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Infanterist Der Zukunft

Infanterist der Zukunft

Der Infanterist der Zukunft ist ein Projekt für Persönliche Schutzausrüstung und zur Verbesserung von Infanteristen der Bundeswehr. Die Gesamtsystemverantwortung herstellerseitig liegt bei der EADS.

Gründe und Planungsziele


- Da sich seit dem Kalten Krieg das Aufgabenspektrum der Bundeswehr vom reinen Gefechtskrieg zu vielen Spezialeinsätzen, auch im Ausland und in Kooperation mit anderen Armeen, verlagert hat, ist es sinnvoll die Ausrüstung mit anderen NATO-Staaten abzustimmen.
- Die Nutzung in anderen Truppengattungen soll ebenfalls möglich sein.
- Die Integration handelsüblicher Komponenten und bereits eingeführter Ausstattung soll langfristig zu weiterer Kosteneinsparung beitragen.

Aufgaben


- Durchsetzungsvermögen
- eigene Überlebensfähigkeit
- Führungsfähigkeit
- Beweglichkeit
- Durchhaltefähigkeit

Komponenten

Die Bestandteile sind modular aufgebaut, um sie der Einsatzsituation anpassen zu können und schneller auf technologische Fortschritte und geänderte Bedürfnisse reagieren zu können.

Transport


- das Tragesystem besteht aus einem Rückenteil und zwei Vorderteilen, auf dem Rückenteil lassen sich mit Reißverschlüssen zwei Daypacks mit je 10l befestigen
- Wasserbehälter mit Trinkschlauch (2l)

Schutz


- Splitterschutzbrille, schützt auch vor Staub, UV- und Laserstrahlen
- modulare Schutzweste mit Stichschutz (Stufe 1) und einlegbaren Kevlarplatten (Stufe 4)
- Schutz gegen atomare, biologische und chemische Waffen

Führungshilfsmittel


- Personal Digital Assistant (PDA) mit digitaler Karte
- Gruppenfunkgerät im Ultrahochfrequenzbereich
- Global Positioning System (GPS)
- Nachtsicht- und Wärmebildtechnologie
- Digitalkamera

Waffensystem


- Bewaffnungskonzept mit Multifunktionslaser und Nachsichtaufsatz
- Abfeuereinrichtung Dynarange für Panzerfaust 3: Verfügt über einen Laserentfernungsmesser, einen Drehratensensor sowie über einen Feuerleitrechner. Dadurch wird die Ersttrefferwahrscheinlichkeit deutlich gesteigert. Die Kampfentfernung gegen stehende und beweglich Ziele wird von 300m auf 600m erhöht.
- Folgende Waffen wurden im Rahmen des Programms ebenfalls entwickelt: MG4 (Maschinengewehr4), MP7 (Maschinenpistole7) und das KM2000 (Kampfmesser2000).
- Es wird auch über die Verwendung des Barrett M82A1 im Kaliber .50 BMG als G82 nachgedacht

Aufklärung

Mit Kleinstfluggeräten, so genannten Mini- oder Micro UAVs (Unmanned Air Vehicles) oder mit kleinen geländegängigen Landfahrzeugen können ferngesteuerte Aufklärungs- und Überwachungsaufgaben in Häuserschluchten, Gebäuden und Kanalisation durchgeführt werden, wenn der Einsatz von Menschen zu riskant wäre. Die Aufklärungsdaten dieser technischen Hilfsmittel können online in das System des Infanteristen der Zukunft übertragen werden.

Geschichte


- Am 1. Juli 2004 wurden die ersten Basissysteme an der Infanterieschule in Hammelburg übergeben.

Weblink


- [http://www.bundeswehr.de/forces/heer/040622_idz.php www.bundeswehr.de]
- [http://www.bwb.org/C1256DF2004FF94C/CurrentBaseLink/N25VZGYY102INFODE www.bwb.org]
- [http://www.deutschesheer.de/C1256B6C002D670C/vwContentFrame/N2629A79031DKORDE www.deutschesheer.de]
- [http://www.eads.net/frame/content/en/1024/content/OF00000000400004/9/05/40639059.html EADS Defence Electronics] Kategorie:Kriegs- und Gefechtsführung Kategorie:Truppengattung

Persönliche Schutzausrüstung

Die Persönliche Schutzausrüstung - kurz PSA - sollte bei gefährlichen Arbeiten und Tätigkeiten verwendet werden, um Verletzungen zu vermeiden oder zu minimieren, die durch andere Maßnahmen nicht verhindert werden können. Neben den technischen (Gefahrvermeidung) und organisatorischen Maßnahmen (Gefahreinwirkung z.B. Zeitlich begrenzen) zählen die persönlichen Maßnahmen (PSA und Unterweisung) zu den klassischen Maßnahmen des Arbeitsschutz und der Arbeitssicherheit. Schutzausrüstungen finden Verwendung zum Beispiel in der Landwirtschaft, Forstwirtschaft, bei der Feuerwehr, in Fertigungsbetrieben (z.B. Chemie) oder in der Bauwirtschaft. Aber auch in der Freizeit oder beim Sport können sie unerlässliche Hilfsmittel darstellen (z.B. Kopfschutz, Knieschutz usw.). Sie müssen den jeweiligen nationalen Normen und Gesetzen entsprechen.

Kategorien

Eine Unterteilung der PSA kann in verschiedene Kategorien erfolgen. Diese zeigen die Gefährdung auf, vor der die PSA schützen soll:

Kategorie I

Gegen geringfügige Risiken.
- Handschuh
- Sonnenbrille

Kategorie II

Gegen mittlere Risiken, die ernste Verletzung zur Folge haben. Oft sind hier Mechanische Gefahren der Auslöser.
- Gehörschutz
- Schutzbrille
- Schutzhandschuh
- Sicherheitsschuh
- Schweißeranzug

Kategorie III

Gegen tödliche oder nicht mehr rückgängig zu machende Schäden. Oft sind hier Chemische Gefahren der Auslöser.
- Atemschutzgerät
- Tauchgerät
- Absturzsicherung Siehe auch: Persönliche Ausrüstung eines Feuerwehrmannes, PSA-Forst, CE-Zeichen, GS-Zeichen, DIN-Norm

Weblinks


- [http://www.vis-technik.bayern.de/de/left/fachinformationen/praevention/sicherheitstechnik/psa.htm Erläuterungen zu den geltenden Bestimmungen]
- [http://www.lfas.bayern.de/technischer_as/anlagensicherheit/psa/schutzkleidung/psa_deckblatt.htm Schutzkleidung]
- [http://www.lfas.bayern.de/technischer_as/anlagensicherheit/psa/atemschutz/atemschutz_deckblatt.htm Atemschutz]
- [http://www.lfas.bayern.de/technischer_as/anlagensicherheit/PSA/gehoerschutz/gehoers_deckbl.htm Gehörschutz]
- [http://www.vis-technik.bayern.de/de/left/fachinformationen/produktgruppen/sport-freizeit/kletterseile.htm Kletterseile]
- [http://europa.eu.int/smartapi/cgi/sga_doc?smartapi!celexapi!prod!CELEXnumdoc&lg=de&numdoc=31989L0686&model=guichett EU-Richtlinie 89/686/EWG] zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten für persönliche Schutzausrüstungen
- [http://europa.eu.int/eur-lex/lex/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CELEX:31989L0656:DE:HTML EU-Richtlinie 89/656/EWG] über Mindestvorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Benutzung persönlicher Schutzausrüstungen durch Arbeitnehmer bei der Arbeit Kategorie:Atem- und KörperschutzKategorie:Arbeitsschutz

Bundeswehr

Bundeswehr ist die Bezeichnung für die Streitkräfte der Bundesrepublik Deutschland und ihre Verwaltung.

Struktur

Die Bundeswehr besteht aus den Streitkräften und der zivilen Bundeswehrverwaltung. Diese Zweiteilung in eine uniformierte und eine zivile Komponente verschleiert ein wenig die tatsächliche Personalstärke des deutschen Militärs, insbesondere im Vergleich mit dem Militär anderer Staaten, in denen die Verwaltung des Militärs ebenfalls militärischem Personal obliegt. Die Bundeswehr soll bis zum Jahr 2010 ihre neue Struktur mit einer Friedensstärke von etwa 250.000 Soldaten und 75.000 zivilen Mitarbeitern einnehmen. Heute (April 2005) hat sie etwa 257.000 Soldaten und 125.000 zivile Mitarbeiter. In Zeiten des Kalten Krieges verfügte die Bundeswehr über eine Sollstärke von etwa 495.000 Soldaten. Dabei handelt es sich um Wehrpflichtige (zur Zeit neun Monate Pflichtdienstzeit), um Berufssoldaten und um Soldaten auf Zeit. Die Bundeswehr nahm nach der Wiedervereinigung rund 20.000 Soldaten der ehemaligen NVA der DDR auf. Außerdem wurde ein kleiner Teil des Materials der NVA übernommen und zum Teil bis heute weiter genutzt. Große Mengen der Bewaffnung und Ausstattung wurden hingegen verschrottet, verkauft oder verschenkt, so wie Panzer an die Türkei und kürzlich die letzten sechs MiG-29 der NVA-Luftwaffe an Polen. 39 Kriegsschiffe der Volksmarine kaufte Indonesien. Inhaber der Befehls- und Kommandogewalt ist im Frieden der Verteidigungsminister, im Verteidigungsfall geht die Befehls- und Kommandogewalt auf den Bundeskanzler über ( GG). Oberster Soldat der Bundeswehr ist der Generalinspekteur der Bundeswehr, rangmäßig ein Viersterne-General, der jedoch nicht militärischer Oberbefehlshaber der Bundeswehr ist. Einen solchen kennt die Kommandostruktur der Bundeswehr nicht. Die Verantwortung für die Einsatzbereitschaft ihrer Bereiche haben die Inspekteure der Teilstreitkräfte (Heer, Luftwaffe, Marine) beziehungsweise der militärischen Organisationsbereiche (Streitkräftebasis, Zentraler Sanitätsdienst). Seit 2001 ist die Bundeswehr uneingeschränkt für Frauen geöffnet. Zuvor durften sie nur im Sanitätsdienst der Bundeswehr (seit 1975 als Offizier, seit 1991 auch in der Unteroffiziers- und Mannschaftslaufbahn) sowie im Militärmusikdienst (ebenfalls seit 1991) beschäftigt werden. Mit der Ernennung zum Generalarzt (w) wurde Verena von Weymarn 1994 der erste weibliche General in der deutschen Geschichte. Derzeit leisten über 12.000 weibliche Soldaten ihren Dienst in der Bundeswehr. Davon befindet sich etwa die Hälfte im Sanitätsdienst der Teilstreitkräfte. Insgesamt stellen sie damit einen Anteil von 6,2% der Berufs- und Zeitsoldaten. Dabei liegt ihr Anteil in der Marine bei 8,4%, im Heer bei 6,3% und in der Luftwaffe bei 4,9%. (Stand Januar 2005). Die Reservisten der Bundeswehr sind u.a. in Heimatschutzbataillonen verplant, die im Verteidigungsfall (oder in anderen Notfällen) aufgestellt werden.

Innere Führung

Hauptartikel: Innere Führung Der Begriff Innere Führung beschreibt die komplexe Führungskonzeption der Bundeswehr, er ist verbunden mit dem Leitbild des Staatsbürgers in Uniform. Das bedeutet, dass die Grundrechte des Soldaten nur so weit eingeschränkt werden sollen, wie es der militärische Auftrag erfordert. So ist das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung durch das Prinzip von Befehl und Gehorsam eingeschränkt (siehe: Vorgesetztenverordnung). Anders als Soldaten in vielen Ländern besitzen die Bundeswehrsoldaten das aktive und das passive Wahlrecht. Die Innere Führung soll so die Integration der Bundeswehr in die Gesellschaft gewährleisten. Sie wurde unter anderem durch den späteren General Graf Baudissin entwickelt und markiert einen bedeutenden Unterschied zu allen früheren deutschen Armeen. Zuständig für die Lehre, Kommunikation nach außen und die Weiterentwicklung ist das Zentrum Innere Führung. Ein Merkmal der Inneren Führung ist das sehr weit gehende Beschwerderecht der Soldaten. Jeder Soldat kann sich in allen dienstlichen Fragen beschweren ohne dass ihm daraus Nachteile erwachsen dürfen. Dies bezieht sich sowohl auf Befehle, als auch auf das Verhalten von Vorgesetzten und Gleichgestellten.

Bundeswehrreform und Transformation

Die Bundeswehr hat sich in ihrer Geschichte immer wieder veränderten Bedingungen anpassen müssen. Während des Ost-West-Konflikts war das Bedrohungspotenzial des Warschauer Pakts bestimmend für die Struktur der Bundeswehr. Nach dessen Ende war deshalb eine Grundreform der Bundeswehr notwendig geworden. Dabei mussten anfangs die mögliche Restbedrohung aus dem osteuropäischen Raum und sich zunächst nur vage abzeichnende neue Aufgaben miteinander in Einklang gebracht werden. Auch die innenpolitische Diskussion in Deutschland, die sich unter anderem zwischen 1990 und 1994 in der so genannten out-of-area-Debatte niederschlug, stand einer schnellen und gründlichen Reform im Wege. Erst nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 12. Juli 1994 über die Auslandseinsätze der Bundeswehr waren die Voraussetzungen gegeben, die Bundeswehr gezielt auf derartige Aufgaben auszurichten. Es blieb jedoch vornehmlich aus innenpolitischen Gründen zunächst bei einer Veränderung in kleinen Schritten. Nach dem Regierungswechsel 1998 und den Empfehlungen der so genannten Weizsäcker-Kommission wurde der Umbau unter Bundesminister Scharping erheblich beschleunigt. Nicht alle Reformansätze haben sich indes als praktikabel und finanzierbar erwiesen. Die Anschläge des 11. September 2001 und der darauf beginnende militärische Kampf gegen den Terror haben weitere Veränderungen der Reformen erforderlich gemacht. Inzwischen ist die Erkenntnis erwachsen, dass es nicht mehr möglich ist, einen am Ende der Reform anzustrebenden dauerhaften Sollzustand zu definieren, wie es für frühere Bundeswehrreformen unter den fast statischen Bedingungen des Kalten Krieges typisch war. Eine von Manchen erhoffte gründliche Reform, die alle Probleme der Bundeswehr auf einmal behebt, kann es nicht mehr geben. Die sich schnell verändernde Lage erfordert es vielmehr, dass sich die Bundeswehr zu einer lernenden Organisation entwickelt, die ihre Umwelt kontinuierlich analysiert und sich dem Wandel anpasst. Dieser Prozess trägt die Bezeichnung „Transformation“. Um die Transformation zu lenken, wurde das bisherige Zentrum für Analysen und Studien in ein Zentrum für Transformation umgewandelt. Der seit 1990 anhaltende Veränderungsprozess bringt für viele Soldaten und zivile Mitarbeiter der Bundeswehr erhebliche persönliche Belastungen mit sich. Die Menschen mussten teilweise mehrmals außer völlig neuen Aufgaben auch Standortschließungen, Beschwernisse durch Umzug und Umschulung oder die Veränderung persönlicher und familiärer Planungen bewältigen. Aufgrund dieser Unsicherheit stieg die Zahl von Eingaben der Soldaten an den Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages deutlich an, ein Indiz für die derzeitige Verunsicherung vieler Menschen in der Bundeswehr. Zusätzlich zu schultern waren Kürzungen des Weihnachtsgeldes, Wegfall des Urlaubsgeldes, und eine kontinuierliche Absenkung der Pension, bei steigender Auftragslast durch Auslandseinsätze mit erheblichem Gefahrenpotential z.B. Minen, oft unabsehbaren versetzungsbedingten (Standortschließungen) Umzügen mit allen daraus für die Familien entstehenden Belastungen.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte der Bundeswehr Der ehemalige Panzergeneral Gerhard Graf von Schwerin wurde am 24. Mai 1950 Konrad Adenauers Berater in technischen Fragen der Sicherheit zur geheimen Vorbereitung des Aufbaus westdeutscher Streitkräfte. Am 26. Oktober 1950 berief Konrad Adenauer Theodor Blank zum Beauftragten des Bundeskanzlers für die mit der Vermehrung der alliierten Truppen zusammenhängenden Fragen. Dieses Amt Blank wurde zur Keimzelle des späteren Bundesministeriums der Verteidigung. Die Gründung der Bundeswehr und die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik am 5. Mai 1955 führte zu erheblichen innenpolitischen Auseinandersetzungen, vor allem zwischen SPD und CDU über die Frage, ob es moralisch zu verantworten sei, dass Deutschland nach der Hitler-Diktatur jemals wieder über Streitkräfte verfügen sollte. Am 7. Juni 1955 wurde die Wehrverwaltung gegründet, am 12. November 1955 die ersten 101 Freiwilligen vereidigt. Der Name "Bundeswehr" wurde auf Vorschlag des FDP-Bundestagsabgeordneten Hasso von Manteuffel, früherer Wehrmachtsgeneral der Panzertruppe, gewählt. Die ersten Soldaten der Bundeswehr waren Offiziere und Unteroffiziere, die in der Wehrmacht gedient hatten. Im Jahr 1958 stammten 12.900 Offiziere aus der Wehrmacht. Alle Offiziere vom Oberst aufwärts wurden durch den Personalgutachterausschuss überprüft, ein Gremium aus 38 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die vom Bundespräsidenten auf Vorschlag der Bundesregierung und nach Bestätigung durch den Bundestag ernannt worden waren. Auf den Vorwurf, alle hohen Offiziere hätten in der Wehrmacht gedient, antwortete Bundeskanzler Adenauer sinngemäß, die NATO nehme ihm keine 18-jährigen Generäle ab. Obwohl die Bundeswehr sich ausdrücklich nicht in der Tradition der Wehrmacht sieht, sondern als demokratische Armee aus mündigen Bürgern, geben die wenigen immer noch bestehenden Benennungen von Kasernen nach Wehrmachtspersönlichkeiten immer wieder Anlass zu Kritik.

Parlamentarisch-politische Kontrolle

Die Bundeswehr untersteht dem Bundesminister der Verteidigung, einem zivilen Angehörigen der vom Bundestag getragenen Bundesregierung. Der Verteidigungsminister ist der einzige Zivilist, der Soldaten Befehle erteilen kann. Dadurch wird das Primat der Politik, das heißt der Vorrang der Politik gegenüber dem Militär, sichergestellt. Dieses politische Primat erfordert, dass auch in der Bundeswehr das Prinzip von Befehl und Gehorsam gilt. Obwohl die Bundeswehr Teil der Exekutive ist, hat der Bundestag bedeutende Kontrollrechte, und die Bundeswehr gilt als „Parlamentsarmee“. Das Parlament verfügt über Kontrollinstrumente mit gegenüber der Bundeswehr erheblich weiter gehenden Rechten, als es sie für andere Bereiche der Exekutive wie etwa der Bundespolizei, der Finanzverwaltung oder den Botschaften gibt. Es handelt sich dabei um die besonderen Rechte des Verteidigungsausschusses als Untersuchungsausschuss, um den Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages und um die Sonderregelungen im Haushaltsrecht.

Der Verteidigungsausschuss

Während der Bundestag in allen anderen Angelegenheiten einen Untersuchungsausschuss einsetzen kann ( GG), kann sich der Verteidigungsausschuss selber zum Untersuchungsausschuss erklären ( GG). Das erlaubt es den Abgeordneten, jede bundeswehrinterne Sache, der der Ausschuss politische Bedeutung beimisst, mit allen Mitteln eines Untersuchungsausschusses, das heißt ähnlich einer staatsanwaltlichen Ermittlung, zu überprüfen, ohne dass das Bundestagsplenum eingeschaltet werden muss. Dadurch können die zuständigen Parlamentarier die Bundeswehr leichter überwachen, ohne dass die gegebenenfalls notwendige Geheimhaltung verloren geht.

Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages

GG bestimmt, dass zum Schutze der Grundrechte und als Hilfsorgan des Bundestages bei der Ausübung der parlamentarischen Kontrolle ein Wehrbeauftragter des Bundestages berufen wird. Der Wehrbeauftragte ist also ein Organ des Bundestages, nicht der Bundeswehr oder der Bundesregierung. Er untersucht mögliche Verletzungen der Grundrechte der Soldaten und Verstöße gegen die Grundsätze der Inneren Führung und berichtet dem Bundestag. Außerdem ist er Petitionsinstanz für alle Soldaten, die sich ohne Einhaltung des Dienstweges unmittelbar an ihn wenden dürfen. [http://www.bundestag.de/parlament/wehrbeauftragter/index.html Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages]

Sonderregelungen im Haushaltsrecht

Abs. 1 GG bestimmt: “Der Bund stellt Streitkräfte zur Verteidigung auf. Ihre zahlenmäßige Stärke und die Grundzüge ihrer Organisation müssen sich aus dem Haushaltsplan ergeben.” Das bedeutet, dass die Stärke und Organisation der Streitkräfte jedes Jahr von neuem durch den Bundestag im Haushaltsgesetz festgelegt werden. Eine ähnliche Regelung gibt es für keinen anderen Bereich der Exekutive. Sie verhindert, dass der Verteidigungsminister die Streitkräfte vergrößert oder sie zu nicht vom Parlament gebilligten Zwecken umorganisiert.

Auftrag

Die Bundeswehr hat gemäß Abs. 1 Satz 1 GG den Auftrag, Deutschland und seine Verbündeten zu verteidigen („Der Bund stellt Streitkräfte zur Verteidigung auf.“). Deutschland und seine Staatsbürger gegen politische Erpressung und äußere Gefahr zu schützen, bei Katastrophen zu helfen, aus Notlagen zu retten und bei humanitären Aktionen zu unterstützen, die militärische Stabilität und die Integration Europas zu fördern sowie dem Weltfrieden und der internationalen Sicherheit im Einklang mit der Charta der Vereinten Nationen zu dienen sind grundgesetzlich Nebenaufgaben, wenn sie auch in den letzten Jahren die Haupttätigkeit der Bundeswehr bilden. Die Verteidigung der Bundesrepublik erfolgt dabei „nicht mehr nur in Hindelang, sondern auch am Hindukusch (Zitat Bundesverteidigungsminister [http://de.wikiquote.org/wiki/Peter_Struck Peter Struck], 2003).

Bündnisfall

Mit dem Bündnisfall regelt der NATO-Vertrag im Artikel 5 in Verbindung mit Abs. 3 GG eine weitere Einsatzmöglichkeit der Bundeswehr. Die Bundeswehr kann auch eingesetzt werden, wenn ein NATO-Bündnispartner angegriffen wird. Der Bündnisfall wurde seit seiner Festlegung erstmals nach dem 11. September 2001 erklärt.

Die Bundeswehr im Auslandseinsatz

Zunehmend wird die Bundeswehr auch zu friedenserhaltenden und -sichernden Maßnahmen außerhalb der Bundesrepublik Deutschland eingesetzt. Bereits unmittelbar nach der Wiedervereinigung begann eine heftige Debatte über den Einsatz der Bundeswehr außerhalb des NATO-Vertragsgebiets (out-of-area-Debatte). Die ersten derartigen Einsätze waren 1991 eine Minenräumaktion der Marine nach dem 2. Golfkrieg im Persischen Golf und 1993 die Entsendung eines Feldlazaretts nach Phnom Penh im Rahmen einer UN-Mission. Es folgten Einsätze in der Adria (SHARP GUARD 19921996), in Somalia und auf dem Balkan im Rahmen der Einsätze IFOR und SFOR. Die verfassungsrechtliche Zulässigkeit der Einsätze nach Massgabe des Abs. 2 GG hat das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 12. Juli 1994 geklärt. Darüber hinaus enthält dieses Urteil die Grundlegung für den Parlamentsvorbehalt für den Einsatz bewaffneter deutscher Streitkräfte im Ausland. Im Schrifttum ist umstritten, ob dieser Vorbehalt durch das Urteil nur explizit klargestellt oder in extensiver Auslegung der Verfassung erst durch das Gericht "eingeführt" wurde. 1999 hat die Bundeswehr mit der Luftwaffe im Rahmen der NATO-Operation ALLIED FORCE mit etwa 500 Einsätzen zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland an einem verfassungsmäßig und völkerrechtlich umstrittenen Krieg – dem Krieg gegen Jugoslawien – teilgenommen. Die völkerrechtliche Grundlage für den Einsatz war in der Fachdiskussion stark umstritten. Überwiegend wurde die Intervention von den verantwortenden Politikern als "humanitäre Intervention" bezeichnet und in der Hinsicht als gerechtfertigt angesehen. Die Legitimation der Beteiligung stützte sich besonders auf geheimdienstliche Informationen, die bei Kriegseintritt als fragwürdig galten. Die Teilnahme deutscher Streitkräfte an der Operation konnte bei Annahme des Rechtfertigungskonstruktes als verfassungsrechtlich zulässig angesehen werden: Es lag kein Angriffskrieg im Sinne des GG vor und die Teilnahme erfolgte im Rahmen eines Systems gegenseitiger und kollektiver Sicherheit, wie Abs. 2 GG es verlangt. Wird die Begründung der "humanitären Intervention" nicht geteilt, stellte die NATO-Intervention völkerrechtlich einen Angriffskrieg dar, wodurch die Beteiligung der BRD verfassungsrechtlich unzulässig war. Es schloss sich diesem Einsatz eine Beteiligung an der KFOR-Mission zum Schutz der Bevölkerung und der im Land tätigen Hilfsorganisationen an. Der Einsatz der internationalen Sicherheitspräsenz KFOR fußte von Anfang an auf einer Resolution des Sicherheitsrates ( 1244 (1999)). Seit 2001 ist die Bundeswehr auch im Rahmen der Antiterrorkoalition eingesetzt. Ein Marinekontingent überwacht, abgestützt auf Dschibuti, das Seegebiet am Horn von Afrika; außerdem ist die Marine an entsprechenden NATO-Operationen im Mittelmeer beteiligt. Ein Heereskontingent ist in Afghanistan im Rahmen von ISAF aktiv und schützt seit November 2003 im Rahmen der Bildung eines regionalen Aufbauteams den Handel der Stadt Kunduz und Demilitarisierungsprogramme wie DDR (Disarmament, Demobilization and Restauration). Auch die übrigen Teile der Bundeswehr sind an diesen Operationen unterstützend beteiligt. Im Irak sind derzeit keine Soldaten der Bundeswehr eingesetzt, bilden jedoch in Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten Polizei- und Milizkräfte der neuen irakischen Sicherheitskräfte aus.

Überblick über Auslandseinsätze der Bundeswehr


- seit 1960 an mehr als 130 humanitären Hilfsaktionen beteiligt. Darunter Hilfeleistungen von Luftwaffe und Sanitätsdienst für die durch ein Erdbeben im Februar 1960 zerstörte Stadt Agadir in Marokko.
- Januar 1965 - Erstmals Beteiligung an einer großen internationalen Hilfsaktion in Algerien. Hierzu bilden zwei Lufttransportgeschwader mit 12 Flugzeugen vom Typ "Noratlas" eine Luftbrücke.
- August 1976 - Katastrophenhilfe im norditalienischen Erdbebengebiet Friaul.
- November 1984 - Flugzeuge vom Typ "Transall" der Luftwaffe fliegen Versorgungsgüter in die Hungergebiete in Äthiopien.
- 6. Januar 1991 - Verlegung von 18 Kampfflugzeugen des Typs "Alpha-Jet" auf den Fliegerhorst Erhac in der Türkei. Insgesamt 212 Soldaten der Luftwaffe sollen einen Beitrag zum Schutz der Türkei vor Angriffen aus dem Irak leisten.
- ab März 1991 im Rahmen der US-geführten "Operation Südflanke" Entsendung von Minensuchbooten ins Mittelmeer und später zum Minenräumen in den Persischen Golf (ca. 350 Deutsche, 7 Schiffe).
- April 1991 - Im Rahmen der "Operation Kurdenhilfe" versorgen Transporthubschrauber vom Typ CH-53 kurdische Flüchtlinge in Anatolien.
- November 1991 - Sechs, später 18 deutsche Sanitätssoldaten werden zur medizinischen Betreuung von UN-Angehörigen nach Kambodscha entsandt.
- 1992-1996 SHARP GUARD, Embargo gegen das ehemalige Jugoslawien in der Adria durch Marineverbände, stets zwei deutsche Fregatten oder Zerstörer, außerdem Flugzeuge.
- April 1992 - Entsendung von 140 weiteren Soldaten, darunter 30 Ärzte, zur medizinischen Betreuung von UN-Angehörigen in Kambodscha.
- 1993 unter UN-Kommando: Entsendung eines Militärlazaretts zur Unterstützung der Vereinten Nationen in Kambodscha.
- 1993-1994 unter UN-Kommando: Teilnahme an UNOSOM, einer Stabilisierungsmission der UN in Somalia (ca. 1.700 Heeressoldaten u.a. stationiert in Belet Huen, später außerdem vier Schiffe der Marine für die Rückführung aus Mogadischu). In Mombasa in Kenia wurden zwei Transportflugzeuge stationiert.
- 1995-1996 (UNPF) innerhalb Kroatiens mit ersten Maßnahmen nach Bosnien Herzegovina, abgelöst durch IFOR
- 1995-1996 unter NATO-Kommando: IFOR (Implementation Forces in Bosnia and Herzegovina), abgelöst durch SFOR
- 1996-2004 unter NATO-Kommando: SFOR (Stabilisation Force in Bosnia and Herzegovina), 1.700 Deutsche, abgelöst durch EUFOR
- 1999 unter NATO-Kommando: Teilnahme an Luftangriffen im Krieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien (Kosovo-Krieg, Belgrad)
- 1999 unter NATO-Kommando: KFOR (Kosovo Force), bis 4.700 Deutsche
- 2001 Operation „Essential Harvest“ in Mazedonien, Entwaffnung von albanischen Extremisten, 600 Deutsche
- seit 2001 Operation ACTIVE ENDEAVOUR im Mittelmeer zum Schutz des Seeverkehrs gegen terroristische Bedrohungen, deutsche Fregatten und Schnellboote
- Seit Januar 2002 unter US-Kommando: Operation Enduring Freedom als Teil des Kampfes gegen den Terrorismus mit bis zu 4.900 deutschen Soldaten
- seit 2003 unter NATO-Kommando: ISAF-Einsatz in Afghanistan zur Friedenssicherung
- seit Dezember 2004 unter EU-Kommando: EUFOR (European Union Force in Bosnia and Herzegovina) etwa 1100 Deutsche
- Dezember 2004 AMIS (African Union Mission in Sudan) - Bereitstellung von Lufttransportkapazitäten für die Verlegung von Friedenstruppen der Afrikanischen Union in die sudanesische Krisenregion Darfur.
- seit Januar 2005 Humanitäre Hilfe in Indonesien - Einsatz von Sanitätskräften, MEDEVAC-Flugzeugen und dem Einsatzgruppenversorger "Berlin" nach der Flutwelle im indischen Ozean (ca. 385 Soldaten).
- seit April 2005 UNMIS (United Nations Mission in Sudan) - Entsendung von bis zu 75 unbewaffneten Militärbeobachtern in den Süden und Osten des Sudans zur Überwachung des Friedensabkommens. Karte der momentanen Bundeswehr-Außeneinsätze

Organisation der Bundeswehr

Karte der momentanen Bundeswehr-Außeneinsätze

Allgemeines

Das Hoheitszeichen der Bundeswehr und ihrer Teilstreitkräfte ist das Eiserne Kreuz.
- Dienstgrade in der Bundeswehr
- Wachdienst in der Bundeswehr
- Ehrenzeichen der Bundeswehr .

Teilstreitkräfte (TSK)


- Heer (Landstreitkräfte)
- Luftwaffe (Luftstreitkräfte)
- Deutsche Marine (vor 1990: Bundesmarine) (Seestreitkräfte)

Militärische Organisationsbereiche (TSK-übergreifend)


- Streitkräftebasis
- Zentraler Sanitätsdienst

Wehrverwaltung

Die Verwaltung der Bundeswehr ist eine bundeseigene und bundesunmittelbare Verwaltung mit eigenem Verwaltungsunterbau und übernimmt gem. Art. 87b des Grundgesetzes die Bundeswehrverwaltung, die sich in den Rüstungsbereich und die Territoriale Wehrverwaltung untergliedert (Organisationsbereiche). Die Bundeswehrverwaltung ist damit beauftragt den materiellen und personellen Bedarf der Streitkräfte zu decken. Insbesondere sind der Territorialen Wehrverwaltung Aufgaben des Wehrersatzwesens übertragen.

Ämter und Dienststellen der Bundeswehr

(Auswahl)
- Akademie der Bundeswehr für Information und Kommunikation [http://www.aik-bundeswehr.de]
- Bundesamt für Wehrverwaltung
- Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung
- Bundesamt für Informationsmanagement und Informationstechnik der Bundeswehr
- Bundessprachenamt
- Bundeswehrverwaltungsschule
- Bundesakademie für Wehrverwaltung und Wehrtechnik
- Führungsakademie der Bundeswehr [http://www.fueakbw.de]
- Einsatzführungskommando
- Heeresführungskommando
- Heeresamt
- Luftwaffenführungskommando
- Luftwaffenamt
- Flottenkommando
- Marineamt
- Streitkräfteunterstützungskommando
- Streitkräfteamt
- Sanitätsführungskommando
- Sanitätsamt
- Katholisches Militärbischofsamt [http://www.kmba.de//]
- Evangelisches Kirchenamt für die Bundeswehr [http://www.ekd.de]
- Universität der Bundeswehr
- Zentrum für Informationstechnik der Bundeswehr
- Zentrum für Nachrichtenwesen der Bundeswehr
- Zentrum für Nachwuchsgewinnung
- Zentrum für Transformation der Bundeswehr
- Zentrum Innere Führung
- Zentrum Operative Information

Fuhrpark

Zentrum Operative Information Der Fuhrpark ist zwar nicht homogen, jedoch relativ einheitlich gestaltet, sofern es sich nicht um Sonderfahrzeuge handelt, beispielsweise Bergungskräne. Auch Fahrräder, Motorräder und Anhänger zählen zum Fuhrpark, auch wenn diese nur in geringer Zahl vorhanden sind. Wesentliche Elemente sind jedoch Panzerfahrzeuge, geländegängige Fahrzeuge und Transportfahrzeuge aller Art. Weitgehend mit den zivilen Fahrzeugen vergleichbare Fahrzeugmodelle des Alltagsbedarfs für Truppe und Verwaltung werden mittlerweile durch die Bw FuhrparkService GmbH verwaltet. Die Bundeswehr unterhält noch an einer ganzen Reihe von Standorten KFZ-Werkstätten, in denen zum Teil auch ausgebildet wird. Die Fahrzeuge sind bis auf wenige Ausnahmen mit Diesel-Motoren ausgerüstet. Für die eingesetzten Modelle wird vom jeweiligen Hersteller eine mehrere Jahrzehnte lange Ersatzteil-Garantie eingefordert. Ebenso ist die in Deutschland ansässige KFZ-Industrie verpflichtet, in Friedenszeiten eine gewisse Prozentzahl an KFZ vorzuhalten, die in einem Spannungs- oder Verteidigungsfall abgefordert werden können. Für Informationen über Fahrzeug-Kennzeichen der Bundeswehr siehe Kfz-Kennzeichen (Deutschland).

Liegenschaften

Die Bundeswehr verfügt über zahlreiche Grundstücke und Gebäude. Im Zuge der wiederholten Standortschließungen der Neuzeit wurden jedoch zahlreiche Liegenschaften für eine andere, meist zivile Nutzung frei gemacht (Konversion) oder schlicht still gelegt.

Ausrüstung

Uniform

Für die Soldaten der Bundeswehr gibt es eine große Zahl unterschiedlicher Uniformen. Neben den Ausgehuniformen der Teilstreitkräfte gibt es verschiedenartige Arbeits- und Gefechtsanzüge und Sonderbekleidung für bestimmte klimatische Verhältnisse wie zum Beispiel Kälteschutzbekleidung. Siehe dazu den Fachartikel Uniform (Bundeswehr). Die Bestimmungen für die Uniformen der Bundeswehr sind ausführlich in der ZDv 37/10 "Anzugordnung für die Soldaten der Bundeswehr" festgelegt.

Waffen

ZDv Während der Grundausbildung werden die meisten Rekruten sowohl an Feuerwaffen als auch an Waffen mit Sprengwirkung ausgebildet. Die Standardwaffe der Bundeswehr ist das Sturmgewehr Gewehr 36 (G36), welches das alte Gewehr 3 (G3) weitestgehend abgelöst hat. Dazu kommt die Pistole 8 (P8), der Nachfolger der Pistole 1. Fahrzeugbesatzungen sind teilweise mit der Maschinenpistole 2 (MP2) ausgerüstet, die durch die Maschinenpistole 7 (auch: PDW) ersetzt werden soll. Die Bundeswehr verfügt auch über ein Standard-Maschinengewehr, das Maschinengewehr 3 (MG3), dessen Nachfolger das MG4 sein wird. Als Fahrzeugbewaffnung bleibt allerdings das MG3 erhalten. Waffen mit Sprengwirkung sind beispielsweise die Handgranate DM51, DM41 oder die Handflammpatrone, sowie die Granatpistole 40mm oder Panzerabwehrwaffen wie die Panzerfaust 3 oder die leichte Panzerfaust. Außerdem verfügt die Bundeswehr über die Leuchtbüchse, welche die Leuchtpatrone 84mm verschießt, um das Gefechtsfeld zu beleuchten. Explosive Granaten können mit der Leuchtbüchse nicht verschossen werden. Zusätzlich benutzen die Scharfschützen der Bundeswehr das Gewehr G22 der britischen Firma Accuracy International und eine modifizierte Variante des G3, das G3A3 ZF.

Siehe auch


- Bundeswehrfeuerwehr
- Darmstädter Signal
- Deutsche Marine (Geschichte)
- Dienstgrade in der Bundeswehr
- Ehrenmedaille der Bundeswehr
- Gelöbnis
- Handwaffen der Bundeswehr
- Kriegsdienstverweigerer
- Liste von Kriegsschiffen (Deutschland seit 1945)
- Luftfahrzeuge der Bundeswehr
- Militärbasen im Ausland
- Militärrituale
- Panzermodelle nach 1945
- Portal:Militär
- Soldatensprache
- Wehrrecht
- Wehrersatzdienst

Literatur


- Detlef Bald: Die Bundeswehr. Eine kritische Geschichte 1955-2005 (2005), C.H. Beck Verlag, ISBN 3-406-52792-2
- Heinz Karst: Die Bundeswehr in der Krise (1997) ISBN 3-8004-1350-7
- Paul Klein u. Dieter Walz (Hrsg.): Die Bundeswehr an der Schwelle zum 21. Jahrhundert (2000) ISBN 3-7890-7013-0
- Der Reibert - Das Handbuch für den deutschen Soldaten ISBN 3-8132-0755-2
- Heinz Karst/Karlhelmut Schnell/Hansdieter Seidel: Taschenbuch für Wehrausbildung Walhalla und Praetoria Verlag, Regensburg und München, 1966 ff.

Weblinks


- [http://www.bundeswehr.de Homepage der Bundeswehr]
- [http://www.bmvg.de Homepage des Verteidigungsministeriums]
- [http://www.bundeswehr-karriere.de Karriere-Portal der Bundeswehr]
- [http://www.deutschesheer.de Homepage des Heeres]
- [http://www.luftwaffe.de Homepage der Luftwaffe]
- [http://www.marine.de Homepage der Marine]
- [http://www.streitkraeftebasis.de Homepage der Streitkräftebasis]
- [http://www.sanitaetsdienst-bundeswehr.de Homepage des Zentralen Sanitätsdienstes]
- [http://www.reservistenverband.de Verband der Reservisten der Bundeswehr]
- [http://www.janmaat.de/m_geschichte1.htm Chronik der Gründung der Bundeswehr]
- [http://edition.cnn.com/SPECIALS/2004/oef.casualties/ Gefallene deutsche Soldaten während der Operation Enduring Freedom] Kategorie:Militär (Deutschland) Bundeswehr

Kalter Krieg

Der Ausdruck "Kalter Krieg" bezeichnet den welthistorischen Gegensatz, den die beiden Supermächte USA und Sowjetunion zwischen 1945 und 1990 mit allen verfügbaren Mitteln, aber unterhalb der Schwelle eines offenen Krieges anführten und austrugen.

Überblick

1990 1990 Der Ost-West-Konflikt führte zur Bildung von zwei feindlichen Machtblöcken und dazugehörigen Militärbündnissen der NATO und des Warschauer Paktes, die sich hochgerüstet gegenüberstanden und eine bipolare Welt dominierten. Die Entwicklung dorthin begann schon mit der Entstehung der Sowjetunion 1917, verfestigte sich aber erst seit dem Zerfall der Anti-Hitler-Koalition ab 1944 und der darauf folgenden Teilung Europas zu jenem Beinahe-Kriegszustand, der die Politik beider Seiten bis zum Zerfall der Sowjetunion 1991 maßgeblich bestimmte. 1947 prägte der US-amerikanische Journalist Walter Lippmann dafür den englischen Begriff cold war. Der Kalte Krieg war Ausdruck eines fundamentalen Systemgegensatzes: Zu den machtpolitischen Interessensphären, die auch sonst internationale Beziehungen bestimmen, traten konträre Ideologien. Aus westlicher Sicht standen dabei stets "Freiheit und Demokratie" gegen "totalitäre Diktatur" sowie "Marktwirtschaft" gegen "Planwirtschaft". Aus östlicher Sicht stand gegen das "Wolfsgesetz der Ausbeutung" im "Kapitalismus" die von der Staatspartei realisierte "allseitige Entfaltung" des "neuen Menschen" im "Kommunismus", der sich der Zukunft gewiss wähnte. Die Supermächte vermieden zwar den "heißen" Krieg mit direkten Militäraktionen gegeneinander, trieben aber ein beispielloses Wettrüsten vor allem auf dem Gebiet der Atomwaffen voran. Die Drohung des Atomkriegs, den beide Seiten einkalkulierten, beschwor erstmals in der Menschheitsgeschichte die Gefahr der Selbstauslöschung herauf. Der Interessenkonflikt drohte mehrmals militärisch zu eskalieren: in der Berlin-Blockade 1948, aus Anlass des Mauerbaus 1961 und besonders in der Kuba-Krise 1962. Dort konnte der direkte Krieg zwischen den Supermächten, der zum Einsatz von Atomwaffen geführt hätte, nur äußerst knapp vermieden werden. Seitdem wurde der Konflikt auf bilateraler Ebene zwar durch Krisendialog und Rüstungskontrollverträge reguliert, erzeugte aber weiterhin viele Stellvertreterkriege: etwa den Vietnamkrieg, Kriege in Kambodscha, Angola, Afghanistan sowie bewaffnete Konflikte in Afrika, Mittel- und Südamerika. Der Wettkampf der Systeme verlief auch auf technologischem, kulturellem und sportlichem Gebiet. So wurden das US-amerikanische wie das sowjetische Weltraumprogramm maßgeblich vorangetrieben, um dem Gegner die eigene wissenschaftlich-technische Überlegenheit zu demonstrieren. Dadurch entstanden viele Technologien, die heute zivil genutzt werden, so auch das Internet. Der Kalte Krieg spaltete Europa und Deutschland durch den sogenannten "Eisernen Vorhang". Er spiegelte sich auch in der Rivalität der zwei miteinander konkurrierenden deutschen Staaten. In Westdeutschland wurde die DDR während ihres gesamten Bestehens nicht als eigenständiger Staat anerkannt. Das Grundgesetz hielt in der Präambel „... Das gesamte Deutsche Volk bleibt aufgefordert, in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit Deutschlands zu vollenden“ bis zur tatsächlichen Wiedervereinigung 1990 am Wiedervereinigungsgebot fest. Bis 1969 erhob die Bundesrepublik Deutschland sogar einen außenpolitischen Alleinvertretungsanspruch auf Gesamtdeutschland (Hallstein-Doktrin). Die Springerpresse, besonders die Bild-Zeitung, druckte die Abkürzung "DDR" daher stets in Anführungszeichen. Die DDR-Regierung hingegen bezeichnete Ostberlin entgegen dem Viermächte-Status von ganz Berlin stets als "Hauptstadt der DDR", um als eigener Staat anerkannt zu werden. Obwohl die Bundesrepublik dieses offiziell vermied - etwa mit einer "Ständigen Vertretung" statt einer Botschaft - behandelte sie die DDR seit den Ostverträgen der Regierung Willy Brandt de facto als selbstständigen Staat. Dem folgte auch die konservative Regierung Helmut Kohls. Wann der Kalte Krieg endete, ist unter Historikern umstritten. Politische Entspannungsbemühungen begannen schon bald nach Stalins Tod 1953, erfuhren aber immer neue Rückschläge. US-Präsident John F. Kennedy proklamierte 1961 nach seinem Wahlsieg das Ende des Konflikts, worauf aber mit der Kuba-Krise ein weiterer Höhepunkt folgte. Auch während der anschließend ausgerufenen "friedlichen Koexistenz" setzten beide Supermächte das Wettrüsten und Stellvertreterkriege unvermindert fort. Erst mit dem Führungswechsel im Kreml zu Michail Gorbatschow eröffneten sich ernsthafte Chancen zu militärischer Abrüstung und politischer Annäherung der Blöcke. Diese zog ab 1989 die Selbstbestimmung der Völker Osteuropas, den Zerfall des Ostblocks und 1991 die Auflösung der Sowjetunion nach sich. Damit endete zumindest vorläufig die bipolare Weltaufteilung.

Die Vorgeschichte (1917–1944)

1917 ergriffen in Russland die Bolschewisten unter Führung Lenins die Macht. Die USA und andere westliche Mächte sandten Interventionstruppen, um diese Oktoberrevolution im Keim zu ersticken. Zwar misslang dies, aber der Versuch markiert den Beginn der latenten Phase des Kalten Krieges. Erst 1933 erkannten die USA den neuen Staat UdSSR an. Im Zweiten Weltkrieg kämpften beide dann als Alliierte gegen Nazi-Deutschland. Die Beziehung des damaligen US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt zum sowjetischen Diktator Stalin war wegen des gemeinsamen Interesses am Sieg über Adolf Hitler relativ freundschaftlich; die Sowjetunion wurde z.B. auch mit Kriegsmaterial beliefert.

Von Jalta bis zur Teilung Deutschlands (1944–1949)

1944 zeigte die Anti-Hitler-Koalition erste Risse: Roosevelt lehnte auf der Konferenz von Jalta konkrete Garantien und Vereinbarungen mit der SU für die Nachkriegszeit ab, obwohl diese die Hauptlast des Krieges, nämlich den verlustreichen Vormarsch der Roten Armee am Boden trug und zudem durch Hitlers Überfall auf ihr Gebiet und die deutschen Vernichtungs- und Arbeitslager für ihre Soldaten die weitaus größten Kriegszerstörungen erlitten hatte. Stalin versuchte die Konferenzergebnisse als Freibrief zur Durchsetzung sowjetischer Sicherheitsinteressen ohne Rücksprache mit den Westalliierten zu benutzen: Er etablierte zum Teil gewaltsam in Mittel- und Osteuropa kommunistische Regierungen. 1945 nach Roosevelts Tod (12. April) zerbrach die Anti-Hitler-Koalition: Sein Nachfolger Harry S. Truman schwenkte auf einen strikt antisowjetischen und antikommunistischen Kurs um. Als er auf der Konferenz von Potsdam vom ersten erfolgreichen Test einer Atombombe erfuhr (16. Juli 1945), stellte er Stalin Bedingungen für seine - von Roosevelt noch gewünschte - Kriegserklärung an Japan (8. August) und gab den Befehl für den Einsatz der ersten Atombomben. Diese wurden am 6. August auf Hiroshima, am 9. August auf Nagasaki abgeworfen. Sie sollten die bedingungslose Kapitulation Japans beschleunigen, auch um dem weiterem Vorrücken Stalins in Ostasien zuvorzukommen. Zugleich wurde die Wirkungsweise zweier unterschiedlicher Bombentypen am "lebenden Objekt" ausprobiert. Die Abwürfe waren u.a. nach Ansicht des US-Historikers David Horowitz eine gezielte Machtdemonstration an die SU für die Nachkriegszeit. Seit der Nachkriegskonferenz in London stützten sich die USA dann auch politisch gegenüber der SU auf ihre Wirtschaftsüberlegenheit und ihr Atomwaffenmonopol, das bis 1949 bestand. Sie wollten auf dieser Basis ein vereintes Europa mit privatwirtschaftlichen und parlamentarischen Strukturen und eine Weltordnung unter ihrer Führung schaffen. Die SU wiederum wollte ihre vorgelagerte Sicherheitssphäre in Osteuropa nicht aufweichen. Die USA erkannten dieses Interesse und die dazu getroffenen sowjetischen Maßnahmen nicht an. Auch die Nachkriegsordnung Deutschlands war umstritten. Dies und die der SU versprochenen Reparationen wurden vertagt. Damit war der weitere Konflikt vorprogrammiert. Das gegenseitige Misstrauen wuchs: Die USA schätzten die SU als aggressiv-expansionistisch ein und wollten ihre Ausdehnung nach außen hin eindämmen (Containment-Politik: Irankrise 1946, Türkeikrise). Wie Geheimdokumente des Pentagon von 1950 zeigen, ging es schon früh auch darum, Osteuropa unter westlichen Einfluss zu bringen (roll back) und die SU durch Aufrüstung zu destabilisieren. Ab 1946 nahmen die USA ein geteiltes Deutschland in Kauf. Die SU bevorzugte ein vereintes, neutrales Deutschland mit Mitspracherecht aller Sieger. Sie versuchte, zunächst die eigene Wirtschaft und Innenpolitik zu konsolidieren; Expansion konnte sie sich daher nicht leisten. 1947 verpflichtete die Truman-Doktrin die USA, alle freien Völker zu unterstützen, die sich der Unterwerfung durch bewaffnete Minderheiten oder durch Druck von außen widersetzen. Anlass dafür war die Situation in Griechenland und der Türkei, die keine kommunistischen Regimes erhalten sollten. Um Unterstützung im US-Kongress und der eigenen Bevölkerung zu erhalten, stilisierte Truman die SU nun zum Feindbild der "freien Welt". Die geistige Vorlage für seine Doktrin war das long telegram des amerikanischen Diplomaten George F. Kennan. Darin schloss Kennan jeden modus vivendi (Weise des Miteinanders, politisches Arrangement) mit der SU aus. Der Marshall-Plan bot allen europäischen Staaten, auch der SU, Unterstützung zum Wiederaufbau. Die Verhandlungen dazu in Paris brach die SU ab, da die USA politische Zugeständnisse verlangten. Dadurch erhielten auch die Länder des Ostblocks keine westliche Wirtschaftshilfe und schlossen sich daraufhin ihrerseits wirtschaftlich enger zusammen. 1947/48 führten die Westalliierten eine Währungsreform in den drei Westzonen Deutschlands und Berlins durch. Die SU betrachtete dies als Bruch der Potsdamer Beschlüsse, wonach Deutschland als politische und wirtschaftliche Einheit zu wahren war, und antwortete mit der Blockade Berlins. Diese verstärkte die westliche Furcht vor einer sowjetischen Expansion in Europa. Der Westen reagierte mit der Luftbrücke. 1949 wurden die drei Westzonen zur Bundesrepublik Deutschland vereint. Mit der Gründung der NATO begann deren auch militärische Westintegration. Die SU antwortete mit der Gründung der DDR. Damit waren Deutschlands und Europas Teilung vollends institutionalisiert und die bipolare Weltordnung zementiert. Die SU zündete ihre erste Atombombe; doch erst ihr Nachziehen auch bei den Wasserstoffbomben und neuen Flugzeugen mit interkontinentaler Reichweite etablierte 1954 das so genannte "Gleichgewicht des Schreckens". Dessen Erhaltung bestimmte fortan ihre Beziehungen zu den USA und trieb den Rüstungswettlauf im ganzen Kalten Krieg zusätzlich voran. China wurde im selben Jahr kommunistisch. Daraufhin verschärften die USA ihre Eindämmungspolitik: Sie erkannten die chinesische Regierung nicht an und verweigerten China die UNO-Mitgliedschaft. Sie engagierten sich nun verstärkt in Japan, um es zu einem antikommunistischen Gegenpol aufzubauen. Ihre auch für die NATO verbindliche Militärstrategie basierte bis 1954 auf der Drohung mit "massiver Vergeltung" (massive retaliance) "an Orten und mit Mitteln eigener Wahl" für jeden nicht näher definierten kommunistischen Expansionsversuch. Damit verfolgten die USA nun offen eine Politik des roll back, d.h. ein Zurückdrängen des Staatskommunismus in Ost-, Ostmitteleuropa und Asien.

Vom Koreakrieg bis zur Kubakrise (1950–1962)

Japan-UN-Einheiten überqueren 1950 den 38. Breitengrad]] 1950 war der vorläufige Höhepunkt des Kalten Krieges: Er eskalierte in Südostasien zum Koreakrieg. Dieser war ein Stellvertreterkrieg vor allem zwischen den USA, die Südkorea unterstützten, und China, das Nordkorea unterstützte. Korea war nach der Kapitulation Japans bis 1949 von der UdSSR im Norden und den USA im Süden besetzt worden, die das Land am 38. Breitengrad entlang teilten. 1949 zogen beide Supermächte ab. Daraufhin wollte der Kommunist Kim Il-sung in Nordkorea den Diktator Syngman Rhee in Südkorea verdrängen und Korea unter seiner Führung vereinigen. Die USA intervenierten mit eigenen Truppen. Nur das Eingreifen chinesischer "Freiwilliger" bewahrte Nordkorea vor der amerikanischen Besetzung. Weil die UdSSR den UN-Sicherheitsrat vorübergehend boykottierte, segnete dieser die US-Intervention nachträglich ab. Fortan blieb Korea geteilt. 1952 bot Stalin den drei Westmächten in den Deutschland-Noten die Wiedervereinigung Deutschlands an. Es sollte ein neutraler, aber zur Selbstverteidigung fähiger Staat in den von der Potsdamer Konferenz festgelegten Grenzen werden. Damit wollte Stalin die voraussehbare NATO-Mitgliedschaft Westdeutschlands abwenden und Russland klare Vorteile verschaffen:
- Es wäre für den Fall militärischer Konflikte eine Art "Pufferzone" zwischen Ost und West entstanden.
- Der Westen hätte mit den drei Westzonen einen größeren Einflussbereich aufgeben müssen als der Osten mit der Sowjetischen Besatzungszone.
- Deutschland wäre eventuell ungeschützt gewesen, da es als neutrales entmilitarisiertes Land keinem Militärbündnis angehört hätte. Eine andere damalige Ansicht, vertreten etwa von Gustav Heinemann, sah die Neutralität zwischen den Machtblöcken gerade als größeren Schutz und langfristig tragfähigere Perspektive an, weil damit mitten in Europa ein großer weitgehend abgerüsteter Flächenstaat entstanden wäre, der keinem Militärbündnis angehört hätte und daher auch größere politische Handlungsfreiheit gegenüber beiden Supermächten gehabt hätte. Dies hätte auf die Nachbarstaaten ausstrahlen und ein erster Schritt in Richtung Entspannung zwischen den Blöcken sein können. Den Westmächten und der konservativen westdeutschen Regierung erschienen diese Vorschläge jedoch nachteilig. Deshalb teilte man Stalin nach einer Rücksprache mit Adenauer mit, dass man erst auf dieses Angebot eingehen werde, wenn er freie Wahlen garantieren würde und Deutschland die Wahl eines Bündnisses überließe. Stalin gab unerwartet nach und gestattete freie Wahlen, jedoch unter Aufsicht der vier Siegermächte. Die Westalliierten antworteten mit dem Verweis auf 1948, als eine Viermächteverwaltung in Deutschland gescheitert war. Damit war der Vorschlag abgelehnt und eine Chance zur deutschen Wiedervereinigung, die nicht von einem vorherigen Systemwandel im Ostblock abhing, zunächst für lange Zeit aufgegeben. 1955 wurde ein ähnliches Angebot für Österreich jedoch angenommen. Damit war die Nord-Süd-Verbindung der NATO in Europa unterbrochen, unter anderem auch durch die neutrale Schweiz. Außerdem begann 1952 die Wiederbewaffnung der BRD mit dem Amt Blank. Amt Blank Seite für den Beginn des kalten Krieges stand, starb am 5. März 1953]] Amt Blank Amt Blank führte die Welt 1962 an den Rand eines 3. Weltkriegs]] 1953, am 5. März, starb Stalin. Damit boten sich Chancen zur "Entstalinisierung" der UdSSR. Doch deren Verhandlungsbereitschaft endete mit dem Aufstand in der DDR am 17. Juni 1953. Dennoch versuchte Chruschtschow angesichts der atomaren Pattsituation und massiver innenpolitischer Probleme einen Entspannungskurs und leitete die Politik der "friedlichen Koexistenz" ein. In den USA nahm der Antikommunismus in den 50er Jahren auch innenpolitisch enorm zu. 1950 wurde das Komitee für unamerikanische Aktivitäten eingerichtet, sein Leiter, der Senator McCarthy führte bis 1954 den Ausschuss zur Untersuchung "antiamerikanischer Umtriebe". Er suchte systematisch nicht nur Kommunisten, sondern alle möglichen liberalen Intellektuellen als vermutete Spione und Systemgegner ausfindig zu machen, um sie zu verhören, einzuschüchtern, zu verurteilen und ihrer Ämter zu berauben ("McCarthyism"). Er wurde schließlich abgelöst und gerügt. 1955 wurde der Warschauer Pakt gebildet, die Gegenorganisation der Sowjetunion zur NATO. In den Pariser Verträgen wurde die Bundesrepublik in die NATO aufgenommen, wo sie jedoch nur begrenzte militärische Mitspracherechte erhielt. Damit war die Bundeswehr in ein atomar bewaffnetes Bündnis integriert, dessen Führungsmacht seit 1954 die Abschreckungsdoktrin der "Massiven Vergeltung" vertrat und im "Verteidigungsfall" das Entscheidungsmonopol zur atomaren Eskalation innehatten. Dies beruhte ursprünglich auf dem Monopol der USA an H-Bomben und Flugzeugen mit großer Reichweite. Nachdem die SU hier 1954 gleichzog, stationierten die USA auch auf westdeutschem Boden atomar bestückbare Kurzstreckenraketen, über deren Einsatz nur sie zu entscheiden hatten. Dies war ein Anlass für die UdSSR, ihrerseits den Warschauer Pakt atomar aufzurüsten. So kam es zu den Plänen von Konrad Adenauer und dem damaligen Verteidigungsminister Franz Joseph Strauß, auch die Bundeswehr atomar zu bewaffnen, um mehr eigene Druckmittel gegen die UdSSR und volle Gleichberechtigung in der NATO zu erlangen. Als dies im April 1957 öffentlich bekannt wurde, entstand mit dem "Göttinger Manifest" von 18 Physikern die erste breite außerparlamentarische Opposition in der Bundesrepublik: die Kampf-dem-Atomtod-Bewegung, die vor allem von SPD, Kirchen und Gewerkschaften getragen wurde. 1957, am 2. Oktober, schlug der polnische Außenminister Adam Rapacki vor der UNO-Vollversammlung überraschend einen beiderseitigen Verzicht der Militärbündnisse auf Atomwaffen und eine Entmilitarisierung ganz Mitteleuropas vor. Damit griff er Vorschläge auf, die schon der britische Premier Anthony Eden drei Jahre zuvor auf einer Genfer Gipfelkonferenz gemacht hatte. Diese sahen ein von Besatzungstruppen freies Gebiet und nur geringe eigene Rüstung auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs vor, um damit Erfahrungen in der Kontrolle von Abrüstungsmaßnahmen zu sammeln. Der sowjetische Außenminister Wjatscheslaw Molotow hatte diese Idee weiterentwickelt. Doch die westlichen Vorschläge verlangten damit zugleich die Auflösung des Warschauer Pakts, während die östlichen einen Verzicht auf das US-Atomwaffenmonopol in der NATO implizierten. Dies lehnte die NATO im Dezember 1957 endgültig ab. Zugleich verwehrte sie der westdeutschen Regierung die Verfügung über eigene Atomwaffen. Damit entschied sie zwar gegen die Atombewaffnung der Bundeswehr, brachte aber auch alle weitergehenden Entspannungsbemühungen im Vorfeld der Atombewaffnung der Blöcke zum Scheitern. 1961, am 13. August, wurde infolge massiver Fachkräfteverluste durch Abwanderungen in den Westen (ca. 2,6 Mio. Menschen seit 1949) über Nacht die Berliner Mauer errichtet. Dabei standen sich russische und amerikanische Panzer in Berlin direkt gegenüber. US-Präsident Kennedy verzichtete jedoch auf konkrete Maßnahmen und beschränkte sich auf diplomatischen Protest mit der Begründung, die Mauer sei „keine sehr schöne Lösung, aber tausendmal besser als Krieg.“. 1962 standen die Supermächte und die Welt in der Kubakrise am Rand eines neuen Weltkriegs. Nachdem die USA Zeus- und Thor-Mittelstreckenraketen in der Türkei stationiert hatten, unterstützte die UdSSR des kubanischen Staatsoberhaupt Fidel Castro und stationierte ihrerseits Atomraketen auf Kuba. Diese hätten die Vorwarnzeiten für einen Angriff auf die USA extrem herabgesetzt und damit die Zweitschlagsfähigkeit, auf der das strategische Atompatt beruhte, ausschalten können. Dies konnte Kennedy nicht zulassen. Er verhängte eine Seeblockade für sowjetische Schiffe, die Kuba anliefen. Zugleich versuchte er intensiv über geheime diplomatische Kontakte, Chruschtschow zum Verzicht auf die Raketenstationierung zu bewegen. Es gelang ihm nur mit dem Zugeständnis des Abzugs amerikanischer Raketen aus der Türkei. Dies wurde der Öffentlichkeit in den USA verschwiegen. Danach wurde aufgrund der Erfahrung des Beinahe-Zusammenstoßes ein "heißer Draht" zwischen den Staatschefs beider Supermächte, das sogenannte "rote Telefon", eingerichtet.

Die Phase der friedlichen Koexistenz und Entspannung (1962–1979)

Supermächte Supermächte Nach dem Schock der Kubakrise setzte allmählich ein Umdenken ein. Der kommunistische Block war durch die Rivalität zwischen China und der UdSSR seit 1956 schon geschwächt. Auch die USA erlitten im Vietnamkrieg (1964-1975) Rückschläge, so dass US-Präsident Lyndon B. Johnson die Bombardierung Nordvietnams zeitweise einstellte. Zugleich zeigte sich die UdSSR zu wirtschaftlicher Kooperation bereit. Als das langanhaltende Nachkriegswachstum in Westeuropa abebbte, wuchs mit der neuen Generation auch der innenpolitische Protest gegen die einseitige proamerikanische Ausrichtung der westdeutschen Regierungspolitik. Diese Faktoren begünstigten die folgende Phase der Entspannungspolitik. Seit 1965 versuchten die Supermächte, infolge des atomarem Patts Obergrenzen für ihre Aufrüstung auszuhandeln. 1968 unterzeichneten die fünf damaligen Atommächte den Atomwaffensperrvertrag. 1969 begann der SALT-Vertragsprozess, der 1972 zunächst zum ABM-Vertrag führte. Hinzu kam in Europa 1973 der KSZE-Prozess: Der Westen erkannte die Nachkriegsgrenzen des Ostblocks, der Osten die Menschenrechte als verbindlich an. Dies gab Bürgerrechtsbewegungen im Ostblock Auftrieb. Auch stärkerer Wirtschaftsaustausch und humanitäre Erleichterungen waren die Folge. Bundeskanzler Willy Brandts Ostpolitik umfasste den Gewaltverzichtsvertrag mit der Sowjetunion, die Aussöhnung mit Polen, die Anerkennung der Oder-Neiße-Linie und innerdeutsche Verträge für Reiseerleichterungen, die heute als erste Schritte auf dem Weg zur Deutschen Einheit gelten. Sein enger Freund, der schwedische Regierungschef Olof Palme, stieß seit 1973 Abrüstungsinitiativen an, die viele Vorschläge vorwegnahmen, die später unter Michail Gorbatschow realisiert wurden. Auf dem Gebiet der Rüstungstechnologie ging der Wettlauf der Supermächte jedoch unvermindert weiter. Dabei waren die USA der UdSSR auf fast allen Gebieten stets einige Schritte voraus, nur im Weltraum behielt die UdSSR anfangs die Nase vorn. Nach dem Sputnik-Satelliten 1957 sandte sie mit Juri Gagarin 1961 den ersten Menschen ins All. Dem US-Amerikaner John Glenn gelang 1962 die erste mehrfache Umkreisung der Erde mit seiner Mercury-Raumkapsel. Drei Jahre später machte der sowjetische Kosmonaut Alexei Leonow, nur mit einer Schnur mit seinem Raumschiff verbunden, den ersten Weltraumspaziergang. 1969 betrat der Amerikaner Neil Armstrong als erster Mensch den Mond. Bald darauf stellte die Sowjetunion ihr eigenes, bis dahin unter strengster Geheimhaltung durchgeführtes bemanntes Mondlandeprogramm ein. Der Wettlauf ins All war damit zu Gunsten der USA entschieden. 1975 war das Apollo-Sojus-Projekt die erste amerikanisch-sowjetische Kooperation in der Weltraumfahrt, zugleich ein politischer Publizitätserfolg und ein Signal der gegenseitigen Annäherung beider Supermächte. Es kennzeichnete auch das Ende der amerikanischen bemannten Raumfahrt bis zu deren Wiederaufnahme mit dem Space-Shuttle.

Vom NATO-Doppelbeschluss bis zu Gorbatschow (1979–1985)

Space-Shuttle ]] 1979 markierten zwei nahezu gleichzeitig stattfindende Ereignisse das Ende der Entspannungspolitik der 1970er Jahre und den Beginn des letzten Kapitels des Kalten Krieges: Der "Nato-Doppelbeschluss" und die "Sowjetische Invasion in Afghanistan". US-Präsident Ronald Reagan reagierte auf den sowjetischen Einmarsch in Afghanistan mit Erhöhung der Rüstungsausgaben, Waffenlieferungen an die afghanischen Mujaheddin, sowie dem "SDI-Projekt" (auch Star-Wars-Programm genannt) zur Abwehr strategischer Raketen. Insbesondere mit diesem Projekt versuchte Reagan, das Kräftegleichgewicht zugunsten der USA zu verschieben, denn die bisherige Abschreckungsdoktrin „der Erstangreifer muss einen Zweitschlag des Gegners fürchten“ wäre dadurch ausgehebelt worden. In dieser neu eröffneten Runde forcierter technologischer Entwicklung konnte die Sowjetunion nicht mehr mithalten, zumal sie ihre Kräfte mit der Afghanistan-Invasion und mangels hinreichender ökonomischer Basis schon deutlich überdehnt hatte.

Tauwetter im Osten und Zerfall des Ostblocks (1985–1991)

ökonomischer, 1987]] 1985 leitete Michail Gorbatschow ein Reformprogramm ein, das aus Perestroika (Wende in Wirtschaft und Verwaltung) und Glasnost (Offenheit und Transparenz nach innen und außen) bestand. Man begann mit Ergebnissen über Abrüstung zu diskutieren und kooperierte wirklich in Fragen der globalen Sicherheit. Ab 1989 erübrigte sich die ideologische Auseinandersetzung, die ohnehin schon längere Zeit nur noch im Hintergrund stand, mit der Auflösung des Ostblocks. Gorbatschow sagte zu Honecker in Berlin sinngemäß: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“ Um den Kalten Krieg gibt es seit Jahren insbesondere in den USA eine interessante Forschungskontroverse, wobei die traditionelle Sicht eine Hauptverantwortung für die Entstehung des Kalten Krieges im (ideologisch begründeten) Expansionsdrang der Sowjetunion sah. Die jüngere (so genannte revisionistische) Linie sieht hingegen eine verteilte "Schuld" oder sogar ein Übergewicht hegemonialer und ökonomischer Interessen insbesondere der USA. Mit dem Ende der Sowjetunion und der Öffnung zahlreicher Archive scheinen sich eher vermittelnde Positionen anzubahnen.

Literatur


- Bernd Stöver: Der Kalte Krieg, C.H. Beck Verlag, München 2003, ISBN 3406480144
- Daniel Yergin: Shattered Peace: The Origins of the Cold War and the National Security State, Boston 1978, ISBN 039527267X
- David Horowitz: Kalter Krieg. Hintergründe der US-Außenpolitik von Jalta bis Vietnam, Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 1983, ISBN 3803110130
- Jeremy Isaacs/Taylor Downing: Der Kalte Krieg, Heyne, München 2001, ISBN 3453197100
- John Lewis Gaddis: We now know. Rethinking Cold War History, Oxford 1997
- Jürgen Bruhn: Der Kalte Krieg oder: Die Totrüstung der Sowjetunion, Gießen 1995, ISBN 3883494348
- Michael R. Beschloss/Strobe Talbott: Auf höchster Ebene, das Ende des Kalten Krieges und die Geheimdiplomatie der Supermächte 1989-91, ECON, ISBN 3430112478
- Rolf Steininger: Der Kalte Krieg, Fischer Taschenbuch Verlag Nr. 15551, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3596155517
- Wladimir K. Wolkow, Harald Neubert: Stalin wollte ein anderes Europa, Berlin 2003, ISBN 3360010469

Siehe auch


- Berliner Mauer
- Point Alpha
- Geschichte Deutschlands
- Eiserner Vorhang
- Containment-Politik
- Wettrüsten
- Truman-Doktrin
- Verträge und Abkommen des Kalten Krieges
- Permanente Rüstungswirtschaft

Weblinks


- [http://www.hdg.de/lemo/html/Nachkriegsjahre/EntstehungZweierDeutscherStaaten/derKalteKrieg.html www.hdg.de/...] - Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland: Der Kalte Krieg
- [http://www.dhm.de/ausstellungen/kalter_krieg/aus.htm www.dhm.de/...] - Ausstellung zum Kalten Krieg
- [http://www.kssursee.ch/schuelerweb/kalter-krieg/index.htm www.kssursee.ch/...] - Schülerweb: Kalter Krieg
- [http://home.snafu.de/veith/krieg.htm home.snafu.de/...] - Zwischenfälle im Kalten Krieg
- [http://www.zeithistorische-forschungen.de/portal/alias__zeithistorische-forschungen/lang__de/tabID__40208301/Default.aspx www.zeithistorische-forschungen.de/...] - Dierk Walter: Kolonialkrieg, Globalstrategie und Kalter Krieg
- [http://www.foreignaffairs.org/19470701faessay25403/x/the-sources-of-soviet-conduct.html?mode=print www.foreignaffairs.org/...] - The Sources of Soviet Conduct, Foreign Affairs (english)
- [http://wwics.si.edu/index.cfm?fuseaction=topics.home&topic_id=1409 wwics.si.edu/...] - Cold War International History Project (english) ! Kategorie:US-Außenpolitik Kategorie:Politischer Begriff Kategorie:Politisches Schlagwort ja:冷戦 ko:냉전 ms:Perang Dingin simple:Cold War th:สงครามเย็น

Modul

Ein Modul (neutrum; Betonung auf der zweiten Silbe; Plural: Module) ist
- in der Technik ein Bauteil eines größeren Baukastensystems. Module werden hauptsächlich verwendet, um sie leicht gegen andere Module austauschen zu können, oder neue Module zu besagtem Ganzen hinzuzufügen. Deshalb ist für Module eine Schnittstelle vonnöten, um sie mit dem Ganzen zu verbinden. Beispiele: :
- Die Module der ISS :
- Bauteile von Computern: zB. Speichermodule oder austauschbare Baugruppen, siehe Steckkarte :
- Funktionsorientierte Teile von Computerprogrammen: Software-Module (z.B. Kernel-Module) :
- Solarmodule :
- Das Modul (Modelleisenbahn) :
- Das Modul (Computerspiele) :
- Ein Bauteil (Bauwesen)
- in der Architektur (die ursprüngliche Bedeutung des ital. modulo, „Maßstab“) der Radius an der Basis einer Säule, nach dem in der klassischen griechischen Baukunst die Maße aller anderen Bauteile bestimmt wurden. Wiederaufgegriffen wurden diese Methode in der Renaissance und im 20. Jahrhundert als Modulor, einem Maßsystem des Architekten Le Corbusier, das auf dem goldenen Schnitt basiert.
- eine Lehrveranstaltungsform in gestuften Studiengängen, siehe Modul (Hochschule). ---- Ein Modul (maskulinum; Betonung auf der ersten Silbe; Plural: Moduln) ist
- in der Technischen Mechanik (Elastizitätstheorie) eine Materialkonstante von Festkörpern, siehe Elastizitätsmodul (kurz "E-Modul").
- in der Technik eine Maßangabe zur Normierung von Zahnrädern, Schrauben und Gewinden.
- in der Mathematik eine dem Vektorraum ähnliche algebraische Struktur, siehe Modul (Mathematik).

Schutzweste

Eine beschusshemmende Weste, auch Schutzweste oder kugelsichere Weste, ist ein Kleidungsstück, das primär dem Schutz des Torsos des Trägers vor Projektilen, Splittern, und Klingenwaffen dient und aus Schutzmaterialien wie z.B. hochfestes Polyethylen oder Aramid gefertigt wird. Schutzwesten werden beispielsweise von Polizei, Militär und Privaten Sicherheitsdiensten verwendet. Entwickelt wurde die erste kugelsichere Weste Mitte des 18. Jahrhunderts. Damals trugen die Menschen mehrere Kleidungsstücke aus Seide. Ein modernes Projektil würde Seide nicht aufhalten, da es schneller als damalige Kugeln ist und daher eine höhere kinetische Energie besitzt.

Wirkungsprinzip

Moderne beschusshemmende Westen sind aus einem Aramid- oder HDPE-Gewebe hergestellt und, insbesondere im militärischen Kontext (als sogenannte Flakwesten) oder für den Einsatz bei Bombenentschärfungen mit Metall- oder Keramikeinlagen verstärkt. Die beschusshemmende Wirkung ergibt sich daraus, dass die verwendeten Fasern das auftreffende Projektil auffangen und auf einer Strecke von ca. 5-10cm auf eine Geschwindigkeit von 0 herunter bremsen. Hierbei reissen die Fasern nicht, sondern werden nur gedehnt, so dass das Gewebe nicht durchdrungen, sondern nur eingebeult wird. Die kinetische Energie des Projektils wird beim Auftreffen in Wärmeenergie umgewandelt. Da sich die Weste beim Aufschlag stark (ca. 5-10cm) zum Körper hin verformt, können neben Hämatomen auch schwerwiegendere Verletzungen trotz der beschusshemmenden Wirkung der Weste auftreten. Letzteres ist insbesondere dann der Fall, wenn das Projektil im Bereich der Wirbelsäule, des Herzens oder des Brustbeins auftrifft. Hierzu werden zwischen Weste und Körper an diesen Stellen so genannte „Traumaplatten“ getragen, die die Eindringtiefe des Projektils weiter herabsetzen. Grundsätzlich gilt, dass die Weste um so schwerer ist, je besser ihre Schutzwirkung sein soll. Militärische Westen können mit zusätzlichen Metall- oder Keramikeinlagen bis zu 30kg wiegen, da nur durch eine hohe Dicke und Dichte der Schutzeinlagen effektive Beschusshemmung von militätischen Gewehrkalibern erreicht werden kann. Westen im täglichen Polizeieinsatz liegen üblicherweise zwischen 5 und 10kg Gewicht. Zusammen mit der Steifheit des Materials macht das Gewicht insbesondere an warmen Tagen die beschusshemmende Weste zu einem unbequemen und unbeliebten Ausrüstungsgegenstand.

Ausstattung

Schutzwesten gibt es in verschiedenen Schutzklassen und Ausführungen. Die Bedingungen für die einzelnen Schutzklassen werden dabei in der technischen Richtlinie "Ballistische Schutzwesten" eines Untersuchungsausschusses der Innenminister Deutschlands definiert.

Leicht

Die billigste und leichteste Ausführung ist die Flakweste. Diese Kategorie entspricht den Schutzklassen L oder 1. Sie besteht aus flexiblen Schutzmaterialien wie Aramid, schützt ihren Träger gegen Splitter und Klingenwaffen und wiegt etwa 5kg. Sie wird meist von Personen getragen, die häufig der Gefahr ausgesetzt sind durch Splitter, Bomblets und Schrapnelle verletzt oder getötet zu werden, wie z.B. Panzerbesatzungen und Soldaten der Flugabwehr. Schutzklasse L ist die leichteste Klasse und verhindert den Durchschuss von 9mm Weichkerngeschossen aus Pistolen, die Schutzklasse 1 sogar aus Maschinenpistolen (hier gibt es eine höhere Geschossgeschwindigkeit).

Stichschutz

Westen der Schutzklasse L und 1 gibt es in Ausführungen mit und ohne zusätzlichen Stichschutz. Höhere Schutzklassen sollten aufgrund ihres Aufbaus ohne Zusätze stichhemmend sein. Der Stichschutz wird durch Titanfolien, Kettenkonstruktionen oder überlappenden Federstahl realisiert.

Mittel

Dann gibt es noch die normalen "kugelsicheren" Schutzwesten der Schutzklasse 2, die meist den gleichen, aber dickeren Aufbau als die Flakwesten haben und zusätzlich mit einschiebbaren, ergonomisch geformten Platten aus Kevlar-Verbund, Titan o.Ä. an Vorder- und Rückseite ausgestattet sind. Sie wiegen etwa 10-15kg und schützen ihren Träger außer vor Splittern und Klingen auch vor Geschossen aus Handfeuerwaffen; meist bis zum Kaliber 40.S&W. Sie werden z.B. von Infanteriesoldaten getragen. Die Schutzklasse 2 ist durchschusshemmend bei 9mm Hartkerngeschossen, z.B. Magnum-Geschossen.

Schwer

Den größten Schutz bieten schwere Schutzwesten der Schutzklassen 3 und 4. Sie bestehen im wesentlichen aus einer verstärkten Flakweste, an der außen fischschuppenartig überlappend kleine Kacheln aus Keramik o.Ä. angebracht sind, so daß jeder Bereich von drei übereinander liegenden Kacheln geschützt wird. Wird eine Kachel getroffen vernichtet sie den Großteil der Aufprallenergie durch Verformung und verteilt den Rest auf einen Bereich, der 9-mal so groß ist wie eine einzelne Kachel. Solche Westen bieten auch vor schweren Projektilwaffen mit hoher Geschossenergie wie z.B. cal. .308 Winchester oder Scharfschützenwaffen ausreichenden Schutz. Die Schutzklasse 3 verhindert dabei den Durchschuss von Weichkerngeschossen, Schutzklasse 4 sogar bei Hartkerngeschossen. Sie wiegen 15-20kg und werden in Einsatzländern der Bundeswehr von jedem Soldaten getragen.

Zusätze

Um den Schutz weiter zu erhöhen gibt es für alle Arten von Schutzwesten eine Vielzahl von zusätzlichen Ausstattungsteilen. So haben die meisten Westen z.B. einen Splitterschutzkragen zum Hochklappen, um den Hals zu schützen, so wie einen abnehmbaren und hochklappbaren Unterleibsschutz. Meist gibt es auch Schulterschützer, die verhindern sollen, dass ein Geschoss durch die Schulter in den Torso eindringt oder ein Schrapnell den Arm so weit oben abtrennt, dass keine Prothese mehr angebracht werden kann. Auch möglich aber selten genutzt sind Oberarm- und Oberschenkelschützer, die an der Schutzweste befestigt werden um die wichtigen Arterien, wie etwa die Femoralarterie, zu schützen. Außerdem besitzt jede Schutzweste eine Vielzahl von außen angebrachten Taschen und Schnürriemen um weitere Ausrüstung wie Magazine, Funkgeräte etc. aufzunehmen.

Einsatzgebiet

Die Schutzwesten werden noch in Unter- und Überziehschutzwesten eingeteilt. Die Unterziehschutzwesten werden unter normaler Kleidung getragen und sind damit nicht sofort zu erkennen. Dafür werden bei Ihnen etwas geringere Maßstäbe an die Schutzwirkung gestellt. Während die Technische Richtlinie (TR) für die Unterziehschutzweste einen sog. Traumawert von 40mm zulässt, dürfen die Überziehschutzwesten einen Traumawert von lediglich 20mm aufweisen. Die Überziehschutzwesten werden über der Kleidung getragen.

Siehe auch


- Sonderschutzfahrzeug

Weblinks


- [http://www.pfa.nrw.de/PTI_Internet/pti-intern/WG/Regelungen/Schutzweste/SchutzwesteTR12-03.pdf Technische Richtlinie "Ballistische Schutzwesten" vom Dezember 2003]
- [http://www.forceware.de/pdf/100030.PDF Spezifikation der Schutzweste "Typ 90 M" der Force Ware GmbH] Kategorie:Führungs- und Einsatzmittel Kategorie:Schutzkleidung ja:ボディアーマー

Kevlar

Aramidfasern werden industriell hergestellt. Aramid ist ein goldgelber organischer Werkstoff und besteht aus aromatischen Polyamiden. Die Fasern wurden 1965 von DuPont entwickelt und unter dem Markennamen Kevlar zur Marktreife gebracht. Die Fasern zeichnen sich durch sehr hohe Festigkeit, hohe Schlagzähigkeit, hohe Bruchdehnung, gute Schwingungsdämpfung sowie Beständigkeit gegenüber Säuren und Laugen aus und sind darüber hinaus sehr hitze- und feuerbeständig. Aramidfasern schmelzen bei hohen Temperaturen nicht, sondern beginnen ab etwa 400° C zu verkohlen. Bekannte Markennamen für Aramidfasern sind Nomex und Kevlar von DuPont oder Teijinconex und Twaron und Technora von Teijin. Teijin Man unterscheidet zwischen meta-Aramiden (Teijinconex und Nomex) sowie para-Aramiden (Twaron, Kevlar, Technora). Als Aramide oder aromatische Polyamide (Polyaramide) werden nicht Polyamide mit aromatischen Gruppen in der Hauptkette per se bezeichnet, sondern, nach einer Definition der U.S. Federal Trade Commission, nur solche langkettigen synthetischen Polyamide, bei denen mindestens 85% der Amidgruppen direkt an zwei aromatische Ringe gebunden sind.

Anwendungen

Die bekanntesten Anwendungen für para-Aramidfasern sind im Sicherheitsbereich zu finden (Splitterschutz- und schusssichere Westen, Schutzhelme, Panzerungen für Fahrzeuge, Schnittschutzhandschuhe). Sie werden jedoch auch als Asbestersatz in Bremsbelägen und Dichtungen sowie als Verstärkungsmaterial z. B. für Glasfaserkabel oder Gummimaterialien eingesetzt. In diesen Bereichen werden vor allem die mechanischen Eigenschaften der Fasern Kevlar und Twaron genutzt. Im Luftsport wird Kevlar häufig als Fangleinenmaterial bei Gleitschirmen eingesetzt. Im Tennis werden Kevlarfasern aufgrund der hohen Widerstandsfähigkeit in vielen Tennissaiten und auch in Tennisschlägern eingesetzt. Die meta-Aramidfasern Nomex oder Teijinconex werden speziell für den Brandschutz eingesetzt. Sie ist in feuersicherer Bekleidung (z. B. Schutzanzüge bei Feuerwehren, Rennfahrerkombi, ...) bekannt geworden. Eine weitere Anwendung für meta-Aramid ist die Verarbeitung zu einem Werkstoff für Sandwichwabenkerne, so genannte Honeycombs aus Nomex-Papier, in der Faserverbundtechnologie. Ferner sind die Segel beim Windsurfen aus Kevlar, da dieses am reissfestesten ist.

Eigenschaften

Die Fasern weisen, ähnlich wie auch Kohlenstofffasern einen negativen Wärmeausdehnungskoeffizienten auf, werden also bei Erwärmung kürzer. In Verbindung mit dem positiven Ausdehnungskoeffizienten des Matrixharzes lassen sich hoch maßhaltige Bauteile fertigen. Kevlar ist überaus hitzebeständig, so hält es Temperaturen über 400°C problemlos aus ohne zu schmelzen.

Verarbeitung

Beim Umgang und der Verarbeitung muss auf die Eigenschaft der Feuchtigkeitsaufnahme und der UV-Beständigkeit Rücksicht genommen werden. Die ursprünglich goldgelben Fasern nehmen bei UV-Einstrahlung (Sonnenlicht) einen bronzebraunen Farbton an. Dies ist auch mit einem bis zu 75%igen Festigkeitverlust verbunden. Die Fasern können je nach Lagerung bis zu 7% Feuchtigkeit aufnehmen. Fasern mit einem zu hohen Feuchtigkeitsgehalt können getrocknet werden. In der Luft- und Raumfahrt ist ein Feuchtigkeitsgehalt von unter 3% üblich. Zum Schneiden von Aramidfasern sind spezielle mikroverzahnte Schneidwerkzeuge notwendig. Auch die mechanische Bearbeitung fertiger Faserverbundbauteile erfolgt mit hochwertigen Bearbeitungswerkzeugen oder durch Wasserstrahlschneiden. Bei der Herstellung von Faserverbundwerkstoffen kommen vor allem Epoxidharze zur Anwendung. Chemische Haftvermittler sind nicht bekannt.

Siehe auch


- Faserverbund
- Leichtbauweise Kategorie:Faser

Personal Digital Assistant

Ein Personal Digital Assistant (PDA) (englisch für persönlicher digitaler Assistent) ist ein kleiner tragbarer Computer, der meist mit einem schnell startenden Betriebssystem ausgestattet ist und neben vielen anderen Programmen hauptsächlich für die persönliche Kalender-, Adress- und Aufgabenverwaltung benutzt wird.

Geschichte

Die ersten, noch relativ großen PDAs wurden im August 1993 unter der Bezeichnung Newton MessagePad von der US-amerikanischen Firma Apple hergestellt. Allerdings dürfte das Amstrad Penpad 600 knapp vorher im Jahr 1993 auf den Markt gekommen sein. Noch früher (wenn auch nur 1-2 Monate) war AT&T mit dem EO440 bzw. 880. Im März 1996 kam die Firma US Robotics (zwischenzeitlich 3Com, dann Palm Inc., später palmOne, jetzt wieder palm) mit kleinen und sehr erfolgreichen Geräten unter den Namen Pilot (später Palm) heraus. Ebenfalls in den 90er Jahren wurden von der britischen Firma Psion eine Reihe von leistungsfähigen PDAs mit Tastatur entwickelt. Das erste Modell Organizer I entstand bereits 1984. Mit dem Organizer II und dem Microcomputer Serie 3 gelang dann der Durchbruch. Die Psion-Modelle erfreuen sich jedoch auch nach dem Ausstieg Psions im Jahr 1999 aus dem Endkundenmarkt wegen des ausgereiften, logischen Betriebssystems und der einfachen Bedienung aufgrund der guten Tastatur in Kombination mit dem drucksensitiven Bildschirm weiterhin ungebrochener Beliebtheit. Die Industriemodelle netBook und netpad sowie Workabout werden von Psion Teklogix weiterhin angeboten. Das Psion Teklogix Netbook Pro war der erste Psion PDA mit Windows CE Betriebssystem.

Verwendungszweck

1984 1984] Die wichtigsten Anwendungen auf einem PDA sind unter dem Begriff PIM-Software zusammengefasst und werden zumeist standardmässig mit dem PDA ausgeliefert. Hierunter fallen beispielsweise Adressbuch, Terminplaner, Kalender, Notizblock, Aufgabenplaner, E-Mail und Projektmanagement. In den meisten aktuellen Geräten sind weitere Anwendungen wie beispielsweise Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Taschenrechner und Spiele integriert. Die meisten der heutigen PDAs ermöglichen auch die Wiedergabe von Musik(MP3) und Videos sowie die Aufnahme von gesprochenen Notizen und Geräuschen. Software für unterschiedlichste und auch sehr spezielle Situationen ist beispielsweise aus dem Internet nachladbar und per Kabel (