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Iljuschin

Iljuschin

Iljuschin ist ein russischer Flugzeughersteller. Gegründet wurde Iljuschin von Sergei Wladimirowitsch Iljuschin (
- 1894; † 1977). Iljuschin stellt gegenwärtig Trainingsflugzeuge (Il-103), Turboprop-Regionalflugzeuge (Il-114), vierstrahlige Frachtjets (Il-76) und vierstrahlige Langstreckenflugzeuge (Il-96-300) her. Zudem befindet sich ein kleines militärisches Transportflugzeug (Il-112) in der Entwicklung. Aus der Entwicklung des „Russian Regional Jet RRJ“ hat sich Iljuschin kürzlich zurückgezogen. Federführend ist dort der auf Kampfjets spezialisierte Hersteller Suchoi, zusammen mit Boeing. Das Kürzel für Flugzeuge von Iljuschin lautet Il ( Ил ).

Militärische Flugzeuge von Iljuschin


- Iljuschin A-50 Mainstay
- Iljuschin DB-3
- Iljuschin Il-2 Sturmowik
- Iljuschin Il-4 Bob
- Iljuschin Il-6
- Iljuschin Il-10 Sturmowik
- Iljuschin Il-20 Coot A
- Iljuschin Il-22
- Iljuschin Il-28 Beagle
- Iljuschin Il-30
- Iljuschin Il-32
- Iljuschin Il-40
- Iljuschin Il-46
- Iljuschin Il-54
- Iljuschin Il-76 Candid Iljuschin Il-76]

Zivile Flugzeuge von Iljuschin


- Iljuschin Il-12
- Iljuschin Il-14 Crate
- Iljuschin Il-18 Moskva
- Iljuschin Il-62 Classic
- Iljuschin Il-86 Camber
- Iljuschin Il-96
- Iljuschin Il-103
- Iljuschin Il-114

Siehe auch

Verkehrsflugzeug - Liste von Flugzeugtypen - Airbus - Antonow - Berijew - Boeing - Bombardier - Embraer - Iljuschin - Lockheed Martin - McDonnell Douglas - Suchoi - Tupolew Kategorie:Flugzeughersteller Kategorie:Iljuschin Kategorie:Unternehmen (Russland) ja:イリューシン

Russland

Russland (russisch Россия), bzw. Russische Föderation (russisch Российская Федерация, ) - beide Bezeichnungen sind gleichwertig - ist ein Staat in Osteuropa und Nordasien und der flächenmäßig größte Staat der Erde.

Geografie

Bild:Rs-map.png

Nachbarländer und Meere

Im Folgenden sind die an Russland angrenzenden Nachbarländer und Meere entgegen dem Uhrzeigersinn aufgeführt. Die Grenzlänge ist hinter den jeweiligen Staaten in Klammern angegeben. Das russische Kernland grenzt an die skandinavischen Staaten Norwegen (196 km) und Finnland (1340 km), gefolgt von einem kurzen Küstenstreifen zur Ostsee. Danach teilt sich Russland eine Grenze mit den baltischen Ländern Estland (294 km) und Lettland (217 km), weiter südlich gefolgt von Weißrussland (959 km) und der Ukraine (1576 km). Das Schwarze Meer trennt die europäischen Grenzen Russlands von denen zu Kleinasien. Im Kaukasus grenzen Georgien (723 km) und Aserbaidschan (284 km) an. Es folgt ein Küstenstreifen am Kaspischen Meer und eine lange gemeinsame Grenze mit der zentralasiatischen Republik Kasachstan (6846 km). In Ostasien grenzt Russland erstmals an die Volksrepublik China (etwa 40 km) und dann an die Mongolei (3485 km). Danach trifft das russische Hoheitsgebiet zum zweiten Mal mit der VR China zusammen (3605 km). Mit Nordkorea (19 km) besteht die letzte Landverbindung zu einem anderen Staat. Danach folgen die Küstenlinien zum Japanischen, dem Ochotskischen Meer, zum Pazifischen Ozean und schließlich zur Beringsee. Über die nur etwa 85 km schmale und 30 m bis 50 m tiefe Beringstraße ist Russland im äußersten Osten von seiner ehemaligen Kolonie Alaska (die 1867 an die USA verkauft wurde und seit 1959 offizieller Staat der USA ist) getrennt. Der gesamte nördliche Teil des Landes grenzt an den Arktischen Ozean. Dort befinden sich auch einige große und viele kleine Inseln, die ebenfalls zum russischen Staatsgebiet gehören. Die Gesamtlänge der Landesgrenzen beträgt 20.017 km, die Küstenlinie umfasst 37.653 km. Neben dem Kernland besitzt Russland noch zwei Exklaven:

Exklaven

Exklave Die größte russische Exklave ist der nördliche Teil des ehemaligen Ostpreußen, die heutige Oblast Kaliningrad (dt.: Königsberg). Die Exklave grenzt an Litauen (227 km) und Polen (206 km) und ist wie das Mutterland Ostsee-Anrainer. Sie beherbergt die gleichnamige Stadt Kaliningrad. Die zweite Exklave befindet sich in der Schweiz: das 1899 von Russland mit schweizer Genehmigung errichtete Suworow-Denkmal in der innerschweizerischen Schöllenenschlucht zählt zum russischen Hoheitsgebiet. Vermutlich wurde das nur 563 m² große Territorium an Russland übergeben, damit die Neutralitätsgesetze der Schweiz nicht verletzt werden. Der Exklavenstatus ist umstritten.

Strittige Gebiete

Südlich der russischen Halbinsel Kamtschatka liegt die Inselgruppe der Kurilen. Die Kette von etwa 30 Inseln erstreckt sich bis 4km vor die Küste Japans. Die Inseln standen seit 1875 unter japanischer Hoheit, als das sowjetische Russland sie 1945 im Zweiten Weltkrieg eroberte. Die südlichen Kurilen werden bis heute von Japan beansprucht. Seit 2004 laufen wieder Verhandlungen zwischen den beiden Staaten, die den Gebietsstreit beenden sollen. siehe auch: Kurilenkonflikt In der russischen Teilrepublik Tschetschenien versuchen islamische Unabhängigkeitsbewegungen, einen souveränen Staat zu errichten. De facto herrscht in der kaukasischen Republik seit 1994 permanenter Kriegszustand, wobei beide Seiten die Auseinandersetzung mit äußerster Härte austragen. Im Zusammenhang mit dem Konflikt stehen unter anderem die Geiselnahme in einem Theater in Moskau 2002 sowie die Geiselnahme von Beslan, bei der 2004 insgesamt 368 Menschen ums Leben kamen. Der Tschetschenienkonflikt stellt die gegenwärtig schwerste Krise Russlands dar und seine Lösung ist wahrscheinlich die größte Herausforderung der russischen Regierung. An dem Fluss Amur, der die Grenze Russlands zur VR China bildet, kam es v.a. während der Sowjetzeit zu diversen Auseinandersetzungen, die auch zu Grenzgefechten führten. Auch in der heutigen Zeit gibt es vereinzelt Gefechte zwischen russischen und chinesischen Grenzsoldaten. Da aber keine Seite offiziell Anspruch auf Gebiete jenseits des Flusses erhebt, werden diese Streitigkeiten nicht als ein schwerwiegender Konflikt betrachtet.

Großlandschaften

VR China Hauptartikel: Russische Großlandschaften Russland gliedert sich geografisch betrachtet hauptsächlich in die folgenden Großlandschaften (etwa in West-Ost-Richtung):
- Osteuropäische Ebene - westlich des Uralgebirges
- Westsibirisches Tiefland - östlich des Uralgebirges
- Nordsibirisches Tiefland - südlich des Arktischen Ozean
- Mittelsibirisches Bergland - zwischen Jenissei und Lena
- Südsibirische Gebirge - Gebirge im Süden Russlands (bzw. Sibiriens)
- Mitteljakutische Niederung - in der Fluss-Niederung der Lena
- Ostsibirisches Bergland - Gebirge östlich der Lena
- Ostsibirisches Tiefland - südlich der Ostsibirischen See

Flüsse und Ströme

Ostsibirischen See]] Sieben der zehn längsten europäischen Flüsse verlaufen durch russisches Staatsgebiet. An deren Spitze steht die Wolga. Sie ist der längste Fluss Europas und verläuft ausschließlich in Russland. Nach 3.531 km mündet sie schließlich ins Kaspische Meer. Als Wasserweg erfährt die Wolga besondere Bedeutung, da sie Nordeuropa mit Zentralasien verbindet. Mit 2.428 km Länge folgt der Ural. Er entspringt im gleichnamigen Gebirge und verläuft in Richtung Süden nach Kasachstan. Da er erst jenseits der kasachischen Grenze schiffbar wird, hat er für Russland nur geringe wirtschaftliche Bedeutung. Jedoch wird er allgemein als Innereurasische Grenze angesehen. Eine sehr große Bedeutung für die slawischen Staaten besitzt dagegen der Dnepr (auch Dnjepr genannt). Der Strom entsteht westlich von Moskau und fließt anschließend durch Weißrussland und die Ukraine, wo er ins Schwarze Meer mündet. Über den Dnepr-Bug-Kanal ist er mit dem polnischen Fluss Bug und mit Weichsel und Memel verbunden, was den Dnepr zu einer äußerst wichtigen Wasserstraße macht. In Asien verläuft der 2.824 km lange Amur. Er bildet seit 1689 die Grenze zwischen Russland und der Volksrepublik China. Weitere wichtige Flüsse und Ströme sind (alphabetisch sortiert); die bedeutsamsten Flüsse sind kursiv gedruckt): Angara, Bureja, Chor, Don, Düna, Indigirka, Irtysch, Jenissei, Kama, Kolyma, Kuban, Lena, Memel, Moskwa, Newa, Ob, Oka, Petschora, Pregel, Seja, Selenga, Tobol, Tschulym, Steinige und Untere Tunguska, Ussuri, Wjatka, Wolchow.

Gebirge und Berge

Die bedeutendsten Gebirge in Russland sind (alphabetisch sortiert): Altai, Baikalgebirge, Chibinen, Kaukasus, Kolymagebirge, Putoranagebirge, Sajangebirge, Stanowojgebirge, Stanowojhochland, Tannu-ola-Gebirge, Tscherskigebirge, Ural, Werchojansker Gebirge. Der höchste Berg in Russland ist der Elbrus (5.642 m) im Kaukasus.

Städte

Die größten Städte Russlands sind Moskau (10,10 Mio.), Sankt Petersburg (4,66 Mio), Nowosibirsk (1,42 Mio), Nischni Nowgorod (1,35 Mio), Jekaterinburg (1,26 Mio), Samara (1,16 Mio), Omsk (1,15 Mio) und Wolgograd (1,2 Mio). Siehe auch: Liste der Städte in Russland

Klima

Große Teile des Landes sind vom Kontinentalklima mit heißen Sommern und sehr kalten Wintern geprägt. Die vier Klimastationen Moskau, Jekaterinburg, Nowosibirsk und Bomnak liegen alle etwa auf 55° nördlicher Breite von West nach Ost. An ihnen lässt sich die zunehmende Kontinentalität mit immer ausgeprägteren Differenzen zwischen dem wärmsten und kältesten Monat des Jahres gut erkennen. Im Nordosten Sibiriens - beim Ort Oimjakon - liegt der Kältepol der Nordhalbkugel. Bild:Klima_moskau.png|Klimadiagramm Moskau Bild:Klima_jekaterinburg.png|Klimadiagramm Jekaterinburg Bild:Klima_novosibirsk.png|Klimadiagramm Nowosibirsk Bild:Klima_bomnak.png|Klimadiagramm Bomnak Die Klima- und Vegetationszonen verlaufen in Russland weitgehend breitenkreisparallel, so dass stark schematisiert folgende Nord-Süd-Abfolge entsteht:

Bevölkerung

breitenkreis] Russland ist ein Vielvölkerstaat. So leben neben den Russen, die mit 80,0 % die Mehrheit der Bevölkerung stellen, noch fast 100 andere Völker auf dem Gebiet des Landes. Größere Minderheiten sind die Tataren (4,0 %), die Ukrainer (2,2 %), die Tschuwaschen (1,5 %), die Baschkiren (1,4 %), die Wolgadeutschen (0,8%) und andere. Zu den kleineren Minderheiten zählen beispielsweise die Mescheten und die Juden. Sie sprechen meistens Sprachen aus dem Kreis der Uralische Sprachen (Samojedische Sprachen), Altaiische Sprachen und Paläosibirische Sprachen. Siehe: Indigene Völker des russischen Nordens, Sibiriens und des russischen Fernen Ostens Für viele nicht-russische Völker wurden Republiken mit weitgehender Autonomie errichtet. In den letzten Jahren erlebt Russland einen deutlichen Bevölkerungsrückgang von etwa 750.000 Einwohnern pro Jahr. Dennoch ist Russland das zweitwichtigste Einwanderungsland der Welt. Herkunftsländer sind hierbei vor allem die ärmeren, südlichen ehemaligen Sowjetrepubliken Zentralasiens und des Kaukasus, aber in zunehmender Zahl auch Afrika und Südostasien. Die Mehrheit der Einwanderer stellen bisher jedoch die Russen, die während der Sowjetzeit in anderen Teilrepubliken angesiedelt wurden und nun mit ihren Familien nach Russland zurückkehren. Russisch ist die einzige überall geltende Amtssprache, parallel dazu wird in den einzelnen autonomen Republiken oftmals die jeweilige Volkssprache als zweite Amtssprache verwendet. Das kyrillische Alphabet ist die einzige offizielle Schrift und es besteht die Richtlinie, dass alle jeweiligen Sprachen in Kyrillisch zu schreiben sind. Gegen diese Regelung erhob sich in den vergangenen Jahren mehrmals Widerstand, z. B. von Seiten der Tataren. Die russisch-orthodoxe Kirche bildet die vorherrschende christliche Gruppe in der Föderation der über 60 % der Bevölkerung angehört. Allerdings ist die Zahl der Konfessionslosen mit über 25 % sehr hoch; zu anderen Religionen zählen der Islam (knapp 12 %) und in kleinerem Maße verschiedene protestantische Richtungen (1 Millionen Menschen) (darunter die ELKRAS), die katholische Kirche (ebenfalls rund 1 Millionen Menschen), der Buddhismus (über 1 Millionen) und der Judentum (800000). 73 % der Russen leben in Städten.

Bevölkerungswachstum

Russland verliert ca. 365.000 Einwohner im Jahr (ca. 1.000 Einwohner am Tag). Die Bevölkerungsdichte war 2004 8,46 Einwohner/km², im Jahr 2005 ist diese noch 8,40 Einwohner/km².

Geschichte

Judentum Judentum Judentum Judentum Hauptartikel: Geschichte Russlands

Etymologie

Der alte ostslawische Name für das Gebiet des von Slawen bewohnten Teils des europäischen Russlands, Weißrusslands und der Ukraine war Rus (siehe Kiewer Rus), der davon abgeleitete mittelalterliche lateinische Name war Ruthenia, in latinisierter slawischer Version Russia (ab dem frühen 18. Jahrhundert Rossija). Wörtlich übersetzt bedeutet Rossijskaja Federazija ‚Russländische Föderation‘ (von Rossija ‚Russland‘). Man hat bewusst nicht Russkaja Federazija (‚Russische Föderation‘) als Staatsbezeichnung gewählt, um auch die nicht-russischen Ethnien einzubeziehen. Ist von dem russischen Volk oder der russischsprachigen Kultur die Rede, spricht man daher im Russischen von russkij (‚russisch‘). Ist dagegen von den Staat Russland betreffenden Sachverhalten die Rede, verwendet man das Adjektiv rossijskij (‚russländisch‘).

Entstehung

Die früheste Geschichte des eigentlichen, europäischen Russlands (für die Geschichte des asiatischen Teils, siehe Geschichte Sibiriens) ist im Norden geprägt von finno-ugrischen Völkern und Balten, und im Süden von den indogermanischen Steppenvölkern des Kurganvolks, der Kimmerier, Skythen, Sarmaten und Alanen; später kamen hier noch Griechen, Goten, Hunnen und Awaren hinzu. In der Mitte, zwischen Dnjepr und Bug, fand die Ethnogenese der slawischen Völker statt, die sich ab dem 6. Jahrhundert auch nach Norden und Osten auszudehnen begannen. Ab dem 8. Jahrhundert befuhren schwedische Wikinger die osteuropäischen Flüsse, gründeten Städte und Siedlungen und vermischten sich mit der slawischen Vorbevölkerung. Diese auch Waräger oder Rus genannten Kriegerkaufleute waren maßgeblich an der Gründung des ersten ostslawischen Staates, der "Kiewer Rus" mit Zentren in Kiew und Nowgorod, beteiligt. Im südlichen Steppengebiet und an der Wolga waren hingegen Reiche der aus Asien eingeströmten Turkvölker der Chasaren und Wolgabulgaren entstanden, mit denen die Rus Handel trieben, aber auch mehrfach Kriege führten. Intensive Kontakte mit dem Byzantinischen Reich führten schließlich 988 zur orthodoxen Christianisierung der Kiewer Rus. Aufgrund des ungünstigen Senioratsprinzips bei der Regelung der Erbfolge begann die Kiewer Rus im 12. Jahrhundert zu zerfallen, was es den ab 1223 einfallenden Mongolen erleichterte, die zerstrittenen russischen Fürstentümer zu unterwerfen. Die Goldene Horde beherrschte nun für zwei Jahrhunderte einen großen Teil der Rus, ein anderer Teil wurde dem Großfürstentum Litauen und später Polen-Litauen eingegliedert. Das Großfürstentum Moskau konnte sich schließlich von der mongolischen Fremdherrschaft befreien, und Großfürst Iwan IV. ließ sich 1547 zum ersten "Zar der ganzen Rus" krönen. Unter seiner Herrschaft begann auch die Eroberung Sibiriens, die russische Kosaken erstmals im 17. Jahrhundert bis an den Pazifik brachte.

Öffnung Russlands unter Peter dem Großen

An der Wende zum 18. Jahrhundert öffnete Zar Peter der Große das teilweise in mittelalterlichen Strukturen erstarrte russische Reich westeuropäischen Einflüssen und förderte Wissenschaft und Kultur. 1703 gründet er die Stadt Sankt Petersburg, die das Symbol für den russischen Fortschritt werden sollte. Mit dem Sieg gegen Schweden im über 20 Jahre währenden Großen Nordischen Krieg und der damit erlangten Vormachtstellung im Ostseeraum, machte er Russland zu einer gesamteuropäischen Großmacht. Zarin Katharina die Große ging Peters Weg weiter und betrieb konsequent Expansionspolitik, im Laufe derer sie die Schwarzmeerküste vom Osmanischen Reich eroberte (Neurussland) und sich an den Teilungen Polens beteiligte. 1812 fielen Napoleons Truppen in Russland ein und eroberten Moskau, wurden schließlich jedoch vernichtend geschlagen. Bald darauf zog Zar Alexander I. als "Retter Europas" in Paris ein. Russland war nun die führende Macht in Europa und erlebte ein goldenes Zeitalter. Ab 1825 gab es im unzufriedenen Volk, in den annektierten Gebieten (Polen,Litauen etc.) und bei der Intelligenzija immer wieder Aufstände, Unruhen und Attentate (siehe Dekabristen), und in den 1860er Jahren kam es zur Aufhebung der Leibeigenschaft. Trotz erheblicher Industrieproduktion (Stahl, Kohle, Öl, Militärbedarf) geriet Russland immer mehr ins Hintertreffen gegenüber den westeuropäischen Großmächten. Der Grund hierfür war die Ineffizienz des staatlich kontrollierten Aufbaus der Industrie, der nur in den städtische Ballungszentren vorangetrieben wurde. Während in den großen Städten wie Moskau und St. Petersburg aufgrund der Landflucht ein Industrieproletariat entstand, verharrte das übrige Land in Armut und der Rechts- und Sozialordnung der Feudalgesellschaft. Die Industrialisierung drang nicht in die ländlichen Provinzen des Riesenreichs vor, sondern beschränkte sich hauptsächlich auf Moskau, Sankt Petersburg, Warschau und Lodz. Mangelnde Infrastruktur, die Armut der Arbeiter und Bauern und die fehlende Demokratisierung bereiteten große Probleme, wie das Zarenreich erstmals im Krimkrieg und schließlich 1905 bei der Niederlage gegen Japan schmerzlichst erfahren musste. Allerdings war Zar Nikolaus II. nicht bereit, grundlegende Reformen einzuleiten. So ließ er ein weitgehend funktionsloses Parlament, die Duma, das er notgedrungen genehmigt hatte, nur kurze Zeit später wieder auflösen.

Der Russische Bürgerkrieg

Als 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, erfasste das Land neuerlich eine patriotische Welle. Die anfänglichen Erfolge, vor allem gegen Österreich-Ungarn und das Osmanische Reich, wurden jedoch bald abgelöst von einem zermürbenden Stellungskrieg, bis schließlich 1917 die Moral der russischen Soldaten nachgab und die Front zusammenbrach. Die Unzufriedenheit der Bevölkerung und die desolate Versorgungslage waren die Ursachen, und der Zar wurde zum Abdanken gezwungen. Eine bürgerliche Regierung unter Alexander Kerenski kam an die Macht. Seiner Herrschaft machte kurz darauf die von Lenin und den Bolschewiki initiierte Oktoberrevolution ein Ende. Aus dem darauf folgenden Bürgerkrieg zwischen "roten" kommunistischen und "weißen" monarchisten Kräften, der Millionen Menschen das Leben kostete, gingen die Kommunisten als Sieger hervor. Im Laufe des polnisch-russischen Kriegs und des Bürgerkriegs verlor Russland 1920 Teile Weißrusslands und der Ukraine ("Ostpolen") an Polen. 1921 wurde dann die Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik (RSFSR) ausgerufen, die den wichtigsten Teil der späteren Sowjetunion darstellte.

Die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken

Am 30. Dezember 1922 wurde der Zusammenschluss aller Sowjetischen Sozialistischen Republiken zur UdSSR beschlossen und eine staatlich kontrollierte Wirtschaftspolitik ausgerufen. Die Sowjets wurden als Eigentümer von Boden und Produktionsmitteln erklärt. Lenins Tod am 21. Januar 1924 führte zu einem erbitterten Nachfolgekampf, in dem sich Josef Stalin gegen Leo Trotzki durchsetzte. Stalin festigte seine Macht durch gezielten Terror gegen seine Widersacher von "rechts" (u. a. Bucharin) und "links" (Leo Trotzki, später Sinowjew und Kamenew) sowie jeden, der im Verdacht stand, mit ihnen zu sympathisieren. Seit 1928 wurde die staatliche Wirtschaft Fünfjahresplänen unterworfen, die Industrialisierung und Infrastruktur, speziell im asiatischen Teil des Landes, vorangetrieben und die Landwirtschaft kollektiviert.

Der Zweite Weltkrieg

Im August 1939 unterschrieb Stalin einen geheimen Nichtangriffspakt mit Hitler und sicherte sich die Eingliederung der ostpolnischen Gebiete, des Baltikums und Bessarabiens. Nach dem Überfall Deutschlands auf Russland am 22. Juni 1941 trat Russland an der Seite der Alliierten in den Zweiten Weltkrieg (in Russland Großer Vaterländischer Krieg genannt) ein. In den ersten Kriegsmonaten verlor die Rote Armee drei Millionen Soldaten, große Teile der westlichen Landesteile wurden verwüstet, später bei der Belagerung Leningrads verhungerten über eine Million Zivilisten. Bei Moskau (Winter 1941), Stalingrad (Winter 1942/43) und Kursk (Sommer 1943) fügte die Rote Armee den deutschen Truppen schwere Niederlagen zu und eroberte schließlich im Mai 1945 Berlin. Gegen Ende des Krieges eroberten und besetzten sowjetische Truppen schließlich japanisches Gebiet im Fernen Osten (Mandschurei, Karafuto, Korea und die Kurilen). 1945 bekam die RSFSR nach dem Potsdamer Abkommen das nördliche Ostpreußen, die heutige Oblast Kaliningrad, daneben gewann sie das südliche Sachalin und die Kurilen von Japan.

Der Kalte Krieg

Nach Ende des Krieges, aus dem die UdSSR als Siegermacht hervorging, traten die Spannungen zwischen Stalin und den Alliierten zunehmend hervor. Im Laufe der Friedensverhandlungen sicherte sich die UdSSR großen Einfluss auf die angrenzenden Länder Polen, Tschechoslowakei, Ungarn und Rumänien sowie auf Bulgarien und die DDR, zeitweise auch auf Albanien. In diesen Ländern blieben Hunderttausende sowjetische Soldaten stationiert. Der Kalte Krieg dominierte bis 1989 die Weltpolitik. 1954 schenkte Nikita Chruschtschow die bis dahin russische Halbinsel Krim der Ukraine.

Zerfall der Sowjetunion

Russland hat im Jahr 1991 als größte ehemalige Sowjetrepublik die Rechtsnachfolge der Sowjetunion angetreten. Siehe hierzu auch Auflösung der UdSSR. 1996 zählte Russland zu den Gründungsmitgliedern der Shanghai Five, der heutigen Shanghai Cooperation Organization (SCO).

Das moderne Russland

Unter Boris Jelzin wurden in Russland Teile der Wirtschaft privatisiert und demokratische Reformen durchgeführt. Beide verfehlten jedoch ihr Ziel und führten zum Zusammenbruch der Wirtschaft, hohen Inflation und politischen Destabilisierung. Nach dem Amtsantritt Wladimir Putins 2000 stabilisierte sich die politische und wirtschaftliche Lage. Ein international beachteter Konfliktherd bleibt jedoch die Situation in der abtrünnigen Republik Tschetschenien, in welchem Kreise um den Feldkommandeur Schamil Bassajew und Aslan Maschadow (8. März 2005 von den russischen Kräften getötet) eine Abspaltung Tschetscheniens unter islamistischen Vorzeichen anstreben. Die gegen die Terroristen vorgehenden russischen Militärs halten häufig die Menschenrechte der Zivilbevölkerung nicht ein. Aufgrund der Geiselnahme in einer Schule im nordossetischen Beslan, die nach den Präsidentschaftswahlen in Tschetschenien von tschetschenischen Terroristen verübt wurde und wo hunderte Schüler ums Leben kamen, wurden von Präsident Putin Maßnahmen zur Stärkung der Terrorabwehr eingeleitet, die demokratische Mechanismen erheblich einschränken.

Politik

Umbruch nach der Auflösung der Sowjetunion

Russland war die mit Abstand größte Teilrepublik der Sowjetunion: es hatte 76% der Fläche und 52% der Bevölkerung (knapp 150 Millionen), zu denen noch manche Rückwanderer kamen. Seit Auflösung der Sowjetunion im Dezember 1991 ist Russland ein unabhängiger Staat und wurde mit Zustimmung der übrigen ehemaligen Sowjetrepubliken Rechtsnachfolger der UdSSR, die es politisch seit jeher dominiert hatte. Die derzeit gültige Verfassung der Russischen Föderation wurde 1993 vom Parlament, der Duma angenommen. Außenpolitisch stand die russische Führung nach Auflösung der Sowjetunion vor der Aufgabe, das Verhältnis Russlands gegenüber den übrigen früheren Sowjetrepubliken neu zu gestalten. Dies erfolgte u.a. durch Gründung der GUS (nächster Abschnitt) und einiger Verträge zu vertiefter Kooperation, vor allem mit Weißrussland, Ukraine und Kasachstan. Im Inneren stand und steht die Regierung vor der Herausforderung, die Grundlagen der politischen und wirtschaftlichen Ordnung Russlands neu zu bestimmen. Russland war vor der Auflösung des Sowjetunion ein von der Kommunistischen Partei beherrschter Staat mit einer zentral verwalteten Planwirtschaft, die kein Privateigentum an Produktionsmitteln kannte. Die Wahl von Boris Jelzin zum Staatspräsidenten bedeutete das Ende der KP-Herrschaft in Russland. Privateigentum an Unternehmen wurde zugelassen, die zentrale Planung der Wirtschaft aufgegeben. Dieser Umbruch brachte für die Bürger Russlands zweifellos mehr persönliche politische Freiheit. Die Entwicklung des politischen Systems unter Jelzin wurde von vielen jedoch eher als Auflösung einer gesicherten und berechenbaren staatlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ordnung empfunden. Die politische Entscheidungsfindung im Geflecht des Familienclans Jelzins und seiner Hintermänner aus dem Kreis der Oligarchen, die durch die Privatisierungspraktiken der Regierung Jelzin innerhalb weniger Jahren zu immensen Vermögen gekommen waren, blieb intransparent, der Einfluss des Parlaments eng begrenzt.

Politische Kooperation der Nachfolgestaaten

Die Auflösung der Sowjetunion stellte Russland vor die Aufgabe, das Verhältnis zu deren Nachfolgestaaten neu zu gestalten. Im Ergebnis ist Russland jetzt im Vergleich zum engen Verbund in der Sowjetunion nur noch locker mit einigen früheren Sowjetrepubliken verbunden. Die bekannteste gemeinsame Organisation ist die GUS (Gemeinschaft unabhängiger Staaten), russisch СНГ (Содружество Независимых Государств). Diesem 1991/1992 vereinbarten Zusammenschluss gehören 11 der 15 Nachfolgestaaten an; nur die 3 baltischen Staaten und Turkmenistan traten nicht bei. Mit Weißrussland hat sich Russland in der Russisch-Weißrussischen Union zusammengeschlossen, auf die sich Jelzin mit Aljaksandr Lukaschenka (beloruss.Präsident seit 1994) verständigte. Sie wird jedoch von Kritikern als "kaum funktionierend und halb-illegal" bezeichnet. Von ihr wurde lediglich die Verteidigungs- und vorübergehend die Zollunion umgesetzt.
Als nach Jelzin 1999 Wladimir Putin russischer Präsident wurde, kühlte sich das Verhältnis zu Weißrussland ab, dem Putin aber später den Beitritt in die Russische Föderation vorschlug. Lukaschenko lehnte dies ab, doch vereinbarte man 2004/05 eine Währungsunion. Sie soll zwar Anfang 2006 in Kraft treten, allerdings sind derzeit (Nov.2005) noch grundlegende Fragen offen. Insgesamt ist die Integration Weißrusslands mit Russland von schwankendem Interesse geprägt und hat an Dynamik verloren. Ein Bericht der WZ vom 9.11.2005 trug daher den sprechenden Titel "[http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3857&Alias=wzo&cob=206384 Minsk–Moskau: Integration mit zahlreichen Hindernissen]". Etwas beständiger ist demgegenüber das militärische Verteidigungsbündnis Russlands mit Weißrussland, Armenien, Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan, der sogenannte Rat für kollektive Sicherheit. Ein neues Bündnis in Asien deutet sich mit der Shanghai Cooperation Organization an, zu dem auch China gehört. Russland hat bereits im August 2005 ein gemeinsames [http://www.dw-world.de/dw/article/0,1564,1682588,00.html Manöver mit den chinesischen Streitkräften] durchgeführt.

„Gelenkte Demokratie“ Putins

Hauptartikel: Innenpolitik Russlands unter Präsident Putin Innenpolitik Russlands unter Präsident Putin Wladimir Putin, den Jelzin selbst als seinen Nachfolger nominiert hatte, gewann die Präsidentschaftswahlen im März 2000 mit 52,9 Prozent der Stimmen. Staatspräsident Putin ist es seither gelungen, für mehr politische und wirtschaftliche Stabilität zu sorgen, allerdings nach Meinung vieler westlicher Beobachter auf Kosten der Meinungs- und Pressefreiheit und einer sehr weitreichenden Konzentration der Macht in seinem Amt. Offenbar verfolgt er – zumindest vorerst - nicht das Ziel, Russland zu einer pluralistischen westlichen Demokratie mit starken politischen Parteien, unabhängigen Verbänden, freien Medien und einer in allen Bereichen marktwirtschaftlich geordneten Wirtschaft zu entwickeln. Sein Leitbild scheint vielmehr ein politisches System zu sein, das der russische Publizist Sergej Markow als "gelenkte Demokratie" bezeichnete. Von einigen Politologen wird Russlands politisches System auch als defekte Demokratie bezeichnet. Der russische Staatspräsident besitzt schon aufgrund der Verfassung weitreichende Befugnisse. Putin hat diese Machtposition ausgebaut indem er:
- die verbliebenen Vertreter der Jelzin-Familie allmählich entmachtete,
- die Macht der Gouverneure der Regionen drastisch beschränkte,
- die Pressefreiheit einschränkte
- den Einfluss der "Oligarchen" auf Medien und Politik beschnitt. Bei den Parlaments- und Präsidentenwahlen gewann Putin deutliche Mehrheiten. Bereits seit Januar 2002 werden die Mitglieder des Oberhauses des russischen Parlaments, des sogenannten Föderationsrats, nicht mehr durch die Gouverneure und die regionalen Parlamentspräsidenten gestellt, sondern nur noch durch vom jeweiligen Gouverneur oder Regionalparlament entsandte Vertreter. Die seit 1996 praktizierte direkte Wahl der Gouverneure in den Regionen der russischen Republik schaffte Putin Ende 2004 wieder ab. Seither schlägt der Staatspräsident den Kandidaten für ein Gouverneursamt vor, den die Regionalparlamente bestätigen müssen, wenn dieser sein Amt eintreten soll. Zur Festigung seiner Machtposition verstärkte Putin die staatlichen Eingriffe in die Arbeit von Fernsehen, Rundfunk und Zeitungen. In westlichen Medien und von internationalen Bürgerrechtsorganisationen werden immer wieder Einschränkungen der Pressefreiheit in Russland kritisiert. Verwiesen wird zum Beispiel auf mehrjährige Gefängnisstrafen von Kritikern wie Grigori Pasko und Igor Sutjagin. Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland berichtet in seinen Länder-Informationen zu Russland zu den Einschränkungen der Pressefreiheit: Am deutlichsten ist die staatliche Einflussnahme im Bereich des Fernsehens. Alle drei landesweit sendenden TV-Stationen sind entweder direkt in staatlichem Besitz oder unter staatlicher Kontrolle. Im Radiobereich ist die Situation ähnlich. Im Bereich der gedruckten Medien herrscht nach wie vor eine recht große Meinungsvielfalt. In vielen Redaktionen hat sich aber ein feines Gespür dafür durchgesetzt, was erlaubt ist und was nicht. Siehe auch: Medien in Russland Gegenüber den „Oligarchen“ verfolgt Putin eine Doppelstrategie: Während er gegen politisch ambitionierte Oligarchen wie Boris Beresowski und Wladimir Gusinski, die über Massenmedien Einfluss ausübten, scharf vorging, bezieht er die Mehrheit der „kremltreuen“ Unternehmer in einen fortgesetzten Dialog ein. Das Strafverfahren gegen Michail Chodorkowski, der an der Spitze des Mineralölkonzerns Jukos stand, zeigte erneut, dass Putin eine politische Rolle der Oligarchen nicht duldet. Chodorkowski hatte eine Reihe von Parteien und Abgeordneten großzügig unterstützt. Die Presse sagte ihm nach, er habe Ambitionen für eine Präsidentschaftskandidatur. Außerdem verhandelte er über einen Verkauf eines Kontrollpakets von 25 Prozent plus einer Aktie des Jukos-Kapitals an die US-Ölkonzerne Exxon-Mobil oder Chevron. Ende Mai 2005 wurde Chodorkowski zu 9 Jahren Haft, insbesondere wegen Steuerhinterziehung, verurteilt. Bei den Wählern fand die Politik Putins viel Zustimmung. Bei den Wahlen zum russischen Unterhaus, der Duma, im Dezember 2003 erreichte die dem Präsidenten nahestehende Partei "Einiges Russland" mit 307 von 450 Sitzen eine Zweidrittelmehrheit. Von den Wahlbeobachtern der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) wurden die Wahlen allerdings als "zwar frei, aber nicht fair" kritisiert. Bei den Präsidentenwahlen am 14. März 2004 wurde Putin mit 71,3 Prozent im ersten Wahlgang wiedergewählt. Dieses Ergebnis kann zwar als deutliches Vertrauensvotum der Bevölkerung für seine Politik gelten. Von internationalen Wahlbeobachtern wurde allerdings mangelnde Chancengleichheit unter den Kandidaten kritisiert.

Ungelöster Tschetschenien-Konflikt

Ein ungelöstes Problem für Putin bleibt der Konflikt mit der Unabhängigkeitsbewegung in der zur Russländischen Föderation gehörenden Teilrepublik Tschetschenien. Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland berichtete dazu im Februar 2005 in seinen Länder-Informationen zu Russland: "Es wird weiterhin über Menschenrechtsverletzungen durch die russischen und lokalen Sicherheitskräfte, aber auch von Verbrechen und Vergehen der tschetschenischen Rebellen berichtet. Es kam nicht nur innerhalb Tschetscheniens, sondern auch in anderen Gebieten der Russischen Föderation zu Selbstmordanschlägen, bewaffneten Zusammenstößen zwischen Rebellen und Sicherheitskräften und Terrorakten." Tragischer Höhepunkt war die Geiselnahme in einer Schule von Beslan, bei der Anfang September 2004 330 Menschen getötet wurden. Der tschetschenische Präsident Achmad Kadyrow wurde am 9. Mai 2004 getötet. Sein Nachfolger wurde der vormalige Innenminister Alu Alchanow, der bei den Präsidentschaftswahlen vom 29. August 2004 nach offiziellen Angaben 74 % der Stimmen erhielt. Die EU und andere internationale Organisationen äußerten allerdings große Sorge hinsichtlich der Bedingungen, unter denen die Wahlen stattfanden. Kritisiert wurde insbesondere der Mangel an echtem Pluralismus bei den Kandidaturen für das Präsidentenamt und das Fehlen unabhängiger Medien.

Militär

Hauptartikel: Russische Streitkräfte Russland besitzt noch immer den zu Zeiten der Sowjetunion 1949 erlangten Status als Atommacht und verfügt heute über die größte Zahl an Atomsprengköpfen. In Russland gilt eine allgemeine Wehrpflicht von 18 bis 24 Monaten für wehrfähige Männer ab 18 Jahren. Da die wehrpflichtigen Soldaten auch in Krisengebieten wie Tschetschenien eingesetzt werden können, wird in der Bevölkerung (besonders von Seiten der Mütter) immer wieder Kritik an der Wehrpflicht laut. Die Stärke der Streitkräfte betrug 2001 1.183.000 Mann, davon 321.000 Landstreitkräfte, 171.500 Marine, 184.600 Luftstreitkräfte, 149.600 Atomstreitkräfte. 40.000 dienen in Staaten der GUS als Friedenstruppen und 316.900 werden als "sonstige Militärs" geführt. Dazu kommen noch diverse paramilitärische Einheiten, wie 410.000 Soldaten des Innenministeriums, des Grenzschutzes oder Notstandstruppen. Allein bei den Eisenbahntruppen dienen 48.000 Mann. Russland gibt heute ca. 15,4 % seines BSP für das Militär aus. Jedoch liegen die Militärausgaben in absoluten Zahlen weit unter denen der USA.

Verwaltung

Die höchste Ebene der Verwaltung sind sieben Föderationskreise. Diese teilen sich wiederum auf in 89 Subjekte der Verwaltung mit unterschiedlicher Autonomie: 21 autonome Republiken, 6 Regionen (Krajs), 49 Oblaste, 2 Städte mit Subjektstatus, 1 autonomer Oblast und 10 autonome Kreise. Details siehe Verwaltungsgliederung Russlands

Infrastruktur

Verwaltungsgliederung Russlands]] Ein Problem des russischen Verkehrsnetzes ist der zunehmende marode Zustand, da Erhaltungsmaßnahmen wegen der angespannten Haushaltslage oft unterbleiben.

Eisenbahn

Der mit Abstand wichtigste Verkehrsträger in Russland ist die Eisenbahn, die berühmteste Verkehrsachse ist die Transsibirische Eisenbahn (rote Linie in der Grafik) von Moskau nach Wladiwostok. Parallel dazu wurde Ende des 20. Jahrhunderts zur Erschließung des fernen Ostens Sibiriens die sogenannte Baikal-Amur-Magistrale (BAM, grüne Linie in der Graphik) vom Baikalsee zum Fluss Amur gebaut. Durch diese beiden und die abzweigenden Strecken wird das Land in west-östlicher Richtung erschlossen. Insgesamt umfasst das Eisenbahnnetz (1524 mm Spurbreite) rund 87000 km, davon ist knapp die Hälfte (40000 km) elektrifiziert. Auf der Insel Sachalin exisiteren fast 1000 km in 1067 mm Breite. Daneben gibt es zusätzlich 30000 km nicht öffentlicher Industriebahnen (alle Angaben 2004). Im Bereich der Städte sind von den Kommunen betriebene Strecken und Verkehrseinrichtungen (Elektritschkas oder Elektritschnajas/Vorortzüge) von Bedeutung für den regionalen Verkehr, wie unter anderem die Moskauer Ringbahn. Ergänzt wird das System von U-Bahnen in größeren Städten.

Straßennetz

Der Straßenverkehr hat vor allem im europäischen Teil Russlands Bedeutung für den Regionalverkehr innerhalb der Föderationssubjekte. Das Fernstraßennetz umfasst etwa 540000 km (2001), davon sind zwei Drittel befestigt. Erst seit kurzem (2003) existiert eine durchgehende Straßenverbindung von der Ostsee zum Pazifik.

Wasserstraßen

72000 km Wasserwege verbinden im europäischen Teil Russlands die Ostsee, das Schwarze Meer, die Binnenseen und das Weiße Meer miteinanderander. Wichtige Wasserstraßen dabei sind die Wolga, die Kama, die Nischni Nowgoroder Oka, die Wjatka, der Don und die Kanäle, die diese Flüsse miteinander verbinden. Weitere 24000 km sind in Sibirien schiffbar. Für den Verkehr zwischen dem russischen Kernland und der Exklave Kaliningrad ist der Fährverkehr sowie die Korridor-Eisenbahnverbindung durch Litauen und Weißrussland von Bedeutung.

Flugverkehr

In Russland und der Sowjetunion kam der Luftfahrt schon immer eine große Bedeutung zu. Besonders wichtig ist sie in entlegenen Gebieten, in denen weder Straßen noch Schienen existieren. Mehrere internationale Fluggesellschaften fliegen außer Moskau auch andere russische Städte direkt an. Neben der Aeroflot fliegen als größere Gesellschaften noch Pulkowo, Siberia Airlines oder KMV. ca. 2500 Flughäfen und Flugplätze gibt es in der Russischen Föderation, davon 55 davon mit einer befestigten Piste über 3000 m Länge. Der größte und wichtigste Flughafen ist Scheremetjewo-2 bei Moskau. Siehe auch: Kfz-Kennzeichen (Russland), Wikipedia:WikiProjekt Russische Luftfahrt

Wirtschaft

Der Wert des russischen Bruttoinlandsprodukts von 16.752 Mrd. Rubel (2004) entspricht 468 Mrd. Euro. Bei Berücksichtigung der Kaufkraftparität beträgt der Wert des russischen Bruttoinlandproduktes 1408 Milliarden Dollar. Laut Cia Factbook ist die russische Volkswirtschaft damit die zwölftgrößte Volkswirtschaft der Welt. Nach Angaben der russischen Statistikbehörde Rosstat steuerte der Handels- und Dienstleistungssektor knapp 60 % zum Bruttoinlandsprodukt bei. Auf die Industrie entfielen rund 30 %, auf die Bauwirtschaft und die Landwirtschaft jeweils rund 6 %. Nach Einschätzung der Weltbank dürfte die amtliche Statistik den Anteil der rohstofffördernden Industrien (2004: 7,7 %) jedoch zu niedrig und den Anteil des Handels (2004: 21,3 %) zu hoch ausweisen, da die russischen Rohstoffkonzerne durch Anwendung interner Verrechnungspreise Wertschöpfung aus dem Rohstoffbereich auf den Handelsbereich verlagern – insbesondere um Steuern zu sparen. Die Weltbank schätzt, dass tatsächlich rund ein Viertel der gesamtwirtschaftlichen Produktion vom Rohstoffsektor gestellt wird. Energie und Rohstoffe haben deswegen für die russische Wirtschaft herausragende Bedeutung, insbesondere Erdöl und Erdgas. Russland verfügt aber auch über bedeutende Vorkommen an Metallen (Nickel, Platin, Gold unter anderem) sowie Kohle, Uran, Kobalt und Diamanten. Mit der kräftigen Erholung der Erdölförderung und der Zunahme der Ölexporte bei steigenden Ölpreisen ist die Bedeutung der Energiewirtschaft seit Ende der 1990er Jahre weiter gewachsen. Der Export von Energieträgern und Elektrizität erreichte nach Angaben der russischen Zollbehörde 2004 am Gesamtvolumen der russischen Ausfuhren über die Grenzen der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS), hinaus erneut einen Anteil von rund 58 %. 2004 nahm die Produktion von Brennstoffen um insgesamt 7,1 % zu (Erdöl und Gaskondensat: +8,9 % auf 459 Mio. t; Erdgas: +1,9 % auf 632 Mrd. m³; Kohle: +1,3 %). Die Stromproduktion wächs

Sergei Wladimirowitsch Iljuschin

Sergei Wladimirowitsch Iljuschin (russisch Сергей Владимирович Ильюшин, wissenschaftliche Transliteration Sergej Vladimirovič Iljušin;
- 18./30. März 1894 in Diljalewo bei Wologda, † 10. Februar 1977 in Moskau) war ein russischer Ingenieur, Flugzeugbauer und Konstrukteur. Flugzeug Iljuschin ging 1914 zum Militär und wurde dort ab 1917 zum Piloten ausgebildet. Er wechselte 1919 in die neu entstandene Rote Armee. Im dann folgenden Bürgerkrieg diente er als Flugzeugmechaniker. Er ging 1921 zur Hochschule und beendete 1926 sein Studium an der Moskauer Militärakademie der Luftstreitkräfte "Prof. N.J. Schukowski", nachdem er sich mit einigen Segelflugzeugprojekten beschäftigt hatte. Er ging als Berater zur Armee zurück und begann 1931 mit der Arbeit als Leiter eines eigenen Konstruktionsbüros. Nachdem er sich mit Höhenforschungsballons beschäftigt hatte, entwickelte er die ZBK-30 (ZBK=Zentrales Konstruktionsbüro), die sich später Iljuschin Il-4 nannte und mehrere Weltrekorde aufstellte. Der große Wurf gelang Iljuschin 1939 mit dem Schlachtflugzeug Iljuschin Il-2. Nach dem Krieg begann man mit dem zivilen Typen Iljuschin Il-12 (Erstflug 1946) und einigen Bomberkonstruktionen. Unter seinen Konstruktionen ragen heraus:
- Bombenflugzeuge: Iljuschin Il-4, Iljuschin Il-28
- Schlachtfluzeuge: Iljuschin Il-10
- Passagierfluzeuge Iljuschin Il-14
- das Turboprop-Mittelstreckenverkehrsflugzeug Iljuschin Il-18 (4 PTL, 1956)
- das Langstreckenverkehrsflugezeug Iljuschin Il-62 (4 ZTL, 1962)
- eines der größten Transportflugzeuge der Welt Iljuschin Il-76 (4 ZTL, 164 to Nutzlast, 1971) Seit 1948 hatte er eine Professur an der Luftfahrt-Militärakademie. 1967 wurde er zum Generaloberst-Ingenieur ernannt und im Jahr darauf zum Mitglied der Akademie der Wissenschaften der UdSSR ernannt. Er war Deputierter des Obersten Sowjets der UdSSR in der 1.-7. Legislaturperiode. Iljuschin erhielt wegen seiner Konstruktionen zahlreiche Auszeichnungen der Sowjetunion. Er war achtfacher Träger des Leninordens, erhielt siebenmal den Staatspreis (1941, 1942, 1943, 1946, 1947, 1950, 1952) und wurde dreimal (1941, 1957 und 1974) mit dem Orden Held der sozialistischen Arbeit dekoriert. Den Leninpreis erhielt er 1960. Sein Sohn, Wladimir Iljuschin, ist ein bekannter Testpilot. Iljuschin, Sergei Wladimirowitsch Iljuschin, Sergei Wladimirowitsch Iljuschin, Sergei Wladimirowitsch

1894

Ereignisse


- 22. Februar: Policarpo Bonilla wird Staatspräsident in Honduras
- 15. Oktober: Beginn der Dreyfus-Affäre: Der französische Offizier Alfred Dreyfus wird wegen Spionage verhaftet
- 29. Oktober: Kaiser Wilhelm II. beruft den 75-jährigen Chlodwig zu Hohenlohe-Schillingsfürst zum Reichskanzler und preußischen Ministerpräsidenten
- 5. Dezember Eröffnung des Reichstagsgebäudes in Berlin durch Kaiser Wilhelm II
- 11. Dezember: Auf dem Champs-Elysées in Paris, Frankreich, wird der erste Autosalon eröffnet
- 21. Dezember: Mackenzie Bowell wird neuer Premierminister von Kanada
- Die Tower Bridge in London wird fertig gestellt
- Nikolaus II. wird zum russischen Zaren gekrönt
- James Jeans und John William Strutt Rayleigh stellen ihre Theorie des Schwarzen Körpers auf (Rayleigh-Jeans-Gesetz)
- Emanuel Lasker wird Schachweltmeister
- Entdeckung des Pestbazillus
- Erstes großes Massaker von Türken und Kurden an Armeniern

Kultur


- 16. März: Uraufführung der Oper Thaïs von Jules Massenet an der Grand Opéra Paris
- 18. März: Uraufführung der Oper Weltfrühling von Hans Huber in Basel
- 18. Mai: Uraufführung der Oper Raffael (Orig.: Rafael') von Anton Stepanowitsch Arenski im Bolschoi-Theater in Moskau
- 20. Juni: Uraufführung der Oper La Navarraise von Jules Massenet im Covent Garden in London
- 16. September: Uraufführung der Operette Die Chansonette von Rudolf Dellinger am Residenztheater in Dresden
- 13. November: Uraufführung der Oper Ingwelde von Max von Schillings am Hoftheater in Karlsruhe
- 22. Dezember: Mit dem Orchesterstück Prélude à l'après-midi d'un faune von Claude Debussy wird in Paris das erste bedeutende Werk des musikalischen Impressionismus uraufgeführt

Sport


- 23. Juni: Pierre de Coubertin gründet das Internationale Olympische Komitee
- Gründung des First Vienna Football Club, dem ersten Fußballverein in Österreich

Geboren


- Datum unbekannt: Aino Aalto, finnische Architektin und Designerin († 1949)
- 1. Januar: Satyendra Nath Bose, Physiker († 1974)
- 1. Januar: Walter Schultze, Mediziner, SA- und SS-Funktionär († 1979)
- 8. Januar: Maximilian Kolbe, polnischer Franziskaner-Minorit († 1941)
- 17. Januar: Edgar André, KPD-Politiker und Antifaschist († 1936)
- 17. Januar: Werner March, deutscher Architekt († 1976)
- 18. Januar: Jan van Breda Kolff, niederländischer Fußballspieler
- 18. Januar: Lucia Moholy, Fotografin († 1989)
- 22. Januar: Heinz Heck, deutscher Biologe und Zoodirektor in München († 1982)
- 24. Januar: Robert Jaffé, deutscher Politiker († 1968)
- 25. Januar: Micheil Tschiaureli, georgischer Filmregisseur († 1974)
- 28. Januar: Felix Fechenbach, politischer Journalist und Dichter († 1933)
- 1. Februar: Paul Merker, SED-Funktionär in der DDR († 1969)
- 3. Februar: Norman Rockwell, US-amerikanischer Maler und Illustrator († 1978)
- 4. Februar: Friedrich Karl Florian, Gauleiter der NSDAP von Düsseldorf († 1975)
- 5. Februar: Henriette Hardenberg, Expressionistische Dichterin
- 7. Februar: Maria Dietz, deutsche Politikerin und MdB († 1980)
- 8. Februar: King Vidor, US-amerikanischer Regisseur († 1982)
- 8. Februar: Ludwig Marcuse, Philosoph und Schriftsteller († 1971)
- 10. Februar: Harold Macmillan, britischer Politiker und Regierungschef († 1986)
- 10. Februar: Hermann Weinkauff, erster Präsident des Bundesgerichtshofs († 1981)
- 15. Februar: Viktor Neubaum, deutscher Romancier, Lyriker und Dramatiker († 1947)
- 19. Februar: Emil Forrer, Assyriologe, Altertumskundler und Hethitologe († 1986)
- 22. Februar: Katharina Schroth, deutsche Physiotherapeutin († 1985)
- 24. Februar: Josef Arndgen, deutscher Politiker († 1966)
- 25. Februar: Ernst Friedrich, anarchistischer Pazifist († 1967)
- 26. Februar: Wilhelm Bittrich, deutscher General und SS-Obergruppenführer († 1979)
- 28. Februar: Friedrich Wilhelm Wagner, deutscher Jurist und Politiker († 1971)
- 1. März: Hans Orlowski, bekannter Maler und Holzschneider († 1967)
- 4. März: Gabriele Tergit, deutsche Journalistin und Schriftstellerin († 1982)
- 4. März: Georg Mayerhofer, deutscher Politiker († 1966)
- 6. März: Edgar Julius Jung, deutscher Politiker († 1934)
- 6. März: Elisabeth Castonier, deutsche Schriftstellerin († 1975)
- 8. März: Iwan Wassiljewitsch Obreimow, russischer Physiker († 1981)
- 8. März: Wäinö Aaltonen, finnischer Bildhauer († 1966)
- 9. März: Franz Wilhelm Seiwert, Maler und Bildhauer († 1933)
- 11. März: Otto Grotewohl, deutscher Politiker, Ministerpräsident der DDR († 1964)
- 14. März: Hans Reiffenstuel, deutscher Maler († 1980)
- 18. März: Sergej W. Iljuschin, sowjetischer Flugzeugkonstrukteur († 1977)
- 20. März: Hans Langsdorff, deutscher Marineoffizier († 1939)
- 20. März: Hans Wilhelm Langsdorff, deutscher Marineoffizier († 1939)
- 21. März: Rudolf Nebel, Raketenkonstrukteur († 1978)
- 24. März: Alice Rühle-Gerstel, deutsche Schriftstellerin († 1943)
- 27. März: René Fonck, französisches Fliegerass († 1953)
- 28. März: Ernst Lindemann, deutscher Offizier der Kaiserlichen Marine († 1941)
- 30. März: Sergei Wladimirowitsch Iljuschin, russischer Ingenieur und Flugzeugbauer († 1977)
- 2. April: Richard Drauz, NSDAP-Kreisleiter von Heilbronn; als Kriegsverbrecher hingerichtet († 1946)
- 2. April: Walter Mittelholzer, Schweizer Luftfahrtpionier († 1937)
- 8. April: Hermann Sendelbach, fränkischer Dichter († 1971)
- 9. April: Erik Charell, deutscher Regisseur und Schauspieler († 1974)
- 10. April: Ben Nicholson, englischer Maler und Objektkünstler († 1982)
- 12. April: Otto Arnholz, deutscher Politiker und MdB († 1988)
- 15. April: Bessie Smith, US-amerikanische Bluessängerin († 1937)
- 16. April: Carl von Campe, deutscher Politiker († 1977)
- 17. April: Nikita Sergejewitsch Chruschtschow, sowjetischer Politiker und Regierungschef († 1971)
- 20. April: Ernst Wille, deutscher Politiker und NS-Widerstandskämpfer
- 22. April: Georg Ulrich Handke, Minister der DDR für Innerdeutschen Handel und Außenhandel († 1962)
- 26. April: Rudolf Heß, nationalsozialistischer Politiker († 1987)
- 27. April: George Petty, Fotograf
- 29. April: Joop Boutmy, niederländischer Fußballspieler († 1972)
- 29. April: Marietta Blau, österreichische Physikerin († 1970)
- 29. April: Paul Hörbiger, österreichischer Schauspieler († 1981)
- 30. April: Herbert Vere Evatt, australischer Politiker († 1965)
- 1. Mai: Maria Restituta, Ordens- und Krankenschwester († 1943)
- 5. Mai: August Dvorak, Psychologe und Pädagogikprofessor († 1975)
- 13. Mai: Ásgeir Ásgeirsson, zweiter Präsident Islands († 1972)
- 17. Mai: Botho Henning Elster, deutscher Generalmajor († 1952)
- 19. Mai: Franz Mühlenberg, deutscher Politiker († 1976)
- 22. Mai: Friedrich Pollock, deutscher Sozialwissenschaftler und Philosoph
- 25. Mai: Jakob Joos, deutscher Physiker († 1959)
- 27. Mai: Dashiell Hammett, US-amerikanischer Krimi-Schriftsteller († 1961)
- 27. Mai: Louis-Ferdinand Celine, französischer Schriftsteller und Arzt († 1961)
- 3. Juni: Herbert Boeckl, österreichischer Maler († 1966)
- 6. Juni: John Hargrave, britischer Zeichner, Autor und Politiker († 1982)
- 6. Juni: Walter Kaßner, SED-Politiker und Bürgermeister in Magdeburg († 1970)
- 7. Juni: Alexander Procofieff De Seversky, US-amerikanischer Luftfahrtingenieur († 1974)
- 8. Juni: Erwin Schulhoff, tschechischer Komponist und Pianist († 1942)
- 9. Juni: Nedo Nadi, Säbel- und Florettfechter († 1940)
- 10. Juni: Pavel Bořkovec, tschechischer Komponist († 1972)
- 10. Juni: Oskar Karlweis, österreichischer Schauspieler († 1956)
- 13. Juni: Richard Döcker, deutscher Architekt († 1968)
- 15. Juni: Robert Russell Bennett, US-amerikanischer Komponist († 1981)
- 15. Juni: Trygve Gulbranssen, norwegischer Schriftsteller († 1962)
- 17. Juni: Sebastian Fichtner, deutscher Generalleutnant im Dritten Reichs († 1950)
- 18. Juni: Ernst Schneider, österreichischer Erfinder († 1975)
- 23. Juni: Alfred Charles Kinsey, US-amerikanischer Sexualforscher († 1956)
- 23. Juni: Edward VIII., König von Großbritannien († 1972)
- 25. Juni: Hermann Oberth, deutscher Physiker und Raumfahrtpionier († 1989)
- 8. Juli: Pjotr Kapiza, russischer Physiker († 1984)
- 8. Juli: Pjotr Leonidowitsch Kapiza, russischer Physiker († 1984)
- 13. Juli: Isaak Babel, russischer Journalist und Autor († 1940)
- 17. Juli: Georges Lemaitre, belgischer Priester und Physiker (Urknalltheorie) († 1966)
- 22. Juli: Oskar Maria Graf, deutscher Schriftsteller († 1967)
- 24. Juli: Alma Rogge, deutsche Schriftstellerin († 1969)
- 25. Juli: Gavrilo Princip, bosnisch-serbischer Unabhängigkeitskämpfer, Attentäter von Sarajevo († 1918)
- 26. Juli: Aldous Huxley, britischer Schriftsteller († 1963)
- 1. August: Ottavio Bottecchia, italienischer Radrennfahrer († 1927)
- 2. August: Curt Backeberg, deutscher Kakteensammler und -forscher sowie Autor († 1966)
- 7. August: Carl Wery, deutscher Schauspieler († 1975)
- 9. August: Michail Michailowitsch Soschtschenko, russischer Schriftsteller († 1958)
- 10. August: Varahagiri Venkata Giri, indischer Politiker und Staatspräsident († 1980)
- 12. August: Albert Leo Schlageter, deutscher Nationalsozialist († 1923)
- 13. August: Paul Blobel, Architekt und SS-Standartenführer († 1951)
- 17. August: Otto Suhr, deutscher Politiker († 1957)
- 19. August: André Lefèbvre, französischer Auto-Ingenieur, Luftfahrtingenieur und Rennfahrer († 1963)
- 19. August: Hermann Jahrreiß, Professor für Rechtswissenschaften
- 20. August: Josef Straßberger, Gewichtheber und Olympiasieger († 1950)
- 21. August: Christian Schad, deutscher Maler († 1982)
- 27. August: Kurt Bürger, Ministerpräsident von Mecklenburg († 1951)
- 28. August: Karl Böhm, österreichischer Dirigent († 1981)
- 29. August: Semjon Iljitsch Bogdanow, Chef der sowjetischen Militäradministration in Brandenburg († 1960)
- 30. August: Charles Reznikoff, US-amerikanischer Poet († 1976)
- 2. September: Joseph Roth, österreichischer Schriftsteller und Journalist († 1939)
- 9. September: Arthur Freed, US-amerikanischer Musicalproduzent und Liedertexter († 1973)
- 12. September: Friedrich Ebert (Sohn), SED-Funktionär der DDR und Oberbürgermeister von Berlin († 1979)
- 13. September: Julian Tuwim, polnisch-jüdischer Lyriker († 1953)
- 15. September: Jean Renoir, Filmregisseur († 1979)
- 15. September: Oskar Klein, schwedischer Physiker († 1977)
- 16. September: Charles Crodel, deutscher Maler († 1973)
- 19. September: Hans Wellhausen, deutscher Politiker († 1964)
- 22. September: Elisabeth Rethberg, Sängerin († 1976)
- 27. September: Lothar von Richthofen, deutscher Jagdflieger im Ersten Weltkrieg
- 27. September: Otto Nagel, Berliner Maler († 1967)
- 28. September: Kurt Pastenaci, wissenschaftlicher Schriftsteller und Historiker († 1961)
- 1. Oktober: Willi Richter, deutscher Politiker der SPD († 1972)
- 3. Oktober: Walter Warlimont, deutscher General († 1976)
- 4. Oktober: Walther Beumelburg, deutscher Rundfunkintendant († 1944)
- 5. Oktober: Bevil Rudd, südafrikanischer Leichtathlet und Olympiasieger († 1948)
- 14. Oktober: Edward Estlin Cummings, Dichter und Schriftsteller († 1962)
- 14. Oktober: Heinrich Lübke, deutscher Politiker, Bundespräsident der BRD († 1972)
- 17. Oktober: Hermann Ehren, deutscher Politiker († 1964)
- 18. Oktober: Juri Nikolajewitsch Tynjanow, russischer Schriftsteller und Literaturwissenschaftler († 1943)
- 18. Oktober: Frieda Müller, deutsche Altersrekordlerin († 2005)
- 19. Oktober: Peter Lorson, katholischer Theologe, Jesuit, Schriftsteller († 1954)
- 21. Oktober: Heinrich Maria Davringhausen, deutscher Maler der Neuen Sachlichkeit († 1970)
- 23. Oktober: Ludger Westrick, deutscher Politiker, Bundesminister († 1990)
- 25. Oktober: Wolfgang Jacobi, deutscher Komponist († 1972)
- 27. Oktober: Fritz Sauckel, deutscher Politiker (NSDAP) († 1946)
- 2. November: Alexander Lippisch, deutscher Flugzeugkonstrukteur († 1976)
- 2. November: William Johnston, US-amerikanischer Tennisspieler († 1946)
- 4. November: Hermann Conring, deutscher Politiker (CDU), MdB († 1989)
- 9. November: Dietrich von Choltitz, deutscher General und Stadtkommandant von Paris († 1966)
- 13. November: Arthur Nebe, Chef des Reichskriminalpolizeiamtes († 1945)
- 13. November: August Dresbach, deutscher Politiker (CDU), MdB († 1968)
- 16. November: Richard Nikolaus Graf von Coudenhove-Kalergi, deutscher Schriftsteller, Politiker († 1972)
- 17. November: Eelco N. van Kleffens, niederländischer Politiker († 1983)
- 19. November: Américo Tomás, Admiral, portugiesischer Staatspräsident (1958 bis 1974) († 1987)
- 19. November: Heinz Hopf, Schweizer Mathematiker († 1971)
- 26. November: Iwan Dmitrijewitsch Papanin, sowjetischer Polarforscher († 1986)
- 26. November: James Charles McGuigan, Erzbischof von Toronto und Kardinal († 1974)
- 26. November: Norbert Wiener, US-amerikanischer Mathematiker († 1964)
- 27. November: Konosuke Matsushita, japanischer Industrieller († 1989)
- 3. Dezember: Bernhard Bästlein, deutscher Kommunist und Widerstandskämpfer († 1944)
- 5. Dezember: Charles Robert Swarts, südafrikanischer Politiker († 1982)
- 8. Dezember: James Thurber, US-amerikanischer Schriftsteller und Zeichner († 1961)
- 15. Dezember: Oswaldo Aranha, brasilianischer Politiker († 1960)
- 17. Dezember: Arthur Fiedler, US-amerikanischer Dirigent († 1979)
- 17. Dezember: Hans Henny Jahnn, deutscher Schriftsteller, Orgelbauer, Musikverleger († 1959)
- 19. Dezember: Paul Dessau, deutscher Komponist und Dirigent († 1979)
- 20. Dezember: Robert Menzies, australischer Premierminister († 1978)
- 29. Dezember: Friedrich Maier, deutscher Politiker († 1960)
- 31. Dezember: Pola Negri, polnische Schauspielerin († 1987)

Gestorben


- 1. Januar: Heinrich Rudolf Hertz, deutscher Physiker (
- 1857)
- 4. Januar: Karl Freiherr von Hasenauer, österreichischer Architekt des Historismus (
- 1833)
- 21. Januar: Carl Johann Bogislaw Lüdecke, deutscher Architekt (
- 1826)
- 23. Januar: Lobengula, Zweiter und zugleich letzter König des Matabele-Königreichs (
- 1833)
- 4. Februar: Adolphe Sax, belgischer Instrumentenbauer und Saxophonist (
- 1814)
- 4. Februar: Louis Lewandowski, deutscher Komponist (
- 1821)
- 6. Februar: Theodor Billroth, deutscher Arzt (
- 1829)
- 12. Februar: Hans Guido von Bülow, deutscher Komponist, Pianist, Dirigent und Kapellmeister (
- 1839)
- 21. Februar: Gustave Caillebotte, französischer Maler und Kunstsammler (
- 1848)
- 20. März: Lajos Kossuth, ungarischer Rechtsanwalt, Politiker und Freiheitskämpfer (
- 1802)
- 27. März: Verney Lovett Cameron, berühmter Afrikareisender (
- 1844)
- 5. April: Friedrich Wilhelm Weber, deutscher Epiker (
- 1813)
- 21. April: James W. Throckmorton, 13. Gouverneur von Texas (
- 1825)
- 6. Mai: Arnold Bürkli, Schweizer Bauingenieur (
- 1833)
- 9. Mai: Friedrich Alexander Graf von Bismarck-Bohlen, preußischer General (
- 1818)
- 12. Mai: Josef Modl, österreichischer Sänger (
- 1863)
- 21. Mai: August Kundt, deutscher Physiker (
- 1839)
- 9. Juni: Friedrich Louis Dobermann, Justizangestellter in Apolda (
- 1834)
- 9. Juni: Werner Hagedorn, deutscher Chirurg (
- 1831)
- 17. Juni: Hermann Lattemann, deutscher Berufsluftschiffer und Fallschirmspringer (
- 1852)
- 24. Juni: Marie François Sadi Carnot, französischer Staatsmann und Politiker (
- 1837)
- 28. Juni: Carl Faulmann, Schriftsetzer, Privatgelehrter und Stenograph (
- 1835)
- 4. Juli: Christian Friedrich August Dillmann, deutscher Orientalist und Theologe (
- 1823)
- 5. Juli: Betty Paoli, deutsche Schriftstellerin (
- 1814)
- 22. Juli: Julius von Bose, preußischer General der Infanterie (
- 1809)
- 29. Juli: Richard Buchta, Afrikaforscher (
- 1845)
- 16. August: Ludwig Knoop, Unternehmer (
- 1821)
- 5. September: Edward Inglefield, britischer Admiral und Polarforscher (
- 1820)
- 8. September: Hermann von Helmholtz, deutscher Physiologe und Physiker (
- 1821)
- 9. September: Heinrich Brugsch, deutscher Ägyptologe (
- 1827)
- 13. September: Emmanuel Chabrier, französischer Komponist und Pianist (
- 1841)
- 20. September: Heinrich Hoffmann, Psychiater und Verfasser des Struwwelpeters (
- 1809)
- 8. Oktober: Oliver Wendell Holmes, US-amerikanischer Arzt und Schriftsteller (
- 1808)
- 9. Oktober: Henry Grey, 3. Earl Grey, britischer Kolonialpolitiker und Staatsmann (
- 1802)
- 17. Oktober: Ludwig von Henk, deutscher Vizeadmiral (
- 1820)
- 19. Oktober: