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IndustrialisierungDie Industrialisierung ist der Prozess des Übergangs von der Handarbeit zur Fabrikarbeit, der sich auf Maschinen stützte, sowie die Verbreitung dieser neuen Produktionsweise in allen Wirtschaftsbereichen.
Beginn
Die Industrialisierung begann zunächst in England während des 18. Jahrhunderts. Hier waren der Absolutismus und die Grundherrschaft früher als in anderen Ländern Europas gelockert, Zunftzwang gab es im Gegensatz zu deutschen Landen gar nicht. Somit waren die Voraussetzungen für die freiere Ausbreitung des Handels, der Kapitalbildung und der technischen Erneuerung gelegt. Meilensteine waren die Erfindung der Dampfmaschine 1712 durch Thomas Newcomen, sowie von Spinnmaschinen, mechanischem Webstuhl und des Puddelverfahrens bei der Eisengewinnung. Bedeutsam war auch die Erfindung der Dampflokomotive und der ersten öffentlichen Eisenbahnen. England wurde daher zum Mutterland der Industrialisierung unter privatwirtschaftlichen, kapitalistischen Bedingungen. Später verbreitete sie sich schrittweise in die anderen Länder Europas und Nordamerikas aus.
Der Begriff Industrielle Revolution steht dabei besonders für die erste Phase der Industrialisierung. Arnold Gehlen hat sie für die bedeutendste Revolution der Produktivkräfte seit der "neolithischen Revolution" erklärt, seit also dem Übergang vom Jagen, Sammeln und Fischen zu Landwirtschaft und Viehzucht in der Jungsteinzeit vor rd. 10.000 Jahren.
Folgt man der Sektoreneinteilung von Fourastié - "Primärer Sektor" der Rohstoffgewinnung (Ackerbau, Viehzucht, Förderung von Bodenschätzen), "Sekundärer Sektor" der Verarbeitung, "Tertiärer Sektor" der Dienstleistungen, auch schon: "Quartärer Sektor" der Freizeitwirtschaft, "Quintärer Sektor" der Abfallwirtschaft - so sind in allen Sektoren Industrialisierungsprozesse aufgetreten, historisch ausgehend vom Sekundären Sektor.
Rückgang
Seit die Anzahl der Industriearbeiter in vielen im 19. Jahrhundert industrialisierten Gesellschaften ("Dienstleistungsgesellschaften") relativ auffällig sinkt, wird in der Soziologie auch von De-Industrialisierung gesprochen. Ehemalige Industrieanlagen und Gebäude werden oft als Industriedenkmale erhalten.
Kategorie:Soziologie
ko:산업화
Sozialer WandelDer Soziale Wandel beschreibt die Veränderungen, die innerhalb einer Gesellschaft über einen längeren Zeitraum vor sich gehen.
Zur Beschreibung dieser Entwicklung wurden verschiedene Begriffe wie Entwicklung, Fortschritt oder Evolution benutzt. Allerdings haben sich viele von ihnen als problematisch erwiesen, da hier einerseits der Eindruck von einem unabdingbar notwendigen Geschehen entstehen kann und andererseits eine Veränderung hin zu einer höheren Ebene suggeriert wird. Um einen neutraleren Begriff zu verwenden, wurde von Ogburn der Begriff des "sozialen Wandels" in die Soziologie eingeführt.
Ralf Dahrendorf definiert besonders rapiden und radikalen sozialen Wandel als "Revolution", Lars Clausen besonders rapiden, radikalen und magisierten (dämonisierten) (= 'krassen') sozialen Wandel als "Katastrophe".
Die Ursachenbestimmung von sozialem Wandel ist recht komplex. Versuche, den Wandel monokausal durch einen einzelnen Faktor zu erklären (z.B. durch technische Entwicklung, ökonomische Basis, Kultur, Religion etc.), gelten unter vielen Wissenschaftlern als ungeeignet. Man geht vielmehr von einer weitreichenden Interdependenz der sozialen Handlungsfelder und Bereiche aus, wobei einzelne Bereiche anderen Bereichen vorauseilen können. Damit ist der soziale Wandel in eine Gleichzeitigkeit von Veränderung und Statik eingebettet.
Für "sozialen Wandel" in zumeist eingegrenzten Fällen siehe auch: Sozialer Prozess.
Literatur
- Norbert Elias: Über den Prozess der Zivilisation, 1939.
- Rainer Zoll (Hrsg.): Ein neues kulturelles Modell. Zum soziokulturellen Wandel in Gesellschaften Westeuropas und Nordamerikas, Opladen 1992. ISBN 3-531-12419-6
Kategorie:Soziologie
FabrikDie Fabrik (lat. fabrica: Werkstatt) ist eine Einrichtung für den industriellen Großbetrieb, die eine größere Anzahl unterschiedlicher Arbeitsvorgänge vereinigt und mit Hilfe von Maschinen, Produktionsmitarbeitern und einer Betriebsführung gewerbliche Erzeugnisse herstellt. Den Besitzer bzw. Betreiber einer Fabrik bezeichnete man früher als Fabrikant, heute meist als Unternehmer. Auch das Gebäude, in dem diese Einrichtung untergebracht ist, bezeichnet man als Fabrik.
Fabrik und Manufaktur
Unterschieden wird die Fabrik von der Manufaktur, in der jede Maschine auf die Herstellung eines einzigen Produkts ausgerichtet war, wobei die maschinelle Ausrüstung meist nur geringfügig zum Einsatz kam und vor allem von Hand gearbeitet wurde. Hierbei war es für die Beschäftigten auch möglich, in Heimarbeit zu produzieren. Die Einrichtung einer Fabrik hingegen besteht aus etlichen Maschinen (buchhalterisch das Anlagevermögen) für mehrere Arbeitsschritte, was eine Steigerung der Produktivität ermöglicht. Mit zunehmender Bürokratisierung und Arbeitsteilung wurde der Begriff Fabrik durch Werk oder Betrieb ersetzt.
Geschichte
Betrieb auf dem europäischen Kontinent.]]
In der Frühzeit der Bildung von Manufakturen (noch während des Zunftwesens) wurden diese staatlich gefördert, da man in ihnen die Möglichkeit sah, die Ausfuhr wertvoller Fabrikate zu erhöhen und dringend benötigtes Bargeld einzunehmen. Der eigentliche Aufschwung des Fabrikwesens und hiermit der Übergang von Manufakturen zu Fabriken beginnt mit dem Aufkommen leistungsfähiger mechanischer Vorrichtungen im späten 18. Jahrhundert, dem Beginn der Industrialisierung. Insbesondere die Erfindung der Dampfmaschine und ihre Anwendung in der englischen Textilindustrie wird immer wieder als Startzeitraum der Industrialisierung und der neuzeitlichen Fabrik betrachtet.
Die Einrichtung und Nutzung dieser Maschinen konnte nur mit großem Kapitaleinsatz erfolgen, der von vielen kleinen, handwerklich arbeitenden Kleinunternehmern nicht geleistet werden konnte. Diese Entwicklung führte in vielen Branchen zu Großbetrieben, welche die seinerzeit gängigen Hausbetriebe und selbständigen Kleinbetriebe in der Folge sinkender Preise für Fabrik-Erzeugnisse aus vielen Bereichen verdrängten. Die damit einhergehende Notsituation von Handwerkern reichte bis weit in das 19. Jahrhundert hinein und ließ seinerzeit sogar Zweifel an der Notwendigkeit von Fabrikationsbetrieben aufkommen.
Fabrik der Zukunft
Mit dem Einsatz der Informations- und Kommunikationstechnologien wurden die Produktionsprozesse weltweit revolutioniert. CAD: Computergestützte Konstruktion, CNC: Computergesteuerte Bearbeitung (Fräsen, Drehen, Bohren, Schleifen, Erodieren, Stanzen...) und darauf aufbauende integrierte Produktionskonzepte (CAM / Computer-gestütztes Produzieren) und CIM / Computerintegrierte Produktion) stellen die Herstellung von Produkten auf "digitale Füße" und erlaubte eine neue - ortsunabhängige - Organisation von Wertschöpfungsprozessen. Diese Technik führt dazu, dass nicht nur die Industrie, sondern auch Kleinbetriebe und das Handwerk sich in Produktionsnetzwerken organisieren können. Während die Großunternehmen diese technischen Möglichkeiten vor allem dazu nutzen, um ihre globalisierenden Zulieferketten effizient zu managen, gibt es seit Anfang des 21. Jahrhunderts auch Handwerksunternehmen, die sich eigene Produktionsplattformen schaffen und auf diese Weise die ökonomischen Rahmenbedingungen ihrer Produktionsweise auf eine bessere Grundlage stellen. Das Konzept der Fabrik der Zukunft als strategische Chance für eine nachhaltige Wirtschaftweise war auch eng verknüpft mit dem Gedanken der kundenindividuellen Produktion.
Maßproduktion statt Massenproduktion als eine Chance für ressourceneffizientes und neues Wirtschaften wurde erstmals am Beispiel der Maßschuhherstellung exemplarisch umgesetzt.
Soziologie der Fabrik
Der Fabrikbetrieb verdrängte einerseits gewisse Gruppen an Produzenten, andererseits schuf er aber neben den produzierenden Arbeitern eine ganze Reihe weiterer Arbeitsfelder: Handelsvermittler, Techniker, Aufseher und Beamte. Der Übergang von handwerklichen und agrarischen Produktionen zur fabrikmäßigen Fertigung war sozial folgenreich. Er verursachte u.a. folgende Veränderungen:
# Wohnstätte und Arbeitsraum zu trennen
# Der Arbeitsraum dient einzig dem Arbeitszweck
# den Arbeitsablauf zu rationalisieren und zu routinisieren
Im Zuge von Rationalisierung, Globalisierung und Automatisierung arbeiten in Westeuropa immer weniger Menschen in der Fabrik, und sie kommen in die Lage, durch Arbeitsverdichtung und Arbeitshetze immer mehr Produkte in immer kürzerer Zeit herstellen zu müssen, zusammengefasst: die Produktivität lässt sich steigern.
Gesetzgebung
Zur Gesetzgebung im Zusammenhang mit Fabriken, siehe Arbeitsschutz, Umweltschutz.
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Kategorie:Stadtbaugeschichte
ja:工場
Produktion
Produktion (v. lat.: producere = hervor führen) ist der vom Menschen bewirkte Transformations-Prozess, der aus natürlichen wie bereits produzierten Ausgangsstoffen unter Einsatz von Energie, Arbeitskraft und bestimmten Produktionsmitteln lagerbare Wirtschafts- oder Gebrauchsgüter erzeugt. Sie ist Teil des Betriebsprozesses. Eine umfassende Betrachtung der Produktion erstreckt sich nicht nur auf technologische Gesichtspunkte, sondern auch auf sozio-kulturelle und ethisch-normative Wertvorstellungen über die Arbeit, denen sie als einer der grundlegenden Vorgänge zur Deckung der menschlichen Bedürfnisse unterliegt.
Der Begriff der Produktion ist dabei zunächst nicht auf den industriellen Bereich beschränkt. Produziert wird ebenso im Handwerk, in der Land- und Forstwirtschaft und auf künstlerischem Gebiet. Dienstleistungen sind eingeschränkt produzierbar, solange ein zumindest in Maßen als Gegenstand zu begreifendes Produkt erzeugt wird (Fernsehsendung). Nicht lagerbare Wirtschaftsgüter, wie beispielsweise Elektrizität, werden dagegen in der Regel nicht produziert, sondern bereit gestellt.
Die wettbewerbsfähige Güterproduktion basiert auf hoch qualifizierten Fachleuten, besonders aber auf einem hohen Technisierungsgrad. Die Produktionsforschung entwickelt Verfahren, Ausrüstungen und Produktionsstätten unter anderem für den Fahrzeugbau oder das verarbeitende Gewerbe. Besonders wichtig sind ihre Ergebnisse aber im Maschinen- und Anlagenbau, dessen Produkte über die Leistungsfähigkeit der anderen Industriezweige bestimmen.
Umweltbelastung bei der Produktion eines Automobils
Dies fängt schon bei der Gewinnung der Rohstoffe die zur Herstellung eines Autos notwendig sind an. Auch beim Transport der Rohstoffe wird Energie verbraucht. Bei der Produktion eines einzigen Autos werden 200.000 Liter Wasser und die Energie aus 1500 Litern Öl verbraucht. Außerdem werden giftige Schwermetalle und krebs-erzeugende Lösemittel verwendet. Über 200.000 Tonnen Schlamm aus der Lackiererei werden jährlich als Sondermüll entsorgt. Die größte Umweltbelastung stellt der Betrieb eines Pkws dar : Es werden 1.016 Millionen m3 belastete Luft frei, über 12.000 l Kraftstoff, 112,5 l Motoröl, 10 l Frostschutzmittel, 6 l Bremsflüssigkeit, 3 Auspuffanlagen, 16 Reifen, 24.000 l Wasser zum Waschen, 10 Ölfilter, 5 Luftfilter und 20 Zündkerzen werden durchschnittlich bei einer Lebensdauer des Fahrzeuges von 10 Jahren verbraucht. Zur Herstellung eines Autos werden 40.000 kWh benötigt, um 100.000 km zu fahren braucht ein Auto etwa 50.000 kWh, für die Verschrottung sind noch einmal 5.000 kWh erforderlich. Ein Auto braucht also ca. 100.000 kWh, mit dieser Energie könnte ein durchschnittlicher Haushalt all seine Geräte ca. 30 Jahre lang betreiben.
Produktionswirtschaft, Produktionstheorie
Die Betrachtung der Produktion ist jedoch insbesondere auf die industrielle Fertigung im Produktionsbetrieb ausgerichtet.
Die Betriebswirtschaftslehre führt sie als eine der klassischen Funktionen im Betrieb (Produktionswirtschaft, Industriebetriebslehre, Technologie).
In der Volkswirtschaftslehre beschreibt die Produktionstheorie die Herleitung der Angebotskurve (Angebot (Volkswirtschaftslehre)) im Marktmodell. Von einer Technologie ausgehend, die alle technisch machbaren Kombinationen von Inputfaktoren beschreibt, lässt sich die effizienteste Faktorkombination - für gegebene Preise - herleiten (so genannte Gewinnmaximierung). Daraus lässt sich Faktornachfrage und das Güterangebot herleiten.
Modelle
- Faktor-Substitution
Substitutional bedeutet, dass die Faktoren beliebig kombiniert werden, also der eine Faktor den anderen ersetzen kann.
- Partielle Faktor-Variation
Im Gegensatz zur Faktorsubstitution, bei der die Ausbringungsmenge bei Änderung des Verhältnisses der Einsatzfaktoren konstant bleibt, ändert sich die Ausbringungsmenge. Partiell bedeutet ferner, dass lediglich ein Faktor geändert, der andere konstant gehalten wird.
- Totale Faktor-Variation
Alle Produktionsfaktoren können frei eingesetzt werden (keine Restriktion).
Siehe auch: schlanke Produktion (lean Production), Minimalkostenkombination, Kuppelproduktion
Faktorbeziehungen
Hinsichtlich der Faktorbeziehungen lassen sich substitutionale und limitationale Produktionsfunktionen unterscheiden.
Bei substitutionalen Produktionsfunktionen stehen die Ertragsfaktoren in keiner festen Relation zu dem mengenmäßigen Ertrag. Substitionale Produktionsfaktoren können daher gegeneinander ausgetauscht werden, ohne dass dadurch der mengenmäßige Ertrag verändert wird.
Im Gegensatz hierzu stehen die Faktoren bei limitationalen Produktionsfunktionen in einer technisch determinierten Relation zur geplanten Produktionsmenge. Zur Erzeugung eines bestimmten Ertrages ist eine technisch genau festgelegte Einsatzmenge jedes limitationalen Produktionsfaktors erforderlich. Dies findet man häufig in der chemischen Industrie.
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ja:生産
Wirtschaft
Der Begriff Wirtschaft (Wortbedeutung: "Wert schaffen") umschreibt alle Einrichtungen und Handlungen von Menschen mit dem Ziel, die in der Umwelt vorhandenen Ressourcen und die vom Menschen geschaffenen Ressourcen zu nutzen, um die Erhaltung und Sicherheit des Lebens der Menschen zu garantieren und zu fördern sowie ihre materiellen und immateriellen Bedürfnisse zu befriedigen.
Die Bedürfnisse des Menschen können in drei Bereiche aufgeteilt werden, deren Reihenfolge eine Priorisierung bei der Zuteilung von Gütern ermöglicht:
- Existenzbedürfnisse umfassen unter anderem das Bedürfnis nach ausreichender Nahrung, Flüssigkeit, Wohnraum und Sicherheit;
- Grundbedürfnisse umfassen unter anderem das Bedürfnis nach Gesundheit, Umwelt und Kleidung und Ähnlichem.
- Luxusbedürfnisse können dagegen nicht generalisiert beschrieben werden. Sie hängen vom Stand der jeweiligen Gesellschaft ab. So kann in einer modernen westlichen Wirtschaft die internationale Mobilität bereits als Grundbedürfnis angesehen werden, in anderen Gesellschaften dagegen noch als Luxusbedürfnis. Siehe dazu auch Lebensstandard.
Die Wirtschaft hat eine Verantwortung als eine der gestaltenden Kräfte in der Gesellschaft. Mit dieser Dimension der Gestaltung ist die Wirtschaftsethik befasst. Viele Unternehmensberater weisen auf die Gefahren hin, in die sich Unternehmen begeben, wenn sie offensichtlich egoistisch handeln und dadurch ihr Image bei potenziellen Kunden und Geschäftspartnern schädigen.
Entwicklung zur modernen Wirtschaft
Eine typologisierende Geschichte der Wirtschaft beginnt mit der Ausnutzung der in der Natur vorhandenen Güter, beispielsweise der Nahrung und der Rohstoffe. Diese Bereiche der Wirtschaft - Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Bergbau - bilden bis heute einen fundamentalen Bestandteil der Gesamtwirtschaft. Sie dienen der Bevölkerung primär zur Befriedigung ihrer elementaren Bedürfnisse, der sog. Existenzbedürfnisse.
Darauf aufbauend wird eine Wirtschaft entwickelt, die bereits vorhandene Güter in andere Güter umwandelt. Dieser Bereich wird als "gewerbliche Wirtschaft" bezeichnet und umfasst Handwerk und Industrie. Produkte der gewerblichen Wirtschaft befriedigen üblicherweise andere Bedürfnisse als die, die mit den Ausgangsgütern befriedigt werden.
Um die Befriedigung der Bedürfnisse einer Bevölkerung sicherzustellen, müssen die vorhandenen Güter jedoch auch an verschiedenen Orten verfügbar sein. Hierzu dienen die Wirtschaftsbereiche des Handels und die Verkehrswirtschaft.
Schließlich reichen materielle Güter alleine nicht zur Befriedigung menschlicher Bedürfnisse aus. So umfasst der Bereich der Dienstleistungswirtschaft ein weites Spektrum an immateriellen Gütern.
In der modernen Wirtschaft wird zudem oftmals die Informationswirtschaft als neuer, eigenständiger Bereich aufgeführt, der die Versorgung von Menschen mit den richtigen Informationen zur gewünschten Zeit sicherstellen soll.
Wirtschaftsformen
Mehr in einem typologischen als historischen Sinn kann die Selbstversorgung als ursprüngliche Wirtschaftsform angesehen werden, in der jeder Mensch oder kleine Gruppen von Menschen jeweils alle Aufgaben übernehmen, die zur Befriedigung der Bedürfnisse notwendig sind.
Auf Basis größerer sozialer Gemeinschaften entwickelt sich das Prinzip der Tauschwirtschaft, in der einzelne Menschen die Rolle eines Spezialisten ausüben und sich auf die Produktion oder Umwandlung eines speziellen Gutes konzentrieren. Die Befriedigung der Bedürfnisse erfolgt dabei im gegenseitigen Austausch dieser Güter. Das Prinzip der Tauschwirtschaft ist die Grundlage für praktisch alle heutigen Wirtschaftsformen.
Die meisten modernen Wirtschaftsformen lassen sich grundsätzlich weiter in die Bereiche Naturalwirtschaft und Geldwirtschaft aufteilen. Die ursprüngliche Naturalwirtschaft ermöglicht den Austausch von Gütern nur zwischen Personen, die gegenseitig über Güter zur Befriedigung der Bedürfnisse des jeweils anderen verfügen. Die Geldwirtschaft führt das neutrale Tauschmittel Geld ein, das die Suche nach einem geeigneten Tauschpartner erleichtert.
Die Realität zeigt heute in den meisten großen Wirtschaftsnationen einen überwiegenden Anteil an Geldwirtschaft. Dabei ist jedoch in den meisten Fällen auch ein oftmals nicht unbedeutender Teil an Naturalwirtschaft zu beobachten, der auf dem Austausch von gegenseitigen Leistungen basiert. Insbesondere in Vereinen, sozialen Organisationen, aber auch im Bereich der Schwarzarbeit lassen sich noch heute oftmals Tauschgeschäfte ohne Verwendung von Geld feststellen.
Der Bereich der Geldwirtschaft kann zudem grob noch weiter unterteilt werden in die Formen der Marktwirtschaft und der Planwirtschaft. Dabei überlässt die Marktwirtschaft den Beteiligten das eigenverantwortliche Handeln in Form eines - mehr oder weniger freien - Marktes, der den Ausgleich zwischen Bedürfnissen und Gütern schaffen soll.
Die Planwirtschaft hingegen ist darauf angelegt, mit Hilfe einer zentralen Steuerung die Bedürfnisse der Menschen zu ermitteln und die vorhandenen Ressourcen zu einer gerechten Verteilung der produzierten Güter einzusetzen.
In der Realität lassen sich in den meisten Wirtschaftssystemen jedoch wiederum Elemente beider Ansätze finden. So sind auch in den westlichen Dienstleistungsnationen stets einzelne Wirtschaftsbereiche in Form der Planwirtschaft abgedeckt worden, beispielsweise das Postwesen. Auch gelten heute in praktisch allen modernen Wirtschaften die Güter "Sicherheit" und "öffentlicher Verkehr" als Aufgabe des Staates und werden zentral verwaltet. Um trotz des planwirtschaftlichen Ansatzes die Vorteile der Marktwirtschaft zur Optimierung des Mitteleinsatzes zu nutzen, wird vermehrt zur Form des regulierten Marktes gegriffen, in dem die Beteiligten weitgehende wirtschaftliche Freiheit genießen, jedoch einer gewissen staatlichen Kontrolle unterworfen sind, indem sie z.B. zur Erbringung gewisser Mindestleistungen zu festgelegten Preisen gezwungen sind.
In Westeuropa ist hierbei oftmals von sozialer Marktwirtschaft die Rede. Dieser Begriff wurde weitgehend von Ludwig Erhard, dem ersten deutschen Bundeswirtschaftsminister nach dem Zweiten Weltkrieg und späteren Bundeskanzler, in den 1950er Jahren geprägt.
Wirtschaftswissenschaften
Zur Untersuchung wirtschaftlichen Handelns, der Gesetze der wirtschaftlichen Entwicklung und zur wissenschaftlichen Unterstützung staatlichen und betrieblichen Entscheidens haben sich die Wirtschaftswissenschaften (Ökonomik) entwickelt. Sie werden üblicherweise in zwei Bereiche aufgeteilt, die Volkswirtschaftslehre und die Betriebswirtschaftslehre.
Die Volkswirtschaftslehre untersucht gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge in der Mikroökonomie als Resultat rationaler Entscheidungen individueller Akteure (Haushalte, Unternehmen) und in der Makroökonomie als Ergebnis des systematischen Zusammenspiels gesamtwirtschaftlicher Aggregate (gesamtwirtschaftliche Nachfrage, Investitionen, Preisniveau etc.).
Die Betriebswirtschaft hingegen befasst sich mit dem Verhalten einer wirtschaftlichen Einheit, dem Unternehmen, im Rahmen ihrer begrenzten Möglichkeiten und Mittel.
Als Begründer der modernen Wirtschaftswissenschaften wird zumeist der Schotte Adam Smith angesehen, der 1776 sein berühmtes Buch An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations veröffentlichte. In diesem Buch kritisierte Smith den bis dahin zumeist vorherrschenden Merkantilismus. Sein weit verbreitetes Werk fand in Großbritannien und den USA große Anerkennung und vermittelte erstmals die Idee einer neuen Wissenschaftsrichtung zur Untersuchung des wirtschaftlichen Handelns. Smith brachte insbesondere bereits existierende Ideen der Gewaltenteilung von Montesquieu und die Ideen des Historikers David Hume über menschliche Motive und Handlungsweisen zusammen.
Die moderne Volkswirtschaftslehre beruht zum einen auf den Untersuchungen und Veröffentlichungen von John Maynard Keynes, der in seinem umstrittenen Werk The Economic Consequences of the Peace die Reparationszahlungen nach dem 1. Weltkrieg als Ruin für die Volkswirtschaft Deutschlands kritisierte. Vor allem seine Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes dominierte über mehrere Jahrzehnte die makroökonomische Diskussion. Neben dieser nachfrageorientierten (keynesianischen) Volkswirtschaftslehre hat in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zunehmend eine angebotsorientierte Orientierung (Monetarismus) Verbreitung und Anerkennung gefunden, die auf den Ökonomen Milton Friedman zurückgeht. Im wirtschaftspolitischen Bereich wurden diese angebotsorientierten Sichtweisen am deutlichsten in England von der Premierministerin Margaret Thatcher (Thatcherismus) und in den USA von dem Präsidenten Ronald Reagan (Reaganomics) umgesetzt.
In den Wirtschaftswissenschaften wird heute meistens davon ausgegangen, dass die Bedürfnisse des Menschen theoretisch unbegrenzt sind. Da die Mittel zur Befriedigung dieser Bedürfnisse jedoch begrenzt sind, können zwangsläufig nicht alle Bedürfnisse befriedigt werden. Die Güter zur Befriedigung der Bedürfnisse sind also knapp (Prinzip der Güterknappheit), die Wirtschaft umschreibt in dieser Sicht die Aufgabe, die vorhandenen Güter optimal zu nutzen.
Das Prinzip der Nachhaltigkeit: Die Christliche Soziallehre
Unter kritischer Abkehr von nachweislich falschen libertären Wirtschaftstheorien entwickelten die Kirchen gemeinsam mit sozialen Organisation ein alternatives, weniger marktfundamentalistisches Wirtschaftskonzept, welches, aufbauend auf die christlichen Grundüberzeugungen, das Leben der Menschen solidarischer und nachhaltiger gestalten helfen soll.
Ökologie, Ökonomie - Dem Wohl und dem Überleben dienen
Dieses Leitbild verbindet die ökologische Frage mit der sozialen und ökonomischen Frage und dem Thema des Überlebens der Menschheit. "Dauerhafte Entwicklung" bzw. "Nachhaltigkeit" vernetzt folgende Gesichtspunkte:
-Gerechtigkeit und Frieden: ein weltweites Entwicklungskonzept für alle Menschen - besonders in den wirtschaftlich schwachen und armen Ländern - in ihrem staaten- und länderübergreifenden Zusammenleben
-Ökologie: die Rückkopplung der weltweiten wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungsprozesse an die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen
-Gegenwart: die Sicherung der Grundversorgung für alle heute lebenden Menschen und die Teilhabe aller Menschen an den Gütern der Erde
-Zukunft und Vorsorge: die Sicherung der Existenzvoraussetzungen für ein menschenwürdiges Leben künftiger Genera-
tionen, also der vorsorgliche Umgang mit Natur und Umwelt zugunsten der Lebensmöglichkeiten der Menschen in der Zukunft.
Auf diese Weise schließt die Leitvorstellung der Nachhaltigkeit das Anliegen der ökologischen Vorsorge und der Prävention ein. Unter anderem leitet sie dazu an, die Ressourcen der Natur zu schonen sowie erneuerbare Energien (z.B. Sonnen- und Windenergie) zu nutzen, um einer Erwärmung der Erdatmosphäre vorzubeugen. Auch in Kirche und Theologie findet der Begriff der Nachhaltigkeit bzw. der ökologischen Vorsorge zunehmend Beachtung. Er ergänzt, vervollständigt und vernetzt die ethischen Werte und Prinzipien, die für Kirche und Theologie traditionell leitend sind, wie z.B. die Würde der Person, Gerechtigkeit, Solidarität, Gemeinwohl, Bewahrung der Schöpfung.
In diesem Sinn betont das Wort "Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit", das der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland und die Deutsche Bischofskonferenz 1997 zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland verabschiedet haben:
"Die christliche Soziallehre muß künftig mehr als bisher das Bewußtsein von der Vernetzung der sozialen, ökonomischen und ökologischen Problematik wekken. Sie muß den Grundgedanken der Bewahrung der Schöpfung mit dem einer Weltgestaltung verbinden, welche der Einbindung aller gesellschaftlichen Prozesse in das - allem menschlichen Tun vorgegebene - umgreifende Netzwerk der Natur Rechnung trägt. Nur so können die Menschen ihrer Verantwortung für die nachfolgenden Generationen gerecht werden. Eben dies will der Leitbegriff einer nachhaltigen, d. h. dauerhaft umweltgerechten Entwicklung zum Ausdruck bringen" (Nr.125).
Siehe auch
- Wirtschaftsordnung
- Portal:Wirtschaft
Literatur
- Heinz-J. Bontrup: Arbeit, Kapital und Staat. - Plädoyer für eine demokratische Wirtschaft. PapyRossa-Verlag Köln. Zweite Auflage 2005. ISBN 3-89438-326-7
- Heinz-J. Bontrup: Volkswirtschaftslehre. Grundlagen der Mikro- und Makroökonomie. Oldenbourg Verlag. Zweite Auflage, München, Wien 2004. ISBN 3-486-57576-7
- Johannes M. Waidfeld: Wachstum, der Irrtum; Wohlstand, eine gesellschaftliche Betrachtung, Fischer & Fischer Medien AG, Frankfurt 2005, ISBN 3-89950-076-8
Weblinks
- [http://www.bdvb.de bdvb] - Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte e.V.
- Telepolis special: [http://www.heise.de/tp/deutsch/special/eco/default.html Ökonomie]
- [http://www.wirtschaftswiki.de/index.php?title=Hauptseite] - Wirtschaftswiki des Handelsblatt
- [http://www.wertekommission.de Wertekommission] - Initiative 25-45jähriger Fach- und Führungskräfte zum Thema Werte in der Wirtschaft
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ja:経済学
ko:경제학
simple:Economics
th:เศรษฐศาสตร์
England
England ist das größte und am dichtesten besiedelte Gebiet des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland.
Fälschlicherweise wird England oft als Synonym für den Staat des Vereinigten Königreichs oder die Insel Großbritannien gebraucht.
Geografie
England umfasst die südlichste Hälfte der Insel Großbritannien, grenzt im Norden an Schottland und im Westen an Wales und die Irische See. Im Osten grenzt England an die Nordsee, im Süden liegt England am Ärmelkanal.
Politik
Die Regierung des Königreichs hat, ebenso die königliche Familie, ihren Sitz in der englischen Hauptstadt London. England hat - im Gegensatz zu Schottland, Wales oder Nordirland - kein Landesparlament oder eine Landesregierung. Deren Aufgaben werden vom Parlament und der Regierung des Vereinigten Königreiches wahrgenommen. Dabei ist es heute üblich, dass sich bei Abstimmungen im Parlament, die nur England betreffen, die Abgeordneten der anderen Landesteile ihrer Stimme enthalten. Jedoch ist in Planung, England in verschiedene administrative Regionen mit eigener Verwaltung aufzuteilen (Devolution).
Siehe auch: Liste der britischen Premierminister.
Heraldik
Liste der britischen Premierminister
Die englische Flagge, bekannt als St. Georgs-Kreuz, ist ein rotes Kreuz auf einem weißen Hintergrund.
Weitere heraldische Symbole sind die Tudor-Rose und die Drei Löwen.
> Konstitutionelle Demokratie
Geschichte Sport Verwaltungsgliederung
Die 39 historischen Grafschaften (engl. Counties)
Diese 39 historischen Grafschaften bestehen seit dem hohen Mittelalter. In ihrer Funktion als Verwaltungsbezirke sind sie seit Mitte des 20. Jahrhunderts mehrmals neu gegliedert worden, jedoch bestehen die historischen Grafschaften im Bewusstsein der Bevölkerung weithin fort. Größere Städte galten als Teil der Grafschaften, wurden jedoch als Boroughs eigenständig verwaltet.
- Siehe Traditionelle Grafschaften Englands
Die gegenwärtige Verwaltungsgliederung
Traditionelle Grafschaften Englands
Traditionelle Grafschaften Englands
Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde die Verwaltungsgliederung teilweise den neu entstandenen Ballungsgebieten angepasst. Dadurch veränderten sich auch die Grenzen der oben genannten 39 (historischen) Grafschaften (Counties). So wurde z.B. 1965 die Verwaltungseinheit Greater London eingerichtet. 1974 entstanden 6 Metropolitan Counties und die so genannten Non-Metropolitain Counties, darunter auch einige kleinere neue Grafschaften wie Avon, Humberside und Cleveland, die jedoch in den 1990er Jahren zum Teil wieder aufgelöst wurden (so auch Rutland oder Westmorland). Die Counties untergliedern sich in Bezirke (Metropolitain Districts bzw. Districts), die aufgrund ihrer Aufgabenstellung etwa den Stadtverwaltungen Deutschlands entsprechen. Diese Distrikte bestehen meist aus einer Vielzahl von Städten und kleineren Siedlungen, die jedoch keine eigene Verwaltung haben. Man spricht von einer "zweistufigen Verwaltung" (1. Stufe Grafschaften; 2. Stufe Districs)
1986 wurden die Grafschaftsräte bzw. -verwaltungen der Metropolitain Counties aufgelöst. Ihre Aufgaben wurden an die untergliederten Metropolitain Districts delegiert, so dass diese alle Aufgaben der Grafschaften und der Districs erledigen ("einstufige Verwaltung"). In ihrer Funktion können die Metropolitain Districts seither als "Unitary Authorities" bezeichnet werden. Dennoch wurde die Bezeichnungen der 6 Metropolitain Counties beibehalten und ist seither aber nur noch für die Beschreibung der geografischen Lage bzw. für statistische Zwecke von Bedeutung.
Zahlreiche Non-Metropoltain Distrikts wurden Mitte der 1990er Jahre als Unitary Authorities aus den Grafschaften ausgegliedert. Sie erledigen seither die Verwaltungseinheiten der Grafschaften mit und sind somit den Metropolitain Districts vergleichbar.
Die Grafschaften und Unitary Authorities Englands sind heute zu 9 Regionen zusammen gefasst. Zur Untergliederung der Regionen und Grafschaften siehe Verwaltungsgliederung Englands und Verwaltungsgrafschaften Englands.
Großstädte
Verwaltungsgrafschaften Englands
In der englischen Sprache macht man einen Unterschied zwischen den Begriffen City und Town, was, ins Deutsche übersetzt, beides "Stadt" bedeutet.
Das Recht, als "City" bezeichnet zu werden, besiegelt eine königliche Ernennungsurkunde, die so genannte Royal Charter. Meist orientierte man sich dabei daran, ob die betreffende
Ansiedlung eine Kathedrale besitzt. Während beispielsweise das kleine Hereford mit nicht einmal 60.000 Einwohnern eine "City" darstellt, ist Stockport mit seinen 285.000 Einwohnern "Town".
Die folgende Liste der "Großstädte" Englands beinhaltet auch die so genannten Metropolitan Boroughs. Manche dieser einzelnen Verwaltungsbezirke bestehen aus mehren Städten ("Town" oder "City"). So besteht der Metropolitan Borough Salford aus der City of Salford und anderen Städten, die man als "Town" bezeichnet, während der Metropolitan Borough Manchester lediglich aus der City of Manchester besteht. Diese Metropolitan Boroughs sind einstufige Verwaltungseinheiten, die man mit unseren kreisfreien Städten vergleichen kann.
Metropolitan Boroughs fasst man in England zu Metropolitan Counties zusammen, die allerdings als Gebietskörperschaften keine Rolle mehr spielen. (Mehr dazu siehe: Verwaltungsgliederung Englands).
Siehe auch: Greater London, Unitary Authority
Die größten städtischen Verwaltungsbezirke in England mit mehr als 200 000 Einwohner (gemäß dem UK Census 2001 in tausend) sind:
- London (7 172)
- Birmingham (977)
- Leeds (715)
- Sheffield (513)
- Bradford (468)
- Liverpool (439)
- Manchester (393)
- Kirklees (389)
- Bristol (381)
- Wakefield (315)
- Wirral (312)
- Dudley (305)
- Wigan (301)
- Coventry (301)
- Doncaster (287)
- Stockport (285)
- Sefton (283)
- Sandwell (283)
- Sunderland (281)
- Leicester (279)
- Nottingham (266)
- Bolton (261)
- Newcastle-upon-Tyne (260)
- Walsall (253)
- Rotherham (248)
- Kingston upon Hull (244)
- Stoke-on-Trent (241)
- Plymouth (240)
- Wolverhampton (237)
- Derby (222)
- Barnsley (218)
- Southampton (217)
- Oldham (217)
- Salford (216)
- Tameside (213)
- Trafford (210)
- Milton Keynes (210)
- Rochdale (205)
- Solihull (200)
Kultur
Das Gärtnern ist eine englische Leidenschaft; es stehen auch eine Vielzahl von Gärten für die Besichtigung offen.
Weblinks
als:England
ja:イングランド
ko:잉글랜드
ms:England
simple:England
th:แคว้นอังกฤษ
zh-min-nan:England
JahrhundertAls Jahrhundert bezeichnet man die Zeitspanne von einhundert Jahren. Zehn Jahrhunderte bilden ein Jahrtausend.
Aufgrund der Tatsache, dass es kein „Jahr Null“ gab, umfasst ein Jahrhundert immer die hundert Jahre, die mit dem entsprechenden vollen Jahr enden. Das letzte Jahr eines Jahrhunderts bezeichnet man als Säkularjahr.
Beispiel: das 20. Jahrhundert umfasst die Jahre von 1901 bis 2000.
:„Zwar streiten sich die Leut' herum, ob das neue Jahrhundert am gestrigen Neujahr begonnen hat oder am nächsten Neujahr beginnen wird; Gelehrte, Schriftsteller, Dichter und Denker setzen den Kampf um den Anfang des Jahrhunderts fort; aber von Staats wegen ist ebenso wie durch die Kirchenbehörden verfügt worden, dass der Beginn des neuen Jahrhunderts unserer Zeitrechnung am 1. Januar 1900 gefeiert werde, und deshalb ist die Jahrhundertwende allenthalben im Deutschen Reich festlich begangen worden mit Reden und Glückwünschen unter dem Geläut der Glocken und dem Donner der Geschütze.“ (Vossische Zeitung, 2. Januar 1900, S. 1)
Auch bei der Versammlung der „Brandenburgia“, Gesellschaft für Heimatkunde der Provinz Brandenburg zu Berlin, wurde auf korrekte Zählung geachtet: „Vor Beginn der Vorträge legte der Vorsitzende, Geh. Regierungsrat Friedel, verschiedene Jahrgänge der Vossischen und der Spenerschen Zeitung aus den Jahren 1800 und 1801 vor, um zu zeigen, dass der Anfang des 19. Jahrhunderts im Jahre 1801 gefeiert worden ist, dass also, da der Jahrhundertanfang diesmal offiziell auf das Jahr 1900 festgesetzt ist, vom 19. Jahrhundert erst 99 Jahre verstrichen sind.“ (Der Bär. Illustrierte Wochenschrift für Geschichte und modernes Leben, 26. Jgg., Nr. 6, S. 108)
Vorsicht ist geboten bei italienischen Jahrhundertangaben des zweiten Jahrtausends: diese beziehen sich manchmal auf das Jahrhundert ohne Beachtung des Jahrtausendanteils. Das 15. Jahrhundert – die Jahre von 1401 bis 1500 (Frührenaissance) – wäre dann also in Italien das „quattrocento“ (wörtlich: vierhundert).
Als Vorsilbe wird das Wort Jahrhundert verwendet, um ein besonderes Ereignis zu kennzeichnen, das wesentlich über das normale oder über den statistischen Mittelwert hinausragt, zum Beispiel ein Jahrhunderthochwasser oder einen Jahrhundertsommer.
Alle Jahrhunderte in der Wikipedia
Zu den Jahrhunderten existiert in der Wikipedia eine Artikelserie vom 40. Jahrhundert v. Chr. bis zum 21. Jahrhundert.
Wikipedia-Querverweise zum Themenkomplex Kalender und Zeit
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Kategorie:Zeitbegriff
Kategorie:Kalender
Kategorie:Maßeinheit
ja:世紀
simple:Century
th:ศตวรรษ
zh-min-nan:Sè-kí
GrundherrGrundherr ist ein Begriff aus der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Rechts- und Sozialgeschichte. Der Grundherr hat die Herrschaft über Grund und Boden; er ist entweder der Besitzer (vgl. dazu Allod) oder er hat als Inhaber eines Lehens die Verfügungsgewalt über das Land. An das Eigentum oder die Verfügungsgewalt über das Land waren zumeist noch weitere Rechte geknüpft (z.B. die niedere Gerichtsbarkeit - Recht des Feudalherren/ geistlich oder weltlich über die Untertanen/ Vasallen zu richten).
Die herrschaftliche Organisationsform der Grundherrschaft stammte aus dem Mittelalter und dauerte bis ins 19. Jahrhundert an. Der Begriff Grundherr umfasst nicht nur die wirtschaftliche, sondern auch die rechtliche Verwaltung von land- oder forstwirtschaftlich genutzten Flächen, die dieser zur Nutzung vergeben hat.
Das Verhältnis zwischen Grundherren und Nutzer war unterschiedlich. Es reichte von einem reinen Pachtverhältnis über die Hörigkeit bis zur Leibeigenschaft. Wohlhabendere Grundherren besaßen in der Regel keine einzelnen Gehöfte, sondern ganze Dörfer. Häufig teilten sich aber auch verschiedene Grundherren Rechte an einem Dorf, so dass die tatsächlichen Rechtsverhältnisse äußerst kompliziert waren.
Die Pflichten der Abhängigen waren ebenfalls sehr verschieden, sie bestanden in Naturalleistungen, Dienstpflichten (Hand- und Spanndienste) und vielen anderen Abgaben, die in der Regel jährlich oder auch bei bestimmten Ereignissen wie zum Beispiel dem Erbfall zu zahlen waren. In manchen Fällen bestand auch die Pflicht, die Mühle gegen Gebühr zu nutzen, wenngleich es in solchen Fällen immer schon vor der Grundherrschaft bereits einen Zwang seitens der Dorfgemeinschaft dazu gab, vor allem, wenn sie ein Gemeinschaftsbetrieb (Allmende) war.
Aber auch der Grundherr hatte Pflichten zu erfüllen. Er musste den Abhängigen bei Krankheit oder Mangel an Getreide wegen einer Missernte oder Katastrophe Schutz und Unterstützung gewähren. Innerhalb seiner Herrschaft hatte er für den Frieden zu sorgen und Streit unter den Hörigen verhindern oder den Friedensbrecher bestrafen evtl. mit Hilfe eines Schiedsgerichtes.
Der Grundherr konnte den Priester des Herrschaftsbereiches bestimmen. Dieser stammte oft aus seiner nächsten Verwandtschaft. Für seine Kirchen hatte er oft eine Reliquie beschafft. Diese wurde auf dem Altar aufgestellt, der über den Toten der Familie des Herren stand. Hiermit hatten die Ahnen des Grundherren einen wesentlichen Vorteil: Im Mittelalter ging man davon aus, dass die Gebeine der Heiligen am jüngsten Tag zum Himmel aufsteigen würden und die Überreste der Toten, die in der Nähe lagen, mit ihnen.
Feudallasten wurden in langsamen Prozessen verändert und meist schrittweise bis ins Unerträgliche erhöht. Als die Leibeigenen im späten Mittelalter zunehmend durch den Verkauf ihrer Waren an Geld kamen, wuchs mit dem auch das Interesse des Grundherren, die alten Sachabgaben in Geldzahlungen umzuwanden, insbesondere, als der lokale Handel allmählich immer umfangreicher wurde. Obwohl die Inflation den realen Wert der festgesetzen Zahlungen nach und nach verminderte, wurden diese von den Grundherren laufend erhöht. Naturalabgaben spielten bis zum Ende der Grundherrschaft weiterhin eine wichtige Rolle.
Die Verteilung der Feudallasten war extrem verschieden und variierte von Dorf zu Dorf und teilweise von Person zu Person. Insofern stellten sie ein häufig flexibles System dar, das Lasten nicht nur nach einem starren Schema verteilte.
Mit dem Übergang zur Geldwirtschaft und der Verlagerung der Wirtschaftsmacht in die Städte, weg vom Land und von der Agrarwirtschaft, setzte eine Entwertung der ländlichen Produktion und feudalen Machtverhältnisse ein. Dies führte zunächst zu Ritteraufständen, dann zu den Bauernkriegen der frühen Neuzeit.
In Frankreich und dem Rheinland (linksrheinisch), wurde die Grundherrschaft im Laufe der Französischen Revolution abgeschafft, in Deutschland erst 1848 (in einigen Ländern allerdings auch wesentlich früher).
Grundherrschaften hat es vermutlich schon sehr lange vor der Entstehung der Schrift gegeben. Das Entstehen der Institution "Grundherrschaft" abendländischer Prägung muss allerdings im Zusammenhang mit der Taufe und Christianisierung der europäischen Bevölkerung gesehen werden. Im Zusammenspiel zwischen Adel, Kirche und Bauernschaft entstanden neue Formen des Wirtschaftens, der Landbearbeitung (Dreifelderwirtschaft) und der gesellschaftlichen Organisation. Sie organisierten die Verteilung von Überschüssen, die dem von Adel und Kirche organisierten Ausbau der Infrastruktur (Mühlen, Straßen, Kirchen...), der besseren Versorgung der Bevölkerung und generell der Herrschaftsausübung von Adel und der Kirche dienten.
ja:荘園
ZunftEine Zunft, auch Gilde oder Einigung - von althochdeutsch "zumft" (zu ziemen) - ist eine ständische Körperschaft von Handwerkern, Gewerbetreibenden und anderen Berufsgruppen (Notare), die im Mittelalter entstand und bis ins 19. Jahrhundert existierte.
Notar
Die Zunft galt allgemein für die handwerklichen Berufe, wobei die Gilde vor allem der Zusammenschluss von Händlern und Gewerbetreibenden zur wechselseitigen Hilfe war...
Geschichte
Die Anfänge liegen im Hochmittelalter im Zusammenhang mit der Entstehung eines städtischen Bürgertums als Gegenentwurf zur feudalistisch bedingten Leibeigenschaft ("Stadtluft macht frei").
Innere Erstarrung verbunden mit der Aufhebung der Zunftverfassung und der Einführung der Gewerbefreiheit leiteten das Ende der Zünfte ein. Mit dem Aufkommen von Manufakturen und der vorindustriellen Massenproduktion verloren die Zünfte zu Beginn des 19. Jahrhunderts an Bedeutung und wandelten sich von Handwerkerinnungen zu exklusiven Altherrenclubs und zu Karnevalsgesellschaften.
Kodex
Für Zunftmitglieder galt ein Ehrenkodex. Bei Verstößen gegen diesen Kodex, dem unzünftigem Verhalten, konnte man der Mitgliedschaft verlustig gehen. Als äußeres Zeichen des Ausschlusses wurde häufig ein zur Zunfttracht gehörender Ohrring aus dem Ohrläppchen, welcher eigentlich als Entgelt für den Bestatter diente, gerissen. Das hierdurch entstehende Schlitzohr wurde sprichwörtlich zur Bezeichnung für listige, durchtriebene Menschen.
Elite
Um die Zahl der Handwerksmeister künstlich klein zu halten, wurden die Aufstiegschancen zum Meister erschwert.
Die Gesellen, die ihre Meisterprüfung ablegen wollten, hatten folgende Bedingungen zu erfüllen:
- ein Meisterstück auf eigene Kosten anfertigen
- das Bürgeraufnahmegeld zahlen
- sich einen eigenen Brustpanzer anfertigen lassen
- verschiedene Beträge an die Zunft zahlen
- für die Zunftkirche Wachskerzen kaufen
- einen Hausbesitz oder das nötige Geld dazu vorlegen und
- ein Mahl von mehreren Gängen für alle Meister der Zunft spenden.
Doch bei den geringen Löhnen war es für die Gesellen unmöglich, diese Bedingungen zu erfüllen.
Um sich gegen die schlechten Arbeitsverhältnisse zu wehren, organisierten sich die Gesellen in Brüderschaften oder Verbänden. Durch Androhung von Streik konnten sie z.B. Lohnerhöhungen, die Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit, über die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, durchsetzen.
Zugang
Nur bei vier Zünften wurden Frauen als Zunftmitglieder akzeptiert: die Garnmacher, die Goldspinner, die Seidenweber und die Seidenmacher. Starb ein Meister, musste die Witwe innerhalb ein oder zwei Jahren erneut heiraten, ansonsten verlor sie die Werkstatt ihres Mannes. In einigen Städten war es auch möglich, dass die Witwe, wenn sie einen Sohn und Nachfolger besaß, den Laden bis zu dessen Mündigkeit weiterführte.
Für die Ausübenden eines bestimmten Berufszweiges bestand Zunftzwang. Juden war die Mitgliedschaft in einer Zunft verwehrt.
Soziologie
Die Zünfte bildeten ein soziales, ökonomisches und religiöses System zur Regelung von Rohstofflieferungen, Beschäftigungszahlen, Löhnen, Preisen, Absatzmengen bis hin zur Witwenversorgung. Sie bestanden teilweise aus mehreren Berufsgruppen und symbolisierten sich häufig durch Wappen und/oder Zunftzeichen und Zunftkleidung.
Die Zünfte schrieben ihren Mitgliedern häufig auch die Produktionsmethoden vor. Dadurch wehrten sie zwar einerseits Überproduktionen ab, andererseits verhinderten sie die Einführung neuer, produktiverer, gelegentlich weniger gesundheitsgefährdender Produktionstechniken. Dadurch garantiert er seinen Mitgliedern ein standesgemäßes, "gerechtes" Einkommen und den Verbrauchern ein stabiles Preis-Leistungs-Verhältnis.
Ökonomisch betrachtet verhinderten Zünfte, dass möglicherweise geeignete Menschen einen Beruf ausüben konnten.
Regionale Besonderheiten
- In Hamburg und Schleswig-Holstein hießen diese Handwerkerzusammenschlüsse "Amt".
- In Köln wirkten sie in den als "Gaffeln" bezeichneten Corporationen mit.
- Im Rahmen der Burgergemeinde Bern sind die Zünfte heute noch Körperschaften des öffentlichen Rechts.
- In Zürich findet jedes Jahr das Sechseläuten, ein Umzug der Zünfte statt.
Kategorie:Handwerk
Kategorie:Wirtschaftsgeschichte
ja:ギルド
HandelUnter Handel versteht man das kommerzielle Anbieten von Waren im Tausch gegen andere Waren (Tauschhandel) bzw. gegen Zahlungsmittel Geld. Echter Handel existiert dort wo ein (Händler) Dritter am Transfer von Waren beteiligt ist und von diesem Austauschverfahren lebt. Handel beschränkt sich auf den Ankauf, Transport und Verkauf von Gütern, Kapital oder Wissen, ohne dass diese wesentlich verändert oder weiterverarbeitet werden. Vorrausetzung für den Beginn von Handel ist unter prähistorischen Bdingungen eine Infrastruktur, die Handel - nicht den Austausch von Geschenken - ermöglicht. Juristisch gesehen werden unter heutigen Handelspartnern Verträge geschlossen. Zwischen den am Handel beteiligten Partnern besteht eine Handelsbeziehung.
Volkswirtschaftliche Aspekte modernen Handels
Der Handel ist eine der bestimmenden Größen für eine Volkswirtschaft. Man unterscheidet zwischen Binnenhandel, der innerhalb der nationalen Grenzen oder einer Staatengruppe wie der EU abläuft, dem grenzüberschreitenden Außenhandel und dem durchlaufenden Transithandel. Werden Waren ins Ausland verkauft, so spricht man von Export, im umgekehrten Fall von Import.
Nach der Zielgruppe lassen sich im Binnenmarkt Großhandel, (Großverbraucher Weiterverkäufer) und Einzelhandel (Endverbraucher bzw. Konsumenten) unterscheiden. In Abhängigkeit vom Standort der Handelstätigkeit sind der ambulante Handel vom stationären Handel und vom elektronischen Handel (bzw- E-Commerce) zu unterscheiden.
Übersteigt der Export eines Landes den Import, so spricht man von Außenhandelsüberschuss. Exporte haben den Vorteil, dass Geld ins Land fließt, aber den Nachteil, dass man stark vom wirtschaftlichen Wohlergehen der Länder abhängig ist, in die man exportiert. So kann eine Wirtschaftskrise in einem Land auf ein anderes Land "überschwappen".
Überwiegt der Import eines Landes, so spricht man von einem Außenhandelsdefizit. Importe haben den Vorteil, dass man so zu Waren kommt, die im eigenen Land nicht vorhanden sind (z.B. Rohstoffe, oder Früchte, die nicht im eigenen Land wachsen), aber den Nachteil, dass man sich von anderen Ländern abhängig macht. Dies wurde insbesondere in der Ölkrise deutlich, als die OPEC die Fördermengen von Erdöl drastisch reduzierte, was eine weltweite Energiekrise auslöste.
Für die Erklärung der Bedeutung der Vorteile von Handel lässt sich einerseits das Konzept der komparativen Kostenvorteile, andererseits das Heckscher-Ohlin-Theorem heranziehen. Die zugehörigen Artikel erklären die Vorteile des Handels vertiefend.
Ethische Aspekte
Wie bei allem Handeln spielen beim Handel auch ethische Aspekte eine Rolle. Wurde ein Produkt etwa unter ökologischen Gesichtspunkten, z.B. unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit, gefertigt? Wurden den Produzenten angemessene Preise für ihre Waren / Dienstleistungen bezahlt? Wurde das Handelsprodukt mit Hilfe von Kinderarbeit (Teppiche, Produktion von Fußbällen) hergestellt oder nicht?
Der Faire Handel ist das Modell eines sozial und ökologisch verträglichen Handels, bei dem alle Handelsschritte von den Produzenten bis hin zu den Verbrauchern auch unter ethischen Gesichtspunkten ("fair" im Sinne von gerecht) betrachtet werden.
Sahen etwa die Klassiker wie Adam Smith im Handel noch unproduktiven Konsum, so ist man heute der Auffassung, dass Handel durchaus als produktiv angesehen werden kann: So ist man bereit für den Handel ein Entgelt zu bezahlen, also muss es auch einen Mehrwert durch ihn geben. Handelstreibende generieren volkswirtschaftlich einen Mehrwert durch Wahrnehmung der Handelsfunktionen wie beispielsweise Sortimentsbildung (im Sinne der Nachfrage), quantitative (mengenmäßige) und qualitative Anpassungen sowie räumliche (Angebotsbündelung) und zeitliche Überbrückungen (z. B. saisonale Schwankungen). Handel trägt somit zum Sozialprodukt bei. Der Konsument spart offenbar, indem er Produkte über den Händler bezieht, statt direkt vom Produzenten. Dies erklärt sich beispielsweise durch Reduktion der Wege ("One-Stop-Shopping"). Somit rechtfertigen sich auch die Handelsspannen des Händlers (definiert als Umsatz abzüglich Wareneinsatz), der ja beispielsweise einen Gebrauchtwagen wesentlich teurer verkauft als er ihn einkauft. Das "produktive" Moment liegt in dem Zusammenbringen von Angebot und Nachfrage sowie der Übernahme diesbezüglicher Risiken (siehe Arbitrageur). Er gibt jedoch dem Konsumenten die Möglichkeit Kosten zu sparen. Die Handelspanne ist somit nicht unmoralisch, niemandem entsteht ein Nachteil, vielmehr schafft der Händler Vorteile.
Zu berücksichten ist, dass die Handelsspanne nicht der Gewinnspanne eines Produzenten entspricht, denn für die Übernahme der Handelsfunktionen werden Ressourcen (z. B. Raum, Kapital, menschliche Arbeitskraft) benötigt.
Geschichte und soziale Bedeutung des Handels
Schon in der "vorgeschichtlichen" Zeit (gesichert in der Bronzezeit) und der Antike gab es Handel (zunächst im Mittelmeerraum) und entsprechende Handelswege wie die Bernsteinstraße oder die Seidenstraße. Damals operierten erstmals "Fernkaufleute", nach dem Soziologen Ferdinand Tönnies überhaupt als diejenige Berufsgruppe anzusehen, die in traditionelle Gemeinschaften das rechenhafte Zweckdenken bringen und sie damit global vergesellschaften.
Der europäische Seehandel im Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit wurde wesentlich von Stadtrepubliken (z.B. Venedig, Genua, den flämischen und niederländischen Städten und der Hanse) beherrscht.
Die Suche nach neuen Seewegen nach Indien und China war eine wesentliche Motivation für die Entdeckungsreisen am Ende des Mittelalters/Anfang der Neuzeit. So war Christoph Kolumbus davon überzeugt, Indien erreicht zu haben, was auch das eigentliche Ziel seiner Reise war.
Globalisierung
Heute steht der Welthandel im Kontext der Globalisierung. Unter Federführung der Welthandelsorganisation (WTO) sollen international Zollschranken abgebaut und der freie Waren- (GATT) und Dienstleistungsverkehr (GATS) gefördert werden. Diese Politik des Freihandels ist umstritten; Globalisierungskritiker sehen darin eine Zementierung der Benachteiligung der Länder in der so genannten unterentwickelten Dritten Welt und auch eine Beeinträchtigung der hoheitlichen Verwaltung der Staaten ("Souveränitätsverlust").
Allerdings hat neben der Theorie (s. o.) auch die Empirie belegt, dass Handel zu Wohlstand führt. So ist seit den 1950er Jahren die Armut (s. dort) der Welt kontinuierlich gesunken, auch sank die Anzahl der vom Hunger bedrohten Menschen. Diese Grundidee einer freien Marktwirtschaft ist vielfach aber durch Krisen, Korruption und staatliche Eingriffe in den Staaten beschränkt. Statt Handel zuzulassen verschließen sich viele Gebiete den Vorteilen des freien Handels. Andererseits gehen einige Ökonomen davon aus, dass die dritte Welt nur mit Starthilfe, etwa über Entwicklungshilfe, einen Aufstieg in die erste Welt schaffen könnten. So müssten Infrastrukturen erst aufgebaut, Humankapital erst angesammelt werden.
Literatur
- Braudel, Fernand: Sozialgeschichte des 15.-18. Jahrhunderts. Der Handel. München 1986
- Hildebrand, Knut (Hrsg.): [http://hmd.dpunkt.de/235/ IT-Lösungen im Handel], HMD 235, dpunkt.verlag, Heidelberg 2004, ISBN 3-89864-287-9.
- Müller-Hagedorn, Lothar: Der Handel, Stuttgart 1998.
- Müller-Hagedorn, Lothar: Handelsmarketing, Stuttgart 2002.
Siehe auch
Siehe auch: Verkauf, Einzelhandel, Discounter, Distributionspolitik, Versandhandel, Fairer Handel, Sklavenhandel, Kinderhandel, Organhandel, Frauenhandel, Waffenhandel, Drogenhandel, Welthandel/Tabellen und Grafiken
Kategorie:Volkswirtschaftslehre
Kategorie:Handel
ja:貿易
simple:Trade
ErneuerungErneuerung bedeutet einen Vorgang, bei dem etwas vollständig neu gestaltet wird oder in wichtigen Eigenschaften auf neue Verhältnisse angepasst wird.
Dabei handelt es sich häufig um
- körperliche Gegenstände - etwa die Renovierung von Gebäuden, durchgreifende Reparaturen ("Rundumerneuerung", Zahnersatz usw.) oder vollständiges Ersetzen wichtiger Teile von Maschinen
- in der Natur die ständige Erneuerung von Zellen, periodische Vorgänge wie beim Fell, oder episodisches Nachwachsen z.B. bei Heilungs-Prozessen
- geistige Vorgänge - etwa bei Erneuerungsbewegungen im Christentum oder in politischen Parteien, beim Entstehen neuer Denkweisen (etwa in der Psychologie, bei Themen von Umwelt oder Gesundheit ...)
- Erneuerung der Kirche (Ziel der Reformation) oder von Orden (siehe z.B. Franziskus, Zisterzienser, Theresa von Ávila u.v.m.
- Auswechseln der Leitung von Gruppen, Vereinen oder in der Wirtschaft, oder auch Änderung der Ziele
- wesentliche Änderung in der Einstellung einer Person - z.B. im religiösen Bereich oder nach einer schweren Krankheit ("Ich bin ein neuer Mensch")
- Erneuerung des Tauf- oder Eheversprechens (etwa in der osternacht oder bei der Silberhochzeit), Erneuerung eines Gelübdes oder in einem Orden
- Anpassung von rechtlichen Angelegenheiten wie Verträge oder Angebote an neue Verhältnisse, die Erneuerung von Ausweisen, Passwörtern oder Berechtigungen.
Mit der Kurzform "Erneuerung" werden speziell einige Erneuerungsbewegungen im Christentum bezeichnet, vor allem die
- charismatische Erneuerung in der katholischen und den evangelischen Kirchen - ein geistlicher Aufbruch, den die Menschen als Geschenk des Heiligen Geistes erleben,
- analog dem Bibelzitat ... das Angesicht der Erde erneuern.
- "Geistliche Gemeindeerneuerung" (vor allem Evangelische Kirche)
- liturgische Erneuerung in den 1920ern und Verstärkung der Volkssprache auch nach dem letzten Konzil
- Ferner gibt es die Zeitschrift "Marxistische Erneuerung" (s. Weblink)
- und das enzyklopädisch-philosophische Werk "Die große Erneuerung" (Instauratio Magna) von Francis Bacon (1561-1626).
Siehe auch
- Charismatik, Erneuerungsprozess, Gemeinde, Kirche, Innovation,
- Reform, Reformation, Revival, Staatsreform.
Weblinks
- http://www.erneuerung.de/ - Charismatische Erneuerung (in der Kath.Kirche)
- http://www.gge-online.de/ - Geistliche Gemeindeerneuerung der Evang.Kirche
- http://www.ggenet.de Geistliche Gemeindeerneuerung im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden
- http://www.feuerflamme.de/Erneuerung/Erweckung/ (Erneuerung und Erweckung, Evangelikale)
- http://www.zeitschrift-marxistische-erneuerung.de/ (Zeitschrift "Marxistische Erneuerung)
- http://www.erneuerung.jesus.ch/ (Webseiten zum Thema Erneuerung)
- http://www.zentrum-fuer-erneuerung.de/ (Maranatha, Seminarzentrum für Erneuerung)
,
ja:リバイバル
ErfindungErfindungen sind besondere, nicht auf der Hand liegende, materielle Konstrukte oder Verfahren, die neue und nützliche Anwendungen ermöglichen. Erfunden werden sie von Erfindern.
Erfindung und Entdeckung
Die Begriffe Erfindung und Entdeckung werden vielfach verwechselt, obwohl sie ganz unterschiedlich Dinge meinen. Eine Entdeckung betrifft etwas zur Zeit der Entdeckung bereits Vorhandenes, das aber bislang unbekannt war. Dadurch hat sich jedoch infolge der Entdeckung nichts geändert (außer der damit verbundene Wissenszuwachs eines Einzelnen oder der Allgemeinheit). So sprechen wir von der Entdeckung der Schwerkraft, eines Planetoiden, eines chemischen Stoffes, einer Tierart usw. Eine Erfindung dagegen betrifft stets etwas, was bisher nicht dagewesen ist. Diese Sache steht jedoch mit bereits Bekanntem in einem Zusammenhang, sie tritt nicht als etwas völlig Neues auf. Es werden an bekannten Dingen Veränderungen vorgenommen, so daß ihre Wirkung qualitativ oder quantitativ verbessert wird.
Heute neigt man dazu, Erfindungen nur Materielles zu beziehen und abstrakte Dinge, wie z.B. die Erfindung eines neuen Versmaßes, von den Erfindungen auszunehmen.
Erste Erfindungen
Die ersten Erfindungen machte bereits der Naturmensch. Sie betrafen insbesondere Werkzeuge, die eine bessere Verwendung von Arm und Hand zur Folge hatten. Nachdem der Mensch die Entdeckung gemacht hatte, daß ein Stein in der Hand die Wirkung des Armes erhöhte, konnte er dem Stein eine besondere Form geben, um dessen Wirkungsweise zu erhöhen. Das führte zur Erfindung der Steinaxt.
Das Erfinden
Das Erfinden ist weder als Kunst noch als Wissenschaft zu verstehen. Es ist die geistige Fähigkeit Probleme zu erkennen und eine Lösung dafür anzubieten. Jeder Mensch ist ein Erfinder. Von bekannten oder berühmten Erfindern unterscheidet viele oft nur der Wille und die Durchsetzungskraft eine Idee bis zu einem fertigen Produkt zu verfolgen.
Wirkung von Erfindungen
Man spricht von großen Erfindungen, wenn sie viele kleinere Erfindungen nach sich ziehen, die später im Alltag benutzt werden oder überhaupt allgemein bekannt werden. Doch werden große Erfindungen nicht immer sofort als solche wahrgenommen. So bestand die Dampfmaschine noch sieben Jahre nach ihrer Erfindung als einziges Exemplar, und es dauerte 30 Jahre, ehe sie in verbesserter Ausführung fabrikmäßig gebaut wurde.
Patentfähige Erfindungen
Eine patentfähige Erfindung ist eine
- gewerblich anwendbare,
- neue,
- nicht naheliegende Lehre zum
- technischen Handeln, das heißt
- eine Anweisung zum Einsatz beherrschbarer Naturkräfte zur unmittelbaren Erreichung eines kausal übersehbaren Erfolgs
Nicht patentfähige Erfindungen
Im Gegensatz dazu steht die Entdeckung, also das Auffinden von etwas, das schon zuvor dagewesen ist und nicht patentierbar ist, z.B. die Entdeckung einer Tierart oder eines Kontinents. Ebensowenig werden wissenschaftliche Theorien, physikalische Gesetze oder mathematische Modelle als Erfindungen angesehen; auch sie werden entdeckt.
Weiterhin werden geistig-schöpferische (sprich kreative) Werke (siehe hierzu das Urheberrecht), wie etwa Literatur, Musik oder Kunst nicht als Erfindung eingestuft.
Computerprogramme als solche sind (laut dieser Definition) sogar im mehrfachen Sinne keine patentfähigen Erfindungen. Anders sieht dies aus, wenn das Computerprogramm zur Steuerung von Naturkräften verwendet wird (z.B. Airbag, elektronische Motorsteuerung). Die genaue Abgrenzung wird derzeit sehr kontrovers diskutiert (siehe dazu Software-Patente).
Der juristische Term Erfindung ist keinesfalls mit dem Begriff der Innovation deckungsgleich, obwohl im politischen Diskurs diese Begriffe häufig vermischt werden.
Im Europäischen Patentübereinkommen (EPÜ) werden in Artikel 52 die Ausschlüsse vom patentrechtlichen Erfindungsbegriff aufgeführt.
Gesetze und Abkommen
- Europäisches Patentübereinkommen Artikel 52 http://www.european-patent-office.org/legal/epc/d/ar52.html#A52
Literatur
- Jörg Meidenbauer: DuMonts Chronik der Erfindungen & Entdeckungen. Dumont Kalenderverlag, Köln 2002 ISBN 3-8320-8764-8
Siehe auch
- Liste von Erfindern
- Liste bedeutender Erfindungen
- Innovation und Kreativität
- Chindogu
- Erfinder
- Tag der Erfinder
Weblinks
- [http://www.kindernetz.de/infonetz/erfindungen/ Interessante Erfindungen in Wort + Bild vorgestellt]
- [http://www.erfinder.at/tag-der-erfinder/ Jeder hat Ideen - zum Tag der Erfinder]
Kategorie:Patentrecht
ja:発明
- [http://euco.de.tf Erfinder und Computer Organisation]
Dampfmaschine
Eine Dampfmaschine ist eine Wärmekraftmaschine, die Wärmeenergie teilweise in mechanische Arbeit umwandelt. Die heute industriell verbreitete Bauform ist die Dampfturbine. Unter einer "Dampfmaschine" wird aber im Deutschen vor allem die Kolbendampfmaschine, eine dampfgetriebene Kolbenmaschine, verstanden, um die es in diesem Artikel geht.
Wirkungsweise
In einer atmosphärischen Dampfmaschine wird der Zylinderraum unter dem Kolben mit Wasserdampf gefüllt, der dann bis zur Kondensation abgekühlt wird. Daraufhin wird der Kolben durch den äußeren Atmosphärendruck in den Zylinder gedrückt. Die ausfahrende Bewegung des Kolbens erfolgt von außen, beispielsweise durch eine Schwungmasse.
Der bekannteste Vertreter dieser Bauart war die atmosphärische Dampfmaschine von Thomas Newcomen ab 1712 (s. u.)
Bei einer Niederdruckdampfmaschine drückt zusätzlich Dampf mit einigen 100 mbar Überdruck auf die andere Kolbenseite. Auf den Kolben wirken dadurch Überdruck plus Atmosphärendruck, was die Leistungsfähigkeit erhöht.
Die bekanntesten Vertreter dieser Bauart waren die Dampfmaschinen von James Watt ab etwa 1769 (s. u.).
Bei Hochdruckdampfmaschinen wird das Wasser weit über 100 °C erhitzt, so dass sich ein höherer Druck aufbaut. Auf eine Abkühlung des aus dem Zylinder austretenden Wasserdampfes kann verzichtet werden (Auspuffbetrieb).
Der Kondensator fällt also weg, was diesen Maschinentyp in Verbindung mit der höheren Energiedichte des unter hohem Druck stehenden Dampfes erheblich leichter macht und damit den Einsatz von Dampfmaschinen in Dampflokomotiven erst ermöglichte.
Vertreter dieser Bauart sind praktisch alle Kolben-Dampfmaschinen in Fahrzeugen seit Richard Trevithick ab etwa 1802 (s. u.).
Geschichte der Dampfmaschine
301 v.Chr. baute Archimedes mit der Dampfkanone ein mit Wasserdampf betriebenes Geschütz. Das erste von Dampf angetriebene Gerät wurde von dem Griechen Heron von Alexandria im 1. Jahrhundert erfunden, aber nur als Spielerei verwendet (Aeolipile). Es folgten einige weitere Versuche, die alle keine große Anwendung fanden, unter anderem von Denis Papin 1690 und Thomas Savery 1698.
Die erste verwendbare Dampfmaschine wurde 1712 von Thomas Newcomen konstruiert und diente zum Abpumpen des Wassers in einem Bergwerk. Diese so genannte atmosphärische Dampfmaschine erzeugte durch Einspritzen von Wasser in einen mit Dampf gefüllten Zylinder einen Unterdruck gegenüber der Atmosphäre. Mit diesem Druckunterschied wurde der Kolben im Arbeitstakt vom atmosphärischen Luftdruck nach unten gedrückt und anschließend durch das Eigengewicht der anzutreibenden Pumpenstange wieder nach oben in die Ausgangsposition gezogen. Die Kraftübertragung zwischen Kolbenstange und Balancier erfolgte mittels einer Kette. Der Wirkungsgrad der Newcomenschen Maschine lag bei 0,5 Prozent.
James Watt, dem oft fälschlicherweise die Erfindung der Dampfmaschine zugeschrieben wird, verbesserte den Wirkungsgrad der Newcomen'schen Dampfmaschine erheblich, indem er ab 1769 einerseits den Abkühlvorgang aus dem Zylinder heraus in einen separaten Kondensator verlagerte, andererseits den Kolben abwechselnd von der einen und der anderen Seite mit Dampf beschickte - und auf der jeweils gegenüberliegenden Seite den Auslass zum Kondensator öffnete.
So konnte Watt auf das mechanische Rückführen des Kolbens verzichten, und die Maschine bei beiden Kolbenhüben Arbeit verrichten lassen. Zusammen mit der Erfindung des Watt'schen Parallelogramms war es möglich, die Maschine ein Schwungrad drehen zu lassen.
Dieses Parallelogramm lässt sich an der nebenstehenden Abbildung mit den Buchstaben a, b, r, s, t, u erkennen. James Watt bezeichnete diese Erfindung als seine bedeutendste; sie gilt auch heute noch als Musterbeispiel für die Lösung der Aufgabe, eine kreisförmige Bewegung in eine geradlinige nur mit Hilfe von Drehgelenken umzuwandeln.
James Watt gilt als Entdecker des Nutzens der Dampfexpansion.
Bei der Dampfmaschine wird dieser Effekt durch ein vorzeitiges Schließen der Ventile erreicht; dadurch wird die Zuführung von Dampf in den Zylinder unterbrochen, während der darin eingeschlossene Dampf weiter Arbeit leistet. Weiterhin führte James Watt den Fliehkraftregler zur Geschwindigkeitsregulierung seiner Maschine ein. Vorher war dieses Maschinenelement bereits beim Bau und Betrieb von Mühlen eingesetzt worden.
Um die Fähigkeit seiner Dampfmaschinen zu demonstrieren, erfand Watt die Leistungseinheit Pferdestärke.
Die Watt'sche Dampfmaschine ersparte durch diese Verbesserungen gegenüber ihren Vorgängern ein Vielfaches der Wärmeenergie, die zum Betrieb der Maschine notwendig war. Der Wirkungsgrad der Wattschen Maschine erreichte schließlich 3,0 Prozent.
Mit seinem kaufmännischen Teilhaber Matthew Boulton verkaufte er seine Maschinen jedoch nicht, sondern stellte sie seinen Kunden zur Verfügung, um sich einen Teil der eingesparten Brennstoffkosten auszahlen zu lassen. Damit war eine frühe Form des Maschinenleasings geboren.
Die Hochdruckdampfmaschine wurde 1784 von Oliver Evans konstruiert.
Das erste Exemplar wurde von ihm jedoch erst 1812 gebaut. Ihm zuvor kam Richard Trevithick, der 1801 die erste Hochdruckdampfmaschine in ein Straßenfahrzeug einbaute. Voraussetzung für die Funktionsfähigkeit der Hochdruckdampfmaschinen war der Fortschritt in der Metallherstellung und -bearbeitung zu dieser Zeit, denn in Hochdruckmaschinen müssen die Maschinenteile sehr passgenau sitzen. Außerdem besteht die Gefahr der Explosion des Kessels.
Wo die erste Dampfmaschine Deutschlands stand, ist strittig. Eine der ersten Dampfmaschinen Deutschlands stand 1793 in Eschweiler. 1803 baute Franz Dinnendahl die erste Dampfmaschine im Ruhrgebiet. Vorgestellt in England, wurde sie auf der Zeche Vollmond in Bochum-Langendreer in Betrieb genommen.
Mit diesen Entwicklungen wurden Dampfmaschinen ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts nun auch wirtschaftlich.
Die kontinuierliche Weiterentwicklung der druckbetriebenen Dampfmaschine, die zuerst mit so genanntem "Sattdampf" arbeitete, führte über die einzylindrige Heißdampfmaschine zur zwei- oder dreizylindrischen Compound-Maschine und zuletzt zur mehrzylindrischen Heißdampf-Hochdruck-Dampfmaschine, wie sie von Kemna angeboten wurde.
Bei der Sattdampfmaschine befinden sich im Kessel alle Siederohre für die Dampferzeugung im Wasserbett, die Heißdampfmaschine besitzt ein zweites Röhrensystem, dass vom Feuer oder den heißen Rauchgasen bestrichen wird. Dadurch wird der Dampf "überspannt" und erreicht Temperaturen um 350 Grad Celsius. Die Compound-Maschine oder Verbund-Maschine besitzt einen Hochdruckzylinder mit kleiner Bohrung und einen oder mehrere in Serie geschaltete(n) Niederdruckzylinder.
Der als Heißdampf in den Hochdruckzylinder eingespeiste, nunmehr teilentspannte und kühlere entweichende Dampf hat immer noch genug Arbeitsvermögen, um den mit einer wesentlich größeren Bohrung versehenen Niederdruckzylinder zu betreiben. Dabei wird versucht, die Zylinderbohrungen so abzustimmen, dass das erzeugte Drehmoment beider Zylinder auf die Kurbelwelle etwa gleich ist.
Auch muss das Volumen beider Zylinder auf die Drehzahl der Dampfmaschine abgestimmt sein, damit die Entspannung des Dampfes auf beide Zylinder verteilt wird. Compound-Maschinen gab es im Gleichlauf (beide Kolbenstangen gehen gleichzeitig in die gleiche Richtung) und im Gegenlauf (Kurbelwellenkröpfung um 180 Grad versetzt).
Kemna baute ab 1908 Dampfmaschinen mit 2 Hochdruckzylindern.
Die besten Maschinen hatten bereits um 1910 einen sehr hohen Wirkungsgrad und erreichten mit Steinkohle mittlerer Güte einen Verbrauch von etwa 0,5Kg/PS-Stunde.
Frühe Anwendungen der Dampfmaschinen fanden sich in der Textilindustrie zum Antrieb von Textilmaschinen und im Bergbau zur Wasserhaltung. Es folgten Dampflokomotiven, Dampfschiffe sowie Lokomobilen und Lkw. Auch das erste Luftschiff wurde 1852 von einer Dampfmaschine angetrieben. Die industrielle Revolution wurde durch die Dampfmaschine erst ermöglicht.
Neuzeit
Als Fahrzeugantrieb sind Dampfmaschinen weitgehend durch Verbrennungsmotoren abgelöst worden, die ohne Aufwärmzeit starten, einen höheren Wirkungsgrad haben, größere Leistung bei geringerem Gewicht bieten und komfortabler zu bedienen sind. Weiterhin hat die Dampfmaschine durch die flächendeckende Versorgung mit elektrischer Energie ihre Funktion als zentrale Energiequelle eines Industrieunternehmens verloren, die sie lange Zeit innehatte. Im Steinkohlenbergbau wurden und werden noch Dampfmaschinen in Förderanlagen eingesetzt, denn dort kann die Dampfmaschine als Fördermaschine zum Heben von Kohle, als auch als Bremse zum Herablassen von Versatzmaterial dienen. Beim Bremsen wird die Energie zur Erhitzung des Dampfes verwendet.
Obwohl die Zeit der Kolbendampfmaschine schon lange vorbei zu sein scheint, ist eine Renaissance nicht ausgeschlossen. Einer ihrer Vorteile gegenüber dem Verbrennungsmotor ist ihr kontinuierlicher Verbrennungsvorgang, der sich emissionsärmer gestalten lässt. Ein weiterer Vorteil der Dampfmaschine ist ihre extreme Überlastbarkeit bei der Nachfrage von Leistungsspitzen. Durch den heute üblichen geschlossenen Kreislauf von Dampf und Kondensat ergibt sich eine emissionsarme Schmierung von Zylinder und Kolben der Maschine. In diesem Sinne ist als modernisierte Dampfmaschine der Dampfmotor entwickelt worden.
Im Auftrag der Volkswagen AG hat die IAV GmbH in den späten 1990er Jahren eine solche moderne "Dampfmaschine" entwickelt, die über eine extrem emissionsfreie externe Verbrennung einen gewissen Vorrat an hochgespanntem Dampf erzeugt, der dann wie beim Dieselmotor über Düsen je nach Energiebedarf eingespritzt wird. Ende 2000 ist hieraus die Firma Enginion hervorgegangen und hat aus dem ZEE (Zero Emission Engine) Prototyp die heutige SteamCell weiterentwickelt. Diese Maschine arbeitet im Zweitaktverfahren, praktisch emissionsfrei und außerdem ohne übliche Schmiermittel, weil die Verschleißteile aus modernen Kohlenstoffkomponenten gefertigt sind.
Siehe auch
Dampfmotor
- Dampf
- Dampflokomotive
- Dampfschiff
- Thermodynamik
- Carnot-Prozess
- Industrialisierung, Automatisierung
- Flächenschaden
- Kesselzerknall
- Verbundwirkung
Weiterführende Literatur
- Heinrich Dubbel, Entwerfen und Berechnen der Dampfmaschinen, 2. verbesserte Auflage, Berlin, Springer 1907
- F. Fröhlich, Kolbendampfmaschinen, in: Dubbels Taschenbuch für den Maschinenbau, 11. völlig neu bearbeitete Auflage 1953, Zweiter Band, S.93ff
- Conrad Matschoss, Geschichte der Dampfmaschine: ihre kulturelle Bedeutung, techn. Entwicklung u. ihre grossen Männer, 3. Aufl. Berlin 1901, Reprint bei: Gerstenberg, Hildesheim, ISBN 3806707200
- Technik leicht verständlich Fachredaktion Technik des Bibliographischen Instituts unter Leitung von Johannes Kunsemüller, Fackel-Buchklub
- Lucian Haas, Tim Schröder, Monika Wimmer, Bewegungssignale Maschinen und Welten (Broschüre zum Jahr der Technik), Bonn : Bundesministerium für Bildung und Forschung, 2004, Download: http://www.bmbf.de/pub/bewegungssignale_maschinen_und_welten.pdf
- Sigvard Strandh, Die Maschine, Geschichte - Elemente - Funktion, Freiburg im Breisgau [u.a.] : Herder, 1980, ISBN 3-451-18873-2
- Otfried Wagenbreth, Helmut Düntzsch, Albert Gieseler, Die Geschichte der Dampfmaschine, Aschendorff Verlag, Münster 2001, ISBN 3-402-05264-4
- Gerhard Buschmann, Herbert Clemens, Michael Hoetger, Bertold Mayr, Der Dampfmotor - Entwicklungsstand und Marktchancen, Sonderdruck aus MTZ Motortechnische Zeitschrift 05/2001, 62. Jahrgang, Friedr. Vieweg & Sohn, Verlagsges. mbH, Wiesbaden
Offprint from MTZ Motortechnische Zeitschrift 62/2001 - Vol. 5, Friedr. Vieweg & Sohn, Verlagsges. mbH, Wiesbaden
Weblinks
- [http://www.avero.de/?links/dampfmaschine/index.html interaktive Grafik der Dampfmaschine]
- [http://www.ifg.tu-clausthal.de/java/damp/damp-d.html interaktive Funktion der Dampfmaschine]
- [http://www.physics4you.de/de/inmotion/showcase/dampfmaschine2 interaktiv bedienbare Dampfmaschine]
- [http://www.saechsischer-dampfmaschinenverein.de/ Sächsischer Dampfmaschinenverein e.V.]
Kategorie:Dampfmaschine
ja:蒸気機関
1712
- St. Petersburg wird offiziell zur russischen Hauptstadt erklärt
- Bei Denain siegt Frankreich über die Truppen der Großen Allianz
- Philipp V. (Spanien) verzichtet auf die Thronfolge in Frankreich
- Thomas Newcomen entwickelt eine so genannte atmosphärische Dampfmaschine
- Schweden hatte in diesem Jahr einen 30. Februar
Kultur
- 22. November: Uraufführung der Oper Il pastor fido (Der treue Hirte) von Georg Friedrich Händel am Queen's Theatre in London
- 24. Januar: Friedrich der Große, König von Preußen († 1786)
- 12. Februar: Louis-Joseph de Montcalm, französischer General († 1759)
- 26. Juni: Johann Andreas Silbermann, elsässischer Orgelbauer († 1783)
- 28. Juni: Jean-Jacques Rousseau, französischer Philosoph († 1778)
- 14. Oktober: George Grenville, britischer Politiker und Staatsmann († 1770)
- 31. Oktober: Prinz Moritz von Anhalt-Dessau, preußischer Heerführer
- 25. November: Charles Michel de l'Epée, wurde vor allem bekannt als der Gründer der ersten Schule für Taube der Welt († 1789)
- 12. Dezember: Karl Alexander von Lothringen, Hochmeister des Deutschen Ordens, († 1780)
- 18. Februar: Ludwig von Frankreich, französischer Thronfolger ( - 1682)
- 25. Februar: Nicolas Catinat, französischer General, Marschall von Frankreich ( - 1637)
- 30. Mai: Christian Ernst zu Bayreuth, toleranter Landesherr, der die Verwaltung und Wirtschaft förderte und das Militärwesen ausbaute ( - 1644)
- 12. Juli: Richard Cromwell, englischer Politiker (Lordprotektor) ( - 1626)
- 14. September: Giovanni Domenico Cassini, italienisch-französischer Astronom und Geograph ( - 1625)
ko:1712년
SpinnmaschineSpinnen#Spinnen industriell
PuddelverfahrenDas Puddelverfahren ist ein Verfahren zur Herstellung von Stahl aus Roheisen.
Beim Puddeln wird das Roheisen in großen Pfannen geschmolzen und dann mit langen Stangen durchgerührt (puddled) und dadurch immer wieder sauerstoffhaltigen Verbrennungsgasen ausgesetzt und dadurch "gefrischt", um die Verunreinigungen auszutreiben und den Kohlenstoff zu verbrennen. Die Weiterverarbeitung der sogenannten Luppe ermöglicht die Erzeugung von preiswertem Massenstahl.
Das Puddelverfahren ist eines der ältesten Verfahren zur Stahlgewinnung.
Kategorie:Stahl Kategorie:Metallurgie
DampflokomotiveEine Dampflokomotive (kurz "Dampflok") ist eine selbstfahrende Zugmaschine der Eisenbahn, die als Wärmekraftmaschine das Arbeitsmedium Wasserdampf verwendet.
Die Technik der Dampflokomotive
Unter den Dampflokomotiven gibt es eine Vielfalt verschiedenartigster Typen und Detailvariationen. Für einen Überblick werden hier nachfolgend die verbreitetsten Ausführungen dargestellt. Davon abweichende Ausführungen sind im Artikel Dampflokomotive (Bauart) zu finden.
Konstruktiver Gesamtaufbau
Die verbreitetste Bauform besteht im Prinzip aus einem Dampflokomotivkessel, einer Dampfmaschine oder einer Dampfturbine, einem Fahrgestell mit den Rädern, einem Führerhaus zur Bedienung sowie Einrichtungen zum Bevorraten der Betriebsstoffe Kohle/Öl und Wasser. Dampflokomotiven haben gemeinhin einen stählernen Rahmen, auf dem sich der Dampfkessel, die daran angebaute Feuerbüchse, die Kolbendampfmaschine sowie auch das Führerhaus befinden.
Dieser Rahmen wird von den Treibrädern und oft zusätzlichen Stütz-Laufrädern getragen. Die Kolbendampfmaschine besteht aus meist mehreren (bis 4) Zylindern, die seitlich außen oder innerhalb des Rahmens angeordnet sind. Die hin- und hergehenden (oszillierenden) Bewegungen der Kolbenstangen werden mit einem Übertragungsgestänge auf die Kurbelzapfen der Räder und damit in eine rotierende Bewegung übertragen. Mit dem Abrollen der Räder auf den Schienen wird die Fahrbewegung erzeugt, die die Hauptfunktion und das Anwendungsziel der Lokomotive ist.
Dampferzeugung und Energieumwandlung
Befeuerung und Wassererhitzung
Dampflokomotiven beziehen ihre Primärenergie aus der Verbrennung der zumeist mitgeführten Brennstoffe (Holz, Kohle, Kohlenstaub, Torf oder Mineralöl). Der damit beheizte Dampflokomotivkessel erzeugt aus ebenfalls mitgeführtem Wasser den Dampf für die Dampfmaschine. Die meisten Dampfloks haben eine Rostfeuerung mit flachem Feuerbett. Bei Verwendung von Kohlenstaub oder Mineralöl wird ein Brenner verwendet. Spezielle Schwerölbrenner heizen hier das Schweröl vor, das dann mit einem Dampfstrahl zerstäubt wird. Als Einzelfall wurden in der Schweiz einige Rangierlokomotiven mit elektrischer Kesselheizung nachgerüstet, als während des 2. Weltkriegs die Kohle knapp war.
Die heißen Verbrennungsgase aus der Feuerbüchse werden mit Rohrleitungen längs durch den Kessel bis zur Rauchkammer und zum Rauchabzug geleitet. Die Wärme der Rauchgase wird an den Wänden der Feuerbüchse und der Rauchrohre auf das Wasser übertragen. Um die Heizfläche zu erhöhen, werden an die 100 Flammrohre in den Kessel eingebaut.
Die Frischluftzuführung für die Verbrennung erfolgt über Luftklappen am Aschkasten. Für eine einwandfreie Feueranfachung ist das schon von Trevithick entwickelte Blasrohr unentbehrlich. Dieses ist am Boden der Rauchkammer angeordnet und bläst den immer noch unter Druck stehenden Zylinderabdampf durch den Rauchabzug. Nach dem Injektorprinzip werden dabei die umgebenden Rauchgase mitgerissen. Weil der Abdampf aus dem Triebwerk nur während der Fahrt zur Verfügung steht, ist noch ein Hilfsbläser eingebaut, der aus einem Rohrring mit Blaslöchern um den Blasrohrkopf besteht und direkt mit Frischdampf aus dem Kessel versorgt wird. Vor der Einführung des Hilfsbläsers wurden die Dampflokomotiven bei längeren Stillstandszeiten teilweise abgekuppelt und auf dem Parallelgleis hin- und hergefahren, um das Feuer zu entfachen und den erwünschten Kesseldruck zu erreichen. Zum Anheizen einer kalt abgestellten Dampflok kann ein externes Sauggebläse verwendet werden.
Dampfüberhitzung und Druckerzeugung
Hilfsbläser Das durch die Hitze verdampfende Wasser sammelt sich im Dampfraum im oberen Kesselbereich und dem zuoberst aufgebauten Dampfdom. Der so entstandene Satt- oder Nassdampf mit einer Temperatur von 170 bis 200 Grad Celsius ist eine Mischung aus Dampf und feinsten Wassertropfen. Siehe auch: Dampfkessel.
In modernen Dampflokomotiven wird der Dampf vom Dampfdom in eine Überhitzereinrichtung weitergeleitet. Diese besteht aus zahlreichen U-förmig gebogenen Rohren, die sämtlich in die Rauchrohre des Kessels hineinragen. Durch den Kontakt mit den Verbrennungsgasen wird der Dampf in den Überhitzerrohren auf 300 bis 400 Grad Celsius erhitzt, und auch die feinen Wassertröpfchen verdampfen. Ohne weitere Druckerhöhung enthält damit der Dampf mehr Energie, zudem geht auf dem Wege zu den Zylindern weniger Wärme durch Kondensation in den Rohrleitungen verloren. Die neueren Dampflokomotiven arbeiten mit einem Druck zwischen 15 und 20 bar. Der Druck wird begrenzt durch eine Sicherheitsarmatur, die bei Überschreiten des Maximaldruckes den zu hohen Dampfdruck ablässt.
Kolbendampfmaschine der Dampflok
Zylinder und Kolben
Sicherheitsarmatur Bei Lokomotiven mit Nassdampfregler passiert der im Dampfdom entnommene Dampf zunächst das Reglerventil und gelangt von dort in die Nassdampfkammer des Dampfsammelkastens in der Rauchkammer. Hier wird er in die Überhitzerrohre geleitet und dort auf Temperaturen von etwa 370 Grad Celsius überhitzt. Der überhitzte Dampf gelangt in die Heißdampfkammer des Dampfsammelkastens und von dort in das Haupteinströmrohr der Dampfm | | |