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| Industriestadt |
IndustriestadtDie Industriestadt ist eine Stadtform, die im Zuge der Industrialisierung im 19. Jahrhundert entstand. Siedlungsmittelpunkt ist dabei entweder eine Industrieanlage oder ein Bahnhof. Als Verkehrssystem tritt die Eisenbahn sowie ein rasterförmiges Straßennetz auf. Weitere charakteristische Merkmale sind oftmals Mietskasernen sowie Villengebiete. Ferner fällt auf, dass eine räumliche Trennung von Arbeit und Wohnen erzielt wird, dies aber letztendlich doch noch eng nebeneinander existiert.
Kategorie:Städtebau
IndustrialisierungDie Industrialisierung ist der Prozess des Übergangs von der Handarbeit zur Fabrikarbeit, der sich auf Maschinen stützte, sowie die Verbreitung dieser neuen Produktionsweise in allen Wirtschaftsbereichen.
Beginn
Die Industrialisierung begann zunächst in England während des 18. Jahrhunderts. Hier waren der Absolutismus und die Grundherrschaft früher als in anderen Ländern Europas gelockert, Zunftzwang gab es im Gegensatz zu deutschen Landen gar nicht. Somit waren die Voraussetzungen für die freiere Ausbreitung des Handels, der Kapitalbildung und der technischen Erneuerung gelegt. Meilensteine waren die Erfindung der Dampfmaschine 1712 durch Thomas Newcomen, sowie von Spinnmaschinen, mechanischem Webstuhl und des Puddelverfahrens bei der Eisengewinnung. Bedeutsam war auch die Erfindung der Dampflokomotive und der ersten öffentlichen Eisenbahnen. England wurde daher zum Mutterland der Industrialisierung unter privatwirtschaftlichen, kapitalistischen Bedingungen. Später verbreitete sie sich schrittweise in die anderen Länder Europas und Nordamerikas aus.
Der Begriff Industrielle Revolution steht dabei besonders für die erste Phase der Industrialisierung. Arnold Gehlen hat sie für die bedeutendste Revolution der Produktivkräfte seit der "neolithischen Revolution" erklärt, seit also dem Übergang vom Jagen, Sammeln und Fischen zu Landwirtschaft und Viehzucht in der Jungsteinzeit vor rd. 10.000 Jahren.
Folgt man der Sektoreneinteilung von Fourastié - "Primärer Sektor" der Rohstoffgewinnung (Ackerbau, Viehzucht, Förderung von Bodenschätzen), "Sekundärer Sektor" der Verarbeitung, "Tertiärer Sektor" der Dienstleistungen, auch schon: "Quartärer Sektor" der Freizeitwirtschaft, "Quintärer Sektor" der Abfallwirtschaft - so sind in allen Sektoren Industrialisierungsprozesse aufgetreten, historisch ausgehend vom Sekundären Sektor.
Rückgang
Seit die Anzahl der Industriearbeiter in vielen im 19. Jahrhundert industrialisierten Gesellschaften ("Dienstleistungsgesellschaften") relativ auffällig sinkt, wird in der Soziologie auch von De-Industrialisierung gesprochen. Ehemalige Industrieanlagen und Gebäude werden oft als Industriedenkmale erhalten.
Kategorie:Soziologie
ko:산업화
IndustrieDie Industrie (lat. industria - Betriebsamkeit, Fleiß) ist mit der größte Wirtschaftszweig in Deutschland und anderen deutschsprachigen Gebieten. Hier erfolgt die gewerbliche Verarbeitung von Materialien, deren ursprüngliche Form zur Bedarfsdeckung ungeeignet ist, zu Produktions- oder Konsumgütern. Allerdings ist im Sprachgebrauch inzwischen die genaue Abgrenzung verschwommen. So spricht man, obwohl eigentlich zum Dienstleistungsgewerbe gehörig, vielfach auch von der Fremdenverkehrsindustrie.
Industrie ist
- neben Handwerk, Handel, Dienstleistung und Landwirtschaft die wichtigste Beschäftigungsform und ein bedeutender Wirtschaftssektor in modernen Zivilisationen.
- eine Bezeichnung für eine differenzierte Produktionsform (siehe auch: Industriezweige) mit einem hohen Grad an Mechanisierung und Automatisierung im Gegensatz zur handwerklichen Produktion
- eine populäre Bezeichnung für jede Art beruflicher Beschäftigung, die nicht vom Staat getragen ist.
Wichtige Industriezweige
Industrielle Fertigung geschieht weltweit in verschiedenartigen Industriezweigen. Nach der International Standard Industrial Classification (ISIC) der UNO werden Industriebetriebe gleicher oder ähnlicher Produktionsrichtungen wie folgt nach Industriezweigen gegliedert:
Andere vorhandene Industriezweige
- Bergbauindustrie
- Elektroindustrie
- Glasindustrie
- Pharmazeutische Industrie
- Schwerindustrie
- Filmindustrie und Musikindustrie
Siehe auch
- Organisationen:
- Industrie- und Handelskammer (IHK)
- Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI)
- Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA)
- (Industrie-)Gewerkschaften
- Stichworte:
- Industrialisierung
- Wirtschaft
- Altindustrie
Weblinks
- [http://www.destatis.de/themen/d/thm_prodgew.php Statistiken zur Industrie in Deutschland]
ja:産業
simple:Industry
Kategorie:Technik
Kategorie:Wirtschaft
Kategorie:Industrie
Bahnhof
Ein Bahnhof ist eine Verkehrs- und Betriebsanlage von Bahnen.
Definitionen und Benennungen
Laut strenger Definition muss ein Bahnhof der Eisenbahn über mindestens eine Weiche verfügen, und Züge müssen beginnen, enden, kreuzen, überholen oder wenden können. Somit ist eine Zugangsstelle ohne Weiche kein Bahnhof, sondern ein Haltepunkt.
In Österreich muss laut offizieller Definition ein Eisenbahn-Bahnhof keine Weiche haben. Dem deutschen Haltepunkt entspricht die österreichische Haltestelle (in Deutschland wiederum ist eine Haltestelle ein Haltepunkt der mit einer Abzweigstelle zusammenfällt).
Der Unterschied zwischen einem Bahnhof und einem Haltepunkt ist für Fahrgäste u.A. im Fall einer punktuellen Streckensperrung bedeutsam - normalerweise wird dann der Verkehr auf der Schiene bis zu den Bahnhöfen aufrechterhalten, die der gesperrten Stelle am nächsten liegen.
Umgangssprachlich versteht man unter einem Bahnhof in der Regel eine Anlage, an der Reisende Züge besteigen oder verlassen können (also auch den Haltepunkt), Güter auf Züge ver- oder von diesen entladen oder Züge neu zusammengestellt oder umgruppiert werden. Häufig wird darunter umgangssprachlich auch nur das Bahnhofsgebäude selbst verstanden, das jedoch in der Fachsprache als Empfangsgebäude (in der Schweiz und in Österreich: Aufnahmegebäude) bezeichnet wird.
Bahnhöfe werden meist nach dem Ort oder Ortsteil benannt, in dem sie sich befinden. Nach Eingemeindungen oder Umbenennungen können jedoch auch historische Namen erhalten bleiben. Kopfbahnhöfe von Eisenbahnstrecken waren in Deutschland oft nach dem Endpunkt der in diesem Bahnhof beginnenden Strecke benannt. So hieß zum Beispiel der in Berlin gelegene Bahnhof der Berlin-Görlitzer Eisenbahn Görlitzer Bahnhof. In anderen Ländern ist diese Praxis noch beibehalten worden.
Gibt es mehrere Bahnhöfe an einem Ort, von denen einer den anderen betrieblich übergeordnet ist oder das zumindest historisch einmal war, wird dieser häufig als Hauptbahnhof bezeichnet.
Bahnhofsarten
Bahnhofsarten nach baulicher Anordnung der Gleisanlagen und Lage des Empfangsgebäudes:
- Durchgangsbahnhöfe (häufigste Anordnung z. B. Köln Hbf, Hannover Hbf, Darmstadt Hbf oder Augsburg Hbf),
- Kopfbahnhöfe (z. B. Leipzig Hbf, München Hbf, Frankfurt Hbf, Kassel Hbf);
- Anschlussbahnhöfe,
- Kreuzungsbahnhöfe,
- Trennungsbahnhöfe,
- Inselbahnhöfe (z. B. Halle (Saale) Hbf),
- Keilbahnhöfe (z. B. Wunstorf, Betzdorf/Sieg, Gießen),
- Dreiecksbahnhöfe (z. B. Werdau)
- Berührungsbahnhöfe (sehr selten, z. B. Mülheim an der Ruhr Hbf)
- Turmbahnhöfe (manchmal auch nicht ganz richtig Kreuzungsbahnhof genannt; z. B. Osnabrück Hbf, Berlin Hauptbahnhof, im Bau)
- Tunnelbahnhöfe (z. B. Dresden Flughafen, Unterföhring, Frankfurt-Konstablerwache)
- Reiterbahnhof (z.B. Zürich Wiedikon, Kassel-Wilhelmshöhe)
Bahnhofsarten nach Funktionen:
- Personenverkehr:
- Personenbahnhöfe,
- als verkehrliche Sonderformen der Personenbahnhöfe: Flughafenbahnhöfe (z. B. Berlin-Schönefeld), Messebahnhöfe;
- Abstellbahnhöfe für Reisezugwaggons,
- Postbahnhöfe (die Postbeförderung wurde bis zu ihrer Verlagerung auf die Straße in Reisezügen durchgeführt);
- Güterverkehr:
- Güterbahnhöfe einschließlich Containerbahnhöfe,
- Hafenbahnhöfe (z. B. Weserbahnhof in Bremen),
- Fährbahnhöfe (teilweise auch im Personenverkehr),
- nichtöffentliche Werks- oder Industriebahnhöfe (z. B. BASF in Ludwigshafen) und Zechenbahnhöfe,
- Rangierbahnhöfe (z. B. Maschen bei Hamburg);
- beiden Verkehrsarten dienen meistens:
- Betriebsbahnhöfe,
- Grenzbahnhöfe (z. B. Frankfurt (Oder)),
- Spurwechselbahnhöfe mit Umspur- und/oder Umladeeinrichtungen.
Nach der Relation unterschieden werden Endbahnhöfe, Unterwegsbahnhöfe und Knotenbahnhöfe.
Bahnhofsanlagen können aus mehreren Teilen unterschiedlicher Funktion zusammengesetzt sein: so liegen z. B. Güter- oder Abstellbahnhöfe bei kleinen und mittleren Bahnhöfen meistens unmittelbar neben oder auch häufig direkt hinter dem Personenbahnhof. Vielen größeren und manchen mittleren Bahnhöfen ist oder war ein Bahnbetriebswerk angeschlossen. In den größten Eisenbahnkomplexen sind oft mehrere Bahnhöfe unterschiedlicher Funktion getrennt voneinander angelegt, zum Beispiel in Mannheim der Hauptbahnhof und der Rangierbahnhof.
In den Anfangsjahren der Eisenbahn wurden Bahnhöfe in Deutschland häufig an großen Flüssen angelegt, um den Bahntransport mit dem gut ausgebauten Flusstransportverkehr zu verbinden. Nachdem die ersten Knotenpunkte der Eisenbahnen entstanden, wurde die Forderung nach der Projektierung der Bahnhöfe unter logistischen Gesichtspunkten gestellt. Der Ingenieur und Direktor der sächsischen Eisenbahnverwaltung Max Maria von Weber stellte dazu die ersten verbindlichen Regeln auf, die später allgemein anerkannt wurden.
Die Gleisanlagen vieler in- und ausländischer Bahnhöfe sind nach deren Privatisierung von Eisenbahnen wie zum Beispiel bei der Deutschen Bahn AG stark verkleinert beziehungsweise vom Bahnhof zum Haltepunkt zurückgebaut worden.
Superlative
- von Reisenden meistfrequentierter Bahnhof der Welt: Bahnhof Shinjuku in Tokio angesehen, praktisch ein reiner Pendlerbahnhof mit täglich 1 bis 4 Millionen Passagieren.
- von Zügen meistfrequentierter Bahnhof der Welt: Clapham Junction im Süden Londons. Über 2.400 Züge passieren den Bahnhof täglich. Während der Hauptverkehrszeiten fährt durchschnittlich alle 20 Sekunden ein Zug in den Bahnhof ein.
- ältester Bahnhof der Welt: in Stockton-on-Tees (England)
- höchstgelegener Bahnhof der Welt: Galera in den peruanischen Anden mit 4781 m Höhe über dem Meeresspiegel
- größter Personenbahnhof Deutschlands: seit dem Umbau des Leipziger Hauptbahnhofs und dem damit verbundenen Abbau einiger Gleise der Frankfurter Hauptbahnhof in Frankfurt am Main.
- älteste Bahnhöfe Deutschlands:
- Vienenburg (Niedersachsen, Landkreis Goslar), Bahnhofsgebäude aus dem Jahre 1840
- Niederau (Freistaat Sachsen), Bahnhofsgebäude am 15. Mai 1842 in Betrieb genommen.
- das älteste noch in Betrieb befindliches Bahnhofsgebäude einer deutschen Großstadt steht in Augsburg.
- Der größte Güterbahnhof Europas ist der Rangierbahnhof Maschen bei Hamburg.
Meistfrequentierte Personenbahnhöfe in Deutschland nach Reisenden und Besuchern pro Tag
laut DB-AG [http://www.bahnhof.de http://www.bahnhof.de]
Der Berlin Hauptbahnhof – Lehrter Bahnhof welcher am 28. Mai 2006 eröffnet werden soll, ist hier noch nicht aufgeführt. Da dieser die Fernverkehrsverbindungen und einige Nahverkehrsverbindungen der Berliner Bahnhöfe Zoo und Ostbahnhof (90.000 Reisende täglich) aufnimmt, wird dieser wohl nach seiner Eröffnung in dieser Liste auftauchen
Siehe auch
- Liste wichtiger Personenbahnhöfe, Liste wichtiger Rangierbahnhöfe, Liste der Bahnhöfe in den Niederlanden
- Gleisplan, Fernbahnhof, Regionalbahnhof, Rangierbahnhof, U-Bahnhof.
Zitate und Redewendungen
- Auf einer Spazierfahrt, bei der man nach Belieben aussteigen kann, gibt es keine Ankunft, bei der Eisenbahnfahrt aber wird der Unterschied von Ankunft und Abfahrt geheimnisvoll schematisiert durch eine Operation, die sich in den Bahnhöfen, diesen ganz besonderen Stätten, vollzieht, die sozusagen kein Teil der Stadt sind und doch die Essenz ihrer Persönlichkeit so deutlich enthalten wie sie auf dem Signalschild ihren Namen tragen. – Marcel Proust (Im Schatten der jungen Mädchen, ISBN 3-51857875-8, S. 219)
- Ich verstehe nur Bahnhof besagt umgangssprachlich, etwas nicht verstehen zu können.
Literatur
- Otto Blum: Personen- und Güterbahnhöfe. Zweite neubearbeitete Auflage von Dr.-Ing. habil. Kurt Leibrand. Berlin/Göttingen/Heidelberg: Springer-Verlag, 1961. (= Handbuch für Bauingenieurwesen).
- Prof. Berthold Grau: Bahnhofsgestaltung. Bände 1 und 2. Berlin (Ost): Transpress VEB Verlag für Verkehrswesen, 1968.
- Mihály Kubinszky: Bahnhöfe Europas. Ihre Geschichte, Kunst und Technik. Stuttgart: Franckh'sche Verlagshandlung 1969.
- Jean Dethier: Die Welt der Bahnhöfe. Herausgeber: Centre National d'Art et de Culture Georges Pompidou/Centre de Création Industrielle und Staatliche Kunsthalle Berlin. Ausstellungskatalog. Berlin (West): Elefanten-Press-Verlag, 1980. (= EP: 47). ISBN 3-88520-047-3.
- Jean Dethier, Paul Delacroix und François-Xavier Bouchard (Fotos): Gares d'Europe. Boulogne-sur-Mer: Neuilly S. E. (Denoël), 1988. ISBN 2-207-23505-X. (Hervorragender Bildband in Französisch, auch für Leserinnen und Leser ohne französische Sprachkenntnisse informativ.)
- Dr. Gérard Blier: Nouvelle géographie ferroviaire de la France. Paris: La Vie du Rail. Tome (Band) I: Le réseau: structure et fonctionnement. 1991, ISBN 2-902808-34-8, Tome II: L'organisation régionale du trafic. 1993, ISBN 2-902808-43-7. (Hervorragendes Werk in Französisch unter anderem über französische Bahnhöfe aller Art mit schematischen Übersichtsplänen und vielen Fotos.)
- Bahnhöfe. München: GeraNova Verlag. (= Bahn Extra Nr. 53: 4/2001 August/September).
- Erich Preuss (Hrsg.): Das große Archiv der deutschen Bahnhöfe. München: GeraNova Zeitschriften-Verlag. Loseblattausgabe.
- Beatrice Sendner-Rieger: Die Bahnhöfe der Ludwigs-Süd-Nord-Bahn 1841-1853. Zur Geschichte des bayrischen Staatsbauwesens im 19. Jahrhundert. Deutsche Gesellschaft für Eisenbahngeschichte e. V., 1989, ISBN 3-921700-57-4
Weblinks
- [http://www.zielbahnhof.de/ Bahnhöfe im Bild]
- [http://www.snugu.de/ak/ Alte Fotos von Bahnhöfen]
- [http://www.eisenbahnmuseum-vienenburg.de Eisenbahnmuseum Vienenburg]
- [http://www.bahnhof.de/ Pläne der Empfangsgebäude und Bahnsteige großer deutscher Bahnhöfe]
- [http://www.bayern-takt.de/public_main_modul.php?unit=4304582d878ff&document_id=268 BEG-Stationsdatenbank (Pläne der Publikumsanlagen aller bayerischen SPNV-Halte)]
- [http://www.sporenplan.nl/ Gleispläne aller niederländischen und vieler anderer Bahnhöfe]
- [http://epoche-3.de/heidelberg.php Heidelberg Hbf]
!Bahnhof
Kategorie:Stadtbaugeschichte
ja:鉄道駅
StraßennetzStraßennetz nennt man das Gesamtgefüge von einzelnen Straßen innerhalb eines Gebietes, wie zum Beispiel eines Landes.
Häufig findet man die Angabe der Gesamtlänge des Straßennetzes bei Informationen über ein Gebiet, die Gesamtlänge allein sagt wenig aus. Im Verhältnis zur Fläche kann man sich dann ein grobes Bild davon machen, ob das Gebiet per Straße mehr oder weniger gut erkundet werden kann.
Beispiele
Kategorie:Straßenverkehr
Mietskaserne]]
Als Mietskasernen bezeichnet man große, meist 5-geschossige Mietshäuser aus der Zeit der Industrialisierung für die untere Bevölkerungsschicht. Diese Mietskasernen wurden von vermögenden Personen so gebaut, dass sie eine möglichst hohe Anzahl von Wohnungen auf dem gegebenen Grundstück hatten und damit den Gewinn maximierten. Dabei wurden die Bauvorschriften ausgereizt oder sogar ignoriert. Grundlage dieser Bauvorschriften bildete in Berlin der von James Hobrecht ins Leben gerufene Hobrecht-Plan.
Typische Mietskasernen
Mietskasernen existierten in Deutschland vor allem in Berlin und Hamburg, wo die großen Grundstücke großflächig überbaut wurden. Ansonsten wurde dieser Gebäudetyp im damaligen Deutschland im Westen seltener als im Osten errichtet. In Österreich wurde er besonders in Wien unter der Bezeichnung Zinshaus gebaut. An das repräsentative Vorderhaus schlossen sich mehrere aneinandergebaute Hinterhäuser an, so dass dazwischen nur noch enge, meist rechteckige Höfe frei blieben, die nur durch Durchfahrten unter den Häusern zugänglich waren. Eine Abfolge von drei oder vier Höfen war keine Seltenheit. Als ganz besonders extremes Beispiel gilt der Meyers Hof in der Berliner Ackerstrasse.
Diese Anordnung hatte den Stil von Kasernen, daher auch die Namensgebung. Die Innenhöfe beherbergten oft noch Gewerbebetriebe im Erdgeschoss und wurden in vielen Fällen genau so groß konzipiert, dass gerade mal eine pferdegezogene Feuerwehrspritze darin wenden konnte. Laut Baupolizeiordnung mussten dies genau 5,34×5,34 Meter sein.
Baupolizeiordnung]
Die Gestaltung der Vorderhäuser lehnte sich an Bürgerhäuser an und sie boten für die Bewohner, Facharbeiter und Kleinbürger oder sogar die Eigentümer akzeptable bis gute Wohnverhältnisse.
Die Wohnungen in den Hinterhäusern waren dagegen mangels Licht und Luft ungesund, besonders die Wohnungen im Tiefparterre und Dachgeschoss. Dennoch mussten die Bewohner 25 bis 30% ihre Einkommens für die 2 bis 3-Zimmer-Wohnungen ausgeben, die aus einer Wohnküche und einem oder zwei Zimmern bestanden. Oft wurden die zusätzlichen Räume der beengten Wohnungen wieder untervermietet oder ein Bett an einen Schlafgänger vermietet. Dieser durfte nachts ein Bett in der Wohnung benutzen. Die Familie lebte hauptsächlich in der Wohnküche.
Die Wohnqualität in den Hinterhäusern war, vor allem im Gegensatz zu den Vorderhäusern, sehr schlecht. Badezimmer gab es höchstens nur in den komfortablen Wohnungen der Vorderhäuser, während häufig eine Toilette auf dem Gang von mehreren Wohnparteien benutzt wurden. Zum Waschen holte man sich entweder einmal in der Woche eine Badewanne in die Küche oder ging in die Badeanstalt. Es kam auch vor, dass etwa 30 Personen in einer Wohnung lebten. Je nach Bezahlung hatte man nur einen Schlafplatz im Flur oder als Familie konnte man sich ein Zimmer mieten.
Um die Untervermietung einzudämmen, wurden bei späteren Bauten für die Arbeiter die Küchen bewusst klein gehalten, damit die Familie auch die übrigen Räume der Wohnung benutzen musste, z.B. so ausgeführt beim sozialen Wohnungsbau in Stuttgart bei den Siedlungen Ostheim und Südheim (allerdings sind dies keine Mietskasernen).
Gründe für das Entstehen der Mietskasernen in Berlin war die durch starken Zuzug verursachte Wohnungsnot, Ausweisung großer Baugrundstücke und eine Bauordnung, die eine sehr dichte Überbauung ohne Abstände gestattete.
Eine Reaktion auf die beengten Wohnverhältnisse war die Gartenstadtbewegung und ab den 1920er Jahren ein genossenschaftlicher Wohnungsbau, in Wien die Gemeindebauten.
Gemeindebau
Siehe auch
- Adolf Damaschke
- Heinrich Zille
Literatur
- Adolf Damaschke: Die Bodenreform. Grundsätzliches und Geschichtliches. Berlin, 1902
- Johann Friedrich Geist, Klaus Kürvers: Das Berliner Mietshaus. (Drei Bände in denen auf über 1.500 Seiten die Entwicklung Berlins in den vergangenen 300 Jahren nachgezeichnet wird. Eine Pflichtlektüre, wenn man zur Berliner Historie arbeitet.)
Kategorie:Stadtbaugeschichte
Kategorie:Wohngebäude
Kategorie:Städtebau
Siehe auch Portal:Raumplanung und Städtebau und Portal:Architektur und Bauwesen.
Stichworte bitte auch in das Stichwortverzeichnis Raumplanung und Städtebau eintragen!
Kategorie:Architektur und Bauwesen
Kategorie:Raumplanung
François Debauvaision François Debeauvais
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