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Immanuel Kant
Immanuel Kant ( - 22. April 1724 in Königsberg; † 12. Februar 1804 ebd.) gilt als einer der bedeutendsten Philosophen.
Leben
Immanuel Kant war das zweite Kind des Riemermeisters Johann Georg Cant und dessen Frau Anna Regina, geb. Reuter; von seinen zehn Geschwistern erreichten nur vier ein höheres Alter. Sein Elternhaus war stark pietistisch geprägt, seine Mutter für Bildung sehr aufgeschlossen. So kam er 1732 an das Friedrichskollegium, wurde gefördert und begann bereits 1740 mit dem Studium an der Albertina, der Königsberger Universität. Obwohl für Theologie eingeschrieben, interessierte sich Kant sehr für die Naturwissenschaften. Der Professor für Logik und Metaphysik, Martin Knutzen machte ihn mit den Lehren von Leibniz und Newton vertraut.
Newton
Nach Abschluss des Studiums 1748 verdiente Kant sich seinen Lebensunterhalt als Hauslehrer, zunächst bis ca. 1750 bei dem reformierten Prediger Daniel Ernst Andersch (tätig 1728-1771) in Judtschen bei Gumbinnen, einer Schweizer Kolonie meist französisch sprechender Siedler. 1748 wurde er im dortigen Kirchenbuch als Taufpate aufgeführt, wo er als 'studiosus philosophiae' bezeichnet wird. Später war er bis etwa 1753 Hauslehrer auf dem Gut des Majors Bernhard Friedrich von Hülsen auf Groß-Arnsdorf bei Mohrungen. Seine dritte Stelle fand er nahe Königsberg bei der Familie Keyserlingk auf dem Schloss Waldburg-Capustigall, die ihm auch Zugang zur höheren Gesellschaft Königsbergs ermöglichte.
Im selben Jahr, 1755, in dem Kant seine erste wichtige Schrift mit dem Titel „Allgemeine Naturgeschichte und der Himmel“ veröffentlichte, wurde er Privatdozent in Königsberg und nahm eine umfangreiche Lehrtätigkeit auf. Zu seinen Lehrfächern gehörten Logik, Metaphysik, Anthropologie, Moralphilosophie, natürliche Theologie, Mathematik, Physik, Mechanik, Geographie, Pädagogik und Naturrecht. Seine Vorlesungen fanden starkes Interesse. Johann Gottfried Herder, der 1762-64 bei ihm hörte, schrieb später darüber: Mit dankbarer Freude erinnere ich mich aus meinen Jugendjahren der Bekanntschaft und des Unterrichts eines Philosophen, der mir ein wahrer Lehrer der Humanität war (...) Seine Philosophie weckte das eigne Denken auf, und ich kann mir beinahe nichts Erleseneres und Wirksameres hierzu vorstellen, als sein Vortrag war.
Eine erste Bewerbung auf den Lehrstuhl für Logik und Metaphysik im Jahre 1759 schlug fehl. Einen Ruf auf einen Lehrstuhl für Dichtkunst lehnte Kant 1762 ab. Ebenso schlug er auch die Gelegenheiten aus, 1769 in Erlangen und 1770 in Jena zu lehren, bevor er im Jahr 1770 im Alter von 46 Jahren den von ihm immer angestrebten Ruf der Universität Königsberg auf die Stelle eines Professors für Logik und Metaphysik erhielt. Auch den mit einer deutlich höheren Vergütung verbundenen Ruf an die damals berühmte Universität von Halle lehnte er im Jahre 1778 ab, trotz der besonderen Bitte des Kultusministers von Zedlitz. 1786 und 1788 war Kant Rektor der Universität in Königsberg. 1787 wurde er in die Berliner Akademie der Wissenschaften aufgenommen. Die letzten 15 Jahre seines Lebens waren gekennzeichnet durch den sich stetig zuspitzenden Konflikt mit der Zensurbehörde, deren Leitung der preußische König Friedrich Wilhelm II. dem neuen Kultusminister Wöllner - Zedlitz' Nachfolger nach dem Tode König Friedrichs II. - übertragen hatte. Kant lehrte weiter bis 1796, erhielt aber die Weisung, sich seiner religiösen Schriften zu enthalten, da sie deistisches und sozinianisches Gedankengut verbreiteten, das nicht mit der Bibel vereinbar sei. Hierauf beklagte sich sein Freund, der Herausgeber der Berlinischen Monatsschrift in Berlin, Johann Erich Biester, beim König, der aber seine Beschwerde ablehnte.
Johann Erich Biester
Kant wird oft als steifer, an einen regelmäßigen Tagesablauf gebundener professoraler Mensch dargestellt, der von der Pflicht getrieben ganz auf seine Arbeit konzentriert war. Doch dieses Bild ist eine Überzeichnung. Als Student war er ein guter Kartenspieler und verdiente sich sogar mit Billard ein Zubrot zum Studium. Auf Gesellschaften, an denen er gerne teilnahm, galt er als galant, putzte sich mit modischen Kleidern heraus und zeichnete sich aus durch ’’ausgezeichnete Belesenheit und einen unerschöpflichen Vorrath von unterhaltenden und lustigen Anecdoten, die er ganz trocken, ohne je selbst dabei zu lachen, erzählte und durch eigenen ächten Humor in treffenden Repliken zu würzen wusste, …’’. Herder wurde von Kant aufgefordert, nicht so viel über den Büchern zu brüten. Und Hamann befürchtete, dass Kant nicht genügend zum arbeiten käme, weil er durch ’’einen Strudel gesellschaftlicher Zerstreuungen fortgerißen’’ werde (Zitate nach Kühn). Erst als Kant jenseits der 40 war und er merkte, dass er aus gesundheitlichen Gründen mit seinen Kräften haushalten musste, stellte der sich vor allem von Heine so herausgehobene regelmäßige Tagesablauf ein: Morgens um fünf Uhr stand er auf und ging um 22 Uhr zu Bett. Zum Mittagessen lud er meist Freunde (nie weniger als die Grazien, nie mehr als die Musen) ein und pflegte die Geselligkeit, vermied dabei aber philosophische Themen. Außerdem machte er täglich zur gleichen Zeit einen Spaziergang.
Seinem Hausdiener namens Lampe schrieb Heinrich Heine in seinem Werk „Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland“ scherzhaft einen Einfluss auf Kants Philosophie zu: „Der alte Lampe muss einen Gott haben, sonst kann der arme Mensch nicht glücklich sein - das sagt die praktische Vernunft - meinetwegen - so mag auch die praktische Vernunft die Existenz Gottes verbürgen. Infolge dieses Arguments unterscheidet Kant zwischen theoretischer und praktischer Vernunft, und mit dieser, wie mit einem Zauberstäbchen, belebt er wieder den Leichnam des Deismus, den die theoretische Vernunft getötet.“
Kant verbrachte nahezu sein ganzes Leben im damals weltoffenen Königsberg, wo er 1804 fast 80-jährig starb. Sein Grab befindet sich im Königsberger Dom. An der Außenseite des Domes befindet sich sein Kenotaph.
Schriften
Bis zu seiner Promotion 1755 arbeitet er als Hauslehrer und verfasst die ersten, naturphilosophischen Schriften, so die 1749 erschienenen „Gedanken von der wahren Schätzung der lebendigen Kräfte“ und 1755 die „Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels“, in der er eine Theorie zur Entstehung des Planetensystems nach „Newtonischen Grundsätzen“ darstellt. Im gleichen Jahr promoviert er mit einer Arbeit über das Feuer („De igne“) und habilitiert sich mit einer Abhandlung über die ersten Grundsätze der metaphysischen Erkenntnis („Nova dilucidacio“).
Im Jahr 1762 erscheint, nach einigen kleinen Schriften, die Abhandlung „Der einzige mögliche Beweisgrund zu einer Demonstration des Daseins Gottes“, in der Kant zu erweisen versucht, dass alle bisherigen Beweise für die Existenz Gottes nicht tragfähig sind, und eine eigene Version des ontologischen Gottesbeweises entwickelt, die diesen Mängeln abhelfen soll.
Die folgenden Jahre sind bestimmt von wachsendem Problembewusstsein gegenüber der Methode der traditionellen Metaphysik, das sich vor allem in Kants literarisch wohl unterhaltsamster Schrift, „Träume eines Geistersehers, erläutert durch Träume der Metaphysik“ (1766), einer Kritik Emanuel Swedenborgs, äußert. In der 1770 erschienenen Schrift „De mundi sensiblis atque intelligibilis forma et principiis“ unterscheidet er zum ersten Mal scharf zwischen der sinnlichen Erkenntnis der Erscheinungen der Dinge (Phaenomena) und der Erkenntnis der Dinge, wie sie an sich sind, durch den Verstand (Noumena). Raum und Zeit fasst er zudem als dem Subjekt angehörige „reine Anschauungen“ auf, die notwendig sind, um die Erscheinungen untereinander zu ordnen. Damit sind zwei wesentliche Punkte der späteren kritischen Philosophie antizipiert, auch wenn Kants Methode hier noch dogmatisch ist, und er eine Verstandeserkenntnis der Dinge, wie sie an sich sind, für möglich hält. In den folgenden zehn Jahren vollzieht sich die Entwicklung der kritischen Philosophie ohne wesentliche Veröffentlichung (die "stummen Jahre").
Als er 1781 die „Kritik der reinen Vernunft“ veröffentlicht, hat sich seine Philosophie grundlegend gewandelt - die Frage, wie überhaupt eine Metaphysik als Wissenschaft möglich ist, müsse vor der Behandlung der metaphysischen Fragen beantwortet werden. Die Kritik handelt die "a priori", d. h. vor aller empirischen Erfahrung mögliche Erkenntnis, in drei Abschnitten ab.
Zuerst die Formen der Sinnlichkeit a priori, die reinen Anschauungen Raum und Zeit, welche die Mathematik als apriorische Wissenschaft begründen. Im zweiten Teil, der transzendentalen Logik, dass bestimmte erfahrungsunabhängige Begriffe, die Kategorien, notwendig auf alle Gegenstände der Erfahrung anwendbar sind. Durch diese Anwendung der Kategorien ergibt sich ein System von Grundsätzen, die a priori gewiss sind, wie z. B. die kausale Verknüpfung aller sinnlichen Erscheinungen, und die damit ein legitimes Feld philosophischer Erkenntnisse darstellen. Diese müssen den Naturwissenschaften zugrunde liegen. Doch mit dieser Bestimmung der Kategorien als für die Einheit der Erscheinungen notwendige Verknüpfungsregeln, ergibt sich, dass diese Begriffe nicht auf die Dinge, wie sie "an sich" sind (Noumena), anwendbar sind. Im (in der menschlichen Vernunft notwendig entstehenden) Versuch, das Unbedingte zu erkennen, und die sinnliche Erkenntnis zu übersteigen, verwickelt die Vernunft sich in Widersprüche, da keine Wahrheitskriterien mehr vorhanden sind. Die metaphysischen Beweise z. B. für die Unsterblichkeit der Seele, die Unendlichkeit der Welt oder das Dasein Gottes sind unmöglich, die Ideen der Vernunft nur als regulative, die Erfahrungserkenntnis leitende Begriffe von sinnvollem Gebrauch.
Von der zögernden Rezeption und erheblichen Missverständnissen in der ersten Rezension der „Kritik der reinen Vernunft“ veranlasst, veröffentlicht Kant 1783 die „Prolegomena“, die allgemeinverständlich in die kritische Philosophie einführen sollen. Seine Ethik, die in den Schlusskapiteln der Kritik der reinen Vernunft nur angedeutet ist, führt er 1785 in der „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“ aus, in der der kategorische Imperativ als Prinzip der Ethik entwickelt wird, und die Idee der Freiheit, die in der ersten Kritik für die theoretische Vernunft nicht beweisbar war, wird nun als notwendige Voraussetzung der praktischen Vernunft gerechtfertigt. Auch die naturphilosophischen Fragen nimmt Kant wieder auf, und 1786 erscheinen die „Metaphysischen Anfangsgründe der Naturwissenschaft“, die die Newtonische Physik durch die kritischen Grundsätze begründen und damit auch ein konkretes Beispiel für die Anwendung der Transzendentalphilosophie liefern.
Nach der Überarbeitung einzelner Stücke der „Kritik der reinen Vernunft“ für die zweite Auflage 1787 erscheint 1788 die „Kritik der praktischen Vernunft“, die den moralphilosophischen Ansatz der „Grundlegung“ erläutert und ausbaut, und schließlich 1793 die „Kritik der Urteilskraft“, in deren Vorwort Kant stolz verkündet, dass mit dieser sein kritisches Geschäft abgeschlossen sei und dass er nun „ungesäumt zum doktrinalen“ schreiten werde, also der Ausarbeitung eines Systems der Transzendentalphilosophie. Der eigentlichen Ausarbeitung geht jedoch noch „Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft“ (1793) voraus, in dem Kant den Vernunftgehalt der Religion untersucht und den Ansatz einer moralisch-praktischen Vernunftreligion, wie ihn schon die Postulatenlehre der zweiten und dritten Kritik entwickeln, weiter erläutert. 1797 erscheint dann der erste Teil des Systems, die „Metaphysik der Sitten“.
Unabgeschlossen ist dagegen der Versuch geblieben, auch die Naturphilosophie weiter auszubauen. Noch während der Arbeit an der "Metaphysik der Sitten" beginnt Kant die Arbeit an einem „Übergang von den metaphysischen Anfangsgründen zur Physik“. Die Arbeit an diesem unter dem Namen „Opus postumum“ bekannt gewordenen Werk beschäftigen ihn bis zu seinem Tod 1804. Kants Manuskripte zeigen, wie sehr er auch in hohem Alter noch bereit und in der Lage war, die kritische Philosophie umzugestalten. Ausgehend vom Problem, spezifische regulative Forschungsmaximen der Naturwissenschaft zu rechtfertigen, sieht sich Kant zuerst gezwungen, die Rolle des menschlichen Körpers in der Erkenntnis genauer zu untersuchen. Die Problematik dieser Untersuchungen verschiebt sich aber im Laufe der Entwürfe auf immer abstraktere Ebenen, so dass Kant um die Jahrhundertwende auf eine systematische Ebene zurückkehrt, die der "Kritik der reinen Vernunft" entspricht, wenn auch nicht unbedingt ihrer (aufgrund des Zustands des Manuskripts nur schwer erkennbaren) Problemstellung. Kant entwickelt eine „Selbstsetzungslehre“, die er dann schließlich auch auf die praktische Vernunft ausweitet, und endigt mit Entwürfen zu einem neukonzipierten „System der Transzendentalphilosophie“, das er aber nicht mehr ausarbeiten kann.
Kants Philosophie
Mit seinem kritischen Denkansatz (Sapere aude) ist Kant der wohl wichtigste Denker der deutschen Aufklärung. Üblicherweise unterscheidet man bei seinem philosophischen Weg zwischen der vorkritischen und der kritischen Phase, weil seine Position sich spätestens mit Veröffentlichung der Kritik der reinen Vernunft erheblich verändert. Noch bis in die 60er Jahre kann man Kant dem Rationalismus in der Nachfolge von Leibniz und Wolff zurechnen. In seiner Dissertation im Jahre 1770 ist bereits ein deutlicher Bruch erkennbar. Neben dem Verstand ist nun auch die Anschauung Erkenntnisquelle. Die Dissertation und die Berufung an die Universität führen dann zu der berühmten Phase des Schweigens, in der Kant seine neue, als Kritizismus bekannte und heute noch maßgeblich diskutierte Erkenntnistheorie ausarbeitet. Erst nach elf Jahren intensiver Arbeit wird diese dann 1781 in der Kritik der reinen Vernunft veröffentlicht. Nach Klärung der Grundfrage nach den Bedingungen der Möglichkeit der Erkenntnis kann Kant sich auf dieser Grundlage schließlich im Alter von 60 Jahren den für ihn eigentlich wichtigen Themen der praktischen Philosophie zuwenden.
Die vier Kantischen Fragen
Kant hat sich vier Fragen gestellt und diese zu beantworten versucht:
Was kann ich wissen? (What can I know?): In seiner Erkenntnistheorie
Was soll ich tun? (What ought I to do?): In seiner Ethik
Was darf ich hoffen? (For what may I hope?): In seiner Religionsphilosohie
Was ist der Mensch? (What is a human being?): In seiner Anthropologie
Erkenntnistheorie
„Was kann ich wissen?“ Als Vertreter der rationalistischen Leibnizschen Schule wird Kant durch das Studium Humes „aus seinem philosophischen Schlummer geweckt“ (Einleitung Prolegomena). Er erkennt die Kritik Humes am Rationalismus als richtig an, d. h. eine Rückführung der Erkenntnis allein auf den reinen Verstand ohne sinnliche Anschauung ist für ihn nicht mehr möglich. Andererseits führt der Empirismus von David Hume zu der Aussage, dass eine sichere Erkenntnis überhaupt nicht möglich ist, d. h. in den Skeptizismus. Dieses will Kant aber nicht akzeptieren. So kommt er zu der Frage, nicht nur was Erkenntnis ist, sondern was die Voraussetzungen für eine Erkenntnis sind. Unter welchen Bedingungen ist Erkenntnis überhaupt möglich? Oder wie Kant es formuliert: Was sind die Bedingungen der Möglichkeit von Erkenntnis?
Skeptizismus
In Folge ist die Kritik der reinen Vernunft (KrV), in der Kant seine Erkenntnistheorie niederlegt, eine Auseinandersetzung einerseits mit der rationalistischen, andererseits mit der empiristischen Philosophie des 18. Jahrhunderts, die sich vor Kant unversöhnlich gegenüberstanden. Zugleich wird die KrV eine Auseinandersetzung mit der traditionellen Metaphysik, soweit diese Konzepte und Modelle zur Erklärung der Welt jenseits unserer Erfahrung vertritt. Gegen den Dogmatismus der Rationalisten (z. B. Christian Wolff, Alexander Gottlieb Baumgarten) steht, dass Erkenntnis ohne sinnliche Anschauung, d. h. ohne Wahrnehmung, nicht möglich ist. Gegen den Empirismus steht, dass sinnliche Wahrnehmung unstrukturiert bleibt, wenn der Verstand nicht Begriffe hinzufügt und durch Urteile und Schlüsse, d. h. durch Regeln mit der Wahrnehmung verbindet.
Für Kant ist es ein Skandal der Philosophie, dass man es bisher nicht geschafft hat, die Metaphysik von Spekulationen zu befreien. Sein Ziel ist es, wie in der Mathematik seit Thales oder in den Naturwissenschaften seit Galilei auch in der Metaphysik zu wissenschaftlichen Aussagen zu kommen. Kant muss hierzu in der Metaphysik „das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu haben.“, d. h. die Grenze des Wissens aufzeigen, um klarzustellen, bei welchen Vorstellungen (Ideen) gar keine Erkenntnis mehr möglich ist, weil ihr Inhalt jenseits allen Erkenntnisvermögens liegt.
Für Kant erfolgt Erkenntnis sprachlich durch Urteile (Aussagen, die ein Subjekt und ein Prädikat enthalten). In diesen Urteilen werden die empirischen Anschauungen der Sinnlichkeit mit den Vorstellungen des Verstandes verbunden (Synthesis). Sinnlichkeit und Verstand sind die beiden einzigen, gleichberechtigten und voneinander abhängigen Quellen der Erkenntnis. „Gedanken ohne Inhalt sind leer, Anschauungen ohne Begriffe sind blind.“
Glaube
Wie kommt es nun zu empirischen Anschauungen? Kant diskutiert dies in dem Abschnitt über die transzendentale Ästhetik (Lehre von den Grundlagen der Wahrnehmung). Wir verfügen einerseits über einen äußeren Sinn, der uns Vorstellungen im Raum gibt. Wir haben andererseits einen inneren Sinn, mit dem wir Vorstellungen in der Zeit erzeugen. Raum und Zeit sind Voraussetzung von Erkenntnis. Wir können uns keine Gegenstände ohne Raum und Zeit vorstellen. Gleichzeitig sind unsere Sinne rezeptiv, d. h. sie werden von einer begrifflich nicht fassbaren Außenwelt („dem Ding an sich selbst“) affiziert. Nun kommt Kants berühmte kopernikanische Wende: Wir erkennen nicht das Ding an sich, sondern nur dessen Erscheinung. Diese Erscheinung wird aber durch uns als Subjekt, durch unseren Verstand geformt. Nicht die Erde dreht sich um die Sonne, sondern die Sonne um die Erde. Wir können uns das am Beispiel des Sehens gut verdeutlichen. In der Außenwelt gibt es Lichtwellen, die von unserem Auge aufgenommen werden – es wird affiziert. Diese sinnliche Anschauung wird in unserem Gehirn umgewandelt in das, was uns erscheint. Solche aus einzelnen Elementen zusammengesetzten und im Gehirn umgewandelten empirischen Anschauungen nennt Kant Empfindungen. Raum und Zeit aber werden als reine Formen der sinnlichen Anschauung den Empfindungen (der Materie) hinzugefügt. Dies bedeutet, dass Erkenntnis immer vom Subjekt abhängig ist. Unsere Realität sind die Erscheinungen, d. h. alles was in Raum und Zeit ist. Ob Raum und Zeit in den Dingen an sich existieren, können wir nicht wissen.
Empfindungen allein führen aber noch nicht zu Begriffen. Kant führt seine Überlegungen hierzu in dem Abschnitt über die transzendentale Logik aus (Lehre von den Grundlagen des Denkens). Die Begriffe kommen aus dem Verstand, der diese spontan durch die produktive Einbildungskraft nach Regeln bildet. Hierzu bedarf es des transzendentalen Selbstbewusstseins als Grundlage allen Denkens. Das reine, d. h. von allen sinnlichen Anschauungen abstrahierte Bewusstsein des „Ich denke“, das man auch als die Selbstzuschreibung des Mentalen bezeichnen kann, ist der Angelpunkt der Kantischen Erkenntnistheorie. Dieses Selbstbewusstsein ist der Ursprung reiner Verstandesbegriffe, der Kategorien. Quantität, Qualität, Relation und Modalität sind die vier Funktionen des Verstandes, nach denen Kategorien gebildet werden.
Anhand der Kategorien verknüpft der Verstand mit Hilfe der Urteilskraft (dem Vermögen unter Regeln zu subsumieren) die Empfindungen nach so genannten Schemata. Ein Schema ist das allgemeine Verfahren der Einbildungskraft, einem Begriff sein Bild zu verschaffen. Z. B. sehe ich auf der Straße ein vierbeiniges Etwas. Ich erkenne: dies ist ein Dackel. Ich weiß: ein Dackel ist ein Hund, ist ein Säugetier, ist ein Tier, ist ein Lebewesen. Schemata sind also (möglicherweise mehrstufige) strukturierende Allgemeinbegriffe, die nicht aus der empirischen Anschauung gewonnen werden können, sondern dem Verstand entstammen, sich aber auf die Wahrnehmung beziehen.
Nachdem beschrieben wurde, wie Erkenntnis überhaupt möglich ist, kommt nun die grundlegende Frage Kants, ob wir Aussagen machen können, die die Wissenschaftlichkeit der Metaphysik begründen. Gibt es aus reinen Verstandesüberlegungen Aussagen, die unsere Erkenntnisse inhaltlich vermehren? Kant formuliert die Frage wie folgt: Sind synthetische Erkenntnisse a priori möglich?
Kants Antwort ist „Ja“. Wir können durch die Kategorien synthetische Erkenntnisse a priori gewinnen. So sind z. B. unter dem Begriff der Relation die Kategorien der Substanz, der Kausalität und der Wechselwirkung erfasst. Am paradigmatischen Beispiel der Kausalität kann man Folgendes sehen: In unserer sinnlichen Wahrnehmung erkennen wir zwei aufeinander folgende Phänomene. Deren Verknüpfung als Ursache und Wirkung entzieht sich aber unserer Wahrnehmung. Kausalität wird von uns gedacht und zwar mit Allgemeinheit und Notwendigkeit. Wir verstehen Kausalität als Grundprinzip der Natur – dies gilt auch in der heutigen Physik, auch wenn diese in ihren Grundlagen nur mit Wahrscheinlichkeiten und Energiefeldern operiert -, weil wir die Kausalität in die Natur, wie sie uns erscheint, hineindenken. Allerdings schränkt Kant diese Auffassung gegen die Rationalisten klar ein. Kategorien ohne sinnliche Anschauung sind reine Form und damit leer (s.o.), d. h. zu ihrer Wirksamkeit bedarf es der empirischen Empfindungen. Hier liegt die Grenze unserer Erkenntnis.
Wie kommt es nun zu den metaphysischen Theorien? Dies ist eine Frage der Vernunft, die den Teil des Verstandes bezeichnet, mit dem wir aus Begriffen und Urteilen Schlüsse ziehen. Es liegt im Wesen der Vernunft, dass diese nach immer weiter gehender Erkenntnis strebt und am Ende versucht, das Unbedingte oder Absolute zu erkennen. Dann aber verlässt die Vernunft den Boden der sinnlich fundierten Erkenntnis und begibt sich in den Bereich der Spekulation. Dabei bringt sie notwendig die drei transzendentalen Ideen Unsterblichkeit (Seele), Freiheit (Kosmos) und Unendlichkeit (Gott) hervor. Kant zeigt nun in der Dialektik als der Wissenschaft vom Schein, dass die Existenz dieser regulativen Prinzipien weder bewiesen noch widerlegt werden kann. Damit kann man an Gott glauben, viele haben versucht ihn zu beweisen, aber alle Gottesbeweise müssen letztlich scheitern...
Ethik
„Was sollen wir tun?“ Ziel der erkenntnistheoretischen Untersuchungen in der KrV war es, ein theoretisches Fundament für die praktische Philosophie zu schaffen. So untersucht Kant zunächst einmal in der Grundlegung zur Metaphysik der Sitten (GMS) und stärker ausformuliert in der Kritik der praktischen Vernunft (KpV) die Bedingungen der Möglichkeit von Sollensaussagen. Nicht die Religion, nicht der Common Sense oder die empirische Praxis können diese Frage beantworten, sondern nur die reine Vernunft. Kants theoretische Überlegungen zur Ethik bestehen aus drei Elementen: Dem sittlich Guten, der Annahme der Freiheit des Willens und der allgemeinen Maxime des kategorischen Imperativs. Sittlichkeit ist das Moment der Vernunft, das auf praktisches Handeln gerichtet ist. Sie ist eine regulative Idee, die im Menschen a priori vorhanden ist. Der Mensch ist ein intelligibles Wesen, d. h. er ist in der Lage in der Vernunft unabhängig von sinnlichen, auch triebhaften Einflüssen zu denken und zu entscheiden. Alle vernunftbegabten Wesen, und damit auch der Mensch, sind nicht fremdbestimmt (heteronom), sondern selbstbestimmt (autonom). „Der Wille ist ein Vermögen, nur dasjenige auszuwählen, was die Vernunft unabhängig von der Neigung als gut erkennt.“ Dies bedeutet, dass die ethische Entscheidung im Subjekt liegt. Kant ist durchaus bewusst, dass die Forderung der Sittlichkeit ein Ideal ist, und dass kein Mensch sie zu jeder Zeit erfüllen kann. Dennoch ist er der Auffassung, dass jeder Mensch den Maßstab der Sittlichkeit in sich hat und weiß, was er nach dem Gesetz der Sittlichkeit tun sollte. Der autonome Wille (der Vernunft) gebietet also die sittlich gute Handlung. Die Vernunft legt dem Menschen die Pflicht auf, dem Gebot der Sittlichkeit zu folgen. Auch einer breiten Öffentlichkeit bekannt geworden ist der
- kategorische Imperativ (Gesetzesformulierung): „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“
- Naturgesetzformulierung: "Handle so, als ob die Maximen deiner Handlung durch deinen Willen zu einem Naturgesetz werden solle."
Im kategorischen Imperativ beschreibt Kant das allgemeine Prinzip, nach dem jeder Mensch seine Handlungen moralisch beurteilen kann. Zur Verdeutlichung formuliert Kant den kategorischen Imperativ in den GMS in vier weiteren Fassungen. „Praktische Grundsätze sind Sätze, welche eine allgemeine Bestimmung des Willens enthalten, die mehrere praktische Regeln unter sich hat. Sie sind subjektiv oder Maximen, wenn die Bedingung nur als für den Willen des Subjekts gültig von ihm angesehen wird.“ In der praktischen Anwendung muss die gefundene Maxime in sich widerspruchsfrei sein und mit dem tatsächlichen Willen übereinstimmen. Kants Ethik ist also eine Pflichtethik im Gegensatz zu einer Tugendethik, die Aristoteles vertritt. Die konkrete Ausformulierung seiner Ethik nimmt Kant in der Metaphysik der Sitten vor, die sich in die beiden Hauptabschnitte über die Rechtslehre und über die Tugendlehre unterteilt. Weitere Aussagen zur praktischen Philosophie finden sich z. B. in der Anthropologie und in den Pädagogikvorlesungen.
Geschichte, Aufklärung und Religion
Kants dritte Frage „Was dürfen wir hoffen?“, beantwortet er in der Kritik der reinen Vernunft negativ. Nachdem Gott, die Unsterblichkeit der Seele und die Freiheit durch die Vernunft nicht zu beweisen sind, die Vernunft aber auch nicht das Nichtexistieren dieser Ideen beweisen kann, ist die Frage des Absoluten eine Glaubensfrage. „Ich musste das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen.“
Entsprechend kann man in der Geschichte keine göttliche Absicht finden. Geschichte ist ein Abbild des Menschen, der frei ist. Aufgrund dieser Freiheit kann man in der Geschichte keine Regelmäßigkeiten oder Weiterentwicklung etwa in Richtung Glückseligkeit oder Vollkommenheit erkennen, weil der Fortschritt keine notwendige Voraussetzung zum Handeln ist. Dennoch gibt es einen Plan in der Natur, d. h. Geschichte hat einen Leitfaden (ist teleologisch). Vernunft entwickelt sich im Zusammenleben der Menschen. Für dieses Zusammenleben hat der Mensch aus der Vernunft heraus das Recht geschaffen, das schrittweise die Gesellschaftsordnung immer mehr bestimmt. Dies führt am Ende zu einer vollkommenen bürgerlichen Verfassung, die Bestand hat, wenn auch zwischen den Staaten eine äußere Gesetzesmäßigkeit entstanden ist. Aus dieser „Geschichte in weltbürgerlicher Absicht“ ergibt sich für die Regierenden ein politischer Auftrag: „Hierauf aber Rücksicht zu nehmen, imgleichen auf die Ehrbegierde der Staatsoberhäupter so wohl, als ihrer Diener, um sie auf das einzige Mittel zu richten, das ihr rühmliches Andenken auf die spätere Zeit bringen kann: das kann noch überdem einen kleinen Bewegungsgrund zum Versuche einer solche philosophischen Geschichte abgeben.“
teleologisch
Dieses Selbstverständnis bestimmte auch Kants Haltung zur Aufklärung, die er als Bestimmung des Menschen ansieht.
Die Aufklärung wird eng mit dem Namen Kant verbunden. Berühmt ist seine Definition „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Anleitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude [wage es verständig zu sein]! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“ (Beantwortung der Frage: was ist Aufklärung? Berlinische Monatsschrift, 1784,2, S. 481-494).
Kant war optimistisch, dass das freie Denken, das sich insbesondere unter Friedrich dem Großen – wenn auch überwiegend auf die Religion bezogen – stark entwickelt hatte, dazu führt, dass sich die Sinnesart des Volkes allmählich verändert und am Ende sogar die Grundsätze der Regierung beeinflusst, den Menschen, „der nun mehr als Maschine ist, seiner Würde gemäß zu behandeln.“ Kant war ein starker Befürworter der französischen Revolution und stand auch zu dieser Haltung, obgleich er nach der Regierungsübernahme durch Friedrich Wilhelm II durchaus mit Sanktionen rechnen musste. Trotz zunehmender Zensur, oder vielleicht deswegen veröffentlichte Kant in dieser Zeit seine Religionsschriften. Gott lässt sich nicht beweisen. Doch konsequentes moralisches Handeln ist nicht möglich ohne den Glauben an Freiheit, Unsterblichkeit und Gott. Daher ist die Moral das Ursprüngliche und die Religion erklärt die moralischen Pflichten als göttliche Gebote. Die Religion folgte also dem bereits vorhandenen Moralgesetz. Um die eigentlichen Pflichten zu finden, muss man nun umgekehrt das Richtige aus den verschiedenen Religionslehren herausfiltern. Die tatsächlich praktizierte Ausübung der Religion mit all ihren Riten lehnte Kant als Pfaffentum strikt ab. Nach der Veröffentlichung der Religionsschrift 1794 erhielt Kant dann tatsächlich per Kabinettsorder das Verbot, weiter in diesem Sinne zu veröffentlichen. Kant beugte sich für die Regierungszeit des Königs, nahm aber seine Position nach dessen Tod in dem Streit der Fakultäten unvermindert wieder auf.
Ästhetik und Zwecke der Natur
Üblicherweise wird die Kritik der Urteilskraft (KdU) als drittes Hauptwerk Kants bezeichnet. In dem 1790 veröffentlichten Werk versucht Kant sein System der Philosophie zu vervollständigen und eine Verbindung der theoretischen Vernunft, die der Naturerkenntnis zugrunde liegt, einerseits, sowie der praktischen, reinen Vernunft, die zur Anerkennung der Freiheit als Idee und zum Sittengesetz führt, andererseits herzustellen. Das Gefühl der Lust und der Unlust ist das Mittelglied zwischen Erkenntnisvermögen und Begehrungsvermögen. Das verbindende Prinzip ist die Zweckmäßigkeit. Diese zeigt sich zum Einen im ästhetischen Urteil vom Schönen und Erhabenen (Teil I), und zum Anderen im teleologischen Urteil, das das Verhältnis des Menschen zur Natur bestimmt (Teil II). In beiden Fällen ist die Urteilskraft nicht bestimmend, wie in der theoretischen Vernunft, wo ein bestimmter Begriff unter einen allgemeinen Begriff gefasst wird, sondern reflektierend, wo also aus dem Einzelnen das Allgemeine gewonnen wird.
Die Bestimmung des Ästhetischen ist ein subjektiver Erkenntnisvorgang, in dem einem Gegenstand von der Urteilskraft das Prädikat schön oder nicht schön zugesprochen wird. Kriterien für Geschmacksurteile sind, dass diese unabhängig von einem Interesse des Urteilenden gefällt werden, dass diese Urteile subjektiv sind, also nicht einem Begriff untergeordnet werden, dass weiterhin das Urteil Allgemeingültigkeit beansprucht und dass schließlich das Urteil mit Notwendigkeit erfolgt. Wie in der Ethik sucht Kant nach den formalen Kriterien eines Urteils (nach den Bedingungen der Möglichkeit) und klammert die inhaltliche (materiale) Bestimmung des Schönen aus.
Im Gegensatz zum Schönen ist das Erhabene nicht an einen Gegenstand und seine Form gebunden. „Erhaben ist, was auch nur denken zu können ein Vermögen des Gemüths beweiset, das jeden Maßstab der Sinne übertrifft.“. Sowohl das Schöne als auch das Erhabene gefallen durch sich selbst. Aber das Erhabene erzeugt kein Gefühl der Lust, sondern Bewunderung und Achtung. Erhabenes in der Kunst ist für Kant nicht möglich, diese ist höchstens eine schlechte Nachahmung des Erhabenen in der Natur. „Schön ist das, was in bloßer Beurteilung (also nicht vermittelst der Empfindung des Sinnes nach einem Begriffe des Verstandes) gefällt. Hieraus folgt von selbst, dass es ohne alles Interesse gefallen müsse. Erhaben ist das, was durch seinen Widerstand gegen das Interesse der Sinne unmittelbar gefällt.“
In der teleologischen Urteilskraft wird die in der Natur liegende Zweckmäßigkeit betrachtet. Zweck ist dabei keine Eigenschaft von Gegenständen, sondern wird von uns gedacht und in die Objekte hineingelegt, er ist wie die Freiheit eine regulative Idee. Der von der Vernunft gedachte objektive Naturzweck eines Gegenstandes ergibt sich dabei aus dem Verhältnis der Teile und des Ganzen zueinander. Mit einem reinen Mechanismus können wir die Struktur eines Baumes und die Abgestimmtheit der Naturprozesse nicht erklären. Im Gegensatz zu einer Uhr ist ein Baum selbst reproduzierend. Wir sehen die Zusammenhänge der Naturdinge so als ob ein Zweck darin läge. Wir müssen uns allerdings hüten, die empfundene Zweckmäßigkeit der Natur mit der Religion begründen zu wollen. „Wenn man also für die Naturwissenschaft und in ihren Kontext den Begriff von Gott hereinbringt, um sich die Zweckmäßigkeit in der Natur erklärlich zu machen, und hernach diese Zweckmäßigkeit wiederum braucht, um zu beweisen, dass ein Gott sei: so ist in keiner von beiden Wissenschaften innerer Bestand.“(KdU §68)
Würdigkeit zum Glück
Kant beginnt seine Überlegungen zum Thema Glück mit einer umfassenden Kritik des Eudaimonismus. Der Begriff "Glückseligkeit"(= eudaimonia) beruht seiner Meinung nach auf unsicheren Erfahrungen und veränderbaren Meinungen. Aus diesem Mangel an Objektivität folgert er, dass ein an der eudaimonia ausgerichtetes Leben von eigenen Trieben, Bedürfnissen, Gewohnheiten und Vorlieben geprägt ist. Außerdem folgt für ihn aus der Vielfalt der subjektiven Meinungen über das menschliche Glück, dass keine objektiven Gesetze ableitbar sind. An die Stelle des Glücks setzt er in der Folge die "Würdigkeit zum Glück". Diese ist für den Menschen, als "Ding an sich", nur erreichbar, indem er sich den moralischen Gesetzen, also dem kategorischen Imperativ unterwirft. Durch das daraus folgende sittliche Verhalten erwirbt der Mensch dann die Würdigkeit zum Glück. Kant lässt aber offen, wie dieses Glück aussehen wird und wo es dem Menschen widerfährt. Im irdischen Leben ist seiner Meinung nach nur die "Selbstzufriedenheit" erreichbar. Darunter versteht er die Zufriedenheit des Menschen damit, dass er ein autonomes Leben führt, sich also an der Sittlichkeit orientiert. Obwohl Kant der Meinung ist, dass das eigene Glück für den Menschen nicht erreichbar ist, hält er es für menschliche Pflicht, das Glück anderer Personen zu fördern. Dies geschieht seiner Meinung nach durch Hilfsbereitschaft gegenüber Anderen und uneigennütziges Handeln in Freundschaft, Ehe und Familie. Es ist denkbar, dass Würdigkeit zum Glück meint, dass man durch sein Handeln würdig geworden ist, die Hilfe anderer auf dem Weg zum Glück in Anspruch zu nehmen.
Freiheit
Kant setzt sich mit den Meinungen englischer Aufklärungsphilosophen zur Willensfreiheit auseinander. Hume beispielsweise behauptet, dass der Mensch den gleichen Kausalketten unterworfen sei wie die Natur. Kant versucht nun den Widerspruch zwischen dem zeittypischen Denken in Kausalitätsketten und der Notwendigkeit des freien Willens als moralischer Instanz aufzulösen. Dazu betrachtet er den Mensch aus doppelter Perspektive. Zum Einen sieht er den Mensch als "Ding". Hier unterliegt er den Naturgesetzen, also dem Ursache-Wirkung-Prinzip. Als Ding wird er von Trieben, Instinkten, Gefühlen und Leidenschaften gesteuert. Seiner Meinung nach ist der Mensch als Vernunftwesen jedoch auch "Ding an sich", und gehört damit dem "Reich der Freiheit" an. Damit hat er die Möglichkeit der mechanischen Kausalität zu widerstehen, und sich an moralischen Prinzipien zu orientieren. Freiheit ist für ihn also nicht Willkür, sondern die Freiheit Gesetzen zu folgen, die sich die Vernunft selbst gegeben hat. Ein freier Wille ist für Kant also ein Wille unter sittlichen Gesetzen; Freiheit ohne diese freiwillige Unterwerfung ist für ihn keine Freiheit. Damit basieren moralisch schlechte Handlungen nicht auf Willensfreiheit, sondern sind durch die mechanische Kausalität bedingt. Die Würde des Menschen besteht, laut Kant, darin, dass er seinen Instinkten widersteht und selbst Ursache ist.
- Artikel, die sich primär mit Kants Philosophie befassen
- Artikel, die sich u. a. mit Kants Philosophie befassen
Rezeption
Artikel, die sich u. a. mit Kants Philosophie befassen
Kant galt schon zu Lebzeiten als herausragender Philosoph, so dass bereits in den 90er Jahren des 18. Jahrhunderts ein regelrechter Kantianismus entstand. Als Wegbereiter hervorzuheben sind Johann Schulz, Karl Leonhard Reinhold und auch Friedrich Schiller. Schnell kam es auch zu kritischen Stellungnahmen von rationalistischen Vertretern der Aufklärung. So nannte Moses Mendelssohn Kant einen, der alles zermalmt, oder August Eberhard gründete gar eine eigene Zeitschrift, in der er seine Kritik publizierte, auf die Kant explizit in der Schrift „Über eine Entdeckung, nach der alle neue Kritik der reinen Vernunft durch eine ältere entbehrlich gemacht werden soll“ einging.
Von größerer Bedeutung war die Kritik von Johann Georg Hamann und Johann Gottfried Herder, die Kant vorhielten, die Sprache als originäre Erkenntnisquelle vernachlässigt zu haben. Herder wies zudem darauf hin, dass der Mensch bereits im Zuge der Wahrnehmung „metaschematisiert“, was bereits Einsichten der Gestaltpsychologie vorweg nahm. Ein weiterer grundlegender Ansatz der Kritik kam von Friedrich Heinrich Jacobi, der sich an der Trennung der zwei Erkenntnisstämme stieß und deshalb „das Ding an sich“ verwarf.
Eine zweite Phase der Auseinandersetzung ging vom deutschen Idealismus und hier zunächst von Fichte aus, der ebenfalls die Anschauung als Erkenntnisquelle ablehnte und so zu seinem subjektiven Idealismus kam. Die negative Reaktion Kants kommentierte er abfällig. Ebenso wollten Schelling und Hegel Kant durch ihre absoluten Systeme überwinden und vollenden. Mit dem Tod Hegels kam es zu einem abrupten Ende des Idealismus, nicht aber in Hinblick auf dessen Weiterverarbeitung. Allerdings sind Arthur Schopenhauer, Max Stirner und Friedrich Nietzsche Reaktionen sowohl auf Hegel, dessen Absolutismus sie verwarfen, als auch auf Kant, weil sie einen Ausweg aus der desillusionierenden Erkenntnis der Endlichkeit des Menschen ohne Halt bei einem fassbaren Gott, ja sogar ohne Gewissheit der Freiheit, suchten.
Ein anderer Weg der Rezeption begann bei Jakob Friedrich Fries, Johann Friedrich Herbart und Hermann von Helmholtz, die Kant unter wissenschaftlichen – insbesondere psychologischen – Gesichtspunkten rezipierten. Mit Otto Liebmann begann der Neukantianismus in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts seine Wirkung zu entfalten, die die Diskussion bis in die Zeit des ersten Weltkrieges dominieren sollte. Die Hauptvertreter in der Marburger Schule waren Hermann Cohen und Paul Natorp mit einem stark wissenschaftsorientierten Ansatz sowie in der Badischen Schule Heinrich Rickert und Wilhelm Windelband mit wertphilosophischen und historischen Schwerpunkten. Allen gemeinsam ist die Kritik des a priori, das sie als metaphysisches Element bei Kant ansahen. Ihre Position war in vielem dem Idealismus zumindest eng verwandt. Anders war dies im Kritizismus von Alois Riehl und dessen Schüler Richard Hönigswald, der sich eng an Kant anlehnte und lediglich um eine Fortschreibung unter Berücksichtigung der Einsichten der modernen Wissenschaften bemüht war. Eigenständige Wege gingen Hans Vaihinger mit der Philosophie des „Als Ob“ sowie die ehemaligen Marburger Nicolai Hartmann mit einer Ontologie des kritischen Realismus und Ernst Cassirer mit der Philosophie der symbolischen Formen. Letzterer zeigte u.a., dass auch moderne mathematische und naturwissenschaftliche Theorien wie die Relativitätstheorie mit dem Kritizismus in Einklang gebracht werden können.
Ernst Cassirer
Im 20. Jahrhundert findet man keine Kant-Schulen mehr, aber dennoch ist (fast) jede Philosophie eine Auseinandersetzung oder ein Dialog mit Kant. Dies reicht von Charles S. Peirce über Georg Simmel, Edmund Husserl, Karl Jaspers, Max Scheler, Martin Heidegger, Ernst Bloch bis Theodor Adorno und Karl Popper ebenso wie in der analytischen Philosophie zu Quine mit seinen Kant Lectures und Peter Frederick Strawson mit einem viel beachteten Kommentar zur Kritik der reinen Vernunft. Der Erlanger Konstruktivismus lehnt sich eng an Kant an wie dieser auch bei Karl-Otto Apel mit seinem Ansatz zur Transformation der Transzendentalphilosophie oder Carl Friedrich von Weizsäcker einen wesentlichen Bezugspunkt ausmacht. In der 2. Hälfte des Jahrhunderts bildete sich immer mehr eine Gruppe von Philosophen heraus, die ihre philosophischen Positionen wieder unmittelbar im Sinne kritischer Rationalität an Kant anknüpften, wie Helmut Holzhey, Dieter Henrich, Günter Prauss, Norbert Hinske, Herbert Schnädelbach, Rainer Brandt oder Otfried Höffe. Auch in den USA gibt es entsprechende Vertreter wie Paul Guyer und Henry E. Allison. Hervorzuheben ist die Wiederbelebung der deontologischen Ethik, die durch John Rawls' Theorie der Gerechtigkeit einen erheblichen Impuls erhielt. Aber auch in der Ästhetik und in der Religionsphilosophie finden intensive Diskurse mit und über Kant statt.
Kant ist auch in der Gegenwart der am meisten rezipierte Philosoph. Dies zeigt sich an weit mehr als 1000 Monografien und Aufsatzsammlungen, die in seinem 200. Todesjahr 2004 erschienen wie auch an 1100 Teilnehmern am Kongress „Kant und die Berliner Aufklärung“ im Jahr 2000 (IX. Internationaler Kant-Kongress in Berlin). Es gibt die 1896 von Hans Vaihinger begründeten Kant-Studien mit jährlich ca. 25 Abhandlungen als Forum der 1904 im 100. Todesjahr gegründeten Kant-Gesellschaft, die Kant-Forschungsstelle an der Universität Mainz, ein Bonner Projekt zur elektronischen Veröffentlichung von Kants Schriften sowie das Marburger Kant-Archiv, das nach wie vor an der Komplettierung der Akademie-Ausgabe arbeitet. U.a. auch in Japan gibt es eine Reihe Kantianer und eine eigene Kant-Gesellschaft. In Tokio im Tempel der Philosophen hängt seit über 100 Jahren ein Bild mit dem Titel Die vier Weltweisen mit der Darstellung von Buddha, Konfuzius, Sokrates und Kant.
Werke
(unvollständig)
- 1755: Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels
- 1755: Meditationum quarundam de igne succincta delineatio (Dissertation über das Feuer)
- 1755: Neue Erhellung der ersten Grundsätze metaphysischer Erkenntnisse (Habilitation: Principiorum primorum cognitionis metaphysicae nova dilucidatio)
- 1756: Metaphysicae cum geometria iunctae usus in philosophia naturalis, cuius specimen I. continet monadologiam physicam (Lateinische Dissertation, auch kurz "Physische Monadologie" benannt)
- 1756: Neue Anmerkungen zur Erläuterung der Theorie der Winde
- 1762: Die falsche Spitzfindigkeit der vier syllogistischen Figuren
- 1763: Versuch, den Begriff der negativen Größen in der Weltweisheit einzuführen
- 1763: Untersuchung über die Deutlichkeit der Grundsätze der natürlichen Theologie und Moral
- 1763: Der einzig mögliche Beweisgrund zu einer Demonstration des Daseins Gottes
- 1764: Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und Erhabenen
- 1764: Über die Krankheit des Kopfes
- 1766: Träume eines Geistersehers, erläutert durch Träume der Metaphysik
- 1770: Über die Form und die Prinzipien der sinnlichen und intelligiblen Welt (Dissertation in Latein: De mundi sensibilis atque intelligibilis forma et principiis)
- 1775: Über die verschiedenen Rassen der Menschen
- 1781: 1. Auflage der Kritik der reinen Vernunft
- 1783: Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können
- 1784: Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht
- 1784: Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung – frei zugänglich bei http://www.digbib.org/Immanuel_Kant_1724/Was_ist_Aufklaerung DigBib.Org http://sources.wikipedia.org/wiki/Was_ist_Aufklärung%3F sources.wiki
- 1785: Grundlegung zur Metaphysik der Sitten
- 1786: Metaphysische Anfangsgründe der Naturwissenschaft
- 1786: Mutmaßlicher Anfang der Menschengeschichte
- 1787: 2., stark erweiterte Auflage der Kritik der reinen Vernunft
- 1788: Kritik der praktischen Vernunft
- 1790: Kritik der Urteilskraft
- 1793: Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft
- 1793: Über den Gemeinspruch: Das mag in der Theorie richtig sein, taugt aber nicht für die Praxis
- 1794: Das Ende aller Dinge (Religionsschrift)
- 1795: Zum ewigen Frieden. Ein philosophischer Entwurf
- 1797: Die Metaphysik der Sitten
- 1798: Der Streit der Fakultäten
- 1798: Anthropologie in pragmatischer Hinsicht abgefasst
- 1800: Logik – vom Schüler Jäsche nach Kants Vorlesungen erstellt
- 1802: Physische Geographie - vom Schüler Rink nach Kants Vorlesungen erstellt
- 1803: Über die Pädagogik - vom Schüler Rink nach Kants Vorlesungen erstellt
Kants Werke werden veröffentlicht in der "Akademie Ausgabe" der Preußischen Akademie der Wissenschaften, Berlin 1902ff (bisher 29 Bände)
Für das Studium geeignet und allgemein anerkannt ist die Ausgabe von Wilhelm Weischedel, Darmstadt (Wissenschaftliche Buchgesellschaft in sechs Bänden) 1956 - 1964 bzw. seitengleich Frankfurt (Suhrkamp in 12 Bänden)
Weiterhin gibt es eine Reihe Einzelausgaben in der "Philosophischen Bibliothek" (Meiner) mit kommentierenden Einleitungen. Preisgünstige Textausgaben sind darüberhinaus bei Reclam erhältlich.
Stand- und Denkmale
- Die 1864 in Königsberg enthüllte und 1945 (in der nach Kaliningrad umbenannten Stadt) abhanden gekommene Statue Immanuel Kants aus der Hand von Christian Daniel Rauch wurde auf Veranlassung und Kosten von Marion Gräfin Dönhoff nachgegossen und 1992 wieder aufgestellt
Siehe auch
- zentrale Termini wichtiger Philosophen und Epochen, Neukantianismus
- Religiösität bei Immanuel Kant
- Beziehung von Ding an sich und Erscheinung
- Subjekt
- Liste der Philosophen
Literatur
- Orlando Budelacci: Kants Friedensprogramm - das politische Denken im Kontext der praktischen Philosophie, Athena Verlag: Oberhausen 2003.
- Ernst Cassirer: Kants Leben und Lehre. 2. Aufl. Berlin 1921; Nachdruck Darmstadt 1994
- Rudolf Eisler: Kant Lexikon. Olms Hildesheim u. a. 1984 (ISBN 3487007444)
- Manfred Geier: Kants Welt. Reinbek 2005 (ISBN 3-499-61365-4)
- Volker Gerhardt: Immanuel Kant. Vernunft und Leben. Reclam Stuttgart 2002 (UB Nr. 18235)
- Jean Grondin: Kant zur Einführung, Hamburg: Junius, 2004, 3. Auflage, ISBN 3885063638
- Arsenij Gulyga: Immanuel Kant. Suhrkamp Frankfurt/M. 2004 (ISBN 3-518-45568-0)
- Dietmar Heidemann, Kristina Engelhard (Hrsg.): Warum Kant heute?. de Gruyter 2003
- Johannes Heinrichs, Das Geheimnis der Kategorien, Die Entschlüsselung von Kants zentralem Lehrstück, Berlin 2004; ISBN 3929010941
- Gregorianischen Kalenders (der 113. in Schaltjahren) - somit verbleiben noch 253 Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
- 1370 - In Paris erfolgt die Grundsteinlegung zum Bau der Bastille.
- 1401 - Gefangennahme Klaus Störtebekers.
Klaus Störtebeker
- 1500 – Pedro Álvares Cabral erreicht mit seiner Expedition als vermutlich erster Europäer die Küste des heutigen Brasilien.
- 1509 - Heinrich VIII. wird König von England.
- 1745 - Durch den Frieden von Füssen scheidet Bayern aus dem Österreichischen Erbfolgekrieg aus.
- 1809 - Schlacht von Eggmühl während der 5. Koalition der Napoleonischen Kriege.
- 1915 - Deutschland setzt in der Zweiten Flandernschlacht des 1. Weltkrieges bei Ypern in Belgien als erstes Land in der Geschichte Giftgas ein. 5.000 französische Soldaten werden sofort getötet, doppelt so viele schwerst verletzt.
- 1971 - Der Sohn des verstorbenen Diktators François Duvalier, Jean-Claude Duvalier, wird auf Lebenszeit als Präsident Haitis vereidigt.
- 1975 - Oberst Juan Alberto Melgar Castro wird in Honduras nach einem Putsch durch das Militär Staatspräsident.
- 1980 – In Liberia werden 13 Vertreter der zuvor von Samuel K. Doe durch einem Putsch abgesetzten Regierung erschossen.
- 1992 - Dr. Janez Drnovšek wird Ministerpräsident in Slowenien.
- 1996 - Aserbaidschan unterzeichnet in Brüssel das Partnerschafts- und Kooperationsabkommen mit der EU.
- 1996 - Umsturzversuch in Paraguay durch General Lino Oviedo. Danach im Exil in Brasilien.
- 1996 - Im Tschetschenienkrieg wird der tschetschenische Separatistenführer Dschochar Dudajew bei einem russischen Angriff getötet.
- 1997 - Das gewaltsame Ende einer Geiselnahme in der japanischen Botschafterresidenz in Lima (Peru) fordert 17 Menschenleben.
- 1997 - Bei einem Massaker in Südalgerien werden ca. 100 Menschen getötet.
- 2000 - Paul Kagame wird Staatspräsident von Ruanda.
- 2002 - Algerien unterzeichnet ein Assoziierungsabkommen mit der EU.
- 2005 - Das Amt des Director of Central Intelligence wird durch das des Director of National Intelligence in den USA ersetzt
Wirtschaft
Wissenschaft und Technik
Kultur
- 1978 - "Danton und Robespierre", eine Oper von John Eaton, wird an der Universät von Indiana in Bloomington uraufgeführt.
- 2004 - Im slowenischen Ljubljana wird ein Goethe-Instituts eröffnet.
Religion
- 1998 - Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und Sachsen-Anhalt.
Katastrophen
- 1974 - Tinga-Tinga, Bali, Indonesien. Eine Boeing 707 der PanAm prallt beim Landeanflug ca. 60 km nordwestlich vor dem Flughafen gegen einen Berg. Alle Personen sterben.
- 1980 - Das philippinische Fährschiff "Don Juan" sinkt nach der Kollision mit einem Tanker, wobei 313 Menschen sterben.
Sport
- Ereignisse aus dem Bereich der Formel 1 siehe dort.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 2001 - Hasim Rahman gewinnt den Box-Weltmeistertitel im Schwergewicht gegen Lennox Lewis in Carnival City, Südafrika, durch KO.
Geboren
Südafrika
Südafrika
Südafrika
Südafrika
- 596 - Kotoku, 36. Kaiser von Japan († 654)
- 1451 - Isabella I., die Katholische, Königin von Kastilien und Aragonien
- 1542 - Georg Rollenhagen, deutscher Schriftsteller, Pädagoge und Prediger
- 1592 - Wilhelm Schickard, deutscher Mathematiker
- 1610 - Alexander VIII., Papst von 1689 bis 1691
- 1628 - Georg Matthäus Vischer, Topograph und Geistlicher
- 1658 - Giuseppe Torelli, italienischer Violinist und Komponist
- 1692 - James Stirling, schottischer Mathematiker
- 1707 - Henry Fielding, britischer Schriftsteller
- 1724 - Immanuel Kant, deutscher Philosoph
- 1738 - Anna Elisabeth Luise von Brandenburg-Schwedt, Gattin des Prinzen Ferdinand von Preußen
- 1752 - Georg Joachim Göschen, deutscher Verleger
- 1757 - Alessandro Rolla, italienischer Violinist und Komponist
- 1766 - Madame de Staël, französisch-schweizerische Autorin
- 1768 - Friedrich David Gräter, Begründer der wissenschaftlichen Nordistik in Deutschland
- 1781 - Hermann Uber, deutscher Komponist und Kreuzkantor
- 1781 - José Madrazo y Agudo, spanischer Maler
- 1795 - Johann Friedrich Böhmer, deutscher Historiker († 1863)
- 1808 - Joseph Alexandre Martigny, französischer Archäologe
- 1811 - Ludwig Otto Hesse, Mathematiker
- 1840 - Odilon Redon, französischer Maler des Impressionismus
- 1853 - Alphonse Bertillon, französischer Kriminalist und Anthropologe
- 1854 - Henri La Fontaine, belgischer Politiker und Jurist (Friedensnobelpreis 1913)
- 1866 - Hans von Seeckt, Generaloberst der Reichswehr in Deutschland
- 1868 - Friedrich Münzer, klassischer Philologe
- 1870 - Wladimir Iljitsch Uljanow, genannt Lenin, russischer Revolutionsführer
- 1876 - Robert Bárány, ungarischer HNO-Arzt und Neurochemiker (Medizinnobelpreis 1914)
- 1884 - Otto Rank, österreichischer Psychoanalytiker
- 1887 - Harald Bohr, dänischer Mathematiker
- 1889 - Richard Glücks, Leiter der Inspektion der Konzentrationslager
- 1892 - Heinrich Gerns, deutscher CDU-Politiker und MdB
- 1894 - Georg Ulrich Handke, Minister für Innerdeutschen Handel und Außenhandel der DDR
- 1898 - Martin Loibl, deutscher Politiker
- 1899 - Wladimir Wladimirowitsch Nabokow, russisch-amerikanischer Schriftsteller und Literaturkritiker
- 1903 - Karl Eberhard Schöngarth, deutscher SS-Führer, Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD
- 1904 - Robert Oppenheimer, US-amerikanischer Physiker
- 1906 - Eddie Albert, US-amerikanischer Schauspieler
- 1906 - Anna Maria Bieganowski, deutsche Politikerin und MdB (WAV, Deutsche Partei)
- 1909 - Rita Levi-Montalcini, italienische Medizinerin (Medizinnobelpreis 1986)
- 1912 - Helmut Artzinger, deutscher Politiker und MdB
- 1912 - Kathleen Ferrier, britische Opernsängerin
- 1914 - Hans Baumann, deutscher Lyriker, Liedschreiber, Schriftsteller und Übersetzer
- 1914 - Karl Otto Götz, deutscher Maler
- 1914 - Michael Wittmann, Kompaniechef der schweren SS-Panzerabteilung 501
- 1916 - Yehudi Menuhin, US-amerikanischer, später britischer Violinist und Dirigent
- 1918 - Solomon Aaron Berson, US-amerikanischer Mediziner
- 1919 - Donald James Cram, US-amerikanischer Chemiker (Chemienobelpreis 1987)
- 1922 - Charles Mingus, US-amerikanischer Jazz-Musiker (Bassist)
- 1923 - Paula Fox, US-amerikanische Schriftstellerin
- 1926 - James Frazer Stirling, britischer Architekt
- 1929 - Michael Francis Atiyah, Mathematiker
- 1936 - Glen Campbell, US-amerikanischer Musiker
- 1937 - Jack Nicholson, US-amerikanischer Schauspieler
- 1939 - Theodor Waigel, deutscher CSU-Politiker und MdB, Bundesfinanzminister 1989-1998
- 1943 - Mel Carter, US-amerikanischer Musiker
- 1943 - Janet Evanovich, US-amerikanische Schriftstellerin
- 1946 - John Waters, US-amerikanischer Filmregisseur und Professor
- 1950 - Peter Carr, US-amerikanischer Musiker
- 1950 - Peter Frampton, britischer Rockmusiker
- 1951 - Paul Carrack, britischer Musiker
- 1952 - Manfred Boekker, deutscher Musiker
- 1954 - Ulla Burchardt, deutsche SPD-Politikerin und MdB
- 1957 - Donald Tusk, polnischer Politiker und Mitbegründer der Partei Platforma Obywatelska
- 1959 - Peter Druschel, deutscher Informatiker
- 1960 - Mart Laar, estnischer Historiker und Regierungschef
- 1962 - Jan Mike Ness, US-amerikanischer Musiker (Social Distortion)
- 1971 - Josia Thugwane, südafrikanischer Marathonläufer
- 1982 - Kaká, (richtiger Name: Ricardo Izecson dos Santos Leite) brasilianischer Fußballer
Gestorben
- 536 - Agapetus I., Papst
- 1566 - Diana von Poitiers, Mätresse Heinrichs II. von Frankreich
- 1592 - Bartolomeo Ammanati, italienischer Bildhauer und Baumeister
- 1699 - Hans Aßmann Freiherr von Abschatz, deutscher Barocklyriker
- 1782 - Josef Seger, böhmischer Komponist
- 1821 - John Crome, englischer Maler
- 1827 - Thomas Rowlandson, englischer Maler und Karikaturist
- 1833 - Richard Trevithick, britischer Erfinder und Maschinenbauer
- 1844 - Henri Montan Berton, französischer Komponist
- 1867 - Jean Elias Benjamin Valz, französischer Astronom
- 1876 - Elisabeth Maria, portugiesische Prinzessin, Regentin von portugal
- 1884 - Marie Taglioni, italienische Tänzerin
- 1892 - Edouard Lalo, französischer Komponist
- 1893 - Franziska Berg, deutsche Schauspielerin
- 1902 - Josef Schantl, Musiker, Hornist
- 1908 - Henry Campbell-Bannerman, britischer Politiker, Regierungschef
- 1930 - Jeppe Aakjaer, dänischer Schriftsteller
- 1933 - Frederick Henry Royce, englischer Techniker und Industrieller
- 1938 - Robert Seitz, deutscher Schriftsteller
- 1942 - Carl Dorno, deutscher Naturforscher
- 1944 - Edmund Schulthess, schweizerischer Politiker
- 1945 - Käthe Kollwitz, deutsche Grafikerin, Bildhauerin und Gegnerin des Nationalsozialismus
- 1946 - Lionel Atwill, US-amerikanischer Film- und Theaterschauspieler
- 1948 - Ili Kronstein, österreichische Malerin
- 1954 - Jörg Lanz von Liebenfels, Rasseideologe
- 1960 - August Friedrich Thienemann, deutscher Zoologe und Ökologe, Begründer der Limnologie
- 1963 - Wendelin Morgenthaler, ehemaliger Bundestagsabgeordneter der CDU
- 1965 - Renée Sintenis, deutsche Bildhauerin und Graphikerin
- 1967 - Iona Timofejewitsch Nikittschenko, sowjetischer Richter bei den Nürnberger Prozessen
- 1976 - Jeanne Mammen, deutsche Malerin
- 1980 - Fritz Straßmann, deutscher Naturwissenschaftler
- 1983 - Earl Hines, US-amerikanischer Musiker
- 1984 - Ansel Adams, US-amerikanischer Fotograf
- 1986 - Mircea Eliade, rumänischer Religionshistoriker, Essayist und Romancier
- 1988 - Tchicaya-U-Tam'si, kongolesischer Schriftsteller
- 1988 - Ulrich Leman, deutscher Maler
- 1989 - Emilio Segrè, US-amerikanischer Physiker und Nobelpreisträger
- 1993 - Bertus Aafjes, niederländischer Schriftsteller
- 1994 - Richard Nixon, US-amerikanischer Politiker und 37. US-Präsident
- 1995 - Don Pullen, US-amerikanischer Jazzpianist
- 1997 - Heinz Trökes, deutscher Maler und Grafiker
- 2003 - Felice Bryant, US-amerikanische Songschreiberin
- 2003 - Michael Larrabee, US-amerikanischer Leichtathlet und Olympiasieger
- 2004 - Richard Reichensperger, österreichischer Journalist und Literaturkritiker
- 2004 - Pat Tillman, US-amerikanischer Footballspieler
- 2004 - Concha Zardoya, spanische Dichterin
- 2005 - Erika Fuchs, deutsche Übersetzerin (Donald-Duck-Comics)
- 2005 - Philip Morrison, US-amerikanischer Physiker
Feier- und Gedenktage
- Soterus
- Tag der Erde
Siehe auch
- 21. April - 23. April
- 22. März - 22. Mai
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag
0422
ja:4月22日
ko:4월 22일
simple:April 22
th:22 เมษายน
1724
- 14. Januar: König Philipp V. von Spanien (1683–1746) dankt zugunsten seines Sohnes Louis ab, der aber schon am 31. August stirbt, Philipp übernahm die Krone wieder
- 28. Januar: Gründungsukas der Russischen Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg
- 1. April: Jonathan Swift veröffentlicht die "Drapiers Letters“
- 9. Mai: Baubeginn des Max-Clemens-Kanals in Münster mit erstem Spatenstich durch den Kölner Kurfürsten Clemens August
- 9. Mai: König Friedrich Wilhelm I. ordnet an, dass in Berlin „vor und an den Brücken über der Spree bei den Residentzien kein Floß-Holtz noch groß Schifs-Gefäß geleget werden soll“
- 11. Mai: Totale Sonnenfinsternis in der Schweiz und Süddeutschland
- 15. Mai: Gründung der Wittelsbacher Hausunion von den Kurfürsten von Bayern, der Pfalz, Trier und Köln
- 23. Juni: Der Vertrag von Konstantinopel wird von Persien, Russland und dem osmanischen Reich geschlossen
- 2. September: Vier Sylter Austernfischer ertrinken bei Hörnum
- 7. Dezember: Thorner Blutgericht. Ausschreitungen der Thorner Bürger gegen das Jesuitenkollegium wurden von der polnischen Regierung durch 14 Todesurteile und Zurückdrängung der evangelischen Mitbürger geahndet. Das Thorner Blutgericht erregte großes Aufsehen in Europa
- 9. Dezember: Premiere von Colley Cibbers (1671–1757) "Caesar in Aegypt“
- 24. Dezember: Benjamin Franklin (1706–1790) trifft in London ein
- Johann Christoph Sauer (1695–1757) wandert nach Amerika aus, wo er später die erste Bibel in deutscher Sprache herausgibt
- Großer Stadtbrand in Hollfeld, Einäscherung der gesamten oberen Stadt mit dem alten Pfarrhaus
- Extreme Trockenheit in der Schweiz von März bis Juni, Emme ist ausgetrocknet, Mühlen werden stillgelegt, Quellen versiegen
- Die Russische Akademie der Wissenschaften wird von Peter dem Großen per Erlass mit Sitz in St. Petersburg ins Leben gerufen
- Peter der Große ernennt seine Frau Katharina zur Mitregentin
- Die Kartoffel wird von Jonas Alströmer in Schweden eingeführt
- Die aus Amerika stammende Weiß-Esche wird in Europa eingeführt
- Johann Andreas Fabricius' „Philosophische Oratorie. Das ist: vernünftige Anleitung zur gelehrten und galanten Beredsamkeit“ erscheint
Kultur
- 14. Januar: Uraufführung des Dramas Il Vespasiano von Attilio Ariosti am King's Theatre in London
- 20. Februar: Uraufführung der Oper Giulio Cesare von Georg Friedrich Händel im King's Theatre, London
- 7. April: Uraufführung der Johannespassion von Johann Sebastian Bach in Leipzig
- 18. April: Uraufführung der Oper Calfurnia von Giovanni Bononcini am King's Theatre in London
- 18. April: Uraufführung der Oper Astianatte von Giovanni Bononcini am King's Theatre in London
- 28. August: Uraufführung der Oper Andromaca von Antonio Caldara am Teatro della Favorita in Wien
- 31. Oktober: Uraufführung der Oper Tamerlano von Georg Friedrich Händel im King's Theatre, London
- 4. November: Uraufführung der Oper Gianguir, imperatore del Mogol von Antonio Caldara am Hoftheater in Wien
- Der Patriot, eine bedeutende moralische Wochenschrift, erscheint im ersten Jahrgang in Hamburg
Religion
- 29. Mai: Wahl von Pietro Francesco Orsini zum neuen Papst Benedikt XIII. nach 70 Tagen Konklave
- 4. Juni: Inthronisation des neuen Papstes Benedikt XIII. (Amtszeit bis 1730)
- 9. Januar: Wilhelm Graf zu Schaumburg-Lippe, Heerführer im Siebenjährigen Krieg († 1777)
- 20. Januar: Philippe-Henri de Ségur, französischer General und Minister (†1801)
- 26. Februar: Gottfried Heinrich als fünftes Kind der Familie Bach († 1761)
- 7. März: Joseph Benda, böhmisch-deutscher Musiker († 1804)
- 22. April: Immanuel Kant, gilt als einer der bedeutendsten Philosophen († 1804)
- 29. April: John Michell, englischer Geologe und Naturphilosoph († 1793)
- 7. Mai: Dagobert Sigmund von Wurmser, österreichischer Feldmarschall († 1797)
- 22. Mai: Marc-Joseph Marion du Fresne, französischer Entdecker († 1772)
- 7. Juni: Franz Anton Maulbertsch, auch Maulpertsch, österreichischer Maler († 1796)
- 8. Juni: Jon Smeaton englischer Ingenieur († 1794)
- 19. Juni: Louise, Prinzessin von Dänemark (†1724)
- 30. Juni: Johann Julius Walbaum, deutscher Arzt und Naturforscher († 1799)
- 2. Juli: Friedrich Gottlieb Klopstock, deutscher Dichter († 1803)
- 18. Juli: Maria Antonia Walpurgis, Kunstmäzenin und Komponistin, Malerin und Dichterin († 1780)
- 25. August: Georg Stubbs, britischer Maler († 1806)
- 26. August: Johann Philipp Jakob von Horn-Goldschmidt, Generalvikar in Köln († 1796)
- 27. August: Hans Joachim Züblin Calvinist und Prediger in USA unter dem Namen John J. Zubly († 1781)
- 29. August: Friedrich Wilhelm Gottfried Arnd von Kleist, preußischer Generalmajor (†1767)
- 3. September: Guy Carleton, 1. Baron Dorchester, britischer General, und Gouverneur der Provinz Québec (†1808)
- 27. September: Anton Friedrich Büsching, Geograph († 1793)
- 11. Dezember: Kurfürst Karl Theodor von der Pfalz († 1799)
- 12. Dezember: Samuel Hood 1. Viscount Hood of Whitley, britischer Admiral († 1816)
- 13. Dezember: Franz Ulrich Theodosius Aepinius, deutscher Physiker († 1802)
- 24. Dezember: Johann Conrad Ammann, Schweizer Arzt, Naturalien- und Kunstsammler († 1811)
- 7. März: Innozenz XIII., Papst seit 1721 ( - 1655)
- 8. März: Enrico Zuccalli, eigentlich Johann Heinrich Zuccalli, schweizer Architekt, Baumeister ( - 1642)
- 22. April: Theodor Zwinger, Schweizer Arzt und Naturwissenschaftler ( - 1658)
- 21. Mai: Robert Harley, 1. Earl of Oxford and Mortimer, Britischer Politiker ( - 1661)
- 15. Juni: Henry Sacheverell englischer Politiker und Kirchenmann ( - 1674)
- 22. Juni: Johann Theile, deutscher Komponist, Musikpädagoge und Kapellmeister ( - 1646)
- 1. Juli: Johann Baptist Homann, deutscher Kartograph, Verleger und Kupferstecher ( - 1663)
- 11. Juli: Mary De la Riviere Manley, englische Schriftstellerin ( - 1663)
- 18. August: Johann Philipp Franz von Schönborn, Fürstbischof von Würzburg ( - 1673)
- 30. August: Joseph Faistenberger, österreichischer Maler ( - 1675)
- 31. August: Ludwig (Spanien), war im Jahr 1724 König von Spanien ( - 1707)
- 17. September: Glikl bas Judah Leib, deutsche Kauffrau ( - 1646)
- 29. Oktober: William Wollaston, englischer Philosoph ( - 1659)
- 16. November: Jack Sheppard, englischer Räuber wird hingerichtet ( - 1702)
- 20. Dezember: Louise, Prinzessin von Dänemark ( - 1724)
- Johann Konrad Ammann, Schweizer Arzt und Gehörlosenlehrer ( - 1669)
- John Abell, ein schottischer Komponist ( - 1652)
- Chikamatsu Monzaemon japanischer Schriftsteller ( - 1653)
ko:1724년
simple:1724
12. FebruarDer 12. Februar ist der 43. Tag des Gregorianischen Kalenders – somit bleiben 322 Tage (in Schaltjahren 323 Tage) bis zum Jahresende.
Ereignisse
- 1541 - Die heutige Hauptstadt Chiles, Santiago de Chile wird unter dem Namen Santiago de la Nueva Extremadura durch den Konquistador Pedro de Valdivia gegründet.
- 1736 – Nach dem Verzicht auf das Herzogtum Lothringen kann Franz I. Stephan die künftige Erzherzogin von Österreich und Königin Ungarns und Böhmens, Maria Theresia, heiraten.
- 1772 – Yves Joseph de Kerguelen de Trémarec entdeckt die Inselgruppe Kerguelen
- 1818 – Chile proklamiert seine Unabhängigkeit von Spanien.
- 1873 – Ausrufung der ersten spanische Republik durch die Nationalvertretung (Cortés)
- 1934 – Beginn des österreichischen Februaraufstandes zwischen Sozialdemokraten (Republikanischer Schutzbund) und Christdemokraten (Heimwehr) - siehe auch Austrofaschismus.
- 1945 – Abkommen von Varkiza, Entwaffnung und Demobilisierung der griechischen Volksbefreiungsarmee ELAS
- 1971 – Bhutan bekommt die volle Souveränität von Indien.
- 1983 – Das Grundgesetz der Niederlande, das in seinen Grundlagen auf der Verfassung der Jahre 1814 und 1848 beruht, wird den Erfordernissen der Gegenwart entsprechend abgeändert.
- 1992 – Friedenstruppen der Vereinten Nationen werden in Kroatien stationiert.
- 1992 – Neue, jetzt demokratische, Verfassung in der Mongolei
- 1997 – Ecuador. Fabian Alarcón Rivera wird Übergangspräsident bis zur Ausschreibung von Neuwahlen.
- 1999 – Freigabe des Wechselkurses des Sucre in Ecuador.
Wirtschaft
- 1971 – Rahmenabkommen über Entwicklungshilfe zwischen Deutschland und Ruanda
Wissenschaft, Technik
- 1941 – In London wird der erste Patient mit Penicillin behandelt.
- 2001 – Die US-amerikanische Raumsonde NEAR landet nach einem Jahr im Orbit um den Asteroiden Eros erfolgreich auf dessen Oberfläche.
Kultur
- 1863 – Uraufführung der Oper "The Armourers of Nantes" von Michael William Balfe im Covent Garden in London.
Religion
- 1985 – Das Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Saarland wird unterzeichnet.
Katastrophen
- 1944 – Bei der Versenkung des britischen Truppentransporters Khedive Ismail durch das japanische U-Boot I-27 im Indischen Ozean sterben 1.297 Menschen, nur 214 Überlebende werden gerettet. Ein Teil der Schiffbrüchigen stirbt wahrscheinlich durch die Detonationen der von den Geleitschiffen bei der Jagd auf das U-Boot abgeworfenen Wasserbomben. I-27 wird durch den Zerstörer HMS Petard mit der gesamten Besatzung von 99 Mann versenkt.
- 2002 – Iran. Absturz einer Tupolew 154 der Iran Air Tours in der Nähe von Chorramabad. Alle 118 Menschen an Bord sterben.
Sport
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
Geboren
Leichtathletik
Leichtathletik
Leichtathletik
- 1496 – Sebastian Schertlin von Burtenbach, deutscher Landsknechtsführer
- 1563 – Mutio Vitelleschi, italienischer Ordensgeneral
- 1567 – Thomas Campion, englischer Dichter und Komponist
- 1637 – Jan Swammerdam, niederländischer Wissenschaftler
- 1655 – Rudolf Jakob Camerarius, deutscher Botaniker
- 1685 – George Hadley, englischer Physiker und Meteorologe
- 1705 – Johann Elias Bach, deutscher Komponist
- 1706 – Johann Joseph Christian, deutscher Bildhauer und Holzschnitzer
- 1712 – Louis-Joseph de Montcalm, französischer General
- 1714 – Sebastian Sailer, deutscher Prämonstratenser, Prediger und Schriftsteller
- 1725 – Johann Jakob Dusch, deutscher Dichter
- 1740 – Madeleine S. Arnould, französische Sängerin
- 1753 – François-Paul Brueys d'Aigalliers, französischer Admiral
- 1768 – Franz II., habsburgisch römisch-deutscher Kaiser
- 1777 – Friedrich de la Motte Fouqué, deutscher Dichter der Romantik
- 1785 – Pierre Louis Dulong, französischer Physiker und Chemiker
- 1788 – Carl Reichenbach, deutscher Industrieller, Chemiker, Naturforscher und Philosoph
- 1791 – Peter Cooper, US-amerikanischer Industrieller, Erfinder und Philanthrop
- 1800 – John Edward Gray, britischer Zoologe
- 1804 – Heinrich Friedrich Emil Lenz, deutscher Physiker
- 1804 – Jan A. Krusemann, niederländischer Maler
- 1809 – Abraham Lincoln, 16. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika
- 1809 – Charles Darwin, britischer Naturforscher (Begründer der modernen Evolutionstheorie)
- 1812 – Hermann Goedsche, deutscher Schriftsteller
- 1813 – James Dwight Dana, US-amerikanischer Geologe, Mineraloge und Zoologe
- 1813 – Otto Ludwig, deutscher Schriftsteller
- 1814 – Jenny Marx, deutsche Sozialistin und Ehefrau von Karl Marx
- 1821 – Auguste Edouard Mariette, französischer Ägyptologe
- 1828 – George Meredith, englischer Lyriker und Schriftsteller
- 1837 – Ludwig Börne, deutscher Schriftsteller
- 1838 – Kaspar Kögler, deutscher Maler und Schriftsteller
- 1847 – Philipp zu Eulenburg, deutscher Diplomat
- 1851 – Eugen von Böhm-Bawerk, österreichischer Nationalökonom
- 1856 – Eduard Freiherr von Böhm-Ermolli, österreichischer Heerführer im Ersten Weltkrieg
- 1857 – Eugène Atget, französischer Fotograf
- 1861 – Lou Andreas-Salomé, deutsch-baltische Schriftstellerin und Psychoanalytikerin
- 1869 - André Pirro, französischer Musikwissenschaftler
- 1870 – Horatio Scott Carslaw, schottischer Mathematiker
- 1870 – Hugo Stinnes, deutscher Großindustrieller und Politiker
- 1872 – Diedrich Speckmann, deutscher Schriftsteller
- 1872 - Conrad Heese, deutscher Rechtsanwalt und Justizrat
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