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Indigene Religionen

Indigene Religionen

Indigene Religionen nennt man heute Religionen, die früher meist als Naturreligion zusammengefasst wurden. Auch "Stammesreligionen", "schriftlose Religionen" oder "primitive Religionen" waren Begriffe unter denen man die oft sehr verschiedenen Religionen indigener oder keine "Weltreligion" praktizierender Völker zusammenfasste. Heute ist der Gebrauch des Wortes Naturreligion zumindest umstritten. In Anlehnung an den Begriff Indigene Völker betont der Begriff "indigene Religionen" den Aspekt, dass diese Religionen Ihren Ursprung bei den betreffenden Völkern haben und nicht später (wie das bei den sog. Weltreligionen oft der Fall ist) übernommen wurden. Kategorie:Religion Kategorie:Naturreligion

Religion

Als Religion wird oftmals ein in größeren Bevölkerungsgruppen verankertes System von Vorstellungen über die Existenz von Gegebenheiten jenseits des sinnlich Erfahrbaren, bezeichnet. Diese in langen Traditionen entstandene Welterklärung bzw. Anleitung zur Lebensbewältigung wird in der westlichen Welt aufgrund christlicher Traditionen häufig mit der Kurzformel "Glaube" zusammengefasst. Hierbei handelt es sich um den zumeist institutionalisierten und organisierten Glauben an eine oder mehrere persönliche oder auch unpersönliche transzendente Wesenheiten, z.B. eine Gottheit, Geister und Ahnen) und/oder Prinzipien (z.B. Dao, Dhamma) und/oder andere Vorstellungen, wie z.B. Nirvana und Jenseits.

Nähere Bestimmung

Allerdings erfasst dieser westliche Ansatz einer Definition mit Hilfe des Begriffs "Glauben" nicht alle Religionen, da dieser Terminus in einigen Religionen nicht oder kaum existiert und damit nicht das eigentliche Merkmal dieser Religion sein kann. Ein weiteres Problem stellt die Bestimmung einer Gemeinschaft als Religion dar. Einige Religionen beruhen auf philosophischen Systemen, bei anderen ist die politische Orientierung oder die Spiritualität sehr ausgeprägt. Eine klare Abgrenzung ist kaum möglich, Überschneidungen finden sich in nahezu allen Religionen und insbesondere bei der Rezeption durch einzelne Menschen. Den meisten Religionen sind Heilslehren, Symbolsysteme und Rituale zu eigen. Auf diesem Hintergund werden populäre Einteilungen vorgenommen. Religiöse Vorstellungsbilder weiterzugeben und damit zu vergesellschaften, ist an die Sprachfähigkeit des Menschen gekoppelt und daher so alt wie das Sprachvermögen der Hominiden. Als Hochreligionen werden meist Christentum, Islam, Judentum, Hinduismus, Buddhismus, Daoismus, Sikhismus, Konfuzianismus, Baha'i und Shinto verstanden (siehe auch Liste der Religionen der Welt). Mit der wissenschaftlichen Erforschung von Religionen befassen sich insbesondere die Religionswissenschaft/Religionsgeschichte, die Religionssoziologie, die Religionsphänomenologie und die Religionsphilosophie.

Begriff und Etymologie

religio hatte im Lateinischen die unterschiedlichsten Bedeutungen: "Gottesfurcht", "Frömmigkeit", "Heiligkeit", aber auch "Rücksicht", "Bedenken", "Skrupel", "Gewissenhaftigkeit" oder "Aberglaube". Die weitere Etymologie des Begriffs ist nicht mit Sicherheit geklärt. religare bedeutet im Lateinischen "anbinden, zurückbinden" und auch "festhalten, an etwas festmachen". Der Begriff religio ist kein Terminus altrömischer Religion. Die frühesten Belege finden sich vielmehr erst in den Komödien des Plautus (ca. 250-184 v. Chr.) und in den politischen Reden des Cato (234-149 v. Chr.). Nach Cicero (De Natura Deorum 2, 72) geht religio zurück auf relegere, was wörtlich "wieder aufwickeln", im übertragenen Sinn "bedenken, Acht geben" bedeutet. Cicero dachte dabei an den Tempelkult, den es sorgsam zu beachten galt. Lactantius (Divinae Institutiones 4, 28) führt das Wort zurück auf religare: "an-, zurückbinden". Mögliche ursprüngliche Bedeutungen von "Religion" sind demnach "frommes Bedenken" oder die "Rückbindung" an einen von Gläubigen an- bzw. wahrgenommenen universellen göttlichen Ursprung oder an sonstiges Höheres.

Religion und Religiosität

Der Begriff religio bzw. religiosus wurde im Mittelalter vor allem für den Ordensstand benutzt. Diese Bedeutung hat der Begriff bis heute im römisch-katholischen Kirchenrecht. Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit waren für das Wort "Religion" die Bezeichnungen fides (Glaube), lex (Gesetz) und secta (Richtung, Partei) gebräuchlich. Der heutige Begriff "Religion" wurde erst nach der Reformation eingeführt. Darunter verstand man zunächst Lehren, die je nach Auffassung, entweder richtig oder falsch sein sollten. In der Aufklärung entwickelte sich dann ein abstrakterer Religionsbegriff, auf den die gegenwärtigen Definitionsansätze zurückgehen. Im Deutschen sind die Begriffe Religion und Religiosität zu unterscheiden. Der Begriff Religiosität wird seit Ende des 18. Jh. verwendet. Religion bezeichnet demgemäß ein System - also das Äußerliche, Strukturelle, Gemeinschaftliche -, während Religiosität auf das Subjektiv-Individuelle bezogen ist, insbesondere auf das Erleben des Einzelnen.

Begriffliche Problematik

Religiosität Wichtig bei der Betrachtung der Herkunft des Wortes ist die kritische Beobachtung seiner (ideologischen) Verwendung. Abgesehen von diesen etymologischen Unsicherheiten ist der Terminus auch heute noch problematisch. Mit der europäischen "Entdeckung" bisher in der so genannten Alten Welt unbekannter Kulturen wurde der Begriff auf Sachverhalte angewendet, die zwar Ähnlichkeiten mit dem europäischen Religionskonzept haben (zum Beispiel die Gottesverehrung), in mancher Hinsicht aber auch sehr gegensätzlich sind (zum Beispiel der Ausschließlichkeitsanspruch). Diese Differenz besteht auch zu den östlichen Religionen, was z.B. an den Übersetzungen des Wortes Religion in der jeweiligen Sprache zu erkennen ist. Eine Folge ist, dass heute zwar viele verschiedene Religionen und Religionsformen bekannt und erforscht sind, jedoch eine auf alle Religionsgemeinschaften und -formen anzuwendende Definition aussteht und wahrscheinlich - wegen der heterogenen Theoriesysteme - auch in Zukunft nicht existieren wird.

Wissenschaftliche Ansätze zur Definition von Religion

Die Religionssoziologie und Religionswissenschaft untersuchen seit ca. 100 Jahren auf empirischer und theoretischer Grundlage Religionen als gesellschaftliche Phänomene. Dabei gibt es unterschiedliche Auffassungen über Definition und Funktion von Religion. In beiden Wissenschaften konnte man sich bisher auf eine wissenschaftliche Definition, die beschreibt, was Erkennungsmerkmale von Religionen sind und wann eine Weltanschauung als Religion bezeichnet wird, nicht einigen. Dennoch gab es vielversprechende Ansätze, an die die weitere Forschung anknüpfen kann. Religionswissenschaft Nach Karl Marx u. a. sind Religionen ursprünglich an eine unilaterale gesellschaftliche Praxis gekoppelt. Demnach sind Jäger-, Nomaden- und Ackerbauernreligionen (als Basalreligionen) zu unterscheiden. Nur die Nachfolger der beiden letzteren, mit dem Neolithikum entstandenen Religionen hatten noch wesentlichen Einfluß auf die heutigen Religionen Europas. Erich Fromm bildete eine weite, sozialpsychologische Definition von Religion als jedes von einer Gruppe geteilte System des Denkens und Handelns, das dem einzelnen einen Rahmen der Orientierung und ein Objekt der Hingabe bietet.

Religionssoziologische Ansätze


- Nach Émile Durkheim, Begründer der Soziologie, trägt Religion zur Festigung sozialer Strukturen aber auch zur Stabilisierung des Einzelnen bei. Sein Religionsbegriff ist somit ein funktionalistischer. Gemäß Durkheim ist die Religion ein solidarisches System, das sich auf Überzeugungen und Praktiken bezieht, die heilige Dinge beinhalten und in einer moralischen Gemeinschaft wie beispielsweise der Kirche, alle vereinen, die dieser angehören. Daraus ergeben sich drei Aspekte von Religion, die Glaubensüberzeugungen (Mythen), die Praktiken (Riten) und die Gemeinschaft, auf die diese bezogen sind. Durkheim bezeichnet unter anderen Faktoren den Glauben als ein Element der Macht, die die Gesellschaft über ihre Mitglieder ausübt.
- Ferdinand Tönnies unterscheidet Ende des 19. Jh. zwischen 'Gesellschaft' und 'Gemeinschaft'. Er betont die sinnstiftende Funktion von Religion als typisch "gemeinschaftlich" und erforscht ihre Symbolsysteme. Religiöse Gemeinschaften - wie andere traditionelle Gemeinschaften - dienen demnach der kulturellen Bindung des Individuums. Sie verlieren zugunsten der Prägung durch die Gesellschaft in der Moderne an Bedeutung für den Einzelnen. Als Kirche, das heißt als Institution, behalten sie jedoch hohen gesellschaftlichen Einfluss. Laut Tönnies ("Geist der Neuzeit") folgt gegenwärtig einem Zeitalter der Gemeinschaft ein Zeitalter der Gesellschaft. Die Funktion der Religion im ersteren werde nunmehr von der öffentlichen Meinung mehr und mehr übernommen.
- Max Weber, der sich Anfang des 20. Jahrhunderts ausführlich mit dem Phänomen "Religion" aus soziologischer Sicht befasste, unterschied zwischen Religion und Magie. Unter Religion versteht er ein dauerhaftes, ethisch fundiertes System mit hauptamtlichen Funktionären, die eine geregelte Lehre vertreten, einer organisierten Gemeinschaft vorstehen und gesellschaftlichen Einfluss anstreben. Magie dagegen ist nach Weber lediglich kurzfristig wirksam, gebunden an einzelne Magier oder Zauberer, die als charismatische Persönlichkeiten vermeintlich Naturgewalten bezwingen und eigene moralische Vorstellungen entwickeln. Diese Abgrenzung versteht Weber als idealtypisch. Reinformen sind selten, Überschneidungen und Übergänge werden konstatiert.

Religionswissenschaftliche Ansätze


- Nach Clifford Geertz (1973) ist Religion ein kulturell-geschaffenes Symbolsystem, das versucht, dauerhafte Stimmungen und Motivationen im Menschen zu schaffen, indem es eine allgemeine Seinsordnung formuliert. Diese geschaffenen Vorstellungen werden mit einer solch überzeugenden Wirkung ("Aura von Faktizität") umgeben, dass diese Stimmungen und Motivationen real erscheinen. Solche "heiligen" Symbolsysteme haben die Funktion, das Ethos - das heißt das moralische Selbstbewusstsein einer Kultur - mit dem Bild, das diese Kultur von der Realität hat, mit ihren Ordnungsvorstellungen zu verbinden. Die Vorstellung von der Welt wird zum Abbild der tätsächlichen Gegebenheiten einer Lebensform. Die religiösen Symbolsysteme bewirken eine Übereinstimmung zwischen einem bestimmten Lebensstil und einer bestimmten Metaphysik, die einander stützen. Religion stimmt demnach menschliche Handlungen auf eine vorgestellte kosmische Ordnung ab. Die ethischen und ästhetischen Präferenzen der Kultur werden dadurch objektiviert und erscheinen als Notwendigkeit, die von einer bestimmten Struktur der Welt erzeugt wird. Die Glaubensvorstellungen der Religionen bleiben demgemäß nicht auf ihre metaphysischen Zusammenhänge beschränkt, sondern erzeugen Systeme allgemeiner Ideen, mit denen intellektuelle, emotionale oder moralische Erfahrungen sinnvoll ausgedrückt werden können. Da somit eine Übertragbarkeit von Symbolsystem und Kulturprozess vorliegt, bieten Religionen nicht nur Welterklärungsmodelle, sondern gestalten auch soziale und psychologische Prozesse . Durch die unterschiedlichen Religionen wird eine Vielfalt unterschiedlicher Stimmungen und Motivationen erzeugt, sodass es nicht möglich ist, die Bedeutsamkeit von Religion in ethischer oder funktionaler Hinsicht festzulegen.
- Jacques Waardenburg bezeichnet die Definition von Religion als 'Glauben' als ein Produkt westlicher Tradition. Dieser Begriff treffe daher nicht auf die Vorstellungen anderer Kulturen zu und sei für die Beschreibung von Religionen eher ungeeignet. Religionen können nach seiner Auffassung als Bedeutungsgefüge mit darunterliegenden Grundintentionen für Menschen angesehen werden.
- Der amerikanische Religionswissenschaftler Ninian Smart entwirft ein multidimensionales Modell von Religion und unterscheidet dabei sieben Dimensionen: 1. die praktische und rituelle, 2. die erfahrungsmäßige und emotionale, 3. die narrative oder mythische, 4. die doktrinale und philosophische, 5. die ethische und rechtliche, 6. die soziale und institutionale und 7. die materielle Dimension (z.B. sakrale Bauwerke).

Phänomene und religionsspezifische Begrifflichkeit

Um Religionen zu beschreiben, haben Menschen, die sich mit Religion(en) beschäftigten, Kriterien und Begriffe für gefundene Phänomene geschaffen. Viele dieser Begriffe sind selbst Produkte religiöser Sichtweisen und damit problematisch für das Beschreiben religiöser Phänomene, da sie oftmals religiöse Interpretationen des jeweiligen Objektes sind und höchstens einen Ausschnitt des eigentlichen Phänomens zeigen können. So ist z.B. der Begriff "Gebet" ein christlicher und beschreibt eine christliche Praktik, die nicht auf Dinge wie Meditation oder Versenkung angewandt werden kann, obgleich dies immer wieder geschieht. Dennoch gibt es in vielen Religionen ähnliche Konzepte, die miteinander verglichen und einander gegenüber gestellt werden können, wodurch ein Ordnen und Beschreiben von Religionen erst möglich wird.

Theismus und Atheismus

Versenkung] Religionen, die einen Gott verehren, werden als monotheistisch bezeichnet, Religionen, die mehrere Götter verehren, als polytheistisch, Religionen, die das Göttliche in der gesamten Welt sehen, als pantheistisch, Religionen die sich nicht auf ein oder mehrere transzendente Wesen beziehen als atheistisch, obwohl der Atheismus als solcher keine Religion ist. Dennoch gibt es atheistische Religionen wie z.B. den Theravada-Buddhismus. Auch einige atheistische Weltanschauungen haben an religiöse Rituale erinnernde ideologisch geprägte Formen. Man denke z.B. an die Aufmärsche und Feiern kommunistischer Staaten oder an die sozialistischen Jugendweihen. Der Faschismus bzw. Nationalsozialismus trägt ebenfalls die Züge eines extremistischen religiösen Systems. Ein Beispiel ist die quasigöttlichen Verehrung des Führers. Neuere Forschungen zur Entstehung des Nationalsozialismus widmen dieser Thematik besondere Aufmerksamkeit. Die These, dass scheinbar nichtreligiöse Systeme sich religiöser Formen bedienen, wird wissenschaftlich diskutiert (siehe auch: Politische Religion). Weitere Kategorien zur Bezeichnung von (weniger weit verbreiteten) Religionen sind indigene und animistische Religionen.

Schöpfungsmythen und Kosmologie

Häufig vermitteln Religionen eine Vorstellung, wie die Welt entstanden ist, eine Schöpfungsgeschichte und ein Bild der letzten Dinge, eine Eschatologie. Dazu gehört immer die Hauptfrage, was mit dem Menschen nach dem Tod geschieht. Themen wie Reinkarnation, Nirwana, Ewigkeit, Jenseits, Himmel oder Hölle, und was letztlich mit der Welt geschehen wird (Weltuntergang, Apokalypse, Ragnarök, Reich Gottes), sind in vielen Religionen zentral.

Religiöse Spezialisten

Die meisten Religionen kennen Priester, Prediger, Geistliche, Magier, Druiden oder Schamanen, die die Religion überliefern, lehren, ihre Rituale ausführen und zwischen Mensch und Gottheit vermitteln. Manche Religionen sprechen einzelnen dieser Menschen übernatürliche Eigenschaften zu. In vielen Religionen sind diese Personen innerhalb einer formellen Organisation tätig, in anderen unabhängig. Sie werden bezahlt oder üben ihre Tätigkeit unentgeltlich aus. In einigen Religionen werden die religiösen Rituale vom Familienoberhaupt durchgeführt oder geleitet. Es existieren auch Religionen, in denen es keinen autorisierten Vermittler zwischen dem Übernatürlichen und dem Menschen gibt.

Spiritualität und Rituale

Häufig pflegen Religionen und Konfessionen eine eigene Art von Spiritualität. Spiritualität - insbesondere im Christentum - ist das geistliche Erleben, im Gegensatz zur Dogmatik, welche die festgesetzte Lehre einer Religion darstellt. Das Ritual hingegen ist durch die Religion formalisierte Spiritualität. Im heutigen westlichen Sprachgebrauch wird Spiritualität als seelische Suche nach Gott oder einem anderen transzendenten Bezug bezeichnet, ob im Rahmen von spezifischen Religionen oder jenseits davon. In einigen Religionen finden sich Strömungen, deren Anhänger die Begegnung mit der Transzendenz oder dem Göttlichen in mystischen Erfahrungen finden. Zu religiösen Riten gehören unter anderem Gebet, Meditation, Gottesdienst, religiöse Ekstase, Opfer, Liturgie, Prozessionen und Wallfahrten. Daneben gibt es im Alltag gelebte Frömmigkeit wie Almosen geben, Barmherzigkeit oder Askese.

Schismen und Synkretismus

Aufgrund ihrer ideologischen Momente haben Religionen die latente Tendenz zur Spaltung. Neue Religionen sind oft durch die Abtrennung einer Gruppe aus der ursprünglichen Religionsgemeinschaft entstanden. Der Begriff Synkretismus beschreibt das gleichzeitige Ausüben von Praktiken verschiedener Religionen. Im klassischen Sinne ist er aber der Versuch, Religionen zu vereinen oder die Schaffung einer neuen Religion aus unterschiedlichen Vorgängern zu initiieren. Seit der Aufklärung wird - vor allem im westlichen Kulturkreis - zwischen institutionalisierter Religion und persönlicher Haltung zum Transzendenten unterschieden. Hinzu kommen seit den 1980er Jahren postmoderne Ansätze, nach denen Gruppen oder Individuen Ideen, Rituale usw. aus Religionen und anderen Weltanschauungen neu zusammenstellen und auf ihre Bedürfnisse zuschneiden. Dieses eklektizistische Vorgehen wird von Vertretern traditioneller Religionen zuweilen "Patchwork- bzw. Cafeteria-Religion" oder "Supermarkt der Weltanschauungen" genannt.

Religionen in Zahlen

Viele Menschen haben das Bedürfnis, zu erfahren, wie viele "Gläubige" sich zu einer Religion bekennen. Obwohl immer wieder Statistiken auftauchen, ist die Quellenlage zumeist fraglich. Auch gibt es Religionen wie das Christentum oder den Buddhismus nicht (man vergleiche das "Christentum" in Südamerika und Skandinavien). Daher sollte stets beachtet werden, dass solche Statistiken im besten Falle nur etwas über die Anzahl der Mitglieder einer Religionsgemeinschaft (ähnlich einer Vereinsmitgliedschaft) und über die Ideologie der Statistikveröffentlicher aussagen. Darüber hinaus gibt es sehr unterschiedliche Ausprägungen der Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft. Beispielsweise werden zum Judentum häufig auch diejenigen gerechnet, die sich als Atheisten bezeichnen, zum Christentum in Deutschland alle Kirchensteuerzahler, auch wenn sie nicht gläubig sind. eklektizistische Statistik A - Religionen der Welt - Zugehörige (Quelle: [http://www.adherents.com/Religions_By_Adherents.html adherents.com])
- Christentum (2,1 Milliarden)
- Islam (1,3 Milliarden)
- Atheismus, Nichtreligiöse (1,1 Milliarden)
- Hinduismus (900 Millionen)
- Traditionelle Chinesische Religionen (394 Millionen)
- Buddhismus (376 Millionen)
- Nichtafrikanische Indigene Religionen (300 Millionen)
- Traditionell Afrikanische Religionen (100 Millionen)
- Sikhismus (23 Millionen)
- Spiritismus (15 Millionen)
- Judentum (14 Millionen)
- Baha'i (7 Millionen)
- Jainismus (4,2 Millionen) Statistik B - Religionen der Welt - Zugehörige (Quelle: [http://www.globalchristianity.org/resources.htm David B. Barrett])
- Islam (1,313 Milliarden)
- Römisch Katholische Kirche (1,119 Milliarden)
- Hinduismus (870 Millionen)
- Nichtreligiös (769 Millionen)
- Unabhängige Christliche Kirchen (427 Millionen)
- Traditionelle Chinesische Religionen (405 Millionen)
- Buddhismus (379 Millionen)
- Protestantische Kirchen (376 Millionen)
- Ethnoreligionen (256 Millionen)
- Orthodoxe Kirchen (220 Millionen)
- Atheismus (152 Millionen)
- Afrikanische Religion (100 Millionen!)
- Neue Religionen (108 Millionen)
- Anglikaner (80 Millionen)
- Sikhismus (25 Millionen)
- Judentum (15 Millionen) Stand Mitte 2005, Weltbevölkerung: 6,454 Milliarden. Statistik C - Religionen in Deutschland - Zugehörige (Quelle: [http://www.remid.de/remid_info_zahlen.htm REMID])
- Römisch-Katholische Kirche (26,46 Millionen)
- Evangelische Landeskirchen (26,21 Millionen)
- Islam (gesamt: 3,3 Millionen)
- Hinduismus (gesamt: 0,092 Millionen)
- Neuapostolische Kirche (0,38 Millionen)
- Buddhismus (gesamt: 0,21 Millionen)
- Judentum (gesamt: 0,189 Millionen)

Religion und Ethik

eklektizistischeen, in welchen ethisches Verhalten festgelegt und über die Schrift weitergegeben wird.]] Die meisten alten Religionen hatten zugleich den Anspruch menschliches Zusammenleben durch Gesetze zu regeln (10 Gebote). Die meisten Religionen der Gegenwart haben ein ethisches Wertesystem, dessen Einhaltung sie fordern. Dieses System umfasst Vorstellungen darüber, was richtig und falsch und was gut und böse ist, wie ein Angehöriger der jeweiligen Religion zu handeln und teilweise zu denken hat. Immer also findet sich eine zugrundeliegende Auffassung über die Welt, die Natur und die Stellung des Menschen dazu darin. Obgleich sich diese Vorstellungen historisch wandeln, stehen hinter solchen religiösen Pflichten in fast allen Religionen ähnliche moralische Prinzipien. Diese sollen das konfliktarme Miteinander der Mitglieder der Religionsgemeinschaft regeln, sollen Gesellschaft und zum Teil Politik positiv beeinflussen und die Menschen individuell dem jeweiligen religiösem Ziel näher bringen. Zum Teil bieten sie für den Einzelnen einen moralischen Rahmen, der ihn psychisch und physisch stabilisieren kann. In einigen Religionen sollen diese moralischen Gesetze der jeweiligen Überlieferung nach direkt dem Religionsstifter von der entsprechenden Gottheit überbracht worden sein und somit höchste Autorität besitzen. Nach dieser Vorstellung müssen sich auch weltliche Herrscher diesen ethischen Anforderungen beugen. Gehorsam wird teilweise unter Androhung von diesseitigen oder jenseitigen Strafen gefordert oder als einziger Weg zum Heil dargestellt. Häufig existieren noch weitere Regeln, die nicht direkt vom Stifter der Religion stammen, sondern aus den heiligen Schriften und anderen Tradierungen der jeweiligen Religion abgeleitet werden (z.B. Talmud, Sunna). Einige dieser Normen verloren im Laufe der historischen Entwicklung für viele Gläubige ihren Sinn und wurden in einigen Fällen den sehr unterschiedlichen Wertesystemen der entsprechenden Zeit angepasst.

Ethik im Judentum und Christentum

Die gelebte Ethik von Judentum und Christentum unterscheidet sich unter anderem dadurch, ob die jeweilige Religion mit einem weiten individuellem Denk- und Handlungsspielraum, traditionell oder fundamentalistisch ausgelegt wird. Auch innerhalb der einzelnen Religionen gibt es häufig unterschiedliche Schulen, welche die jeweilige Morallehre verschieden auslegen und anwenden. So gab es z.B. im Christentum Strömungen, die das Alte Testament aufgrund der darin sehr gewalttätig wirkenden Gottheit "verbannen" wollten. Judentum und Christentum verbindet in ihren ethischen Systemen beispielsweise der Gedanke an eine Endzeit. Dieses lineare Verständnis von Zeit bedeutet, dass die Gläubigen im Diesseits nach den von ihrer Gottheit geforderten Regeln leben, um den Lohn dafür in einer späteren Zeit zu erhalten; obgleich die Gottheit auch im Diesseits schon wirken kann. Allerdings wird im Protestantismus ebenso oftmals die göttliche Gnade für ausschlaggebend gehalten, auch teilweise unabhängig von der Befolgung moralischer Postulate. Das Judentum ist weniger jenseitsbezogen jedoch gebotreicher als das Christentum, was sich u.a. im hebräischen Wort für Religion, nämlich Torah (Gesetz), widerspiegelt. Ähnlich wie im Hinduismus gibt es genaue Anweisungen, wie die Handlungsweisen des Mitglieds in der Gruppe sein sollen. In den christlichen Religionen sind durch die Relativierungen ihres Stifters und die neuplatonischen Einflüsse weit weniger Richtlinien vorgegeben - beispielsweise die Zehn Gebote.

Ethik im Islam

Die Ethik im Islam ist ähnlich wie im Judentum sehr stark an Gebote für einzelne Situationen gebunden. Der Koran gibt genaue Anweisungen für die Handlungen des Einzelnen in der Gruppe. Wichtig für den Islam ist eine kollektive Verantwortung für Gut und Böse. Dies wird beispielsweise in der Anweisung al-amr bil ma'ruf wa n-nahi an al-munkar (das Gute befehlen und das Schlechte verbieten) deutlich. In Folge besteht die Gefahr einer unumschränkten Befehlsgewalt der Gemeinschaft (siehe auch Hisba). Der Islam geht in seinen Hauptrichtungen Sunna und Schia von der Prädestination (Vorherbestimmung) aus, die dem Individuum nur begrentzten Handlungsspielraum zugesteht.

Ethik bei den "östlichen Religionen"

Religionen wie der Buddhismus, der Hinduismus oder auch der Daoismus stellen ebenso ethische Anforderungen, wie unter anderem die Überwindung von Hass, Habgier, Lüge sowie besonders Gewaltlosigkeit. Dabei werden die Regeln an einer angenommen kosmischen Gesetzmäßigkeit bzw. einem Weltprinzip ausgerichtet (z.B. Dharma im Hinduismus und im Buddismus, Dao im Daoismus). Dieses kosmische Weltprinzip beinhaltet ethische Vorgaben für jedes Individuum. Von den Anhängern wird erwartet, die Gesetzmäßigkeiten des Daseins zu erkennen und entsprechend zu handeln. So existieren z.B. Tötungsverbote, die sich teilweise auch auf Tiere beziehen. Abweichendes Verhalten wird in solchen Religionen weniger von der Religionsgemeinschaft sanktioniert, sondern soll vor allem negative Konsequenzen für das Individuum z.B. in einer der nächsten Existenzen nach sich ziehen (im Hinduismus, Buddhismus, Jainismus innerhalb der Vorstellung von Karma und Wiedergeburt, Samsara); im Daoismus und chinesischen Buddhismus äußern sich diese Konsequenzen z.B. innerhalb der daoistischen bzw. buddhistischen "Hölle", wo grausame Strafen auf Missetäter warten. Die populäre Annahme, dass "östliche Religionen" bedingt durch deren Ethik weniger zu Gewalt neigen, kann wissenschaftlich nicht bestätigt werden, da Gewalt eher von den jeweiligen Machthabern, als von den religiösen Autoritäten selbst ausgeht. Aber, religiös motivierte Gewalt, wie wir sie aus der Kreuzzugs-, Conquista-, Missionierungs-Historie im christlichen Kulturkreis oder auch im Rahmen der islamischen Expansion kennen, tritt im Kulturkreis östlicher Religionen deutlich seltener auf. Siehe auch: Buddhistische Ethik

Ethik bei indigenen Kulturen

Indigene Kulturen, die oftmals auch mit den problematischen Begriffen "Naturvölker" oder "Stammeskulturen" bezeichnet werden, weisen häufig Moralsysteme auf, welche die Gemeinschaft schützen sollen. Da nur durch ein funktionierendes Sozialbewusstsein das Überleben der Gruppe gesichert werden kann, steht ein prosoziales Verhalten im Mittelpunkt der mündlich weitergegebenen Verhaltensweisen. Diese "Naturreligionen" beinhalten weiterhin Rituale zur Beeinflussung ihrer Götter bzw. Naturgewalten.

Religion nach der Aufklärung

Die Aufklärung bringt einen Wandel des Religionsverständnisses: Verstand man in den vormodernen Gesellschaften unter Religion die öffentliche Verehrung der Götter (lat. religio), so verschiebt sich die Religion jetzt ins Private. Sie wird zur Religiosität, zur inneren Haltung des frommen Individuums. Als Vordenker dieser Haltung gilt der Theologe Schleiermacher, der in seinem Buch Über die Religion (1799) schrieb: "Religion ist nicht Metaphysik und Moral, sondern Anschauen und Gefühl". Dementsprechend ist seitdem - im Gegensatz zu den vorzeitlichen und vormodernen christlichen Gesellschaften, in denen alle Bereiche menschlichen Lebens unter der Autorität der Religion standen - eine Tendenz bemerkbar, die zunehmend Bereiche der Gesellschaft aus dem Herrschaftsbereich der Religion ausgliedert. Beispielsweise beanspruchen die Natur- und Geisteswissenschaften verbunden mit der Idee eines natürlichen Grundrechts Autorität in Fragen zu Evolution oder Ethik/ Recht - Bereiche, die zuvor der Religion unterstanden. Diese Entwicklung wird als Säkularisierung bezeichnet. Erklärungsversuche für dieses Phänomen beziehen sich oft auf die Industrielle Revolution, die allmähliche Überwindung des Ständestaates und den damit verbundenen ökonomischen, sozialen, kulturellen und rechtlichen Wandel. In Europa verlor das Christentum im späten 19. Jahrhundert Jahrhundert und im gesamten 20. Jahrhundert hinsichtlich seiner Reputation, seines gesellschaftlichen und politischen Einflusses und seiner Verbreitung an Bedeutung. Einige traditionell christliche westliche Länder verzeichnen sinkenden Klerikernachwuchs, Verkleinerung der Klöster und ein Anwachsen von Kirchenaustritten oder andere Formen von Distanzierung. In den meisten europäischen Staaten gehörten im Jahr 2005 mehr als 50 % der Einwohner einer christlichen Kirche an. Besonders im Gebiet der ehemaligen DDR, deren Regierung die Verbreitung einer atheistischen Weltanschauung förderte und in Frankreich, wo Napoleon die Schließung und Enteignung von Klöstern anordnete und Anfang des 20. Jahrhunderts eine strikte Trennung von Kirche und Staat durchgesetzt wurde, ging der gesellschaftliche Einfluss der Kirchen zurück. Studien im Vereinigten Königreich belegen rückläufige Besucherzahlen in Kirchen, Synagogen und anderen religiösen Einrichtungen, obwohl die Kirchen hier Umfragen zufolge weiterhin zu den reputierten öffentlichen Einrichtungen zählen. In Polen, Irland, Spanien und Italien gilt die katholische Kirche, der jeweils mehr als 80 % der Bewohner angehören, als einflussreich. In den meisten europäischen Ländern wurde früher oder später das Recht auf Religionsfreiheit gesetzlich verankert. Davor waren auch nichtreligiöse Menschen in aller Regel in religiöse Organisationen eingebunden, da eine demonstrative Abwendung von der Religion zu Diskriminierungen führen konnte. Diese Gruppe sieht derzeit weniger Gründe, sich einer Religionsgemeinschaft anzuschließen. Während des Kommunismus konnte in einigen Ostblockstaaten eine religiöse Orientierung zu formellen und informellen Benachteiligungen führen. In vielen europäischen Ländern ist es nach wie vor üblich, zumindest formell, einer Religion anzugehören. Parallel zur Säkularisierung kam es sowohl im protestantischen als auch im katholischen Raum zu einer vertieften und bewussteren Teilnahme am kirchlichen Leben von Seiten einer Minderheit von engagierten und häufig kritischen Laien. Auch junge Menschen wenden sich im Zuge ihrer Sinnsuche seit Ende des vorigen Jahrtausends häufiger wieder der Religion zu. Im Gegenzug zur Säkularisierung in Europa gewinnt die Religion in der übrigen Welt partiell an Einfluss. In den USA und Lateinamerika beispielsweise zeigen empirische Studien , dass die Religion nach wie vor ein wichtiger Faktor ist. In Afrika südlich der Sahara wuchs das Christentum im 20. Jahrhundert von 8 auf 335 Millionen Gläubige. In der oft konservativen arabischen Welt ist der Islam nach wie vor das prägende Element der Gesellschaft. Auch in China zählen, trotz jahrelangem staatlich verordnetem Atheismus, die Weltreligionen wieder circa 100 Millionen Anhänger.

Positive und negative Wirkungen von Religion

Oft wird der Streit zwischen Befürwortern und Gegnern einer Religion in Form einer Schaden-Nutzen-Analyse ausgetragen. Allerdings sagt das wenig über den Wahrheitswert von religiösen Botschaften aus. Dies sollte im Folgenden bedacht werden.

Positive Wirkungen

Dass viele Menschen trotz Aufklärung und moderner Religionskritik an ihrem Glauben festhalten, hat mit positiven Erfahrungen zu tun, die sie mit ihrer Religion verbinden. Religionen postulieren eine Realität jenseits des physisch Wahrnehmbaren sowie oft ein Leben nach dem Tod. Sie ermöglichen so eine Sinngebung, die als fundierter empfunden wird als eine Sinngebung, die durch die als unbefriedigend erlebte Welt und die eigene Sterblichkeit limitiert ist. Sie bieten ihren Anhängern häufig stabile soziale Strukturen. Fast alle Religionen setzen einen, oft rigorosen, ethischen Standard. Manche Menschen befürchten, ohne solches religiöses Fundament würden ethische Standards in der Praxis stark reduziert ("Ohne Gott ist alles erlaubt."). Diese moralischen Postulate sind wichtig, um die Gesellschaft und den einzelnen selbst vor destruktiven Exzessen zu schützen. Religiöse Aktivitäten, wie Gebet oder Meditation oder auch die Sinneseindrücke und Symbolik von religiösen Zeremonien, führen bei manchen Menschen zu spirituellen Empfindungen. Religiöse Gemeinschaften können ihren Mitgliedern Inspiration für Mitgefühl, praktische Nächstenliebe und moralische Selbsteinschränkung bieten. Alle Weltreligionen und darüber hinaus die meisten kleineren Religionen, fordern Barmherzigkeit von ihren Mitgliedern, das heißt, sie sollen sich fürsorglich um andere Menschen kümmern. Hierbei ist es weitgehend unerheblich, ob diese der eigenen Religionsgemeinschaft angehören oder nicht. So ist im Islam z.B. vorgeschrieben, dass jeder einen festen Anteil seines Einkommens für soziale Zwecke spenden soll. Besondere Hilfe und Fürsorge wird den Mitgliedern der eigenen Religionsgemeinschaft zuteil. Ein besonderer Aspekt der Religion ist der Frieden stiftende, welche besonders im Gebot der, in einigen Religionen postulierten, Feindesliebe Ausdruck findet. Alle diese Werte und Haltungen werden in unterschiedlicher Weise auch in nicht religiös orientierten Gruppierungen vertreten. Es lässt sich beobachten, dass beispielsweise das Christentum in der Vergangenheit für die Gründung vieler großer Universitäten und Schulen, den Aufbau von Hospitälern, den Vorläufern der heutigen Krankenhäuser, das Verteilen von Nahrungsmitteln und die Schaffung von Waisenhäusern verantwortlich war. Andere Religionen und weltliche Organisationen haben im Rahmen ihrer Kulturen und im Verhältnis zu ihrer Größe und ihrem Reichtum vergleichbare Leistungen vorzuweisen. Forschungen von Abraham Maslow nach dem Zweiten Weltkrieg zeigten, dass die Überlebenden des Holocaust oft diejenigen mit starken religiösen Überzeugungen (nicht notwendigerweise Tempelbesuch etc.) waren. Die humanistische Psychologie untersuchte, ob eine religiöse oder spirituelle Persönlichkeitsprägung mit längerer Lebensdauer und besserer Gesundheit verknüpft ist. Viele Menschen brauchen möglicherweise insbesondere religiöse Bindungen, weil diese verschiedene emotionale Bedürfnisse, wie das Bedürfnis, geliebt zu werden, das Bedürfnis, zu einer gleichförmigen Gruppe zu gehören, das Bedürfnis nach verständlichen Erklärungen oder das Bedürfnis nach Gerechtigkeit befriedigen. Maslows Ergebnisse haben sich in anderen Zusammenhängen nicht als wiederholbar erwiesen. Die These einer Korrelation zwischen Religion und Gesundheit bzw. Lebensdauer eines Individuums ist daher wissenschaftlich umstritten. Der besondere Umstand, dass Maslow ausschließlich Überlebende des Holocaust befragt hatte, und dass Religion das primäre Auswahlkriterium für die Forschungssubjekte war, könnte zu einer Verzerrung der Ergebnisse geführt haben. Religion kann auch, soweit sie moralische Leistungen - gute Taten - fordert, neben Hilfe im Einzelfall, begrenzte oder umfassende Reformen und Verbesserungen des rechtlichen oder wirtschaftlichen Systems einer Gesellschaft motivieren.

Negative Wirkungen

Die stärkste Form negativer Wirkung stellen Kriege und andere Gewalttaten dar, die mit religiösen Auffassungen begründet werden. Dies werten Gläubige zumeist als Missbrauch ihrer Religion, während Religionskritiker von einer allen Religionen immanenten Tendenz zu "Fanatismus und Grausamkeit" ausgehen. Im Westen beispielsweise wurde der römisch-katholischen Kirche die Inquisition vorgeworfen. Andere Verbrechen im Namen der Religion vor christlichem Hintergrund sind beispielsweise Kreuzzüge, Hexenverfolgung, Judenverfolgung, Gewalttätige Formen der Missionierung sowie teilweise die Unterstützung von an sich atheistischen Diktaturen und die ambivalente Rolle der Kirchen im Nationalsozialismus. Der Kirchen- und Religionskritiker Karlheinz Deschner hat in seinem auf zehn Bände angelegten Werk Kriminalgeschichte des Christentums eine Fülle historischen Materials zu diesem Thema ausgewertet, kommentiert und für den Laien verständlich aufbereitet. In den meisten demokratisch regierten Ländern werden Religionen von der Politik mehr oder weniger getrennt. Wenn man die Auswirkungen einer Säkularisierung im direkten Vergleich mit einem religiös gebundenen System wissenschaftlich, d.h. empirisch, untersucht, werden die Vor- und Nachteile beider Ansätze deutlich. Hierbei wird das oben behandelte Problem der Definition eine Rolle spielen: denn nicht alles, was unter dem Terminus "Religion" subsummiert wird, hat die gleichen Konsequenzen, wenn politische Macht ausgeübt wird. (vgl. hierzu die Untersuchungen Max Webers zu der unterschiedlichen wirtschaftlichen Entwicklung in protestantischen und katholischen Ländern). Wo religiöse Kräfte zu viel Einfluss auf nationale und supranationale politische Strukturen haben, prägen sie entweder die Gewalt der jeweiligen Regierung oder werden von ihr geprägt. Die beiden Fälle lassen sich nicht immer deutlich unterscheiden:
- Seit der islamistischen Revolution von 1979 wurden in Iran tausende von Menschen wegen sogenannter Verbrechen gegen die Religion inhaftiert, gefoltert und oft sogar ermordet. Frauen werden systematisch benachteiligt und schon wegen einer Nichteinhaltung von Bekleidungsvorschriften bestraft. Wegen sogenannter moralischer Verfehlungen können sie legal öffentlich gesteinigt werden. Homosexualität gilt als Verbrechen. Religiöse Minderheiten und politische Dissidenten werden strafrechtlich und von den sogenannten Religionswächtern verfolgt.
- Im christlichen Namibia kam es in den 1990er Jahren zu Gewalttätigkeiten gegenüber Homosexuellen, die von religiösen Autoritäten aber teilweise auch von der Regierung für eine langdauernde Dürre verantwortlich gemacht wurden.
- In Indien gibt es von Zeit zu Zeit Ausschreitungen von Hindus vor allem gegenüber Muslimen. Vereinzelt kommt es auch zu Gewalttätigkeiten gegenüber Christen. So verbrannte der Mob in einem hinduistischen Dorf 1999 den christlichen Leiter eines Lepraspitals zusammen mit seinen Söhnen lebendigen Leibes in seinem Auto. Hinzu kommt, dass religiöse Autoritäten aller Religionen für ihre Gläubigen oft Vorschriften erlassen, die die Privatsphäre reglementieren sollen. Wie in allen Weltanschauungen, so gibt es auch in den Religionen einen sichtbaren Widerspruch zwischen theoretischem Anspruch und praktischer Umsetzung. Während Machtmissbrauch und andere Missstände im Mittelalter und der frühen Neuzeit häufig zu religiösen Erneuerungsbewegungen führten, haben sie gegenwärtig eher eine Abkehr von der Religion zur Folge. Viele Religionskritiker betrachten religiöse Belehrungen in der frühen Kindheit als Mittel zur Anpassung an veraltete Normen. Erziehung zu religiösem Fanatismus wird von diesen, aber auch von religiös orientierten Menschen, häufig als Gehirnwäsche kritisiert. Manche stimmen weiter mit der marxistischen Sichtweise überein, wonach "Religion das Opium des Volkes" sei, also zur passiven Hinnahme ökonomischer und sozialer Machtstrukturen beitrage. Die Kritik wirft insbesondere Christen vor, durch die Hoffnung auf ein Jenseits im Diesseits keine gesellschaftlichen Veränderungen mehr hervor zu bringen. In der Tat haben sich kommunistische Staaten anders entwickelt als christliche Staaten. Tatsächlich gab es aber christliche Staaten, die in Erstarrung verharrten, während andere große Reformen erlebten. Hingegen verlangen manche säkularisierte Formen von Religion so wenig Engagement, dass sie kaum Einfluss auf das Leben ihrer Mitglieder ausüben. Viele davon gehören nur formell einer Religionsgemeinschaft an, was auf ihr Alltagsleben kaum Auswirkungen hat. Nur zu bestimmten Gelegenheiten werden einige religiöse 'Dienstleistungen' in Anspruch genommen.

Siehe auch


- Portal:Religion, Atheismus, Agnostizismus Religionskritik,

Literatur


- Primärquellen: Die Bibel, ISBN 3460330074; Der Koran, ISBN 3937229760; Der Talmund, ISBN 3937229787 (o. Hrsg.)
- Cancik, Hubert (Hrsg.), Die Religionen der Menschheit, 36 Bde, Kohlhammer-Verlag, Stuttgart, wird seit 1979 fortlaufend überarbeitet.
- Weber, Hartwig, Lexikon Religion, Reinbek, 2001, ISBN 3499606291
- Markus Witte (Hrsg.): Der eine Gott und die Welt der Religionen. 1. Aufl. Religion & Kultur-Verlag, Würzburg 2003 ISBN 3933891140
- René Girard, Das Heilige und die Gewalt, Fischer TB, ISBN 3596109701
- Erwin Fahlbusch (Hrsg.): Taschenlexikon Religion und Theologie, 5 Bde, Vandenhoeck & Ruprecht, 1983, ISBN 3-525-50123-4
- Hans- Michael Haußig: Der Religionsbegriff in den Religionen, Berlin, Philo 1999
- Wulf Meth (Hrsg.): Handbuch Weltreligionen: eine umfassende Einführung in Gedanken und Riten der Weltreligionen, R. Brockhaus, 2003, ISBN 3-417-24779-9
- Geertz, Clifford (1987) Dichte Beschreibung. Beiträge zum Verstehen kultureller Systeme, Frankfurt/M.: Suhrkamp
- Friedrich D. E. Schleiermacher (1799): Über die Religion, Reclam, Ditzingen ISBN 3150083133
- Vinnai, Gerhard: Jesus und Ödipus. 1999. Fischer-TB.-Vlg. Frankfurt/M. ISBN 3596144787

Weblinks Deutsch


- [http://www.religion-links.de.vu Links zu Religionen und religionswissenschaftlichen Seiten]
- [http://www.religion-online.info/ Informationsplattform Religion (REMID)]
- [http://www.kirche.at/ Staatlich anerkannte Religionsgemeinschaften in Österreich]
- [http://www.weltethos.org/ Stiftung für eine Weltethik]
- [http://www.relinfo.ch/ Evangelische Informationsstelle Kirchen - Sekten - Religionen]
- [http://www.rpi-virtuell.net/ Religionspädagogische Plattform: Artikel über Religionen, Weltanschauungen und Persönlichkeiten]
- [http://www.c6-magazin.de/monatsthema/2005/09-religionen Dossier über Religion und Glaube]
- [http://members.aol.com/ehsdober/reli/glossar.html Glossar religiöser Begriffe]
- [http://www.dittmar-online.net/religion/index.html Psychologie, Religion und Glauben]
- [http://www.religionen.at/ Verschiedene Religionen und Glaubensüberzeugungen]

Weblinks Englisch


- [http://www.bbc.co.uk/religion/ Religion & Ethics] (BBC; englisch)
- [http://religion-wiki.wikicities.com/wiki/Main_Page religion-wiki] - Koexistenz: alle Sprachen, alle Religionen ! ja:宗教 ko:종교 ms:Agama simple:Religion th:ศาสนา

Naturreligion

Naturreligion (ethnologische Sichtweise)

Naturreligion ist die Bezeichnung, um die Religionen schriftloser Völker zu beschreiben. Parallelausdrücke sind: „Primitivreligionen“, „archaische Religionen“, „Stammesreligion“, „Elementarreligion“, was allerdings wertende Ausdrücke Angehöriger anderer Glaubenssysteme sind. Der Begriff „Naturreligion“ könnte noch dahin missverstanden werden, dass es sich um natürliche, d.h. nicht geoffenbarte Religionen handelt. Gemeint ist damit letztendlich die Religion der „Naturvölker“. Der Begriff „Naturreligion“ wird heute in der Ethnologie wegen seiner Ungenauigkeit nicht mehr verwendet. Die Naturreligionen unterscheiden sich im Wesen der Religion nicht von den Schrift- oder Hochreligionen. Der Anhänger einer Naturreligion weiß sich von höheren, übermenschlichen Mächten abhängig und ordnet sich ihnen ebenso unter wie der Gläubige einer Hochreligion. Es gibt jedoch Unterschiede, die den Begriff rechtfertigen: Einer Natur- oder Stammesreligion fehlt meist eine Heilige Schrift, Überlieferungen finden mündlich statt. Im allgemeinen sind Naturreligionen mit den (einfachen) Sozialstrukturen gekoppelt. Das höchste Wesen ist häufig stammesbezogen. Oftmals üben die Klan-Ältesten auch Priesterfunktionen aus. Die Geister sind verabsolutierte Urahnen, oder Natur-Prinzipien und -Phänomene, z.B. Gestirne. Die Gottheiten werden in stärkerem Maße von der Wirtschaftsform geprägt (Jäger - Herr der Tiere; Hackbauern - weibliche Erdgottheiten; Hirten - Himmelsgott). Was unterscheidet „Naturreligionen“ von Schriftreligionen:
- keine Heilige Schrift
- kein universaler Anspruch (da auf die eigene Gemeinschaft bezogen)
- oft keine religiöse Institutionen (wie Berufs-Priester, Kloster etc.)
- oftmals Koppelung der Gottheiten an die Sozialstrukturen (Stamm, Klan, etc.)
- andere Arten von theologischer Reflexion
- Ahnenverehrung bzw. Ahnenkult
- oft Tabu statt Sünde

Vorstellung vom Göttlichen

Je nach Wirtschaftstyp werden andere Naturkräfte personalisiert: # Die Wildbeuter kennen vor allem einen Herrn oder eine Herrin der Tiere, der/die ihnen das Jagdwild zuführt. # Die Ackerbauern verehren die Mutter Erde, die ihre Pflanzen gedeihen lässt. # Die Hirten sehen einen Himmelsgott als ihre wichtigste Gottheit; er schickt Regen und macht die Weiden grün. # Komplexe Kulturen, wie Stadtkulturen mit ausgeprägter Arbeitsteilung, benötigen auch ein komplexes Pantheon. Die Vorstellung von einem obersten Gott als dem Schöpfer des Universums findet sich zwar in allen Gesellschaften; diese obersten Gottheiten spielen jedoch in den verschiedenen Kulturtypen eine unterschiedliche Rolle nach der Erschaffung der Welt. Bei Jägern und Sammlern und anderen nicht-staatlich organisierten Völkern ziehen sich die obersten Götter nach Vollbringung ihrer Schöpfungstat zurück. Der Mensch hat sich an eine Reihe geringerer Götter und Mächte zu wenden, wenn er um Beistand bittet. In geschichteten Gesellschaften beginnt der oberste Gott hingegen die geringeren Götter zu beherrschen und wird zu einer aktiven, in das Leben der Welt und der Menschen eingreifenden Gestalt. Eine sehr alte Religionsform ist der Totemismus, der meist auf einer Verehrung für Totemtiere beruht und in ein Verwandtschaftssystem einbettet ist. Der Totemismus ist meist bei Jägern und Wildbeutern anzutreffen. Eine spätere Form der Naturreligion ist der Animismus. Hierbei handelt es sich um den Glauben an die Beseeltheit der gesamten Natur, das Göttliche ist immanent (in der Welt, in der Natur). Dies wird als Gegensatz zu einer Gottesaufassung der Hochreligionen gesehen, bei der Gott ausschließlich transzendent ist (außerhalb der Welt, z.B. im Himmel). Diese Form der Religiösität ist wie die Ahnenverehrung vor allem in Ackerbaukulturen anzutreffen. Naturreligion ist nicht gleichbedeutend mit Animismus, hier wird fälschlicherweise angenommen, bei „Naturvölkern“ gebe es außer der Verehrung für die beseelte Natur grundsätzlich keine höchsten Götter. Meist sind die höchsten Götter Ahnen des eigenen Stammes oder Klans. Zu einem eigentlichen Monotheismus kommt es in Naturreligionen jedoch nicht. Bestandteil vieler Naturreligionen sind Hexerei, Zauberei und Magie, etwa bei der Bewältigung von Krankheiten oder wenn man z.B. glaubt, ein Nachbar habe einen bösen Fluch auf einen ausgesprochen. Der Zugang zur Religion ist meist pragmatisch: man verehrt nur solche Kräfte, die helfen können und helfen wollen. Die Verehrung einer übermenschlichen Macht um ihrer Größe oder Heiligkeit willen ohne egozentrische Hintergedanken ist kaum oder nur ansatzweise vorhanden. Eine wichtige Rolle spielen in vielen Naturreligionen auch die sogen. „Kulturheroen“. Dies sind „Urheberwesen“, „Urzeitwesen“, von denen sowohl die Kulturelemente, als auch die Institutionen und die Menschen selbst abstammen. Diese mythischen Urzeitwesen spielen z.B. bei den Aborigines eine große Rolle und zwar neben der Verehrung für die Natur und bestimmte Clantiere.

Religiöse Experten

Für die Kommunikation zwischen Mensch und Göttlichem wurden unterschiedlichste Vorstellungen entwickelt (z.B. Trance, Schamanismus etc.). Es ist davon auszugehen, dass ab einer gewissen Entwicklungsstufe Spezialisierungen stattgefunden haben: Menschen mit besonderen Gaben und Befähigungen zur Kontaktaufnahme und Interaktion mit der geistigen Welt übernahmen spezielle Rituale und Handlungen wie z.B. beim Schamanismus oder der Magie. In sehr einfachen Gesellschaften gibt es keine Unterscheidung zwischen „Laie“ und „Spezialist“. Man tritt mit den Göttern oder numinosen Mächten ohne schamanistische oder priesterliche Vermittler in Beziehung. Dazu dienen verschiedene Prozeduren wie Fasten, Isolation, Einnahme halluzinogener Substanzen oder Visionen. Die unmittelbare Erfahrbarkeit der geistigen spirituellen Welt innerhalb der Natur (unabhängig von einem religiösen Lehrgebäude oder einer göttlichen Offenbarung) stellt einen wichtigen Ausgangspunkt für die menschliche Religiosität dar. Beim Schamanen kann man bereits von einem „Teilzeitspezialisten“ sprechen, der mit den numinosen Mächten im Auftrag einer Gruppe in Verbindung tritt. Nicht selten übernehmen bestimmte Berufsgruppen wie z.B. Schmiede auch religiöse Funktionen, vor allem wenn es um Zauberei und Magie geht. Erst in komplexeren Gesellschaften gibt es berufsmäßige Priester.

Entwicklung der Naturreligionen

Naturreligiöse Erfahrungen gehören zu den ältesten spirituellen Erfahrungen der Menschheit. Sobald der Mensch die geistige und seelische Entwicklungsstufe erreicht hatte, die ihm Erkenntnisse und Erlebnisse über die Auseinandersetzung mit seiner rein physischen Umwelt hinaus erlaubten, entstand eine Spiritualität, die geprägt war durch das unmittelbare Erleben der in der Natur waltenden Kräfte und Mächte.

- Wildbeuter

Bis vor etwa 12.000 Jahren lebte die gesamte Weltbevölkerung als Wildbeuter, d.h. Jäger und Sammler. Heute gibt es nur noch wenige Ethnien, die sich lediglich durch jagen, fischen und sammeln ernähren, wie z.B. die Pygmäen. Es handelt sich um eine aneignende Wirtschaftsweise; die Natur wird nur wenig oder gar nicht verändert. Das gemeinsame Element der Wildbeuterreligionen ist ein übermenschliches Wesen, das die Jagdbeute und bisweilen auch die andere Nahrung zuführt. Auch die meisten Riten haben mit der Jagd zu tun, oft wird das Töten des Wilds in Tänzen simuliert. Die Felsbilder aus der Steinzeit stellen ein anschauliches Dokument dar. Auch die Verehrung von Totems steht in Zusammenhang mit Wildbeuterkulturen (Totemismus), wie bei den Aborigines. Die Fruchtbarkeit der Erde spielt noch keine Rolle, weshalb es auch keine Fruchtbarkeitgötter und keinen ausgeprägten Ahnenkult gibt. Die Geisterwelt ist überschaubar, im Mittelpunkt des Interesses steht der Herr der Tiere.

- Ackerbaukulturen

Für Ackerbaukulturen ist der Animismus typisch. Animistische Kulturen erleben sich als Bestandteil der belebten und beseelten Natur. Pflanzen, Tiere, Steine, Berge, Wettererscheinungen, Sonne, Mond und vieles andere wurden als Wesen begriffen, die ein höheres Sein oder eine höhere Macht repräsentierten, Kräfte mit denen der Mensch in direkter Verbindung stand. Das Leben und Überleben in der Natur, die Abhängigkeit vom jahreszeitlichen Zyklus führten zu einem sehr engen Bezug, zu einer Einheit des Menschen mit seiner Naturumgebung. Agrarische Kulturen sind ganz auf die Periodisierung der Zeit eingestellt. Für sie läuft Zeit nicht linear, sondern zyklisch ab: die Jahreszeiten, das Werden und Vergehen der Pflanzen, Tiere und Menschen. Die Erde rückt in den Mittelpunkt des Interesses. Zur religiösen Weltsicht gehören Muttergestalten, die durchweg göttlichen Charakter haben. Ansatzweise gibt es den Ahnenkult auch schon bei Wildbeutern; auch die Hirtenkulturen kennen ihn. Nirgends aber ist er so intensiv entwickelt wie bei gerade bei den Ackerbauern. Dazu trägt auch die Sesshaftigkeit bei. Wesentliche Unterschiede gibt es jedoch zwischen einfachen Pflanzern und Körnerbauern:
- Weltbild der einfachen Pflanzer Die einfachen Pflanzer bauen Knollengewächse wie Maniok mit sehr einfachen Mitteln an (Grabstock). Zu ihrem Weltbild gehören Urzeitwesen, die in der Ethnologie Dema-Gottheiten genannt werden, wie z.B. bei den Marind-anim auf Neuguinea. Das Eigentümliche an diesen Dema-Gottheiten ist, dass sie von Menschen getötet, zerstückelt und begraben werden. Aus den Leichenteilen entstehen die Nahrungspflanzen, vor allem die Knollenpflanzen und Palmen. Wenngleich es diese Gottheiten nicht bei allen einfachen Pflanzervölkern gibt, ist die Vorstellung, dass aus Töten Leben entsteht, vor allem in einfachen Pflanzerkulturen zu finden (vgl. Kannibalismus, Kopfjagd).
- Weltbild der Körnerbauer Eines der ältesten Getreidezentren ist Jericho, wo etwa um 10.000 v.Chr. das erste domestizierte Getreide nachgewiesen wurde. Im Gegensatz zum Zerstückelungsmotiv bei den Pflanzern ist das Saatraubmotiv das beherrschende Mythenthema: Ein Kulturheros oder Urahn, in Tier- oder Menschengestalt, begibt sich in den Himmel zum Schöpfergott und stiehlt Getreidesamen. Er gibt diesen den hungernden Menschen oder pfanzt ihn selbst in die Erde. Ein typisches Merkmal der Körnerbauerkulturen sind die Getreidegöttinen (z.B. Demeter), die die Fruchtbarkeit des Getreides gewährleisten.

- Hirtennomaden

Nomadische Hirtenkulturen sind fast ausnahmslos partriarchalisch organisiert (Beispiele: Mongolen, Masai, Samojeden). Wie die Frau seit jeher mit der Pflanze zu tun hatte, so der Mann mit dem Tier. In Hirtenkulturen sind Frauen oft von religiösen Funktionen ausgeschlossen oder dürfen generell nichts mit dem Vieh zu tun haben. Siedlungen werden sehr häufig verlegt. Fruchtbarkeitsgottheiten sind bei Hirten weitgehend unbekannt, da sie unnötig sind. Hirten identifizieren oft Gott und Himmel.

- Komplexe Kulturen

Es entwickelten sich religiöse Systeme, bei denen der Bezug zu den zugrunde liegend Naturkräften jedoch noch spürbar ist. Nahezu überall verbreitet war (ist) zum Beispiel eine zentrale Sonnengottheit, die die Leben spendende und alles erhaltende Kraft der Sonne repräsentiert. Mond-, Meer-, Wettergottheiten fehlen bei kaum einer späteren Religion bis in die Neuzeit hinein. Ernte- und Fruchtbarkeitsgottheiten stellen auch bei modernen religösen Systemen immer noch den Bezug zur Naturverehrung her, der auch in den weitverbreiteten Jahreskreisfesten seinen Ausdruck findet. Nachdem aus den für allen erfahrbaren spirituellen Kräften und Wesen vergleichsweise abstrakte Gottheiten geworden waren, kam es zu einer zunehmenden Ritualisierung. Aus dem Menschen, der in einer Sphäre und Ebene mit den ihn umgebenden Mächten gelebt hatte wurde der Gläubige. Von den eigentlichen höheren Kräften getrennt bedurfte der einfache Gläubige der Unterstützung von Priestern und Tempeldiensten um seine spirituellen Bedürfnisse und Angelegenheiten zu regeln. Die Hochkulturen (der Ägypter, Griechen, Assyrer, Phönizier etc.) ergänzten die spirituellen Vorstellungen um wichtige Aspekte ihrer (z.T. städtischen) Kultur: Gottheiten für Stadt, Krieg, Handel, Justiz entstehen. Der griechisch römische Götterpanthenon spiegelt nicht mehr die Natur sondern die (entwickelte) menschliche Gesellschaft wieder.

Kontakt mit Weltreligionen

In weiten Teilen der Erde übernahmen viele Ethnien mehr oder (meist) minder feiwillig die äußeren Strukturen der großen Weltreligionen (Christentum, Islam, Buddhismus). Unter dieser strukturellen Oberfläche lebten speziell in ländlichen und abgeschiedenen Gegenden die alten Traditionen weiter oder wurden in die Hochreligion integriert. Bekannteste Beispiele sind hier die Indios der Anden, die unter der formalen christlichen Oberfläche ihre alten religiösen Traditionen weiter pflegen, die christlich heidnischen Mischkulte der Karibik oder Volksgruppen in Indien, wo die Lehren der 3 dort herrschenden Hochreligionen (Buddhismus, Hinduismus, Islam) für viele kleine Volksgruppen nur den Rahmen darstellen, in dem sich die eigenen naturreligiösen Traditionen bewegen. Gottheiten aus Naturreligionen setzen sich in manchen Aspekten fort zu den Göttern der verschiedenen Kulturen der Antike, die wiederum Entsprechungen in Attributen von Heiligen der katholischen Kirche finden (Erdmutter - Isis/Diana - Marienkult, Flussgötter - Sankt Christopherus, etc.).

Naturreligion (esoterische Sichtweise)

In der modernen Esoterik wird unter Naturreligion primär die Verehrung der Natur verstanden. Naturerfahrung ist stets nicht rein profan sondern hat einen Bezug zum Göttlichen. Durch spezielle kultische und magische Handlungen nimmt der Mensch dabei tiefergehenden Kontakt zu den ihn umgebenden Wesen der Natur auf. Neben der alltägliche Naturerfahrung, die jeweils untrennbar auch mystische, spirituelle Erfahrung war, entwickelten sich Formen besonderen Erlebens, vor allem in rituellen Tänzen, Trancezuständen unter der Wirkung von Fasten, Schlafentzug, psychotroper Substanzen und anderem.

Neonaturreligiöse Strömungen im Westen

Die unmittelbare spirituelle Naturerfahrung hat auch den abendländischen (christlichen) Menschen immer wieder erfasst. Prominente Beispiele sind naturreligiös beeinflussten Genies wie Johann Wolfgang von Goethe oder Francis Bacon. Ausgehend von der Naturbegeisterung und Naturmystik der Romantik (Novalis u.a.) entwickele sich innerhalb der bürgerlich-aristokratischen Eliten des 19. Jhd. neonaturreligiöse Strömungen, zunächst in Form der Wiederentdeckung des keltischen Erbes (Druidentum) in England und Frankreich.
Die Industrialisierung mit ihren negativen Folgen führte als Gegenbewegung zu den Naturbewegungen des beginnenden 20. Jhd., die erstmals breitere Bevölkerungsschichten erfassten. Naturerfahrung und Naturmystik spielten der Wandervogelbewegung und ähnlichen Strömungen eine große Rolle. Diese Ansätze vermengten sich in Deutschland zum Teil mit der nationalistischen „Blut und Boden“-Ideologie und führten zu den kultischen Verfälschungen durch den Nationalsozialismus.
Unabhängig und weitgehend frei von nationalistischen Inhalten entdeckten in Skandinavischen Ländern viele Menschen ihre germanischen ‚Wurzeln’ und es kam zur Bildung neogermanisch-religiöser Gruppen, die einen starken naturreligiösen Bezug haben. In den USA begeisterten sich auch Menschen der eingewanderten Völker für die naturreligiösen Traditionen der Ureinwohner. Der Mensch des 20. Jahrhunderts erlebte eine fortschreitende Zerstörung der Natur und entfremdete sich in seinen Lebensweisen in bis dahin nie gekanntem Maße von den natürlichern Abläufen. Diese Entfremdung von den eigenen Grundlagen führte zu Gegenbewegungen mit einem ausgeprägten „Zurück zur Natur“-Impuls, der seinerseits wiederum eine vermehrten naturspirituellen Erfahrung in Gang setzte.
In einer Zeit, in der die „kulturelle Leitreligion des Westens“ (Christentum) für viele Menschen ihre Strahlkraft weitgehend eingebüßt hat, ist die Bereitschaft zu neuen religiösen Erfahrungen hoch. So kennt die moderne Gesellschaft zahlreiche naturreligiöse Strömungen, die grob in Gruppen eingeteilt werden können wie:
- neuheidnische Naturreligiosität
- neokeltische und neogermanische Tradition/Spiritualität
- Hexentum und Wicca
- Voodoo und Santería (teilweise Synthese mit christlichen Vorstellungen)

Siehe auch


- Liste naturreligiöser Gruppen
- Neopaganismus
- Indigene Religion

Literatur


- Walter Hirschberg (Hrsg.): Neues Wörterbuch der Völkerkunde, Dietrich Reimer Verlag, Berlin, 1988
- Josef Franz Thiel: Religionsethnologie, Grundbegriffe der Religionen schriftloser Völker, Dietrich Reimer Verlag, Berlin, 1984 Kategorie:Naturreligion Kategorie:Religion

Weltreligion

Bei der Bezeichnung Weltreligion handelt es sich um einen Begriff, der ein grobes Raster über vielfältige Religionen stülpt, die sich beispielsweise durch die hohe Anzahl ihrer Anhänger, die überregionale Verbreitung und/oder ihren universalen Anspruch auszeichnen. Eine klare Definition ist schwer zu leisten und daher sind Auflistungen der Weltreligionen stets einer gewissen Willkür unterworfen. In der Religionswissenschaft wird die Anwendung des Begriffes vermieden, um Definitionsproblemen zu entgehen.

Weltreligionen

Die folgenden fünf Religionen werden im allgemeinen als Weltreligion bezeichnet:
- Jüdische Religion (Anhänger: ca. 15 Mio.)
- Hinduismus (Anhänger: ca. 900 Mio.)
- Buddhismus (Anhänger: ca. 375 Mio.)
- Christentum (Anhänger: ca. 2 Mrd.)
- Islam (Anhänger: ca. 1,3 Mrd.) Während Christentum und Islam aktive Missionierung betreiben, ist dies in Buddhismus, Hinduismus und jüdischer Religion nicht der Fall. In den beiden letzteren ist auch heute noch das Hineingeboren werden in die Gemeinschaft der übliche Weg, Hindu bzw. Jude zu werden. In diesem Sinne liegt eine gewisse Koppelung an die Sozialstruktur vor: im Judentum ist vom "auserwählten Volk" die Rede, im Hinduismus ist die Ethik an die Kastenzugehörigkeit gebunden. Aus diesem Grunde ist es nachvollziehbar, dass der Hinduismus trotz der hohen Anzahl der Gläubigen regional stark gebunden ist. Die religiöse Institutionalisierung ist im Hinduismus relativ wenig ausgeprägt. Das Judentum hat insofern eine Sonderstellung, da ein Großteil der Juden im 20. Jahrhundert durch den Holocaust vernichtet wurden und das Judentum die Wurzeln der beiden Weltreligionen Christentum und Islam darstellt. Eine Konversion zur jüdischen Religion (Gijur) ist prinzipiell möglich, wenngleich keine aktive Missionierung betrieben wird. Aufgrund des universellen Anspruchs kann jeder Interessierte einer Weltreligion beitreten. Da keine Verbindung mit Verwandtschaftstrukturen vorliegt, ist nicht die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Stamm, Klan oder Volk erforderlich. Die wesentlichen Inhalte der Religion sind kanonisiert und liegen als Heilige Schrift vor. Theologische Reflexion und metaphysische Spekulation gehören zum Wesen einer Weltreligion. Bei den meisten Weltreligionen haben sich im Laufe der Zeit religiöse Institutionen herausgebildet. Zu der Frage, wieviele Anhänger eine Religion haben muss, um als Weltreligion zu gelten, gibt es keinen Konsens. Verschiedentlich wird auch das Alter einer Religion als Kriterium genannt (demnach werden im 19./20. Jh. entstandene Religionen als Neue religiöse Bewegungen definiert). Eine minimalistische Auffassung des Begriffes Weltreligion würde nur den Buddhismus, das Christentum und den Islam umfassen: der universelle Geltungsanspruch war bereits bei Gründung der Religion präsent, eine weltweite Verbreitung liegt vor, die Anzahl der Anhänger ist sehr hoch und die Religion ist bereits sehr alt. Erweitertes Schema:
- Daoismus
- Konfuzianismus
- Baha'i Von etlichen Wissenschaftlern wird aufgrund seiner großen Bedeutung in China und Korea auch der Daoismus dazugezählt. Die Einordnung des Konfuzianismus ist insofern umstritten, als der religiöse Konfuzianismus nicht sehr viele Anhänger aufweist. Es wird auch darauf hingewiesen, dass das westliche Verständnis von Religion beim Konfuzianismus (der primär eine Sittenlehre ist) ohnehin nicht ganz greift. Vereinzelt werden die Baha'i aufgeführt, jedoch nur von Autoren, die nicht alle Religionen, die nach dem Sikhismus entstanden sind, grundsätzlich als Neue religiöse Bewegungen einklassifizieren. Ohne Zweifel handelt es sich bei den Baha'i um eine Religion mit universellem Anspruch, religiösen Institutionen, einer heiligen Schrift etc. Lediglich die nicht sehr hohe Anhängerschaft spricht gegen ein Hinzurechnen zu den Weltreligionen. Beim Sikhismus wird der universelle Anspruch in Zweifel gezogen. Die Argumente zeigen, dass der Begriff "Weltreligion" nicht sehr trennscharf ist bzw. inkonsequent angewandt wird. In der Religionswissenschaft wird der Begriff Weltreligion aus diesem Grunde immer mehr ersetzt durch Religionen der Welt. Dieser orientiert sich primär an der Anzahl der Anhänger und schließt schriftlose Religionen nicht aus. Der Begriff der Weltreligion hingegen setzt auf den Begriff der Hochreligion auf.

Forschungsgeschichte

Der Soziologe Max Weber definiert 1915 fünf Weltreligionen: die konfuzianische, hinduistische, buddhistische, christliche und islamische Ethik. Als sechste Religion komme das Judentum mit hinzu, weil es für das Verständnis der beiden letzten Religionen wichtig sei. Auf den Daoismus geht er ein, jedoch bezeichnet er ihn als "Heteredoxie" zum Konfuzianismus. Der Religionswissenschaftler Gustav Mensching betont 1938, dass in der Frühgeschichte des Menschen die Volksreligionen, die sich auf Familie, Sippe, Stamm oder Volk begrenzen, vorherrschend waren. Erst wenn sie den "Menschen schlechthin und nicht den bestimmten Volksgenossen" ansprechen, werden sie zur Universal- oder Weltreligion. Für Mensching haben fünf Religionen diesen Status erreicht: Judentum, Christentum, Islam, Hinduismus und Buddhismus. Der Indologe Helmuth von Glasenapp geht 1963 von acht "ethischen Hochreligionen" (Hinduismus, Jainismus, Buddhismus, chinesischen Universismus, Parsismus, Judentum, Christentum und Islam) aus, von denen er fünf als Weltreligion beschreibt (Hinduismus, Buddhismus, den chinesischen Unversismus, Christentum und Islam), da sie "zusammen neun Zehntel der religiösen Menschheit ausmachen". Den Sikhismus betrachtet er als hinduistische Reformsekte. Unter dem Begriff "chinesischer Universismus" fasst er Konfuzianismus und Daoismus (sowie andere relevante Aspekte der chinesischen Religiosität) zusammen. Der Theologe Gerhard Wehr geht 2002 von sieben Weltreligionen aus (Christentum, Judentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus, Daoismus und Konfuzianismus). Er sieht Weltreligionen als Kontrapunkt zu Natur- und Stammesreligionen, die keine Trennung zwischen Gott und Welt und keine Häresie (Ketzerei) kennen. Eine genaue Begründung zur Auswahl der Religionen bringt Wehr nicht. Der Religionswissenschaftler Manfred Hutter beschreibt 2005 ebenfalls sieben Weltreligionen (Hinduismus, Buddhismus, Daoismus, Judentum, Christentum, Islam und Baha'i). Den Konfuzianismus schließt er aus, da die Anhängerzahl des religiösen Konfuzianismus zu gering sei. Den Sikhismus führt er nicht auf, da er den universellen Geltungsanspruch vermisst. Hutter weist darauf hin, dass der Begriff Weltreligion kein religionswissenschaftlicher, sondern ein (weitgehend verständlicher) Begriff des alltäglichen Sprachgebrauchs ist.

Siehe auch


- Interreligiöser Dialog
- Liste der Religionen und Weltanschauungen

Literatur


- Tworuschka, Martina und Udo: Religionen der Welt. Grundlagen, Entwicklung und Bedeutung in der Gegenwart, München 1996. ISBN 3-572-00805-0
- Helmuth von Glasenapp: Die fünf Weltreligionen, Diederichs Verlag, Düsseldorf, 1963
- Max Weber: Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Tübingen, 1920 - 1921
  - Band 1: Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus, Die protestantischen Sekten und der Geist des Kapitalismus sowie Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen (Teil 1: Konfuzianismus und Taoismus) ISBN 3-8252-1488-5
  - Band 2: (Teil 2: Hinduismus und Buddhismus) ISBN 3-8252-1489-3
  - Band 3: (Teil 3: Das antike Judentum) ISBN 3-8252-1490-7
- Gerhard Wehr: Die sieben Weltreligionen, Hugendubel Verlag, München, 2002
- Manfred Hutter: Die Weltreligionen, Beck Verlag, München, 2005
- Gustav Mensching: Volksreligion und Weltreligion, Leipzig, 1938

Weblinks


- http://www.adherents.com/Religions_By_Adherents.html (Weltreligionen nach Anhängerzahl)
- http://www.weltreligionen.at/ (im Generalsekretariat der Österreichischen Bischofskonferenz) Kategorie:Religion ! ko:세계의 주요 종교 simple:Major world religions

Ethnie

Ethnie oder Ethnische Gruppe, früher auch Ethnos (von griech.: ἔθνος ethnos = Volk), bezeichnet einen Stamm oder ein Volk. Ethnologen verstehen unter diesem Begriff eine Gruppe von Personen, welche derselben Sprachgruppe, Kultur oder Religion angehören, und sich selber auch als Einheit definieren, oder eine Abstammung von einem gemeinsamen Vorfahren annehmen. Die zugehörigen Wissenschaften heissen daher Ethnologie (Völkerkunde), Europäische Ethnologie (Volkskunde) und Ethnosoziologie. Der Begriff Ethnie wird in neuerer Zeit auch meist als Synonym zu Volk, Stamm, oder Volkszugehörigkeit verwendet. Jedoch sollte der Begriff nicht in Zusammenhang mit Nation gebraucht werden. Vielfach bezeichnet Ethnie bereits eine Art Oberbegriff einer höheren Ordnung einer Gruppe. Beispiele dazu sind die Sprachgruppen der Indoeuropäer (früher auch Indogermanen genannt) oder Turkvölker, die manche Forscher auch als ethnische Einheiten begreifen, ohne dass hier irgend eine Art von Zusammengehörigkeitsgefühl nachzuweisen wäre. Sowohl Ethnien als auch Stämme werden oft aus mehreren Klans gebildet, die wiederum meist aus mehreren Lineages bestehen. Auf das genannte Beispiel der Indoeuropäer bezogen spricht man dann von der ethnischen Gruppe der Slawen, Germanen, Kelten, usw. Als ethnozentrisch werden Historiographie und Kulturtheorien bezeichnet, welche die Welt (zu) stark von einem bestimmten Ethnos her sehen. Ein noch relativ neuer Ansatz für eine weitere Verwendung dieses Wortes besteht in der Idee den Begriff Ethnische Gruppe als Ersatz für den in den meisten Bereichen diskreditierten Begriff „Rasse“ zu verwenden. Vor allem von politischer Seite wird dies oft gefordert, so sollen die Vereinten Nationen bereits eine entsprechende Regelung verabschiedet haben. Zuspruch erhält dieser Vorschlag, durch die Tatsache, dass jedwede Art von Rassentheorie, in keiner Weise wissenschaftlich nachgewiesen werden konnte, und somit schlicht falsch sind. So konnte das bekannte Humangenomprojekt lediglich eine definitive Klassifizierung in eine ursprüngliche „afrikanische Menschengruppe“ sowie eine „nicht-afrikanische Menschengruppe“ nachweisen. Siehe auch: Portal:Ethnologie Kategorie:Anthropologie Kategorie:Ethnologie Kategorie:Volkskunde ms:Etnik

Kategorie:Religion

Religion Bitte in dieser Kategorie nur religionsübergreifende Artikel aufführen. Artikel, die sich auf eine spezifische Religion beziehen, gehören in die Kategorie der entsprechenden Religion. Kategorie:!Hauptkategorie Kategorie:Thema ja:Category:宗教 ko:분류:종교 th:Category:ศาสนา zh-min-nan:Category:Chong-kàu

Luteinisierungshormon

Das Luteinisierende Hormon (LH) zählt zu den Geschlechtshormonen. Es ist in beiden Geschlechtern gemeinsam mit dem Follikelstimmulierendem Hormon (FSH) für die Reifung und Produktion der Geschlechtszellen zuständig: Follikelsprung (umgspr. Eisprung) bei der Frau bzw. die Spermienreifung beim Mann. Gebildet wird das LH im Hypophysenvorderlappen (siehe Hirnanhangsdrüse) nach Stimulation durch das gonadotrope Releasing Hormon, kurz GnRH. Beim Mann stimuliert LH die Bildung des Testosterons in den Leydig-Zwischenzellen des Hodens. Bei der Frau ist vor dem Eisprung ein steiler Anstieg der LH-Konzentration im Blut nachweisbar, der danach schnell wieder abklingt. Sollte es, beispielsweise wegen einer Krankheit, zu verringerter oder gar keiner LH-Ausschüttung kommen, ist eine Schwangerschaft nicht möglich. Kategorie:Hormon ja:黄体形成ホルモン

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- 19. január 1809, Boston, Massachusetts – † 7. október 1849, Baltimore) bol americký romantický básnik, prozaik, literárny teoretik a

Heliosféra
Heliosféra je obal častíc obklopujúci Slnko. Najspodnejšou a relatívne najchladnejšou vrstvou heliosféry je fotosféra. Nad fotosférou sa rozprestiera chromosféra a nad ňou horúca koróna. Heliosféra končí tam, kde sa vyrovnáva tlak slnečného vetra s tlakom okolitých hviezd. 19721983) bola švédska populárna hudobná skupina. Stala sa najúspešnejšou švédskou hudobnou skupinou a jednou z najpopulárnejších hudobných skupín na svete. Neoficiálne zdroje vravia, že celkovo sa predalo od 140 do 500 miliónov nosičov s hudbou tejto skupiny, čo by z nich urobilo druhú najúspešnejšiu skupinu na svete, hneď po The Beatles. Skupinu ABBA založili v roku

Šablóna:Denné udalosti/Astronómia/12 10
10. december
- 1452 - narodil sa Johannes Stöffler, nemecký matematik a astronóm († 1531)
- 1965 - zomrel Antonín Bečvář, český astronóm a klimatológ
- 1977 - štart kozmickej lode Sojuz 26
Šablóna:Denné udalosti/Astronómia/12 11
11. december
- 1863 - narodila sa Annie Jump Cannonová, americká astronómka († 1941)
- 1972 - Program Apollo: Apollo 17 pristálo na Mesiaci
- 1998 - bola vypustená planetárna sonda
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