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Inde (Fluss)
Die Inde entspringt in Ostbelgien, fließt durch den Aachener Stadtteil Kornelimünster und Stolberg und fließt weiter durch Eschweiler, Weisweiler und Inden, um schließlich südwestlich von Jülich in die Rur zu münden. In der lokalen Mundart heißt sie "Eng". Sie ist namensgebend für die Gemeinde Inden im Kreis Düren sowie für den Zusatznamen "Indestadt" für Eschweiler; auch das in Kornelimüster liegende Inda-Gymnasium ist nach dem Fluss benannt. Die Inde ist namensgebend für das Projekt Indeland. Ein seltener und lokal sehr beschränkter Name für die Inde ist "Münsterbach" (wegen des Münsterländchens, einer Landschaft im Bereich Kornelimünster/Walheim/Breinig). Seit Anfang 1987 hat die Autobahn A 4 in jeder Fahrtrichtung ein Hinweisschild für die Inde. Verwaltungstechnisch gehört die Inde zum Wasserverband Eifel-Rur.
In die Inde münden der Omerbach, Otterbach, Saubach, Vichtbach und Wehebach. Durch einen Zufluss aus einer alten Industriehalde, den so genannten "Vegla-Poldern", ist sie ab Stolberg unter anderem mit Dünnsäure stark verschmutzt. Seit 19. September 2005 liegt ein öffentlich-rechtlicher Vertrag vor, nach dem die huminsäurehaltigen Sickerwässer an den Poldern aufgefangen und über eine Förderleitung auf das Betriebsgelände des Unternehmens Saint-Gobain Glass und von dort weiter zur Kläranlage Stolberg-Steinfurt geführt werden sollen.
Neues Flussbett
Im Jahre 1998 wurde damit begonnen, ein neues Flussbett für die Inde zwischen den Orten Lamersdorf und Kirchberg anzulegen. Das neue Bett der Inde, welches ca. 12 km lang ist, wurde unter besonderen ökologischen Gesichtspunkten angelegt; es wurden dabei mehrere 100.000 Bäume gepflanzt und Auen angelegt. Statt bisher 5 km begradigtem Flusslauf beträgt die Länge des Teilstücks jetzt 12 km. Künftig fließt die Inde in einem halbkreisförmigen Bogen nach Westen nahe an Neu-Lohn vorbei. Ab dem 20. April 2005 flossen 0,8 Kubikmeter Wasser pro Sekunde im Rahmen eines Probebetriebs durch das neue Flussbett der Inde. Die vollständige Flutung fand am 2. September 2005 statt. Später wird das alte Bett der Inde zwischen Lamersdorf und Kirchberg durch das Fortschreiten des Braunkohlentagebaus Inden II verschwinden.
Wenngleich im Auftrag von RWE Power vor der Trockenlegung des alten Flussbettes Fische abgefischt und umgesetzt wurden, berichtete der Fischerei-Aufseher für den Kreis Düren von "über 10.000 zum Teil große Fische", die infolge der Trockenlegung starben.
Herkunft des Namens
Ihr Name ist keltischen Ursprungs: Inda. Sie hat ein Gegenstück in der „kleinen Inde“, der Andelle, einem 55 km langen Fluss im frz. Departement Seine-Maritime (Normandie), welcher in Sergeux bei Forges-les-Eaux entspringt und in die Seine zwischen Paris und Rouen fließt. Die ursprüngliche Namensform war Indella; ihre Nachsilbe -ella ist ein Beispiel für keltische Flussnamenbildung: Man vergleiche etwa Mosella (dt. Mosel, frz. Moselle) = die kleine Mosa (dt. Maas, frz. Meuse). Dem Namen Inde unterstellt man das indoeuropäische Stammwort - wed (= Wasser), das Wörtern wie lat. unda (= Gewässer, Welle), it. onda, frz. onde (= Welle) und dt. ondulieren (Haare wellen) zugrunde liegt.
Geschichtliche Bedeutung hat die Inde erlangt, als Kaiser Ludwig der Fromme 815 an einem ihrer alten Übergänge das gleichnamige Kloster Inda, das heutige Kornelimünster, gründete.
Weblinks
- [http://www.wdr.de/themen/panorama/12/fischsterben/index.jhtml?rubrikenstyle=panorama wdr.de: Fischsterben in der Inde]
Kategorie:Fluss in Deutschland
Kategorie:Fluss in Belgien
Kategorie:Fluss_in_Nordrhein-Westfalen
Kategorie:Rheinland
Aachen
Aachen (franz. Aix-la-Chapelle, niederl. Aken, im örtlichen Dialekt, dem Öcher Platt, Oche) ist eine kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk Köln des Landes Nordrhein-Westfalen und eines der Oberzentren des Landes.
Aachen liegt direkt in der Euregio Maas-Rhein im Dreiländereck Deutschland–Belgien–Niederlande und in der Nähe des Nationalparks Eifel.
Die Einwohnerzahl der Stadt überschritt um das Jahr 1890 die 100.000-Grenze, wodurch Aachen zur Großstadt wurde.
Geographie
Aachen ist die westlichste deutsche Großstadt und zählt zu den Verdichtungsräumen des Landes. Sie liegt direkt an den Grenzen zu Belgien und den Niederlanden, etwa 30 km nördlich des Hohen Venns in einer nur nach Nordosten geöffneten Mulde am Fuß des linksrheinischen Schiefergebirges (Eifel), das südlich der Stadt beginnt.
Der höchste Punkt im Stadtgebiet beträgt 410 m ü. NN und liegt im äußersten Südosten der Stadt; der tiefste Punkt beträgt 125 m ü. NN und liegt im Norden der Stadt an der Bundesgrenze. Die Länge der Stadtgrenze beträgt 87,7 km, davon 23,8 km Grenze zu Belgien und 21,8 km Grenze zu den Niederlanden. Die größte Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 21,6 km, die größte West-Ost-Ausdehnung 17,2 km.
Nachbargemeinden
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Aachen. Sie werden im Uhrzeigersinn genannt, beginnend im Nordwesten:
Herzogenrath, Würselen, Eschweiler, Stolberg und Roetgen (alle Kreis Aachen), Raeren und Kelmis in Belgien (Provinz Lüttich in Belgien) sowie Vaals, Wittem, Simpelveld, Heerlen und Kerkrade (alle Provinz Limburg in den Niederlanden).
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet gliedert sich in 7 Stadtbezirke mit je einer eigenen Bezirksvertretung und einem Bezirksvorsteher sowie einem eigenen Bezirksamt. Die Bezirksvertretung wird von der Bevölkerung des Stadtbezirks bei jeder Kommunalwahl gewählt. Die Stadtbezirke sind für statistische Zwecke teilweise in statistische Bezirke unterteilt. Diese haben eine zweistellige Nummer.
Die Stadtbezirke mit ihren zugehörigen statistischen Bezirken
- Aachen-Mitte: 10 Markt, 13 Theater, 14 Lindenplatz, 15 St. Jakob, 16 Westpark, 17 Hanbruch, 18 Hörn, 21 Ponttor, 22 Hansemannplatz, 23 Soers, 24 Jülicher Straße, 25 Kalkofen, 31 Kaiserplatz, 32 Adalbertsteinweg, 33 Panneschopp, 34 Rothe Erde, 35 Trierer Straße, 36 Frankenberg, 37 Forst, 41 Beverau, 42 Burtscheid Kurgarten, 43 Burtscheid Abtei, 46 Burtscheid Steinebrück, 47 Marschiertor, 48 Hangeweiher
- Brand: 51 Brand
- Eilendorf: 52 Eilendorf
- Haaren: 53 Haaren (mit Verlautenheide)
- Kornelimünster/Walheim: 61 Kornelimünster, 62 Oberforstbach, 63 Walheim
- Laurensberg: 64 Vaalserquartier, 65 Laurensberg (siehe auch Vetschau (Aachen))
- Richterich: 66 Richterich (siehe auch Grünental, Huf)
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte der Stadt Aachen
Geschichte der Stadt Aachen
Das Gebiet um Aachen wurde schon vor langer Zeit besiedelt. Bereits im Neolithikum (der Jungsteinzeit) zwischen 3000–2500 v. Chr. wurde auf dem Lousberg Feuerstein abgebaut. In der Bronzezeit und der frühen Eisenzeit war Aachen von Kelten besiedelt, wie Hügelgräber im Aachener Wald beweisen. Nach den Kelten siedelten die Römer an den warmen Quellen. Ein römisches Militärbad ist im 1. Jahrhundert unserer Zeitrechnung belegt. Zeugnisse späterer Besiedlung sind fränkische Gräber aus dem 7. Jahrhundert.
Der fränkische König Pippin der Jüngere baute in Aachen einen Hof und sorgte für die erste schriftliche Erwähnung Aachens 765 als Aquis villa. Pippins Sohn Karl, später Karl der Große genannt, erbte das Fränkische Reich und den Aachener Hof, den er zu seiner Residenz wählte und zu einer Kaiserpfalz mit Palast (an dieser Stelle steht heute das Rathaus) und Kapelle, der so genannten Pfalzkapelle, ausbaute (heute der Aachener Dom).
Karls Sohn, Ludwig der Fromme, wurde 813 in Anwesenheit seines Vaters im Obergeschoß der Pfalzkapelle zum Mitkaiser gekrönt. Karl der Große wurde am 28. Januar 814 im Vorhof der Kapelle beigesetzt. Eine weitere Krönung erfolgte Mitte des 9. Jahrhunderts in der Aachener Pfalzkapelle. Lothar I., der älteste Enkel Karls des Großen, krönte sich hier zum Kaiser.
936 lässt sich Otto I. in Aachen zum ostfränkischen König krönen. Aachen bleibt für die nächsten 600 Jahre Krönungsort der deutschen Könige. Bis 1531 werden 31 deutsche Könige im Dom zu Aachen (auch Aachener Münster genannt) gekrönt, letzter ist Ferdinand I.
1165 lässt Friedrich I. Barbarossa Karl den Großen heilig sprechen. Ein Jahr später erhält Aachen Stadtrechte sowie das Markt- und Münzrecht und wird freie Reichsstadt (daher der Adler im Wappen).
1171 wird mit dem Bau des ersten Teils der Stadtmauer begonnen.
1248 fällt Aachen nach sechsmonatiger Belagerung an Wilhelm von Holland, der hier zum König gekrönt wird.
Von 1257 bis 1357 wird der äußere Mauerring angelegt, der erst im 19. Jahrhundert von der städtischen Bebauung überschritten wird.
1258 werden erstmals die Tuchwalker erwähnt. Die Tuchfabrikation war jahrhundertelang der wesentlichste Wirtschaftsfaktor der Stadt.
1330 beginnt der Bau eines Rathauses, das 1349 fertig gestellt wird.
1349 wird die Aachener Heiligtumsfahrt begründet, die seitdem alle sieben Jahre Pilger in die Stadt bringt.
1500 wird Aachen Teil des Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreises.
1520 wird Karl V. zum König gekrönt.
Karl V.
1601 ergibt eine Zählung eine Einwohnerzahl von 14.171, darunter 2.829 Bürger.
Am 2. Mai 1656 bricht in der Backstube des Bäckers Peter Maw an der Jakobskirche ein Feuer aus, das fast das ganze gotische Aachen zerstört. Sieben Menschen sterben, 4.664 Häuser werden zerstört.
In der Folgezeit baut der aus Lüttich stammende Badearzt Franciscus Blondel Aachen zu einem der modernsten Badeorte Europas aus. In Aachen kursiert seit dieser Zeit der Satz: Was das Feuer zerstört hat, baut das Wasser wieder auf. Der Kurbetrieb wird durch Möglichkeiten zum Müßiggang und der Zerstreuung (Casino, Ballsäle) erweitert. Aachen wird zum Modebad und beherbergt regelmäßig die europäische Prominenz. Dazu zählen Herrscher wie Zar Peter der Große von Russland und der preußische König Friedrich der Große ebenso wie der Komponist Georg Friedrich Händel.
1668 wird der Revolutionskrieg zwischen Spanien und Frankreich mit dem Ersten Aachener Frieden beendet.
1748 findet in Aachen ein Friedenskongress statt, der den Österreichischen Erbfolgekrieg mit dem Zweiten Aachener Frieden beendet.
1794 besetzen die Armeen der Französischen Revolution Aachen und vereinen es mit Frankreich. Zahlreiche Kulturgüter werden nach Paris verschleppt.
1798 wird Aachen Verwaltungssitz des den Niederrhein umfassenden Roerdepartements. Im Jahre 1802 wird Aachen erstmals Bischofssitz. Das Bistum Aachen besteht zunächst bis 1825.
1815 wird Aachen nach dem Wiener Kongress in das Königreich Preußen eingegliedert und 1816 zunächst in der Provinz Jülich-Kleve-Berg Sitz einer preußischen Bezirksregierung und eines Landkreises. Die Stadt selbst wird kreisfrei. Ab 1824 gehört die Stadt mit dem gesamten Regierungsbezirk dann zur Rheinprovinz.
1822 wird mit dem Bau des Theaters und des Elisenbrunnens nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel begonnen. Das Theater wird 1825 eröffnet, der Elisenbrunnen zwei Jahre später eingeweiht.
1830 wird ein Aufruhr der Arbeiterschaft von bewaffneten Bürgern und Soldaten blutig niedergeschlagen. Die Einführung der Dampfkraft, vor allem in der Tuchindustrie, die fortschreitende Mechanisierung und die damit verbundene Arbeitslosigkeit sowie Frauen- und Kinderarbeit bei Niedrigstlöhnen hatten zu den Unruhen geführt.
1841 erfolgt die erste Wohnbebauung außerhalb des alten Stadtwalls. Das Bahnhofsviertel und die Theaterstraße entstehen.
1870 wird die Technische Hochschule als Königlich Rheinisch-Westphälische Polytechnische Schule zu Aachen gegründet.
1897 wird die Stadt Burtscheid eingemeindet. Damit steigt die Einwohnerzahl Aachens auf 126.407.
1918, nach dem Ersten Weltkrieg, fällt das westliche Aachener Hinterland mitsamt dem Kreis Eupen an Belgien. Aachen bleibt elf Jahre lang von belgischen Truppen besetzt.
1930 wird das 1825 aufgelöste Bistum Aachen wieder errichtet und dem Erzbistum Köln als Suffraganbistum unterstellt.
1933 wird die Städteverordnetenversammlung aufgelöst. Die leitenden städtischen und staatlichen Beamten werden durch Mitglieder der NSDAP ersetzt.
1937 findet eine Heiligtumsfahrt mit 800.000 Teilnehmern statt, die als stummer Protest gegen das NS-Regime gewertet wird.
1937
Im Zweiten Weltkrieg wird Aachen stark beschädigt, 65 % des Wohnraums werden zerstört. Im Juli 1941 erfolgt der erste von fünf Luftangriffen.
1944 wird Aachen zwangsevakuiert und am 21. Oktober 1944 nach sechswöchigem Kampf als erste westdeutsche Stadt von den Alliierten eingenommen. Zu diesem Zeitpunkt zählt die Stadt nur noch 11.139 Einwohner. Die US-Amerikaner setzen als neuen Bürgermeister Franz Oppenhoff ein, der fast fünf Monate später von einer Spezialeinheit der Nazis als Kollaborateur erschossen wird. Nach ihm wird später die Oppenhoffallee benannt. Aachen wird zunächst von amerikanischen, dann britischen und später von belgischen Truppen besetzt.
1946 hat Aachen wieder 100.000 Einwohner. Die Stadt wird dem Land Nordrhein-Westfalen eingegliedert.
Beim Kaffeeschmuggel zwischen Belgien und Deutschland sterben zwischen 1945 und 1953 40 Menschen an der Aachener Kaffeefront.
Erstmalig wird 1950 der Internationale Karlspreis der Stadt Aachen für besondere Verdienste um Einigung und Frieden in Europa verliehen.
Bei der Gebietsreform von 1972 wird das Stadtgebiet Aachens durch die Eingemeindung von Brand, Eilendorf, Haaren, Kornelimünster, Laurensberg, Richterich und Walheim mehr als verdoppelt, die Einwohnerzahl steigt auf 237.108. Der Kreis Aachen erhält seine heutige Ausdehnung. Der Regierungsbezirk Aachen wird jedoch aufgelöst und dem Regierungsbezirk Köln angegliedert. Im gleichen Jahr feiert das neue Klinikum Aachen Richtfest.
1985 übergibt der damalige Ministerpräsident Johannes Rau das Klinikum offiziell an die RWTH Aachen.
1995 wird Aachens neue Synagoge unter Beteiligung internationaler Ehrengäste eingeweiht.
Ursprung des Stadtnamens
Der Name der Stadt Aachen leitet sich aus dem altgermanischen Wort „Ahha“, sprich „Acha“, ab und bedeutet Wasser. Die mittelalterliche lateinische Ortsbezeichnung „Aquisgranum“ bewahrt die Erinnerung an den römischen Badeort, der auf den keltisch-römischen Heilgott Grannus hinweist. Als Kurstadt darf sich Aachen Bad Aachen nennen, von stadtpolitischer Seite wird dieser Titel kaum verwendet - damit Aachen bei alphabetischen Listen stets vorne erscheint.
Religionen
Das Gebiet der Stadt Aachen gehörte von Anfang an zum Bistum Lüttich beziehungsweise dessen Archidiakonat Hasbanien, Dekanat Maastricht. Im Mittelalter war die Wurm die Grenze zum Erzbistum Köln. Kirchliche Rechte hatte der Herzog von Jülich. Im Jahre 1708 gab es in Aachen 17 Klöster. 1802 wurde Aachen Sitz eines eigenen Bistums, das jedoch 1825 wieder aufgehoben wurde. Danach gehörte das Gebiet zum Erzbistum Köln, bevor 1930 das Bistum Aachen erneut als Suffraganbistum Kölns errichtet wurde. Heute gehören die Pfarrgemeinden der Stadt zur „Region Aachen-Stadt“. Kathedrale des Bistums Aachen und Hauptkirche der Stadt ist der Aachener Dom.
Kathedrale
Die Reformation begann in Aachen um 1530. In den Folgejahren ließen sich vor allem protestantische (calvinistische) Tuchmacherfamilien in der Stadt nieder. 1544 wurde die erste Gemeinde gebildet. Jedoch wurde den evangelischen Bewohnern auf Befehl des Kaisers ab 1550 alle öffentlichen Ämter gesperrt. Der Rat der Stadt war jedoch gespalten. 1559 verließen die evangelischen Mitglieder den Rat. Danach wanderten viele Protestanten ab. 1576 konnte dank Unterstützung der Zünfte der Rat wieder mehrheitlich mit Protestanten besetzt werden. In der Folgezeit gab es zunächst eine lutherische und drei reformierte Gemeinden. Die Freiheiten dauerten jedoch nicht lange an, da 1598 die Reichsacht über die Stadt verhängt wurde, infolgedessen der evangelische Rat zurücktrat. Alle Predigthäuser und Schulen wurden geschlossen. Viele Protestanten wurden ausgewiesen. Nach einem Aufstand der Protestanten konnte 1611/1612 vorübergehend wieder ein protestantischer Rat gebildet werden, doch 1614 wurde erneut die Reichsacht verhängt und die Protestanten ausgewiesen, teilweise sogar hingerichtet. Danach war die Zahl der Protestanten sehr gering, jedoch gab es stets evangelische Bewohner, die immer wieder versuchten, Einfluss in der Stadt zu gewinnen. Da sie jedoch keine eigenen Gemeinden bilden konnten, schlossen sich die lutherischen und reformierten Bewohner den Gemeinden in Vaals an.
Vaals
Dort wurde 1736 eine protestantische Kirche errichtet. Nach Einmarsch der Franzosen gewannen die Protestanten allmählich ihre Gleichheitsrechte zu den Katholiken. 1802 erhielten sie die ehemalige Klosterkirche St. Anna für ihre Gottesdienste. Die inzwischen gegründete lutherische und reformierte Gemeinde fusionierte 1837 zur Vereinigten Evangelischen Gemeinde. Nachdem Aachen bereits 1815 preußisch geworden war und 1817 die Evangelische Kirche in Preußen als unierte Kirche gebildet worden war, gehörte die Gemeinde in Aachen zu dieser Kirche beziehungsweise zur rheinischen Provinzialkirche. 1838 wurde Aachen Sitz eines Superintendenten, aus dem später der heutige Kirchenkreis Aachen innerhalb der Evangelischen Kirche im Rheinland hervorging. Die Evangelische Kirchengemeinde Aachen gliedert sich in vier Gemeindebereiche (Mitte, Nord, West und Süd) mit jeweils mehreren Pfarrbezirken. Zum Gebiet der Stadt Aachen gehören jedoch noch drei weitere Gemeinden im Südosten: Eilendorf bildet eine eigene Gemeinde, Brand gehört zur Kirchengemeinde Stolberg, die Orte im Bezirk Kornelimünster/Walheim gehören zur Kirchengemeinde Kornelimünster-Zweifall. Der Evangelische Kirchenkreis Aachen umfasst jedoch außer den Gemeinden in Stadt und Kreis Aachen auch Eifelgemeinden im Kreis Euskirchen.
Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Aachen Freikirchen und sonstige religiöse Vereinigungen beziehungsweise Gemeinden, darunter eine Alt-Katholische Gemeinde, Freie Christliche Gemeinden und eine Katholische Koreanische Gemeinde. Ferner sind die Christengemeinschaft, die Zeugen Jehovas, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage und die Neuapostolische Kirche in Aachen vertreten.
Es existieren neben christlichen Einrichtungen islamische und jüdische Einrichtungen: mehrere Moscheen und die Synagoge.
Eingemeindungen
Ehemals selbständige Städte und Gemeinden beziehungsweise Gemarkungen, die in die Stadt Aachen eingegliedert wurden. Vor der ersten Eingemeindung betrug das Stadtgebiet 3.056 Hektar.
Nach diversen kleineren Grenzänderungen und Neuvermessungen seit 1949 umfasst das Stadtgebiet heute eine Fläche von insgesamt 16.082,9 ha.
Einwohnerentwicklung
Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind entweder Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).
Hauptwohnsitz
¹ Volkszählungsergebnis
Politik
Oberbürgermeister und Rat
An der Spitze der Stadt Aachen stand zunächst ein königlicher Beamter. 1250 ging die Leitung auf den Rat über, dem ein Bürgermeister vorstand. Mitglieder des Rates waren zunächst nur lebenslänglich amtierende Schöffen. Seit dem 15. Jahrhundert waren auch die Zünfte vertreten. Dies wurde im so genannten Gaffelbrief von 1450, der bis 1794 galt, festgelegt. Jedoch konnten die Zünfte erst 1513 ihre ständige Mitgliedschaft im Rat erreichen. Die Mitgliederzahl schwankte mehrmals. An der Spitze standen meist zwei Bürgermeister, die aber nur ein Jahr amtierten und am 25. Mai ihr Amt wechselten. Die Ratsmitglieder übten neben ihrer Ratsmitgliedschaft meist noch wichtige Sonderämter in der Stadt aus. Nach dem Einmarsch der Franzosen 1794 wurde die Munizipalverfassung eingeführt. Stadtoberhaupt war der Maire. Ihm standen 3 Beigeordnete und ein 30-köpfiger Rat zur Seite. In preußischer Zeit wurde 1815 aus dem Maire der Oberbürgermeister. Eine Neuordnung der städtischen Verfassung wurde erst 1845 mit der rheinischen Gemeindeordnung beziehungsweise 1856 mit der rheinischen Städteordnung eingeführt. Die Stadtverwaltung bestand weiterhin aus dem Oberbürgermeister und dem Rat.
Während der Zeit der Nationalsozialisten wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein und 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten „Rat der Stadt“, dessen Mitglieder man als Stadtverordnete bezeichnet. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Des Weiteren wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1995 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wurde 1999 erstmals direkt vom Volk gewählt.
Im Aachener Stadtrat sitzen 58 Ratsfrauen und Ratsherren. Der direkt gewählte Oberbürgermeister hat Stimmrecht und leitet die Sitzungen. Derzeit sind im Aachener Rat folgende Parteien vertreten: CDU (22 Mitglieder), SPD (19 Mitglieder), Bündnis 90/Die Grünen (10 Mitglieder), FDP (3 Mitglieder), PDS (1 Mitglied), ABL (Aachener Bürger Liste, 1 Mitglied), UWG (UWG Bürgerwille Aachen, 1 Mitglied) und
G.G.So (1 Mitglied).
Am 26. September 2004 wurde Jürgen Linden für weitere fünf Jahre zum Oberbürgermeister gewählt.
Eine vollständige Aufzählung der Oberbürgermeister seit 1815 und der Oberstadtdirektoren von 1946-1995 findet sich in der Liste der Oberbürgermeister und Oberstadtdirektoren von Aachen.
Wappen
Liste der Oberbürgermeister und Oberstadtdirektoren von Aachen
Das Wappen der Stadt Aachen zeigt einen nach rechts blickenden, rot bewehrten schwarzen Adler auf goldenem Grund. Die Stadtfarben sind schwarz-gelb. Das Wappen wurde zuletzt am 24. Januar 1980 durch die Hauptsatzung der Stadt Aachen festgelegt, ist aber schon sehr lange im Gebrauch. Der Adler symbolisiert das Reich und bringt so zum Ausdruck, dass die Stadt lange Zeit Krönungsstätte der deutschen Könige war.
Alle Reichsstädte, also Städte, die dem Kaiser direkt unterstanden, haben einen schwarzen Adler auf Goldgrund im Wappen.
Partnerstädte
sowie
- 25px Montebourg (Frankreich), seit 1960 Partnerstadt von Walheim (seit der Eingemeindung 1972 dem Aachener Stadtbezirk Kornelimünster/Walheim übertragen)
Wirtschaft und Infrastruktur
Die bedeutendsten Industriezweige in Aachen sind der Maschinenbau, die Reifenproduktion, die Herstellung von Glühlampen sowie die Produktion von Süßwaren, darunter die weltberühmten Aachener Printen. Daneben gibt es eine Reihe von Forschungsbetrieben und Hochtechnologieunternehmen, oft als Spin-offs der Universität (RWTH Aachen). Auch der Tourismus spielt eine wichtige Rolle (680.000 Übernachtungen in 4000 Betten).
In der Vergangenheit war die Produktion von Nadeln und Tuchen der wichtigste Wirtschaftsfaktor. So waren in Aachen mehrere hundert Nadelfabriken ansässig. An fast allen Bächen waren Tuchfabriken und -färbereien vorhanden. Seit Anfang der 90er Jahre hat sich ein sehr deutlicher Strukturwandel vollzogen. Die Herstellung von Nadeln und Tuchen wurde nach Fernost verlagert. Die letzte Aachener Nadelfabrik stellte den Betrieb Ende 2004 ein, von den zahlreichen Tuchfabriken ist noch eine Tuchfabrik übrig geblieben. Weitere Bedeutung hatte die Herstellung von Schienenfahrzeugen, Schirmen und Transformatoren. Diese Bereiche sind jedoch stark reduziert oder völlig aufgegeben worden.
Verkehr
Straßenanbindung
Am Autobahnkreuz Aachen treffen sich die Autobahnen A 4, A 44 und A 544. Die A 4 führt nach Köln sowie über den Grenzübergang Vetschau in die Niederlande, die A 44 nach Düsseldorf sowie nach Belgien. Die A 544 verbindet das Kreuz Aachen mit dem Europaplatz im Osten Aachens. Als Europastraße E 40 ist die A 4 von Köln bis zum Aachener Kreuz und ab dort die A 44 Richtung Belgien beschildert.
Ferner führen die Bundesstraßen B 1, B 57, B 258 und B 264 durch das Stadtgebiet.
Bahn
Neben dem Hauptbahnhof gibt es die Bahnhöfe Aachen-West und Aachen-Rothe Erde sowie die Haltepunkte Aachen-Schanz und Eilendorf. Der Schnellzug Thalys von Köln nach Paris fährt über Aachen, Lüttich und Brüssel. Auch der ICE International verkehrt auf der Strecke Brüssel, Lüttich, Aachen, Köln. Die Schnellzüge wechseln sich im Stundentakt ab. Aachen nimmt somit eine wichtige Stellung im transeuropäischen Verkehrsnetz ein.
Wichtigere regionale Bahnverbindungen (Stand September 2004):
- RegionalExpress RE1: Aachen–Düren-Köln–Düsseldorf–Duisburg–Essen–Dortmund–Hamm (NRW-Express)
- RegionalExpress RE4: Aachen-Mönchengladbach-Düsseldorf-Wuppertal-Dortmund (Wupper-Express)
- RegionalExpress RE9: Aachen–Düren-Köln–Siegen(–Gießen) (Rhein-Sieg-Express)
- RegionalExpress RE29: Aachen–Lüttich
- RegionalBahn RB33: Aachen–Mönchengladbach–Duisburg (Rhein-Niers-Bahn)
- RegionalBahn RB20: Heerlen–Herzogenrath–Aachen–Eschweiler–Weisweiler/Stolberg (Euregiobahn)
ÖPNV
Im Jahr 1974 wurde die letzte Aachener Straßenbahnlinie stillgelegt. Seitdem beschränkt sich der Stadtverkehr auf Busse. Die Linien fahren innerhalb des Aachener Verkehrsverbundes (AVV) und ins benachbarte Ausland, wie zum Beispiel nach Heerlen (NL) oder Eupen (B). Es gibt fünf Schnellbusse nach Alsdorf/Aldenhoven/Jülich (Linie SB 11), Heerlen (Linie 44), Eschweiler Bushof (Linie 52), Roetgen/Simmerath (Linie SB 63) und Roetgen/Monschau (Linie 166).
Den ÖPNV in der Stadt betreibt die ASEAG (Aachener Straßenbahn und Energieversorgungs AG) mit insgesamt 60 Buslinien (Stand Juni 2004). Dreh- und Angelpunkt des Aachener Liniennetzes ist der Bushof, abgesehen von vier Ausnahmen wird dieser von sämtlichen Aachener Buslinien angefahren. Um den Hansemannplatz und den Elisenbrunnen linienmäßig zu entlasten, werden aber zur Zeit alternative Linienführungen überprüft.
In Aachen gibt es ein gesondertes Nachtbusnetz. Dieses besteht aus sieben Linien (N1 bis N6 und N13), die in den Nächten auf Samstag und Sonntag jeweils um 01:45 und 02:45 Uhr vom Elisenbrunnen aus verkehren. Die Linienführung verläuft dabei sternförmig aus der Stadt heraus. Zum Fahrplanwechsel 2006 wird eine neue Nachtlinie N7 eingeführt, welche über Schanz, Hanbruch, Preuswald nach Kelmis (Belgien) fährt. Die erfolgreiche N1 erhält um 03:45 Uhr eine weitere Fahrt.
Der ASEAG wurde seitens der Stadt ein Einsparungsziel vorgegeben, daher ist man zur Zeit bemüht, das Linienangebot stärker dem Bedarf anzupassen. In den letzten Jahren gab es Versuche, wieder eine Stadt- und Straßenbahn einzuführen, das Projekt scheiterte jedoch an den Kosten und wird seit 1999 nicht mehr weiterverfolgt. Als Ersatz fahren seit dem 19. September 2005 zwei Doppelgelenkbusse des Typs Van Hool AGG 300 auf den Linien 5 und 45 im Testbetrieb. Bis 2007 sollen dann, bei erfolgreichem Test, insgesamt 16 Fahrzeuge beschafft werden.
Luftanbindung
Rund 30 km vom Stadtzentrum entfernt liegt in den Niederlanden der Maastricht Aachen Airport, der unter anderem von der KLM angeflogen wird und von Aachen mit einem Shuttle-Bus erreichbar ist. Für kleinere Flugzeuge gibt es den Flugplatz Aachen-Merzbrück, auf dem auch der Rettungshubschrauber Christoph Europa 1 stationiert ist. Die Flughäfen Köln/Bonn (85 km) und Düsseldorf (100 km) können vom Aachener Hauptbahnhof respektive mit den Linien S13 bzw. RE1 erreicht werden. Aufgrund der Zuganbindung wurden auch die bis dahin bestehenden regelmäßigen Busverbindungen („Airport-Aixpress“) zum 31. Oktober 2004 eingestellt.
Besonderheiten
Eisenbahnhistorisch hat Aachen zwei Besonderheiten zu bieten: den ältesten noch befahrenen Eisenbahntunnel Deutschlands, den Buschtunnel, sowie das Viadukt in Aachen-Burtscheid. In der Nähe, in Belgien, befindet sich bei Moresnet das berühmte Geultalviadukt, das 2004 saniert wurde. Zu der Beendigung dieser Maßnahmen gab es einen großen Festakt mit Feuerwerk. Auch wurde eine Rundfahrt in Waggons des legendären Orient-Express angeboten.
Die traditionsreiche Waggonfabrik Talbot an der Jülicher Straße produzierte bis Anfang der 1990er Jahre Güter- und Personenwaggons, wie etwa doppelstöckige Wagen für die niederländische Staatsbahn oder den Talent. Nach der Übernahme durch den kanadischen Konzern Bombardier (seitdem Talbot-Bombardier) wurde ein Großteil der Fertigung nach Ostdeutschland und Tschechien verlegt. Mittlerweile wird in Aachen der Innenausbau von Personenzügen vorgenommen.
Im Rahmen der Baumaßnahmen zu den Weltreiterspielen 2006 bestehen Pläne zum Bau einer Seilbahn von der Soers auf den Lousberg.
Medien
Aachen ist Sitz eines Studios des Westdeutschen Rundfunks (WDR). Hier wird das Regionalprogramm „Regio Aachen“ produziert und ausgestrahlt. Das Fernsehmagazin „Lokalzeit aus Aachen“ wird von Bettina Staubitz, Gesa Hollermann und Ralf Raspe moderiert.
Die beiden Tageszeitungen, Aachener Nachrichten (die erste deutsche Nachkriegszeitung) und Aachener Zeitung, erscheinen beide im Aachener Zeitungsverlag. Auch die Redaktionen wurden inzwischen aus wirtschaftlichen Gründen größtenteils zusammengelegt. Außerdem erscheinen in Aachen mehrere monatliche, kostenlose Stadtmagazine: Bad Aachen, Klenkes und Movie.
In Aachen senden zwei Lokalradios, Aachen 100.eins - Die Hitgarantie und 107,8 Antenne AC. Beide Sender hatten sich, erfolglos, vom Mantelprogramm Radio NRW getrennt. Aachen 100.eins übernimmt inzwischen wieder Programme von Radio NRW. Dass eine verhältnismäßig kleine Stadt wie Aachen zwei lokale Radiosender betreibt, liegt an der ursprünglichen Struktur des Lokalfunksystems in NRW, das für jeden Kreis und jede Stadt eine eigene Station vorsah: Die Frequenz UKW 100,1 war dabei für die Stadt Aachen gedacht, die Frequenz 107,8 für den Kreis Aachen.
Durch die Grenznähe sind außerdem deutschsprachige Privatradios aus Ostbelgien (Radio Fantasy Raeren) zu empfangen. Der meistgehörte private Sender der Region ist laut eigenen Angaben 100.5 - Das Hitradio aus Eupen, an dem der Belgische Rundfunk beteiligt ist.
Die international renommierte Nachrichtenagentur Reuters, welche heute in London ihren Hauptsitz hat, wurde von Paul Julius Reuter (aus Kassel) in Aachen gegründet.
Öffentliche Einrichtungen
Aachen ist Sitz folgender Institutionen und Einrichtungen beziehungsweise Körperschaften des öffentlichen Rechts:
- Handwerkskammer Aachen - Kammerbezirk: Stadt Aachen und Kreise Aachen, Heinsberg, Düren und Euskirchen
- Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Aachen - Kammerbezirk: Stadt Aachen und Kreise Aachen, Heinsberg, Düren und Euskirchen
- eine Außenstelle des Bundesarchivs in den Gebäuden der ehemaligen Reichsabtei Kornelimünster. Hier befinden sich die meisten noch vorhandenen Personalakten der Wehrmacht.
Bildung und Forschung
- Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH) - Die Technische Hochschule Aachen wurde 1870 gegründet und ist eine der ältesten, größten und traditionsreichsten Technischen Hochschulen Europas. Neben den naturwissenschaftlich-technischen Fächern und der Medizin werden auch mehrere Sprachen, diverse Geistes- und Sozialwissenschaften sowie Architektur angeboten.
- Fachhochschule Aachen - Die Fachhochschule ist eine der größten ihrer Art in Deutschland. In Jülich befindet sich ein weiterer Standort dieser Fachhochschule.
- Abteilung Aachen der Hochschule für Musik Köln
- Katholische Hochschule für Kirchenmusik St. Gregorius Aachen - Die Hochschule geht zurück auf die 1881 gegründete Kirchenmusikschule St. Gregorius, die 2000 in eine Hochschule umgewandelt wurde. Träger dieser Hochschule sind das Erzbistum Köln sowie die Bistümer Aachen, Essen und Trier. Die Hochschule wird voraussichtlich zum 31. März 2007 geschlossen.
- Katholische Fachhochschule - Die Fachhochschule wurde 1971 gegründet, indem mehrere Höhere Fachschulen für Sozialarbeit, Sozialpädagogik und Heilpädagogik und ein Institut für Religionspädagogik zu einer Fachhochschule zusammen gefasst wurden. Neben Aachen befinden sich weitere Abteilungen dieser Fachhochschule in Köln, Münster und Paderborn.
- Volkshochschule Aachen
- Fraunhofer-Institut für Lasertechnik (ILT)
- Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie (IPT)
- Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie (IME seit 2003)
- Staatliches Umweltamt Aachen ([http://www.stua-ac.nrw.de/ StUA])
Sehenswürdigkeiten
Bauwerke
Der Aachener Dom
Molekularbiologie
Molekularbiologie
Der ursprünglich als Pfalzkapelle für Karl den Großen errichtete Aachener Dom ist das Wahrzeichen der Stadt Aachen. Der gewaltige oktogonale Kuppelbau wurde etwa im Jahr 800 vollendet und war der erste dieser Art nördlich der Alpen. Der berühmte Marmorthron Karls des Großen steht noch heute im Obergeschoss des Oktagons, ganze 30 deutsche Könige „besaßen“ ihn in der Zeit zwischen 936 und 1531.
Als ein Meisterwerk gotischer Baukunst gilt der Anbau der monumentalen Chorhalle aus dem Jahr 1414, dessen Fenster mit der stolzen Höhe von 27 Metern die höchsten dieser Bauetappe darstellen und mit ihren über 1000 Quadratmetern Glasfläche dem Bau den Spitznamen „Glashaus von Aachen“ einbrachten. Im Zentrum des Chorpolygons steht der goldene Karlsschrein aus dem Jahr 1215 mit den Gebeinen Karls des Großen.
Hauptsächlich aus der Zeit der Hochgotik stammen die zahlreichen Kapellen, die im Laufe der Jahrhunderte angefügt wurden.
Die Schatzkammer des Aachener Doms gilt als einer der bedeutendsten Kirchenschätze Europas. Neben dem Lotharkreuz (um 1000) und der silbernen, teils vergoldeten Karlsbüste (etwa 1349) wird hier der berühmte Marienschrein ausgestellt. Er wurde 1239 fertig gestellt und beinhaltet die vier großen Aachener Heiligtümer, die seit 1349 alle sieben Jahre zur Heiligtumsfahrt den Pilgern aus aller Welt gezeigt werden.
Das Ensemble aus Dom und Domschatz wurde 1978 als erstes deutsches Kulturdenkmal in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen.
Das Aachener Rathaus
Auf den Grundmauern der Palastaula der karolingischen Kaiserpfalz wurde im 14. Jahrhundert von der Aachener Bürgerschaft das gotische Rathaus erbaut. Nur der Granusturm zeugt von der ursprünglichen Bebauung aus der Zeit Karl des Großen.
Im ersten Stockwerk befindet sich der Krönungsfestsaal. Fünf Fresken des Aachener Künstlers Alfred Rethel schmücken die Wände, sie zeigen legendäre Szenen aus dem Leben Karls des Großen. Weiterhin sind Kopien der Reichskleinodien (Reichsapfel, Reichskrone, Schwerter) und des Reichsevangeliars, einer Handschrift aus der Schule Karls des Großen, zu sehen.
Im Erdgeschoss zeugen reich ausgestattete Räume vom Glanz der freien Reichsstadt im 17. und 18. Jahrhundert, als das Rathaus zum barocken Stadtschloss umgebaut wurde.
Ans Rathaus angelehnt sind das kleine Holz- und das größere Backsteinhaus, die gemeinsam die uralte Gaststätte „Zum Postwagen“ bilden.
Grashaus
Am Fischmarkt steht das so genannte Grashaus, dessen Fassade vom ältesten Rathaus der Stadt stammt und auf das Jahr 1267 datiert wird. Es diente nach dem Bau des neuen Rathauses erst als Gerichtsstätte, später aber auch als Gefängnis und Richtplatz. 1886 erhielt das Gebäude seine heutige Gestalt mit den drei Spitzbogenfenstern und wurde zum Stadtarchiv umgebaut. In den sieben spitzbogigen Figurennischen finden sich die Standbilder der sieben Kurfürsten, die Ende des 19. Jahrhunderts die verwitterten Originale ersetzten.
Haus Löwenstein
Das Haus Löwenstein am Markt wurde in etwa zur gleichen Zeit errichtet wie das Aachener Rathaus und wurde vermutlich 1345 fertig gestellt. Es ist neben Dom und Rathaus eines der wenigen gotischen Bauwerke, das den großen Stadtbrand von 1656 überstanden hat.
Die ursprüngliche Nutzung des Hauses ist unbekannt. Die noch erhaltenen staufischen Kellergewölbe deuten darauf hin, dass es sich um eine Gaststätte oder ein Weinhaus gehandelt haben könnte. Später diente es jedenfalls wohlhabenden Aachener Bürgern als Wohnhaus, so wohnte im Jahr 1478 Ida von Löwenstein in diesem Gebäude und gab ihm vermutlich seinen Namen.
Eine Besonderheit des heute von der Stadt genutzten Hauses Löwenstein ist auch die Figur des heiligen Nepumuk in der Nische unterhalb des Ecktürmchens. Sie stammt aus dem Jahr 1747 und erinnert an den böhmischen Kleriker Johannes von Nepumuk.
Elisenbrunnen
Johannes von Nepumuk
Johannes von Nepumuk
Johannes von Nepumuk
Johannes von Nepumuk
Am Friedrich-Wilhelm-Platz finden sich die Wandelhallen des Elisenbrunnens. Der klassizistische Bau des Landesbauinspektors Johann Peter Cremer und des Berliner Baumeisters Karl Friedrich Schinkel wurde 1827 fertig gestellt und ist neben Rathaus und Dom eines der Wahrzeichen der Stadt. Im Zweiten Weltkrieg vollständig zerstört, wurde er 1953 originalgetreu wieder aufgebaut.
Der Elisenbrunnen besteht aus einer offenen Wandelhalle mit Säulenvorbau und jeweils einem Pavillon links und rechts mit mehreren Räumlichkeiten. Aus zwei Trinkbrunnen fließt das warme, stark schwefelhaltige Wasser der Kaiserquelle (74° C). An die Prominenten, die als Kurgäste das Wasser der Kaiserquelle tranken, erinnern steinerne Tafeln in der Halle. Darunter sind unter anderem Peter der Große, Friedrich der Große, Giacomo Casanova und Georg Friedrich Händel.
Mittelalterliche Stadtbefestigung
Von der mächtigen, aus zwei Mauerringen und zahlreichen Türmen bestehenden Stadtbefestigung zeugen noch heute zahlreiche Überbleibsel. Von den ehemals 11 mächtigen Stadttoren sind zwei erhalten geblieben:
Das Ponttor am Ende der Pontstraße ist eines der wenigen noch erhaltenen mittelalterlichen Doppeltoranlagen des Rheinlands. Gebaut wurde es in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts
als Teil des äußeren Mauerrings.
Aus dem Jahr 1257 stammt das am Ende der Franzstraße stehende Marschiertor, es gehört zu den mächtigsten noch erhaltenen Stadttoren Westeuropas. In früher Zeit mit seinen Räumlichkeiten als Hauptwaffenplatz genutzt, wurde das Marschiertor im Laufe der Jahrhunderte für die verschiedensten Zwecke in Anspruch genommen: Zeitweise als Rumpelkammer, zwischendurch als Obdachlosenheim, später als Jugendherberge und schließlich auch als HJ-Heim. Heute ist das große Stadttor in der Obhut der Stadtgarde Öcher Penn und wurde in den 60er Jahren aufwendig restauriert.
Weitere erhaltene Bauwerke der alten Stadtbefestigung sind die Marienburg an der Ludwigsallee, der Lange Turm an der Turmstraße, der Lavenstein am Boxgraben, das Pfaffentürmchen in Nähe des Westparks, sowie Reste der alten Stadtmauer an der Pontstraße.
Brunnen & Denkmäler
Vor dem Rathaus befindet sich der Karlsbrunnen, der Karl den Großen mit Reichsapfel und Zepter zeigt. Er ist das älteste noch in Funktion befindliche Brunnendenkmal der Stadt. Die Brunnenschale wurde im Jahr
Kornelimünster ist seit 1972 südöstlicher Stadtteil von Aachen (Stadtbezirk Kornelimünster/Walheim), davor Kreis Aachen.
Daten
Geschichte
814 gründet Benedikt von Aniane (750 - 821) mit Kaiser Ludwig dem Frommen, Nachfolger Karls des Großen, als Berater ein Kloster an dem Flüsschen Inde. Das Kloster war zunächst als Erlöserkloster an der Inde - kurz Inda - bekannt.
Mitte des 9. Jahrhunderts wird das Kloster reichsunmittelbar und erhält großen Landbesitz und die so genannten biblischen oder Salvator-Heiligtümer: Schürztuch, Schweißtuch und Grabtuch des Herrn.
875 wird die Hälfte des Grabtuches gegen eine Kopfreliquie des Märtyrerpapstes Kornelius (gest. 253) eingetauscht. Hiernach wird das Kloster nach ihr Sancti Cornelii ad Indam, später Kornelimünster, genannt. Heute ist der offizielle Titel Abtei der Heiligen Abt Benedikt von Aniane und Papst Kornelius.
1500 wird die Reichsfürstabtei Kornelimünster Teil des Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreises.
1802 fällt das Kornelimünsterer Gebiet an Frankreich und die Abtei wird durch die Säkularisation aufgelöst. Die Abteikirche ist heute Pfarrkirche des Ortes, die alten Abteigebäude sind im Besitz des Landes Nordrhein-Westfalen.
1815 an Preußen und Teil des Kreis Aachen im Regierungsbezirk Aachen.
1906 kommen Benediktiner erneut nach Kornelimünster und gründen die Abtei neu.
1971 plädiert Kornelimünster zusammen mit Breinig, Mulartshütte, Roetgen, Venwegen und Walheim für die Bildung einer Gemeinde Münsterländchen. Doch das Kornelimünsterer Gebiet wird zerschlagen und die Reste aufgeteilt: Kornelimünster/Walheim wird Stadtbezirk von Aachen, Breinig und Venwegen - obwohl nicht zu dem Nahversorgungsbereich gehörend - an Stolberg b. Aachen, und aus Mulartshütte, Rott und Roetgen wird die Restgemeinde Roetgen gebildet - mit 8000 Einwohnern die deutlich kleinste Kommune im neuen Kreis Aachen ab 1972.
Sehenswürdigkeiten
siehe Kornelimünster/Walheim
Verkehr
Kornelimünster/Walheim
Kornelimünster liegt an der Bundesstraße 258, die Aachen und Eifel verbindet. Die nächste Auffahrt zur Autobahn 44 (E40) ist Aachen-Brand.
Mit dem Fahrrad ist Kornelimünster bequem und sicher über den Vennbahnradweg zu erreichen.
Weblinks
- [http://www.aachen.de/DE/stadt_buerger/politik_verwaltung/stadtbezirke/kornelimuenster_walheim/index.html Stadtbezirk Kornelimünster-Walheim]
- [http://www.abtei-kornelimuenster.de Benediktinerabtei Kornelimünster]
- [http://www.hoeckmann.de/geschichte/kornelimuenster.htm Geschichte der Reichsfürstabtei Kornelimünster mit Karte 1789]
Kategorie:Aachen
Kategorie:Rheinland
Eschweiler
Die Stadt Eschweiler ist eine mittlere kreisangehörige Stadt und ein Mittelzentrum im nordrhein-westfälischen Kreis Aachen und in der Städteregion Aachen. Sie liegt an der Inde im westlichen Rheinland und damit in unmittelbarer Nähe des Dreiländerecks Deutschland-Niederlande-Belgien.
Geschichte
BelgienDie Geschichte Eschweilers reicht bis in die römische Besatzungszeit zurück. Die erste urkundliche Erwähnung durch Einhard als Fundus Regius Ascvilare ist aus dem Jahre 828 erhalten. Von 1394 ist die älteste bekannte Urkunde über Eschweiler Bergbau: "Koylberg zu Eschwylre". Völlige Zerstörung im Oktober 1678 durch französische Kriegstruppen - bis auf ein Haus (an der heutigen Dürener Straße in der Altstadt) und die Lederpieta (heute in der Hauptpfarrkirche St. Peter und Paul). Unter napoleonischer Besatzung war Eschweiler von 1800 bis 1815 Mairie und Hauptort des Kantons Eschweiler. 1815 wurden die französischen Kantone Burtscheid und Eschweiler zum preußischen Landkreis Aachen vereinigt. 1838 wurde der Eschweiler Bergwerksverein EBV von Christine Englerth gegründet. 1856 erhielt die Stadt preußisches Stadtrecht. Eschweiler wurde Ende des 2. Weltkriegs zu 70 % zerstört. Seit 1914 ist Eschweiler Garnisonsstadt mit kleinen Unterbrechungen - zuerst mit der Kaserne Stadtmitte (Preyerstraße), jetzt mit der Donnerbergkaserne (Birkengangstraße). 1923 wird die Rheinische Republik in der Neustraße ausgerufen. Im 20. Jahrhundert gab es eine Eschweiler Bank und eine Stadtsparkasse Eschweiler. Aktiv um Geschichte und Zeitgeschehen ist der Eschweiler Geschichtsverein. Die Mundart Eischwiele Platt wird nicht nur im Karneval gepflegt.
Von besonderer Bedeutung für die Stadt ist der Eschweiler Bergbau. Eschweiler trägt den Titel Wiege des rheinischen Bergbaus. Durch den Abbau von Braunkohle in Tagebauen mussten acht Stadtteile (Lohn, Pützlohn, Erberich, Laurenzberg, Langweiler, Langendorf, Lürken, Hausen) umgesiedelt werden. Im Rahmen der Rekultivierung ehemaliger Tagebauflächen entstand der künstliche Blausteinsee.
Das Eschweiler Industriegebiet mit Eisen-, Nichteisen-, Glashütten- und chemischer Industrie ist charakterisiert durch schon Kelten und Römern bekannte Lagerstätten von Zink-, Blei- und Eisenerzen sowie Kalkstein und Quarzsand zusammen mit der bereits erwähnten Kohle und ausreichend Wasserkraft. Im Eschweiler Raum setzt die Industrialisierung vor 1850 ein und erreicht eine Blüte im 19. Jahrhundert, denn die günstigen Standortbedingungen, die Dampfmaschine, ein dicht verzweigtes Eisenbahnnetz seit 1841 und der Eschweiler Bergwerksverein lassen hier die erste Industrieregion Deutschlands entstehen.
Die Eschweiler Industrie nach Beendigung der Steinkohleförderung Mitte des 20. Jahrhunderts hat neue Standbeine: Elektrogussstahl-, Kabel-, Kunststoff-, Farb- und Kalkwerke, Apparate-, Behälter-, Messlehren- und Prüfgerätebau, eine Nähmaschinenfabrik, eine Gießerei, Braunkohlenbergbau, ein Großkraftwerk nebst Müllverbrennungsanlage, das Elektrowerk, ein Mineralölwerk und die Herstellung chemisch-pharmazeutischer Gummiartikel. Ende des 20. Jahrhunderts und Anfang des 21. Jahrhunderts kommen Dienstleistungsunternehmen wie bofrost, ups, das Versorgungsunternehmen EWV und das ALDI-Verteilungszentrum für das westliche Rheinland sowie das Gewerbe-Technologie-Center GeTeCe in der "Gartenstraße" und der Industrie- und Gewerbepark IGP im Osten des Eschweiler Stadtgebiets hinzu.
Eschweiler wird häufig "E'ler" abgekürzt, besonders vor dem Datum bei Unterschriften. In den Telefonbüchern der Deutsche Telekom steht "Ewr". Die Eschweiler Stadtbusse werden mit "EW" abgekürzt, z.B. EW1, EW2, EW3, EW4. Auch die Verkehrsunternehmen nutzen diese Abkürzung unter anderem auf Plänen für die Bahnhöfe EW-Aue, EW-West, EW-Talbahnhof, EW-Nothberg und EW-Weisweiler der Euregiobahn.
Stadtgliederung
Zu Eschweiler gehören die Stadtteile
- zentral: Stadtmitte, Eschweiler-Ost, Wardenslinde, Vöckelsberg, Röthgen, Röhe,
- im Nordwesten: Kinzweiler, Hehlrath, St. Jöris,
- im Norden: Dürwiß, Neu-Lohn, Fronhoven,
- im Osten: Weisweiler, Hücheln, Wilhelmshöhe,
- im Südosten: Nothberg, Bergrath, Bohl, Volkenrath, Hastenrath, Scherpenseel,
- im Südwesten: Pumpe-Stich, das auch die Siedlung Waldschule und Aue umfasst.
Eschweiler gliedert sich in die drei Zonen
- Bördenlandschaft im Norden mit Blausteinsee (im Indeland) und weiten Feldern
- Indetal in der Mitte mit Auen, die am Ufer der zum Teil begradigten und zum Teil renaturierten Inde verlaufen
- Voreifel im Süden mit Höhen und Wäldern: Propsteier Wald, Ichenberg, Eschweiler Stadtwald, Bovenberger Wald, Halde Nierchen.
Die 15 Eschweiler Stadtbezirke der Größe nach sind (mit Bezirksnummer)
- 01 Stadtzentrum 11.823
- 08 Dürwiß 7.190
- 10 Weisweiler/Hücheln/Wilhelmshöhe 6.028
- 12 Bergrath/Bohl/Volkenrath 5.539
- 03 Röthgen 4.796
- 02 Innenstadt 4.681
- 15 Pumpe/Aue/Siedlung Waldschule 2.897
- 14 Stich 2.604
- 04 Röhe 2.336
- 11 Nothberg 2.159
- 13 Hastenrath/Scherpenseel 2.023
- 06 Kinzweiler 1.712
- 07 Hehlrath 1.285
- 05 St. Jöris 885
- 09 Neu-Lohn/Fronhoven 857
(Einwohnerzahlenstand: Ende 2004)
Nachbarorte
Städtepartnerschaften
- 25px seit 1975: Wattrelos (Frankreich)
- 25px seit 1985: Reigate & Banstead (England)
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Karneval
Eschweiler ist eine rheinische Karnevalshochburg mit dem viertgrößten Rosenmontagszug Deutschlands: Eschweiler Karneval.
Wallfahrtsorte
In Eschweiler gibt es zwei Wallfahrtsorte: Eschweiler-Kinzweiler mit der Wallfahrtskirche zur Mutter vom Guten Rat mit einem Gnadenbild von 1767 sowie Eschweiler-Nothberg mit der Wallfahrtskirche zur schmerzhaften Mutter mit einer Pietà aus dem 15. Jahrhundert.
Burgen und Herrenhäuser
- Eschweiler Burg aus dem 13. Jahrhundert (ehemalige Wasserburg: drei Türme, ein Nebenhaus)
- Röthgener Burg, Wasserburg
- Nothberger Burg mit Pasqualini-Erker und -Lustgang, einmalige Donjon-Bauweise (einzige nördlich der Alpen) in Eschweiler-Nothberg
- Nothberger Hof
- Weisweiler Burg in Eschweiler-Weisweiler, jetzt zum Teil evangelische Kirche
- Haus Palant östlich von Eschweiler-Weisweiler, Rittergut derer von Palant
- Drimbornshof in Eschweiler-Dürwiß
- Broicher Hof in Eschweiler-Dürwiß, heute Sitz der regionalen Forstbehörde
- ehemalige Burgen Lürken, Laurenzberg und Rittergut Hausen (wegen Braunkohletagebau abgerissen)
- Kinzweiler Burg, Wasserburg
- Haus Kambach, Wasserschloss in Eschweiler-Kinzweiler mit Golfheim für den dortigen Golfplatz
Museen und weitere sehenswerte Gebäude
- Heimat- und Handwerksmuseum im Drimbornshof in Eschweiler-Dürwiß
- Villae Rusticae, zum Beispiel die Propsteier Villa im Propsteier Wald im Südwesten des Stadtgebiets
- Gressenicher Mühle bei Eschweiler-Scherpenseel
- Hauptpfarrkirche St. Peter und Paul mit teilweise romanischem Turm und seltener Lederpietà
- Wallfahrtskirche Eschweiler-Nothberg
- Wallfahrtskirche Eschweiler-Kinzweiler
- Motten beim Kalvarienberg der Kinzweiler Wallfahrtskirche
- ehemaliges Zisterzienserinnenkloster in Eschweiler-St. Jöris, mit Schädelreliquie
Kultur, Theater und regelmäßige Veranstaltungen
- Kulturzentrum Eschweiler Talbahnhof, Bistro und Kabarett [http://www.talbahnhof.de]
- EMF (Eschweiler Musikfestival)
- Grenzlandtheater
- Tag des Eschweiler Karnevals (um den 11. November mit verkaufsoffenem Sonntag)
- Blausteinsee-Cup
- Größter Rosenmontagszug der Dreiländerregion Aachen / Maastricht / Lüttich
- Indeschau (Verbraucherschau)
Zeitungen
Seit Herbst 1931 erscheint die Eschweiler Filmpost, ein kostenloses Wochenblatt, das jeden Donnerstag mit dem Eschweiler Kinoprogramm, geschäftlichen und privaten Kleinanzeigen u.a. erscheint. Die beiden Eschweiler Tageszeitungen sind die Eschweiler Nachrichten und die Eschweiler Zeitung, vormals Bote an der Inde.
Kulinarische Spezialitäten
Die Eschweiler Küche ist rheinisch und zum Teil belgisch geprägt. Neben Muscheln gibt es Sauerbraten mit einer Soße aus Rosinen und Printen, Panhas, Reibekuchen (in Eischwiele Platt: Riefkooch) mit Schwarzbrot, Apfelkraut (Appelkruck) oder Rübenkraut (Sehm), Blutwurst - roh oder gebraten - (Flönz / Puttes / Blootwuësch), Hemmel on Äed ("Himmel und Erde", das heißt Kartoffelpüree mit Apfelmus und gebratener Blutwurst oder gebratenem Panhas) sowie Reis-, Aprikosen- und Birnenfläden (Vlaam); Birnenfläden, auch Schwatze Flaam genannt, gibt es traditionsgemäß zu Beerdigungen.
Eschweiler Dialekt
Die Eschweiler Mundart, das "Aischwiile Plat" oder "Eischwiele Platt", gehört zur ripuarischen Dialektgruppe. Typisch für Deutsche anderer Dialektgruppen sind "dat" und "wat" für "das" und "was" sowie "j" bzw. "ch" für "g": Ne jut jebratene Jans is ne jute Jabe Jottes. Die Endung -es markiert Örtlichkeiten: Backes (= Backhaus), Jeckes (= Irrenanstalt), Kackes (= Toilette), Kruffes (= enge Behausung; von kruffe = kriechen), Mäckes (= McDonald's), Pannes (= Pannhaus), Schneckes (= Schneckenhaus). Für Auswärtige ist der Eschweiler Singsang markant.
Eschweiler Wolf
Im Februar 2005 verunsichert ein vermutlich aus Belgien stammender Wolf die Gegend um Eschweiler. Die Medien nennen ihn den Eschweiler Wolf. Heinsberger Polizisten erschießen ihn am 21. Februar.
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
- August Thyssen (1922)
- Hugo Merckens (1951)
Söhne und Töchter der Stadt
- Theo Altmeyer, ehemaliger deutscher Tenor.
- Götz Briefs ( - 1. Januar 1889 in Eschweiler, † 16. Mai 1974), Nationalökonom und Sozialphilosoph.
- Markus Daun ( - 10. September 1980 in Eschweiler), Fußballspieler des 1. FC Nürnberg.
- Christine Englerth (geborene Wültgens; - 1767 in Rath bei Düsseldorf, † 1838 in Eschweiler), Gründerin des Eschweiler Bergwerksvereins EBV, ihr Gatte Carl Englerth und ihr Sohn Friedrich Englerth.
- Wilhelm Lexis ( - 17. Juli 1837 in Eschweiler; † 24. August 1914 in Göttingen), deutscher Volkswirt, Nationalökonom und Statistiker.
- Marcus Maletz ( - 03. Februar 1976 in Eschweiler), Gitarrist der Kölner Musikgruppe "Paraplüs".
- Preyer Eine Eschweiler Malerfamilie.
- Franz Reuleaux ( - 30. September 1829 Eschweiler-Pumpe; † in Berlin), "Vater der Kinematik".
- Günter Roth ( - 1934 in Eschweiler), Bildhauer.
- Michaela Schaffrath ( - 6. Dezember 1970 in Eschweiler), Pornodarstellerin und Schauspielerin,
- Wilhelm Scheller ( - 03. Januar 1873 in Eschweiler), Junkers-Flugzeugveteran, 1902 Eintritt bei Junkers, Leiter der Versuchsanstalt Prof. Junkers in Aachen, Schwager von Luerken, 04. April 1917 Vortrag über "Ölmotoren in der Binnenschiffahrt" im Aachener Bezirksverein des VDI, 1918 nach Dessau übergesiedelt.
- Karl-Heinz Smuda ( - 24. Januar 1961 in Eschweiler), Hörfunkjournalist.
- Hans Stuchlik ( - 1944 in Reichstadt (Zakupy)), Eschweiler Künstler tschechischer Abstammung.
- August Thyssen ( - 1842 in Eschweiler; † 2. Dezember 1926 in Duisburg), gründete 1867 in Duisburg das Eisenwerk "Thyssen-Foussol & Co" und später weitere Stahlwerke. Das Unternehmen ging 1997 in der ThyssenKrupp AG auf.
Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen
- Anna Klöcker
- Bob Style
Verkehr
Eschweilers Ausfahrtsstraßen verlaufen sternförmig in Richtung Westen (Würselen, Broichweiden), Osten (Langerwehe, Düren), Nordwesten (Alsdorf, Hoengen), Norden (Aldenhoven, Jülich), Nordosten (Inden), Südwesten (Monschau) und Südosten (Gressenich, Langerwehe-Heistern). Die Stadt durchziehen fünf Hauptachsen in Ost-West-Richtung: die Autobahn A 4, die Bundesstraße B 264, die Inde, die Talbahnlinie mit "Eschweiler-Talbahnhof" und die Haupteisenbahnstrecke Köln-Aachen mit "Eschweiler Hbf".
18px Eschweiler ist über zwei Autobahnauffahrten von der A 4 Köln-Aachen zu erreichen: Eschweiler und Eschweiler-Weisweiler (ab 2005 ersetzt durch Eschweiler-Ost). Außerdem besteht über Aldenhoven, Alsdorf und Broichweiden ein Anschluss an die A 44. Auf der A 4 liegen auf Eschweiler Stadtgebiet die Autobahnraststätten Aachener Land-Nord sowie -Süd, welche vormals "Propsteier Wald" hießen.
18px Eschweiler verfügt momentan über sechs Bahnhöfe, davon liegen zwei an der DB-Strecke Köln-Aachen: Eschweiler Hbf und Nothberg (Rheinische Eisenbahn).
Die übrigen vier Haltepunkte wurden mit der Erweiterung der euregiobahn ab dem Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2004 in Betrieb genommen und heißen Eschweiler-West, Eschweiler Talbahnhof/Raiffeisen-Platz, Eschweiler-Nothberg und Eschweiler-Weisweiler. Weitere Haltepunkte in Eschweiler-Aue (vor Eschweiler-West) und Eschweiler-St. Jöris (Richtung Alsdorf, Herzogenrath) sind geplant. Diskutiert wird ein Haltepunkt an der Bergrather Straße.
Die Eschweiler Talbahnstrecke Aue - Tal - Weisweiler - Frenz - Inden - Jülich - Hochneukirch - Rheydt-Odenkirchen wurde 1873 als Bergisch-Märkische Eisenbahn eröffnet.
18px Eschweiler verfügt über zwei Bushöfe: "Eschweiler Bushof" und "Eschweiler-Talbahnhof/Raiffeisenplatz" und etwas über 100 Bushaltestellen, welche von den folgenden Linien bedient werden:
- EW1 (Stadtbus): Bushof - Bergrath - Volkenrath - Hastenrath - Scherpenseel - Gressenich
- EW2 (Stadtbus): Dürwiß - Bushof - Bergrath - Nothberg
- EW3 (Stadtbus): Bushof - Bergrath - Volkenrath - Hastenrath - Scherpenseel - Werth
- EW4 (Stadtbus): St. Jöris/Aue - Röhe - Bushof - Talbahnhof - Hauptbahnhof
- 6: Bushof - Dürwiß - Neu-Lohn - Aldenhoven
- 8: Bushof - Talbahnhof - Stich - Pumpe - Waldsiedlung - Stolberg
- 26: Bushof - Bergrath - Nothberg - Heistern - Hamich - Gressenich
- 28: IGP/Hücheln - Weisweiler - Ost - Bushof - Hehlrath - Kinzweiler - Hoengen - Alsdorf
- 48: Bushof - Hauptbahnhof - Stich - Pumpe - Waldsiedlung - Donnerbergkaserne - Stolberg
- 52 (Schnellbus): Hücheln/Vöckelsberg - Ost - Bushof - Röhe - Autobahn - Aachen
- 94: Bushof - Ost - Weisweiler - Kraftwerk Weisweiler - Frenz (weiter als 294)
- 96: Bushof - Ost - Weisweiler - Heidesiedlung - Langerwehe (weiter als 296)
Ansässige Unternehmen
Kabel, Feinmechanik, Metallverarbeitung, Papier, Nahrungsmittel sowie Logistik: ups, bofrost, Kraftverkehr Nagel, Eukalin (Spezialklebstoffe) ALDI-Verteilerzentrum Rheinland bei Eschweiler-Kinzweiler. Ferner Braunkohlekraftwerk Weisweiler mit Müllverbrennungsanlage und Industrie- und Gewerbepark IGP Eschweiler. Im Gewerbe-Technologie- Center (GeTeCe) haben sich zahlreiche Unternehmen angesiedelt.
Wappen und Stadtfarben
Das seit 1880 geführte Eschweiler Wappen zeigt den zungeherausstreckenden Jülicher Löwen mit dem blauen Schlüssel von St. Peter in den Händen. St. Peter ist der Schutzpatron der Kölner Domkirche, zu deren Lehen Eschweiler vom 11. bis 16. Jahrhundert gehörte. Die Mauerkrone weist auf die mittelalterliche Stadtummauerung hin. Die Stadtfarben sind Schwarz, Gelb und Blau. Das Wappen entstand aus einem Schöffensiegel von 1469 bzw. 1740 und ist eins der ältesten Stadtwappen Nordrhein-Westfalens.
Die Eschweiler Fahne ist Schwarz-Gelb-Blau. Schwarz-Gelb steht für das Herzogtum Jülich, Blau für den Schlüssel im Wappen. Die Stadtfarben Eschweilers wurden 1914 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen.
Religionen
Eschweiler hat 16 katholische und 4 evangelische Gemeinden sowie 5 Moscheen und ist Sitz des Zentralrats der Muslime in Deutschland. Weiter betätigen sich die Freie evangelische Gemeinde, die Agape-Gemeinde, die Apostolische Kirche, die Neuapostolische Kirche und die Zeugen Jehovas.
Ebenfalls besteht in der Gemeinde Eschweiler ein Jugendmesskreis ("himmelsmieter"). Dieser feiert monatlich mit jungen Christen einen Gottesdienst.
Öffentliche Einrichtungen
Eschweiler ist unter anderem Sitz des Amtsgerichts Eschweiler, des Gesundheitsamts des Kreises Aachen sowie NRW-Forstbehörde für den Bereich Eschweiler/Aachen/Jülich/Düren/Heinsberg/Wassenberg.
Ausbildungsstätten
Eschweiler verfügt über 11 Grundschulen, 1 Gesamtschule Waldschule in Pumpe-Stich, 1 Gemeinschaftshauptschule, 1 Hauptschule Dürwiß, 1 Realschule Patternhof, 2 Gymnasien Städtisches Gymnasium (im Volksmund: das Städtische) und Bischöfliche Liebfrauenschule (im Volksmund: der Nonnenbunker), 1 Astrid-Lindgren-Schule für Erziehungshilfe, 1 Erich-Kästner-Schule für Sprachbehinderte, 1 Schule für Lernbehinderte, 1 Jugendverkehrsschule Dürwiß, 1 Musikschule der Stadt Eschweiler, 1 Berufskolleg, 1 Studienzentrum der FernUni Hagen.
Freizeit- und Sportanlagen
- Freibad Dürwiß mit Rutsche
- Familien- und Spaßbad Jahnstraße mit Wellenbad und Rutsche
- Eissporthalle August-Thyssen-Straße
- Skater-Anlage Indestraße
- Großsportanlage mit Stadion Dürwiß
- Moto-Cross Gelände des [http://www.msc-grenzland.de MSC Grenzland 1982 e.V.]
- 18-Loch-Golfanlage Haus Kambach in Eschweiler-Kinzweiler
- Blausteinsee: Tauchen, Schwimmen, Segeln
- Kinzweiler Burg Rockfestival [http://www.castlemania.de.ms "Castlemania"]
- Jugendzentrum OASE
- Marktplatz mit Sonnenwagen
Einwohnerentwicklung
Einwohnerzahlen
Umfassende Daten zur Eschweiler Bevölkerungsentwicklung finden sich unter Eschweiler/Bevölkerungsentwicklung.
Ein- und Ausgemeindungen
- Spätestens im 16. Jahrhundert kamen die drei Rodungsorte Bergrath, Röhe und Röthgen zu Eschweiler
- 1823 wurde Eschweiler-Mühle nach Stolberg ausgemeindet
- 1859 wurden Hehlrath, Kinzweiler und St. Jöris ausgemeindet
- 1932 wurden Hastenrath, Nothberg, Scherpenseel und Volkenrath eingemeindet
- 1935 wurden ein südlicher Bahnhof, Eschweiler-Birkengang, Eschweiler-Donnerberg, Eschweiler-Duffenter, Eschweiler-Steinbachshochwald, Eschweiler-Steinfurt und Eschweiler-Velau nach Stolberg ausgemeindet
- 1972 wurden Dürwiß, Lohn (mit Erberich, Laurenzberg und Pützlohn) und Weisweiler (mit Hücheln und Wilhelmshöhe) eingemeindet und kam Kinzweiler (mit Hehlrath und St. Jöris) zurück
- 2003 wurde der Südteil des ehemaligen, belgischen Camp Astrid an Stolberg ausgemeindet
Kuriositäten
- Da die Eschweiler Hauptpfarrkirche erst St. Michael und erst später St. Peter und Paul wegen des Zuschlags an den Kölner Dompropst hieß, feiert man in Eschweiler-Mitte zweimal Kirmes im Jahr - einmal zu Michael und einmal zu Peter und Paul.
- Über 70 Jahre lag der Hauptbahnhof einer Nachbargemeinde auf Eschweiler Stadtgebiet.
- An der Aussprache des Wortes Talbahnhof erkennt man den gebürtigen Eschweiler: Er betont den Namen nämlich auf der zweiten Silbe: Talbáhnhof.
- Eschweiler ist die größte deutsche Stadt mit nur einer Zustellpostleitzahl: 52249.
Literatur
- Schriftenreihe des Eschweiler Geschichtsvereins (23 Bände bis Anfang 2005)
- Eschweiler in seiner Geschichte (2 Bände)
- Nothberger Burg (2 Bände)
- Eschweiler in alten Ansichten (2 Bände)
- Wie me bej os sprisch: Eschweiler Mundartwörterbuch
- Eschweiler - eine Stadt zum Anfassen
- Eschweiler entdecken (Wander-)Führer des Eifelverein Eschweiler, ISBN 3-921805-24-4
- Die schöne Eifel: Ausgabe Eschweiler
Weblinks
- [http://www.eschweiler.de/ Website der Stadt Eschweiler]
- [http://www.staedte-wiki.de/index.php/Eschweiler Städte Wiki]
- [http://www.eschweilergeschichtsverein.de/ www.eschweilergeschichtsverein.de] Seite des Eschweiler Geschichtsvereins e.V., gegr. 1974.
- [http://www.eischwieleplatt.de/ www.eischwieleplatt.de] - Wörterbuch der Eschweiler Mundart
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Kategorie:Rheinland
Kategorie:Ort in Nordrhein-Westfalen
Weisweiler
Weisweiler ist ein östlicher Stadtteil von Eschweiler in Nordrhein-Westfalen.
Geschichte
Bei der Grabstätte von Severinus, 346 auf einem Konzil zum dritten Bischof von Köln gewählt, wird um 800 die Kirche des Heiligen Severin genannt. Eine sich ausbreitende Verehrung dieses Heiligen über Köln hinaus begann erst im 10. Jahrhundert, und so wird 1282 das Gereonstift in Köln als Collator (Beisteuernder) der Weisweiler Kirche St. Severin genannt. Die Kirche ist nach dem Prinzip des fränkischen Kirchenbaus in typischer West-Ost-Höhenlage auf einer Terrasse über dem Indetal gebaut. Der erste Teil des Ortsnamens geht wahrscheinlich auf Wiese zurück.
Bis 1972 war Weisweiler eine eigenständige Gemeinde zusammen mit Eschweiler-Hücheln und Eschweiler-Wilhelmshöhe im Kreis Düren. Zwischen Weisweiler und Hücheln/Wilhelmshöhe fließt die Inde. Die Postleitzahl war 5182 Weisweiler (über Eschweiler).
Verkehr
18px Seit den 1930er Jahren hat Weisweiler eine Auffahrt auf der A 4: "Weisweiler", von 1972 an "Eschweiler-Weisweiler", später wieder "Weisweiler". Durch den Ortskern verläuft die B 264. Die lang geplante Umleitung dieser Bundesstraße zur Entlastung Weisweilers wird 2006 realisiert sein.
18px Am 1. Oktober 1873 wird die Bergisch-Märkische Bahn auf der Strecke Rheydt-Odenkirchen - Jülich - Inden - Frenz - Weisweiler - Eschweiler-Aue eröffnet. Am 22. Mai 1983 wird die Eschweiler Talbahnlinie und somit der Haltepunkt "Weisweiler" für den Personenverkehr eingestellt. Mitte 2005 wird das Weisweiler Bahnhofsgebäude zugunsten der Umgehung der B 264 abgerissen. Seit September 2004 befindet sich hier der Euregiobahn-Haltepunkt "Eschweiler-Weisweiler", welcher vorerst Endhaltestelle ist, bis die Euregiobahn bis Langerwehe fortgesetzt wird.
18px Über die Haltestellen "Auf dem Pesch", "Berliner Ring", "Elektrowerk", "EWV", "Frankenplatz", "In der Krause", "RWE/Kraftwerk", "Schwimmbad", "Weisweiler Bf" und "Zukunft" wird Weisweiler von den Linien 94/294, 96/296, 28 und 52 mit Langerwehe, Inden, Hücheln, Wilhelmshöhe und "Eschweiler Bushof" verbunden.
Industrie und Gewerbe
Bei Weisweiler liegt die Zentralkläranlage der Stadt Eschweiler, ein Braunkohlekraftwerk mit Müllverbrennungsanlage, das Stahlwerk Elektrowerk sowie die Gewerbegebiete In der Krause und Industrie- und Gewerbepark Eschweiler (IGP).
Sehenswürdigkeiten
- Haus Palant
- Weisweiler Burg
- Kraftwerk Weisweiler
- Ehrenfriedhof
Weblinks
[http://www.festhalle-weisweiler.de Festhalle Weisweiler]
[http://www.blauefunken-weisweiler.de Karnevalsgesellschaft KG "Lätitia" von 1878 Blaue Funken Artillerie Weisweiler e.V]
[http://www.die-weisweiler.de Trompetensound "Die Weisweiler"]
[http://tanzcorps-hoeppekroetsch.de Weisweiler Tanzchorps "Höppekroetsch"]
Kategorie:Ort in Nordrhein-Westfalen
Kategorie:Rheinland
Kategorie:Eschweiler
Jülich
Jülich ist eine mittlere kreisangehörige Stadt im Kreis Düren, Nordrhein-Westfalen, Deutschland.
Geographie
Jülich liegt im Rurtal an der Rur. Jülich und sein Umland liegen im Norden der Jülich-Zülpicher-Börde. Begrenzt wird das Stadtgebiet im Norden von der Stadt Linnich, im Nordosten von der Gemeinde Titz, im Südosten von der Gemeinde Niederzier, im Süden von der Gemeinde Inden und im Westen von der Gemeinde Aldenhoven. Die größte Ausdehnung von Ost nach West beträgt 13,3 km und von Nord nach Süd 10,9 km. Der höchste Punkt von Jülich liegt in Bourheim bei 110 m (außer Sophienhöhe), der tiefste bei 70 m in Barmen. Jülich besteht neben der Kernstadt aus 15 weiteren Stadtteilen.
Stadtbezirke
Die Stadt Jülich gliedert sich in 16 Stadtbezirke:
- Kernstadt
- Altenburg
- Barmen
- Bourheim
- Broich
- Daubenrath
- Güsten
- Kirchberg
- Koslar
- Neu-Lich-Steinstraß
- Mersch
- Merzenhausen
- Pattern
- Selgersdorf
- Stetternich
- Welldorf (mit Serrest)
Geschichte
Stadtbezirk
Jülich wird erstmals in römischer Zeit als Kastell Juliacum an einer Straße durch das Rurtal genannt. Die Grafen und Herzöge von Jülich bauen ihre Macht im Mittelalter aus und erheben Jülich 1234 (Graf Wilhelm IV.) zur Stadt. Durch Schlachten gegen den Erzbischof von Köln wird Jülich 1239 zerstört. Am 14. Oktober 1279 schließen die Grafen von Jülich mit dem Kölner Erzbischof Siegfried von Westerburg den Frieden zu Pingsheim. 1416 erhält die Stadt von Herzog Rainald von Jülich-Geldern das finanzielle Selbstbestimmungsrecht. 1547 wird die Stadt nach einem Brand im Stil der Renaissance als Idealstadt unter Leitung des Architekten Alessandro Pasqualini neu gebaut. Die Zitadelle wird später von dem französischen Festungsbaumeister Sébastien le Prestre de Vauban besucht und als vorbildlich beurteilt. Nachdem die Herzogliche Linie 1609 ausstirbt, wird das Herzogtum Jülich aufgeteilt.
Die Stadt gehört danach mit dem Herzogtum zu Pfalz-Neuburg, dann Kurpfalz (1685) und Bayern (1685).
1794 bis 1814 gehört Jülich als Juliers im Departement Roer zum französischen Staatsgebiet. Die Franzosen erweitern die Festungsanlagen um den napoleonischen Brückenkopf an der Rur. 1815 wird Jülich preußische Festungsstadt und Kreisstadt. Die Festung wird 1860 geschleift.
Brückenkopf
Am 16. November 1944 (Zweiter Weltkrieg) wird Jülich bei einem Angriff alliierter Bomber zu 97% zerstört, da es - obwohl die Stadtanlage, der Brückenkopf und die Zitadelle längst nicht mehr als Festung genutzt werden - als ein Haupthindernis bei der Einnahme des Rheinlandes gilt.
In den Jahren 1949 bis 1956 erfolgt der Wiederaufbau des Stadtkerns, bei dem es gelingt, den überlieferten Renaissance-Grundriss zu erhalten.
1998 findet die Landesgartenschau in Jülich statt. Durch diese Entscheidung wurde die umfangreiche Restaurierung der Festungsanlagen des Brückenkopfes und die Anlage eines großen Naherholungsgebietes - des Brückenkopfparks - ermöglicht.
In der heutigen Zeit erhält Jülich vor allem durch das weltweit bekannte Forschungszentrum (seit 1956), das Kurzwellensendezentrum der Deutschen Telekom AG und die Fachhochschule (seit 1970) Bedeutung. Wahrzeichen von Jülich ist der Hexenturm.
Bevölkerungsentwicklung
Umfassendere Daten zur Jülicher Bevölkerungsentwicklung finden sich unter Jülich/Bevölkerungsentwicklung.
Jülich/Bevölkerungsentwicklung
Klima
Die folgenden Daten wurden erhoben von der meteorologischen Station des Forschungszentrums Jülich.
Bildung und Forschung
Das Forschungszentrum Jülich ist eine der größten Forschungseinrichtungen Europas. Ein weiterer Studienstandort ist der Standort Jülich der Fachhochschule Aachen. Das Technologiezentrum Jülich beherbergt Existenzgründer und innovative Unternehmen, um Technologietransfer aus den Hochschulen und Forschungseinrichtungen der Region zu erleichtern.
In Jülich gibt es fünf Grundschulen (GGS Nord, GGS Ost, GGS Süd, GGS West und Katholische Grundschule), zwei Sonderschulen (Schirmerschule für Lernbehinderte und Stephanus-Schule für geistig Behinderte), sowie fünf weiterführende Schulen (Gemeinschaftshauptschule, Realschule, Mädchengymnasium, Gymnasium Haus Overbach, Gymnasium Zitadelle)
Freizeit und Sport
Im ganzen Stadt- und Umlandbereich finden sich vielfältige Möglichkeiten für Freizeit- und Sportaktivitäten. So existiert ein gut ausgebautes Netz von Rad- und Wanderwegen entlang der Rur mit einer Vielzahl Routen durch Natur- und Landschaftsschutzgebiete. Besonders hervorzuheben ist die nahe Sophienhöhe - ein durch den Tagebau Hambach entstandener künstlicher Berg: Neben Wander-, Reit- und Radwegen bieten sich hier günstige Verhältnisse für Drachenflieger und Wintersportler.
Jülich besitzt mehr als 60 | | |