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Ill (Elsass)

Ill (Elsass)

Die linksrheinische Ill hat eine Länge von ca. 208 km. Sie entspringt im Sundgau im südlichen Elsass, nahe der Schweizer Grenze in Atterschiller und fließt Richtung Norden parallel zum Rhein, vorbei an Mülhausen und Colmar. In Straßburg teilt sich der Fluss, umfließt die Altstadt und mündet nach dem Zusammenfluss in den Rhein. Die Ill ist das einzige Fließgewässer in der Region, das im Sommer nicht austrocknet und im Frühjahr keine Überschwemmungen hat. Das hat zur Folge, dass sich die Städte Mülhausen, Colmar und Straßburg an der Ill befinden und nicht am Rhein. Kurz vor dem Städtchen Altkirch speist sie den Rhein-Rhone-Kanal auf einigen Kilometern. Kategorie:Fluss in Frankreich Kategorie:Elsass Kategorie:Nebenfluss des Rheins

Sundgau

Der Sundgau ist eine Landschaft im Süden des Elsass, nahe dem französisch-deutsch-schweizerischem Dreiländereck. Er bezeichnet in etwa den Landstrich zwischen Basel, Mülhausen und Belfort. Das Regionalzentrum ist die Kleinstadt Altkirch. Die Hügellandschaft ist stark von landwirtschaftlicher Tätigkeit und dörflichen Strukturen geprägt. Die klimatischen Bedingungen sind gegenüber der benachbarten Rheinebene ungünstig. Historisch umfasste der Sundgau ursprünglich das gesamte Oberelsass, später jene Teile davon, die unter habsburgischer Herrschaft standen.

Weblinks

[http://www.promsundgau.com Promsundgau] (französisch) Kategorie:Historisches Territorium Kategorie:Elsass Kategorie:Geographie (Frankreich) als:Sundgau

Mülhausen

Mülhausen (Milhüse auf elsässisch und Mulhouse auf französisch) ist eine Stadt im Osten Frankreichs. Die Stadt ist Sitz der Unterpräfektur (frz. Sous-préfecture) des Arrondissements Mulhouse im Département Haut-Rhin in der Region Elsass. Das Arrondissement gliedert sich in neun Kantone. Mülhausen/Mulhouse ist die größte Stadt in Haut-Rhin und nach Straßburg die zweitgrößte des Elsass. Sie wird von zwei Wasserläufen, den Rheinzuflüssen Doller und Ill, durchquert. Mülhausen liegt geographisch günstig an den Grenzen dreier Staaten (Frankreich, Deutschland und der Schweiz). Die Stadt liegt nicht weit von Thann entfernt, dem südlichen Tor zur elsässischen Weinstraße. Somit ist Mülhausen das Tor zum Sundgau im äußersten Süden des Elsass. Mit den Nachbarn Freiburg im Breisgau, Basel, Belfort, Montbéliard und Colmar liegt Mülhausen im Zentrum einer mehr als zwei Millionen Einwohner zählenden Region.

Geschichte

Colmar Colmar Die Stadt Mülhausen wurde im Jahr 803 erstmals urkundlich erwähnt. Errichtet wurde sie auf einem oft durch Hochwasser heimgesuchten Gelände. Der Bau einer Mühle gab dem Ort seinen Namen. Ein Mühlrad ziert daher auch das Stadtwappen. Durch den Status als freie Reichsstadt im Deutschen Reich sowie durch ein Bündnis mit den Schweizer Kantonen (1515) und dem französischen Königreich blieb Mülhausen als zugewandter Ort nahezu unabhängig. Mülhausen war Mitglied im Elsässischen Zehnstädtebund (Dekapolis). Es war als unabhängige Republik bis zur Annexion durch Frankreich am 4. Januar 1798 Mitglied der Eidgenossenschaft. In der Mitte des 18. Jahrhunderts gewannen chemische und mechanische Industrien an Bedeutung. Im Jahr 1746 begann mit der Gründung einer Textildruckmanufaktur die industrielle Entwicklung der Stadt. Mülhausen entwickelte sich zu einer erfolgreichen Industriestadt und gilt als Manchester Frankreichs. Mülhausen unterhält bevorzugte Beziehungen mit Louisiana, von wo es Baumwolle importiert. Mit Bezug auf die Größe der Stadt ist das historische Zentrum sehr klein, da die Stadtentwicklung erst sehr spät einsetzte. Nach dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71 wurde Mülhausen und das gesamte Elsass in das Deutsche Kaiserreich integriert.

Stadtteile / Sehenswürdigkeiten

1870 1870 Mülhausen besteht aus einer Unter- und einer Oberstadt. Die Unterstadt war früher das Viertel der Händler und der Handwerker. Sie entwickelte sich um den Place de la Réunion (Platz der Wiedervereinigung). Nur noch sehr wenige Häuser aus dem Mittelalter und Reste der ehemaligen Stadtmauer sind in Mülhausen zu finden. Heute ist die Unterstadt um den Platz der Widedervereinigung und dem Dom Fußgängerzone. Die Oberstadt entstand im 13. Jahrhundert. Verschiedene Mönchsorden siedelten sich dort an, insbesondere die Franziskaner, Augustiner, Klarissen und die Malteser. Das Neue Viertel ist das früheste Beispiel einer geplanten Urbanisierung, die in Mülhausen ab 1826 nach der Zerstörung der Stadtmauern erfolgte (wie in zahlreichen französischen Städten). Es konzentriert sich um den Platz der Republik. Sein Netzwerk an Straßen mit dreieckigen Wohnflächen ist ein hervorragendes Beispiel gelungener Stadtplanung der Architekten G. Stolz und Félix Fries. Dieses Viertel wurde von den reichen Familien der industriellen Arbeitgeber bewohnt, die meistens liberaler und republikanischer Gesinnung waren. Das Rebberg Viertel zeichnet sich durch vornehme Villen aus, die den säulenartigen Residenzen der Baumwollzüchter in Louisiana ähneln und von diesen inspiriert wurden. Man findet dort aber auch Häuser englischer Inspiration: die Reihenhäuschen, gebaut als Resultat der großen Verbundenheit mit Manchester, als die Unternehmerfamilien ihre Söhne zum Studium dorthin schickten. Der Rebberg war früher der Weinberg der Stadt Mülhausen (daher der Name Rebberg). In Mülhausen entstand ab 1853 die erste Arbeitersiedlung Frankreichs. Sie war das Ergebnis eines raschen Bevölkerungsanstiegs in den Jahren 1800 bis 1850 von etwa 5.000 auf 30.000 Bewohner. Es entstanden insgesamt 1.240 Gebäude für ungefähr 10.000 Bewohner. Das Rathaus wurde 1553 im rheinischen Renaissance-Stil gebaut. Montaigne bezeichnet es 1580 als "großartigen Palast, der ganz vergoldet wäre". Im Inneren finden sich verblüffend naturgetreue Gemälde, die in Allegorien die Laster und Tugenden darstellen. Die Fresken im Rathaussaal bezeichnen die Wappen der Schweizer Kantone, mit denen die Stadt verbunden war.

Wirtschaft

Allegorien Mülhausen gilt als Wegbereiter der industriellen Revolution in Frankreich. Zunächst entwickelte sich die Textilindustrie, später kamen die Bereiche Chemie und Mechanik hinzu. In der Stadt gibt es rund 6.470 Unternehmen, u.a.:
- Autoindustrie (Fabrik von Peugeot Mülhausen, größter Arbeitgeber im Elsass)
- Chemie (ICMD)
- Elektronik (Clemessy)
- Mechanik (SACM - Warsitlä)

Kultur

Mit dem Schauspielhaus La Filature besitzt Mülhausen eine staatliche Bühne für Musik, Tanz und Theater. Sie beherbergt das Mülhauser Sinfonieorchester, das Ballett und die Rheinoper, sowie die Mediathek der Stadt Mülhausen und ein Multimedia-Zentrum.

Forschung und Bildung

Die Universität von Mülhausen (Universität des Oberelsass) ist Teil der "Europäischen Konföderation der Universitäten am Oberrhein" (EUCOR) mit den Universitäten Straßburg, Basel, Freiburg und Karlsruhe. Unter dem Dach der Unviersität befinden sich die Hochschulen für Chemie (ENSCMU), Textilindustrie (ENSITM) sowie angewandte Wissenschaften (ESSAIM), in denen Ingenieure ausgebildet werden.

Verkehr

Mülhausen teilt sich mit Basel und Freiburg einen großen internationalen Flughafen, den EuroAirport. Mülhausen verfügt über einen großen Hauptbahnhof südlich des Stadtzentrums. Wichtige Bahnverbindung sind nach Westen Belfort, nach Norden Straßburg und nach Südosten in der Schweiz Basel. Eine direkte Verbindung nach Freiburg im Breisgau gibt es für den Personenverkehr nicht mehr, die Auslastung der Strecke war zu gering. Gerade diese Strecke war jedoch eine historische, da es sich um eine der ersten Schienenverbindungen Europas handelt. Die Stadt ist zur Zeit im Aufbau eines Tram-Train-Systems mit zwei Linien, deren erste Abschnitte 2006 in Betrieb gehen sollen. Bis 2011 sollen so fünf Umlandgemeinden an die Kernstadt angebunden werden.

Bürgermeister von Mülhausen

Der Saal des Rates des Rathauses enthält auf seiner Hauptmauer eine Auflistung aller Bürgermeister seit 1349. In neuerer Zeit waren Bürgermeister:
- Jean-Marie Bockel (1989- )
- Joseph Klifa (1981-1989)
- Émile Muller (1956-1981)

Verwaltung

Die alte Gemeinde von Bourtzwiller ist im Jahre 1947 nach Mülhausen eingemeindet worden. Eine die Gemeinden betreffende Zusammenarbeit im Ballungsraum von Mülhausen wird entwickelt. Die Stadt hat im Jahre 1997 einen Gemeindeverband vorgestellt, woraus seit 2001 der Gemeindeverband Südliches Mülhausen Elsass (CAMSA) mit 5 Mitgliedern entstand: Didenheim, Lutterbach, Morschwiller-le-Bas, Mülhausen und Zillisheim. Am 1.Januar 2004 wurden 11 neue Kommunen integriert. Der wirkliche Ballungsraum ist aber weitaus ausgedehnter. Mülhausen wird in 4 Kantone geteilt:
- Der Kanton Mülhausen-Nord (34.066 Einwohner)
- Der Kanton Mülhausen-Ost (28.270 Einwohner)
- Der Kanton Mülhausen-West (25.473 Einwohner)
- Der Kanton von Mülhausen-Süd wird aus einem Teil Mülhausens und aus den Gemeinden von Bruebach, Brunstatt, Didenheim, Flaxlanden, Galfingue, Heimsbrunn, Morschwiller-le-Bas und Zillisheim gebildet (38.792 Einwohner).

Städtepartnerschaften

:Walsall (Großbritannien) 1953 :Antwerpen (Belgien) 1956 :Kassel (Deutschland) 1965 :Chemnitz (Deutschland) 1981 :Bergamo (Italien) 1989 :Givatayim (Israel) 1991 :Timişoara (Rumänien) 1991 :El Khroub (Algerien) 1999 :Sofara (Mali) 2003

Bedeutende Persönlichkeiten

2003
- Der Offizier Alfred Dreyfus (1859-1935), dessen angebliche Spionage für das Deutsche Reich zu der antisemitischen Dreyfus-Affäre führte, wurde als Sohn einer jüdischen Familie in Mülhausen geboren, die 1871 für die Übersiedlung nach Frankreich optierte.
- Der Chemiker und Nobelpreisträger Alfred Werner wurde 1866 in Mülhausen geboren. Professor Werner, seit 1895 Schweizer Staatsbürger, erhielt 1913 den Nobelpreis für Chemie "auf Grund seiner Arbeiten über die Bindungsverhältnisse der Atome im Molekül, wodurch er ältere Forschungsgebiete geklärt und neue erschlossen hat, besonders im Bereich der anorganischen Chemie".
- In Mulhouse aufgewachsen ist Pierre Pflimlin (
- 1907 in Roubaix, Flandern, † 2000 in Straßburg), dessen Vater hier eine Spinnerei betrieb. Pflimlin fils war u.v.a. Straßburger Oberbürgermeister (1959-1983), mehrfacher Minister der IV. und V. Republik, Premierminister für zwei Wochen, Präsident des Europäischen Parlaments (1984-87).
- Der Schriftsteller Willy Kramp wurde 1909 in Mülhausen geboren. Der promovierte Autor verfasste nach einem Studium der Philosophie, Psychologie, Germanistik und Anglistik seit den 1930er Jahren Romane, Erzählungen, Dramen und Essays zu meist zeitgeschichtlichen Themen.
- Johann Heinrich Lambert wurde am 26. August 1728 in Mühlhausen geboren, er verstarb am 25. September 1777 in Berlin. Er war ein bekannter Mathematiker und Physiker. Neben der Stephanskirche ist Lambert ein Denkmal mit einem Globus gewidmet.
- Arthur Dinter antisemitischer Schriftsteller und völkischer Politiker

Sehenswürdigkeiten

völkischer
- Altstadt mit Rathaus, Marktplatz und Place de la Réunion
- La Filature [http://www.lafilature.org]
- Das Nationale Automobil-Museum - Die Collection Schlumpf [http://www.culture-espaces.com/schlumpf/]
- Französisches Eisenbahn-Museum
- Stoffdruck-Museum [http://www.musee-impression.com]
- Zoo
- Sendeturm Mulhouse-Belvédère
- Tour du Belvédère

Siehe auch


- Arrondissement Mulhouse
- Kommunen im Département Haut-Rhin

Weblinks


- [http://www.ville-mulhouse.fr Offizielle Homepage der Stadt Mülhausen]
- [http://www.uha.fr/ Universität Haute-Alsace] Kategorie:Reichsstadt Kategorie:Ort im Elsass als:Mülhausen (Elsass) ja:ミュルーズ

Straßburg

Straßburg (frz. Strasbourg [], elsässische Aussprache Schdroosburi) ist die historische Hauptstadt des Elsass. Die Stadt ist Hauptstadt der Region Elsass sowie Präfektur des Départements Unterelsass (Bas-Rhin). Die Präfektur verwaltet auch die beiden Arrondissements Strasbourg-Campagne und Strasbourg-Ville (von 1871 bis 1919 die Kreise "Straßburg (Land)" und "Straßburg (Stadt)"), sie bestehen aus 8 bzw. 10 Kantonen. Straßburg ist Kernstadt und größte Gemeinde im Elsass, in Bas-Rhin und im Stadtverband Straßburg (CUS). Die Stadt liegt am Fluss Ill, die sich im Stadtgebiet verzweigt. Die östlichen Stadtteile mit dem Hafen grenzen an den Rhein. Am gegenüber liegenden östlichen Rheinufer liegt auf bundesdeutscher Seite die Stadt Kehl. Straßburg ist der Endpunkt des Rhein-Marne-Kanals.

Geschichte

Rhein-Marne-KanalRhein-Marne-Kanal)]] Straßburg wurde unter dem römischen Kaiser Augustus als Argentoratum gegründet. Es war zunächst ein militärischer Außenposten in der Provinz Germania Superior. Straßburg war ab dem 4. Jahrhundert Bischofssitz und wurde im 5. Jahrhundert durch Alemannen, Hunnen und Franken erobert. 842 wurden hier die Straßburger Eide geschworen, die das älteste Dokument in französischer Sprache darstellen. Diese Eide sind zweisprachig (althochdeutsch und altfranzösisch) überliefert. Die Sprache von Stadt und Region war damals althochdeutsch. Im Mittelalter entwickelte sich Straßburg zu einem bedeutenden Wirtschaftszentrum und war von 1262 an freie Reichsstadt. 1439 wurde das Straßburger Münster fertig gestellt, welches bis 1874 das höchste Gebäude der Welt war. In der Reformation wurde es lutherisch. Auf dem Reichstag zu Augsburg 1529 legte Straßburg ebenfalls ein Bekenntnis zur Reformation ab. Straßburg schloss sich aber nicht den "Protestanten" der "Confessio Augustana" an, sondern legte mit Memmingen, Konstanz und Lindau ein eigenes, von Martin Bucer und Capito verfasstes Bekenntnis, die nach den vier Städten sog. Tetrapolitana ab. Nach 1648 strebte Frankreich den Rhein als Grenze an, wobei die im Westfälischen Frieden gewonnene Reichsvogtei über die elsässischen Reichsstädte den eigenen Zwecken nutzbar gemacht wurde; Straßburg blieb davon jedoch zunächst ausgenommen. Erst im Rahmen der 1679 begonnenen Reunionspolitik Königs Ludwigs XIV. geriet auch Straßburg ins Visier. Nachdem die Stadt in diesem Zusammenhang im September 1681 mitten im Frieden durch die Franzosen besetzt worden war, wurde diese Änderung der Herrschaftsverhältnisse 1697 endgültig bestätigt. Protestanten wurden von öffentlichen Ämtern ausgeschlossen, das Münster wurde rekatholisiert. Allerdings blieb die Stadt deutschsprachig und kulturell deutsch geprägt. 1770 und 71 studierte hier Johann Wolfgang von Goethe. In diesen Jahren wurde die Stadt ein Kristallisationspunkt der literarischen Bewegung "Sturm und Drang". Jakob Michael Reinhold Lenz und Johann Gottfried von Herder lebten hier. Nach der französischen Revolution wurde die Stadt immer wieder zum Exil für deutsche Revolutionäre, wie z.B. für Georg Büchner. In Straßburg komponierte Claude Joseph Rouget de Lisle die Marseillaise. Marseillaise Marseillaise]Zur Zeit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert verdreifachte sich die Einwohnerzahl auf 150.000. 1871, nach dem deutsch-französischen Krieg, wurde Straßburg vom neu gegründeten Deutschen Reich zur Hauptstadt des Reichslandes Elsass-Lothringen erklärt. Neben Metz und Köln wurde Straßburg nach 1871 zu einer der wichtigsten Festungen im Westen des Deutschen Reiches ausgebaut. Im Zuge der Stadterweiterung entstand eine moderne Umwallung, die ältere Wallabschnitte aus der französischen Zeit miteinbezog. Von den Wallanlagen sind Reste der Zitadelle von Vauban erhalten, vor allem aber große Teile der preußischen Befestigungen im Bereich des Bahnhofs. Hier sind heute noch Grabenwehren aus Eisen zu sehen, damals und heute eine absolute Seltenheit. Neben dieser inneren Umwallung entstand in weitem Umkreis um die Stadt ein Gürtel aus Forts, von denen die meisten heute noch stehen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Straßburg gemäß dem Versailler Vertrag von 1919 wieder Frankreich zugeschlagen. Die Abtretung an Frankreich erfolgte gemäß den 14 Punkten von US-Präsident Wilson ohne Volksabstimmung. Es ist sehr fraglich, ob ein Referendum zugunsten Frankreichs ausgegangen wäre, denn die Stadt war damals rein deutschsprachig und elsässische Soldaten hatten im Ersten Weltkrieg loyal auf deutscher Seite gekämpft. Referendum Zwischen der deutschen Invasion in Polen am 1. September 1939 und der britisch-französischen Kriegserklärung am 3. September 1939 an Deutschland wurden sämtliche Einwohner Straßburgs evakuiert, wie bei allen anderen grenznahen Ortschaften auch. Bis zum Einmarsch der deutschen Truppen Mitte Juni 1940 befand sich zehn Monate lang niemand in der Stadt, mit Ausnahme der kasernierten Soldaten. Straßburg blieb, wie der größte Teil Frankreichs, bis 1944 von Deutschland besetzt und wurde wieder von französischen Truppen unter der Führung von General Lattre de Tassigny erobert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt aufgrund des Engagements des langjähigen Straßburger Oberbürgermeisters und Spitzenpolitikers Pierre Pflimlin zum Symbol der deutsch-französischen Aussöhnung und der europäischen Einigung.

Sehenswürdigkeiten und Baudenkmäler

deutsch-französischen Aussöhnung]deutsch-französischen AussöhnungStraßburgs gut erhaltene historische Altstadt Île de la Cité wird von der Ill, einem Nebenfluss des Rheins, umflossen. Sie wurde 1988 zum Weltkulturerbe erklärt. Wahrzeichen der Stadt ist das 1176-1439 erbaute romanische und gotische Straßburger Münster. Der Münsterplatz gehört zu den schönsten europäischen Stadtplätzen. Dominiert von der Westfassade des Münsters, stehen hier zahlreiche, teilweise vier- bis fünfgeschossige Fachwerkhäuser im alemannisch-süddeutschen Stil. Charakteristisch sind die steilen Dächer mit bis zu vier Dachgeschossen. An der Nordseite des Münsterplatzes steht das bekannte, reich verzierte Haus Kammerzell (siehe Bild oben). Haus KammerzellHaus KammerzellTouristisch sehr beliebt ist das so genannte "Gerberviertel" (frz. "La Petite France") am Ufer der Ill und mehrerer Kanäle mit seinen malerischen Fachwerkhäusern, kleinen Gassen und den typischen Dachgauben. Früher lag auf dieser Insel ein Militärkrankenhaus, in der Soldaten mit der so genannten "Franzosenkrankheit" behandelt wurden - man bezeichnete so abwertend die Syphilis zu Zeiten, als Straßburg noch nicht französisch war. Von diesem Begriff leitet sich der Name für das Viertel ab. Einer anderen Theorie zufolge leitet sich der Name von französischen Soldaten ab, die die Blätter der dort stehenden Weiden für heilsam hielten. Weiden Der 1908 errichtete Temple neuf in der Altstadt ist die größte protestantische Kirche Frankreichs. Weitere Denkmäler aus der Zeit des deutschen Kaiserreichs sind der Bahnhof und die Universität. Als Ersatz für die zerstörte alte Synagoge wurde 1958 die Synagogue de la Paix errichtet. Für die Konzeption des [http://deu.archinform.net/projekte/9813.htm Parkplatzes und Straßenbahnhaltestelle in Hoenheim-Nord] erhielt Zaha Hadid den Mies van der Rohe Preis für Europäische Architektur 2003. Siehe auch: Mimram-Brücke, Kléberplatz, Straßburger Münster

Kultur

Straßburger Münster

Darstellende Kunst


- Die Opéra national du Rhin mit eigenem Ballett und Orchester, dem Orchestre Philharmonique de Strasbourg, kann mit Gastauftritten von Spitzenstars der Konzertwelt aufwarten und hat ein treues Abonnement-Publikum, das aus dem gesamten oberrheinischen Gebiet kommt.
- Der Kabarettist Roger Siffer betreibt seit 1984 sein eigenes Kabarett, das "Théâtre de la Choucrouterie", einer ehemaligen Sauerkrautfabrik, am Rande der Straßburger Altstadt. Seine Revues laufen gleichzeitig auf Französisch und auf Elsässisch in zwei Sälen. In die Choucrouterie kommen jährlich mehr als 20 000 Besucher.

Kultur um und im Münster


- Führungen durch das Straßburger Münster erschließen dem Besucher die Geschichte und Ästhetik eines architektonischen Höhepunktes der Gotik.
- Zur Weihnachtszeit bietet Straßburg einen der schönsten Weihnachtsmärkte überhaupt, der Christkindelsmärik. Zum Besuch laden ein: die Lage um das Münster, die elsässischen Spezialitäten, die riesige Weihnachtstanne aus den Vogesen auf dem Place Kléber, die von einer Arbeitsgruppe alljährlich ein anderes Dekor erhält, bis hin zu Weihnachtskonzerten in den Kirchen und dem Münster.

Museen


- Vogesen Das Musée des Beaux Arts präsentiert Gemälde alter Meister, aber auch von Gustav Klimt.
- Im Musée d'Alsace wird Volkskunst und Kunsthandwerk aus dem Elsass ausgestellt.
- Weithin bekannt ist das "Museum für moderne und zeitgenössische Kunst", das Musée de l'Art moderne et contemporaire, mit seiner markanten Pferdestatue auf dem Dach.
- Im Centre Tomi Ungerer ist das zeichnerische und grafische Lebenswerk des berühmten elsässischen Künstlers zu sehen. Spielzeug, Fotografien und das Familienarchiv ergänzen die einzigartige Sammlung.
- Seit 2005 bereichert das "[http://levaisseau.com/ Le Vaisseau]", ein Wissenschafts- und Technikzentrum für Kinder und Jugendliche zwischen 3 und 15 Jahren die Straßburger Museumslandschaft.
- Archäologisches Museum im Palais Rohan, 2.Place du Château. Das Museum bietet die älteste Geschichte des Elsass: von der Urgeschichte bis zum Anfang des Mittelalters. Die Abteilung "Das römische Elsass" bietet eine reichaltige Sammlung von Funden des 1. - 5. Jahrh. nach Chr.
- Musée de l'oeuvre Notre-Dame . 3, place du Château, mit Meisterwerken der Gotik und der Renaissance; oberrheinische Kunst vom 11. bis 17. Jahrhundert.

Bildungseinrichtungen

Tomi Ungerer Jacques Sturm gründete 1538 das protestantische Gymnasium, das 1556 in den Rang einer Akademie erhoben und nach und nach in eine Universität (1621) und in eine königliche Universität (1631) verwandelt wurde. Im Laufe der Französischen Revolution verschwindet die Universität. 1870 wurde sie neu gegründet. Nachdem sie 1918 wieder französisch geworden war, verließ die Universität während des Zweiten Weltkriegs Straßburg und das annektierte Elsass, um sich in Clermont-Ferrand niederzulassen. Nach 1945 kehrte sie nach Straßburg zurück. Die Universität Straßburg ist in der "Europäischen Konföderation der Universitäten am Oberrhein" (EUCOR) mit den der Universität Karlsruhe, Basel, Mülhausen und der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg verbunden. Sie verfügt wegen der kirchenrechtlichen Sonderstellung des Elsass als einzige in Frankreich über zwei staatlich finanzierte theologische Fakultäten (katholisch und protestantisch). In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die Universität Straßburg aufgeteilt:
- Université Louis Pasteur (Strasbourg I)
- Université Marc Bloch (Strasbourg II)
- Université Robert Schuman (Strasbourg III) Außerdem gibt es in Straßburg das
- Centre régional des œuvres universitaires et scolaires de Strasbourg (Crous) Straßburg ist Sitz der französischen Verwaltungshochschule ENA (École nationale d'administration). Die größten bzw. bedeutendsten Bibliotheken Straßburgs sind:
- Bibliothèque Nationale et Universitaire
- Bibliothèque Municipale

Sport


- Racing Strasbourg spielt seit der Saison 2002/03 wieder in der höchsten französischen Fußball-Spielklasse, der Ligue 1.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt


- Johannes Tauler (
- um 1300 in Straßburg - † 1360 in Straßburg), deutscher Theologe und Mystiker
- Sebastian Brant (
- 1457 in Straßburg - † 10. Mai 1521 in Straßburg), Jurist, Schriftsteller und Humanist
- Jakob Sturm von Sturmeck (1498-1553), reformierter Bürgermeister der Stadt; evangelischer Gedenktag 30. Oktober
- Jacob Frey (
- vor 1520), Schriftsteller
- Martin Montanus (
- nach 1537 in Straßburg, Todesdatum unbekannt), deutscher Schwankdichter und Dramatiker
- Johann Fischart (
- 1546 oder 1547 in Straßburg - † 1590 in Forbach), Schriftsteller
- Johann Christof Freiherr von Bartenstein (
- 23. Oktober 1689 - † 6. August 1767 in Wien), Staatsmann und Diplomat am Wiener Hof
- Henriette Karoline von Pfalz-Zweibrücken (
- 9. März 1721 in Straßburg - † 30. März 1774 in Darmstadt), Landgräfin von Hessen-Darmstadt
- Jean-Baptiste Kléber (
- 9. März 1753 in Straßburg), General der französischen Revolutionsarmee, er starb 1800 auf Napoléon Bonapartes Ägyptenfeldzug.
- Jean Frédéric Edelmann, (
- 5. Mai 1749, Komponist, † 14. Juli 1794 in Paris
- Anton Will (
- 1756 in Straßburg - † 12. September 1827 in München) war ein deutscher Veterinär-Mediziner.
- Gustave Doré (
- 6. Januar 1832 in Straßburg - † 23. Januar 1883 in Paris), Maler, Grafiker und Illustrator.
- Charles Friedel (
- 12. März 1832 in Straßburg - † 20. April 1899 in Montauban), französischer Chemiker
- Hugo Becker (
- 13. Februar 1863 - † 30. Juli 1941 in Geiselgasteig), Cellist, Cellolehrer und Komponist
- Hans oder Jean Arp (
- 16. September 1886 in Straßburg - † 7. Juni 1966 in Basel), deutsch-französischer Maler, Bildhauer und Dichter des Dadaismus und Surrealismus
- Rudolf Schwarz (
- 15. Mai 1897 in Straßburg - † 3. April 1961 in Köln), deutscher Architekt vor allem von katholischen Kirchenbauten
- Max Bense (
- 7. Februar 1910 in Straßburg - † 29. April 1990 in Stuttgart), deutscher Philosoph für Wissenschaftstheorie, Logik, Ästhetik und Semiotik sowie Schriftsteller und Publizist
- Marcel Marceau (
- 22. März 1923), Pantomime
- Germain Muller (
- 11. Juli 1923 - † 10. Oktober 1994) war ein Straßburger Kulturpolitiker, ein sehr populärer Kabarettist und elsässischer Dichter
- Tomi Ungerer (
- 28. November 1931), Zeichner, Illustrator, Grafiker
- Wolfgang Huber (
- 12. August 1942), Bischof und EKD-Ratsvorsitzender

Andere Persönlichkeiten


- Johann Wolfgang Goethe studierte in Straßburg Jura. Hier lernte er Friederike Brion, eine Pfarrerstochter, kennen. Die Gedichte „Willkommen und Abschied“, „Sessenheimer Lieder“ und „Heidenröslein“ entstanden hier..
- Jakob Twinger von Königshofen (1346 - 1420), Straßburger Chronist und Kanonikus der St.-Thomas-Kirche
- Johann Geiler von Kaysersberg (
- 16. März 1445 in Schaffhausen - † 10. März 1510 in Straßburg), Prediger
- Hans Baldung, genannt Grien (
- 1484 oder 1485 in Schwäbisch Gmünd - † September 1545 in Straßburg), einer der besten deutschen Maler, Zeichner und Kupferstecher der Renaissance
- Johann Carolus, Gründer der ersten gedruckten, wöchentlich erscheinenden Zeitung (1605)
- Jesaias Rompler von Löwenhalt (
- 1605 in Dinkelsbühl - † nach 1672 in Straßburg), Dichter der deutschen Barocklyrik
- Andreas Silbermann (
- 1678 - 1734, seit 1701 in Straßburg), bedeutender Orgelbauer des Barock
- Georg Büchner (1813-1837), Schriftsteller ("Lenz"), studierte in Straßburg Medizin
- Ludwig Friedländer (
- 16. Juli 1824 in Königsberg, Ostpreußen - † 16. Dezember 1909 in Straßburg), deutscher Altphilologe und Kulturhistoriker
- Georg Simmel (
- 1. März 1858 in Berlin - † 28. September 1918 in Straßburg), deutscher Soziologe und Kulturphilosoph, Begründer der „formalen Soziologie“
- Marc Bloch (
- 6. Juli 1886 in Lyon; † 16. Juni 1944 nahe Lyon), einer der bedeutendsten Historiker des 20. Jh., lehrte von 1919 bis 1937 an der Universität Straßburg, Begründer der „Annales d'histoire économique et sociale“
- Prof. Ernst von Dobschütz (
- 9. Oktober 1870 in Halle (Saale); † 20. Mai 1934 ebenda) evangelischer Theologe 1904 folgte er dem Ruf an die Universität Straßburg im Elsass als Nachfolger von Heinrich Holtzmann
- Pierre Pflimlin (
- 5. Februar 1907 in Roubaix, Flandern - † 27. Juni 2000 in Straßburg), Straßburger Oberbürgermeister von 1959 bis 1983, mehrfacher Minister der IV. und V. Republik, Ministerpräsident, Präsident des Europäischen Parlaments, machte Straßburg zur Europastadt
- Barbara Honigmann (
- 12. Februar 1949 in Berlin), deutsche Schriftstellerin, lebt seit 1984 in Straßburg

Medien

Die "Dernières nouvelles d'Alsace" ist eine zweisprachige Elsässer Tageszeitung aus Straßburg, die deutsche Auflage beträgt etwa zehn Prozent von ca. 250 000. In Straßburg wird auch das Programm des deutsch-französischen Fernsehsenders ARTE produziert.

Die europäischen Institutionen in Straßburg

ARTEDas Europäische Parlament, der Europarat, der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte und das Eurokorps haben in der Stadt ihren Sitz.

Verkehr

Eurokorps Bahn: Straßburg ist ein wichtiger Knotenpunkt der französischen SNCF. Der TGV aus Paris verkehrt nicht bis nach Deutschland; der deutsche ICE überquert noch nicht die Grenze bis Straßburg Straßenverkehr: Straßburg ist Ausgangspunkt der französischen Autobahn A4 Richtung Metz und Paris. Eine Verlängerung Richtung Kehl als Autobahn existiert noch nicht. Der internationale Flughafen von Straßburg liegt in Entzheim, etwa 20 km südwestlich.

Weblinks


- [http://www.strasbourg.fr die offiziellen Seiten der Stadt Straßburg]
- [http://www.ot-strasbourg.fr/ Straßburger Tourismusbüro]
- [http://www.musees-strasbourg.org/ Les Musées de Strasbourg]
- [http://archives.arte-tv.com/societe/jmberlin/dtext/gemeinde/strasbourg_chronik.html Geschichte der Jüdischen Gemeinde in Strasbourg]
- [http://www.bad-bad.de/elsass/goethe.htm auf den Spuren Goethes im Elsass und in Straßburg]
- [http://www.literaturreisen.com/literaturreisen/strassburg_sturm_drang.html auf den Spuren der Stürmer & Dränger durchs Elsass und durch Straßburg]
- [http://www.schaetze-der-welt.de/denkmal.php?id=93 Unesco-Weltkulturerbe], RealPlayer-Video (14 Min.)
- [http://public-transport.net/bim/Strasbourg.htm ÖPNV in Strasbourg] Kategorie:Ort im Elsass Kategorie:Weltkulturerbe Kategorie:Reichsstadt als:Strassburg ja:ストラスブール ko:스트라스부르 ms:Strasbourg

Rhein

Der Rhein (bündnerromanisch: Rein, französisch: Rhin und niederländisch: Rijn) ist eine der am stärksten befahrenen und bedeutendsten Wasserstraßen Europas. Er hat eine Gesamtlänge von ungefähr 1.320 km von der Quelle bis zur Mündung, davon 833 km schiffbar. Sein Einzugsgebiet beträgt 252.000 km².

Name

Der Name Rhein (beziehungsweise Rhen oder roain) ist keltischen Ursprungs und bedeutet in etwa fließen bzw. großes fließendes Wasser (vgl. altgriechisch rhein: „fließen“, spanisch río: „Fluss“). Die Römer nannten den Fluss Rhenus.

Schifffahrt

Römer]] Seit jener Zeit ist der Rhein bereits eine bedeutende Wasser- und Handelsstraße in Europa und heute für Schwergütertransporte, zum Beispiel Containerschiffe, der bevorzugte Transportweg. Mit der Rheinschiffahrtsakte vom 31. März 1831 (Mainzer Akte) wurde die Schifffahrt vereinfacht und mit der Mannheimer Akte vom 17. Oktober 1868 unter anderem von Gebühren und Abgaben freigestellt, die sich lediglich auf die Tatsache der Beschiffung gründen. Es wurde festgelegt, dass alle Signatarstaaten – und dazu zählten alle Rheinanrainer – dieselben Gesetze und dieselben Zulassungskriterien für Transportmittel anwenden, und dass die Befahrbarkeit des Rheins von Basel flussabwärts sichergestellt werden muss. Wer beispielsweise ein neues Elektrizitätswerk plant, muss eine kostenlose Umfahrungsmöglichkeit bereitstellen. Der Rhein ist heute auf Grund der baulichen Maßnahmen von Rheinfelden bis Rotterdam durchgängig schiffbar.

Rheinstrom-Kilometrierung

Die Rheinstrom-Kilometrierung, nach der sich die Schifffahrt sowie alle Behörden richten, beginnt mit einem Nullpunkt auf der Mitte der Rheinbrücke in Konstanz, an der der Rhein den Bodensee verlässt (Bei seiner Passage durch die Stadt Konstanz wird der kurze Rheinabschnitt zwischen dem Bodensee und Untersee der Seerhein genannt). Bis zu seiner Mündung in die Nordsee bei Hoek van Holland (NL) beträgt die Länge des Rheins 1.320,8 km.
An beiden Ufern sind auf großen Tafeln die Rheinstrom-Kilometer angeschlagen. Auch in den nachfolgenden Abschnittsüberschriften sind die Rheinstrom-Kilometer angegeben.

Flusslauf

Hoek van Holland Hoek van Holland Hoek van Holland Seine beiden Hauptquellflüsse, der Vorderrhein und der Hinterrhein entspringen im Westen des Kantons Graubünden in den zentralen Schweizer Alpen, der Vorderrhein beim Oberalppass (Surselva), der Hinterrhein am Rheinwaldhorn. Insgesamt tragen 13 Quellflüsse den Namen Rhein in ihrem Namen. Nach der Vereinigung bei Reichenau fließt er nordwärts als Alpenrhein und mündet westlich von Hard in den Bodensee. Die Rheinstrecke bei Konstanz, die die Bodenseeteile Obersee und Untersee verbindet, wird als Seerhein bezeichnet. Vom Ausgang des Untersees bei Stein am Rhein bis Basel trägt er die Bezeichnung Hochrhein, weiter bis Bingen Oberrhein. Danach geht er in den Mittelrhein und ab Bonn in den Niederrhein über. Kurz hinter der deutsch-niederländischen Grenze beginnt das große Rheindelta. Hier gabelt sich der Rhein in zwei Hauptflussarme, die sich vor Rotterdam wieder vereinigen, um nach Durchfließen des Hafens von Rotterdam bei Hoek van Holland in die Nordsee zu münden. Bis zum Tertiär floss der Rhein ab Basel im Bett der Saône und Rhône ins Mittelmeer, da ihm durch den Isteiner Klotz der Weg in Richtung Norden versperrt war.

Vorder-, Hinter- und Alpenrhein

Von der Quelle bis zum Bodensee Isteiner Klotz] Isteiner Klotz Isteiner Klotz Der Vorderrhein entsteht aus mehreren Quellflüssen nahe dem Oberalppass im Gotthard-Massiv. Der Lag da Toma ist die Quelle des Vorderrheins und gilt unter den verschiedenen Quellflüssen als offizielle Rheinquelle. Erste Stadt am Vorderrhein ist Ilanz. Der Hinterrhein entspringt dem Paradiesgletscher am Rheinwaldhorn in der Nähe des San Bernardino-Passes. Bei Reichenau vereinigen sie sich zum Alpenrhein. Dieser beschreibt bei Chur einen markanten Knick nach Norden und bildet dort streckenweise, d. h. auf ca. 25 Kilometern, die Grenze zu Liechtenstein. Seit der Kanalisierung und Begradigung seines Wasserlaufs mündet er als „Neuer Rhein“ bei Hard in Österreich in den Bodensee. Der ursprüngliche „Alte Rhein“ mündet auch heute noch an der schweiz-österreichischen Grenze bei Altenrhein. Dieser alte Rhein ist aus Richtung Bodensee etwa zwei Kilometer schiffbar bis etwa in Höhe des Schweizer Ortes Rheineck. Das Stück Land zwischen den beiden Rheinmündungen, das die 3 österreichischen Ortschaften Gaißau, Höchst und Fußach umfasst, wird als Rheindelta bezeichnet und ist ein Naturschutz- und Vogelschutzgebiet. Die Rheinregulierung mit dem oberen Rheindurchstich bei Diepoldsau und dem unteren Rheindurchstich bei Fußach wurde durchgeführt, um die fortwährenden Überschwemmungen in Kombination mit starken Sedimentierungen im westlichen Rheindelta zu verringern. Inzwischen steht fest, dass der Rhein trotzdem sehr große Mengen an Ablagerungen in den Bodensee hineinträgt und in Folge dessen ein permanenter Kiesabbau mit Schwimmbaggern nötig ist. Rheindelta] Im Bodensee selbst vermischt sich das kalte, meist graue Gebirgswasser des Neuen Rheins nur wenig mit dem eher warmen, grünlichen Wasser des Sees. Der Strom fließt also ein gewisses Stück oberflächlich im freien Wasser, bevor er abrupt in die Tiefen des Sees abtaucht, um dann vor der Insel Lindau entlang des nördlichen Seeufers bis etwa Hagnau am Bodensee und weiter nach Konstanz abzubiegen.

Hochrhein

Vom Bodensee bis Basel, km 0–150 Nach dem Verlassen des Bodensee-Obersees an der Engstelle der Rheinbrücke in Konstanz fließt er zunächst mit 30 cm Höhenunterschied als Seerhein in den Untersee, bis er bei Stein am Rhein wieder zu einem Fluss wird und einige Kilometer weiter westlich von Schaffhausen in Neuhausen den Rheinfall hinabstürzt. Hier stößt er auf sein altes, voreiszeitliches Flussbett. Ab dem Verlassen des Bodensees wird er – etwa seit dem frühen 20. Jahrhundert – Hochrhein genannt. Der Überlinger See wird vom Rhein nicht durchflossen. Von Schaffhausen fließt er als Hochrhein weiter zuerst noch Richtung Süden, mit einer malerischen Schlinge am Städtchen und Kloster Rheinau vorbei, bis er am Tösseck (Einmündung der Töss) in Richtung Westen dreht und bald darauf zum Grenzfluss zwischen der Schweiz und Deutschland wird. Bei Koblenz, nahe Waldshut mündet von Süden her die Aare als erster größerer Nebenfluss in den Rhein. Erwähnenswert ist dabei, dass die Aare mit einem durchschnittlichen Abfluss von 557 m³/s der wasserreichere Fluss von beiden ist (Rhein: 439 m³/s).

Oberrhein

Von Basel bis Bingen, km 150–530 Nebenfluss]] Im sogenannten Rheinknie in Basel ändert der Rhein seine Richtung von Ost-West nach Norden. Als Oberrhein wird er Grenzfluss zwischen Deutschland und Frankreich. Seit dem Tertiär fließt der Rhein von hier aus den Oberrheingraben entlang. Zwischen Basel und Iffezheim ist der Rhein kanalisiert und mit 10 Schleusen aufgestaut. Speziell zwischen Basel und Breisach führt das alte Flussbett des Rheins kaum Wasser. Die Wassermassen werden parallel dazu im Rheinseitenkanal (Grand Canal d'Alsace) geführt und dort zur Energiegewinnung in Wasserkraftwerken und für den Schiffsverkehr verwendet. Die Kanalisation hat jedoch auch ökologische Folgenund Nachteile, da der Grundwasserspiegel, in Abhängigkeit zum Fluss, sinkt. Weiterhin kommt es zu einer Verlandung des Flussbettes, was wiederum Folgen für die Flora und Fauna der Flussaue hat. Für die nächsten 200 bis 300 Kilometer erstreckt sich das Rheinbett in der oberrheinischen Tiefebene, einem rund 40 Kilometer breiten Tal zwischen Schwarzwald und Vogesen beziehungsweise Pfälzerwald und Kraichgau/Odenwald. Dieser Teil wurde ab 1817 durch Johann Gottfried Tulla im Zuge der Rheinbegradigung von einem immer wieder in der Rheinniederung mäandrierenden Schlingenfluss in ein gerades, von Dämmen flankiertes Flussbett gezwungen. Bei Straßburg münden der Rhein-Marne-Kanal und der Rhein-Rhône-Kanal in den Rhein. Von Lauterburg bis Mannheim bildet der Rhein die Grenze zwischen Baden-Württemberg (rechtsrheinisch) und Rheinland-Pfalz (linksrheinisch). Bei Mannheim mündet der von Südosten kommende Neckar als zweiter großer Nebenfluss und Hessen folgt Baden-Württemberg auf der rechten Rheinseite. Gegenüber von Mainz mündet der Main in den Rhein, der von dort für einen kurzen Abschnitt, ebenfalls Rheinknie genannt, seine Richtung nach Westen ändert und anschließend bei Bingen an der Nahemündung nach Nordwesten dreht. Nahe]]

Mittelrhein

Von Bingen bis Bonn, km 530–660 Von dort durchfließt der Mittelrhein in einem steilen, engen Tal den südlichen Teil des Rheinischen Schiefergebirges. Linksrheinisch erstreckt sich der Hunsrück, rechtsrheinisch der Taunus.
Taunus]] Dieser Abschnitt ist der touristisch bekannteste Teil des Rheins, der von Bingen/Rüdesheim bis Koblenz Weltkulturerbe ist.
Die bekanntesten touristischen Veranstaltungen in den Monaten Mai, Juli, August und September sind die Feuerwerke Rhein in Flammen. Bei Kaub liegt malerisch mitten im Rhein die Burg Pfalzgrafenstein. Einige Kilometer weiter flussabwärts umfließt der Rhein den sagenumwobenen Loreley-Felsen, bis er sich bei Boppard durch den Bopparder Hamm, eine imposante Rheinschleife windet. Von Osten nimmt er nun die Lahn und am Deutschen Eck in Koblenz von Südwesten die Mosel auf. Linksrheinisch erstreckt sich die Eifel, aus der bei Sinzig die Ahr und rechtsrheinisch der Westerwald, aus dem unterhalb von Neuwied die Wied in den Rhein mündet. Zu den bekanntesten Burgen des Mittelrheins gehören Burg Lahneck, die Marksburg und die feindlichen Brüder Liebenstein und Sterrenberg. Sterrenberg

Niederrhein

Von Bonn bis Hoek van Holland, km 660–1.033 Sterrenberg An der südlichen Stadtgrenze von Bonn und der Grenze zwischen Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen weitet sich das enge Mittelrheintal zur Kölner oder Niederrheinischen Bucht, die bereits zur norddeutschen Tiefebene zählt. Nördlich von Bonn mündet die Sieg in den Rhein, der von hier ab wie die ihn umgebende Region Niederrhein genannt wird. Niederrhein Wichtigste Hafenstädte in diesem Stromabschnitt sind Köln, Düsseldorf, Neuss und Duisburg mit Duisport, Europas größtem Binnenhafen und international bedeutendem Logistikstandort an der Mündung der Ruhr und des Rhein-Herne-Kanals. 30 km flussabwärts mündet in Wesel die zweite Ost-West-Schifffahrtsverbindung, der parallel zur Lippe verlaufende Wesel-Datteln-Kanal in den Rhein und nach 40 km spannt sich in Emmerich die längste Hängebrücke Deutschlands über den an dieser Stelle mehr als 700 Meter breiten Strom.

Rheindelta

Nach weiteren 15 Kilometern, drei Kilometer hinter der deutsch-niederländischen Grenze bei Millingen aan de Rijn, beginnt das große Delta des Rheins. Hier teilt sich der Rhein in zwei Hauptarme, die sich vor Rotterdam wieder vereinigen. Rotterdam Der nördliche Rheinarm ist der Pannerdens Kanaal (dt. Pannerdenscher Kanal), von dem kurz vor Arnhem die IJssel abzweigt. Sie fließt über Deventer und Zwolle nach Norden und mündet bei Kampen ins IJsselmeer. Von der Abzweigung der IJssel an heißt der nördliche Rheinarm Nederrijn und im weiteren Verlauf Lek.
Bis etwa 900 n. Chr., als der Lek zum Hauptstrom wurde, bildeten der Kromme Rijn und der Oude Rijn den eigentlichen Flusslauf. Der südliche Rheinarm ist der Bijlands Kanaal, der in die Waal übergeht, die im Unterlauf die Namen Boven Merwede, Beneden Merwede und Noord trägt, bis er sich wenige Kilometer vor Rotterdam in Krimpen aan de Lek mit dem nördlichen Arm vereinigt. Gemeinsam durchfließen sie als Nieuwe Maas und danach als Scheur den Hafen Rotterdam und münden über den Nieuwe Waterweg bei Hoek van Holland in die Nordsee. Dort strömen 2.330 m³ Wasser pro Sekunde ins Meer.

Nebenflüsse des Rheins

Nordsee

Brücken über den Rhein

Nordsee Der Rhein wird in seinem Verlauf von etwa 100 Brücken überquert. Zu folgenden Brücken existieren eigene Artikel:

Ökologie

Nach den Angaben des Umweltbundesamts nimmt die Schadstoffbelastung des Rheins seit 1960 kontinuierlich ab. Dies ist einerseits auf die systematische Abwasserreinigung durch den Bau von Kläranlagen zurückzuführen und andererseits auf die Tatsache, dass die Industrie immer weniger mit Chemikalien und Schwermetallen belastete Abwässer in den Rhein einleitet. Heute leben wieder etwa 40 Fischarten im Rhein. Trotz der deutlichen Reduzierung der Gewässerbelastung durch Haushalts- und Industrieabwässer transportiert der Rhein jährlich noch immer beträchtliche Mengen an Schwermetallen und Chemikalien wie Pestizide in Richtung Nordsee. So brannte am 1. November 1986 eine Lagerhalle der Firma Sandoz an der Schweizerhalle bei Basel am Rhein. Die mit dem Löschwasser in den Rhein gelangten Chemikalien vernichteten praktisch das gesamte tierische und pflanzliche Leben im Rhein. Es benötigte eines jahrelangen Prozesses, bis der Rhein sich wieder erholt hatte. Viele andere den Rhein belastende Giftstoffe, zum Beispiel Pestizide und Rückstände von Medikamenten, sind in der Tabelle noch nicht berücksichtigt. Medikamenten

Rhein-Hochwasser


- Mai 1999 (Hochrhein/Oberrhein)
- Januar 1995 (Mittelrhein/Niederrhein)
- Mai 1994 (Hochrhein/Oberrhein)
- Dezember 1993 (Mittelrhein/Niederrhein)
- Dezember 1991 (Oberrhein)
- Februar 1990 (Oberrhein)
- März 1988 (Rhein gesamt)
- Juni 1987
- Mai 1983
- April 1983
- Februar 1980 (Oberrhein)
- Mai 1978 (Oberrhein)
- Dezember 1882

Siehe auch


- Die Rheinfähren
- Rheinbegradigung
- Pegel Köln
- Rheinland
- Flüsse in Deutschland
- Europäische Flüsse
- Die längsten Flüsse der Erde
- Liste der Nebenflüsse des Rheins

Literatur


- Herausgeber Gertrude Cepl-Kaufmann, Antje Johanning: Mythos Rhein. Kulturgeschichte eines Stromes. ISBN 3-896-78465-X
- Herausgeber Hans Chr. Hoffmann, Dietmar Keller, Karin Thomas: Der Rhein – Unser Weltkulturerbe. ISBN 3-832-17323-4
- Manfred Fenzl: Der Rhein. Schaffhausen - Nordsee und zum IJsselmeer. Delius Klasing ISBN 3-89225-466-4

Weblinks


- [http://www.iksr.org Internationale Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR)]
- [http://www.chr-khr.org Internationale Kommission für die Hydrologie des Rheingebietes (KHR)]
- http://www.wissen.swr.de/sf/begleit/bg0011/gm01.htm
- [http://www.wissen.swr.de/sf/begleit/bg0011/gm02.htm SWR Wissen: Geomorphologie – Der Rhein]
- [http://www.planet-wissen.de/pw/Artikel,,,,,,,A5700176B4284972E0340003BA087C6D,,,,,,,,,,,,,,,.html Wissen über den Rhein bei Planet-Wissen.de]
- [http://umverka.de/hefte/heft103/rheinbruecke.html Im Artikel: Tabelle der Rheinbrücken 2003]
- [http://www.rhein-wandern.de Wanderwege am Rhein] Kategorie:Fluss in Deutschland Kategorie:Fluss in den Niederlanden Kategorie:Fluss in Österreich Kategorie:Fluss in Vorarlberg Kategorie:Fluss in der Schweiz Kategorie:Fluss in Frankreich Kategorie:Fluss in Baden-Württemberg Kategorie:Fluss in Hessen Kategorie:Fluss in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Fluss in Rheinland-Pfalz Kategorie:Rheinland Kategorie:Fluss in Liechtenstein Kategorie:Sankt Gallen (Kanton) als:Rhein ja:ライン川 ko:라인 강 simple:Rhine River

Rhein-Rhone-Kanal

Der Rhein-Rhône-Kanal verbindet die beiden Ströme Rhein und Rhône für die Binnenschifffahrt. In Basel (237 m N.N.) und in der Nähe von Mülhausen im Elsass zweigen Kanäle ab, die in Staustufen via Altkirch nach Montreux-Chateau führen, wo die Wasserscheide (ca. 345 m N.N.) erreicht ist. Der Kanal ist einige Kilometer lang ohne Schleusen und fällt ab dem Dorf Brebotte wieder ab. Südlich von Montbéliard ist er im Flussbett des Doubs. In Dole hat er wieder eine Höhe von 230 m N.N. erreicht. In Verdun-sur-Dole (175 m N.N.) fließt er in die Saone und dann in Lyon in die Rhône. Der Rhein-Rhône-Kanal ist für kleinere Schiffe und Lastkähne (Peniche) bis zu einer Breite von 2,20 Meter ganzjährig schiffbar. Er wurde von Napoleon in Auftrag gegeben. Es gibt interregionale Anstrengungen für eine Verbreiterung des Kanals. Und Teilabschnitte wurden schon vergrößert, besonders zwischen dem Rhein und Mülhausen im Elsass. Die Gegend um die Wasserscheide ist noch „unentschlossen“, sagte ein örtlicher Bürgermeister bei einer Pressekonferenz im März 2002. Am 3. Mai 2002 wurde das Projekt dann von Abgeordneten in Paris gestoppt. Es wäre die einzige Wasserstraße zwischen Deutschland und dem Mittelmeer, die auch für Kähne über 2,5 Meter Breite schiffbar wäre. Kategorie:Kanal

Kategorie:Fluss in Frankreich

In dieser Kategorie werden die Flüsse kategorisiert, die teilweise oder vollständig in Frankreich verlaufen. Bei einem teilweisen Verlauf in Frankreich werden sie zusätzlich in der :Kategorie:Fluss in Europa kategorisiert. Frankreich Kategorie:Geographie (Frankreich) ko:분류:프랑스의 강

Kategorie:Nebenfluss des Rheins

Diese Liste enthält sämtliche Nebenflüsse des gesamten Rheins. Kategorie:Fluss in Deutschland

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