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| Ilulissat |
IlulissatIlulissat (dänisch Jakobshavn) ist eine Gemeinde in Westgrönland am Ostufer der Disko-Bucht mit rund 4.300 Einwohnern.
Geschichte
Ilulissat wurde zwei Kilometer nördlich von Sermermiut, der mit 250 Einwohnern damals größten Inuit-Siedlung Grönlands, gegründet. 1741 errichtete Jakob Severin die erste Niederlassung. Bekanntester Einwohner Ilulissats war der Polarforscher Knud Rasmussen, der in vielen Expeditionen die Arktis erkundete und für den Zusammenhalt und ein neues Selbstbewusstsein der Inuit eintrat.
Arktis
Wirtschaft
Ilulissat verfügt über zwei Fischfabriken, in denen insbesondere Krabben und Heilbutt verarbeitet werden. Da Ilulissat nördlich der Hundeschlittenzone liegt, bevölkern mehr als 6.000 Hunde die Stadt. Der Tourismus hat sich in den letzten 30 Jahren zu einem weiteren Standbein der lokalen Wirtschaft entwickelt. Im Winter locken bei bis zu -30° Celsius (die aufgrund des trockenen Klimas aber gut zu ertragen sind) spannende Hundeschlittenfahrten. Im Sommer entfaltet Ilulissat bei bis zu 25°C die Pracht des Nordens mit phantastischen Blicken über die Disko-Bucht und den Isfjord. Neben der Erkundung der lokalen Kultur, z.B. des Knud-Rasmussen-Museums, bietet sich Ilulissat für Wanderungen und Bootsfahrten an. Ilulissat verfügt über einen Hubschrauberlandeplatz und einen Hafen.
Geografie
Ilulissat liegt rund 2 km nördlich von der Mündung des Jakobshavn Isfjords. Dieser Fjord ist rund 40 km lang, 7 km breit und bis zu 1200 m tief. An seinem Ursprung liegt der Jakobshavn Isbree, der schnellste Gletscher der Welt. Täglich schiebt er sich bis zu 22 m nach Westen. Dabei brechen riesige Eisberge ab, die mehrere Kilometer lang und bis zu 1000 Meter hoch sein können. Sie ragen bis zu 150 Meter aus dem Wasser. Mit dem Tidenstrom schwimmen sie im Fjord hin und her, bis sie über die Isfjellsbanken, eine Untiefe von weniger als 300 m geschoben werden. Größere Eisberge stranden und zerbrechen dort. Der Fjord wurde 2004 durch die UNESCO zum Welterbe erklärt.
Im Westen liegt die Disko-Bucht mit der Disko-Insel. Mit dem Schiff oder Hubschrauber kommt man gut dorthin oder zu den anderen Orten der Disko-Bucht.
Kategorie:ort in Dänemark
Kategorie:ort in Grönland
Kategorie:Weltnaturerbe
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Grönland (auf Grönländisch Kalaallit Nunaat- "Land der Menschen", dänisch Grønland - "Grünland") ist die größte Insel der Erde. Geographisch wird sie zum arktischen Nordamerika gezählt, politisch ist sie autonomer Bestandteil des Königreichs Dänemark. Seit 1979 besteht das Autonomie-Statut (hjemmestyreloven), seit 1985 ist Grönland nicht mehr Mitglied der Europäischen Gemeinschaft.
Größere Orte sind die Hauptstadt Nuuk (Godthåb), Aasiaat (Egedesminde), Uummannaq, Qasigiannguit (Christianshåb), Ilulissat (Jakobshavn), Sisimiut (Holsteinsborg), Maniitsoq (Sukkertoppen), Tasiilaq (Ammassalik), Narsaq, Upernavik, Nanortalik, Paamiut (Frederikshåb), Qaqortoq (Julianehåb).
Ebenfalls den Stadtstatus haben Ivittuut, Kangaatsiaq, Qaanaaq (Thule), Ittoqqortoormiit (Scoresbysund).
Die internationalen Flughäfen sind Kangerlussuaq (Søndre Strømfjord, bei Sisimiut, Anbindungen an Dänemark), Narsarsuaq (bei Narsaq, Anbindungen an Island und Dänemark), Kulusuk (bei Tasiilaq, Anbindung an Island), und Constaple Point bei Ittoqqortoormiit (Scoresbysund, Anbindungen an Island).
Siehe auch: Städte in Grönland.
Bevölkerung
Etwa 20 Prozent der Bevölkerung sind außerhalb des Landes geboren. 87% gelten als Grönländer (Nachfahren der Kalallit). Aufgrund der andauernden Rückwanderung europäischer Bewohner bleibt die Bevölkerungszahl fast konstant. 98 Prozent der Bevölkerung sind protestantisch.
Die Inuit Grönlands werden in drei Gruppen unterteilt. Den Hauptteil stellen die Westgrönländer dar, die an der Westküste zwischen Upernavik und Nanortalik leben. Die Ostgrönländer, die in den Kommunen Tasiilaq und Ittoqqortoormiit leben, trafen erst vor etwa 100 Jahren auf Europäer. Die Nachfahren der letzten Einwanderungswelle von Inuit aus Kanada stellen die Polarinuit (Inughuit) dar, die in Avanersuaq leben.
Vor allem in den größeren Orten Grönlands lebt auch eine dänische Minderheit. Diese Minderheit ist zu 90% in Nuuk zu finden. Auch ein noch kleinerer Teil Deutsche lebt in Nuuk.
Regierung
Grönland ist demokratisch verfasst. Das Parlament (Landsting) wird alle vier Jahre gewählt und wählt seinerseits den Premierminister und die Regierung (Hjemmestyre). Grönland ist durch zwei direkt gewählte Abgeordnete im dänischen Parlament vertreten.
Die grönländische Regierung und das Landsting verwalten die grönländischen Angelegenheiten. Dies geht bis in den Bereich der Gesetze und Rechtsprechung. Dänische Gesetze können vom Landsting übernommen werden. Die Landesverteidigung obliegt Dänemark, die Außenpolitik ist weitgehend von Dänemark übernommen, es gibt spezielle Aspekte grönländischer Außenpolitik, beispielsweise die Beziehungen zu anderen Inuit-Regionen oder die Nichtmitgliedschaft in der EU.
Im Jahre 2006 soll ein Referendum den künftigen Status der Insel bestimmen. Gegenwärtig wird durch die Erschließung von Rohstoffen versucht, sich wirtschaftlich weiter von Dänemark zu lösen.
Geschichte
- Um 3000 v. Chr. wanderten die Vorfahren der ersten Inuit über die Beringstraße aus Asien nach Alaska.
- Um 2500 v. Chr. gab es die ersten Einwanderungswellen von Indianern nach Grönland (Sarqaq-Kultur). Bereits aus dieser Zeit sind Jagdplätze zum Beispiel in der Disko-Bucht und bei Qaja in der Nähe des Jakobshavn-Isfjords nachgewiesen.
- 500 v. Chr. bis 1000 indianische Dorset-Kultur.
- Um 875 entdeckte der Wikinger Gunnbjørn die Insel und nannte sie Gunnbjørnland.
- 982 musste Erik der Rote aus Island fliehen und landete schließlich im Südwesten von Grönland. Er gab der Insel ihren Namen. Mit seinen Gefolgsleuten besiedelte er ab 986 die Gegend um Brattahlid.
- 986 erreichten nur 14 von 25 isländischen Auswandererschiffen mit 700 Menschen an Bord Grönland.
- Aus der Zeit um 1000 sind im Süden Wohn- und Kirchenruinen nordländischer Siedler erhalten.
- 1000 kehrte Leif Eriksson, der Sohn Eriks des Roten, von Norwegen, wo er Christ wurde, mit einem Missionar nach Grönland zurück. Die grönländischen Wikinger wurden Christen und errichteten die erste Kirche.
- Um 1000 entdeckte Leif Eriksson von Grönland kommend Nordamerika (Vinland). Die Handelsbeziehungen mit Vinland dauerten bis ins 14. Jahrhundert.
- Ab etwa 1000 wanderten Inuit aus Alaska und Nordkanada ein (Thule-Kultur).
- 1076 gab Adam von Bremen in seiner Chronik des Erzbistums Hamburg den ersten schriftlichen Nachweis über die Besiedlung und Christianisierung Grönlands, das bei ihm Gronland heißt.
- Um 1124-1126 wurde Grönland eine eigene Diözese, der Bischofssitz war in Gardar, dem heutigen Igaliku.
- 1350 berichtete der isländische Kirchenmann Ivar Bardarsson, dass die westliche Siedlung aufgegeben sei. Inuit erschienen in der Nähe des Normannengebietes und rotteten die Versterbygd-Grönländer aus.
- Von 1408 stammt die letzte schriftliche Aufzeichnung der Nordmänner, die von einer Hochzeit in der Kirche von Hvalsey berichtete. Die Kontakte mit Norwegen und Island rissen ab. Aufgrund des Verlustes der Vesterbygd, der Verbindung zu Vinland, kommt es zu vermehrtem Holzmangel.
- Um 1550 erlosch die letzte nordische Siedlung in Grönland. Ob sich die Nordmänner mit den Inuit vermischt haben oder ausgestorben sind, ist bislang ungeklärt.
- 1721 kam es durch die Landung des Missionars Hans Egede zu einer europäischen Neubesiedlung der Insel.
- Im 18. und 19. Jahrhundert wurde Grönland immer wieder von niederländischen, dänischen, deutschen und anderen Walfängern besucht. Die Grönlandfahrt trug wesentlich zur wirtschaftlichen Entwicklung Flensburgs bei, das damals zweitgrößter Hafen Dänemarks war.
- 1814 wurde im Frieden von Kiel die dänisch-norwegische Personalunion aufgelöst, Grönland fiel an Dänemark.
- Im ersten Weltkrieg 1914 - 1918 blieb Dänemark (und damit auch Grönland) neutral.
- 1933 gab Norwegen nach einem Schiedsspruch des Permanenten Internationalen Gerichtshofes in Den Haag zugunsten Dänemarks seine Ansprüche auf Grönland endgültig auf.
Seit dem Zweiten Weltkrieg wird Grönland insbesondere von den USA militärisch genutzt. Dabei spielt die geographische Lage Grönlands eine große Rolle.
Im Zweiten Weltkrieg wurde es vor allem als Basis für atlantiküberwachende Flugzeuge auf der Suche nach deutschen U-Booten und als Basis und Auftankstation für eigene Seemissionen benutzt. Dies wurde möglich, nachdem das Deutsche Reich Dänemark kampflos besetzte, da Grönland politisch zu Dänemark gehört. Es gab darüber hinaus auch deutsche Versuche, die Insel zur Errichtung von Wetterstationen zu nutzen, die allesamt scheiterten.
Ab 1945 bauten die USA an größeren Luftstützpunkten in Grönland wie der Thule Air Base, denn im Kalten Krieg spielte die Nähe zur UdSSR quer über den Nordpol eine wichtige Rolle. Zwar ist diese Nähe weder für Schiffe noch für Bodeneinheiten nutzbar, aber durchaus der Luftraum für Flugzeuge und Raketen. Ein Vertrag über die gemeinsame Verteidigung der Insel zwischen den USA und Dänemark wurde 1951 geschlossen, 1953 wurde Grönland integraler Bestandteil von Dänemark.
1979 erlangte Grönland eine Selbstverwaltung und die innere Autonomie mit eigenem Parlament und eigener Regierung. 1982 gab es eine Volksabstimmung über den Austritt aus der Europäischen Gemeinschaft, der 1985 Grönland vollzogen wurde, in erster Linie wegen der Überfischung grönländischer Gewässer durch damals westdeutsche Fangflotten. Grönland genießt allerdings weiterhin den Status eines überseeischen EU-Territoriums mit den Vorteilen einer Zollunion.
Nach dem Ende des Kalten Krieges verblasste die militärische Bedeutung Grönlands, allerdings gibt es Bemühungen seitens der USA, auf Grönland Bodenstationen für den geplanten US-Atomraketenabfangschild errichten zu dürfen.
Geografie
Grönland reicht von 59°50' nördlicher Breite (Kap Farvel) bis 83°37' nördlicher Breite (Kap Morris Jesup), ist 2.650 km lang und bis 1.000 km breit. Grönlands Nordküste ist mit 710 km Abstand das dem Nordpol am nächsten gelegene Festland.
Im Norden der Insel liegt der vereiste Arktische Ozean. Im Osten grenzt sie an die Grönlandsee und an die Irminger See sowie im Westen an die Davisstraße und die Baffinbai, alles Randmeere des Atlantiks. Im Nordwesten geht Grönland in die sehr zerklüftete und äußerst weitläufige Inselwelt der Königin-Elizabeth-Inseln über.
Grönland hat überaus große Eisvorkommen. Das bis zu 3000 m mächtige, durchschnittlich 1500 m starke) Inlandeis bewegt sich an den Küsten zum Meer und lässt oft Eisberge von mehreren Kilometern Länge entstehen. Lediglich etwa 341.700 km² der Fläche Grönlands sind eisfrei. In Grönland befinden sich mit 4.000 m die zweitgrößten Eishöhen der Welt, nur die Antarktis weist noch größere auf. Würde das gesamte Inlandeis Grönlands schmelzen, so würde der Wasserstand weltweit um 6 m steigen. Das Inlandeis ist weniger eine Folge des heutigen Klimas, vielmehr ist es ein Überbleibsel der letzten Eiszeit vor circa 10.000 Jahren.
Eiszeit
Grönland ist ein im Süden leicht gewelltes Hochland, das an der Küste durch zahlreiche Fjorde, Buchten und Meeresstraßen gegliedert ist. Im Zentrum und im Norden besteht der Untergrund aus einem riesigen, zum Teil unter dem Meeresspiegel liegenden, Becken. Grönland umsäumen an seinem Hochlandsrand sehr hohe Berge und Gebirge, die im Gunnbjörn am Ostrand der Insel bis zu 3.700 m hoch aufragen. Höchste Erhebung ist der 3.753 m hohe Gunnbjørn Fjeld, der alternativ auch als Hvitserk bezeichnet wird.
In Grönland herrscht polares und subpolares Klima, das an der Westküste durch den Golfstrom gemildert wird. Die Temperatur auf dem Inlandeis hat ein absolutes Temperaturminimum von -70 °C; im Sommer kommt sie bis an 0 °C heran. Die Küstenstreifen, an der Westküste bis 150 km breit, und alle vorgelagerten Inseln sind eisfrei und haben Tundravegetation, die nach Norden hin stark abnimmt.
Die Städte und Siedlungen liegen durchweg im eisfreien Künstenstreifen, aus klimatischen Gründen überwiegend an der Westküste. Im küstenfernen Inlandeis wurden zeitweilig Forschungsstationen wie Eismitte und North Ice unterhalten.
Tierwelt
Der bekannteste Vertreter der grönländischen Tierwelt ist der Eisbär (Ursus maritimus, grönlandisch: Nanoq). Dieser hat seinen eigentlichen Lebensraum in erster Linie im äußersten Norden und im nordostgrönländischen Nationalpark, dem größten Nationalpark der Welt. Mit dem Treibeis, welches mit dem Ostgrönlandstrom um Kap Farvel bis nach Südgrönland kommt, gelangen Eisbären auf der Jagd nach Robben bis in den äußersten Süden (Nanortalik), und mit anderen Treibeisströmungen nach Upernavik in Nordwestgrönland.
Der zweitgrößte Landsäuger Grönlands ist der Moschusochse (Ovibos moschatus), der ursprünglich nur in Nordostgrönland vorkam, wo er in oft großen Herden anzutreffen ist. Der Moschusochse wurde jedoch auch an der Westküste ausgesetzt, etwa in Kangerlussuaq, Ivittuut und bei Upernavik, wo er sich zu stabilen Beständen vermehrt hat. Rentiere (Rangifer tarandus) kommen, teilweise in großen Herden, vor allem an der Westküste vor.
Kleinsäuger wie Hermelin (Mustela erminea) und Lemming (Lemmus lemmus) leben nur in Nordostgrönland. Auch der Polarwolf (Canis lupus) kommt nur dort und im äußersten Norden vor.
Weit verbreitet sind Polarhase (Lepus arcticus) und Polarfuchs (Alopex lagopus).
Auch die Welt der Meeressäuger ist mit Minkwalen, Buckelwalen, Belugas, Schwertwalen, Narwalen, Grönlandwalen, Walrössern, Grönlandrobben, Sattelrobben, Bartrobben und Ringelrobben besonders artenreich. Die Inuit zählen auch den Eisbär zu den Meeressäugern, weil dieser die meiste Zeit seines Lebens auf dem Meer bzw. Pack- und Treibeis verbringt.
Die Vogelwelt ist ebenfalls reichhaltig. Am weitesten verbreitet sind Kolkrabe, Gryllteiste, Dreizehenmöwe, Schneeammer, Eiderente, Eistaucher, Odinshühnchen und Alpenschneehuhn.
Viele Seevögel nisten an den Vogelfelsen, die besonders groß in Upernavik, Qaanaaq und Ittoqqortoormiit sind. Wichtiger Brutvogel ist die Dickschnabellumme (Uria lomvia), deren größte Kolonien im Upernavik-Distrikt liegen. Es gibt weitere Kolonien in den Distrikten Qaanaaq, Ilulissat (Ritenbenk/Appat), Maniitsoq, Nuuk, Ivittuut, Ittoqqortoormiit und im Archipel Ydre Kitsitsut, welches zu Qaqortoq gerechnet wird. Trottellummen (Uria aalge) sind vergleichsweise selten und kommen an einigen Vogelfelsen in Südwestgrönland vor. Der hocharktische Krabbentaucher (Alle alle) kommt in riesigen Kolonien bei Qaanaaq und Ittoqqortoormiit vor. Es gibt kleinere Kolonien bei Upernavik (Horse Head) und in der Diskobucht (Grönne Ejland). Der Papageitaucher (Fratercula arctica) hat für nordatlantische Verhältnisse eher kleinere Kolonien in Grönland, etwa bei Aasiaat, Upernavik, Nuuk, auf Ydre Kitsitsut (Qaqortoq) und vor Nanortalik sowie bei Ittoqqortoormiit und Qaanaaq. Gryllteisten (Cepphus grylle) sind in ganz Grönland verbreitet und leben nicht nur an den Vogelfelsen. Weitere Bewohner der Vogelfelsen sind Dreizehenmöwen und Kormorane.
Küstenseeschwalben haben ihre größten Kolonien in der Diskobucht (Grönne Ejland). Thorshühnchen und Prachteiderenten kommen von der Diskobucht an nördlich vor. Seeadler sind vor allem in Südwestgrönland verbreitet, Falken und Skuas haben einen größeren Lebensraum.
Die Schneeeule lebt hauptsächlich in Nord- und Nordostgrönland. Auch viele Gänsearten (etwa Nonnengans, Schneegans, Meerente, Blässgans, u.a.) leben in Grönland. Die hocharktische Rosenmöwe kommt nur im äußersten Norden vor.
Kajak
Das Wort „Kajak“ kommt aus dem Grönländischen. Dieses Boot wurde hier schon sehr früh als Mittel für die Jagd im Sommer benutzt. Im Gegensatz zum Umiaq, dem Frauen-Boot, war das Kajak sehr schmal und genau dem Körper einer bestimmten Person angepasst. Im Winter diente der Hundeschlitten der Jagd.
Auch wenn Motorboot, welches von der Form her dem Umiaq entspricht, und Snowscooter die traditionellen Jagdmittel größtenteils abgelöst haben, werden diese nach wie vor, vor allem in den entlegenen Regionen wie Qaanaaq, Ittoqqortoormiit und in den Dörfern bei Upernavik, benutzt.
Kultur und Sport
Universität
An der Universität „Ilisimatusarfik“ in Nuuk studieren etwa 120 Studierende, davon wenige Ausländer. In den Studienfächern Verwaltung, Kultur- und Sozialgeschichte Grönlands sowie Grönländische Sprach-, Literatur- und Medienstudien können Bachelor- und Master-Abschlüsse erworben werden. Außerdem gibt es das Studienfach Theologie. Unterrichtet wird größtenteils auf Dänisch, in einigen Kursen auch auf Grönländisch.
Fußball
Siehe auch: Fußball in Grönland
Grönland ist bisher nicht Mitglied der FIFA. Ein Beitritt wird zwar anvisiert, UEFA und FIFA sperren sich aber bisher. Das grönländische Nationalteam wird von Sepp Piontek trainiert. Im Jahr 2001 fand ein Länderspiel gegen eine Auswahl aus Tibet statt, das ebenfalls keine offizielle Nationalelf hat, da es in den 1950er Jahren von der Volksrepublik China okkupiert wurde.
Kunsthandwerk
Siehe: Tupilak
Der Weihnachtsmann von Grönland
Nach Angaben der dänischen Botschaft in Deutschland erreichen jedes Jahr tausende Briefe das Weihnachtspostamt des Weihnachtsmanns in Grönland, weil viele Kinder auf der Welt glauben, der Weihnachtsmann wohne in Grönland. Im Sommer kann man sein Haus besichtigen. Es liegt einen kleinen Spaziergang außerhalb der Ortschaft Uumannaq, unterhalb des markanten Robbenherzberges.
Grönland hat darauf reagiert und dem Weihnachtsmann eine eigene Website eingerichtet. Es dürfte die meistbesuchte Website mit der Top-Level-Domain .gl sein: http://www.santa.gl/
Sonstiges
Grönland heißt auch ein Ortsteil von Sommerland in Schleswig-Holstein.
Literatur
Grönland (ISBN 3-7701-4423-6) ein Reiseführer durch Grönland
Weblinks
- [http://dk.nanoq.gl/enhed.asp?page=enhed&objno=522 Grönländische Regierung] (inuktitut, dänisch, englisch)
- [http://www.greenland-guide.gl/ Grönländische Touristen-Informationen] (englisch)
- [http://www.um.dk/deutsch/daenemark/enzyklopaedie/kap7/7-1-8.asp Königlich Dänisches Ministerium des Äußeren]
- [http://news.bbc.co.uk/1/hi/world/europe/country_profiles/1023393.stm Profiles at BBC] (englisch)
- [http://www2.daenemark.org/tysk/tekst.php?id=109 Dänische Botschaft über den Weihnachtsmann in Grönland]
- [http://www.arc-pic.com/ Fotos aus Grönland]
- [http://www.ilisimatusarfik.gl/ Universität von Grönland]
- [http://www.maxweise.de/Greenland/ Grönlandfotos mit einigen Panoramen]
Kategorie:Insel (Nordamerika)
Kategorie:Insel (Arktis)
Kategorie:Insel (Grönland)
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Kategorie:Dänemark
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Kategorie:Abhängiges Gebiet (Dänemark)
Kategorie:Glaziologie
ja:グリーンランド
ko:그린란드
simple:Greenland
zh-min-nan:Chheⁿ-tē
1741
- 10. April: Schlacht bei Mollwitz im Ersten Schlesischen Krieg
- Österreichischer Erbfolgekrieg: Maria Theresia verteidigt Erbfolge mit England und den Niederlanden gegen Spanien, Frankreich und Preußen
- Vitus Bering, dänischer Entdeckungreisender, entdeckt die Durchfahrt zwischen Sibirien und Alaska
- Interregnum: Das deutsche Reich ist erstmalig seit der Phase von 741 bis 743 ohne einen König oder Kaiser!
Kultur
- 29. April: Uraufführung der Oper Ezio von Niccolò Jommelli in Bologna
- 26. Dezember: Uraufführung der Oper Merope von Niccolò Jommelli am Teatro San Giovanni Crisostomo in Venedig
- 14. Januar: Benedict Arnold, amerikanischer General († 1801)
- 31. Januar: Theodor Gottlieb von Hippel, preußischer Politiker und Schriftsteller († 1796)
- 8. Februar: André Grétry, Komponist († 1813)
- 9. Februar: Ferdinand Franz Maria Bouget, deutscher Oberst
- 13. März: Kaiser Joseph II., Sohn Maria Theresias († 1790)
- 20. März: Jean-Antoine Houdon, Bildhauer († 1828)
- 25. März: Daniel Schiebeler, deutscher Schriftsteller († 1771)
- 28. März: Johann André, deutscher Musiker, Komponist und Musikverleger († 1799)
- 14. April: Momozono, 116. Kaiser von Japan († 1762)
- 15. April: Charles Wilson Pealé, amerikanischer Portrait- und Landschaftsmaler († 1827)
- 17. April: Johann Gottlieb Naumann, deutscher Komponist († 1801)
- 9. Mai: Giovanni Paisiello, italienischer Komponist († 1816)
- 23. Mai: Andrea Luchesi, italienischer Komponist († 1801)
- 10. Juni: Joseph Warren, Wurde bekannt als der erste amerikanischer Soldat, der im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg starb. († 1775)
- 13. Juli: Carl Friedrich Hindenburg, deutscher Mathematiker, Professor der Philosophie und Physik († 1808)
- 23. August: Jean-François de La Pérouse, französischer Seefahrer und Geograf († 1788)
- 28. August: Johann Christian Kestner, deutscher Jurist und Archivar, Ehemann von Charlotte Buff († 1800)
- 31. August: Jean Paul Egide Martini, Komponist († 1816)
- 3. September: Johann Wilhelm Archenholz, preußischer Historiker und Buchverleger († 1812)
- 22. September: Peter Simon Pallas, deutscher Naturforscher († 1811)
- 2. Oktober: Johann Christian von Mannlich, deutscher Maler
- 11. Oktober: James Barry, britischer Maler († 1806)
- 17. Oktober: Heinrich Zimmermann, deutscher Reisender und Reiseschriftsteller († 1805)
- 18. Oktober: Pierre-Ambroise-François Choderlos de Laclos, französischer Schriftsteller und Offizier († 1803)
- 30. Oktober: Angelika Kauffmann, Schweizer Malerin († 1807)
- 15. November: Johann Caspar Lavater, Schweizer Theologe und Philosoph († 1801)
- 10. Dezember: Salomon Landolt, Schweizer Politiker († 1818)
- 13. Februar: Johann Joseph Fux, österreichischer Komponist ( - 1660)
- 2. April: Christoph Hackner, schlesischer Architekt ( - 1663)
- 3. Mai: Joseph Munggenast, österreichischer Barockbaumeister ( - 1680)
- 28. Juli: Antonio Vivaldi, italienischer Komponist ( - 1678)
- 24. November: Ulrike Eleonore, war Königin von Schweden von 1718 bis 1719 ( - 1688)
- 19. Dezember: Vitus Bering, dänisch-russischer Marineoffizier und Entdecker ( - 1680)
ko:1741년
simple:1741
Knud RasmussenKnud Rasmussen ( - 7. Juni 1879 in Ilulissat, West-Grönland; † 21. Dezember 1933 in Kopenhagen, Dänemark) war ein dänischer Polarforscher.
Er wurde als Sohn des Pastors und Sprachforschers Vilhelm Rasmussen und seiner Frau Sofie Louise Rasmussen, einer typischen Grönländerin mit dänischen und Inuit-Vorfahren, geboren. Bereits als kleiner Junge war er ein auch für grönländische Verhältnisse ausgezeichneter Hundeschlittenfahrer. Ein bekanntes Zitat von ihm ist: "Gib mir Schnee, gib mir Hunde, und den Rest kannst Du behalten". Sein grönländischer Spitzname war Kunuunguak. Auch im Kajakfahren war er ein Meister.
1910 gründete er die Forschungs- und Missionsstation Thule (Kap York bei Uummannaq), die Ausgangspunkt seiner Expeditionen wurde.
Finanziert durch Spenden von Inuit führte Rasmussen zwischen 1912 und 1933 sieben Expeditionen nach Nordgrönland und in die arktischen Gebiete Kanadas und Alaskas durch. Ziel war neben der geographischen Forschung vor allem auch die Erforschung der Inuit-Kultur und die Förderung des Zusammenhalts der Inuit in den verschiedenen Staaten. Auch die Inuit Circumpolar Conference (ICC), die Gesamtkonferenz aller Inuit, geht letztlich auf das Wirken von Knud Rasmussen zurück.
Auch als Schriftsteller war Rasmussen bedeutend. Einige seiner Bücher sind
- Min rejsedagbog (Mein Reisetagebuch), 1915
- Myter og sagn på Grønland (Mythen und Sagen auf Grönland), 1921-25
- Fra Grønland til Stillehavet (Von Grönland bis zum Stillen Ozean), 1925-26.
- Den store slæderejse (Die große Schlittenreise), 1932
1925 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Kopenhagen.
Auch Filmgeschichte schrieb Knud Rasmussen. So war er Schirmherr des Leni Riefenstahl-Films "SOS Eisberg", Regie: Arnold Fanck, der als erster Spielfilm die besondere Schönheit der Eislandschaften Grönlands zeigte.
In Knud Rasmussens Geburtshaus befindet sich heute das Ilulissat Museum, das insbesondere auch an diesen berühmtesten aller Grönländer erinnert.
Weblinks
- http://www.ilumus.gl/de/bymuseet.html Ilulissat Museum
- http://www.amassalik.de/buch/Knud_Rassmussen/knud_rassmussen.html
Rasmussen, Knud
Rasmussen, Knud
Rasmussen, Knud
Rasmussen, Knud
Rasmussen, Knud
Rasmussen, Knud
Rasmussen, Knud
Arktis
Die Arktis ist die Region innerhalb des nördlichen Polarkreises am Nordpol der Erde. Sie umfasst Teile von Russland, Alaska (USA), Kanada, Grönland, Lappland (Norwegen, Schweden, Finnland) und Spitzbergen (Norwegen) sowie den zu großen Teilen von Eis bedeckten Arktischen Ozean (Nordpolarmeer).
Die Bezeichnung "Arktis" leitet sich her aus dem griechischen Wort árktos für Bär, und bedeutet so viel wie "Land unter dem (Sternbild des) Großen Bären".
Im Gegensatz zur Antarktis ist die Arktis nicht, wie oft angenommen wird, ein Kontinent, sondern der bis über 5.000 Meter tiefe Arktische Ozean, da sich unter dem Eis der Arktis keine Landmasse befindet.
Bezüglich der Uhrzeit gelten in der Arktis, im Gegensatz zur Antarktis, keine speziellen Regelungen. Es ist deshalb möglich, am geographischen Nordpol bei einer Umkreisung alle Zeitzonen in kürzester Zeit zu durchschreiten.
Nördlicher Polarkreis
Der nördliche Polarkreis ist einer der fünf wichtigen Breitengrade, die die Erde einteilen. Alles nördlich dieses Polarkreises gehört zur Arktis.
Es ist der Breitengrad 66,5° nördlich vom Äquator. Innerhalb des Polarkreises geht zur Sommersonnenwende die Sonne für mindestens 24 Stunden nicht unter, das heißt sie bleibt oberhalb des Horizonts sichtbar. Daher wird die Arktis auch das Land der Mitternachtssonne genannt. Zur Wintersonnenwende geht die Sonne in Gegenzug für mindestens 24 Stunden nicht auf, das heißt sie bleibt unsichtbar unterhalb des Horizonts.
Wintersonnenwende
Bevölkerung
In der Arktis leben gegenwärtig etwa zwei Millionen Menschen. Zu den Polarvölkern zählen Inuit, Nenzen, Jakuten, Saami, Athapasken, Ewenken und Tschuktschen. Zudem leben in der Arktis zahlreiche Skandinavier, Russen und Nordamerikaner. Der typische Bewohner aus dem Tierreich ist der Eisbär, so, wie es in der Antarktis der Pinguin ist.
Zum Schutz der Umwelt und der Ureinwohner in der Arktis wurde 1996 der Arktische Rat gegründet.
Die Arktis in der Urzeit
Im Nordpolarmeer herrschten vor 55 Millionen Jahren subtropische Wassertemperaturen. In Bohrkernen wurden Reste von Süßwasserpflanzen entdeckt, die unter anderem in Reiskulturen vorkommen. Dies deutet darauf hin, dass die gesamte Arktis vor mehr als 50 Millionen Jahren ein abgeschlossener gigantischer Süßwassersee war. Andere Funde zeugten von heftigen biologischen Umwälzungen und vom plötzlichen Aussterben vieler Organismen.
Historischer Irrtum
Heute ist bekannt, dass die Eiskappe der Arktis ein unwirtlicher Ort ist.
Anfang des 19. Jhds. entwickelte der Amerikaner John Cleve Symmes eine Theorie, nach der die Pole der Erde Öffnungen ins Erdinnere darstellen. Um zu diesen unbekannten Welten vorzudringen, müssten die Pole erobert werden. Jules Verne hat wohl in seiner Geschichte Reise zum Mittelpunkt der Erde diese Theorie noch am Ende des 19. Jhds. kolportiert, obwohl in diesem Buch der Eingang in das Innere der Erde nach Island (und somit an einen Ort südlich des Polarkreises und 2700 km südlich des Nordpols) gelegt wird. Die Symmes'sche Theorie wurde aber schon in den 30er Jahren des 19. Jhds. nicht mehr akzeptiert.
Eine weitere Theorie, nach der nördlich des Eisgürtels wieder eisfreies und schiffbares Meer existiere, wurde so populär, dass von verschiedenen Nationen, vorwiegend USA und England, immer wieder Expeditionen zum Erreichen des Nordpols entsandt wurden. Diese drangen vorwiegend über die Baffinbucht westlich von Grönland nach Norden vor und sollten das eisfreie Meer finden. Erst in den 1880er Jahren begann man an dieser Theorie zu zweifeln.
Literatur
Blümel, W.D. (1999): Physische Geographie der Polargebiete. – 239 S., Stuttgart.
Vom 9.-12. Mai 1926 erreichen die US-amerikanischen Marineflieger Byrd und Bennett mit dem Flugzeug, vor Amundsen und Nobile im Luftschiff "NORGE" den Nordpol.
Weblinks
- [http://www.wissenschaft.ag/Arktis.php4 Arktis-Newsletter]
- [http://www.wissenschaft.ag/Arktis.php4?tvsearch=Arktis Arktis im Fernsehen]
- [http://www.arctic.noaa.gov Arctic Theme Pages]
Kategorie:Arktis
Kategorie:Region
ja:北極
ko:북극
simple:Arctic
HundeschlittenEin Hundeschlitten ist ein von Hunden gezogener Schlitten zum Transport von Personen und Gütern in polaren Regionen.
Als Schlittenhunde werden gerne Huskys benutzt, deren dichtes Fell, Ausdauer und Bewegungsdrang gute Voraussetzungen für diese Aufgaben sind.
Einsatzgebiete
Hundeschlitten werden hauptsächlich in der Polarregion wie z. B. Alaska, Grönland und der Arktis verwendet. Dort werden sie als einfaches Fortbewegungsmittel, Transportmittel oder bei Rennen (z.B. dem Iditarod) eingesetzt. Auch bei Forschungsstationen wie der Scott Base kommen sie zum Einsatz.
Material und Bau
Ursprünglich waren die Hundeschlitten der Naturvöker aus Holz und Leder gebaute sehr flexible Konstruktionen. Schon damals gab es auch größere Arbeitschlitten. Im heutigen Renneinsatz werden Schlitten aus Metall und Holz (häufig Esche und Hickory verwendet. Wesentliches Konstruktionsmerkmal ist aber eine gewisse Flexibilität. Moderne Rennschlitten liegen gewichtsmäßig zwischen 8 und 12 kg.
Wichtige Bauteile eines Hundeschlittens sind die Kufen, auf denen der Schlitten läuft und auf deren hinteren Enden der Musher (Schlittenführer) steht. Über Gewichtsverlagerung auf den Kufen kann die Kurvenfahrt beeinflusst werden. An der Vorderseite des Schlittens ist ein halbrunder Bogen aus weichem Holz oder Kunststoff montiert, der sogenannte brush-bow. Dieser soll verhindern, dass der Schlitten die Hunde verletzt, falls er auf sie auffährt. Die auf den Kufen aufgesetzte Konstruktion umfasst im Wesentlichen die Ladefläche und den handle-bar, den Handgriff an dem sich der Musher während der Fahrt festhält.
An einem modernen Hundechlitten finden sich bestimmte Bauteile die einen sicheren Betrieb ermöglichen sollen. Wichtig ist die Bremse, die hauptsächlich in zwei Konstruktionsvarianten vorliegt. Es gibt Matten- und Krallenbremsen, beide Syseme basieren darauf das der Musher zwischen den hinteren Kufen einen Widerstand ausbringt und diesen mit seinem Körpergewicht beschwert. Bei der Mattenbremse wird hierzu eine am Schlitten befestigte Matte mit griffiger Oberfläche auf den Trail geworfen und der Musher tritt auf die Matte. Bei der Krallenbremse ist eine metallene Kralle an Scharnieren am Schlittenende befestigt, eine Feder hält sie vom Boden weg. Der Musher tritt zum Bremsen auf den Mechanismus und treibt die Kralle in den Untergrund. Je nach Gewichtsbelastung des Bremsmechanismus kann auf diese Weise die Geschwindigkeit reguliert werden.
Zusätzlich sollte der Schlitten über eine Notleine verfügen, die zwei Funktionen hat. Zum einen wird der Schlitten mit dieser Leine bei längeren Stops an einem festen Gegenstand z.B. einem Baum fixiert, zum anderen schleift die Notleine während der Fahrt hinter dem Schlitten her und soll dem Musher im Falle eines Sturzes vom Schlitten eine Chance geben sich am Gespann festzuhalten.
Um während der Fahrt anhalten zu können oder einen Notstop vorzunehmen verfügt der Schlitten über einen Schneeanker. Analog zum Schiffsanker handelt es sich dabei um eine scharfkantige Metallkonstruktion, die über eine Leine mit dem Schlitten verbunden ist. Der Anker kann in den Schnee gesetzt werden und zieht sich dann unter Zugbelastung weiter in den Untergrund und hindert so das Gespann am Fortlaufen.
Als letztes wichtiges Teil eines Hundeschlittens soll der Schlittensack Erwähnung finden. Dabei handelt es sich um einen Sack, der auf der Ladefläche des Schlittens befestigt wird. Er dient dem Transport der Ausrüstung und ist aud Langstreckenrennen vorgeschrieben um darin verletzte Hunde sicher transportieren zu können.
Annspannungsarten
Die unterschiedliche Einsatzgebiete für Hundeschlitten haben drei verschiedene Arten der Anspannung hervorgebracht. Anspannung meint hier ähnlich wie beim Pferdefuhrwerk in welcher Weise Hunde und Schlitten miteinander verbunden sind. Zu unterscheiden sind:
; Fächeranspannung (fan hitch) : Bei der Fächeranspannung ist jeder Hund einzeln mit einer Leine an den Schlitten gebunden. Die Tiere laufen in einer Fächerformation vor dem Schlitten her. Diese Form der Anspannung ist die ursprünglich bei den Nomadenvölkern des hohen Nordens verwandte. Hier wurden die Hunde sowohl als Schlittenhunde, als auch als Jagdhunde bennutzt. Verfolgte der Jäger nun ein Beutetier mit dem Schlitten, so konnte er gezielt einzelne Hunde vom Schlitten lösen und als Jagdhunde einsetzten, ohne dabei Zeit zu verlieren. Ungeeignet ist die fächerförmige Anspannung für stark bewaldete Gebiete, da das Gespann zu breit läuft um schmale Wege zwischen den Bäumen zu nehmen. Falls jedoch ein Hund in Eis einbricht, reißt er nicht das ganze Gespann mit ins Verderben.
; Tandemanspannung : Tandemanspannung meint nicht das zwei Hunde nebeneinander laufen, sondern das sich die Hunde hintereinander zwischen zwei Seitenleinen (Tandem) gruppieren. Dadurch das das Gespann nur einen Hund breit ist, ist es fähig schmale Waldwege und zugefrorene Bachläufe zu befahren. Diese Art der Anspannung kommt bei Arbeitsschlitten in bewaldeten arktischen Regionen vor.
; Doppelgespann (gang-hitch) : Das Doppelgespann ist eine Anspannform die dem amerikanischen Rennsport entstammt und sich im Schlittenhundesport weltweit durchgesetzt hat. Hierbei laufen die Hunde paarweise links und rechts einer Zentralleine (gang-line). Mit dieser sind sie am Halsband über die Halsleine (neck-line) und am Geschirr über die Zugleine (tug-line) verbunden. Die Halsleine dient dazu den Hund in der Spur zu halten, die Zugleine dazu die Zugkräfte auf die Zentralleine zu übertragen. An der Spitze des Gespanns läuft der Leithund meist allein, es gibt aber auch Gespanne mit einer Doppelspitze.
Hundeschlitten fahren
An die technische Darstellung eines Hundeschlittens ist notwendigerweise ein Abschnitt über die Führung eines solchen anzufügen. Im obigen Text wird Lenken vermittels Gewichtsbelastung erwähnt und es werden Bremsvorrichtungen erläutert. Dabei kann der falsche Eindruck entstehen, der Musher würde den Schlitten lenken wie ein Auto. Dies ist nicht der Fall. Die Hunde sind nicht allein Motor des Schlittens, sie bestimmen auch wesentlich den Verlauf der Fahrt mit. Deshalb lenkt der Musher den Schlitten mittels spezieller gerufener Kommandos. Diese setzen die Hunde, insbesondere der Leithund um. Die Komandosprache dient sowohl dem Richtungswechsel als auch dem Beschleunigen und Abbremsen des Schlittens.
Häufig verwandte Kommandos sind:
- Go - fordert die Hunde zum Loslaufen auf und ist in Anbetracht des angeborenen Zugtriebs eher eine Formalie
- Gee - Abbiegen nach Rechts
- Haw - Abbiegen nach Links
- Come Gee - 180°-Schwenk über Rechts
- Come Haw - 180°-Schwenk über Links
- Whuuuu - Tempoverringerung, Stop
Das Wichtigste an einem Hundeschlitten ist immer ein gut trainiertes Gespann, das mit dem Musher zusammenarbeitet.
Literatur
- Paulsen, Gary: Iditarod. Piper, 2000, ISBN 3492229107
Siehe auch:
- Schlittenhunde, Musher, Iditarod, Hundesport
Kategorie:Fuhrwerk
Kategorie:Schlittenfahrzeug
Kategorie:Hundesport
FremdenverkehrDie Gesamtheit des Fremdenverkehrs bezeichnet man auch als Tourismus. Der Begriff "Tourismus" steht zwar schon seit etwa 1810 in den deutschen Wörterbüchern, er wurde jedoch erst Ende des 19. Jahrhunderts in den allgemeinen Sprachgebrauch aufgenommen.
Begriff
Die französischen Wörter tourisme und touriste wurden als offizielle Begriffe erstmals von der Société des Nations verwendet, um Reisende zu beschreiben, die länger als 24 Stunden im Ausland verbringen.
Heute unterscheidet man wissenschaftlich in folgende Reiseformen:
- Tagesausflüge (maximal 24h ohne Übernachtung)
- Kurzreisen (Reise von 2 bis 4 Tagen Dauer)
- Urlaubsreisen (alle Reisen mit mehr als 4 Tagen Dauer)
- Langzeitreisen (alle Reisen mit mehr als 3 Monaten Dauer)
Allerdings wird unter Tourismus mittlerweile auch das inländische Reisen subsumiert. In Deutschland beispielsweise verreisen mehr Menschen innerhalb des Landes als ins Ausland. Daneben müssen auch Geschäftsreisen zum Tourismus gezählt werden, so dass 24 Stunden nicht länger der Maßstab sind. Auch kürzere Aufenthalte zählen dazu.
Motivation
Unter der Bezeichnung Tourismus versteht man alle Reisen, kürzer als 12 Monate, aus den verschiedensten Motivationen heraus:
- Zum Einen reisen viele Menschen, um sich zu erholen und zu entspannen, also aus physischer Motivation.
- Zum Anderen gibt es solche, die zur Entlastung, Selbstfindung oder aus Abenteuerlust reisen. Dies bezeichnet man als psychische Motivation.
- Ein weiteres Motiv ist die interpersonelle Motivation, d.h. gesellige Menschen gehen auf Reisen, um Gruppenerfahrungen zu sammeln.
- Außerdem gibt es auch eine Menge von Menschen, die sich während ihres Reisens bilden und an dem Kennenlernen fremder Kulturen interessiert sind, also aus kultureller Motivation reisen (speziell: Studienreise).
- Ferner sind dort solche, die durch ein bestimmtes Reiseverhalten ihr Ansehen oder ihre Anerkennung steigern wollen. Dies wird als Status- oder Prestigemotivation bezeichnet. Schon 1873 übertrieb Theodor Fontane: "Zu den Eigentümlichkeiten unserer Zeit gehört das Massenreisen. Sonst reisten bevorzugte Individuen, jetzt reist jeder und jede."
Kritik
Zunehmende Mobilität, Kaufkraft und Freizeit in den Ländern der „Ersten Welt“ führen zu stetig steigender Reiseintensität und Reisehäufigkeit. Dieser Massentourismus hat in den bereisten Ländern und Regionen oft gravierende Folgen für Natur und Kultur.
Für die Masse der Touristen muß die entsprechende Infrastruktur (Hotelanlagen, Straßen, Transportmöglichkeiten bis hin zu eigens errichteten Flughäfen) errichtet werden. Auf Natur, Kultur und traditionelle Strukturen wird dabei oft keine Rücksicht genommen. Je stärker die Anpassung an die Erfordernisse des Massentourismus ist, desto eher werden lokale kulturelle Traditionen nur noch als Show und Inszenierung für die Touristen weitergeführt. Der Tourismus wird so zur Monokultur, der sich ganze Landstriche aus Profitgründen unterordnen.
Der Tourismus ist damit, wie auch die Unterhaltungsindustrie, Teil der ökonomischen Globalisierung, die in vielen Teilen der Welt zu einer „Verwestlichung“ führt. Touristen reisen in als solche beworbene und wahrgenommene „exotische (Urlaubs-)Paradiese“ und tragen gerade dadurch mit dazu bei, dass die kulturellen Eigenheiten dieser Länder zurückgedrängt werden. Das „Fremde“ wird den Wünschen und Vorstellungen der Gäste angepasst und damit zur Kulisse.
Ein Beispiel aus dem Alpintourismus für Eingriffe in die Natur im Namen der Tourismusförderung ist die stetige Erweiterung und Neuanlage von Skipisten. Ganze Wälder werden gerodet und somit der natürliche Erosionsschutz zerstört.
Demgegenüber entstand seit Beginn der 1980er Jahre eine Gegenbewegung, der so genannte „Sanfte Tourismus“. Dabei sollen Vorstellungen eines umwelt- und sozialverträglichen Reisens zu einer Lösung, zumindest aber Entschärfung, der mit dem Tourismus verbundenen Probleme beitragen. Er fördert die nachhaltige Nutzung touristischer Gegebenheiten, Respekt vor den kulturellen Traditionen der bereisten Länder und einen schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen.
Während viele Kritiker vor allem die Folgen des Tourismus beschreiben, stellte der französische Filmemacher und Situationist Guy Debord (1931-1994) in „Die Gesellschaft des Spektakels“ den Tourismus selbst in Frage. Er beschrieb das „Wesen des Tourismus“ in folgender Weise: "Das Nebenprodukt der Warenzirkulation, die als Konsum betrachtete menschliche Zirkulation, d.h. der Tourismus, läßt sich im wesentlichen auf die Muße zurückführen, das zu besichtigen, was banal geworden ist. Die wirtschaftliche Erschließung des Besuchs verschiedener Orte ist bereits von selbst die Garantie ihrer Äquivalenz. Dieselbe Modernisierung, die der Reise die Zeit entzogen hat, hat ihr auch die Realität des Raums entzogen."
Wachstumsgründe
Die Reiselust in den letzten hundert Jahren ist grundsätzlich auf die technischen und sozialen Veränderungen der Gesellschaft zurückzuführen. Durch den technischen Fortschritt ist die Welt, im übertragenden Sinne, kleiner geworden.
Freizeitverhalten
Einer der wesentliche Gründe des steigenden Tourismus ist das veränderte Freizeitverhalten der Bevölkerung, der sogenannte sozialen Fortschritt der Verkürzung der Tages-, Wochen- und Lebensarbeitszeit, die mehr Freizeit mit sich zog und damit das Bedürfnis, diese zur Erholung zu nutzen. Dies kann man an folgendem Überblick der Entwicklung der gesetzlichen Wochenarbeitszeit in Deutschland erkennen:
- 1900 10-Stunden Arbeitstag/6-Tage Woche
- 1918/19 8-Stunden Arbeitstag gesetzlich eingeführt
- 1955/56 5-Tage Woche schrittweise eingeführt
- 1965 40-Stunden Woche eingeführt
- 1990 35-Stunden Woche schrittweise eingeführt
Noch nie hatte eine Generation soviel Freizeit. In den letzten 40 Jahren steigerte sich die werktägliche Freizeit von 1,5 auf 4,1 Stunden, die Wochenendfreizeit steigerte sich von 1,5 auf 2 Tage und die Urlaubsdauer hat sich von 9 Tagen auf 31 Tage verdreifacht. Mit der Freizeitentwicklung ging eine rapide Motorisierung und steigender Wohlstand einher, die beide die Reiselust der Deutschen an die Weltspitze stellten. Dazu kommt der Trend immer häufiger und immer kürzer in den Urlaub zu fahren.
Neben dem veränderten Freizeitverhalten haben Einkommensteigerungen, Wirtschaftswachstum, höhere Lebenserwartung und die zunehmende individuelle Mobilität zu einer explosionsartigen Zunahme des Reiseverkehrs geführt.
Industrialisierung
Die stützende Kraft des Tourismus war die Industrialisierung, die wiederum die technische Voraussetzungen wie Eisenbahn, Automobil, verstärkter Schiffs- und Flugverkehr und den Ausbau des Straßennetzes ermöglichte. Die niedrigen Preise und die hohe Effizienz der Verkehrsmittel ermöglichten eine Zunahme des Tourismus.
Mit der infrastrukturellen Erschließung der Tourismusziele wird eine Region industrialisiert, und Bedürfnisse der Bewohner werden geweckt bzw. verstärkt. Zu dieser Erschließung gehört der Ausbau der Bettenkapazität, der Restauration, der verkehrstechnischen Voraussetzungen (Straßen, Schienen, Flughäfen, Häfen) und der entsprechenden Verkehrsmittel und Versorgungsstrukturen (Energie, Kanalisation, Fernmeldeeinrichtungen, Krankenversorgung, Ausbildungsstätten, Kultureinrichtungen etc. ). Damit verbunden sind ein intensiver Landschaftsverbrauch und eine Landschaftsbelastung bis hin zur Überlastung und den entsprechenden Umweltschäden.
Der Ausbau der Infrastruktur ist damit Teil eines Teufelskreises: Weitere Erschließung der Urlaubsgebiete nach wirtschaftlichen und technischen Kriterien ziehen weitere Urlauber nach sich und diese rechtfertigen wiederum noch mehr infrastrukturelle Verbesserungen. Dazu zählt auch die Bebauung der Landschaft mit immer neuen Freizeit- und Sporteinrichtungen.
Das Wirtschaftswachstum und der gestiegene Wohlstand verstärken die Bedürfnisse der Bevölkerung und den Zuzug von Arbeitsuchenden aus weniger entwickelten Regionen. Durch die Entwicklung zur einer modernen Industriegesellschaft und durch die Konfrontation von Einheimischen mit dem Lebensstil der Reisenden, verlieren schlimmsten Fall zu Folklore, die des abends in der Hotellounge den Chartertouristen vorgeführt wird.
Statistik
Zahlen der letzten 30 Jahre zeigen einen rapiden Anstieg der Reiseintensität und -häufigkeit, die mit zur Entstehung des Massentourismus in seiner heutigen Form beigetragen haben.
So hat sich der Anteil der Reisenden an der Gesamtbevölkerung über 14 Jahre von 1954 bis 1989 von 24% auf 66,8% erhöht. Das entspricht einer Steigerung der Reisenden von 9,3 Mio auf 32,6 Mio jährlich. Dabei sind aus statistischen Gründen die Reisen der ostdeutschen Bürger nicht berücksichtigt. Jedoch zeigt hier die Entwicklung nochmal eine erhebliche Steigerung.
Bildungsreisen
Der ursprüngliche Anspruch an das Reisen war es, sich zu bilden (siehe z.B. Goethes „Italienische Reise“). Bereits im 19. Jahrhundert kam der Aspekt der Erholung dazu. Mit dem Aufkommen des Massentourismus ab Mitte des 20. Jahrhunderts trat der Erholungsanspruch vollends in den Vordergrund, der im Allgemeinen wenig Interesse an einer bewussten Auseinandersetzung mit der Kultur des bereisten Landes zeigt.
Zugleich gab es aber auch immer Reisende, für die eine Beschäftigung mit anderen Kulturen und Lebensweisen und der Natur des Gastlandes das wesentliche Element der Reise war. Auch Sprachreisen zählen zu den Bildungsreisen. In der Tourismuswirtschaft sind Studienreisen und der Kulturtourismus allerdings ein verhältnismäßg kleines Segment.
In einer erweiterten Betrachtung können auch naturbezogene Erholungsaktivitäten im Urlaub zu den Bildungsreisen gezählt weren. Damit kann für viele das Verhältnis zur Umwelt und das Verständnis für Flora und Fauna wieder verbessert werden, auch umweltfreundliche Sportarten wie Wandern, Fahrradfahren, Segelsportarten und Schwimmen können dazu beitragen.
Wirtschaft
Die Fremdenverkehrswirtschaft (Tourismuswirtschaft, Tourismusindustrie, Reisebranche) zählt weltweit zu den größten Wirtschaftszweigen und ist für viele Regionen zur wichtigsten Beschäftigungsgrundlage geworden. Hinweise auf aktuelle Entwicklungen des Deutschen Outgoing-Tourismus finden sich unter Reiseveranstalter und Reisebüro.
Zentrale Informationsstelle für Konsumenten und Tourismuswirtschaft ist in Deutschland die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT).
Für Konsumenten und Tourismuswirtschaft in Österreich ist die Österreich Werbung zentrales Portal und Anlaufstelle.
In der Schweiz gibt es zwei Dachverbände, welche die Interessenvertretung des Tourismus wahrnehmen. Schweiz Tourismus als Marketingorganisation. Auf politischer und wirtschaftlicher Ebene betreibt der Schweizer Tourismus-Verband (STV) das Lobbying.
Tourismus kann in Deutschland meist als Schwerpunkt innerhalb der BWL, im Rahmen der Geographie oder als eigener Studiengang Tourismus/Touristik oder Tourismus-BWL studiert werden. An der Fachhochschule Eberswalde existiert ein Studiengang nachhaltiger Tourismus.
Wetterbedingungen
Für den Tourismus, insbesondere für Kurzaufenthalte oder Tagesreisen spielt die Wetterlage am Zielort eine wesentliche Entscheidungsgrösse. Es ist deshalb wichtig das Angebot der Touristiker für die Gäste entsprechend auszulegen. Steigende Unwetterzahlen schaden natürlich dem Tourismus in hohem Masse, jedoch muss gesagt werden, dass sich der Personenverkehr nach teilweise relativ kurzer Zeit wieder erholt.
Siehe auch
- Portal:Tourismus und Sehenswürdigkeiten
- Übersicht Tourismus
- Geschichte des Tourismus
- Verkehrswirtschaft
- Fakultät Verkehrswissenschaften "Friedrich List"
- Wikitravel
Weblinks
- [http://www.world-tourism.org World Tourism Organisation] Welttourismusorganisation der Vereinten Nationen
- [http://www.tourism-watch.de www.tourism-watch.de] Informationsdienst Dritte-Welt-Tourismus
Kategorie:Tourismus
ja:旅行
ko:관광
ms:Pelancongan
simple:Tourism
th:การท่องเที่ยว
Eisberg
Eisberge sind große, auf dem Meer schwimmende Eismassen.
Entstehung
Die meisten Eisberge im Nordatlantik stammen aus Grönland, diejenigen im Südatlantik dagegen meist aus der Antarktis.
Meistens entstehen sie, wenn große Stücke eines Gletschers oder des Schelfeises abbrechen, manchmal auch dadurch, dass sich das Packeis auftürmt. Wegen ihrer im Vergleich zum umgebenden Wasser nur geringfügig geringeren Dichte ragt nur etwa ein Neuntel ihres Volumens über die Wasseroberfläche, während der größte Teil unter Wasser liegt.
Arten und Eigenschaften
Volumen
Volumen
Eisberge, die aus Schelfeis entstehen, sind relativ eben und heißen deshalb Tafeleisberge. Sie bilden die größten Eisberge und sind typisch für die Antarktis.
Im Allgemeinen sind Eisberge weiß, gelegentlich treten auch blaue und grüne Eisberge auf. Die Ursache dieser Färbung ist noch unbekannt. Es handelt sich dabei wohl um Meereis, dass sich an der Unterseite des Schelfeises bildet. Wenn der Eisberg umkippt, weil sich durch das Abschmelzen sein Schwerpunkt verändert hat, wird die Färbung sichtbar.
Die Lebensdauer von Eisbergen beträgt im Schnitt etwa drei Jahre, bei besonders großen Exemplaren auch bis zu 30 Jahre. Große Eisberge können eine Fläche von über 10.000 km² haben. Der derzeit größte jemals entstandene Eisberg B-15, ist im Jahr 2000 vom Ross-Schelfeis abgebrochen und war 11.655 Quadratkilometer groß.
Überwachung und Schutzmaßnahmen
Je nach Größe können Eisberge sogar bis in subtropische Zonen vorstoßen. Deswegen stellen sie eine Gefahr für die Schifffahrt dar und werden durch Satelliten und Flugzeuge überwacht. Das bekannteste, durch einen Eisberg verursachte Schiffsunglück war der Untergang der Titanic im Jahr 1912. Eisberge können auch bis auf den Meeresboden reichen und bei ihrer Fortbewegung Pipelines und Unterwasserkomplettierungen zur Öl- und Gasförderung beschädigen. Deshalb werden solche Anlagen erforderlichenfalls eingegraben, um sie vor Eisbergen zu schützen.
Die Überwachung der Bewegung von Eisbergen zur Sicherung der Schifffahrt im Nordatlantik wird von der Organisation International Ice Patrol durchgeführt. Im Südpolarmeer wird diese Aufgabe vom amerikanischen National Ice Center wahrgenommen. Diese Organisation vergibt auch die Namen für Eisberge die größer als 10 nautische Meilen sind. Der Name setzt sich zusammen aus einem Buchstaben für das Herkunftsgebiet und einer laufenden Nummer in zeitlicher Reihenfolge. Die Buchstaben kennzeichnen den Quadranten in dem der Eisberg zuerst entdeckt wurde wie folgt:
- A - 0° bis 90° westliche Länge (Bellingshausen See, Weddell-Meer)
- B - 90° bis 180° westliche Länge (Amundsen-See, östliches Rossmeer)
- C - 90° bis 180° östliche Länge (westliches Rossmeer, Wilkesland)
- D - 0° bis 90° östliche Länge (Amery Eis-Shelf, östliches Weddell-Meer)
Siehe auch
- Portal:Antarktis
- Schwimmende Insel
- Eisscholle
Weblinks
- [http://www.ecoscope.com/iceberg/index.htm Eisberg-Galerie]
- [http://www.awi-bremerhaven.de/AWI/Presse/PM/ALTE-PM/160500.html Eisberg-Drift (englisch)]
- [http://www.uscg.mil/lantarea/iip/home.html International Ice Patrol]
Kategorie:Glaziologie
Kategorie:Geomorphologie
ja:氷山
Tide
Unter den Gezeiten oder der Tide (niederdeutsch tiet=Zeit) versteht man den durch die Gravitation des Mondes und der Sonne verursachten Zyklus von Ebbe und Flut.
Die maximale Wasserstandsdifferenz zwischen Hoch- und Niedrigwasser nennt man den Tidenhub. Dieser variiert je nach Stellung von Sonne und Mond: Stehen Sonne, Mond und Erde auf einer Geraden wie bei Voll- und Neumond, so addieren sich die Anziehungswirkungen, und es kommt zu einer (höheren) Springtide. Stehen Sonne, Mond und Erde in einem rechten Winkel zueinander wie bei Halbmond, so wird die Anziehungskraft des Mondes von der Sonne abgeschwächt, und es kommt zur (niedrigeren) Nipptide. Den Zeitpunkt der Strömungsumkehr zwischen auflaufend und ablaufend Wasser und umgekehrt nennt man den Kenterpunkt der Tide. Erreicht die Tide durch eine Flussmündung das Landesinnere spricht man von Gezeitenwelle.
Die folgenden Erklärungen zur Entstehung der Gezeiten beziehen sich ausschließlich auf die vom Mond verursachten Gezeiten. Die Wirkung der Sonne kann analog verstanden werden, und die Gezeiten der Erde sind dann eine Überlagerung der Gezeiten von Mond und Sonne.
Missverständnisse in der Umgangssprache
Umgangssprachlich ist Flut der Höchststand und Ebbe der Tiefststand des Wassers. Leider wird diese Variante auch in einigen Fernsehsendungen (Galileo, Sendung mit der Maus) vertreten.
Fachleute wie Schiffsführer und das [http://www.bsh.de/de/Meeresdaten/Vorhersagen/Gezeiten/808.jsp Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrographie] sowie Bewohner der Küste definieren Ebbe und Flut folgendermaßen:
Ebbe ist der Vorgang des Sinkens des Wasserspiegels und Flut der Vorgang des Steigens des Wasserspiegels. Den Augenblick des Höchststandes bezeichnet man mit Hochwasser, den Augenblick des niedrigsten Wasserstands als Niedrigwasser.
Physikalische Erklärung
Gezeiten
Gezeiten
Gezeiten
Die physikalische Ursache der Gezeiten ist die Gezeitenkraft. Sie beruht darauf, dass die Gravitationskraft mit der Entfernung abnimmt. Die Anziehungskraft des Mondes ist auf der dem Mond zugewandten Seite der Erde aufgrund der geringeren Entfernung zum Mond größer als auf der dem Mond abgewandten Seite. Durch die daraus resultierenden Kräfteverhältnisse ergeben sich an diesen beiden Stellen jeweils ein Gezeitenberg und in den Gebieten dazwischen Gezeitentäler. Dieser Effekt kann nicht einfach mit der Kraftwirkung erklärt werden.
Eine anschauliche Erklärung für die an verschiedenen Orten der Erde wirkenden Gezeitenkräfte ist nicht ganz einfach: Genau betrachtet kreist nicht nur der Mond um die Erde, sondern Erde und Mond kreisen synchron um einen gemeinsamen Schwerpunkt. Da die Erde 81 Mal so schwer ist wie der Mond, befindet sich dieser Schwerpunkt im Abstand von nur 4740 km vom Erdmittelpunkt und damit noch im Inneren der Erde mit ihrem Radius von 6378 km. Eine solche Kreisbewegung der Erde als starres Ganzes erfordert auf jeden einzelnen Massenpunktes der Erde eine ganz bestimmte Kraftwirkung, die aber das inhomogene Gravitationsfeld des Mondes nicht an jeder Stelle exakt liefern kann. Die Differenz dieser Kräfte führt zu einer Verformung der Erde und den Gezeiten.
Da sich die Erde gleichzeitig einmal pro Tag um sich selbst dreht, treten zusätzliche Fliehkräfte auf. Da diese jedoch am Äquator überall gleich groß und radial nach außen gerichtet sind, tragen sie nicht zu den Gezeiten bei. Es ist daher für das Verständnis der relevanten Kräfte hilfreich, die Erde im Rahmen der folgenden Überlegung als nicht rotierend zu betrachten, und damit diese Fliehkräfte zu eliminieren. Die Bewegung der Erde reduziert sich in diesem Fall auf eine Bewegung, bei der ihr Zentrum um den gemeinsamen Schwerpunkt kreist, während sie gleichzeitig ihre Orientierung im Raum beibehält, anstatt zu rotieren (so genannte Revolution ohne Rotation). Alle Punkte der Erde vollführen dabei synchron die selbe Bewegung wie der Erdmittelpunkt nämlich eine Kreisbewegung mit einem Radius von 4740 km. Daher ist auch die damit verbundene Fliehkraft überall auf der Erde gleich. Sie ist stets vom Mond weg gerichtet. Im Erdmittelpunkt wird sie exakt durch die zum Mond hin gerichtete Anziehungskraft des Mondes kompensiert. An allen anderen Stellen ergibt jedoch die Summe aus Mondanziehung und dieser Fliehkraft gerade das Kraftfeld, das zu Ebbe und Flut führt.
Da die Anziehungskraft des Mondes auf der dem Mond zugewandten Seite größer ist, ergibt diese Summe dort eine dem Mond zugewandte Kraft, und da sie auf der entgegengesetzten Seite schwächer ist, ergibt sie dort eine vom Mond abgewandte Kraft. Diese Kräfte ziehen die Erde gewissermaßen in die Länge und führen dort zu jeweils einem Flutberg, wobei sich die Erde im Bereich zwischen diesen Flutbergen entsprechend verjüngt. Bei einer vollständig mit Ozean bedeckten Erde ergäbe sich eine Höhenvariation von etwa 50 cm. Da die Mondanziehung zur dem Mond zugewandten Seite hin rascher zunimmt als sie gegenüber abnimmt, ist der Flutberg dort etwa 7% höher. Die zugehörige Flut wird auch Zenitflut genannt.
Die Verhältnisse werden oft irreführend so dargestellt, als würde die vom Mond weg gerichtete Fliehkraft die Ozeane zur dem Mond abgewandten Seite drängen und damit den Flutberg dort bewirken. Dabei wird jedoch übersehen, dass diese Fliehkraft nicht nur auf die Ozeane wirkt sondern auch auf die Erde darunter und ferner überall auf der Erde den selben Wert hat, wie obige Überlegung zeigt. Sie kann daher nicht die Ursache einer Verformung der Erdoberfläche sein, anders als die Anziehungskraft des Mondes. Das gleiche gilt auch für die Fliehkraft, die bei einer echten Rotation der Erde einmal im Monat um den gemeinsamen Schwerpunkt auftreten würde, da sie sich von der obigen nur um eine radial nach außen gerichteten Komponente ohne Relevanz für Ebbe und Flut unterscheidet.
Da die Erde sich innerhalb 24 Stunden einmal um sich selbst dreht und damit unter den beiden Flutbergen hindurch, gibt es zweimal täglich Flut und Ebbe. Der Abstand zwischen zwei Tidehochwässern beträgt jedoch nicht 12, sondern etwa 12 Stunden 25 Minuten, da der Mond auf seiner Bahn um die Erde täglich ein Stück weiterrückt, so dass er seine scheinbare Bahn am Himmel im Mittel 50 Minuten später durchläuft. Aufgrund der Küstenmorphologie (siehe unten), der Neigung der Erdachse und der elliptischen Bahn des Mondes um die Erde treten zusätzlich Variationen in den Abständen aufeinander folgender Hoch- und Tiefwasserstände auf. Im freien Ozean, wie beispielsweise bei den Azoren, beträgt diese Variation ca. eine Stunde. In Flussmündungen sind die Variationen größer, in Hamburg beispielsweise bis über zwei Stunden. Infolge Bildung von Knoten (siehe unten) können sie aber auch niedriger ausfallen. So beträgt diese Variation beispielsweise in Wilhelmshaven ca. 40 Minuten.
Es ist aber nicht so, dass der Mond, bzw. die Gezeitenkraft, das Wasser der Ozeane direkt anheben könnte. Die Gezeitenkraft des Mondes in den Ozeanen entspricht etwa 0,0000001 (10^-7) der Kraft, welche die Erde durch ihre Gravitation auf das Wasser in den Ozeanen ausübt. Der Mond kann also das Wasser auf keinen Fall direkt anheben. Vielmehr verliert das Wasser in den Gebieten, in denen die Gezeitenkraft wirkt, an Gewicht. Der Gewichtsverlust (nicht Massenverlust) entspricht dort etwa dem Gewicht von 0.1 Mikrogramm pro Kilogramm. Dieser Gewichtsverlust bewirkt in den Gebieten der Gezeitenkraft eine Druckminderung im Wasser der Ozeane, so dass eine Wasserströmung ausgelöst wird. Die Wasserströmung führt zu einer Materialverschiebung in den Ozeanen, in die Tidenberge hinein. Im (nicht realen) statischen Fall, also bei einer nicht rotierenden Erde, würde dieser Prozess solange fortgesetzt werden, bis die Oberfläche des Ozeans eine Äquipotentialfläche im kombinierten Gravitationsfeld von Erde und Mond angenommen hat. Diese Äquipotentialfläche liegt im Maximum etwa 60 cm höher als die ungestörte Oberfläche der Ozeane. Real wird dieser statische Zustand wegen der Erdrotation nicht erreicht, bzw. von den auftretenden Strömungs- und Wellenprozessen überlagert. Die Gezeitenkraft ist aber die Anregung des gesamten Vorgangs.
Da ein Teil des Erdkerns flüssig und Erdmantel und -kruste elastisch sind, führen die Gezeitenkräfte auch zu einer Verformung der Erdoberfläche. Die Gezeitenkräfte wirken auf das gesamte Volumen der Erde ein. Genau wie in den Ozeanen kommt es im flüssigen Material des Erdinneren zu Druckschwankungen, die im gesamten flüssigen Volumen des Erdinneren auftreten. Die Gezeitenkraft wird mit zunehmender Tiefe immer schwächer, der Druckunterschied zu den Regionen ohne Gezeitenkraft nimmt jedoch mit der Tiefe zu. Die Druckänderungen erfolgen mit der Periode der Gezeitenkraft. Wie in jeder Flüssigkeit, so werden durch diese Druckschwankungen im Erdinneren Materialströmungen ausgelöst. Da es sich dabei um die Strömung einer leitenden Flüssigkeit im Magnetfeld der Erde handelt, sind Effekte aus der Magnetohydrodynamik (MHD) zu erwarten. Das gilt natürlich auch für das Wasser der Ozeane, wo die Strömungen der Gezeiten offensichtlich sind. Schwankungen im Magnetfeld der Erde sind abhängig von Mond- und Sonnenstand, und können zum Teil mit diesem magnetohydrodynamischen Effekt erklärt werden.
Die Verformung der Erdoberfläche erfolgt mit einer Verzögerung von etwa zwei Stunden, aber immerhin mit einer Vertikalbewegung von 20 bis 30 Zentimetern.
Die Meere können den Gezeitenkräften leichter folgen, insbesondere auch ihren horizontalen Komponenten, die vor und hinter den Flutbergen auftreten. Ebbe und Flut stellen zum Teil die Differenz zwischen den Bewegungen der Meere und der Erdkruste dar, und sind zum anderen Teil eine Folge der komplexen (von der Geografie abhängigen) Strömungs- und Wellenvorgänge in den Weltmeeren, die durch die Gezeitenkraft angeregt werden.
Die Gezeiten regen im Erdinneren kontinuierlich eine stehende seismologische Welle an, die mit Seismografen gemessen werden kann, sofern diese für die Messung langperiodischer Signale ausgelegt sind (vergleiche Erdspektroskopie).
Die Verformung der Erde durch die Gezeitenkraft ist weitaus geringer als die Erdabplattung von 21 km als Folge der Erdrotation, die jedoch nicht auffällt, da sie statisch ist.
Küstenphänomene
In Küstennähe sind die Gezeiten erheblich durch die geometrische Form der Küsten beeinflusst. Das betrifft sowohl den Tidenhub als auch den Zeitpunkt des Eintretens von Ebbe und Flut. So ist der Tidenhub an den Küsten der Weltmeere oft größer als auf offener See. Das gilt insbesondere für trichterförmige Küstenverläufe. Das Meer schwappt bei Flut gewissermaßen an die Küste. So beträgt der Tidenhub in der westlichen Ostsee nur ca. 30 cm, an der deutschen Nordseeküste etwa 1 bis 2 Meter. In den Ästuaren (Mündungen) der tidebeeinflussten Flüsse, z.B. Elbe und Weser, beträgt der Tidenhub aufgrund der Trichterwirkung bis über 4 Meter. Noch höher ist der Tidenhub beispielsweise bei St. Malo in Frankreich oder in der Severn-Mündung zwischen Wales und England. Er kann dort über 8 Meter erreichen. In der Bay of Fundy treten die weltweit höchsten Gezeiten mit 14 bis 21 Metern auf.
Der Zunahme der Höhe der Flutwelle an den Küsten erfolgt hin (???) etwa nach dem gleichen Prinzip wie bei einem Tsunami. Die Geschwindigkeit der Flutwelle verringert sich in flachem Wasser, wobei sich die Höhe der Welle vergrößert. Im Gegensatz zum Tsunami ist die Gezeitenwelle aber keine reine Oberflächenwelle, sondern enthält einen Anteil, der durch die Gezeitenkraft stets neu angeregt wird.
Die durch die Tide auf hoher See an den Küsten angeregten Meeresschwingungen können auch zu Schwingungsknoten führen, an denen gar kein Tidenhub auftritt. Ebbe und Flut rotieren gewissermaßen um solche Knoten herum. Herrscht auf der einen Seite Ebbe, so herrscht auf der gegenüberliegenden Seite Flut. Dieses Phänomen findet man vor allem in Nebenmeeren, wie der Nordsee, die zwei solcher Knoten aufweist (siehe z. B. letztes Bild in [http://www.nordwestreisemagazin.de/ebbeflut-druck.htm]. Herausragend ist hierbei vor allem die Tideresonanz der Bay of Fundy.
Durch die Gezeiten werden insbesondere in Küstennähe erhebliche Energiemengen umgesetzt. Dabei kann die kinetische Energie der Strömungen oder auch die potenzielle Energie mittels eines Gezeitenkraftwerks genutzt werden.
Rückwirkungen auf Erde und Mond
Die Tide wirkt auch wieder auf den Hauptverursacher, den Mond, zurück. Da die Flutberge aufgrund der Erdrotation bezüglich der Verbindungslinie zwischen Erd- und Mondmittelpunkt etwas in Richtung dieser Rotationsbewegung verschoben sind, ist die Anziehungskraft dieser Wassermassen auf den Mond nicht exakt zum Erdmittelpunkt hin gerichtet (Da die Erde schneller rotiert als der Mond sie umrundet, und wegen der Trägheit der Strömungen, laufen die Flutberge immer "vor dem Mond".). Durch die größere Masse der Zenitflut und ihren geringeren Abstand zum Mond ergibt sich dabei eine Kraft auf den Mond, die eine kleine Komponente in dessen Flugrichtung aufweist, so dass dem Mond permanent Energie und Drehimpuls zugeführt wird. Der Verlust an Rotationsenergie der Erde ist nicht auf die Übertragung von Energie auf den Mond beschränkt. Es treten zusätzlich Reibungsverluste wegen der Strömungen auf und in der Erde, und magnetohydrodynamische Verluste auf (siehe Magnetohydrodynamik, MHD). Die oben erwähnten Gezeitenkraftwerke würden zu diesem Energieverlust beitragen.
In einer genaueren Analyse müssen Energie und Drehimpuls in diesem Prozess separat bilanziert werden, da es für beide Größen in der Physik jeweils einen Erhaltungssatz gibt. Die folgenden Erläuterungen gehen zwecks besserer Verständlichkeit von einem isolierten Erde - Mond System aus. Das ist kein vollständiges Modell, da es Planeten und die Sonne gibt, die dieses System stören (Störungsrechnung).
Energieerhaltung: Die Erde verliert Rotationsenergie durch die Abbremsung infolge der Tiden. Diese Energie findet sich in der Rotationsenergie des Mondes, einer Erwärmung (Wärmeenergie) der Erde durch Reibung, den Strömungen im Erdinneren (kinetische Energie) und den durch einen MHD-Prozess ausgelösten Veränderungen im Magnetfeld der Erde wieder (genauer: elektromagnetisches Feld).
Drehimpulserhaltung: Der Drehimpulsverlust bei der Abbremsung der Erdrotation wird auf den Drehimpuls des Mondes in seinem Orbit um die Erde, auf den Drehimpuls von Strömungen im Erdinneren, und auf das Erdmagnetfeld (elektromagnetisches Feld) der Erde übertragen.
Durch die Abbremsung der Erde und die Übertragung von Drehimpuls und Rotationsenergie auf den Mond vergrößert sich der Abstand zwischen Erde und Mond jährlich um etwa 4 cm. Die Gegenkraft auf die Flutberge führt zu einem Drehmoment, das die Erdrotation bremst. Dadurch verlängern sich die Tage jedes Jahr um etwa 16 Mikrosekunden. Vor 500 Millionen Jahren dauerte ein Erdentag nur etwa 21 Stunden.
Diese Darstellungen illustrieren die physikalischen Prozesse bei der Abbremsung der Erdrotation (Die Überlegungen gelten umgekehrt genauso für den Einfluß der Gezeitenkraft der Erde auf den Mond.).
Mikrosekunde
Mikrosekunde
Mikrosekunde
Mikrosekunde
Mikrosekunde
Mikrosekunde
Der Mond erzeugt Tide (Gezeitenberge) auf der dem Mond zugewandten und abgewandten Seite der Erde. Diese Tide entstehen dadurch, dass sich im gesamten Körper der Erde (natürlich auch in den Ozeanen) Druckunterschiede bilden, die Materialströmungen und Verformungen auslösen. Die mit diesem Prozess verbundenen Reibungsverluste entziehen der Erdrotation Energie (Bild 1).
Da sich die Erde dreht, wandern die Tide um die Erde herum. Die Erde dreht sich schneller, als der Mond umläuft. Wegen der Trägheit des Materials in den Tiden laufen sie "vor dem Mond". Deswegen enthält die Anziehung der Erde auf den Mond eine Komponente, die den Mond in seiner Bahnrichtung vorwärts zieht (Bild 2).
Die Drehung der Erde wird durch die umgekehrte Anziehung des Mondes auf die Tide verlangsamt. Ein Körper in einer Umlaufbahn, der vorwärts beschleunigt wird wie der Mond, steigt in eine höhere Umlaufbahn auf und gewinnt an Energie. Dieser Prozess entzieht der Erde wieder Rotationsenergie (Bild 3).
Energieerhaltung: Ein Teil des Verlustes an Rotationsenergie der Erde geht also durch Reibung (als Wärmeenergie) verloren, der andere Teil wird auf den Mond übertragen. Der Reibungsverlust hängt dabei von verschiedenen Eigenschaften des Materials in der Erde ab, die auf den Mond übertragene Energie wird ausschließlich durch die geometrische Massenverteilung bestimmt. Diese ist u.A. abhängig von der Geografie der Erde, wie etwa den Kontinenten, da sie die Ausbildung der Tide stören (Bild 4).
Drehimpulserhaltung: Der Verlust an Eigendrehimpuls der Erde muss dem Gewinn an Bahndrehimpuls des Mondes entsprechen, plus einem Drehimpuls, der "irgendwo in der Erde" auftritt. Der auf den Mond übertragene Drehimpuls, hängt über die transferierte Energie nur von der geometrischen Massenverteilung auf der Erde ab. Der Verlust an Eigendrehimpuls der Erde wird dagegen durch den Verlust ihrer Rotationsenergie bestimmt, die auch von der inneren Reibung der Erde abhängig ist. Es gibt im Allgemeinen eine Differenz zwischen dem Verlust an Eigendrehimpuls der Erde und dem Gewinn an Bahndrehimpuls des Mondes. Dieser Drehimpuls muss irgendwo im System wieder auftauchen (Bild 5). Etwas locker gesagt: Was der Mond macht, hängt vom Äußeren der Erde ab. Der kann nicht ihre inneren Eigenschaften sehen, die Reibungsverluste bestimmen. Daraus ergeben sich Differenzen, die erklärt werden müssen.
Auf der Erde gibt es einen Mechanismus, der einen Drehimpuls (und damit verbundene Energie) zwischenspeichern kann. "Zwischenspeicherung" deswegen, weil dieser Drehimpuls nur über Verformungen der geometrischen Massenverteilung auf der Erde als Bahndrehimpuls an den Mond übertragen werden kann. Ein Kandidat für diesen Mechanismus ist eine Kombination aus dem elektromagnetischen Feld und inneren Materialströmungen der Erde. Die Kombination aus elektromagnetischem Feld und Strömungen einer leitenden Flüssigkeit ist ein magnetohydrodynamisches System (MHD-System, Bild 6). Je nachdem, wieviel Rotationsenergie durch Reibung in der Erde verloren geht, und wieviel Drehimpuls über Verformungen der Erde an den Mond abgegeben wird, kommt es zu Schwankungen im Magnetfeld der Erde.
Ein möglicher Zusammenhang zwischen den Gezeiten und anderen bekannten oder vermuteteten Phänomenen ist nicht gesichert oder nicht richtig verstanden. Dazu zählen unter Anderem (Stand September 2005): Messungen, die auf eine schnellere Rotation des Erdkerns relativ zum Erdmantel hinweisen (Abbremsung des Erdmantels durch eine stärkere Gezeitenbremsung), Schwankungen und Umpolungen des Erdmagnetfeldes (Schwankungen im Magnetfeld der Erde sind von Sonnen- und Mondstand abhängig), Einflüsse des Mondes auf die Stellung der Drehachse bei der Eigen-Rotation der Erde, und ein Zusammenhang mit Erdbeben.
Tatsächlich gemessen wurden kontinuierliche Schwingungen (stehende Welle) als seismologische Wellen der Erde, die durch die Tide angeregt werden (siehe Seismologie).
Siehe auch: Gezeiteninsel
Weblinks
- [http://www.greier-greiner.at/hc/gezeiten.htm Erklärung mit Animationen]
- [http://www.bsh.de/de/Meeresdaten/Vorhersagen/Gezeiten/index.jsp Gezeitentabellen der deutschen Nordsee]
- [http://www.bsh.de/de/Meeresdaten/Vorhersagen/Gezeiten/808.jsp Begriffe aus der Gezeitenkunde]
- [http://www.mobilegeographics.com/tides/index.html Gezeitentabellen weltweit]
- [http://exnatura.de:9099/ Gezeitentabellen weltweit, deutschsprachig]
- [http://www.muenster.de/~breitens/segeln/referate/ebbe/ebbeflut.htm Referat über die Verhältnisse bei Ebbe und Flut]
- [http://www.nordwestreisemagazin.de/ebbeflut.htm Die Gezeiten an der Nordseeküste]
Kategorie:Ozeanologie
ja:潮汐
zh-min-nan:Lâu-chúi
United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization
Die United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization (dt. Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur ), kurz UNESCO, ist eine der 16 rechtlich eigenständigen UNO-Sonderorganisationen und hat ihren Sitz in Paris.
Zu den Aufgabengebieten der UNESCO gehört die Förderung von Bildung, Wissenschaft, Kommunikation, Information und Kultur. Sie besitzt eine eigene Verfassung, die am 16. November 1945 von 37 Staaten in London verabschiedet wurde und am 4. November 1946 in Kraft trat. Erster Generaldirektor war Julian Huxley.
Aus der Erfahrung des Zweiten Weltkrieges zogen die Gründungsstaaten die folgende Lehre:
:“Ein ausschließlich auf politischen und wirtschaftlichen Abmachungen von Regierungen beruhender Friede kann die einmütige, dauernde und aufrichtige Zustimmung der Völker der Welt nicht finden. Friede muss – wenn er nicht scheitern soll – in der geistigen und moralischen Solidarität der Menschheit verankert werden.”
Weiter aus der Präambel der Verfassung der UNESCO:
:“Da Kriege im Geist der Menschen entstehen, muss auch der Frieden im Geist der Menschen verankert werden.”
Am 11. Juli 1951 wurde die Bundesrepublik Deutschland Mitglied der UNESCO, im November 1972 auch die damalige Deutsche Demokratische Republik.
1982 wurde bei der UNESCO-Weltkulturkonferenz "Mondiacult" in Mexiko ein so genannter "erweiterter Kulturbegriff" festgeschrieben. Die 126 Teilnehmer-Staaten nahmen damit eine konzeptionelle Entwicklung zur Kenntnis. Dabei ging es im Grunde darum den elitären, bildungsbürgerlichen Kulturbegriff abzulösen. Heute zählt die UNESCO 191 Mitgliedstaaten (Stand: April 2005).
Aufgaben
Im Bereich der Bildung setzt sich die UNESCO vor allem für eine Grundbildung für alle ein. Aber auch die Gesundheitserziehung zur Drogen- und Aids-Prävention und der Wiederaufbau des Bildungswesens in Katastrophen- und Krisengebieten gehören zum Wirkungsfeld. Im wissenschaftlichen Bereich fördert die Sonderorganisation vorrangig die zwischenstaatliche Zusammenarbeit bei Ozeanographie, Hydrologie, Geologie und Umweltwissenschaft, mit dem Hauptziel des Erhalts der biologischen Arten und der Trinkwasserressoucen. Aber nicht nur die Wissenschaften selbst, sondern auch ihre Gefahren und Folgen für die Zukunft sind wichtige Themen.
Im Bereich „Kommunikation und Information“ setzt sich die UNESCO mit den Problemen der Informationsgesellschaft auseinander. Dazu engagiert sie sich für die Pressefreiheit und den Informationszugang, indem sie unter anderem in Entwicklungsländern Medienkompetenz vermittelt, Journalisten ausbildet und Radiostationen bzw. Nachrichtenagenturen aufbaut. Zum Aufgabenbereich der UNESCO gehört zudem das UNESCO-Schulprojekt.
Eine der Aufgaben der UNESCO ist die Verwaltung des Welterbes der Menschheit, welche durch die Unterorganisation World Heritage Committee durchgeführt wird.
Zwei der vielen weiteren derzeit (Juni 2005) aktuellen Prioritäten der UNESCO sind die Erarbeitung eines Übereinkommens zum Schutz und zur Förderung der kulturellen Vielfalt sowie die Steuerung und die Koordination der Weltdekade der Vereinten Nationen "Bildung für nachhaltige Entwicklung, 2005 - 2014".
Siehe auch
- Portal:Vereinte Nationen
- Liste der Mitgliedstaaten der UNESCO
- Memory of the World
- Liste des Welterbes der Menschheit (Weltkultur- und Weltnaturerbe)
- International Programme for the Development of Communication (IPDC)
- Internationales Jahr der Kleinstkredite
- Biosphärenreservate
Weblinks
- [http://www.unesco.de Deutsche Unesco-Kommission]
- [http://www.unesco.at Österreichische UNESCO-Kommission]
- [http://www.unesco.ch Schweizerische UNESCO-Kommission]
- [http://www.unesco.org Internationale Homepage der UNESCO]
- [http://whc.unesco.org Das Welterbekomitee]
- [http://www.unesco.ch/unescokurier Zeitschrift UNESCO-Kurier]
Kategorie:UN-Sonderorganisation
Kategorie:UNESCO
ja:国際連合教育科学文化機関
ko:유네스코
simple:United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization
th:องค์การศึกษา วิทยาศาสตร์ และวัฒนธรรมแห่งสหประชาชาติ
zh-min-nan:Unesco
WelterbeDas UNESCO-Welterbe wird von einer Unterorganisation der UNESCO, dem World Heritage Committee, verwaltet. Das World Heritage Committee führt die Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit sowie die Liste des Weltdokumentenerbes, welches Buchbestände, Handschriften, Partituren, Unikate, Bild-, Ton- und Filmdokumente enthält.
Kategorie:UNESCO
Kategorie:Kulturdenkmal
Kategorie:Vereinte Nationen
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ja:世界遺産
Weblinks
- [http://www.unesco.de/c_bibliothek/welterbekonvention.htm Welterbekonvention]
- [http://www.unesco.de/c_arbeitsgebiete/welterbeliste.htm Liste der UNESCO]
- [http://whc.unesco.org/pg.cfm?cid=31 Datenbank der UNESCO mit umfangreichen Beschreibungen der einzelnen Stätten] (englisch)
- [http://worldheritage-forum.net/de/ Worldheritage-Forum] Weblog und Informationen zum Thema UNESCO-Welterbe
- [http://www.schaetze-der-welt.de/flash5_index.html „Schätze der Welt“] Hier kann man sich Dokumentationsfilme über die meisten Kultur- und Naturdenkmäler mit dem UNESCO-Prädikat als viertelstündige RealPlayer-Videos ansehen und -hören.
Disko-InselDie Diskoinsel ist eine Insel mit einer Fläche von 8.578 Quadratkilometern und liegt etwa 60 Kilometer westlich von Jakobshavn (Ilulissat) auf Grönland und zu Grönland gehörend. Auf der Diskoinsel gibt es nur einen Ort und zwar Qeqertarsuaq (dän.:Godhavn) an der Südküste.
Die Diskoinsel liegt bei 70 Grad nördlicher Breite, die durchschnittliche Höhe der Insel beträgt 975 Meter und die höchste Erhebung misst 1.919 Meter. Sie ist von Grönland durch den Vaigat-Sund und die Diskobucht getrennt.
Auf der Diskoinsel gibt es Mineralvorkommen, Fossilienfunde und geologische Formationen.
Die Diskoinsel wurde zwischen 982 und 985 von Erich dem Roten entdeckt.
Zur Lage siehe die Karte von Grönland.
Kategorie:Insel (Grönland)
Kategorie:Ort in DänemarkDanemark
Kategorie:Dänemark
Kategorie:Ort in GrönlandSiehe auch Städte in Grönland
Grönland
Kategorie:Grönland Banque privée
Une banque privée est une banque qui rend des services financiers très personnalisés et sophistiqués, souvent résumés sous l'expression « gestion de fortune », à des particuliers détenant un patrimoine net important.
Les banques généralistes ont souvent un département spécialisé, et parfois des agences spécifiques, qui procurent à une clientèle sélectionnée des services de niveau analogue à ceux d'une banque privée.
Certains groupes bancaires considèrent d'ailleurs que leur activité de gestion de fonds d'investissement, voire d'agent de change en bourse, ressort plus de la banque privée que de la banque d'investissement. Cela résulte tant des différences d'approche commerciales et techniques entre ces deux métiers que de la nécessité d'établir entre eux une barrière juridique et déontologique. Ce principe dit de la « muraille de Chine » entre leurs services aux particuliers et ceux liés aux financement des entreprises cotées évite notamment le délit d'initié et celui de manipulation des cours.
catégorie:banque
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