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| Informationsmanagement |
InformationsmanagementUnter Informationsmanagement [] werden verschiedene Maßnahmen zur kontextgerechten Bereitstellung und Dokumentation von Informationen vor allem in und für Unternehmen subsumiert. Informationsmanagement kann als Bestandteil des Managements oder als Aufgabe einer eigenen Dokumentationseinrichtung verstanden werden.
Die Grenzen zwischen Informationsmanagement, Wissensmanagement und Dokumentation sind nicht immer eindeutig zu ziehen. Im Gegensatz zu Wissensmanagement befasst sich Informationsmanagement nicht mit individuellem und organisationalem Lernen.
Modelle
Informationsmanagement nach Krcmar
Informationsmanagement beinhaltet alle "(...) Managementaufgaben, die einerseits auf drei Ebenen (entsprechend den behandelten Objekten)
- Informationswirtschaft (Gegenstand: Angebot und Nachfrage von Information)
- Informationssysteme (Gegenstand: Daten, Prozesse, Anwendungssysteme)
- IuK-Technologie (Gegenstand: Speicherung, Verarbeitung, Kommunikation)
andererseits über die Ebenen hinweg als
- Führungsaufgaben (Gegenstand: IM-Bedeutung, IM-Aufbauorganisation, IM-Personal, IV-Controlling)
realisiert werden müssen."
Dieses Konzept ist auch als Rahmenmodell von Krcmar bekannt.
Informationsmanagement nach Heinrich/Lehner
Informationsmanagement wird hier verstanden als "das Leitungshandeln (das Management) in einem Unternehmen in Bezug auf Information und Kommunikation" und umfasst damit "alle Führungsaufgaben, die sich mit Information und Kommunikation ... befassen". Sämtliche Aufgaben, die sich mit Information und Kommunikation befassen, werden unter dem Begriff Informationsfunktion zusammengefasst. Das Modell von Heinrich/Lehner ist dem leitungszentrierten Ansatz des Informationsmanagements zuzuordnen.
Ziel des Informationsmanagements ist es, eine Informationsinfrastruktur aufzubauen, die eine optimale Erfüllung der Informationsfunktion ermöglicht und damit einen ebenfalls optimalen Beitrag zum Unternehmenserfolg leistet.
Für die Umsetzung der Ziele werden Aufgaben des Informationsmanagements auf strategischer, administrativer und operativer Ebene definiert. Auf strategischer Ebene wird die Informationsinfrastruktur geplant, überwacht und gesteuert; auf administrativer Ebene finden ebenfalls Planung, Überwachung und Steuerung statt, allerdings für die Komponenten der Informationsinfrastruktur - also z.B. für Anwendungssysteme und Mitarbeiter. Die operative Ebene umfasst Aufgaben der Nutzung der Informationsinfrastruktur (Netzdienste, Wartung etc.).
Auf jeder Aufgabenebene können Methoden und (Software-)Werkzeuge eingesetzt werden. Die Gesamtheit aller dieser Methoden und Werkzeuge und ihre Anwendung zur unternehmensweiten Planung, Analyse, Entwurf und Umsetzung von Anwendungssystemen wird Information Engineering genannt.
Ansätze
Informationsressourcenmanagement
Informationsressourcenmanagement befasst sich mit der Nutzung, Planung und Steuerung von externen und internen Informationsressourcen innerhalb eines Unternehmens oder einer sonstigen Organisation.
Information wird als Produktionsfaktor verstanden. Das Management hat hier die Aufgabe, die Verfügbarkeit der Produktionsfaktoren sicher zu stellen und geeignete Betriebsmittel zur Deckung der Nachfrage nach Information bereit zu stellen. Dazu gehört auch die Schaffung und Pflege der inner- und außerbetrieblichen Einrichtungen zur Informationsversorgung.
Persönliches Informationsmanagement
Der Betrachtungspunkt liegt hier auf dem Umgang mit Information am (persönlichen) Arbeitsplatz (engl.: Information Handling). Das Management unterstützt die individuelle Informationsverarbeitung durch Wahrnehmen operativer und administrativer Aufgaben.
Prozessorientiertes Informationsmanagement
Bei diesem Ansatz wird die Unternehmensorganisation strategisch an den Geschäftsprozessen ausgerichtet, folglich wird auch die Informationsinfrastruktur auf die Unterstützung der Geschäftsprozesse hin angelegt. Das Management umfasst die Integration der Funktionsbereiche in die Informationsverarbeitung.
Leitungszentriertes Informationsmanagement
Das Management handelt leitungsorientiert in bezug auf Information und Kommunikation im Unternehmen. Umfasst werden dabei alle Führungsaufgaben, die sich mit Kommunikation im Unternehmen und im unmittelbaren Unternehmensumfeld befassen.
Management von Information
Aufgabe des Managements ist es, das informationswirtschaftliche Gleichgewicht im Unternehmen oder der Organisation sicherzustellen. Information wird als Produktionsfaktor verstanden, kann also hergestellt werden. Der Aufgabenbereich umfasst:
- Erfassen des Informationsbedarfs : Alle zur optimalen Aufgabenerfüllung notwendigen Informationen müssen identifiziert werden und detailliert verfestigt werden. Notwendig ist hier die Präzisierung des Informationsinhaltes, die Darstellungsform, der Zeitpunkt des Bedarfs und des Kontextes.
- Planen des Informationsangebotes: Alle internen Informationsbestände und Informationsquellen müssen erfasst werden. Ebenso muss das externe Informationsangebot analysiert werden. Diese Schritte resultieren in die Definition eines Informationsquellenportfolios.
- Verfügbarmachen der benötigten Information: Der Zugriff auf interne Informationsquellen muss in technischer und rechtlicher Hinsicht sichergestellt werden, dies gilt auch für externe Informationsquellen. Information muss geeignet aufbereitet werden (physisch und logisch).
- Organisation der Informationsversorgung: Information muss den Organisationseinheiten zugeordnet werden und durch geeignete policies geregelt werden. Die Verantwortung für Pflege der Datenbestände muss festgeschrieben werden. Die Informationsnutzung muss mit geeigneten Mechanismen und Verfahren erfolgen.
Die oben genannten Aufgaben sind eine grobe Beschreibung der Analyseaufgaben, strategischen Aufgaben, Realisierungsaufgaben und operativen Aufgaben des Informationsmanagements.
Management von Informationssystemen
Das Management von Informationssystemen befasst sich mit dem Einsatz von Informationstechnik und -technologie zur Erfüllung und Unterstützung der betrieblichen Informationsaufgaben (siehe Abschnitt ´Management von Information´). Die Definition des Informationssystems ist wissenschaftlich noch umstritten, im Allgemeinen fasst man hier jedoch das (Anwendungssystem)+(Mensch)=(Informationssystem) zusammen. Als Anwendungsystem wird (Hardwaresystem)+(Softwaresystem)=(Anwendungsystem) verstanden.
Der Aufgabenbereich umfasst
- Generierung von Projektideen:
# (wirtschaftlich) Nach attraktiven Anwendungsbereichen der Informationstechnik und -technologie wird gesucht und weiterhin werden die für den Unternehmenserfolg kritischen Geschäftsbereiche identifiziert. Als Ergebnis werden Verbesserungsvorschläge und organisatorische Innovationen generiert, die mit geeigneter Informationstechnik und -technologie verknüpft werden.
# (wissenschaftlich) Nach attraktiven Anwendungsbereichen der Informationstechnik und -technologie wird gesucht und neue Nutzungsmöglichkeiten der Informationstechnik und -technologie werden identifiziert. Nach Bewertung der Nutzbarkeit der unterschiedlichen Techniken und Technologien können Einsatzbereiche erarbeitet werden.
# (anwendungsorientiert) Nach Einsatzmöglichkeiten der Informationstechnik und -technologie, die ein Verbesserung und/ oder Erweiterung der bestehenden Anwendungssysteme zur Folge haben, wird gesucht. Dabei werden Lücken und Schwächen bestehender Systeme aufgedeckt und geeignete Techniken und Technologien identifiziert, die bei dem jeweiligen Anwendungssystem eine Verbesserung bzw. Erweiterung bewirken.
- Zusammenstellung des Projektportfolios: Die Projekte werden anhand ihrer Ziele und Inhalte sowie unter Bestimmung des Zeit- und Ressourcenbedarfs definiert. Nach Analyse von Projektabhängigkeiten kann eine Bewertung und Auswahl der Projekte nach geeigneten Kriterien erfolgen (z.B. wirtschaftlicher Nutzen).
- Realisierung der Anwendungsysteme: Die Realisierung ist Aufgabe der Softwaretechnik, bzw. des Systems Engineering.
- Einführung der Anwendungssysteme: Neue Systeme müssen sowohl technisch (z.B. Installation und Integration), organisatorisch (Einführung neuer oder geänderter Arbeitsabläufe) als auch personell (Bekanntmachung, Einarbeitung, Akzeptanz) eingeführt werden.
Strategische Aufgaben
Die strategischen Aufgaben des Informationsmanagements umfassen
- Strategische Situationsanalyse, Bestimmung der strategischen Rollen der Informationsfunktion
- Strategische Zielplanung, Festlegung der strategischen Ziele in der Informationsinfrastruktur
- Strategie-Entwicklung, Entwicklung der Strategie
- Strategische Maßnahmenplanung, Entwicklung des strategischen Plans
- Beschaffung von Information, Informationsbeschaffung für die Planung, Überwachung und Steuerung zur wirksamen Schaffung, Aufrechterhaltung und Nutzung der Informationsinfrastruktur
Die strategische Ebene der Aufgaben des Informationsmanagements sind in der Sichtweise von Information als strategischer Erfolgsfaktor begründet. Die strategische Ebene schafft die Voraussetzungen für die Gestaltung und Nutzung der Informationsinfrastruktur auf administrativer Ebene. Es wird folglich die Architektur der Informationsinfrastruktur festgelegt.
Strategische Situationsanalyse
Die Situationsanalyse geht der Zielplanung voraus und umfasst die Bestimmung der Rollen der Informationsfunktion sowie die Ermittlung der inner- und außerbetrieblichen Bedingungen für die Umsetzung des Leistungspotenzials der Informationsfunktion. Man kann vier strategische Rollen für Informationsfunktionen unterscheiden:
# Unterstützung, das zukünftige und gegenwärtige Leistungspotential wird gering eingeschätzt. Der Stellenwert des Informationsmanagements im Unternehmen ist gering, es fallen in erster Linie operative Aufgaben an (Betrieb gegenwärtiger Informationssysteme).
# Durchbruch, das zukünftige Leistungspotential ist hoch einzuschätzen, bei gegenwärtig geringem Leistungspotential. Der Stellenwert des Informationsmanagements wird forciert, dadurch entstehen strategische und administrative Aufgaben (Aufbau einer leistungsfähigen Informationsinfrastruktur)
# Fabrik, der hohe Stellenwert des Informationsmanagements wird in Zukunft abgesenkt, Es fallen administrative Aufgaben zur Pflege und Weiterentwicklung vorhandener Informationssysteme an, operative Aufgaben bleiben bestehen
# Waffe, bei gegenwärtig hohem Stellenwert den Informationsmanagements, wird dieses weiter forciert. Es fallen Aufgaben aus allen Teilbereichen des Informationsmanagements an (strategisch, administrativ, operativ)
Die Strategische Situationsanalyse lässt sich in weitere Teilbereiche unterteilen, zum Beispiel in
- Analyse der Wettbewerbssituation
- Analyse der Informationsinfrastruktur
- Komponentenanalyse
- Eigenschaftenanalyse
- Umweltanalyse
Die einzelnen Prozesse der Analysen verlaufen analog. Zuerst werden die Faktoren bestimmt, die die Materie charakterisieren, dann wird der Ist-Zustand erhoben und dem Soll-Zustand gegenüber gestellt, nachdem dieser definiert wurde.
Strategische Zielplanung
Die Strategische Zielplanung ist Voraussetzung für die Strategie-Entwicklung und die strategische Maßnahmenplanung. Ihr geht die Situationsanalyse voraus. Ziel der strategischen Zielplanung ist die Festlegung der Sach- und Formalziele im Unternehmen (strategische Ziele). Dies kann reagierend, agierend oder interagierend erfolgen. Folgende Punkte sind zu definieren:
- Ausgangssituation, siehe Situationsanalyse
- Zielinhalte, Gegenstand der Zielplanung, Worum geht es?
- Maßstäbe, Definition der Messgrößen
- Ausmaß der Zielerreichung, Verbesserungsanspruch, Wie viel soll erreicht werden?
- Zeitmaß, Zeitvorgabe, Bis wann soll es erreicht werden?
Sind die obigen Punkte definiert, geht man in die Strategie-Entwicklung über.
Strategie-Entwicklung
Die Strategie-Entwicklung legt die Art und Weise (Strategie) fest, nach der die strategischen Maßnahmen ergriffen werden sollen. Sie ist daher die Voraussetzung für die strategische Maßnahmenplanung. In die Entwicklung einbezogen werden die Komponenten und Eigenschaften der Informationsinfrastruktur sowie die Formalziele des Unternehmens. Ergebnis der Entwicklung sollte eine konsistente Strategie sein, die die Kultur und die Eigenschaften des Unternehmens einbezieht. Man klassifiziert Strategien
- Momentum-Strategie
- aggressiv
- moderat
- defensiv
je nach Ihrer Ausprägung.
Maßnahmenplanung
Beschaffung von Information
Siehe
- Qualitätsmanagement, Qualitätssicherung
- Controlling
Teilbereiche
- Informationslogistik
Siehe auch: Expertensystem, Fachinformation, Wissensrepräsentation, Information Broker
Literatur
- Helmut Krcmar: Informationsmanagement. Springer, Berlin, u. a. 2002 (neueste: 2005), ISBN 3-5404-3886-6
- R. Zarnekow, W. Brenner, U. Pilgram: Integriertes Informationsmanagement: Strategien und Lösungen für das Management von IT-Dienstleistungen. Springer Verlag, Wiesbaden, 2004, ISBN 3-540-23303-2
- J. Schwarze: Informationsmanagement: Planung, Steuerung, Koordination und Kontrolle der Informationsversorgung im Unternehmen. Verlag Neue Wirtschafts-Briefe, Herne, 1998
- Lutz J. Heinrich, Franz Lehner: Informationsmanagement: Planung, Überwachung und Steuerung der Informationsinfrastruktur. (mit Ko-Autor F. Lehner ab) 8. Auflage, R. Oldenbourg Verlag, München/Wien, 2005, ISBN 3-486-57772-7
- Knut Hildebrand: Informationsmanagement: Wettbewerbsorientierte Informationsverarbeitung mit Standard-Software und Internet. 2. Auflage, R. Oldenbourg Verlag, München/Wien, 2001, ISBN 3-486-25608-4
- Christian Schlögl: Bestandsaufnahme Informationsmanagement. Deutscher Universitätsverlag, ISBN 3-8244-7349-6
- Jörg Biethahn, Harry Mucksch, Walter Ruf: Ganzheitliches Informationsmanagement. Band 1: Grundlagen, 6. Auflage, Oldenbourg-Verlag, ISBN 3-486-20020-8
Weblinks
- Kompetenzzentrum Industrialisierung des Informationsmanagements (Universität St. Gallen): http://iim.iwi.unisg.ch
Kategorie:Informationssystem
Kategorie:Dokumentation
Kategorie:Wirtschaftsinformatik
Dokumentation
Unter Dokumentation versteht man die Nutzbarmachung von Informationen zur weiteren Verwendung. Ziel der Dokumentation ist es, die dokumentierten Objekte gezielt auffindbar zu machen. Bei den Objekten handelt es sich in der Regel um Dokumente mit einem Informationsgehalt, der mit Hilfe der Dokumentation systematisch verwertet werden soll. Dokumente können in diesem Sinne Fachbücher, Zeitschriftenartikel oder sonstige Druckschriften sein, aber auch Bilder, Filme und ähnliches.
Die Erschließung von Informationen ist eine der wesentlichen Aufgaben von Bibliotheken und anderen Dokumentationseinrichtungen.
Die Beschreibung und Verzeichnung bibliographischer und archivalischer Ressourcen geschieht u.a. durch Katalogisierung, d.h. die Aufnahme von Dokumentationseinheiten in einen Katalog. Dies geschieht in der Regel unter Berücksichtigung von Regelwerken (z.B. RAK oder AACR) und mit Hilfe von Dokumentationssprachen und anderen kontrollierten Vokabularien. Daneben kommen immer häufiger automatische Verfahren des Information-Retrieval zum Einsatz.
Die durch Dokumentation ermittelten Angaben über ein Objekt bezeichnet man als Metadaten.
Sach- und Formalerschließung
In der Bibliotheks- und Dokumentationswissenschaft wird häufig zwischen Formalerschließung und Sacherschließung unterschieden.
Während sich die Formalerschließung auf die (objektiven) formalen Kriterien eines Objektes beschränkt, geht die Sacherschließung auf dessen Inhalt ein.
Zur Zeit der Zettelkataloge wurde zwischen Alphabetischer Katalogisierung und Systematischer Katalogisierung unterschieden. Diese Unterscheidung ist mit Einführung von Datenbanken nicht mehr notwendig.
Qualitätsmerkmale
Einige Qualitätsmerkmale von Dokumentation sind:
Vollständigkeit, Übersichtlichkeit, Verständlichkeit, Strukturiertheit, Korrektheit, Editierbarkeit, Nachvollziehbarkeit (z.B. Änderungshistorie)
Probleme
Ein grundsätzliches Problem der Dokumentation ist, dass sie sehr kostspielig werden kann und sich erst nach einer Vorlaufzeit wirtschaftlich auszahlt. Aus diesem Grund werden Dokumentationsabteilungen in Unternehmen gerne eingespart.
Siehe auch
- Dokumentationswissenschaft
- Bibliothekskatalog, Dokumentar, Schlagwortkatalog,
- Technische Dokumentation,
- Dokumentenmanagement, Dokumentenanalyse
- Paul Otlet
- Museumsdokumentation
Literatur
- Klaus Haller: Katalogkunde, München, 1998 ISBN 3-598-11364-1
- Elaine Svenonius: The Intellectual Foundation of Information Organization, Cambridge, Mass., 2000 ISBN 0-262-19433-3
- Samulowitz und Ockenfeld: Bibliothek und Dokumentation - eine unendliche Geschichte. In: Information - Wissenschaft & Praxis 54 (2003) S. 453-462 [http://eprints.rclis.org/archive/00001914/]
Weblinks
- Bernhard Eversberg: [http://www.allegro-c.de/regeln/skeptik.htm Katalogisieren? Besonders schwer kann das doch nicht sein!] (Begründung)
- Ders.: [http://www.allegro-c.de/regeln/rak-einf.htm Wie katalogisiert man ein Buch?] (Einführung)
!Dokumentation
UnternehmenAls Unternehmen oder Unternehmung wird allgemein ein von Personen durchzuführendes Vorhaben bezeichnet. Im wirtschaftlichen Bereich wird seine Struktur im so genannten Geschäftsplan festgeschrieben. Die Begriffe Unternehmung und Unternehmen werden heute meistens synonym gebraucht.
Rechtsbegriff
Wirtschaftsunternehmen werden in Form einer so genannten Firma geführt. Der Firmenbegriff ist im § 17 HGB festgelegt und bezeichnet die juristische Benennung eines kaufmännischen Wirtschaftsbetriebes. Umgangssprachlich wird der Begriff Unternehmung dennoch oft fälschlicherweise für eine Firmierung benutzt oder er steht für eine Institution in der Gesellschaft. In Deutschland ist der Begriff Unternehmer in § 14 BGB definiert. Weiterhin definiert § 2 Abs. 1 UStG den Unternehmer, dort heißt es: Unternehmer ist, wer eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbständig ausübt..
Es gibt jedoch keinen einheitlichen Rechtsbegriff des Unternehmens, da dieser Begriff je nach Zweck des Gesetzes, das ihn verwendet, unterschiedlich definiert wird.
Ein Betrieb ist hingegen eine reine Produktionsstätte, die Sachgüter oder Dienstleistungen erstellt, wie beispielsweise ein Gebäude mit Maschinen. Kommt zu diesem Betrieb auch noch eine Rechtsform, die sog. Firmierung wie z.B. eine Kapitalgesellschaft (,GmbH, AG) bzw. ein sog. Einzelunternehmen mit dem dazugehörigen Kapital in Form von Betriebsmitteln, Gebäuden, Geld, Aktien etc., so wird aus der Betriebsstätte ein Unternehmen. Die Frage, ob und wie ein solches Unternehmen auch unternehmerisch tätig wird, welche Unternehmen sie plant und verfolgt und ob sie dazu ggf. sog. Projekte durchführt, ist Gegenstand des Unternehmensbegriffes.
Unternehmensformen
Im engeren Sinne ist ein Unternehmen jede Einheit, unabhängig von ihrer Rechtsform, die eine wirtschaftliche oder gemeinnützige Tätigkeit ausübt. Der Begriff beschreibt also eine Aktivität und zunächst keine Firma. Als Unternehmen zählen insbesondere auch jene Vorhaben, die eine handwerkliche, freiberufliche, oder handelsrechtliche Arbeit als Einpersonen- oder Familienbetriebe ausüben sowie Personen- und Kapitalgesellschaften, die regelmäßig einer wirtschaftlichen Tätigkeit nachgehen.
Größe oder Ziel eines Unternehmens (vergl. Zielformulierung) sind für die Definition eines Unternehmens irrelevant. Ein Unternehmen grenzt sich von einem Projekt grundsätzlich dadurch ab, dass es keinen definierten Endzeitpunkt besitzt, kein einmaliges, sondern ein ständiges Vorhaben ist und die Ressourcen i.d.R. nicht von vorne herein begrenzt sind. Sehr wohl können allerdings Projekte Bestandteil eines Unternehmens sein. Im kreativen und gemeinnützigen Bereich hat sich diese Trennung jedoch nicht etabliert. Hier spricht man bei jedem Vorhaben gerne von Projekt, weil die semantisch exakte DIN-69901-Terminologie in solchen Unternehmen weitgehend unbekannt ist (siehe hierzu Projekt).
Rechtsformen von Unternehmen
Unternehmen werden in zweierlei Rechtsformen eingeteilt: Einzelunternehmen und Gesellschaftsunternehmen. Ein Einzelunternehmen kann nur von einer
Person geführt werden, Gesellschaftsunternehmen können (müssen aber nicht) von mehreren
Personen geführt werden.
Ökonomische Interpretation
Die Frage, warum sich Individuen und Gruppen von Individuen zu Unternehmen zusammenschließen und dadurch Transaktionen außerhalb des Marktes durchführen, ist eine der Grundfragen der Industrieökonomik.
Neben Effizienzgründen (Technologische Gründe, Unternehmen als langfristige Beziehung, Unternehmen als Institution zum optimalen Umgang mit unvollständigen Verträgen) kann die Existenz von Unternehmen auch mit Rentenabschöpfung erklärt werden.
Unternehmensformen in der Praxis
Es gibt unterschiedliche Arten von Wirtschaftsunternehmen, sie können beispielsweise im industriellen Sektor, im handwerklichen Sektor, im Agrarsektor, in der Dienstleistung oder im Handel angesiedelt sein. Wenn ein Unternehmen über die Landesgrenzen expandiert, spricht man von einem Multinationalen Unternehmen.
Eine besondere Beachtung in der Europäischen Union schenkt man, politischen Äußerungen zufolge, den Klein- und Mittelunternehmen (vergl. KMU-Definition EU, Artikel 1). Viele große Unternehmen firmieren als Aktiengesellschaft und ihre Aktien werden an der Börse gehandelt.
Bedeutende deutsche Unternehmen werden im Deutschen Aktienindex zusammengefasst.
Unternehmensübernahme
Eine Unternehmensübernahme wird definiert als das Erlangen von Kontrolle über ein Unternehmen. Unter Kontrolle kann die Befugnis zur Festlegung der Ziele und Bestimmung der Geschäftspolitik verstanden werden. Aus den marktwirtschaftlichen Prinzipien der Autonomie und des Privateigentums ergibt sich, dass die Kontrolle den Eigentümern zusteht. Zwar können sich die Eigentümer angestellter Geschäftsführer bedienen, die unter Umständen sehr frei über die Unternehmensressourcen bestimmen können, dennoch ist die Kontrolle, die von diesen Personen ausgeübt wird, nur derivativer Natur. Es wird hier insofern auf die originäre Kontrolle, die durch das Eigentum am Unternehmen vermittelt wird, abgestellt.
Für den Erwerb des Eigentums an einem Unternehmen sind grundsätzlich zwei juristische Wege gangbar. Zum einen kann der Eigentumsübergang durch Einzelübertragung aller Vermögensgegenstände und Schulden erfolgen. Diese Möglichkeit des Erwerbs wird in der Literatur auch als asset-deal bezeichnet. Daneben besteht die Möglichkeit, Beteiligungsrechte an dem Rechtsträger des Unternehmens zu erwerben. Das Unternehmen ist im deutschen Rechtssystem nicht selbstständig rechtsfähig, kann also nicht selbst Träger von Rechten und Pflichten sein. Es bedarf hierfür eines Rechtsträgers, der Inhaber aller Vermögensgegenstände und Träger aller im Unternehmen begründeten Verpflichtungen ist. Rechtsträger können insbesondere Kapitalgesellschaften, aber auch Personengesellschaften sein. Für diese Form der Übertragung hat sich der Begriff share-deal eingebürgert. Im Gegensatz zum asset-deal, bei dem das Eigentum an den einzelnen Vermögensgegenständen wechselt, bleibt der Eigentümer an diesen Gegenständen beim share-deal also unverändert, nämlich beim Unternehmensträger. Lediglich die Eigentumsverhältnisse bezüglich des Unternehmensträgers ändern sich.
Damit eine Übernahme vorliegt, müssen die mit der Beteiligung am Träger verbundenen Rechte allerdings ausreichen, um sich bei Interessendivergenzen gegen die anderen Miteigentümer durchzusetzen.
Eigenschaften
In der Lehre von Finanzierung und Investition haben Unternehmen unter anderem diese Eigenschaften:
- Marktwert
- Gesamtkapitalkostensatz
- Verschuldungsgrad
- Kapitalkostenkurve
Siehe auch
- Liste der größten Konzerne
- Verzeichnis von Unternehmen
- Unternehmer, Manager
- BDI, Arbeitgeber
- Konzern, Weltkonzern, Virtuelles Unternehmen, Energieversorgungsunternehmen, Einliniensystem, Mehrliniensystem
- Liste mit Personen und Unternehmen zur deutschen Wirtschaft, Unternehmen in den USA
- Produktionsmittel, Eigentum, Staat, Privatisierung, Verstaatlichung
Literatur
- Paco Xander Nathan: Sind Unternehmen die besseren Menschen?. Löhrbach 2004, ISBN 3922708307
- Burkard Lotz, Rechtsanwalt Frankfurt am Main: Der Konsortialvertrag des Anlagenbaus im In- und Ausland. ZfBR 1996, 233 ff
ja:株式会社
ko:주식회사
Managementprozess
Der Begriff Management [] (v. engl.: management = Leitung, Führung; v. lat.: manum agere = an der Hand führen) beinhaltet im folgenden einen Prozess, bei dem durch aktives Handeln unter Nutzung von Ressourcen erwünschte oder geplante Ergebnisse erzielt werden oder erzielt werden sollen.
Der Prozess kann sich auf die Unternehmensführung beziehen, aber auch auf Teilbereiche wie Projektmanagement oder Risikomanagement.
Management-Prozess
Der Prozess des Managements besteht aus den Phasen
- Zielsetzung
- Planung
- Entscheidung
- Ausführung (auch Umsetzung genannt)
- Kontrolle
Zusätzlich müssen zu jeder Phase spezifische Informationen vorhanden sein. Desweiteren ist eine umfassende Kommunikation zwischen den Beteiligten aller Phasen notwendig.
Nach ISO 15504 gehören zur Prozesskategorie "Managementprozesse" die Prozesse Management (allgemein), Projektmanagement, Qualitätsmanagement und Risikomanagement.
Die grundlegenden Praktiken des Management-Prozesses umfassen:
# Indentifiziere die notwendigen Aktivitäten und Aufgaben.
# Prüfe die Angemessenheit der beabsichtigten Vorgehensweise.
# Plane und beschaffe die notwendigen Ressourcen und Infrastruktur.
# Sorge für die vollständige Durchführung der notwendigen Arbeiten.
# Überwache den Fortschritt der Arbeiten.
# Prüfe die Arbeitsprodukte der Arbeitsschritte und bewerte die Ergebnisse.
# Leite bei Abweichungen Korrekturen ein.
# Prüfe das Endergebnis.
Grundsätze, Aufgaben und Werkzeuge
Die Literatur (Fredmund Malik) unterscheidet zwischen Grundsätzen, Aufgaben und Werkzeugen des Managements:
Grundsätze
Ein Managementprozess sollte ergebnisorientiert, ganzheitlich und konstruktiv sein. Der Durchführende hat sich dabei auf das Wesentliche zu konzentrieren. Die Konzentration auf die eigenen Stärken sowie das Schaffen von Vertrauen bei den Beteiligten führen zusätzlich zu einem positiveren und ehrlicheren Gesamtbild des Prozesses.
Aufgaben
Die Aufgaben gehen parallel mit den fünf Phasen einher und orientieren sich daran.
Werkzeuge
- Die Sitzung
- Der Bericht
- Arbeitsgestaltung (engl. job design) & Assignment Control
- Persönliche Arbeitsmethodik
- Budget & Budgetierung
- Leistungsbeurteilung
- Systematisches Aussortieren
Managementkonzepte
- 7-S-Modell
- Business Reengineering
- Schlankes Management (lean management)
- Management by direction and control
- Management by delegation
- Management by objectives
- Management by exception
- Management by results
- Management by insight
- Management by projects
- kreative Unruhe
- Integriertes Management
Management-Fehler
Mangement-Fehler werden häufig durch die Anwendung ungeeigneter Methoden, Vorgehensweisen und Handlungen (Rituale) verursacht (Managementvoodoo).
Die Begründungen für die Anwendung von nutzlosen oder ungeeigneten Verfahren sind vielfältig. Unter anderem
- Das haben wir schon immer so gemacht bzw. "Das haben wir noch nie so gemacht!"
- Weil es in einem vorgegebenen Verfahren (Prozess) so vorgegeben ist
- Weil der Handelnde in der Tat an das Verfahren glaubt, aber die Wirkung nicht mehr objektiv überprüft (Betriebsblindheit).
- Weil der Handelnde keine Alternative kennt, aber etwas passieren muss (Hilflosigkeit).
Die Anwendung ungeeigneter Management-Methoden kann Ressourcen verschwenden (wie Zeit und Kapital) und auch weitergehenden Schaden anrichten.
Literatur
- Drucker, Peter F.: Was ist Management? Econ Verlag.
- Baecker, Dirk : Organisation und Management, 2003, ISBN 3-518-29214-5
- Malik, Fredmund: Führen, Leisten, Leben. Wirksames Management für eine neue Zeit, Stuttgart/München 2000, ISBN 3-421-05370-7
- Peters, T. / Watermann, R.: Auf der Suche nach Spitzenleistungen, Mvg,Landsberg 2003 (1. Auflage 1983)ISBN 3478813107
- Rüegg-Stürm, J.: Das neue St. Galler Management Modell. Bern: Haupt 2002, ISBN 3-258-06534-9
- Sarges, W.: Management Diagnostik, Göttingen 1990
- Thierfelder, Rainer H.: Wertewandel in der Unternehmensführung, Verlag Wissenschaft & Praxis Sternenfels 2001, ISBN 3-89673-120-3
- Thierfelder, Rainer H.: Managerspiele, Verlag Wissenschaft & Praxis Sternenfels 2002, ISBN 3-89673-164-5
- Thommen, J.-P. / Achleitner, A-K.: Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Wiesbaden 2001
- Ulrich, P. / Fluri, E.: Management : eine konzentrierte Einführung, Bern 1995, ISBN 3-8252-0375-1
- Simon, W.: Moderne Managementkonzepte von A-Z, Gabal 2002, ISBN 3-89749-249-0
Siehe auch
- Themenliste Management
- Betriebswirtschaftslehre
- Manager (Wirtschaft)
- Managementinnovation
- Managementphilosophie
- Managementlehre
- Strategische Erfolgsfaktoren
!Management
Kategorie:Planung und Organisation
ja:マネジメント
ko:경영학
DokumentationseinrichtungDie verwandten Bereiche der Bibliotheks-, Informations- und Dokumentationswissenschaft (BID) beschäftigen sich alle
im weitesten Sinne mit Information und Wissen. Während es
in der Dokumentationswissenschaft vor allem um die Sammlung
Verarbeitung von Informationen zu deren Auffindbarmachung geht und
sich die Bibliothekswissenschaft in diesem Zusammenhang
mit der Rolle von Bibliotheken beschäftigt, behandelt die
Informationswissenschaft auch gezielt umfassende und theoretische
Aspekte. Während sich unter anderem im englischsprachigen Ausland
die Library and Information Science eher als zusammenhängendes Sachgebiet versteht, ist in Deutschland noch immer eine Trennung in diese drei Bereiche festzustellen. Gleichzeitig stammen viele Entwicklungen aus der Informatik, von der einige Teilgebiete (z.B. Knowledge Management) auch in den BID-Bereich fallen.
Während es im BID-Bereich vor allem um die Sammlung, Ordnung und Verfügbarmachung geht, ist die aktive Vermittlung von Wissen Gegenstand der Pädagogik. Weitere im Informationsbereich tätige Einrichtungen sind Nachrichten- und Presseagenturen und die Presse. Anstatt für die Informationssuche selber diese Einrichtungen in Anspruch zu nehmen, kann man auch durch einen so genannten Informationsbroker oder Pressedienste suchen lassen.
Siehe auch:
- Pressespiegel, Geschichte der Dokumentationswissenschaft
- Wissenschaftstheorie, Bibliothekswesen, Kognitionswissenschaft
Die Erstellung, Ordnung und Verbesserung der Artikel zum Themenkreis BID und verwandten Gebieten ist das Ziel des Wikiprojektes BID
Einrichtungen des BID-Bereiches
- Archive
- Bibliotheken
- Fachinformationseinrichtungen
- Beratungsstellen und Informationsdienste (z.B. Verbraucherberatung und Statistisches Bundesamt)
- Museen
Die Abgrenzungen sind jedoch eher funktional als praktisch. Von der Bezeichnung einer Einrichtung sollte man nicht vorschnell auf seine wirkliche Arbeitsweise schließen. Viele Facheinrichtungen unterhalten gleichzeitig Dokumentationszentrum, Bibliothek und Archiv und bieten ihre Bibliographien als Datenbank an.
Ob es zu einem Thema ein eigenes Dokumentationszentrum gibt, hängt vor allem davon ab, ob sich ein Geldgeber dafür findet. Dies wiederum wird u.a. von der wissenschaftlichen Relevanz des Themas und der Möglichkeit einer Abgrenzung gegenüber anderen Disziplinen bestimmt.
Vereinigungen
Vereinigungen aus dem Bibliothekarischen Bereich sind unter Bibliothekarische Vereinigungen zusammengefasst.
Die Deutsche Gesellschaft für Informationswissenschaft und Informationspraxis e.V. ([http://www.dgd.de DGI], bis 1999 DGD) ist eine Interessenvereinigung von Berufstätigen und Wissenschaftlern im Bereich Informations- und Dokumentationswissenschaft. Vergleichbare Vereinigungen sind die Österreichische Gesellschaft für Dokumentation und Information ([http://www.oegdi.at/ ÖGDI]) und die Schweizerische Vereinigung für Dokumentation ([http://www.svd-asd.org/ SVD/ASD]).
Fachgesellschaften
Fachgesellschaften im Bereich der Informations- und Bibliothekswissenschaft und verwandten Fachdisziplinen.
- Gesellschaft für Klassifikation
- Informationszentrum für Terminologie ([http://linux.infoterm.org/ INFOTERM], Österreich)
Studium und Lehre
Eine Auflistung von Studiengängen aus dem BID-Bereich findet sich beispielsweise unter folgender Adresse:
- [http://server02.is.uni-sb.de/courses/ident/themen/info_ausbildung/ Studiengänge aus dem BID-Bereich]
siehe auch: Dokumentationswissenschaft
Kategorie:Bibliothekswissenschaft
Kategorie:Dokumentation
Kategorie:Dokumentationseinrichtung
ja:図書館情報学
th:บรรณารักษศาสตร์และสารนิเทศศาสตร์
WissensmanagementWissensmanagement [] (englisch knowledge management) bezeichnet eine Richtung der Managementlehre, die darauf abzielt, in Organisationen das Wissen einzusetzen und zu entwickeln, um die Unternehmensziele bestmöglich zu erreichen. Beiträge zum Wissensmanagement werden in vielen Disziplinen entwickelt, insbesondere in der Wirtschaftsinformatik, der Betriebswirtschaftslehre, der Informatik, der Soziologie oder der Informationswirtschaft, Informationswissenschaft und der traditionellen Dokumentation.
Individuelles versus strukturelles Wissen
Definitionen
Wissensmanagement beschäftigt sich mit den Möglichkeiten auf die Wissensbasis eines Unternehmens Einfluss zu nehmen. Unter der Wissensbasis eines Unternehmens werden alle Daten und Informationen, alles Wissen und alle Fähigkeiten verstanden, die diese Organisation zur Lösung ihrer vielfältigen Aufgaben benötigt. Dabei werden individuelles Wissen und Fähigkeiten (Humankapital) systematisch in der Organisation verankert. Wissensmanagement kann daher als ein Interventionsmechanismus verstanden werden, der auf den Theorien der Organisationslehre und des organisationalen Lernens (kurz: OL) beruht und diese systematisch nutzt.
Das Wissen innerhalb eines Unternehmens wird dabei als Produktionsfaktor verstanden, der neben Kapital, Arbeit und Boden tritt. Die strategische Grundlage für das Wissensmanagement bietet vor allem der Knowledge-based View of the Firm. Dieser stellt eine Erweiterung der Auffassung dar, Information (z.B. im Rahmen der Marktgestaltung und -beeinflussung) als betriebliche Ressource bzw. als Produktionsfaktor zu sehen.
Einen Beitrag dazu leisten Informationssysteme, indem sie die Mitarbeiter vernetzen und Informationen bereitstellen und bewahren.
Als Konsequenz wurde in den letzten Jahren der Vorstand vieler Unternehmen um die Position des Chief Information Officers (CIO) mit dem Arbeitsschwerpunkt Informationsmanagement erweitert. Die Informationsverarbeitung eines Unternehmens muss dabei
auf seine Gesamtstrategie abgestimmt werden bzw. umgekehrt. Jedoch geht die Zielsetzung von Wissensmananagement deutlich über die reine Versorgung der Mitarbeiter mit Informationen hinaus:
- Mitarbeiter sollen lernend Qualifikationen und Fähigkeiten entwickeln und wertschöpfend einsetzen können.
- Bei der Klassifizierung von Wissen gibt es grundsätzlich zwei Auspägungspole: einerseits sog. kodifizierbares Wissen, das beschrieben werden kann und folglich geeignet ist, in Dokumenten vorgehalten zu werden und andererseits sog. Implizites Wissen, das nicht in expliziter = kodifizierbarer Form als Information kommuniziert werden kann.
Diesen beiden Extremausprägungen entsprechen die beiden fundamentalen Strategien des Wissensmanagements, die im Englischen bezeichnet werden mit "People-to-Document" (Kodifizierung) bzw. "People-to-People" (Implizites oder Stilles Wissen, engl. tacit knowledge).
Zur Weitergabe von implizitem Wissen sind also andere Ansätze und Methoden erforderlich als im Bereich "(bring) people-to-document(s)"; im letztgenannten Anwendungsbereich stehen vor allem Datenbank- und Dokumentenmanagement-technische Lösungsszenarien zur Verfügung.
Die Unterscheidung in explizites vs. implizites Wissen - und die daraus abzuleitenden grundsätzlichen Schwerpunkte der Wissensmanagement-Strategie - spielen v.a. in betriebswirtschaftlichen Anwendungsbereichen (Unternehmen) eine große Bedeutung, da v.a. hier die betriebswirtschaftlichen Einschränkungen voll zum Tragen kommen: echtes Expertenwissen z.B. tendiert sehr stark dazu dadurch gekennzeichnet zu sein, dass äußerste Komplexität mit einer eher geringen Gültigkeitsdauer kombiniert ist - und: je mehr etwas Expertenwissen ist, desto stärker sind diese beiden Kombinationsfaktoren (Komplexität und Dauer) ausgeprägt! Es ist dann aber im betriebswirtschaftlichen Kontext weder sinnvoll noch möglich, dieses implizite Wissen einer Kodifizierung (Dokumentation) zuzuführen, zumal auch auf der Rezipientenseite kaum jemand die Zeit hätte, diese sicherlich sehr umfangreiche Dokumentation zu lesen!
D.h. aber im Umkehrschluss nichts anderes als: für eine People-to-Document-Strategie (Datenbank, Dokumentenmanagement...) eignen sich eher Standard-Inhalte: wenig komplex und mit einer langen Gültigkeitsdauer!
Wissenserfassung
Eine wesentliche Bedeutung im Rahmen des Wissensmanagements kommt der Wissenserfassung und -verarbeitung zu, "siehe auch Wissensbilanz". Hier sind drei Komponenten von Bedeutung:
Wissensbilanz
- Organizational Memory: Das organisationale Gedächtnis ist die Gesamtheit der Komponenten zur Wissenserfassung (Akquisition), Wissensaufbereitung (Maintenance) und Wissensnutzung (Search and Retrieval).
- Organizational Knowledge: Dieses umfasst das gegenwartsbezogene Wissen einer Organisation und findet häufig in Knowledge-Datenbanken seinen Niederschlag.
- Organizational Learning: Dieses befasst sich mit der Reproduktion des Organisationalen Wissens, z. B. durch Wikis.
Modelle
Wissensmanagement nach Nonaka und Takeuchi
Wikis
Als eine der Begründer des Wissensmanagement können die Japaner Ikujiro Nonaka und Hirotaka Takeuchi mit ihrem 1995 veröffentlichtem Buch „The Knowledge Creating Company“ (deutsch 1997 als „Die Organisation des Wissens“) angesehen werden. Aufbauend auf dem 1966 von Michael Polanyi vorgestellten Begriff des impliziten Wissens entwerfen Sie ein Modell, bei dem Wissen in einer kontinuierlichen Transformation zwischen implizitem und explizitem Wissen erzeugt wird. Durch aufeinander folgende Prozesse der „Externalisierung“ (implizit zu explizit), „Kombination“ (explizit zu explizit), „Internalisierung“ (explizit zu implizit) und „Sozialisation“ (implizit zu implizit) wird Wissen innerhalb einer Organisation spiralförmig von individuellem Wissen auf höhere Organisationsstufen wie Personengruppen und ganze Firmen gehoben. Dieses als SECI-Modell bekannte Modell übte großen Einfluß auf die folgende Literatur und Forschung zum Thema Wissensmanagement aus.
Wissensmanagement nach Probst
Ein frühes, aber immer noch weit verbreitetes, von Gilbert Probst an der Universität Genf und der Geneva Knowledge Group entwickeltes Modell entwirft einen Wissenskreislauf aus operativen ("innerer" Kreislauf) und strategischen ("äußerer" Kreislauf, stellt den traditionellen Managementprozess dar) Bausteinen:
- Wissensziel
- Wissensidentifikation
- Wissenserwerb
- Wissensentwicklung
- Wissensverteilung
- Wissensbewahrung
- Wissensnutzung und
- Wissensbewertung / -messung
Diese Bausteine stellen Interventionsebenen für Maßnahmen des Wissensmanagements dar.
Instruktionen bedeuten für Menschen etwas anderes als für Computer. Viele Autoren meinen, dass Wissen gar nicht verwaltet werden kann, da Management Kontrolle beinhaltet, Wissen aber auch auf dem kreativen Umgang mit Kontext und Assoziationen aufbaut, der durch Kontrolle behindert wird (Georg von Krogh, 2000).
Aktuelle Themen im Wissensmanagement
Wissensbewertung
Wissen messen und managen, z.B. durch die Balanced Scorecard oder den Skandia Navigator.
Soziale Netzwerke
Knowledge Engineering
Knowledge Engineering hat zur Aufgabe, die Komplexität des Welt- und Expertenwissens auf eine regelhafte Struktur abzubilden und in computergestützten Anwendungen dem Nutzer in einem intelligenten Informationssystem zu präsentieren. Dieser Bereich des Wissensmanagements umfasst vier zentrale Kategorien im Umgang mit menschlicher Information:
- Erfassung des Wissens: Strukturierung und formelhafte Repräsentation
- Abbildung von Wissen im Computer: Design und Architektur des Systems
- Computerbasierte Verarbeitung von Wissen: Kombination von explizitem Wissen, Problemlösung und Generierung von Ergebnissen
- Darstellung von Wissen: Präsentation in Hinblick auf interaktive Anwendungen durch den Benutzer, z.B. das erzeugen von Ansichten ("Views") auf Inhalte ("Content")
siehe auch: Dokumentation, Fachinformation
Kategorie:Dokumentation
Methoden
- Benchmarking
- Best Practice
- Community of Practice
- Experten Debriefing (Ausscheidende Experten)
- Lessons Learned
- Persönliches Wissensmanagement
- Projektreview
- Social Network Analysis
- Storytelling
- Weblog
- Wissensaudit
- Wissensbilanz
- Wissenslandkarte
- Wissensportal
- Wissensstrategie
- Yellow Pages
Siehe auch
- Informationsmanagement
- Knowledge-based View of the Firm
- Organisationsintelligenz
- Strategisches Management
- Wettbewerbsvorteil
- Data Mining
- Ontologiedatenbank
Literatur (alphabetisch)
- Abecker, A., K. Hinkelmann, H. Maus, H. J. Müller: Geschäftsprozessorientiertes Wissensmanagement, Springer, ISBN 3-540-42970-0
- Allee, Verna: The Future of Knowledge. Increasing Prosperity through Value Networks., Butterworth Heinemann, 2003, ISBN 0-7506-75918
- Bodendorf, Freimut: Daten- und Wissensmanagement, Springer Verlag 2003, ISBN 3-540-00102-6
- Daum, Jürgen H. (Hg.), Intangible Assets - oder: die Kunst, Mehrwert zu schaffen, Bonn: Galileo Press 2002. ISBN 3-89842-112-0
- Davies J., Studer R., Sure Y. and Warren P. (2005). [http://springerlink.metapress.com/link.asp?id=k3x867h827314810 Next Generation Knowledge Management]. BT Technology Journal 23 (3): 175-190. July 2005. Issue on Enabling Future IT.
- Deutsches Institut für Betriebswirtschaft (Hg.): Ideenmanagement. Vorschlagswesen in Wirtschaft und Verwaltung, Erich Schmidt Verlag, Berlin 2004, ISSN 1439-4766
- Drucker, Peter: Management im 21. Jahrhundert, Econ Verlag, 1999, ISBN 3-430-12238-4
- Geiger, Daniel & Georg Schreyögg, "Wenn alles Wissen ist, ist Wissen am Ende nichts ?!", in: DBW, 63. Jhrg., 2003.
- Güldenberg, Stefan: Wissensmanagement und Wissenscontrolling in lernenden Organisationen: Ein systemtheoretischer Ansatz, 4. Auflage, DUV 2003. ISBN 3-8244-0722-1
- Heisig, P., Orth, R.: Wissensmanagement Frameworks aus Forschung und Praxis. Eine inhaltliche Analyse. Berlin, EuReKI, 2005. ISBN 3-00-015865-0
- Herbst, Dieter, Erfolgsfaktor Wissensmanagement. Berlin: Cornelsen 200. ISBN 3-464-49072-6
- Herrmann, Thomas; Mambrey, Peter; Shire, Karen (2003): Wissensgenese, Wissensteilung und Wissensorganisation in der Arbeitspraxis. Opladen: Westdeutscher Verlag.
- Herrmann, Thomas; Jahnke, Isa; Loser, Kai-Uwe (2003): Die Unterstützung von Rollenzuweisung und Rollenübernahme: ein Ansatz zur Gestaltung von Wissensmanagement- und CSCL-Systemen. In: G. Szwillus, J. Ziegler (Hrsg.): Mensch & Computer 2003: Interaktion in Bewegung. Wiesbaden: B. G. Teubner. S. 87-98. [https://web-imtm.iaw.ruhr-uni-bochum.de/pub/bscw.cgi/0/208299/30301/30301.pdf PDF-Paper]
- Ikujiro Nonaka, Hirotaka Takeuchi: Die Organisation des Wissens. Wie japanische Unternehmen eine brachliegende Ressource nutzbar machen, Campus Verlag, 1997 ISBN 3-593-35643-0 (Im Original The knowledge-creating company. 1995)
- Ikujiro Nonaka, Georg von Krogh, Kazuo Ichijo: Enabling Knowledge Creation, Oxford University Press, ISBN 0195126165
- Katenkamp,Olaf und Gerd Peter (Hrsg.): Die Praxis des Wissensmanagements LIT-Verlag, Münster, 2003, ISBN 3-8258-6922-9
- Langhoff, T., Schulze, T., Lang, K.-H. & Saßmannshausen, A.: Informationsmanagement für Sicherheit und Gesundheit in lernenden Organisationen. Bremerhaven: Wirtschaftsverlag NW, 2004, ISBN 3-86509-105-9
- Maier, R.: Knowledge Management Systems Second Edition, Springer, Berlin, 2004, ISBN 3-540-20547-0
- Malhotra, Yogesh: A Case For Knowledge Management. Rethinking Management for the New World of Uncertainty and Risk., BRINT Institute, 2005, Compendium of Published Research Articles
- Mertins, K., Heisig, P., Vorbeck, J., (Eds.):Knowledge Management. Concepts and Best Practices. Second Edition, Springer, Berlin, 2003, ISBN 3-540-00490-4
- Mertins, K., Alwert, K., Heisig, P., (Hrsg.):Wissensbilanzen. Intellektuelles Kapital erfolgreich nutzen und entwickeln. Springer, Berlin, 2005, ISBN 3-540-23719-4
- Nohr, Holger, Alexander Roos: Customer Knowledge Management: Aspekte des Managements von Kundenwissen., Logos Verlag, ISBN 3-8325-0275-0
- Probst, Gilbert, Raub, Stefan, Romhardt, Kai: Wissen managen: Wie Unternehmen ihre wertvollste Ressource optimal nutzen, Gabler, Wiesbaden, 2003, ISBN 3-409-49317-4
- Reinmann, Gabi & Heinz Mandl (Hrsg.): Psychologie des Wissensmanagements - Perspektiven, Theorien und Methoden Göttingen: Hogrefe, 2004, ISBN 3-8017-1815-8 -
- Reinmann, Gabi & Heinz Mandl (Hrsg.): Individuelles Wissensmanagement - Strategien für den persönlichen Umgang mit Informationen und Wissen am Arbeitsplatz Göttingen: Hogrefe, 2000, ISBN 3-456-83425-X
- Schnauffer, H.-G, Stieler-Lorenz, B., Peters, S. (Hrsg.): Wissens vernetzen - Wissensmanagement in der Produktentwicklung Berlin: Springer, 2004.
- Senge, Peter M.: Die fünfte Disziplin, Klett-Cotta Verlag, 2001, ISBN 3-608-91379-3; (Fifth Discipline, 1990)
- Senge, Peter M.: Das Fieldbook zur Fünften Disziplin, Klett-Cotta Verlag, 2004, ISBN 3-608-91310-6
- Staab S., Schnurr H.-P., Studer R., Sure Y.: [http://portal.acm.org/citation.cfm?id=630607 Knowledge Processes and Ontologies]. IEEE Intelligent Systems 16 (1): 26-34. January 2001. Special Issue on Knowledge Management. ISSN 1541-1672
- Wilkesmann, Uwe & Ingolf Rascher: Wissensmanagement - Theorie und Praxis der motivationalen und strukturellen Voraussetzungen München & Mering: Hampp-Verlag, 2004 ISBN 3-87988-822-1
- Wilkesmann, Uwe & Ingolf Rascher: Lässt sich Wissen durch Datenbanken managen? Möglichkeiten und Grenzen von elektronischen Datenbanken In: Zeitschrift Führung und Organisation (zfo), 71. Jg., Heft 6, S. 342-351 [http://homepage.ruhr-uni-bochum.de/Uwe.Wilkesmann/DatenbankenZfo.pdf Leseprobe]
- Wyssusek, Boris (Hg.): Wissensmanagement komplex. Perspektiven und soziale Praxis., Erich Schmidt Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-503-07822-3
Weblinks
- [http://www.gfwm.de/ GfWM - Gesellschaft für Wissensmanagement] Regelmäßige Stammtische in allen Teilen Deutschlands
- [http://www.pwm.at/ PWM - Plattform Wissensmanagement] Informationsportal und größte deutschsprachige Community
- [http://www.akwissensbilanz.org Arbeitskreis Wissensbilanz] Umfangreiche Ressource zum Thema Wissensbilanzierung mit Leitfaden "Wissensbilanz - Made in Germany"
- [http://wm2001.aifb.uni-karlsruhe.de/ 1. Konferenz Professionelles Wissensmanagement - Erfahrungen und Visionen (WM2001)], Kongresshaus Baden-Baden, 14.-16. März 2001
- [http://km.aifb.uni-karlsruhe.de/conferences/wm2003 2. Konferenz Professionelles Wissensmanagement - Erfahrungen und Visionen (WM2003)], Luzern, 2.-4. April 2003
- [http://wm2005.iese.fraunhofer.de/ 3. Konferenz Professionelles Wissensmanagement - Erfahrungen und Visionen (WM2005)], Kaiserslautern, 10.-13. April 2005
Weblogs
- [http://www.technorati.com/blogs/wissensmanagement/ Technorati Verzeichnis] zu Blogs zum Thema
- [http://excitedutterances.blogspot.com/ excited utterances] - Wissensmanagement in Anwaltskanzleien (Joy London)
- [http://www.forstenlechner.info/ ingoblawg] - Wissensmanagement & dessen Messung (Ingo Forstenlechner)
- [http://randgaenge.net/ Randgänge] - Wissensmanagement & Social Software(Thomas N. Burg)
- [http://kmchicago.blogspot.com/ KM in Chicago Weblog]
Kategorie:Wissen
Kategorie:Management
Kategorie:E-Learning
ja:ナレッジマネジメント
InformationswirtschaftInformationswirtschaft ist die Lehre des wirtschaftlichen Umgangs mit Informationen. Die Informationswirtschaft entstand mit der Umwandlung der sogenannten Industriegesellschaft in die Informationsgesellschaft.
Es gibt mehrere unterschiedliche Auffassungsweisen des Begriffs Informationswirtschaft, was sich auch in der Ausbildungssituation an deutschen Hochschulen zeigt. Einige Beispiele sind:
- Informationswirtschaft als eigenständiger Bereich, der multidiziplinär angelegt ist
Inhaltlich werden Informationswirte hier als Mediatoren gesehen, die zwischen den verschiedenen Bereichen, in denen Sie Grundkenntnisse erworben haben, vermitteln können. So hat ein Informationswirt dieser Ausprägung ungefähr gleich gute Kenntnisse von technischen Grundlagen, Betriebswirtschaft und Informationswissenschaft.
- Informationswirtschaft als eine "aktualisierte" Version von Bibliothekswesen und Dokumentationswesen
In dieser Ausprägung der Ausbildung wird der Informationswirt vor allem im Bereich Informationswissenschaft geschult, und ist zum Beispiel Spezialist für Information Retrieval und Indexierung.
- Informationswirtschaft als Unterart der Betriebswirtschaft
Hier findet eine starke Prägung durch die BWL statt, die die informatorischen Grundlagen legt.
Ausbildungen
Informationswirtschaft wird als Studiengang an verschiedenen deutschen Universitäten und anderen Hochschulen gelehrt. Dabei sind die Inhalte der Ausbildung, entsprechend der Mehrdeutigkeit des Begriffs Informationswirtschaft, zum Teil sehr verschieden
- An der Universität Karlsruhe (TH) besteht der Studiengang Informationswirtschaft aus drei Teilbereichen: Informatik, Wirtschaftswissenschaften und Rechtswissenschaften, die im Verhältnis 2:2:1 unterrichtet werden. Der Studiengang beschäftigt sich mit den Wechselwirkungen dieser Bereiche und untersucht deren Zusammenhänge, die sich als Folge der Informationsgesellschaft vermehrt ergeben.
- Die FH Köln legt den Schwerpunkt ihrer Ausbildung auf die Planung von Informationsabläufen unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten, die effiziente Speicherung von Informationsinhalten und die Wiederverwendung bereits gespeicherter Informationsressourcen.
Weblinks
- [http://www.password-online.de/trendreport.htm?WID=27022-8480455-91017_1 Die Entwicklung der deutschen Informationswirtschaft bis 2008, Institute for Information Economics]
- [http://www.informationswirtschaft.de Informationswirtschaft.de - Informationswebseite zum gleichnamigen Studiengang der Universität Karlsruhe (TH)]
- [http://www.informationswirtschaft.org Informationswirtschaft.org - Informationswebseite des Forum Informationswirtschaft eV für Studierende oder Studieninteressierte an der Universität Karlsruhe (TH)]
Kategorie:Dokumentation
IuK-TechnologieUnter Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT, auch IuK-Technologie, IuK-Technik oder engl. information and communications technology, Abk. ICT)
werden Technologien im Bereich der Information und Kommunikation zusammengefasst.
Der zusammenfassende Begriff entstand Anfang der achtziger Jahre, als begonnen wurde, die Fernsprechnetze zu digitalisieren, und sowohl in den digitalen Endgeräten der Netze, als auch in den lokalen und öffentlichen Übertragungsnetzen selbst Informationstechnik zum Einsatz kam. Dienste wie Teletex und Bildschirmtext und dedizierte Datennetze wie Datex-L bzw, Datex-P entstanden zu dieser Zeit. Es entwickelte sich die Vorstellung, dass die ursprünglich ganz verschiedenen Industriezweige Informationstechnik einerseits, der sich damals hauptsächlich mit Groß- und Bürorechnern befasste, und Kommunikationstechnik andererseits, der sich hauptsächlich mit dem Fernsprechnetz befasste, zusammenwachsen würden, und einen neuen großen Industriekomplex bilden. Im deutschen Verbandswesen wurden dementsprechend die Gruppierungen, die die Industriezweige repräsentieren, zusammengelegt und umbenannt.
Es hat sich eine rasch wachsende Diversifikation in beiden Bereichen entwickelt, deren Ende noch nicht abzusehen ist. Die grundlegenden Technologien haben aber nicht nur diese Bereiche erfasst, sondern auch eine Fülle weiterer Industrien von der Automobiltechnik bis zur Hausgerätetechnik zu einer immer noch wachsenden Produktvielfalt geführt.
Der Begriff wird daher in der politischen Agenda, im Management und besonders in den namensgebenden Industrien kaum mehr verwendet.
Siehe auch: Informatisierung, Informationsgesellschaft
Kategorie:Telekommunikation
Kategorie:IT-Management
Kategorie:IT-Architektur
RessourceAls Ressourcen werden im Allgemeinen die Mittel bezeichnet, die benötigt werden, um eine bestimmte Aufgabe zu lösen.
Meist werden darunter Betriebsmittel, Geldmittel, Rohstoffe, Boden, Energie oder Personen verstanden. Ihre Zuteilung wird Ressourcenallokation genannt.
Ökonomische Bedeutung
In der Volkswirtschaftslehre werden als Ressourcen typischerweise Arbeit und Kapital als Produktionsfaktoren, je nach Analyseziel aber auch nach Land oder andere Produktivkräfte betrachtet, z. B. natürliche Produktionsfaktoren (Rohstoffe) oder auch gesellschaftliche, wie z. B. Ausbildung oder Forschung.
In einem engeren Sinn bezeichnen die Ressourcen die auf der Erde vorhandenen Rohstoffe und Energieträger. Dabei wird zwischen Reserven und Ressourcen unterschieden. Die Reserven sind die bekannten, mit heutiger Technik wirtschaftlich abbaubaren Vorkommen. Die Ressourcen sind die mit zukünftiger Technik vermutlich abbaubaren Vorkommen, unabhängig von der Wirtschaftlichkeit.
Soziologische Bedeutung
Die Soziologie benennt neben den oben beschriebenen ökonomischen Ressourcen auch kulturelle Ressourcen, die den sozialen Status eines Akteurs in einer gegebenen Gesellschaft beeinflussen.
Ressourcen in der Informatik
Der Ressourcen-Begriff tritt auch in der Informatik in unterschiedlichen Bedeutungen auf:
- Man spricht von den Ressourcen eines Computers und meint damit verfügbare Betriebsmittel wie Prozessor oder Hauptspeicher.
- In der Komplexitätstheorie betrachtet man Betriebsmittel wie Rechenzeit und Speicherplatz in einer abstrakteren Weise als Ressource.
- Bestimmte, in Dateien aufbewahrte Programmbestandteile bezeichnet man auch als Ressourcen eines Computerprogrammes.
Siehe auch
Ressourcenorientierung, Produktivkräfte, Arbeitsmittel, Ölressourcen.
Kategorie:Umwelt- und Naturschutz
Kategorie:Wirtschaft
ja:資源
Information
Information (von lateinisch: informare 'bilden, durch Unterweisung Gestalt geben') ist ein potenziell oder tatsächlich vorhandenes nutzbares oder genutztes Muster von Materie und/oder Energieformen, das für einen Betrachter innerhalb eines bestimmten Kontextes relevant ist. Wesentlich für die Information ist die Wiedererkennbarkeit sowie der Neuigkeitsgehalt. Das verwendete Muster verändert den Zustand eines Betrachters – im menschlichen Zusammenhang insbesondere dessen Wissen.
Formaler ist Information die Beseitigung von Unbestimmtheit.
Charakteristika des Informationsbegriffes
Information ist heute ein sehr weitläufig verwendeter und daher auch sehr schwer abzugrenzender Begriff. Verschiedene Wissenschaften betrachten die Information als ihr Arbeitsgebiet, namentlich die Informatik, die Informationstheorie und die Informationswissenschaft, die Nachrichtentechnik, die Informationsökonomik und die Semiotik.
Erst in jüngster Zeit gibt es Bestrebungen, die einzelnen Ansätze zu verbinden und zu einem allgemein gültigen Informationsbegriff zu kommen. Entsprechende Literatur findet sich derzeit meist unter dem Stichwort Philosophie (etwa im Bereich Erkenntnistheorie) in den Regalen. Von einer vereinheitlichten, allgemein akzeptierten Theorie der Information kann vorläufig noch nicht gesprochen werden.
Im allgemeinen Sprachgebrauch sowie in einigen Wissenschaften (Semiotik, Informationswissenschaften) wird "Information" mit "Bedeutung" oder "übertragenem Wissen" gleichgesetzt. Eine eingeschränktere Sichtweise des Begriffes, die heute von großer praktischer Bedeutung ist (Computertechnik), stammt aus der Nachrichtentechnik. Die wegweisende Theorie dort ist diejenige von Claude Shannon. Er betrachtet die statistischen Aspekte der Zeichen in einem Code der Information repräsentiert. Die Bedeutung der Information geht bei Shannon nur implizit in den Wahrscheinlichkeiten der verwendeten Zeichen ein, die letztlich nur unter Zuhilfenahme eines Menschen bestimmt werden können, da nur der Mensch in der Lage ist die Bedeutung eines Codes bewusst zu erfassen und dabei sinnvollen von nicht sinnvollem Code unterscheiden kann. Das unmittelbare Ziel seiner Überlegungen ist die optimale Übertragung von Information in einem Nachrichtenkanal (Telefonie, Funk).
Der Begriff Information und andere Begriffe aus der Informationstheorie werden oftmals im alltäglichen Sprachgebrauch und auch in den Naturwissenschaften in einer metaphorischen Weise benutzt. Eine direkte Übernahme des Begriffes Information in naturwissenschaftlichen Theorien, so wie er in den Ingenieurswissenschaften benutzt wird, ist aber i.a. nicht zulässig. Grund hierfür ist, dass die Ingenieurwissenschaften letztlich auf den Menschen ausgerichtet sind und deswegen der Mensch als Benutzer oder Erzeuger künstlicher Systeme selbst Teil der Betrachtungen sein kann, womit die verwendeten Begriffe oftmals eine zielgerichtete und auf menschliches Bewusstsein ausgerichtete, teleologische Komponente enthalten. Demgegenüber ist es Ziel der Naturwissenschaften, die Natur möglichst unabhängig vom Menschen zu beschreiben. Somit müssen bei Übernahme informationstheoretischer Begriffe diese erst in einer von teleologischem Zusätzen 'befreiten' Version neu definiert werden. So wird beispielsweise unter dem Begriff "Genetischer Code" in der Genetik eine Menge von Regeln verstanden, welche rein physikalisch-chemische Prozesse beschreibt, durch welche DNA-Strukturen in Protein-Strukturen übertragen werden, und nicht eine Vereinbarung von bewussten Wesen über die Verwendung von Symbolen zum Austausch von Botschaften, wie der Begriff "Code" in der Informationstheorie meist verstanden wird. Der Verzicht auf solche teleologischen Begriffe in den Naturwissenschaften hat dabei nicht zum Ziel "teleologische Welterklärungen" von vornherein auszuschliessen, sondern dient dazu, Fehlschlüsse zu verhindern, bei denen nur scheinbar neue Erkenntnis aus einer naturwissenschaftlichen Theorie gewonnen wird, welche aber in Wirklichkeit durch inadäquaten Gebrauch der Begriffe vorher in die Theorie hineingelegt wurde. Insbesondere ist dies ist auch eine Methode, welcher sich einige Pseudowissenschaften teilweise bedienen. So warnte beispielsweise der Wissenschaftphilosoph Wolfgang Stegmüller vor einem Wiederaufleben des Neovitalismus durch unangemessenen Gebrauch informationtheoretischer Begriffe in der Biologie.
Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass in Zukunft der naturwissenschaftliche Strukturbegriff und der Informationsbegriff aufeinander zurückgeführt werden können. So untersucht etwa die Neuroinformatik die Beziehung neuronaler Strukturen des Gehirns und dessen Fähigkeit, Information zu verarbeiten.
In diesem Artikel wird versucht, die verschiedenen Ebenen Statistik, Struktur und Bedeutung zu unterscheiden und auf die Bezüge zwischen diesen Ebenen einzugehen.
Struktur und Bedeutung
Eine Sichtweise geht vom Informationsträger aus. Die Frage, welche Struktur sich innerhalb dieses Trägers feststellen lässt, wird untersucht.
Ein anderer Ansatz bemüht sich zu verstehen, welche Bedeutung dem zukommt, was man dann (irgendwie) diesem Informationsträger entnommen hat.
Die erste Sichtweise hat ihre Wurzeln in der Nachrichtentechnik, die zweite in der Kognitionswissenschaft, der Sprachwissenschaft oder allgemein in der Geisteswissenschaft. Eine nachrichtentechnisch erkennbare Struktur (beispielsweise Lichtimpulse, die in einer zeitlichen Reihenfolge auf einzelne Zellen in der Netzhaut treffen) muss in einem komplexen Dekodierungsprozess in eine Bedeutung übersetzt werden.
Wo hier die reine Strukturinformation aufhört und beginnt, eine Bedeutungsinformation zu werden, wo also in diesem Dekodierungsprozess die Grenze zum Bewusstsein zu ziehen ist, ist eine der spannenden Fragen der Informations- und Kognitionswissenschaften.
Aus diesen Betrachtungen ergeben sich vier Ebenen, unter denen der Begriff der Information heute allgemein betrachtet wird. Diese sind
#Codierung
#Syntax
#Semantik
#Pragmatik
Diese Ebenen steigern sich im Hinblick auf den Bedeutungsgehalt der Information. Sie spiegeln dabei auch die oben erwähnten theoretischen Angriffspunkte wider, wobei die Codierungs-Ebene der Sichtweise der Nachrichtentechnik nahekommt, die Syntaxebene die Sichtweise der Linguistik oder die der Theorie der formalen Sprachen wiedergibt, die semantische Ebene Ansätze aus der Semiotik oder Semantik integriert, und die Pragmatik eher auf Konzepte der Kognitionswissenschaften zurückgreift.
Die vier Ebenen sollen an der Zeichenfolge "ES IST WARM" erläutert werden:
Code-Ebene
Die Zeichenfolge "ES IST WARM" ist zu kurz für eine statistische Betrachtung. Bei längeren Texten wird aber klar, dass nicht alle Elemente der Zeichenfolge (Buchstaben) gleich häufig vorkommen. Gewisse Buchstaben wie zum Beispiel die Buchstaben e und t - in unserem Beispiel aber s - sind häufiger als andere. Diese Tatsache kann bei der Informationsübertragung genutzt werden um Übertragungszeit zu sparen. Als Beispiel seien die Huffman-Codes erwähnt. Sie stellen ein Verfahren dar, mit dem Information effizient übermittelt und gespeichert werden kann. Viele weitere Verfahren existieren.
Auf dieser Ebene sind auch Fragen nach der Wahl von optimalen Codes für einen bestimmten Zweck interessant (Chiffrierung, ASCII-Code, Unicode, Brailleschrift, Flaggenalphabet, Genetischer Code, ...)
Syntaktische Ebene der Information
Auf der syntaktischen Ebene wird Information nur als Struktur gesehen, die es zu übermitteln gilt. Der Inhalt der Information ist hierbei im Wesentlichen uninteressant. Beispielsweise könnte das Problem darin bestehen, das Bild einer Kamera auf einen Monitor zu übertragen. Das Übertragungssystem interessiert sich dabei beispielsweise nicht dafür, ob es das Bild überhaupt wert ist, übertragen zu werden (Einbrecher macht sich am Fenster zu schaffen) oder nicht (Katze läuft am Fenstersims entlang), oder ob überhaupt etwas zu erkennen ist (auch das Bild einer komplett unscharf eingestellten Kamera wird vollständig übertragen, obwohl es da eigentlich nichts Erkennbares zu sehen gibt). Der Informationsgehalt ist dabei ein Maß für die maximale Effizienz, mit der die Information verlustfrei übertragen werden kann.
Unterscheidbarkeit und Informationsgehalt
Grundprinzip der syntaktischen Information ist die Unterscheidbarkeit: Information enthält, was unterschieden werden kann. Eine Unterscheidung setzt jedoch mindestens zwei unterschiedliche Möglichkeiten voraus.
Gibt es genau zwei Möglichkeiten, so lässt sich die Unterscheidung mit einer einzigen Ja/Nein-Frage klären. Beispiel: Angenommen, auf einer Speisekarte gibt es nur zwei Gerichte, Schnitzel und Spaghetti. Wir wissen, eines der beiden Gerichte hat der Gast bestellt. Um herauszufinden, welches er bestellt hat, braucht man ihm nur eine einzige Frage zu stellen: "Haben Sie Schnitzel bestellt?" Lautet die Antwort "Ja", so hat er ein Schnitzel bestellt, lautet die Antwort "Nein", so hat er Spaghetti bestellt.
Sind hingegen mehr als zwei Möglichkeiten vorhanden, so kann man dennoch mittels Ja-Nein-Fragen herausfinden, welche Alternative zutrifft. Eine einfache Möglichkeit wäre, einfach der Reihenfolge nach alle Gerichte abzufragen. Jedoch ist das eine recht ineffiziente Methode: Wenn der Gast noch keine Bestellung aufgegeben hat, braucht man sehr viele Fragen, um es herauszufinden. Effizienter ist es, wenn man beispielsweise erst fragt: "Haben Sie bereits bestellt?", um dann konkreter zu werden, "War es ein Gericht mit Fleisch?", "War es Schweinefleisch?", so dass schließlich nur noch wenige Alternativen übrig bleiben ("War es Schweineschnitzel?", "Schweinebraten?", "Schweinshaxe?"). Die Reihenfolge der Fragen spiegelt die Wertigkeit der Bits in einer derartig kodierten Nachricht wieder.
Der Informationsgehalt einer Nachricht entspricht der Anzahl der Ja-Nein-Fragen, die man bei einer idealen Fragestrategie braucht, um sie zu rekonstruieren.
Auch die Wahrscheinlichkeiten spielen bei einer optimalen Fragestrategie eine Rolle: Wenn man beispielsweise weiß, dass die Hälfte aller Gäste Schweineschnitzel bestellt, so ist es sicher sinnvoll, erst einmal nach Schweineschnitzel zu fragen, bevor man den Rest der Karte durchgeht.
Interessant ist hierbei, dass zwar vordergründig keinerlei semantische oder pragmatische Informationen verwendet werden, diese jedoch implizit in Form der Wahrscheinlichkeit eingehen. Beispielsweise ist die Tatsache, dass 50 Prozent der Gäste Schweineschnitzel bestellen, nicht aus der Speisekarte zu erkennen; es ist eine pragmatische Information. Und dass man normalerweise nicht nach der Bestellung von "Wir wünschen Ihnen einen guten Appetit" fragt, folgt aus der semantischen Information, dass dies keine Speise ist, und es daher höchst unwahrscheinlich ist, dass jemand dies bestellt.
Siehe auch: Informationstheorie
Binarisierung und die Wahrscheinlichkeit von Zeichen
Die Zeichenfolge "ES IST WARM" enthält nur Großbuchstaben.
Wenn wir einmal nur davon ausgehen, dass wir nur Großbuchstaben zur Verfügung hätten (also 27 Buchstaben einschließlich Leerzeichen), so können wir an jeder der elf Stellen der obigen Nachricht eines der 27 Zeichen setzen. Jede Stelle der Nachricht hat also 27 mögliche "Zustände". Der Code, den wir hier verwenden, hat also 27 Stellen.
Von großer technischer Bedeutung ist aber der Binärcode. Jeder Code wird durch eine Folge von Bits dargestellt. Ein Bit unterscheidet nur zwischen zwei möglichen Zuständen, die man durch eins und null darstellt. Damit wir 27 verschiedene Zustände darstellen können, benötigen wir mehrere Bits - in diesem Fall genau fünf. Damit kann man 2 hoch 5 = 32 Zustände unterscheiden.
Ein naheliegender, möglicher Binärcode sieht wie folgt aus:
A 00001
B 00010
C 00011
D 00100
E 00101
.. .....
11100 (Leerzeichen)
Unsere Nachricht hieße dann "00101 10011 11100 01001 10011 10100 11100 ... 01101".
Nun ist die obige Codierung der Buchstaben in fünf Ja/Nein-Entscheidungen nicht die allein gültige. Im Rahmen der klassischen Informationstheorie wird nämlich die Informationssequenz aus statistischer Sicht betrachtet.
So kann berücksichtigt werden, wie häufig ein bestimmtes Zeichen des Zeichenvorrats verwendet wird, mit anderen Worten, wie wahrscheinlich sein Auftreten ist. So ist beispielsweise der Buchstabe "E" im Deutschen häufiger als der Buchstabe "Y".
Berücksichtigt man diese Auftretenswahrscheinlichkeit der Zeichen im Zeichenvorrat, so kann man die Anzahl der benötigten Ja/Nein-Entscheidungen, die zum Erkennen eines Zeichens notwendig sind, je nach Zeichen unterschiedlich groß machen. Ein solche Codierung nennt man auch Entropiekodierung. Damit benötigt man, um ein häufig auftretendes Zeichen zu codieren, weniger Bits, als für ein selten auftretendes Zeichen. Ein Zeichen hat also einen um so höheren Informationsgehalt (benötigt zur Erkennung eine höhere Anzahl an 'atomaren' Entscheidungseinheiten, an Bits), je seltener es auftritt.
Siehe auch: Entropie (Informationstheorie)
Semantische Ebene der Information
Strukturierte, syntaktische Informationen werden erst verwertbar, indem sie
gelesen und interpretiert werden. Das heißt, zur Strukturebene muss die Bedeutungsebene hinzukommen. Dazu muss ein bestimmtes Bezugssystem angelegt werden, um die Strukturen in eine Bedeutung überführen zu können.
Dieses Bezugssystem bezeichnet man als Code. Im obigen Beispiel muss man also "wissen", was warm bedeutet.
Jedoch ist die Überführung von Syntax in Semantik selten so direkt; in der Regel wird die Information über sehr viele unterschiedliche Codes immer höherer semantischer Ebene verarbeitet: Dabei wird auf den unterschiedlichen semantischen Ebenen wiederum Informationsverarbeitung auf strukturell-syntaktischer Ebene geleistet: Die Lichtimpulse, die gerade auf Ihre Netzhaut treffen, werden dort von Nervenzellen registriert (Bedeutung für die Nervenzelle), an das Gehirn weitergeleitet, in einen räumlichen Zusammenhang gebracht, als Buchstaben erkannt, zu Worten zusammengefügt.
Während dieser ganzen Zeit werden Nervenimpulse (also Strukturinformationen) von einer Gehirnzelle zur nächsten 'geschossen', bis sich auf diese Weise in ihrem Bewusstsein die durch Worte nur unzureichend wiedergebbaren Begriffe für "warm", "jetzt", und "hier" zu formen beginnen, die dann im Zusammenhang eine Bedeutung haben: Sie wissen jetzt, dass es bei diesen Worten um die Feststellung geht, dass es warm (und nicht etwa kalt) ist.
Zusammengefasst:
- Strukturinformation wird in einem Dekodierungsprozess in Semantik (Bedeutung) überführt.
- Dabei wird Strukturinformation stufenweise über Codes in andere Strukturinformation überführt, wobei sich auf den unterschiedlichen semantischen Stufen jeweils Bedeutung für das verarbeitende System entwickelt.
Siehe auch: Kodierung, Kommunikation (Informationstheorie)
Pragmatische Ebene der Information
Diese kommt dem umgangssprachlichen Informationsbegriff am nächsten.
Die Aussage, dass es warm ist (die wir nun semantisch richtig interpretiert haben; wir wissen, was diese Botschaft uns sagen will), hat echten Informationscharakter, wenn wir uns mittags um zwölf nach einer durchzechten Nacht noch halb schlaftrunken überlegen, was wir anziehen sollen, und uns die Freundin mit den Worten "es ist warm" davon abhält, in den Rollkragenpullover zu schlüpfen.
Der pragmatische Informationsgehalt der - semantisch exakt gleichen - Aussage ist aber gleich null, wenn wir bereits im T-Shirt auf dem Balkon sitzen und schwitzen. Diese Information bietet uns nichts neues. Smalltalk ist eine Art des Informationsaustausches, bei dem die offensichtlich über die Sprache ausgetauschten semantischen Informationen so gut wie keine pragmatische Information darstellen - wichtig sind hier die Körpersignale, deren Semantik (Freundlichkeit, Abneigung) wir erkennen und pragmatisch (mag er/sie mich?) verwerten können.
In diesem pragmatischen Sinne ist wesentliches Kriterium von Information, dass sie das Subjekt, das die Information aufnimmt, verändert, was konkret bedeutet, dass sich die Information, die potentiell dem Subjekt entnommen werden kann, verändert.
Zusammengefasst:
- Information führt zu einem Gewinn an Wissen.
- Information ermöglicht die Verringerung von Ungewissheit.
- Information ist übertragbar; in Form von Daten bzw. Signalen
- Information ist ein Ereignis, das den Zustand des Empfängers bzw. Systems verändert.
Siehe auch: Pragmatik
Bezüge zwischen den Ebenen
Wenn man das Phänomen Information betrachtet, sind die vier Ebenen im Zusammenhang zu betrachten. Damit Information stattfindet, sind Vereinbarungen auf allen vier Ebenen notwendig.
Auch stellt die semantische Verarbeitung (beispielsweise das Zusammenfassen von Buchstaben zu Wörtern) wiederum syntaktische Information (nämlich eine Abfolge von Wort-Symbolen) her. Letztlich definiert sich auch die pragmatische Ebene nicht zuletzt dadurch, dass sie selbst neue Information syntaktischer Natur schaffen muss (sonst hätte die Information keine Wirkung entfaltet).
Aufgrund des engen Zusammenspiels zwischen semantischen Dekodierungsprozess und Wirkentfaltung in der Pragmatik, die beide wiederum syntaktische Informationen als End- und Zwischenprodukte generieren, werden manchmal diese beiden Ebenen auch zur Semantopragmatik verschmolzen.
Das Verständnis der syntaktischen Ebene war lange Zeit gekennzeichnet durch das Sender-Empfänger-Modell: Ein Sender will eine Information dem Empfänger mitteilen. Dazu codiert er seine Information nach bestimmten Prinzipien (beispielsweise als Abfolge von Nullen und Einsen nach dem oben erwähnten Prinzip) in einen Informationsträger, der Empfänger wertet diesen Informationsträger aus, denn auch er kennt den Code, und erhält dadurch die Information (siehe auch: Kommunikation).
Nicht immer ist jedoch ein menschlicher Sender vorhanden, der uns etwas mitteilen will. Ein typisches Beispiel ist die Messung: Dem physikalischen System ist es, bildlich gesprochen, völlig egal, was Menschen von ihm denken.
Das Ziel der Messung ist eine Informationsübertragung vom gemessenen System zu dem, der die Messung durchführt (man misst, um etwas über das gemessene System zu erfahren).
Ein Beispiel ist die Geschwindigkeitsmessung per Radarfalle: Das Auto hat keine Intention, seine Geschwindigkeit zu verraten (und der Autofahrer meist auch nicht). Dennoch gewinnt der Polizist durch die Messung Information über die Geschwindigkeit. Für die Gewinnung der Information wird ein physikalisches Gesetz genutzt, der (Dopplereffekt), das von einem Ingenieur aufgegriffen wurde um das Gerät zu konstruieren. Die Polizei setzt das Gerät ein und veranlasst somit, dass Information erzeugt wird. Die unmittelbare Erzeugung von Information hingegen wird damit an einen Apparat delegiert.
Zusammengefasst:
- Damit Information für den Menschen erkennbar wird, muss Materie oder Energie eine Struktur aufweisen.
- Syntaktisch entspricht Information der Auftretenswahrscheinlichkeit eines bestimmten Symbols innerhalb eines definierten Dekodierungsschemas
- Information ist im Kommunikationsmodell eine räumliche oder zeitliche Folge physikalischer Signale, die mit bestimmten Wahrscheinlichkeiten oder Häufigkeiten auftreten.
- Der Informationsgehalt einer Nachricht ergibt sich aus der Anzahl der ja/nein-Möglichkeiten, für die in der Nachricht einer der Werte festgelegt ist.
Siehe auch: Informationsübertragung (Physik)
Informationstransport, Entstehung und Vernichtung
Interessant ist es, dass Information, die an Materie als Informationsträger gebunden ist, auf bzw. durch Elektromagnetische Wellen übertragen werden kann.
Diese Information kann, da masselos, dann im Prinzip mit Lichtgeschwindigkeit transportiert werden. Schließlich kann die Information wieder zurück an Materiestrukturen gebunden werden.
Ein Beispiel für so einen Übertragungsprozess ist das Telefax.
Dabei wird die Information eines bestimmten Schriftstückes mit Lichtgeschwindigkeit über große Entfernungen transportiert und am Ziel auf ein zweites Schriftstück mit exakt demselben Informationsinhalt übertragen.
Allgemeiner: Um Informationen zu transportieren ist ein Informationsträger nötig.
Kann Information ohne Verlust weitergegeben werden? Beim Kopieren von Software ist dies der Fall, weil technische Mechanismen (Redundante Codes / Prüfsummen) dafür sorgen. Information kann nicht generell weitergegeben werden, ohne dadurch weniger zu werden. Das Ausmass des Verlustes hängt von den physikalischen Randbedingungen ab. Gemäss Shannon kann bei einer Übertragung nicht mehr Information aus einem Kanal entnommen werden als auf der Senderseite hineingegeben wird. Beim Weitergeben oder Kopieren von Information wird sie aber an sich nicht verdoppelt, sondern sie liegt dann nur redundant vor.
In einem thermodynamisch als geschlossen anzusehenden System wird Information letztlich vernicht, spätestens beim "Hitzetod" des Universums. In einem thermodynamisch offenen System kann Information weitergegeben werden, informationstragende Strukturen können sogar spontan entstehen. Beispiele sind eine Vielzahl von theoretisch und experimentell untersuchten dissipativen Strukturen. Besonders Spin-Syteme (Spin=Drehimpuls atomare und subatomarer Teilchen), insbesondere die sogenannten Ising-Gläser, sind sehr oft untersucht worden, nicht zuletzt wegen ihrer Relevanz für die Theorie neuronaler Netze. Viele Experimente zeigen, dass in Ising-Gläsern spontan Strukturen entstehen können, die wegen der gequantelten Natur des Spins sogar schon als in digitalisierte Form vorliegende Information interpretiert werden können, welche z.B. die Entstehungbedingungen der Struktur in codierter Form enthält.
Digitale Information
Digitale Information entsteht durch Digitalisierung beliebiger Information. Das Ergebnis sind Daten.
Obwohl für die Messung von digitalen Informationsmengen, für Informationsströme und für die Informationsspeicherung das Bit und das Byte als Basiseinheiten vorliegen, wird die Informationsmenge immer noch gerne an Hand des jeweiligen Informationsträgers quantifiziert.
So kann man die digitale Informationsmenge, die in einem Buch steht, leicht und anschaulich an der Seitenzahl oder an der Zahl der Wörter ablesen.
Siehe auch: Dualsystem, Informationstheorie, Künstliche Intelligenz, Symbolismus
Definition der Information in verschiedenen Fachrichtungen
Zum Abschluss sollen hier die einzelnen Fach- und Forschungsrichtungen zu Wort kommen, die je ihr eigenes Verständnis der Information haben. Deutlich wird dabei der jeweilige Ansatz auf den unterschiedlichen, oben geschilderten Ebenen zwischen der reinen Syntax bis zur Pragmatik, teilweise auch mit der besonderen Betonung des Transportcharakters von Information.
Semiotik
Die Semiotik versteht unter Informationen zweckorientierte Daten, die das Wissen erweitern. In älterer Literatur sind sie oft noch als zweckorientiertes Wissen definiert.
Informationswissenschaft
Die Informationswissenschaft verwendet den Begriff der Information ähnlich zum semiotischen Ansatz. Für sie sind die Begriffe Wissen und Information von zentraler Bedeutung. Information ist dabei Wissenstransfer beziehungsweise "Wissen in Aktion". Information entsteht in diesem Sinne immer nur punktuell, wenn ein Mensch zur Problemlösung Wissen (eine bestimmte Wissenseinheit) benötigt.
Diese Wissenseinheit geht als Information aus einem Wissensvorrat in einen anderen über, beispielsweise aus einer Datenbank in den Wissensvorrat eines Menschen. Wissen wird intern repräsentiert, Information wird - zum besseren Verständnis für den Informationssuchenden - präsentiert. (Wissensrepräsentation - Informationspräsentation).
Siehe auch: Informationsmanagement
Informationstheorie
Die Informationstheorie betrachtet Information als das Gegenteil der Informationsentropie. Betrachtet wird vor allem der Informationsgehalt einzelner Nachrichten, der nach Claude Shannon durch die statistische Signifikanz einzelner Symbole definiert ist.
Ein ähnlicher Ansatz ist der Entropie-Begriff in der Physik, der in der Thermodynamik und der statisischen Mechanik verwendet wird. In der statistische Mechanik wird er als Begriff für die Ordnung eines Systems interpretiert, was hier aber eine reine Aussage über die Struktur des Systems ist.
Information als Wirtschaftsgut
Information kann als wirtschaftliches Gut angesehen werden, da Information im Unternehmen durch Einsatz anderer Produktionsfaktoren (Menschen, Computer, Software, Kommunikation, etc.) produziert, oder von außen angekauft werden kann. Information hat somit einen Wert, der handelbar ist. Der Wert ergibt sich aus dem Nutzen der Information und den Kosten zur Produktion, Bereitstellung und Weiterleitung. Problematisch hierbei ist, dass der potenzielle Käufer den Wert der Information nicht immer im voraus kennt und sie teilweise erst nachdem er sie erworben hat, bewerten kann. Bereits der angestrebte Handel mit Information ist dabei mit dem Problem asymmetrischer Information behaftet.
Weiterhin kann man Information auch als Produktionsfaktor verstehen. Information wird somit nicht nur konsumptiv genutzt, sondern kann auch produktiv verwendet werden.
Dokumentations- und Ordnungslehre
W. Gaus schreibt in seinem Werk Dokumentations- und Ordnungslehre (Gaus, W. [1995],, Berlin Heidelberg 1995) dass Information unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden kann
# Struktur = structure approach
# Erkenntnis = knowledge approach
# Signal = signal approach
# Nachricht = message approach
# verstandene Nachricht = meaning approach
# Wissensvermehrung = effect approach
# Vorgang = process approach
Information als Veränderung
Nach den Arbeiten des Berliner Informatikers Peter Rüdiger:
"Information ist eine Veränderung konkreter Quantität und Dauer."
Das ist eine Definition, die viele Aspekte der komplizierteren Begriffsbildungen einschliesst und in ihrer Einfachheit unmittelbar anwendbar ist.
Verwandte Themenkomplexe
Der Begriff der Information ist eng verknüpft mit Fragestellungen im Themenkomplex "Wissen". Dazu gehört insbesondere das Problem der Definition von Komplexität, die sich über die algorithmische Tiefe eines informationsverarbeitenden Prozesses beschreiben lässt. Weiterhin zählen hierzu Betrachtungen über den Unterschied zwischen Zufall und Ordnung sowie der Begriff der Unterscheidbarkeit und der Relevanz.
In der Algorithmische Informationstheorie wurde ein Mass zum Bestimmen der Komplexität von Strukturen, z.b. im speziellen der Komplexität von Zeichenketten, entwickelt. Dies kann, unter gewissen Voraussetzungen, auch als Mass für die Information angewendet werden, das in einigen Aspekten Vorteile gegenüber dem von Shannon hat.
Ebenfalls wichtig ist in diesem Zusammenhang der Begriff der Kommunikation, das diese den Informationsbegriff voraussetzt. Andersherum ist es auch so, das häufig argumentiert wird, dass Kommunizierbarkeit eine wesentliche Eigenschaft von Information sei.
Weiterführende Angaben
Siehe auch
Literatur
- Martin Werner, Otto Mildenberger 'Information und Codierung' Vieweg, ISBN 3528039515
- Herbert Klimant, Rudi Piotraschke, Dagmar Schönfeld, 'Informations- und Kodierungstheorie', Teubner, ISBN 3519230038
- Nørretranders, Tor: Spüre die Welt, Rowohlt, 1994; ISBN 3-4980-4637-3; eine verständliche Einführung in die Welt der Information, der Entropie und des Bewußtseins
- Lyre, Holger: Informationstheorie, Wilhelm Fink Verlag, München 2002; ISBN 3-7705-3446-8, Einführung in die Informationstheorie mit Ausblick auf die aktuellen Forschungen Lyres zur Quantentheorie der Information. Kenntnisse der Quantenphysik werden jedoch vorausgesetzt.
- Werner Gitt: Am Anfang war die Information, 3., übrarb. und erw. Aufl., Holzgerlingen : Hänssler, 2002, ISBN 3-7751-3702-5, Behandelt die Frage der Herkunft des Lebens aus der Sicht eines kreationistischen Informatikers.
Weblinks
- http://www.madeasy.de/1/definfo.htm - diente als Quelle für die unteren Abschnitte dieses Artikels
- http://www.idemployee.id.tue.nl/g.w.m.rauterberg/publications/INFORM89paper.pdf
Kategorie:Informatik
Kategorie:Theoretische Informatik
Kategorie:Wissen
ja:情報
ko:정보
simple:Information
ProduktionsfaktorUnter Produktionsfaktoren versteht man alle materiellen und immateriellen Mittel und Leistungen, die an der Bereitstellung von Gütern mitwirken. Dabei ist zwischen volkswirtschaftlicher und betriebswirtschaftlicher Betrachtung zu unterscheiden.
Produktionsfaktoren in der Volkswirtschaftslehre
Die klassische Volkswirtschaftslehre betrachtet seit Adam Smith die Faktoren Arbeit, Kapital und Boden. Später reduzierte Karl Marx diese nur noch auf die Arbeit.
Träger des Faktors Arbeit ist in der klassischen Volkswirtschaftslehre allein der arbeitende Mensch.
Der Begriff Boden wird dreierlei unterschieden. Abbauböden sind Bodenschätze, Wildtiere, Urwälder, Wind- und Wasserkraft, sowie Sonnenenergie. Der Abbau von Bodenschätzen durch Bergwerke ist eine variante der Nutzung von Abbauböden. Anbauboden ist der für die Land- und Forstwirtschaft genutzter Boden (z.B. Plantagenwirtschaft oder Tierzucht). Bebauungsboden ist die Fläche welche für Bauwerke, Verkehrswege und Müll zur Verfügung steht. Boden ist ohne menschliches Zutun auf dem Globus verfügbar.
Kapitalgüter sind jene Inputs in die Produktion, die ihrerseits produzierte Güter sind. Grundsätzlich sind Kapitalgüter Maschinen aller Art: Traktoren, Gebäude, Computer und Ähnliches. Ob das Wissen auch als eigenständiger Produktionsfaktor betrachtet werden kann, ist strittig.
In der Volkswirtschaftslehre unterscheidet man fixe und variable Faktoren. Es kann sehr schwierig sein, einige Inputs innerhalb einer gegebenen Zeitperiode anzupassen, typischerweise ist das bei vertraglichen Verpflichtungen (z.B. Mietverträge über Maschinen) gegeben. Solch einen Produktionsfaktor, der für das Unternehmen in einer festgelegten Menge gegeben ist, bezeichnet man als fixen Faktor. Kann ein Faktor in verschiedenen Mengen eingesetzt werden, bezeichnet man ihn als variablen Faktor. Normalerweise ist ein kurzfristiger Produktionsfaktor fix, langfristig allerdings kann jeder Input verändert werden. Eine weitere Unterscheidung sind die quasifixen Faktoren. Dies sind Produktionsfaktoren, die unabhängig vom Output in fixen Mengen verwendet werden müssen (z.B. die Beleuchtung des Produktionsgebäudes).
Produktionsfaktoren in der Betriebswirtschaftslehre
Die einzelbetriebliche Betrachtung erfordert eine genauere Begriffsdifferenzierung für die Produktionsfaktoren. Allgemeine Akzeptanz findet dabei die vorgenommene Gliederung von Erich Gutenberg (1951) der betrieblichen Produktionsfaktoren (Leistungsfaktoren).
Gutenberg untergliedert den Faktor Arbeit in
dispositive Arbeit (Planung, Organisation, Kontrolle etc.) und in
objektbezogene Arbeit (Arbeit am Erzeugnis).
Die volkswirtschaftlichen Faktoren Boden und Kapital werden zusammengefasst und betriebswirtschaftlich gegliedert in
Betriebsmittel (Grundstücke, Gebäude, Anlagen, Maschinen, Einrichtungen und Geldmittel) und
Werkstoffe (alle Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Halb- und Fertigerzeugnisse, die als Bestandteil in die Erzeugnisse eingehen oder, wie Energie und Schmiermittel, zum Betrieb von Betriebsmittel erforderlich sind). Eine Leistungserstellung welche, außer Arbeitsleistungen und Betriebsmitteln auch den Faktor Werkstoff enthält, entspricht einer Produktion.
Laut Gutenberg werden die drei Faktoren durch einen vierten Faktor zu einer produktiven Einheit kombiniert. Dieser vierte Faktor ist der dispositive Faktor, welcher hinsichtlich der optimalen Faktorkombination wichtig ist. Der dispositive Faktor bildet den planerischen und strategisch/operativen Einsatz der vorgenannten Faktoren im Unternehmen ab. Es handelt sich also um ein immaterielles Gut, welches nur im begrenzten Umfang substituiert werden kann.
Bei dem Versuch, die betriebswirtschaftlichen Grundprobleme der Gestaltung eines optimalen güterwirtschaftlichen Gleichgewichts zu erfassen und zu analysieren, spielt die Bereitstellung der Produktionsfaktoren eine entscheidende Rolle.
In der Phase der Bereitstellung der Produktionsfaktoren gilt es, die Produktionsfaktoren in der erforderlichen Art, Güte und Menge rechtzeitig und am richtigen Ort für den Kombinationsprozeß bereitzustellen. Dabei ist gemäß dem Wirtschaftlichkeitsprinzip darauf zu Achten, dass die Bereitstellungskosten minimiert werden.
Die Bereitstellung hat dabei zwei Aufgaben: Erstens die technische Aufgabe der Bereitstellungsplanung. Das heißt für eine störungsfreie Produktion, eingehaltene Fertigungstermine, Erfüllung der Qualitätsstandards u.ä., Sorge zu tragen. Zweitens die ökonomische Aufgabe, welche aus den Erfolgszielen des Unternehmens abzuleiten ist.
Literaturempfehlung
- Erich Gutenberg: Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre
- Henner Schierenbeck: Grundzüge der Betriebswirtschaft, Oldenbourg Verlag München, ISBN: 3-486-25297-6
- Hal R. Varian: Grundzüge der Mikroökonomie, Oldenbourg Verlag München, ISBN: 3-486-27453-8
Kategorie:Produktionswirtschaft
Kategorie:Volkswirtschaftslehre
InformationssystemEin Informationssystem dient der rechnergestützten Erfassung, Speicherung, Verarbeitung, Pflege, Analyse, Benutzung, Verbreitung, Disposition, Übertragung und Anzeige von Information.
Es besteht aus Hardware (Rechner oder Rechnerverbund), Datenbank(en), Software, Daten und all deren Anwendungen (erweitert nach Bill 1994 und FIG 1990).
Informationssysteme sind soziotechnische Systeme, die aus Teilsystemen für optimale Bereitstellung von Information und (technischer) Kommunikation dienen . Diese Beschreibung lässt viel Spielraum zu Interpretationen.
Sie zielt eher auf betriebliche Informationssysteme ab, ist aber unter Einschränkung auch für Raumbezogene oder Personenbezogene Informationssysteme anwendbar (z.B. GIS, LIS, Grundbuch, Statistiksysteme usw). Krcmars Kurzbeschreibung weist darauf hin, dass ein technisches System allein kaum informieren kann. Das technische System ist nur Mittler von Informationen zwischen Informationsanbietern und Informationsabnehmern.
Die dafür notwendige Kommunikation beschränkt sich i.a. auf technische Vorgänge, ohne auf die daran beteiligten Personen stärker einzugehen. Dies kann Probleme der zwischenmenschlichen Kommunikation vermeiden, aber solche auch verursachen bzw. bewußtmachen .
Kubicek et. al meinen: „Informationssysteme bieten für bestimmte Zielgruppen Informationen auf Abruf.“ .
Formale Beschreibung
Ein Informationssystem IS kann formal als 7-Tupel beschrieben werden :
:IS = (A, W, Q, I, E, U, D), mit
# A: Inputfunktion zum Aufbau der internen Repräsentationen (Erschließungsfunktion, Lernfunktion)
# W: Interne Repräsentationen (Dokumentmenge, Wissensbasis)
# Q: Inputmenge als Menge aller zugelassenen Inputkonfigurationen (Problemformulierung, Suchfrage)
# I: Outputfunktion (Inferenzfunktion, Retrievalfunktion, Rankingfunktion)
# E: Outputmenge als Menge aller möglichen Outputkonfigurationen (Problemlösung, Systemvorschlag)
# U: Updatefunktion der internen Repräsentationen (Lernfunktion, Relevanz-Feedback)
# D: Dialogkomponente, Interface
Fragen
Es gibt einen Streit um die Frage, ob bei der Betrachtung von Systemen Menschen und Technik als gleichwertig angesehen werden müssen.
Für diese Frage ist es nicht unwesentlich, wieweit ein Informationssystem auf die Bedürfnisse der Benutzer eingeht. Dies hängt u.a. mit folgenden Aspekten zusammen:
- Ist dem Konzept eine Systemanalyse vorausgegangen, die diese Bedürfnisse erfasst und nach Möglichkeit im Modell berücksichtigt (hat)?
- Waren (sind) die Datenanbieter und Datenbenutzer fähig und willens, diese Bedürfnisse zu formulieren?
- Hatten (haben) die Programmierer eine Vorstellung von der Denkweise und den Fach-Sprachen der Benutzergruppen?
- Wie ist die technische und emotionale Belastung der Benutzer bei der
- Arbeit mit dem Informationssystem,
- beim Erg | | |