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Independent
Independent (engl. = unabhängig), kurz Indie, bezeichnet einerseits eine bestimmte ökonomische Produktionsform von Musik, andererseits einen bestimmten Musikstil, der von einer gemeinsamen Ästhetik geprägt ist, obwohl die einzelnen Ausdrucksformen sehr unterschiedlich sein können.
Independent als Produktionsform
Independent steht hier für Unabhängigkeit von den globalisierten Konzernen des Musikmarktes (Major Labels). Deren Fixierung auf Massenerfolge und größtmöglichen Umsatz am Weltmarkt ohne Beachtung künstlerischer Qualität und Integrität provozierte während der vergangenen Jahrzehnte immer wieder Gegenbewegungen. Allgemeinen ist Independent eine kritische Haltung, die gesellschaftliche und politische Abläufe hinterfragt. So war besonders in den späten 1970er/frühen 1980er Jahren die Gründung vieler Independent-Labels eine bewusste Absage an die Politik und die Ästhetik der großen Plattenfirmen. Ein weitaus profanerer Entscheidungsgrund eines Künstlers, bei einem Independent-Label zu unterschreiben, ist, bei einem Major-Label nicht unter Vertrag genommen zu werden, weil er nicht verkaufsträchtig genug erscheint. So ist besonders beim Aufkeimen neuer Musikrichtungen auch immer eine sprunghaft steigende Zahl von "independent" Musikfirmen (engl. "label") zu beobachten gewesen.
Obwohl es aus solch allgemeiner Perspektive "independent" Bands/Labels in jeder Richtung populärer Musik gibt, erlangte dieses Konzept nach dem Ende der ersten Punk-Welle in den späten 70er Jahren besondere Popularität. Das wohl auch, weil "do it yourself" (kurz: "DIY") in der Punk-Szene ohnehin zu den Grundüberzeugungen gehört.
Dort gab es nach dem Abebben der ersten Punk-Welle in den späten 1970er Jahren keine anderen Möglichkeiten, als Produktion und Vertrieb in die eigenen Hände zu nehmen, da die Musikindustrie keinerlei Bereitschaft zeigte, weiter in diesem Bereich zu investieren. Aus dieser Ablehnung wuchs in der punk-orientierten Rockszene ein weltweiter Trend, in dessen Entwicklung alles definiert wurde, was seit den frühen 90er Jahren als Alternative bezeichnet wird.
Ein typisches Beispiel für diesen Prozess ist das britische "Rough Trade"-Label, das sich vom Schallplattenladen zum führenden europäischen Indie-Label der 1980er entwickelte. Auf US-amerikanischer Seite vergleichbar wäre das von Mitgliedern der Hardcore-Band Black Flag gegründete Label "sst", dessen größter Erfolg aus heutiger Sicht ist, als eins der ersten Labels Grunge-Pioniere wie Soundgarden unter Vertrag genommen zu haben. Eines der bekannteren deutschen Independent-Labels ist L'age d'or.
Vor diesem Hintergrund hat eine allgemein kritisch-oppositionelle Grundüberzeugung in der Independent-Szene Tradition.
Die meisten Mitglieder der Indie-Szene bzw. Subkultur haben auch eine mehr oder minder stark ausgeprägte antikommerzielle und antikonsumorientierte Haltung. Dies zeigt sich in der Ablehnung rein kommerzieller Musikbands, der Abgrenzung von übermäßigem und vor allem "primitivem" Konsum (sowohl in materieller als auch geistig-kultureller Hinsicht, z.B. durch das Tragen von Second-Hand-Kleidung) und manchmal auch generell von allgemeinen Verhaltensmustern, wie sie von Jugendlichen oder jungen Menschen aufgezeigt werden.
Independent als Musikstil
Auf musikalischer Ebene steht "Independent" für den allgemeinen Trend seit den 1980ern, auf der Basis der Philosophie von Punk (Do it yourself) die Ausdrucksmöglichkeiten im Pop- und (hauptsächlich) Rock-Bereich stetig zu erweitern.
Dabei geht es um eine ästhetische Abgrenzung vom musikalischen Mainstream, obwohl die Bands heute durchaus auf Major Labeln vertreten sein können - entstanden ist der "Stil" jedoch jenseits der Major-Label. Für Major-Labels waren diese Klänge ursprünglich zu gewagt, zu kritisch, nicht massentauglich genug, und damit finanziell nicht rentabel, zumeist aber wussten sie nicht einmal um ihre Existenz. Nach und nach geschah dann eine Bedeutungsverschiebung, das Wort, das ursprünglich die wirtschaftlichen Produktionsbedingungen thematisierte, beschrieb zunehmend einen speziellen Klang, der in diesen wirtschaftlichen und kulturellen Nischen entstanden und von Punk geprägt war. Nun brachten im Zuge der Grunge-Welle auch Major-Labels erfolgreiche Indie-Acts heraus, boten ihnen bessere Verträge und besseres Marketing an als die Indie-Labels es konnten, oder erschufen sog. Klon-Bands, also gecastete, musikalisch und ästhetisch sehr ähnliche Bands, aber mit harmloseren Texten und Botschaften und gefälligerer Musik "aus der Retorte". Die Grenzen zwischen Indie und Mainstream verschwammen zunehmend.
Auch weniger aggressiven Postpunkstile, die von Pop-, elektronischen, aber auch Folk-, Country-, Blues-Elementen bestimmt sind, werden als "Indie" bezeichnet. Charakteristisch sind hierfür Bands wie die Go-Betweens, Violent Femmes oder The Feelies.
Trotz ähnlicher Wurzeln und streckenweise identischem Umfeld entwickelte sich besonders in Nordamerika zeitgleich eine breite Bewegung subkultureller Rockbands mit direkterem Punk-Bezug, die für sich den Begriff Hardcore bevorzugten, was bis in die 90er Jahre hinein der Oberbegriff für massivere Sounds blieb.
Mit Beginn dieses Jahrzehnts hatte die subkulturell neu definierte Rockmusik eine solche Breitenwirkung erzielt, dass die Musikindustrie nun wieder verstärkt in diesem Bereich zu investieren begann. Eine direkte Folge davon war der Grunge-Boom rund um Nirvana.
Vor diesem Hintergrund kam die subkulturelle Entwicklung zum Erliegen und der Begriff "independent" als Bezeichnung für unkommerzielle Rockmusik wurde nahezu vollständig von der allgemeineren Bezeichnung Alternative abgelöst, die auch auf große Teile der ehemaligen Hardcore-Szene angewendet wird.
Siehe auch: Underground (Kunst), Portal:Rockmusik, [http://www.indiepedia.de/index.php/Hauptseite]Ein deutschsprachiges Wiki zum Thema Indie- und Popkultur.
Weblinks
- http://www.indiepedia.de Deutschsprachiges, lebendes Lexikon für Indie- und Popkultur
Kategorie:Musikgenre
Kategorie:Jugendkultur
Kategorie: Musikindustrie
Wirtschaft
Der Begriff Wirtschaft (Wortbedeutung: "Wert schaffen") umschreibt alle Einrichtungen und Handlungen von Menschen mit dem Ziel, die in der Umwelt vorhandenen Ressourcen und die vom Menschen geschaffenen Ressourcen zu nutzen, um die Erhaltung und Sicherheit des Lebens der Menschen zu garantieren und zu fördern sowie ihre materiellen und immateriellen Bedürfnisse zu befriedigen.
Die Bedürfnisse des Menschen können in drei Bereiche aufgeteilt werden, deren Reihenfolge eine Priorisierung bei der Zuteilung von Gütern ermöglicht:
- Existenzbedürfnisse umfassen unter anderem das Bedürfnis nach ausreichender Nahrung, Flüssigkeit, Wohnraum und Sicherheit;
- Grundbedürfnisse umfassen unter anderem das Bedürfnis nach Gesundheit, Umwelt und Kleidung und Ähnlichem.
- Luxusbedürfnisse können dagegen nicht generalisiert beschrieben werden. Sie hängen vom Stand der jeweiligen Gesellschaft ab. So kann in einer modernen westlichen Wirtschaft die internationale Mobilität bereits als Grundbedürfnis angesehen werden, in anderen Gesellschaften dagegen noch als Luxusbedürfnis. Siehe dazu auch Lebensstandard.
Die Wirtschaft hat eine Verantwortung als eine der gestaltenden Kräfte in der Gesellschaft. Mit dieser Dimension der Gestaltung ist die Wirtschaftsethik befasst. Viele Unternehmensberater weisen auf die Gefahren hin, in die sich Unternehmen begeben, wenn sie offensichtlich egoistisch handeln und dadurch ihr Image bei potenziellen Kunden und Geschäftspartnern schädigen.
Entwicklung zur modernen Wirtschaft
Eine typologisierende Geschichte der Wirtschaft beginnt mit der Ausnutzung der in der Natur vorhandenen Güter, beispielsweise der Nahrung und der Rohstoffe. Diese Bereiche der Wirtschaft - Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Bergbau - bilden bis heute einen fundamentalen Bestandteil der Gesamtwirtschaft. Sie dienen der Bevölkerung primär zur Befriedigung ihrer elementaren Bedürfnisse, der sog. Existenzbedürfnisse.
Darauf aufbauend wird eine Wirtschaft entwickelt, die bereits vorhandene Güter in andere Güter umwandelt. Dieser Bereich wird als "gewerbliche Wirtschaft" bezeichnet und umfasst Handwerk und Industrie. Produkte der gewerblichen Wirtschaft befriedigen üblicherweise andere Bedürfnisse als die, die mit den Ausgangsgütern befriedigt werden.
Um die Befriedigung der Bedürfnisse einer Bevölkerung sicherzustellen, müssen die vorhandenen Güter jedoch auch an verschiedenen Orten verfügbar sein. Hierzu dienen die Wirtschaftsbereiche des Handels und die Verkehrswirtschaft.
Schließlich reichen materielle Güter alleine nicht zur Befriedigung menschlicher Bedürfnisse aus. So umfasst der Bereich der Dienstleistungswirtschaft ein weites Spektrum an immateriellen Gütern.
In der modernen Wirtschaft wird zudem oftmals die Informationswirtschaft als neuer, eigenständiger Bereich aufgeführt, der die Versorgung von Menschen mit den richtigen Informationen zur gewünschten Zeit sicherstellen soll.
Wirtschaftsformen
Mehr in einem typologischen als historischen Sinn kann die Selbstversorgung als ursprüngliche Wirtschaftsform angesehen werden, in der jeder Mensch oder kleine Gruppen von Menschen jeweils alle Aufgaben übernehmen, die zur Befriedigung der Bedürfnisse notwendig sind.
Auf Basis größerer sozialer Gemeinschaften entwickelt sich das Prinzip der Tauschwirtschaft, in der einzelne Menschen die Rolle eines Spezialisten ausüben und sich auf die Produktion oder Umwandlung eines speziellen Gutes konzentrieren. Die Befriedigung der Bedürfnisse erfolgt dabei im gegenseitigen Austausch dieser Güter. Das Prinzip der Tauschwirtschaft ist die Grundlage für praktisch alle heutigen Wirtschaftsformen.
Die meisten modernen Wirtschaftsformen lassen sich grundsätzlich weiter in die Bereiche Naturalwirtschaft und Geldwirtschaft aufteilen. Die ursprüngliche Naturalwirtschaft ermöglicht den Austausch von Gütern nur zwischen Personen, die gegenseitig über Güter zur Befriedigung der Bedürfnisse des jeweils anderen verfügen. Die Geldwirtschaft führt das neutrale Tauschmittel Geld ein, das die Suche nach einem geeigneten Tauschpartner erleichtert.
Die Realität zeigt heute in den meisten großen Wirtschaftsnationen einen überwiegenden Anteil an Geldwirtschaft. Dabei ist jedoch in den meisten Fällen auch ein oftmals nicht unbedeutender Teil an Naturalwirtschaft zu beobachten, der auf dem Austausch von gegenseitigen Leistungen basiert. Insbesondere in Vereinen, sozialen Organisationen, aber auch im Bereich der Schwarzarbeit lassen sich noch heute oftmals Tauschgeschäfte ohne Verwendung von Geld feststellen.
Der Bereich der Geldwirtschaft kann zudem grob noch weiter unterteilt werden in die Formen der Marktwirtschaft und der Planwirtschaft. Dabei überlässt die Marktwirtschaft den Beteiligten das eigenverantwortliche Handeln in Form eines - mehr oder weniger freien - Marktes, der den Ausgleich zwischen Bedürfnissen und Gütern schaffen soll.
Die Planwirtschaft hingegen ist darauf angelegt, mit Hilfe einer zentralen Steuerung die Bedürfnisse der Menschen zu ermitteln und die vorhandenen Ressourcen zu einer gerechten Verteilung der produzierten Güter einzusetzen.
In der Realität lassen sich in den meisten Wirtschaftssystemen jedoch wiederum Elemente beider Ansätze finden. So sind auch in den westlichen Dienstleistungsnationen stets einzelne Wirtschaftsbereiche in Form der Planwirtschaft abgedeckt worden, beispielsweise das Postwesen. Auch gelten heute in praktisch allen modernen Wirtschaften die Güter "Sicherheit" und "öffentlicher Verkehr" als Aufgabe des Staates und werden zentral verwaltet. Um trotz des planwirtschaftlichen Ansatzes die Vorteile der Marktwirtschaft zur Optimierung des Mitteleinsatzes zu nutzen, wird vermehrt zur Form des regulierten Marktes gegriffen, in dem die Beteiligten weitgehende wirtschaftliche Freiheit genießen, jedoch einer gewissen staatlichen Kontrolle unterworfen sind, indem sie z.B. zur Erbringung gewisser Mindestleistungen zu festgelegten Preisen gezwungen sind.
In Westeuropa ist hierbei oftmals von sozialer Marktwirtschaft die Rede. Dieser Begriff wurde weitgehend von Ludwig Erhard, dem ersten deutschen Bundeswirtschaftsminister nach dem Zweiten Weltkrieg und späteren Bundeskanzler, in den 1950er Jahren geprägt.
Wirtschaftswissenschaften
Zur Untersuchung wirtschaftlichen Handelns, der Gesetze der wirtschaftlichen Entwicklung und zur wissenschaftlichen Unterstützung staatlichen und betrieblichen Entscheidens haben sich die Wirtschaftswissenschaften (Ökonomik) entwickelt. Sie werden üblicherweise in zwei Bereiche aufgeteilt, die Volkswirtschaftslehre und die Betriebswirtschaftslehre.
Die Volkswirtschaftslehre untersucht gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge in der Mikroökonomie als Resultat rationaler Entscheidungen individueller Akteure (Haushalte, Unternehmen) und in der Makroökonomie als Ergebnis des systematischen Zusammenspiels gesamtwirtschaftlicher Aggregate (gesamtwirtschaftliche Nachfrage, Investitionen, Preisniveau etc.).
Die Betriebswirtschaft hingegen befasst sich mit dem Verhalten einer wirtschaftlichen Einheit, dem Unternehmen, im Rahmen ihrer begrenzten Möglichkeiten und Mittel.
Als Begründer der modernen Wirtschaftswissenschaften wird zumeist der Schotte Adam Smith angesehen, der 1776 sein berühmtes Buch An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations veröffentlichte. In diesem Buch kritisierte Smith den bis dahin zumeist vorherrschenden Merkantilismus. Sein weit verbreitetes Werk fand in Großbritannien und den USA große Anerkennung und vermittelte erstmals die Idee einer neuen Wissenschaftsrichtung zur Untersuchung des wirtschaftlichen Handelns. Smith brachte insbesondere bereits existierende Ideen der Gewaltenteilung von Montesquieu und die Ideen des Historikers David Hume über menschliche Motive und Handlungsweisen zusammen.
Die moderne Volkswirtschaftslehre beruht zum einen auf den Untersuchungen und Veröffentlichungen von John Maynard Keynes, der in seinem umstrittenen Werk The Economic Consequences of the Peace die Reparationszahlungen nach dem 1. Weltkrieg als Ruin für die Volkswirtschaft Deutschlands kritisierte. Vor allem seine Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes dominierte über mehrere Jahrzehnte die makroökonomische Diskussion. Neben dieser nachfrageorientierten (keynesianischen) Volkswirtschaftslehre hat in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zunehmend eine angebotsorientierte Orientierung (Monetarismus) Verbreitung und Anerkennung gefunden, die auf den Ökonomen Milton Friedman zurückgeht. Im wirtschaftspolitischen Bereich wurden diese angebotsorientierten Sichtweisen am deutlichsten in England von der Premierministerin Margaret Thatcher (Thatcherismus) und in den USA von dem Präsidenten Ronald Reagan (Reaganomics) umgesetzt.
In den Wirtschaftswissenschaften wird heute meistens davon ausgegangen, dass die Bedürfnisse des Menschen theoretisch unbegrenzt sind. Da die Mittel zur Befriedigung dieser Bedürfnisse jedoch begrenzt sind, können zwangsläufig nicht alle Bedürfnisse befriedigt werden. Die Güter zur Befriedigung der Bedürfnisse sind also knapp (Prinzip der Güterknappheit), die Wirtschaft umschreibt in dieser Sicht die Aufgabe, die vorhandenen Güter optimal zu nutzen.
Das Prinzip der Nachhaltigkeit: Die Christliche Soziallehre
Unter kritischer Abkehr von nachweislich falschen libertären Wirtschaftstheorien entwickelten die Kirchen gemeinsam mit sozialen Organisation ein alternatives, weniger marktfundamentalistisches Wirtschaftskonzept, welches, aufbauend auf die christlichen Grundüberzeugungen, das Leben der Menschen solidarischer und nachhaltiger gestalten helfen soll.
Ökologie, Ökonomie - Dem Wohl und dem Überleben dienen
Dieses Leitbild verbindet die ökologische Frage mit der sozialen und ökonomischen Frage und dem Thema des Überlebens der Menschheit. "Dauerhafte Entwicklung" bzw. "Nachhaltigkeit" vernetzt folgende Gesichtspunkte:
-Gerechtigkeit und Frieden: ein weltweites Entwicklungskonzept für alle Menschen - besonders in den wirtschaftlich schwachen und armen Ländern - in ihrem staaten- und länderübergreifenden Zusammenleben
-Ökologie: die Rückkopplung der weltweiten wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungsprozesse an die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen
-Gegenwart: die Sicherung der Grundversorgung für alle heute lebenden Menschen und die Teilhabe aller Menschen an den Gütern der Erde
-Zukunft und Vorsorge: die Sicherung der Existenzvoraussetzungen für ein menschenwürdiges Leben künftiger Genera-
tionen, also der vorsorgliche Umgang mit Natur und Umwelt zugunsten der Lebensmöglichkeiten der Menschen in der Zukunft.
Auf diese Weise schließt die Leitvorstellung der Nachhaltigkeit das Anliegen der ökologischen Vorsorge und der Prävention ein. Unter anderem leitet sie dazu an, die Ressourcen der Natur zu schonen sowie erneuerbare Energien (z.B. Sonnen- und Windenergie) zu nutzen, um einer Erwärmung der Erdatmosphäre vorzubeugen. Auch in Kirche und Theologie findet der Begriff der Nachhaltigkeit bzw. der ökologischen Vorsorge zunehmend Beachtung. Er ergänzt, vervollständigt und vernetzt die ethischen Werte und Prinzipien, die für Kirche und Theologie traditionell leitend sind, wie z.B. die Würde der Person, Gerechtigkeit, Solidarität, Gemeinwohl, Bewahrung der Schöpfung.
In diesem Sinn betont das Wort "Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit", das der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland und die Deutsche Bischofskonferenz 1997 zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland verabschiedet haben:
"Die christliche Soziallehre muß künftig mehr als bisher das Bewußtsein von der Vernetzung der sozialen, ökonomischen und ökologischen Problematik wekken. Sie muß den Grundgedanken der Bewahrung der Schöpfung mit dem einer Weltgestaltung verbinden, welche der Einbindung aller gesellschaftlichen Prozesse in das - allem menschlichen Tun vorgegebene - umgreifende Netzwerk der Natur Rechnung trägt. Nur so können die Menschen ihrer Verantwortung für die nachfolgenden Generationen gerecht werden. Eben dies will der Leitbegriff einer nachhaltigen, d. h. dauerhaft umweltgerechten Entwicklung zum Ausdruck bringen" (Nr.125).
Siehe auch
- Wirtschaftsordnung
- Portal:Wirtschaft
Literatur
- Heinz-J. Bontrup: Arbeit, Kapital und Staat. - Plädoyer für eine demokratische Wirtschaft. PapyRossa-Verlag Köln. Zweite Auflage 2005. ISBN 3-89438-326-7
- Heinz-J. Bontrup: Volkswirtschaftslehre. Grundlagen der Mikro- und Makroökonomie. Oldenbourg Verlag. Zweite Auflage, München, Wien 2004. ISBN 3-486-57576-7
- Johannes M. Waidfeld: Wachstum, der Irrtum; Wohlstand, eine gesellschaftliche Betrachtung, Fischer & Fischer Medien AG, Frankfurt 2005, ISBN 3-89950-076-8
Weblinks
- [http://www.bdvb.de bdvb] - Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte e.V.
- Telepolis special: [http://www.heise.de/tp/deutsch/special/eco/default.html Ökonomie]
- [http://www.wirtschaftswiki.de/index.php?title=Hauptseite] - Wirtschaftswiki des Handelsblatt
- [http://www.wertekommission.de Wertekommission] - Initiative 25-45jähriger Fach- und Führungskräfte zum Thema Werte in der Wirtschaft
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ja:経済学
ko:경제학
simple:Economics
th:เศรษฐศาสตร์
Major-LabelDie Bezeichnung Major Label (engl. Hauptetikett) entwickelte sich als Gegensatz zur Bezeichnung Independent Label und kennzeichnet die kapitalstärksten und marktdominierenden Plattenfirmen (auch Label genannt) in der Musikbranche.
Derzeit existieren vier große Major Labels, die mit einem Marktanteil von rd. 80 Prozent den Weltmarkt beherrschen. Dazu gehören die Universal Music Group, Sony BMG, EMI Group und die Warner Music Group. Durch ein Joint Venture haben im Januar 2004 Sony und Bertelsmann AG ihre Sparten für das Tonträgergeschäft zusammengelegt. Im Jahr 2000 hatten Warner Brothers Music und die EMI Group ebenfalls einen Zusammenschluss versucht, der aber aufgrund anhaltender Bedenken der Wettbewerbskommission der EU nicht zustande kam.
Major Labels unterteilen sich in Haupt- und Unterlabel (Subsidiaries). Diese Unterlabel sind teilweise ebenfalls in weitere Label aufgesplittet. Zum Beispiel umfasst damit allein BMG Entertainment über 200 einzelne Label weltweit. Durch ständiges An- und Verkaufen, bzw. Auflösen und Gründen von Subsidiaries ist dort ständig Bewegung, und Vorgänge innerhalb der Major Label sind so schwer durchschaubar.
Die Major Label gehören zu Konzernen, die auch in anderen Industriezweigen arbeiten bzw. an entsprechenden Unternehmen beteiligt sind, z.B. Medien, Unterhaltungselektronik und Rüstung.
Kritik
Im Gegensatz zu den kleinen Independent Labels, die oft musikalische – und damit ökonomische – Nischen besetzen, ist das Hauptziel der Major Label die Gewinnmaximierung. Künstlerische Qualität der vertretenen Musiker/Bands und kulturelle Innovation spielen nur am Rande eine Rolle. Zum Beispiel werden Künstler, deren Umsatzzahlen hinter den Erwartungen zurückbleiben einfach entlassen. Ein negativer Effekt dieser Herangehensweise ist die Entstehung generischer Popmusik "von der Stange".
Auch die Konzentration auf immer wenigere und größere Label zum Oligopol wird immer wieder kritisiert. Die Dominanz im Markt und die Ausweitung der Aktivitäten auf sämtliche Bereiche der Musikindustrie haben Strukturen geschaffen, die ökonomischen Wettbewerb verhindern. Selbst kleine Independent Label sind, entgegen ihrer Bezeichnung, oft von diesen Strukturen, z.B. dem Vertrieb, abhängig.
Liste der Major Label
Die Liste ist nicht vollständig und bietet nur einen groben Überblick. Überwiegend handelt es sich um die Hauptlabel, deren Unterlabel hier nicht verzeichnet sind.
- (zu Vivendi Universal): Universal Music, MCA, Motown, Geffen, Lost Highway, Polygram, Island, Def Jam
- (zu AOL Time Warner): Warner Brothers, Atlantic, Rhino, Elektra, Sire, Reprise, WEA
- (zu EMI Group): EMI, Blue Note, Charisma, Chrysalis, Mute, Odeon, Parlophone, HMV, Virgin
- (zu Sony BMG): Sony Music, Columbia, Epic, CBS, BMG, Arista Records, RCA
siehe auch Musiklabel, Liste der Plattenlabel, Independent-Label
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Kategorie: Musikindustrie
Punkmusik
Punk , auch Punkrock, ist eine Musikrichtung der Rockmusik, die Mitte der 1970er Jahre in London und New York im Zusammenhang mit der Subkultur von Punk entstanden ist. In vielen Punk-Rock Abhandlungen findet man den falschen Verweis auf 1977. In diesem Jahr hatten die Sex Pistols ihren kommerziellen Durchbruch, jedoch schon lange vorher spielten amateurhafte Garagenbands wie die Stooges (siehe Proto-Punk) in New York. Punkmusik zeichnet sich durch eine minimale Instrumentierung (Gitarre, Bass, Schlagzeug, Gesang) sowie die Einfachheit der Kompositionen (Schlagwort "drei Akkorde") aus. Der Sound ist geprägt durch übersteuerte Gitarren, eine hohe Taktgeschwindigkeit und raue Stimmen. Die Texte haben bei Punk und Punk-Rock bisweilen einen politischen Inhalt.
Wichtig für die Punkmusik sind auch das Lebensgefühl, der Stil und die Kleidung. Die dazugehörige Jugendkultur Punk ist durch die Ablehnung so genannter "bürgerlicher Werte" und das möglichst krasse Auflehnen dagegen bestimmt. Unter den ersten Bands, die sich selbst als Punks bezeichneten sind unter anderem die Sex Pistols und die Ramones. Lou Reed einmal über einen Auftritt letzterer: "Sie kamen auf die Bühne, die vier Jungs, sahen total gefährlich aus und waren sauer aufeinander. Sie spielten 28 Minuten lang bis sie von der Bühne stürmten. Die Musik war schnell, voll von Wut, sie waren großartig!"
Es haben sich zahlreiche andere Musikstile aus dem Punk entwickelt, die vor allem die Aggressivität in der Musik sowie die politischen Aussagen beibehalten haben. Diese große Anzahl an Stilen werden umgangssprachlich oft als Punk-Rock zusammengefasst.
Bands
Es gibt zahllose Punkbands über den ganzen Globus verteilt, die Bekanntesten stammen überwiegend aus England, den USA, Deutschland und Japan.
Wichtige Vertreter in der Geschichte der Punkmusik sind z.B.:
- The Sex Pistols,
- The Clash,
- The Damned,
- The Ramones,
- Discharge,
- Cockney Rejects,
- Sham 69,
- The Exploited,
- Slime,
- Dead Kennedys,
- Black Flag,
- Minor Threat,
- Bad Religion,
- NOFX,
- Sick Of It All
Labels
Alternative Tentacles, Dischord, Epitaph Records, Fat Wreck Chords, Hellcat Records, Weserlabel, Revelation Records, Burning Heart Records, Hulk Räckorz, Weird System, unterm durchschnitt, Hopeless Records, Victory Records, Wolverine Records, Leech - Redda (Schweiz), Household Name Records, Twisted Chords,
Literatur
- Martin Büsser: If the kids are united. Von Punk zu Hardcore und zurück.; Ventil Verlag Mainz, 2003 (1. Aufl. 1995). ISBN 393055948X
- Jürgen Teipel: Verschwende deine Jugend. Ein Doku-Roman über den deutschen Punk und New Wave, (= Suhrkamp Taschenbuch 3271), Frankfurt am Main 2001 ISBN 3-518-39771-0
- Paul Ott und Hollow Skai (Hgg.): Wir waren Helden für einen Tag. Aus deutschsprachigen Punk-Fanzines 1977-1981, Reinbek bei Hamburg 1983 ISBN 3-499-17682-3
- Rocko Schamoni: Dorfpunks, Rowohlt Taschenbuch, Frankfurt am Main 2004 ISBN 349923618
- Mark Andersen, Mark Jenkins: Dance of Days: Two Decades of Punk in the Nation's Capital, ISBN 1888451440 (engl.)
- Peter Belsito, Bob Davis: Hardcore California: A History of Punk and New Wave, ISBN 086719314X (engl.)
Siehe auch
- Portal:Punk
- Portal:Punk/Musik
- Portal:Rockmusik
- Liste wichtiger Punkbands
- UK-Punk
- US-Punk
- Deutschpunk
- DDR-Punk
- Hardcore Punk
Weblinks
- [http://knox.p-u-n-k.de/db/ Umfangreiche Konzertdatenbank zum Thema Punkrock]
- [http://www.punkstelle.de/bands.htm Ausführliche Liste Deutscher Punkbands]
- [http://www.r-otten-s.de/punk/gruppen.htm Biografien wichtiger Punkbands der Anfänge]
- [http://www.punksite.de www.punksite.de] Deutsches Online-Magazin im Punkbereich
- [http://www.voiceofculture.de www.VoiceOfCulture.de] Berliner Magazin für Mestizo::Ska::Punk Musik
- [http://www.oivision.de Oi!vision – Internet Musikmagazin] (deutsch)
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ja:パンク・ロック
Rockmusik
Eine thematische Sammlung der Artikel rund um den Themenbereich Rockmusik findet sich im
Portal:Rockmusik.
Rock dient als Oberbegriff für Musikrichtungen, die sich ab den 1950er-Jahren mit dem Aufkommen des Rock 'n' Roll entwickelt haben.
Rockband: Instrumente
Die schlichte Rock-Besetzung bestand zunächst aus einer oder mehreren akustischen oder elektrischen Gitarren, Bass und Schlagzeug, oft ergänzt durch Klavier, später durch Keyboards wie Hammondorgel, und ab Ende der 1960er-Jahre, auch Mellotron und vor allem Synthesizer.
Geschichte
Als erster Rock'n'Roll-Song gilt Bill Haleys Stück "Rock around the clock" aus dem Jahr 1954, als jedoch erster Rock-Song "Peter Gunn", Duane Eddy (g), 1958 (1). Das Lied "Rock around the clock" und viele andere Rock'n'Roll Lieder der 1950er Jahre entwickelten sich als "weiße" Kopie des afroamerikanischen Rhythm & Blues. Die Rockmusik jedoch als eine, ab den End-1950ern neue und "eigenständige, sich vom Rock'n'Roll unterscheidende Musikform" besitzt das wesentliche Unterscheidungsmerkmal, dass die Achtel "im Rock'n'Roll punktiert, dagegen in der Rockmusik mit lateinamerikanischer Gleichmäßigkeit gespielt" werden (2).
Rhythm & Blues]
Bekanntester Vertreter der 50er Jahre war Elvis Presley, der wohl den Anfang einleitete zu einer Musik, dessen Zielgruppe die Jugend war. Dies primär um sich von der "Erwachsenenwelt" abzugrenzen und auch um die erwachende Sexualität und Rebellionsgedanken zu manifestieren.
Zwei der wichtigsten Wegbereiter des Rock in den 1960er Jahren sind The Rolling Stones und The Beatles. Hier ist auch schon die erste Genre-Aufsplitterung zu beobachten, die später charakteristisch für die Rock-Szene werden sollte: Auf der einen Seite standen die britischen Beatles, "brave" Jungs, die in Anzügen mit Krawatte auftraten und eher zu melodischen, harmoniegeprägten Songs neigten und auf der anderen Seite die Stones, wilde Rocker, die durch Drogenexzesse und eher rauhen Sound auffielen. In der Tradition der Beatles sind dann auch jene Bands zu sehen, die später eher in die Kategorie Pop einzuordnen sind und jene, die versuchten, ihre technischen Möglichkeiten immer mehr zu erweitern, wie es die Beatles z.B. bei ihrem Album Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band vorexerziert hatten.
Gesellschaftlich war die Rockmusik in jener Zeit mehr als umstritten. Das Auftreten der Protagonisten mit langen Haaren und obszöner, lauter Musik galt als skandalös. Vertreter des Establishments versuchten, die Szene in eine satanistische Ecke zu drängen. Doch gerade diese Ablehnung trug wahrscheinlich wesentlich dazu bei, der Rockszene den Status des rebellischen und revolutionären zu geben, den sie bis in die 1970er behalten sollte und der seinen Höhepunkt in der Friedensbewegung gegen den Vietnam-Krieg fand. Rockmusik und Hippie-Szene sind hier fest miteinander verbunden. Eine gute Darstellung der damaligen Verhältnisse findet sich im Musical Hair, das vom Widerstand junger Amerikaner gegen den Krieg im Umfeld der Hippie-Szene handelt.
Widerstand
Parallel zu den friedensorientierten Hippies bestand eine Szene eher gewaltbereiter Rocker. Bekannt geworden ist hier vor allem das Umfeld der Hells Angels, eine gewaltsuchende ursprünglich amerikanische Motorrad-Gang, die bald international zahlreiche Ableger fand und dem Image des Rock nachhaltig schadete.
Die Zahl der erfolgreichen Rockmusiker explodierte Ende der 60er Jahre geradezu. Das führte zwangsläufig zu einer immer stärkeren Aufsplitterung der Szene in mehr und mehr unübersichtlich werdende Untergenres, eine Entwicklung, die dazu führte, dass bald jede Band mit etwas anderem Klangbild sofort ein eignes Genre für sich beanspruchte, verstärkt von der Musikindustrie, die aus marketingtechnischen Gründen daran Interesse hatte und hat.
Die beiden Hauptrichtungen der 1970er Jahre sind zum einen ein eher künstlerischer Ansatz, der sich in den Genres Art-Rock, Glam-Rock, Progressive Rock und dem aus der Szene erwachsenen Pop manifestiert. Wichtige Vertreter waren Pink Floyd, David Bowie, Elton John, Genesis oder die Roxy Music. Auf der anderen Seite existierte die noch rebellerische Szene, die auch zum Teil als Gegenbewegung zu dem als zu friedfertig verlachten Hippietum entstand. Dazu gehören die gesamte Punk-Bewegung und die Metal-Szene. Diese Richtungen schafften es auch weiterhin, zu provozieren und zu skandalisieren, während die oben genannten Stile den Sprung in die Gesellschaftsfähigkeit geschafft hatten. Wichtige Vertreter sind hier die Sex Pistols, Black Sabbath, AC/DC oder die Ramones. Natürlich gab es auch viele Interpreten zwischen diesen beiden Polen, weitere wichtige Namen sind Led Zeppelin, The Clash oder Velvet Underground.
Interessant zu dieser Zeit ist auch, wie der Rock sich andere Musikströmungen einverleibte und transformierte. Musikrichtuingen wie Jazz, Reggae oder Soul veränderten sich zusehends unter dem Einfluss der Musikindustrie. Ein gutes Beispiel hierfür ist Michael Jackson, der mit seinen Wurzeln in der Black Music eine sehr erfolgreiche Verbindung mit dem Rock einging.
Außerdem ist eine fortschreitende Digitalisierung der Musikproduktion zu beobachten. Zum einen lag das an Bands wie Pink Floyd, die in ihrem Drang zum Perfektionismus die Latte zur perfekt produzierten Platte immer höher legten aber auch an Avantgardisten wie Can (Band) oder vor allem Kraftwerk (Band), die durch den Drang zum Experimentieren einem kompletten Genre jenseits des Rock auf die Beine halfen: der elektronischen Musik.
Der Unterschied zwischen Pop und Rock wurde in der Folge dann in den 1980er Jahren sehr fociert, vor allem durch die Independent-Szene, die sich in der Tradition des Punk sah und von dem großen Mainstream der Musikindustrie abzusetzen versuchte. Hier entstand eine vielfältige und große Szene mit vielen Untergenres, die später im Laufe der 1990er in Alternative überging. Auch der Metal erlebte eine Hochzeit durch Gruppen wie The Scorpions, Iron Maiden, Motörhead oder Metallica. Und auch hier gilt das Prinzip der unüberschaubaren Zersplitterung. An der Schnittstelle zwischen Rock und Pop entstanden viele Bands, die prägend für dieses Jahrzehnt werden sollten: z.B. U2, R.E.M. oder The Cure.
Anfang der 1990er erlebte die Szene dann einen unerwarteten Schub durch den Erfolg der US-Grunge-Band Nirvana, die nach dem Experimentieren und Digitalisieren der 1980er den Rock wieder auf die klassische "Gitarre-Bass-Schlagzeug-3-Akkorde-Kombi" reduzierten und die gesamte Alternative-Szene der 90er nachhaltig prägten. In der Folge tauchten Bands wie Soundgarden, Pearl Jam oder die Smashing Pumpkins auf.
Das Fusionieren und Experimentieren trat dann erst wieder zum Ende des Jahrzehnts in den Vordergrund durch Interpreten, die Elemente aus der zu dieser Zeit Erfolge feiernde elektronischen Musik adaptierten wie z.B. Radiohead, Blur oder auch Nine Inch Nails.
Das neue Jahrtausend wurde dann durch eine um sich greifende Retrowelle geprägt. Bands wie The Strokes oder The White Stripes griffen auf für die 1960er Jahre typische Elemente zurück und transportierten sie zurück in die Charts, The Hives stehen auf den Schultern alter Punk-Größen, The Mars Volta machen als erste Band seit 30 Jahren wieder erfolgreich Proggressive Rock und die Bright Eyes klingen z.T. sehr nach dem jungen Bob Dylan. Ein stilistischer Einschnitt, das "nächste große Ding", lässt im Moment also etwas auf sich warten.
(1) Carlo Bohländer...: Reclams Jazzführer. 5., durchges. u. erg. Aufl., 2000, S. 417. - (2) Ebd.
Bekannte Rock-Festivals und -Konzerte
Bob Dylan
- Zwischen 1965 und 1971 fanden zahlreiche Rockkonzerte im Fillmore West (San Francisco) und Fillmore East (New York) statt
- 16.-18. Juni 1967: Monterey Pop Festival
- 5. Juli 1969: Freiluft-Konzert der Rolling Stones im Londoner Hyde Park
- 15.-17. August 1969: Woodstock Festival
- 6. Dezember 1969: Altamont- Musikfestival mit Hauptact Rolling Stones
- 1968 bis 1970: Isle of Wight Festival
- 1. August 1971: Konzert für Bangladesh
- 13. Juli 1985: Live Aid in London und Philadelphia
- Juli 1988: Anlässlich des 70. Geburtstages des zu jener Zeit seit 24 Jahren inhaftierten Nelson Mandela findet im Londoner Wembley-Stadion ein Benefiz-Festival statt.
- 12.&13. August 1989: Moscow Music Peace Festival im Moskauer Olympia-Stadion
- 21. Juli 1990: Nur wenige Monate nach dem Mauerfall wird Pink Floyds "The Wall" auf dem Potsdamer Platz in Berlin aufgeführt.
- 20. April 1992: Freddie Mercury Tribute Concert im Londoner Wembley-Stadion
- Seit 1971 findet in Dänemark jährlich das Roskilde-Festival statt
- Das größte Open-Air-Festival Europas ist das alljährlich Ende Juni stattfindende Glastonbury Festival
- Bekannteste Open-Air-Festivals in Deutschland sind Rock am Ring (Nürburgring, Eifel), Rock im Park (Nürnberg), die beide jährlich stattfinden und jeweils die selben Bands im Aufgebot haben, sowie das Southside-Festival am Bodensee mit den selben Bands wie sie am selben Wochenende wie beim Hurricane-Festival in Norddeutschland auftreten
- Die bekanntesten Metal-Open-Airs: Wacken Open Air, Bang Your Head, Summer Breeze und das Dynamo Open Air
- In der Schweiz sind insbesondere die jährlichen Festivals Gurtenfestival, OpenAir St. Gallen, Openair Gampel und Paléo Festival international bekannt und beliebt. Neu dazu gekommen ist 2005 auch das Greenfield Festival in Interlaken das sich vor allem auf Rockmusik konzentriert.
- Lollapalooza war in den Jahren 1991 bis 1997 sowie 2003 eine Festival-Tournee in den Kanada und den USA.
- Seit 1996 findet im bayrischen Rothenburg ob der Tauber das Taubertal Openair statt.
- Ebenfalls seit 1996 findet jährlich das von Ozzy Osbourne und seiner Frau initiierte Ozzfest statt.
- Über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt sind die Festivals im burgenländischen Wiesen (Burgenland) wie das Forestglade, Jazzfest oder Sunsplash.
- 29. November 2003: Unter dem Motto 46664 fanden seither mehrfach in Südafrika, aber auch in Madrid und Tromsø, Norwegen Konzerte zu Gunsten der HIV-infizierten Menschen im südlichen Afrika statt.
- 2. Juli 2005: In mehreren Städten weltweit finden die Live 8-Konzerte unter dem Motto „Make Poverty History“ statt.
Literatur
- Frank Laufenberg, Ingrid Laufenberg, Frank Laufenbergs Hit-Lexikon des Rock und Pop, Oktober 2002, Ullstein Tb., ISBN 3-5483-6362-8
- Christian Graf, Burghard Rausch, Rockmusiklexikon Europa, Bd. 1, Juli 2005, Frankfurt, Fischer Tb, ISBN 3-5961-6428-1
- Christian Graf, Burghard Rausch, Rockmusiklexikon Europa, Bd. 2, Juli 2005, Frankfurt, Fischer Tb, ISBN 3-5961-6429-X
- Christian Graf, Burghard Rausch, Rockmusiklexikon Amerika, Afrika, Asien, Australien, Oktober 2003, Frankfurt, Fischer Tb, ISBN 3-5961-5869-9
Alternative (Musik)
Der Begriff Alternative [] bürgerte sich in den frühen 1990er Jahren als allgemeiner Oberbegriff für, seitdem neue Rockbands und -musiker ein.
Ursprünglich setzte sich Alternative aus der Musik verschiedener Subkulturen zusammen. Er wurde jedoch schnell um konventionelle Musikstile, überwiegend aus der Rockmusik erweitert.
Ursprung und marktstrategische Bedeutung
Diese Genre-Bezeichnung kam nach dem Erfolg von Nirvana (Grunge) und Rage Against The Machine (Crossover) auf. Die MTV-Sendung "Alternative Nation" Anfang der 1990er Jahre trug dabei entscheidend zur Verbreitung des Begriffes bei. Zu diesem Zeitpunkt waren die elektronischen Techno/House-Stile und kommerzieller R&B in den Charts dominierend. Die durch Nirvana entstandene Grunge-Welle stach mit ihrer klassisch gitarrenorientierten Musik deutlich hervor. Somit verstand sich der Begriff als eine "Alternative" zum gewohnten Programm. Der Begriff Grunge wurde durch die zunehmende musikalische Vielfalt dem Begriff Alternative untergeordnet. Das Prinzip steht in Analogie zum Punk Rock, der später dem Oberbegriff New Wave untergeordnet wurde.
Vor diesem Hintergrund ist Alternative ein Oberbegriff, der aus marktpolitischen und medienwirksamen Gründen plaziert wurde. Dementsprechend reicht die musikalische Bandbreite von einfachem Folk Rock bis zu elektronisch inspirierter Musik. Das hat eine Definitionslosigkeit des Begriffes zur Folge, die das Einsortieren von Natalie Imbruglia bis Marilyn Manson erlaubt. Der Vorteil für die vermarktende Industrie liegt dabei in der Möglichkeit, selbst Althergebrachtes neu zu etikettieren. Es lässt somit den Eindruck entstehen, ein neues Produkt geschaffen zu haben.
Ein weiterer Aspekt des Begriffes Alternative ist die Erweiterung des Begriffes Independent. Ein Teil der Musikgruppen waren bei Independent-Labels unter Vertrag und ursächlich für den Grunge-Hype verantwortlich. Die Kommerzialisierung ließ den Anteil der Independent-Bands schnell abnehmen. Der Begriff Alternative ist in dieser Hinsicht neutral, nutzt aber den Aspekt der Distanzierung vom Mainstream ebenso wie die Klassifizierung Independent. Seitdem wird der Begriff Independent von der mit dem Grunge aufgewachsenen Generation dekontextuiert durch Alternative ersetzt.
Ein regionaler Bezug spielt ebenfalls eine Rolle. Der Bergriff Independent wurde in den USA nur wenig verwendet. Er setzte sich vor allem in Europa und Australien durch. Beachtet man die Ursprünge von Alternative, füllt dieser Begriff - aus der Sicht der US-Amerikaner - eine Lücke. Interessant ist hier auch die Bezeichnung Britpop, der sich etwa zur gleichen Zeit in Großbritannien etabliert hat. Dieser Begriff stellt sich als Gegenstück zur Alternative dar, obwohl viele Eigenschaften beider Richtungen nahezu identisch sind. Einziger Unterschied ist die Tendenz der US-amerikanischen Bands zum Rock, während die britischen Bands mehr zum Pop tendieren. Der geübtere Umgang der Briten mit kurzlebigen, aus dem Untergrund enstehende Stilrichtungen lässt den Brit-Pop wieder verschwinden. Es wird dort als eine weitere Unterkategorie von Independent betrachtet und nicht dem Begriff Alternative zugeordnet. Die These der Regionalität wird zudem gestützt durch die Ausweitung von Alternative auf überwiegend US-amerikanische Stile, die auch von Bands aus den USA dominiert werden (z. B. Alternative Country oder Alternative Metal).
Das Verhältnis zur Subkultur
Da die Ursprünge von Alternative in der Subkultur liegen, ist ein Bezug vorhanden. Außer von musikalischen Referenzen hängt es damit zusammen, dass typische Merchandising-Produkte wie z. B. bedruckte T-Shirts ursprünglich aus den Subkulturen des Hardcore Punks und des Heavy Metals stammen. Auch die grafische Aufmachung von Bandlogos und Plattenhüllen sowie Mode assoziieren einen starken Bezug zum Underground. Die Bands umgeben sich mit entprechenden Attitüden, die häufig einen Bezug zum Punk, Gothic oder Heavy Metal haben. Dies ist jedoch nichts Neues mehr und wird weniger extrem ausgelebt als in den benannten Subkulturen. So erreicht man ein größeres Publikum und die Referenzen zur Subkultur werden, weil sie vom Publikum erwartet werden, verkaufsfördernd eingesetzt.
Die Wandlung bei den Independent Labels trägt ihren Teil dazu bei. Im Laufe der Jahre ist deren idealistischer Charakter zunehmend den kommerziellen Interessen gewichen. Diese dominieren inzwischen die Strategien der Labels.
Insgesamt stellt damit Alternative keine Subkultur mehr, sondern vielmehr das Verständnis vom heutigen Rock-Mainstream dar.
Siehe auch
- Portal:Rockmusik
Kategorie:Rock
ja:オルタナティブ・ミュージック
Hardcore Punk
Hardcore-Punk, meist schlicht Hardcore genannt, entstand Anfang der 1980er Jahre in den USA. Sie war eine Gegenbewegung zur immer weiter kommerzialisierten Punkbewegung (welche ebenfalls als Gegenbewegung begonnen hatte).
Die Musik war noch härter und schneller als der klassische Punk und unterstrich dadurch die antikommerzielle Haltung.
Haare und Kleidung waren weniger bunt und viele Bands waren politisch sehr engagiert.
Man zeigte seine Zugehörigkeit zu Hardcore-Szene nicht durch auffällige Frisuren oder Mode wie Lederklamotten, Nietenarmbänder, Sicherheitsnadeln o.ä., sondern durch kleine nur einem Insiderkreis verständliche Zeichen, wie z.B. Schriftzüge oder Symbole von Hardcore-Bands wie Agnostic Front, CFA, SFA, SOIA, Slapshot oder Sheer Terror.
Beim Hardcore geht es mehr um die innere Einstellung, um Moral und Politik. Die Hardcore-Szene ist eine Gegenkultur. Bei aller stilistischen und ideologischen Diversität innerhalb der Szene lassen sich drei Grundpfeiler der Hardcore-Bewegung ausmachen: Antikapitalismus, Antirassismus und Antisexismus.
Anfänge
Hochburgen der Hardcore-Bewegung Anfang der 80er waren Los Angeles, San Francisco, Boston und Washington, D.C., zwei Jahre danach folgte auch New York. Urgesteine wie Minor Threat (aus denen später Fugazi hervorgingen), Black Flag, SSD, 7 Seconds, Bad Brains und Scream waren die Protagonisten.
In Deutschland folgten Mitte der 80er Bands wie die Skeeziks, Spermbirds oder Hostages of Ayatollah. Einige der bekannten Labels aus dieser Zeit sind Dischord Records aus Washington, SST, Touch And Go, aus Deutschland beispielsweise X-Mist und Lost&Found Records.
Entwicklung
Stilistisch entfernte sich diese zweite Punk-Generation schnell von den Wurzeln des britischen Punk der ersten Welle. Ging es zunächst noch darum, die "77er" an Massivität zu übertreffen, wurde vielen Künstlern das minimalistische Korsett der Stilmittel ("gerader" up-tempo-beat und die berühmten 3 Akkorde) bald zu eng.
Eine ab Mitte der 80er Jahre stetig wachsende Zahl von Musikern suchte unter Beibehaltung einer gewissen Grund-Aggressivität des frühen Punks nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten. Von zentraler Bedeutung ist dabei die als Crossover bezeichnete konzeptionelle Öffnung gegenüber fast allen Spielarten der (Rock-)Musik.
Da die Ergebnisse mit dem ursprünglichen Punk oft wenig zu tun hatten wurde nicht nur aus praktischen Gründen auf dessen explizite Erwähnung verzichtet und die Bezeichnung von Hardcore-Punk bewusst auf Hardcore (oder HC) verkürzt.
Auf diese Weise verzeichnete Hardcore eine breite Ausdifferenzierung in diverse oft nur szene-intern bekannte Sub-Genres (Melodycore, Hatecore, Crustcore, New York Hardcore/NYHC, Straight Edge Hardcore, Thrashcore, Grindcore, Jazzcore, Noisecore, Emocore, Skacore, Post-Hardcore, Grunge, Metalcore), die in den späten 80er Jahren untereinander oftmals nur noch wenig gemeinsam hatten.
Do it yourself und straight edge
Oft verbunden mit der Hardcore-Szene sind die Begriffe Do it yourself und Straight edge. Do it yourself unterstreicht die angestrebte Unabhängigkeit von der Gesellschaft und anderen äußeren Einflüssen und somit den Glauben an sich selbst und seine eigene Stärke Dinge zu erreichen und zu erarbeiten. Diese Haltung findet sich auch in der durchaus nahen Indie-Szene wieder. Straight Edge wird von einigen unterschiedlich definiert. Eingeführt wurde der Gedanke von der amerikanischen Band Minor Threat, die ihre Anhänger aufriefen: "Don't drink, don't smoke, don't fuck! At least you can fucking think!!" Anhänger der Straight Edge Philosophie legen den Gedanken allerdings verschieden aus. Wohl alle Anhänger lehnen Trinken (Alkohol), Rauchen sowie alle weiteren Drogen ab. Manche der Anhänger ernähren sich zusätzlich vegetarisch bzw. vegan, oder lehnen jede Form von sexuellem Kontakt, der ohne Liebe stattfindet, ab.
Bekennt man sich zu Straight Edge, so soll das als "Commitment for Life" stattfinden. Der Straight Edge-Gedanke beinhaltet auch die Suche nach eigenen moralischen Grundsätzen und ein konsequentes Festhalten an diesen, auch gegen äußere und innere Widerstände (Zitate: Set your goals! Hold on to your morals! Be bold! Stand clear! Hold your ground! No compromise! etc.).
Ein beliebtes Zeichen sich als Straight edge-Anhänger zu erkennen zu geben ist ein schwarzes "X" auf dem Handrücken. Ursprünglich wurde das schwarze X in Clubs verwendet um minderjährige Besucher zu markieren, so dass diese keinen Alkohol ausgeschenkt bekamen.
Grunge und Alternative
'Grunge' war ursprünglich der Teil der US-amerikanischen Hardcore-Bewegung der 80er Jahre, der mittels Crossover Elemente des Hardrock der 70er zu integrieren versuchte. Zu den ersten Bands, die in diesem Bereich experimentierten gehörten Black Flag, Dinosaur Jr., Hüsker Dü, Soundgarden, Screaming Trees, Green River, Mudhoney und Melvins.
Anfang der 90er Jahre markierte der von Nirvana und Pearl Jam ausgelöste Grunge-Boom auch den vorläufigen Endpunkt der Untergrund Hardcore-Bewegung: Die beiden erfolgreichsten Bereiche, Grunge und Crossover, wurden inzwischen als eigene Stilrichtungen wahrgenommen, während die anderen Hardcore Stilrichtungen soweit ausdifferenziert waren, dass nur noch wenig Gemeinsamkeiten gesehen wurden. Da sich parallel die Metal-Szene geöffnet hatte, wurde auch dort Mitte der 90er vieles (wie z.B. Helmet) als Metal betrachtet, was kurz zuvor noch als Hardcore gegolten hätte.
Vor diesem Hintergrund bürgerte sich in den frühen 90er Jahren in der Öffentlichkeit immer mehr der allgemeinere Oberbegriff Alternative für alles ein, was vorher Hardcore oder Independent genannt wurde. Dies vor allem, weil MTV diese Musik erstmals wahrnahm und diese Begriffe für die Masse prägte.
Ob die Musiker den immer noch stark mit Punk assozierten Begriff Hardcore nicht mehr als passend empfanden oder ob die Wortschöpfung ' Alternative' zur besseren Massenvermarktung von der Musikindustrie erfunden wurde (wie in der Szene vermutet wurde), lässt sich nicht mehr eindeutig klären.
Wie fast sämtliche Neuerungen der anderen Hardcore-Crossover-Richtungen sind auch die Grunge-Sounds von vielen Musikern der Alternative und Nu Metal Szene absorbiert worden, so dass die Elemente des Grunge mittlerweile zum selbstverständlichen Instrumentarium aktueller Rockmusik zu zählen sind.
Hardcore in den 90ern und heute
In den 1990er Jahren spaltete sich die übriggebliebene Hardcore-Szene musikalisch in zwei Gruppen: die New School, die den immer noch auf Punkrock basierenden Sound weiterentwickelte und sich bei allen Crossover-Techniken bediente, vorallem aus den Bereichen Metal, Noise und Emo, und die Old School, die den straighten, einfachen und schnellen Hardcore Punk der alten Bands wie Slapshot oder Youth of Today beibehielt oder wiederaufgriff.
Bekannte New School Bands der 1990er und 2000er sind z.B.
- Strife
- Hatebreed
- Refused
- Snapcase
- Earth Crisis
- Boysetsfire
Bekannte Old School Bands der 1990er und 2000er sind z.B.:
- Madball
- CIV
- Ryker's
- Ignite
- Blood for Blood
Erwähnenswert ist auch die Entwicklung von Nazi-Hardcore, die sich in den späten 90ern den Begriff der linksradikalen New Yorker Hardcore-Band SFA "Hatecore" nutzbar machten und der Spielart von White Power-Musik eine weitere Unterart hinzugefügt haben. Dabei setzen sie besonders auf das Hass-Image, das wegen ihres eigenen Hanges zur Gewalttätigkeit als authentisch gilt. Die Aggressivität von Hardcore-Musik wird sowohl von Neonazis als auch von alternativen HörerInnen geteilt. In der neonazistischen Szene ist "Hate Core" indes zum Synonym für extremen Hass geworden, der mit einem starken Militanzfetisch einhergeht und sich gegen die bekannten Feindbilder richtet. Als Antwort der radikalen Linken entstand in der Folgezeit die Good Night White Pride Bewegung.
Bekannte Hardcore-Punk-Labels
- Dischord
- SST Records
- Alternative Tentacles
- Burning Heart Records
- Alveran Records
- Bridge9
- Epitaph Records
- Thorp Records
- Victory Records
- Fat Wreck Chords
- Revelation Records
- Bad Taste Records
- BYO Records
- Lifeforce Records
- Sherwood Studios
- Twisted Chords
Literatur
- Martin Ableitinger: Hardcore Punk und die Chancen der Gegenkultur : Analyse eines gescheiterten Versuchs; Verlag Dr. Kovac, 2004. ISBN 3830016360
- Martin Büsser: If the kids are united. Von Punk zu Hardcore und zurück.; Ventil Verlag Mainz, 2003 (1. Aufl. 1995). ISBN 393055948X
- Matthias Mader: New York City Hardcore - The Way it was; I.P. Verlag 1999; ISBN 3931624102
- Matthias Mader: This is Boston, not New York. Eine Hardcore Punk Enzyklopädie. I.P. Verlag 2003; ISBN 3931624196
- Steven Blush, George Petros: American Hardcore. A Tribal History., ISBN 0922915717 (engl.)
- Mark Andersen, Mark Jenkins: Dance of Days: Two Decades of Punk in the Nation's Capital, ISBN 1888451440 (engl.)
- Peter Belsito, Bob Davis: Hardcore California: A History of Punk and New Wave, ISBN 086719314X (engl.)
Weblinks
- [http://www.fuzzlogic.com/flex/ Flex]: Umfangreiches Verzeichnis von US Punk & Hardcore Veröffentlichungen vornehmlich aus den 80ern
- [http://www.gib-schub.de/alternative/artikel/crossover/crossover-intro.html Hardcore & Crossover]: Die Entwicklung aus subkultureller Sicht
- [http://www.helldriver-magazine.de Helldriver Magazine]: Webzine mit Interviews und CD-Reviews aus der Szene
Siehe auch: Portal:Rockmusik | Oi!
Kategorie:Punk
!
Kategorie:Subkultur
Kategorie:Jugendkultur
Kategorie:Musikgenre
ja:ハードコア (音楽)
GrungeGrunge (engl. Schmuddel, Dreck) bezeichnet einen Musikstil, dessen Ursprünge und Anfänge in der US-amerikanischen Undergroundbewegung lagen. Grunge wurde auch als Seattle-Sound bezeichnet und greift verstärkt auf die Elemente des traditionellen Rock, Punk und Hardrock zurück.
Klangcharakteristik
Tatsächlich sind die Einflüsse auf die Grunge-Musik vielfältig. Die Schwierigkeit liegt darin, dass es sich bei Grunge um einen von der Musikindustrie angeschobenen Hype handelte, der sich überwiegend auf die Stadt Seattle konzentrierte. Es gab dort jedoch eine große Anzahl von Bands, die unterschiedlich klangen und sich künstlerisch unterschiedlich entwickelten.
Geschichte
Zu den ersten Bands, die in diesem Bereich experimentierten, gehörten Wipers und Mission Of Burma, deren Stil in den späten 70ern und frühen 80ern dem vorherrschenden Punk-Publikum zu rockig oder, im Falle von Mission Of Burma, zu komplex waren. Später folgte Hüsker Dü, deren Ursprünge in der Punkszene lagen. Sie kombinierten die Energie des Punk-Rock mit dem komplexeren Songwriting des Rock und erreichten damit Mitte der 80er ein größeres Publikum. Einen Schritt weiter bewegten sich Dinosaur Jr., die mit ihrer Nähe zum klassischen Rock im Stile von Neil Young und einem extrem übersteuerten Gitarrensound mit Wah Wah-Effekten, im Stil des Garagenrock der 60er Jahre, viel Aufmerksamkeit erregten. Weitere Einflüsse waren Sonic Youth, Big Black, Butthole Surfers und andere Vertreter des Noise-Rock. Die Veröffentlichungen ganzer Labels wie z.B. Homestead, SST Records oder Amphetamine Reptile waren ausschlaggebend. Prägend für die Szene waren College-Radios, in denen viel von dieser Independent-Musik zu hören war und der provinzielle Charakter der Region um Seattle. Eine Gegend in der nur unbekanntere Musiker eine Auftrittsmöglichkeit suchten.
Mitte der 1980er bildete sich ein Kern in der Szene Seattles zu denen neben Green River, Soundgarden, U-Men auch The Melvins gehörten. Zu diesem Zeitpunkt entstand auch der Begriff Grunge.
Später, im Jahr 1988, wurde in Seattle der Sub Pop Singles Club gegründet, ein Label auf dem die ersten Aufnahmen lokaler Bands wie Tad, Mudhoney, Nirvana und Soundgarden erschienen. Ein großer Teil der Aufnahmen wurden von Jack Endino produziert und es kristallisierte sich ein Klang heraus, den man für geeignet hielt, als Seattle Sound vermarktet zu werden. Ein Jahr später wurde ein Rock Journalist des britischen Melody Maker-Magazins auf diese Produktionen aufmerksam, worauf im März 1989 der umfangreiche Artikel Seattle, Rock City erschien. In Seattle sorgte dieser Artikel für große Aufregung. Der Rest der Welt zeigte nur mäßiges Interesse. Das änderte sich schlagartig mit dem Erscheinen des zweiten Albums Nevermind von Nirvana im September 1991. Auslöser des Grunge-Hypes war der Song Smells Like Teen Spirit von jenem Album. Dank des häufigen Einsatzes des Musik-Videos bei MTV avancierte der Song zum Hit. Die Musikindustrie und die Medien entwickelten fortan ein ausgeprägtes Interesse für jeden in Seattle, der eine Gitarre bedienen konnte. Das Magazin Spin beschrieb es in der Dezember-Ausgabe von 1992 mit den Worten: "Seattle ist momentan für die Rockwelt, was Bethlehem für das Christentum ist." Bands ohne Plattenvertrag wurden plötzlich unter Vertrag genommen. Andere Bands, die schon bei einem Independent-Label unter Vertrag waren, wurden per Vertriebsverträge an die großen Plattenfirmen weitergereicht. Die Kommerzialisierung der Szene ging sehr schnell. Markante Bekleidungsstücke wie das Flanellhemd wurden als neue Mode verkauft. Dabei waren Flanellhemden im Alltag der Region von Seattle seit Jahrzehnten ein beliebtes Kleidungstück bei jung und alt. So wurde ein banaler Alltagsgegenstand zum Dresscode der neuen Grunge-Szene.
Nicht nur durch den Selbstmord des Sängers Kurt Cobain von Nirvana im April 1994 fand Grunge ein jähes Ende. Ursache war auch die Fixierung der Musikindustrie auf den Ort Seattle, dessen kreatives Potential bald ausgeschöpft war. Die Musikindustrie und die Medien ersetzten den Begriff Grunge durch den Begriff Alternative. Es fand eine Entwicklung statt, die eine Parallele zum Punk-Rock erkennen lässt, als der Begriff Punk-Rock der musikalischen Vielfalt nicht mehr entsprach und durch den nichtssagenden Terminus New Wave ersetzt wurde. Damit öffnete man die Szene für neue Bands und stilistische Varianten.
Kritik
Der Grunge-Hype war bei den Kritikern der Musikindustrie ein beliebtes Angriffsziel. Die Entwicklung zeigt, wie die Musikindustrie mit einer handvoll Bands und deren Auftreten, im Bezug auf Aussehen und Attitüde, einen Hype produzierte, von der sie noch heute zehrt. Erwähnenswert ist die konträre Haltung der Band Pearl Jam zur Kommerzialisierung, nach ihrem Welterfolg des Albums Ten. Diese Haltung hält bis heute unter anderem die Vorstellung der nicht kommerziellen Underdog-Attitüde und das Gefühl eines Undergrounds im Bezug auf Grunge und Alternative aufrecht, obwohl schon die zweite Generation des Grunge (z.B. Stone Temple Pilots) mehr einem modernisierten Mainstream-Rock nach klassischem Vorbild der Major-Label entsprach.
Bands
- Alice In Chains
- Babes in Toyland
- Bush
- Dinosaur Jr.
- Farmer's Revenge
- Green River
- Hammerbox
- Hole
- Lemonheads
- Mad Season
- Mother Love Bone
- Mudhoney
- Nirvana
- Pearl Jam
- Presidents of the United States of America
- Screaming Trees
- Seether
- Silverchair
- Skin Yard
- Smashing Pumpkins
- Soundgarden
- Stone Temple Pilots
- Tad
- Temple Of The Dog
- Trustcompany
- Union Youth
Labels
- 12 pylons
- City Slang
- Kill Rock Stars
- Amphetamine Reptile
- SST Records
- Homestead Records
- SYR (Sonic Youth)
- Sound Guerilla
- Sub Pop
- Touch and Go
Siehe auch
- Portal:Rockmusik
Weblinks
- Die Seite [http://www.grunge.de Grunge.de] beschäftigt sich ausführlich mit dem Thema Grunge und bietet unter anderem auch eine sehr umfangreiche Diplomarbeit über Grunge sowie ein Grungelexikon
- Eine Betrachtung der [http://www.gib-schub.de/alternative/artikel/grunge/grunge1.html] Grunge-Geschichte aus heutiger Perspektive
- Die Website [http://www.seattlesound.de seattlesound.de] befasst sich mit Grunge Bands, insbesondere Nirvana, Foo Fighters (sind kein grunge, haben nur in den ersten zwei alben noch einen hauch von grunge in sich, aber wenn man sich die vielen Rockelemente anschaut bzw. anhört dann merkt man erst wie sehr sie eigentlich eine Rockband sind) und Grunge im Allgemeinen.
- Howitt, Bernie: Popular Culture - Grunge [http://hsc.csu.edu.au/pta/scansw/grunge.html] / Society & Culture Association
Kategorie:Rock
Kategorie:Punk
Kategorie:Musikgenre
Kategorie:Jugendkultur
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ja:グランジ
Soundgarden
Soundgarden waren eine wegweisende US-amerikanische Grunge-Band. Der Name Soundgarden geht auf eine Klangskulptur namens The Sound Garden zurück, die auf einem Gelände der US-amerikanischen Ozean- und Wetterbehörde in Seattle steht.
Bandgeschichte
Im Jahre 1984 gründeten Chris Cornell, der anfangs noch Schlagzeug spielte, und Hiro Yamamoto eine Band innerhalb der Punk- und Independent-Szene Seattles aus der später Soundgarden wurde.
Bald stiegen Kim Thayil als Gitarrist und Scott Sundquist als Schlagzeuger ein, worauf Chris Cornell zum Gesang wechselte.
Sundquist verließ die Band 1986 und wurde von Matt Cameron ersetzt, der vorher bei Skin Yard trommelte. Nach einigen Demo-Bändern und Veröffentlichungen auf lokalen Compilations unterzeichnete Soundgarden bei dem kommerziell unabhängien Label Sub Pop, das auch ihre Debütsingle Nothing to Say und zwei EPs veröffentlichte. Danach wechselten sie zu SST Records, wo die vier 1988 ihr erstes vollständiges Album Ultramega OK einspielten. Zwischendurch tourten sie regelmäßig in den USA.
Bald wurde die kommerzielle Musikindustrie aufmerksam und sie brachten 1989 ihr erstes Major-Album Louder Than Love heraus. Bald darauf stieg Bassist Yamamoto aus, um sein Studium zu beenden. Sein Nachfolger Jason Everman kam von Nirvana und wurde nach ein paar Auftritten von Ben Shepherd ersetzt.
Zwischendurch widmeten sie zusammen mit den späteren Pearl-Jam-Mitgliedern dem verstorbenen Sänger Andrew Wood (Mother Love Bone) das Album Temple of the Dog.
In der neuen Besetzung nahmen sie ihre härteste Platte "Badmotorfinger" auf, dessen Auskopplung Jesus Christ Pose wegen der rhythmischen Attacken und wegen des Textes über die Landesgrenzen hinweg Aufmerksamkeit erregte. In dieser Zeit spielten sie auch auf den Lollapalooza-Festivals.
Das Album Superunknown wurde von Michael Beinhorn produziert, der sich bei der Produktion sehr stark einbrachte. Die Folge davon war, das die Live-Umsetzung der Stücke sehr schwer war, nachdem sich herausstellte, dass das Album überproduziert war. Dies wurde als einer der Gründe für die vielen abgesagten Auftritte der Band angegeben. Ironie der Geschichte ist, dass die Band mit dem Album Superunknown, was übersetzt "superunkbekannt" bedeutet, einen großen Erfolg hatte. Als erfolgreichster Hit stellte sich der Song Black Hole Sun heraus, dessen Titel auf ein Mißverständnis bei den Aufnahmen im Studio zurückgeht.
Nach den schlechten Erfahrungen, die Soundgarden trotz des Erfolges bei den Aufnahmen zu Superunknown machte, entschlossen sich die Mitglieder das folgende Album Down On The Upside selbst selbst aufzunehmen. Nach der Veröffentlichung im Jahre 1996 bekam Chris Cornell Probleme mit seiner Stimme, weswegen wiederholt Auftritte abgesagt wurden. Das führte zu Vermutungen über eine mögliche Trennung der Band.
Im April des Jahres 1997 wurde Soundgarden schließlich aufgelöst.
Als Kommentar zur Auflösung gab die Band folgendes von sich: "After twelve years the members of Soundgarden have amicably and mutually decided to disband to pursue other interests. There is no word at this time on any of the members' future plans." (Nach zwölf Jahren haben die Mitglieder von Soundgarden in Freundschaft und gegenseitigem Einverständnis entschieden, sich zu trennen und anderen Interessen zu widmen. Im Moment gibt es kein Wort über die zukünftigen Pläne der einzelnen Mitglieder.)
Matt Cameron spielt, nach einem kurzen Gastspiel bei den Smashing Pumpkins, jetzt bei Pearl Jam. Chris Cornell, der 1999 sein Soloalbum Euphoria Morning herausbrachte, gründete mit den drei verbliebenen Rage Against The Machine-Mitgliedern Tom Morello, Tim Commerford und Brad Wilk die Band Audioslave. Hiro Yamamoto spielte in den 90er Jahren bei der Independent-Band Truly.
Diskografie
- Screaming Life (1987, EP)
- Fopp (1988, EP)
- Ultramega OK (1988)
- Flower (1989, EP)
- Louder Than Love (1989)
- Badmotorfinger (1991)
- Superunknown (1994)
- Down On The Upside (1996)
- A-Sides (1997)
Kategorie:Grungeband
kategorie:US-amerikanische Band
Kategorie:1980er Band
kategorie:1990er Band
Philosophie. Ausschnitt aus „Die Schule von Athen“ von Raffael (um 1510).]]
Die Philosophie (griech. φιλοσοφία, philosophia wörtlich „Liebe zur Weisheit“) hat im Gegensatz zu den einzelnen Wissenschaften keinen klar bestimmbaren, begrenzten Gegenstandsbereich. Allgemein könnte man sie als den Versuch der kritisch-rationalen Selbstüberprüfung des Denkens bezeichnen, als eine methodische Reflexion. Der Versuch, Philosophie zu definieren, ist bereits Gegenstand der Philosophie selbst.
Der Beginn des philosophischen Denkens im 6. vorchristlichen Jahrhundert markiert den eigentlichen Beginn der europäischen Geistesgeschichte. Erst im Laufe der Jahrhunderte differenzierten sich die Methoden und Diszplinen der Welterschließung, indem sich die einzelnen Wissenschaften nach und nach aus der Philosophie ausgliederten. Die bis heute gültigen Kerngebiete der Philosophie sind die Logik als die Wissenschaft vom folgerichtigen Denken, die Ethik als die Wissenschaft vom rechten Handeln und die Metaphysik als die Wissenschaft von den ersten Gründen des Seins und der Wirklichkeit; weitere Grunddisziplinen sind die Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie, die sich mit den Möglichkeiten des Erkenntnisgewinns im allgemeinen bzw. speziell in den unterschiedlichen Einzelwissenschaften beschäftigen.
Begriffsgeschichte
Der Begriff Philosophie, zusammengesetzt aus griech. φίλος „Freund“ und σοφία „Weisheit“, bedeutet, wörtlich aus dem Griechischen übersetzt „Liebe zur Weisheit“ bzw. einfach „zum Wissen“ – denn sophía besitzt zunächst einmal jemand, der ein Fachmann für etwas ist. Die Wortprägung Philosophie tritt wahrscheinlich das erste Mal bei Platon auf.
Zwar wurde in der späteren Antike die Einführung des Begriffes „Philosophie“ Pythagoras von Samos zugeschrieben (vgl. Diogenes Laertios De vita et moribus philosophorum, I, 12; Cicero: Tusculanae disputationes, V, 8-9). Diese Zuschreibung geht zurück auf eine Notiz aus einem verlorenen Werk des Herakleides Pontikos, eines Schülers des Aristoteles. Vermutlich ist diese Notiz aber nicht korrekt: Sie folgt dem Muster der weitverbreiteten Pythagoras-Legenden jener Zeit.
Ursprünglich bezog sich der Begriff „Philosophie“ auf eine Denktradition, die vom antiken Griechenland ausging. Er wird heute aber auch für asiatische Denktraditionen (östliche Philosophie) und eher religiöse Weltanschauungen verwendet. Daneben taucht der Begriff in jüngerer Zeit im Wirtschafts-Jargon und in der Technik als Synonym für Strategie oder Gesamtkonzept auf (Unternehmensphilosophie, Designphilosophie).
Was ist Philosophie?
Die Frage, was Philosophie eigentlich ist, ist bereits eine philosophische Frage. Philosophie ist nicht in eine allgemeingültige feste Definition zu bringen. Es ließe sich auch keine finden, der alle Philosophen zustimmen könnten, weil jeder, der philosophiert, eine eigene Sicht der Dinge entwickelt. Daher gibt es beinahe so viele Antworten auf diese Frage, wie es Philosophen gibt. Die Verwendung des Begriffs „Philosophie“ in der Geschichte füllt im Historischen Wörterbuch der Philosophie so viele Spalten, dass dieser Artikel als eigenständiges Buch publiziert wurde. Carl Friedrich von Weizsäcker hat es einmal so formuliert: „Philosophie ist die Wissenschaft, über die man nicht reden kann, ohne sie selbst zu betreiben.“
Selbstverständnis
Carl Friedrich von Weizsäcker (12. Jh.), Detail]]
Die ersten Philosophen, die sich selbst so bezeichneten – Platon und Sokrates – verstanden Philosophie als Alternative zur mythischen Religion und ihrer Ordnung. Indem sich der Mensch durch Philosophieren die Welt selbst erklärt, emanzipiert er sich von der Welt des Aberglaubens, der Priesterherrschaft und der Götter. Sokrates wurde deshalb als „Verderber der Jugend“ hingerichtet. Bis in die Gegenwart hinein setzt sich die Philosophie stets kritisch mit der Religion auseinander, grenzt sich von ihr ab und betrachtet sich dieser in der Regel als überlegen.
Das Selbstverständnis der Philosophie hat sich im Laufe ihrer Geschichte immer wieder gewandelt. Vor allem in bestimmten Phasen der Neuzeit wurde sie als allen Einzelwissenschaften übergeordnete Universalwissenschaft begriffen, die – um die Wirklichkeit als Ganzes zu erfassen – zu den letzten Ursachen und Prinzipien vordringt und dabei ewiggültige, allgemeine Wahrheiten entdeckt und zugänglich macht (Philosophia perennis). Im Mittelalter wurde der Kern der Philosophie durch die so genannten artes liberales bestimmt, zu denen Grammatik, Dialektik, Rethorik sowie Geometrie, Arithmetik, Astronomie und Musik gehörten. Dabei dominierte zeitweise das Bild der Philosophie als einer „Dienerin der Theologie“ (ancilla theologiae), d.h. als Hilfswissenschaft. Noch bis ins 18. Jahrhundert war die Philosophie eine der klassischen Fakultäten neben Theologie, Medizin und Recht. Erst nach einer grundlegenden Ausbildung in Philosophie, die mit dem Magister abschloss, konnten sich die Studenten naturwissenschaftlichen Fragen und Forschungen zuwenden. Im 19. Jahrhundert begann dann immer mehr die Verselbständigung zunächst der Naturwissenschaften und dann auch der philologischen und der gesellschaftswissenschaftlichen Fächer. Die moderne Fachwissenschaft Philosophie zieht ihre Rechtfertigung aus dem Anspruch, philosophische Methoden könnten auch für andere Wissens- und Praxisgebiete hilfreich sein. Darüber hinaus betrachten die Philosophen die Erörterung ethischer Themen und Grundsatzfragen als ihr ureigenes Gebiet.
Charakteristika
gesellschaftswissenschaftlichen (1750)]]
Der Beginn aller Philosophie ist das Sich-Wundern, das Staunen. Platon schrieb: „Das Staunen ist die Einstellung eines Mannes, der die Weisheit wahrhaft liebt, ja es gibt keinen anderen Anfang der Philosophie als diesen“, und auch Aristoteles stellte fest: „Staunen veranlasste zuerst – wie noch heute – die Menschen zum Philosophieren.“ Menschen, denen alles selbstverständlich erscheint, finden nicht zur Philosophie. Durch ihr Staunen ist die Philosophie die Mutter aller Wissenschaften. Dies gilt sowohl historisch, da aus ihr alle anderen Wissenschaften entstanden sind, als auch systematisch, da sie als Meta-Wissenschaft über die Aufgaben und Möglichkeiten der Wissenschaften reflektiert.
Ein ähnlicher Grundzug der Philosophie ist das Fragen, besonders auch das Infragestellen des scheinbar Zweifelsfreien und Selbstverständlichen. Das Fragen ist damit eine weitere Quelle der Philosophie. Aus sich selbst heraus kann die Philosophie dem Fragen keine Grenzen setzen: Sie stellt radikal alles in Frage – sogar sich selbst. Dadurch beginnt die Philosophie gleichsam immer wieder bei Null, da jede einzelne Aussage immer wieder hinterfragt werden darf. Es ist erlaubt, alles zu bezweifeln, außer dem Zweifeln selbst. Der philosophische Diskurs ist daher eine niemals endende, kontroverse Diskussion.
Die Philosophie umfasst verschiedene geistige Bemühungen. Dabei handelt es sich um Nachdenken, Analysieren und Überprüfen mit Hilfe der Mittel des vernünftig-rationalen, kritischen Denkens. Philosophie stellt die Fragen, die die Wissenschaften (bisher) nicht beantwortet haben oder grundsätzlich nicht beantworten können. Diese Fragen richten sich auf den Menschen selbst und die ihn umgebende Welt. Philosophie wird also nicht um ihrer selbst willen betrieben, sondern um des Menschen willen. Dabei findet sie nie allgemein anerkannte Antworten, sondern stellt einen endlosen, dynamischen Prozess dar.
Philosophisch gebildete Menschen unterscheiden sich darum von den übrigen nicht darin, dass sie mehr (nützliches) Wissen zur Verfügung hätten. Sie besitzen allerdings in der Regel einen besseren Überblick über die Argumente, die in einer philosophischen Debatte über einen bestimmten Diskussionsgegenstand bereits vorgebracht wurden. So kann es etwa hilfreich sein, bei einem aktuell diskutierten Problem (z.B. Euthanasie) danach zu fragen, welche Antwortmöglichkeiten die Philosophie bisher dazu angeboten hat und welche Auseinandersetzungen es um diese Vorschläge bereits gab.
Formen des Philosophierens
Grundsätzlich lassen sich drei verschiedene Arten des Philosophierens unterscheiden: die Philosophie als Streben nach Wissen, die Philosophie als Lebensweise und die akademische Philosophie.
Philosophie als Weltweisheit
Euthanasie
Philosophie als Weltweisheit ist diejenige Philosophie, die sich mit den philosophischen Sachverhalten beschäftigt, die jedermann interessieren. Im Alltag können das verschiedene, für den Einzelnen bedeutsame Gegenstände sein, z.B. "Was ist (für mich) das gute Leben?". Meist handelt es sich um allgemein diskutierte oder gesellschaftlich relevante Fragen. Die Probleme stammen dabei in der Regel nicht aus dem philosophischen, sondern aus dem öffentlichen Diskurs.
Von anderen Herangehensweisen – wie etwa dem Beantworten dieser Fragen mit gesellschaftlichen oder religiösen Traditionen – unterscheidet sich die Philosophie insofern, als dass sie sich bei der Klärung dabei im weitesten Sinne rationaler, d.h. (allein) auf vernunftgemäßes Denken gestützter Methoden bedient.
Philosophie als Lebensform
In der Antike wurde die Philosophie häufig nicht nur theoretisch betrieben, sondern als eigene, praktische Lebensweise kultiviert. Weisheit und die Verwirklichung des „rechten Lebens“ waren die praktische Ausrichtung etwa der Stoa oder des Epikureismus.
Bei der Philosophie als Lebensform geht es darum, sich selber als Mensch auszubilden und ein durch philosophische Erkenntnisse geprägtes Leben zu führen. Bestimmt wird dieses Ideal in der Philosophie traditionell durch das große Vorbild Sokrates, der nicht etwa Bücher schrieb, sondern seine Zeit vornehmlich mit philosophischen Gesprächen zugebracht haben soll.
Philosophie als Wissenschaft
zudecken
In der philosophischen Ausbildung an der Universität ist die Philosophie als Wissenschaft heute die einzige der drei Formen, die noch gelehrt wird. Natürlich bietet der akademische Betrieb mit seiner Verwissenschaftlichung auch nicht den Rahmen, um eine umfassende „Erziehung des Menschen zum Menschen“ zu leisten.
Das akademische Philosophieren unterscheidet sich vom alltäglichen Philosophieren nicht prinzipiell durch die Fragen, sondern eher durch den Rahmen – in der Regel die Universität – und durch bestimmte Formen der Aus- und Abgrenzung philosophischer Tätigkeit. Es gelten verschiedene Übereinkünfte über die Formen des Argumentierens und der wissenschaftlichen Publikation sowie die zugelassene Fachterminologie. Die Tätigkeiten des akademisch Philosophierenden umfassen dabei die Prüfung der Voraussetzungen einer Position, das Rekonstruieren und Widerlegen von Argumenten, die genaue Analyse und Unterscheidung von Begriffen, die eigene Positionierung und die Argumentation für oder gegen Thesen.
Grundsätzlich lassen sich zwei Ansätze bzw. Bereiche des akademischen Philosophierens unterscheiden: die historische und die systematische Vorgehensweise.
- Historisch arbeitet die Philosophie dann, wenn sie versucht, die Positionen und Thesen von Denkern wie Platon, Thomas von Aquin oder Kant zu rekonstruieren, zu verstehen und zu interpretieren. Auch die Herausarbeitung bestimmter philosophischer Strömungen oder Auseinandersetzungen in der Geschichte gehört hierzu.
- Systematisch geht die Philosophie vor, wenn sie versucht, zu einem bestimmten Problemfeld Standpunkte zu vertreten, Fragen innerhalb der verschiedenen philosophischen Disziplinen zu beantworten, die Voraussetzungen oder Implikationen einer bestimmten Frage oder These zu verstehen oder überhaupt erst die verwendeten Begriffe in bestimmten Fragen, Thesen oder Positionen zu klären. Lautet die Frage innerhalb der theoretischen Philosophie „Hat der Mensch einen freien Willen?“, so muss für eine Antwort zunächst die Begriffe des „Willens“, der „Freiheit“ und des „Menschseins“ einer genaueren Analyse unterzogen werden.
Die historischen und die systematischen Herangehensweisen bzw. Bereiche sind dabei prinzipiell durch das jeweilige Ziel der philosophischen Untersuchungen voneinander abgrenzbar. Viele Philosophen und Philosophinnen forschen allerdings auf beiden Gebieten, was sich insofern auch ergänzt, als die Schriften herausragender philosophischer Autoren auch für das systematische Philosophieren hilfreiche Überlegungen enthalten. Außerdem können in vielen Fällen die heutigen Fragen nur dann wirklich präzise gestellt und beantwortet werden, wenn der historische Hintergrund für ihr Aufkommen und die relevante Begrifflichkeit verstanden sind.
Gegenstände der Philosophie
Systematische Gegenstände
Begrifflichkeit
Man kann die Philosophie in einen theoretischen Bereich und in einen praktischen Bereich unterteilen. Die theoretische Philosophie untersucht die Möglichkeiten und Grenzen des menschlichen Erkenntnisvermögens und die allgemeinen Strukturen des menschlichen Bewusstseins. Außerdem wird versucht, grundsätzliche Aussagen über das Sein zu treffen. Disziplinen sind u.a. Ontologie, Metaphysik, Logik, Erkenntnistheorie und Wissenschaftstheorie. Die praktische Philosophie beschäftigt sich hingegen mit Bereichen, die direkte Auswirkungen auf das praktische Leben haben können. Disziplinen sind u.a. Ethik, Rechtsphilosophie, politische Philosophie und Sozialphilosophie.
Auch wenn sich der Bereich, den die Philosophie insgesamt umfasst, in gewissem Sinne nich | | |