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Indianer Nordamerikas
Zu den Indianern Nordamerikas zählt man üblicherweise sämtliche Indianer nördlich von Mexiko. Ausgenommen sind die Ureinwohner Hawaiis, die Inuit, Unangan und Yupik in Alaska und der nordkanadischen Arktis, die sich genetisch und kulturell stark von den nordamerikanischen Indianern unterscheiden. Ebenfalls nicht zu den Indianern gezählt werden Mischvölker wie die Métis.
Eine Eigenart der nordamerikanischen Indianer ist, dass sich Völker derselben Sprachgruppe weder kulturell ähnlich, noch räumlich nah sein müssen.
Die nordamerikanischen Indianer-Völker unterscheiden sich kulturell erheblich. So gibt es zum einen demokratisch organisierte Stämme mit Ältestenrat, Stammesrat und Ratsfeuer wie beispielsweise die Irokesen, zum anderen monarchisch organisierte Stämme wie Wampanoag oder Powhatan.
Das Oberhaupt eines Stammes wird in den verschiedenen europäischen Sprachen, die mit den Indianern in Berührung kamen, unterschiedlich tituliert:
Chief (englisch), Sachem (französisch) oder Kazike (spanisch: cacique).
Im Deutschen übersetzt man diese Titel als „Häuptling“.
Geschichte
Besiedlung Nordamerikas
Hauptartikel: Besiedlung Amerikas
Die Erforschung der Besiedlung Nordamerikas ergibt ein recht einheitliches Bild; im Gegensatz zu Mittel- und Südamerika. Die Besiedlung erfolgte nach heutigem Wissensstand in drei, möglicherweise vier Einwanderungswellen:
Die erste Welle traf um etwa 12.000–11.000 v. Chr. von Asien her über eine Landbrücke bei der Beringstraße oder in Booten entlang der Küste ein. Die ältesten allgemein anerkannten archäologischen Spuren sind die der Clovis-Kultur, die etwa das genannte Alter hat. Sie finden sich im Südwesten der USA. Mit der zweiten Welle trafen die Vorfahren der Na-Dene-Indianer ein und mit der dritten jene der Inuit. Möglicherweise wanderten die Vorfahren der Algonkin in einer separaten Welle zwischen den Clovis und den Na-Dene nach Amerika. Einige Funde wie der des Kennewick-Mannes lassen vermuten, dass möglicherweise weitere Gruppen von Europa oder Ozeanien aus den Weg nach Amerika gefunden haben.
Gesichert ist, dass die Wikinger um 1000 n. Chr. in Neufundland (Kanada) eine Siedlung errichteten. Im 12. Jahrhundert dürfte der walisische Prinz Madoc mit einer Gruppe nach Nordamerika gesegelt sein und sich im Gebiet der heutigen US-Bundesstaaten Kentucky, Georgia und Tennessee niedergelassen haben. Möglicherweise hat diese Gruppe den Indianerstamm der Mandan gegründet.
Die ersten Siedler trafen auf Großwild wie Mammute, Mastodonten, Moschusochsen, Riesenfaultiere, Elche, Karibus und Bären. Sie jagten diese Tiere mit Harpunen, Wurfspießen und Speerschleudern. Weiter sammelten sie Beeren, Nüsse und Wildreis. Entlang der Küsten fingen sie Fische. Zwischen 13.000 und 9.000 v. Chr. wich das Eis zurück und hinterließ große Seen und Flüsse, die sich zur Fischerei anboten.
Vermutlich etwa um 8.000 v. Chr. starben etliche der Großwildtiere aus, ob aufgrund übermäßigen Jagens oder aufgrund der Klimaveränderung, ist nicht geklärt. Gleichzeitig ermöglichte das wärmere Klima Ackerbau, so dass in den folgenden Jahrtausenden etliche Indianervölker vom nomadischen Jäger- und Sammlertum zum sesshaften Ackerbau übergingen. Besonders im Südosten der heutigen USA entwickelten indianische Völker Hochkulturen.
Kolonialgeschichte
Nach der Reise von Christoph Kolumbus im Jahre 1492 nach Amerika wanderten immer mehr Europäer nach Amerika aus. Allein zwischen 1620 und 1770, also bis knapp vor der amerikanischen Unabhängigkeit, stieg die weiße Bevölkerung in den USA von 2.000 auf über 2,2 Millionen an. Dies führte zu Landstreitigkeiten zwischen Weißen und Indianern.
Pelzhandel
Der Pelzhandel zwischen Euro-Amerikanern und Indianern nimmt eine wichtige Rolle in der amerikanischen Kolonialgeschichte ein. Die europäischen Einwanderer hatten großen Bedarf an Pelzen für den heimischen Markt. Besonders Biberpelze waren für Kopfbedeckungen sehr begehrt. Die weißen Händler tauschten die Pelze bei den Indianern ein oder kauften sie weißen Fallenstellern ab. Oft stiessen die Fallensteller in bisher für die Einwanderer unbekanntes Gebieten vor und trugen so erheblich zur Erkundung Amerikas bei. Die Weißen waren an Handels-Koalitionen mit indianischen Stämmen nicht nur aus ökonomischen sondern auch aus politischen Gründen interessiert, brauchten sie doch diese Allianzen im Kampf um die koloniale Vormachtsstellung in Amerika. Für die Indianer brachte der Pelzhandel erhebliche Änderungen der Machtverteilung mit sich. Wer sich eine gute Position im Pelzhandel sichern, und damit europäische Güter wie zum Beispiel Feuerwaffen einhandeln konnte, war klar im Vorteil. Der Pelzhandel brach im 19. Jahrhundert zusammen. Gründe waren die Ausrottung der Pelztiere an vielen Orten Nordamerikas und die Änderung der Hutmode in Europa.
Neue Waffen
Pelzhandel
Die europäischen Einwanderer brachten nach 1492 verschiedene Kulturgüter mit sich, die das Leben der Indianer nachhaltig veränderten. Die Anwendung von Metallspitzen auf Speeren und Pfeilen führte zu ersten Kräfteverschiebungen unter den indianischen Nationen. Früher hatten sie Steinspitzen aus Granit oder anderen harten Steinen gebaut. Regelrechte Völkerwanderungen wurden jedoch durch die ungleichmäßige Einführung von Feuerwaffen entlang der nordamerikanischen Ostküste und von der Hudson Bay aus ausgelöst. Stämme, die zuerst Feuerwaffen erhielten, konnten benachbarte Stämme oft völlig aus ihren angestammten Gebieten vertreiben, was zu regelrechten Domino-Effekten führte. Später berühmt gewordene Stämme wie die Lakota oder die Cheyenne waren ursprünglich sesshafte Bewohner des östlichen Waldlandes, bevor mit Feuerwaffen ausgestattete Nachbarn sie verdrängten. Solange Vorderlader verwendet wurden, hatten Feuerwaffen vor allem einen psychologischen Vorteil und eine größere Reichweite als Pfeil und Bogen, waren jedoch Pfeil und Bogen in puncto Feuergeschwindigkeit stark unterlegen.
Noch 1866 erlangten größtenteils mit Pfeil und Bogen bewaffnete Lakota und Cheyenne entscheidende Siege gegen US-Truppen. Bereits im Folgejahr, als die US-Armee mit Repetiergewehren ausgestattet war, änderte sich dies schlagartig. Dem rücksichtslosen Einsatz von industriellen Tötungsmitteln gegen Männer, Frauen und Kinder wie Gebirgshaubitzen, Hotchkiss-Schnellfeuerkanonen, die 100 Schuss pro Minute abfeuerten, sowie Gatling-Kanonen, einer frühen Form des Maschinengewehrs, hatten die Indianer nichts entgegenzusetzen.
Pferde
Die frühen spanischen Einwanderer führten Pferde mit sich, die sich rasch in Nordamerika verbreiteten und von vielen Indianervölkern in ihre Kultur integriert wurden. Besonders für die nomadischen Völker der Plains wurden die Pferde zu einem zentralen Gut. Sie konnten die Travois und damit auch die Tipis der Prärieindianer erheblich vergrößern, waren mobiler und konnten sich in Gegenden ausbreiten, die früher unbewohnbar waren. So wurde ein großer Teil der Plains, das karge Grasland, erst nach Einführung des Pferdes besiedelt. Diese machten auch die vorher sehr mühsame Jagd auf die dort lebenden Bisons wesentlich einfacher. Ehemals kleine und schwache Stämme wie die Comanche, Lakota oder Cheyenne wurden zu erheblichen Machtfaktoren in den Plains.
Ausrottung durch Infektionskrankheiten
Die Indianer Amerikas wurden von den Europäern, die nach Amerika auswanderten, in oft blutigen und grausamen Auseinandersetzungen von ihrem Land verdrängt.
Daneben spielten viele bisher in Amerika nicht bekannte Infektionskrankheiten eine Rolle beim Rückgang der indigenen Bevölkerung. Teils wurden sie unbewusst oder doch unbeabsichtigt aus Europa eingeschleppt. Es gehört aber zu den schrecklichsten Kapiteln der Eroberung Amerikas durch die Europäer, dass diese teilweise Infektionen auch gezielt unter der Urbevölkerung verbreiteten, um zu töten. Dabei dürfte es sich vermutlich um den ersten Einsatz von biologischen Waffen handeln.
Indianerpolitik
Die Indianerpolitik der USA und Kanadas war gezeichnet vom Wunsch der weißen Siedler nach Land und der folglichen Unterwerfung der Indianer. Im Jahre 1763, noch vor der Gründung der USA, entstand durch den Proclamation Act erstmals ein separates Indianer-Territorium, das die Indianer im Wesentlichen von den europäischen Auswanderern trennte. Das Gesetz trennte das Land entlang der Wasserscheide der Appalachen: Der westliche Teil wurde den Indianern zugeschrieben, der östliche den Weißen.
Bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts hatten die europäischen Einwanderer sämtliche Indianer unterworfen. Hierbei spielten verschiedene Faktoren eine Rolle und wurden unterschiedliche Mittel eingesetzt: Indianerkriege, Umsiedlung, übermäßig viele weiße Siedler, eingeschleppte Krankheiten, gebrochene Verträge und gezielte Ausrottung der Bisons als Lebensgrundlage vieler Indianer. Das Massaker von Wounded Knee im Jahre 1890 markiert den endgültigen Sieg über die Indianer; seitdem lebten sie in Reservationen und waren von den Lebensmittelrationen der Weißen abhängig. Mit dem Reservationsland blieben den Indianern diejenigen Gebiete, welche die Weißen zuletzt für sich beanspruchten, meist unwirtliche Flächen.
Auch nach der Unterwerfung der Indianer versuchten die Weißen, das so genannte „Indianerproblem“ zu beseitigen, auch weil die Lebensmittelrationen Geld kosteten. Verschiedene Versuche wie der General Allotment Act, der Indian Reorganization Act und die Termination scheiterten aber nacheinander. Erst mit dem Indian Self Determination Act von 1968 erhielten die Indianer einen Teil ihrer Rechte wieder zurück. Ihr Leben ist jedoch nach wie vor geprägt von Rassendiskriminierung und Armut.
Kanada verabschiedete 1867 mit dem Indian Act ein Gesetz, das die kanadischen Indianer künftig als Mündel der Regierung behandeln ließ. Als solche können sie nicht über sich selbst entscheiden, sind jedoch von jeglichen Steuern befreit.
Bis in die 1970er Jahre wurden indianische Kinder - in Kanada wie in den USA - früh aus ihren Familien gerissen und in meist kirchliche Internate gesteckt. Dort durften sie nicht ihre Stammessprache sprechen und mussten das Christentum annehmen. Später kamen seelische und körperliche Misshandlungen an die Öffentlichkeit. Junge indianische Frauen wurden teilweise unter Zwang sterilisiert.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gelangten die Indianer zu einigen Rechten. So erhielten sie 1960 in Kanada das Wahlrecht auf Bundesebene. 1982 unterschrieb Kanada einen Verfassungsartikel, womit es die traditionellen Rechte der Indianer wie auch die in staatlichen Verträgen festgelegten Rechte anerkannte. Mehrere indianische Gruppierungen errangen anschließend dank diesem Artikel vor Gericht Siege.
Siehe auch: Geschichte der USA, Geschichte Kanadas
Indianischer Widerstand
1944 gründeten Indianer verschiedenster Indianervölker den National Congress of American Indians (NCAI), der als erste und einzige panindianische Widerstandsorganisation gilt. Bereits früher waren diverse andere indianische Organisationen entstanden, die allerdings nicht bei allen Stämmen Unterstützung fanden. Der NCAI wurde zum Zwecke des besseren Schutzes der indianischen Rechte gegründet. Er verstand es als seine Aufgabe, in der amerikanischen Bevölkerung Öffentlichkeitsarbeit zum besseren Verständnis der indianischen Kultur und Situation zu leisten und sich für die Bewahrung der traditionellen kulturellen Werte einzusetzen. Der NCAI setzte sich für das Ende der Termination und für das Erstarken der Stammesregierungen ein. Bereits Ende des Zweiten Weltkrieges hatte der NCAI Mitglieder aus beinahe allen Stämmen in seinen Reihen.
Mit den Jahren stieg die Unzufriedenheit insbesondere unter den jüngeren Mitgliedern. Viele Indianer waren enttäuscht über das langsame Vorgehen des Kongresses. So spalteten sich 1961 der „Nationale indianische Jugendrat“ (National Indian Youth Council – NIYC), der sich für den indianischen Nationalismus stark machte, und 1968 die „Amerikanische Indianerbewegung“ (American Indian Movement – AIM) ab. Letztere in den Städten entstandene Bewegung sorgte Ende der 1960er und anfangs der 1970er Jahre mit ihren zum Teil recht militanten Aktionen für Schlagzeilen. 1969 besetzten AIM-Mitglieder zusammen mit Indianern verschiedener Stämme die verlassene vor San Francisco liegende ehemalige Gefängnisinsel Alcatraz, um dort ein Zentrum für indianische Kultur sowie ein Museum einzurichten. Nach 19 Monaten brachen die Indianer ihre Besetzung ab. 1971 nahmen AIM-Mitglieder einen Teil des in den heiligen Bergen der Lakota, den Black Hills, liegenden Mount Rushmore National Memorial in Besitz, um gegen die zahlreichen gebrochenen Verträge zu protestieren. Ein Jahr später zogen sie mit Mitgliedern anderer Indianerorganisationen, wie dem NIYC, im Trail of Broken Treaties nach Washington D.C. und besetzten dort für sechs Tage das Verwaltungsgebäude des Bureau of Indian Affairs (BIA). 1973 fand die wohl bedeutendste Aktion statt: AIM-Mitglieder besetzten zusammen mit Sympathisanten die in der Pine-Ridge-Reservation (South Dakota) gelegene Ortschaft Wounded Knee. Diese war und ist für die dort lebenden Lakota von geschichtsträchtiger Bedeutung. Rund 200 bewaffnete Indianer protestierten so gegen die korrupte Stammesregierung unter Richard Wilson. Die Besetzung dauerte 70 Tage.
Der NCAI seinerseits betrieb seinen friedlichen Protest durch Reden, Pamphlete, aber auch durch Unterstützung lokaler Projekte und durch das Erarbeiten von Studienprogrammen weiter. Er gewann kontinuierlich an Einfluss. Vereinte er 1970 rund 2.000 Mitglieder, so waren es 1978 bereits 3.000, die 154 Stämme vertraten.
Nach der Besetzung von Wounded Knee verlagerte sich der Protest der Indigenen. Viele wendeten sich von militanten Maßnahmen ab und widmeten sich stattdessen juristischen Möglichkeiten. 1974 gründeten über 5.000 Vertreter von 98 indianischen Ethnien den „Internationalen Indianischen Vertragsrat“ (International Indian Treaty Council – IITC), die heute wohl bedeutendste Widerstandsorganisation der Indianer. Ihr Ziel ist es, die Traditionen der Indianer zu bewahren und deren Selbstbestimmungsrecht zu erlangen. Noch im selben Jahr reisten Vertreter des IITC in die Schweiz, um die Gründung einer Menschenrechtsorganisation im Gastgeberland der UNO anzuregen. So entstand die Organisation Incomindios Schweiz, die indigenen Vertretern unter anderem ermöglicht, jährlich während einer Woche in Genf an der UNO ihre Probleme zu schildern und ihre Forderungen zu stellen.
Heutige Situation
Die Indianerpolitik der USA wechselte je nach Regierung. Als Ergebnis leben die Indianer heute meist desillusioniert in Armut. Wesentlich stärker als die weißen Amerikaner leiden sie unter Alkoholismus, Herzproblemen, Diabetes und anderen physischen und psychischen Krankheiten. In den USA sind Indianer eine Randgruppe mit wenig bis keiner Anerkennung. Bei der Volkszählung 2000 gaben 2,47 Millionen Menschen an, Indianer oder Indigene Alaskas zu sein – dies sind 26 % mehr als 1990. Weitere 1,6 Millionen gaben an, teilweise indianischer Abstammung zu sein. Die US-Indianer besitzen rund 23 Millionen Hektar Land, zumeist in Reservationen. Diese Zahl ist aufgrund von Landstreitigkeiten umstritten. 85 % der Indianer leben außerhalb von Reservationen, meist in Städten. Die Stadt mit den meisten indianischen Einwohnern ist New York City, hier leben 87.000 Indianer.
Gemäss der Census-Schätzung von 2003 lebt ein Drittel aller US-Indianer in den drei Bundesstaaten Kalifornien, Arizona und Oklahoma.
Die bevölkerungsreichsten Stämme der USA sind (Census 2000; es sind nur Indianer gezählt, die sich ausschliesslich zu einem einzigen Stamm zugehörig erklärten):
Im Jahre 2000 waren acht von zehn Amerikanern mit indianischen Vorfahren Halbblute.
Etliche kleinere Stämme kämpfen um ihre Anerkennung als solche. Um als Indianer-Stamm anerkannt zu werden, müssen sie ihre indianische Herkunft über viele Generationen nachweisen. Dies ist oft schwierig bis unmöglich. Im Bundesstaat Virginia beispielsweise wurden anfangs des 20. Jahrhunderts alle Nicht-Weiße als Farbige deklariert, auch die Indianer. In South Carolina erhielten am 17. Februar 2005 die Pee Dee und die Waccamaw die staatliche Anerkennung.
In den USA leben 20 % der Indianer unter der Armutsgrenze. Die US-Indianer besitzen 2,3 Prozent der Gesamtfläche der USA. Viele Indianer leben in urbanen Gebieten außerhalb der Reservationen.
In Kanada werden die Indianervölker als First Nations bezeichnet. Nicht zu den First Nations zählen die Inuit, Inuvialuit und die Métis. Die First Nations machen rund 3 % der kanadischen Bevölkerung aus.
Da der Anteil von Indianern, die einen Hochschulabschluss haben, wesentlich niedriger ist als bei anderen Gruppen der Bevölkerung, richteten sie im Jahre 2000 die First Nations University of Canada in Regina, Saskatchewan ein.
Das Leben in Reservationen und Reservaten
Saskatchewan
Das Leben in US-Reservationen ist von Armut geprägt. Die Arbeitslosigkeit ist enorm hoch, das Gesundheitswesen schlecht und der Alkoholismus weit verbreitet. In jüngster Vergangenheit verbesserte sich die Situation in jenen Reservationen erheblich, die mit eigenen Kasinos Millionenbeträge einspielten. Andere Stämme lehnen Kasinos mit dem Argument ab, diese würden ihre Kultur zerstören.
In Kanada wohnten 1996 400.000 Indianer in Reservaten. Bei ihnen lag die Arbeitslosigkeit bei 28,7 %; bei der kanadischen Gesamtbevölkerung lag sie dagegen bei 10,1 %. Die durchschnittliche Lebenserwartung lag in den Reservaten um mehr als sechs Jahre niedriger als in Gesamtkanada. Ähnlich sah es bei den Tuberkuloseerkrankungen aus: In den Reservaten kamen im Jahre 2000 34 Tuberkulose-Fälle auf 100.000 Personen, in Kanada lediglich 5. Auch Selbstmorde und Krankheiten im Zusammenhang mit Alkohol- und Drogenkonsum waren häufiger.
Das Leben in urbanen Gebieten
Insbesondere durch die Terminationspolitik nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die indianische Bevölkerung in den Städten sprunghaft zu. In den zwanzig Jahren nach 1950 sollen etwa 100.000 Indianer in die Städte gezogen sein. 1970 lebten bereits 44,6 % aller registrierten Indianer in Städten, um 1990 waren es mit 54 % über die Hälfte. Die am stärksten bevorzugten Städte waren zum einen die großen wie Los Angeles mit 30.000 Indianern, San Francisco mit 20.000 und Chicago mit 8.000, zum anderen kleinere Städte in der Nähe der Reservationen wie zum Beispiel Tulsa, Oklahoma City, Phoenix, Tucson, Albuquerque, Seattle, Minneapolis und Buffalo.
Die staatlich geförderte Umsiedlung in Städte hatte offiziell den Zweck, die Arbeitslosenquote in den Reservationen zu verringern. Dieses Ziel wurde nicht mal annähernd erreicht. Abgenommen hat dafür die Arbeitslosenquote der indianischen Bevölkerung in den Städten. Zwischen 1950 und 1970 sank sie von 15,1 % auf 9,4 %. Die Abnahme der Arbeitslosenquote ging einher mit einer Verbesserung der Ausbildung. Gegenüber den Reservationen lag das Lohnniveau in den Städten höher. Dieser Unterschied vergrößerte sich weiter im Laufe der Jahre. Im Jahre 1949 lag das mittlere Einkommen der Reservationsindianer bei rund 80 % desjenigen der städtischen Indianer. Zwanzig Jahre später verdienten die Reservationsindianer nur noch 57 % der in Städten lebenden. Damit lag das Einkommen der städtischen Indianer ungefähr auf dem Niveau desjenigen der schwarzen Männer. Ebenfalls niedriger als in den Reservationen ist die Sterblichkeitsrate, dies vor allem dank einer besseren gesundheitlichen Versorgung. Stärker jedoch ist der Alkoholkonsum, obwohl dieser in den Reservationen bereits ein großes Problem darstellt. Markant ist auch die geringere Kinderzahl pro Frau in den Städten. Hatte um 1980 eine Frau in den Reservationen durchschnittlich 5,3 Kinder, waren es zur selben Zeit in der Stadt nur 3,7 Kinder.
Nicht alle Indianer kommen mit der weißen Welt gleich gut zurecht. Zu Beginn der Terminationspolitik kehrten rund drei Viertel aller Umsiedler in die Reservationen zurück, später nur noch etwa die Hälfte. Für eine Rückkehr sprechen vor allem persönliche und ökonomische Gründe.
Obwohl städtische Indianer wohl ebenso mittellos sind, wie die in Ghettos lebenden Schwarzen, gibt es keine eigentlichen Indianerghettos. Vielmehr leben die Indianer über die ganze Stadt verteilt wie in Seattle oder sind in einem Gebiet im Herzen der Stadt angesiedelt, wie dies in Minneapolis der Fall ist. Dort ist das Indianerviertel zwar als Red Ghetto bekannt, ist allerdings nicht mit den schwarzen Ghettos vergleichbar, die meist am Stadtrand liegen. Egal wie die Verteilung der Indianer in den Städten aussieht, den allermeisten städtischen Indianern ist das Wohnen in ärmeren Stadtvierteln gemein. So leben 19 % aller städtischen Indianer in überfüllten Wohnungen, während dieser Anteil bei der gesamten US-Bevölkerung nur bei 7 % liegt.
Der starke Alkoholkonsum verwickelt viele Indianer in große Probleme. Insbesondere führt er zu zahlreichen Verhaftungen wegen Delikten unter Alkoholkonsum. Tatsächlich zählen Bars in den Städten zu den beliebtesten Treffpunkten.
Traditionelle Kultur
Ghetto
Als Christoph Columbus Amerika bereiste, lebten alleine im Gebiet der heutigen USA etwa 500 indianische Ethnien mit rund 175 verschiedenen Sprachen. Einige davon lebten als sehr kleine Jäger- und Sammler-Gruppen, andere als hoch entwickelte landwirtschaftliche Nationen, die sich aber nicht mit der Größe von europäischen Staaten vergleichen lassen. Zu Zeiten ihres Zenits übertraf ihre Größe selten 60.000 Personen. Die meisten autonomen Gruppen umfassten nur einige hundert. Im 16. Jahrhundert war die Tendenz zu größeren politischen Einheiten erkennbar. Trotzdem kam es immer wieder zu Trennungen aufgrund von Rivalitäten, Meinungsverschiedenheiten, Vorurteilen und Hass. Die jeweilige autoritäre Führungskraft war abhängig vom ihm entgegengebrachten Respekt. Die Mitglieder eines Stammes konnten nicht gezwungen werden zu bleiben. Bei Unstimmigkeiten verließen sie ihre Gruppe, um sich entweder einer anderen Gruppe anzuschließen oder um eine eigene Gruppe zu bilden. Dieses System stärkte das Verantwortungsbewusstsein des Führers gegenüber seinem Volk.
Die meisten nordamerikanischen Indianerstämme hatten ihre klar voneinander abgegrenzten Geschlechterrollen. Die Landwirtschaft und das Sammeln von Beeren und Wurzeln war meist Aufgabe der Frau, während das Jagen und der Krieg zur Rolle des Mannes zählte. Einige Stämme waren matrilinear organisiert, andere patrilinear. Bei vielen Stämmen bekannt und akzeptiert waren die Zwei-Seelen-Menschen, meist homosexuelle Personen, welche in die Rolle des anderen Geschlechtes schlüpften, deren Kleidung trugen und deren Aufgaben erledigten. Zwei-Seelen-Menschen wurden oft überdurchschnittliche geistige Kräfte nachgesagt, waren hoch geachtet und nicht selten als Schamane tätig.
Einige kulturelle Elemente waren im ganzen Kontinent verbreitet: So glaubten viele Indianer an Tiergeister, an das visionäre Fasten und an den Mythos, dass Amerika auf dem Rücken einer Wasserschildkröte errichtet worden war.
Bedeutender als die Gemeinsamkeiten sind die kulturellen Unterschiede. Nordamerika wird im Allgemeinen in die zehn Kulturareale Arktis, Subarktis, Nordwestküste, Plateau, Kalifornien, Großes Becken, Südwesten, Prärien und Plains, Nordöstliches Waldland und Südöstliches Waldland eingeteilt.
Zeitgenössische Kultur
Religion
Die heute bei den nordamerikanischen Indianern am weitesten verbreitete Religion ist die Native American Church. Diese besteht aus christlichen Elementen vermischt mit traditionellen Praktiken verschiedener Stämme. Der wichtigste Ritus ist die Peyote-Zeremonie. Die Ausgestaltung der Native American Church ist je nach Region leicht unterschiedlich, je nach dem, welche christliche Glaubensrichtung während der Kolonialisierung vorherrschend war, und welche eigenen Stammesbräuche üblich waren. Die Native American Church ist heute ein wichtiger Gegenpol zu den negativen Auswirkungen wie Alkoholismus und Kriminalität, welche die Kolonisierung mit sich gebracht haben.
Peyote
Musik und Kunst
Die Musik der nordamerikanischen Indianer ist üblicherweise monophon. Heute wird sowohl die tradtionelle Musik gepflegt, bestehend aus Trommeln und Flöten, wie auch moderne Musikrichtungen wie Country und Pop, meist vermischt mit traditionellen Elementen. Einige indianische Interpreten schafften den Sprung in die amerikanische Öffentlichkeit, so zum Beispiel Robbie Robertson, Rita Coolidge, Wayne Newton und die Band Redbone.
Die am weitesten verbreiteten musikalischen Anlässe unter den nordamerikanischen Indianern sind die Powwows. Dabei sitzen Trommelgruppen um eine große Trommel und schlagen zusammen während sie traditionelle Lieder singen. Zu dieser Musik tanzen Tänzer in farbenfrohen Kleidern.
Die Kunst der Indianer besteht aus Töpfern, Malen, Schmuckherstellen, Weben, Schnitzen und Korbflechten.
Schauspieler und Sänger indianischer Abstammung
- Burt Reynolds
- Johnny Depp
- Demi Moore
- Cher (Künstlerin)
- Graham Greene (Schauspieler)
- Noah Hathaway
Sprachgruppen
Die nordamerikanischen Ureinwohner sprechen eine Vielzahl von indigenen Sprachen, zu deren wissenschaftlicher Einteilung und Abgrenzung bislang keine Einigkeit besteht.
Eine Sonderrolle spielen die Métis, Nachfahren vorwiegend französischer Einwanderer und indigener Frauen, die in Kanada als indigenes Volk anerkannt sind. Sie sprechen zum Teil Französisch, zum Teil Michif, eine dem Cree verwandte Sprache.
Weiterführende Informationen
Siehe auch
- Indigene Völker Mittelamerikas und der Karibik
- Indigene Völker Südamerikas
Literatur
Indigene Literatur
- Jeannette Armstrong: SLASH. Roman über die Red-Power-Bewegung. Unrast Verlag. ISBN 3-928300-56-3
Indigene über indigene Literatur
- Audrey Huntley: Widerstand Schreiben! Entkolonialisierungsprozesse im Schreiben indigener kanadischer Frauen. Unrast Verlag. ISBN 3-928300-51-2
Bücher
- Bolt, Christine: American Indian Policy and American Reform. Allen & Unwin, London: 1987.
- Farb, Peter: Die Indianer: Entwicklung und Vernichtung eines Volkes. Nymphenburger Verlagshandlung, München: 1988
- Feest, Christian F. (Hrsg.):Kulturen der nordamerikanischen Indianer. Köln : Könemann, 2000, 480 S., ISBN 3-8290-0500-8
- Hofmann, Martin L.: Indian War. Der Fall des indianischen Bürgerrechtlers Leonard Peltier. Atlantik Verlag, Bremen. ISBN 3-926529-28-8
- Josephy, Alvin M.: Five Hundred Nations, Die illustrierte Geschichte der Indianer Nordamerikas, 469 S., ISBN 3-8940-5356-9
- Mann, Charles C.: 1491: New Revelations of the Americans Before Columbus, 480 S., Alfred A. Knopf, ISBN 1-4000-4006-X
- Sturtevant, William C.: Handbook of North American Indians. Smithsonian Institution (Hg.). Washington.
Zeitschriften
- American Indian Quarterly, University of Nebraska Press
Weblinks
- [http://home.snafu.de/duerr/NAM.html Nord- und mesoamerikanische Sprachen]
- [http://www.aimovement.org American Indian Movement]
- [http://www.incomindios.ch Menschenrechtsorganisation Incomindios Schweiz]
- [http://www.treatycouncil.org International Indian Treaty Council]
- [http://www.aktionsgruppe.de Aktionsgruppe Indianer & Menschenrechte]
- http://www.indianer-web.de/
- http://www.indianer.de
- http://www.nativeculturelinks.com/indians.html (engl.)
- http://www.welt-der-indianer.de/
- [http://www.gfisher.org/ch_4__overkill.htm Prof. Gordon McCrea Fisher über die Indianer] (engl.)
- [http://www.newadvent.org/cathen/07747a.htm Artikel über die Indianer in der katholischen Enzyklopädie] (engl.)
- [http://www.tolatsga.org/dela.html Bericht über einen konkreten Plan, Indianer gezielt durch Textilien, die mit Pocken verseucht waren, auszurotten] (engl.)
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Kategorie:Nordamerikanische Ethnie
Kategorie:Indigene Völker
ja:アメリカ州の先住民族
simple:Aboriginal American
Mexiko
Die Vereinigten Mexikanischen Staaten (Estados Unidos Mexicanos) oder einfach nur Mexiko (México) sind ein Staat in Nordamerika. Sie grenzen im Norden an die USA und im Süden an Belize und Guatemala. Westlich liegt der Pazifik, im Osten der Golf von Mexiko sowie das Karibische Meer, beides Randmeere des Atlantiks.
Geographie
Mexiko ist mehr als 5½mal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland und liegt auf dem nordamerikanischen Kontinent.
- Fläche komplett: 1.972.540 km², davon
- Land: 1.923.046 km²
- Wasser: 49.176 km²
Mexiko grenzt im Norden an die USA und im Südosten an Guatemala und Belize. Es besitzt zudem 12.540 km Meeresküste, davon
- 8.300 km Küstenland am Pazifik
- 3.200 km Küstenland am Atlantik
Mexiko besitzt auf 200 Seemeilen (370 km) exklusive Nutzungsrechte.
Die größten Städte Mexikos sind Mexiko-Stadt, Ecatepec de Morelos, Guadalajara, Puebla, Ciudad Juárez, Tijuana, Ciudad Nezahualcóyotl, Monterrey und León.
Siehe: Liste der Städte in Mexiko
Klima
Liste der Städte in Mexiko
Mexiko ist ein klimatisch vielgestaltiges Land, das sowohl über subtropisches und alpines Klima als auch über Wüstenklima verfügt. Es gehört somit in den Übergangsbereich der sommerfeuchten äußeren Tropen mit 8–10 humiden Monaten im Südosten des Landes über die ganzjährig ariden Subtropen im Bereich des Wendekreises, bis zum Winterregenklima Kaliforniens, das im äußersten Westen (Baja California) gerade noch wirksam wird.
Räumliche Gliederung
Kalifornien
Der größte Teil Mexikos besteht aus einem Hochlandblock, der an markanten Bruchlinien im Osten und Westen herausgehoben wurde. Die Randgebirge sind sehr unterschiedlich gestaltet: die Sierra Madre Oriental im Osten setzt sich aus parallel streichenden Faltenzügen und steil aufragenden Schichtrippen der Jura- und Kreideformation zusammen. Dagegen baut sich die Sierra Madre Occidental im Westen aus flach lagernden vulkanischen Decken des Tertiärs auf. Beide erscheinen von den hügeligen Küstentiefländern aus als hohe Gebirgsmauern.
Tertiär
Das Hochland ist in weite Beckenlandschaften gegliedert. Diese erreichen an der Grenze zu den USA 1.200 m Meereshöhe. An die Sierra Madre Occidental schließt sich südlich die Cordilliera Neo Volcanica an, die aus vulkanischen Ablagerungen aus der Zeit des Pliozän bis Quartär besteht und nicht nur durch Riesenvulkane, sondern zusätzlich durch eine Vielzahl von vulkanischen Kegeln und Kratern geprägt ist. Sie bildet den Südrand des Hochlandblocks, der in einer Bruchstufenzone rund 1.000 m tief zur Senke des Río Balsas abbricht. Im Süden befindet sich die Sierra Madre del Sur westlich der Sierra Madre de Chiapas. Nordöstlich vorgelagert ist die Halbinsel Yucatán. Sie besteht aus einer Kalksteintafel, die seit dem Tertiär aus dem Meer herausgehoben wurde.
Die höchsten Vulkane des Landes sind der Citlaltépetl (auch Pico de Orizaba genannt), der mit 5.700 m gleichzeitig der höchste Berg in Mexiko ist, der derzeit aktive Popocatépetl mit 5.452 m und der Iztaccíhuatl mit 5.286 m.
Name
Der Staat ist nach seiner Hauptstadt benannt, deren Name auf ihre aztekischen Vorläuferin »Mexico-Tenochtitlan« zurückgeht. Dabei stammt der Teil »Mexi« vom Kriegsgott »Mexitli«, dessen Name sich wiederum aus »metztli« (Mond) und »xictli« (Nabel) zusammensetzt (»Mondkind«). Das »co« bzw. »ko« im Deutschen ist einfach ein Ortssuffix.
Alle diese Wörter sowie viele weitere geographische Namen basieren in ihrer lateinischen Schreibweise auf der (kastilischen) Transkription der Spanier, der ersten Europäer dort. Sie schrieben den -Laut (deutsch: sch) der Nahuatl-Sprache wie damals bei ihnen üblich als x. Seither hat sich die Aussprache des Spanischen allerdings gewandelt und das alte x wird (deutsch: ch (nach a, o, u)) ausgesprochen – ebenso wie j und g (vor e, i), die einstmals (französisch: j) lauteten. In der Folge werden nun alle diese Worte mit j oder g geschrieben (z. B. Don Quixote -> Don Quijote) und x klingt ähnlich wie im Deutschen. Namen wurden allerdings wie auch bei anderen vergleichbaren Vorgängen anderswo nur teilweise (vgl. z. B. Celle) an die neue Buchstaben-Laut-Zuordnung angepasst. Trotzdem findet sich in spanischen Texten auch die Schreibweise Méjico statt México. In Mexiko selbst wird meist Wert auf die Schreibung mit x gelegt, da sie als eigene, nicht koloniale Schreibung gilt. Die königlich-spanische Akademie (Real Academia Española), die für die Festlegung der spanischen Orthographie zuständig ist, lässt beide Schreibweisen zu. Daneben wird das x teilweise, etwa in »Xochimilco«, als ausgesprochen (etwa »Schotschimilko«).
Auf deutsch müsste es vom Original (heute: Mexihco, ) her also eher »Meschiko«, »Meeschiko« oder »Mehschiko« und von der aktuellen Aussprache eher »Mechiko« (oder »Mehchiko«) heißen, obwohl im Deutschen ch nach e üblicherweise gesprochen wird. Beide spanischen Schreibweisen (México und Méjico) erfordern von den meisten nicht spanischsprachigen Lesern zusätzliches Wissen zur Aussprache, da x und j in den meisten Sprachen für andere Laute stehen.
Bevölkerung
Die Bevölkerung setzt sich zusammen aus 75 % Mestizen, indigenen Völkern (unter anderem Maya, Azteken) und Europäischstämmigen (meist Spanier).
Ein Teil der Mexikaner hat auch afrikanische Vorfahren, allerdings zu einem sehr geringen Prozentsatz. Die Mehrheit der schwarzen Mexikaner ging in den letzten 200 Jahren innerhalb der Mestizenbevölkerung auf. Im Bundesstaat Veracruz und an der Westküste sind jedoch noch einige von ihnen zu finden. Das einzige auf mexikanischem Boden gesprochene Kreol ist das Gullah. Es wird von den Angehörigen der Schwarzen Seminolen in der kleinen Gemeinde Nacimiento de los Negros (in der Nähe von Muzquiz, Coahuila) gesprochen.
Religion
90 % der Mexikaner sind Katholiken. Daneben gibt es eine wachsende protestantische Minderheit (7 %) sowie Anhänger traditioneller Religionen (3 %).
Im Gegensatz zu den meisten europäischen Ländern, spielt die Religion in Mexiko und in anderen Lateinamerikanischen Ländern noch eine große
Rolle.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Mexikos
In den Jahren 1507 und 1574 erreichen die ersten spanischen Expeditionen unter Francisco Hernández de Córdova und Juan de Grijalva die Halbinsel Yucatán. Die neu „entdeckten“ Hochkulturen und die reichlichen Goldgegenstände machen die tierra firme, das Festland, für die Spanier interessant. In den Jahren 1519 bis 1521 gelingt es Hernán Cortés, das so genannte Azteken-Reich mit Hilfe zahlreicher indigener Verbündeter zu stürzen. Das heutige Mexiko wird zum Vizekönigreich Neuspanien.
Im Jahre 1815 wurde die Unabhängigkeit von Spanien erklärt, die einen langen Krieg nach sich zog, der 1821 zur endgültigen Unabhängigkeit führte. Danach verlor das mexikanische Gebiet an Größe, durch Verkauf an und durch die Invasion der USA (siehe auch Mexikanisch-Amerikanischer Krieg).
Mexikanisch-Amerikanischer Krieg
In den 1860ern stand das Land unter der Besetzung durch Frankreich, das in dieser Zeit den Kaiser Maximilian von Mexiko einsetzte.
Der von den Franzosen vertriebene Präsident Benito Juarez beendete die Kaiserzeit durch die Hinrichtung Maximilians.
Die lange Diktatur Porfirio Díaz' führte 1911 zur Mexikanischen Revolution. Die revolutionären Kräfte besiegten die Armee, verloren sich aber in internen Streitereien, die das Land zwanzig Jahre lang in ständiger Unruhe hielten. Am Ende der Revolution kontrollierte die Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI) das Land bis zum Ende des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Liste der Präsidenten Mexikos
Politik
Mexiko ist seit 1917 eine präsidiale Bundesrepublik. Die Verfassung von 1917 wurde zuletzt im Jahr 1994 geändert.
Der Präsident steht im Mittelpunkt des mexikanischen Institutionensystems und wird für eine einzige Amtszeit von sechs Jahren, sexenio genannt, direkt gewählt.
Das Parlament (Congreso de la Unión) besteht aus Abgeordnetenhaus (Cámara Federal de Diputados) (500 Mitglieder) und Senat (Senado) (128 Mitglieder). Die Wahl erfolgt alle drei beziehungsweise sechs Jahre.
Mexiko wurde von 1929 bis 2000 von ein und der selben Partei regiert: der Partido Revolucionario Institucional (PRI). Seit Dezember 2000 ist Vicente Fox Quesada (PAN) Präsident von Mexiko.
Während der Regierungszeit der PRI bestand lange Zeit keine klare Trennung zwischen den Institutionen des Staates und jenen der “offiziellen Partei”, das heißt der PRI. So unterstand etwa auch die Organisation von Wahlen der PRI. Dies führte zu zahlreichen Berichten über Unregelmäßigkeiten bei der Wahl wie beispielsweise Fälschung von Wahllisten, mehrfacher Stimmabgabe, Stimmenkauf, Kontrollen der Stimmabgabe, Wahlurnenraub und unkorrekter Stimmenauszählung. Seit 1990 ist das überparteiliche Instituto Federal Electoral (IFE) für die Vorbereitung und Durchführung von Wahlen zuständig.
Im Land werden Demokratiedefizite beklagt. So finden Maßnahmen gegen die Opposition statt. Als Beispiel sei die Aufhebung der Immunität (im Zuge eines fragwürdigen Amtsmissbrauchsverfahrens) des populären Bürgermeisters von Mexiko-Stadt Andrés Manuel López Obrador im April 2005 genannt, womit nicht zuletzt seine Präsidentschaftskandidatur verhindert werden sollte. Erst unter dem Druck von Massenprotesten wurde die Anklage fallen gelassen.
Mexiko erlangte während des Faschismus in Europa große Bedeutung als Exilland [http://www.literaturepochen.at/exil/multimedia/pdf/mexikoveranstchronikpatka.pdf].
Grenzpolitik
Der Grenzübergang zwischen Mexiko und den USA steht aufgrund des Wohlstandsgefälles zwischen den beiden Staaten im besonderen Blickpunkt der Behörden. Bei einem Treffen zwischen Präsident Vicente Fox und dem US-Präsidenten George W. Bush am 7. März 2004 wurde vereinbart, dass Mexikaner, die häufig in die USA reisen, von den strengen Grenzkontrollen (Fingerabdrücke, Fotografien) bei der Einreise in die USA teilweise ausgenommen werden. Diese Bestimmungen wurden von Washington vor allem zum Schutz vor terroristischen Anschlägen eingerichtet. Die USA kämpfen seit langem gegen illegal im Land lebende Mexikaner.
Ein weiterer Streitpunkt mit den USA ist die Auslieferung von Gefangenen: die mexikanische Verfassung nennt in ihrem Artikel 18 als zulässigen Zweck von Bestrafung einzig die Rehabilitation von Kriminellen. Der mexikanische oberste Gerichtshof hat daher die Auslieferung von Gefangenen an Länder verboten, in denen ihnen die Todesstrafe oder eine lebenslängliche Haft ohne Aussicht auf Freilassung droht. Dies ist in den meisten Bundesstaaten der USA der Fall, wodurch der alte „Brauch“ von in den USA gesuchten Verbrechern, nach Mexiko zu fliehen, einen neuen Auftrieb erhalten hat.
Karte Mexikos
Bundesstaaten
Karte Mexikos
Mexiko besteht aus 31 Bundesstaaten (Estados) und einem Bundesdistrikt (Distrito Federal), der die Hauptstadt umfasst:
Siehe auch: Liste mexikanischer Staaten nach Einwohnerzahl und Fläche
Wirtschaft
Mexikos Wirtschaft wurde in den letzten Jahren stark dereguliert und privatisiert. Die Dominanz privater Firmen wächst ständig und die Privatisierung von Eisenbahn, See- und Flughäfen geht ihrem Ende entgegen, ebenso wie die weitere Privatisierung der Banken. Die Liberalisierung des Energiesektors schreitet weiter voran. In den Bereichen Telekommunikation und Petrochemie stehen noch Reformen aus. Mexiko ist das wirtschaftlich stärkste Land Lateinamerikas und belegt momentan Rang 8 der Export-Weltrangliste.
Mittlerweile hat Mexiko zwölf Freihandelsabkommen mit über 40 Ländern, unter anderem mit der EU (seit 2000), Japan, Guatemala, Honduras und El Salvador. Seit dem 1. Januar 1994 ist Mexiko Mitglied des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (NAFTA). In den ersten Jahren nach dessen Inkrafttreten hatte sich die wirtschaftliche Situation des Landes nur unwesentlich verbessert. Seit Beginn des Freihandels sind die Ausfuhren bis heute um das Dreifache gestiegen, so entfallen mittlerweile 90 % der Exporte auf Freihandelsabkommen. Der höchste Zuwachs wird bei den Erdölausfuhren verzeichnet. Bedingt durch die stark gestiegenen Ölpreise konnte ein Wachstum von 27,3 % verzeichnet werden.
Die Haushaltslage ist fast ausgeglichen und die Verschuldung konstant. Der Außenhandel weist ein Defizit von ca. 7,1 Mrd. Euro auf.
Das wirtschaftliche Wachstum liegt bei 4,9 % (BIP 2004) und die Arbeitslosenquote bei 4,3 %. Es besteht jedoch eine starke Unausgewogenheit in der Reallohn-Verteilung. So leben ca. 40 % (2003) der Bevölkerung unter der Armutsgrenze und die Inflationsrate beträgt 4,0 % (2004).
Inflationsrate
Das Bruttoinlandsprodukt (571 Milliarden Euro, bei 37,73 Millionen Beschäftigten im Jahr 2004) teilt sich auf in:
- Landwirtschaft: 4 % des BSP werden erwirtschaftet durch 18 % der Beschäftigten
- Industrie: 27,2 % des BSP werden erwirtschaftet durch 24 % der Beschäftigten
- Dienstleistung: 68,9 % des BSP werden erwirtschaftet durch 58 % der Beschäftigten
Quelle: http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/mx.html#Econ
http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=111
Kultur
Essen und Trinken
Hauptartikel: Mexikanische Küche
Die mexikanische Küche zeichnet sich durch die Synthese von aztekischen und spanisch-kolonialen, im Süden auch Maya-Traditionen aus. Regional gibt es in Mexiko große Unterschiede zwischen Küste und zentralem Hochland, chiliverliebtem Süden und rindfleischorientiertem Norden.
Die wichtigste Mahlzeit am Tag ist das Mittagessen, entsprechend lang ist auch die Mittagspause eines üblichen Arbeitstages. Abends wird dann meist nur noch ein kleiner Imbiss verzehrt, ein paar Früchte, ein Taco oder ähnliches. In einem heißen, tropischen Land mit großenteils üppiger Vegetation spielen Früchte und bestimmte Gemüsesorten eine dominante Rolle.
Das Trinkwasser wird in Wasserflaschen oder Kanistern verkauft, da das Wasser aus den Wasserleitungen verschmutzt ist.
Gerne getrunken wird die von den Spaniern eingeführte Horchata, ein süßliches Reis/Zimt-Getränk, das gekühlt serviert wird.
Die üblichen alkoholischen Getränke sind Bier, Tequila, Mezcal und Pulque.
Feiertage
- Día de los Muertos
- Día de la Independencia
- Guadalupana
- Día de la Revolución Mexicana
Literatur
- Octavio Paz
- Juan Rulfo
- Carlos Fuentes
- Alfonso Reyes
- José Vasconcelos
- Angeles Mastretta
- Laura Esquivel
- Mariano Azuela
- Paco Ignacio Taibo II
Malerei
- Diego Rivera (muralismo)
- Frida Kahlo
- Jesús de la Helguera
- Rufino Tamayo (muralismo)
- José Clemente Orozco (muralismo)
- David Alfaro Siqueiros (muralismo)
- José Luis Cuevas
- Dr. Atl
- Juan O'Gorman
Musik
- Mariachi
- Danzón
- Carlos Santana
- El Tri
- Lila Downs
- Lhasa de Sela
- Maná
- Molotov
- Control Machete
- Luis Miguel
- Cristian Castro
- Vicente Fernández
- Alejandro Fernández
- Thalia
- Paulina Rubio
- Café Tacuba
- Panteón Rococó
- Julieta Venegas
- Cri Cri
- Jorge Negrete
- Juan Gabriel
- José José
- Los Panchos
- Silvestre Revueltas
- Manuel M. Ponce
- Pablo Moncayo
- Diego Torres
Nationalhelden
- Emiliano Zapata
- Benito Juárez
- Miguel Hidalgo
- Francisco "Pancho" Villa
- Francisco I. Madero
- José María Morelos y Pavón
- Ignacio Zaragoza
Schauspieler
- Jay Hernandez
- Salma Hayek
- Anthony Quinn
- Diego Luna
- Gael García Bernal
- Cantinflas
- Pedro Infante
- Ricardo Montalban
- Rosita Quintana
- Jorge Negrete
- Germán Valdés Tin-Tan
- Verónica Castro
- Victoria Rufo
- Maria Félix
- Dolores del Rio
- Victor Pereira Ucha
Weitere Themen
- Desert Cultures
- Piñata
Literatur
- Dario/Kanzleiter, Boris (Hrsg.): Nach Norden. Mexikanische ArbeitsmigrantInnen zwischen neoliberaler Umstrukturierung, Militarisierung der US-Grenze und dem amerikanischen Traum. Verlag: Schwarze Risse, 1999, ISBN 3-924737-47-9
- John Ross: Mexiko. Geschichte-Gesellschaft-Kultur. Unrast, ISBN 3-89771-018-8 [http://www.unrast-verlag.de/unrast,2,140,4.html]
- Hans W. Tobler: Die mexikanische Revolution. Aktualisierte Taschenbuchausgabe. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1992, ISBN 3518384880
- William Prescott: Die Eroberung von Mexiko. Parkland Verlag, ISBN 3-88059-993-9
Weblinks
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=111 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.mexiko-lexikon.de Mexiko-Lexikon] (Umfangreiches Lexikon basierend auf Wikimedia, auf Mexiko spezialisiert)
- [http://www.mexico-mexiko.com Mexico Community] (Diskussionsforum und Informationsplattform)
- [http://www.mexiko-mexico.de Mexico-Portal] (Mexiko-Portal von Oliver Koch, von Reisen bis Wirtschaft)
- [http://www.mexiko-lindo.de Mexiko Lindo y Querido] (Homepage von Jürgen Fröhler, umfassendes Angebot)
- [http://www.mexico-info.de Mexico-Info] (Deutschsprachige Homepage von Monika Horvat, mit Schwerpunkt Reise und Kultur)
- [http://www.willgoto.com/categories.aspx?Destination=329&Langue=3 Mexiko] Reiseführer und Reiseverzeichnis
- [http://www.femexfut.org.mx Mexikanischer Fußballbund]
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Inuit
Das Wort Inuit (Einzahl Inuk, Zweizahl Inuuk) bedeutet Menschen. Es bezeichnet verschiedene zirkumpolar lebende Volksgruppen - in der Arktis rund um den Nordpol. Analog wird die Bezeichnung Eskimo(s) verwendet, doch ist dabei zu beachten, dass die beiden Begriffe Inuit und Eskimo verschiedentlich nicht ganz deckungsgleich verwendet werden - dann nämlich, wenn auch entfernter verwandte arktische Volksgruppen mit einbezogen werden, die wie die Inuit traditionell von einer Jagdkultur geprägt sind.
Die Zahl der Inuit wird heute auf etwa 150.000 veranschlagt. Davon leben auf Grönland etwa 50.000 Inuit, ebenso viele in Kanada - im Territorium Nunavut etwa 25.000, in den Nordwest-Territorien, im Gebiet Nunavik (Nord-Québec und auf Labrador zusammen ebenfalls etwa 25.000) - sowie in Alaska etwa 30.000. Eine Gruppe von 10-20.000 lebt in Tschukotka (nordöstliches Sibirien). Die Inuit führen regional unterschiedliche Bezeichnungen: Inuit in Nord- und Nordostkanada, Inuit und spezieller Kalaallit auf Grönland, Yupik in Sibirien und Teilen Alaskas, Inupiat im übrigen Alaska und in Nordwestkanada..
Erklärung des Namens
Inuit ist in Inuktitut das Wort für Menschen. Die bislang noch bekanntere Bezeichnung Eskimo stammt aus der Sprache der Cree- und Algonkin-Indianer, die - räumlich benachbart siedelnd - immer wieder Auseinandersetzungen mit den Inuit hatten. Das Wort wird üblicherweise als Rohfleischesser gedeutet, neuerdings auch als Schneeschuhflechter - doch macht letztere Deutung nur Sinn für Alaska-Eskimos, da die Inuit im Norden und Nordosten Kanadas vor der Kontaktzeit mit Qallunaat (d. s. aus dem Süden kommende Nicht-Inuit) über keine entsprechenden Rohmaterialien verfügten. Eskimo in der Bedeutung Rohfleichesser wird von vielen, doch längst nicht von allen Inuit als herabsetzend angesehen. In Nordamerika, doch auch in der übrigen Welt wird der Begriff Eskimo immer seltener benutzt, vor allem nachdem die Inuit seit den 1950er-Jahren politisch und kulturell zunehmend ins öffentliche Interesse rückten.
Herkunft der Inuit
Die Herkunft der Vorfahren der Inuit ist nicht genau bekannt. Bei Inuit-Kleinkindern ist jedoch noch heute ein "Mongolenfleck" sichtbar, was aus guten Gründen als genetische Verwandtschaft mit Mongolen gedeutet werden kann.
Als sicher gilt heute, dass "Paläo-Eskimos" etwa 3000 v.Chr. (nach der letzten, etwa 10000 v.Chr. endenden Eiszeit) von Asien aus über die Beringstraße nach Alaska (Nordamerika) einwanderten. Sie sind also deutlich später als die Indianer auf den amerikanischen Kontinent gelangt (Paläo-Indianer ca. 28000 v.Chr., Athabasken-Indianer ca. 12000 v.Chr.).
Um etwa 2000 v.Chr. (Klima der Arktis wärmer als heute) wanderte dann ein Teil der Paläo-Eskimos von Alaska bis nach Grönland; es entwickelte sich die "Independence-Kultur" und die "Prä-Dorset-Kultur", später (500 v.Chr. bis 1000 n.Chr.) die "Dorset-Kultur" (so nach Fundstücken nahe der heutigen Südbaffin-Siedlung Cape Dorset benannt).
Parallel dazu (2000 v.Chr. bis 1000 n.Chr.) entwickelte sich im durch pazifischen Einfluss wärmeren Alaska eine "Neo-Eskimo-Kultur".
Um ca. 1000 n.Chr. folgte eine neuerliche Wanderung von Alaska-Eskimos über Nordkanada bis Grönland (Klima deutlich wärmer als heute). Sie waren den Dorset-Eskimos, deren Entwicklung langsamer fortgeschritten war, deutlich überlegen und verdrängen sie oder vermischen sich mit ihnen. Ihre Kultur wird nach Fundstücken nahe der nordgrönländischen Siedlung Thule als "Thule-Kultur" bezeichnet; Zeitdauer der Thule-Kultur von etwa 1000 bis etwa 1500 (bis zum Beginn der "Kleinen Eiszeit" - um 1550-1850). Die "Thule-Eskimos" sind die direkten Vorfahren der heutigen Inuit. Der folgende Zeitraum von 1500 bis 1900 gilt als "Inuit-Frühgeschichte".
Traditionelle Lebensweise
Die Inuit bewohnen den arktischen Teil Nordamerikas, und haben eine relativ einheitliche (Jagd-)Kultur, die lange Zeit auf dem Jagen von Meeressäugern (Robben, Walrosse, Wale, Eisbären), aber auch von Landtieren (Karibus) basierte. Wichtigste Jagdwaffe war die Harpune. Daneben betrieben sie Fischfang und sammelten Früchte. Das Verfolgen jagdbarer Tiere war der Grund für ihre nomadische Lebensweise; in Zeiten ausreichender Jagdwildvorkommen lebten sie ortsfest.
Zur Fortbewegung auf dem Wasser nutzten sie den Kajak oder den vielsitzigen Umiak (Frauenboot); auf dem Land und dem Meereseis diente ihnen im Winter der von Hunden, den Huskies, gezogene Qamutik (Schlitten) als Transportmittel. Im Sommer dienten die Hunde als Tragetiere.
Die meisten Inuit lebten als Familiengruppen in Camps - während des Winters im Qarmaq (Plural: Qarmait), einer Behausung, die je nach Region und verfügbarem Material aus Stein, Gras- und Erdsoden, niedrigem Gestrüpp, gelegentlichem Treibholz und Walknochen erbaut und mit Schnee abgedichtet wurden. Schneehäuser (Iglus) dienten in der Regel nicht als permanente Winterunterkünfte, sondern wurden auf Reisen angelegt. Im Sommer lebte man im luftdurchlässigeren Zelt, das aus Fellen mit Walknochenstangen errichtet wurde. Elemente polarer Kultur waren im übrigen u.a. das Langhaus und die mit Öl aus dem Speck von Meeressäugern betriebene Serpentin-Öllampe (Qulliq).
Kulturelle Umwälzungen
Langhaus
Über das Zusammentreffen der Inuit-Kultur mit der Kultur der Weißen wird im Zusammenhang mit der zunehmenden Emanzipation der Inuit viel geschrieben, und das durchaus nicht immer frei von Ideologie. Häufig werden geschichtliche Zusammenhänge auch verkürzt dargestellt, um etwa ein einzelnes Faktum hervorzuheben, worunter zwangsläufig die Gesamtschau leidet.
Seit dem 2. Weltkrieg unterliegt die Inuit-Kultur starken Umwälzungen: Das Nomadenleben ist seit Ende der 1960er-Jahre praktisch zu Ende, und die Inuit bewohnen heute im Süden Kanadas vorgefertigte, wegen des Permafrosts auf Stelzen errichteten Siedlungshäusern. Diese Häuser werden mit Ölöfen beheizt (jedes Haus mit Heizölvorratstank). Frischwasser wird mit dem Tanklastwagen gebracht, und das verbrauchte Wasser wird ebenfalls mit Tanklastern abtransport. Kochplatz mit Elektroherd, Spüle, Gefrierschrank, Waschraum mit Dusche und/oder Badewanne und Spültoilette, selbst Waschmaschine und Wäschetrockner sind üblich. Das TV-Gerät läuft fast rund um die Uhr.
Schlittenhunde (heute eher ein Luxus) wurden durch Motorschlitten abgelöst, und die Jagd auf Grönlandwale findet aufgrund internationaler Schutzmaßnahmen nur noch sporadisch nach strengen staatlichen, auf einer Übereinkunft beruhenden Regeln zur Aufrechterhaltung von Tradition statt (Nunavut: fünf Grönlandwale innerhalb von zehn Jahren). Traditioneller Handel mit Robben- und Fuchsfellen sowie mit Handarbeiten aus Walross-Elfenbein sind infolge Boykotts durch viele Staaten (aus Tierschutzgründen) praktisch zum Erliegen gekommen.
Dafür sind jedoch seit der 2. Hälfte der 1950er Jahre Kunst und Kunsthandwerk wichtige Quellen der Wertschöpfung geworden. Serpentin- und Marmorskulpturen, Kunstgrafik, Wandbehänge und -teppiche (u.a. aus Baker Lake, Arviat und Pangnirtung), Schmuck, Keramiken, Puppen) geben heute einer großen Zahl von Inuit-Künstlern und -Künstlerinnen aller Generationen neben Jagen und Fischen eine wesentliche Lebensgrundlage. Als Künstler international bekannt wurden etwa aus den Nunavut-Siedlungen Arviat: George Arluk, Lucy Tassiur Tutswituk; Baker Lake: Barnabus Arnasungaaq, Irene Avaalaaqiaq, Jessie Oonark (+); Cape Dorset: Kenojuak Ashevak, Pitseolak Ashoona (+), Nuna Parr, Kananginak Pootoogook, Pauta Saila, Aqjangajuk Shaa, Toonoo Sharky, Uvilu Tunnillie; Iglulik: Germaine Arnaktauyok (heute in Yellowknife wohnhaft); Pangnirtung: Andrew Qappik.
Eine positive Entwicklung sowohl auf wirtschaftlichem wie auf kulturellem Gebiet erhoffen sich die Inuit im Nordosten Kanadas von der Bildung des Territoriums Nunavut, das seit 1. April 1999 besteht und von den Inuit selbst verwaltet wird. Besonderer Wert wird hier auch auf die Pflege von Inuit-Tradition gelegt.
Daneben gibt es auch staatenübergreifende Bewegungen, welche die Kultur der Inuit bewahren und ihre politischen Forderungen koordinieren sollen, z.B. die Inuit Circumpolar Conference (ICC). Als sehr bedeutsames Problem wird der Treibhauseffekt angesehen, der nicht nur das traditionelle Leben der Inuit wesentlich zu verändern scheint, sondern auch Tier- und Pflanzenwelt stark beeinflusst. Die Regierung des Territoriums Nunavut, allen voran Premierminister Paul Okalik, zeigt daher essentielles Interesse daran, wie sich das Kyoto-Protokoll weiterentwickeln und seine Ziele erreichen wird.
Siehe auch
- Knud Rasmussen
- Nanuk der Eskimo
Literatur
- [http://archiv.magickpages.de/html/ddenk/entpol_p.shtml Roger Uchtmann: Die Geschichte vom Erlöschen der Lampen - Die Depolarisierung einer polaren Kultur]
- [http://www.ansgar-walk.de Ansgar Walk: Im Land der Inuit - Arktisches Tagebuch]
- [http://www.ansgar-walk.de Ansgar Walk: Kenojuak - Lebensgeschichte einer bedeutenden Inuit-Künstlerin]
Weblinks
- [http://www.nanoq.gl/ Regierung von Groenland (dän./inuk.)]
- [http://www.gov.nu.ca Regierung von Nunavut (engl./inuk.]]
- [http://www.krg.ca/ Regierung von Kativik, Québec (engl./frz./inuk.]]
- [http://www.tapirisat.ca/ Inuit Tapiriit Kanatami - Vertretung der Inuit in Kanada (englisch)]
- [http://yomee.com/Religions/Other/Inuit.htm Inuit - Eskimo Religion] Beschreibung der Religion und Demographie der Inuit (englisch)
- [http://www.inuit-kultur.de/ Inuit-Kultur - Abriß der Geschichte; Lebensweise der Inuit früher und heute im Vergleich]
Kategorie:Nordamerikanische Ethnie
Kategorie:Kanada
Kategorie:Grönland
Kategorie:Indigenes Volk in Russland
Kategorie:Alaska
simple:Inuit
YupikYupik ist eine Sprache der Inuit, die auf der Tschuktschen-Halbinsel, Nordalaska und einigen Inseln von etwa 100.000 Menschen gesprochen wird.
Meistens wird sie in kleinen Siedlungen oder bei den Nomaden gesprochen, in den großen Siedlungen ist sie eher unüblich, da dort meistens die Hälfte der Bevölkerung oder mehr Weiße sind, 1/4 Indianer und 1/4 Inuit. Dort ist die Verkehrssprache dann meistens Englisch.
Kategorie:Einzelsprache
Alaska
Alaska [] (aleut. alyeska: Großes Land) ist der flächenmäßig größte (etwa 20 %) und nördlichste und westlichste Bundesstaat der USA sowie die größte Exklave der Erde.
Geographie
Lage
liegt als geographisch getrennter US-Bundesstaat im äußersten Nordwesten Nordamerikas. Es grenzt im Osten an das kanadische Territorium Yukon, im Süden an den Golf von Alaska im Pazifischen Ozean, im Westen an das Beringmeer, die Beringstraße und den Tschuktschensee sowie im Norden an die Beaufortsee im Nordpolarmeer.
Landesgestalt / Gebirge / Berge
Im Südwesten von Alaska liegt die schmale Alaska Peninsula, an die sich die Alëuten anschließen; sowohl auf der Halbinsel als auch auf der langgestreckten Inselkette befindet sich die Alëutenkette, die im Mount Redoubt bis 3.109 m hoch aufragt. Im nördlichen Mittelteil des US-Bundesstaats befinden sich die Berge der Alaskakette, zu der auch der Mount McKinley - mit 6.194 m der höchste Berg dieser Kette und Nordamerikas - gehört. Im arktischen Norden erhebt sich die Brookskette, die bis 2.749 m hoch aufragt. Im Südwesten ragen die Wrangell Mountains im Mount Blackburn bis 4.996 m, die Waxell-Barkley Ridge bis 3.261 m und die an Kanada grenzenden Saint Elias Mountains mit dem in Alaska liegenden Mount Saint Elias bis 5.489 m hoch auf. Im äußersten Südosten liegt der Alaska Panhandle (Landzipfel), ein schmaler Streifen entlang des Pazifiks, westlich der kanadischen Provinz Britisch-Kolumbien, dessen Orte größtenteils nur per Schiff/Flugzeug zu erreichen sind. Dort liegt auch die Hauptstadt Juneau. Die restlichen Gebiete Alskas sind von teils sehr dicht bewaldeten Hügelländern und zahllosen Fjorden an der Küste gekennzeichnet.
Alaska besteht aus drei landschaftlichen Großräumen: der Gebirgskette entlang der gesamten südlichen Pazifikküste, der Yukon-Niederung mit seinem Berg- und Hügelland sowie der Küstenebene am Nordpolarsee.
Das Gebirgssystem entlang der Pazifikküste ist ein geologisch instabiles Gebiet, in dem es gelegentlich zu Vulkanausbrüchen und Erdbeben kommt. Die Südseite dieses Gebirgssystems ist stark vergletschert: Der Malaspina im Südosten Alaskas nahe der Küste am Golf von Alaska ist mit 4.275 km² der größte außerpolare Gebirgsgletscher der Erde. An seiner dicksten Stelle weist der etwa 100 km lange und bis 65 km breite Gletscher eine Mächtigkeit von mehr als 600 m auf. Zum mittleren Teil des Bundesstaates gehören die Niederungen des Yukon und des Kuskokwim River. Die Küstenebene im Norden fällt von der Brookskette allmählich zum Nordpolarmeer ab.
Auf dem Gebiet von Alaska befinden sich Tausende Seen, die größten davon (Becharof, Iliamna, Naknek und Ugashik) befinden sich auf der Alaska Peninsula bzw. am Übergang des Festlands zu dieser Halbinsel.
Der größte Fluss
Der größte Fluss bzw. Strom des Landes ist der Yukon, der in den kanadischen Rocky Mountains entspringt und die Mitte Alaskas in Richtung Westen fließend durchschneidet und in das Beringmeer mündet.
Die größten Städte
Neben der Hauptstadt Juneau sind Anchorage und Fairbanks wichtige Städte.
- Liste der Städte in Alaska
Zucht und Anbau
Nur in den Flusstälern (beispielsweise am Yukon) sind Anbaugelegenheiten möglich. Angebaut werden Getreide, Gemüse und Futterpflanzen, wobei es nur sehr wenige Anbauflächen gibt. Gezüchtet werden vorwiegend Pelztiere.
Industrie und Wirtschaft
Wegen der großen Waldgebiete ist die Holz- und Papierindustrie eine wichtige Einnahmequelle. In den Bergen wird Gold, Kupfer, Silber, Blei, Zinn und Eisen abgebaut. In der Fischerei wird überwiegend Lachs und Kabeljau exportiert. In gibt es Kohlevorkommen und eine 1968 entdeckte Erdöllinie. Dies lässt Alaska und der Trans-Alaska-Pipeline eine wichtige Rolle auf dem Welt-Rohölmarkt zukommen.
Bevölkerung
hat 655.435 Einwohner (Stand: 2004), davon sind 69,3 % Weiße, 15,6 % Indianer, ca. 50.000 Inuit, Aleuten und Indianer (höchster Prozentsatz in den USA), 4,1% Hispanics, 4,0 % Asiaten, 3,5 % Afroamerikaner, 0,5 % Hawaiianer und von anderen Pazifkinseln. Es gibt 221.600 Haushalte.
Verkehr
Nur sehr wenige befestigte Straßen erschließen den riesigen Bundesstaat. Seit 1942 gibt es den Alaska Highway, der Alaska mit dem US-amerikanischen Festland verbindet. Ebenfalls von Bedeutung ist der Alaska-Marine-Highway - eine Fährverbindung von Bellingham im US-Bundesstaat Washington bis zu den Aleuten - der zahlreiche Ortschaften entlang der Inside Passage // ansteuert.
Ökologie
siehe Arctic National Wildlife Refuge
Geschichte
Besiedlung und Ureinwohner
Arctic National Wildlife Refuge]
Alaska war der erste Teil des amerikanischen Kontinents, der von Menschen besiedelt wurde. Aus Sibirien kommend, erreichten die ersten Nomaden die Gegend vor etwa 16.000 bis 12.000 Jahren über die damals noch bestehende Beringia, eine Landbrücke zwischen Asien und Nordamerika. Erst mit dem Ende der Eiszeit hob sich der Meeresspiegel, und vor rund 10.000 Jahren wurden die beiden Kontinente durch die heutige Beringstraße getrennt. Zunächst verhinderte noch eine Eisbarriere ein weiteres Vordringen, erst nach einer zwischenzeitlichen Warmzeit öffnete sich ein Korridor und ermöglichte die Besiedlung des amerikanischen Doppelkontinents.
Die heutigen Indianerstämme der Südostküste (Tlingit, Haida, Tsimshian) und des Inlandes (Athabasca) sind Nachfahren dieser ersten Siedler, die Inuit (Inupiat, Yupik) stammen von einer späteren Siedlungswelle ab. Die Vorfahren der heutigen Unangan besiedelten die Aleuten vor rund 4000 Jahren von Sibirien aus. Diese Völker gehören verschiedenen Kulturarealen an und haben entsprechend erheblich verschiedene Sozialstrukturen, religiöse und kulturelle Eigenheiten. Einige Stämme der Pazifikküste sind vor allem für ihre reichhaltige Schnitzkunst bekannt, die sie sich bis in die heutige Zeit bewahrt haben.
Russische Kolonisation
Der erste Europäer, der Alaska sichtete, war möglicherweise der russische Entdecker Semjon Iwanowitsch Deschnjow, der 1648 die Tschuktschenhalbinsel umschiffte und so die These widerlegte, dass Amerika und Asien zusammenhängen. 1728 und 1729 scheiterte der im Auftrag des russischen Zaren segelnde Däne Vitus Bering bei dem Versuch, Alaska zu erreichen. Erst 1741 gelang das Unterfangen im Ramen der Zweiten Kamtschatka-Expedition. Den ersten Landgang unternahm am 15. Juli des Jahres allerdings der Russe Aleksei Tschirikow, Kapitän der St. Paul, des zweiten Schiffs von Berings Expedition, in der Nähe des heutigen Sitka. Bering erreichte tags darauf die Küste rund 600km weiter nördlich - die Schiffe waren zuvor bei einem Sturm getrennt worden. Auf der Rückfahrt musste die St. Peter, das Schiff Berings auf der später nach ihm benannten Insel anlanden, wo er am 19. Dezember 1741 verstarb. Der Rest der Besatzung kam im August 1742 wieder im Ausgangshafen, dem heutigen Petropawlowsk auf Kamtschatka, an. Von Bedeutung waren bei dieser Expedition auch die Beobachtungen des Botanikers und Zoologen Georg Wilhelm Steller, der einige amerikanische Tier-und Pflanzenarten erstmals beschrieb, darunter auch die nach ihm benannte und heute ausgerottete Stellersche Seekuh.
Ab 1745 ergründeten die Russen ihre spätere Kolonie Russisch-Alaska auf der Suche nach Seeottern und ihren wertvollen Pelzen. Weil Alaska aber allzu unerschlossen und abgelegen war, waren diese Unternehmungen kaum profitabel. 1783 landete Grigori Iwanowitsch Schelikow mit zwei Schiffen auf der Insel Kodiak. Nach feindlichen Übergriffen der Koniag-Indianer ließ er das Feuer auf sie eröffnen und tötete und verwundete Hunderte. Nachdem er so seine Autorität sichergestellt hatte, gründete er die erste permanente Siedlung in Alaska an der heutigen Three Saints Bay. 1792 wurde die Siedlung an die Stelle der heutigen Stadt Kodiak verlegt, die sich zum Hauptumschlagsplatz für Pelze auch vom Festland entwickelte. Nach einiger Zeit gestaltete sich auch das Zusammenleben von Einheimischen und Russen halbwegs harmonisch.
Der russischen Expansion traten bald Spanien und Großbritannien entgegen. Spanien erhob Anspruch auf die gesamte amerikanische Pazifikküste. Um diese zu verdeutlichen, entsandte König Karl III. zwischen 1774 und 1791 mehrere Expeditionen zu deren Erkundung. Eines von zwei Schiffen der zweiten Expedition erreichte unter Francisco de la Bodega y Quadra 1775 auch Alaska, 1791 gelang dies auch Alessandro Malaspina, der im Auftrag der Krone nach der Nordwestpassage suchte. Letztlich erscheinen den Spaniern die Anstrengungen im Nordpazifik jedoch zu kostspielig, und 1819 gab es seine Ansprüche auf. Das Erbe der Spanier beschränkt sich auf einige Ortsnamen, darunter der Malaspina-Gletscher und die Ortschaft Valdez.
1778 kartografierte der Brite James Cook den Verlauf der Pazifikküste von Kalifornien bis zur Beringstraße und entdeckte dabei den nach ihm beannten Cook Inlet, George Vancouver setzte diese Unternehmungen 1791-1795 fort. Zunehmend drängten in den nächsten Jahren auch britische Felljäger und -händler nach Alaska. Die englische Hudson Bay Company unterhielt im gesamten frühen 19. Jahrhundert Handelsposten in Fort Yukon, am Stikine River und in Wrangell.
1795 gründete Alexander Baranow rund 10km nördlich des heutigen Sitka die erste Niederlassung auf dem Festland, um den russischen Alleinanspruch zu verdeutlichen. Schelikow gründete gemeinsam mit Nikolai Rezanov die Russisch-Amerikanischen Kompanie, eine Handelsgesellschaft, die 1799 von Zar Paul I. auf zwanzig Jahre das Monopol für den Pelzhandel in Alaska erhielt. Rezanov schmiedete Pläne, die gesamte Pazifikküste Nordamerikas für Russland in Besitz zu nehmen, nachdem er 1805 die Bucht von San Francisco erreicht hatte, musste er dieses Vorhaben aber auf spanischen Druck hin aufgeben. Noch 1812 errichtete seine Kompanie jedoch einen Handelsposten in Kalifornien - Fort Ross bestand bis 1841.
Die Aktivitäten der Kompanie waren kaum profitabel, und so übernahm 1818 die russische Regierung die Kontrolle über sie und setzte Ferdinand von Wrangel als Gouverneur ein.
Der Ver-/Ankauf von Alaska
Alaska war für die aufstrebende Weltmacht Russland die einzige Übersee-Kolonie, die aber kaum rentabel und schwierig zu verwalten war. Da die Passage durch das Eismeer zu gefährlich war, führte der einzige Weg dorthin von der damaligen russischen Hauptstadt Sankt Petersburg rund um das Kap der Guten Hoffnung und dauerte mehr als ein halbes Jahr.
Mit der Zeit wurden die Pelztiere, insbesondere der Seeotter, in Folge der Bejagung immer seltener und das Territorium für Russland immer schwieriger zu unterhalten. Zudem machten die einheimischen Indianer, vornehmlich die Tlingit, den Russen immer wieder Schwierigkeiten. Um die Staatskasse nach dem verlorenen Krimkrieg wieder aufzufüllen, stimmte Zar Alexander II. einem Vertrag zu, den sein Botschafter in den USA, Baron Eduard von Stoeckl, am 30. März 1867 mit US-Außenminister Seward in Washington unterzeichnet hatte. Danach verkaufte das Zarenreich Alaska für 7,2 Millionen Dollar an die Vereinigten Staaten. Der Ankauf war in den USA sehr umstritten. Der Senat stimmte dem Kaufvertrag mit nur einer Stimme Mehrheit zu, und Spötter nannten das erworbene Land Seward's ice box ("Sewards Gefriertruhe") oder auch "Johnsons Eisbärengehege". Am 18. Oktober 1867 ging Alaska offiziell in amerikanischen Besitz über; in Sitka wurde die russische Fahne eingeholt und die Flagge der USA gehisst. die Datumsgrenze wurde gen Westen verschoben und der gregorianische Kalender in Alaska eingeführt. So kam es auch, dass die Bewohner Alaskas am 6. Oktober 1867 (nach dem julianischen Kalender) zu Bett gingen und tags darauf am 18. Oktober 1867 aufwachten. Der 18. Oktober ist als "Alaska Day" bis heute ein Feiertag und wird vor allem in der alten Hauptstadt Sitka gefeiert.
1867-77 wurde Alaska von der US-Armee, 1877-79 vom Finanzministerium und 1879-1884 von der Kriegsmarine verwaltet. Bis 1884 war der Name des Gebiets Department of Alaska.
Erst danach entdeckte man das erste Gold, was zum bekannten Goldrausch führte. Besonders die Goldgewinnung im Klondikegebiet von 1896 war bis etwa 1945 sehr wichtig.
Am 3. Januar 1959 wurde Alaska der 49. Bundesstaat der Vereinigten Staaten von Amerika.
Politik
Am 19. Oktober 2005 tritt im US-Bundesstaat Alaska ein Waffengesetz in Kraft, das sowohl den Waffenbesitz von Handfeuerwaffen, als auch ihr Mitführen im PKW liberalisiert. Das Bundesgesetz war auf Betreiben der National Rifle Association verabschiedet worden, um den restriktiveren lokalen Grundsätzen der Kommunen und Counties zuvor zu kommen. Alaska soll nach dem Willen der NRA Vorbild für die anderen Bundesstaaten werden.
- Liste der Boroughs und Census Areas in Alaska (Verwaltungseinheiten)
- Liste der Gouverneure von Alaska
Literatur
Sachbücher
- Littke, Peter: Vom Zarenadler zum Sternenbanner. Die Geschichte Russisch-Alaskas. Magnus-Verlag, Essen, 2003, ISBN 3884000195.
Romane
- Boyle, Thomas Coraghessan: "Drop City". Auseinandersetzung mit einer Hippie-Kommune und einer Trappergesellschaft in Alaska. Hanser Verlag, München.
- Krakauer, Jon: "In die Wildnis". Die Geschichte des Top-Studenten Christopher McCandless, der sein ganzes Vermögen einer Hilfsorganisation spendet, aufbricht und in Alaska verhungert. Piper Verlag, München. ISBN 3-492-22708-2
Spiel
Es existiert ein Brettspiel des englischen Spieleerfinders Eric Solomon mit dem Namen Alaska. Siehe dazu auch Alaska (Spiel).
Weblinks
- [http://www.state.ak.us/ Homepage Alaskas]
- [http://www.alaska-info.de/ Deutschsprachige Infos]
- [http://www.dot.state.ak.us/amhs/ Alaska Marine Highway System]
- [http://www.hicker.de/alaska-bilder.html Alaska Bilder]
Kategorie:US-Bundesstaat
Kategorie:Ehemalige Kolonie
ja:アラスカ州
ko:알래스카 주
ms:Alaska
simple:Alaska
th:มลรัฐอะแลสกา
Arktis
Die Arktis ist die Region innerhalb des nördlichen Polarkreises am Nordpol der Erde. Sie umfasst Teile von Russland, Alaska (USA), Kanada, Grönland, Lappland (Norwegen, Schweden, Finnland) und Spitzbergen (Norwegen) sowie den zu großen Teilen von Eis bedeckten Arktischen Ozean (Nordpolarmeer).
Die Bezeichnung "Arktis" leitet sich her aus dem griechischen Wort árktos für Bär, und bedeutet so viel wie "Land unter dem (Sternbild des) Großen Bären".
Im Gegensatz zur Antarktis ist die Arktis nicht, wie oft angenommen wird, ein Kontinent, sondern der bis über 5.000 Meter tiefe Arktische Ozean, da sich unter dem Eis der Arktis keine Landmasse befindet.
Bezüglich der Uhrzeit gelten in der Arktis, im Gegensatz zur Antarktis, keine speziellen Regelungen. Es ist deshalb möglich, am geographischen Nordpol bei einer Umkreisung alle Zeitzonen in kürzester Zeit zu durchschreiten.
Nördlicher Polarkreis
Der nördliche Polarkreis ist einer der fünf wichtigen Breitengrade, die die Erde einteilen. Alles nördlich dieses Polarkreises gehört zur Arktis.
Es ist der Breitengrad 66,5° nördlich vom Äquator. Innerhalb des Polarkreises geht zur Sommersonnenwende die Sonne für mindestens 24 Stunden nicht unter, das heißt sie bleibt oberhalb des Horizonts sichtbar. Daher wird die Arktis auch das Land der Mitternachtssonne genannt. Zur Wintersonnenwende geht die Sonne in Gegenzug für mindestens 24 Stunden nicht auf, das heißt sie bleibt unsichtbar unterhalb des Horizonts.
Wintersonnenwende
Bevölkerung
In der Arktis leben gegenwärtig etwa zwei Millionen Menschen. Zu den Polarvölkern zählen Inuit, Nenzen, Jakuten, Saami, Athapasken, Ewenken und Tschuktschen. Zudem leben in der Arktis zahlreiche Skandinavier, Russen und Nordamerikaner. Der typische Bewohner aus dem Tierreich ist der Eisbär, so, wie es in der Antarktis der Pinguin ist.
Zum Schutz der Umwelt und der Ureinwohner in der Arktis wurde 1996 der Arktische Rat gegründet.
Die Arktis in der Urzeit
Im Nordpolarmeer herrschten vor 55 Millionen Jahren subtropische Wassertemperaturen. In Bohrkernen wurden Reste von Süßwasserpflanzen entdeckt, die unter anderem in Reiskulturen vorkommen. Dies deutet darauf hin, dass die gesamte Arktis vor mehr als 50 Millionen Jahren ein abgeschlossener gigantischer Süßwassersee war. Andere Funde zeugten von heftigen biologischen Umwälzungen und vom plötzlichen Aussterben vieler Organismen.
Historischer Irrtum
Heute ist bekannt, dass die Eiskappe der Arktis ein unwirtlicher Ort ist.
Anfang des 19. Jhds. entwickelte der Amerikaner John Cleve Symmes eine Theorie, nach der die Pole der Erde Öffnungen ins Erdinnere darstellen. Um zu diesen unbekannten Welten vorzudringen, müssten die Pole erobert werden. Jules Verne hat wohl in seiner Geschichte Reise zum Mittelpunkt der Erde diese Theorie noch am Ende des 19. Jhds. kolportiert, obwohl in diesem Buch der Eingang in das Innere der Erde nach Island (und somit an einen Ort südlich des Polarkreises und 2700 km südlich des Nordpols) gelegt wird. Die Symmes'sche Theorie wurde aber schon in den 30er Jahren des 19. Jhds. nicht mehr akzeptiert.
Eine weitere Theorie, nach der nördlich des Eisgürtels wieder eisfreies und schiffbares Meer existiere, wurde so populär, dass von verschiedenen Nationen, vorwiegend USA und England, immer wieder Expeditionen zum Erreichen des Nordpols entsandt wurden. Diese drangen vorwiegend über die Baffinbucht westlich von Grönland nach Norden vor und sollten das eisfreie Meer finden. Erst in den 1880er Jahren begann man an dieser Theorie zu zweifeln.
Literatur
Blümel, W.D. (1999): Physische Geographie der Polargebiete. – 239 S., Stuttgart.
Vom 9.-12. Mai 1926 erreichen die US-amerikanischen Marineflieger Byrd und Bennett mit dem Flugzeug, vor Amundsen und Nobile im Luftschiff "NORGE" den Nordpol.
Weblinks
- [http://www.wissenschaft.ag/Arktis.php4 Arktis-Newsletter]
- [http://www.wissenschaft.ag/Arktis.php4?tvsearch=Arktis Arktis im Fernsehen]
- [http://www.arctic.noaa.gov Arctic Theme Pages]
Kategorie:Arktis
Kategorie:Region
ja:北極
ko:북극
simple:Arctic
MétisDie Métis sind eine Ethnie in Kanada.
Die Métis sind Nachfahren europäischer Pelzhändler – insbesondere aus Frankreich, England und Schottland – und Frauen indianischer Abstammung, insbesondere der Ethnien der Cree, Anishinabe und Saulteaux.
Die Entwicklung der Métis fand sukzessive im Zeitraum zwischen dem 17. Jahrhundert und dem späteren 19. Jahrhundert statt.
Seit 1982 sind die Métis als indigenes Volk in Kanada anerkannt. Sie sprechen Französisch und Michif, eine Art Kreolsprache. Diese geht aber offenbar nicht auf ein Pidgin zurück, sondern hat sich aus Cree und Französisch entwickelt – das Nominalsystem ist französisch, das Verbalsystem ist Cree.
International bekannt wurden sie durch Louis Riel (1844-1885), der 1869 am Red River, dem heutigen Manitoba, mit dem Comité National des Métis de la Rivière Rouge eine provisorische Provinzregierung bildete und den Eintritt in die kanadische Konföderation anstrebte. Anlass war der Verkauf des Landes durch den vorherigen Besitzer, die Hudson's Bay Company, an die kanadische Regierung und die dadurch entstandene Unsicherheit der Landrechte der Métis. 1884 führte Riel die Métis als "Prophet" in einer bewaffneten Rebellion gegen die kanadische Regierung an und wurde deswegen im Jahr darauf hingerichtet.
Siehe auch: Liste durch Vermischung entstandener Ethnien
Kategorie:Kanada Kategorie:Kanadische Geschichte
IrokesenDie Irokesen (Eigenbezeichnung Haudenosaunee - Menschen des Langen Hauses) sind eine Gruppe sprachverwandter Indianervölker (siehe auch Irokesische Sprachen). Woher die Bezeichnung Irokesen kommt, ist nicht endgültig geklärt. Ihr Siedlungsgebiet erstreckte sich vom Nordufer des Sankt-Lorenz-Strom bis zum Hudson und westlich über den Eriesee hinaus.
Geschichte
Überlieferungen zufolge sind die Irokesen aus dem unteren Mississippi entlang des Ohio eingewandert.
Erstmals sind die Irokesen um das Jahr 1000 nachweisbar.
Der Irokesenbund (auch: Irokesenliga) war und ist noch heute ein Völkerbund aus den sechs Nationen der Mohawk, Onondaga, Oneida, Cayuga, Seneca und Tuscarora. In der englischen Literatur werden sie als Iroquois proper ("eigentliche Irokesen") bezeichnet.
Zwischen 1350 und 1600 waren die Stämme der Irokesen untereinander verfeindet, wurden aber im 16. Jahrhundert, vermutlich um 1570, durch den Propheten Deganawidah und Häuptling Hiawatha vereint. Die Onondaga sträubten sich lange gegen den Beitritt zur Irokesenliga und rangen ihr dabei bedeutende Privilegien ab. Der Rat der Liga, bestehend aus 50 Häuptlingen, war das Vorbild des amerikanischen und schweizerischen Regierungssystemes.
1623 wurde der niederländische Handelsposten Fort Orange auf dem Territorium der Mohawk gegründet.
Im 17. Jahrhundert vernichtete der Bund im Zuge der Biberkriege die Wyandot, Tionontati und Erie.
Die Tuscarora stießen erst 1722 zu den five nations (danach six nations) hinzu, nachdem sie von europäischen Siedlern aus North Carolina vertrieben worden waren.
Im Französisch-Indianischen Krieg (1756-1763) zwischen Engländern und Franzosen standen die Irokesen auf Seiten der Engländer.
Im amerikanischen Unabhängigkeitskriege spalteten sich die Irokesen in Oneida und Tuscarora (die sich auf die Seite der Amerikaner stellten) und den restlichen Bund (der für die Engländer kämpfte). Eine amerikanische Strafexpedition zerstörte 1779 eine wichtige Siedlung der Irokesen und brach ihren Widerstand.
Im zweiten Vertrag von Fort Stanwix löste sich die Liga 1784 auf. Die Onondaga, Seneca und Tuscarora blieben in New York, während die Mohawk und Cayuga nach Kanada gingen. Die Oneida ließen sich in Wisconsin nieder.
Noch im zweiten Weltkrieg sahen sich die Irokesen als eigenes Volk, das dann auch alleine
Adolf Hitler und dem 3. Reich den Krieg erklärte, aber nicht mit den USA kooperieren wollte.
Kultur und Bedeutung der Irokesen
Ihre freiheitliche Verfassung soll der der USA Pate gestanden haben. Auch auf das europäische Denken der Aufklärung hatte sie Einfluss (Johann Gottfried Herder, "Die große Friedensfrau der Irokesen") und auch bei Friedrich Engels nimmt sie in dessen Schrift vom Ursprung der Familie eine wichtige Stellung ein (beeinflusst wiederum von Bachofens "Mutterrecht") .
Traditionell besteht jede Nation aus mehreren Klans, denen jeweils eine gewählte Klanmutter vorsteht. Jeder Klan konnte bis zu drei Abgeordnete in die Ratsversammlung der Irokesen schicken. Die Gesellschaft war demokratisch organisiert, das Individuum genoss erstaunliche Freiheiten. Das Verwandtschaftssystem ist matrilinear, die Lebensweise ist matrilokal.
Die Irokesen haben eine starke, für Einzelpersonen kaum durchbrechbare geschlechtliche Arbeitsteilung. So sind die Frauen für die Häuser und die Landwirtschaft zuständig, während die Männer der Jagd und anderen Aufgaben nachgehen, die ein Verlassen des Clanlandes erforderlich machen.
Die Irokesen lebten hauptsächlich von Mais. Sie kannten Dutzende verschiedener Maisarten. Dies machte sie unabhängig vom Jagdglück und erlaubte eine relativ sesshafte Lebensweise. Es war aber auch eine ständige Gefahr, denn gelang es den Feinden, die Maisfelder zu zerstören, brach das Wirtschaftssystem der Irokesen zusammen. Neben dem Mais verpflegten sie sich mit Kürbis, Bohnen und Wildfrüchten. Die Jäger vervollständigten die Speisekarte mit Fleisch.
Die Irokesen lebten in mit Palisadenzäunen befestigten Dörfern, die aus bis zu hundert Langhäusern bestanden. Nach etwa zehn bis fünfzehn Jahren, wenn der Boden und der Wald nicht mehr die gewünschten Ernte- und Jagderträge brachten, zogen die Bewohner zu einem neuen Gelände.
Ein besonderes kulturelles Merkmal der Irokesen sind die Medizinbünde.
Irokesen heute
Von den heute etwa 60.000 Irokesen sprechen noch etwa 20 % eine der Irokesischen Sprachen.
Siehe auch
Liste nordamerikanischer Indianerstämme
Literatur
- In der DDR war ein Kinderbuch "Blauvogel, Wahlsohn der Irokesen" sehr beliebt.
- Lippuner, Heinz: Demokratie aus indianischer Hand? Unsere Bundesverfassung und das Great Law of Peace der Irokesen-Konföderation, in: Kleine Schriften des Museumsvereins Schaffhausen 99/5.
- Lips, Eva: Nicht nur in der Prärie, Leipzig: Edition Leipzig 1974
- Schumacher, Irene: Gesellschaftsstruktur und Rolle der Frau. Das Beispiel der Irokesen. (Soziologische Schriften; 10). Berlin: Duncker & Humblot 1972.
- Fenton, Willam N.: The Great Law and the Longhouse: a political history of the Iroquois Confederacy. (The civilization of the American Indian series, 223). Norman: Univ. of Oklahoma Press 1998
- Thomas Wagner: Irokesen und Demokratie. Ein Beitrag zur Soziologie interkultureller Kommunikation, Münster, Lit-Verlag 2004
Weblinks
- http://www.tolatsga.org/iro.html (engl.)
- http://www.sixnations.org/ (engl.)
- [http://www.graswurzel.net/297/iro.shtml Der Irokesenbund als egalitäre Konsensdemokratie]
- [http://www.indianerwww.de/indian/n_irokes.htm Irokesen im Indianerwww]
Kategorie:Nordamerikanische Ethnie
Kategorie:Matriarchales Volk
ja:イロコイ連邦
WampanoagDie Wampanoag waren im 17. Jahrhundert eine mächtige indianische | | |