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Inflation
Inflation (von lat.: "das Sich-Aufblasen; das Aufschwellen") bezeichnet in der Volkswirtschaftslehre einen andauernden, "signifikanten" Anstieg des Preisniveaus. D.h. das Austauschverhältnis von Geld zu allen anderen Gütern verändert sich zu Lasten des Geldes. Um "alle anderen Güter" fassbar zu machen, werden Indizes oder Warenkörben definiert.
Abgrenzung Inflation vs. anderer Erscheinungen
Im allgemeinen und politischen Sprachgebrauch werden verschiedene Erscheinungen mit Inflation in Verbindung gebracht oder gleichgesetzt, die u.U. keine Inflation sind.
sog. Kassenhaltungs-Inflation
Bezeichnet einen Zustand, in dem die Wirtschaftssubjekte höhere Geldbestände horten, als sie eigentlich wollen. Nach ökonomischer Theorie tritt diese Situation in freien Märkten nicht auf, da die höherne Geldbestände zu Inflation führen müssen. Werden die Preise jedoch (staatlich) administriert, und erfolgt die Messung des Preisniveaus anhand der administrierten Preise, so liegt keine Inflation vor. Hilfsweise kann Inflation allerdings auf nicht-administrierten Märkten gemessen werden. Ob Inflation vorliegt, ist also eine Frage der Anerkennung einer Definitions-Authorität.
externe Preisschocks
Dieser Terminus wurde im Zuge der sog. Ölkrise strapaziert. Aber der Anstieg des Preises eines Gutes ist nicht der Anstieg des Preisniveaus. Sofern im Gegenzug andere Güter im Preis sinken, kann das Preisniveau konstant bleiben; dann liegt keine Inflation vor.
Messung der Inflation
nicht-administrierten Märkten
Am häufigsten wird zur Messung der Inflation der Preisindex der Lebenshaltungskosten herangezogen, die so genannte Inflationsrate. Dieser wird mit Hilfe eines für einen durchschnittlichen (im Beispiel) deutschen Haushalt (2,3 Personen) in einem bestimmten Jahr (Basisjahr) repräsentativen Warenkorbs berechnet. Enthalten waren darin etwa in früheren Jahren:
Warenkorb
Konsequenzen des Warenkorbs auf die Inflationsentwicklung
Auf Grundlage dieses Warenkorbs und des damit festgelegten Basisjahres werden für jedes Jahr die Lebenshaltungskosten und daraus die prozentuale Steigerung zum Vergleichs- oder Vorjahr ermittelt. Für jeden Monat ermittelt in Deutschland das Statistische Bundesamt, in Österreich Statistik Austria die Preissteigerungen, welche auch regelmäßig in den Medien veröffentlicht werden.
Im Schnitt betragen diese Inflationsraten zur Zeit zwischen 0,5 und 2,5%, wobei meistens die Mineralölpreise am stärksten zur Preissteigerung beitragen. Probleme bei der Messung dieser Zahlen ergeben sich vor allem daraus, dass je weiter das Vergleichsjahr vom Basisjahr entfernt ist, der Warenkorb immer weniger repräsentativ ist.
Dies begründet sich zum einen im veränderten Konsumentenverhalten (Produktinnovationen, Substitution teurer Produkte durch günstigere), wie auch in der qualitativen Steigerung (bessere Computer) der Produkte.
Weiterhin zu beachten ist, dass es sich immer um das statistische Mittel handelt, das nicht auf jedermann ohne weiteres anwendbar ist. Zum Beispiel unterscheiden sich die Ausgaben sehr wohlhabender Haushalte deutlich von den Ausgaben der Haushalte mit geringem Einkommen. Haushalte, denen ein geringes Einkommen zur Verfügung steht, geben einen größeren Anteil für Grundnahrungsmittel, Wohnen, Energie etc. aus. Preissteigerungen für diese Warenarten begründen dann eine stärkere Inflationserfahrung, während gleichzeitig "Luxusgüter" im Preis sinken können.
Kernrate der Inflation
Die Kernrate der Inflation schließt die Preise für Lebensmittel und den Energiesektor aus der Berechnung aus, da diese in stärkerem Maße Schwankungen unterworfen sind, deren Ursachen nicht innerhalb der betrachteten Volkswirtschaft zu finden sind.
Gefühlte Inflation
Mit der Einführung des Euro kam es in einigen Ländern der Europäischen Gemeinschaft zu einem Auseinanderklaffen zwischen den Inflationsraten, wie sie von der Bevölkerung laut Umfragen wahrgenommen wurden, und denjenigen, wie sie die statistischen Ämter, in der BRD das Statistische Bundesamt, ermittelten. Die "gefühlte Inflation" lag deutlich höher als die amtliche Inflationsrate. Seitdem wird über regelmäßige Umfragen nicht nur die statistische, sondern auch die gefühlte Inflation ermittelt.
Ursachen / Gründe
Statistische Bundesamt
Geht man von dem einfachen "Marktkreuz" aus, wonach der Preis einer Ware bestimmt wird vom Schnittpunkt der Angebotskurve - das Angebot steigt mit steigendem Preis - und der Nachfragekurve - die Nachfrage sinkt mit steigendem Preis - dann lässt sich die Inflation zunächst einfach auf nachfrage- und angebotsseitige Ursachen zurückführen. Nachfrageseitige Ursachen für steigende Preise lassen sich dann als Ursachen verstehen, welche die Nachfragekurve immer weiter nach rechts verschieben, während angebotsseitige Ursachen die Angebotskurve immer weiter nach links verschieben.
Außerdem haben die verschiedenen Schulen der Wirtschaftstheorie jeweils eigene Inflationstheorien entwickelt.
Nachfrageseitig
Grundsätzlich wird zwischen einer Nachfragesoginflation und einer Angebotsdruckinflation unterschieden. Kommt es zur Nachfragesoginflation, sind die Ursachen, wie aus dem Wort zu entnehmen, auf der Nachfrageseite zu suchen.
In diesem Fall steigt die Nachfrage nach Gütern derart schnell, dass die Angebotsseite nicht durch Anheben des mengenmäßigen Angebots reagieren kann und stattdessen die Preise nach den Marktgesetzen anhebt. Die Folge ist eine Steigerung des allgemeinen Preisniveaus, also eine Inflation.
Angebotsseitig
Auf der anderen Seite steht die Angebotsdruckinflation (auch: Kosteninflation), deren Ursprünge bei den Produktionskosten zu suchen sind. In der Regel sind diese vor allem bei der Steigerung der Energiepreise und Lohn- bzw. Lohnnebenkosten oder Erhöhung der Zinsen zu suchen. Die Kosteninflation tritt allerdings nur dann als Erhöhung des Preisniveaus in Erscheinung, wenn die teurer produzierten Güter auch auf dem Markt zu den geforderten höheren Preisen Käufer finden und es keine Substitution aus anderen Märkten gibt (Verkäufermarkt).
Weitere Ursachen / Gründe
Steuererhöhungen und staatlich administrierte Preissteigerungen können unabhängig von der wirtschaftlichen Situation zu einer höheren Inflationsrate führen.
Ein weiterer wichtiger Begriff ist die importierte Inflation, deren Ursachen sich aus den oben angeführten Punkten "Ausland", "Exporte" und "Importpreise" zusammensetzen.
Inflationsursachen
Liste mit Inflationsursachen
- Nachfragesog
- zu starke Geldmengenvermehrung (monetaristische Theorie)
- aus dem Ausland (Übergreifen der Inflation von Land A in Land B)
- durch Exportüberschüsse im Außenhandelsgleichgewicht (Importierte Inflation)
- aus dem Inland (Zentralbank erhöht die Geldmenge)
- nicht monetäre Ursachen
- privater Konsum
- betriebliche Investitionen
- Staatsausgaben (Fiskalinflation)
- Exporte
- Angebotsdruck
- Kostendruck
- Importe oder in Fremdwährung gehandelte Waren, z.B. Erdöl (US-Dollar) (Cost-Push-Inflation)
- Zinsen
- Steuern
- Löhne (Lohnkosteninflation)
- Gewinndruck
Theorien zur Inflation
Produktionskostentheorie des Geldes
Die klassischen Ökonomen wie Adam Smith, David Ricardo bis hin zu Karl Marx vertraten eine Produktionskostentheorie des Geldes. Für sie waren der Wert des Geldes und damit die Preise durch die Arbeitswertlehre bestimmt. Adam Smith drückte dies so aus: „Das Verhältnis zwischen dem Werte des Goldes und Silbers und dem irgendwelcher anderer Güter hängt … von dem Verhältnis zwischen der Menge Arbeit ab, die nötig ist, um eine bestimmte Menge Gold und Silber, und der Menge Arbeit, die nötig ist, um eine bestimmte Menge irgendeiner andern Art auf den Markt zu bringen.“ Die Warenpreise konnten nach der Arbeitswertlehre also nur dann dauerhaft steigen, wenn die Arbeitsproduktivität bei der Gold- oder Silbergewinnung dauerhaft rascher gesteigert werden konnte, als diejenige bei der Produktion der anderen Waren.
Nach der Produktionskostentheorie des Geldes (oder nach der Arbeitswerttheorie) führten die großen Gold- und Silberimporte aus Südamerika nach der Entdeckung Amerikas nicht deshalb zu einer Inflation in Europa, weil das viele Gold eine vergleichsweise kleine Menge an Waren „jagte“ – das sagt die Quantitätstheorie des Geldes –, sondern weil plötzlich weniger Arbeitszeit erforderlich war, um eine bestimmte Menge an Gold oder Silber zu gewinnen. Die Ausdehnung der Geldmenge (Menge an umlaufenden Gold- und Silbermengen) war nur Symptom des plötzlich geringer gewordenen Arbeitswertes der Edelmetalle. Die Klassiker nahmen an, dass zum Umschlag der Waren einer Volkswirtschaft, die insgesamt einen bestimmten Wert hatten, eine Goldmenge von insgesamt einem bestimmten Wert benötigt wurde, abhängig von der Umlaufsgeschwindigkeit der Goldmünzen. Die Umlaufgeschwindigkeit wurde dabei als stabil angenommen. Sank der Wert der einzelnen Goldmünzen wegen Erhöhung der Arbeitsproduktivität bei der Goldgewinnung, wurden zum Ausgleich entsprechend mehr Goldmünzen für den Geldumlauf benötigt. Die Erhöhung der Geldmenge war also nur Symptom der Verminderung des Wertes der einzelnen Goldmünze.
Wurde mehr Gold, als für den Warenumschlag benötigt, in Umlauf gebracht, führte dies nicht zu Preissteigerungen, sondern das überschüssige Gold wurde als Wertaufbewahrungsmittel gehortet. Die Wirtschaftssubjekte wollten Gold nicht unter Wert gegen Waren tauschen, so die Annahme der Klassiker.
Anders sah es beim Papiergeld aus. Für das Papiergeld galten solange keine anderen Gesetze als für Goldmünzen, solange der Staat oder die Banken das Papiergeld nur in solchen Mengen ausgaben, dass es jederzeit zu einem bestimmten Verhältnis in Gold eingetauscht werden konnte. Während der Koalitionskriege floss jedoch sehr viel Gold ins Ausland ab oder wurde gehortet. Schließlich wurde die Goldeinlösungspflicht für Papierbanknoten aufgehoben. Nach einiger Zeit gab es dann zwei Preise. Die stabilen Preise der Waren in Gold ausgedrückt und die steigenden Preise der Waren in Papiergeld ausgedrückt.
Marx stellte den Sachverhalt so dar: Solange die für den Warenumschlag benötigte Goldmenge durch Papiergeld ersetzt wird, sind Gold und das es repräsentierende Papiergeld gleich viel wert. Wird aber in Notzeiten von den Banken der Papiergeldumlauf über den notwendigen Goldumlauf gesteigert, dann steigen genau in dem Maße die Preise in Papiergeld ausgedrückt. Während also zu viel Gold die Preise nicht anhebt, sondern als Wertaufbewahrungsmittel gehortet wird, trauen die Wirtschaftssubjekte dem Papiergeld diese Fähigkeit zur Wertbewahrung nicht zu, es wird verausgabt. Dann „jagen“ aber zu viele Banknoten zu wenige Waren. Die Preise in Papiergeld ausgedrückt steigen. Für das Papiergeld gilt insoweit die Quantitätstheorie des Geldes.
Quantitätstheorie des Geldes
Siehe ausführlichen Artikel unter Quantitätstheorie
Nach der Quantitätstheorie verändert sich das Preisniveau proportional zur Geldmenge. Steigende Geldmenge ist also eine Ursache für Inflation. Die Geldmenge kann steigen, wenn der Staat seine Ausgaben zum Beispiel für Militär oder Sozialstaat über die Druckerpresse finanziert, also einfach nur mehr Geld druckt, um damit seine Ausgaben zu finanzieren. Steigende Preise wirken dann wie eine Art Steuer, indem die Kaufkraft der Privaten durch steigende Preise zurückgedrängt wird zugunsten der Kaufkraft des Staates.
Der Quantitätstheorie liegt die Vorstellung zugrunde, dass der Marktmechanismus für eine volle Auslastung der Produktionskapazitäten sorgt, auch für Vollbeschäftigung. Dann kann eine steigende Geldmenge nur zu höheren Preisen führen. Im Zuge der Weltwirtschaftskrise 1929 kam es allgemein zu einer starken Unterauslastung der Kapazitäten, so dass Keynes für diesen Fall nicht mehr die Gefahr steigender Preise sah.
Keynesianische Erklärung
Eines der Grundprinzipien des Keynesianismus ist die negative Korrelation zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit. Grundlage für diese Annahme bildeten empirische Untersuchungen auf der Basis historischer Daten, die mit sinkender Arbeitslosigkeit ein höheres Preisniveau verbanden (Phillips-Kurve/Phillips-Theorem). Theoretisch erklärt wurde dieses Prinzip damit, dass mit sinkender Arbeitslosigkeit das Volkseinkommen steigt und hierdurch die Konsumgüternachfrage stärker ansteigt als Produktionskapazitäten geschaffen werden können. Dazu kommt, dass bei Vollauslastung die Preise ansteigen und die Gewerkschaften bei geringerer Arbeitslosigkeit höhere Lohnforderungen durchsetzen können, was sich auf die Preise auswirkt. Entgegen dieser Theorie trat in den 70er Jahren die Stagflation auf, welche neben einem hohen Arbeitslosenniveau auch steigende Inflationsraten verbuchte. Somit war die Philipskurve insoweit widerlegt, weil sie nur gilt, wenn die Einflüsse von außen (die siebziger Jahre waren durch steigende Rohstoffpreise geprägt) stabil gehalten werden.
Schöpft eine Volkswirtschaft ihre Produktionsmöglichkeiten zur Gänze aus - man spricht in diesem Zusammenhang von der PMK (=ProduktionsMöglichkeitenKurve) - so führt ein Anstieg der Nachfrage im Keynesianismus voll zu einer Preissteigerung. Die Unternehmen können die erhöhte Nachfrage nach Produkten nicht ausgleichen, daher werden diese Produkte einfach teurer (vgl. Nachfrage-Sog-Inflation oben). Die Problematik ist, ob nicht schon vor Erreichen einer allgemeinen Vollauslastung der Kapazitäten schon in einzelnen Wirtschaftszweigen Engpässe auftreten, so dass die Preise bereits zu klettern anfangen, bevor Vollbeschäftigung und allgemein Vollauslastung der Kapazitäten erreicht worden ist. In den 70er Jahren stand die Bauwirtschaft als besondere Nutznießerin keynesianischer Konjunkturprogramme im Verdacht, einfach nicht mehr zu investieren, sondern nur noch die höhere staatliche Nachfrage in Form von höheren Preisen einzuheimsen, ein Fall von Moral Hazard.
Ausprägungen der Inflation
Inflation lässt sich gliedern in verschiedene Geschwindigkeiten (schleichend, trabend, gallopierend und Hyperinflation) und Phasen (akzelerierte Phase - stabilisierte Phase - dezelerierte Phase). Der Begriff "Inflation" erlebte dabei selbst eine Inflation, indem ursprünglich mit Inflation die Inflationen der frühen 20er Jahre gemeint waren, die heute als schwere oder Hyperinflationen gelten.
Leichte Inflation (etwa 0% bis 5% Wertverlust im Jahr) hat nachfragefördernde Wirkung, da Leute ihr Geld ausgeben oder investieren wollen. Freilich verlangen sie für Investitionen immer noch eine Liquiditätsprämie, d.h. die Renditen müssen deutlich über der Inflationsrate liegen.
Tun sie das nicht, wird versucht das Geld woanders (z.B. im Ausland) anzulegen. Leichte Inflation kann man fast überall beobachten und ist grundsätzlich zu begrüßen.
Rendite
Schwere Inflation (etwa über 5% Wertverlust im Jahr) hat nachfragehemmende Wirkung. Das Tauschmittel Geld verliert seinen Wert schneller als andere Güter (z.B. Immobilien, Aktien, Sachkapital allgemein) und wird deswegen nicht angenommen.
Diese Nicht-Annahme des Geldes verhindert den Handel und kann so die Wirtschaft zerstören, mit Folgen wie Arbeitslosigkeit oder Dumping-Löhnen. Bei schwerer Inflation steigt die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes.
Kann nicht genug werthaltiges Sachkapital produziert werden, wird versucht, Wert in Devisen anzulegen. Die Entwertung des Geldes wird so beschleunigt. Häufig gibt es nach der Inflation eine Währungsreform. Besonders schwere Inflationen mit monatlichen Wertverlusten von über 50% werden auch als Hyperinflationen bezeichnet.
Schwere Inflation konnte man in der Geschichte unter anderem beobachten:
- um 1622 in Europa in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges
- um 1923 in Deutschland und Ungarn (Deutsche Inflation 1914 bis 1923)
- 1939 - 1948 in Deutschland (zurückgestaute Inflation, korrigiert durch Währungsreform)
- jahrzehntelang bis 1991 in Argentinien
- jahrzehntelang bis 1994 in Brasilien
- um 1995 in Mexiko
- um 2002 in Argentinien
Versucht der Staat, die freie Preisbildung zu regulieren, sucht sich die Inflation andere Wege, bekannt unter verdeckter oder zurückgestauter Inflation, die sich in Käuferschlangen u.ä. äußert. Die offene Inflation ist eine reine Preissteigerung.
Beseitigung der Inflation
Eine Möglichkeit, Inflation zu stoppen, besteht darin, Preise und Gehälter staatlich zu binden. Ein Versuch dazu scheiterte in den 70er Jahren in den USA unter Präsident Richard Nixon, da sich die Inflation, wie oben genannt, andere Wege suchte. Viele Wissenschaftler halten Preisbindungen für sinnlos, sogar schädlich für eine Volkswirtschaft und den Grundsätzen einer Marktwirtschaft widersprechend. Ein früher Versuch, Preise am klettern zu hindern, ist das Höchstpreisedikt des römischen Kaisers Diokletian.
Monetaristen, deren Überzeugungen momentan die Geldpolitik der wichtigsten Zentralbanken der Welt beeinflussen, versuchen mit Hilfe der Geldmenge, die Inflation zu steuern. Eine Senkung der umlaufenden Geldmenge (in Deutschland auch kurz M1 genannt) würde etwa bedeuten, dass mit weniger verfügbarem Geld die gleiche Anzahl von Produkten gekauft werden muss.
Dadurch sinkt der Preis, da der Wert des Geldes insgesamt steigt. Eine solche Maßnahme wäre aber sehr kostenintensiv (da deflationär und rezessiv) und wäre angesichts politischer Widerstände nur schwer umzusetzen.
Statt dessen versuchen Zentralbanken deshalb, das Wachstum der Geldmenge dem Wachstum des Produktionspotentials anzugleichen. Um für die Wirtschaftssubjekte die wirtschaftliche Planung zu erleichtern, verkünden manche Zentralbanken auch Inflationszielwerte, d. h. sie kündigen eine Geldpolitik an, die das Ziel hat, die Inflation unterhalb eines bestimmten Zielwertes zu halten. Die EZB hat z. B. einen Zielwert von 2 %. -
Siehe auch: Quantitätstheorie.
Keynesianer steuern statt dessen eher auf der Nachfrageseite: Mit Hilfe einer höheren Besteuerung oder geringeren Staatsausgaben wird versucht, die Nachfrage zu bändigen. Aber auch diesem Mittel sind sehr enge Grenzen gesetzt.
Eine andere früher durchgeführte, aber mit manchen Nachteilen verbundene Möglichkeit war die Golddeckung der Währung. Wenn Gold nicht unmittelbar Geld war, wurde der Wert des umlaufenden Papiergeldes in einem bestimmten Verhältnis durch Goldreserven bei den Banken gedeckt. Eine hundertprozentige Deckung war dabei nicht notwendig, es reichte ein kleineres Verhältnis, um unter normalen Umständen jederzeit Papiergeld in Gold auf Verlangen eintauschen zu können. 1971 gaben die USA unter Präsident Nixon offiziell die Goldeinlösungspflicht Dollar gegen Gold, die schon nur noch gegenüber staatlichen Zentralbanken bestanden hatte, auf. Dies war ein Teil des Endes des internationalen Währungssystems von Bretton Woods 1973. Bis dahin waren mittelbar alle Währungen noch an Gold gebunden, die Währungen an den US-Dollar, der US-Dollar an das Gold. Da nach dem Ende von Bretton Woods die Inflationsraten weltweit in die Höhe schnellten, gibt es immer wieder Überlegungen, ob zu diesem System zurückgekehrt werden sollte. Angesichts derzeit niedriger Inflationsraten wird dies allerdings weniger wegen der Inflationsgefahren, sondern mehr zur Eindämmung von Wechselkurs-Schwankungen gelegentlich angedacht.
Eine sehr untergeordnete Rolle spielen freiwirtschaftliche Überlegungen zum Thema der Inflation, da sie von den meisten Ökonomen abgelehnt werden.
Siehe auch
- Deflation
- Geldillusion
- Hyperinflation
- Stagflation
- Freigeld
Weblinks
- [http://www.ihk-koeln.de/Navigation/Standortpolitik/ZahlenDatenStatistiken/PreisindexUeberarb.jsp Verbraucherpreis-Index für Deutschland]
- [http://www.statistik.at/fachbereich_02/vpi_tab2.shtml Verbraucherpreis-Index für Österreich]
- [http://www.sinistra.net/lib/upt/kompro/ciqa/ciqaaguced.html Kommunistische Definition von Inflation]
Kategorie:Makroökonomie
Kategorie:Geld und Kredit
Kategorie:Wirtschaftskrise
ja:インフレーション
ko:인플레이션
ms:Inflasi
simple:Inflation
VolkswirtschaftslehreDie Volkswirtschaftslehre (VWL) ist ein Teilgebiet der Wirtschaftswissenschaft.
Betätigungsfeld und Grundannahmen der VWL
Allokation knapper Güter
Die VWL untersucht die Allokation ökonomischer Ressourcen (Güter und Produktionsfaktoren), die der Befriedigung menschlicher Bedürfnisse dienen. Ausgangspunkt ist also die Grundannahme, dass Güter und Ressourcen knapp sind und die Menschen darum gezwungen sind, sich zwischen verschiedenen Möglichkeiten von deren Einsatz oder Verbrauch zu entscheiden (Ökonomisches Prinzip). Die Knappheit bedeutet dabei, dass eine einmal gewählte Verwendungsmöglichkeit eine andere ausschließt. Ökonomen bezeichnen das als Opportunitätskosten. Die Wahlentscheidungen von Individuen und Gruppen sind daher in der VWL von zentraler Bedeutung. Die Wirtschaftswissenschaftler gehen davon aus, dass Anreize, Präferenzen und Nutzen diese Entscheidungen bestimmen.
Untersuchungsfelder
In der Volkswirtschaftslehre werden gesamt- und einzelwirtschaftliche Zusammenhänge und Prozesse untersucht. Grundfragen sind Handel, Ressourcenallokation, die Ursachen des Wohlstandes, die Gestaltung der Produktion, die Verteilung des Wohlstandes in einer Gesellschaft, Ursachen von Wirtschaftskrisen sowie die damit verwandten Themen Finanzen, Steuern, Arbeit und Arbeitslosigkeit, Recht, Armut, Umweltschutz und viele andere.
Menschenbilder
In der Volkswirtschaftslehre wird häufig mit der Modellannahme des homo oeconomicus gearbeitet, nach der der Mensch rational handelt, um sein Wohlbefinden unter gegebenem Informationsstand zu maximieren. Dieses Modell scheint für viele Untersuchungen ausreichend, da sich die irrationalen Vorlieben der einzelnen Individuen in der Summe wieder ausgleichen.
Neuere Forschungsmodelle erweitern zunehmend die Annahmen und beziehen irrationales Verhalten in ihre Denkmodelle der Verhaltensökonomie mit ein, so z. B. in der Spieltheorie. Einige Forscher haben für diese Ansätze schon den Wirtschaftsnobelpreis verliehen bekommen. Des Weiteren berücksichtigen neuere ökonomische Menschenbilder opportunistisches Verhalten (opportunism, Williamson), worunter eigennütziges Denken gepaart mit List und Tücke verstanden wird, und die Begrenztheit der menschlichen Rationalität aufgrund beschränkter kognitiver Kapazitäten (bounded rationality, Simon). So werden solche menschlichen Eigenschaften in der neuen Institutionenökonomik berücksichtigt.
Darüber hinausgehende Entwicklungen wie die des sog. REMM (resourceful, evaluating, maximizing man, Meckling) beziehen zudem die Lernfähigkeit des Menschen in die Betrachtung mit ein.
Werkzeuge und Themen der VWL
Werkzeuge der VWL
Mathematische Modelle spielen eine wesentliche Rolle in der VWL, da sie klare Beweisführung und eindeutig definierte Annahmen verlangen und in der Regel nicht zu vieldeutigen oder "weich" interpretierbaren Ergebnissen führen. Die generellen volkswirtschaftlichen Ansätze lassen sich aber mit einfacher Arithmetik und dem Verschieben von Kurven darstellen, ohne dass man tiefere mathematische Kenntnisse mitbringen muss. Die Österreichische Schule vertritt sogar die Auffassung, dass jedes Modell, das über einfache Logik hinausgeht, nicht nur überflüssig, sondern sogar ungeeignet für ökonomische Analysen sei. In den letzten Jahren zeigt sich eine zunehmende Tendenz hin zu ökonometrischen Arbeiten.
Fachrichtungen der VWL
- Mikroökonomie, die sich mit den Beziehungen von einzelnen Individuen und Firmen untereinander befasst. Die innere Gliederung von Unternehmen ist Gegenstand der Betriebswirtschaftslehre.
- Makroökonomie, die die Wirtschaft im Gesamtzusammenhang betrachtet, also die Wechselwirkung von Einkommen, Beschäftigung und Inflation
In den letzten zwanzig Jahren gab es immer wieder Versuche, diese beiden Grundrichtungen miteinander zu verzahnen. Heute herrscht weitgehend Einigkeit, dass gute makroökonomische Analysen auf fundierten mikroökonomischen Kenntnissen aufbauen müssen.
Innerhalb dieser breiten Fachrichtungen der VWL finden sich spezialisierte Themenbereiche, die ein breites Spektrum menschlicher Tätigkeiten abdecken. Das quantitative Methodenwissen der VWL ist in einer eigenen Fachrichtung zusammengefasst, der Ökonometrie.
Themen in der VWL
- Allgemeine Mikroökonomie
:Markt -- Allgemeine Gleichgewichtstheorie -- Marktgleichgewicht -- Angebot und Nachfrage -- Preis -- Preiselastizität -- Nutzenfunktion -- Produktionsfaktor -- Produktionsfunktion
- Mikroökonomie der staatlichen Eingriffe
:Entwicklungsökonomie --Öffentliche Finanzen -- Öffentliche Güter und externe Effekte -- Netzwerkeffekte -- Staatliche Regulierung -- Ölflecktheorem
- Spezielle Mikroökonomie für einzelne Bereiche bzw. Branchen
:Arbeitsmarkt -- Bildungsökonomie -- Familienökonomie -- Finanzökonomie -- Gesundheitsökonomie -- Industrieökonomik -- Ökonomie des Rechts -- Regionalökonomie -- Verkehrswirtschaftslehre -- Umweltökonomie -- Innovationsökonomie -- Ökonomie der Kriminalität -- Religionsökonomie
- Makroökonomie
:Gesamtwirtschaftlicher Konsum -- Gesamtwirtschaftliche Investitionen -- Fiskalpolitik -- Geldpolitik -- Preisentwicklung -- Wechselkursentwicklung -- Konjunkturtheorie -- Wirtschaftswachstum -- Arbeitslosigkeit bzw. Gesamtwirtschaftliche Beschäftigung
- Internationale Wirtschaftsbeziehungen
:Güterwirtschaftliche und monetäre Außenwirtschaftstheorie -- Zolltheorie -- Handelspolitik -- Zahlungsbilanz -- Internationale Institutionen -- Wirtschaftliche Integration
- Methodologie
:Entscheidungstheorie -- Evolutionsökonomik -- Experimentelle Ökonomie -- Ökonometrie -- Spieltheorie -- Wirtschaftsgeografie -- Wirtschaftsgeschichte -- Wirtschaftspolitik
Geschichte der Volkswirtschaftslehre
Das Bearbeiten grundlegender ökonomischer Fragestellungen theoretischer Natur wurden nach allgemeiner Auffassung im Merkantilismus begonnen. Eine echte akademische Debatte gab es zu dieser Zeit natürlich noch nicht. Thomas Mun war einer der frühesten ökonomischen Autoren und schrieb bspw. über Handelsbilanzen zweier Länder. Auch Jean-Baptiste Colbert war einer dieser frühesten Autoren, er beschäftigte sich mit Staatseingriffen in die Wirtschaft.
Drei wichtige frühe theoretische Autoren waren vor allem William Petty, John Law und John Locke, die erste theoretische Erkenntnisse über bspw. Geldumlauf und Geld bzw. Banknoten (Assignaten) veröffentlichten.
Nach der merkantilistischen und physiokratischen Epoche entstand mit Adam Smith, David Ricardo, Jean-Baptiste Say und anderen Autoren die Klassische Nationalökonomie.
Vor allem Smiths Werk „An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations“ ist ein bis heute bedeutendes Grundlagenwerk der Volkswirtschaftstheorie. In diesem fasst er bereits (auch von anderen) entwickelte Theorien zusammen und formuliert eine Struktur volkswirtschaftlicher Zusammenhänge. Smiths bedeutendster Beitrag ist das Konzept der "unsichtbaren Hand", welches das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage auf einem freien Markt darstellt.
Ricardo entwickelte das Konzept der Arbeitsteilung und der komparativen Kostenvorteile zweier Länder und beschrieb, warum Handel sich positiv auf die Wirtschaft und die Faktorallokation zweier Länder auswirkt.
Ab Anfang des 19. Jahrhunderts schrieben mehrere Wirtschaftstheoretiker relativ unabhängig voneinander wichtige Werke über die Monopoltheorie (Cournot und Dupuit) oder Raumordnung und Standortplanung (Johann Heinrich von Thünen). Auch Karl Marx gehört in diese Epoche, wenngleich behauptet wird, Marx habe lediglich Ricardo weiterentwickelt (Schumpeter behauptete, Marx habe "die Fehler Ricardos zu Ende gedacht").
Mit dem auslaufenden 19. Jahrhundert entstanden drei von einander unabhängige Schulen der Grenznutzentheorie, welche die sogenannte marginalistische Revolution auslösten: Die Österreichische Schule von Carl Menger, die Cambridge-School von William Stanley Jevons und die Lausanner Schule um Leon Walras. Alle drei Schulen entwickelten die Theorien des Grenznutzens und des allgemeinen Gleichgewichts weiter. Allerdings wurden wesentliche Grundlagen der Grenznutzentheorie bereits rund 20 Jahre vorher (um 1850) vom deutschen Ökonomen Hermann Heinrich Gossen entwickelt, was allerdings bis weit nach dessen Tode unbekannt blieb. Gossen fand erst nach seinem Tode größere Beachtung.
Die drei neoklassischen Schulen haben eine Vielzahl wichtiger Ökonomen hervorgebracht, welche bis zum zweiten Weltkrieg die Wirtschaftstheorie entscheidend prägten: Die österreichische Schule bestand neben Carl Menger noch aus Eugen von Böhm-Bawerk, Friedrich von Wieser, Joseph Schumpeter und Ludwig von Mises. Zur Cambridge School gehören neben Jevons der herausragende englische Ökonom Alfred Marshall, welcher als erster den Begriff "Economics" statt "Political economy" verwendete und die Wirtschaftstheorie somit begriffsmäßig in eine eigene Wissenschaft überführte. Weiterhin gehörten zur Cambridge-School Francis Edgeworth, Arthur Cecil Pigou und John Maynard Keynes. Zur Lausanner Schule, welche prägend für eine stärkere mathematische Ausgestaltung der ökonomischen Theorie war, zählt neben Walras vor allem Vilfredo Pareto, Eugenius Slutsky und Irving Fisher, der wohl wichtigste US-amerikanische Ökonom in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Zur Lausanner Schule können auch noch Heinrich von Stackelberg sowie Paul Samuelson gezählt werden.
Die neoklassische und die keynesianische Theorie haben derzeit den stärksten Einfluss auf die wissenschaftliche Theoriebildung, der Monetarismus und der Neoliberalismus beeinflussen derzeit am stärksten die Wirtschaftspolitik.
Die Außenseiterpositionen Debitismus und Freiwirtschaftslehre sind zwei Denkschulen, die in der universitären Ausbildung kaum gelehrt werden.
Bekannte Volkswirte
- 18. Jahrhundert
: - Francois Quesnay - 1694 - erste ökonomische Kreislauftheorie
: - Adam Smith - 1723 - "Unsichtbare Hand", Klassik
: - Jean-Baptiste Say - 1767 - Saysches Theorem, Klassik
: - David Ricardo - 1772 - Theorie der komparativen Vorteile, Klassik
- 19. Jahrhundert
: - Luigi Bodio - 1840 - Herausgeber der Statistique internationale des caisses d'épargne
: - Eugen von Böhm-Bawerk
: - Antoine-Augustine Cournot
: - Hermann Heinrich Gossen
: - William Stanley Jevons - Begründer der Cambridge-School
: - Karl Marx - 1818 und Friedrich Engels - 1820 - Sozialismus
: - Carl Menger - Begründer der Österreichischen Schule
: - Marie Esprit Léon Walras - 1834 - Begründer der Lausanner Schule, Gleichgewicht in der Totalanalyse, Neoklassik
: - Friedrich von Wieser
- 20. Jahrhundert
: - Kenneth Arrow - Maß zur Messung der Risikoaversion, zusammen mit John Pratt, deshalb auch bekannt als Arrow/Pratt-Maß
: - George A. Akerlof - Adverse Selektion bei Informationsasymmetrie, Saure-Gurken-Problem (Lemons problem)
: - John Richard Hicks - Kompensationstest, zusammen mit Nicholas Kaldor
: - Arthur Cecil Pigou - Ökosteuer (Pigou-Steuer)
: - Robert Solow - Wachstumstheorie (Solow-Modell)
: - Lenin - Modell der Planwirtschaft
: - Nikolai Iwanowitsch Bucharin - Marxistische Wirtschaftsordnung
: - Gary Stanley Becker - Anwendung der Ökonomik auf alle Lebensbereiche, Neoklassik
: - Karl Bücher - Geschichte der Wirtschaftsformen
: - Ronald Harry Coase - The nature of the firm (Existenz von Transaktionskosten), Das Coase-Theorem, Begründer der Neuen Institutionenökonomik
: - Milton Friedman - Begründer des Monetarismus
: - John Kenneth Galbraith - Wettbewerbspolitik, The Concept of Countervailing Power
: - Silvio Gesell - Begründer der Freiwirtschaftslehre - Die natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld; Der abgebaute Staat
: - Friedrich August von Hayek - Die Verfassung der Freiheit, Evolutionsökonomik (spontane Ordnung, Nicht-Zentralisierbarkeit des Wissens)
: - Michael Jensen - Institutionenökonomik (Agency-Theorie)
: - Lord John Maynard Keynes - Begründer des Keynesianismus, nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik
: - Robert Mundell - Entwicklung von Konjunktur-Modellen und theoretische Arbeiten zu Währungsgemeinschaften
: - Piero Sraffa - Theorie des Produktwertes, Kritik der Grenznutzentheorie
: - Joseph Alois Schumpeter - Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung, Konjunkturtheorie
: - Vilfredo Pareto - Begründer des Pareto-Optimums
: - Franz Oppenheimer - Mitbegründer der Sozialen Marktwirtschaft, Genossenschaftswesen
: - Amartya Sen - Wohlfahrtsökonomik
: - Oliver Williamson - Markets and Hierarchies, The Economic Institutions of Capitalism, Institutionenökonomik (Theorie der Firma)
: - George Stigler - Chicago School of Antitrust, zeigte empirisch, dass moderne Marktwirtschaften weit intensiverem Wettbewerb unterliegen als ihre Kritiker wahrhaben wollen
Organisationen, Verbände und Vereine
- Verein für Socialpolitik
- Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte
- Berufsverband für Wirtschaftsakademiker und Studierende der Wirtschaftswissenschaften
Siehe auch
- Portal:Wirtschaft
- Liste von Ökonomen
- Nobelpreisträger der Wirtschaftswissenschaften
- Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften
Literatur
- N. Gregory Mankiw: Grundzüge der Volkswirtschaftslehre. Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart 2001 ISBN 3-7910-1853-1 (erklärt komplexe Zusammenhänge in leicht verständlicher Sprache und gibt einen ausführlichen Einstieg in die Materie, 868 Seiten)
- Paul A. Samuelson, William D. Nordhaus: Volkswirtschaftslehre. ISBN 3-636-03033-7 (ein bekanntes Standardwerk)
- Ulrich van Suntum: Die unsichtbare Hand. Springer-Verlag, Berlin Heidelberg New York 2000 ISBN 3-540-41003-1 (übersichtsverschaffender Einstieg in die Volkswirtschaftslehre, besonders auch für interessierte Fachfremde geeignet)
- Gilberto Granados/Erik Gurgsdies: Ökonomie — Ein systematischer Überblick über die Grundprobleme entwickelter Marktwirtschaften am Beispiel der Bundesrepublik Deutschland. Besonders geeignet für interessierte Laien. Dietz 1999, ISBN 3-8012-0270-4
- Jochen Schumann: [http://www.wiwi.uni-muenster.de/ecochron/ec-top.htm?tp_wirtschaft1.htm Geschichte der Wirtschaftstheorie]. In: Das Wirtschaftsstudium (WISU), 19. Jg., Heft 10 (Oktober 1990), S. 586-592.
Weblinks
- [http://www.vwler.de Portal für Volkswirte - Der VWLer.de]
- [http://www.wagner-berlin.de/leit.htm Leitfaden Volkswirtschaftslehre]
- [http://www.oeffentliche-finanzen.de/zeit/Inhalt.htm ZEIT-Bibliothek der Ökonomen]
- [http://www.wiwi.uni-muenster.de/ecochron/ec-top.htm?tp_wirtschaft1.htm Geschichte der Wirtschaftstheorie]
!
ja:経済学
ko:경제학
simple:Economics
Preis (Wirtschaft) Insbesondere die Gliederung erscheint mir wirr. Für einen derart wichtige volkswirtschaftliche Größe wie den Preis sollte die Wikipedia m. E. einen besseren Artikel aufweisen können. --Kai (Benutzer:Geisslr) 08:21, 18. Jul 2005 (CEST)
Kai (Benutzer:Geisslr)
Der Preis , auch Verkaufspreis ist in der Wirtschaftswissenschaft der Indikator für die Knappheit von Gütern, gemessen an den verfügbaren Mengen und am Bedarf. Preise geben an, auf welche Mengen anderer Güter man verzichten muss, um eine Einheit des nachgefragten Gutes zu erlangen. Im Sinne von Einstandspreis wird Preis auch im Gegensatz zu Kosten verstanden, wobei Preis den Verkaufspreis eines Gutes und Kosten den in Geld ausgedrückten Aufwand zur Herstellung der Ware beschreibt.
In der Literatur werden auch die Begriffe Räumungs- und Ausgleichsfunktion für den Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage sowie Informations- bzw. Signalfunktion benutzt.
Preisbildung
Die Preisbildung auf einem polypolistischen freien Markt erfolgt durch die Wechselwirkung von Angebot und Nachfrage. Dabei pendelt sich der Preis auf einem kompetitiven Markt so ein, dass er Angebot und Nachfrage ausgleicht (Marktgleichgewicht). Ist das Angebot größer als die Nachfrage, so sinkt der Preis. Zu einem tieferen Preis sind mehr Nachfrager bereit, das Produkt zu kaufen, aber weniger Anbieter bereit, das Gut anzubieten. Die Nachfrage steigt und das Angebot sinkt. Den Preis, bei dem Nachfrage und Angebot gleich groß sind, nennt man Gleichgewichtspreis.
Preise entstehen jedes Mal, wenn Käufer und Verkäufer einen Vertrag über den Eigentumswechsel eines Gutes (Ware, Dienstleistung, Forderung etc.) zu bestimmten (monetären und anderen) Konditionen schließen. So ist der Kurs der Preis von Wertpapieren, der Zins der Preis für geliehenes Geld.
Mit abnehmender Zahl der Anbieter und Abnehmer eines Gutes wird auch die Preisbildung schwieriger und unstetiger; bei einem unilateralen Monopol bestimmt der Anbieter bzw. der Abnehmer alleinig den Preis; in einem bilateralen Monopol ist die Preisfindung oft willkürlich.
Preisfunktionen
Signalfunktion des Preises
Preise dienen in der Wirtschaft als Wertmaßstab für Güter. Als Bezugsgröße für den Preis dient in der Regel Geld, welches den Tauschwert von Gütern angibt. Preise werden insbesondere in der Volkswirtschaftslehre als Indikatoren für die Knappheit von Gütern angesehen. Aus den Kosten eines Gutes (Preisuntergrenze) einerseits und der Begehrtheit eines Gutes andererseits (Nachfrage) ergibt sich sein Wert.
Beispiel: Die Kosten eines Handys können bei 100 € liegen, sein Wert dagegen kann wesentlich über dem Selbstkostenpreis liegen. Hat der Wert eines Gutes zum Beispiel ein negatives Maß, dann ist es nicht marktfähig. Ist das Maß der Begehrtheit zum Beispiel nicht an die Marke, sondern nur an die Art des Gutes gebunden, dann kann der Preis beim Selbstkostenpreis oder sogar darunter liegen. In der Praxis wird die Werbung über den Preis und die Qualität geführt. Dabei ist es die Aufgabe der Marketingabteilungen, dem Gut ein vorteilhaftes Image zu geben. In Zeiten der Rezession vermitteln Slogans wie "Geiz ist geil" das Gefühl, besonders günstig beziehungsweise preiswert einzukaufen.
Koordinierungsfunktion
Die Haushalte und Unternehmen nutzen den Preis, um ihre individuellen Pläne aufeinander abzustimmen.
Anreizfunktion
Durch niedrige Preise soll der Kunde animiert werden, ein Gut zu erwerben. Mit der Frage, wie mit Hilfe der Preisgestaltung Kaufanreize gesetzt werden, beschäftigt sich die Preispolitik. Hohe Preise sollen Unternehmen ermuntern, die Produktion auszuweiten.
Lenkungsfunktion
Der durch Angebot und Nachfrage gebildete Gleichgewichtspreis gewährleistet bei entsprechenden Annahmen und unter den normativen Zielvorstellungen der Neoklassik, dass die zu einem gegebenen Zeitpunkt vorhandenen Produktionsfaktoren (z. B. Arbeitskraft) dort eingesetzt werden, wo sie den größten Nutzen bringen (effiziente Allokation).
Kosten (Minimum) und Begehrtheit (Maximum)
Kosten: Kosten des einzelnen Betriebes dürfen nicht mit den volkswirtschaftlichen Kosten verwechselt werden. Die Kosten bilden die Preisuntergrenze, wenn ohne Verlust gewirtschaftet werden soll. Für den Umsatz sind die Kosten aber nicht alles. Dazu kommt noch die Begehrtheit eines Gutes, um Gewinne zu erzielen, die über die kalkulatorischen Zinsen und den Unternehmerlohn (Bestandteile des Selbstkostenpreises) hinausgehen.
Die Begehrtheit eines Gutes ist seine Wertschätzung, eine bestimmte Geldmenge an den Anbieter zu übertragen. Es gibt in der Volkswirtschaft Phasen, wenn zum Beispiel die Erwartungen der Nachfrager durch eine negative Einschätzung der Zukunft beeinträchtigt sind, den Kauf eines Gutes zu verschieben oder ganz darauf zu verzichten. Wenn Güter weltweit angeboten werden, dann kommt noch das Wechselkursverhältnis ins Spiel. Deshalb muss die Währungsrelation Bestandteil von Kalkulationen werden.
Währungsrelationen
Die Güter können zum Beispiel in Euro, US-Dollar oder Yen angeboten werden. Die Umrechnung eines Gutes in die jeweilige Landeswährung kann zu einem Preisvorteil führen, der das Gut für den Nachfrager besonders attraktiv macht. Damit kann sich ein Arbitragevorteil realisieren lassen. Allerdings wird dieser Vorteil kleiner, wenn die Nachfrage nach Gütern aus einem bestimmten Währungsraum zu einer starken Devisennachfrage führt und sich damit der Preis der Devise verteuert.
Der Anbieter / Verkäufer beziehungsweise Nachfrager / Käufer in einem Währungsgebiet (beispielsweise Europäische Union) kann Preisvorteile durch unterschiedliche Selbstkosten je Region realisieren, wenn die Währungsrelation außer Kraft gesetzt worden ist. Eine Abpufferung von Kostenunterschieden durch nationale Währungen entfällt in diesen Fällen.
Beispiel: In der Europäischen Union sind die Relationen der nationalen Währungen untereinander zeitpunktabhängig festgeschrieben worden, so dass die unterschiedlichen Selbstkosten je Gut dem Nachfrager einen unmitelbaren Preisvorteil einbringen können, wenn der Anbieter den Preisvorteil weitergeben würde. Der Nachfrager gibt weniger Geld aus und kann damit zusätzlichen Bedarf decken. Auch der Anbieter kann Ersparungen realisieren, die er anderweitig anlegen kann, wenn der Wettbewerb dies zulässt (Arbitragevorteil).
Allerdings provoziert die Festschreibung der Währungsunterschiede in der EU dann Anpassungssubventionen aus Steuermitteln, wodurch die Ersparnis beim Kauf durch Steuererhöhungen abgeschöpft werden kann.
Spezialgebiete
Die Preispolitik verfolgt hauptsächlich das Ziel mit Hilfe der Preisgestaltung Kaufanreize zu setzen.
Bevor ein Produkt in den Markt eingeführt wird, sollte eine Festlegung auf eine Preisstrategie erfolgen.
Ein Preisindex ist ein statistisches Konstrukt, das eine Aussage über die Höhe der Inflation (Preisniveau) in einem volkswirtschaftlichen Bereich machen soll.
Weblinks
[http://www.personal.uni-jena.de/~dps/preis.html Der Preis – Einige Gedanken] von John Ruskin
[http://www.vernunft-schweiz.ch/document.php?cid=5 Preisbildung mit Angebot und Nachfrage]
Siehe auch
- Preisindex
- Preis-Absatzmengen-Funktion
- Tarif
- Kosten
- Wert
- Wertschöpfung
- UVP
- Währung
- Mikroökonomie
Kategorie:Wirtschaft
ja:価格
SchwarzmarktUnter einem Schwarzmarkt (öst. auch Schleichhandel) versteht man ganz allgemein einen illegalen Markt.
Auf einem solchen werden knappe, vom Staat preislich fixierte oder durch Umgehung von Steuern u.ä. teilweise erheblich vergünstigte Güter gehandelt. Weiterhin entwickeln sich Schwarzmärkte für verbotene Güter, wie z.B. Drogen oder Waffen.
Auf dem Schwarzmarkt ist der Handel nicht staatlich kontrolliert oder reguliert, er funktioniert aber sehr wohl nach den Regeln des Marktes. Schwarzmarktpreise bei staatlich fixierten Höchstpreisen bzw. Abgabebeschränkungen stellen den eigentlichen Marktpreis dar. Anstelle einer ordentlichen Rechtsprechung zur Beilegung von Disputen gilt auf dem Schwarzmarkt meist das "Recht des Stärkeren", was sich auch in Gewaltkriminalität äußern kann.
Beispiele
Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Versorgungslage der Bevölkerung sehr schlecht. Lebensmittel und Güter des täglichen Bedarfs waren nur gegen Lebensmittelmarken und in geringen Mengen legal in Geschäften erhältlich. Neben diesem legalen Markt entwickelte sich ein illegaler Schwarzmarkt, auf dem alles erhältlich war, allerdings zu schwindelerregenden Preisen. Er verschwand trotz häufig durch die Polizei stattfindender Razzien erst nach der Währungsreform 1948, als staatliche Reglementierung abgeschafft und dadurch Marktpreisbildung möglich war.
Auch in der DDR spielte der Schwarzmarkt z.B. beim Pkw-Kauf eine wichtige Rolle zur privaten Güterbeschaffung.
Der Schwarzmarkt in der Literatur
Mit seinen Kurzgeschichten Lehmann oder So schön war mein Markt setzte Siegfried Lenz dem Schwarzmarkt in Hamburg und Norddeutschland nach dem 2. Weltkrieg auch ein literarisches Denkmal.
Siehe auch:
- Grauer Markt
Kategorie:Wirtschaft
Preisindex
Ein Preisindex ist ein statistisches Konstrukt, das eine Aussage über die Höhe der Inflation in einem volkswirtschaftlichen Bereich machen soll. Dazu wird ermittelt, wie sich die Preise der Güter eines für diesen Wirtschaftsbereich repräsentativen Warenkorbes im Durchschnitt über die Zeit geändert haben. Auch Aussagen über regionale Preisniveau-Unterschiede können mit einem Preisindex ausgedrückt werden, der dann in analoger Weise wie der zeitliche Preisindex aufgebaut ist. Derartige Preisindizes werden jedoch selten ermittelt.
In der Preisstatistik wird ein ganzes Bündel von Preisindizes ermittelt. Die folgenden Betrachtungen werden der Einfachheit halber nur für einen Einkaufs-Preisindex (z. B. Verbraucherpreisindex) angestellt.
In der Preisstatistik sind zwei Konzepte der Bildung von Preisindizes weit verbreitet:
# Der Preisindex nach Laspeyres
# Der Preisindex nach Paasche
In der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung wird dagegen entsprechend internationalen Konventionen - in Deutschland ab 2005 - eine Preisbereinigung mit sog. Kettenindizes (chain prices) vorgenommen.
Laspeyres-Index
Der Laspeyres-Preisindex (benannt nach Etienne Laspeyres) untersucht, was der Kauf eines Warenkorbes in der Zusammensetzung der Periode 0 (Basisjahr) in der Periode t kostet im Vergleich zum Kauf des gleichen Warenkorbes in der Periode 0.
mit
wobei = Preis des Gutes i; = Menge des Gutes i; t = Berichtsperiode; 0 = Basisjahr
Bei der Ermittlung werden – formal gesehen – die aktuellen Kosten des Warenkorbes, wie er sich im Basisjahr zusammensetzte (Summe über die Mengen q der Güter i zum Zeitpunkt 0, multipliziert mit ihren aktuellen Preisen p), auf die Kosten dieses Warenkorbes zum Zeitpunkt 0 bezogen. In der Praxis der amtlichen Statistik wird der Laspeyres-Preisindex jedoch als gewogener Mittelwert des Verhältnisses der aktuellen Güterpreise bezogen auf die Preise des Basisjahres ("Messzahl") ermittelt. Die Gewichte sind dabei im Falle eines Verbraucherpreisindex die Ausgaben der privaten Haushalte für die einzelnen Güter des Warenkorbes.
Der Laspeyres-Preisindex stellt vor allem auf die Ermittlung "reiner Preisänderungen" ab. Die Reaktion der Käufer auf Preisänderungen, nämlich der Wechsel von teurer zu billiger gewordenen Gütern ("Substitutionseffekt"), wirkt sich auf den Lasyperes-Index nicht aus. Preiserhöhungen wirken sich daher weniger stark auf das Verbraucherbudget aus, als es dieser Index ausweist.
Der praktische Vorteil von Laspeyres-Indizes besteht darin, dass die Gewichte nur für das Basisjahr ermittelt werden müssen und dann unverändert bleiben. Damit sie trotzdem als repräsentativ für das aktuelle Preisgeschehen gelten können, werden sie in der amtlichen Statistik - ebenso wie die Zusammensetzung des Warenkorbes - regelmäßig (in der Regel alle 5 Jahre) aktualisiert.
Die Bestimmung des Verbraucherpreisindex erfolgt in Deutschland mit Hilfe eines Laspeyres-Index.
Paasche-Index
Der Paasche-Preisindex (benannt nach Hermann Paasche) untersucht, was der Kauf eines Warenkorbes in der Zusammensetzung der Periode t in der Periode t kostet im Vergleich zum Kauf des gleichen Warenkorbes in der Periode 0 (Basisjahr). Mit anderen Worten: die Preise für ein zum Zeitpunkt t gekauftes Güterbündel werden damit verglichen, was für das gleiche Güterbündel zum Zeitpunkt 0 hätte bezahlt werden müssen. Bei der Ermittlung eines Paasche-Preisindex variieren also die Gewichte von Periode zu Periode.
mit
wobei = Preis des Gutes i; = Menge des Gutes i; t = Berichtsperiode; 0 = Basisjahr
Der Paasche-Preisindex misst die Preisentwicklung mit den Gewichten der aktuellen Periode, das heißt nachdem die Ausweichreaktion der Verbraucher auf veränderte Preise, nämlich der Wechsel von teurer zu billiger gewordenen Gütern ("Substitutionseffekt"), stattgefunden hat. Die "tatsächliche" Preiserhöhung ist daher höher, als es vom Paasche-Index ausgewiesen wird.
Die Alternativ-Darstellung weist den Paasche-Index als ausgabengewichteten harmonischen Mittelwert der n Preisverhältnisse aus. Wegen des Substitutionseffektes, aber auch weil ein harmonischer Mittelwert kleiner ist als der entsprechende arithmetische Mittelwert (siehe auch Mittelwert), ist der Paasche-Index bei einem Einkaufs-Preisindex im Allgemeinen kleiner als der Lasyperes-Index.
Der übliche Maßstab für die Höhe einer Inflation in einem volkswirtschaftlichen Bereich ist die Veränderungsrate eines Preisindex für den Bereich. Im Falle des Paasche-Index besteht das Problem, dass in diese Veränderungsrate nicht nur die Veränderung der Preise von zu eingeht, sondern auch die Veränderung der Mengen von zu .
Ein (reiner) Paasche-Preisindex wird von der Amtlichen Statistik selten berechnet, da er durch die notwendigen regelmäßigen Aktualisierungen der Gewichte ressourcen- und zeitaufwendig ist. Er wird aber bei der Deflationierung von Umsatzenwicklungen benötigt, um "echte" Mengenentwicklungen als Laspeyres-Mengenindizes zu erhalten.
Fisher-Preisindex
Der Fisher-Preisindex (benannt nach Irving Fisher) ist das geometrische Mittel der Preisindizes nach Paasche und Laspeyres.
Der Preisindex nach Fisher versucht die Neigung der Laspeyres-Preisindex zur Überschätzung des Preisanstiegs und die Neigung des Paasche-Preisindex zur Unterschätzung des Preisanstiegs durch Mittlung auszugleichen. Da in seine Berechnung jedoch der Paasche-Index eingeht, wird er in der amtlichen Statistik selten berechnet.
Kettenpreisindex
Kettenpreisindizes (chain prices) ermitteln für jedes Jahr, wieviel die im Vorjahr gekauften Waren im aktuellen Jahr kosten (in der Laspeyresform) bzw. wieviel die im aktuellen Jahr gekauften Waren im Vorjahr gekostet haben (in der Paascheform).
Dadurch wird für jedes Jahr ein anderer Warenkorb zu Grunde gelegt und so bei der Ermittlung der Preisänderungen die jeweils aktuellen Verbrauchsgewohnheiten berücksichtigt. Nachteil des Verfahrens ist, dass die Ergebnisse von Jahr zu Jahr nicht direkt vergleichbar sind - wegen des sich wandelnden Warenkorbes - und dass längerfristige Betrachtungen nur durch Verkettung (daher der Name des Index) der Jahresergebnisse möglich sind.
Der Harmonisierte Verbraucherpreisindex wird als Kettenindex (Laspeyresform) berechnet. In der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung wird entsprechend internationalen Konventionen - in Deutschland ab 2005 - eine Preisbereinigung mit sog. Kettenindizes vorgenommen.
Beispiele
Nachfolgende Tabelle stellt die Berechnung eines Laspeyres-Index schematisch dar. Die Spalten 2 und 3 enthalten die Preise für zwei Güter in den Jahren 0,1 und 2. In den Spalten 4 und 5 stehen die jeweils gekauften Mengen, wobei für die Berechnung hier nur die Angaben des Jahres 0 relevant sind. in den Spalten 6 und 7 werden die Preise mit den Mengen des Basisjahres multipliziert, anschließend addiert (Spalte 8) und so umbasiert, dass der Wert im Jahr 0 = 100 ist. Spalte 10 gibt die aus dem Index abgeleiteten Inflationsraten an, die im Jahr 1 15% und im Jahr 2 13% betragen.
Im Vergleich dazu ist die Berechnung eines Paasche-Index etwas aufwändiger. Die Angaben in den Spalten 2 bis 5 sind die Gleichen wie im vorhergehenden Beispiel. In den Spalten 6 und 7 werden die Preise eines jeden Jahres mit den Mengen des gleichen Jahres multipliziert und die Ergebnisse anschließend addiert (Spalte 8). In den Spalten 9 und 10 werden die Preise des Basisjahres mit den Mengen des jeweils laufenden Jahres multipliziert und anschließend addiert (Spalte 11) In Spalte 12 werden die Ergebnisse in Spalte 8 und 11 ins Verhältnis zueinander gesetzt, anschließend wird der Wert wieder so umgerechnet, dass das Basisjahr = 100 ist (Spalte 13). Die in Spalte 14 ausgewiesenen Inflationsraten sind, obwohl gleiche Preise unterstellt wurden, niedriger als im vorhergehenden Beispiel, das Gut 2, dessen Preise rascher steigen, weniger stark nachgefragt wird, also an Gewicht im Preisindex verliert.
Kettenindizes werden ähnlich ermittelt wie ein Paasche-Index, mit dem Unterschied, dass hier nur von Jahr zu Jahr gerechnet wird. Man beachte aber: Die beiden letzten Spalten der Tabelle stehen in umgekehrter Reihenfolge. Da stets der Preisindex des Vorjahres = 100 gesetzt ist, kann man aus Spalte 12 unmittelbar die Veränderungsraten ablesen, aus denen dann in Spalte 14 in Indizes errechnet werden.
Elementarindizes
Die oben angeführten Indexformeln verlangen für jedes in den Preisvergleich einbezogene Gut das zugehörige Gewicht. Diese Voraussetzung ist jedoch in der Praxis nicht erfüllt. Aus Haushaltserhebungen kann z. B. abgeleitet werden, wie viel Geld die Haushalte für Friseurbesuche in einem Jahr ausgeben. Es wäre aber nötig zu wissen, wie sich die Ausgaben auf die in die Preiserhebung einbezogenen Friseure verteilen. Da diese Information nicht zur Verfügung steht und sich bei einem solchen Vorgehen auch Zufallseffekte stark auswirken würden, wird in der Praxis anders verfahren: Aus den Preiserhebungen aller Friseure wird ein Durchschnittspreis ermittelt, der dann in die obigen Indexformeln eingeht. Die Art der Bildung dieses Durchschnittspreises ist wiederum Gegenstand wissenschaftlicher Diskussionen.
Bewertung
Der Preisindex kann exakt nur für Artikel angegeben werden, deren "Qualität", d. h. deren preisbestimmende Eigenschaften unverändert bleiben. Verändern sich diese Eigenschaften, muss deren geschätzter Preiseinfluss herausgerechnet werden, um Gleiches mit Gleichem preislich gegenüber stellen zu können. Da sich bei manchen Gütern die Qualität rasch wandelt und der Preisindex in diesem Fall sehr stark von (subjektiven) Schätzungen abhängt, gehen die statistischen Ämter zunehmend dazu über, hedonische Preise zu erheben.
Ein Preisindex gibt nur ungefähr die individuelle Steigerung der Lebenshaltungskosten wieder, da der persönliche Warenkorbes von dem von der Preisstatistik zu Grunde gelegten "durchschnittlichen" Warenkorb abweicht.
siehe auch
Harmonisierter Verbraucherpreisindex
Weblinks
- [http://www.destatis.de/indexrechner Indexrechner ausprobieren und Preisstatistik verstehen - Statistisches Bundesamt Deutschland]
- [http://www.destatis.de/themen/d/thm_preise.htm Preisindices des Statistischen Bundesamtes Deutschland]
- [http://www.statistik.at/fachbereich_02/vpi_tab2.shtml Verbraucherpreisindex Österreich]
- [http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/preise/konsumentenpreise.html Landesindex der Konsumentenpreise (Schweiz)]
- [http://www.imf.org/external/np/sta/tegppi/ Handbuch des International Monetary Fund (IMF) für die Methodik eines Erzeugerpreisindex (englisch)]
- [http://www.ilo.org/public/english/bureau/stat/guides/cpi/index.htm Handbuch der International Labour Organisation (ILO) für die Methodik eines Verbraucherpreisindex (englisch)]
Kategorie:Empirische Wirtschaftsforschung
Kategorie:Statistik
Kategorie:Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung
Basisjahr (Statistik)Unter dem Basisjahr versteht man ein bestimmtes festgelegtes Jahr, welches als Bezugsgröße bzw. Vergleichsmaßstab zu Folgejahren dienen soll. Anwendung findet dies beispielsweise beim Bruttoinlandsprodukt, aber auch bei diversen Preisindizes.
Kategorie:Statistik
WarenkorbUnter Warenkorb versteht man in den Wirtschaftswissenschaften eine möglichst repräsentative Menge von Gütern. Der Warenkorb kommt in der Preisstatistik für die Preismessung zur Anwendung. Die Preisentwicklung der enthaltenen Güter wird im Zeitablauf bei konstanter Gewichtung gemessen. Üblicherweise versteht man unter Warenkorb jenen Warenkorb, der für die Berechnung des Verbraucherpreisindex (VPI) verwendet wird. Dieser beruht auf den Ausgaben der privaten Haushalte für die entsprechenden Güterkategorien. Daneben gibt es auch Warenkörbe für die Berechnung anderer Preisindizes wie etwa Erzeugerpreisindex, Großhandelspreisindex oder Baupreisindex.
Warenkorb in Deutschland
In Deutschland wird der Warenkorb für den Verbraucherpreisindex vom Statistischen Bundesamt erstellt und enthält etwa 750 Güter (Stand: 2004). Im Februar 2003 erfolgte eine Umstellung des Preisindex auf einen neuen Warenkorb mit dem Basisjahr 2000. Im neuen Warenkorb wurden u.a. Disketten durch CD-Rohlinge ersetzt, Schreibmaschinen entfernt und Laserdrucker sowie "Essen auf Rädern" hinzugefügt. Darüber hinaus wurde die Gewichtung neu bemessen und - mehr als zehn Jahre nach der Wiedervereinigung - ein einheitliches Wägungsschema für ganz Deutschland eingeführt.
Die Datenbasis zu Ermittlung des Verbraucherpreisindex wird durch monatlich durchgeführte Erhebungen erstellt: Jeweils zur Monatsmitte führen im Auftrag der Statistischen Landesämter etwa 560 und im Auftrag des Statistischen Bundesamtes weitere 15 Mitarbeiter Preiserhebungen zu den im Warenkorb enthaltenen Gütern und Dienstleistungen durch. Die Preise werden in rund 40.000 sogenannten Berichtsstellen erfragt (z.B. Einzelhandelsgeschäfte, Diensteistungsbüros usw.), die in 190 Gemeinden über das gesamte Bundesgebiet verteilt sind. Insgesamt setzt sich die Datenbasis aus etwa 350.000 Einzelpreisen pro Monat zusammen.
Warenkorb in Österreich
In Österreich wird der Warenkorb für den Verbraucherpreisindex von der Statistik Austria erstellt. Von 1966 bis 1996 wurde der Warenkorb alle 10 Jahre aktualisiert (VPI 66 bis VPI 96). Aufgrund von Vorgaben von EUROSTAT findet die Anpassung des Warenkorbes nun alle 5 Jahre statt. Aktuell ist der VPI 2000, die nächste Aktualisierung wird im Jahr 2005 stattfinden, die neue Indexreihe ab Januar 2006 veröffentlicht.Der Warenkorb umfasst unter anderem Getreideprodukte, Fleischwaren, Fisch, Milch, Käse, Eier, Fette, Öle, Obst und Gemüse einschl. Kartoffeln.
Siehe auch
- Inflation
- Kaufkraft (Währung)
- Preisniveau
- Preisindex
- LIK
Weblinks
- [http://www.destatis.de/presse/deutsch/pm1999/wkorb.htm Information des Statistischen Bundesamts zu Warenkorb und Wägungsschema]
- [http://www.ihk-koeln.de/Navigation/Standortpolitik/ZahlenDatenStatistiken/PreisindexUeberarb.jsp] Verbraucherpreis-Index für Deutschland
- [http://www.statistik.at/fachbereich_02/vpi_tab2.shtml] Verbraucherpreis-Index für Österreich
Kategorie:Volkswirtschaftslehre
Statistisches BundesamtDas Statistische Bundesamt Deutschland erhebt, sammelt und analysiert Informationen zu fast allen Belangen des Lebens in Deutschland und bereitet sie auf und stellt sie dar. Es ist eine Bundesoberbehörde und dem Bundesministerium des Innern unterstellt.
Die Bundesstatistik ist in Deutschland weitgehend dezentral organisiert. Das Statistische Bundesamt arbeitet daher eng mit den 15 Statistischen Ämtern der Länder zusammen und stellt sicher, dass die Bundesstatistiken koordiniert, nach einheitlichen Methoden und termingerecht erstellt werden.
Zu den Aufgaben des Statistischen Bundesamtes gehören die methodische und technische Vorbereitung der einzelnen Statistiken, die Weiterentwicklung des Programms der Bundesstatistik, die Koordinierung der Statistiken untereinander, die Zusammenstellung und Veröffentlichung der Bundesergebnisse.
Das Statistische Bundesamt veröffentlicht Statistiken zu den folgenden Themenbereichen:
- Geografie
- Bevölkerung
- Erwerbstätigkeit
- Wahlen
- Bildung und Kultur
- Sozialleistungen
- Gesundheitswesen
- Rechtspflege
- Bauen und Wohnen
- Umwelt
- Land- und Forstwirtschaft
- Produzierendes Gewerbe, Handwerk
- Binnenhandel, Gastgewerbe, Tourismus
- Verkehr
- Geld und Kredit, Dienstleistungen
- Außenhandel
- Unternehmen, Gewerbeanzeigen
- Preise
- Löhne und Gehälter
- Wirtschaftsrechnungen und Zeitbudget
- Finanzen und Steuern
- Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen
Veröffentlichungen können über den [http://www.destatis.de/shop/ Statistik-Shop] bezogen und heruntergeladen werden (teilweise kostenpflichtig).
Mit etwa 2.780 Beschäftigten an mehreren Standorten (Wiesbaden, Bonn und Berlin) stellt es objektiv, unabhängig und qualitativ hochwertig Daten der Politik, der Regierung, der Verwaltung, der Wirtschaft und den Bürgern zur Verfügung. Präsident des Statistischen Bundesamtes ist seit dem 2. Oktober 1995 Johann Hahlen. Im Rahmen dieser Funktion ist er traditionell auch gleichzeitig Bundeswahlleiter.
Im Statistischen Bundesamt in Wiesbaden befindet sich zudem die größte Spezialbibliothek für Statistik in Deutschland.
Siehe auch: Statistik, Amtliche Statistik, Mikrozensus, Volkszählung, Statistisches Landesamt Berlin, EUROSTAT
Weblinks
- [http://www.destatis.de/ Offizielle Website des Statistischen Bundesamts]
- [http://www.destatis.de/shop/ Statistik-Shop des Statistischen Bundesamts]
- [http://www.destatis.de/download/d/allg/jahresbericht.pdf Der letzte Jahresbericht (2004) des Statistischen Bundesamtes als PDF]
Kategorie:Wiesbaden
Kategorie:Bundesbehörde in Bonn
Kategorie:Statistik
Medien
in Frankfurt am Main]]
Medien sind Kommunikationsmittel der Menschen. Weitere bekannte Definitionen bezeichnen Medien als:
- "Vermittlungsträger von Informationen" (Horn/Kerner)
- "Informationsvermittler zwischen Quelle und Senke" (Fluckiger)
- "Medien sind Mittler und bilden eine Sphäre der Vermittlung" (Winkler)
Umgangssprachlich ist der Begriff "Medien" vor allem mit den Massenmedien: Zeitung, Zeitschrift, Hörfunk und Fernsehen verbunden.
Beispiele
Beispiele für einzelne Medien sind die so genannten Printmedien, Buch und Zeitung, aber auch das Flugblatt und das Plakat, in neuerer Zeit dann Fotografie, Telefon, Film, Hörfunk, Fernsehen und Internet. Medien benutzen Zeichen, insbesondere Symbole wie Schrift und Sprache oder Musik.
Medien von und für Jugendliche werden als Jugendmedien bezeichnet.
Es lassen sich je nach Betrachtungsweise verschiedene Arten von Medien unterscheiden, wobei Überschneidungen möglich sind.
Systematisch lassen sich Medien klassifizieren in
- diskrete (zeitunabhängige) und kontinuierliche (zeitabhängige Medien).
- visuelle und auditive Medien sowie ggf. Audiovisuelle Medien
- Repräsentations-, Präsentations- und Informationsaustauschmedien (einschl. Speicher- und Übertragungsmedium).
Nach technischen Kriterien
- Keiner der Partner benutzt technische Hilfsmittel (z.B. Unterhaltung zwischen zwei Personen) = primäre Medien
- Einer der Partner benutzt technische Hilfsmittel (z.B. Printmedien) = sekundäre Medien
- Beide Partner benutzen technische Hilfsmittel (z.B. Hörfunk, Fernsehen) = tertiäre Medien
- Für die Kommunikation ist ein Computer notwendig (z.B. Internet) = quartäre Medien (wobei fraglich ist ob dieser nicht auch zu den tertiären zählt)
Nach dem Grad der Öffentlichkeit
- Interpersonelle Kommunikation
- Kleingruppenkommunikation
- Organisationskommunikation
- Massenkommunikation
Weitere Unterscheidungsmöglichkeiten
- Massenmedien sind meist einseitige Kommunikationsmittel zum Erreichen von vielen Empfängern, also beispielsweise die Zeitung im Gegensatz zum Kettenbrief.
- Interaktive Medien
- Multimediale Medien
- Elektronische Medien z.B. Netzpublikationen
- Analoge vs. Digitale Speichermedien
Funktionen der Medien
- Thematisierung
- Meinungsbildung ermöglichen
- Kritik oder Kontrolle ausüben
- Unterhaltung (Abart der Thematisierungsfunktion)
The medium is the message Marshall McLuhan: McLuhan geht bei seinem systemtheoritischen Ansatz davon aus, dass nicht die Inhalte die Medien bestimmen, sondern dass die Medien Einfluss auf die Inhalte nehmen.
Kontrolle der Medien
Je nach den Personen bzw. Organisationen, die sie kontrollieren, lassen sich fünf Gruppen von Medien unterscheiden.
# Staatlich kontrollierte Medien. In vielen Staaten werden Hörfunk und Fernsehen unmittelbar vom Staat kontrolliert.
# Medien mit öffentlich-rechtlichem Status wie ARD und ZDF. In Deutschland sind die Parteien in den Aufsichtsgremien vertreten.
# Medien im Besitz von Privatfirmen. Die meisten Medien in der westlichen Welt sind im Besitz großer Konzerne.
# Medien im Besitz von Kirchen und ähnlich nicht gewinnorientierten hierarchischen Organisationen.
# Medien, die von den daran mitarbeitenden Personen kontrolliert werden, wie z.B. indymedia oder von der Redaktion wie z.B. jungle world.
Medienberufe
Zu den Medienberufe zählt u.a.: der Journalist, Fotograf, Grafiker, Designer, Redakteur, Mediengestalter, Bildredakteur und Moderator.
Literatur
- Hartmut Winkler: "Mediendefinition". In: Medienwissenschaft, Nr. 1/2004. [http://wwwcs.upb.de/~winkler/medidef.html Online-Version]
Siehe auch
- Portal:Wissen%2C_Information%2C_Kommunikation_und_Medien
- Medienwissenschaft und Mediengeschichte
- Massenmedien: Portal:Hörfunk & Portal:Fernsehen
- Symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien
Weblinks
- [http://medienkritik.typepad.com/ Medienkritischer Blog über deutsche Medien] (engl.)
- [http://www.oew.org/de/aktuellesartikel.php?id=440 Gewalt und Verführung der Medien im NS-Staat] Quelle:OEW
!
Berufsfeld
- [http://www.medienberufe.de/ Übersicht: Aus- und Weiterbildung in den Medien]
- [http://www.medienstudienfuehrer.de/ Übersicht von Studiengängen]
- [http://www.seminarindex.at/seminar/alle.htm Medienlehrgänge in Deutschland,Österreich, und Schweiz]
- [http://www.medienagentur.at/ Medienproduktion im Überblick der Österr. Medienagentur]
KonsumentEin Konsument (von lat. consumere: verbrauchen) ist ein Verbraucher. Der Begriff wird sowohl im rechtlichen und volkswirtschaftlichen, als auch im ökologischen Kontext verwandt.
Ökologie
In der Ökologie bezeichnet man heterotrophe Organismen als Konsumenten (Verbraucher). Dies sind tierische Lebewesen, die nicht in der Lage sind, wie die autotrophen Produzenten ihre Nahrung aus Energie und mineralischen Stoffen zu gewinnen. Sie konsumieren daher die Biomasse der Organismen anderer Trophieniveaus (Nahrungsebenen).
In Ökosystemen unterscheidet man die Konsumenten in
# Primärkonsumenten (Herbivore, Pflanzenfresser)
# Sekundärkonsumenten (Carnivore, Fleischfresser)
# Tertiärkonsumenten (Carnivore, die auch Carnivore jagen, größere Fleischfresser)
In dem Modell der Nahrungskette stehen die Konsumenten über den Produzenten. Sie existieren parallel zu den Destruenten. In einem Ökosystem wird die Anzahl der Konsumenten durch die der Produzenten und deren Produktion limitiert.
Siehe auch: Portal:Umweltschutz
Recht
Im rechtlichen Sinn bezeichnet man als Konsumenten denjenigen, der mit einem Unternehmer Geschäfte schließt ohne jedoch selbst Unternehmer zu sein und der aufgrund seiner typischerweise gegebenen wirtschaftlichen Unterlegenheit gesetzlich besonders geschützt wird (§ 13 BGB). Diesem Schutz trägt in Österreich das Konsumentenschutzgesetz 1979 (KSchG) Rechnung.
Siehe auch: Verbraucher (deutsches Recht)
Kategorie:Ökologie
Kategorie:Privatrecht
Kategorie:Volkswirtschaftslehre
ProduktinnovationDie Produktinnovation ist das Entwickeln eines neuen Produktes, um einerseits dem technischen Fortschritt gerecht zu werden, aber auch um auf jeden Fall die Bedarfsverschiebung auf Seite der Nachfrager zu kompensieren.
Die Notwendigkeit zur Produktinnovation liegt in der Veränderung von Nachfragerpräferenzen und im Erscheinen technologischer Trends. Die Produktinnovation kann nach verschiedenen Kriterien unterschieden und klassifiziert werden. Unter Marktinnovation versteht man, dass ein entsprechendes Angebot erstmals am Markt verfügbar ist. Dafür wurde auch der Begriff "absolute Innovation" geprägt. Unternehmensinnovation bezeichnet ein Angebot, das nur für das betreffende Unternehmen selbst neuartig ist, nicht jedoch für den Markt an sich. Man spricht in diesem Fall auch von "relativer Innovation". Bei der Produktinnovation handelt es sich um ein vermarktungsfähiges Produkt/Angebot, welches am Markt absolut oder relativ neu ist, während unter Verfahrensinnovation eine neue Methode zur Erstellung eines marktfähigen Angebotes verstanden wird, die selbst nicht marktfähig ist.
Nach der Innovationsneigung kann in Pionierverhalten (mit der Chance auf eine Abschöpfungspreisstrategie aber dem größten Risiko der Sunk Costs wegen der größten Ungewissheit über die weitere Marktentwicklung/Markterfolg eines Angebotes), das Verhalten des Frühen Folgers (mit der Chance eines geringeren Risikos weil Fehler des Pioniers vermieden werden können und dem Nachteil der Überwindung von Marktbarrieren sowie Strategieausrichtung am Innovator), jenes des Modifikators (mit der Chance auf Besetzung einer Marktnische aber den Risiken geringer Spielräume und hoher Markteintrittsbarrieren), sowie jenes des Nachzügler (gekennzeichnet durch die geringsten Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen und kleinste Marktrisiken sowie der Gefahr der Preiskämpfe) unterscheiden.
Siehe auch: Produktpolitik
Kategorie:Marketing
Weblinks
- [http://www.ipi.ethz.ch Portal zur Produktinnovation]
VolkswirtschaftAls Volkswirtschaft wird die Gesamtheit aller in einem Wirtschaftsraum (üblicherweise ein Staat oder Staatenverbund) verbundenen und gegenseitig abhängigen Akteure (Haushalte, Unternehmen und der Staat) bezeichnet. Oft wird auch der Wirtschaftsraum selbst als Volkswirtschaft bezeichnet.
Das einfachste volkswirtschaftliche Modell ist das Zwei-Sektoren-Modell.
Die reale Volkswirtschaft dient der Volkswirtschaftslehre als Vorbild zur Konstruktion vereinfachter Darstellungen in Form von meist mathematischen Modellen. Die volkswirtschaftlichen Modelle enthalten je nach Erklärungsziel zwei oder mehr Akteure. Als weiterer Akteur kommt beispielsweise der Staat in Frage.
Man unterscheidet offene von geschlossenen Volkswirtschaften, je nachdem, ob sie mit anderen Volkswirtschaften in Verbindung stehen.
Weblinks
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Euro
right
Der Euro (Zeichen: €, ISO-Code: EUR) ist die Währung der Europäischen Währungsunion und nach dem US-Dollar zweitwichtigster Vertreter im Weltwährungssystem. Er wird von der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main kontrolliert und ist offizielle Währung in 12 der 25 EU-Staaten sowie in sechs anderen Ländern. Daneben gibt es fünf weitere Länder und zwei Währungsräume mit festem Umrechnungskurs zum Euro.
Der Euro gilt seit dem Jahr 1999 als Buchgeld, er wurde am 1. Januar 2002 als Bargeld eingeführt und löste damit die früher in den jeweiligen Staaten verwendeten Währungen als Zahlungsmittel ab. Ein Euro ist in 100 Cent unterteilt. Für die Deklination des Wortes "Euro" siehe Euro im Wiktionary.
Sein vorläufiges Rekordhoch auf dem Devisenmarkt erreichte der Euro am 30. Dezember 2004 mit 1,3668 US-Dollar, sein Rekordtief mit 0,8225 US-Dollar am 26. Oktober 2000 (zum Vergleich: Das bisherige historische Tief erreichte der Dollar am 18. April 1995 mit 1,342 Deutsche Mark - das entspricht umgerechnet 1,4574 Dollar je Euro) .
Im Jahre 2002 wurde der Euro mit dem Internationalen Karlspreis zu Aachen ausgezeichnet, da er "wie kein anderer Integrationsschritt zuvor die Identifikation mit Europa befördert und damit einen entscheidenden, epochemachenden Beitrag zum Zusammenwachsen der Völkerfamilie leistet".
Geschichte des Euro
Der Euro als politisches Projekt
Aachen
Der Ursprung des Euro als einheitliche Währung der EU ist in den Ursprüngen der Europäischen Union sowie in der globalen Wirtschaftsgeschichte zu suchen. Einerseits war die realwirtschaftliche Integration mit der Zollunion 1968 schon weit fortgeschritten, andererseits hatte der Zusammenbruch des Wechselkurssystems von Bretton Woods zu stark schwankenden Wechselkursen geführt, die nach Ansicht der Politik den Handel behinderten. 1970 wurde erstmals die Idee einer europäischen Währungsunion konkretisiert. Im so genannten Werner-Plan erarbeitete der Luxemburgische Premierminister Pierre Werner mit Experten eine Europäische Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) mit einer einheitlichen Währung. Das Vorhaben, dessen Ziel es war, die WWU bis 1980 zu realisieren, scheiterte unter anderem wegen des Zusammenbruchs des Bretton-Woods-Systems. Stattdessen wurde 1972 der Europäische Wechselkursverband gegründet und 1979 das Europäische Währungssystem (EWS). Das EWS sollte allzu starke Schwankungen der nationalen Währungen verhindern; zu diesem Zweck wurde der ECU (European Currency Unit) geschaffen – eine Verrechnungseinheit, die man bereits als Vorläufer des Euro bezeichnen kann. 1988 erarbeitete der Ausschuss zur Prüfung der Wirtschaft- und Währungsunion unter Leitung des Vorsitzenden der Europäischen Kommission, Jacques Delors, den so genannten Delors-Bericht. Der Delors-Bericht sieht in drei Schritten die Schaffung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion vor.
Der Euro und die deutsche Wiedervereinigung
Es scheint kein Zufall zu sein, dass die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion annähernd zur selben Zeit wie die deutsche Wiedervereinigung beschlossen wurde. Von offizieller Seite, insbesondere vom damaligen deutschen Bundeskanzler Helmut Kohl, wird zwar dementiert, dass wegen der deutschen Wiedervereinigung die Deutsche Mark aufgegeben worden sei. Unbestritten ist aber, dass es für die Deutschen sehr schwierig war, die Deutsche Mark aufzugeben, und eine mehrheitliche Zustimmung der Bevölkerung, in einer Volksabstimmung, nicht zu erlangen gewesen wäre. Umgekehrt waren insbesondere in Frankreich die Befürchtungen gegenüber einem wiedererstarkten vereinigten Deutschland groß, sodass von Deutschland ein besonderer Schritt zur europäischen Integration gesetzt werden musste. Von einem direkten kausalen Zusammenhang zwischen europäischer Wirtschafts- und Währungsunion und deutscher Wiedervereinigung kann allerdings nicht gesprochen werden.
Der Euro nimmt Gestalt an
Die 1. Stufe der Währungsunion begann am 1. Juli 1990 mit der Herstellung des freien Kapitalverkehrs zwischen den EU-Ländern. Am 1. Januar 1994 begann die 2. Stufe: Das Europäische Währungsinstitut (EWI) als Vorläufer der Europäischen Zentralbank (EZB) wurde gegründet und die Haushaltslage der Mitgliedstaaten überprüft. Außerdem legte am 16. Dezember 1995 der Europäische Rat in Madrid den Namen der neuen Währung fest: „Euro“. Vor diesem Datum waren auch andere Namen im Gespräch: Wichtige Kandidaten waren dabei europäischer Franken, europäische Krone und europäischer Gulden. Durch die Verwendung eines bereits bekannten Währungsnamens sollte dabei Kontinuität signalisiert werden und das Vertrauen der Bevölkerung in die neue Währung gefestigt werden. Darüber hinaus hätten einige Teilnehmerländer den bisherigen Namen ihrer Währung beibehalten können. Frankreich liebäugelte auch mit „Ecu“, dem Namen der alten Verrechnungswährung. Allerdings scheiterten alle diese Vorschläge an den Vorbehalten einzelner Länder. Als Reaktion wurde daraufhin vom deutschen Finanzminister Theodor Waigel der Name „Euro“ vorgeschlagen.
Am 13. Dezember 1996 einigten sich die Finanzminister der EU über den Euro-Stabilitätspakt, der sicherstellen sollte, dass alle teilnehmenden Länder Haushaltsdisziplin wahren und so den Wert der gemeinsamen Währung sichern. Die dritte Stufe der WWU trat mit der Sitzung des Europäischen Rates vom 1. bis 3. Mai 1998 in Kraft, auf der nach festgelegten Konvergenzkriterien die vorerst elf Teilnehmerstaaten der Wirtschafts- und Währungsunion festgelegt wurden. Am 19. Juni 2000 kam der Europäische Rat zur „Auffassung, dass Griechenland einen hohen Grad an nachhaltiger Konvergenz erreicht hat und auf Grund dessen, die notwendigen Voraussetzungen für die Einführung der einheitlichen Währung erfüllt.“ Daher wurde Griechenland per 1. Januar 2001 in die Wirtschafts- und Währungsunion aufgenommen.
Am 1. Januar 1999 wurden die Wechselkurse zwischen dem Euro und den nationalen Währungen unwiderruflich festgelegt und der Euro wurde gesetzliches Zahlungsmittel. Einen Tag später, am 2. Januar, notierten bereits die europäischen Börsen in Mailand, Paris und Frankfurt sämtliche Wertpapiere in Euro. Eine weitere Änderung im zeitlichen Zusammenhang mit der Euroeinführung war der Wechsel in der Methode der Preisdarstellung für Devisen. In Deutschland war bis zum Stichtag die Preisnotierung (1 USD = x DEM) die übliche Darstellungsform. Seit 1. Januar 1999 wird der Wert von Devisen in allen Teilnehmerländern in Form der Mengennotierung dargestellt (1 EUR = x USD). Ferner konnten seit dem 1. Januar 1999 Überweisungen und Lastschriften in Euro ausgestellt werden (in Griechenland seit dem 1. Januar 2001). Konten und Sparbücher durften auf Euro und auf die alte Landeswährung lauten. Wertpapiere und Aktien wurden nur noch in Euro gehandelt.
Sparbücher feierlich vor der Zentrale der EZB begrüßt]]
In Deutschland wurde der Euro im Rahmen des sogenannten Frontloading-Verfahrens ab September 2001 an Banken und Handel verteilt. Der Handel sollte durch die Ausgabe von Euro und Annahme von DM in den Umtauschprozess einbezogen werden. Die Ausgabe an die Endverbraucher begann am 1. Januar 2002. Zuvor, ab dem 17. Dezember 2001, konnte in deutschen Banken und Sparkassen bereits eine erste Euro-Münzmischung, auch „Starterkit“ genannt, zum Preis und Wert von 20 DM erstanden werden.
DM]
Während einer gewissen Übergangszeit, welche in jedem Land individuell entweder bis Ende Februar 2002 oder bis Ende Juni 2002 andauerte, existierten in jedem teilnehmenden Land Zahlungsmittel in Euro und der alten Landeswährung parallel. Mittlerweile sind die ehemaligen Landeswährungen keine gültigen Zahlungsmittel mehr. Die meisten Währungen können jedoch noch bei den jeweiligen nationalen Zentralbanken gegen Euro eingetauscht werden, in Deutschland bei den Landeszentralbanken. Im Rahmen von Sonderaktionen nehmen manche deutschen Kaufhäuser oder Discount-Ketten nach wie vor die Mark als Zahlungsmittel an.
In den 12 Euroländern ist der Umgang mit den früheren Währungen unterschiedlich geregelt. In Deutschland besteht ein gesetzlicher unbefristeter Anspruch auf gebührenfreien Geldumtausch von D-Mark-Scheinen und -Münzen in Euro, in einigen anderen Ländern ist ein Umtausch nur befristet möglich. Portugiesische Escudos und französische und belgische Francs-Münzen sind nicht mehr umtauschbar.
Trotz der einfachen und kostenlosen Umtauschmechanismen waren im Mai 2005 noch D-Mark-Münzen im Wert von 3,72 Milliarden Euro (fast 46 Prozent des Münzbestandes vom Dezember 2000) im Umlauf. Der Wert der noch nicht in Euro umgetauschten Banknoten beläuft sich auf 3,94 Milliarden Euro. Dabei handelt es sich nach Ansicht der Deutschen Bundesbank jedoch größtenteils um verloren gegangenes oder zerstörtes Geld.
Akzeptanz in der deutschen Bevölkerung
In Deutschland hat ein Forschungsteam der Fachhochschule Ingolstadt zweieinhalb Jahre nach Einführung des Euro eine [http://idw-online.de/pages/de/news82356 Studie] zur Akzeptanz des Euro in der deutschen Bevölkerung vorgelegt. Ihr Resultat besagt, dass fast 60 Prozent der deutschen Bevölkerung mittlerweile dem Euro positiv gegenüber eingestellt sind. Viele der Befragten würden jedoch um die D-Mark trauern. Beim Umrechnen von D-Mark in Euro ergab die Befragung, dass die Befragten bei höheren Beträgen öfter nachrechnen würden. Bei allen Preisen rechnen lediglich 48 Prozent der Befragten um, bei Preisen über 100 Euro jedoch noch 74 Prozent.
Aufgrund von Mitnahmeeffekten und spürbar wahrnehmbaren Preisanpassungen nach oben, insbesondere bei Dienstleistungen - die in der öffentlichen Diskussion oft populistisch als "Teuro-Effekt" beschrieben wurden - hat sich inzwischen allerdings eine Situation eingestellt, in der manche Personen nicht mehr 1:2 umrechnen. Subjektiv haben sie das Gefühl, schlicht 1:1 umrechnen zu können.
Bei Reisen und im Urlaub gewinnt der Euro deutlich an Sympathie. Auch der bessere Preisvergleich innerhalb Europas wird positiv bemerkt. Laut der Studie begrüßen viele der Befragten auch, dass durch die einheitliche und internationale Währung eine Gegenposition zu Dollar und Yen geschaffen wurde.
Der Euro in Österreich
In Österreich wird der Euro mittlerweile vom Großteil der Bevölkerung akzeptiert, nur noch wenige trauern dem Schilling nach.
Die Akzeptanz des Euro ist in Österreich generell etwas höher als in Deutschland, da der österreichische Schilling kaum eine große Bedeutung außerhalb Österreichs hatte. Besonders hoch ist die Akzeptanz in der Tourismusbranche, weil die meisten Touristen aus Euro-Ländern kommen und bei ihnen mit dem Euro das Wechseln wegfällt.
Für die österreichische Nationalbank (OeNB) war die Einführung des Euro ein verhältnismäßig großer Aufwand, da Euroscheine und -münzen in dreimal so großer Menge in den Umlauf gebracht werden mussten, als vorher Schilling im Umlauf waren.
Teilnehmende Länder
österreichische Nationalbank
Folgende 12 Länder haben den Euro als neue Währung eingeführt (Buchgeld/Bargeld):
- Belgien (1999/2002)
- Deutschland (1999/2002)
- Finnland (1999/2002)
- Frankreich (1999/2002)
- Griechenland (2001/2002)
- Republik Irland (1999/2002)
- Italien (1999/2002)
- Luxemburg (1999/2002)
- Niederlande (1999/2002)
- Österreich (1999/2002)
- Portugal (1999/2002)
- Spanien (1999/2002)
Im November 2004 wurde bekannt, dass Griechenland die Maastricht-Kriterien zu keinem Zeitpunkt erfüllt hatte. Stattdessen verschleierte es das tatsächliche Haushaltsdefizit, indem gefälschte Daten an die EU-Kommission gemeldet wurden. Die dadurch eigentlich irreguläre Teilnahme am Euro hatte allerdings keine rechtlichen Konsequenzen, da ein derartiger Fall in den Verträgen nicht berücksichtigt wurde.
Einige Staaten waren bereits eine Währungsunion mit anderen Teilnehmern der Eurozone eingegangen und führten demzufolge ebenfalls den Euro als gesetzliche Währung ein. Diese sind:
- Monaco
- San Marino
- Vatikanstaat
Inoffizielle Teilnehmer
Neben den offiziellen Teilnehmern haben sich auch einige Territorien dazu entschlossen, inoffiziell den Euro als ihre Standardwährung zu wählen (ohne dass die EU dazu einen Beschluss gefasst hätte):
- Andorra (beabsichtigt eigene Euro-Münzen zu prägen, bisher keine Erlaubnis der EU)
- Kosovo
- Montenegro
Diese inoffiziellen Teilnehmer haben ihre eigene Währung zu Gunsten des Euro oder einer seiner Vorgängerwährungen aufgegeben. Sie haben daher (bezogen auf den Euro) kein Geldmonopol und keinen Einfluss auf die Zinspolitik der EZB.
Länder mit festem Wechselkurs zum Euro
Wechselkurs
Das Gebiet zweier Länder der Eurozone, nämlich Frankreichs und der Niederlande, liegt teilweise in Übersee.
Die Währungen der niederländischen Überseegebiete, Aruba-Florin und Antillen-Gulden, sind an den Dollar gebunden und von der Euro-Einführung nicht betroffen.
Bei den französischen Gebieten ist rechtlich zu trennen zwischen den zum französischen Mutterland gehörenden überseeischen Départements (Départements d'Outre-Mer) Französisch-Guayana, Guadeloupe (und als Teil dieses Départements die Inseln Saint-Barthélemy und Saint Martin), Martinique und Réunion sowie den Gebietskörperschaften (Collectivités Territoriales)< | | |