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Indonesischer Archipel

Indonesischer Archipel

Der indonesische Archipel (andere Bezeichnungen: indischer, ostindischer, südostasiatischer oder malaiischer Archipel, auch Insulinde, Australasien) ist die zusammenfassende Bezeichnung für eine Vielzahl größerer und kleinerer Inseln, die den Raum zwischen dem südöstlichen Asien (Malaiische Halbinsel) und Australien ausfüllen. Zum indonesischen Archipel gehören die Großen Sunda-Inseln, die Kleinen Sunda-Inseln, die Molukken und die Inseln der Philippinen. Neuguinea, das bereits auf dem Kontinentalsockel Australiens liegt, wird meist nicht mitgerechnet. Der Archipel bildet mit Australien die Grenze zwischen dem Indischen und dem Pazifischen Ozean. Im Westen wird der Indonesische Archipel durch Sumatra und dessen Nebeninseln abgeschlossen, im Süden durch Java und die Kleinen Sunda-Inseln, im Osten durch die Molukken und im Nordosten durch die Philippinen. Die Landfläche der Inseln beträgt mehr als 2 Millionen km², die Bevölkerung etwa 300 Millionen Menschen. Die größte Insel ist Borneo (Kalimantan), die bevölkerungsreichste Java. Geologisch sind die Inseln des indonesischen Archipels sehr interessant, besteht hier doch eines der aktivsten Vulkangebiete der Erde . Die größte Höhe wird vom Kinibalu auf Nord-Borneo mit 4.175 m erreicht. Das Klima des Archipels ist aufgrund der Nähe zum Äquator tropisch-heiß, im Westen sehr regenreich und im Osten beim Übergang zu Australien etwas trockener. Die Tier- und Pflanzenwelt ist außerordentlich reichhaltig. Neben den Zierpflanzen, wie Orchideen und Rafflesia, gibt es auch zahlreiche Holzarten: ausgesprochene Harthölzer und auch Farbhölzer (Teak, Palisander, Makassar). Nutzpflanzen sind neben Kokospalme, Sago und Kautschuk auch Indigo und Gewürzpflanzen. Die Tierwelt ist im westlichen Teil mit Tigern, Bären und Affen ist ähnlich der des südostasiatischen Raumes (Thailand, Laos). Östlich der Wallace-Linie treten verstärkt Tiere aus dem australischen Bereich auf: beispielsweise Beuteltiere, während Affen fast ganz verschwinden. Große Teile des indonesischen Archipels waren lange Zeit im Besitz der Niederlande (Niederländische Ostindienkompanie). Siehe auch: Indonesien, Geschichte der Niederlande, Kolonialzeit Kategorie:Inselgruppe Kategorie:Asien ms:Kepulauan Melayu

Südostasien

& Indochinesische Halbinsel) und Indonesischem Archipel]] Südostasien ist ein Teil des asiatischen Kontinents und umfasst etwa die Hinterindische Halbinsel und den Indonesischen Archipel.

Religionen

In Südostasien leben etwa 600 Mio. Menschen. Buddhismus (240 Mio.) und Islam (230 Mio.) sind die Hauptreligionen in diesem Teil Asiens. Auch etwa 130 Mio. Christen leben in Südostasien. Die meisten davon auf den Philippinen (rund 80 Mio.), Indonesien (30 Mio.) und Vietnam (etwa 7-8 Mio.) Der Islam spielt erst seit den religiös inspirierten Aufständen in den siebziger Jahren in Indonesien und den Philippinen politisch eine größere Rolle. Traditionell ist der Islam in Südostasien synkretistisch und gemäßigt; er wurde ab dem 13. Jahrhundert via Indien importiert. Aufgrund der globalen Islam-Renaissance sowie politischer und sozialer Repression gewannen Fundamentalisten in den letzten Jahren aber an Zulauf. Am berüchtigtsten ist die indonesische Jemaah Islamiah (JI), die mit Terror das Ziel eines südostasiatischen Kalifats verfolgt und über enge Kontakte zur al Kaida verfügen soll.

Geographie

Im Norden grenzt Südostasien, welches das Australasiatische Mittelmeer enthält, an China, im Osten an den Pazifischen Ozean (mit Polynesien und Melanesien), im Südosten an Australien und im Süden und Westen an den Indischer Ozean (mit der Andamanensee und dem Golf von Bengalen) und im Westen an Indien.

Teilgebiete & Abgrenzung

Südostasien besteht u.a. aus der Hinterindischen Halbinsel und Chinas Südküste, beides Bereiche des asiatischen Festlands, dem Indonesischen Archipel: Hinterindische Halbinsel:
- Indochinesische Halbinsel
- Malaiische Halbinsel

Meere

An Südostasien grenzen diese Meere:
alphabetisch sortiert
- Indischer Ozean
  - Andamanensee
  - Australasiatisches Mittelmeer (siehe dort)
  - Golf von Bengalen
  - Malakkastraße
- Pazifischer Ozean
  - Australasiatisches Mittelmeer (siehe dort)
  - Malakkastraße

Inselwelt

Siehe: Australasiatisches Mittelmeer

Geschichte

Unmittelbar nach ihrer Unabhängigkeit in den 1950er Jahren verfolgten die südostasiatischen Staaten einen nationalistisch inspirierten Alleingang. Wirtschaftspolitisch verfolgten sie mit Ausnahme Singapurs bis in die siebziger Jahre das Konzept der Importsubstitution. Äußere Einflüsse – die kommunistische Bedrohung durch China und die Sowjetunion, vor allem der Korea-Krieg 1950-53 und die Indochina-Krisen seit den 1960er Jahren – zeigten auf sicherheitspolitischem Gebiet die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit der westlich orientierten Staaten auf. Erste Gehversuche regionaler Kooperation, vor allem die SEATO, scheiterten jedoch rasch. Der traditionelle bilaterale Ansatz Washingtons in Südostasien erschwerte die regionale Kooperation zusätzlich, die anfänglich ganz unter dem Motto stand, die bilateralen regionale Konflikte einzudämmen, um so einen von Einmischungen freien Entwicklungsweg verfolgen zu können. Regionale Kooperation als solche hatte keinen Wert an sich. Die Politik hinkte daher der in den siebziger Jahren verstärkt einsetzenden Regionalisierung – vorangetrieben von den Marktkräften, namentlich japanischen Konzernen und auslandchinesischen Firmennetzwerken – lange Zeit hinterher. Erst Anfang der neunziger Jahre begannen die in der Association of Southeast Asian Nations (ASEAN) verbundenen Regierungen, den Integrationsprozess mit der Schaffung einer Freihandelszone (AFTA) aktiv zu steuern. Zu diesem Zeitpunkt hatten alle Mitglieder einen marktwirtschaftlichen, exportorientierten Pfad eingeschlagen. – Seit den 1990er Jahren versteht es ASEAN zudem, sicherheitspolitische und ökonomische Institutionen zu etablieren und damit Brücken zwischen Südost- und Ostasien zu schlagen, wobei auch die USA geschickt einbezogen wurde. Vor allem der nach der Asien-Krise 1997 entstandene Koordinationsmechanismus ASEAN+3, der ASEAN mit China, Japan und Südkorea verbindet, scheint ausbaufähig. Insgesamt gilt ASEAN, der mit Ausnahme Osttimors alle zehn südostasiatischen Nationen angehören, als das erfolgreichste Regionalbündnis nach der EU. Bis 2020 soll gar eine Asiatische Gemeinschaft mit einer ökonomischen, kulturellen und sicherheitspolitischen Säule entstehen; eine supranationale Zusammenarbeit ist indes nicht geplant. Am aktivsten vorangetrieben wird das Integrationsprojekt von Singapur und Thailand, wogegen die ökonomisch weniger entwickelten Staaten, speziell Vietnam, eher bremsen.

Staaten

alphabetisch sortiert
- Bangladesh - wohl nur der äußerste Südosten des Staats
- Brunei - kompletter Staat
- China - wohl nur der äußerste Süden des Staats
- Indonesien - kompletter Staat
- Indien - nur der äußerste Südosten des Nordostteils des Staats
  - Andamanen und Nikobaren - komplette Inselgruppe
- Kambodscha - kompletter Staat
- Laos - kompletter Staat
- Malaysia - kompletter Staat
- Myanmar (früher Birma oder Burma) - kompletter Staat
- Osttimor (offiziell Timor-Leste) - kompletter Staat
- Philippinen - kompletter Staat
- Singapur - kompletter Staat
- Taiwan - komplettes Gebiet
- Thailand (früher Siam) - kompletter Staat
- Vietnam - kompletter Staat

Siehe auch


- ASEAN
- Asien
  - Nordasien
  - Ostasien
  - Südasien
  - Südostasien
    - Hinterindische Halbinsel:
      - Indochina
      - Indochinesische Halbinsel
      - Malaiische Halbinsel
  - Vorderasien
  - Zentralasien Ostindien-Kompanie

Literatur


- Reginald le May: Südostasien. Das Erbe Indiens. Zürich 1967 Kategorie:Asien Kategorie:Südostasien ja:東南アジア ko:동남아시아 ms:Asia Tenggara th:เอเชียตะวันออกเฉียงใต้ zh-min-nan:Tang-lâm-a

Australien (Kontinent)

Der Kontinent Australien umfasst eine Hauptlandmasse, das eigentliche Australien oder frühere Neuholland, und die vorgelagerten Inseln Tasmanien und Neuguinea, welches auch Papua oder Irian genannt wird. Der nördlichste Punkt liegt direkt am Äquator, auf der Insel Kabare, im Süden erstreckt sich der Kontinent bis zum Südostkap auf Tasmanien bei 43° Süd. Die Ost-West-Ausdehnung reicht vom Cape Byron am 153. Längengrad Ost bis zum Cape Inscription am 113. Längengrad Ost. Mit einer Fläche von 8.500.000 km² (fast so groß wie Europa) ist er etwa viermal so groß wie die größte Insel der Erde, Grönland. Häufig werden zum Kontinent Australien auch die im Pazifik gelegenen Inselstaaten gezählt, insbesondere aus kulturellen und politischen Gründen Neuseeland. Diese Gesamtregion wird jedoch als kultureller Kontinent Ozeanien bezeichnet. Ozeanien

Politische Gliederung

Unabhängige Staaten


- Australien
- Papua-Neuguinea

Abhängige Gebiete


- Papua (bis 2002 Irian Jaya) – indonesische Provinz (Teil Neuguineas)

Erdgeschichtliche Entstehung

Die meiste Zeit bildeten Australien, Neuguinea und Tasmanien eine zusammenhängende Landmasse, Sahul. Diese war Teil des südlichen Superkontinents Gondwana, der vor etwa 200 Millionen aufgrund der Kontinentaldrift vom Urkontinent Pangäa getrennt wurde. In dieser Zeit herrschte in Gondwana ein mildes Klima vor. Nachdem sich nacheinander Afrika und Madagaskar (vor ca. 160 Millionen Jahren), Indien (vor ca. 125 Millionen Jahren) und Neuseeland (vor ca. 80 Millionen Jahren) von Gondwana abspalteten, driftete Sahul langsam nach Norden, blieb aber bis vor 45 Millionen Jahre weiterhin mit Antarktika verbunden. Nach der Trennung von Antarktika kam es durch die neu auftretenden Meeresströmungen zwischen diesen Kontinenten zu einem kühleren und trockeneren Klima. Dieser Effekt wurde noch verstärkt, nachdem sich auch Südamerika und der antarktische Kontinent trennten und damit die zirkumpolare Strömung einsetzte. Vor 15 Millionen Jahren kollidierte der nördliche Teil Sahuls mit Südostasien, wodurch sich die Gebirge Neuguineas auffalteten. Aus dieser Kollision entstand auch die Torres Strait, die allerdings zu dieser Zeit noch über dem Meeresspiegel lag. Erst vor 8000 Jahren wurde die Torres Strait, vor etwa 12.000 Jahren auch die Bass Strait überflutet und damit die kontinuierliche Landverbindung zwischen Neuguinea, Australien und Tasmanien unterbrochen. siehe auch Plattentektonik

Geographie

Plattentektonik

Physische Geographie

Australien zeichnet sich durch sein trockenes, flaches Hinterland aus. Im Osten wird das flache Zentrum von der Great Dividing Range begrenzt, die mit dem Mount Kosciuszko eine Höhe von 2228 Metern erreicht. Diese Gebirgskette zieht sich bis nach Tasmanien. Im dünn besiedelten Westen des Kontinents befinden sich Wüsten wie beispielsweise die Nullarbor-Wüste. Diese flachen Landschaften werden nur gelegentlich von Erhebungen wie den Macdonnell Ranges unterbrochen. Markantes Wahrzeichen des australischen Festlandes ist der Inselberg Uluru. Im Gegensatz zum Rest des Kontinents befinden sich auf Neuguinea aufgrund der Kollision mit der asiatischen Kontinentalplatte stark zerklüftete Gebirge. Eine etwa 200 km breite Gebirgskette durchzieht die gesamte Insel von West nach Ost. Hier befindet sich auch der höchste Berg des Kontinents, die Djajaspitze mit 5030 Meter Höhe. Zu den bekanntesten Flüssen gehören beispielsweise der Darling River, Murray, Snowy River und Sepik. Das Innere des Kontinents ist arm an Süßwasser-Reservoirs, große Salzseen wie Lake Eyre bestimmen die Landschaft. siehe auch Geographie Australiens

Klima

Der Kontinent nimmt drei Klimazonen ein: die tropische Zone (nördlich des Wendekreis des Steinbocks), die subtropische Zone (südlich des Wendekreis des Steinbocks) und die kühlgemäßigte Zone im äußersten Süden und auf Tasmanien. Neuguinea im äußersten Norden ist ganzjährig starken tropischen Regenfällen ausgesetzt. Temperaturen an der Küste liegen hier meist bei etwa 30°C. In den höheren Gebirgsregionen kann es jedoch auch zu Nachtfrost kommen. Im Bereich der Hauptlandmasse treten dagegen deutliche saisonale Klima-Unterschiede hervor. Wetterbestimmend sind hier hauptsächlich drei Phänomene, der Tropische Tiefdruckgürtel, die Passatwindzone und die Subpolaren Westwinde.Im Sommerhalbjahr von November bis April treten im Norden aufgrund eines Hitzetiefs starke Regenfälle auf. Zusätzlich kommt es über der Timorsee zu Wirbelstürmen. Südaustralien liegt zu dieser Zeit im subtropischen Hochdruckgürtel und bleibt weitgehend niederschlagsfrei. Im Winterhalbjahr, Mai bis Oktober, bleibt dagegen der Norden aufgrund eines Hochdruckgebiets trocken, Süden und Südwesten des Landes liegen in der Westwindzone und sind Niederschlägen ausgesetzt. Südostpassatwinde bringen den Gebirgen des Ostens ganzjährig Steigungsregen. Das Zentrum des Landes bleibt ganzjährig weitgehend trocken, 80 Prozent der Fläche Australiens sind semiaride und aride Gebiete mit weniger als 250 mm Niederschlägen im Jahr. Südaustralien ist das bevölkerungsreichste Gebiet im Bereich des südlichen Ozonlochs.

Ökologie

Aufgrund seiner Größe und Lage existiert in Australien eine bemerkenswerte Vielfalt an Ökosystemen, von Wüsten, Woodlands und Shrublands, über den gemäßigten bis zum tropischen Regenwald. Diese werden durch zahlreiche Nationalparks geschützt. Die biogeografische australische Region schliesst auch die indonesischen Inseln östlich von Bali mit ein. Die Grenze zur orientalischen Zone wird dabei durch die Wallace-Linie gebildet. Durch die lange Isolation des Kontinents konnte sich hier eine Flora und Fauna etablieren, die weitgehend unbeeinflusst von evolutionären Entwicklungen auf anderen Kontinenten blieb. Alle rezenten Arten der Kloakentiere kommen nur in Australien und Neuguinea vor. Der Kontinent weist ausserdem die weltweit höchste Diversität an Beutelsäugern auf. Besonderheiten der Vogelwelt sind beispielsweise die Paradiesvögel, eine auf die tropischen Regionen beschränkte Familie. Die Flora weist Ähnlichkeiten zu Florenelementen Südamerikas sowie zu Fossilfunden in der Antarktis auf, ein Hinweis auf die erst späte Trennung dieser Kontinente.
siehe auch Fauna Australiens

Bevölkerung

Der Kontinent Australien ist mit ungefähr 28,4 Millionen Einwohnern nach der Antarktis der bevölkerungsärmste [weniger als Spanien (40 Mio.) oder Polen (39 Mio.)].

Indigene Bevölkerung

Die indigene Bevölkerung des Kontinents setzt sich aus den Aborigines der Hauptlandmasse, den Tasmaniern, den Papua sowie den melanesischen Völkern Neuguineas und der vorgelagerten Inseln zusammen. Diese Gruppen bilden jedoch keine einheitlichen Kulturen, sondern bilden eine Vielzahl von sprachlich und kulturell abgrenzbaren Einheiten. Namentlich die Bevölkerung Neuguineas gilt als eine der heterogensten der Welt. Während in Papua-Neuguinea weiterhin ein Großteil der Bevölkerung und auch in West-Papua noch fast die Hälfte der Einwohner indigenen Ursprungs ist, stellen die Aborigines nur noch knapp zwei Prozent der australischen Bevölkerung. Die Tasmanier wurden nach der Besiedlung durch die Europäer fast vollständig vernichtet.
siehe auch Indigene Völker Australien-Ozeaniens

Einwanderung

Aufgrund der unterschiedlichen Kolonialgeschichte der australischen Regionen sind auch die Einwanderungsmuster sehr verschieden. So ist die Mehrheit der Bevölkerung des australischen Bundes britischstämmig, seit den 70er Jahren nimmt jedoch die Zuwanderung aus dem asiatischen Raum zu. In Papua-Neuguinea hat Einwanderung nie eine bedeutende Rolle gespielt, während das Transmigrasi-Programm der indonesischen Regierung zur Umsiedlung von etwa 1,2 Millionen Menschen, vor allem aus Sumatra und Java, nach West-Papua geführt hat.

Sprachen

In Neuguinea sind weiterhin mehrere hundert Papua-Sprachen verbreitet, als Verkehrssprache hat sich hier jedoch Tok Pisin durchgesetzt. Amtssprache Australiens und Papua-Neuguineas ist Englisch, in West-Papua Bahasa Indonesia.
siehe auch Sprachen in Papua-Neuguinea, Australische Sprachen

Religion

Die Mehrheit der Bevölkerung gehört christlichen Religionsgemeinschaften an, vor allem in Papua-Neuguinea ist der Anteil mit 96 Prozent aufgrund erfolgreicher Missionierung sehr hoch. Die Ausübung des Glaubens erfolgt jedoch häufig in Kombination mit traditionellen Glaubensvorstellungen mit animistischem Hintergrund. In West-Papua stellen Muslime etwa 20 Prozent der Bevölkerung, vor allem indonesische Einwanderer.

Geschichte

Besiedlung

Der australische Kontinent wurde vor mindestens 50.000 bis 60.000 Jahren von Südostasien aus besiedelt. Aufgrund einer Eiszeit lag zu dieser Zeit der Meeresspiegel niedriger, so dass die Meerespassage zum heutigen Neuguinea vereinfacht war. Bis vor 35.000 Jahren hatte sich die Bevölkerung über die kontinuierliche Landverbindung bis nach Tasmanien ausgebreitet. Die ersten menschlichen Gemeinschaften besiedelten vermutlich die Küste. Vor etwa 30.000 Jahren entstanden dann auch die ersten Siedlungen im Hochland Neuguineas.

Entdeckung

Schon im Altertum ist von einem südlichen Kontinent, wie Ptolemäus ihn im 1.und 2. Jh. n. Chr. als
terra australis incognita (unbekanntes südliches Land) erwähnt, ausgegangen worden, als nötiges Gegengewicht zu Eurasien. Doch die Vorstellung, der Äquator sei eine Feuerbarriere, machte eine mögliche Entdeckung unmöglich. Nach seiner Entdeckung wurde Terra Australis Incognita zuerst in Terra Australis und schließlich Australien umbenannt. Neuguinea war der erste Teil des Kontinents, der Anfang des 16. Jahrhunderts von europäischen Seefahrern gesichtet wurde. 1526 landete der Portugiese Jorge de Meneses durch Zufall auf der Insel. Von ihm stammt angeblich auch der Begriff Papua, malaiisch für kraus, als Anspielung auf das krause Haar der melanesischen Bevölkerung. Nach der Landung des Spaniers Íñigo Ortiz de Retez 1545 begann man mit dem Export von Edelhölzern und anderen Luxusgütern. Der Hauptteil des Kontinents wurde im Jahr 1606 durch den Niederländer Willem Jansz entdeckt. In den folgenden Jahrzehnten strandeten weitere holländische Handelsschiffe an der australischen Küste, maßen dieser Entdeckung jedoch keine besondere Bedeutung bei. Im Jahre 1642 entschloß sich die Niederländische Ostindien-Kompanie jedoch zu einer geplanten Erforschung des Kontinents. Dabei entdeckte Abel Tasman das heutige Tasmanien. In einer Expedition unter Willem de Vlamingh ab 1696 wurden weite Teile der Westküste kartografiert. Da die Landschaft aber trocken und unfruchtbar wirkte, zeigten die Holländer kein Interesse, Australien zu kolonisieren.

Kolonisation

Im April oder Mai des Jahres 1770 erreichte James Cook die fruchtbare Ostküste und nahm Teile des Landes als britische Kolonie New South Wales für England in Besitz. Diese war als Sträflingskolonie geplant, die ersten Schiffe mit Siedlern und Sträflingen trafen am 26. Januar 1788 in Sydney Cove ein. Bis 1836 werden weitere Kolonien gegründet, die das gesamte Australien, abgesehen von Neuguinea unter britische Kontrolle bringen. 1828 beginnt mit dem Erwerb der Halbinsel Vogelkop durch die Niederländer auch die Kolonisation Neuguineas. Den Rest der Insel teilen 1884 die Niederlande, Großbritannien und das Deutsche Reich unter sich auf. Der Westteil geht an die Niederlande, Großbritannien erhält den Südosten, Deutschland den Südwesten. 1906 wird der britische Teil an Australien übergeben, der deutsche Teil geht 1919 unter australische Kontrolle.

Unabhängigkeitsbestrebungen

Zwischen 1855 und 1890 erhielten die einzelnen britischen Kolonien des Hauptkontinents das Privileg des
Responsible Government und damit eine größere Unabhängigkeit vom britischen Empire. London behielt allerdings vorerst die Kontrolle über Außenpolitik, Verteidigung und Außenhandel. In den Kolonien beginnen die Planungen für einen Zusammenschluss der Einzelstaaten. Am 1. Januar 1901 formierten sich die einst voneinander unabhängigen Kolonien des Festlands mit Tasmanien zum Commonwealth of Australia. Am 26. September 1907 erhält der Australische Bund mit dem Dominionstatus die nahezu vollständige Unabhängigkeit vom Mutterland Großbritannien. Während des Zweiten Weltkriegs wird der Norden Neuguineas von 1942 bis 1945 von Japan besetzt. Auch das australische Festland ist in dieser Zeit von japanischer Invasion bedroht. Indonesien, seit 1949 unabhängig, erhebt Anspruch auf den Westteil Neuguineas, dieses bleibt aber vorerst niederländisch. 1957 begannen die Niederlande und Australien Pläne für die Unabhängigkeit eines vereinigten Neuguineas in den 1970er Jahren zu entwickeln. 1961 wurde eine Versammlung in Westpapua abgehalten und ein Parlament, der Nieuw Guinea Raad, eingeführt. Indonesien marschierte daraufhin ein und begann etwas später, die Papua aus Gebieten zu vertreiben, in denen Siedler aus Indonesien angesiedelt werden sollten. 1963 wurde West-Papua offiziell indonesische Provinz. Trotz fortlaufender Autonomie-Bestrebungen erkennt Indonesien die Unabhängigkeit der Provinz bis heute nicht an. Der östliche Teil der Insel erhielt 1975 die vollständige Unabhängigkeit von Australien. Siehe auch: Geschichte Australiens

Weblinks

Kategorie:Kontinent


Große Sunda-Inseln

Die Großen Sunda-Inseln sind eine Inselgruppe im indonesischen Archipel. Zusammen mit den Kleinen Sunda-Inseln bilden sie die Sunda-Inseln. Zu den großen Sunda-Inseln gehören Borneo (indonesisch Kalimantan), Sumatra, Java und Sulawesi. Außer dem Norden Borneos bilden die Inseln den Hauptteil Indonesiens. Auf Borneo befinden sich Ost-Malaysia und Brunei. Die Inseln bilden die Grenze zwischen dem Pazifischen Ozean beziehungsweise dessen Nebenmeer Südchinesisches Meer und dem Indischen Ozean. Mit 1,5 Millionen km² und etwa 180 Millionen Einwohnern handelt es sich um die größte Inselgruppe der Welt (nur Grönland ist flächenmäßig größer). Kategorie:Inselgruppe Kategorie:Geographie (Indonesien) ja:大スンダ列島

Kleine Sunda-Inseln

Die Kleinen Sunda-Inseln sind eine Inselgruppe im Indonesischen Archipel. Zusammen mit den Großen Sunda-Inseln bilden sie die Sunda-Inseln. Die Inseln bilden eine Gruppe aus sechs größeren und zahlreichen kleinen Inseln, die sich östlich von Java befinden. Zusammen haben sie etwa 87.700 km² und 12 Millionen Einwohner. Die größten Inseln sind (von Westen nach Osten) Bali, Lombok, Sumbawa, Flores und Timor, südlich von Flores liegt Sumba. Der Ostteil von Timor bildet den eigenen Staat Osttimor. Der Rest der Inseln gehört zu Indonesien und bildet die Region Nusa Tenggara (indonesisch "Südostinseln"), die in die Provinzen Bali, Nusa Tenggara Barat und Nusa Tenggara Timur zerfällt. Die Kleinen Sunda-Inseln sind vulkanischen Ursprungs. Entsprechend sind die Inseln gebirgig. Höchste Erhebung ist der Rindjani auf Lombok mit 3726 Metern. Angebaut wird vor allem Reis und Kaffee. Erdöl-, Eisen- Mangan- und Kupfervorkommen. Zwischen Bali und Lombok befindet sich die Wallace-Linie, die biologische Grenze zwischen Australien und Asien. Nach der Insel Komodo ist der Komodowaran benannt, die größte lebende Echse. Kategorie:Inselgruppe Kategorie:Geographie (Indonesien) ja:小スンダ列島

Molukken

Die Molukken, in kolonialer Zeit unter dem Namen Gewürzinseln bekannt, sind eine indonesische Inselgruppe zwischen Sulawesi und Neuguinea. Sie umfassen ein Gebiet von 74.505 km2 mit 2,1 Millionen Einwohnern. Die Hauptstadt der Region ist Ambon. Verwaltungsmäßig ist die Inselgruppe in die zwei Provinzen Maluku (Süd-Molukken) und Maluku Utara (Nord-Molukken) geteilt. Die wichtigsten Inseln der nördlichen Gruppe sind Halmahera, Ternate und die Sula-Inseln, die wichtigsten Inseln des südlichen Teils sind Ambon, Seram und Buru sowie die Banda-, Aru- und Tanimbar-Inseln. Die Bevölkerung besteht aus Malaien und Alfuren. Der hohe Anteil von Christen (ca. 33 %) ist durch die zahlreichen islamischen Einwanderer aus anderen Teilen Indonesiens mittlerweile rückläufig. Die ersten europäischen Stützpunkte wurden 1512 von den Portugiesen errichtet, die die Gewürzroute von hier nach Europa kontrollierten. 1663 kamen die Molukken in niederländischen Besitz. Im Krieg mit Napoleon wurden die niederländischen Besitzungen von Großbritannien besetzt (1796 - 1802 und 1810 - 1816). Während des 2. Weltkriegs besetzte Japan die Inseln, die nach dem Ende des Krieges Teil von Indonesien wurden. 1950 proklamierte der christliche Teil der Bevölkerung der Molukken in den Süd-Molukken die unabhängige Republik Maluku Selatan. Der Sezessionsversuch wurde von der indonesischen Armee jedoch mit Waffengewalt unterdrückt. Die Spannungen zwischen Christen und Muslimen blieben aber weiterhin untergründig bestehen, was seit 1998 wiederholt zu bürgerkriegsähnlichen Unruhen führte. 80.000 Menschen verließen bis 2000 das Krisengebiet. 1975 überfallen in den Niederlanden extremistische Mitglieder der 35.000 dort lebenden Ambonesen (Süd-Molukken) am 2. Dezember einen Zug und am 4. Dezember das indonesische Generalkonsulat in Amsterdam und nehmen Geiseln mit dem Ziel, dass sich die niederländische Regierung für die Ambonesen in Indonesien einsetzt. Vier Geiseln werden erschossen. Die niederländische Regierung bleibt hart, die Ambonesen geben am 19. Dezember auf.

Weiterführende Informationen

Literatur


- [http://Antiquariats mit englischer Inhaltsangabe]
- Johann Verken:
Molukken -Reise 1607-1612. Neu herausgegeben nach der zu Breslau im Verlag von Urban Spaltholtz im Jahre 1668 erschienenen Original-Ausgabe (Reisebeschreibungen von Deutschen Beamten und Kriegsleuten im Dienst der Niederländischen West- und Ost-Indischen Kompagnien 1602-1797, Band 2). Haag : Nijhoff, 1930. 146 S.
- Johann Sigmund Wurfbain:
Reise nach den Molukken, Teil I (1632-1638), Teil II (1638-1646). Neu herausgegeben nach der zu Breslau im Verlag von Urb.Spaltholtz im Jahre 1668 erschienenen Original-Ausgabe, 2 Bände, 1. Auflage, Haag : Nijhoff, 1930.
-
Stadtplan von Ambon aus dem Jahre 1718. Kupferstich nach Schley, um 1760
- Rumphius (G. E. Rumpf 1628 – 1702):
Amboinischen Raritäten-Kamer von Schnecken und Muscheln. Abhandlung von den Steinschalichten Thieren welche Man Schneicken und Muscheln nennt. Übersetzt vom Holländischen ins Deutsche von P.L.S. Müller, J.H. Chemnitz.Wien, Krantz, 1765.
-
Bewohner der Molukken. altkol. Litho. aus Völkergalerie b. Goedsche, um 1840
- E. H. Röttger:
Briefe über Hinter-Indien während eines zehnjährigen Aufenthalts daselbst. An seine lieben Freunde in Europa. Originalausgabe Berlin, Müller, 1844.
- S. Friedmann:
Die Ostasiatische Inselwelt. Land und Leute von Niederländisch-Indien, den Sunda-Inseln, den Molukken sowie Neu-Guinea. 2 Bände. Leipzig, Otto Spamer 1868. 1.Bd.: Tropen-Eiland Java; 2.Bd.: Sumatra, Borneo, Celebes, die Molukken und Neu - Guinea. 518 Seiten.
- P. von Mökern:
Ostindien, seine Geschichte, Cultur und seine Bewöhner. Resultate eigener Forschungen und Beobachtungen and Ort und Stelle. Orig. Ausgabe Leipzig, Burfürst 1857.
- Adolf Bastian:
Indonesien oder Die Inseln des Malayischen Archipel: 1. Die Molukken. Reise-Ergebnisse und Studien; 2. Timor und umliegende Inseln. Reise-Ergebnisse und Studien; 3. Sumatra und Nachbarschaft. Reise-Ergebnisse und Studien; 4. Borneo und Celebes. Reise-Ergebnisse und Studien. 5. Java. Reise-Ergebnisse und Studien. Berlin, Dümmler, 1884-1889.
- Dr. Willy Kükenthal:
Ergebnisse einer zoologischen Forschungsreise in den Molukken und Borneo im Auftrage der Senckenbergischen naturforschenden Gesellschaft. Zweiter Teil: Wissenschaftliche Reiseergebnisse. Band III, Heft II: Paul Matschie: Die Säugetiere der von W. Kükenthal auf Halmahera, Batjan und Nord-Celebes gemachten Ausbeute. Hans Graf von Berlepsch: Systematisches Verzeichnis der von Herrn Prof. Kükenthal während seiner Reisen im Malayischen Archipel im Jahre 1894 auf den nördlichen Molukken-Inseln gesammelten Vogelbälge. Prof. Dr. O. Boettger; Die Reptilien und Batachier. Dr. Franz Steindachner: Fische. Frankfurt/M., Diesterweg 1901;
- H. Merton und J. Roux:
Ergebnisse einer Zoologischen Forschungsreise in den Südöstlichen Molukken, Aru- und Kei – Inseln im Auftrag der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft. Reisebericht. Frankfurt a.Main, Senckenbergische naturforschende Gesellschaft, 1910. 208 S. (Abhandlungen der Senckenbergischen naturforschenden Gesellschaft Bd. 33, Hefte 1 u. 2)
- Odo Deodatus Tauern:
Patasiwa und Patalima. Vom Molukkeneiland Seran und seinen Bewohnern. Ein Beitrag zur Völkerkunde. Leipzig,Voigtländer, 1918.
- H. De. Jong:
Studien über Eruptiv-und Mischgesteine des Kaibobogebietes (West-Ceram) . Amsterdam 1923.
- H. H. Juynboll:
Katalog des Ethnographischen Reichsmuseums, Bände XXI - XXIII: Molukken I - III (3 Bände). Buchh. und Druckerei E. J. Brill, Leiden 1930.
- E. Ad. Jensen (Hrsg.):
Hainjuwele. Volkserzählungen von der Molukken-Insel Ceram. Gesammelt und bearbeitet von Ad.E. Jensen und H. Niggemeyer mit Zeichnungen von A. Hahn. Frankfurt am Main, Klostermann, 1939. Lex.8°, 455 S., Abb., eine Faltkarte, OHLn., Veröffentlichungen des Forschungsinstituts für Kulturmorphologie e.V. a. d. Joh. Wolfgang Goethe-Univ. Frankfurt a. Main: Bd. 1. Ebd.
- E. Ad. Jensen:
Ergebnisse d. Frobenius-Expedition 1937-38 in d. Molukken u. nach Holländ. Neu-Guinea. Die drei Ströme. Züge aus dem geistigen und religiösen Leben der Wemale, einem Primitiv-Volk in den Molukken. Leipzig, Harrassowitz, 1948.
- J. Röder:
Alahatala. Die Religion der Inlandstämme Mittelcerams. Bamberg, 1948. "Ergebnisse der Frobenius-Expedition 1937-'38, Bd. III". (Herausgegeben von A. Jensen & H. Niggemeyer).
- J. G. Bursch:
Mikropaläontologische Untersuchungen des Tertiärs von Gross Kei (Molukken). (Abh. d. Schweiz. Paläont. Gesellschaft, Band 65). Basel, 1947
- Ernst Reiner:
Die Molukken. Gotha, Haack, 1956. Mit 19 Abb. im Text (davon einige Karten) und 9 (8 farbigen) lose beigelegten Tafeln. 116 S. 4°. Originalhalbleinen. = Petermanns Geographische Mitteilungen, Ergänzungsheft 260.
- Günter Decker:
Republik Maluku Selatan: Die Republik der Süd-Molukken; Untersuchungen und Dokumente zum Selbstbestimmungsrecht der Ambonesen, zum Föderalismus und Kolonialismus in Indonesien. Göttingen: Schwartz, 1957. VII, 239 S., Kt. mit Zusammenfassung in engl. Sprache und Literaturverzeichnis S. (219) - 224.
- I. H. Enklaar:
Apostel der Molukken. 's-Gravenhage. Boekencentrum. 1963.
- Horst Wenze:
Westwärts zu den Molukken. Eine historische Reisebeschreibung über die erste Erdumsegelung, ATB 31, Berlin Kinderbuchverlag 1972 1. Aufl; 318 Seiten.
- Petra Maria Becker:
Die ethnische Sonderstellung der Ambonesen in Indonesien in der Zeit vor und nach Erlangung der politischen Unabhängigkeit. 1994. III, 97 Bl.
- Nico de Jonge und Toos van Tanimbar Dijk:
Die einzigartigen Molukken -Fotos von Petrus Drabbe. 3-sprachig niederländisch-englisch-deutsch. 1. Aufl., The Ad Agency, Alphen aan den Rijn, 1995 Kategorie:Inselgruppe Kategorie:Geographie (Indonesien) Kategorie:Ehemalige Kolonie

Neuguinea

right Neuguinea ist mit etwa 786.000 km2 die zweitgrößte Insel der Erde.

Geographie

Die im Westen des Pazifiks liegende Insel Neuguinea, deren Ostteil zu Ozeanien gezählt wird, liegt nördlich von Australien und stellt das Bindeglied zu Südostasien dar. Der Westteil von Neuguinea wird West-Papua (früher Irian Jaya) genannt und gehört zu Indonesien, im Osten der Insel befindet sich seit 1975 der unabhängige Staat Papua-Neuguinea. Im Westen ragt das Maokegebirge (indonesischer Teil der Insel) auf, dessen höchster Berg der Puncak Jaya (von Bergsteigern auch Carstensz-Pyramide genannt; 4.884 m ü. NN) ist. Im Osten (Papua-Neuguinea-Teil der Insel) befindet sich die Bismarck Range, deren höchster Gipfel der Mount Wilhelm (4.509 m) ist. Der längste Fluss der gesamten Insel ist der Fly.

Flora und Fauna

Neuguinea hat tropisches Land und eine ökologische Vielfalt von 11.000 Pflanzenarten, etwa 600 einzigartigen Vogelarten (eingeschlossen die Paradiesvögel), über 400 Amphibien, 455 Schmetterlingsarten und hundert bekannten Säugetierarten.

Geschichte

Frühzeit

Die Insel ist seit 45.000 v. Chr. von etwa eintausend verschieden papua-melanesischen Stämmen bevölkert und ist auch heutzutage Heimat der ältesten, unabhängigen Gesellschaften. Daher gibt es auf Neuguinea eine erstaunliche Vielzahl von Sprachen.

Entdeckung durch die Europäer

Als erste Weiße erblickten spanische und portugiesische Seefahrer zu Beginn des 16. Jahrhunderts die Insel. 1526 landete Don Jorge de Meneses zufällig auf Neuguinea. Er soll das Land "Papua" benannt haben – nach einem malaiischen Wort für "kraus" – um das krause Haar der melanesischen Eingeborenen zu bezeichnen. 1545 landete der Spanier Íñigo Ortiz de Retez und nannte die Insel Neuguinea, weil ihn die Küste an die des afrikanischen Guinea erinnerte, wo er zuvor vorbeigesegelt war. Spanische Kaufleute begannen wenig später mit der Ausfuhr von Edelhölzern, Gold, Silber, Kokosnüssen und Kautschuk.

Kolonialzeit

1828 erwarben die Niederlande als erste europäische Macht auf der Insel die Halbinsel Vogelkop im Westen. 1884 wurde der Rest der Insel unter den Niederlanden, Großbritannien und dem Deutschen Reich aufgeteilt. Die Niederlande erwarben die Westhälfte der Insel, Großbritannien den Südosten, Deutschland den Nordosten (Kaiser-Wilhelms-Land). Der britische Teil wurde 1906 an Australien abgetreten, der deutsche Teil wurde 1919 australisches Völkerbundsmandat.

Zweiter Weltkrieg

Im Zweiten Weltkrieg besetzte Japan von 1942 bis 1945 den Norden der Insel. Die Papua unterstützten die Alliierten nach Leibeskräften, indem sie Ausrüstung und verletzte Menschen quer durch Neuguinea transportierten. Das 1949 unabhängig gewordene Indonesien erhob auf West-Papua Anspruch, dieses blieb aber zunächst niederländisch.

Unabhängigkeit

Ab 1957 begannen die Niederlande und Australien Pläne für die Unabhängigkeit eines vereinigten Neuguineas in den 1970er Jahren zu entwickeln. 1961 wurde eine Versammlung in Westpapua abgehalten und ein Parlament, der Nieuw Guinea Raad, eingeführt. Indonesien marschierte daraufhin ein und begann etwas später, die Papua aus Gebieten zu vertreiben, in denen Siedler aus Indonesien, vor allem von Java, angesiedelt werden sollten. Bis heute haben etwa 300.000 von ehemals 700.000 Papua dadurch ihr Leben verloren, etwa 800.000 malaiische Indonesier sind mittlerweile nach West-Papua eingewandert. Grundlage dafür ist eine Politik, die Transmigration genannt wird. Die Nationalflagge von Irian Jaya wird Morgenstern genannt und besteht aus einem weißen Stern auf rotem Grund mit blauen und weißen horizontalen Streifen, die vom Flaggenmast wegzeigen. Unter der Suharto-Regierung hatte das Hissen der Flagge Gefangenschaft, Folter oder sogar Tod zur Folge. Kategorie:Indonesische Insel Kategorie:Insel (Papua-Neuguinea) ja:ニューギニア島 ko:뉴기니 섬 zh-min-nan:Sin Guinea

Indischer Ozean

Der bis zu 8.047 m tiefe Indische Ozean bzw. Indik (auf indonesischen Karten auch Indonesischer Ozean genannt) ist mit 74,9 Millionen km² Fläche der drittgrößte Ozean der Erde. Erde

Geographie

Der Indik, der sich zum größten Teil auf der Südhalbkugel der Erde befindet, liegt zwischen Asien im Norden, Australien im Osten, der Antarktis im Süden und Afrika im Westen. Im Norden wird er unter anderen durch Indien und Indonesien begrenzt, im Osten durch den Staat Australien, im Süden grenzt er an das Südpolarmeer und im Westen zum Beispiel an Somalia, Kenia und Südafrika. Die Grenze zwischen Atlantischem und Indischem Ozean verläuft am Kap Agulhas, dem südlichsten Punkt Afrikas.

Daten

Ohne Nebenmeere wie die Andamanensee beträgt die Fläche des 74,9 Mio. km² großen Indiks „nur“ noch 73,43 Mio. km². Seine Wassermassen umfassen ein Volumen von 291,9 Mio. km³ Während seine mittlere Tiefe 3.897 m beträgt, liegt seine tiefste Stelle bei 8.047 m unter NN. (Zu den teilweise divergierenden Größen- und Tiefenangaben siehe Diskussion:Indischer Ozean.)

Meeresboden

Innerhalb des Indiks bzw. auf dessen Meeresboden befindet sich ein hoher und recht langgestreckter Mittelozeanischer Rücken, viele niedrigere Schwellen, Tiefseebecken, Tiefseerinnen und verschiedene Meerestiefs. Zu den Mittelozeanischen Rücken gehört der Zentralindische Rücken, der sich ungefähr in der Mitte des Indiks von Nord nach Süd durch den Ozean zieht. Zu den Tiefseerinnen gehört der bis 7.455 m tiefe Sundagraben, zu den Meerestiefs gehört das Diamantinatief, die mit 8.047 m unter NN tiefste Stelle des Indiks.

Nebenmeere

Zu den Nebenmeeren des Indiks gehören die Andamanensee, das Arabische Meer, den Golf von Bengalen, die Große Australische Bucht, den Golf von Aden, den Golf von Oman, den Kanal von Mosambik, den Persischen Golf, das Rote Meer und die Straße von Malakka.

Inseln


- Andamanen
- Indonesien
- Komoren
- Lakkadiven
- Madagaskar
- Malediven
- Mauritius
- Nikobaren
- Réunion
- Seychellen
- Sansibar
- Sokotra
- Sri Lanka

Hafenstädte am Indischen Ozean


- Chennai (Indien)
- Colombo (Sri Lanka)
- Dar es Salaam (Tansania)
- Durban (Südafrika)
- East London (Südafrika)
- Jakarta (Indonesien)
- Kolkata (Indien)
- Melbourne (Australien)
- Mombasa (Kenia)
- Mumbai (Indien)
- Perth (Australien)
- Richards Bay (Südafrika)

Erdbeben im Indischen Ozean

Richards Bay Hauptartikel: Erdbeben im Indischen Ozean 2004 Verheerende Auswirkungen hatte ein Erdbeben im Indischen Ozean, das sich am 26. Dezember 2004 ereignete. Es hatte die Grössenordnung von 9,0 auf der Richterskala. Das Epizentrum lag im Meer, nahe der Nordwestspitze von Sumatra. Die von dem Beben ausgelösten riesigen Tsunamis verursachten mehr als 300.000 Todesfälle. Hauptsächlich betroffene Länder sind Indonesien, Thailand, Indien und Sri Lanka. Die Wellen erreichten aber sogar noch das 4.500 km entfernte Somalia.

Literatur


- Peter Lehr, Region Indischer Ozean - Illusion oder Realität?, Heidelberg, 2004 ([http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=972183418 elektronische Ressource])

Siehe auch


- Globales Förderband

Weblinks


- [http://www.wetterklima.de/satelliten/goms.htm Aktuelle Satellitenaufnahmen] Kategorie:Ozean ja:インド洋 ko:인도양 simple:Indian Ocean th:มหาสมุทรอินเดีย zh-min-nan:Ìn-tō·-iûⁿ

Sumatra

Die Insel Sumatra (gesprochen Sumátra) oder Sumatera gehört zu Indonesien und ist mit 473.000 km² die sechstgrößte Insel der Welt. In diese Fläche sind mehrere vorgelagerte Inseln mit 50.000 km² eingerechnet.

Geografie

Die Insel erstreckt sich 1.700 km in Nordwest-Südost-Richtung und ist bis zu 370 km breit, der Äquator überquert genau die Mitte der Insel. Das Barisangebirge (Peg Barisan) begleitet die Westküste und wird südwärts immer höher. Der Mount Kerinchi (Gunung Kerinci) ragt bis auf 3.805 m, es gibt aber noch andere Dreitausender. Vulkanische Aktivität in diesem Gebirge statteten die Insel mit fruchtbarem Land und malerischen Landschaften (zum Beispiel um den Tobasee) aus. Die östliche Hälfte der Insel ist flach; die bis 300 km breite Ebene ist fast zur Hälfte mit Sümpfen bedeckt. Sumátra stellt den äußersten Westen des bevölkerungsreichen Staates dar, der mit seinen Hauptinseln in einer 5.000 km langen Kette über Java, Bali und Flores bis zu den Molukken vor Neuguinea reicht. Südöstlich von Sumatra liegt - durch die 40 km breite Sundastraße getrennt - die Zentralinsel Java. In der südlichen Sundastraße befinden sich einige Inselchen, darunter aber der gefürchtete Vulkan Krakatau (816m, siehe 1883 und 1930). Jenseits des östlichen Meeres, das 600 km breit ist, liegt die riesige, aber menschenleere Insel Borneo, und im Norden - durch die verkehrsreiche, enge Straße von Malakka getrennt, die Malaiische Halbinsel und Singapur. Von der Landspitze Aceh im Nordwesten kommt man nach 200 bis 1.000 km zur Inselgruppe der Andamanen und Nikobaren, die aber trotz großer Distanz zu Indien gehören. Große Teile Sumatras waren früher mit Regenwald bedeckt und boten einer Vielzahl von Tieren (zum Beispiel, Tigern, Gibbons, Orang-Utans, Schabrackentapiren) und Pflanzen Heimat. Großflächige Waldrodungen, durch Korruption und mangelnde Überwachung selbst in Reservaten gefördert, gefährden jedoch dieses Ökosystem.

Verwaltung

rodung Sumatra (und die umliegenden Inseln) sind in insgesamt 10 Provinzen eingeteilt, wobei Aceh als Sonderregion Vorrechte genießt:
- Aceh (äußerster Nordwesten, mit der Insel Simeuluë), Hauptstadt Banda Aceh
- Bangka-Belitung (2 Ost-Inseln Richtung Borneo), Hauptstadt Pangkalpinang
- Bengkulu (südliche Küste), Hauptstadt Bengkulu
- Jambi (Mitte-Ost), Hauptstadt Jambi
- Lampung (Südostspitze Richtung Java), Hauptstadt Bandar Lampung
- Riau Kepulauan (Riaui-Inseln), Hauptstadt Tanjungpinang
- Riau (Ebene der Mitte, an Meerenge zu Singapur), Hauptstadt Pekanbaru
- Sumatera Barat (mittlere Westküste), Hauptstadt Padang
- Sumatera Selatan (Südost-Sumatra), Hauptstadt Palembang
- Sumatera Utara (Nordwest-Sumatra, mit der Insel Nias), Hauptstadt Medan

Bevölkerung

Medan Rund 47 Millionen Einwohner (Stand 2004) leben auf der Insel, die Bevölkerungsdichte liegt bei rund 100 Einwohner/Quadratkilometer und ist damit deutlich - nämlich 10-fach - niedriger als im benachbarten Java. Die bevölkerungsreichsten Regionen liegen um die Städte Medan und Palembang. Die Zentralregierung fördert(e) die Übersiedlung von Millionen Javanern im Rahmen des Transmigrasi-Programmes, was das politische Klima anheizt. Einige Regionen sind nahe am Bürgerkrieg. Die Bevölkerung ist großteils malaiischen Ursprungs, sie teilt sich auf über 50 verschiedene Sprachen, die einander jedoch recht ähnlich sind. Die Malaiische Sprache dominiert im Osten, im gebirgigen Westen finden sich zum Beispiel, die Minangkabau, die durch ihre matrilineare Gesellschaftsordnung besonders bekannt sind, daneben die Lampung, die Batak und die Achinesen. In den Städten leben zum Teil Chinesen. Die Mehrheit der Bevölkerung (etwa 90 %) bekennt sich zum Islam, 8 % Christen, der Rest verteilt sich auf die kleinen buddhistischen, hinduistischen und animistischen Gemeinden.

Wirtschaft

In Sumatra finden sich bedeutende Erdölvorkommen. Eine wichtige Rolle spielt der Bergbau, gefördert werden unter anderem Kohle, Gold, Bauxit und Zinn. An landwirtschaftlichen Produkten spielen unter anderem Kautschuk, Pfeffer, Kaffee, Palmöl und Tabak eine Rolle. Einen gewissen Stellenwert der nimmt auch der Fremdenverkehr ein - insbesondere im Gebiet des Tobasees.

Geschichte

Der ursprüngliche Name Sumatras war Swarna Dwipa ("Insel des Goldes"), er stammt vom Goldexport, der schon in frühen Zeiten aus dem Hochland Sumatras kam. Mit seiner Lage an der Seehandelsroute von Indien nach China begannen bald Handelsstädte zu blühen, die bekannteste war Srivijaya an der Stelle des heutigen Palembang. Im 11. Jahrhundert fielen Teile der Insel unter javanischen Einfluss und gleichzeitig begann sich der Islam auszubreiten. Es entstanden kleinere Sultanate, am bekanntesten war Aceh im Norden. 1596 landeten die Niederländer auf der Insel und eroberten nacheinander alle Sultanate, wobei Aceh erst 1905 völlig unterworfen werden konnte. Im Zweiten Weltkrieg war die Insel japanisch besetzt und wurde danach Teil der Republik Indonesien. Unruhepol Sumatras ist jedoch weiterhin die nach Unabhängigkeit strebende Region Aceh im Norden.

Seebeben vom 26. Dezember 2004

Große Teile der Nordwest-Provinz Aceh wurden durch das verheerende Seebeben im Indischen Ozean und der folgenden Flutwelle vor Sumatra am 26. Dezember 2004 zerstört. Behörden sprachen Anfang 2005 von mehr als 150.000 Opfern. Nach offiziellen Angaben kommen allein auf der besonders schwer getroffenen Insel Sumatra mehr als 94.000 Menschen ums Leben.
Doch einige Tage lang wurde die Schwere der Katastrophe von den javanischen Behörden vertuscht, weshalb die schwer zugängliche Westküste erst sehr spät von Hilfskräften erreicht wurde.

Literatur


- Jürgen Alex: Sumatra - Samosir im Tobasee - Insel auf der Insel, in: mtv (Medical Tribune) 4/1980, ISSN 0343-5237
- Schubart, Inge: Ärztin im Dschungel von Sumatra. Der biographische Roman spielt zwischen 1950-60 und schildert das ereignisreiche Leben der Ärztin Inge Schubart im Dschungel von Sumatra. ISBN 3-7987-0327-2
- Pfeiffer, Ida: Abenteuer Inselwelt. Reise 1851 einer bekannten österreichische Reiseliteratinn durch Borneo, Sumatra und Java, (Ed. Frauenfahrten), ISBN 3-900478-70-8
- Max Dauthendey: mehrere Veröffentlichungen. Auf der letzten Weltreise wird der zu seiner Zeit bekannte deutsche Reiseschriftsteller vom Weltkrieg überrascht und auf Java interniert, wo er u.a. über die Batak in Sumatra schreibt.
- Hofmann, Norbert: Der islamische Festkalender in Java und Sumatra. ISBN 3-88347-000-7

Siehe auch

Westsumatra Kategorie:Indonesische Insel ja:スマトラ島 ko:수마트라 섬 ms:Sumatera th:เกาะสุมาตรา zh-min-nan:Sumatra

Java (Indonesien)

Java ist eine der vier Hauptinseln der Republik Indonesien (neben Sumatra, Kalimantan und Sulawesi, zusammen Große Sunda-Inseln). Java liegt südlich von Kalimantan (Borneo) und östlich von Sumatra im Indischen Ozean. Die Insel hat eine Fläche von 132.107 km², sie hat etwa 120 Millionen Einwohner, mehr als jede andere Insel der Erde. Mit über 900 Einwohnern je km² ist die Bevölkerungsdichte eine der höchsten der Welt. Auf Java befindet sich die Hauptstadt der Inselrepublik Indonesien, Jakarta, mit über zehn Millionen Einwohnern. Jakarta dehnt sich in der Fläche immer weiter aus und wächst mit den Nachbarstädten Bogor, Tangerang und Bekasi zusammen, wofür inzwischen der Kunstbegriff "Jabotabek" gebräuchlich wurde. Die Insel ist außerordentlich fruchtbar. Im Westen finden sich noch kleinere Dschungelflächen, während es nach Osten zu allmählich trockener wird. Freie Flächen sind weitgehend kultiviert, wobei von Kaffee über Tabak und Mais zahlreiche Ackerbauprodukte gewonnen werden. Beherrschend aber ist der Reisanbau mit großen Feldern und Reisterrassen. Neben den zu beobachtenden unterschiedlichsten Erscheinungsformen der Natur (Dschungel, Savannen, Mangrovensümpfen, einer Reihe teils noch aktiver Vulkane und Kraterseen), zeugen zahlreiche Tempelanlagen auf Java von einer wechselvollen Kulturgeschichte vor der Kolonialzeit. Die bedeutendsten sind der buddhistische Tempel von Borobudur sowie der hinduistische Tempel von Prambanan. Eingeteilt ist es in die Provinzen Banten, Jawa Barat (Westjava), Jawa Tengah (Mitteljava), Jawa Timur (Ostjava) und das autonome Fürstentum Yogyakarta. Die Stadt Jakarta untersteht unmittelbar der Zentralregierung

Geschichte

Prähistorische Zeit

Das die Insel Java bereits in prähistorischer Zeit besiedelt war beweist der Fund des "Java Menschen", ein Subspezies des Homo erectus, der vom niederländischen Anthropologen Eugene Dubois 1891 am Brantas in der Provinz Jawa Timur gefunden wurde.

Vorkoloniale Zeit

Java bestand aus mehreren buddhistischen und hinduistischen Reichen von denen die mächtigsten Padschadsiran und Madschapahit (Madschaput) waren. Letzteres wurde zwar 1304 vom Sultan von Ternate erobert, kam jedoch 1359 wieder in den Besitz des eingebornen Monarchen Hayam Wuruk, der in der Folge längere Zeit als Kaiser die ganze Insel beherrschte. Anfang des 15. Jahrhunderts kamen moslemische Händler auf die Insel und eine Konversion zum Islam begann.

Kolonialzeit

Zwar hatten die Portugiesen bereits 1579 erste Handelsverbindungen geknüpft, sie wurden aber bald von den erstmals 1594 gelandeten Holländern verdrängt. Mithilfe der Niederländischen Ostindien-Kompanie bemächtigten sich die Kolonialherren bis zum Ende des 17. Jahrhunderts der ganzen Insel. 1825-1830 kam es zu einem Volksaufstand gegen die Holländer wegen einer Abgabe, die die Einheimischen in einem aliquoten Betrag der Reisernte abzugeben hatten. Den Kämpfen fielen über 200.000 Javaner und 8.000 Europäer zum Opfer. 1830 wurde die sogenannte cultuurstelsel. Statt Pacht zu zahlen, sollten die Bauern nunmehr ein Fünftel ihres Bodens zur Verfügung stellen, um auf diesem Land von der Regierung bestimmte Gewächse anzubauen. Zu diesem System gehörte auch, dass sie ihre Arbeitskraft 66 Tage im Jahr zugunsten der Regierung einsetzten. In der Praxis gingen die Belastungen für die Bauern häufig weit über die offiziellen Vorgaben hinaus. Die Waren wurden nach Europa verschifft und dort gewinnbringend verkauft. Dieses System kritisierte der niederländische Schriftsteller und ehemalige Kolonialbeamte Eduard Douwes Dekker in seinem 1860 unter dem Pseudonym Multatuli veröffentlichten Buch Max Havelaar.

Religion

Wie auf Sumatra (90 %) stellen Muslime auch in Java die Mehrheit. Java wurde im 15. und 16. Jahrhundert islamisiert, so dass heute rund 91 % der Javaner Muslime sind. Um 1815 schickten die Niederländer erstmals christliche Missionare nach Java. Viele Chinesen traten zum Christentum über, ebenso einige wenige Javaner die noch nicht islamisiert waren. Im Süden von Zentraljava gibt es einige christliche Gemeinden, die jedoch zum großteil von Angehörigen der chinesischen Minderheit bewohnt sind. Auch in Java gibt es Konflikte zwischen Muslimen und der christlichen Minderheit. 58 % der muslimischen Javaner bezeichen sich als Abangan, d.h. sie verstehen die Scharia symbolisch-mystisch, nicht als unmittelbar gültiges Gesetz.

Städte auf Java


- Jakarta etwa 11 Millionen Einwohner (Hauptstadt Indonesiens)
- Surabaya etwa 2,5 Mill. Einwohner
- Bandung etwa 1,7 Mill. Einwohner
- Semarang etwa 1,3 Mill. Einwohner
- Bogor etwa 800.000 Einwohner
- Malang etwa 750.000 Einwohner
- Surakarta etwa 550.000 Einwohner
- Yogyakarta 650.000 Einwohner

Geografie

Yogyakarta]] Die geografischen Lage beginnt bei etwa 6° Süd/105° Ost und erstreckt sich bis ca. 9° Süd/115° Ost. Die Insel folgt mit der größeren (nordwestlichen) Insel Sumatra und den kleineren östlich gelegenen Inseln dem so genannten Sundarinne bzw. Sundagraben. Der Sundagraben wiederum stellt die Verschluckungszone nördlich der Indisch-Australischen Platte dar. Auch wenn die Inseln auf der Kontinentalplatte liegen, dürfte dieser Bereich im erdgeschichtlichen Sinn nicht mehr lange das Antlitz der Erdoberfläche prägen.

Literatur


- Mochtar Lubis: Dämmerung in Jakarta
Mochtar Lubis entwirft in kräftigen Bildern das Panorama einer Großstadt - die Welt der Händler, Beamten, Journalisten, Rikschafahrer und debattierenden Intellektuellen. Der Autor arbeitete als Journalist für indonesische Zeitschriften, 1956 bis 1965 verbrachte er im Gefängnis oder unter Hausarrest, seine Haltung blieb ungebrochen. Nach seiner Rehabilitierung wurde er Chefredakteur der Literaturzeitschrift "Horison". ISBN 3-293-20098-2
- Levelink/Mawdsley/Rijnberg: Vier Spaziergänge Botanischer Garten Bogor
Umfassende Angaben zur Geschichte, Systematik der Anlage und etliche Abbildungen. ISBN 979-95078-3-9.
- Spektrum der Wissenschaft, 1/1984: Der Ausbruch von Krakatau
- Astronomie heute 3/2004: Der Schrei. Ausbruch des Krakatau und sein Einfluss auf das gleichnamige berühmte Gemälde
- Hofmann, Norbert: Der islamische Festkalender in Java und Sumatra. ISBN 3-88347-000-7

Weblinks


- http://nikswieweg.colibri-reisen.de/reisen/indones/java.htm Klaus Polak: umfangreicher Reisebericht, Anfahrten, Übernachtungen etc. Kategorie:Indonesische Insel ja:ジャワ島 ko:자와 섬 ms:Jawa

Philippinen

Die Republik der Philippinen (Republika ng Pilipinas, englisch Republic of the Philippines; der Name leitet sich ab vom spanischen König Philipp II.) liegt im westlichen Pazifischen Ozean und gehört zu Südostasien. Das Südchinesische Meer trennt die Inselgruppe von Vietnam im Westen, die Celebessee von Indonesien im Süden. Der Archipel, der sich von 5° bis 21° nördlicher Breite und von 117° bis 126° östlicher Länge erstreckt, bildet den fünftgrößten Inselstaat der Welt nach Indonesien, Madagaskar, Papua-Neuguinea und Japan.

Geographie

Die Philippinen bestehen aus 7.107 Inseln, von denen jedoch nur etwa 2.000 bewohnt sind. Nur 11 Inseln haben eine Fläche von mehr als 2.500 km², die größten sind Luzon, Mindanao, Samar, Negros, Mindoro, Panay und Palawan; nur 1.000 sind größer als 1 km². Der Archipel wird in drei Inselgruppen unterteilt: Luzon mit der Insel Luzon, die Visayas, u. a. mit den Inseln Palawan, Negros, Cebu, Leyte, Samar, Masbate und Bohol und als dritte Gruppe Mindanao, u. a. bestehend aus der Insel Mindanao, Basilan und dem Sulu-Archipel mit der Insel Jolo. Im Kern sind die Inseln die Spitzen über den Meeresspiegel aufragender submariner Gebirgsketten an der Grenze zweier Kontinentalplatten, der Philippinischen und der Eurasischen. Großräumig gesehen sind die Philippinen Teil des Pazifischen Feuerrings mit Erdbeben und Vulkanismus als häufigen Begleiterscheinungen dieser Lage an der Plattengrenze. Es gibt derzeit etwa 20 aktive Vulkane, von denen der Pinatubo und der Mayon - beide auf Luzon gelegen - in den letzten Jahren besondere Aktivität zeigten. Östlich der Inselgruppe verläuft der Philippinengraben, mit bis zu -10.540 m einer der größten Tiefseegräben der Erde. Als Folge von Seebeben können riesige Flutwellen, die Tsunamis, entstehen. Das Klima der Philippinen wird vor allem durch die Nähe zum Meer geprägt, kein Ort ist weiter als 200 km von der Küste entfernt. Die Lage der Inseln in den niederen tropischen Breiten und der Einfluss der umgebenden Meere bewirken eine über das Jahr sehr ausgeglichene Temperatur von rund 26° C mit nur geringen Schwankungen. Die meisten Niederschläge fallen im Zusammenhang mit dem Südwest-Monsun vor allem in der Zeit von Mai bis November. An der Westküste (Manila) bringt der Nordost-Monsun nur geringe Niederschläge, während an der Ostküste (Davao) ganzjährlich humides Klima herrscht. Wegen der überwiegend in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Gebirge fallen an der Westseite der Inselgruppe deutlich weniger Niederschläge als an der Ostseite. Von August bis Oktober ziehen häufig Taifune über die Mitte und den Norden der Philippinen; zwischen 1945 und 2000 wurden die Philippinen von 349 Taifunen überquert oder gestreift.

Tier- und Pflanzenwelt

Auf den Philippinen gibt es über 5.000 verschiedene Tier- und unzählige Insektenarten, sowie 14.000 verschiedene Pflanzen. Darunter sind auch Wasserbüffel (Carabo), Papageien, Flughörnchen, Delfine, Krokodile, Schlangen, Koboldmaki, Manabo, Schildkröten, Echsen und andere. Angeblich ist die philippinische Tierwelt der indonesischen sehr ähnlich, da in der Vergangenheit viele malaiische Einwanderer Tiere aus Indonesien mitbrachten. Es gibt auf der philippinischen Insel Calauit seit 1976 unter anderem auch ein Naturreservat mit 70 Giraffen und zahlreichen anderen afrikanischen Tieren wie Zebras oder Impalas. Die Insel gehört zu Palawan und man kann sich dort wie in Afrika auf "Safari" begeben.

Bevölkerung

Philippinische Sprachen

Auf den Philippinen werden mehr als 70 Sprachen und Dialekte gesprochen; praktisch jede Region hat ihre eigene Sprache oder Dialekt. Filipino,basierend auf Tagalog ist, neben Englisch, die Amtssprache der Philippinen. Tagalog wird vorwiegend auf der Insel Luzón gesprochen. Nur etwa 25 % der Filipinos sprechen Tagalog, aber Filipino wird von etwa 80% gesprochen und verstanden. Cebuano wird vorwiegend in Zentral-Visaya sowie im Norden und Westen Mindanaos gesprochen. Etwa 15 % der Bevölkerung sprechen Cebuano. Weitere wichtige Regionalsprachen sind: Ilokano (12 %) und Waray-Waray (9 %)

Spanisch

Spanisch war bis 1898 die Offizielle Sprache der Philippinen und wurde auch von etwa 10 % der Bevölkerung gesprochen. Die meisten die Spanisch sprachen, waren Mestizen oder kamen aus der Oberschicht. An höheren Schulen wurden meist in Spanisch unterricht, und auch viele Zeitungen erschienen in dieser Sprache. 1901 wurden die Philippinen eine amerikanische Kolonie. Die Amerikaner führten Englisch als erste Amtssprache ein. So kam es das das Spanisch immer mehr an Bedeutung verlor.

Religion

Katholiken (83 %), Protestanten (9 %), Muslime (5 %), Buddhisten (2 %), Hindus (1 %). Bei der zumeist katholischen Bevölkerung spielt der Glaube im Alltag eine große Rolle. Mehr als 80 % sind praktizieren ihren Glauben, bei den Muslimen sind es mehr als 90 % und bei den Protestanten sind c.a 78 % praktizerend. Die Katholische Kirche hat, anders als in vielen anderen Ländern, auf den Philippinen noch einen großen Einfluss auf die Politik und die philippinische Gesellschaft. Der Protestantismus erreicht die Philippinen erstmals im Jahr 1898 durch amerikanische Missionare. Sie förderten z.B die Philippine Independent Church oder die Iglesia ni Cristo Noch heute sind baptistische Missionare auf den Philippinen im Einsatz; sie verzeichnen vor allem bei animistischen Völkern regen Zulauf.

Demografie

Iglesia ni Cristo Die Bevölkerung setzt sich in der Mehrheit (90 %) aus Malaiien zusammen, die seit 4000 v. Chr. vorwiegend von Malaysia und Sumatra (Indonesien) ins Land einwanderten. Daneben besteht das Volk aus 2 % Chinesen und Minderheiten von Negritos (Ureinwohner, von denen es etwa 30 verschiedene Stämme gibt). Mestizen machen weitere 2 % der Bevölkerung aus. Neben philipinisch-spanischen (diese leben vorwiegend im Süden Mindanaos und sprechen eine spanische Kreolsprache, nämlich Chavacano), gibt es auch etwa 300.000 chinesische und ca. 20.000 japanische Mestizen. Im Gegensatz zu Indonesien und Malaysia wo die Malaien im 15. Jdh zum Islam konvertierten, sind die Philippinischen Malaien Christen. Christliche Malaien machen heute 92 % der Bevölkerung aus. 83 % davon sind Katholisch und 9 % Protestantisch. Darüberhinaus leben folgende Minderheiten auf den Philippinen:
- 110.000 Amerikaner und Europäer
- 35.000 Indonesier
- 31.000 Araber
- 30.000 Inder und Pakistaner
- 30.000 Japaner und Koreaner Seit den 80er Jahren sind zudem etwa 70.000 christliche Indonesier, vor allem aus Maluku und Süd-Kalimantan, aufgrund religiöser oder ethnischer Konflikten auf die Philippinen geflohen.

Malaiische Völker

Auf den Philippinen gibt es zahlreiche malaiische Völker. Die Philippinen sind genauso wie Indonesien ein Vielvölkerstaat. Die größte Gruppe unter den malaiischen Völker sind die Tagalogs, welche auf der Insel Luzon leben. Sie machen 30 % der Bevölkerung aus und ihre Sprache, das Tagalog, bildet die Grundlage für das Filipino. Filipino ist, neben Englisch, die Amtssprache der Philippinen. Desweiteren gibt es noch die Ilokanos, die Pangasináns, die Kampampangans, die Bicolano, die Hiligaynons, die Sugboanons, die Waraynons, die Masbatenyos und die Butuanons. Die Tausug, und die Maranaos, die vorwiegend im Süden Mindanaos und auf den Sulu-Inseln leben, sind, im Gegensatz zu den anderen malaiischen Völkern, überwiegend muslimisch. Bis in die 70er Jahre spielte der Islam in Ländern wie Indonesien, Malaysia oder Philippinen kaum eine Rolle. 1968 praktizierten nur knapp 20 % der philippinischen Muslime den Islam. Seitdem erfuhr er jedoch einen Aufschwung. Viele philippinischen Muslime wie auch ihre Malaysischen und Indonesischen Nachbarn wurden konservativer und nahmen die islamischen Regeln ernster. Viele muslimische Filipinos fühlten sich zudem eher zu Malaysia zugehörig als zu den überwiegend katholischen Philippinen. Zahlreiche Muslime wanderten nach Malaysia aus.

Ethnische Minderheiten

Etwa 10 Prozent, also gut 6 Millionen, der philippinischen Bevölkerung sind Mitglieder eines so genannten Stammes, von denen es etwa 30 gibt. Diese ethnischen Minderheiten leben über den gesamten Inselstaat verstreut und ernähren sich als Jäger, Sammler und Ackerbauern. Die "übrigen" Filipinos nennen die Ureinwohner Negritos, was "kleine Neger" bedeutet; im Hinblick darauf, dass helle Haut ein Schönheitsideal ist, eine recht geringschätzige und abwertende Bezeichnung. Trotz mangelnder Hygiene und steinzeitlicher Lebensweise einiger Gruppen ist das Bewusstsein der westlich orientierten Filipinos auf Erhaltung dieser Völker in den letzten Jahren gewachsen. Der offizielle Sammelname für diese Bevölkerungsgruppe ist Aeta. Außerdem wird in sechs Gruppen unterschieden:
- Negrito, zu denen die Aeta, Agtâ, Ayta, Ati und Ata zählen. Diese Stämme bevölkern ausschließlich die Inseln Negros und Panay, außerdem ganz Süd- und Mittelluzon und weite Teile Nordluzons.
- zu den Bergstämmen Luzons (Igorot) gehören die Apayao, Tingguian, Kalinga, Bontok, Kankanai, Ifugao, Ibaloy und die I-wak. Sie leben in Nordluzon an den Hängen der 2.022 bis 2.702 Meter hohen Berge und erbauten die legendären Reisterrassen.
- die Mangyan leben auf Mindoro in sieben Stämmen, Iraya, Alangan, Batangan, Tadyawan, Buhid, Hanunoo und Ratagnon, hauptsächlich im Landesinneren der Insel.
- die Insel Palawan beherbergt drei Stämme der Palawanvölker, die Tagbanua, die Batak und die Tau´t Batu.
- ebenfalls zu den Bergstämmen zählen die Mamanwa, Manobo, Manobo Bilit, Manobo Tasaday, Mandaya, Mansaka, T´boli und die Subanun, diese Völker leben aber nur in den Bergen Mindanaos.
- während die vorherigen Völker vornehmlich Animisten sind, leben im Süden der Philippinen auch muslimische Volksstämme, die Maranao, Magindanao, Samal, Yakan, Badjao, Tausug und die Jama Mapun. Sie bevölkern das Sulu-Archipel, den Süden Mindanaos, die Schildkröteninseln und die Inseln südlich von Palawan.

Armut

Armut ist in den Philippinen ein großes Problem, schätzungsweise 40 % der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. In allen Großstädten (Manila, Davao City usw.) gibt es ausdehnte Slums. Allein in Manila gibt es etwa 60.000 Straßenkinder, von denen viele vollkommen auf sich allein gestellt sind. Nicht wenige Mädchen müssen ihr Geld durch Prostition verdienen, andere verdienen ihr Geld als Schuhputzer, Autowäscher oder Müllsammler. Häufig müssen sie einen Teil ihres Verdienstes an Zwischenhändler abgeben oder als Schutzgeld an Banden bezahlen.
- Siehe auch: [http://nikswieweg.colibri-reisen.de/reisen/philipp/philipp.htm#Reisen%20bildet%20-%20sollte%20man%20meinen] - Klaus Polak über Slums in den Philippinen.

Geschichte

Seit prähistorischer Zeit bewohnen Negritos oder auch Aetas genannt, als ursprünglichste Bevölkerung die Philippinen. Um 25.000 v. Chr., zu einer Zeit als die Einwanderung noch über Landbrücken möglich war, wanderten austronesische Stämme ins Land. Ab ca. 2000 v. Chr kamen die ersten ethnischen Malaien von Indonesien (Java, Sulawesi,Sumatra) und Malaysia nach Mindanao und den Sulu-Inseln und breiteten sich im Laufe der Jahrhunderte über die gesamten Philippinen aus. 1380 fasste der Islam auf den südlichen Philippinen Fuß, es entstanden verschiedene Sultanate, darunter das einflussreiche Sultanat von Jolo. Um 1500 erreichte er Luzón. Um 1530 wird May Nilad gegründet. Die Gegend war bereits seit Jahrhunderten besiedelt, doch erst die Rajahs gaben dem Ort einen Namen. Als die Spanier 1565 die Philippinen als ihre Kolonie beanspruchten, waren bereits weite Teile der Philippinen durch malaiische Rajahs islamisiert. Allerdings vermittelten diese eine tolerante Form des Islams. Animistische Praktiken waren auch bei islamisierten Filipinos verbreitet. May Nilad (das spätere Manila) war ein muslimisches Dorf mit etwa 10.000 Einwohnern als die Spanier es 1571 eroberten. Sie zwangen den muslimischen Rajah Sulayman zum Katholizismus zu konvertieren. Zwei weitere Rajahs von May Nilad, Rajah Lakandula und Rajah Matanda konvertierten unter dem Druck der Spanier ebenfalls zum Christentum. Den Spaniern gelang es schnell auch die muslimische Bevölkerung zum Christentum zu bekehren, da der Islam in der Gesellschaft noch nicht gefestigt war. 100 Jahre später war der Islam meist auf die südlichen Philippínen beschränkt. Die Moslems, von den Spaniern Moros genannt, konnten im Süden von den Kolonialherrren jedoch nie völlig unterworfen werden. Nach Meinung von philippinischen Historikern wären die Philippinen, ohne die Ankunft der Spanier Mitte des 16. Jahrhunderts, vollständig islamisiert worden, wie es heute in Indonesien oder Malaysia der Fall ist. Mehr unter: Geschichte der Philippinen

Politik

Die Philippinen sind seit dem 4. Juli 1946 ein unabhängiger Staat. Mit der Wahl von Ferdinand E. Marcos zum Präsidenten im Jahr 1965 beginnt eine Zeit der Diktatur, die erst im Februar 1986 beendet wird, nachdem sich auch Militärs dem Volkswiderstand gegen Marcos anschließen und dieser schließlich das Land verlässt. Am 11. Februar 1987 tritt eine neue Verfassung in Kraft und seit 1987 sind die Philippinen eine Präsidialrepublik. Der Präsident hat weitreichende exekutive Befugnisse. Er beruft das Kabinett ein. Das Parlament besteht aus Repräsentantenhaus und Senat. Die Philippinen sind Mitglied im Sicherheitsrat der UNO, UN, ASEAN, APEC und der Unión Latino.

Terrorismus

Landesweit betrachtet ist die christliche Religion (etwa 84 % katholisch und 9 % protestantisch) auf den Philippinen am weitesten verbreitet. Etwa 5 % der Bevölkerung sind Moslems. Verglichen mit den anderen Landesteilen ist der Anteil an Moslems unter der Bevölkerung auf Mindanao besonders hoch (knapp ein Drittel muslimisch). Einzig auf den Sulu-Inseln stellen Muslime mit über 85 % die Mehrheit der Einwohner. Vor allem im Süden Mindanaos kommt es immer wieder zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Rebellen der nationalistischen MNLF (Moro National Liberation Front), der islamistischen MILF (Moro Islamic Liberation Front) und Regierungstruppen. Die MNLF setzt sich für einen autonomen Moslem-Staat ein, der aus den Inseln Mindanao, Palawan, Basilan und dem Sulu-Archipel bestehen soll. Im Zuge dieser Auseinandersetzungen kommt es auch immer wieder zu terroristischen Angriffen, wie etwa den Bombenanschlägen auf den internationalen Flughafen in Davao im Frühjahr 2003 sowie auf ein Hafenterminal in Davao etwa zur selben Zeit. Beide Anschläge forderten mehrere Todesopfer. Aufgrund dieser Gefährdungssituation wurden u. a. vom Auswärtigen Amt in der Vergangenheit mehrmals Reisewarnungen für die Philippinen herausgegeben und es wurde insbesondere von Reisen nach Mindanao abgeraten. Es handelt sich nur oberflächlich betrachtet um einen Religionskonflikt. Eine der zugrundeliegenden Ursachen ist beispielsweise das von den Vereinigten Staaten durchgesetzte Landgesetz von 1903, das es Christen gestattete, bis zu 23 ha Land zu besitzen, während der Landbesitz für muslimische und nichtchristliche Eingeborene auf 10 ha begrenzt war. Dieses Gesetz bildete nur einen Baustein einer andauernden systematischen Enteignungs- und Diskriminierungskampagne, die letztlich zu einem der größten vergessenen Kriege unserer Zeit führte: der Bürgerkrieg auf Mindanao forderte bis 2002 nach Angaben der Weltbank mindestens 120.000 Opfer, die Mehrzahl von ihnen muslimische Zivilisten. Zahlreiche Versuche zu ernsthaften Friedensabschlüssen zu gelangen scheiterten bisher, unter anderem an einer fehlenden langfristigen Perspektive für die Region, die einen fairen Interessenausgleich aller Beteiligten und Betroffenen bietet.

Verwaltungsgliederung

Die Philippinen sind hierarchisch wie folgt aufgebaut: Die unterste Verwaltungsebene ist das Barangay. Barangays bilden Städte und Stadtgemeinden. Die nächsthöhere Ebene sind die 79 Provinzen (Stand 2002) des Landes. Diese wiederum sind in 17 Bezirke gruppiert, um die Verwaltung zu vereinfachen. Jede Provinz wird von einem Gouverneur und einem Vizegouverneur geleitet; wohingegen jeder Stadt und Stadtgemeinde jeweils ein Bürgermeister und ein Stadtrat vorsteht. Die meisten Regierungsbüros der Bezirke besitzen ein Regionalamt, um die einzelnen Provinzen zu unterstützen. Mit Ausnahme der autonomen moslemischen Bezirke Mindanao und Cordillera besitzen die Bezirke aber keine eigene Regierung wie die Provinzen und Städte.

Bezirke


- Ilocos Region (Bezirk I)
- Cagayan Valley (Bezirk II)
- Central Luzon (Bezirk III)
- CALABARZON (Bezirk IV-A) ¹
- MIMAROPA (Bezirk IV-B) ¹
- Bicol Region (Bezirk V)
- Western Visayas (Bezirk VI)
- Central Visayas (Bezirk VII)
- Eastern Visayas (Bezirk VIII)
- Zamboanga Peninsula (Bezirk IX)
- Northern Mindanao (Bezirk X)
- Davao Region (Bezirk XI)
- SOCCSKSARGEN (Bezirk XII) ¹
- Caraga (Bezirk XIII)
- Autonomer moslemischer Bezirk Mindanao (engl. ARMM)
- Regierungsbezirk Cordillera (engl. CAR)
- National Capital Region (NCR) (Metro Manila) ¹ Die Bezeichnungen sind Abkürzungen, welche den Namen der Verfassungsprovinz oder -stadt tragen.

Wirtschaft


- Währung: 1 Philippinischer Peso = 100 Centavos
- 1 € = 68,10 Philippinische Peso (Stand 28. Juli 2005)
- BSP: 77,25 Milliarden Euro (2004) Die Philippinen gehören zu den, aus europäischer Sicht gesehenen, ärmeren Ländern. Es herrscht ein starker wirtschaftlicher Gegensatz zwischen einer kleinen reichen Oberschicht und der breiten Bevölkerungsmehrheit. In Manila etwa gibt es einerseits die saubere und sichere Wolkenkratzerstadt von Makati mit zahlreichen internationalen Unternehmen, auf der anderen Seite aber auch viele ausgedehnte Slums ohne ausreichende Wasser- und Stromversorgung. Weiterhin lässt sich ein deutliches Nord-Süd-Gefälle im Einkommen feststellen. Während auf der Hauptinsel Luzon (im Norden ) eine exportorientierte Industrie (vor allem im Bereich der Textil- und Elektronikindustrie) präsent ist, herrscht im südlichen Mindanao weitgehend die Landwirtschaft (Reisanbau) vor. Die wichtigsten Handelspartner sind die USA und Japan. Exportgüter sind vor allem Elektronik, Maschinen und Transportmittel. Etwa 7 Millionen Filipinos (ca. 6 % der Bevölkerung) arbeiten ständig im Ausland, philippinische Frauen besonders häufig in Hongkong, Singapur und arabischen Ländern, vor allem als Haus- oder Kindermädchen aber auch in einfachen Tätigkeiten, etwa als Kassiererin. Aufgrund der guten Ausbildung und guter Englischkenntnisse finden sich philippinische Auswanderer in den USA, Kanada, Australien, Neuseeland und Europa (Großbritannien, Italien, Spanien, Frankreich, Deutschland) gut zurecht. Sie arbeiten häufig im Gesundheitswesen, meistens als Techniker/-innen und Technolog/-innen, aber auch als Mediziner/-innen und Krankenpfleger/-innen sowie als Erzieher/-innen, Hauspersonal und in der Gastronomie. Philippinische Männer sind auf großen Kreuzfahrtschiffen weltweit zu finden, hauptsächlich in Wäschereien, als Musiker oder als Dienstpersonal. Auf Frachtschiffen dienen sie als Besatzungsmitglieder oder auch als Schiffsmeister und -offiziere. Da viele gutausgebildete Filipinos ins Ausland ziehen, leidet die einheimische Wirtschaft unter dem Verlust von Fachkräften (brain drain), auch der Heiratsmarkt wird dadurch ausgetrocknet. Andererseits kommen durch die Auslandstätigkeit Devisen ins Land. Die Regierung erwägt die Wiedereinführung einer 5-prozentigen Einkommenssteuer für alle im Ausland beschäftigten Filipinos, um Geld in den Staatshaushalt fließen zu lassen. Dieses Vorhaben stößt jedoch auf großen Widerstand der Betroffenen. Das Verkehrswesen des Inselstaates basiert überwiegend auf Schifffahrt, Luftfahrt und Straßenverkehr. Das Eisenbahnwesen ist wenig entwickelt und besteht im Wesentlichen aus einer einzigen Staatsbahnstrecke der Philippine National Railways (PNR). In Manila wurde in jüngster Zeit begonnen, ein modernes Stadtbahnsystem aufzubauen.

Kultur

Spanische Namen

Die Filipinos, aber auch die Inseln, Landesteile und Ortschaften tragen als Folge der rund 330 Jahre dauernden spanischen Kolonialherrschaft zumeist spanische Namen. Bis 1849 hatten die meisten Filipinos nur einen Vornamen; einige benannten sich auch nach katholischen Heiligen (z.B San Pedro, del Pilar, San Buenaventura). Am 21.11.1849 erließ der spanische Generalgouverneur Narciso Claveria y Zaldua ein Dekret, das für alle Filipinos Familiennamen obligatorisch macht. Zu diesem Zweck wird an alle Provinzgouverneure eine alphabetische Liste spanischer Namen verteilt. Die Provinzgouverneure senden an die Gemeindepfarrer je einen Ausschnitt aus dieser Liste. Die älteste Person jeder Familie konnte dann für die ganze Familie aus dieser Unterliste einen Namen für seine Familie aussuchen. Da durch dieses System Orte nur Namen bekamen, die mit einem bestimmten Buchstaben begannen, kann man aus vielen Namen die lokale Herkunft erkennen. Die Liste, auf die alle philippinischen Familiennamen zurückgehen, ist als Claveria Liste bekannt. Der Sinn des Dekretes war eine Vereinfachung der Verwaltung, Steuereinnahme und Volkszählung. Obwohl die Spanier rund 330 Jahre die Insel beherrschten, konnte sich die spanische Sprache nie durchsetzen; anders als in Mittel- und Südamerika setze man auf den Philippinen weniger auf die Vermischung zweier Kulturen, sondern war eher am Handel interessiert. Daher sprechen weniger als 5.000 Filipinos Spanisch als Muttersprache, allerdings sprechen etwa 230.000 Filipinos Chabacano, eine spanische Kreolsprache. Für viele alltägliche Begriffe, unter anderem Zeit und Zahlenangaben, Bezeichnungen von Hausabteilen, Haushalts- und Kleidungsartikeln und Fahrzeugteilen, spanische Namen oder Wörter benutzt. Auch diese wurden teilweise umgewandelt oder entfremdet, erinnern jedoch immer noch sehr an die spanischen Begriffe. Zum Beispiel bedeutet das Wort "siempre" im spanischen "immer, ewig", auf den Philippinen wird dieses Wort eher für "natürlich, na klar" verwendet. Es existieren teilweise eigene Tagalog-Ausdrücke für die oben genannten Begriffe, diese werden jedoch aus ästhetischen Gründen (spanische Begriffe klingen schöner) kaum verwendet. Es sind jedoch Bemühungen im Gange, in Anlehnung an den Nationalhelden und Literaten José Protasio Rizal, die historisch überlieferte Sprache wiederzubeleben. Von Spaniern gegründete Schulen wie Colegio de San Juan de Letran, Univ. de Santo Tomas, Colegio de Santa Catalina und anderen Organisationen, wie z. B. Circulo Cervantino und Casino Español lehren noch spanisch und kommunizieren auch in dieser Sprache.

Philippinische Küche

Essen

Etwa 60 bis 70 % der philippinischen Gerichte stammen von spanischen Gerichten ab. Fisch und Meeresfrüchte sind die Grundnahrungsmittel der Philippinen. Garnelen, Krabben und Langusten jedoch sind teuren und exklusiven Gerichten vorbehalten. Als Arme-Leute-Essen gelten Muscheln und Schnecken, diese werden aber auch als Delikatesse in guten Restaurants serviert. Reis ist Bestandteil jeder Mahlzeit. Schweinefleisch wird, außer in den islamischen Regionen, gerne gegessen. Als Nationalgericht gilt Adobo, dieses besteht entweder aus Schweinefleisch, Rindfleisch, Geflügel, Fisch oder Gemüse, welches gedünstet wird. Dazu kommen noch Essig, Knoblauch, Zwiebeln und je nach Region Sojasoße oder Kokosmilch. Für feierliche Anlässe wird meist geröstetes Spanferkel mit Lebersoße serviert, in den Philippinen bekannt unter den Namen Lechon mit Sarsa. Andere populäre Speisen sind Fleisch- oder Fischspieße Inihaw (gegrillt) oder auch an der Luft getrocknetes und gesalzenes Rindfleisch (Tapa), welches gebraten oder gegrillt und mit Nipapalm-Essig gewürzt wird. Die Speisen sind nicht so stark gewürzt wie in anderen asiatischen Ländern. Ausser in der Provinz Bicol, dort wird gerne scharf gegessen (Bicol Express). Chinesischen Ursprungs sind mit Fleisch oder Gemüse gefüllte Teigtaschen (Siopao). An Geburtstagen werden lange Nudeln (Pansit), die ein langes Leben symbolisieren sollen, serviert. Aufgrund der spanischen Kolonisat