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Indogermanen

Indogermanen

Indogermanen oder Indoeuropäer bezeichnet alle muttersprachlichen Sprecher einer indogermanischen Sprache. Im engeren Sinne bezeichnet man mit dem Begriff die Mitglieder der Sprechergemeinschaft, die Träger der (angenommenen) indogermanischen Ursprache war, auf die sämtliche indogermanische Sprachen zurückgehen sollen. Alternativ spricht man heute meist von den Proto-Indoeuropäern oder Urindogermanen.

Indogermanisch oder indoeuropäisch?

Durch vergleichende Sprachforschung entdeckte man Ende des 18. Jahrhunderts, dass sehr viele Sprachen in Europa und dem Vorderen Orient von einer gemeinsamen Ursprache abstammen (indogermanische oder indoeuropäische Sprachen). Der Forscher H. J. Klaproth prägte 1823 hierfür den Namen "indogermanische Sprachen" nach der damals bekannten südöstlichsten (indo-arisch) und nordwestlichsten indoeuropäischen Sprache (isländisch), zwischen denen alle anderen Sprachen lagen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fand man jedoch im Tarim-Becken (Chinesisch-Turkestan) - also noch östlicher - Schriftrollen, die eine bislang unbekannte Sprache – das Tocharische – enthielten, das als Kentum-Sprache Verwandtschaft unter anderem mit dem Keltischen oder Germanischen zeigte. Da der Terminus indogermanisch als Klammerbegriff ursprünglich den östlichsten und westlichsten Sprachzweig der Sprachfamilie benannte, müsste er nach aktuellem Wissensstand eigentlich tocharogermanisch heißen. Auf der anderen Seite ist der alternativ gebrauchte Begriff indoeuropäisch nicht weniger unpräzise. Schließlich gibt es sowohl in Europa (z.B. Finno-ugrische Sprachen) als auch auf dem indischen Subkontinent (z.B. Dravidische Sprachen) weitere Sprachfamilien. Die Diskussion, welcher Begriff "richtig" oder "treffender" ist, ist damit müßig. Innerhalb des deutschen Sprachraums wird vorwiegend der Begriff indogermanisch verwendet, wohingegen sonst Synonyme des Typs indoeuropäisch (engl. Indo-European, franz. indo-européen usw.) üblicher sind.

Überblick

Früher untergliederte man die indogermanischen Sprachen in einen westlichen Zweig, den Kentum-Sprachen (von lateinisch centum = hundert) und einen östlichen Zweig, den Satem-Sprachen (u. a. altindoarisch satam = hundert), um Nachbarschaften oder Verwandtschaften auszudrücken. Diese Abgrenzung verliert jedoch immer mehr an Bedeutung, da diese Lautentwicklung nur eine von mehreren ist und beispielsweise das Tocharische als Kentumsprache am weitesten östlich lag. Zu den indogermanischen Sprachen zählen fast alle modernen europäischen Sprachen, einige Sprachen des Nahen Ostens und die meisten Sprachen Nordindiens. Genauere Informationen hierzu findet man in dem Artikel über indogermanische Sprachen. Die gemeinsame Ursprache konnte mit rein sprachlichen Forschungen teilweise rekonstruiert werden. Durch Untersuchung der in der Sprache vorkommenden Pflanzen und Tiere versucht man, die Urheimat ihrer Träger zu ermitteln. Trotz zahlloser Forschungsansätze bleibt das Ergebnis umstritten. Niemand kann mit Gewissheit sagen, ob ein Volk als Träger der indogermanischen Sprache existiert hat. Ethnisch völlig unterschiedliche Stämme könnten Träger der gleichen Sprache gewesen sein. Neuere Untersuchungen indes, basierend vor allem auf Funden "europäisch" anmutender Mumien aus der Takla Makan – diese Mumien werden im Provinzmuseum der Stadt Urumtschi aufbewahrt -, lassen jedoch erneut Vermutungen aufkommen, die einen Zusammenhang von Rasse und "Sprechergemeinschaft" zumindest nicht ausschließen. Hierzu sind auch genetische Untersuchungen aufschlussreich, wie in jüngster Zeit an „skythischen“ Skeletten und Bewohnern der Mongolei vorgenommen wurden. Wünschenswert ist auf jeden Fall eine unvoreingenommene wissenschaftliche Auseinandersetzung zu diesem wichtigen Thema der Anthropologie und Evolution des Menschen, weil gerade hier während der NS-Zeit auch in wissenschaftlicher Hinsicht Schaden angerichtet wurde. Bei der Erschließung des Herkunftgebietes der Urindogermanen gibt es eine Reihe von Theorien. Die folgenden Richtungen erscheinen prominent: Ältere Theorien besagen, dass die Indogermanen in Mitteleuropa entstanden sind und damit die Urbevölkerung dieses Kontinents bildeten. Diese These war besonders in der NS-Zeit sehr beliebt. Dem entgegengesetzt ist die These der „Kurgan Theorie“ (s. unten). Sie geht von erobernden Steppenvölkern aus dem südrussischen Raum aus. Seit den 90er Jahren des 20. Jh. häufen sich Arbeiten, die von Anatolien als Urheimat ausgehen. Das Donaubecken erscheint einigen auch plausibel. Bei der Erforschung der Kultur der Indogermanen interessiert man sich heute vor allem für die Sozialordnung und deren Widerspiegelung im Bereich der Mythologie und Religion. Einzige Basis hierfür ist die teilweise erschlossene indogermanische Ursprache, da eindeutig zuzuordnende materielle Funde bis heute nicht vorliegen.

Methodik

Die historisch-vergleichende Sprachwissenschaft und die Sprachtypologie erschließen durch Vergleich verschiedener Sprachen so genannte Protosprachen. Die Benennung dieser Protosprachen ist ziemlich willkürlich und erfolgt etwa durch Auswahl von ein oder zwei der Vergleichssprachen. Das so genannte Indogermanische ist die Protosprache vieler verschiedener Sprachen, die von Europa bis Indien und China gesprochen wurden. Eine Protosprache ist demzufolge nur eine Arbeitshypothese. Als reale Sprache hat es sie in dieser Form nie gegeben. Sie beschreibt lediglich einen Teilbereich der realen Sprache, die es gegeben haben muss. Behauptungen, dass die Sprechergemeinschaft dieser realen Sprache, die durch das Konstrukt Protosprache nur approximiert wird, eine Sippe, ein Volk, ein Reich oder ein Staat gewesen seien, sind - wenn dies historisch nicht untermauert werden kann - notwendigerweise spekulativ, wenn auch plausibel - vorausgesetzt, man hält an der aus dem 19. Jahrhundert überkommenen Gleichung Sprachgruppe = Volksgruppe fest. Beispiele:
- Die Franzosen sind Nachfahren der "Kelten", "Römer" und "Germanen" ("Franken", "Alemannen" und "Normannen"). Das Proto-Französische ist Latein, aber nicht alle Römer, die Lateinisch sprachen, sind Vorfahren heute lebender Franzosen.
- Hebräisch ist schon seit vorchristlicher Zeit ausgestorben und hat ähnlich dem Lateinischen als liturgische Sprache überlebt. Iwrith ist eine Kunstsprache, die mit der Gründung des Staates Israel geschaffen wurde. Proto-Iwrith würde Hebräisch approximieren. In Unkenntnis der historischen Fakten könnte jemand, der nur Proto-Iwrith kennt, keinen Zusammenhang zwischen den antiken Juden und Proto-Iwrith herstellen. Für archäologische bestimmte Kulturen gilt das gleiche wie für Protosprachen: Die Archäologie ordnet ihre Funde zu Horizonten. Horizonte mit ausreichender, umfangreicher Datenlage werden Kulturen genannt. Eine Kultur ist ein Konstrukt und eine Arbeitshypothese, die die Verursacher der Horizonte nur approximiert. Behauptungen, das die Kultur eine Sippe, ein Volk, eine Nation, ein Reich oder ein Staat gewesen sei, sind, wenn dies historisch nicht untermauert werden kann, notwendigerweise spekulativ, wenn auch in einigen Fällen plausibel. Natürlich versuchen Sprachwissenschaftler, die eine Protosprache beschreiben, auch archäologische Evidenzen für diese Protosprache zu finden, und natürlich versuchen Archäologen, die eine Kultur beschreiben, in Ermangelung historischer Daten sprachwissenschaftliche Evidenzen zu finden. Dies ändert nichts daran, dass die Herstellung eines Zusammenhangs zwischen Protosprachen und Kulturen prinzipiell hypothetisch ist, so dass zwar allgemein von Gesellschaften gesprochen werden kann, die Sprechergemeinschaft der linguistischen Protosprache und Träger der archäologischen Kultur gewesen sein müssen, jedoch nicht behauptet werden kann, diese Gesellschaften seien ein Volk oder eine Nation gewesen. Die Unkenntnis oder das Ignorieren dieser wissenschaftstheoretischen Problematik führt immer wieder dazu, dass nationalistische Ideologien sowohl Sprachwissenschaft wie Archäologie für sich vereinnahmen können. Insbesondere sollte man wissen, dass die in diesem Artikel erwähnten Theorien, jede für sich, auf völlig verschiedenen Annahmen beruhen. Damit schließen sich die Theorien, obwohl sie sich zu widersprechen scheinen, keineswegs gegenseitig aus. Ferner wird der Begriff "Volk" in diesem Artikel und in fast allen Berichten über Sprachwissenschaft oder Archäologie nur umgangssprachlich und vorwissenschaftlich verwendet und hat mit der Wirklichkeit, die durch die Theorien beschrieben werden soll, nichts zu tun.

Zeitlicher Rahmen

Die verschiedenen Theorien differieren bereits beim Versuch, die Indogermanen zeitlich zu fassen. Sie werden frühstens ins Jungpaläolithikum (Otte) spätestens in die lokal unterschiedlich beginnende Bronzezeit (in Mitteleuropa ca. 2500 v. Chr.) gelegt. Da schon die zeitliche Zuordnung letztendlich spekulativ ist, die zeitliche Einordnung jedoch Voraussetzung für eine Zuordnung zu archäologischen Kulturen ist, widersprechen die Theorien einander nicht oder müssen vorläufig als unentscheidbare Fragen stehengelassen werden, solange man die zu Grunde gelegten Modellvorstellungen nicht widerlegen kann.

Die drei zentralen Theorien

Pontische Steppen-Theorien

Die schon Anfang des 20. Jahrhunderts von vielen Linguisten geäußerte Vermutung, die Urheimat der Indoeuropäischen Sprachen befände sich in den Steppen nördlich und nordöstlich des Schwarzen Meeres, wird auch heute noch von der Mehrheit der Sprachwissenschaftler favorisiert. Archäologen versuchten dies mit Hilfe archäologischer Indizien zu bestätigen. Die während des Neolithikums und der frühen Bronzezeit in Südrussland, der Ukraine und Moldawien existierenden Kulturen nördlich und östlich des Schwarzen Meeres und an der unteren Wolga wurden von Marija Gimbutas in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts nach einer charakteristischen Grabhügelform (Kurgan) zur Kurgankultur zusammengefasst. Die Urindogermanen waren nach der Meinung vieler Sprachwissenschaftler auf Grund der vorhandenen Wörter eine in erster Linie patriarchalisch organisierte Hirtengesellschaft, die den Pflug kannte, das Pferd als Reittier nutzte und mit Sicherheit nicht am Meer beheimatet gewesen sei. All dies korrespondiert mit den archäologischen Funden der Kurgankultur. Dieser Hypothese zufolge lebten die Indogermanen im 5. vorchristlichen Jahrtausend als kriegerisches Hirtenvolk in Südrussland, einige Archäologen identifizieren sie mit dem Kurganvolk. Sie wären nach Klimaverschlechterungen in ihrer Heimat zwischen 4400 und 2200 v. Chr. in mehreren Schüben west-, süd- und ostwärts gezogen. Die sog. Streitaxtleute bzw. Schnurkeramiker waren eine der Auswanderungswellen des sogenannten Kurganvolks. Auf diesen Wanderungen hatten sie auch Mitteleuropa erreicht und sich mit den dort ansässigen Menschen vermischt. Aus der Vermischung von Indogermanen und nicht-indogermanischer Urbevölkerung sowie durch isolationsbedingte Auseinanderentwicklung entwickelten sich die verschiedenen indogermanischen Volks- und Sprachgruppen, wie die Kelten, Germanen, Slawen, Italiker, Griechen, Iranier, Inder, Balten, Armenier, Thraker u.a.

Anatolien-Hypothesen

Bei der Anatolien-Hypothese, die vor allem von Colin Renfrew ausgearbeitet wurde, wird Ostanatolien als Ausgangspunkt einer indoeuropäischen Wanderungen angenommen. Das Urindogermanische hätte sich demnach friedlich entweder mit der Verbreitung der Viehzucht (Nomadismus) zunächst das Kaspische Meer umrundet und dann westwärts gewandt (Gamkredlitse, Iwanow) oder mit der zweiten Welle des Ackerbaus, der sich in die nordpontischen Gebiete verlagerte, ausgebreitete. Diese Theorien verwerfen insbesondere den "Invasionismus" der Kurgan- und Mitteleuropa-Theorien. Die moderne genetische Statistik (siehe Cavalli-Sforza) scheint diese Theorien zu stützen.

Alteuropa-Theorie

Die von Hans Krahe begründete und von Wolfgang P. Schmid weiterentwickelte "Alteuropa-Theorie" (die außer dem Namen nichts mit Gimbutas' Alteuropa-Konzeption gemeinsam hat) stützt sich auf die Untersuchung alter Gewässernamen. Sie geht davon aus, dass sich Gewässernamen gegenüber Umbenennungen als besonders resistent erwiesen haben und damit eine sehr alte Sprachschicht repräsentieren. Die Hydronymie führte zur Annahme eines sprachlichen Kontinuums von europäischen Ausmaßen. Eine besonders von italienischen und spanischen Forschern herausgearbeitete Theorie einer "Paläolitischen Kontinuität" (Palaeolithic Continuity Theory - PCT) könnte zu diesen Ergebnissen passen.

Sonstige Theorien

Balkan

In allen Theorien kommt dem Balkan eine Schlüsselstellung zu, da er mindestens immer als "Durchzugsgebiet" existiert. In letzter Konsequenz muss auch die These geprüft werden, ob dann nicht auch der Balkan, insbesondere das Donaubecken als "Urheimat" in Frage kommt.

Mitteleuropa-Theorien

Anhänger dieser Richtung gehen, im Gefolge Gustaf Kossinnas davon aus, dass die Indogermanen auf die mesolithische Bevölkerung Mitteleuropas zurückgehen und somit die Urbevölkerung bilden würden. Nach ihrer Auffassung erstreckte sich der dafür infrage kommende Raum zwischen Weser, Ostsee, Ostpolen und Karpaten. Etwa um 4000 v. Chr. bildeten diese Protoindogermanen die Trichterbecherkultur aus und traten um 2500 v. Chr. ihre Wanderungen auf den Balkan, nach Vorderasien und Indien an. Eine Invasion aus dem asiatischen oder südrussischen Raum hätte es danach nicht gegeben. Besonders in den 30er und 40er Jahren vertraten zahlreiche Wissenschaftler diese Ansicht. Heute gibt es außerhalb Deutschlands keine Wissenschaftler mehr, die die "Mitteleuropa-Theorie" vertreten.

Out-of-Iran-Hypothese

Durch vergleichende Sprachwissenschaft des iranischen Wissenschaftlers Derakshani sollen bestimmte Wurzeln auf eine Sprache des Volkes der Arier zurückzuführen sein, das bereits im 4. Jahrtausend v. Chr. im Hochland des Iran lebte und deren Nachweis archäologisch bislang nicht gelang. Von dort aus sollen sich die Arier als Proto-Indoeuropäer (Urindogermanen) ausgebreitet haben.

Siehe auch


- Indoiraner
- Wiege Europas
- Immobilisten
- Kurgan-Hypothese

Literatur

sprachwissenschaftlich


- Thomas W. Gamkrelidse/Wjatscheslaw Iwanow: Die Frühgeschichte der indoeuropäischen Sprachen, in: Spektrum der Wissenschaft. a.a.O., S. 50-57.
- W.B. Lockwood: Überblick über die indogermanischen Sprachen, G. Narr Verlag, Tübingen 1979
- Robert S.P. Beekes, Comparative Indo-European Linguistics: An Introduction, John Hopkins, Amsterdam 1995 ISBN 1556195052.
- Michael Meier-Brügger: Indogermanische Sprachwissenschaft, de Gruyter, Berlin 2000
- Oswald Szemerényi: Einführung in die vergleichende Sprachwissenschaft, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1989.

archäologisch


- Marija Gimbutas, Das Ende Alteuropas. Der Einfall von Steppennomaden aus Südrussland und die Indogermanisierung Mitteleuropas, "Archeolingua", series minor 6. Budapest 1994, auch als Buch ISBN 3851241711
- Marija Gimbutas u.a, The Kurgan Culture and the Indo-Europeanization of Europe: Selected Articles From 1952 to 1993 ISBN 0941694569.
- Häusler, Alexander: Zum Ursprung der Indogermanen. Archäologische, anthropologische und sprachwissenschaftliche Gesichtspunkte, in: EAZ (39) 1998, S. 1-46.
- Häusler, Alexander.: Ursprung und Ausbreitung der Indogermanen: Alternative Erklärungsmodelle Serie: Indogermanische Forschungen : Zeitschrift für Indogermanistik und allgemeine Sprachwissenschaft Berlin [u.a.] : de Gruyter Band 107 (2002), S. 47-75.
- Häusler, Alexander.: Nomaden, Indogermanen, Invasionen: zur Entstehung eines Mythos : Orientwissenschaftliche Hefte, Halle/Saale 5/2003, ISSN 16172469
- J. P. Mallory, In Search of the Indo-Europeans: Language, Archaeology and Myth ISBN 0500276161.
- James Mallory/ D. Q. Adams (Hrsg), Encyclopedia of Indo-European Culture (London, Fitzroy Dearborn, 1997), ISBN 1884964982.
- Marcel Otte, Diffusion des langues modernes en Eurasie préhistorique, «C.R. Acad. Sc. Paris» 321, série IIa, 1995, 1219-1226.
- Colin Renfrew: Die Indoeuropäer - aus archäologischer Sicht, in: Spektrum der Wissenschaft. Dossier: Die Evolution der Sprachen, 1/2000, ISSN 09477934, S. 40-48.
- Colin Renfrew.: Archaeology and Language: The Puzzle of Indo-European Origins. Cambridge 1990 ISBN 0521386756.
- Walkowitz, Jürgen E.: Die Sprache der ersten Bauern und die Archäologie In: Varia Neolithica III (2004) Langenweissbach.

historisch


- Derakshani, Jahanshani: Die Arier in den nahöstlichen Quellen des 3. und 2. Jahrtausends v. Chr. Teheran. 1998. ISBN 964-90368-1-4

sonstige


- Elizabeth W. Wayland Barber: The Mummies of Ürümchi, W.W. Norton & Copany, New York 1999
- Schmoeckel, Reinhard: Die Indoeuropäer. Aufbruch aus der Vorgeschichte. Bergisch Gladbach: Bastei-Lübbe, 1999 (Bastei-Lübbe-Taschenbuch, Bd. 64162). 575 S. ISBN 3-404-64162-0

Weblinks


- [http://www.continuitas.com/invasionless.pdf Alinei, M.: Towards an Invasionless Model of Indoeuropean Origins: The Continuity Theory]
- [http://web.phil-fak.uni-duesseldorf.de/~wdl/Urheimat%20Indogermanen.PDF Wunderlich, D.: Die Urheimat der Indogermanen]
- [http://www.ship.edu/~cgboeree/indoeuropean.html Boeree, C.G.: The Evolution of the Indoeuropean Languages]
- [http://www.akademienunion.de/_files/akademiejournal/2001-2/AKJ_2001-2-S-42-45_schmid.pdf Schmid, Wolfgang P.: Was Gewässernamen in Europa besagen] Kategorie:Ethnie

Muttersprache

Als Muttersprache bezeichnet man die in der frühen Kindheit ohne formalen Unterricht erlernte Sprache. Diese prägt sich in ihrer Lautgestalt und grammatischen Struktur so tief in das Bewusstsein ein, dass im Allgemeinen etwa ab der Pubertät keine andere Sprache mehr diesen Platz einnehmen kann. Jeder nicht an einer besonderen Sprachschwäche leidende Mensch erlernt in dieser Zeit die in seiner Umgebung vorherrschende Sprache in der gleichen Perfektion wie die vorherige Generation. Die Muttersprache verbindet sich eng mit mentalen Strukturen und der Begriffsbildung. Insofern ist es wichtig, dass Kinder sie komplett ausbilden. In den USA, aber auch in anderen Teilen der Welt, ist die Tendenz zu beobachten, jede Person, die über einigermaßen brauchbare Fremdsprachenkenntnisse verfügt, als "bilingual" beziehungsweise "multilingual" zu bezeichnen. Sprachenpolitisch kann dies als der Versuch gesehen werden, die tatsächliche Mehrsprachigkeit großer Bevölkerungsgruppen, die neben der Majoritätssprache eine andere Muttersprache sprechen als die der sie umgebenden sprachlichen Majorität, im Verhältnis zu der als idealisiert aufzufassenden und nur vorgestellten reinen und perfekten Einsprachigkeit aufzuwerten. In Deutschland trifft dies unter anderem auf die Migrantengruppen der Nachkriegszeit zu. Bilingual im strengeren Sinne heißt, dass die zweite Sprache mit gleicher hoher Kompetenz wie die Muttersprache gesprochen werden. Der Psychologe Stephen Pinker und der Linguist Noam Chomsky nehmen an, dass die Gehirnstruktur des jungen Menschen den Spracherwerb aktiv unterstützt. Diesen Ansatz erweitert Jerome Bruner um ein elterliches Spracherwerbsunterstützungssystem, das dazu führt, dass Interaktion mit Kleinkindern deren Lernen besonders anregt. Neuere Forschungen zeigen, dass der Spracherwerb auch ohne angeborene Gehirnstrukturen erklärbar ist (Konnektionismus, Kulturtheorien); der Neocortex zeigt eine hohe Plastizität in den frühen Jahren und das Kind ist in der Regel äußerst anregenden Lernumgebungen über lange Zeit ausgesetzt. Wichtig ist die Erkenntnis, dass andere Menschen über vergleichbare geistige Strukturen (Absichten, Zwecke) verfügen, die das Kind mit ihnen durch die Sprache teilen kann ("Theory of Mind", Kulturtheorie von Tomasello). Gemeinsame Praxis in größeren Gruppen scheint auch evolutionär Anlass zur Ausbildung der Sprache gewesen zu sein (Dunbar). Spezifischer Sprachmodule bedarf es nicht. Erkenntnissen des Neurowisenschaftlichen Instituts in La Jolla zufolge, soll die Musik eines Komponisten die Sprachmelodie seiner Muttersprache widerspiegeln. Die Muttersprache prägt nach diesem Forschungsergebnis also auch die Musik eines Landes. Unterscheidet sich etwa die Tonhöhe aufeinanderfolgender Silben in einer bestimmten Sprache stark, dann zeigt auch die Musik ausgeprägte Tonsprünge. Eine weitere Unterscheidung wird bisweilen bei Minderheitensprachen zwischen Muttersprache und Erstsprache getroffen.

Siehe auch


- Weltsprache
- Muttersprachler
- Erstsprache
- Zweitsprache
- Fremdsprache
- Muttersprachenprinzip in der Übersetzung
- Muttersprache (Anzahl der Sprecher)
- Sprache
- Sprachbildung Kategorie:Sprache Kategorie:Leseförderung ja:母語 simple:Mother tongue zh-min-nan:Bó-gí

Indogermanische Sprachfamilie

Die indogermanische Sprachfamilie, von der nicht deutschsprachigen Philologie eher als indoeuropäische Sprachfamilie bezeichnet, deren Vokabular Übereinstimmung bei Flexion, Numerus, Genus und Ablaut aufweist, ist die mittlerweile vor allem auf Grund der Kolonisation meistverbreitete Sprachfamilie auf der Welt mit mehr als 2,5 Mrd. Muttersprachlern.

Der Begriff „indogermanisch“

Bei der Bildung der Bezeichnung Indogermanisch im 19. Jahrhundert gingen die Sprachforscher von den beiden Sprachgruppen aus, die damals als die räumlich am weitesten voneinander entfernten angesehen wurden, d. h. der indischen im Osten und im Westen der germanischen Gruppe (mitsamt des Isländischen). Die keltischen Sprachen wurden damals aufgrund grammatikalischer Besonderheiten noch nicht als indogermanisch angesehen und das Tocharische weiter östlich wurde erst 1890 entdeckt. Die Bezeichnung Indogermanisch wurde im deutschen Sprachraum, der in dieser Forschungsdisziplin weltweit immer noch führend ist, beibehalten. In anderen Sprachen wird hingegen die Bezeichnung Indoeuropäisch (IE) verwendet. Der amerikanische Linguist Merritt Ruhlen benutzt die Bezeichnung Indo-Hethitisch, um eine vorgebliche Sonderstellung des Hethitischen bzw. der anatolischen Sprachgruppe innerhalb des Indogermanischen zu betonen. Ein solcher Stammbaum wird jedoch (zumindest in der weitreichenden Form) von den meisten anderen Forschern abgelehnt. Heute nehmen viele Forscher aber an, dass sich die anatolischen Sprachen tatsächlich als erste von der Ursprache abgespalten haben.

Ursprung und Entwicklung

Die indogermanischen Sprachen sind nach Meinung der Indogermanistik im linguistischen Sinne genetisch verwandt. Dass ihre Ähnlichkeit nur auf typologischer Angleichung nach Art eines Sprachbunds zustande kam, kann ausgeschlossen werden. Ende des 18. Jahrhunderts erkannte der englische Orientalist William Jones aus Ähnlichkeiten zwischen dem Sanskrit und einigen europäischen Sprachen wie Litauisch, dass es für diese Sprachen eine gemeinsame Wurzel gibt. Der Deutsche Franz Bopp brachte 1816 in seinem Buch Über das Konjugationssystem der Sanskritsprache in Vergleichung mit jenem der griechischen, lateinischen, persischen und germanischen Sprache den methodischen Beweis für die Verwandtschaft dieser Sprachen und gilt zumindest im deutschsprachigen Raum als Entdecker des Indogermanischen. Diese indogermanische Ursprache ließ sich sprachwissenschaftlich rekonstruieren, obwohl aus dieser Zeit keine Schriftdokumente vorliegen. Für die Sprachen, die auf das Indogermanische zurückgehen, lässt sich auf der Grundlage der Forschungsergebnisse des deutschen Linguisten August Schleicher ein „Stammbaum“ darstellen, der den Ursprung und die Verwandtschaftsstruktur dieser Sprachen wiedergibt. In diesem „Stammbaum“ gibt es sowohl gesicherte als auch spekulative Verzweigungen; letztere betreffen insbesondere ausgestorbene Sprachen, die keine Nachfolgesprachen hinterlassen haben. Schleicher versuchte das hypothetische Protoindogermanische zu rekonstruieren, indem er sich ursprünglicher Formen diverser indogermanischer Sprachen bediente. Daraus entstand eine Übersetzung der sog. indogermanischen Fabel „Das Schaf und die Pferde“ als „Avis akvasasca“. Man muss sich aber darüber im Klaren sein, dass solche Sprachrekonstruktion in der Regel zu Wortwurzeln einerseits und morphologischen und phonologischen Erscheinungen andererseits führen. Auch syntaktische Merkmale des Indogermanischen konnten mit Einschränkungen rekonstruiert werden. Eine Grundsprache im Sinne eines kommunikativen Verständnisses wird mit dieser Rekonstruktion jedoch nicht erreicht. Ausgehend von Wortstämmen, die allen indogermanischen Sprachen gemeinsam sind, wurde weiterhin in Zusammenarbeit mit der Archäologie versucht, das Ursprungsgebiet der Indogermanen zu bestimmen. Dabei wurden sowohl Ostanatolien, Gebiete nördlich des Schwarzen Meeres oder Südosteuropa vorgeschlagen. Von den zahlreichen Hypothesen über diese Urheimat der Indogermanen, beispielsweise Kurgan-These, Anatolien-These ist keine allgemein akzeptiert. Einige Wissenschaftler stellen den Migrationsmodellen die Konzeption eines ausgedehnten indogermanischen Sprachkontinuums gegenüber. Es ist sogar strittig, ob eine 'Urheimat' überhaupt definiert werden kann, weil schon deren Existenz nicht gesichert werden könne, geschweige denn eine auch nur mehr als vage zeitliche und räumliche Ansetzung möglich sei. Auch die Methodik der Glottochronologie liefert nur vermeintlich exakte Daten. Sie versucht an Hand einer Testliste von Begriffen, die in möglichst vielen Sprachen vorhanden sind, Verwandtschaftsbeziehungen von Sprachen festzustellen: je größer der Prozentsatz an als verwandt vermuteten Wörtern der Liste, desto enger seien die Sprachen verwandt. Unter der Hypothese einer konstanten Ersetzungsrate (früher für alle Sprachen, heute je Einzelsprache oder gar Einzelwort) wird der Verlust an gemeinsamem Wortbestand in einem belegbaren Zeitraum mit verschiedenen Methoden einfach zurückprojiziert. Daraus ergäbe sich dann automatisch der zeitliche Abstand der Trennung der Schwestersprachen. Kritisiert an dieser Methodik wird v. a. die Überzeugung, dass für die verschiedenen Stufen der Ausgliederung eine absolute Chronologie bestimmt werden könne. Dies gilt auch für die in der Presse stark beachtete Berechnung von Gray/Atkinson von der Universität Auckland (Neuseeland) aus dem Jahr 2003, die mit Computerprogrammen der Bioinformatik arbeitet. Wahrscheinlich lassen sich sprachliche Rekonstruktionen nur in der Zusammenarbeit von Sprachwissenschaft und Archäologie erarbeiten. Ob die Humangenetik dabei eine Rolle spielen kann, ist umstritten. Populationsgenetiker wie Luigi Cavalli-Sforza versuchen nachzuweisen, dass sich zwischen der genetischen Verwandtschaft auch weit auseinander lebender Bevölkerungsgruppen (z. B. Balten und Hindi) und sprachlicher Verwandtschaft Parallelen ziehen lassen. Vermutungen zu entfernter Verwandtschaft wurden zu beinahe allen Sprachen der Welt angestellt. Die engste Verwandtschaft wird auf Grund grammatisch-morphologischer Gemeinsamkeiten mit den uralischen Sprachen angenommen. Darüber hinaus wird eine lose Verwandtschaft mit unter anderem Afro-Asiatischen Sprachen, sowie mit den altaischen Sprachen angenommen und unter dem Begriff Nostratisch untersucht. Eine überholte Unterteilung der indogermanischen Sprachen erfolgte früher nach dem Zahlwort für „hundert", der erschlossenen Urform
- kmtom, siehe Kentumsprachen.

Untergruppen

Zu den indogermanischen Sprachen gehören die folgenden Gruppen lebender und ausgestorbener (†) Sprachen:
- Indogermanische Ursprache
  - Albanisch
  - Anatolische Sprachen
  - Armenisch
  - Baltische Sprachen
    - Ostbaltische Sprachen
    - Westbaltische Sprachen (Altpreußisch) †
  - Germanische Sprachen
    - Nordgermanische Sprachen
    - Ostgermanische Sprachen
    - Westgermanische Sprachen
  - Griechisch
  - Illyrisch
  - Indoiranische Sprachen
    - Indoarische Sprachen
    - Iranische Sprachen
  - Italische Sprachen
    - Latino-faliskische Sprachen (mit Latein und den romanischen Sprachen)
    - Oskisch-umbrische Sprachen
  - Keltische Sprachen
    - Festlandkeltische Sprachen
    - Inselkeltische Sprachen
  - Phrygisch
  - Slawische Sprachen
    - Ostslawische Sprachen
    - Westslawische Sprachen
    - Südslawische Sprachen
  - Thrakisch
  - Tocharisch
  - Venetisch

Verwandtschaftsverhältnisse

Schon oft wurde versucht, die eben genannten Untergruppen zu größeren Einheiten zusammenzufassen. Nur in seltenen Fällen konnten sich diese Theorien in der Fachwelt durchsetzen, so z. B. die Zusammenfassung der indoarischen und der iranischen Sprachen zu den "indoiranischen Sprachen". Erwogen wurden, um nur einige wenige Beispiele zu nennen, eine "balto-slawische" Sprachgruppe (balto-slawische Hypothese), die Abstammung des Albanischen vom Illyrischen, eine nähere Verwandtschaft zwischen den italischen und den keltischen Sprachen, die Zuordnung des Venetischen sowohl zum Illyrischen als auch zu den italischen Sprachen, eine "thrakisch-phrygische" Sprachgemeinschaft und vieles mehr. Da bisher keine dieser Theorien stichhaltig nachgewiesen werden konnte, wurde in der Liste oben darauf verzichtet, genauere Zuordnungen vorzunehmen, d. h. "Streitfälle" stehen oben als Einzelgruppen und ohne Hinweise auf vermutete Verwandtschaftsverhältnisse. Wer mehr dazu wissen will, kann sich in den Artikeln über die einzelnen Untergruppen genauer informieren.

Siehe auch


- Indogermanische Wortwurzeln
- Indogermanische Ursprache

Literatur


- Robert S. P. Beekes: Comparative Indo-European Linguistics. An Introduction, Benjamins, Amsterdam 1995, ISBN 1-55619-505-2
- Frederik Bodmer: Die Sprachen der Welt, Parkland-Verlag, Köln 1997, ISBN 3-88059-880-0 (Schlechte Populärwissenschaft mit zahllosen sehr ärgerlichen Fehlern bei allen behandelten Themen (nicht nur der Indogermanistik), im Großen ebenso wie im Détail. Untauglich.)
- Luigi Luca Cavalli-Sforza: Gene, Völker und Sprachen. Die biologischen Grundlagen unserer Zivilisation, dtv, München 2001, ISBN 3-423-33061-9
- Cowgill, Waren 1986 Indogermanische Grammatik, I: Einleitung; II: Lautlehre; begr. v. Jerzy Kuryłowicz, hrsg. v. Manfred Mayrhofer, (=Indogermanische Bibliothek: Reihe 1, Lehr- und Handbücher), Heidelberg: Winter.
- Delbrück, Bertold 1919 Einleitung in das Studium der indogermanischen Sprachen. Ein Beitrag zur Geschichte und Methodik der vergleichenden Sprachforschung, (=Bibliothek indogermanischer Grammatiken, IV). 6. Aufl. Leipzig: Breitkopf & Härtel - Beste Darstellung der Wissenschaftsgeschichte mit allen Details im frühen 19. Jh.
- Thomas W. Gamkrelidse, Wjatscheslaw Iwanow: Die Frühgeschichte der indoeuropäischen Sprachen, In: Spektrum der Wissenschaft. Dossier: Die Evolution der Sprachen, 1/2000, S. 50-57, ISSN 09477934
- Marija Gimbutas: The Kurgan Culture and the Indo-Europeanization of Europe. Selected Articles Form 1952 to 1993, Institute for the Study of Man, Washington 1997, ISBN 0-941694-56-9
- Marija Gimbutas: Das Ende Alteuropas. Der Einfall von Steppennomaden aus Südrussland und die Indogermanisierung Mitteleuropas, In: Archeolingua, Budapest 1994 (series minor, 6)
- Werner König: dtv-Atlas deutsche Sprache, 14. Auflage, dtv, München 2004, ISBN 3-423-03025-9
- James P. Mallory: In Search of the Indo-Europeans. Language, Archaeology and Myth, Thames & Hudson, London 1991, ISBN 0-500-27616-1
- James P. Mallory, D. Q. Adams (Hrsg.): Encyclopedia of Indo-European Culture, Fitzroy Dearborn, London 1997, ISBN 1-884964-98-2
- Michael Meier-Brügger: Indogermanische Sprachwissenschaft, 8. Auflage, Walter de Gruyter, Berlin 2002, ISBN 3-11-017243-7 (Ursprünglich von Hans Krahe. Gegenwärtig die umfassendste Darstellung, mit vorzüglicher Bibliographie zu sämtlichen Einzelthemen)
- Colin Renfrew: Die Indoeuropäer - aus archäologischer Sicht, In: Spektrum der Wissenschaft. Dossier: Die Evolution der Sprachen, 1/2000, S. 40-48, ISSN 09477934
- Colin Renfrew: Archaeology and Language. The Puzzle of Indo-European Origins, University Press, Cambridge 1995, ISBN 0-521-38675-6
- August Schleicher: Compendium der vergleichenden Grammatik der indogermanischen Sprachen, Böhlau, Weimar 1861/62, Nachdruck: Olms, Hildesheim 1974, ISBN 3-487-05382-9
- Reinhard Schmoeckel: Die Indoeuropäer, Bastei Lübbe, Bergisch Gladbach 1999, ISBN 3-404-64162-0
- Szemerényi, Oswald: Einführung in die vergleichende Sprachwissenschaft, wb Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt, 1989, ISSN 0724-5009, ISBN 3-534-04216-6. Sehr gute und umfangreiche wissenschaftliche Darstellung von Entwicklung und Verwandtschaftsverhältnissen der einzelnen indogermanischen Sprachen, referiert u. a. über die Entwicklung der Kasus, der Genus, der unterschiedlichen Konjugationen, des Lautsystems etc. Anfängern ist es allerdings nicht zu empfehlen.
- Eva Tichy: Indogermanistisches Grundwissen, Hempen Verlag, Bremen 2000, ISBN 3-934106-14-5 (Augenblicklich beste Einführung, nicht nur für Studierende. Im Gegensatz zu Meier-Brügger kein Abschnitt zur Syntax, aber ausführliche Diskussion der Entstehung des Systems der drei grammatischen Geschlechter, insbesondere des Femininums, im Indogermanischen. - Reiche weiterführende Literaturangaben. Als Leitfaden fürs (Selbst-)Studium bestens geeignet.)

Weblinks


- http://pages.unibas.ch/klaphil/idg/texte/ie.html - Indogermanisch oder Indoeuropäisch?
- http://www.zeit.de/archiv/2001/51/200151_sprachgen.xml - Wie Gene die Lippen spitzen
- http://www.civisdigitalis.de/em/info/archive_article.asp?article=121003 - Das große Rätsel der indoeuropäischen Sprache – neuer Disput um Alter und Herkunft
- http://static.unilang.org/resources/other/languagefamily_ie.jpg - Stammbaum der indogermanischen Sprachfamilie
- http://www.dabis.at/Anwender.htm/Alscher/contents.htm - The Ergativic Stage of Early Proto-Indoeuropean - Written by Hans-Joachim Alscher Kategorie:Sprachfamilie ja:インド・ヨーロッパ語族 zh-cn:印欧语系

Sprachforschung

Sprachwissenschaft ist ein Sammelbegriff für alle Wissenschaften die in irgendeiner Form Sprache untersuchen. Sie ist ein Teilgebiet der Semiotik. Die Bezeichnung Linguistik wird vielfach synonym verwendet, im strengen Sinne ist Linguistik jedoch die Allgemeine Linguistik, und nur ein Teilgebiet der Sprachwissenschaft.

Teilgebiete


- Allgemeine Linguistik, die Untersuchung von Sprache als abstraktes System
- Graphemik, die wissenschaftliche Untersuchung von Schrift als Sprachsystem
- Lexikologie, die Lehre von den Strukturierungen im Wortschatz
- Dialektologie, die Lehre von Dialekten
- Philologie, die sprach-, literatur- und kulturwissenschaftliche Untersuchung einzelner Sprachen
- Interlinguistik, die Untersuchung der internationalen Kommunikation, Sprachpolitik und den Plansprachen
- Paläolinguistik, die Untersuchung der Entstehung menschlicher Sprache
- Sprachphilosophie, die philosophische Betrachtung von Sprache und ihrer Verwendung
- Vergleichende Sprachwissenschaft, die vergleichende Untersuchung von Sprachen
  - Kontrastive Linguistik, die synchron-vergleichende Untersuchung von Sprachen
  - Historische Linguistik, die diachron-vergleichende Untersuchung von Sprachen
- Korpuslinguistik

Verwandte Wissenschaften


- Medienwissenschaft
- Kommunikationswissenschaft

Bekannte Sprachwissenschaftler (Auswahl)


- Ivar Aasen, begründete die neunorwegische Schriftsprache Landsmål (heute Nynorsk)
- Karl Bühler
- August Ferdinand Bernhardi
- Jacob Grimm & Wilhelm Grimm sind die Begründer der Deutschen Philologie
- Gustave Guillaume
- Wilhelm von Humboldt hat die Vergleichende Sprachwissenschaft begründet
- Antoine Meillet beschäftigte sich mit den indoeuropäischen Sprachen
- Ferdinand de Saussure gilt als Begründer des Strukturalismus und prägte den zweiseitigen Zeichenbegriff
- August Schleicher gilt als Begründer der Stammbaumtheorie in der vergleichenden Sprachforschung
- Johannes Schmidt gilt als Begründer der Wellentheorie

Weiterführende Angaben

Siehe auch

Portal:Sprache, Kommunikationswissenschaft, Relator, Sprachphilosophie, Konkomitanz

Weblinks


- [http://www.uni-duisburg-essen.de/germanistik/ E-Learning und Germanistik] (Webangebot der Germanistik der Universität Duisburg-Essen mit zahlreichen E-Learning-Kursen. Hier ist u.a. auch das Webangebot von Linse (Linguistik Server Essen) angesiedelt.)
- [http://www.wissenschaft-online.de/abo/ticker/771860 Es werde Wort – und zwar schnell!] Ein Bericht über die „rasante Entwicklung von Sprache"
- [http://www.wissenschaft.de/wissen/news/249202.html Mathe ist sprachlos – Zum Erfassen mathematischer Prinzipien ist Sprache nicht notwendig.] Bericht in www.wissenschaft.de über eine Publikation im PNAS

Literatur


- Hadumod Bußmann: Lexikon der Sprachwissenschaft. Kröner, Stuttgart, ISBN 3-520-45202-2.
- Csaba Földes: Interkulturelle Linguistik. Vorüberlegungen zu Konzepten, Problemen und Desiderata. Veszprém: Universitätsverlag/Wien: Ed. Praesens 2003 (Studia Germanica Universitatis Vesprimiensis, Supplement; 1). ISBN 3-7069-0230-3 und ISBN 963-9495-20-4.
- Ludger Hoffmann: Sprachwissenschaft: Ein Reader. de Gruyter, 2000. ISBN 3-11-016896-0.
- George Yule: The study of language. Cambridge University Press, 1996. ISBN 0-521-56851-X.
- Peter Koch: Wozu Linguistik? In: Florian Keisinger u. a. (Hrsg.): Wozu Geisteswissenschaften? Kontroverse Argumente für eine überfällige Debatte, Frankfurt a. M./New York 2003 Kategorie:Semiotik Kategorie:Sprache ! fiu-vro:Keeletiidüs ja:言語学 ko:언어학 th:ภาษาศาสตร์ zh-min-nan:Gí-giân-ha̍k

18. Jahrhundert

Das 18. Jahrhundert begann am 1. Januar 1701 und endete am 31. Dezember 1800. Es zählt zur Epoche der Neuzeit, gilt im Rahmen der europäischen Geschichte als eine Krönung der Aufklärung - man spricht auch von der Zeit der Spätaufklärung. Nachdem bereits seit der Renaissance und vermehrt im 17. Jahrhundert Forscher und Denker wie Galilei, Newton und Descartes Grundlagen geschaffen hatten, entwickelte sich die neuzeitliche Wissenschaft weiter, gab der Landwirtschaft und Warenproduktion (Manufaktur/ früher Industrialismus) neue Impulse, Ursprünge moderner Wirtschaftswissenschaft wurden erarbeitet - durch Adam Smith z. B. In Begleitung von Voltaire und Jean-Jacques Rousseau kam es auch zum Aufblühen einer Philosophie der Aufklärung. Neue Projekte wie die Enzyklopädie (Denis Diderot u. a.) bargen neben rein sachlichen Wissenssammlungen auch brisante Inhalte, beeinflussten die späteren politischen Revolutionen des Jahrhunderts. In Deutschland kam ein neues Durchsetzungskraft des Mittelstandes z. B. in den Werken Gotthold Ephraim Lessings zum Ausdruck. Mit der Aufklärung erweiterten auch die Vertreterinnen der Frauenemanzipation ihr Wirkungsfeld (Mary Wollstonecraft u. a.).

Ereignisse/Entwicklungen


- Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika
- Französische Revolution 1789
- Gründung der Zulu-Nation
- Die Aufklärung
- In London entwickelt sich anfangs Jahrhundert eine florierende Wertpapierbörse
- Wissenschaftliche Entdeckungen und Frühphase der Industriellen Revolution.
- Die Kleine Eiszeit (1500-1850) erreicht um 1750 ihren Höhepunkt.
- Die Parlamente von Schottland und England bilden das Vereinigte Königreich von Großbritannien
- James Cook umrundet die Welt in den 1770ern.
- Beginn der europäischen Besiedlung Australiens 1788.
- Napoleonische Truppen entdecken 1799 den Stein von Rosetta.
- Wars of Empire zwischen Großbritannien, Frankreich, Spanien, Österreich.
  - siehe auch Spanischer Erbfolgekrieg 1701-1714 (engl. Queen Anne's War), Österreichischer Erbfolgekrieg, War of Jenkins Ear, Siebenjähriger Krieg (engl. French and Indian War). Besiegelt den Aufstieg Großbritanniens zur Großmacht.

Persönlichkeiten


- James Watt, schottischer Erfinder.
- Johann Sebastian Bach, Komponist
- Canaletto, italienischer Maler
- James Cook, englischer Entdecker
- Denis Diderot, französischer Schriftsteller und Philosoph
- Leonhard Euler, schweizer Mathematiker
- Henry Fielding, englischer Schriftsteller
- Benjamin Franklin, amerikanischer Erfinder und Diplomat
- Friedrich II. von Preußen, König
- Thomas Gainsborough, englischer Maler
- Johann Wolfgang von Goethe, Dichter, Naturwissenschaftler, Kunsttheoretiker und Staatsmann
- Oliver Goldsmith, englischer Schriftsteller
- Thomas Gray, englischer Dichter
- Joseph Haydn, Komponist
- William Hogarth, englischer Maler
- David Hume, schottischer Philosoph
- Thomas Jefferson, amerikanischer Politiker
- Immanuel Kant, deutscher Philosoph
- Angelika Kauffmann, schweizerische Malerin
- Katharina II. (genannt: Katharina die Große)
- Gotthold Ephraim Lessing, deutscher Schriftsteller
- Georg Christoph Lichtenberg, deutscher Aphorist
- Michail Lomonossow, russischer Universalgelehrte
- Anton Raphael Mengs, deutscher Maler
- Wolfgang Amadeus Mozart, Komponist
- Isaac Newton, englischer Physiker
- Joshua Reynolds, englischer Maler
- Jean-Jacques Rousseau, französischer Schriftsteller und Philosoph
- Friedrich Schiller, deutscher Dichter und Schriftsteller
- Laurence Sterne, englischer Schriftsteller
- Alexander Suworow, russischer Feldmarschall
- Jonathan Swift, irischer Schriftsteller
- Bertel Thorvaldsen, dänischer Bildhauer
- Giovanni Battista Tiepolo, italienischer Maler
- Voltaire, französischer Schriftsteller und Philosoph
- Johann Philipp Lorenz Withof, Dichter und Philosoph, Verfasser philosophischer Lehrgedichte
- Maria Theresia, Erzherzogin von Österreich, Königin Ungarns und Böhmens
- Christian Wolff, Universalgelehrter, Philosoph, Jurist und Mathematiker

Erfindungen und Entdeckungen


- Cotton Gin von Eli Whitney
- John Harrisons Chronometer löst das Längenproblem der Navigation der Seefahrt
- Verbesserte Dampfmaschinen durch Thomas Newcomen und James Watt
- Dampfboot
- Dampfwagen
- Heißluftballon
- Fallschirm
- optischer Telegraph
- Blitzableiter
- Kreissäge
- Steindruck / Lithographie
- Impfung
- Quecksilberthermometer
- diverse Innovationen der Textilindustrie, u. a. programmierbare Webstühle 01-18 ! ja:18世紀 ko:18세기

Europa

Europa ist das westliche Fünftel der eurasischen Landmasse und wird von Europäern üblicherweise als eigenständiger Kontinent betrachtet, obwohl es eigentlich ein Subkontinent ist. Insgesamt hat Europa eine Fläche von 8,327 Millionen Quadratkilometern, was Europa nach Australien zum zweitkleinsten Kontinent macht. Dennoch besitzt Europa mit rund 730 Millionen Einwohnern die drittgrößte Bevölkerung aller Kontinente. Die Ausdehnung erstreckt sich von der Nordsee und dem Atlantischen Ozean im Westen bis zum Ural im Osten. Ural

Geographie

Europa hat eine Fläche von 8,327.000 km² und eine Küstenlänge von 37.200 km. Der nördlichste Punkt des Kontinents liegt bei ca. 71,2° n. Br. in Knivskjelodden, Norwegen, der südlichste Punkt in Tarifa im Süden Spaniens. Damit beträgt die Nord-Süd Ausdehnung ca. 3.800 Kilometer. Von Ost nach West erstreckt sich die Landmasse Europas vom Uralgebirge in Russland bis zur Atlantikküste Portugals, was ca. 6.000 Kilometer West-Ost Ausdehnung bedeutet. Insgesamt ist Europa stark zergliedert. Es beinhaltet einige größere Halbinseln, wie die Iberische Halbinsel, die Apenninhalbinsel, die Skandinavische Halbinsel und die Balkanhalbinsel, sowie viele weitere, kleinere Halbinseln wie Bretagne und Jütland. Außerdem gibt es noch eine Vielzahl von Inseln, die größten sind die Britischen Inseln, Island, Sardinien und Sizilien. Sizilien Im Norden grenzt Europa an einzelne Randmeere des Nordpolarmeeres wie die Barentssee und das Europäische Nordmeer. Obwohl sich die Nebenmeere Nord- und Ostsee streng genommen innerhalb des Kontinents befinden, wird die Nordsee auch als seewärtige Grenze angesehen. Im Südosten grenzt Europa an das Kaspische Meer, im Süden an das Schwarze Meer und an das Mittelmeer, und im Westen an den Atlantischen Ozean. Der höchste Punkt des Kontinents liegt je nach Definition der "Grenzen" Europas entweder im nördlichen Kaukasus in Russland (Elbrus (5.642 Meter)) oder aber in den Alpen zwischen Frankreich und Italien (Montblanc (4.808 Meter)). Der niedrigste Punkt Europas liegt mit 28 Metern unter dem Meeresspiegel an der Nordküste des Kaspischen Meeres. Siehe auch: Mittelpunkt Europas

Innereurasische Grenze

Das Ural-Gebirge, der Ural-Fluss, das Kaspische Meer, die Manytschniederung nördlich des Kaukasus, das Schwarze Meer sowie Bosporus, Marmarameer und Dardanellen bilden unter anderem die Grenze zwischen Europa und Asien. Siehe auch: Innereurasische Grenze

Untergliederung


- Nordeuropa
  - Nordwesteuropa
  - Nordosteuropa
- Mitteleuropa
  - Ostmitteleuropa
- Osteuropa
- Südeuropa
  - Südosteuropa
- Westeuropa

Flüsse

Westeuropa Die längsten Flüsse Europas (über 1.000 km) sind: #Wolga (3.531 km) #Donau (2.850 km) #Ural (2.428 km) (an der "innereurasischen" Grenze) #Dnjepr (2.200 km) #Don (1.870 km) #Petschora (1.809 km) #Kama (1.805 km) #Oka (1.500 km) #Belaja (1.430 km) #Dnjestr (1.352 km) #Rhein (1.320 km) #Wjatka (1.314 km) #Elbe (1.165 km) #Desna (1.130 km) #Weichsel (1.047 km) #Düna (1.020 km) #Loire (1.020 km) #Choper (1.010 km) #Tajo (1.007 km) Siehe auch: Liste europäischer Flüsse, Die längsten Flüsse der Erde

Berge

Die höchsten Berge in Europa sind: #Elbrus (5.642 m), Russland, Kaukasus (umstritten, weil innereurasische Grenze unterschiedlich festgelegt ist) #Dykh Tau (5.203 m), Russland, Kaukasus (umstritten) #Rustaveli (5.201 m), Georgien, Kaukasus (umstritten) #Koshtan Tau (5.150 m), Russland, Kaukasus (umstritten) #Pushkin (5.100 m), Russland, Kaukasus (umstritten) #Shkhara (5.068 m), Russland/Georgien, Kaukasus (umstritten) #Kazbek (5.047 m), Russland/Georgien, Kaukasus (umstritten) #Mizhirgi (5.025 m), Russland, Kaukasus (umstritten) #Katyn (4.974 m), Russland, Kaukasus (umstritten) #Shota Rustaveli (4.960 m), Russland, Kaukasus (umstritten) #Borovikovs topp (4.888 m), Russland, Kaukasus (umstritten) #Mont Blanc (4.808 m; mit Eiskappe), Grenze Frankreich-Italien, Alpen #Dufourspitze (4.634 m; Monte-Rosa-Massiv), Grenze Schweiz-Italien, Alpen #Dom (4.545 m), Schweiz, Alpen #Weisshorn (4.505 m), Schweiz, Alpen #Lyskamm (4.480 m), Grenze Schweiz-Italien, Alpen #Matterhorn (4.478 m), Grenze Schweiz-Italien, Alpen #Dent Blanche (4.357 m), Schweiz, Alpen #Finsteraarhorn (4.274 m), Schweiz, Alpen #Zinalrothorn (4.221 m), Schweiz, Alpen #Alphubel (4.206 m), Schweiz, Alpen #Rimpfischhorn (4.199 m), Schweiz, Alpen #Aletschhorn (4.192 m), Schweiz, Alpen #Dent d'Hérens (4.171 m), Grenze Schweiz-Italien, Alpen #Breithorn (4.164 m), Grenze Schweiz-Italien, Alpen #Jungfrau (4.158 m), Schweiz, Alpen #Mönch (4.107 m), Schweiz, Alpen #Ecrins (4.101 m), Frankreich, Alpen #Schreckhorn (4.078 m), Schweiz, Alpen #Gran Paradiso (4.061 m), Italien, Alpen #Großes Fiescherhorn (4.049 m), Schweiz, Alpen #Piz Bernina (4.049 m), Grenze Schweiz-Italien, Alpen #Weissmies (4.023 m), Grenze Schweiz-Italien, Alpen #Ortler (3.905), Italien, Alpen Die bekanntesten Vulkane in Europa sind:
- Ätna (italien. Etna) (veränderlich um 3.370-3.400 m), Sizilien, Italien
- Hvannadalshnjúkur (2.119 m, unter dem Vatnajökull), höchster Berg auf Island
- Grímsvötn (1.725 m; unter dem Vatnajökull), Island
- Herðubreið (1.682 m, unter dem Vatnajökull), Island
- Vesuv(io) (ca. 1.200 m), Italien
- Stromboli (ca. 926 m), vulkanische Insel, Italien
- Santorini (Σαντορίνη) (575 m), vulkanische Insel, Griechenland

Klima

Der Kontinent liegt hauptsächlich in den gemäßigten Breiten. Das Klima ist in Europa im Vergleich mit Gebieten gleicher geographischer Breite in anderen Erdteilen wegen des Einflusses des relativ warmen Golfstroms milder. Die durchschnittliche Jahrestemperatur von Neapel beträgt beispielsweise 16 °C, während das auf nahezu gleicher Breite liegende New York 12 °C erreicht. Schwankungen der Temperatur innerhalb eines Jahres sind in den größten Teilen des Erdteils relativ gering. Kühlen Winter stehen milde Sommer gegenüber. Nur in Gebieten, die weit vom Meer, also auch von dessen klimatisch ausgleichenden Einfluss entfernt liegen, sind die Temperaturunterschiede in verschiedenen Jahreszeiten stärker. In größten Teilen Osteuropas ist das Klima durch das Fehlen des Meeres in unmittelbarer Nähe vorwiegend kontinental geprägt. Kalte Winter und heiße Sommer sind in diesen Regionen vorherrschend. Durch die Erdrotation und der damit verbundenen ablenkenden Kraft kommen Winde hauptsächlich aus westlicher Richtung. Da in den Küstengebieten Westeuropas deswegen Winde vornehmlich vom Atlantischen Ozean wehen, kommt es fast ganzjährig zu Regen. In Ost-und Mitteleuropa ist die Niederschlagsmenge dagegen vergleichsweise gering, da wiederum der Einfluss des Meeres auf diese Regionen zu gering ausfällt. Hochgebirge können die Niederschlagsmenge ebenfalls stark beeinflussen. So ist der mittlere Jahresniederschlag nördlich der Alpen deutlich geringer als südlich. Die Alpen wirken in diesem Fall als Barriere, durch den es nur wenige Regenfronten schaffen durchzudringen. In Gebieten nahe des Mittelmeers herrscht überwiegend mediterranes Klima, das heißt trockene und heiße Sommer, während es im Winter mild und feucht ist. Im Sommer gibt es vorwiegend Winde aus nördlicher Richtung, im Winter bringen westliche Winde aus Richtung des Atlantischen Ozeans dagegen häufigen Niederschlag mit. Im Norden Europas herrscht arktisches Klima, im Südosten an der Wolga dagegen Kontinentalklima mit heißen Sommern und geringem Niederschlag.

Bevölkerung

Europa hat mit ca. 730 Millionen Einwohnern nach Asien und Afrika die drittgrößte Bevölkerungszahl aller Kontinente und gehört zu den dichter besiedelten Teilen der Erde. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte beträgt 66/km². Vor allem in West-, Mittel- und Südeuropa ist die Bevölkerungsdichte relativ hoch, während sie weiter nach Norden und Osten stark abnimmt.

Sprachen

Mehr als 90 Prozent der Einwohner Europas sprechen indogermanische Sprachen. Am weitesten verbreitet sind slawische, germanische und romanische Sprachen. Auch Griechisch, Albanisch, die baltischen und keltischen Sprachen, sowie das Romani zählen zu den indogermanischen Sprachen. Die uralischen Sprachen stellen die zweitgrößte Sprachfamilie Europas dar. Sie unterteilen sich weiter in die samojedischen Sprachen, die von einigen wenigen Tausend im Menschen im äußersten Nordosten Europas gesprochen werden, und in die finno-ugrischen Sprachen. Hierzu zählen vor allem Finnisch, Ungarisch, Estnisch als Amtssprachen, ferner die in Lappland gesprochenen samischen Sprachen und einige Minderheitensprachen, vor allem in Russland. Im europäischen Teil der Türkei ist mit Türkisch eine altaische Sprache Amts- und Titularsprache. Andere Turksprachen sind als Minderheitensprachen in Ost- und Südosteuropa verbreitet, so etwa das Gagausische und das Tatarische. Mit Kalmückisch wird am Ostrand des Kontinents auch eine Sprache des mongolischen Zweigs der Altaisprachen in Europa gesprochen. Mit Maltesisch ist auf der Insel Malta zudem eine Sprache des semitischen Zweigs der afroasiatischen Sprachen Amtssprache. Die in Spanien und Frankreich gesprochene baskische Sprache wird keiner größeren Sprachfamilie zugerechnet, ihr Ursprung konnte durch die moderne Sprachwissenschaft nicht rekonstruiert werden und ist nach wie vor unbekannt. Darüber hinaus werden heute in Europa zahlreiche weitere Sprachen aus anderen Sprachfamilien gesprochen, die durch Einwanderer in jüngerer Zeit hierher gelangt sind. Am gebräuchlichsten in Europa ist das lateinische Alphabet, gefolgt von dem kyrillischen Alphabet (in Russland, Weißrussland, der Ukraine, Bulgarien, Serbien, Mazedonien und Teilen Montenegros) und dem griechischen Alphabet. Siehe auch: Liste von Sprachen in Europa, Minderheitensprachen in der Europäischen Union, Amtssprachen der Europäischen Union

Religionen

Ca. 75% der Europäer sind Christen (vor allem katholisch, protestantisch, orthodox). 7 % sind Muslime (vor allem in Südosteuropa sowie Einwanderer aus islamischen Ländern in England, Frankreich, Deutschland, Italien), außerdem gibt es Juden sowie eine größere Zahl von in jüngerer Zeit aus anderen Teilen der Welt nach Europa gekommener oder neu entstandenener Religionen. Ca. 18 % der Europäer sind konfessionslos, besonders in den Städten und den ehemals kommunistischen Ländern im Osten, zum Teil aber auch in Deutschland. Das Christentum erreichte Europa erstmals im 1. Jahrhundert nach Chr. Der Islam breitete sich im 8. Jahrhundert auf der Iberischen Halbinsel, wurde aber im Zuge der "Reconquista" vom 13. bis zum 15. Jahrhundert wieder verdrängt. Europäer verbreiteten das Christentum durch Einwanderung und Mission in Amerika, Australien und in geringerem Maße auch auf anderen Kontinenten (Teile Südostasiens, Afrikas und Ozeaniens). Heute ist Europa weitgehend säkularisiert.

Städte und Metropolen

Ozeanien Lissabon war eine der ersten kosmopolitischen Metropolen der Welt, da sie in Zeiten des Imperialismus Zentrum eines großen Kolonialreiches war. Noch 1950 befanden sich vier Städte der heutigen Europäischen Union unter den zwanzig größten der Welt, seitdem wachsen die europäischen Städte kaum noch, verlieren teilweise an Einwohnerzahlen. Diese vier größten EU-Städte waren London auf dem zweiten Platz hinter New York, Paris auf dem vierten Platz hinter Tokio, Mailand und Neapel belegten noch Platz 13 bzw. 19. Doch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts holten die Städte der restlichen Welt, besonders die der Entwicklungsländer, z. B. Mexiko-Stadt, Manila oder São Paulo, bei den Einwohnerzahlen auf und führen jetzt die Tabelle der Welt an. Problematisch beim Vergleich der Metropolen ist die in Deutschland übliche Abgrenzung anhand der Gemeindegrenzen, da andere Staaten dies in ihren Statistiken nicht tun (z.B. USA, Frankreich, Australien, Großbritannien). Daher fehlen in der unteren Auflistung der Metropolen polyzentrische Stadtregionen wie Rhein-Ruhr und Rhein-Main in Deutschland oder das oberschlesische Industriegebiet in Polen. Die europäischen Hauptstädte finden sich in der Liste der Hauptstädte der Welt. Entfernungen verschiedener europäischer Städte (Alle Messungen sind in Luftlinie angegeben):
- Amsterdam (NL) – Warschau (PL), ca. 1.100 km
- Helsinki (FIN) – Rom (I), ca. 2.200 km
- Belgrad (SCG) – Dublin (IRL), ca. 2.150 km
- Edinburgh (GB) – Hamburg (D), ca. 900 km
- Istanbul (TR) – Lissabon (P), ca. 3.200 km
- Sagres (P) – Ust Kara (RUS), ca. 5.580 km
- Wien (A) – Bratislava (SK), ca. 60 km

Kultur und Bildung

In allen Staaten Europas gibt es eine Schulpflicht oder mindestens eine Bildungspflicht, die oft vom 6. oder 7. bis zum 15. oder 16. Lebensjahr dauert. Die Grundschulzeit beträgt vier bis fünf Jahre in den meisten, sieben oder acht Jahre in den wenigsten Ländern. Danach folgt meist eine weiterführende Schule, die auch verschiedene Schultypen und -arten umfassen kann. Die Analphabetenrate ist in fast allen Ländern durch verschiedene Förderungen des Bildungssystems sehr niedrig. In vielen Ländern gibt es außerdem sehr renommierte Hochschulen und Universitäten, teilweise auch mit bestimmten fachlichen Schwerpunkten. Bildhauerei, Malerei, Literatur, Architektur und Musik haben in Europa eine lange Tradition. Viele Städte, wie beispielsweise Paris, Rom, Berlin und Moskau werden heute als kulturelle Zentren betrachtet. Außerdem besitzen viele Städte wichtige Theater, Museen, Orchester und weitere bedeutende Einrichtungen.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Europas Für den Menschen war Europa erst die dritte Wahl. Vor etwa 800.000 Jahren soll die Besiedlung durch den Homo antecessor begonnen haben, etwa eine halbe Million Jahre, nachdem Ostasien von Afrika aus besiedelt worden war. Während die Entwicklung des Homo sapiens in Afrika ablief, war Europa die Domäne von Homo heidelbergensis und Homo neanderthalensis. Trotz - oder vielleicht auch wegen - der widrigen Bedingungen durch die Eiszeit sollen diese Menschen vor etwa 100.000 Jahren angefangen haben, die Kultur der Altsteinzeit zu verfeinern. Mit der Jungsteinzeit und der Bronzezeit begann in Europa eine lange Geschichte großer kultureller und wirtschaftlicher Errungenschaften, zunächst im Mittelmeerraum, dann auch im Norden und Osten. Besonders die griechische Kultur, das Römische Reich und das Christentum hinterließen ihre Spuren bis heute. In der späteren Antike vereinigte das Römische Reich erstmals das gesamte südliche Europa zusammen mit den anderen Küstenländern des Mittelmeeres in einem Großreich. Im Römischen Reich konnte sich die neue Religion des Christentums schnell ausbreiten. Trotz aller Verfolgungen wurde das Christentum unter Kaiser Konstantin I. Staatsreligion und wirkt bis heute fort. Das Mittelalter war geprägt von der Konkurrenz zwischen dem neuen römischen Kaiser im Westen und dem alten römischen Kaiser in Byzanz, auf deren beiden Einflussspären die Spaltung in ein westliches und östliches Europa zurückgeht. Missionare verbreiteten das Christentum über Nord- und Osteuropa, so dass ganz Europa christlich wurde. Im westlichen Europa gab es Auseinandersetzungen zwischen von Kaiser und Papst um die Vorherrschaft. Die Reformation im 16. Jahrhundert spaltete die Kirche in einen katholischen und evangelischen Teil. Religionskriege waren die Folge. 1618 bis 1648 verwüstete der Dreißigjährige Krieg weite Teile Mitteleuropas. Seit dem 15. Jahrhundert bauten europäische Nationen (besonders Spanien, Portugal, Russland, die Niederlande, Frankreich und das Vereinigte Königreich) koloniale Imperien mit großen Besitztümern in Afrika, Amerika und Asien. Europa ist der Kontinent, der die anderen Erdteile am meisten beeinflusst hat (zum Beispiel durch christliche Missionierung, Kolonien, Sklavenhandel, Warenaustausch und Kultur). Im 18. Jahrhundert setzte die Bewegung der Aufklärung neue Akzente und forderte Toleranz, die Achtung der Menschenwürde, Gleichheit und Freiheit. 1789 kam durch die Französische Revolution zum ersten Mal das Bürgertum an die Macht. Im frühen 19. Jahrhundert musste sich halb Europa nach dem Willen des französischen Kaisers Napoleon richten, bis er 1812 in Russland ein Fiasko erlebte. Die Industrialisierung begann in Teilen Europas im 18. Jahrhundert und veränderte rasant den Alltag breiter Bevölkerungsschichten. Als Folge der Verarmung der Arbeiter entstand im 19. Jahrhundert die Kommunistische Bewegung. Daneben war das 19. Jahrhundert stark bestimmt vom Gedanken der Demokratie, vom Reaktionismus und vom Imperialismus. Sowohl der Erste Weltkrieg (1914 bis 1918) als auch der Zweite Weltkrieg (1939 bis 1945) brachen in Europa aus und richteten riesige Zerstörungen an. Nach dem Zweiten Weltkrieg und im Kalten Krieg war Europa in zwei große politisch-ökonomische Blöcke geteilt: pseudo-sozialistische Nationen in Osteuropa und kapitalistische Nationen in Westeuropa. Man sprach auch vom Eisernen Vorhang, der die Staaten Europas voneinander trennte. Erst Perestroika und Glasnost führten in der Sowjetunion Mitte der 1980er Jahre zu einem politischen Kurswechsel. 1989 brach der Ostblock auf, die Berliner Mauer fiel, und die Sowjetunion und der Warschauer Pakt lösten sich auf. Seit den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wachsen die Kulturen Europas verstärkt zusammen, was sich zum einen durch Institutionen wie die EU, aber auch durch die Bevölkerungs- und Wirtschaftsschwerpunkte zeigt (siehe auch Blaue Banane). Siehe auch: Wiege Europas, Alteuropa

Politik

Europäische politische Organisationen

In der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde als erste gemeinsame europäische Institution der Europarat gegründet, der nach Ende des Ost-West-Konfliktes 47 Staaten umfasst. Ebenfalls von großer Bedeutung ist die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), die 1975 als Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbei in Europa (KSZE) damals blockübergreifend gegründet wurde, und der neben europäischen Ländern auch die USA und Kanada angehören. Wer im politischen Sinne von "Europa" spricht, meint aber meist die Europäische Union (EU) oder ihre Vorläufer: 1951 schlossen sich Belgien, die Niederlande, Luxemburg, Deutschland, Italien und Frankreich zur Montanunion bzw. EGKS (Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl) zusammen. Der Versuch, eine Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG) sowie eine Europäische Politische Gemeinschaft (EPG) zu gründen, scheiterte 1954 an der französischen Nationalversammlung. Daraufhin wurden 1957 mit den Römischen Verträgen die Europäische Atomgemeinschaft (Euratom) sowie die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) gegründet. Der Sammelbegriff Europäische Gemeinschaften (für EGKS, Euratom und EWG) wurde im alltäglichen Sprachgebrauch mehr und mehr durch den Singular Europäische Gemeinschaft verdrängt. Mit dem Maastrichter Vertrag wurde schließlich die die alten Gemeinschaften und Kooperationsformen überwölbende Europäische Union gegründet. Ein Großteil der Mitgliedsländer der ebenfalls in den 50er Jahren gegründeten EFTA (European Free Trade Association) ist mittlerweile in die EG/EU übergetreten - die verbliebene EFTA ist ihr über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) eng verbunden. Nach der Erweiterung der EU um Polen, Tschechien, Ungarn, die Slowakei, Estland, Lettland, Litauen, Slowenien, Malta und Zypern im Jahre 2004 zählt diese 25 Mitglieder. Siehe auch: Europäisches Parlament, NATO, Europawahl, Politische Architektur Europas

Staaten in Europa

Politische Architektur Europas
- Albanien
- Andorra
- Belgien
- Bosnien und Herzegowina
- Bulgarien
- Dänemark (einschließlich der autonomen Färöer; das ebenfalls autonome Grönland ist geografisch Teil Nordamerikas)
- Deutschland
- Estland
- Finnland (mit den staatliche Besonderheiten aufweisenden Ålandinseln)
- Frankreich (mit Ausnahme der überseeischen Territorien in Nord- und Südamerika, Afrika, Ozeanien)
- Griechenland (einschließlich der souveränen Mönchsrepublik Athos)
- Großbritannien und Nordirland (einschließlich der direkt der Krone unterstehenden Insel Man und der Kanalinseln sowie des Überseegebietes Gibraltar)
- Irland
- Island (liegt geografisch auf dem mittelatlantischen Rücken)
- Italien
- Kroatien
- Lettland
- Liechtenstein
- Litauen
- Luxemburg
- Malta
- Mazedonien
- Moldawien
- Monaco
- Niederlande
- Norwegen
- Österreich
- Polen
- Portugal (mit Ausnahme des näher an Nordafrika liegenden Madeira und der auf dem mittelatlantischen Rücken liegenden Azoren)
- Rumänien
- Russland (ein Viertel der Landmasse in Europa, dies ist das historische Kernland Russlands mit 75 % seiner Bevölkerung)
- San Marino
- Schweden
- Schweiz
- Serbien und Montenegro (Staatenbund aus Serbien und Montenegro)
- Slowakei
- Slowenien
- Spanien (mit Ausnahme der spanischen Plazas de soberanía und der Kanarischen Inseln in Nordafrika)
- Tschechien
- Ukraine
- Ungarn
- Vatikanstadt
- Weißrussland Siehe auch: Liste europäischer Nachbarstaaten

Folgende Staaten liegen mit weniger als 5% ihrer Landfläche in Europa


- Kasachstan (nur ein sehr kleiner Teil der Landfläche liegt in Europa, der Rest in Asien; bei Sportveranstaltungen wird Kasachstan gelegentlich Europa zugerechnet)
- Türkei (nur 3% der Fläche liegt geographisch in Europa, der Rest in Asien; bei Kulturveranstaltungen wird die Türkei Europa zugeordnet (in allen internationalen Sportveranstaltungen, Eurovision Song Contest u.a.); sie ist Mitglied des Europarats und hat eine Zollunion mit der EU, ist Beitrittskandidat der EU und in allen anderen europäischen Gremien vertreten)

Weitere Staaten, die gelegentlich zu Europa gerechnet werden

Aus historischen, kulturellen oder politischen Gründen werden gelegentlich auch folgende Staaten zu Europa gerechnet:
- Armenien (geschichtlich eng mit Europa verbunden, christliche Bevölkerung mit indogermanischer Sprache, Territorium liegt geographisch in Asien, Mitglied des Europarates)
- Aserbaidschan (liegt geographisch in Asien; bei Sportveranstaltungen wird es Europa zugerechnet; Mitglied des Europarates)
- Georgien (geschichtlich eng mit Europa verbunden, christliche Bevölkerung, Territorium liegt geographisch in Asien; Mitglied des Europarates)
- Israel (liegt geographisch in Asien; bei Kulturveranstaltungen wird Israel oft Europa zugeordnet (Fußball-Europameisterschaft, Eurovision Song Contest).)
- Zypern (Insel im östlichen Mittelmeer, die geographisch zu Asien gezählt wird; geschichtlich eng mit Europa verbunden, seit Mai 2004 Mitglied der EU)

Abhängige Gebiete in Europa


- Åland (autonome Inselgruppe und Provinz vor Finnland)
- Berg Athos (autonome Mönchsrepublik unter Oberhoheit Griechenlands)
- Färöer (autonome Region innerhalb Dänemarks)
- Gibraltar (Überseeterritorium des Vereinigten Königreiches)
- Isle of Man (untersteht direkt der britischen Krone)
- Oblast Kaliningrad (Teil Russlands, Exklave zwischen Polen und Litauen)
- Kanalinseln (unterstehen direkt der britischen Krone)

Von europäischen Staaten abhängige Gebiete auf anderen Kontinenten


- Alborán, vulkanische spanische Mittelmeerinsel, unbewohnt, unter Naturschutz, zwischen Andalusien und Nordafrika
- Anguilla, eine britische Insel in der Karibik (Mittelamerika)
- Die Niederländischen Antillen (De Nederlandse Antillen: Bonaire, Curaçao, Saba, Sint Eustatius (Statia), Sint Maarten) gehört zu den Niederlanden, jedoch nicht zur EU, in der Karibik (Mittelamerika)
- Aruba, intern autonomer Landesteil der Niederlande in der Karibik (Mittelamerika)
- Die Azoren, portugiesische Inselgruppe zwischen Europa und Nordamerika im Atlantik
- Bermuda, britisches Überseegebiet, Inselgruppe östlich North Carolinas im Atlantik
- Britisches Antarktis-Territorium (British Antarctic Territory) ein völkerrechtlich nicht anerkannter Teil des Südpols wird von Großbritannien beansprucht: die Antarktische Halbinsel, die Südlichen Orkneyinseln, die Südlichen Shetlandinseln, einen Festlandsektor bis zum Pol (Antarktis)
- Britische Jungferninseln (the British Virgin Islands) in der Karibik (Mittelamerika)
- Das Britische Territorium im Indischen Ozean (British Indian Ocean Territory) britisches Überseegebiet, die Kronkolonie Tschagos-Archipel (Flottenstützpunkt), sechs weitgehend unbewohnte Atolle im Indischen Ozean
- Ceuta, autonom verwaltete Exklave Spaniens, Nordmarokko, 21 km vor Gibraltar (Nordafrika)
- La Islas Chafarinas, unbewohnter spanischer Archipel, 4 km vor der Küste Ostmarokkos (Nordafrika)
- Clipperton-Insel oder Passionsinsel (Île Clipperton, Île de la Passion) unbewohntes französisches Atoll südwestlich von Mexiko (Pazifik)
- Îles éparses (Les Îles éparses de l'océan Indien) unselbständige und weitgehend unbewohnte zu Frankreich gehörige Inseln und Atolle um Madagaskar und im Indischen Ozean
- Falklandinseln, britisches Überseegebiet, östlich Feuerland im südlichen Atlantik (Südamerika)
- Guadeloupe, Überseedépartement Frankreichs, Inselgruppe in der Karibik (Mittelamerika)
- Französisch-Guayana (Guyane française) Überseedépartement Frankreichs in Südamerika
- Grönland (Grønland) autonomes Gebiet Dänemarks (jedoch nicht Teil der EU) in Nordamerika
- Die Kaimaninseln (Cayman Islands) britisches Überseegebiet in der Karibik (Mittelamerika)
- Die Kanarischen Inseln gehören zu Spanien und liegen westlich von Nord-Afrika
- Madeira, autonome Provinz Portugals, Archipel aus mehreren bewohnten und unbewohnten kleinen und der Hauptinsel Madeira ca. 600 km westlich vor Marokkos im Atlantik
- Martinique, Überseedépartement Frankreichs in der Karibik (Mittelamerika)
- Mayotte, französisches Überseeterritorium am Rande der Komoren zwischen Madagaskar und Ostafrika
- Melilla, autonom verwaltete Exklave Spaniens in Ostmarokko (Nordafrika)
- Montserrat, britisches Überseegebiet in der Karibik (Mittelamerika)
- Neukaledonien (Nouvelle-Calédonie) französische Überseegemeinschaft mit besonderem Status, Inselgruppe nahe Vanuatu vor der Nordküste Australiens
- Isla Perejil, winzige zwischen