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Infanterie

Infanterie

Als Infanterie bezeichnet man zu Fuß kämpfende Verbände von Soldaten. Die Infanterie wurde in ihrer Geschichte verschieden eingesetzt, bildet jedoch heutzutage bei den meisten Armeen die große Basis der Streitkräfte. Sie trägt die Hauptlast im Gefecht, und ist aber trotzdem vielseitig einsetzbar. Wurden früher vor allem eine große Anzahl Fußsoldaten als Infanterie bezeichnet, steht der Begriff heutzutage für eine bestimmte Gattung von Soldaten in einem Heer, für welche Mobilität und Schlagkraft von großer Bedeutung sind. Innerhalb dieser Truppengattung stellt die militärische Ausbildung eine äußerst große physische und psychische Herausforderung dar, da sehr viel Wert auf Vielfältigkeit gesetzt wird. Eine veraltete Bezeichnung für die Infanterie ist auch Fußvolk, dieser Begriff wird heutzutage häufig mit einer spöttischen Konotation verwandt.

Einsatzaufstellung

Im 17. bis zum 19. Jahrhundert wurden Infanteriearmeen vor allem als große Massen von Fußsoldaten in den Kampf geschickt. Die Weiterentwicklung der Feuerwaffen und das Ziel, ein Höchstmaß an Feuerwirkung zu erzielen, führten im 17. Jahrhundert zur Linientaktik als Hauptkampfform der Infanterie. Aufgrund höherer Feuergeschwindigkeit, größerer Reichweiten und besserer Treffgenauigkeit der neuen Handwaffengeneration entwickelte sich diese neue Taktik bis zum Jahre 1792 zu der so genannten Tirailleur- oder Kolonnentaktik weiter, die bis zum deutsch-französischen Krieg 1870/71 als Gefechtsform das Bild zahlloser Schlachten dieser Zeit prägt. Mit dem Aufkommen von Mehrladern wurde nun das Schützengefecht in Form von Schützenlinie und Schützenschwarm die Hauptkampfform der Infanterie. Die Infanterie operiert meist in achtköpfigen Gruppen.

Ausbildung und Bewaffnung

Jeder Infanterist ist in Häuserkampf, Nahkampf und Territorialkampf geschult. Die Waffen der modernen Infanterie sind sehr vielfältig:
- Sturmgewehr
- Scharfschützengewehr
- Handgranate
- Panzerfaust
- Minen
- Pistole
- Maschinengewehr
- Messer und Bajonett zusätzlich verfügen die meisten Infanterieverbände noch über schwere Waffen wie Mörser (Geschütz) oder Panzerabwehrlenkwaffen.

Einsatzspektrum der Infanterie

Da die Stärke der modernen Infanterie in der Beweglichkeit und Geschwindigkeit liegt, eignet sie sich nicht für große Angriffe in Bataillonsstärke. Sie wird daher für Aufgaben wie verdeckte Operationen, Aufbau und Halten von Verteidigungslinien oder Zerstören von blockierten Gegnern eingesetzt. In Friedenszeiten leistet die Infanterie Dienst im Objektschutz.

Einsatzschwierigkeiten

Infanteristische Einsätze sind immer nur von möglichst kurzer Dauer. Infanteristen haben keine Möglichkeiten, sich vor Angriffen, wie Chemiewaffeneinsatz, Luftangriffen oder Artilleriebeschuss über längere Zeit zu schützen. In vielen Ländern wird darum geforscht, wie man Schutzmechanismen und andere Hilfsmittel verbessern kann, um die Soldaten längere Zeit im Einsatz zu halten. In Deutschland läuft dazu das Programm Infanterist der Zukunft. In den USA wird eine tragbare Waffe entwickelt, die Sturmgewehr, Granatwerfer, Zielfernrohr und Laserzielmarkierung miteinander vereint. Der Vorteil liegt hier im reduzierten Platzbedarf und Gewicht. Die Bundeswehr ist bereits jetzt mittels des Gewehres "G 36" in der Lage, eine Waffe als Sturmgewehr, als Präzisionswaffe und als Granatwerfer einzusetzen und ist somit den amerikanischen Entwicklungen in diesem Punkt teilweise voraus.

Geschichte der Infanterie

17.-18. Jahrhundert

Historisch geht die Bezeichnung Infanterie auf die Infantin Isabella Clara Eugenia, Tochter des Königs Philipp II. von Spanien zu Beginn des 17. Jahrhunderts zurück. Das auf ihren Befehl geworbene Fußvolk wurde auf eine neue Art bewaffnet und geübt und der Infantin zu Ehren "infanteria" genannt. Diese neue Truppe unterschied sich weiter je nach Bewaffnung und Verwendung in die schwere und die leichte Infanterie.
Im deutschsprachigen Raum taucht der Infanteriebegriff erstmals im Jahre 1616 als allgemeine Bezeichnung von Fußtruppen auf. Bis dato waren für eben diese die Bezeichnungen "Fußvolck", "Kriegsvolck zu Fuß", die "Fußknecht", "die Hauffen zu Fuß" und "die Landsknechte" üblich. Die Verwendung und der Wert dieser Fußtruppen sind in der Kriegsgeschichte von unterschiedlicher Bedeutung gewesen. Schon im Altertum trugen sie oft die Hauptlast des Kampfes. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, kamen der Reiterei allgemein nur unterstützende Aufgaben zu. Während des Mittelalters war jedoch der Ritter Hauptträger des Kampfes, es bildeten sich ganze Ritterheere. Erst die Schweizer bewirkten 1386 durch die Schlacht bei Sempach eine Wende. Mit Spießen und Streitäxten gut gerüstet, straff organisiert und ausgebildet, zeigten sich Fußtruppen den Rittern überlegen. Diese Gliederungsform der Infanterie wurde Gewalthaufen genannt. Die Wirkung des Gewalthaufens beruhte auf der Stoßkraft der sich geschlossen vorwärts bewegenden Masse. Die Entscheidung wurde im Angriff gesucht. In dieser Weise führten die Spanier 1485 ihr Fußvolk erfolgreich gegen die Mauren. Sie wurden Vorbild für andere europäische Heere. Die Infanterie entwickelte sich zur "Krone aller Waffen". Als Schöpfer der deutschen Infanterie werden Kaiser Maximilian I. und Georg von Frundsberg angesehen. Sie waren die bedeutendsten Führer und Organisatoren der Landsknechtheere. Mit ihnen begann das neuzeitliche Kriegswesen. Mit zunehmender Wiederentstehung einer bedeutenden Reiterwaffe und Einführung von Schusswaffen entstand bei den Fußtruppen die Form des Gevierthaufens als Defensivaufstellung. Arkebusiere, Füsiliere und Musketiere waren die ersten Feuerwaffenträger der Infanterie.

19. Jahrhundert

1825 unternahm Zar Nikolaus I. als erster den Versuch, Kavallerie und Infanterie in einer Waffengattung zu vereinigen. Es entstand das Dragonerkorps. Der Versuch scheiterte, weil das Korps die infanteristischen Aufgaben vernachlässigte. Etwa 1885 nahm England diesen Versuch wieder auf und stellte in einzelnen seiner Kolonien und Schutzstaaten berittene Infanterie auf. So kann die gesamte Streitmacht der Buren im Kampf gegen England als berittene Infanterie charakterisiert werden. Im 19. Jahrhundert unterschieden verschiedene Armeen ihre infanteristischen Soldaten in etwa folgende Truppenteile:
- Preußen: Grenadiere, Musketiere, Füsiliere, Jäger
- Österreich: Linieninfanterie und Feldjäger (zusätzlich die Tiroler Kaiserjäger)
- Frankreich: Linieninfanterie und Zouaven- und Turkosregimenter (als leichte Infanterie), auch die Fremdenlegion kann zur seinerzeitigen Infanterie gezählt werden
- Russland: Garde- und Linieninfanterie und Schützen
- Italien: Linieninfanterie, Bersaglieri (Jäger) und Alpini (Gebirgsjäger)

20. Jahrhundert

Im 20. Jahrhundert entwickelt sich die Infanterie immer mehr zur Hauptwaffe des Kampfes. So ist unter anderem im Reglement für die deutsche Infanterie von 1906, das noch während des gesamten 1. Weltkriegs Gültigkeit hatte, der damalige Stellenwert dieser Truppengattung wiederzufinden: "Die Infanterie ist die Hauptwaffe. Im Verein mit der Artillerie kämpft sie durch ihr Feuer den Gegner nieder. Sie allein bricht seinen letzten Widerstand. Sie trägt die Hauptlast des Kampfes und bringt die größten Opfer. Dafür winkt ihr auch der höchste Ruhm."
Dieser Stellenwert als Schlachten entscheidende Waffe behielt auch im 2. Weltkrieg weiter seine Gültigkeit. Allerdings war die Infanterie im neuen Zeitalter der Panzer und der Flugzeuge nicht mehr die Hauptwaffe und die Königin des Schlachtfeldes, wohl aber noch die Königin auf ihrem Gefechtsfeld. Nach diesem Krieg erfolgte innerhalb der Wiederbewaffnung Deutschlands die Abkehr von der so genannten "Einheitsinfanterie" hin zur "besonders befähigten Infanterie".

Infanterie in Deutschland nach 1950

So ist die Infanterie der Bundeswehr heute nicht mehr in die bisher üblichen Truppengattungen der Jäger, der Fallschirmjäger, der Gebirgsjäger und der Grenadiere differenzierbar. Sie stellt heutzutage einen Truppengattungsverbund dar, welcher sich aus den bisherigen besonderen Befähigungen und Spezialisierungen der Jäger, Gebirgsjäger und Fallschirmjäger zusammensetzt. Sie ist nicht mehr mit den herkömmlichen leichten Infanterieeinheiten zu vergleichen, diese werden gegenwärtig typischerweise von den Panzergrenadieren der Bundeswehr gebildet. Die deutsche Infanterie der Bundeswehr ist somit eine sehr stark spezialisierte Truppengattung des deutschen Heeres, deren Soldaten über ein enorm hohes Anforderungspotential und mit dem System Infanterist der Zukunft über die weltweit beste infanteristische Ausrüstung verfügen. Im Rahmen ihrer Auftragserfüllung und ihres Einsatzspektrums arbeiten sie so auch eng mit dem Kommando Spezialkräfte (KSK) zusammen. Aufgrund dieser besonderen Befähigungen sowie ihrer hohen Beweglichkeit, ihrem exzellenten Ausbildungsstand, ihrer hochwertigen Ausrüstung, ihren neuen Fahrzeugen und Handwaffen stellt sie im gesamten Aufgabenspektrum vor allem die Kräfte der ersten Stunde ("Eingreifkräfte") sowie Mittlere Kräfte für Einsätze bei kleinen und mittleren Operationen ("Stabilisierungskräfte") im Rahmen des internationalen Krisenmanagements bereit. Dabei bildet die Beherrschung der Aufgaben des Allgemeinen Infanteriekampfes weiterhin die gemeinsame Grundbefähigung der gesamten Infanterie.
- Mit den Fallschirmjägern als Kern der Spezialisierten Kräfte des Heeres in der Division Spezielle Operationen (DSO);
- dem Aufbau eines neuen luftbeweglichen Jäger-/Infanterieregimentes bis 2007, welches taktisch der zweiten Spezialdivision, der Division Luftbewegliche Operationen (DLO) zugehörig ist;
- und der Gebirgsjägerbrigade 23, welche weiterhin vorrangig für Einsätze unter extremen Gelände- und Witterungsbedingungen eingesetzt wird, wird ein Beitrag zur Verbesserung der Reaktionsfähigkeit im gesamten Aufgabenspektrum geleistet.

siehe auch


- Fußsoldaten im Mittelalter, Infanteriedivision, General der Infanterie

Weblinks

Deutschland:
- [http://www.deutschesheer.de/C1256B6C002D670C/CurrentBaseLink/N25CSBAU714SWINDE Das deutsche Heer, Truppengattungsprofil der Infanterie]
- [http://www.jaegerseiten.de Jägerseiten - Die deutsche Infanterie: ihre Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, ihre Waffen, Fahrzeuge und Ausrüstung]
- [http://www.infanterie-bund.de/ Bund der deutschen Infanterie] International:
- [http://www.benning.army.mil/Infantry/index.asp US Infantry School, Fort Benning]
- [http://www.army.mod.uk/infantry/index.htm British School of Infantry]
- [http://www.bundesheer.gv.at/waffengattung/wafgt_jager.shtml Österreichs Jägertruppe] Kategorie:Truppengattung ja:歩兵

Verband (Militär)

Größere Gliederung von Truppen. Verbände setzen sich aus Einheiten, oder weiteren Verbänden zusammen, sie haben bei der deutschen Bundeswehr und dem österreichischen Bundesheer in der Regel einen Kommandeur, während Einheiten einen Chef haben. In der Schweizer Armee werden beide Funktionen als Kommandant bezeichnet. Verbände sind:
- Bataillon
- Regiment
- Brigade
- Division
- Korps
- Armee In der Bundeswehr haben Korps Kommandierende Generale und Armeen Befehlshaber. Im Zweiten Weltkrieg gab es auf deutscher Seite noch die Heeresgruppe. Als Bezeichnung ist dieser Begriff heute entfallen, die Gliederungsgröße (ein Großverband bestehend aus mehreren Armeen) existiert aber weiterhin. Der militärische Verband ist eine Größenuntergliederung. Als Verband werden Gliederungsformen ab Bataillon bezeichnet (im Heer Bataillon und Regiment, in der Luftwaffe und Marine Bataillon, Regiment und Geschwader). Ab Brigade spricht man vom Großverband, der das Gefecht der verbundenen Waffen führt. Kommandeur eines Verbands ist i.d.R. ein Stabsoffizier ab Oberstleutnant. Kommandeur eines Großverbandes ist in der Regel ein General. Kategorie:Militärischer Verband Kategorie:Allgemeine Truppenkunde Kategorie:Verband

Heer

Das Heer ist die Gesamtheit der Landstreitkräfte eines Staates. Die Aufgaben des Heeres sind in erster Linie das Aufklären und Bekämpfen feindlicher Truppen. Zur Erfüllung seiner Aufgaben stehen ihm kämpfende und unterstützende Einheiten zur Verfügung.

Geschichtliches

Bereits in den antiken Heeren kam es zu einer Unterteilung in Truppengattungen, insbesondere in leichte und schwere Infanterie. In den griechischen und römischen Heeren war die Aufgabe der wehrfähigen Männer im Heer von ihren Besitzverhältnissen abhängig, da die Soldaten zunächst selbst für ihre Ausrüstung aufkommen mussten. Die schwer gepanzerten griechischen Hopliten, die in einer dichten Phalanx kämpften, rekrutierten sich aus der Oberschicht. Zu Zeiten der Römischen Republik ging der Staat dazu über, für die Ausrüstung des großen römischen Heeres aufzukommen. Als Folge davon entstand eine gewaltige Kriegsindustrie. Seit der Spätzeit der Republik bestand das stehende römische Heer aus Freiwilligen und verfügte zeitweilig über eine Stärke von bis zu 900.000 Soldaten. Durch die Reformation des Römischen Heeres durch Marius (u.a. bedingt durch die Einfälle der Kimbern und Teutonen) wurde der Grundstein für das schlagkräftige Römische Heer der Kaiserzeit gelegt, durch welche erst die gigantische Expansion des Römischen Imperiums bewerkstelltigt werden konnte. Zur Kaiserzeit wurde eine letzte große Reformation des Heeres eingeleitet. Von da an bestand jede Legion des Römischen Heeres stets aus den 3 Truppenteilen (Manipel) Triarii, Principes und Hastati. In der Spätantike kam es zur Trennung des Heeres in ein Bewegungs- (Comitatenses) und ein Grenzheer (Limitanei). Nach dem Untergang des Römischen Reiches, der unter anderem durch die Völkerwanderung herbeigeführt wurde, gab es über Tausend Jahre lang keine stehenden Heere in Europa, außer im Byzantinischen Reich. Die Heeresaufgebote des Mittelalters bestanden aus leibeigenen Bauern, aus Rittern und sonstigen Adeligen und deren Gefolgsleuten und aus städtischen Aufgeboten von Männern mit Bürgerrecht. Heere wurden im europäischen Mittelalter nur dann aufgeboten, wenn ein Kriegszug geplant war oder eine feindliche Invasion abgewehrt werden musste. Begründet wurde die Verpflichtung zum Heeresdienst durch die feudalen Abhängigkeiten. Im Spätmittelalter machten Söldner den größten Teil des Heeres aus, da sich die Fürsten und Könige auf diese Weise aus der Abhängigkeit von ihren Vasallen lösen wollten. Zudem waren die Söldnerheere eine Folge der immer wichtiger gewordenen Geldwirtschaft, welche die feudale Begründung zur Teilnahme an einem Kriegszug durch eine finanzielle Begründung ersetzte. Da die Söldner oftmals undiszipliniert waren und sich nicht an einen bestimmten Staat gebunden fühlten, wurden sie schnell in großen Teilen Europas zur Landplage. Ausgebliebene Soldzahlungen konnten zu schweren Plünderungen und Ausschreitungen führen, zudem ließen sich viele Söldner abwerben, wenn man ihnen einen höheren Sold versprach. Der Übergang zu disziplinierten, stehenden Heeren wurde zu Beginn der Frühen Neuzeit eingeleitet. Die Infanterie kämpfte seit dem 15. Jahrhundert in dichten Formationen, was eine hohe Disziplin erforderte. Um von den Söldneraufgeboten unabhängig zu sein, gingen die meisten europäischen Herrscher im späten 17. Jahrhundert dazu über, stehende Heere aufzustellen. Die damit verbundenen Disziplinierungsmaßnahmen ermöglichten es, die Heere trotz immer größer werdender Feuerkraft in geschloßener Schlachtreihe vorgehen zu lassen. Erst im 19. Jahrhundert ging man aufgrund der rapiden Weiterentwicklung von Feuerwaffen dazu über, die Heere im Gefecht aufzulockern. Durch die erstmalige Einführung einer allgemeinen Wehrpflicht im Zuge der Französischen Revolution, was auch auf andere europäische Staaten ausstrahlte, vergrößerten sich die Heere äußerst stark. Bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts boten die Großmächte im Kriegsfall Millionenheere auf. Das deutsche Heer verfügte im Ersten Weltkrieg über eine Stärke von bis zu sieben Millionen Soldaten. Mit der Änderung der Kriegsführungsstrategien (z.B. in Deutschland mit den Verteidigungspolitischen Richtlinien in der Fassung von 2003) geht die Tendenz einher kleinere, hochpräsente und schnell verlegebare Heeresstrukturen zu schaffen damit weltweite Einsätze und abgestufte militärische Reaktion leichter möglich werden. In Deutschland bemängeln Kritiker seit Beginn dieser Umgestaltung damit würde eine "Interventionsarmee" geschaffen. Seit Ende des kalten Krieges haben viele europäische Staaten im Zuge der Verkleinerung ihrer Armeen die Wehrpflicht abgeschafft oder ausgesetzt (die Vereinigten Staaten hatten dies bereits nach Ende des Vietnamkrieges getan).

Heere


- Deutsches Heer
- Österreichisches Bundesheer
- Schweizer Armee
- British Army
- US Army

Literatur


- Gerhard Hubatschek: Das Heer im Einsatz, ISBN 3-932385-12-8

Siehe auch


- Portal:Militär

Weblinks


- [http://www.uni-kassel.de/fb10/frieden/themen/Bundeswehr/vpr2003.html Verteidigungspolitische Richtlinien]
- [http://www.deutschesheer.de Homepage des deutschen Heeres] ! ja:陸軍 simple:Army

Truppengattung

Unter Truppengattungen versteht man beim Heer die Unterteilung in die nach ihren Fähigkeiten und ihrer Ausrüstung verschiedenen Einheiten und Verbänden. Hierzu unterscheidet man in

Kampftruppen


- Kampftruppen:
  - Gepanzerte Kampftruppen:
    - Panzertruppe
    - Panzergrenadiertruppe
  - Infanterie:
    - Jäger
    - Gebirgsjäger
    - Fallschirmjäger

Aufklärungstruppen


- Aufklärungstruppen:
  - Panzeraufklärer
  - Fernspäher
  - Feldnachrichtentruppe

Truppen zur Kampfunterstützung


- Kampfunterstützung:
  - Artillerietruppe
  - Pioniertruppe
  - ABC-Abwehrtruppe
  - Heeresflugabwehr

Führungsunterstützung


- Führungsunterstützung:
  - Feldjägertruppe
  - Topographietruppe
  - Fernmeldetruppe (Fernmeldeverbindungsdienst)
  - Fernmeldetruppe EloKa (Elektronische Kampfführung)
  - Truppe für Operative Information (OpInfo)

Einsatzunterstützung


- Einsatzunterstützung
  - Nachschubtruppe
  - Instandsetzungstruppe
  - (früher auch die Sanitätstruppe, jetzt aber ein eigener militärischer Organisationsbereich)
- je nach Auftrag die Heeresfliegertruppe

Historische Truppengattungen


- Kavallerie
  - Dragoner
  - Husaren
  - Kosaken
  - Kürassiere
  - Ulanen
- Train
- Bogenschützen
- Pikeniere
- Voltigeurs Kategorie:Militär (Deutschland) Kategorie:Militär (Österreich) Kategorie:Militär (Schweiz) ! Kategorie:Allgemeine Truppenkunde

Linientaktik

)]] Als Linientaktik (auch Lineartaktik) bezeichnet man eine für das 18. Jahrhundert typische Schlachtordnung, bei der die Infanterie in langgezogenen dünnen Linien aufgestellt wurde.

Entstehung der Linientaktik

Die Linientaktik entstand aus den Veränderungen der Waffentechnik gegen Ende des 17. Jahrhunderts. Das Steinschlossgewehr sowie die Verwendung von Papierpatronen erhöhten die Feuerwirksamkeit der Infanterie beträchtlich. Die Einführung des Bajonetts machte zudem die Pike überflüssig. Dies beschleunigte die allmähliche Verdrängung der Pikeniere durch die Füsiliere, welche im frühen 18. Jahrhundert abgeschlossen war. Da die Genauigkeit und Reichweite der Steinschloßgewehre noch gering war, kam es in der Schlacht darauf an, möglichst viele Gewehre gleichzeitig zum Einsatz zu bringen. Deshalb wurden die ehemals tiefer gegliederten Formationen des Fußvolkes wie etwa bei einer Treffentaktik durch flachere und breitere Gefechtsordnungen abgelöst. Gleichzeitig diente die Aufstellung der gesamten Infanterie in langen, zusammenhängenden Linien dazu, die Desertion zum Dienst gepresster Soldaten zu verhindern.

Funktionsweise

Desertion Die Infanterie wurde anfangs in Linien zu vier, später in der Regel zu drei Gliedern aufgestellt und gab in geschlossener Formation ein Massenfeuer ab. Kurz dahinter folgte eine zweite solche Formation, das „Zweite Treffen“. Das Vorrücken im Gleichschritt und in ausgerichteten Linien sowie das schnelle Laden und gleichzeitige Schießen auf Kommando wurden durch ständiges Exerzieren erreicht. Anfangs war ein gliederweises Feuern üblich, das heißt, das erste Glied feuerte eine Salve und kniete sich dann nieder, um die Schussbahn für das zweite Glied frei zu machen, und so weiter. Dadurch konnte man die langsame Feuergeschwindigkeit der Vorderlader ausgleichen. Der Nachteil dieser Methode war, dass immer noch der Qualm der vorherigen Salve die Sicht versperrte. Deshalb ging man zur sogenannten „Generalsalve“ der ersten drei Glieder über (der Begriff bezeichnet später auch die gleichzeitige Salve eines ganzen Bataillons). Das vierte Glied konnte nur noch als Reserve dienen und wurde auch bald abgeschafft. Diejenige Seite, die in einer bestimmten Zeit mehr Salven schießen konnte als die andere, war jetzt im Vorteil. Beim Pelotonfeuer gingen nacheinander erst sämtliche ungeraden Pelotons, dann die geraden Pelotons auf das Kommando des Pelotonführers schnell drei große Schritte vorwärts und feuerten je eine Salve. Dazu fiel das erste Glied auf die Knie, das zweite schloß auf, und das dritte rückte rechts in die Lücken. Auf diese Weise kam das Bataillon in der Minute ca. 10–12 Meter voran. Die Feuereröffnung erfolgte bei einem Abstand von etwa 200 Metern zum Gegner. Die hohen Verluste infolge der relativ hohen Feuerkonzentration auf begrenztem Raum führten schließlich fast zwangsläufig zum Bajonettangriff, da die Soldaten darin eine bessere Chance sahen, am Leben zu bleiben.

Vor- und Nachteile der Linientaktik

Die Vorteile der Aufstellung in Linien waren, dass die Hälfte aller Gewehre gleichzeitig eingesetzt werden konnte und dass man bei feindlichem Artilleriefeuer keine große Tiefe bot. Die Schwächen der Linientaktik bestanden in ihrer Starrheit und ihrer Verwundbarkeit an den Flanken, weshalb in der Regel Kavallerie zur Flügeldeckung verwendet wurde.

Höhepunkt und Ende der Linientaktik

Ihren Höhepunkt erreichte die Linientaktik während des Siebenjährigen Krieges (1756–1763). Hier wandte der preußische König Friedrich II. die sogenannte schiefe Schlachtordnung an, bei der der gegnerische Flügel umfasst und mit einem verstärktem Angriffsflügel geschlagen wurde. Als Musterbeispiel für die schiefe Schlachtordnung gilt die Schlacht bei Leuthen (1757), in der die Preußen die Österreicher vernichtend schlugen. Bei Kolin (1757) und Kunersdorf (1759) hingegen unterlagen die Preußen, weil der Gegner den Aufmarsch zur schiefen Schlachtordnung erkannte und rechtzeitig den bedrohten Flügel verstärkte. Abgelöst wurde die Linientaktik zur Zeit der Französchen Revolution, als die französische Armee mit der Aufstellung in Kolonnen zu einer beweglicheren Gefechtsführung überging. Dabei handelte es sich letztlich um eine Verlegenheitslösung, weil die schlecht ausgebildeten Rekruten des französischen Volksheeres (siehe „Levée en masse“) zur korrekten Aufstellung in Linien und damit zur Anwendung der bisherigen Taktik gar nicht fähig waren. Doch bald zeigten sich die Vorteile der neuen Gefechtstaktik: Während sich eine an einer Stelle zerrissene Linie taktisch geschlagen geben musste, blieb die Feuerkraft bei einer in mehreren Kolonnen aufgestellten Infanterie weitgehend erhalten, falls einzelne Kolonnen in Unordnung gerieten. Darüber hinaus erwies sich die Kolonne als resistenter gegen Kavallerieangriffe. Für das Feuergefecht setzten sich gleichzeitig die Tirailleure durch, die Linie wurde noch eine Zeitlang zur Abwehr von Infanterieangriffen und zur Aufstellung im feindlichen Geschützfeuer eingesetzt. Wichtig war auch, dass jetzt Reserven zurückbehalten wurden und die zu Armeedivisionen zusammengefassten Brigaden unabhängig voneinander operierten. Zwar gab es bei der Lineartaktik ein zweites Treffen, doch dieses folgte zu knapp hinter dem ersten, um flexibel eingesetzt zu werden. Die Schwäche der Linientaktik zeigte sich insbesondere in der Schlacht bei Jena und Auerstedt im Jahre 1806, bei der die Niederlage des preußischen Heeres unter anderem auf ihre Anwendung zurückgeführt wird.

Weblinks


- http://www.preussenweb.de/taktik.htm Taktik der preußischen Armee Siehe auch: Linieninfanterie, Liste militärischer Taktiken Kategorie:Kriegs- und Gefechtsführung Kategorie:Militärgeschichte

Taktik (Militär)

Taktik im militärischen Sinne ist ein Sammelbegriff zum Binden oder Besiegen feindlicher Kräfte im Gefecht. Clausewitz hat als erster Kriegstheoretiker der Neuzeit die Begriffe Taktik, Operation und Strategie definiert. Als Taktik bezeichnet er die Führung der Truppen in das Gefecht, also die unmittelbare Art der Verwendung von Streitkräften im Gefecht, während dessen die Strategie die Führung von Gefechten zum Zwecke der Kriegsführung darstellt - also den großen Plan hinter allem. Zwischen Taktik und Strategie sieht Clausewitz den Begriff der Operation. ::(Anm.:Es wäre jetzt mal zu zeigen, wo Clausewitz selbst den Begriff der "Operation" verwendet. Das dürfte mal falsch sein. Vielmehr gilt: Clausewitz kennt den Begriff der Operation eben noch nicht. Naja, ist halt ein wiki und deshalb eben auch immer mit Vorsicht zu genießen. Dies ein kleiner Hinweis an alle Nutzer.) Die Führung der Truppen unmittelbar im Gefecht ist seiner Definition nach die Taktik, die Führung der Truppen über mehrere Gefechte hinweg eine Operation und die Führung der Truppen während des gesamten Krieges die Strategie. Zwischen taktischen, operativen und strategischen Erwägungen kann es hierbei durchaus zu Unterschieden kommen. Aus taktischer Sicht mag es durchaus sinnvoll sein, die aktuelle Schlacht zu gewinnen, aus operativer Sicht jedoch kann es sinnvoll sein eine bestimmte Schlacht zu verlieren, wenn hierdurch die feindlichen Kräfte in einen Hinterhalt gelockt oder die eigenen Resourcen geschont werden können. Aus strategischer Sicht wiederum kann der Ausgang der einzelnen Schlachten vollkommen unerheblich sein, solange der Krieg als solches gewonnen wird. Im Angelsächsischen ist der Begriff Operation jedoch nicht geläufig. Hier wird nur zwischen Taktik und Strategie unterschieden.
- Taktik ist die aktuelle Aktivität, um ein Ziel zu erreichen
- Strategie ist der große Plan über allem Unter dem Einfluß verschiedener Technologien und Philosophien hat sich die Taktik ihren Epochen angepasst (siehe Geschichte der militärischen Taktiken). Die heute übliche - z. B. in der Bundeswehr - Definition von Taktik ist die Lehre von der Führung der Truppen beim Zusammenwirken im Gefecht der Verbundenen Waffen und beim Einsatz der Verbundenen Kräfte sowie der Anwendung dieser Lehre und erfasst alle Führungsgebiete und gilt auf allen Führungsebenen. Im Rahmen der Taktik soll hierbei vor allem ein optimales Zusammenspiel der (eigenen und gegnerischen) Kräfte in Zeit (Verfügbarkeit der Kräfte) und Raum erreicht werden. Der Begriff Operation hingegen wird nur dann verwendet, wenn es um die Führung größerer Organisationseinheiten (z. B. Ebene Korps) geht.

Siehe auch


- Liste militärischer Taktiken
- Geschichte der militärischen Taktiken
- Strategie
- Taktische Zeichen
- Lagekarte Kategorie:Kriegs- und Gefechtsführung

Gewehr

Gewehr ist die umgangsprachliche Bezeichnung für Langwaffe. Es handelt sich um eine Schusswaffe mit einer Länge des Laufes von über 30 cm und einer Gesamtlänge von über 60 cm. Eine Langwaffe wird von einer Person getragen, bedient und von der Schulter aus abgeschossen. Das Wort Gewehr stammt von dem altdeutschen Wort "weri" ab, was so viel wie Befestigung oder Verteidigung bedeutet. Der ursprüngliche Sinn lebt in dem Wort Wehr (Staudamm) weiter. Durch Kollektivbildung entstand das Wort "giweri" welches schließlich auf jegliche "abwehrende" Waffe, auch Blankwaffen übertragen wurde. Vor Erfindung der Feuerwaffen beschrieb "Gewehr" eine Waffe jeder Art. Ein sprachliches Relikt für ein "nichtfeuerndes Gewehr" ist das Seitengewehr. Langwaffen werden für die Jagd, Schießsport und für Kriegszwecke eingesetzt. Man unterscheidet anhand der inneren Beschaffenheit des Laufes vor allem zwei Arten von Gewehren, nämlich Flinten und Büchsen. Bei Militär und Polizei werden gezogene langläufige Handfeuerwaffen in der Regel als Gewehr bezeichnet.

Einzellader

Büchsen Einzellader sind Gewehre, auch mit mehreren Läufen, bei denen der Lauf (die Läufe) mit der Patrone von Hand geladen wird; die abgeschossenen Patronenhülsen entweder von Hand entfernt oder automatisch mit einem Ejektor ausgeworfen werden. Auch Vorderlader sind naturgemäß Einzellader. Moderne Gewehre sind ausnahmslos Hinterlader.

Mehrlader oder Repetiergewehre

Mehrlader oder Repetiergewehre sind Langwaffen, bei denen die Patrone durch eine manuelle Rückhol- und Vorschubbewegung des Verschlusses aus dem Magazin zugeführt wird. Beim Zurückziehen des Verschlusses, wird die leere Patronenhülse mit Hilfe des Ausziehers aus dem Lauf gezogen und am Ende der Rückholbewegung durch den Auswerfer ausgeworfen. Beim Entriegeln der Kammer wird der Schlagbolzen im Verschluss bereits neu gespannt. Bei der anschließenden Vorschubbewegung des Verschlusses wird eine neue Patrone aus dem Magazin mitgenommen und in den Lauf eingeführt. Beim Herunterdrücken des Kammerstengels verriegelt der Verschluss und die Waffe ist schussbereit. Literarisch berühmt wurde durch Karl May der fiktive "Henrystutzen" von Old Shatterhand, der 25 Kugeln aufnehmen konnte.

Selbstladegewehre

Halbautomatische Langwaffen, auch Selbstlader oder "Halbautomaten" genannt, sind Waffen, bei denen nach einem Schuss durch Rückstoß (Rückstoßlader) oder einen Teil der Verbrennungsgase (Gasdrucklader) der Nachladevorgang aus einem Magazin und das Auswerfen der abgeschossenen Hülse selbstätig ausgelöst werden. Nach jedem Schuss muss der Abzug losgelassen werden, um den nächsten Schuss abzugeben.

Vollautomaten

Langwaffen, bei denen nach einem Schuss durch Rückstoß oder einen Teil der Verbrennungsgase der Nachladevorgang aus einem Magazin, das Auswerfen der abgeschossenen Hülse und der nächste Schuss selbstätig ausgelöst werden, heißen Vollautomaten. Das Schießen dauert solange, bis der Abzug der Waffe losgelassen wird oder das Magazin leergeschossen ist. Vollautomatische Langwaffen, häufig als Schnellfeuergewehre oder Sturmgewehre bezeichnet, können als Gasdrucklader oder Rückstoßlader konstruiert sein. Die meisten Sturmgewehre werden heute als Gasdrucklader gebaut. Automatische Langwaffen können theoretisch, je nach Konstruktion, sechshundert und mehr Schüsse pro Minute abgeben. In der Regel werden jedoch nur kurze Feuerstöße (Bursts) von zwei bis 5 Schuss abgegeben (Spritzfeuer). Längere Feuerstöße werden als Dauerfeuer (Mähfeuer) bezeichnet. Vollautomatische Waffen (dazu zählen auch Maschinenpistolen, Maschinengewehre und Maschinenkanonen) unterliegen in der Bundesrepublik Deutschland dem Kriegswaffenkontrollgesetz. Ihr Besitz ist nur den Streitkräften, den Behörden sowie bestimmten Staatsgästen erlaubt. Der private Besitz ist nur in Ausnahmefällen z.B. für wissenschaftliche Zwecke zugelassen. Der Besitz von kleinkalibrigen Feuerwaffen, die Vollautomaten stark ähnlich sehen, ist nach dem neuen Waffengesetz in der BRD in vielen Fällen erlaubt. Solche „Anscheinswaffen“ bedürften jedoch zum sportlichen Schießen einer Zulassung durch das Bundeskriminalamt. Es muss unter anderem sichergestellt sein, dass die betreffende Waffe (Halbautomat) mit handelsüblichen Werkzeugen nicht in einen Vollautomaten umgebaut werden kann.

Sonderformen


- Karabiner
- Sturmgewehr
- Scharfschützengewehr
- Raketenpistole
- Kartoffelkanone

Weblinks

Kategorie:Handfeuerwaffe ja:小銃

Sturmgewehr

Der Ausdruck Sturmgewehr stammt von Adolf Hitler und sollte das bisher als Maschinenkarabiner bezeichnete Sturmgewehr 44 als Wunderwaffe verbrämen, mit dem der Krieg noch zu gewinnen sei. Ein Sturmgewehr ist ein relativ leichtes Militärgewehr mit einem mittleren Kaliber zwischen Gewehr- und Pistolenkaliber. Sturmgewehre sind heute bei den meisten Streitkräften als Standardbewaffnung des Infanteristen eingeführt. Häufig lassen sie sich durch Einschieben oder Anklappen des Schaftes noch weiter verkürzen. Ihre Handhabung ist einfach und schnell erlernbar, alle Bedienelemente sind bei modernen Sturmgewehren für Rechts- und Linkshänder gleich gut erreichbar. Sturmgewehre führen einen relativ großen Munitionsvorrat in einem auswechselbaren Magazin mit. Weitere technische Kennzeichen sind:
- modulartige Erweiterungen möglich (Zielfernrohr, Granatwerfer, Laser-Pointer)
- einfache Herstellung aus Kunststoff und Blechprägeteilen
- Vorrichtungen gegen das Eindringen von Staub und Schmutz
- Hohe Feuerrate im Automatik-Modus
- Mündungsfeuerdämpfer
- Bajonetthalter Sturmgewehre schießen in den Feuerarten Einzelfeuer, Serienfeuer/Feuerstoß und kurzen Feuerstößen (Burst) von definierter Länge (meistens 3 Schuss). Hinsichtlich ihres Funktionsprinzips lassen sich Sturmgewehre grob, wie alle automatischen Gewehre, in so genannte Rückstoßlader und Gasdrucklader unterscheiden, wobei die Zahl der gebräuchlichen Gasdrucklader diejenige der Rückstoßlader überwiegt. Als neuer Typ des Infanteriegewehrs wurden Sturmgewehre in der Endphase des Zweiten Weltkrieges in Deutschland konzipiert (Firma Walther und Firma Haenel, Zella Mehlis und Suhl in Thüringen). Ziel war es, eine handliche, billig und rohstoffarm herzustellende, leichte Infanteriewaffe mit hoher Feuerkraft zu erhalten, an der sich die Feuerarten Einzelfeuer und Feuerstoß von dem Schützen über einen Feuerwahlhebel beliebig einstellen lassen. Damit so eine Waffe im schnellen Einzelfeuer und im Feuerstoß noch beherrschbar bleibt, wurde als Munition die Mittelpatrone entworfen. Als erstes Sturmgewehr wurde 1944 das StG-44 (Deutschland) eingeführt. Spätere Konstruktionen, zum Beispiel das bekannte AK-47 Kalaschnikov, orientieren sich zumindest äußerlich stark am StG 44. Seit Mitte der 1950er Jahre war in der Bundesrepublik Deutschland das Gewehr G3 von Heckler & Koch eingeführt worden. Entsprechend dem allgemeinen Trend der Nachkriegszeit war diese Waffe ein Rückstoßlader und verschoss keine Mittelpatrone (7,62×33 mm), sondern wieder eine relativ starke Gewehrpatrone (7,62×51 mm NATO alias .308 Winchester), wodurch es kein "Sturmgewehr" ist; wie das G1 von FN oder einige andere Gewehre dieses Kalibers wird es im englischsprachigen Raum als Battle Rifle im Gegensatz zu Assault Rifle bezeichnet. Ab 1996 löste das Sturmgewehr G36 wieder von Heckler & Koch das G3 bei der Bundeswehr ab. Damit hat nun auch die Bundeswehr einen modernen Gasdrucklader, der das NATO-Standardkaliber (Kaliber 5,56×45 mm alias .223 Remington), denselben Munitionstyp wie das französische FAMAS und das amerikanische M16, verwendet. Weitere bekannte (moderne) Sturmgewehre:
- FN FAL (Belgien)
- M16 (USA)
- AK-74 (ehemaliger Ostblock)
- StG 77 (Österreich)
- Sturmgewehr 90 (Schweiz)
- FAMAS (Frankreich). Kategorie:Handfeuerwaffe Kategorie:Euphemismus

Gewehr

Gewehr ist die umgangsprachliche Bezeichnung für Langwaffe. Es handelt sich um eine Schusswaffe mit einer Länge des Laufes von über 30 cm und einer Gesamtlänge von über 60 cm. Eine Langwaffe wird von einer Person getragen, bedient und von der Schulter aus abgeschossen. Das Wort Gewehr stammt von dem altdeutschen Wort "weri" ab, was so viel wie Befestigung oder Verteidigung bedeutet. Der ursprüngliche Sinn lebt in dem Wort Wehr (Staudamm) weiter. Durch Kollektivbildung entstand das Wort "giweri" welches schließlich auf jegliche "abwehrende" Waffe, auch Blankwaffen übertragen wurde. Vor Erfindung der Feuerwaffen beschrieb "Gewehr" eine Waffe jeder Art. Ein sprachliches Relikt für ein "nichtfeuerndes Gewehr" ist das Seitengewehr. Langwaffen werden für die Jagd, Schießsport und für Kriegszwecke eingesetzt. Man unterscheidet anhand der inneren Beschaffenheit des Laufes vor allem zwei Arten von Gewehren, nämlich Flinten und Büchsen. Bei Militär und Polizei werden gezogene langläufige Handfeuerwaffen in der Regel als Gewehr bezeichnet.

Einzellader

Büchsen Einzellader sind Gewehre, auch mit mehreren Läufen, bei denen der Lauf (die Läufe) mit der Patrone von Hand geladen wird; die abgeschossenen Patronenhülsen entweder von Hand entfernt oder automatisch mit einem Ejektor ausgeworfen werden. Auch Vorderlader sind naturgemäß Einzellader. Moderne Gewehre sind ausnahmslos Hinterlader.

Mehrlader oder Repetiergewehre

Mehrlader oder Repetiergewehre sind Langwaffen, bei denen die Patrone durch eine manuelle Rückhol- und Vorschubbewegung des Verschlusses aus dem Magazin zugeführt wird. Beim Zurückziehen des Verschlusses, wird die leere Patronenhülse mit Hilfe des Ausziehers aus dem Lauf gezogen und am Ende der Rückholbewegung durch den Auswerfer ausgeworfen. Beim Entriegeln der Kammer wird der Schlagbolzen im Verschluss bereits neu gespannt. Bei der anschließenden Vorschubbewegung des Verschlusses wird eine neue Patrone aus dem Magazin mitgenommen und in den Lauf eingeführt. Beim Herunterdrücken des Kammerstengels verriegelt der Verschluss und die Waffe ist schussbereit. Literarisch berühmt wurde durch Karl May der fiktive "Henrystutzen" von Old Shatterhand, der 25 Kugeln aufnehmen konnte.

Selbstladegewehre

Halbautomatische Langwaffen, auch Selbstlader oder "Halbautomaten" genannt, sind Waffen, bei denen nach einem Schuss durch Rückstoß (Rückstoßlader) oder einen Teil der Verbrennungsgase (Gasdrucklader) der Nachladevorgang aus einem Magazin und das Auswerfen der abgeschossenen Hülse selbstätig ausgelöst werden. Nach jedem Schuss muss der Abzug losgelassen werden, um den nächsten Schuss abzugeben.

Vollautomaten

Langwaffen, bei denen nach einem Schuss durch Rückstoß oder einen Teil der Verbrennungsgase der Nachladevorgang aus einem Magazin, das Auswerfen der abgeschossenen Hülse und der nächste Schuss selbstätig ausgelöst werden, heißen Vollautomaten. Das Schießen dauert solange, bis der Abzug der Waffe losgelassen wird oder das Magazin leergeschossen ist. Vollautomatische Langwaffen, häufig als Schnellfeuergewehre oder Sturmgewehre bezeichnet, können als Gasdrucklader oder Rückstoßlader konstruiert sein. Die meisten Sturmgewehre werden heute als Gasdrucklader gebaut. Automatische Langwaffen können theoretisch, je nach Konstruktion, sechshundert und mehr Schüsse pro Minute abgeben. In der Regel werden jedoch nur kurze Feuerstöße (Bursts) von zwei bis 5 Schuss abgegeben (Spritzfeuer). Längere Feuerstöße werden als Dauerfeuer (Mähfeuer) bezeichnet. Vollautomatische Waffen (dazu zählen auch Maschinenpistolen, Maschinengewehre und Maschinenkanonen) unterliegen in der Bundesrepublik Deutschland dem Kriegswaffenkontrollgesetz. Ihr Besitz ist nur den Streitkräften, den Behörden sowie bestimmten Staatsgästen erlaubt. Der private Besitz ist nur in Ausnahmefällen z.B. für wissenschaftliche Zwecke zugelassen. Der Besitz von kleinkalibrigen Feuerwaffen, die Vollautomaten stark ähnlich sehen, ist nach dem neuen Waffengesetz in der BRD in vielen Fällen erlaubt. Solche „Anscheinswaffen“ bedürften jedoch zum sportlichen Schießen einer Zulassung durch das Bundeskriminalamt. Es muss unter anderem sichergestellt sein, dass die betreffende Waffe (Halbautomat) mit handelsüblichen Werkzeugen nicht in einen Vollautomaten umgebaut werden kann.

Sonderformen


- Karabiner
- Sturmgewehr
- Scharfschützengewehr
- Raketenpistole
- Kartoffelkanone

Weblinks

Kategorie:Handfeuerwaffe ja:小銃

Handgranate

Die Handgranate (HGR) ist ein mit einer Sprengladung gefüllter und einem Zeit- oder Aufschlagzünder versehener Metallhohlkörper, welcher von Hand auf ein feindliches Ziel geworfen wird. Zur Steigerung der Splitterwirkung ist der Metallkörper meist mit Sollbruchstellen versehen und mit möglichst vielen, kleinen Metallteilen gefüllt. Handgranaten sind seit dem späten Mittelalter bekannt und wurden zum Ende des 17. bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts von fast allen europäischen Armeen eingeführt. Die Handgranate wird zur Bekämpfung von feindlichen Zielen (vornehmlich Menschen) auf Entfernungen von bis zu 20 m verwendet. Das direkte Werfen der Handgranate in Richtung eines einzelnen Menschen wird dabei meist vermieden, da es im Einzelfall dazu führt, dass sie noch vor der Detonation zurückgeworfen werden kann und somit den Angreifer selbst gefährdet. Zum Einsatz kommt sie zum Beispiel im Häuserkampf, bei Grabenkämpfen sowie bei Angriffen auf Bunker, also überall dort, wo das Ziel nicht mobil ist oder eben der Mensch nicht ausweichen kann. Nach einem Einsatz einer Handgranate in einem geschlossenen Raum kann dieser sofort nach der Explosion eingenommen werden, mit Gegenwehr ist nicht mehr zu rechnen. Um die Problematik um das Unverhältnis zwischen Wurfweite und Splitterradius zu lösen, wurden verschiedene Handgranatentypen entwickelt. Offensive Granaten für das Eindringen in feindliche Stellungen sind bspw. nur mit einem Kunststoffgehäuse versehen und haben nahezu keine Splitterwirkung. Sie beschränken sich auf die ausgelöste Schockwirkung sowie die Schadenswirkung ihrer Sprengladung. Die herkömmliche, defensive Splittergranate wird im Gegensatz dazu aus der Deckung oder einem Graben geworfen. Auf ihr Gehäuse kann zudem noch ein, die Splitterwirkung vervielfachender, zusätzlicher Splitterkörper aufgesetzt werden. Handgranaten haben typischerweise eine von drei möglichen Gestalten. Es gibt es zum ersten die Stielhandgranate. Sie besteht einerseits aus dem Stiel. In der Regel ist in diesem Stiel der Zünder enthalten. Am unteren Ende des Stiels befindet sich, in der Regel durch eine abschraubbare Kappe geschützt, die Abreißschnur mit daran befestigter Perle. Auf den Stiel aufgeschraubt ist der Sprenkörper (Kopf) der Granate. Noch sehr lange, nämlich bis in die 1990er Jahre, wurde die Stielhandgranate, unter der Bezeichnung HG-43, in der Schweizer Armee verwendet. Sie war aufgebaut wie oben beschrieben. Auf diese Granate konnte, bei Verwendung zu Defensivzwecken, ein Splitterkörper, auch Splittermantel genannt, aufgeschraubt werden. Als zusätzliches Feature enthielt der Kopf der HG-43 ein weiteres Gewinde, auf das ein zusätzlicher Granatenkopf aufgeschraubt werden konnte. Eine solche sogenannte Gestreckte Ladung hatte natürlich eine vergrösserte Wirkung. Gestreckte Ladungen mit bis zu drei Granatköpfen können noch von Hand geworfen werden. Längere Versionen werden in der Regel fest montiert und aus der Ferne mittels verlängerter Schnur gezündet. Auch die im 3. Reich hauptsächlich verwendete Handgranate war eine Stielhandgranate. Eine Stielhandgranate hat typischerweise eine Verzögerung von ca. 6 Sekunden. Im Manöver wird sie in der Regel sofort nach dem abziehen geworfen, verbunden mit dem typischen Warnruf "Achtung Handgranate". Im Nahkampf hat man nach dem Abziehen der Schnur mit dem Werfen noch etwas gewartet, um ein Zurückwerfen zu verhindern. Die zweite typische Gestalt der Handgranate ist die Eierhandgranate. Sie hat, wie der Name sagt, die Gestalt eines Eies und trägt am oberen Ende einen Schlagzünder mit einem Verzögerungssatz von 6-7 Sekunden. Dieser Schlagzünder wird durch einen Bügel in seiner gespannten Position gehalten. Dieser Bügel liegt an der Außenhaut der Granate an und ist mit einem Splint gesichert. Beim Einsatz wird die Granate mit dem Bügel fest in die Hand genommen, wobei der Bügel in der Handinnenfläche zu liegen hat. Dann wird der Splint gezogen. Jetzt beginnt noch keine Zündverzögerung zu laufen, die Granate kann also noch beliebig lange in der Hand gehalten werden. (Diese Tatsache gibt z. B. Geiselnehmern ein probates Mittel in die Hand, um zu verhindern, dass auf sie geschossen wird: sie müssen sich bloß mit einer entsicherten Eierhandgranate zwischen ihre Opfer stellen.) Im 3. Reich wurde noch eine Sonderform der Eierhandgranate verwendet. Sie wurde ihrer kleinen Gestalt wegen oft von Offizieren getragen. Sie hatte ein abschraubbares Knöpfchen. Darunter kam eine Abreisschnur zum Vorschein. Diese Eierhandgranate funktionierte also ganz genau wie eine Stielhandgranate. Ihr einziger Vorteil bestand einfach darin, dass sie viel kompakter gebaut war, als diese. Da sie ihrer kleinen Gestalt wegen oft von Offizieren der SS, Wehrmacht, Luftwaffe und Marine auf Mann getragen wurden, wie auch von Spionen, Abwehragenten und Beamten der Gestapo, wurde sie in den letzten Kriegstagen bevorzugt verwendet, um dem eigenen Leben (und oft auch jenem der Familie) ein Ende zu setzen. Oft hat man dazu in jede Hand eine Granate genommen, übers Kreuz die Schnüre gefasst und die Hände auseinandergezogen. Eierhandgranaten gibt es in verschiedenen Versionen, mit und ohne Splitter, in Eier- und Kugelform, mit Stahl- und mit Plastikaußenhaut (in den Kunststoff sind dann häufig die Splitter eingegossen). Nebst normalem Sprengstoff (in der Regel TNT) können solche Handgranaten auch Napalm, Phosphor, Giftgas, Tränengas oder ein Nebel bildendes Gemisch enthalten (letzteres besteht seit über 100 Jahren in der Regel aus Kaliumchlorat und Milchzucker). Daneben gibt es auch sogenannte "Nicht-tödliche" Granate, die "Blitz/Krach" bzw. "Stun"-Granaten (Engl. to stun = betäuben) bzw. auch Blendgranate. Solche Granaten erzeugen einen extrem hellen Blitz, der das ungeschützte Auge vorübergehend blendet, und einen sehr lauten Knall, der über das Innenohr den Gleichgewichtssinn stört. Beides zusammen macht das Opfer vorübergehend vollkommen orientierungslos und kampfunfähig. Solche Granaten werden oft von Spezialeinheiten der Polizei verwendet, um z. B. eine Geiselnahmesituation unblutig zu beenden. Denn die Geiseln sind zwar von der Wirkung der Granate auch betroffen, aber es bleiben keine dauerhaften Schäden zurück. Die dritte Form war die Bumeranghandgranate, die von der Australischen Armee im 1. Weltkrieg eingesetzt wurde. Ihr Vorteil bestand darin, dass sie sehr viel weiter geworfen werden konnnte als konventionelle Handgranaten. Handgranaten – besonders die kompakten Eierhandgranaten – sind auch in Terroristenkreisen sehr beliebt. Vor allem aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion kommen sie massenweise auf den schwarzen Markt, sodass heutzutage für eine neuwertige Eierhandgranate aus z. B. tschechischer Produktion auf dem schwarzen Markt gerade mal noch um die 30 Euro bezahlt werden müssen. siehe auch Splitterhandgranate. Kategorie:Explosionswaffe Kategorie:Wurfwaffen ja:%E6%89%8B%E6%A6%B4%E5%BC%BE ms:Bom tangan

Panzerfaust

Die Panzerfaust (auch Panzerabwehrrohr) ist eine rückstoßfreie, großkalibrige und rein in militärischem Gebrauch stehende Panzerabwehrhandwaffe zur Bekämpfung von gepanzerten Fahrzeugen, befestigten Stellungen und Truppenunterkünften sowie "weichen" Zielen wie Lastkraftwagen, Camps usw. aus relativ geringer Entfernung durch tragbare, infanteristische Mittel.

Begriffsbestimmung:

Im deutschen und internationalen Sprachgebrauch sind Panzerfäuste Panzerabwehrhandwaffen mit überkalibrigem, vor dem Abschußrohr liegendem Gefechtskopf. Das Geschoß wird über eine Treib- und Gegenladung aus dem Abschußrohr getrieben, ein Raketenmotor verlängert die Reichweite. Die amerikanische Bazooka besitzt im Gegensatz dazu eine annähernd kalibergleiche, im Abschußrohr liegende Hohlladung, als Antrieb dient alleinig ein Raketenmotor. Gleiches gilt für LAW und Panzerschreck. Eigentlich ein Raketenwerfer bzw. eine rocket propelled grenade. Ein rückstoßfreies Geschütz verwendet analog dem Startvorgang der Panzerfaust lediglich eine Treibladung und eine eventuell vorhandene Gegenmasse um das kalibergleiche Geschoß aus dem Rohr zu treiben. Eine bei der Panzerfaust vorhandene Raketenunterstützung fehlt. Zu nennen wäre hier etwa das schwedische Panzerabwehrmodell "Carl Gustav" oder die Waffen im Kaliber 106 mm. Der englische PIAT wiederum stellt eine Sonderform eines Mörsers dar, der eine Hohlladung mittels eines Zapfenmörsers direkt von der Schulter aus abfeuert. Die im Weltkrieg eingesetzte Waffe war definitiv nicht rückstoßfrei, konnte dafür bereits aus geschlossenen Räumen eingesetzt werden. Im englischen Sprachgebrauch wird der militärische Terminus Panzerfaust teilweise auf die historischen, im Weltkrieg verwendeten Panzerfaustmodelle beschränkt. Panzerfaust

Munition

Panzerfaust] Die verwendete Munition funktioniert zumeist nach dem Raketenprinzip, es gibt aber auch Panzerabwehrrohre, welche sogenannte Granatpatronen verfeuern. Die Rückstoßenergie des Projektils läßt sich durch die Energie einer sich entgegengesetzt nach hinten bewegenden Masse, bzw. Gasmenge, ausgleichen. Sie tritt als Rückstrahl aus. Die Panzerfaust verschießt Hohlladungsgeschosse, allerdings können mit bestimmten Mustern wie dem schwedischen Modell Carl Gustav M2 auch Sprenggranaten zur Bekämpfung infanteristischer Ziele sowie Leuchtgranaten zum Ausleuchten des Gefechtsfeldes verschossen werden. Die Entwicklung der Reaktivpanzerung machte die Entwicklung von Tandemhohlladungen erforderlich. Die Entwicklung der Panzerfaust wurde in den letzten Jahrzehnten der Entwicklung immer neuerer Panzerungstechnologien angepasst.

Geschichte

Die Panzerfaust ist eine Entwicklung des Zweiten Weltkriegs. Sie machte es möglich, Schusskörper von der Größe einer Artilleriegranate von der Schulter zu verschießen. Die Abschußvorichtung (Rohr) wurde nach Verschuß weggeworfen, sie war nicht nachladbar. 1942 wurde die Panzerfaust auf Grundlage der Faustpatrone entwickelt. Das Ergebnis war ein einfacher rohrförmiger Granatraketenwerfer mit einem Gesamtgewicht von weniger als 10 kg. An der oberen Seite des Rohrs befand sich eine simple Zielvorrichtung und der Abzug. An der Vorderseite befand sich ein 3,3 kg schweres Geschoss mit ungefähr 1,6 kg Sprengstoff. Im Zweiten Weltkrieg wurden alle Versionen der Panzerfaust, im Gegensatz zum Panzerschreck, als Einweg-Waffe konstruiert, so dass sie nicht nachgeladen werden und damit nur einmal verwendet werden konnten. Insgesamt verwendete man während des Zweiten Weltkrieges drei Ausführungen. Die Panzerfaust 30 wurde im August 1943 ausgeliefert. Die „30“ gab die optimale Reichweite in Metern an. Später entwickelte man die Panzerfaust 60 und die Panzerfaust 100. Ein weiteres Model mit 150 Metern Reichweite wurde zum Ende des Krieges in sehr geringer Stückzahl hergestellt, und die Panzerfaust 250 kam nie über die Planungsphase hinaus. Verbessert wurden jeweils Reichweite, Hohlladung und Abschussvorichtung. In den letzten Kriegsmonaten wurden Millionen dieser Waffen hergestellt und an Soldaten sowie an den Volkssturm ausgegeben. Heutzutage verwendet u.a. die Bundeswehr zur Panzerabwehr die Panzerfaust 3.

Literatur


- OKW: Vorschrift D 560/2 - Merkblatt für die Handhabung der Panzerfaust - 1943

Weblinks


- [http://www.waffenhq.de/infanterie/panzerfaust.html Panzerfäuste der Wehrmacht]
- [http://www.waffenhq.de/infanterie/panzerfaust3.html Panzerfaust 3]
- [http://www.superborg.de/d500.htm Das Archiv für technische Dokumente 1900-1945] (enthält auch die Vorschriften und Bedienungsanweisungen der Waffen)

Siehe auch


- Panzerschreck
- Bazooka
- RPG
- LAW Kategorie:Waffe ja:??????????

Mine (Waffe)

Eine Mine ist eine Explosionswaffe, die in der Regel vom Opfer selbst ausgelöst wird. Man kann sie deshalb auch im weitesten Sinn als eine Sprengfalle bezeichnen. Manche Minen werden auch vom Bediener ferngezündet, der den Wirkungsbereich der Mine beobachtet; vom Militär werden diese Minen als Beobachtungsminen bezeichnet. Minen und Selbstschussanlagen sind technisch kaum zu unterscheiden. Seit 1999 ist die, bis Ende 2004 von 144 Ländern unterzeichnete, "Ottawa-Konvention" zur Ächtung von Antipersonenminen in Kraft. Im Jahr 2003 wurden weltweit mehr als 8000 von Landminen getötete oder verstümmelte Menschen registriert, die Dunkelziffer liegt Schätzungen zufolge bei rund 20.000.

Geschichte

Die ersten "Minen" waren simple Stollen, die man vor der Erfindung des Schießpulvers unter feindliche Befestigungen grub, um Breschen in Festungen zu schaffen (davon kommt auch unser Ausdruck etwas unterminieren). Um den Effekt zu vergrößern und um die Mineure zu schützen wurde die Mine solide mit Holz abgestützt, dann wurde leicht brennbares Material eingebracht und angezündet. Sobald die tragenden Elemente weggebrannt waren stürzte der darüberliegende Festungsteil ein. Durch Schießpulver wurden diese Stollen noch wirksamer. Beginnend im amerikanischen Sezessionskrieg und besonders im Ersten Weltkrieg wurde durch den Stellungskampf verstärkt dieser Minenbau betrieben. Dabei wurden z.B. so genannte Horchstollen gegraben, um die feindlichen Minenbauaktivitäten zu entdecken, Quetschstollen um die feindlichen Minenbauer mit einer kleinen Sprengladung zu zerdrücken oder eine Sprengkammer um mit mehreren Tonnen Sprengstoff gegnerische Stellungen zu zerstören. siehe auch: Minenkrieg

Landmine

Die klassische Landmine ist ein flacher Behälter mit Sprengstoff und einem Zünder, der explodiert, wenn er mit einem bestimmten Gewicht belastet wird. Die ersten modernen Landminen wurden nach dem Ersten Weltkrieg industriell hergestellt. Es hatte schon vorher verborgene Sprengladungen und Bomben gegeben, aber durch die Massenfertigung wurde die Mine erst zur weit verbreiteten Plage für die Menschheit. Bombe] Bombe

Bauart

Es gibt mehrere Kriterien, nach denen Landminen unterschieden werden:

Nach dem Ziel, das angegriffen werden soll:


- Antipersonenminen (militärische Abkürzung: APM) sollen Menschen töten oder verstümmeln und auf diese Art und Weise aufhalten; (z.B. M14, M16, Bouncing Betty, M18 Claymore)
- Antifahrzeugminen sollen Fahrzeuge zerstören, vermögen aber nur schwache Panzerungen zu durchdringen; Der Begriff Antifahrzeugminen wird in vielen Systematiken nicht verwendet, da Antipersonenminen ungepanzerte Fahrzeuge beschädigen und Antipanzerminen in der Regel auch von ungepanzerten Fahrzeugen ausgelöst werden. Die meisten modernen Antifahrzeug- und Antipanzerminen sind mit einem Aufhebeschutz versehen, oder können mit Zugzündern für Stolperdräte ausgerüstet werden. Sie wirken also tatsächlich auch als Antipersonenminen.
- Antipanzerminen (Militärische Abkürzung. ATM) sollen Panzer aufhalten, indem das Fahrwerk zerschlagen oder die Ketten zerrissen werden, oder indem der Panzer zerstört wird.

Nach der Wirkungsweise:


- Sprengminen wirken vor allem durch die bei der Detonation entstehende Druckwelle. Die Wirkung durch Wurfkörper oder Splitter ist hier nachrangig. Derartige Anitipersonenminen werden oft als Tretminen bezeichnet. (z.B. M14).
- Splitterminen wirken durch die Splitter, die bei der Detonation als Geschosse gerichtet (z.B. Bauart M18 Claymore oder die deutsche SM-70) oder ungerichtet in der gesamten Umgebung verteilt werden und den Explosionsdruck; eine Sonderform sind auch Selbstschusssplitterminen in Form einer Selbstschussanlage (z.B. an der Innerdeutschen Grenze zwischen BRD und DDR);
- Richtminen mit Hohlladung oder hohlladungsähnlichen Sprengsätzen, die entweder auf das Ziel ausgerichtet ein Projektil mit Hohlladungseffekt (z.B. die schwedische FFV 016) oder eine Kurzstreckenrakete mit einer Hohlladung verschießen (z. B. deutsche DM-12 PARM);
- Projektilbildende Minen (FEP), deren Schwermetalleinlagen durch die Sprengladung zu tropfenförmigen Projektilen umgeformt werden und durch die hohe Geschwindigkeit die Panzerungen durchdringen. (z.B. M93 "Hornet").
- Springminen, die bei der Auslösung eine Sprengladung mit Splittermantel hochschleudern, welche in ca 0,8 - 1,2 Meter Höhe explodiert und je nach Typ in einem Radius bis zu 30m tödlich wirken können (zum Beispiel die in Deutschland hergestellte DM-31 oder die Antipersonenmine M16); in diese Kategorie kann man auch einige experimentelle Antipanzerminen einordnen, die bei Auslösung ihren Sprengsatz in einige Dutzend Meter Höhe schleudern und dann mit Hilfe von Sensoren die meist schwächer gepanzerte Oberseite des Ziels angreifen.

Nach Zündung:


- Druckzünder werden durch das Gewicht des Zieles ausgelöst,
- Zugzünder werden durch Stolperdraht ausgelöst oder über eine Zugleine ferngezündet,
- Magnetzünder reagieren auf Änderung eines Magnetfeldes z. B. durch Fahrzeuge oder Minensuchgeräte,
- Erschütterungszünder reagieren auf Erschütterungen, die sie vom Erdboden aufnehmen. z.B. das russische VP-13 System reagiert durch einen seismischen Sensor auf Schrittgeräusche bis ca. 15 m um den Sensor und steuert dann bis zu 5 Minen gleichzeitig. Dabei müssen sich die Minen nicht in der Nähe des Auslösers befinden sondern können etwas weiter entfernt sein. Das System ist batteriebetrieben und zerstört sich bei der Auslösung selbst durch eine kleine außen angebrachte Sprengladung.
- Zeitzünder bringen die Mine nach Ablauf einer gewissen, vom Minenleger eingestellten Zeit zur Detonation. Zeitzünder haben mehrere Zwecke: Das verminte Gebiet ist für eine gewisse Zeit nicht räumbar; der Zeitzünder dient als Selbstzerstörungsmechanismus, der die Minenräumung überflüssig machen und so die Landmine humaner machen soll. Zeitzünder sind meistens nicht die einzigen Zünder einer Mine, sondern werden zusätzlich eingesetzt. Minen nur mit Zeitzünder wären mit Zeitbomben identisch.
- Knickzünder wird vor allem bei Panzerabwehrminen eingesetzt um gegen die ganze Fahrzeugbreite zu wirken.
- IR-Minenzünder, die optisch im infraroten Spektralbereich empfindlich sind.
- Fernausgelöste Minen werden elektrisch oder mit Sprengschnur gezündet.

Nach der Art der Verlegung:


- Verdeckt verlegte Minen werden so in der Erde vergraben, dass der Zünder noch wirksam bleibt.
- Offen verlegte Minen werden offen auf den Boden verlegt oder teilverdeckt verlegt, wobei die Mine nur feindseitig getarnt wird. Abgeworfene oder verschossene Minen liegen meist offen.
- Wurfminen können mittels Raketen, Artillerie, Hubschraubern oder speziellen Fahrzeugen verlegt werden. Die Minen richten sich nach dem Aufprall selbsttätig auf. Die Zündung zu dieser Gruppe gehöriger Antipanzerminen erfolgt durch Knickzünder, magnetische Zünder oder Erschütterungszünder, so dass die Mine über die gesamte Breite des darüberfahrenden Fahrzeugs wirkt und nicht nur bei Gewichtsbelastung. Da solche Minen offen verlegt sind, sind sie gegen Aufnahme gesichert. Die Wirkdauer wird vor der Verlegung eingestellt, danach soll sich die Mine selbst zerstören (funktioniert nicht immer zuverlässig, für Minen der Bundeswehr und einige andere NATO-Länder gilt eine geforderte Zuverlässigkeit der Selbstentschärfung von über 99%).
- Von Luftfahrzeugen abgeworfene Minen; der Sowjetarmee wurde vorgeworfen, in Afghanistan von Flugzeugen aus kleine Plastikminen abzuwerfen, die explodieren, wenn man sie in die Hand nimmt. Teilweise waren dies Sprengkörper die wie Kinderspielzeug aussahen. Oft waren es Antipersonenminen vom Typ PFM-1, die wie große Ahornblätter aussehen und von der es eine Variante gibt die gegen Aufnahme gesichert ist.([http://ndmic-cidnm.forces.gc.ca/landmine.asp?lang=e&LandmineID=57# Beschreibung hier]), Nachbauten der amerikanischen BLU-43/B "Dragontooth" . BLU-43/B sind sehr kleine Minen (ca. 10 cm breit) mit aerodynamischen Flächen, sie werden in verschiedenen Farben hergestellt. Ihr Trivialname ist Schmetterlingsmine. Andere Minen, die von Luftfahrzeugen abgeworfen werden, gleichen den Wurfminen.

Nach Umfang der Zerstörung

Beispiel der Klassifizierung in den USA (eigentlich nur für Antipanzerminen angewendet, zeigt sie doch deutlich die Denkweise bei der Anwendung von Landminen):
- M-Kill oder mobility kill. Die M-Kill-Mine zerstört "nur" eine oder mehrere für die Fortbewegung notwendige Komponenten (Fahrzeugachse, Kette, Fuß und Unterschenkel). Das Waffensystem bleibt in der Regel unzerstört, der Tod der Besatzung ist nicht zu erwarten. Übertragen auf Antipersonenminen (in dieser Kategorie meistens Sprengminen): Personen werden in der Regel verstümmelt, aber nicht getötet, wenn sie rechtzeitig gerettet werden.
- K-Kill oder catastrophic kill: Die Zerstörung des Waffensystems oder der Besatzung ist das Ziel. Überträgt man die Systematik auf Antipersonenminen (in dieser Kategorie meistens Splitter- oder gar Springminen), so ist die Tötung der die Mine auslösenden Person das Ziel.

Flussmine

Flussminen , auch als Uferminen bezeichnet. Sie sind wasserdicht, verankerbar, oft hydrodynamisch geformt und werden in flachen Binnengewässern und vor/an Stränden zur Abwehr amphibischer Landungen gelegt. Sie wirken gegen Amphibienfahrzeuge, schnorchelnde Fahrzeuge oder Schiffe. Vor allem die Sowjetunion hat mehrere derartige Minentypen entwickelt. Beispiel: MIRJAM (Niederlande). Die Zünder besitzen meistens magnetische und elektromagnetische, sowie Schallsensoren. Teilweise werden für flache Gewässer auch geeignete Seeminen verwendet. Beispiel: Die von Luftfahrzeugen abgeworfene U.S. NAVAL MINE, MK 62 MOD 0 (QUICKSTRIKE).
In flachen Gewässern werden auch wasserdichte Landminen verlegt.

Seemine

Schmetterlingsmine Schmetterlingsmine Seeminen sind Minen, die gegen Schiffe eingesetzt werden. Die erste Seemine wurde 1776 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg von David Bushnell konstruiert. Die Unterwasser-Haftladung mit Zeitzünder wurde an gegnerische Schiffe mit einem Haken befestigt. David Bushnell Mit Berührungszündern ausgestattete Ankertauminen werden durch Kontakt mit dem Schiffskörper ausgelöst und können so unbeaufsichtigt und entfernt von Küsten eingesetzt werden. Lösen sich Ankertauminen von ihrer Verankerung, so werden sie zu Treibminen. Der vorsätzliche Einsatz von Treibminen ist nach dem Haager Abkommen weitgehend verboten und militärisch relativ sinnlos, da sie eine große Gefahr auch für die eigene Schifffahrt beinhalten. Die ersten Minen dieser Art wurden bereits 1813 vor den Forts Hudson und Richmond eingesetzt. Im Zweiten Weltkrieg wurden Grundminen entwickelt, die in flachem Gewässer auf Grund liegen. Die Zerstörungswirkung geht hierbei von der bei der Detonation entstehenden Gas-/Schaumblase aus, die die tragende Wirkung des Wassers aufhebt und zu erheblichen Belastungen des Schiffskörpers mit daraus folgenden Rissbildungen führt. Die Zündung erfolgt bei einer Änderung des erdmagnetischen Feldes am Ort der Mine, hervorgerufen durch das Magnetfeld des überfahrenden Schiffes. Weitere gängige Zünder reagieren auf die Geräusche der Schrauben und Maschinen eines Schiffes oder die geringfügige Wasserdruckerhöhung während des Überlaufes. Manche Zünder sind mit Zählwerken ausgestattet, die erst nach einer bestimmten Zahl von Überläufen ansprechen, dadurch soll die genaue Lokalisierung des Minenfeldes und dessen Räumung erschwert werden. Moderne Seeminen können durch Kombination mehrerer Sensoren und elektronischer Auswertung und Steuerung die Zündung auf bestimmte Schiffsgrößen oder sogar -typen eingrenzen und das Räumen durch Simulation (z. B. deutsches Troika-Verfahren) erschweren. Moderne Grundminen werden gerne so geformt dass sie schnell Bewuchs ansetzen oder auf dem Sonar wie ein Felsen wirken. Zweiten Weltkrieg Einen begrenzten Schutz vor der Auslösung von Akustik-Minen bietet eine möglichst geräuschminimierte Fahrtstufe oder bei Minensuchbooten eine entsprechend ausgelegte Antriebsanlage. Zweiten Weltkrieg Da Magnetik-Minen auf eine Änderung des Erdmagnetfeldes reagieren, muss man zum Schutz diese Änderung durch das Schiff möglichst minimieren. Dies ist durch eine aufwändige Anlage möglich, bei der im Schiff verlegte elektromagnetische Schleifen abhängig von Kurs, Fahrtstufe und Eigenmagnetfeld des Schiffes ein Gegenfeld aufbauen. Zur Überprüfung und Einstellung dieser Anlagen, über die aus wirtschaftlichen Gründen nur Minensuchboote und Kriegsschiffe verfügen, unterhält die Bundeswehr im Nord-Ostsee-Kanal nord-östlich der Rader Hochbrücke eine Messstelle, in deren überdimensionale Spule die Schiffe einfahren. Eine Alternative besteht in der Verwendung amagnetischen Stahls, der fast gar kein Eigenmagnetfeld erzeugt. Im U-Boot-Bau schon seit langer Zeit eingesetzt, verfügt die Deutsche Marine mittlerweile auch über Minensuchboote aus amagnetischem Stahl. Andere Nationen fertigen Minenjagdschiffe aus Holz bzw. GFK. Eine Sonderbauform der Seemine sind unbemannte Unterwasserplattformen, die elektronisch die Annäherung von feindlichen Schiffen detektieren und einen Torpedo auf das Schiff abschießen (z.B. Mk-60 CAPTOR, USA). Das Legen der Seeminen ist nicht an einen bestimmten Schifftyp gebunden, beinahe jedes Kriegsschiff besitzt eine zumindest begrenzte Minenlegekapazität. Schiffe mit möglichst großen, durchgehenden Decksflächen (wie zum Beispiel Fähren oder RoRo-Frachter) lassen sich innerhalb weniger Stunden mit Minenschienen ausrüsten, um so als Hilfsminenleger eingesetzt werden zu können. Das Suchen und Räumen erfolgt durch Minensuchboote und deren besonders ausgebildeten Besatzungen, zu denen zum Teil auch Minentaucher gehören. Länder mit Seestreitkräften haben seit der Entwicklung dieser Waffe im Falle einer kriegerischen Auseinandersetzung Seeminen sowohl zum eigenen Schutz der Küsten und Häfen ausgelegt, als auch das Seegebiet des Gegners durch Ausbringen von Seeminen blockiert. Bis heute sind viele Meere, zumeist in den Küstenregionen, durch Minen aus beiden Weltkriegen belastet. Das gilt besonders für Ost- und Nordsee. Bis 1972 wurden Seewege in Nord- und Ostsee systematisch von Seeminen geräumt und in Seekarten als minenfrei vermerkt. Aufgrund des Alters ihrer technischen Ausstattung wie Zünder und Batterien und der Korrosion durch Seewassereinfluss wurde das Risiko durch die verbliebenen Minen als nicht höher eingestuft als das Risiko der Seefahrt überhaupt. Trotzdem werden immer noch Minen aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges in der Ostsee von den Anrainerstaaten geräumt. 1919 schufen Jauch & Hübener eine Police, die Seekaskoversicherung für Minenschäden, die das Risiko eines Schadens durch Seeminen für Handelsschiffe abdeckte.

Andere Minen

Luftminen und von Minenwerfern geworfene Wurfminen haben mit der Mine zwar die dünnwandige Hülle gemein, werden jedoch durch Aufschlagzündung gezündet und wirken wie Sprengbomben oder Granaten. Kurios mag inzwischen anmuten, dass im Zweiten Weltkrieg kurzzeitig von den Sowjets so genannte Panzerabwehrhunde zum Einsatz kamen, um eine fernzündbare Sprengladung unter die feindlichen Panzer zu bringen. Auch wurden von US-amerikanischer Seite Versuche mit so genannten Fledermausbomben unternommen, die im Pazifikkrieg gegen Japan eingesetzt werden sollten - all diese Projekte waren nur sehr kurzlebig. In gewisser Weise werden ähnliche Konzepte spätestens seit Beginn der 1990er Jahre von menschlichen so genannten Selbstmordattentätern im größeren Maßstab praktiziert.

Humanitäre Gesichtspunkte

Selbstmordattentäter Gerade die nicht als Sprengkörper erkennbaren oder besonders kleinen Minen stellen vor allem für Kinder eine große Gefahr dar. Nach dem UN-Landminenprotokoll muss die Position von verlegten Minen notiert werden. Eingebaute Selbstentschärfungsmechanismen sollen die Minen nach einer bestimmten Zeit automatisch entschärfen. In der Realität werden Minen jedoch oft unkontrolliert, hastig und ohne Plan verlegt. Von Luftfahrzeugen abgeworfene Minen verteilen sich unregelmäßig, teilweise über weite Strecken. Da sie oft Falldämpfer in Form von kleinen Fallschirmen oder aerodynamisch wirksamen Flächen ("Schmetterlingsminen") haben, können sie eine gewisse Strecke vom Wind getragen werden. Manche kriegsführenden Parteien benutzen Minen auch mit voller Absicht gegen die Zivilbevölkerung, um eine Gegend unbewohnbar zu machen, Äcker und Weiden unbenutzbar zu machen oder schlicht Terror gegen eine feindliche Bevölkerung zu üben. Hunger, Tod und lebenslange Verstümmelung Unschuldiger sind die Folgen. Ähnlich in der Wirkung sind Streubomben. Ein nicht geringer Teil der Streubomben bleibt als Blindgänger liegen und explodiert in der Regel leichter als Anti-Personenminen bei Berührung. Minen kosten sehr wenig, lassen sich leicht herstellen und rasch in großen Stückzahlen verlegen. Sie sind daher insbesondere von Interesse für Kriegsparteien, die keinen Zugang zu teuren Waffensystemen haben. Doch auch Armeen wie die der USA und Russlands, Chinas, Indiens und Pakistans nutzen immer noch Landminen.

Mit Landminen verseuchte Länder


- Afghanistan: ca. 10 Millionen
- Ägypten: mehrere Millionen (El Alamein, Sinai)
- Angola: die Zahl der Landminen kann nach dem Ende des Bürgerkrieges nicht geschätzt werden
- Bosnien und Herzegowina: ca. 1.000.000
- China
- Deutschland - Ehemalige Innerdeutsche Grenze : 33000 wurden nicht wiedergefunden (durch Tiere ausgelöst, durch Sturzregen weggeschwemmt u.a.).
- Eritrea
- Griechenland/Türkei - die Grenze
- Irak
- Iran
- Kambodscha: ca. 4 Millionen
- Kroatien: ca. 700.000
- Libyen unbekannte Anzahl noch funktionstüchtiger Minen aus dem Zweiten Weltkrieg.
- Mauretanien/West-Sahara - die Grenze.
- Mosambik: 800.000 bis 1 Million
- Namibia
- Somalia
- Sri Lanka
- Sudan
- Vietnam: mehr als 3,5 Millionen und zig Millionen noch nicht explodierter Blindgänger.
- Tschetschenien Tschetschenien

Minenräumung


- Minenräumung: Die Mine wird hierbei zerstört. Meistens durch kontrollierte Auslösung, Sprengung, Beschuß oder Minenflegel.
- Minenentschärfung: Die Mine wird gesichert, so dass sie nicht mehr auslösen kann. Anschliessend kann sie entweder wiederverwendet, eingelagert oder zerstört werden. Prinzipiell wird zwischen militärischer und humanitärer Minenräumung unterschieden. Während beim militärischen Minenräumen meist die schnelle Überwindung eines vermuteten Minensperrgürtels durch Schaffen einer Minengasse mit zumutbaren Verlusten das primäre Ziel ist, liegt die Anforderung beim humanitären Minenräumen komplett anders. Humanitäre Räumoperationen finden meist in Nachkriegsgebieten statt. Primäres Ziel ist es hier, der Zivilbevölkerung ein sicheres Leben (Erwerb auf den Ackerflächen, Zugang zu Wasservorräten, etc.) wiederherzustellen. Offiziell gilt hier meist eine Räumwahrscheinlickeit von nahezu 100% bis zu einer Tiefe von 20 cm für Anti-Personenminen. Tschetschenien Tschetschenien Das "Arbeitstier" der Minenräumer ist aktuell (und bleibt wohl auf absehbare Zeit) der Metalldetektor, obwohl der Metallanteil in modernen Minen immer geringer wird ("Plastikminen"). "Plastikminen" im eigentlichen Sinn von metallfreien Minen gibt es strenggenommen nicht. Zwar gibt es Minen, die komplett aus Kunststoff bestehen (z.B Jugoslawische PMA-2 und -3) oder nur einen minimalen Metallanteil haben (Zündmechanismus: südafrikanische R2M2 oder US-amerikanische M14). Alle (humanitär kritischen) Minen haben aber eines gemeinsam: sie müssen billig sein. Von daher haben alle Minen eine Zündkapsel, die meist aus Aluminium besteht und von modernen Metalldetektoren in einer Tiefe bis 15 cm detektiert werden. In letzter Zeit werden zunehmend Minenräumhunde (speziell trainierte Sprengstoffspürhunde) eingesetzt, die verlegte Minen durch ihren empfindlichen Geruchssinn erschnüffeln. Ebenfalls werden speziell auf den Geruch von Sprengstoff dressierte Ratten zur Minensuche eingesetzt. Versuche gibt es zum Einsatz von Bienen. Antipersonenminen räumt man bei militärischen Operationen (und in Einzelfällen auch bei humanitären, jedoch steht der Keiler zum Beispiel in erster Linie dem Militär zu Verfügung) mit Spezialfahrzeugen.
- Flegel-System: An einem drehbaren Zylinder sind Kettenstücke befestigt. Der Zylinder dreht sich schnell, die Ketten peitschen gegen den Boden und bringen die Minen zur Explosion (siehe auch Keiler (Panzer)).
- Pflug-System: Eine andere Methode ist es, Minenpflüge an der Vorderseite herkömmlicher Panzer / anderer Fahrzeuge (z.B. das auf dem US-amerikanischen M1 Abrams basierende Assault Breacher Vehicle (ABV)) zu montieren. Diese Fahrzeuge arbeiten aber nicht perfekt - einige Minen detonieren nicht und werden in der Mechanik nicht oder nur leicht beschädigt - und so ist eine manuelle Nachräumung vor der Freigabe eines Geländes weiterhin nötig.
- Roller-System: Vor dem Fahrzeug werden schwere Minenwalzen befestigt die in der Fahrspur liegende Minen auslösen sollen.
- Magnetsystem: Wird oft in Verbindung mit Minenwalzen oder Minenpflügen eingesetzt. Durch vor dem Fahrzeug angebrachte Elektomagnete wird ein Feld erzeugt das Magnetzünder vorzeitig auslösen soll. Panzerminen mit Druckzünder (Auslösedruck 150-300kg je nach Typ) werden durch das Gewicht eines Menschen normalerweise nicht ausgelöst. Deshalb wird durch Sicherungsminen, Aufnahmesicherungen und Sprengfallen ihre Räumung erschwert. Es ist üblich, verschiedene Minenarten zu mischen, damit Minenräumpanzer nicht gefahrlos in ein Feld von Anti-Personenminen fahren können und im Gegenzug menschliche Minenräumer nicht ungefährdet Panzerminen entschärfen können. Bei der menschlichen Minenräumung wird weiterhin hauptsächlich der Metalldetektor samt "Suchnadel" (engl. "Prodder"; nadelförmiges Gerät zum Ertasten des Verdachtsobjekts) verwendet, gefolgt von dem Einsatz von Spürhunden (z.T. auch nur zur "Verdachtsflächen-Reduzierung"; engl. "Area-Reduction"). Speziell zur Verdachtsflächen-Reduzierung werden auch mechanische Räumgeräte, wie das schon erwähnte rotierende Schlägel-System (engl. "Flail") oder rotierende aufeinanderpressende Walzen eingesetzt. Diese mechanischen Systeme eignen sich aber trotz großer Hoffnung nur bedingt zum humanitären Minenräumen, da Minen im Räumprozess z.T. nicht komplett zerstört werden und "nur beschädigt" in einem komplett unsicheren Zustand hinterlassen werden. Dabei wird auch der Erdboden durch giftige Sprengstoffe kontaminiert. Die Entschärfung von Minen erfolgt in der Regel entweder per Hand, indem der Entschärfer den Zünder unschädlich macht oder bei nicht handhabungssicheren Minen oder Minen mit Aufhebeschutz durch Sprengung am Fundort mit einer Schlagladung. Die Minenfräse ist eine Alternative, geeignetes Gelände vorausgesetzt. Des weiteren folgt nun eine ganz Reihe von labortechnischen Fortschritten, die meist durch EU-Projekte gefördert wurden und prinzipiell einen technischen Fortschritt bedeuten könnten. Alle haben aber einen Haken (Details müsste man auf einer separaten Seite klären). Tatsache ist, das keines der unten beschriebenen Projekte heute "im Feld" angewandt wird. Es bleibt bisher, trotz intensiver Förderung z.B. durch die EU, bei den existierenden Suchtechiken Metalldetektor in Kombination mit "Prodder", z.T. auch Hunde. Auch eine Entschärfung per ferngesteuertem Roboter ist denkbar, in armen Ländern aber nicht realistisch. Es gibt auch Pläne zum Einsatz von vielen kleinen, billigen, autonom agierenden Roboter, welche die Minen zur Detonation bringen sollen. Dieses Projekt ist aber noch nicht für die Praxis umgesetzt worden und verlangt auch weiterhin eine manuelle Nachräumung. Minen können mit einem Verfahren für expandierende Schäume mittels Mehrkammer-Kunststoffbehältern fixiert werden. Dadurch ist der weitere Umgang mit den Minen gefahrlos durchzuführen, da ein Auslösen der Mine durch die Blockade der Auslösemechanismen wirksam verhindert wird (DPMA-Patent-Nr. 102 04 784). Dänische Wissenschaftler haben ein genmanipuliertes Gewächs namens Mausohrkresse (auch Acker-Schmalwand genannt) entwickelt. Die grünen Blätter der Pflanze färben sich nach einigen Wochen rot und zeigen so Stickstoffdioxid an, das aus im Boden vergrabenen Landminen entweicht. Obwohl noch Probleme zu lösen sind, könnte diese Methode in Zukunft die Minenräumung wesentlich effizienter gestalten. Im Jahr 2000 wurde im Kosovo auch ein Luftschiff für die UN zum Einsatz gebracht, das mit einem Radargerät nach Minen und Blindgängern suchte.

Militärische Gesichtspunkte

Das ersten Anzeichen für ein vermintes Gebiet ist oftmals der Verlust eines Mannes oder Fahrzeugs. Solche Verluste sind oftmals leider unvermeidlich, aber man kann viel tun, um es zu verhindern. Minen oder Sprengfallen werden besonders gern an folgenden Stellen verlegt:
- Flaschenhälse oder Engpässe, wo ein durch Minen beschädigtes Fahrzeug den Weg oder die Straße versperrt. Das ist besonders wirkungsvoll, wenn das Beseitigen oder Reparieren des Fahrzeugs schwierig ist.
- Stellen, die für einen Hinterhalt auf Fahrzeuge oder Patroullien geeignet sind.
- Im Seitenstreifen von Straßen und Wegen. Auf befestigten Wegen verlegte Minen sind offensichtlich, außer im Seitenstreifen oder wo überwucherndes Gras und Schutt/Geröll Sichtschutz bietet. Auf Wegen mit aufgelockertem Boden muß ebenfalls mit Minen gerechnet werden, da ein Verstecken der Mine leicht ist.
- In und um Trümmer, auch Krater oder Straßensperren, werden Anti-Personen-Minen gern in großen Mengen verlegt
- In Umleitungen um Hindernisse herum, da ein Verstecken recht einfach ist.
- Manchmal auch in Hafengebieten oder Straßenabfahrten.
- In Gräben, Gebäuden oder anderen Stellen, wo man gern rastet oder Deckung sucht.
- Um verlassene Ausrüstung herum, um die Bergung zum Wiederverwenden zu verhindern oder um Souvenirjäger zu treffen.
- Hinter von der anderen kriegführenden Seite besetzten Stellungen.
- In und auf beschädigten Straßen, Eisenbahnschienen, Häfen, usw., um die Reparatur zu verzögern.
- In der Nähe von Helikopterlandeplätzen.
- An verwundeten oder toten Kombattanten des "Feindes" die bevorzugt mit dem Gesicht zum Boden platziert werden (Dies ist nach mehreren internationalen Abkommen zwar offiziell geächtet, wird aber in vielen Kriegsgebieten, nicht nur in der dritten Welt ordonanzmäßig durchgeführt )
- Insbesondere Panzerabwehrminen im Seitenstreifen von Kreuzungen und den Innenseiten von Kurven, da hier Panzerfahrer dazu neigen, die Straße zu verlassen Einige Anzeichen von gut versteckten Minen verschwinden mit der Zeit, doch einige der folgenden Anzeichen bleiben sichtbar:
- aufgerissene oder veränderte Bodenoberfläche, vorzugsweise auf Straßen oder Gras; oder verteilter Erdboden auf Gras
- Festgetretene Erde oder zertrampelter Bewuchs sowie ungleichmäßige Fuß-, Reifen- oder Kettenspuren
- beschädigte Büsche in Hecken oder Unterholz
- Minenmarkierungspfähle, -zäune oder -schilder
- Improvisierte Minenmarkierungen, wie Steinhaufen, Dosen, zusammengebundene Vegetation, Dreibeine aus Stöcken usw.
- Hohe und niedrige Stolperdrähte (können mit einem dünnen, langen Zweig am Gewehrlauf während einer Patroullie entdeckt werden)
- Teilweise Versperrung einer Straße durch ein scheinbar harmloses Hindernis, welches den Verkehr auf den Seitenstreifen zwingt.
- Leere Minenkisten, die möglicherweise absichtlich und mit einer Sprengfalle hinterlassen wurden.
- Ohne ersichtliche Ursache getötete Tiere.
- Von den Einheimischen gemiedene Gebiete.

Initiativen und Internationale Abkommen

Am 16. April 1996 erklärte der deutsche Bundesverteidigungsminister Volker Rühe, dass unabhängig vom Ausgang des Treffens der UN-Landminenkonferenz in Genf (Schweiz) die Bundeswehr in Zukunft auf sogenannte Anti-Personen-Minen verzichtet. Für die Entwicklung, Erprobung und Beschaffung von Schützenabwehrminen würden keine Haushaltsmittel des Staates mehr zur Verfügung gestellt. Weltweiter Druck durch nichtstaatliche Organisationen und der Mut einiger Regierungsvertreter führten am 3. Dezember 1997 im kanadischen Ottawa zur Unterzeichnung des Antipersonenminen-Verbotsvertrages ("Ottawa-Konvention"), der seit dem 1. März 1999 als für die Vertragsparteien bindendes internationales Recht in Kraft ist. Bis Ende 2004 haben 143 Länder den Vertrag unterzeichnet, darunter 9 Länder, in denen die Ratifizierung noch aussteht. 41 Staaten haben die Konvention bislang nicht unterzeichnet, darunter China, Indien, Pakistan, Russland und die USA. Weil nie zuvor eine Waffe aufgrund zivilgesellschaftlichen Engagements verboten worden war, wurde der Internationalen Kampagne zum Verbot von Landminen (ICBL) 1997 der Friedensnobelpreis verliehen. Die deutsche Sektion der ICBL ist das Aktionsbündnis Landmine.de.

Siehe auch


- Explosionswaffe
- Mine - Begriffsklärung
- Minenkrieg
- Panzerabwehrhund
- Operation Marine Verminung des Rheins im Zweiten Weltkrieg

Weblinks


- [http://www.landmine.de/ Aktionsbündnis Landmine.de]
- [http://www.icbl.org/ ICBL]
- [http://ndmic-cidnm.forces.gc.ca/ndmic-cidnm.asp?lang=e National Defence Mine/countermine Information Centre (NDMIC), Canada] (englisch- und französischsprachige Datenbank zu Landminen)
- [http://www.uno.de/frieden/index.cfm?ctg=minen UNIC Bonn - Landminen]
- [http://vvaf.org/campaign/index.shtml Campaign for a landmine free world]
- [http://www.taz.de/pt/2005/08/19/a0072.nf/text Minenräumung mit Ratten - TAZ]
- [http://www.gichd.ch Genfer Internationales Zentrum für humanitäre Minenräumung GICHD] Kategorie:Explosionswaffe ! ja:地雷 ko:지뢰

Maschinengewehr

Ein Maschinengewehr, kurz MG, ist eine vollautomatische einläufige Schnellfeuerwaffe, die Geschosse in Serie verfeuert und sich nach der Schussabgabe entweder durch den eigenen Gasdruck, durch Rückstoß oder mit Hilfe eines Motors (z. B. Elektromotors) selbst wieder lädt. MGs verschießen im Gegensatz zu Maschinenpistolen Gewehrmunition. Ab welchem Kaliber eine automatische Waffe als Maschinenkanone (oder Maschinengeschütz) bezeichnet wird, ist von Land zu Land unterschiedlich. In Deutschland liegt die Grenze bei 20 mm. Automatische Waffen unterhalb 20 mm sind Maschinengewehre. Besondere Bedeutung hat dabei die Zuführung der geeigneten Munition, um eine hohe Feuergeschwindigkeit zu ermöglichen. Der Einsatz von Maschinengewehren hat gegenüber einer Schützenlinie den Vorteil der erhöhten Trefferfähigkeit, die unabhängig von persönlichen Fehlern der Schützen ist.

Modelltypen

Maschinengewehre werden in leichte, mittlere und schwere Modelle unterteilt. Das leichte MG ist oft eine Variante gängiger Sturmgewehre gleichen Kalibers, die mit schwererem - oft leicht austauschbarem - Lauf und Zweibein ausgestattet sind. Das mittlere MG - auch Mehrzweck-MG - basiert nicht auf einem Sturmgewehr, sondern stellt in der Regel eine eigene Entwicklung dar. In diesen Waffen werden ggf. längere Patronen mit größerem Kaliber als in Sturmgewehren verwendet. Ein weiteres Hauptmerkmal für mittlere MGs ist die Munitionszuführung durch Gurte, um ein effektives Dauerfeuer führen zu können. Mehrzweck-MGs können sowohl auf einem Zweibein, als auch auf einer Lafette eingesetzt werden. Schwere MGs werden überwiegend auf Lafetten eingesetzt und können Dauerfeuer schießen. Zur Bewaffnung von z. B. Flugzeugen, Hubschraubern oder Panzern werden mittlere und schwere MGs eingesetzt.

Einsatz

In Kampfhandlungen werden Maschinengewehre hauptsächlich dazu verwendet, Unterstützungsfeuer zu geben und die Aktionen des Gegners zu unterdrücken. (Feuerschutz - Sperrfeuer).

Geschichte

Richard Gatling wurde mit seiner Gatling Gun bekannt, dem ersten wirklich funktionierenden Maschinengewehr. Im Jahr 1861 patentierte er den Entwurf für ein sechsläufiges Gewehr, das in der Lage war, für damalige Verhältnisse unglaubliche 200 Schuss pro Minute zu verschießen, und im Amerikanischen Bürgerkrieg zu begrenztem Einsatz kam. 1885 präsentierte Hiram Maxim das erste Maschinengewehr (die so genannte automatische Mitrailleuse), bei dem der Rückstoß eines Schusses genutzt wurde, um die leere Patronenhülse auszuwerfen, die Feder zu spannen und eine neue Patrone in die Kammer zu laden (Rückstoßlader). In den britischen Kolonialkriegen in Afrika bewährte sich das Maxim-MG, sodass alle Militärmächte um die Jahrhundertwende das MG einführten. Andere Konstrukteure entwickelten Maschinengewehre als Gasdrucklader. Hierbei wird über eine Bohrung im Lauf ein Teil des Gasdrucks beim Schuss abgezweigt, um die o. g. Funktionen zu betätigen. Im Ersten Weltkrieg stellte Deutschland Maschinengewehrabteilungen mit der ursprünglich wassergekühlten MG 08 auf. Schon nach kurzer Zeit wurde es jedoch durch das MG 08/15 ergänzt. Die US-Amerikaner kopierten die bei Kriegsende erbeutete Patrone einer Panzerbüchse der Firma Mauser, konstruierten sie auf Zollmaß um und schufen dafür das überschwere MG M 2 (siehe Artikel M2HB), das bis heute mehr oder weniger weiterentwickelt weltweit in Gebrauch ist. Die hergebrachte Unterteilung in leichte und schwere Maschinengewehre wurde bei der deutschen Wehrmacht mit der Einführung des MG 34 hinfällig. Dieses dient als Universal-MG, das wahlweise mit Zweibein oder auf der Dreibeinlafette zum Einsatz kam. Obwohl sehr leistungsfähig, war das MG 34 wegen seiner vielen Dreh- und Frästeile sehr fertigungsaufwendig und verschmutzungs- sowie kälteempfindlich. Diese Nachteile wurden durch eine radikale Neukonstruktion behoben: Das MG 42, bis heute unerreicht in Einfachheit, Robustheit, Funktionssicherheit unter allen Bedingungen und geringem Fertigungsaufwand. Erstmalig wurde die Technologie des Prägens und Stanzens von Waffenteilen in großem Umfang eingesetzt. Hinzu kam der rollengestützte Verschluss, der eine Feuergeschwindigkeit von 1.500 Schuss/min ermöglichte, in der Praxis auf 1.200 gesenkt, um den Rohrverschleiß in Grenzen zu halten. Diese Waffe wurde in einer Fabrik konstruiert, die Bürolampen herstellte. Das Standard-Maschinengewehr der deutschen Bundeswehr ist heutzutage das MG3, eine direkte Weiterentwicklung des MG42 der Wehrmacht (mit ca. 1.200 Schuss/min eines der leistungsstärksten MGs). Dieses ist luftgekühlt und wird wie das MG42 hauptsächlich in Blechprägetechnik hergestellt. Ebenfalls zu den Maschinengewehren zählen die Miniguns. Die Einführung des Maschinengewehrs führte zur Industrialisierung des Todes im Kriege; die idealisierende Darstellung des Kampfes "Mann gegen Mann" war überlebt. Die blutigen "Stellungsgefechte" im ersten Weltkrieg waren auf den beidseitigen MG-Einsatz zurückzuführen. Im Ersten Weltkrieg verblutete eine ganze Generation im Maschinengewehrfeuer, weil Generäle noch immer Sturmangriffe befahlen (Langemarck), die im Kugelhagel zusammenbrachen. Strategie und Taktik der Kriegsführung änderten sich grundlegend. Siehe auch: M60 Maschinengewehr

Flugzeug-Bordwaffen

Im Ersten Weltkrieg wurden Maschinengewehre erstmals als Flugzeug-Bordwaffen eingesetzt. Auf deutscher Seite kamen dabei modifizierte MG 08 bzw. später MG 08/15 zum Einsatz. Die Modifikationen bestanden darin, dass man den Wassermantel durchlöcherte, da die Kühlung durch den Fahrtwind ausreichte. Die Alliierten bezeichneten diese MG oft als Spandau MG, diese Bezeichnung ist aber falsch. Spandau stand zwar auf den meisten dieser MG, jedoch nur, da einer der größten Hersteller, die Preußische Gewehrmanufaktur, sie in Spandau produzierte. Bei Jagdflugzeugen wurden meist zwei dieser MG starr oberhalb des Motors angeordnet. Vor allem in beweglicher Installation wurde auch das Parabellum MG verwendet. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges verwendeten alle Mächte kleinkalibrige MGs ( 7,5 - 7,92 mm ) in ihren Flugzeugen. Wegen unzureichender Wirkung im Ziel wurden diese bald durch überschwere MGs ( 12,7 - 13,2 mm ) abgelöst.

Literatur


- F. W. A. Hobart: Das Maschinengewehr - Die Geschichte einer vollautomatischen Waffe, Motorbuch Verlag, ISBN 3-87943-277-5
- Daniel B. Musgrave: Deutsche Maschinengewehre, Motorbuch Verlag, ISBN 3-61301-653-2
- Eugen A. Lisewski: Deutsche Maschinengewehre im Einsatz MG 01 bis MG 42, Podzun-Pallas Verlag, ISBN 3-79090-681-6

Weblinks


- http://www.waffenhq.de/specials/mg-liste.html Übersicht über alle MG's bis 20 mm
- http://science.howstuffworks.com/machine-gun.htm How Machine Guns Work (engl.) Kategorie:Handfeuerwaffe ja:機関銃

Bajonett

Als Bajonett (nach der frz. Stadt Bayonne) bezeichnet man eine auf den Gewehrschaft aufsteckbare Stoßwaffe in Form eines langen Dorns oder einer Stahlklinge, die in unaufgepflanztem Zustand wie andere Waffen an der Seite oder am Koppel getragen wird. Bajonette wurden seit Mitte des 17. Jahrhunderts in Frankreich verwendet und wurden allmählich in den meisten europäischen Armeen gebräuchlich. Anfangs wurden Bajonette mit Griff in den Gewehrlauf gesteckt (so genannte Spundbajonette), sodass die Muskete nicht feuern konnte. Bereits 1669 erfand Vauban Bajonette, die mit einer Tülle seitlich am Lauf befestigt wurden - sog. Tüllen- oder Dillenbajonett - und somit auch im aufgepflanzten Zustand das Abfeuern von Musketenkugeln nicht verhinderten. Mit diesen neuartigen Bajonetten wurde die französische Armee seit 1689 ausgestattet. Etwa um 1700 tauchten Bajonette auf, welche einen abgeknickten Arm besaßen und so auch das Nachladen ermöglichten. Zur wichtigsten Klingenform entwickelte sich bald eine stabile, dreikantige Form mit etwa 40 cm Länge. Ab dem 19. Jahrhundert wurde das Tüllenbajonett schrittweise von Bajonetten abgelöst, die eigene Griffe hatten – sog. Messer- oder Säbelbajonette – und wie Messer, kurze Pallasche oder Säbel beschaffen waren. „Vorfahren“ derselben waren im 18. Jahrhundert aufpflanzbare Hirschfänger, die w