10 Jahren vor Troja lagen. Sie folterten ihn, bis er ihnen die Bedingungen für die Eroberung Trojas verriet. Helenos nannte als Voraussetzungen: Die Griechen müssten
- im Besitz der Pfeile des Herakles sein (die Philoktetes besaß);
- das trojanische Palladion stehlen, ein von Athene geschaffenes Relief;
- den Sohn des Achilleus, Neoptolemos, in ihren Reihen haben; Die Voraussage eines weiteren Orakels, dass der erste Grieche, der von den Schiffen an Land gehe, auch als Erster umkommen werde, wurde durch Protesilaos, den Anführer der Phylaker, erfüllt.

Philoktetes

Philoktetes war Herakles' Freund und Waffenträger gewesen und erhielt nach dessen Tod des Herakles todbringende Pfeile (vergiftet mit der Galle der Hydra) und den Bogen, weil er dessen Scheiterhaufen entzündete, als sich sonst niemand dazu bereit fand. Er segelte als einer der Anführer auf Seiten der Griechen mit sieben Schiffen gen Troja. Auf dem Weg wurde er jedoch, auf der Insel Chryse, bei einer Rast, von einer Schlange, wahrscheinlich einer Natter, gebissen. Da die Griechen seine Schmerzensschreie und die stinkende Wunde, die nicht heilte, nicht länger ertragen wollten, übernahm es Odysseus, ihn auf der Insel Lemnos auszusetzen. Medon übernahm das Kommando über Philoktetes' Mannen; letzterer blieb mit seinen Waffen – sehr ergrimmt – zehn Jahre lang alleine zurück. Als Helenos, der Sohn des Priamos, unter der Folter gestanden hatte, dass die Griechen nur siegen würden, wenn sie Herakles' Pfeile und Bogen auf ihrer Seite hätten (eine nun sehr schwer zu erfüllende Bedingung), holten Odysseus und Neoptolemos ihn zurück. Philoktetes' Wunde wurde von Asklepios oder dessen Sohn Machaon geheilt; Philoktet verwundete mit seinen Pfeilen den Paris tödlich. Siehe Äskulapstab

Diomedes

Äskulapstab Diomedes gelang es beinahe, Aeneas im Kampf zu töten; Aphrodite, Aeneas' Mutter, rettete ihn jedoch, indem sie ihn aus der Schlacht trug. Diomedes verletzte sie dabei, rasend vor Wut, am Handgelenk woraufhin Aphrodite ihren Sohn fallen ließ und weinend auf den Olymp floh, um sich von ihrem Vater, Zeus, trösten zu lassen. Aeneas wurde dann von Apollon in eine Wolke gehüllt und nach Pergamon gebracht, einem heiligen Ort in Kleinasien. Artemis heilte Aeneas dort. Später im Krieg befand sich Diomedes im Zweikampf mit Hektor, als er Ares, den auf seiten der Trojaner kämpfenden Gott des Krieges, erblickte. Diomedes forderte seine Soldaten zum geordneten Rückzug auf. Hera, die Mutter des Ares, sah Ares' Einmischung und erbat sich von Zeus die Erlaubnis, ihn mit Hilfe seiner Schwester Athene vom Schlachtfeld zu vertreiben. Dann forderte sie Diomedes auf, Ares direkt anzugreifen. Seinen Speer lenkte Athene und verletzte Ares an der Weiche. Dieser floh darauf das Kampfgeschehen, ließ sich von Aphrodite trösten und pflegte seine Wunde sowie seine verletzte Eitelkeit. Unter dem Wüten des Diomedes wichen die Trojaner, den göttlichen Beistand vermissend, daraufhin zurück. Diomedes war damit der einzige sterbliche Grieche, dem es jemals gelang gleich zwei der Olympier zu verwunden.

Glaukos

Der Lykier Glaukos, ein Enkel des Bellerophon und der Tydide Diomedes trafen sich voller Kampfgier auf dem Schlachtfeld. Diomedes wußte nicht, um wen es sich bei seinem Gegner handelte, während Glaukos sehr wohl wußte, mit wem er es zu tun hatte. Also sprach er >>"Diomedes, bereits mein Großvater Bellerophon, war bei dem Deinen, Öneus zu Gast."<<". Diomedes stieß daraufhin seine Lanze in den Boden, erneuerte die Freundschaft zwischen den Geschlechtern und tauschte mit Glaukos, dessen goldene Rüstung, gegen seine eigene eherne.

Das Trojanische Pferd

Die Belagerung der Griechen trat in das 10. Jahr, als Odysseus die kriegsentscheidende List ersann. Scheinbar die Belagerung aufgebend, hinterließen die Griechen ein riesiges Holzpferd, in dessen Bauch einige Griechen unter dem Kommando des Odysseus verborgen waren. Diese Idee war ihm durch eine Aussage des gefolterten trojanischen Sehers Helenos, gegenüber dem Seher Kalchas gekommen.
Durch allerlei Listen wurden die Trojaner bewogen, das Pferd als ein Geschenk in ihre Stadt zu nehmen, brachen eine Bresche in ihre unerstürmbare Mauer und brachten es in ihre Stadt. Nach der Siegesfeier der Trojaner konnten die im Pferd verborgenen Griechen nachts unbemerkt das Stadttor öffnen und die zurückgekehrte Armee in die Stadt lassen. Troja wurde niedergebrannt, und nur wenige Einwohner konnten entkommen. Bislang ungeklärt ist, ob es sich bei dem Pferd direkt um ein Sinnbild für den Erderschütterer Poseidon handelte – dann hätte dieser den Krieg entgegen seinem Willen entschieden – oder ob die vermeintliche Metapher wörtlich zu interpretieren ist.

Nach dem Krieg

Kalchas Der Geist des Achilleus erschien seinem Sohn Neoptolemos und verlangte, dass seine Geliebte Polyxena vor der Rückkehr dem Achill geopfert werde. Die Griechen trieben sie vor den Altar; dort tötete sie sich. Priamos' Weib Hekuba wurde eine Sklavin. Lykaon war bereits von Achilleus versklavt und bei einem Fluchtversuch getötet worden. Antenor, der Schwager und Ratgeber des Priamos, wurde verschont, da er immer zu Helenas Rückgabe an die Griechen geraten hatte. Kassandra wurde vom 'kleinen' Ajax vergewaltigt; sie wurde dann eine Konkubine Agamemnons und mit ihm in Mykene ermordet. (Vorausgesagt hatte sie alles, aber niemand glaubte ihr – gemäß einem Fluche Apollons, dem sie sich verweigert hatte.) Neoptolemos versklavte Andromache, die Witwe des Hektor (und Helenos); später ehelichte er sie. Helenos Kreusa wurde bei der Flucht aus Troja getötet. Ihr Gatte Aeneas konnte gemeinsam mit seinem Herold Misenos, seinem Vater Anchises, dem Heiler Iapyx und seinem Söhnchen Askanios (Julius) entkommen. Laut jüngeren römischen Sagen (Epen), insbesondere Vergils Aeneis, landete er nach langen Irrfahrten an der italienischen Küste, wo seine Nachkommen Rom gründeten. Da Aeneas göttlicher Abstammung (Mutter Aphrodite) war, konnte sich noch Gaius Iulius Caesar dessen rühmen.

Bearbeitungen des Themas

Der Trojanische Krieg inspirierte eine Reihe von Werken. Neben Homers Ilias sind Die Troerinnen des Euripides, Troilus & Criseyde von Geoffrey Chaucer, Les Troyens von Hector Berlioz und Der Trojanische Krieg findet nicht statt von Jean Giraudoux zu nennen. Eines der bekanntesten Werke ist wohl Shakespeares Troilus und Cressida. Es gibt verschiedene Übertragungen dieser Sagenstoffe ins Deutsche, man vergleiche nur Friedrich Schillers großes schwermütiges Gedicht Das Siegesfest. Die bekannteste stammt aus dem 19. Jahrhundert von Gustav Schwab (Schwabs klassische Sagen des Altertums, bis in die 1950er Jahre ein Hausbuch des deutschen Bürgertums (wo man bei jedem Abiturienten die ziemlich genaue Kenntnis des Trojanischen Krieges voraus setzen konnte)). Eine speziell für Kinder geschriebene Übertragung stammt von Franz Fühmann (Das Hölzerne Pferd). Die Geschichte wurde auch zur Grundlage des gleichnamigen Kinofilms von Wolfgang Petersen aus dem Jahre 2004. Die Handlung des Films weicht jedoch in bemerkenswert vielen Punkten von der antiken Überlieferung ab. Moderne Bearbeitungen stammen oft aus dem Bereich der Fantasy oder der historischen Spekulation, wie in Gisbert Haefs' Umsetzung "Troja", die mit einigen sehr eigenwilligen, aber oft auch überzeugenden, realistischen Interpretationen der überlieferten Legenden aufwartet. Der amerikanische Schriftsteller Dan Simmons setzte die Geschehnisse der Ilias in seinem Science Fiction-Roman Ilium um.

Wichtige Kriegsteilnehmer

Griechen


- Akamas
- Achilleus (durch Paris Pfeil umgekommen; in Heinrich von Kleists Penthesilea ist es diese selbst)
- Agamemnon (der Anführer der Griechen, er wird am Tage seiner Rückkehr von seiner Frau Klytaimnestra und ihrem Liebhaber Aigisthos im Bad ermordet)
- Ajax der Große (Aias der Telamonier, der große Aias; er tötet sich)
- Ajax der Kleine (Aias der Lokrer, der kleine Aias; er scheitert und ertrinkt auf der Rückfahrt)
- Alkmaion
- Antilochos (fällt durch Memnons Hand)
- Asklepios
- Automedon
- Kanopus (Griechenland)
- Diomedes
- Glaukos
- Epeios
- Eteoneus
- Eumelos
- Euryalos
- Eurybatos
- Eurypylos
- Halaisos
- Idomeneus
- Machaon (fällt durch die Hand Penthesileas')
- Medon (fällt durch Aineias' Hand)
- Menelaos (kehrt mit Helena unversehrt zurück und regiert Sparta noch lange)
- Meriones
- Neoptolemos
- der greise Nestor (kehrt heil nach Pylos zurück und regiert es noch lange)
- Nireus
- Odysseus (der "Listenreiche", sein Geschick behandelt Homers Odyssee)
- Palamedes (wird durch Odysseus' Heimtücke Opfer eines Justizmordes)
- Patroklos (fällt durch Hektors Hand)
- Philoktetes
- Podarkes (fällt durch die Hand Penthesileas)
- Polidarios
- Polypoetes
- Protesilaos (fällt durch Hektors Hand)
- Sinon
- Stentor
- Sthenelos
- Teukros
- Thersander (fällt durch Telephos' Hand)
- Thersites
- Xanthos

Trojaner/innen und ihre Verbündete


- Aineias
- Anchises
- Andromache
- Antiphus (fällt durch Agamemnons Hand)
- Askanios
- Astyanax (wird als kleines Kind von Neoptolemos gemeuchelt)
- Deiphobos (fällt durch Menelaos' Hand)
- Dolon (fällt durch Odysseus' und Diomedes' Hand)
- Eurypylos (fällt durch Neoptolemos' Hand)
- Eurytion
- Glaukos
- Hektor (fällt durch Achilleus' Hand)
- Hekuba
- Helenos
- Hiketaon
- Kassandra (wird durch Agamemnons Frau Klytaimnestra ermordet)
- Kebriones (fällt durch Patroklos' Hand)
- Kleite
- Koroibos
- Kyknos (fällt durch Achilleus' Hand)
- Iapyx
- Lykaon
- Memnon, der Äthiopier
- Mygdon
- Pandaros (fällt durch Diomedes' Hand)
- Paris, auch Alexandros, fällt durch Philoktetes' Pfeil)
- Penthesilea, die Amazone, (fällt durch Achilleus' Hand)
- Phorkys (fällt durch die Hand Ajax' des Großen)
- Polites (fällt durch Neoptolemos' Hand)
- Polydamas
- Polyxena (fällt durch Neoptolemos' Hand)
- Priamos (erschlagen von Neoptolemos)
- Rhesos
- Sarpedon (fällt durch Patroklos' Hand)
- Tenes
- Troilos (fällt durch Achilleus' Hand)
- Zwei Söhne des Merops (fallen durch Diomedes' Hand)

Götter auf Seiten der Griechen


- Athene
- Hera Vgl. dazu: Eris
- Poseidon
- Hephaistos
- Hermes

Götter auf Seiten der Trojaner


- Aphrodite
- Apollon
- Ares
- Artemis
- der Flussgott Skamander

Griechische Verbündete


- Achaier (dies bei Homer der Name für die Griechen überhaupt, das Wort "Hellenen" benutzte er noch nicht)
- Aigineten
- Argiver
- Kreter
- Iolker
- Ithaker
- Lokrer
- Lykier
- Myrmidonen
- Pheraier
- Spartaner

Trojanische Verbündete


- Aithiopen
- Amazonen
- Kolonaier
- Phryger

Weitere Beteiligte


- Meges, Anführer der Epeaner oder Dulichier.
- Mentes, König der Kikonen
- Mentes, König der Taphier Siehe auch: Liste von Kriegen, Liste von Schlachten; unter Homer die "Homerische Frage".

Weblinks


- http://www.mythentor.de/griechen/troja1.htm
- http://www.temple.edu/classics/troyimages.html Kategorie:Antike (Krieg) Kategorie:Griechische Mythologie Kategorie:Griechische Geschichte (Antike) ja:トロイア戦争 ko:트로이 전쟁 simple:Trojan War

Agamemnon

Agamemnon war nach der griechischen Mythologie König von Mykene. Er war der Sohn des Atreus und der Aerope. Nachdem er den ersten Mann von Klytaimnestra getötet hatte, nahm er diese zur Frau. Mit ihr war er Vater der Chrysothemis, der Elektra, der Iphigenie und des Orestes. Als Oberbefehlshaber der Griechen führte er die griechischen Fürsten gegen Troja. Der Anlass des Trojanischen Krieges war, dass die Frau seines Bruders Menelaos, die schöne Helena, von Paris nach Troja entführt worden war. Da Agamemnon in Aulis eine der Göttin Artemis heilige Hirschkuh erlegt hatte, schickte diese seiner Flotte Gegenwinde. Um die Winde zu besänftigen, opferte er auf Anraten des Sehers Kalchas seine Tochter Iphigenie der Göttin. Agamemnon, den die Ilias als arrogant und häufig egoistisch zeigt, führte die Achaier mit Stärke, aber auch rücksichtslos und eigennützig. Wie Achilles nahm er keine Rücksicht, und ihm fehlte der Weitblick. Durch seinen taktlosen Raub der Kriegstrophäe des Achilles, der Jungfrau Briseis, stürzte er die Achaier in eine Krise, da sich Achilles gekränkt vom Krieg zurückzog. Nach zehnjähriger Belagerung fiel Troja, und Agamemnon kehrte mit der trojanischen Prinzessin Kassandra nach Mykene zurück. Dort wird er von seiner Frau Klytaimnestra und ihrem Geliebten Aigisthos im Bad erschlagen als Strafe dafür, dass Agamemnon seine Tochter opferte. Wegen dieser Tat ermordete Agamemnons Sohn Orestes seine Mutter. 1876 entdeckte Heinrich Schliemann bei Ausgrabungen in Mykene eine goldene Maske, die Agamemnon gehört haben soll. Nach heutigen Erkenntnissen stammt die Goldmaske des Agamemnon allerdings aus einer früheren Ära.

Siehe auch:


- Tantaliden Kategorie:Griechische Mythologie Kategorie:Literarische Figur ja:アガメムノン ko:아가멤논

Achaier

Die Achaier oder Achäer waren ein indogermanischer vor- bzw. frühgriechischer Volksstamm. Ursprünglich lebten sie in Thessalien. Durch die Dorische Wanderung wurden sie in die nach ihnen benannte Landschaft Achaia im Nordwesten der Peloponnes verdrängt. In Homers Epen steht die Bezeichnung neben Danaer für Griechen insgesamt. Viel diskutiert ist die Frage, ob mit den in hetitischen Schriftquellen des öfteren erwähnten Ahhijawa um "Achäer" gehandelt haben könnte. Derzeit geht die Mehrzahl der Forscher davon aus. Demnach wäre der Begriff Achäer nicht auf Griechen einer bestimmten Region bezogen, sondern - wie bei Homer - ehemals ein Sammelbegriff für die Griechen der mykenischen Zeit gewesen. Auch die z.Z. des Merenptah und Ramses III. erwähnten und zu den sog. "Seevölkern" gerechneten "Aqwaiwascha" werden von einem Teil der Forschung mit Ahhijawa und Achäern gleichgesetzt. Die Achaier waren auch namensgebend für den Achaiischen Bund, einem gegen Makedoniens Expansion ausgerichteten Städtebund (280 - 146 v. Chr.). Der Achaiische Bund beherrschte zeitweilig fast die ganze Peleponnes, bis er schließlich um 146 v. Chr. vom Römischen Reich erobert wurde. Siehe auch: Portal:Antike, Portal:Geschichte Liste achäischer Stadtgründungen Kategorie:Griechische Geschichte (Antike)

Odyssee

eine Weinschale.]] Die Odyssee (altgriechisch Oδύσσεια, Odysseía) ist nach der Ilias das zweite dem griechischen Dichter Homer zugeschriebene Epos. Im späten 8. Jahrhundert v. Chr. niedergeschrieben, schildert es die Abenteuer des Königs Odysseus von Ithaka und seiner Gefährten auf der Heimkehr aus dem Trojanischen Krieg. Die Odyssee gehört zu den ältesten und einflussreichsten Werken der abendländischen Literatur. In vielen Sprachen ist der Begriff „Odyssee“ zu einem Synonym für lange Irrfahrten geworden.

Der Inhalt der Odyssee

Irrfahrt Mit der Anrufung der Muse beginnt die – nach Homers Ilias – älteste Dichtung der abendländischen Literatur: : Ándra moi énnepe, Moúsa, polýtropon, hós mala pólla : plánchthe, epeí Troiés hiërón ptoliéthron epérse; : póllon d'ánthropón íden ástea kaí noon égno, : pólla d' ho g' én pontó pathen álgea hón kata thýmon, : árnymenós hen té psychén kai nóston hetaíron. : áll' oud' hós hetaroús errhýsato, híëmenós per; : aúton gár spheterésin atásthaliésin olónto, : népioi, hoí kata boús Hyperíonos Éëlioío : ésthion; aútar ho toísin apheíleto nóstimon émar. In der Übersetzung von Johann Heinrich Voss aus dem Jahr 1781 lauten die gesamten Eingangsverse der Odyssee so: :Sage mir, Muse, die Taten des vielgewanderten Mannes, :Welcher so weit geirrt, nach der heiligen Troja Zerstörung, :Vieler Menschen Städte gesehn und Sitte gelernt hat, :Und auf dem Meere so viel unnennbare Leiden erduldet, :Seine Seele zu retten und seiner Freunde Zurückkunft. :Aber die Freunde rettet' er nicht, wie eifrig er strebte; :Denn sie bereiteten selbst durch Missetat ihr Verderben: :Toren! welche die Rinder des hohen Sonnenbeherrschers :Schlachteten; siehe, der Gott nahm ihnen den Tag der Zurückkunft. In 12.200 solcher Hexameterverse, die in 24 Gesänge unterteilt sind, erzählt die Odyssee, wie der König der kleinen Insel Ithaka nach zehn Jahren Krieg weitere zehn Jahre umherirrt. Nach vielen Abenteuern kehrt er schließlich als Bettler unerkannt heim und findet sein Haus voller Fremder, die sein Eigentum aufzehren. Sie reden seiner Frau Penelope ein, er sei tot, und wollen sie zwingen, einen von ihnen zu heiraten. In einem letzten Abenteuer muss Odysseus den Kampf gegen diese Freier bestehen. Eine Parallelhandlung, die „Telemachie“, erzählt, wie sich Telemachos, der Sohn von Odysseus und Penelope, auf die Suche nach dem vermissten Vater macht.

Die 24 Gesänge

Telemachos Um die Spannung stets aufrecht zu halten, bedient sich Homer einer sehr komplexen Erzählweise. Er arbeitet zum Beispiel mit Parallelhandlungen, Rückblenden, Einschüben, Perspektiv- und Erzählerwechseln. Die Handlung wird nicht chronologisch erzählt, sondern setzt kurz vor der Rückkehr Odysseus' nach Ithaka ein. Sie gliedert sich wie folgt:
- 1.-4. Gesang: Der Rat der Götter beschließt, Odysseus die Heimkehr zu ermöglichen. Daraufhin fordert der Götterbote Hermes die Nymphe Kalypso auf, Odysseus ziehen zu lassen. Unterdessen überredet die Göttin Athene in Gestalt des väterlichen Freunds Mentor Odysseus' Sohn Telemachos, sich auf die Suche nach dem vermissten Vater zu machen. Dessen Frau Penelope wird von zahlreichen Freiern bedrängt, einen von ihnen zu heiraten.
- 5.-8. Gesang: Auf einem selbstgebauten Floß verlässt Odysseus die Insel Ogygia, auf der Kalypso ihn sieben Jahre lang festgehalten hat. Doch sein Widersacher, der Meeresgott Poseidon, erregt einen Sturm, in dem das Floß untergeht. Als Schiffbrüchiger rettet sich Odysseus mit letzter Kraft auf die Insel Scheria. In der Heimat der Phaiaken, einer Nachbarinsel Ithakas, wird er gastfreundlich aufgenommen.
- 9.-12. Gesang: Im zentralen Teil des Epos erzählt Odysseus zwei Nächte hindurch im Haus des Phaiakenkönigs Alkinoos die Geschichte seiner Irrfahrten (siehe unten: Die Irrfahrten des Odysseus).
- 13.-16. Gesang: Nun werden die beiden Handlungsstränge, die „Telemachie“ und die eigentliche „Odyssee“ zusammengeführt. Odysseus kehrt mit Hilfe der Phäaken nach Ithaka heim, muss sich aber im Haus des treuen Sauhirten Eumaios verbergen, bis er den Kampf mit den Freiern wagen kann. Hier begegnet er auch dem von seiner erfolglosen Suche zurückgekehrten Telemachos.
- 17.-20. Gesang: Zu seinem Schutz verleiht Athene Odysseus die Gestalt eines Bettlers. Als solcher kehrt er nach 20 Jahren in sein Haus zurück, wo ihn zunächst nur sein alter sterbender Hund Argos wiedererkennt, später dann auch die alte Magd Eurykleia. Insgeheim bereitet sich Odysseus auf den Kampf mit den Freiern vor.
- 21.-22. Gesang: Bei einem Bogenkampf gibt sich Odysseus zu erkennen und tötet mit Hilfe von Telemachos und Eumaios die Freier sowie die Mägde und Knechte, die sich als untreu erwiesen haben.
- 23.-24. Gesang: Odysseus sieht nach 20 Jahren seine Frau Penelope wieder. Doch erst nachdem sie ihn mit einer List auf die Probe gestellt hat, erkennt sie in ihm den Gatten. Anschließend besucht Odysseus seinen alten Vater Laërtes. In der Unterwelt preisen Achilles und Agamemnon, Odysseus' Mitkämpfer vor Troja, dessen siegreiche Heimkehr. Die Göttin Athene schlichtet den Streit zwischen Odysseus und den Verwandten der erschlagenen Freier.

Die Irrfahrten des Odysseus

Im Zentrum des Epos steht in den Gesängen 9 bis 12 Odysseus' eigene Schilderung seiner Abenteuer bis zu seiner Landung auf der Insel der Phaiaken. Dieser, eher märchenhafte Teil wird von vielen Forschern für das ursprüngliche Epos gehalten, das später um die einleitende Telemachie und die ausführliche Schilderung des Freiermords am Ende erweitert wurde.

Kikonen, Lotophagen und Kyklopen

Nachdem die Ithaker Troja auf zwölf Schiffen verlassen haben, überfallen Odysseus und seine Männer zunächst die mit den Trojanern verbündeten thrakischen Kikonen, werden von diesen aber vertrieben. Dann verschlägt ein Sturm ihre Schiffe weit über Kap Malea, die Südspitze der Peloponnes und die Insel Kythera hinaus ins Land der Lotophagen, der Lotosesser. Einige Männer kosten von der Frucht, die süchtig macht und sie ihre Vergangenheit und ihre Heimat vergessen lässt. Sie müssen daraufhin mit Gewalt auf die Schiffe gebracht werden. Anschließend landen Odysseus und seine Gefährten auf einer Insel, die von je allein lebenden einäugigen Riesen bevölkert ist, den Kyklopen. Der Kyklop Polyphem sperrt sie in seiner Höhle ein und droht, sie nacheinander zu verspeisen. Odysseus, der sich ihm listig als „Niemand“ (griechisch oudeís, zugleich ein Wortspiel, da es auch ein Kosename für Odysseus ist) vorgestellt hat, gelingt es, Polyphem betrunken zu machen und ihn dann mit einem glühenden Pfahl zu blenden. Als andere Kyklopen auf Polyphems Gebrüll hin herbeieilen, ruft dieser ihnen zu, „Niemand“ habe ihm etwas angetan, so dass sie wieder umkehren. Um seine Schafe auf die Weide zu lassen, muss Polyphem den Stein vor seiner Höhle weg wälzen. So können Odysseus und seine Gefährten entkommen. Als Polyphem ihre Flucht bemerkt, schleudert er Felsen in die Richtung, in der er die Schiffe vermutet, verfehlt sie aber. Hochmütig enthüllt Odysseus Polyphem seinen wahren Namen. In seinem Zorn bittet dieser seinen Vater Poseidon, Odysseus auf dem Meer umkommen zu lassen oder seine Heimkehr zu verhindern.

Aiolos, Laistrygonen, Kirke und Hades

Der Windgott Aiolos, dessen Insel er als nächste anläuft, schenkt Odysseus einen Lederschlauch, in dem alle Winde eingesperrt sind, bis auf den, der seine Schiffe sicher nach Ithaka treiben soll. Doch als Odysseus' ahnungslose Gefährten kurz vor dem Ziel den Schlauch aus Neugier öffnen, entweichen alle Winde und ihre Schiffe werden zur Insel des Aiolos zurückgetrieben. Dieser verweigert daraufhin jede weitere Hilfe. Als nächstes gelangen Odysseus und seine Leute zu den Laistrygonen, einem menschenfressenden Riesenvolk, das elf ihrer zwölf Schiffe vernichtet. Mit seinem letzten Schiff kommt Odysseus zur Insel Aiaia, wo die Zauberin Kirke (auch: „Circe“ oder „Zirze“) einige seiner Gefährten in Schweine verwandelt. Ihm selbst gelingt es mit Hilfe des Götterboten Hermes, dem Zauber zu entgehen und seine Gefährten zu befreien. Schließlich gewinnt er sogar Kirkes Liebe, die ihn überzeugen will, für immer bei ihr zu bleiben. Die betreffende Zeile ist ein Beispiel für Homers Wortmusik. Danach bezirzt Kirke Odysseus folgendermaßen:
: aíei dè malakoísi kai haímylioísi logoísi
: thélgei ...
: (ímmer jedóch mit weíchen schmeíchelnden Wörtchen ...)
Doch nach einem Jahr beschließt er, die Heimreise fort zu setzen. Kirke rät ihm, zuvor den toten Seher Teiresias im Hades, der griechischen Unterwelt, nach seinem weiteren Schicksal zu befragen. Im Hades trifft er auch seine inzwischen verstorbene Mutter, Mitkämpfer aus dem Trojanischen Krieg und seinen verunglückten Gefährten Elpenor, den er glaubte, gesund bei Kirke zurück gelassen zu haben. Der Seher Teiresias gibt ihm Ratschläge für die Weiterfahrt.

Seeungeheuer, Helios' Rinder, Kalypso

Nach dem Besuch in der Schattenwelt segelt Odysseus zunächst an der von Klippen umgebenen Insel der Sirenen vorüber. Mit ihren betörenden Gesängen locken die Sirenen alle Schiffe in Hörweite ins Verderben. Um diese Gesänge dennoch hören zu können, lässt sich Odysseus an den Mast fesseln, während seine Gefährten sich die Ohren mit Wachs verschließen müssen. Anschließend passieren sie mit knapper Not die Meerenge, an deren Rändern zwei Seeungeheuer drohen: die sechsköpfige, menschenverschlingende Skylla und die Charybdis, die einen Strudel verursacht, in dem ganze Schiffe versinken. Charybdis Ermattet und ausgehungert erreichen sie die Insel des Sonnengottes Helios. Trotz Odysseus' Warnung schlachten die Gefährten dessen heilige Rinder. Zur Strafe kommen sie nach ihrer Abreise allesamt in einen Sturm um. Nur Odysseus kann sich auf die Insel Ogygia der Nymphe Kalypso retten. Diese hält Odysseus sieben Jahre auf ihrer Insel fest und lässt ihn erst auf Geheiß der Götter wieder ziehen. Er baut ein Floß und gelangt trotz eines Sturms, den Poseidon entfacht, nach Scheria, der Insel der Phaiaken, wo die Königstochter Nausikaa ihn nackt am Strand findet. An zwei aufeinanderfolgenden Abenden erzählt Odysseus den Phaiaken und ihrem König Alkinoos seine Geschichte. Anschließend beschenken sie ihn reich und bringen ihn heim nach Ithaka.

Die Homerische Frage

Die Frage nach Entstehung, Autorenschaft und realen Hintergründen der Odyssee beschäftigt die altphilologische Forschung seit zwei Jahrhunderten.

Entstehung des Großepos

Nausikaa Da die Handlung der Odyssee unmittelbar an die Ilias anschließt, könnten erste mündliche Fassungen des Epos bereits kurz nach den kriegerischen Ereignissen am Ende der Bronzezeit (um 1150 v. Chr.) entstanden sein, die den realen Hintergrund zum Sagenkreis um den Trojanischen Krieg bilden. Mit Sicherheit wurden verschiedene Urfassungen der Odyssee jahrhundertelang durch Sänger, so genannte Rhapsoden, mündlich tradiert und dabei immer wieder verändert. Der metrische Rhythmus der Verse diente dem vortragenden Sänger als Gedächtnisstütze. In der Forschung wird heute allgemein angenommen, dass verschiedene Kurzepen zur Odyssee dichterisch zusammengefasst wurden. Ursprünglich dürften mindestens zwei verschiedene Geschichten existiert haben: zum einen die des Troja-Heimkehrers Odysseus, der die Freier tötet, welche die Zeit seiner Abwesenheit ausgenutzt haben; zum anderen die abenteuerlichen Seefahrergeschichten, die ihrerseits aus verschiedenen Quellen stammen und erst später Odysseus zugeschrieben wurden. In einer vor-homerischen Urfassung schilderte die Odyssee vermutlich in einfacher zeitlicher Abfolge die Irrfahrten des Helden, seine Heimkehr und den Freiermord. Die Niederschrift der Odyssee, auf welche die heute bekannte Form des Epos zurück geht, erfolgte nach weitgehender aber nicht unumstrittener Forschungsmeinung um 720 v. Chr. Erst dabei könnte der dritte Handlungsstrang hinzu gefügt worden zu sein: die einführenden Gesänge der Telemachie, die Geschichte von der Suche des Telemachos nach seinem Vater. Sie diente dem Zweck, die Spannung zu erhöhen und - durch die Schilderung der Zustände auf Ithaka – Odysseus’ spätere Rache an den Freiern als gerechtfertigt hinzustellen.

Die Frage des Autors

Mit der Veröffentlichung des Werks Prolegomena ad Homerum des Hallenser Altphilologen Friedrich August Wolf im Jahr 1795 setzt die moderne Homer-Forschung ein. Die so genannten Homerischen Fragen, die sich seither stellen, sind bis heute nicht zufriedenstellend beantwortet worden: Hat Homer dem gesamten Epos seine heutige Form gegeben oder bereits Vorhandenes lediglich redigiert? Hat er nur die Telemachie hinzugefügt? Ist er überhaupt der Dichter der Odyssee gewesen? Einige Forscher weisen auf den zeitlichen Abstand zwischen der um 750 v. Chr. entstandenen Ilias und der Odyssee hin sowie auf die inhaltlichen Diskrepanzen – hier Kriegsepos mit realistischem Hintergrund, dort märchenhafte Abenteuer – um zu begründen, warum Homer nicht gleichzeitig der Autor beider Werke gewesen sein kann. Andere halten es auf Grund der stilistischen Ähnlichkeiten zwischen beiden Epen durchaus für möglich, dass die Odyssee ein Alterswerk des Ilias-Dichters ist. Fest steht nur, dass der Odyssee-Dichter sich stilistisch eng an der Ilias orientiert und viele ihrer Formulierungen übernommen hat, so dass er zumindest dem Umfeld Homers zuzuordnen ist. Auch Forscher, die Ilias und Odyssee für Werke zweier verschiedener Autoren halten, bezeichnen beide als "homerische Epen". Goethe spottete schon 1795 über die Versuche, Ilias und Odyssee textkritisch zu zergliedern: :"Die Idee mag gut sein, und die Bemühung ist respektabel, wenn nur nicht diese Herren, um ihre schwachen Flanken zu decken, gelegentlich die fruchtbarsten Gärten des ästhetischen Reichs verwüsten und in leidige Verschanzungen verwandeln müssten. Am Ende ist mehr Subjektives, als man denkt, in diesem ganzen Krame."

Lokalisierungen der Odyssee

Seit Heinrich Schliemanns Ausgrabungen in Troja ist erwiesen, dass die Ilias einen realen Hintergrund hatte. Alle Versuche, auch der Odyssee reale Schauplätze zuzuweisen, bleiben dagegen umstritten, da ihr Stoff über weite Passagen märchenhafte Züge trägt. Aus diesem Grund hat sich schon im 3. Jahrhundert v. Chr. der Geograph Eratosthenes über Versuche einer exakten Lokalisierung einzelner Schauplätze lustig gemacht. Andere Gelehrte, wie Herodot, haben es dennoch versucht. Außer bei wenigen Textstellen, in denen der Dichter tatsächlich existierende Landschaften und Orte nennt - zum Beispiel Thrakien, Kap Malea, Kythera, Ithaka - blieben solche Versuche aber stets Spekulation. So wurde schon in der Antike die Tunesien vorgelagerte Insel Djerba mit dem Land der Lotosesser identifiziert. Sizilien sollte sowohl die Heimat der Kyklopen als auch die Insel Thrinakia des Sonnengottes Helios gewesen sein. Ustica, eine Insel nördlich Siziliens, wurde dem Windgott Aiolos zugeordnet. Die Seeungeheuer Skylla und Charybdis hätten demnach an der Meerenge von Messina und die Laistrygonen an der Südspitze Korsikas gehaust. In der maltesischen Insel Gozo wollten manche Gelehrte das Ogygia der Nymphe Kalypso erkennen. Ein Vorgebirge bei Neapel trägt bis heute den Namen Kap Circeo, aber welche der vorgelagerten Inseln diejenige der Zauberin Kirke gewesen sein soll, ist ebenso umstritten wie alles andere. Möglicherweise verlegte der Dichter die Reise des Odysseus ganz einfach in seine eigene Gegenwart und schilderte sie als eine Umschiffung Süditaliens, das zu seiner Lebenszeit gerade von griechischen Kolonisten besiedelt wurde.

Zur Textüberlieferung

Die Überlieferung des Texts, so wie ihn der Dichter der Odyssee Ende des 8. Jahrhunderts v. Chr. abgefasst hat, ist schon für die Antike nicht ganz sicher. Von der Odyssee wie von der Ilias dürften schon kurz nach der Niederschrift viele von einander abweichende Kopien im Umlauf gewesen sein. Die hohe Wertschätzung, die den homerischen Texten schon früh zuteil wurde, führte aber dazu, dass immer wieder textkritische Rekonstruktionen der Urfassung angefertigt wurden; im Athen des Tyrannen Peisistratos Ende des 6. Jahrhunderts v. Chr. geschah dies sogar auf Staatskosten. Bis in frühhellenistische Zeit weisen Papyri jedoch voneinander und von der Athener Version abweichende Textfassungen auf. Dies änderte sich erst nach der Gründung der Bibliothek von Alexandria durch Ptolemaios I. Soter im Jahr 288 v. Chr. Die Gelehrten Zenodot von Ephesus, Aristophanes von Byzanz und vor allem Aristarchos von Samothrake, der sechste Vorsteher der Bibliothek, erstellten durch Vergleiche und textkritische Methoden, wie sie noch heute angewandt werden, kanonische Fassungen beider Epen, die wahrscheinlich den Athener Versionen entsprachen. Zwar gingen im Laufe der Jahrtausende auch die Schriften der drei Bibliotheksvorsteher weitgehend verloren. Doch gehen die Abschriften beider Epen bis zum Ende der Antike und ihre heutige Textgestalt mit einiger Sicherheit auf deren Arbeiten zurück. Dies hat vor allem mit der bereits erwähnten Verehrung Homers in der gesamten antiken Welt zu tun. Odyssee und Ilias gehörten zum Kern des antiken Bildungskanons, und seit der Tätigkeit der alexandrinischen Bibliothekare wurde auf eine getreue Weitergabe der Texte geachtet. Komplette Abschriften beider Werke aus der Antike sind allerdings nicht erhalten. Zu den ältesten Textzeugnissen gehören der Londoner Homer-Papyrus aus der ersten Hälfte des 2. sowie der Berliner Homer-Papyrus aus dem 3. Jahrhundert. Die älteste erhaltene Handschrift des ganzen Homer wurde im Konstantinopel des 12. Jahrhunderts angefertigt. Inkunabeln, Erstdrucke, der Odyssee stammen aus dem 16. Jahrhundert. Zwischen der ersten schriftlichen Fixierung der homerischen Epen und ihrer ältesten bis heute erhaltenen, vollständigen Abschrift liegen also 2000 Jahre. Dennoch geht die Forschung davon aus, dass die heutigen Fassungen dank der Vorarbeit der antiken Gelehrten im wesentlichen den Texten des 8. Jahrhunderts v. Chr. entspricht.

Nachwirkungen

Die Odyssee ist nicht nur eines der ältesten, sondern auch eines der meist bearbeiteten Werke der abendländischen Literatur- und Kulturgeschichte. Sowohl der Stoff - phantastische Irrfahrten und Abenteuer - als auch der Held - der listenreiche aber einsame Dulder, der nach langen Jahren heimkehrt und seine vertraute Welt nicht wiederfindet - sind in literarischen, dramatischen oder musikalischen Werken, bis hin zum modernen Film, immer wieder aufgegriffen worden. Der Philosoph Theodor W. Adorno sah in Odysseus den ersten modernen Menschentyp in der Literaturgeschichte. Er sei beispielsweise der erste Charakter, der sich nicht den Göttern und dem Schicksal ergebe, sondern, teilweise unter Leugnung seiner Identität, erfolgreich gegen beide ankämpfe - und damit erst zum Herrscher über sein eigenes Geschick werde. Die Leugnung der Identität ist nach Adorno insofern revolutionär, als damit erstmals der schamanistische, identitätsstiftende Charakter des eigenen Namens überwunden werde. Der moderne Mensch müsse wie Odysseus fähig sein, seine Identität aufzugeben, um sie zu erhalten.

Literarische Bearbeitungen

Die Reihe der Werke, die sich von der Odyssee inspirieren ließen, beginnt schon in der Antike. Der römische Dichter Vergil - zuweilen als "zweiter Homer" bezeichnet - nahm sie sich zum Vorbild, als er das römische Nationalepos, die Aeneis, schuf. Er schildert darin das Schicksal des trojanischen Helden Aeneas, den es nach der Zerstörung der Stadt ebenfalls in aller Herren Länder verschlägt, bevor er sich in Italien niederlässt und zum mythischen Stammvater der Römer wird. Einflüsse der Odyssee sind auch in den arabischen Märchen von Sindbad dem Seefahrer erkennbar. Die Gestalt des Odysseus wurde von vielen Dichtern als Urbild des Menschen an sich verstanden: Neugierig, listig und stets auf der Suche nach Wissen und Erfahrung, gelingt es ihm immer wieder, Gefahren zu meistern. Andererseits muss er, der Willkür der Naturgefahren und der Götter ausgeliefert, „unnennbare Leiden erdulden“. Odysseus gilt daher als literarisches Vorbild für so unterschiedliche Figuren wie Goethes "Faust" oder Jules Vernes Kapitän Nemo, dessen lateinischer Name (deutsch: "Niemand") der Kyklopen-Episode entnommen ist. Als literarisch anspruchsvollste, moderne Bearbeitung des Stoffs gilt der Roman "Ulysses" (engl. für "Odysseus") von James Joyce. Das 1922 erschienene, stilistisch bahnbrechende Werk gilt als einer der wichtigsten Romane des 20. Jahrhunderts. Es schildert einen Tag, den 16. Juni 1904, im Leben des Anzeigenverkäufers Leopold Bloom, der durch Dublin streift, dabei alltägliche Dinge erlebt - die aber exakt mit Odysseus' Abenteuern korrespondieren - und der spät nachts zu seiner Frau Molly heimkehrt. In Deutschland griffen nach dem 2. Weltkrieg Heimkehrerdramen wie Wolfgang Borcherts "Draußen vor der Tür" das zentrale Thema der Odyssee wieder auf.

Die Odyssee in Oper und Film

Auch Opernkomponisten und Filmregisseure haben sich des Stoffs der Odyssee und der Figur ihres Helden immer wieder bedient. Als Themen beliebt waren die Rückkehr des Helden zu Penelope, etwa in "Il ritorno d'Ulisse in patria" ("Die Heimkehr des Odysseus", Venedig 1641) von Claudio Monteverdi, und die Episode bei der Zauberin Kirke, z. B. in Charpentiers Schauspielmusik zu "Circé" (Paris 1675). Georg Friedrich Händels letzte Oper "Deidamia" (London 1741) behandelt eine Episode aus Odysseus' Leben vor dem Trojanischen Krieg. In Gabriel Faurés Oper "Penelope" spielt Odysseus' geduldig wartende Frau die Hauptrolle. Neueren Datums sind Luigi Dallapiccolas Oper "Ulisse" ("Odysseus"), die 1968 in Berlin Premiere feierte, sowie "Odysseus auf Ogygia" von Klaus Michael Arp, uraufgeführt 1988 in Koblenz. Die Zahl der Verfilmungen der Odyssee oder von Stoffen, die sich an ihr orientieren, dürfte kaum festzustellen sein. Bereits in der Stummfilmzeit wurden erste Fassungen gedreht, etwa der - allerdings nie fertig gestellte - Film "Die Odyssee" von Fritz Lang. Mario Camerini schuf 1954 den Monumentalfilm "Die Fahrten des Odysseus" mit Kirk Douglas in der Titelrolle, der für die damalige Zeit mit beachtlichen Spezialeffekten und Tricktechniken aufwartete. Eine aktuelle Bearbeitung des Stoffs ist Andrei Konchalovskys "Die Abenteuer des Odysseus" von 1997, die mit Fantasy-Elementen angereichert wurde. Stanley Kubricks Science Fiction-Klassiker "2001: Odyssee im Weltraum" nach dem gleichnamigen Roman von Arthur C. Clarke folgt der Handlung des Epos nicht chronologisch, sondern ist eine freie, teils stark verfremdende Bearbeitung mit zahlreichen Anspielungen auf das Original. Kubricks Odysseus ist die ganze Menschheit, deren Reise durch die Zeit nach dem ersten Krieg und der Erfindung der ersten Waffe