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ImplantatEin Implantat ist ein im Körper eingepflanztes künstliches Material, welches permanent oder zumindest für einen längeren Zeitraum dort verbleiben soll. Dabei unterscheidet man häufig nach medizinischen, plastischen und funktionellen Implantaten.
Medizinische Implantate
Sie haben die Aufgabe, Körperfunktionen zu unterstützen oder zu ersetzen. Je nach Funktion werden sie auch als implantierte Prothese bezeichnet. Bekannte Vertreter sind zum Beispiel:
- Herzschrittmacher,
- Hirnschrittmacher (bei Parkinson)
- Herzimplantat (künstliches Herz)
- Cochleaimplantat
- in der Zahnmedizin finden Implantate als Befestigungsanker für künstliche Zähne, Brücken oder Gebisse Anwendung.
- Implantate, die dazu dienen, ein Depot eines Arzneistoffs zu bilden (z. B. bei Kontrazeptiva). Diese werden nach Verbrauch ersetzt.
- verschiedene Formen des Gelenkersatzes
- in der Unfallchirurgie verwendete Materialien zur operativen Behandlung von Knochenbrüchen
- in der Neurochirurgie werden individuelle Schädelrekonstruktionen aus Titan als Knochenersatz für Schädeldefekte nach Trepanation oder Resektion verwendet
- Schwellkörperimplantat
Plastische Implantate
Plastische Implantate werden in der plastischen Chirurgie zum Beispiel als Ersatz für zerstörte Körperteile oder auch als Vergrößerung von vorhandenen Körperteilen verwendet. Die bekanntesten Implantate sind Brustimplantate zur Brustvergrößerung.
In der Zahnmedizin werden Zahnimplantate verwendet. Das sind künstliche Zahnwurzeln aus Titan, die in der Regel in den Kieferknochen (ennossale Implantate) eingedreht werden und sich je nach Knochenqualität innerhalb von 3 bis 6 Monaten mit dem umgebenden Knochen verbinden (Osseointegration). Auf die Implantate können dann Zahnkronen geschraubt oder zementiert werden. Ebenso können Druckknöpfe oder Stege aus Gold an den Implantaten befestigt werden, die die Verankerung der Prothese (Teil- oder Totalprothese) ermöglichen.
Funktionelle Implantate
Sie dienen z. B. der Überwachung von Tieren oder Menschen, indem RFID-Chips unter die Haut verpflanzt werden.
Siehe auch
Prothese, Transplantation, Implant
Kategorie:Medizintechnik
Kategorie:Zahnmedizin
Kategorie:Chirurgie
ProtheseEine Prothese (griech. "Vorsatz") bezeichnet in der Medizin den Ersatz von Gliedmassen, Organen oder Organteilen durch künstlich geschaffene, funktionell ähnliche Produkte. Befindet sich die Prothese außerhalb des Körpers, spricht man von einer Exoprothese (wie z.B. bei künstlichen Gliedmassen), andernfalls von einer Endoprothese oder einem Implantat. Künstliche Hüftgelenke sind z.B. klassische Endoprothesen.
Geschichte
Die ersten einfachen Prothesen für Gliedmaßen gab es schon 2000 v. Chr. in Ägypten. Ab dem Mittelalter verwendete man Prothesen aus Holz oder Eisen. Für die vielen verstümmelten Opfer des Ersten und Zweiten. Weltkrieges, denen z.B. Gliedmassen abgerissen wurden, wurden die ersten modernen Prothesen, die auch einfache Bewegungen ermöglichten, entwickelt.
Führende Chirurgen wie Ferdinand Sauerbruch oder Konrad Biesalski erfanden Prothesen wie den so genannten Sauerbruch-Arm bzw. die Fischer-Hand, die wegen der Kosten jedoch nur wenigen Versehrten ein Handicap-freies Leben ermöglichten.
Moderne Prothesen
Während mit den ersten Prothesen kaum Funktionen des ursprünglichen Organs oder Körperteils hinreichend ersetzt wurden (man denke an Glasaugen) ermöglichen heute mikroprozessorgesteuerte Arm- oder Bein-Prothesen komplexere Bewegungen und sportliche Betätigung. Meist besteht die Aussenhaut heutiger Prothesen aus Silikon, welches robuster ist und der Haut mehr ähnelt als andere Stoffe, wie Holz oder Leder- Stahlprothesen. Die Kniegelenk-Unterschenkelkonstruktion besteht bei leichten Prothesen aus einem Rohrskelett. Dennoch kommen ältere Techniken noch zum Einsatz, in Abhängigkeit von der physischen und psychischen Befindlichkeit des Patienten. Nicht unberücksichtigt bei der Auswahl der Versorgung darf der Beruf des Patienten dabei bleiben, weil durch berufsspezifische Belastungen auch entsprechende Belastungen auf die Prothese einwirken können.
Prothesen ersetzten aber auch Sinnesorgane wie Gehörknöchelchen, Gelenke, Herzklappen und sogar das gesamte Herz. Derzeit wird daran geforscht, mittels tissue engineering aus eigenem Gewebe "Ersatzteile" wie zum Beispiel Herzklappen zu züchten. Diese als Implantat verwendeten Prothesen fallen unter die Kategorie Endoprothese.
Zahnprothesen werden in Totalprothesen und Teilprothesen unterteilt.
Epithesen u.a. dienen den Ersatz von Weichteilgeweben (zum Beispiel Nasenteilen nach Tumoroperation).
siehe auch
- Orthese
Literatur
- Zur Geschichte der Prothetik: Martin Friedrich Karpa: Die Geschichte der Armprothese unter besonderer Berücksichtigung der Leistung von Ferdinand Sauerbruch. Dissertationsschrift als [http://www-brs.ub.ruhr-uni-bochum.de/netahtml/HSS/Diss/KarpaMartinFriedrich/diss.pdf Volltext] (PDF, 4,65 MB)
Kategorie:Medizintechnik
Kategorie:Orthopädie
Kategorie:Hilfsmittel
Parkinson-KrankheitDie Parkinson-Krankheit (eigentlich korrekterweise Parkinson-Syndrom) ist eine meist langsam fortschreitende neurologische Erkrankung des Gehirns. Sie wird auch als Morbus Parkinson, Paralysis agitans oder Schüttellähmung bezeichnet.
Sie wurde nach dem englischen Arzt Dr. James Parkinson benannt, der die Symptome der Erkrankung erstmals klar und ausführlich beschrieben hat.
Geschichte
James Parkinson (1755-1824) veröffentlichte 1817 seine Monografie [http://visualiseur.bnf.fr/Visualiseur?Destination=Gallica&O=NUMM-98765 An Essay on the Shaking Palsy] (Eine Abhandlung über die Schüttellähmung). Er beschrieb darin die Symptome dieser Erkrankung wie folgt:
- Unwillkürlicher Ruhetremor (Zittern der Extremitäten im Ruhezustand)
- Nachlassen der Muskelkraft
- Nach vornüber gebeugter Rumpf
- Propulsion (Gehstörung mit der Tendenz, nach vorne zu fallen)
- Keine Störung des Bewusstseins und der Intelligenz
Er wies darauf hin, dass die Krankheit fast unmerklich beginnt und langsam fortschreitet.
Wegen des Zitterns nannte Parkinson die Krankheit "shaking palsy", was für "Schüttellähmung" (paralysis agitans) steht. Was Parkinson als Lähmung bezeichnete, ist allerdings eine Bewegungsarmut, genannt Akinese, und keine echte Lähmung.
Häufigkeit und Ursachen
Die idiopathische Form (d.h. ohne bekannte Ursache) ,auch als Parkinson´sche Krankheit oder Morbus Parkinson bezeichnet, zählt zu den weltweit häufigsten neurologischen Erkrankungen. Sie trifft etwa 1% bis 5% der Personen in der zweiten Lebenshälfte. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen. In Deutschland sind etwa 0,1% bis 0,3% der Bevölkerung erkrankt.
Die Parkinson-Krankheit beginnt hauptsächlich zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr und verläuft meist langsam fortschreitend. Früherkrankungen sind auch schon vor dem 40. Lebensjahr möglich.
Morbus Parkinson ist eine degenerative Erkrankung des Extrapyramidal-motorischen-Systems (EPS) bzw. der Basalganglien. Diese Anhäufungen von Nervenzellen steuern die automatischen Bewegungen - Gehen, Laufen, Springen, Schwimmen - und die aufrechte Körperhaltung. Es handelt sich um einen selektiven (abtrennenden), progredienten (fortschreitenden) Untergang von melaninhaltigen Dopamin-produzierenden Neuronen (Nervenzellen) in der Substantia nigra (auch Nucleus niger, "schwarzer Kern") mit konsekutivem Dopaminmangel in den Stammganglien. Durch den Mangel an Dopamin kommt es zu einem relativen Acetylcholinüberschuss. Zudem zeigt sich in einigen Regionen des Hirnstammes ein Serotonin- und Noradrenalinmangel. Die genannten Stoffe dienen als Botenstoffe, sogenannte Neurotransmitter, um Reize zwischen den Nerven weiterzuleiten. Sind diese Neurotransmitter nicht ausreichend vorhanden, kommt es zu massiven Einschränkungen, hier im Bereich der Motorik, sowie im psychischen, sensorischen und vegetativen Bereich.
Neben der idiopathischen Parkinson-Krankheit sind als weitere (erheblich seltenere) Formen der enzephalitische Parkinsonismus, das medikamentös-toxisch induzierte, das vaskulär bedingte, das posthypoxische und das traumatische Parkinson-Syndrom zu erwähnen.
Durch das Auftreten im hohen Lebensalter sind oft gleichzeitig andere Krankheiten vorhanden (Multimorbidität), die die Erkennung des Parkinsonismus eventuell erschweren. Diese Krankheit wird dadurch eventuell verschleiert und erst spät einer Therapie zugeführt. Umgekehrt kann der Verlauf der anderen Krankheiten durch die M. Parkinson ungünstig beeinflusst werden.
Symptome
Neben den drei Leitsymptomen Rigor (Muskelsteifheit, Rigidität), Ruhetremor (rhythmisches Schütteln von Armen und Beinen im Ruhezustand) und Akinese (allgemeine Bewegungsarmut, auch Bradykinese oder Hypokinese genannt) kommt es auch zu einer Störung der Stellreflexe: Die Bewegungen des Erkrankten sind gebunden, die Haltung nach vorne über gebeugt, der Gang kleinschrittig, die Wende mit Zwischenschritten, und der Stand oft unsicher, einhergehend mit erhöhter Fallneigung. Die Leitsymptome müssen nicht alle gleichzeitig auftreten. Bereits eines sollte als Alarmzeichen ernstgenommen werden.
Eine Grafik eines typischen Parkinsonpatienten findet sich unter [http://www.altenpflegeschueler.de/krankheiten/parkinson-2.php].
Neben Hypomimie (herabgesetzte mimische Bewegungen) fällt auch oft eine leise, wenig modulierte Sprache auf.
Es zeigen sich phasenhaft niedergedrückte Stimmung, Angst und Unlust, Schlafstörungen, Störungen im Temperaturempfinden, Schweißausbrüche, vermehrte Talgproduktion mit Bildung eines salbenartigen Gesichtsausdruck (Hyperseborrhö), vermehrter Speichelfluss (Hypersalivation), Maskengesicht (Amimie) und Bradyphrenie (geistige Verlangsamung).
Den motorischen Symptomen geht bei ca. 40% der Patienten eine Depression voraus.
Behandlung
Eine Behandlung der Krankheitsursache gibt es derzeit nicht. Man kann jedoch die Symptome der Parkinson-Krankheit abschwächen und ihren Verlauf verzögern.
Dies geschieht hauptsächlich durch die Gabe von L-Dopa, einer Vorstufe des Dopamins. Dieser ist es - im Gegensatz zum Dopamin selbst - möglich, die Blut-Hirn-Schranke zu durchqueren. Leider treten nach mehrjähriger Einnahme von L-Dopa teilweise gravierende Nebenwirkungen wie z.B. unwillkürliche Bewegungen, sogenannte Dyskinesien, auf.
Eine andere Möglichkeit ist die Gabe von Dopamin-Agonisten; diese Medikamente wirken an den Dopamin-Rezeptoren und ahmen die Wirkung von Dopamin nach.
Mit sogenannten MAO-B-Hemmern wird der Abbau von Dopamin verlangsamt, so dass eine höhere Dopamin-Konzentration im Gehirn vorhanden ist (Monoaminooxidase ist ein Enzym, das für den Abbau von Dopamin im Gehirn sorgt). Eine weitere neuere Medikamentengruppe sind die sogenannten Reuptake-Hemmer, die die Wiederaufnahmerate ausgeschütteten Dopamins reduzieren. In früheren Jahren häufig bei Tremor eingesetzt, heute jedoch wegen ihrer ungünstigen Nebenwirkungen auf die kognitive Leistungsfähigkeit meist nicht mehr verordnet, waren die Anticholinergika.
Hemmstoffe der Catechol-O-Methyltransferase, sogenannte COMT-Hemmer sind eine neue Klasse von Arzneimitteln. Diese Wirkstoffe katalysieren den Abbau der Dopaminvorstufe L-Dopa zu inaktiven Metaboliten. Dadurch erhöhen sie bei der gemeinsamen Einnahme mit Levodopapräperaten die Verfügbarkeit von Levodopa um 40-90% und verlängern seine Eliminationshalbwertszeit.
Viele Betroffene durchlaufen in mehrjährigen - in Spätstadien auch kürzeren - Abständen Probephasen, um ihre Medikation der fortgeschrittenen Krankheit optimal anzupassen. Die häufigsten Medikamente sind:
L-Dopa-Präparate
Levodopa-ratiopharm comp. 200/50
L-Dopa-Präparat mit Decarboxylasehemmer (eine Tablette enthält Levodopa 200mg und 50mg Carbidopa-Monohydrat (entspricht 50mg Carbidopa)).
90% des zugeführten L-Dopa werden ohne Decarboxylasehemmer bereits im Gewebe umgewandelt und gelangen so nicht bis in das Gehirn. Durch Carbidopa als Decarboxylasehemmer ist eine enorme Dosisreduzierung und eine verbesserte Verträglichkeit möglich.
Bei Akinese ist dies das Mittel der Wahl. Bei mehrjähriger Behandlung kommt es zu Schwankungen der Wirksamkeit ("End of dose-Akinese", "On-Off-Phänomene").
Madopar
L-Dopa-Präparat (Levodopa und peripherer Decarboxylasehemmer Benseracid) in verschiedenen Dosierungen und Darreichungsformen.
Madopar war das erste gut wirksame L-Dopa-Präparat (1968), das bis in die 1990er Jahre als Alleinpräparat in der Frühphase der Erkrankung verordnet wurde. Aufgrund der nach einigen Jahren auftretenden Dyskinesien wird es heute wesentlich sparsamer und meist in Kombination mit nicht-L-Dopa-Präparaten verordnet.
Nacom 100
L-Dopa-Präparat und Decarboxylasehemmer (eine Tablette enthält Levodopa 100mg und 27mg Carbidopa 1 H2O (entspricht 25mg Carbidopa)). Auch als Nacom 200 erhältlich.
Als Zusatzbehandlung von Morbus Parkinson bei Patienten, bei denen unter Behandlung mit Levodopa in Kombination mit einem Decarboxylasehemmer oder Levodopa alleine Phasen der Beweglichkeit abwechselnd mit Phasen der Unbeweglichkeit auftraten.
Nacom 100 Retard
Siehe Nacom 100, nur als Retardpräparat mit verzögertem Wirkungseintritt und längerer Wirkungsdauer.
Dopaminagonisten
Cabaseril
Dieses , den Wirkstoff Cabergolin enhaltene Präperat, war der im Jahre 2004 am häufigst verschriebene Dopaminantagonist.
Sifrol
Der Wirkstoff Pramipexol ist ein Dopaminagonist ohne Decarboxylasehemmer. Pramipexol hat, im Gegensatz zu den meisten Vertretern der Gruppe der Dopaminagonisten keine Ergolin-Struktur und damit keine entsprechenden Nebenwirkungen (z.B. viszerale Ergüsse und Fibrosen).
Parkotil 0,25
Dopaminagonist für die Zusatzbehandlung des Morbus Parkinson mit Levodopa oder Levodopa/ Decarboxylasehemmer (eine Tablette enthält 0,326mg Pergolidmesilat (entspricht 0,25mg Pergolid)). Der Wirstoff stimuliert direkt prä- und postsynaptische Dopaminrezeptoren. D1- und D2- Rezeptoren "ahmen" Dopamin nach und es kommt zur Stimulation des Rezeptors.
Parkotil bewirkt eine Reduktion der Levodopa-Nebenwirkungen und verlängert die Wirkung des Levodopa.
Die Substanz ist ein Mittel der zweiten Wahl, d.h. es sollte nur dann eingesetzt werden, wenn andere Medikamente keinen Erfolg bringen. Als Nebenwirkung kann nämlich, wenn auch selten, eine Fibrosierung (Verhärtung) der Herzklappen auftreten.
COMT-Hemmer
Der Wirkstoff Entacapon wird in Deutschland unter dem Markennamen Comtess, in Österreich und der Schweiz unter Comtan vertrieben.
Sonstige
Oxazepam AL 10
Wirkstoff Oxazepam 10mg aus der Gruppe der Benzodiazepine, dient u.a. zur Behandlung von symptomatischen Schlafstörungen.
Clonazepam
ein Benzodiazepin, dient der Behandlung der REM-Schlaf-Störung, eine häufig mit dem M. Parkinson einhergehenden Schlafstörung
Weitere erwähnenswerte Behandlungsmethoden:
Tiefenhirnstimulation
Seit Jahren werden auch chirurgische Behandlungsmöglichkeiten eingesetzt. Eine sehr erfolgreiche Methode ist die Tiefenhirnstimulation, bei der dem Patienten ein "Hirnschrittmacher" eingesetzt wird. Er sendet über dünne Drähte elektrische Impulse in die Hirnregionen Nucleus subthalamicus und Globus pallidus, die überaktive Fehlimpulse unterdrücken. Dieses Verfahren kommt als eine späte Therapiemöglichkeit bei schweren Dyskinesien und schweren tremorbetonten Parkinson-Syndromen in Frage, wenn die medikamentöse Therapie ihre Grenzen erreicht hat.
Diese Operation dauert rund 6 - 10 Stunden, wobei der Patient nur eine lokale Betäubung bekommt um den perfekten Sitz des Stimulators zu ermitteln. Während dieser Op sind auch Physiotherapeuten anwesend, welche die Extremitäten des Patienten immer wieder durchbewegen, da dieser während der Op absolut stillliegen muss.
Implantation fetalen Hirngewebes
Im Versuchsstadium und ethisch umstritten ist die Transplantation fetalen Hirngewebes in die durch Nervenzellverlust geschädigte Hirnregion. Erste Therapieberichte sind widersprüchlich. Die Ergebnisse der bisherigen Studien wirkten anfangs vielversprechend, doch in einer Studie traten bei 15 % der Patienten starke Nebenwirkungen auf, bei einigen nach etwa einem Jahr starke, unkontrollierbare Bewegungen. Ethisch problematisch ist die Gewinnung der Nervenzellen aus abgetriebenen Föten. Auch besteht ein gewisses Risiko unbegrenztes Wachstum der implantierten Zellen auszulösen.
Bewegung, Krankengymnastik, Ergotherapie, Logopädie
Neben der Medikamention spielen Krankengymnastik und ausreichende Bewegung eine entscheidende Rolle für den Erhalt der persönlichen Mobilität. Wichtig für Erkrankte ist auch eine logopädische Unterstützung, um die oft leise und verwaschene Aussprache zu verbessern und so der sozialen Isolation entgegenzuwirken.
Akupunktur
Der Einsatz von Akupunktur bei Parkinson erfolgt unter zwei entscheidenden Voraussetzungen: 1. Von einer "Heilung" kann auf keinen Fall die Rede sein, allenfalls von einer Besserung einiger Symptome. 2. Die Methode ist experimentell und es gibt keine gesicherten Erkenntnisse zur Wirksamkeit.
Betroffenenberichte sprechen von einer teils erheblichen Verbesserung der Beweglichkeit und der Mimik. Diese Jahrtausende alte Heilkunst wird in Asien von Ärzten ganz selbstverständlich u.a. gegen Lähmungen eingesetzt.
Die HORA Methode
Die HORA Methode vereint ausgesuchte Atmungs- und Entspannungsübungen mit funktioneller Bewegungsgymnastik, die individuell auf den Patienten abgestimmt werden.
Bisher konnten mit dem System der HORA Methode bei 97% aller behandelten Betroffenen deutliche Erfolge erzielt werden. Besonders die Meisterung alltäglicher Aufgaben (z.B. Gehen, Umdrehen, Gleichgewichtsgefühl, Schuhe binden, Aufstehen, Getränke einschenken, Blockaden lösen…) konnte maßgeblich verbessert werden. Selbst Patienten, die im Rollstuhl saßen, konnten nach ca. 3 Wochen wieder gehen.
Bekannte Erkrankte
- Muhammad Ali
- Claus von Amsberg
- Fidel Castro
- Salvador Dalí
- Fredl Fesl
- Michael J. Fox
- Billy Graham
- Raimund Harmstorf
- Katharine Hepburn
- Wilhelm von Humboldt
- Deborah Kerr
- Arthur Koestler
- Alois Mock
- Papst Karol Józef Wojtyła - Johannes Paul II.
- Vincent Price
- Pierre Trudeau
- Deng Xiaoping
Atypische Parkinson-Syndrome
Es gibt Krankheiten, die der Parkinsonschen Erkrankung ähneln und deren Ursache ebenfalls in einem Verfall von Nervenzellen im Bereich der Basalganglien im Gehirn liegt. Man nennt sie atypische Parkinson-Syndrome oder auch Parkinson-Plus: Menschen, die an diesen Krankheiten leiden zeigen neben der Parkinson-Symptomatik weitere Symptome. Die häufigsten Krankheiten aus dem Bereich der atypischen Parkinson-Syndrome sind folgende:
- Multi-System-Atrophie (MSA)
- Progressive Supranukleäre Blickparese (PSP, auch: Steele-Richardson-Olszewski-Syndrom)
- Kortikobasale Degeneration
- Olivopontocerebelläre Atrophie (OPCA)
- Primäre, orthostatische Hypotension (Shy-Drager-Syndrom)
Die atypischen Parkinson-Syndrome sind vergleichsweise selten. Allerdings gibt es eine hohe Dunkelziffer, eben weil diese Krankheitsbilder selten sind und die Patienten oft fehldiagnostiziert werden (als Morbus Parkinson, Morbus Alzheimer oder auch Depression). In Autopsien stellte sich z.B. die Lewy-Körperchen-Erkrankung (engl. Lewy body disease) als Ursache von ca. 50% der klinisch als "typisch" diagnostizierten Parkinson-Syndrome heraus.
Literatur
Gerd A. Fuchs: Die Parkinsonsche Krankheit. Ursachen und Behandlungsformen. C.H. Beck Verlag, 2002, ISBN 3406480012
Weblinks
- [http://www.parkinson-web.de/ Parkinson-Web.de: Informationen/Symptome/Medikamente]
- [http://www.kompetenznetz-parkinson.de/ Kompetenznetz Parkinson: Internet-Portal für Patienten, Angehörige und Ärzte]
- [http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/030-010.htm Leitlinien Parkinson-Syndrome der Deutschen Gesellschaft für Neurologie]
- [http://www.parkinson-vereinigung.de/ Deutsche Parkinson Vereinigung]
- [http://www.parkinson-selbsthilfegruppe.de/ Selbsthilfegruppe im Internet Paol]
- [http://www.parkinson.at/ Österreichische Parkinson Gesellschaft]
- [http://www.parkinson.ch/ Schweizerische Parkinsonvereinigung (SPaV)]
- [http://www.parkinson-net.de/ Parkinson-Netz]
- [http://www.parkinson-gesellschaft.de/ Deutsche Parkinson Gesellschaft]
- [http://www.wissenschaft.de/wissen/news/254980.html www.wissenschaft.de: Unerwarteter Erfolg bei umstrittener Parkinson-Therapie mit dem experimentellen wirkstoff GDNF]
- [http://www.hora-methode.de/ Die HORA Methode nach Peter Hornung]
Kategorie:Syndrom
Kategorie:Neurologie
ja:パーキンソン病
ko:파킨슨씨 병
ms:Penyakit Parkinson
HerzimplantatEin Kunstherz (künstliches Herz oder Herzimplantat) wird in den Körper von Patienten mit unheilbaren Herzerkrankungen (Herzinsuffizienz) eingesetzt. Zur Zeit wird dies vor allem dann in Erwägung gezogen, wenn ein geeignetes Herztransplantat (Spenderherz) nicht zur Verfügung steht. Einige Modelle sollen dabei das kranke Herz des Patienten vollständig ersetzen, welches dann entfernt wird.
Einige Modelle arbeiten lediglich unterstützend und das eigene Herz verbleibt im Körper.
Herzimplantate unterscheiden sich von externen Herzlungenmaschinen. Während die Herzlungenmaschine, meist für einige Stunden, während Dauer von Operationen, die Funktion von Herz und Lunge ersetzt, nur an einer Stellen in den Blutkreislauf des Patienten eingeschaltet wird, muss ein nicht nur einseitig unterstützendes künstliches Herz sowohl mit dem Körperkreislauf als auch mit dem Lungenkreislauf verbunden werden.
Herzimplantate können dagegen wesntlich länger eingesetzt werden. Der Rekord liegt zur Zeit bei 17 Monaten.
Obwohl das Herz ein vergleichsweise einfaches Organ darstellt, nämlich einen Hohlmuskel, der als Pumpe funktioniert, gilt das Herzimplantat als eine Art Heiliger Gral der modernen Medizin.
Tatsächlich müssen bei der Konstruktion eines geeigneten Implantates zahlreiche Schwierigkeiten überwunden werden. Unter anderem muss z.B. dauerhafte Haltbarkeit der beweglichen Teile und eine geeignete, möglichst transportable Energieversorgung sichergestellt werden. Ein Antrieb, der den Stoffwechsel des Patienten als Energiequelle nutzt wäre wünschenswert, existiert aber noch nicht.
Die ersten Konstruktionen führten oft zu einer Beschädigung der Erythrozyten oder zur Bildung von Thromben (Blutgerinnseln).
Als erstes brauchbares Herzimplantat gilt das Jarvik-7 von Robert Jarvik, das am 2. Dezember 1982 in der Universitätsklinik von Utah dem pensionierten Zahnarzt Barney Clark (21. Januar 1921 - 23. März 1983) eingestzt wurde. Die Operation wurde von William DeVries, einem Sohn holländischer Einwanderer ausgeführt. Clark überlebte 112 Tage und erlitt mehrere Thrombosen, bervor er starb.
Die bis dato erfolgreichste Implantation wurde am 13. September 2001 im Jewish Hospital in Louisville im US-Bundesstaat Kentucky ausgeführt. Dem 71-jährigen Tom Christerson wurde von den Operateuren Laman Gray and Dr. Robert Dowling ein Implantat mit der Bezeichnung AbioCor eingesetzt, mit dem er 17 Monate lebte.
Quellen
Dieser Artikel ist eine ergänzte, freie Übertragung von
http://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Artificial_heart&action=edit§ion=2
- -- Total artificial hearts and cardiac assist devices powered and controlled by reversible electrohydraulic energy converters
- Barney Clark: [http://www.deadoraliveinfo.com/dead.nsf/cnames-nf/Clark+Barney] [http://www.lib.utah.edu/spc/photo/p624/p624.html]
Wikipedia.org (englisch):
- Jarvik-7 [http://en.wikipedia.org/wiki/Jarvik-7]
- William deVries [http://en.wikipedia.org/wiki/William_deVries]
- AbioCor [http://en.wikipedia.org/wiki/AbioCor]
Kategorie:Medizinische Geräte
Kategorie:Medizintechnik
Kategorie:Kardiologie
DepotEin Depot (v. frz. dépôt „Lager, Ablagerung“) ist
- eine Verwahrmöglichkeit für Wertpapiere und Fonds bei einem Finanzdienstleister gegen Entgelt, siehe Depot (Kapitalanlage)
- ein Begriff für Ablagerungen (Speicherungen) von Fett im Körper in Form von Körperfett, umgangssprachlich Fettdepot
- der Unterstand für Fahrzeuge von Bahnen und Verkehrsbetrieben (für Straßenbahnen, Busse und Eisenbahnen), siehe Depot (Verkehr)
- die Ablage- und Verwahrmöglichkeit für beliebige Gegenstände (von dem Verb "deponieren").
- der Schweizer Begriff für Pfand
- der Begriff für Ablagerungen beim Wein, siehe Depot (Wein)
- eine archäologische Bezeichnung für einen Depotfund
- ein Arzneimittel, welches - einmalig verabreicht - über eine verlängerte Freisetzungs- und damit Wirkungsperiode aktiv ist, siehe Depot (Pharmazeutik)
- Das Depot ist eine Warenhauskette für Geschenk- und Deko-Artikel in Deutschland und in der Schweiz
Siehe auch: Sediment
ArzneistoffEin Arzneistoff ist ein Wirkstoff, der im oder am menschlichen oder tierischen Körper zur Heilung, Linderung, Verhütung oder Erkennung von Krankheiten dient. Ein Arzneistoff ist in Kombination mit einem oder mehreren Hilfsstoffen ein Bestandteil eines Arzneimittels. Arzneistoffe sind dabei diejenigen Bestandteile eines Arzneimittels, die die Ursache für dessen Wirksamkeit sind. Neben natürlich vorkommenden Arzneistoffen (Naturstoffe) werden auch ihre partialsynthetischen Abkömmlinge und vollsynthetisch hergestellte chemische Arzneistoffe verwendet. Zunehmend gewinnen auch gentechnisch hergestellte Arzneistoffe an Bedeutung.
Naturstoffe
Naturstoffe sind Stoffe, die in der Natur vorkommen und von Lebewesen produziert werden. Dazu gehören Stoffe aus Bakterien, Pilzen, Pflanzen und Tieren aber auch Stoffe aus dem menschlichen Blut. Die ersten Arzneimittel waren aus Naturstoffen und auch noch heute sind ein Viertel der Arzneimittel pflanzlicher Herkunft bzw. nach dem Vorbild pflanzlicher Inhaltstoffe hergestellt. Den Durchbruch gelang den pflanzlichen Arzneimitteln, als sie in den siebziger Jahren von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) international anerkannt wurden.
Heute werden allerdings die meisten Naturstoffe nicht mehr aus Bakterien, Pilzen, Pflanzen, Tieren oder menschlichem Blut gewonnen, sondern chemisch hergestellt, da dies wesentlich schneller und kostengünstiger ist. Allerdings gibt es auch einige wenige Unternehmen die ihre Arzneimittel aus aus Pflanzen gewonnenen Naturstoffen herstellen, wie zum Beispiel die Firma Wala.
Chemische Stoffe
Chemisch erzeugte Wirkstoffe sind nach wie vor die am weitesten verbreiteten Wirkstoffe, was vor allem an den niedrigen Kosten sowie den schnelleren Herstellungsverfahren liegt. So werden 70% der Arzneimittel der „Perspektive-2007“ auf Basis von chemischen Wirkstoffen entwickelt. Meistens handelt es sich bei chemischen Wirkstoffen um chemisch synthetisierte Stoffe, das heißt Stoffe, die auch anders gewonnen bzw. produziert werden können, die aber chemisch hergestellt werden.
Gentechnische Stoffe
Gentechnisch erzeugte Wirkstoffe werden mit Hilfe von Mikroorganismen (Bakterien, Hefe) oder Säugetierzellen in großen Fermentern produziert. Es gibt auch neue Versuche, die Wirkstoffe direkt von Säugetieren (z.B. in der Milch) oder Pflanzen (z.B. in den Früchten) produzieren zu lassen. Die ersten bekannten gentechnischen Wirkstoffe waren naturidentisch aufgebaut. Allerdings ist man heute dazu übergegangen, die Wirkstoffe gentechnisch so abzuwandeln, das sie noch gezielter wirken. So wirkt z.B. eine gentechnisch abgeänderte Version des Hormons EPO, Darbepoetin α (Aranesp®) gezielter gegen Blutarmut. Derzeit sind drei Prozent der zugelassenen Wirkstoffe gentechnischen Ursprungs, allerdings sind von den jährlich neu eingeführten Wirkstoffen mittlerweile 15 bis 25 Prozent gentechnischen Ursprungs.
Siehe auch
Leitstruktur
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EmpfängnisverhütungAls Empfängnisverhütung werden Methoden bezeichnet, die Geschlechtsverkehr ohne das Risiko einer Befruchtung ermöglichen oder dieses zumindest reduzieren.
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Grundlagen
Grundsätzlich kann man zwei Methoden der Empfängnisverhütung unterscheiden:
- Verhinderung der Entstehung eines Embryo, also Verhinderung der Befruchtung der weiblichen Eizelle mit einen Spermium aus dem männlichen Sperma.
- Verhinderung der Einnistung eines entstandenen Embryo in der Gebärmutter -- der Embryo stirbt ab und wird resorbiert.
Zur ersten Gruppe gehören unter anderem die unten beschriebenen natürlichen Methoden, das Kondom, das "Diaphragma" und die Sterilisation. Zur zweiten Gruppe gehört unter anderem die sogenannte "Spirale". Die "Antibabypille" und andere hormonelle Methoden kombinieren beide Mechanismen, so dass wenn die Verhinderung der Entstehung des Embryos einmal fehlschlägt, zumindest die Einnistung verhindert wird.
Einige Gruppen, wie beispielsweise die katholische Kirche, lehnen manche der Methoden der ersten Art ab, lassen andere aber zu, unter Verweis auf das Naturrecht, und sprechen dann bewusst von natürlicher Familienplanung anstatt von Empfängnisverhütung. Aus ethischen Gründen werden auch Methoden der zweiten Art von vielen religiösen Menschen abgelehnt, häufig mit der Begründung, dass das menschliche Leben mit der Verschmelzung von Ei und Samenzelle beginne und nicht erst mit der Einnistung. Somit stelle ihr Einsatz die Tötung menschlichen Lebens dar und entspreche dadurch einer Abtreibung.
In der Diskussion um Verhütung ist ein Thema die oft als ungleich empfundene Verteilung der Verantwortungsübernahme für die sichere Verhütung zwischen Mann und Frau
("Männer sollen mehr Verantwortung für die Verhütung übernehmen, und die Verantwortung nicht auf die Frau abwälzen."). Auch wenn Männern manchmal eine patriarchalische Einstellung als Grund für die mangelnde Verantwortungsübernahme vorgeworfen wird, so gibt es auch medizinische Gründe, weshalb Männer statistisch gesehen weniger häufig die aktive Rolle in der Verhütung übernehmen; es gibt zum Beispiel ganz einfach wesentlicher weniger Verhütungsmethoden, die für Männer anwendbar sind.
Methoden der Empfängnisverhütung
Im folgenden werden die verschiedenen Methoden der Empfängnisverhütung aufgezählt und eingeordnet. Zur Beurteilung der Sicherheit der verschiedenen Methoden dient der Pearl-Index. Der Pearl-Index gibt als Versagerquote an, wie viele von 100 Frauen schwanger werden, wenn sie über ein Jahr hinweg mit der angegebenen Methode verhüten. Der Pearl-Index einer bestimmten Methode schwankt in den verschiedenen Untersuchungen durchaus. Dies liegt vor allem daran, welche Faktoren die Untersuchungen in ihrer Beurteilung berücksichtigen. Als eine grobe Orientierung ist der Pearl-Index sicherlich gut geeignet.
Die Sicherheit der meisten Methoden hängt ganz entscheidend von der richtigen Anwendung ab. Einige Methoden erfordern sehr viel Selbstdisziplin und einen geregelten Tagesablauf, wie etwa die Temperatur-Methode, aber auch die Minipille. Ursache des Versagens von Verhütungsmethoden sind meist Anwendungsfehler.
Natürliche Methoden
Bei den Natürlichen Methoden der Empfängnisverhütung werden die fruchtbaren beziehungsweise unfruchtbaren Tage im Zyklus der Frau bestimmt, um so ungeschützten Geschlechtsverkehr während der unfruchtbaren Tage haben zu können. Während der fruchtbaren Tage wird der Geschlechtsverkehr eingestellt oder die natürliche Verhütungsmethode durch andere Methoden, beispielsweise mechanische, ersetzt.
Die natürlichen Methoden müssen durch die Frau angewendet werden, da ein gesunder, zeugungsfähiger Mann immer prinzipiell fruchtbar ist. Die einzige natürliche Methode, die durch den Mann angewandt werden kann, ist die des Coitus interruptus, der nicht als sicher bezeichnet werden kann.
Die Bestimmung der unfruchtbaren Zeit kann mittels einer der Methoden der natürlichen Familienplanung erfolgen.
Die Mondphasen-Methode, auch Lunazeption genannt, kann dagegen nur als Kuriosität gewertet werden.
Mechanische Methoden
Die mechanischen Methoden der Empfängnisverhütung haben zum Ziel den Kontakt von männlichem Sperma und weiblicher Eizelle unabhängig von fruchtbaren oder unfruchtbaren Tagen zu verhindern.
Kondom und Femidom sind die einzigen Verhütungsmittel, die vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützen (z.B. HIV bzw. AIDS) und deshalb evtl. zusätzlich zu anderen Verhütungsmitteln zum Erreichen des Ziels einer hohen Sicherheit - in diesem Fall aber vor Ansteckungen - verwendet werden.
Hormonelle Verhütung
Hormonelle Verhütungsmethoden verhindern die Einnistung einer entstandenen Zygote in die Gebärmutter und/oder die Entstehung einer Eizelle (Verhinderung des Eisprunges, Ovulationshemmung). Die für die Verhütung der Frau am häufigsten eingesetzten Hormone sind Östrogene, Gestagene und/oder Progesteron.
Aktuell sind aber keine hormonellen Verhütungsmittel für den Mann erhältlich. Wissenschaftler in China gaben 1979 bekannt, die "Pille für den Mann" erfolgreich entwickelt zu haben. Die Verhütungsmittel sollen als Wirkstoff ein Extrakt der Baumwollpflanze enthalten. Auch sind für ein Testosteron-Implantat in Kombination mit Dreimonatsspritze (Progesteron) erste erfolgreiche Tests sind gelaufen.
Das Problem bei der hormonellen Verhütung für den Mann ist, dass die kontinuierliche Spermienproduktion des Mannes genauso dauerhaft unterdrückt werden muss. Dies erfordert eine viel höhere Dosis an Hormonen und bewirkt dadurch auch eine wesentlich stärkere Belastung des Körpers des Mannes durch Nebenwirkungen. Bei Frauen kann die Hormonmenge je nach Zeitpunkt im Zyklus variiert werden und so die Belastung deutlich verringert werden. In der männlichen Physiologie gibt es keinen natürlichen Mechanismus, durch den die Spermienproduktion zeitweise verhindert würde, während in der weiblichen Physiologie für die Dauer einer Schwangerschaft z.B. hormonell gesteuert keine weiteren Eizellen heranreifen. Diese bei Frauen bereits natürlicherweise vorhandene hormonelle Steuerung der Fruchtbarkeit macht es leichter, durch Hormongabe von außen einzugreifen.
Kupfer
Kupfer wirkt spermizid (Spermien abtötend) und verhindert die Einnistung eines befruchteten Eis in der Gebärmutter durch Auslösen einer entzündungsähnlichen Reaktion in der Gebärmutterschleimhaut.
Chemische Verhütungsmethoden
Chemische Verhütungsmethoden werden meistens als ergänzende Methoden zum Beispiel zusätzlich zum Pessar eingesetzt. Die Wirkung dieser Präparate liegt auf der zum einen auf dem Aufbau einer vor dem Muttermund liegenden mechanischen Barriere für die Spermien (ein zäher Schleim oder Schaum). Die zweite Wirkungsweise ist chemisch durch Spermizide zur Abtötung der Spermien und/oder dem Freisetzen von Säuren vor dem Muttermund zur Hemmung der Beweglichkeit der Spermien.
Chirurgische Methoden
Die chirurgische Methode der Sterilisation macht entweder den Mann oder die Frau durch eine Unterbrechung im Samenleiter (Mann) oder der Eileiter (Frau) dauerhaft unfruchtbar.
Statistik über die Verhütungsmethoden
Laut Statistik verhüten in Deutschland 54 Prozent mit der Pille, 13,5 Prozent mit der Spirale, 19 Prozent mit dem Kondom und knapp 7 Prozent mit Sterilisation. Nur rund 6,5 Prozent wählen andere Methoden.
Siehe auch
Überbevölkerung, Bevölkerungswachstum, Alterspyramide, Fertilität, Fertilitätsrate, Bevölkerungsrückgang, Geburtenrate
Weblinks
- http://www.helligrath.de/kon.html
- [http://www.gynweb.de/verhuetung/index.html Die verschiedenen Methoden im Überblick]
- http://www.onmeda.de/aktuelles/monatsthema/0510_verhuetung_stillen/index.html - Onmeda.de Thema: Verhuetung in der Stillzeit
- http://www.berlinx.de/ego/0401/art1.htm Für sie die Pille ? für ihn die Spritze: Wann gibt es endlich Gleichberechtigung in der Empfängnisverhütung?
- [http://www.natuerlich-verhueten.de Forum zur natuerlich Verhuetung (sympto-thermale Verhütung)]
- [http://www.uni-duesseldorf.de/NFP] Studie zur sympto-thermalen Verhütung seit den 70er Jahren
- [http://www.perimon.com/ Kostenlose Software zur Natürlichen Empfängnisregelung], neuartige Kalender-Methode (veraltetes DOS-Programm)
- [http://www.geocities.com/palmnfp/ Palm Software für die Sympto-thermale Methode]
- [http://wiki3.parsimony.net/cgi-bin/wiki/program/db-view.cgi?wiki3467;11 Sicher wie die Pille : Die Symptothermale Methode der Natürlichen FamilienPlanung]
- Übersicht Verhütungsmethoden bei [http://www.profamilia.de/article/show/3463.html pro familia]
- [http://www.karl-leisner-jugend.de/Empf%E4ngnisverh%FCtung.htm Position der katholischen Kirche]
- [http://www.verhuetung-abc.de/ Verhuetung-abc.de/ Verhütung ABC]
Kategorie:VerhütungKategorie:Demografie
ja:避妊
simple:Birth_control
KnochenbruchEin Knochenbruch, fachsprachlich Fraktur, ist eine Verletzung des Skeletts.
Bei der Heilung wächst der Knochen wieder zusammen. Dabei muss darauf geachtet werden, dass sich die beiden Teile in richtiger Stellung zueinander befinden. Eine Ruhigstellung erfolgt konservativ, mit Hilfe eines Gipsverbandes oder einer Schiene oder operativ als Osteosynthese z. B. mit Hilfe eines Marknagels oder einer Verplattung. Werden die Knochenenden nicht ruhiggestellt, kann die Heilung ausbleiben und es kommt zur Pseudarthrose, einem sogenannten Falschgelenk.
Pseudarthrose
Erkennen
Sichere Frakturzeichen sind aus der Wunde ragende Fragmente, Achsenfehlstellungen (zB: Fuß zeigt in die falsche Richtung), abnorme Beweglichkeit oder Knirschen der Bruchstelle (sog. Krepitation).
Unsichere Frakturzeichen sind Schmerz, Schwellung, ein Bluterguß (Hämatom) oder eine eingeschränkte Beweglichkeit. In diesem Fall sollte sofort ein Krankenhaus oder ein Arzt mit Röntgenausstattung aufgesucht werden, da eine Fraktur nicht ohne Röntgenuntersuchung festgestellt oder ausgeschlossen werden kann.
Einteilung
Offener Bruch
Ein offener Bruch liegt vor, wenn Teile des Knochens aus der Haut heraus treten. Das kann, je nach Schweregrad der Verletzung, bis zur traumatischem Amputation, (sprich: verletzungsbedingtem Gliedmaßenverlust) reichen.
Frakturtypen mit entsprechender Gewalteinwirkung
traumatischem Amputation
Man unterscheidet nach den verschiedenen Unfallmechanismen bei vollständigen Frakturen (unvollständige Aufzählung):
- Abscherfraktur, durch tangential einwirkende Kräfte wird ein Stück des Knochens abgespalten. Das kommt im gelenknahen Bereich vor.
- Abrissfraktur. Oft ist die Verbindung zwischen dem Bandapparat und dem Knochen stabiler als der Knochen selber. Der Bandansatz reißt dann zusammen mit einem Stück Knochen von der Unterlage ab.
- Biegungsfraktur: Meist kommt es zum Aussprengen eines Biegungskeiles aus dem Knochenschaft.
- Torsionsfraktur: Häufig beim Skilaufen. Die Bruchenden sind spiralig geformt.
- Kompressionsfraktur: An der Wirbelsäule wird die axiale Belastbarkeit eines Wirbelkörpers überschritten, der vorwiegend spongiöse Knochen sackt in sich zusammen. Das sieht man oft bei älteren Menschen.
- Berstungsfraktur: Wird die axiale Belastbarkeit eines Wirbelkörpers beim jüngeren Menschen überschritten, zerplatzt oder "birst" der Wirbelkörper in mehrere Stücke. Das kann dann häufig das Rückenmark schädigen und zu einer Querschnittssymptomatik führen.
- Trümmerfraktur: Die Bruchenden sind nicht glatt, sondern in einzelne Stücken zerbröckelt.
- Defektfraktur: Der Unfall bewirkt, daß ein Teil der Spongiosa zusammengequetscht wird. Wird bei der operativen Knochenbruchbehandlung versucht, die Bruchstücke wieder zusammenzusetzen, fehllt ein Teil.
- Stressfraktur (= Ermüdungsfraktur): Ungewohnte Anstrengungen ermüden nicht nur die Muskulatur, sondern können auch am Knochen eine Materialermüdung bewirken. Ohne wesentliche Gewalteinwirkung zerbricht dann ein Knochen, zum Beispiel nach einem längeren, ungewohnten Marsch ein oder mehrere Mittelfußknochen, die "Schipperfraktur", bei der Dornfortsätze der Brustwirbelsäule abbrechen, ist auch hier einzuordnen.
- Refraktur: Ist ein Knochenbruch noch nicht vollständig verheilt, kann er auch ohne schwere Gewalteinwirkung wieder brechen. Die Bruchheilung wird dann deutlich schlechter vonstatten gehen.
Frakturen ohne entsprechende Gewalteinwirkung
- pathologische Fraktur. Damit sind Knochenbrüche gemeint, die durch krankhafte Veränderungen des Knochens zustande gekommen sind. In der Vorgeschichte sind keine Unfallereignisse zu finden, die den Bruch erklären könnten. Im Wesentlichen lassen sich zwei Ursachen grob unterscheiden: Entweder ist die Knochensubstanz durch eine Erkrankung allgemein verändert, das tritt zum Beispiel bei der Osteoporose auf. Oder eine Metastase oder ein anderer Knochentumor hat den Knochen an der Bruchstelle zerfressen.
Unvollständige Frakturen
- Biegungsfraktur
- Torusfraktur (= Wulstfraktur)
- Grünholzfraktur
Während bei Erwachsenen durch die starke Mineraleinlagerung vor allem vollständige Brüche zu beobachten sind, treten bei Kindern auch unvollständige Brüche auf. Bekanntestes Beispiel ist die Grünholzfraktur, bei der nur die Kortikalis (Rindenschicht) verletzt wird, während das Periost (Knochenhaut) intakt bleibt. Der Knochen knickt wie ein frischer Ast, ohne tatsächlich zu zerbrechen. Der Grünholzbruch bereitet an zwei Stellen Schwierigkeiten: Einerseits fehlt das normalerweise auftretende Hämatom, wodurch so ein Bruch oft nicht wahrgenommen wird, und andererseits kann die Form des Knochens dadurch dauerhaft verändert werden, das hat spätere Störungen der Gelenkfunktion zur Folge. Es kommt recht häufig vor, daß Erwachsene über belastungsabhängige Schmerzen an einem Handgelenk klagen. Die nähere Diagnostik zeigt dann einen Zustand nach dem typischen Bruch der Speiche mit resultierender Fehlstellung der sogenannten Tragplatte. Auch auf näheres Befragen hin kann dann keine Verletzung angegeben werden.
Weitere Beispiele sind die Wulstfraktur, bei der die Spongiosa (Knochenbälkchen im Inneren des Knochens) eingestaucht wird und der Biegungsbruch, bei dem der gesamte Knochen sich verbiegt. Diese Verletzungsmechanismen setzen eine relativ zähe, wenig spröde Knochensubstanz voraus, wie sie nur bei jungen bzw. sehr jungen Leuten vorkommt.
Knochenheilung
Wird ein Knochen verletzt, tritt aus der Bruchfläche Blut aus. Das kann recht viel sein, bei einem Oberarmkopf gut ein Liter, an einem Schenkelhals gehen auch bis zu zwei Litern Blut verloren. Das Blut gerinnt, eine bindegewebige Narbe bildet sich, in die zunächst ungerichtet Knochenzellen einspriessen. Allmählich bildet sich eine Art Manschette aus Bindegewebe und Knochenmaterial, der Kallus. Die Bruchzone wird damit überbrückt, die Verbindung zwischen den Bruchenden wird allmählich wieder stabil.
Dieser Ablauf muß natürlich nicht auf jeden Fall ungestört und regelrecht vonstatten gehen. Wird der betroffene Arm, das betroffenen Bein nicht korrekt ruhiggestellt, hört die Bruchzone nicht auf zu wackeln. Es kann sich ein Falschgelenk, eine Pseudarthrose bilden. Der Zug der Muskulatur kann die Bruchenden verschieben, dadurch kann sich das Bein oder der Arm verkürzen, die Richtung der Fragmente zueinander kann abweichen, es resultieren Fehlstellungen oder Achsabweichungen. Vor Allem die benachbarten Gelenke werden dann später in ihrer Funktion gestört und arthrosegefährdet. Zusammenfassend wird das eine Defektheilung genannt.
Behandlung
Der Körper ist im Stande Knochenbrüche, selbstständig auszuheilen, jedoch muss bei instabilen Frakturen medizinisch interveniert werden.
Dies erfolgt nach dem Grundsatz: Reposition, Retention, Rehabilitation.
- Reposition: Hier werden die Fragmente der Fraktur - meist unter Betäubung oder Narkose - wieder in die richtige Position gebracht, so dass eine funktionsgerechte Stellung erreicht wird.
- Retention: Ruhigstellung und Fixierung der Fragmente. Wie das zu machen ist, muß jeweils unter genauer Betrachtung der Verletzung, aber auch des betroffenen Patienten entschieden werden. Um ein Beispiel zu nennen: Bei älteren Leuten ist das Risiko eine langen Immobilisation ausgesprochen hoch. Hier wird, unter dem Ziel der möglichst frühen Remobilisation, ein nicht optimales Ergebnis der Behandlung in Kauf genommen. Die bekannteste Methode der Ruhigstellung ist der Gipsverband. Angelegt wird dieser meist bei unkomplizierten Brüchen. Der Nachteil dieser Methode ist der lange Funktionsverlust der geschädigten Extremität, was zu Muskel- und Knochenrückbildung (Atrophie) bei langer Schonzeit führt. Um dies zu verhindern und möglichst frühzeitig wieder mit der Rehabilitation beginnen zu können, entscheidet man sich für die Osteosynthese (Operation). Der Vorteil dieser Methode liegt in der exakteren Wiederherstellung der Anatomie und der besseren Fixierung der Fragmente durch Nägel oder Platten. Für ältere Patienten ist dies meist die einzige Möglichkeit, ihre vorherige Selbstständigkeit nicht auf lange Zeit oder vielleicht für immer zu verlieren. Nachteil der Operation ist die nie ganz ungefährliche Narkose und das immer bei offenen Operationen vorhandene Infektionsrisiko. Bei jeder Verletzung der unteren Extremitäten besteht ein Thromboserisiko, ob hier nun operativ oder konservativ behandelt wurde.
- Rehabilitation: Wiederherstellung der Beweglichkeit und der Funktion. Überwacht wird das von einem Therapeuten, der durch spezielle Gymnastik dafür sorgt daß sich die Muskulatur wieder aufbaut.
Erste Hilfe
Maßnahmen
Der Knochenbruch wird durch den Ersthelfer nicht eingerenkt oder gerichtet. Der Verunglückte ist so wenig wie möglich zu bewegen oder zu transportieren. Man lagert den Verunglückten ruhig und fixiert mit den Dreiecktüchern aus den Verbandkasten wenn nötig die Bruchstelle.
Offene Brüche mit einer blutenden Wunde werden immer zunächst mit einer keimarmen, nicht flusenden Wundauflage abgedeckt. Sollte die Blutung dadurch nicht gestoppt werden können, kann man versuchen, die Arterie, die Blut zur Wunde transportiert, abzudrücken.
Ältere Lehrmeinungen lassen das Gliedmaß abbinden, was aber umstritten ist. Dieses Abbinden wird immer noch in Rotkreuz- Kursen, etwa für den Führerschein, gelehrt. Oft hat diese Aktion aber nur den Effekt, daß das verletzte Bein, der Arm gestaut wird und die Blutung dadurch erst richtig in Gang kommt. Sinnvoller ist es, die Wunde keimfrei abzudecken, eventuell einen Druckverband anlegen, die verletzte Extremität so ruhig wie möglich zu lagern und den Rest den Ärzten im Krankenhaus zu überlassen. Bei einer derart großen Verletzung wird reflektorisch der Blutdruck extrem niedrig, also kommt nahezu jede Blutung zum Stehen.
Falls man abbindet, ist der Zeitpunkt des Abbindens unbedingt dem Notarzt mitzuteilen. O- Ton in einem Rotkreuz- Kurs: Mit Blut die Uhrzeit auf den Verband schreiben. Wahrscheinlich wurde das schon in Stalingrad so gehandhabt.
Weitere Versorgung
Nach der ruhigen Lagerung wird mit den weiteren Maßnahmen zur Versorgung des Patienten fortgefahren, wichtig ist dabei
- Überwachung auf Schock,
- Kontrolle der Vitalparameter (Atmung, Puls) in regelmäßigen Abständen,
- Versorgung von blutenden Wunden
- Erhaltung der Körperwärme (siehe Unterkühlung), z.B. mit Hilfe einer Rettungsdecke oder Kleidungsstücken.
Siehe auch
- Ossifikation, Osteoporose
- Oberschenkelhalsfraktur, Radiusfraktur, Knöchelbruch (Malleolarfraktur)
- Osteosynthese, Fixateur externe
Weblinks
- http://www.netdoktor.de/krankheiten/fakta/knochenbruch.htm
- [http://www.medinfo.de/index.asp?r=233&thema=Fraktur gute Links zum Knochenbruch/Frakturen auf medinfo.de]
Kategorie:Unfallchirurgie
ko:골절
Individuelle Schädelrekonstruktionen aus TitanIndividuelle Schädelrekonstruktionen aus Titan sind bei Traumata, Tumoren, Knochenerkrankungen sowie angeborene Fehlbildungen Lösungen zur Versorgung von Schädeldefekten.
Besondere Bedeutung kommt klinisch aber auch stattgehabten Implantat- oder Replantatverlusten nach Kraniektomie zu.
Vor der Operation wird auf der Basis von computertomographischen Daten in virtual Reality die Rekonstruktion des Defektes geplant.
Als optimaler Knochenersatz haben sich anatomisch formgetreu angefertigte Titan-Implantate bewährt.
Literatur
- H. Eufinger: Der Computer und die Operation Schädeldecke. forschung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), Weinheim, Volume 2/2004, S. 18-19
- M. Wehmöller: Rechnergestützte Analyse von computertomographischen Bilddaten, Konstruktion und Fertigung von individuellen Implantaten. Shaker Verlag, Aachen 1997, ISBN 3-8265-3801-3
ResektionDie Resektion ist die operative Entfernung der kranken Teile eines Organs oder auch eines Tumors. Das Wort Resektion kommt aus dem Lateinischen (resecare = weg-, zurückschneiden).
Beispiele sind die Colon-Resektion, also die Teilentfernung des Dickdarms oder die Schilddrüsen-Teilresektion.
Die Resektion wird unterschieden von der Exstirpation (Entfernung des ganzen Organs), zum Beispiel Milzexstirpation.
Kategorie:Chirurgie
SchwellkörperimplantatEine Penisprothese ist ein mittels Operation eingebrachtes Schwellkörper-Implantat zur Behandlung der erektilen Dysfunktion.
Anwendung
Das Einsetzen einer Penisprothese ist eine Möglichkeit zur Behandlung der Impotenz und wird heutzutage, im Gegensatz zu den 1970er Jahren, nur noch relativ selten angewandt, z.B. wenn weder medikamentöse Therapie mit Potenzmitteln noch Hilfsmitteleinsatz (vgl. Penispumpe) zum gewünschten Erfolg oder zu unerwünschten Nebenwirkungen führten. Wie alle Operationen ist auch der Einsatz einer Penisprothese mit Risiken und möglichen Nebenwirkungen verbunden. Außerdem haben die Prothesen nur eine begrenzte Lebensdauer und müssen ggf. nach einiger Zeit erneuert werden.
Bei der Operation werden die zwei Hauptschwellkörper des Penis durch künstliche Implantate ersetzt.
Es werden zwei grundsätzliche Formen von Penisimplantaten unterschieden:
Hydraulisches Schwellkörperimplantat
Diese Form der Prothese besteht aus den eigentlichen Implantaten, einer Pumpe, einem Ballon mit destilliertem Wasser und diversen Schlauchleitungen. Die Pumpe, welche im Hodensack eingepflanzt wird, ist mit dem Wasserballon (im Bauchraum untergebracht) und den künstlichen Schwellkörpern im Penis verbunden. Mittels der Pumpe wird das Wasser in die Penisprothese gepumpt, dadurch kommt es zur Erektion des Penis. Durch ein Ventil am Hodensack kann das Wasser wieder in den Ballon zurückgeführt und die Erektion damit beendet werden.
Biegsame Penisprothese
Bei dieser Form handelt es sich um künstliche Schwellkörper aus Silikon, die anstelle der natürlichen Schwellkörper eingesetzt werden und die von Hand in die gewünschte Position verbogen werden können. Diese Methode ist zwar wesentlich einfacher anzuwenden als das Einsetzen eines hydraulischen Schwellkörperimplantats, aber auch bei weitem nicht so effizient.
Kategorie:Sexuelle Dysfunktion
Kategorie:Medizintechnik
Kategorie:Hilfsmittel
Plastische ChirurgieBei der plastischen Chirurgie handelt es sich um jede Form von Chirurgie, die aus funktionellen oder ästhetischen/kosmetischen Gründen an den Organen und Ausbildungen der Körperoberfläche vorgenommen wird. Man unterscheidet zwischen den Hauptrichtungen:
- Ästhetische Chirurgie: Darunter fasst man formverändernde Eingriffe, deren Indikation nicht medizinisch, sondern ausschließlich durch den Wunsch des Patienten bestimmt sind. Sie sind umgangssprachlich auch als Schönheitsoperationen bekannt.
- Rekonstruktive Chirurgie sind Operationen, bei denen eine medizinische Indikation vorliegt, meistens eine Defektdeckung z.B. nach Unfällen oder Tumorentfernungen. Aber auch Operationen aus psychologischer Indikation wie z.B. Brustfehlbildung, Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten, abstehende Ohren fallen in diese Kategorie.
- Verbrennungschirurgie beschäftigt sich mit der Abtragung der verbrannten Haut und Defektdeckung sowie der Vermeidung ausgedehnter Narbenbildungen. Sie wird meist in darauf spezialisierten Zentren von Universitätskliniken durchgeführt.
- Handchirurgie ist ein eigenes Spezialgebiet, wird aber auch in der Plastischen Chirurgie und in der Orthopädie angewendet. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Replantation von abgetrennten Gliedmaßen, Operationen an Nerven und Muskeln zur Wiederherstellung der Beweglichkeit.
Siehe auch
Brustimplantate, Lifting, Botox, Dorian-Gray-Syndrom
Weblinks
- [http://www.gacd.de/index2.html Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland]
- [http://www.plastische-chirurgie.de/ Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (vormals Vereinigung der Deutschen Plastischen Chirurgen)]
- [http://www.medhost.de/schoenheitschirurgie/plastische-chirurgie.html Übersichtsportal für plastische Chirurgie]
Kategorie:plastische Chirurgie
Kategorie:Heilberuf
ja:形成外科
BrustvergrößerungDie Brustvergrößerung ist eine Schönheitsoperation, bei der mit Hilfe von Implantaten aus Silikon weibliche Brüste künstlich vergrößert werden. Das Resultat nennt man umgangssprachlich auch Silikonbusen. Es werden in Deutschland jährlich mehr als 25.000 Brustimplantate eingesetzt.
Technik
weibliche Brüste
Bei der meist in Vollnarkose durchgeführten Operation wird von einem Facharzt für Plastische Chirurgie ein Hautschnitt gemacht, das Brustgewebe angehoben und eine Implantattasche gebildet, in die das Brustimplantat eingeführt werden kann. Anschließend schiebt der Chirurg das Implantat entweder teilweise unter den Brustmuskel oder er platziert es unter der Brustdrüse oberhalb des Brustmuskels, wobei das Brustgewebe selbst weitgehend unberührt bleibt. Der nötige Hautschnitt, von dem nach der Operation möglichst wenig zu sehen sein sollte, kann in der Unterbrustfalte, um den Brustwarzenvorhof herum, in der Achselhöhle oder bei Verwendung von Kochsalzlösung auch im Bauchnabel erfolgen.
Die Hülle der Prothesen besteht heute in nahezu allen Fällen aus weichem Silikon; Hüllen aus Polyurethan werden nur noch sehr vereinzelt verwendet. Bei der Hüllenstruktur wird zwischen glatten und texturierten Ausführungen unterschieden; letztere verwachsen mit der Umgebung und sollen so ein späteres Verrutschen des Implantats verhindern. Die Form der Hülle ist entweder symmetrisch rund/linsenförmig oder "anatomisch": eine asymmetrische Form, die die natürliche Form der weiblichen Brust besser nachbilden soll. Die Vorteile letzterer Form sind umstritten; da sie sich im Implantatlager nicht verdrehen darf, wird sie ausschließlich mit texturierter Oberfläche gefertigt.
Polyurethan
Die Hüllen werden mit Kochsalzlösung, Hydrogel = Polyvinylpyrolidan oder mit Silikon gefüllt. Das zeitweise propagierte Sojaöl wurde wegen unzureichender chemischer Beständigkeit (es wurde "ranzig") bereits nach kurzer Zeit wieder vom Markt genommen.
Die Silikonfüllung stand einige Zeit lang unter dem Verdacht, im Falle des (in früheren Jahrzehnten häufigen) Austretens aus einer defekten Hülle Autoimmunkrankheiten oder Krebs auszulösen. Der Verdacht konnte jedoch in aufwändigen, weltweiten Untersuchungen nicht bestätigt werden. Neuere Silikonimplantate werden zudem mit einer stabileren Hülle gefertigt, die die Gefahr eines Defekts stark reduziert; außerdem ist bei den neuesten Silikonimplantaten die Füllung i. d. R. chemisch vernetzt, so dass sie selbst im Fall eines Hüllenrisses ihre Form weitgehend beibehält und nicht ins umgebende Gewebe austritt.
Die Füllung mit Kochsalzlösung ermöglicht eine besondere Vorgehensweise, bei der das Implantat erst während der Operation nach dem Einbringen in die Operationswunde befüllt wird. Das ermöglicht einen kleineren Hautschnitt und in gewissen Grenzen auch ein individuelles Variieren des Volumens unter Sichtkontrolle. In einer speziellen Form als Expander ermöglicht ein unter die Haut gelegtes Ventil auch noch nachträglich Veränderungen des Volumens.
Risiken
Der Eingriff ist nicht unproblematisch: In bis zu 15 Prozent aller Fälle kommt es zu einer Verhärtung des Gewebes um die Implantate herum ("Kapselfibrose"), die Brust verformt sich und bereitet der Trägerin Schmerzen. Außerdem sind die mit Silikon gefüllten Implantate nicht strahlendurchlässig, so dass es zu Problemen bei der Mammographie kommt. Nicht optimal verlaufende Operationen können asymmetrische Brüste hervorrufen, manchmal verrutschen auch die Implantate. Außerdem ist zu bedenken, dass die Implantate altern und meist nach ca. zehn Jahren erneuert werden müssen.
Ebenso haben ca. 2 bis 2,5 Prozent aller behandelten Patientinnen nach dem operativen Eingriff mit einer Infektion zu kämpfen. Diese Infektionen können auch noch Monate oder Jahre nach der Operation auftreten. Unbemerkt verlaufende Infektionen können langfristig zu einer Einkapselung des Implantats führen. Dabei kapselt der Körper die Implantate unterschiedlich auffällig in eine harte Kollagenhülle ein. Durch Antibiotika lässt sich so etwas möglicherweise vermeiden. Je besser und professioneller der Eingriff erfolgt, desto unwahrscheinlicher ist der Auftritt einer späteren Infektion.
Gründe
Brustvergrößerungen fallen in die Gebiete der rekonstruktiven und der ästhetischen Chirurgie innerhalb der plastischen Chriurgie. Die Operationen werden vor allem nach Amputation wegen Brustkrebs aber auch aus rein ästhetischen Gründen vorgenommen, einen Sonderfall bilden dort MzF-Transfrauen.
Weblinks
- [http://www.medizin.de/gesundheit/deutsch/455.htm medizin.de Brustvergrösserung mit Stammzellen Fettzellen-Mix]
- [http://www.gynweb.de/medizin/schoenheits_operationen/brustvergroesserung/index.html www.gynweb.de Patienteninformationen zur Brustvergrößerung]
Kategorie:Plastische Chirurgie
Kategorie:Körper und Sexualität
Zahnwurzel
Eine Zahnwurzel ist der Teil eines Zahnes, der im Oberkiefer- oder Unterkieferknochen steckt.
Aufbau einer Zahnwurzel siehe Zahn.
Wurzelspitze
Eine Wurzelspitze ist das Ende der Wurzel eines Zahnes. Da eine Zahnwurzel konisch ist, sich also zu ihrem Ende hin immer mehr verjüngt, bildet das Ende dieses Gebildes eine (abgerundete) Spitze.
Die menschlichen Zähne haben unterschiedlich viele Wurzel(spitzen). Als Faustregel gilt, je weiter hinten ein Zahn in der Zahnreihe steht, desto mehr Wurzeln hat er.
Bleibende (permanente) Zähne
In der Regel haben die Schneidezähne (Incisivi) und Eckzähne (Canini) eine Wurzel (mit einem Wurzelkanal), die Vorbackenzähne (Praemolare) ein bis zwei, manchmal sogar drei Wurzeln (mit entsprechend vielen Wurzelkanälen) und die Backenzähne (Molar) im Unterkiefer zwei Wurzeln (und drei, manchmal auch vier Kanäle) bzw. im Oberkiefer drei Wurzeln (und 3-4 Kanäle). Die Variationsbreite ist dabei relativ groß.
Milchzähne
Auch diese Zähne haben genauso gut ausgebildete Wurzeln wie die bleibenden Zähne. Dass dies nicht allgemein bekannt ist, liegt einfach daran, dass die Wurzeln der Milchzähne durch die nachkommenden bleibenden Zähne aufgelöst werden und dann, wenn sie ausfallen, eben nicht mehr vorhanden sind. Auch hier gilt: Je weiter hinten in der Zahnreihe, desto mehr Wurzeln hat der Zahn. Die Milchschneidezähne und -eckzähne sind einwurzelig, die Milchmolaren (also 4er und 5er) 2-wurzelig.
Kategorie:Zahnmedizin
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Zahnkrone
Die Zahnkrone ist der obere Anteil eines Zahnes. Sie ist mit Zahnschmelz bedeckt, der härtesten im menschlichen Körper vorkommenden Substanz. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird auch die künstliche Überkronung als Krone bezeichnet.
Künstliche Überkronung
Wenn noch genügend eigene Zahnsubstanz vorhanden ist, dann kann ein Stumpfaufbau auf die verbliebenen Zahnsubstanz modelliert werden.
Zur sicheren Verankerung ist allerdings manchmal stattdessen ein Stiftaufbau, ein in den Wurzelkanal ragendes Verankerungselement, notwendig.
Kronen werden in metallbasierte Kronen und metallfreie Kronen sowie in provisorische Kronen und endgültig gefertigte Kronen eingeteilt.
Die metallbasierte Krone kann aus einer hochwertigen Goldlegierung, goldreduzierten Legierung oder einem Nichtedelmetall NEM gefertigt werden. Bei den günstigeren, goldreduzierten Legierungen kann es aufgrund von weniger edlen Metallbeimischungen wie zum Beispiel Palladium Palladiumbasislegierungen unter Umständen zu Reaktionen und Allergien im Rachenraum kommen. Daher werden heute neben den teuren "Hochgold"-Legierungen auch NEM-Legierungen (Nichtedelmetalle), biokompatible edelmetallfreie Legierungen oder Titan als preiswerte Alternative verwandt.
Die metallbasierten Kronen können als reine Gusskronen, teilverblendete Kronen oder vollverblendete Kronen Verblendkronen ausgeführt werden. Dabei wird als Verblendung ein Verblendkunststoff auf Composite Basis (d.h. eine Mischung aus einer Harzmatrix und keramischen Füllstoffen) oder Keramik verwandt. Die letzteren erfordern spezielle Aufbrennlegierungen, die beim Brennvorgang (800-900 C) eine haftvermittelnde Oxydschicht bilden. Die Keramikverblendung ist aufwändiger, hat gegenüber der Kunststoffverblendung den Vorteil besserer Farbstabilität ästhetische und höherer Abrasionsstabilität, die aber auch infolge der hohen Härte (kein selbständiges, natürliches Einschleifen) zu unnatürlichem hohen Abrieb der Gegenzähne Antagonisten und Kiefergelenksbeschwerden führen kann. Ein Nebenvorteil der Verblendung ist die galvanische Isolierung, da das Metall nicht mehr großflächig dem feuchten Mundmilieu ausgesetzt ist. Dies ist praktisch aber von untergeordneter Bedeutung. Das Empfinden von Wärmeschwankungen wird durch die Verblendung in einem gewissen Masse gedämpft.
Eine Zwischenstellung haben Kronen mit galvanisch geschiedenen Grundgerüsten. Diese Grundgerüste werden bei Zimmertemperatur elektrochemisch aus reinem (999) Gold angefertigt und müssen mit Zahnfarben verblendet werden. Sie vereinen sehr gute Körperverträglichkeit, Passgenauigkeit und hohe Ästhetik, sind jedoch anfälliger für Verarbeitungsfehler.
Es gibt des weiteren Voll-Keramik-Kronen. Hier wird statt des Metallgerüsts ein Keramikkern, der dann überbrannt wird, verwandt. Der Kern kann auf einem CNC Bohr- & Fräswerk aus einem Block gearbeitet werden oder bei hoher Temperatur aus flüssiger Keramik gepresst werden. Dies führt, abhängig vom Verfahren, zu einer ästhetisch sehr guten Lichtdurchlässigkeit gepaart mit einer sehr guten Körperverträglichkeit.
Weblinks
- [http://www.degudent-at.com/Produkte/Legierungen/index.asp Beispiele für Zahngoldlegierungen]
Kategorie:Zahn
Kategorie:Zahnmedizin
ja:クラウン (歯科)
RFIDRadio Frequency Identification [] (RFID) (engl. für Funk-Erkennung) ist eine Methode, um Daten auf einem Transponder berührungslos und ohne Sichtkontakt lesen und speichern zu können. Dieser Transponder kann an Objekten angebracht werden, welche dann anhand der darauf gespeicherten Daten automatisch und schnell identifiziert werden können.
RFID wird als Oberbegriff für die komplette technische Infrastruktur verwendet. Ein RFID-System umfasst
- den Transponder (auch RFID-Etikett, -Chip, -Tag, -Label, Funketikett oder -chip genannt),
- die Sende-Empfangs-Einheit (auch Reader genannt) und,
- die Integration mit Servern, Diensten und sonstigen Systemen wie z.B. Kassensystemen oder Warenwirtschaftssystemen (vgl. Middleware).
Die Datenübertragung zwischen Transponder und Lese-Empfangs-Einheit findet dabei mittels elektromagnetischer Wellen statt. Bei niedrigen Frequenzen geschieht dies induktiv über ein Nahfeld, bei höheren über ein elektromagnetisches Fernfeld. Die Entfernung, über die ein RFID-Transponder ausgelesen werden kann, schwankt je nach Ausführung (passiv/aktiv), benutztem Frequenzband, Sendestärke und Umwelteinflüssen zwischen wenigen Zentimetern und mehr als einem Kilometer.
Entwicklungsgeschichte
Die ersten RFID Anwendungen wurden Ende des zweiten Weltkrieges eingesetzt. Dort diente die RFID Technologie zur Freund-Feind-Erkennung. In den Flugzeugen und Panzern waren Transponder und Leseeinheiten angebracht um zu erkennen, ob die zu beschießende Stellung oder die anfliegenden Flugzeuge anzugreifen waren oder nicht. Noch heute werden ähnliche Systeme in der NATO eingesetzt.
In den 1970ern wurden die ersten kommerziellen Vorläufer der RFID-Technik auf den Markt gebracht. Es handelte sich dabei um elektronische Warensicherungssysteme (engl. Electronic Article Surveillance, EAS) mit 1 Bit Speicherkapazität. Durch Prüfung der Markierung (vorhanden/fehlt) sollte Diebstahl reduziert werden. Die Systeme basierten auf Mikrowellentechnik oder Induktion.
Das Jahr 1979 brachte zahlreiche neue Entwicklungen und Einsatzmöglichkeiten für die RFID-Technik. Ein Schwerpunkt lag dabei auf Anwendungen für die Landwirtschaft, wie beispielsweise Tierkennzeichnung.
Gefördert wurde die Technologie in den 1980ern besonders durch die Entscheidung mehrerer amerikanischer Bundesstaaten sowie Norwegens, RFID-Transponder im Straßenverkehr für Mautsysteme einzusetzen.
In den 1990ern kam RFID-Technik in den USA verbreitet für Mautsysteme zum Einsatz. Es folgten Systeme für Zugangskontrollen, bargeldloses Zahlen, Skipässe, Tankkarten, elektronischen Wegfahrsperren etc.
1999 wurde mit Gründung des Auto-ID Centers am MIT die Entwicklung eines globalen Standards zur Warenidentifikation eingeläutet. Mit Abschluss der Arbeiten zum Electronic Product Code (EPC) wurde das [http://www.autoidcenter.org Auto-ID Center] 2003 geschlossen. Gleichzeitig wurden die Ergebnisse an die von Uniform Code Council (UCC) und EAN International (heute GS1 US und GS1) neu gegründete EPCglobal Inc. übergeben.
Baugröße & Bauformen
Uniform Code Council
Transponder bestehen aus:
- Mikrochip
- Antenne
- Träger oder Gehäuse
- Energiequelle (bei aktiven Transpondern, siehe unten)
Maßgeblich für die Baugröße sind die Antenne und das Gehäuse. Die Form und Größe der Antenne ist abhängig von der Frequenz bzw. Wellenlänge. Je nach geforderter Anwendung werden Transponder in unterschiedlichen Bauformen, Größen und Schutzklassen angeboten.
Das Bild oben zeigt einen RFID-Chip in einer Scheckkarte. Vom Chip links unten führen zwei feine Drähte (grüne Pfeile) zu einer Spule. Sie besteht aus vielen Drahtwicklungen und füllt fast die gesamte Größe der Karte aus.
RFID-Transponder können, je nach Einsatzgebiet, durchaus die Größe von Büchern besitzen (z.B. in der Containerlogistik). Jedoch ist es mit heutiger Technik auch möglich, sehr kleine RFID-Transponder herzustellen, die sich in Geldscheinen oder Papier einsetzen lassen.
Transponder werden seit Beginn des Einsatzes vorwiegend als LF 125kHz passive Versionen in großen Mengen mit ca. 55 Millionen Stück pro Jahr allein in der Wegfahrsperrenanwendung als GLASS TAG oder Stick (auch wedge genannt) produziert und eingesetzt. ISOCARD, CLAMSHELL Card Bauformen aus dem LF 125 kHz Bereich sind die weltweit am häufigsten verwendeten Bauformen im Bereich Zutrittskontrolle und Zeiterfassung. Im Bereich E-PURSE (elektronische Geldbörse) und Ticketing findet die 13,56 MHz Mifare Technologie Anwendung und wird in fast allen Metropolen weltweit (Seoul, Moskau, London, Warschau etc.) in U-Bahnen, Bussen und als Universitäts- und Studentenausweis genutzt. Transponder in Form von Etiketten werden erst seit dem Jahr 2000 in großen Stückzahlen hergestellt. Genauso aber existieren auch Bauformen, die im Autoschlüssel eingebaut sind (Wegfahrsperre), Glasröhrchen bzw. Implantate (Tieridentifikation), Pansenboli (Tieridentifikation), Ohrmarken (Tieridentifikation), Nägel und PU Disk TAGs (Palettenidentifikation), Chipcoins (Abrechnungssystem z.B. in öffentlichen Bädern) oder Chipkarten (Zutrittskontrolle).
Technologie
Die RFID-Transponder unterscheiden sich teilweise recht stark voneinander. Der Aufbau eines RFID-Transponders sieht prinzipiell eine Antenne, einen analogen Schaltkreis zum Empfangen und Senden (Transponder), sowie einen digitalen Schaltkreis und einen permanenten Speicher vor. Der digitale Schaltkreis ist bei komplexeren Modellen ein Von-Neumann-Rechner.
RFID-Transponder können über einen mehrfach beschreibbaren Speicher verfügen, in dem während der Lebensdauer Informationen abgelegt werden können.
Nach Anwendungsgebiet unterscheiden sich auch die sonstigen Kennzahlen wie z.B. Funkfrequenz, Übertragungsrate, Lebensdauer, Kosten pro Einheit, Speicherplatz, Lesereichweite und Funktionsumfang.
Prinzipiell funktioniert die Reader Tag Kommunikation so:
Der Reader erzeugt je nach Arbeitsfrequenz der Reader/Tag Kombination ein magnetisches (HF) oder elektromagnetisches (UHF) Feld, welches die Antenne des RFID-Transponders empfängt. In der Antenne, welche als Spule dient, wird durch Induktion Strom erzeugt. Dieser aktiviert den Mikrochip im RFID Tag. Durch den induzierten Strom wird bei passiven Tags zudem ein Kondensator aufgeladen, welcher für dauerhafte Stromversorgung des Chips sorgt. Dies übernimmt bei aktiven Tags eine eingebaute Batterie.
Ist der Mikrochip einmal aktiviert, so empfängt er vom Lesegerät modulierte Befehle. Indem der Tag eine Antwort in das vom Reader ausgesendete Feld moduliert, sendet er seine Seriennummer oder andere vom Reader abgefragte Daten.
Dabei sendet der Tag selbst kein Feld aus, sondern verändert nur das magnetische (HF-Tags) Feld des Readers durch so genannte Lastmodulation, indem er die Energie des Feldes durch kurzschließen „verbraucht“, was wiederum der Reader detektiert. Prinzipienbedingt kann ein 13,56 MHz Tag daher nur im magnetischen Nahfeld gelesen werden, welchen eine Reichweite von Lambda/2 hat. Bei 13,56 MHz also maximal 11,1 Meter. In der Praxis befindet sich die maximale Reichweite jedoch weit darunter.
Im UHF Bereich bei 865 – 920 MHz reflektiert die Transponderantenne nach gleichem Prinzip das elektromagnetische Feld oder absorbiert dieses, sodass das Verhältnis der Reflektionsänderung vom Reader wahrgenommen werden kann. Dies nennt man Backscattering. Da Wasser diese Strahlung sehr stark absorbiert und Metall diese Strahlung sehr stark reflektiert, dürfte klar sein, dass diese Materialien diesen Vorgang sehr stark beeinflussen, ein Tag also auf diesen Materialien kaum lesbar ist.
Da die Energieversorgung des Mikrochips bei beiden Verfahren durchgehend gedeckt werden muss (ein handelsüblicher UHF Tag mit Phillips Chip nach EPC 1.19 Standard benötigt für den Chip etwa 0,35 Mikroampere an Strom (Bitte verifizieren), muss der Reader ein dauerhaftes Feld erzeugen. Dieses nennt man im UHF Bereich daher „Continuous Wave“. Aufgrund der Tatsache, dass Feldenergie quadratisch mit der Entfernung abnimmt und diese Entfernung in beide Richtungen -vom Reader zum Tag und zurück - zurückgelegt werden muss, muss diese Continuous Wave recht energiereich sein. Üblicherweise verwendet man hier zwischen 0,5 und 2 Watt EIRP.
Diese Leistung würde am Reader sämtliche Tagantworten überstrahlen und damit unlesbar machen. Daher antwortet der UHF Tag nicht in der Frequenz der Continuous Wave, sondern in einem so genannten Seitenband. Indem der Tag mit einer Frequenz von 200 KHz ein Antwortsignal moduliert, erzeugt er automatisch Seitenbänder, welche 200 KHz überhalb und unterhalb dieser Continuous Wave liegen. Damit liegen diese genau im Nachbarkanal der von der ETSI spezifizierten Funkregelung. Diese können durch Ausblendung der Continuous Wave im Lesegerät problemlos gelesen werden.
Für Spezialanwendungen können auch Kryptographiemodule oder externe Sensoren wie z.B. GPS in den RFID-Transponder integriert sein.
Auch die RFID-Sende-Empfangseinheiten unterscheiden sich in Funktionsumfang und Aussehen. So ist es möglich, sie direkt in Regale oder Personenschleusen (z.B. bei der Grenzabfertigung) zu integrieren.
Die Vielzahl von unterschiedlichen Geräten und Etiketten ist nur zu sehr geringem Teil vollständig kompatibel. Regional unterscheiden sich die verwendeten Frequenzen und bevorzugten Standards.
Zudem kann es zu Problemen kommen, wenn der RFID-Transponder direkt am Produkt sitzt und dieses eine "hohe" Dichte hat.
Um dies zu umgehen, werden in der Logistik u.a. sogenannte Flap- oder Flag-tags eingesetzt, welche im rechten Winkel vom Produkt abstehen und so einen großen Abstand zum Produkt haben.
Energieversorgung
Das deutlichste Unterscheidungs-Merkmal stellt die Art der Energieversorgung der RFID-Transponder dar. Kleine batterielose RFID-Transponder besitzen keine eigene Energieversorgung und müssen ihre Versorgungsspannung durch Induktion aus den Funksignalen der Basisstationen gewinnen. Dies reduziert zwar die Kosten und das Gewicht der Chips, gleichzeitig verringert es aber auch die Reichweite. Diese Art von RFID-Transpondern wird z.B. für Produktauthentifizierung bzw. -auszeichnung, Zahlungssysteme und Dokumentenverfolgung eingesetzt, da die Kosten pro Einheit hier ausschlaggebend sind. RFID-Transponder mit eigener Energieversorgung erzielen eine erheblich höhere Reichweite und besitzen einen größeren Funktionsumfang, verursachen aber auch erheblich höhere Kosten pro Einheit. Deswegen werden sie dort eingesetzt, wo die zu identifizierenden oder zu verfolgenden Objekte eine lange Lebensdauer haben, z.B. bei wiederverwendbaren Behältern in der Containerlogistik oder bei Lastkraftwagen im Zusammenhang mit der Mauterfassung.
Zum Betrieb, insbesondere zur Signalmodulierung muß der RFID-Mikrochip mit Energie versorgt werden, dafür gibt es prinzipiell in zwei Ausführungen:
1. Passive RFID-Transponder beziehen ihre Energie zur Versorgung des Microchips aus den empfangenen Funkwellen, oft als "Continuous Wave" bezeichnet. Mit der Antenne als Spule wird durch Induktion ein Kondensator aufgeladen, welcher den Tag mit Energie versorgt. Die Continuous Wave muß aufgrund der geringen Kapazität des Kondensators durchgehend vom Lesegerät gesendet werden, während der Tag sich im Lesebereich befindet.
2. Aktive RFID-Transponder sind batteriebetrieben, d.h. sie beziehen die Energie zur Versorgung des Mikrochips aus einer eingebauten Batterie. Normalerweise befinden sie sich im Ruhezustand bzw. senden keine Informationen aus, um die Lebensdauer der Energiequelle zu erhöhen. Nur wenn ein spezielles Aktivierungssignal empfangen wird, aktiviert sich der Sender. Nicht genutzt werden kann die Energie der Batterie für das Erzeugen des modulierten Rücksignals, dennoch erreicht man durch höheren Rückstrahlkoeffizienten beim Backscatteringverfahren aufgrund des geringeren Energieverbrauches an Feldenergie eine deutlich höhere Reichweite.
Tendenziell weisen die zwei RFID-Transpondertypen also folgende Unterschiede auf:
Frequenzbereiche
Für den Einsatz werden drei Frequenzbänder vorgeschlagen:
- Niedrige Frequenzen (LF, 30 - 500 kHz). Diese Systeme weisen eine geringe Reichweite auf, arbeiten in der am häufigsten verwendeten 64 bit Read Only Technologie einwandfrei und schnell genug für viele Anwendungen. Bei größeren Datenmengen ergeben sich längere Übertragungszeiten. LF-Transponder sind günstig in der Anschaffung, kommen mit hoher (Luft-)Feuchtigkeit und Metall zurecht und werden in vielfältigen Bauformen angeboten. Diese Eigenschaften begünstigen den Einsatz in rauhen Industrieumgebungen, sie werden jedoch auch z.B. für Zugangskontrollen, Wegfahrsperren und Lagerverwaltung (häufig 125 kHz) verwendet. LF-Versionen eignen sich auch für den Einsatzfall in explosionsgefährdeten Bereichen. Hier können ATEX zertifizierte Versionen eingesetzt werden.
- Hohe Frequenzen (HF, 10 - 15 MHz). Kurze bis mittlere Reichweite, mittlere Übertragungsgeschwindigkeit, mittlere bis günstige Preisklasse. In diesen Frequenzbereich arbeiten die sog. Smart Label (meist 13,56 MHz).
- Sehr hohe Frequenzen (UHF, 850 - 950 MHz, 2,4 - 2,5 GHz, 5,8 GHz). Hohe Reichweite (30 Meter und mehr) und hohe Lesegeschwindigkeit. Tendenziell hohe Preise. Einsatz z.B. im Bereich der automatisierten Mautsysteme und Güterwagen-Erkennung. Typische Frequenzen sind 433 MHz, 868 MHz, 915 MHz, 2,45 GHz = µW (Microwave) und 5,8 GHz.
Verschlüsselung
Die meisten RFID-Transponder senden ihre Informationen in Klartext, einige Modelle verfügen aber auch über die Möglichkeit, ihre Daten verschlüsselt zu übertragen.
Kosten
Derzeit werden sehr unterschiedliche RFID-Preise genannt. Und natürlich spielen unterschiedliche Gesichtspunkte bei der Preisgestaltung eine Rolle. So ist die Auflage aus Herstellersicht ein wichtiges Kriterium. Derzeit haben Abnehmer bei Preisverhandlungen dennoch eine gute Ausgangsposition, da zur Markteinführung Einführungsrabatte gewährt werden.
Bei passiven RFID-Transpondern sollen sich die Kosten pro Stück
- bei einer Auflage von 1 bis 10 Milliarden zwischen 5 und 10 Cent
- bei einer Auflage von ca. 10.000 RFID-Transpondern zwischen 0,50 € und 1 €
bewegen. Hinzu kommen weitere Kosten, beispielsweise für RFID-Lesegeräte und Integration.
Einsatz
Der RFID-Markt wird derzeit von den Vorgaben großer Einzelhandelsketten wie Metro, REWE, Tesco und Wal-Mart, sowie des US-amerikanischen Verteidigungsministeriums vorangetrieben. Dabei spielen Kosten-Nutzen-Erwägungen nicht immer die prominente Rolle, wie sie von RFID-Befürwortern gerne behauptet wird. Potenziell ist der Einsatz der RFID-Technik nahezu unbegrenzt denkbar, sodass die folgende Aufzählung nur einige, derzeit (2005) wichtige Gebiete umfassen kann.
- Tieridentifikation: Seit den 1970er Jahren kommen RFID-Transponder auch bei Tieren zum Einsatz. Neben der Kennzeichnung von Nutztieren mit Halsbändern, Ohrmarken und Boli werden Implantate insbesondere bei Haustieren verwendet.
- Automobile Wegfahrsperre: Als Bestandteil des Fahrzeug-Schlüssels bilden Transponder das Rückgrat der elektronischen Wegfahrsperren. Der Transponder wird dabei im eingesteckten Zustand über eine Zündschloss-Lesespule ausgelesen und stellt mit seinem abgespeicherten Code das eigentliche Schlüssel-Element des Fahrzeug-Schlüssels dar. Für diesen Zweck werden üblicherweise Crypto-Transponder eingesetzt.
- Kontaktlose Chipkarten: In Asien weit verbreitet sind berührungslose, wiederaufladbare Fahrkarten. Weltweiter Marktführer für das sog. Ticketing ist Philips mit seinem Mifare-System. In USA sollen Systeme zur Zutrittskontrolle und Zeiterfassung bereits häufig mit RFID-Technik realisiert sein. Manche Kreditkarten-Anbieter setzten RFID-Chips bereits als Nachfolger von Magnetstreifen bzw. Kontakt-Chips ein.
- Waren- und Bestandsmanagement: Bei Bibliotheken wie der neuen Wiener Hauptbücherei, der Stadtbücherei Stuttgart und der Hauptbibliothek der Technischen Universität Graz werden RFID-Transponder zur Bestandskontrolle verwendet. Einige RFID-Lesegeräte sind im Prinzip in der Lage, spezielle RFID-Transponder stapelweise und berührungslos zu lesen. Dieses Leistungsmerkmal bezeichnet man mit Pulklesung. Das bedeutet etwa bei der Entleihe und Rückgabe, dass die Bücher nicht einzeln aufgelegt und gescannt werden müssen. An den Türen und Aufgängen befinden sich Lesegeräte, die wie Sicherheitsschranken in den Kaufhäusern aussehen. Sie kontrollieren die korrekte Entleihe.
- Positionsidentifikation: Im industriellen Einsatz sind fahrerlose Transportsysteme (AGV), bei der die Position mit Hilfe von im Boden eingebauten Transpondern bestimmt wird.
Nachfolgend weitere, noch wenig gebräuchliche Einsatzmöglichkeiten:
- Fahrzeugidentifikation: Die E-Plate-Nummernschilder identifizieren sich automatisch an Lesegeräten. Dadurch sind Zugangskontrollen, Innenstadtmautsysteme und auch Section-Control-Geschwindigkeitsmessungen möglich. Bei entsprechend dichtem Sensorennetz lassen sich auch Wegeprofile erstellen.
- Identifikation von Banknoten: Nach unbestätigten Meldungen erwägt die EZB, RFID-Chips auf Geldscheinen anzubringen. Ziel ist hierbei ein erhöhter Schutz vor Fälschungen.
- Patientenidentifikation: Im November 2004 genehmigte die US-amerikanische Gesundheitsbehörde (FDA) den Einsatz des "VeriChip" am Menschen. Der Transponder der US Firma Applied Digital Solutions wird unter der Haut eingepflanzt. Geworben wird mit einfacher Verfügbarkeit lebenswichtiger Informationen im Notfall.
- Gebrauch als Schlüsselersatz: Der 31-Jährige Steffen Fröschle hat sich einen RFID-Chip in die Hand einpflanzen lassen um damit seine Haustüre zu öffnen. Nach eigener Aussage sei er damit der erste in Deutschland und hofft auf Nachahmer um sich austauschen zu können.
- Echtheitsnachweis für Medikamente: Die US-Arzneimittelbehörde FDA empfielt den Einsatz von RFID-Technik im Kampf gegen gefälschte Medikamente.
Bedenken und Kritik
- Die Gefahr der RFID-Technik liegt zum Beispiel im Verlust der informationellen Selbstbestimmung, d. h. die einzelne Person hat durch die "versteckten" Sender keinen Einfluss mehr darauf, welche Informationen preisgegeben werden. Deshalb ist der bevorstehende massenhafte Einsatz von RFID-Transpondern unter Datenschutz-Gesichtspunkten problematisch. Um dem zu entgehen, schlagen manche Kritiker die Zerstörung der RFID-Transponder nach dem Kauf vor. Dies könnte (ähnlich wie bei der Deaktivierung der Diebstahlsicherung) an der Kasse geschehen. Ein Nachweis, dass ein Transponder wirklich zerstört bzw. sein Speicher wirklich gelöscht wurde, ist für den Verbraucher in der Regel nicht möglich. Kritik aus Sicht der Verbraucher ist dazu zusammengefasst unter http://www.foebud.org/rfid/.
- Weiterhin ist die Integration zusätzlicher, nicht dokumentierter Speicherzellen oder Transponder denkbar. Für den Verbraucher wird ein RFID-Transponder so zur Black Box, weshalb manche eine lückenlose Überwachung des gesamten Produktionsprozesses fordern.
- 2003 hatte der Metro-Konzern einen Teil seiner Kundenkarten mit RFID-Transpondern ausgestattet, ohne darauf hinzuweisen. Der Konzern wurde daraufhin mit einer Negativ-Auszeichnung bedacht. Metro setzt seine RFID-Versuche im [http://www.future-store.org Futurestore] zwar fort, tauschte die betreffenden Kundenkarten jedoch um. Dies bewerten Datenschutz-Aktivisten als Folge ihrer Proteste.
- Sobald mit RFID-Transpondern gekennzeichnete Waren Metallfolien oder Flüssigkeiten enthalten oder aus Metall bestehen, kann ein Transponder u.U. nicht mehr gelesen werden. Wenn mehrere solcher Waren auf einer Palette oder in einem Einkaufswagen liegen, wird die Problematik deutlich. Das gewünschte "Bulk Scanning" ist daher nicht zuverlässig.
- Zur Zeit (2005) wird die Anwendung des Transponders als "die Lösung aller logistischen Probleme" hochstilisiert. Vergessen wird dabei, dass es lediglich ein "Etikett" (wenn auch mit besonderen Eigenschaften) ist. Entscheidend ist der Aufbau einer effizienten Logistik unter Anwendung von firmenübergreifenden, möglichst normierten Datenstrukturen (z.B. ANS MH10). Mit welchem Datenträger die automatische Identifikation gelöst wird, ist der letzte Schritt, der von Umweltbedingungen (z.B. starke Verschmutzungen oder hohe Funkstörpegel) sowie Kosten und unter dem Langfristaspekt von der Ökobilanz abhängig ist.
- Ungelöst ist derzeit noch das Problem der Entsorgung der Transponder als Elektronikschrott beim Masseneinsatz wie z.B. bei Supermarktartikeln. Unter anderem wird deshalb an neuen Materialien (z.B. auf Polymerbasis) geforscht, aber auch zur weiteren Senkung der Herstellungskosten sowie der Erschliessung neuer Einsatzgebiete (z. B. in Geldscheinen und Kleidung eingearbeitete Transponder).
Potenzielle Angriffs- bzw. Schutzszenarien
Es gibt mehrere Möglichkeiten die korrekte Funktion von RFID-Geräten zu stören.
- Man kann versuchen zu verhindern, dass die RFID-Transponder ihre Energie erhalten. Hier kann man beispielsweise die Batterie herausnehmen, oder die RFID-Transponder in einen Faradayschen Käfig stecken. (z.B. Alufolie). Dadurch bekommt der RFID-Transponder nicht mehr die nötige Energie um ein Signal auszusenden.
- Man kann einfach die Antenne beschädigen. Bei größeren RFID-Transpondern kann man im Röntgenbild die Spiralen der Antenne deutlich erkennen. Durchtrennt man sie an einer Stelle, funktioniert der RFID-Transponder nicht mehr.
- Die direkte induktive Übertragung eines elektromagnetischen Impulses auf den Transponder und die Antenne dürften diese ebenfalls zerstören und unbrauchbar machen.
- Natürlich kann man auch ein Störsignal aussenden. Bevorzugt auf der Frequenz, auf der auch der RFID-Transponder sendet. Dadurch können die recht schwachen Signale des RFID-Transponders nicht mehr empfangen werden.
- Mit einem sehr empfindlichen Empfänger kann man das Signal des RFID-Transponders prinzipiell auch noch aus größerer Entfernung empfangen. Dies ermöglicht neue Formen der Industriespionage, da bei jedem Lesevorgang der Inhalt des RFID-Transponders mitgelesen werden kann. Somit können beispielsweise alle Verkaufsdaten abgehört werden.
- Wird ein einfacher Speicherchip zur Authentifizierung benutzt, so kann man auch das Signal einmal aufzeichnen, und zu einem späteren Zeitpunkt wiedergeben. Für den Leser erscheint es dann, als ob sich der richtige RFID-Transponder im Feld befände.
Siehe auch
- Elektronischer Reisepass
- Elektronischer Produktcode
- European Article Number
- Data-Mining
- Big Brother Award
- Pervasive Computing
- Polymerelektronik
- Zukunftstechnologie
- Farbdruckermarkierung
Literatur
- Robert Schoblick: RFID. ISBN 3772359205
- Klaus Finkenzeller: RFID-Handbuch. ISBN 3446220712
- Christian Kern: Anwendung von RFID-Systemen. ISBN 3-540-27725-0
Weblinks
- [http://www.rfid-journal.de/ RFID Journal] Einführung ins Thema RFID mit ausführlichen Anwendungsbeispielen und vielen Infos.(Deutsch)
- [http://www.info-rfid.de/ Informationsforum RFID] Informationen über RFID und eine Vielzahl von Anwendungsbeispielen (Deutsch)
- [http://www.tutorial-reports.com/wireless/rfid/ RFID Tutorial] Umfasst Informationen über Technologie, Architektur, Standards, Sicherheit und Comparisions mit anderen Technologien. (Englisch)
- [http://www.bsi.bund.de/fachthem/rfid/RIKCHA.pdf Studie des BSI: Risiken und Chancen von RFID-Systemen (pdf)]
- [http://www.aimglobal.org/technologies/rfid/resources/shrouds_of_time.pdf Detaillierte Informationen zur Entwicklungsgeschichte von RFID (pdf)]
- [http://www.vibe.at/begriffe/rfid.html RFID-Positionspapier von Verbraucherschutz- und Bürgerrechtsorganisationen] 20. November 2003
- [http://www.foebud.org/rfid Kritik aus Verbraucher- und Bürgerrechtssicht gegen den unbedachten Einsatz von RFID]
- [http://www.bigbrotherawards.de/2003/.cop/ Laudatio der deutschen BigBrotherAwards 2003 für den Metro Future Store wegen des unreflektierten Einsatzes von RFID]
- [http://www.eda.fh-aalen.de/Projekte/identsyst/Dokumente/rfid.pdf Einführung in RFID] PDF-Dokument (ca. 100 kB) des EDA-Zentrums der FH Aalen
- [http://www.rfidjournal.com RFID Journal]
- [http://sina.eetezadi.de/?id=11 RFID - Chancen und Risiken] - Funktionsweise der Technik, Anwendungsbeispiele, Bedenken und Einschätzung der Lage
- [http://www.eicar.org/rfid/ RFID-Task-Force] Zusammenschluss unterschiedlichster Interessenvertretungen
- [http://www.StopRFID.de/ Stop RFID] Zur Abwehr unerwünschter Überwachung
- [http://www.rfid-handbook.de/german/chipkarten.html Klaus Finkenzeller: kontaktlose Chipkarten]
- RiFID.de: [http://blog.rifid.de/ Weblog] und [http://rifid.de/links/ Linksammlung]
- [http://rfid-informationen.de Informationen zu Radio Frequency Identification (RF-ID) und Auto-ID (AutoID) ]
- [http://www.rfidtoday.blogspot.com RFID Today]
- [http://66.249.93.104/search?q=cache:XF6vj0cQZqEJ:www.infoweek.ch/archive/ar_print.cfm%3Far_id%3D15225%26sid%3D45136622DA+%22Marcello+Caranci%22+%22Reden+wir+die+RFID-%C3%84ngste+tot!%22&hl=de Marcello Caranci: Reden wir die RFID-Ängste tot!, InfoWeek 11/2005]
- [http://www.einseitig.info/html/content.php?txtid=358 Einseitig.info] "Ziviler Gehorsam" - ein Diskussionsbeitrag zum neuen Reisepass
- [http://www.rfid-application.org RFID-Application]
- [http://www.ccc.de/epass/?language=de Chaos Computer Club] Materialsammlung und Hintergrundinformationen zum Thema elektronischer Reisepass ("ePass")
Kategorie:Identifikationstechnik
Kategorie:Logistik
Kategorie:Datenschutz (Technik)
ja:RFID
ko:RFID
TransplantationTransplantation ist die Verpflanzung von Zellen, Geweben oder Organen. Klinische Transplantationen werden an spezialisierten Transplantationszentren durchgeführt. Das Transplantat (das zu Verpflanzende) kann entweder einem Empfänger oder dem Spender selbst an eine andere Stelle verpflanzt werden. Bei Verbrennungen kann z.B. Haut von anderen Körperteilen auf die verbrannten Stellen verpflanzt werden.
Bei Amputationen von Fingern und Zehen durch Unfälle können einzelne Finger und Zehen verpflanzt werden, um die Funktionsfähigkeit der Hand beziehungsweise den sicheren Stand zu gewährleisten.
Schwieriger sind Transplantationen von fremden Organen, da der Körper das fremde Gewebe abzustoßen versucht (siehe Immunreaktion). Es hat sich gezeigt, dass die Transplantation von Organen naher Blutsverwandter zu den geringsten Abstoßungsreaktionen führt.
Transplantationen werden nach der Herkunft, dem Ort, und der Funktion des Transplantats eingeordnet.
Art der Transplantation
- alloplastische Transplantation - künstliches Material wird implantiert
- Allotransplantation - Spender ist ein anderer Mensch
- autologe Transplantation - Spender und Empfänger sind dieselbe Person
- isogene Transplantation - Spender ist der eineiige Zwilling, d. h. Spender und Empfänger sind genetisch Identisch
- Xenotransplantation - Spender gehört einer anderen Art an (z.B. Schweineherzklappe)
Bei der Lebendspende spendet ein noch lebender Mensch einem anderen Menschen das notwendige Organ oder die erforderlichen Zellen. Dies sind ausschließlich paarig oder segmenthaft angelegte Organe wie Nieren, Leber, Lunge oder reproduzierbare Zellen wie Blut, Knochenmark, Samen oder Eier. Mögliche ist eine Lebendspende zwischen Verwandten, Ehegatten, Verlobten und einer nachweislich intensiven Freundschaft. Überkreuz-Spenden zwischen zwei Ehepaaren oder eine Nachbarschafthilfe dieser Art wurden gerichtlich abgelehnt.
In Deutschland prüft eine Lebendspendenkommission, ob die Organ-Lebendspende aus rein altruistischer Motivation (Nächstenliebe) erfolgt und übernimmt zudem eine intensiven Risikoaufklärung. Nach ausführlichen Gesprächen gibt sie dem zuständigen Transplantationszentrum eine zustimmende oder ablehnende Empfehlung. Die ablehnende Stellungnahme der Lebendspendenkommission ist für das Transplantationszentrum aber nicht bindend. Das Transplantatüberleben liegt deutlich über dem der Hirntodspende. Gründe dafür sind: die intensiven Voruntersuchungen, die kurze Ischämiezeit, die positive Einstellung des Empfängers zum Organ (psychosoma) und die hohe Compliance in der Therapie (Medikamenteneinnahme).
Nicht alle Transplantationsmediziner stimmen einer Organ-Lebendspende zu, weil diese dem Hypokratischem Eid widerspreche, da einem intakten gesunden Organismus ein Organ oder ein Organsegment entnommen und der Gesunde dadurch vorsätzlich krank gemacht wird.
Transplantationsort
- Isotope Transplantation - Ort und Gewebe ist identisch (z. B. Inselzellentransplantation)
- Orthotope Transplantation - örtliche Übereinstimmung (z. B. Herztransplantation)
- Heterotope Transplantation - keine örtliche Übereinstimmung (z. B. Nierentransplantation)
Transplantatfunktion
- Allovitale Transplantation - das Transplantat ist voll funktionsfähig und vital
- Allostatische Transplantation - die Funktion des Organs ist zeitlich begrenzt
- Auxilläre Transplantation - Transplantat zur Unterstützung eines kranken Organs
- Substitutive Transplantation - soll ein funktionsloses Organ ersetzen
Transplantationsrichtlinien
In der Bundesrepublik Deutschland unterliegt die Transplantation von Geweben menschlicher Spender dem Transplantationsgesetz (TPG) [http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/tpg/] vom 1. Dezember 1997 (zuletzt geändert durch Art. 14 V vom 25. November 2003; I 2304) (siehe dazu Organspende). Erlaubt sind Organentnahmen von Verstorbenen (Leichenspende) oder von lebenden Personen (Lebendspende). Organhandel, d.h. Bezahlung oder andere Gegenleistungen für den Spender oder dessen Angehörige, ist verboten. Transplantationen werden ausschließlich in zertifizierten Transplantationszentren durchgeführt.
Immunreaktionen
Das Hauptproblem jeder Transplantation sind Immunreaktionen des Empfängerorganismus gegen das Transplantat. Die T-Zellen und Antikörper des Empfängers bekämpfen dann das fremde Organ. Der Grund für Abstoßungsreaktionen liegt in der unterschiedlichen Oberflächenstruktur der Zellen, insbesondere Unterschiede in den Histokompatibilitäts-Antigene der Zellmembranen beider Lebewesen. Diese Oberflächenstruktur wird von den Genen bestimmt, deshalb hat jedes Individuum eine eigene Zelloberflächenstruktur. Deshalb ist es auch klar, weshalb Verwandte als besonders geeignete Organspender gelten - denn hier stimmen die Gene oftmals besser überein. Die ersten erfolgreichen Organtransplantationen wurden so auch mit eineiigen Zwillingen durchgeführt.
Bei der Übertragung von Spendergewebe, das Immunzellen enthält - vor allem Knochenmark und Lebergewebe - kann es auch zu einer "umgekehrten" Immunreaktion von Zellen des Transplantats gegen den Wirtskörper kommen: Graft versus Host-Reaktion.
Transplantatabstoßung (Rejektion)
Aufgrund der Immunabwehr kann das Transplantat abgestoßen werden Die Abstoßungsreaktionen werden nach ihrer Heftigkeit unterschieden:
- Die hyperakute Abstoßung tritt innerhalb von Minuten bis Stunden nach der erfolgten Transplantation und der Wiederherstellung des Blutflusses auf. Sie ist durch allospezifische Antikörper oder durch blutgruppenspezifische Antikörper (zytotoxische Antikörper gegen AB0- oder HLA-Antigene des Transplantats) verursacht. Nach der Komplementaktivierung kommt es zu Fibrinablagerung in den Gefäßen des Transplantats und somit zu Verschlüssen; das Gewebe stirbt ab.
- Die akute Abstoßung beginnt meist innerhalb von Tagen bis Wochen. Eine Abstoßung zwischen dem 2. und 5. Tag nach der Operation bezeichnet man auch als akzelerierte Abstoßung. Meist beruht sie auf zellulärer interstitieller Abstoßung (d.h. Infiltration des Organs durch T-Zellen). Eine akute Abstoßung kann meistens behandelt werden, etwa durch Steroide, Immunsuppressiva oder Antilymphozytenantikörper.
- Die chronische Abstoßung kann einige Wochen bis Jahre dauern. Meist sind kaum Entzündungszeichen zu finden. Diese Art der Abstoßungsreaktion ist schlecht zu behandeln; meist muss eine erneute Transplantation durchgeführt werden. Feingeweblich liegt ihr eine Transplantatvaskulopathie zugrunde, d.h. irreversible Verengungen der Blutgefäße. Beispiele sind die Koronaratherosklerose nach Herztransplantation, die Nephrosklerose nach Nierentransplantation, Bronchiolitis obliterans nach Lungentransplantation.
Ziel dieser Therapie ist es, das Transplant zu erhalten, indem die Abwehrreaktion des Körpers gegen das fremde Organ unterdrückt wird. Das Ziel einer dauerhaften Immmuntoleranz, d.h. der Abwesenheit einer transplantatspezifischen Immunreaktion ohne dauerhafte Unterdrückung des Immunsystems, ist bis heute durch Medikamente nicht erreichbar. Somit ist eine permanente medikamentöse Rejektionsprophylaxe erforderlich. Um Abstoßungsreaktionen zu vermeiden, können bestimmte Kombinationen von Medikamenten gegeben werden. Zur Induktionsthera | | |