Home About us Products Services Contact us Bookmark
:: wikimiki.org ::
Informationswirtschaft

Informationswirtschaft

Informationswirtschaft ist die Lehre des wirtschaftlichen Umgangs mit Informationen. Die Informationswirtschaft entstand mit der Umwandlung der sogenannten Industriegesellschaft in die Informationsgesellschaft. Es gibt mehrere unterschiedliche Auffassungsweisen des Begriffs Informationswirtschaft, was sich auch in der Ausbildungssituation an deutschen Hochschulen zeigt. Einige Beispiele sind:
- Informationswirtschaft als eigenständiger Bereich, der multidiziplinär angelegt ist Inhaltlich werden Informationswirte hier als Mediatoren gesehen, die zwischen den verschiedenen Bereichen, in denen Sie Grundkenntnisse erworben haben, vermitteln können. So hat ein Informationswirt dieser Ausprägung ungefähr gleich gute Kenntnisse von technischen Grundlagen, Betriebswirtschaft und Informationswissenschaft.
- Informationswirtschaft als eine "aktualisierte" Version von Bibliothekswesen und Dokumentationswesen In dieser Ausprägung der Ausbildung wird der Informationswirt vor allem im Bereich Informationswissenschaft geschult, und ist zum Beispiel Spezialist für Information Retrieval und Indexierung.
- Informationswirtschaft als Unterart der Betriebswirtschaft Hier findet eine starke Prägung durch die BWL statt, die die informatorischen Grundlagen legt.

Ausbildungen

Informationswirtschaft wird als Studiengang an verschiedenen deutschen Universitäten und anderen Hochschulen gelehrt. Dabei sind die Inhalte der Ausbildung, entsprechend der Mehrdeutigkeit des Begriffs Informationswirtschaft, zum Teil sehr verschieden
- An der Universität Karlsruhe (TH) besteht der Studiengang Informationswirtschaft aus drei Teilbereichen: Informatik, Wirtschaftswissenschaften und Rechtswissenschaften, die im Verhältnis 2:2:1 unterrichtet werden. Der Studiengang beschäftigt sich mit den Wechselwirkungen dieser Bereiche und untersucht deren Zusammenhänge, die sich als Folge der Informationsgesellschaft vermehrt ergeben.
- Die FH Köln legt den Schwerpunkt ihrer Ausbildung auf die Planung von Informationsabläufen unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten, die effiziente Speicherung von Informationsinhalten und die Wiederverwendung bereits gespeicherter Informationsressourcen.

Weblinks


- [http://www.password-online.de/trendreport.htm?WID=27022-8480455-91017_1 Die Entwicklung der deutschen Informationswirtschaft bis 2008, Institute for Information Economics]
- [http://www.informationswirtschaft.de Informationswirtschaft.de - Informationswebseite zum gleichnamigen Studiengang der Universität Karlsruhe (TH)]
- [http://www.informationswirtschaft.org Informationswirtschaft.org - Informationswebseite des Forum Informationswirtschaft eV für Studierende oder Studieninteressierte an der Universität Karlsruhe (TH)] Kategorie:Dokumentation

Information

Information (von lateinisch: informare 'bilden, durch Unterweisung Gestalt geben') ist ein potenziell oder tatsächlich vorhandenes nutzbares oder genutztes Muster von Materie und/oder Energieformen, das für einen Betrachter innerhalb eines bestimmten Kontextes relevant ist. Wesentlich für die Information ist die Wiedererkennbarkeit sowie der Neuigkeitsgehalt. Das verwendete Muster verändert den Zustand eines Betrachters – im menschlichen Zusammenhang insbesondere dessen Wissen. Formaler ist Information die Beseitigung von Unbestimmtheit.

Charakteristika des Informationsbegriffes

Information ist heute ein sehr weitläufig verwendeter und daher auch sehr schwer abzugrenzender Begriff. Verschiedene Wissenschaften betrachten die Information als ihr Arbeitsgebiet, namentlich die Informatik, die Informationstheorie und die Informationswissenschaft, die Nachrichtentechnik, die Informationsökonomik und die Semiotik. Erst in jüngster Zeit gibt es Bestrebungen, die einzelnen Ansätze zu verbinden und zu einem allgemein gültigen Informationsbegriff zu kommen. Entsprechende Literatur findet sich derzeit meist unter dem Stichwort Philosophie (etwa im Bereich Erkenntnistheorie) in den Regalen. Von einer vereinheitlichten, allgemein akzeptierten Theorie der Information kann vorläufig noch nicht gesprochen werden. Im allgemeinen Sprachgebrauch sowie in einigen Wissenschaften (Semiotik, Informationswissenschaften) wird "Information" mit "Bedeutung" oder "übertragenem Wissen" gleichgesetzt. Eine eingeschränktere Sichtweise des Begriffes, die heute von großer praktischer Bedeutung ist (Computertechnik), stammt aus der Nachrichtentechnik. Die wegweisende Theorie dort ist diejenige von Claude Shannon. Er betrachtet die statistischen Aspekte der Zeichen in einem Code der Information repräsentiert. Die Bedeutung der Information geht bei Shannon nur implizit in den Wahrscheinlichkeiten der verwendeten Zeichen ein, die letztlich nur unter Zuhilfenahme eines Menschen bestimmt werden können, da nur der Mensch in der Lage ist die Bedeutung eines Codes bewusst zu erfassen und dabei sinnvollen von nicht sinnvollem Code unterscheiden kann. Das unmittelbare Ziel seiner Überlegungen ist die optimale Übertragung von Information in einem Nachrichtenkanal (Telefonie, Funk). Der Begriff Information und andere Begriffe aus der Informationstheorie werden oftmals im alltäglichen Sprachgebrauch und auch in den Naturwissenschaften in einer metaphorischen Weise benutzt. Eine direkte Übernahme des Begriffes Information in naturwissenschaftlichen Theorien, so wie er in den Ingenieurswissenschaften benutzt wird, ist aber i.a. nicht zulässig. Grund hierfür ist, dass die Ingenieurwissenschaften letztlich auf den Menschen ausgerichtet sind und deswegen der Mensch als Benutzer oder Erzeuger künstlicher Systeme selbst Teil der Betrachtungen sein kann, womit die verwendeten Begriffe oftmals eine zielgerichtete und auf menschliches Bewusstsein ausgerichtete, teleologische Komponente enthalten. Demgegenüber ist es Ziel der Naturwissenschaften, die Natur möglichst unabhängig vom Menschen zu beschreiben. Somit müssen bei Übernahme informationstheoretischer Begriffe diese erst in einer von teleologischem Zusätzen 'befreiten' Version neu definiert werden. So wird beispielsweise unter dem Begriff "Genetischer Code" in der Genetik eine Menge von Regeln verstanden, welche rein physikalisch-chemische Prozesse beschreibt, durch welche DNA-Strukturen in Protein-Strukturen übertragen werden, und nicht eine Vereinbarung von bewussten Wesen über die Verwendung von Symbolen zum Austausch von Botschaften, wie der Begriff "Code" in der Informationstheorie meist verstanden wird. Der Verzicht auf solche teleologischen Begriffe in den Naturwissenschaften hat dabei nicht zum Ziel "teleologische Welterklärungen" von vornherein auszuschliessen, sondern dient dazu, Fehlschlüsse zu verhindern, bei denen nur scheinbar neue Erkenntnis aus einer naturwissenschaftlichen Theorie gewonnen wird, welche aber in Wirklichkeit durch inadäquaten Gebrauch der Begriffe vorher in die Theorie hineingelegt wurde. Insbesondere ist dies ist auch eine Methode, welcher sich einige Pseudowissenschaften teilweise bedienen. So warnte beispielsweise der Wissenschaftphilosoph Wolfgang Stegmüller vor einem Wiederaufleben des Neovitalismus durch unangemessenen Gebrauch informationtheoretischer Begriffe in der Biologie. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass in Zukunft der naturwissenschaftliche Strukturbegriff und der Informationsbegriff aufeinander zurückgeführt werden können. So untersucht etwa die Neuroinformatik die Beziehung neuronaler Strukturen des Gehirns und dessen Fähigkeit, Information zu verarbeiten. In diesem Artikel wird versucht, die verschiedenen Ebenen Statistik, Struktur und Bedeutung zu unterscheiden und auf die Bezüge zwischen diesen Ebenen einzugehen.

Struktur und Bedeutung

Eine Sichtweise geht vom Informationsträger aus. Die Frage, welche Struktur sich innerhalb dieses Trägers feststellen lässt, wird untersucht. Ein anderer Ansatz bemüht sich zu verstehen, welche Bedeutung dem zukommt, was man dann (irgendwie) diesem Informationsträger entnommen hat. Die erste Sichtweise hat ihre Wurzeln in der Nachrichtentechnik, die zweite in der Kognitionswissenschaft, der Sprachwissenschaft oder allgemein in der Geisteswissenschaft. Eine nachrichtentechnisch erkennbare Struktur (beispielsweise Lichtimpulse, die in einer zeitlichen Reihenfolge auf einzelne Zellen in der Netzhaut treffen) muss in einem komplexen Dekodierungsprozess in eine Bedeutung übersetzt werden. Wo hier die reine Strukturinformation aufhört und beginnt, eine Bedeutungsinformation zu werden, wo also in diesem Dekodierungsprozess die Grenze zum Bewusstsein zu ziehen ist, ist eine der spannenden Fragen der Informations- und Kognitionswissenschaften. Aus diesen Betrachtungen ergeben sich vier Ebenen, unter denen der Begriff der Information heute allgemein betrachtet wird. Diese sind #Codierung #Syntax #Semantik #Pragmatik Diese Ebenen steigern sich im Hinblick auf den Bedeutungsgehalt der Information. Sie spiegeln dabei auch die oben erwähnten theoretischen Angriffspunkte wider, wobei die Codierungs-Ebene der Sichtweise der Nachrichtentechnik nahekommt, die Syntaxebene die Sichtweise der Linguistik oder die der Theorie der formalen Sprachen wiedergibt, die semantische Ebene Ansätze aus der Semiotik oder Semantik integriert, und die Pragmatik eher auf Konzepte der Kognitionswissenschaften zurückgreift. Die vier Ebenen sollen an der Zeichenfolge "ES IST WARM" erläutert werden:

Code-Ebene

Die Zeichenfolge "ES IST WARM" ist zu kurz für eine statistische Betrachtung. Bei längeren Texten wird aber klar, dass nicht alle Elemente der Zeichenfolge (Buchstaben) gleich häufig vorkommen. Gewisse Buchstaben wie zum Beispiel die Buchstaben e und t - in unserem Beispiel aber s - sind häufiger als andere. Diese Tatsache kann bei der Informationsübertragung genutzt werden um Übertragungszeit zu sparen. Als Beispiel seien die Huffman-Codes erwähnt. Sie stellen ein Verfahren dar, mit dem Information effizient übermittelt und gespeichert werden kann. Viele weitere Verfahren existieren. Auf dieser Ebene sind auch Fragen nach der Wahl von optimalen Codes für einen bestimmten Zweck interessant (Chiffrierung, ASCII-Code, Unicode, Brailleschrift, Flaggenalphabet, Genetischer Code, ...)

Syntaktische Ebene der Information

Auf der syntaktischen Ebene wird Information nur als Struktur gesehen, die es zu übermitteln gilt. Der Inhalt der Information ist hierbei im Wesentlichen uninteressant. Beispielsweise könnte das Problem darin bestehen, das Bild einer Kamera auf einen Monitor zu übertragen. Das Übertragungssystem interessiert sich dabei beispielsweise nicht dafür, ob es das Bild überhaupt wert ist, übertragen zu werden (Einbrecher macht sich am Fenster zu schaffen) oder nicht (Katze läuft am Fenstersims entlang), oder ob überhaupt etwas zu erkennen ist (auch das Bild einer komplett unscharf eingestellten Kamera wird vollständig übertragen, obwohl es da eigentlich nichts Erkennbares zu sehen gibt). Der Informationsgehalt ist dabei ein Maß für die maximale Effizienz, mit der die Information verlustfrei übertragen werden kann.

Unterscheidbarkeit und Informationsgehalt

Grundprinzip der syntaktischen Information ist die Unterscheidbarkeit: Information enthält, was unterschieden werden kann. Eine Unterscheidung setzt jedoch mindestens zwei unterschiedliche Möglichkeiten voraus. Gibt es genau zwei Möglichkeiten, so lässt sich die Unterscheidung mit einer einzigen Ja/Nein-Frage klären. Beispiel: Angenommen, auf einer Speisekarte gibt es nur zwei Gerichte, Schnitzel und Spaghetti. Wir wissen, eines der beiden Gerichte hat der Gast bestellt. Um herauszufinden, welches er bestellt hat, braucht man ihm nur eine einzige Frage zu stellen: "Haben Sie Schnitzel bestellt?" Lautet die Antwort "Ja", so hat er ein Schnitzel bestellt, lautet die Antwort "Nein", so hat er Spaghetti bestellt. Sind hingegen mehr als zwei Möglichkeiten vorhanden, so kann man dennoch mittels Ja-Nein-Fragen herausfinden, welche Alternative zutrifft. Eine einfache Möglichkeit wäre, einfach der Reihenfolge nach alle Gerichte abzufragen. Jedoch ist das eine recht ineffiziente Methode: Wenn der Gast noch keine Bestellung aufgegeben hat, braucht man sehr viele Fragen, um es herauszufinden. Effizienter ist es, wenn man beispielsweise erst fragt: "Haben Sie bereits bestellt?", um dann konkreter zu werden, "War es ein Gericht mit Fleisch?", "War es Schweinefleisch?", so dass schließlich nur noch wenige Alternativen übrig bleiben ("War es Schweineschnitzel?", "Schweinebraten?", "Schweinshaxe?"). Die Reihenfolge der Fragen spiegelt die Wertigkeit der Bits in einer derartig kodierten Nachricht wieder. Der Informationsgehalt einer Nachricht entspricht der Anzahl der Ja-Nein-Fragen, die man bei einer idealen Fragestrategie braucht, um sie zu rekonstruieren. Auch die Wahrscheinlichkeiten spielen bei einer optimalen Fragestrategie eine Rolle: Wenn man beispielsweise weiß, dass die Hälfte aller Gäste Schweineschnitzel bestellt, so ist es sicher sinnvoll, erst einmal nach Schweineschnitzel zu fragen, bevor man den Rest der Karte durchgeht. Interessant ist hierbei, dass zwar vordergründig keinerlei semantische oder pragmatische Informationen verwendet werden, diese jedoch implizit in Form der Wahrscheinlichkeit eingehen. Beispielsweise ist die Tatsache, dass 50 Prozent der Gäste Schweineschnitzel bestellen, nicht aus der Speisekarte zu erkennen; es ist eine pragmatische Information. Und dass man normalerweise nicht nach der Bestellung von "Wir wünschen Ihnen einen guten Appetit" fragt, folgt aus der semantischen Information, dass dies keine Speise ist, und es daher höchst unwahrscheinlich ist, dass jemand dies bestellt. Siehe auch: Informationstheorie

Binarisierung und die Wahrscheinlichkeit von Zeichen

Die Zeichenfolge "ES IST WARM" enthält nur Großbuchstaben. Wenn wir einmal nur davon ausgehen, dass wir nur Großbuchstaben zur Verfügung hätten (also 27 Buchstaben einschließlich Leerzeichen), so können wir an jeder der elf Stellen der obigen Nachricht eines der 27 Zeichen setzen. Jede Stelle der Nachricht hat also 27 mögliche "Zustände". Der Code, den wir hier verwenden, hat also 27 Stellen. Von großer technischer Bedeutung ist aber der Binärcode. Jeder Code wird durch eine Folge von Bits dargestellt. Ein Bit unterscheidet nur zwischen zwei möglichen Zuständen, die man durch eins und null darstellt. Damit wir 27 verschiedene Zustände darstellen können, benötigen wir mehrere Bits - in diesem Fall genau fünf. Damit kann man 2 hoch 5 = 32 Zustände unterscheiden. Ein naheliegender, möglicher Binärcode sieht wie folgt aus: A 00001 B 00010 C 00011 D 00100 E 00101 .. ..... 11100 (Leerzeichen) Unsere Nachricht hieße dann "00101 10011 11100 01001 10011 10100 11100 ... 01101". Nun ist die obige Codierung der Buchstaben in fünf Ja/Nein-Entscheidungen nicht die allein gültige. Im Rahmen der klassischen Informationstheorie wird nämlich die Informationssequenz aus statistischer Sicht betrachtet. So kann berücksichtigt werden, wie häufig ein bestimmtes Zeichen des Zeichenvorrats verwendet wird, mit anderen Worten, wie wahrscheinlich sein Auftreten ist. So ist beispielsweise der Buchstabe "E" im Deutschen häufiger als der Buchstabe "Y". Berücksichtigt man diese Auftretenswahrscheinlichkeit der Zeichen im Zeichenvorrat, so kann man die Anzahl der benötigten Ja/Nein-Entscheidungen, die zum Erkennen eines Zeichens notwendig sind, je nach Zeichen unterschiedlich groß machen. Ein solche Codierung nennt man auch Entropiekodierung. Damit benötigt man, um ein häufig auftretendes Zeichen zu codieren, weniger Bits, als für ein selten auftretendes Zeichen. Ein Zeichen hat also einen um so höheren Informationsgehalt (benötigt zur Erkennung eine höhere Anzahl an 'atomaren' Entscheidungseinheiten, an Bits), je seltener es auftritt. Siehe auch: Entropie (Informationstheorie)

Semantische Ebene der Information

Strukturierte, syntaktische Informationen werden erst verwertbar, indem sie gelesen und interpretiert werden. Das heißt, zur Strukturebene muss die Bedeutungsebene hinzukommen. Dazu muss ein bestimmtes Bezugssystem angelegt werden, um die Strukturen in eine Bedeutung überführen zu können. Dieses Bezugssystem bezeichnet man als Code. Im obigen Beispiel muss man also "wissen", was warm bedeutet. Jedoch ist die Überführung von Syntax in Semantik selten so direkt; in der Regel wird die Information über sehr viele unterschiedliche Codes immer höherer semantischer Ebene verarbeitet: Dabei wird auf den unterschiedlichen semantischen Ebenen wiederum Informationsverarbeitung auf strukturell-syntaktischer Ebene geleistet: Die Lichtimpulse, die gerade auf Ihre Netzhaut treffen, werden dort von Nervenzellen registriert (Bedeutung für die Nervenzelle), an das Gehirn weitergeleitet, in einen räumlichen Zusammenhang gebracht, als Buchstaben erkannt, zu Worten zusammengefügt. Während dieser ganzen Zeit werden Nervenimpulse (also Strukturinformationen) von einer Gehirnzelle zur nächsten 'geschossen', bis sich auf diese Weise in ihrem Bewusstsein die durch Worte nur unzureichend wiedergebbaren Begriffe für "warm", "jetzt", und "hier" zu formen beginnen, die dann im Zusammenhang eine Bedeutung haben: Sie wissen jetzt, dass es bei diesen Worten um die Feststellung geht, dass es warm (und nicht etwa kalt) ist. Zusammengefasst:
- Strukturinformation wird in einem Dekodierungsprozess in Semantik (Bedeutung) überführt.
- Dabei wird Strukturinformation stufenweise über Codes in andere Strukturinformation überführt, wobei sich auf den unterschiedlichen semantischen Stufen jeweils Bedeutung für das verarbeitende System entwickelt. Siehe auch: Kodierung, Kommunikation (Informationstheorie)

Pragmatische Ebene der Information

Diese kommt dem umgangssprachlichen Informationsbegriff am nächsten. Die Aussage, dass es warm ist (die wir nun semantisch richtig interpretiert haben; wir wissen, was diese Botschaft uns sagen will), hat echten Informationscharakter, wenn wir uns mittags um zwölf nach einer durchzechten Nacht noch halb schlaftrunken überlegen, was wir anziehen sollen, und uns die Freundin mit den Worten "es ist warm" davon abhält, in den Rollkragenpullover zu schlüpfen. Der pragmatische Informationsgehalt der - semantisch exakt gleichen - Aussage ist aber gleich null, wenn wir bereits im T-Shirt auf dem Balkon sitzen und schwitzen. Diese Information bietet uns nichts neues. Smalltalk ist eine Art des Informationsaustausches, bei dem die offensichtlich über die Sprache ausgetauschten semantischen Informationen so gut wie keine pragmatische Information darstellen - wichtig sind hier die Körpersignale, deren Semantik (Freundlichkeit, Abneigung) wir erkennen und pragmatisch (mag er/sie mich?) verwerten können. In diesem pragmatischen Sinne ist wesentliches Kriterium von Information, dass sie das Subjekt, das die Information aufnimmt, verändert, was konkret bedeutet, dass sich die Information, die potentiell dem Subjekt entnommen werden kann, verändert. Zusammengefasst:
- Information führt zu einem Gewinn an Wissen.
- Information ermöglicht die Verringerung von Ungewissheit.
- Information ist übertragbar; in Form von Daten bzw. Signalen
- Information ist ein Ereignis, das den Zustand des Empfängers bzw. Systems verändert. Siehe auch: Pragmatik

Bezüge zwischen den Ebenen

Wenn man das Phänomen Information betrachtet, sind die vier Ebenen im Zusammenhang zu betrachten. Damit Information stattfindet, sind Vereinbarungen auf allen vier Ebenen notwendig. Auch stellt die semantische Verarbeitung (beispielsweise das Zusammenfassen von Buchstaben zu Wörtern) wiederum syntaktische Information (nämlich eine Abfolge von Wort-Symbolen) her. Letztlich definiert sich auch die pragmatische Ebene nicht zuletzt dadurch, dass sie selbst neue Information syntaktischer Natur schaffen muss (sonst hätte die Information keine Wirkung entfaltet). Aufgrund des engen Zusammenspiels zwischen semantischen Dekodierungsprozess und Wirkentfaltung in der Pragmatik, die beide wiederum syntaktische Informationen als End- und Zwischenprodukte generieren, werden manchmal diese beiden Ebenen auch zur Semantopragmatik verschmolzen.

Kommunikationsmodell der Information

Das Verständnis der syntaktischen Ebene war lange Zeit gekennzeichnet durch das Sender-Empfänger-Modell: Ein Sender will eine Information dem Empfänger mitteilen. Dazu codiert er seine Information nach bestimmten Prinzipien (beispielsweise als Abfolge von Nullen und Einsen nach dem oben erwähnten Prinzip) in einen Informationsträger, der Empfänger wertet diesen Informationsträger aus, denn auch er kennt den Code, und erhält dadurch die Information (siehe auch: Kommunikation). Nicht immer ist jedoch ein menschlicher Sender vorhanden, der uns etwas mitteilen will. Ein typisches Beispiel ist die Messung: Dem physikalischen System ist es, bildlich gesprochen, völlig egal, was Menschen von ihm denken. Das Ziel der Messung ist eine Informationsübertragung vom gemessenen System zu dem, der die Messung durchführt (man misst, um etwas über das gemessene System zu erfahren). Ein Beispiel ist die Geschwindigkeitsmessung per Radarfalle: Das Auto hat keine Intention, seine Geschwindigkeit zu verraten (und der Autofahrer meist auch nicht). Dennoch gewinnt der Polizist durch die Messung Information über die Geschwindigkeit. Für die Gewinnung der Information wird ein physikalisches Gesetz genutzt, der (Dopplereffekt), das von einem Ingenieur aufgegriffen wurde um das Gerät zu konstruieren. Die Polizei setzt das Gerät ein und veranlasst somit, dass Information erzeugt wird. Die unmittelbare Erzeugung von Information hingegen wird damit an einen Apparat delegiert. Zusammengefasst:
- Damit Information für den Menschen erkennbar wird, muss Materie oder Energie eine Struktur aufweisen.
- Syntaktisch entspricht Information der Auftretenswahrscheinlichkeit eines bestimmten Symbols innerhalb eines definierten Dekodierungsschemas
- Information ist im Kommunikationsmodell eine räumliche oder zeitliche Folge physikalischer Signale, die mit bestimmten Wahrscheinlichkeiten oder Häufigkeiten auftreten.
- Der Informationsgehalt einer Nachricht ergibt sich aus der Anzahl der ja/nein-Möglichkeiten, für die in der Nachricht einer der Werte festgelegt ist. Siehe auch: Informationsübertragung (Physik)

Informationstransport, Entstehung und Vernichtung

Interessant ist es, dass Information, die an Materie als Informationsträger gebunden ist, auf bzw. durch Elektromagnetische Wellen übertragen werden kann. Diese Information kann, da masselos, dann im Prinzip mit Lichtgeschwindigkeit transportiert werden. Schließlich kann die Information wieder zurück an Materiestrukturen gebunden werden. Ein Beispiel für so einen Übertragungsprozess ist das Telefax. Dabei wird die Information eines bestimmten Schriftstückes mit Lichtgeschwindigkeit über große Entfernungen transportiert und am Ziel auf ein zweites Schriftstück mit exakt demselben Informationsinhalt übertragen. Allgemeiner: Um Informationen zu transportieren ist ein Informationsträger nötig. Kann Information ohne Verlust weitergegeben werden? Beim Kopieren von Software ist dies der Fall, weil technische Mechanismen (Redundante Codes / Prüfsummen) dafür sorgen. Information kann nicht generell weitergegeben werden, ohne dadurch weniger zu werden. Das Ausmass des Verlustes hängt von den physikalischen Randbedingungen ab. Gemäss Shannon kann bei einer Übertragung nicht mehr Information aus einem Kanal entnommen werden als auf der Senderseite hineingegeben wird. Beim Weitergeben oder Kopieren von Information wird sie aber an sich nicht verdoppelt, sondern sie liegt dann nur redundant vor. In einem thermodynamisch als geschlossen anzusehenden System wird Information letztlich vernicht, spätestens beim "Hitzetod" des Universums. In einem thermodynamisch offenen System kann Information weitergegeben werden, informationstragende Strukturen können sogar spontan entstehen. Beispiele sind eine Vielzahl von theoretisch und experimentell untersuchten dissipativen Strukturen. Besonders Spin-Syteme (Spin=Drehimpuls atomare und subatomarer Teilchen), insbesondere die sogenannten Ising-Gläser, sind sehr oft untersucht worden, nicht zuletzt wegen ihrer Relevanz für die Theorie neuronaler Netze. Viele Experimente zeigen, dass in Ising-Gläsern spontan Strukturen entstehen können, die wegen der gequantelten Natur des Spins sogar schon als in digitalisierte Form vorliegende Information interpretiert werden können, welche z.B. die Entstehungbedingungen der Struktur in codierter Form enthält.

Digitale Information

Digitale Information entsteht durch Digitalisierung beliebiger Information. Das Ergebnis sind Daten. Obwohl für die Messung von digitalen Informationsmengen, für Informationsströme und für die Informationsspeicherung das Bit und das Byte als Basiseinheiten vorliegen, wird die Informationsmenge immer noch gerne an Hand des jeweiligen Informationsträgers quantifiziert. So kann man die digitale Informationsmenge, die in einem Buch steht, leicht und anschaulich an der Seitenzahl oder an der Zahl der Wörter ablesen. Siehe auch: Dualsystem, Informationstheorie, Künstliche Intelligenz, Symbolismus

Definition der Information in verschiedenen Fachrichtungen

Zum Abschluss sollen hier die einzelnen Fach- und Forschungsrichtungen zu Wort kommen, die je ihr eigenes Verständnis der Information haben. Deutlich wird dabei der jeweilige Ansatz auf den unterschiedlichen, oben geschilderten Ebenen zwischen der reinen Syntax bis zur Pragmatik, teilweise auch mit der besonderen Betonung des Transportcharakters von Information.

Semiotik

Die Semiotik versteht unter Informationen zweckorientierte Daten, die das Wissen erweitern. In älterer Literatur sind sie oft noch als zweckorientiertes Wissen definiert.

Informationswissenschaft

Die Informationswissenschaft verwendet den Begriff der Information ähnlich zum semiotischen Ansatz. Für sie sind die Begriffe Wissen und Information von zentraler Bedeutung. Information ist dabei Wissenstransfer beziehungsweise "Wissen in Aktion". Information entsteht in diesem Sinne immer nur punktuell, wenn ein Mensch zur Problemlösung Wissen (eine bestimmte Wissenseinheit) benötigt. Diese Wissenseinheit geht als Information aus einem Wissensvorrat in einen anderen über, beispielsweise aus einer Datenbank in den Wissensvorrat eines Menschen. Wissen wird intern repräsentiert, Information wird - zum besseren Verständnis für den Informationssuchenden - präsentiert. (Wissensrepräsentation - Informationspräsentation). Siehe auch: Informationsmanagement

Informationstheorie

Die Informationstheorie betrachtet Information als das Gegenteil der Informationsentropie. Betrachtet wird vor allem der Informationsgehalt einzelner Nachrichten, der nach Claude Shannon durch die
statistische Signifikanz einzelner Symbole definiert ist. Ein ähnlicher Ansatz ist der Entropie-Begriff in der Physik, der in der Thermodynamik und der statisischen Mechanik verwendet wird. In der statistische Mechanik wird er als Begriff für die Ordnung eines Systems interpretiert, was hier aber eine reine Aussage über die Struktur des Systems ist.

Information als Wirtschaftsgut

Information kann als wirtschaftliches Gut angesehen werden, da Information im Unternehmen durch Einsatz anderer Produktionsfaktoren (Menschen, Computer, Software, Kommunikation, etc.) produziert, oder von außen angekauft werden kann. Information hat somit einen Wert, der handelbar ist. Der Wert ergibt sich aus dem Nutzen der Information und den Kosten zur Produktion, Bereitstellung und Weiterleitung. Problematisch hierbei ist, dass der potenzielle Käufer den Wert der Information nicht immer im voraus kennt und sie teilweise erst nachdem er sie erworben hat, bewerten kann. Bereits der angestrebte Handel mit Information ist dabei mit dem Problem asymmetrischer Information behaftet. Weiterhin kann man Information auch als Produktionsfaktor verstehen. Information wird somit nicht nur konsumptiv genutzt, sondern kann auch produktiv verwendet werden.

Dokumentations- und Ordnungslehre

W. Gaus schreibt in seinem Werk
Dokumentations- und Ordnungslehre (Gaus, W. [1995],, Berlin Heidelberg 1995) dass Information unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden kann # Struktur = structure approach # Erkenntnis = knowledge approach # Signal = signal approach # Nachricht = message approach # verstandene Nachricht = meaning approach # Wissensvermehrung = effect approach # Vorgang = process approach

Information als Veränderung

Nach den Arbeiten des Berliner Informatikers Peter Rüdiger: "Information ist eine Veränderung konkreter Quantität und Dauer." Das ist eine Definition, die viele Aspekte der komplizierteren Begriffsbildungen einschliesst und in ihrer Einfachheit unmittelbar anwendbar ist.

Verwandte Themenkomplexe

Der Begriff der Information ist eng verknüpft mit Fragestellungen im Themenkomplex "Wissen". Dazu gehört insbesondere das Problem der Definition von Komplexität, die sich über die algorithmische Tiefe eines informationsverarbeitenden Prozesses beschreiben lässt. Weiterhin zählen hierzu Betrachtungen über den Unterschied zwischen Zufall und Ordnung sowie der Begriff der Unterscheidbarkeit und der Relevanz. In der Algorithmische Informationstheorie wurde ein Mass zum Bestimmen der Komplexität von Strukturen, z.b. im speziellen der Komplexität von Zeichenketten, entwickelt. Dies kann, unter gewissen Voraussetzungen, auch als Mass für die Information angewendet werden, das in einigen Aspekten Vorteile gegenüber dem von Shannon hat. Ebenfalls wichtig ist in diesem Zusammenhang der Begriff der Kommunikation, das diese den Informationsbegriff voraussetzt. Andersherum ist es auch so, das häufig argumentiert wird, dass
Kommunizierbarkeit eine wesentliche Eigenschaft von Information sei.

Weiterführende Angaben

Siehe auch

Literatur


- Martin Werner, Otto Mildenberger 'Information und Codierung' Vieweg, ISBN 3528039515
- Herbert Klimant, Rudi Piotraschke, Dagmar Schönfeld, 'Informations- und Kodierungstheorie', Teubner, ISBN 3519230038
- Nørretranders, Tor:
Spüre die Welt, Rowohlt, 1994; ISBN 3-4980-4637-3; eine verständliche Einführung in die Welt der Information, der Entropie und des Bewußtseins
- Lyre, Holger:
Informationstheorie, Wilhelm Fink Verlag, München 2002; ISBN 3-7705-3446-8, Einführung in die Informationstheorie mit Ausblick auf die aktuellen Forschungen Lyres zur Quantentheorie der Information. Kenntnisse der Quantenphysik werden jedoch vorausgesetzt.
- Werner Gitt:
Am Anfang war die Information, 3., übrarb. und erw. Aufl., Holzgerlingen : Hänssler, 2002, ISBN 3-7751-3702-5, Behandelt die Frage der Herkunft des Lebens aus der Sicht eines kreationistischen Informatikers.

Weblinks


- http://www.madeasy.de/1/definfo.htm - diente als Quelle für die unteren Abschnitte dieses Artikels
- http://www.idemployee.id.tue.nl/g.w.m.rauterberg/publications/INFORM89paper.pdf Kategorie:Informatik Kategorie:Theoretische Informatik Kategorie:Wissen ja:情報 ko:정보 simple:Information


Industriegesellschaft

Die Industriegesellschaft unterscheidet sich als Gesellschaftsform von anderen Gesellschaftsformen vor allem durch die Art der wirtschaftlichen Produktion und die daraus resultierenden sozialen Strukturen. Die dabei jeweils vorherrschende gesellschaftspolitische Ordnung bleibt bei dieser Begriffsdefinition unberücksichtigt. Die Industriegesellschaft ist gekennzeichnet durch Industrialisierung sowie einen hohen Grad der Arbeitsteilung. Meist ist dies mit einer zunehmenden räumlichen Trennung von Arbeits- und Wohnstätten verbunden. Folge der Arbeitsteilung ist häufig eine Bürokratisierung von Staat, Gesellschaft und Produktionsbetrieben. In kapitalistisch orientierten Industriegesellschaften mit freien Märkten ist regelmäßig eine Konzentration des vorhandenen Kapitals bei wenigen Unternehmen zu beobachten, die ohne staatliche Gegenmaßnahmen zu oligopolistischen Strukturen und zur Aushöhlung der Marktwirtschaft führt. Häufig wird die Industriegesellschaft als Zwischenstufe zwischen der Agrargesellschaft und der Dienstleistungsgesellschaft betrachtet; dies geht zurück auf eine Interpretation der Drei-Sektoren-Theorie von Fourastié und anderen. Diese wird heute aber wieder sehr kritisch diskutiert. Insbesondere hat der hohe technische Fortschritt im Dienstleistungsbereich eine Grundannahme dieser Theorie ausgehebelt, so dass die Schlußfolgerung, dass sich eine Industriegesellschaft quasi automatisch zur Dienstleistungsgesellschaft weiter entwickeln müsse, neu überprüft und modifiziert werden muss. Beobachten lässt sich aber heute eine vermehrte Arbeitsteilung (bis hin zum Outsourcing) und daraus resultierend ein größerer Anteil des Dienstleistungsbereichs an der Wertschöpfung in hochindustrialisierten, marktwirtschaftlich orientierten Volkswirtschaften. Damit einher geht häufig auch eine Zunahme der Bürokratisierung der Gesellschaft. Siehe auch: Gesellschaft, Dienstleistungsgesellschaft, Industrie, Volkswirtschaft, Wirtschaft

Weblinks


- [http://www.dhs.ch/externe/protect/textes/d/D25614.html Artikel Industriegesellschaft] im Historischen Lexikon der Schweiz Kategorie:Gesellschaftsmodell Kategorie:Wirtschaft

Informationsgesellschaft

Der Begriff Informationsgesellschaft bezeichnet das Leitbild einer auf Informations- und Kommunikationstechnologien basierenden Transformationsgesellschaft und Ökonomie. Der Prozess, durch den sich eine postindustrielle oder postmoderne Informationsgesellschaft bildet, wird als Informatisierung bezeichnet (Nora/Minc 1979). Je nach Schwerpunkt kann dabei unterschieden werden zwischen
- Informationsökonomiegesellschaft - Betonung der wirtschaftlichen Veränderungen, z.B. Herausbildung eines "quartären" Sektors;
- Informationstechnologiegesellschaft - IuK-Technologien als wesentlicher Faktor der wirtschaftlichen (und gesellschaftlichen) Entwicklung;
- Informationsbenutzungsgesellschaft - Betonung des Nutzungsaspekts und der Bedeutung für die Menschen in einer Informationsgesellschaft; auch "informierte Gesellschaft" (Steinbuch 1966), "informationsbewusste Gesellschaft" (Wersig 1973).

Begriff

Bereits 1948 prognostizierte der amerikanische Wissenschaftler Norbert Wiener die Entstehung einer "Informationsgesellschaft". Ebenfalls zu erwähnen wäre hier Pierre Teilhard de Chardin und sein Buch Mensch im Kosmos aus den 1920er Jahren, in dem er eine Vernetzung der Menschen und die Wandlung der Erde von einer Biosphäre in eine Soziosphäre prognostiziert. Die Erde verwandele sich demnach also von einem Biotop in ein denkendes Wesen. De Chardin beschreibt das Ziel unserer Evolution mit Hilfe der Technik als das Zusammenwachsen der Einzelwesen zu einem großen Gemein-Wesen, die er als Noosphäre bezeichnet. Die engeren Vorläufer des Leitbilds wurden in den 1960er Jahren entwickelt, als ein Wandel in der Beschäftigungsstruktur der industrialisierten Staaten bemerkt wurde, der zunächst als Dienstleistungsgesellschaft bezeichnet wurde. Zu diesen Vorläuferbegriffen gehört die Informierte Gesellschaft (Steinbuch 1968, Haefner 1980 u.a.) und die Postindustrielle Gesellschaft (Bell 1973). In Japan wurde der gesellschaftliche Wandel hin zur Informationsgesellschaft bereits sehr früh erkannt. So taucht der Begriff "Informationsgesellschaft" dort bereits 1963 in der Stufentheorie des Tadao Umesao auf. Der Begriff der Informationsgesellschaft wurde dann in den 1980er Jahren aus einem Teilbereich dieses tertiären Dienstleistungssektors ausdifferenziert, der nicht direkt zum Bruttosozialprodukt beitrug und mehr oder minder mit der Verarbeitung von Information zu tun hatte; diese Veränderungen werden auch als zweite industrielle Revolution oder kommunikative Revolution (Wersig 1985) bezeichnet. Die Utopie der Informationsgesellschaft wurde vor allem während der 1990er Jahre im Rahmen der Diskussion um die Information Highways thematisiert und entwickelt sich dort zunehmend zu einem sinnentleerten Schlagwort. In der öffentlichen Diskussion weiter diskreditiert wurde der Begriff im Zuge des "Platzens" der so genannten Internet-Blase der New Economy. Auf politischer Ebene wurde insbesondere John Perry Barlows Adaption der Frontier-Metapher auf das Internet kontrovers diskutiert. In Europa wurde der Begriff der Freiheitlichen Informationsinfrastruktur als techo-liberale Vision zur politischen Kommunikation der Frontier-Metapher entgegen gesetzt Im Zusammenhang mit der Digitale Kluft-Hypothese fordert Rademacher einen Marshallplan der Informationsgesellschaft. Zu den Merkmalen der Informationsgesellschaft zählt u.a. die Informationsexplosion. Der Wissenschaftstheoretiker Helmut F. Spinner bezeichnet die Informationsgesellschaft als Vorstufe oder Degenerationsform der Wissensgesellschaft (vgl. [http://www.rz.uni-karlsruhe.de/~Helmut.Spinner/3/B/III/information.html], [http://www.rz.uni-karlsruhe.de/~Helmut.Spinner/3/B/IV/2_wissensordnung.html]), wobei Spinner allerdings einen anderen Informationsbegriff verwendet.

Komplexität

Viele Autoren der Gegenwart wie Ulrich Beck, Jürgen Habermas, Jean-François Lyotard und Anthony Giddens betrachten Komplexität als ein wesentliches Merkmal unserer Transformationsgesellschaft; die Komplexität führt zu Ungewißheit, daraus ergibt sich ein Gefühl der Überforderung. Als Lösung dieses Dilemmas liegt es nahe zu versuchen, die Komplexität und damit auch die Ungewißheit zu verringern. Genau dies leistet Information: "Information ist die Verringerung von Ungewißheit" (Wersig 1971). Zur Bewältigung der Welt ist also eine Komplexitätsreduktionsgesellschaft bzw. Informationsgesellschaft anzustreben. Bewährte Hilfsmittel der Komplexitätsreduktion sind beispielsweise:
- Abstraktion und Modellierung,
- Gebrauch von Werkzeugen,
- Gebrauch kognitiver Stellvertreter in Form von Zeichen,
- Entwicklung von Mitteln zur Wissensspeicherung u.a. Hilfsmittel zur Reduktion der Handlungskomplexität sind beispielsweise:
- Weiterentwicklung unserer Sinne,
- Weiterentwicklung des Konzepts des Management. Hilfsmittel zur Reduktion der Wissenskomplexität sind beispielsweise:
- Nutzung von Bildern und bildhaften Präsentationen als synoptische Präsentationen;
- Nutzung von narrativen Strukturen;
- Nutzung von nicht-linearer und individualisierbarer Hypermedialität;
- Nutzung von Agenten.

Weiterführende Angaben

Literatur


- Daniel Bell: "The coming of post-industrial society. A venture in social forecasting", New York, NY: Basic Books 1973, (deutsch: "Die nachindustrielle Gesellschaft", Frankfurt M.: Campus-V. 1975).
- Bundesministerium für Wirtschaft (Hrsg.): Info 2000: Deutschlands Weg in die Informationsgesellschaft, Bonn 1996.
- Bill Gates: Der Weg nach vorn. Die Zukunft der Informationsgesellschaft. München 1997.
- Nicholas Negroponte: Total digital. Die Welt zwischen 0 und 1 oder die Zukunft der Kommunikation. München 1997.
- Gernot Wersig: Die Komplexität der Informationsgesellschaft, Konstanz 1996, ISBN 3-87940-573-5
- Andreas Borrmann, Rainer Gerdzen: Kulturtechniken der Informationsgesellschaft, 1996
- Sybille Krämer: Medien, Computer, Realität. Wirklichkeitsvorstellungen und Neue Medien, 1998
- Peter A. Bruck, Guntram Geser: Schulen auf dem Weg in die Informationsgesellschaft, 2000
- G. Knorz, Rainer Kuhlen: Informationskompetenz - Basiskompetenz in der Informationsgesellschaft. Konstanz 2000.
- H. Krcmar: Informationsmanagement, Berlin usw: Springer, 2003
- Herbert Kubicek:
Die sogenannte Informationsgesellschaft. Neue Informations- und Kommunikationstechniken als Instrument konservativer Gesellschaftsveränderung. In: Elmar Altvater u.a.: Arbeit 2000, Hamburg 1985, S. 76-109.
- Herbert Kubicek, Arno Rolf:
Mikropolis. Mit Computernetzen in die "Informationsgesellschaft". Hamburg 1995.
- Manuel Castells:
- 2004:
Das Informationszeitalter (3 Bände; [http://www.hirzel.de/universitas/archiv/castells.pdf Kurzrezension]):
  - Band 1:
Der Aufstieg der Netzwerkgesellschaft. Leverkusen: Leske und Budrich Verlag 2001. ISBN 3810032239 ([http://amor.cms.hu-berlin.de/~h0936dbk/castells.html Rezension])
  - Band 2:
Die Macht der Identität. Leverkusen: Leske und Budrich Verlag 2002. ISBN 3810032247
  - Band 3:
Jahrtausendwende. Opladen: Campus Verlag 2003. ISBN 3810032255

Weblinks


- [http://beat.doebe.li/bibliothek/w00452.html Beats Biblionnetz: Beiträge zu, Thema Informationsgesellschaft]
- [http://is.uni-sb.de/studium/handbuch/exkurs2.php Ilse Harms: Kommunikation und Gesellschaft]
- [http://staff-www.uni-marburg.de/~rillingr/imd/imdwork971.html Initiative Informationsgesellschaft - Medien - Demokratie]
- [http://www.stadtmanagement.de/diplom/Dipl_20_06_99.PDF Stadt- und Planungsmanagement im Kontext aktuellerSteuerungsanforderungen]
- [http://www.nnm-ev.de Netzwerk Neue Medien]
- [http://www.tzimmerm.de/index.html Texte, Literatur und Links zur Soziologie der informationalen Transformation]
- [http://www.netzpolitik.org/ Netzpolitik.org - Ein Weblog zu den Themen der Informationsgesellschaft]
- [http://www.minbzk.nl/contents/pages/42826/declaration.pdf Europarat, Erklärung des Ministerkomitees zu Menschenrechten und rechtlichen Spielregeln der Informationsgesellschaft] (PDF)

Siehe auch


- Digitale Kluft und Wissenskluft, Digitale Kluft,
- WSIS, Freie Informationsinfrastruktur,
- Informationskultur, Globales Dorf,
- Informationswissenschaft, Medientheorie
- Transition und Transformation, Allgemeinbildung,
- Postfordismus, Infosphäre
- Wissensgesellschaft, Wissensallmende, Wissensfreiheit
- Medienrecht
- Informationsschaum Kategorie:Gesellschaftsmodell Kategorie:Informatik und Gesellschaft ja:情報化社会


Betriebswirtschaftslehre

Die Betriebswirtschaftslehre (BWL) ist ein Teilgebiet der Wirtschaftswissenschaft und damit in weiterem Sinne eine spezielle Form der Sozial-, Kultur- und Geisteswissenschaften. Wie Wirtschaftswissenschaft grundsätzlich beruht sie auf der Tatsache, dass für den Menschen die meisten Güter knapp sind und von den Akteuren bewirtschaftet werden müssen. Sie beschreibt die ökonomischen Funktionen des Betriebes innerhalb einer Volkswirtschaft. Dazu gehört neben den Unternehmenszielen und den betriebswirtschaftlichen Funktionen vor allem die optimale Organisation der Produktionsfaktoren. Im weiteren Sinn sind auch alle Haushalte Betriebe.

Gliederung

Die Betriebswirtschaftslehre gliedert sich in zwei Hauptbereiche (a und b) und überschneidet sich außerdem mit anderen Wissenschaften (c):

a) Allgemeine Betriebswirtschaftslehre

Die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre (ABWL) befasst sich mit planerischen, organisatorischen und rechentechnischen Entscheidungen in Betrieben und ist dabei funktionsübergreifend und branchenübergreifend ausgerichtet. Die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre soll Studenten den Überblick über die Wissenschaft der Betriebswirtschaftslehre vermitteln und dabei funktions- sowie branchenübergreifende Zusammenhänge darlegen. Ziel ist es, das fachübergreifende Denken und Entscheiden zu fördern.

b) Spezielle Betriebswirtschaftslehre

In der Vergangenheit wurde die BWL nach Besonderheiten einzelner Betriebe aufgegliedert, so dass die "Institutionelle Spezielle Betriebswirtschaftslehre" (SBWL) einzelner Branchen entstand. Beispiele hierfür sind:
- Industriebetriebslehre
- Bankbetriebslehre bzw. Bankwirtschaft
- Handelsbetriebslehre
- Versicherungsbetriebslehre
- Medienbetriebslehre
- BWL der Genossenschaften
- BWL der Gesundheitsbetriebe
- Verkehrsbetriebslehre Diese Unterteilung hat sich als unzweckmäßig erwiesen, da in den Branchen immer wieder dieselben funktionellen Probleme auftauchen und somit Dopplungen in Forschung und Lehre vorlagen. Deshalb hat sich in den letzten Jahrzehnten die funktionelle Aufteilung der "Speziellen Betriebswirtschaftslehre" (SBWL) durchgesetzt. Beispiele hierfür sind:
- Absatz und Marketing
- Controlling (Internes Rechnungswesen)
- Finanzen | Finanzwirtschaft (Investition und Finanzierung, Kapitalmärkte)
- Internationale Betriebswirtschaftslehre/Außenhandel
- Logistik
- Organisation
- Personal
- Produktionswirtschaft und Logistik
- Betriebswirtschaftliche Steuerlehre und Wirtschaftsprüfung (Externes Rechnungswesen)
- Ökologieorientierte Betriebswirtschaftslehre
- Unternehmensführung und Management
- Konzernmanagement
- Unternehmensgründung/Entrepreneurship
- Wirtschaftsinformatik
- Öffentliche Betriebswirtschaftslehre An einigen Hochschulen wird die Spezielle BWL auch "Besondere Betriebswirtschaftslehre" (BBWL) genannt.

c) Schnittmengen mit anderen Wissenschaften

Die BWL bildet mit anderen Wissenschaften Schnittmengen. Diese Schnittmengen bilden wiederum eigenständige Lehr- und Forschungsbereiche, können oft aber auch als SBWL bzw. BBWL gewählt werden:
- Wirtschaftsinformatik
- Wirtschaftsingenieurwesen
- Wirtschaftsmathematik
- Wirtschaftspädagogik
- Wirtschaftsgeographie Von diesen Bereichen ist die Wirtschaftspädagogik zumeist den wirtschaftswissenschaftlichen, erziehungswissenschaftlichen oder philosophischen Fakultäten der Hochschulen zugeordnet. Die Wirtschaftsinformatik und das Wirtschaftsingenieurwesen ist uneinheitlich entweder den BWL- oder den jeweiligen technischen Fakultäten zugeordnet. Je größer die Auswahl an unterschiedlichen ingenieurwissenschaftlichen Vertiefungen ist, um so eher ist es den BWL-Fakultäten zugeordnet. Wirtschaftsmathematik und Wirtschaftsgeographie befinden sich, i.d.R., in naturwissenschaftlichen Fakultäten, wie z.B. Mathematik- und Geographiefakultäten.

Akademische Ausbildung

Das Studium der Betriebswirtschaftslehre ist an Universitäten und Fachhochschulen möglich und endet mit dem akademischen Grad eines Diplom-Kaufmann, Diplom-Betriebswirt (FH), Diplom-Kaufmann (FH), Diplom-Wirtschaftswissenschaftler, Diplom-Volkswirt (mit Wahlpflichtfächern im Bereich der BWL) oder Diplom-Ökonom, im Bereich der Wirtschaftspädagogik wird der akademische Grad eines Diplom-Handelslehrers oder eines Diplom-Wirtschaftspädagogen erlangt. An Fachhochschulabsolventen wird der Grad mit dem Zusatz "(FH)" vergeben, wobei der Grad Diplom-Betriebswirt ausschließlich von FHs vergeben wird. Durch die Einführung konsekutiver Studiengänge entstehen vermehrt auch Bachelor- und Masterstudiengänge. Ein guter universitärer Diplom- und Mastergrad sowie sehr gute Fachhochschulabschlüsse mit entsprechendem fachlichem Bezug sind Zugangsvoraussetzung zur Promotion.

Nichtakademische Ausbildung bzw. betriebswirtschaftliche Weiterbildung

Das Studium der Betriebswirtschaftslehre an einer staatlich anerkannten Berufsakademie endet mit dem Abschluss als (Diplom-)Betriebswirt (BA), wobei der Abschluss kein akademischer Grad ist. Für weitere Informationen zur nichtakademischen Ausbildung, insbesondere nichtakademische Weiterbildung siehe auch den Artikel Betriebswirt.

Organisationen, Verbände und Vereine

bdvb e.V. Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebwirte e.V. (bdvb) - Berufsverband für Wirtschaftsakademiker und Studierende der Wirtschaftswissenschaften

Literatur


- Wöhe, Günter / Döring, Ulrich: Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, 21. Auflage. München, Verlag Franz Vahlen, 2002, ISBN 3800628651.
- Bestmann, Uwe: Kompendium der Betriebswirtschaftslehre, 10. Auflage. München, R. Oldenburg Verlag München Wien, 2001, ISBN 3486253638
- Albach, Horst: Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, 2. Auflage, Gabler-Verlag Wiesbaden, 2000, ISBN 3409229353
- Jean-Paul Thommen/Ann-Kristin Achleitner: Allgemeine Betriebswirtschaftslehre Umfassende Einführung aus managementorientierter Sicht, 4. Auflage, Gabler-Verlag Wiesbaden, ISBN 3409430164
- Johannes M. Waidfeld: Wachstum, der Irrtum; Wohlstand, eine gesellschaftliche Betrachtung, Fischer & Fischer Medien AG, Frankfurt 2005, ISBN 3-89950-076-8
- Domschke, Wolfgang / Scholl, Armin: Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre - Eine Einführung aus entscheidungsorientierter Sicht, 3. Auflage, Berlin, Heidelberg, New York, Springer-Verlag, 2005. ISBN 3-540-25047-6

Siehe auch

Wirtschaftswissenschaften, Volkswirtschaftslehre, Controlling, Rechnungswesen, Treasury, Wirtschaftsingenieurwesen
- Portal:Wirtschaft
- Wirtschaft
- Managementlehre
- Erich Gutenberg

Weblinks


- [http://www.bdvb.de bdvb] Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte e.V.
- [http://www.bwl-studium.org Bwl Portal und Community rund um das Bwl-Studium]
- [http://www.mba-studium.net MBA Portal - Master of Business Administration]
- ja:ビジネス th:ธุรกิจ

Information retrieval

Information-Retrieval [] (IR) bzw. Informationswiedergewinnung, gelegentlich Informationsbeschaffung, ist ein Fachgebiet, das sich mit computergestütztem inhaltsorientiertem Suchen beschäftigt. Es ist ein Teilgebiet der Dokumentationswissenschaft. Wie der Begriff retrieval (deutsch Wiedergewinnung, Auffindung) sagt, sind Informationen in großen Datenbeständen zunächst verloren und müssen wieder gewonnen bzw. wieder gefunden werden. Zwei Konzepte prägen das IR und grenzen es von der Suche in herkömmlichen Datenbanken ab: #Vagheit: Der Benutzer kann sein "diffuses" Informationsbedürfnis nicht präzise und formal (wie z. B. in SQL in relationalen Datenbanken) ausdrücken. Die Anfrage enthält daher vage Bedingungen. #Unsicherheit: Dem System fehlen Kenntnisse über den Inhalt der Dokumente (die Texte, Bilder, Video etc. enthalten können). Dies führt zu fehlerhaften und fehlenden Antworten. Probleme bei Texten bereiten z. B. Homographe (Wörter, die gleich geschrieben werden; z. B. Bank - Geldinstitut, Sitzgelegenheit) und Synonyme (Bank und Geldinstitut). Synonym Generell sind am IR zwei (sich unter Umständen überschneidende) Personenkreise beteiligt (vgl. Abbildung rechts). Der erste Personenkreis sind die Autoren, die Dokumente in einem IR-System zur Verfügung stellen. Dieses kann sowohl aktiv geschehen, indem die Autoren die Dokumente selber in das System einstellen, oder auch passiv geschehen, indem das System über Kommunikationsmittel die Dokumente aus anderen verfügbaren Informationssystemen ausliest (wie es z. B. die Internet-Suchmaschinen praktizieren). Die in das System eingestellten Dokumente werden vom IR-System gemäß dem System-internen Modell der Repräsentation von Dokumenten in eine für die Verarbeitung günstige Form (Dokumentenrepräsentation) umgewandelt. Die zweite Benutzergruppe, die Anwender, haben bestimmte, zum Zeitpunkt der Arbeit am IR-System akute Ziele oder Aufgaben, für deren Lösung ihnen Informationen fehlen. Diese Informationsbedarfe möchten Anwender mit Hilfe des Systems decken. Dafür müssen sie ihre Informationsbedarfe in einer adäquaten Form als Anfragen formulieren. Die Form, in der die Informationsbedarfe formuliert werden müssen, hängt dabei von dem verwendeten Modell der Repräsentation von Dokumenten ab. Wie der Vorgang der Modellierung der Informationsbedarfe als Interaktion mit dem System abläuft (z. B. als einfache Eingabe von Suchbegriffen), wird vom Modell der Interaktion festgelegt. Sind die Anfragen formuliert, dann ist es die Aufgabe des IR-Systems, die Anfragen mit den im System eingestellten Dokumenten unter Verwendung der Dokumentenrepräsentationen zu vergleichen und eine Liste der zu den Anfragen passenden Dokumente an die Benutzer zurückzugeben. Der Benutzer steht nun vor der Aufgabe, die gefundenen Dokumente gemäß seiner Aufgabe auf die Lösungsrelevanz hin zu bewerten. Das Resultat ist die Bewertungen zu den Dokumenten. Anschließend haben die Benutzer drei Möglichkeiten: Erstens, sie können (meist nur in einem engen Rahmen) Modifikationen an den Repräsentationen der Dokumente vornehmen (z. B. indem sie neue Schlüsselwörter für die Indexierung eines Dokuments definieren). Zweitens, die Benutzer verfeinern ihre formulierten Anfragen (zumeist um das Suchergebnis weiter einzuschränken) und drittens, die Benutzer ändern ihre Informationsbedarfe, weil sie nach dem Durchführen der Recherche feststellen, dass sie zur Lösung ihrer Aufgaben weitere, zuvor nicht als relevant eingestufte Informationen benötigen. Der genaue Ablauf der drei Modifikationsformen wird vom Modell der Interaktion bestimmt. Zum Beispiel gibt es Systeme, die den Benutzern bei der Reformulierung der Anfrage unterstützen, indem sie die Anfrage unter Verwendung von, vom Benutzer explizierter (d. h. dem System in irgendeiner Form mitgeteilter) Dokumentenbewertungen, automatisiert reformulieren.

Formalisierung

Ein Information-Retrieval-System IRS ist eine Spezialisierung eines Informationssystems und kann formal als 7-Tupel beschrieben werden (ohne Berücksichtigung von Relevanz-Feedback):
IRS = (AIR(D), W, Q, AIR(Q), E, ret(.), rank(.)), mit
#AIR(D): Dokument-Indexierungsfunktion als Abbildung eines Dokumentes Di auf eine Dokumentrepräsentation xi. #W: Menge aller möglichen Dokumentrepräsentationsmengen. #Q: Menge aller zugelassenen Suchfragen Qj. #AIR(Q): Query-Indexierungsfunktion als Abbildung einer Anfrage Qj auf eine Queryrepräsentation qj. #E: Menge aller möglichen Outputmengen (Potenzmenge der Dokumentmenge) bzw. Outputlisten (beim Ranking). #ret(.): Retrievalfunktion als Abbildung einer indexierten Suchfrage qj auf eine Teilmenge der Dokumentrepräsentationsmenge. #rank(.): Rankingfunktion als Abbildung der ermittelten Dokumentrepräsentationsteilmenge auf eine Liste der Dokumentrepräsentationen. Methoden des Information-Retrieval werden in Internetsuchmaschinen (z. B. Google), aber auch in Digitalen Bibliotheken (z. B. zur Literatursuche), in Bildsuchmaschinen usw. verwendet. Auch Antwortsysteme oder Spamfilter verwenden IR-Technologien.

Modelle zur Repräsentation natürlichsprachlicher Dokumente

Im Bereich "Information Retrieval" sind in den letzten Jahrzehnten verschiedene Modelle entwickelt worden:
- Mengentheoretische Modelle
  - Boolesches Retrieval und Erweitertes Boolesches Retrieval
  - Fuzzy-Retrieval
- Vektorraum-basierte Modelle
  - Vektorraum Retrieval (engl.: Vector Space Model)
  - Generalized Vector Space Model
  - Topic-based Vector Space Model
  - enhanced Topic-based Vector Space Model
- Probabilistisches Retrieval
  - Binary Index Retrieval (BIR)
  - Uncertain Inference
  - Language Models
- Retrievalstrategien mit Clusteranalyse

Klassifikation von Modellen zur Repräsentation natürlichsprachlicher Dokumente

Eine zweidimensionale Klassifikation von IR-Modellen zeigt die rechte Abbildung. Folgende Eigenschaften lassen sich bei den verschiedenen Modellen in Abhängigkeit von Ihrer Einordnung in der Matrix beobachten: Clusteranalyse
- Dimension: mathematisches Fundament
  - Mengentheoretische Modelle zeichnen sich dadurch aus, dass sie natürlichsprachliche Dokumente auf Mengen abbilden und die Ähnlichkeitsbestimmung von Dokumenten (in erster Linie) auf die Anwendung von Mengenoperationen zurückführen.
  - Algebraische Modelle stellen Dokumente und Anfragen als Vektoren, Matrizen oder Tupel dar, die zur Berechnung von paarweisen Ähnlichkeiten über eine endliche Anzahl algebraischer Rechenoperationen in ein eindimensionales Ähnlichkeitsmaß überführt werden.
  - Probabilistische Modelle sehen den Prozess der Dokumentensuche bzw. der Bestimmung von Dokumentenähnlichkeiten als ein mehrstufiges Zufallsexperiment an. Zur Abbildung von Dokumentenähnlichkeiten wird daher auf Wahrscheinlichkeiten und probabilistische Theoreme (insbesondere auf den Satz von Bayes) zurückgegriffen.
- Dimension: Eigenschaften des Modells
  - Modelle ohne Terminterdependenzen zeichnen sich dadurch aus, dass jeweils zwei verschiedene Terme als vollkommen unterschiedlich und keinesfalls miteinander verbunden angesehen werden. Dieser Sachverhalt wird in der Literatur häufig auch als Orthogonalität von Termen bzw. als Unabhängigkeit von Termen bezeichnet.
  - Modelle mit immanenten Terminterdependenzen zeichnen sich dadurch aus, dass sie vorhandene Interdependenzen zwischen Termen berücksichtigen und ihnen somit – im Unterschied zu den Modellen ohne Terminterdependenzen – nicht die implizite Annahme zu Grunde liegt, dass Terme orthogonal bzw. unabhängig voneinander sind. Die Modelle mit den immanenten Terminterdependenzen grenzen sich von den Modellen mit den transzendenten Terminterdependenzen dadurch ab, dass das Ausmaß einer Interdependenz zwischen zwei Termen aus dem Dokumentenbestand, in einer vom Modell bestimmten Weise, abgeleitet wird – also dem Modell innewohnend (immanent) ist. Die Interdependenz zwischen zwei Termen wird bei dieser Klasse von Modellen direkt oder indirekt aus der Kookkurrenz der beiden Terme abgeleitet. Unter Kookkurrenz versteht man dabei das gemeinsame Auftreten zweier Terme in einem Dokument. Dieser Modellklasse liegt somit die Annahme zu Grunde, dass zwei Terme zueinander interdependent sind, wenn sie häufig gemeinsam in Dokumenten vorkommen.
  - Wie bei den Modellen mit immanenten Terminterdependenzen liegt auch den Modellen mit transzendenten Terminterdependenzen keine Annahme über die Orthogonalität oder Unabhängigkeit von Termen zu Grunde. Im Unterschied zu den Modellen mit immanenten Terminterdependenzen können die Interdependenzen zwischen den Termen bei den Modellen mit transzendenten Terminterdependenzen nicht ausschließlich aus dem Dokumentenbestand und dem Modell abgeleitet werden. Das heißt, dass die den Terminterdependenzen zu Grunde liegende Logik als über das Modell hinausgehend (transzendent) modelliert wird. Das bedeutet, dass in den Modellen mit transzendenten Terminterdependenzen das Vorhandensein von Terminterdependenzen explizit modelliert wird, aber dass die konkrete Ausprägung einer Terminterdependenz zwischen zwei Termen direkt oder indirekt von außerhalb (z. B. von einem Menschen) vorgegeben werden muss. Information-Retrieval hat Querbezüge zu verschiedenen anderen Gebieten, z. B. Wahrscheinlichkeitstheorie der Computerlinguistik.

Siehe auch


- Recall und Precision, Information Extraction,
- Text Extraction, Fact Extraction,
- Datenanalyse, Künstliche Intelligenz, Statistik,
- Data-Mining, Web Mining, Text-Mining
- Bibliometrie, Informetrie
- Informationsmanagement, Wissensmanagement,
- Fachinformation, Fachdatenbank
- Top-N-Anfrage
- Information visualization
- Common Command Language

Literatur


- Reginald Ferber: [http://information-retrieval.de/dm-ir/index.html Information Retrieval]. dpunkt.verlag, 2003 ISBN 3-89864-213-5
- Dominik Kuropka: [http://www.logos-verlag.de/cgi-bin/engbuchmid?isbn=0514&lng=deu&id= Modelle zur Repräsentation natürlichsprachlicher Dokumente. Ontologie-basiertes Information-Filtering und -Retrieval mit relationalen Datenbanken], ISBN 3-8325-0514-8
- Dirk Lewandowski: [http://www.durchdenken.de/lewandowski/doc/web-ir.php Web Information Retrieval] in Information: Wissenschaft und Praxis (nfd) 56 (2005) 1, S.5-12, ISSN 1434-4653
- Baeza-Yates, R. & Ribeiro-Neto, B. (1999). Modern Information Retrieval. New York: ACM Press, Addison-Wesley.
- Dirk Lewandowski: [http://www.durchdenken.de/lewandowski/web-ir/ Web Information Retrival, Technologien zur Informationssuche im Internet], DGI Schrift (Informationswissenschaft - 7), Frankfurt am Main, 2005, 248 Seiten mit Sachregister, ISBN 3-925474-55-2

Weblinks


- Gesellschaft für Informatik, [http://www.uni-hildesheim.de/~fgir/ Fachgruppe Information Retrieval]
- Prof. Dr.-Ing. Norbert Fuhr: Vorlesung "Information Retrieval" an der Universität Duisburg-Essen, 2004, [http://www.is.informatik.uni-duisburg.de/teaching/lectures/ir_ss04/index.html Skriptum und Folien]
- Karin Haenelt: [http://kontext.fraunhofer.de/haenelt/kurs/InfoRet/index.html Seminar "Information Retrieval"] Universität Heidelberg, 2005
- Heinz-Dirk Luckhardt, Information Retrieval, Universität Saarland, [http://is.uni-sb.de/studium/handbuch/exkurs.ir.php im Virtuellen Handbuch Informationswirtschaft]
- UPGRADE, The European Journal for the Informatics Professional, [http://www.upgrade-cepis.org/issues/2002/3/upgrade-vIII-3.html Information Retrieval and the Web, Vol. III, Issue no. 3,June 2002] Kategorie:Dokumentation Kategorie:Data_Warehouse Kategorie:Künstliche_Intelligenz Kategorie:Wirtschaftsinformatik

Universität Karlsruhe

---Sidenote START---
Die Universität Karlsruhe (TH), Forschungsuniversität - gegründet 1825, auch Fridericiana genannt, ist die älteste Technische Hochschule in Deutschland und gehört bezüglich der Forschung zu den fünf besten Universitäten in Deutschland, nach der Einordnung des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE). Um ihre Stärke im Bereich der Forschung zu unterstreichen, gab sie sich im Juli 2005 den oben genannten Namenszusatz Forschungsuniversität.

Fakultäten


- Mathematik
- Physik
- Chemie und Biowissenschaft
- Geistes- und Sozialwissenschaften
- Architektur
- Bauingenieur-, Geo- und Umweltwissenschaften
- Maschinenbau
- Chemieingenieurwesen und Verfahrenstechnik
- Elektrotechnik und Informationstechnik
- Informatik
- Wirtschaftswissenschaften

Geschichte

Wirtschaftswissenschaften Die Universität Karlsruhe wurde durch Großherzog Ludwig von Baden am 7. Oktober 1825 als Polytechnikum in Karlsruhe nach dem Vorbild der École Polytechnique in Paris gegründet. 1865 wurde das Polytechnikum durch Großherzog Friedrich I. zur Technischen Hochschule erhoben, woher auch der seit 1902 getragene Beiname "Fridericiana" rührt. 1900 wurde das Promotionsrecht eingeführt. 1904 ließ die Universität als erste Hochschule in Deutschland eine Frau zu einem ordentlichen Studium zu 1967 wurde die Technische Hochschule Fridericiana durch ein entsprechendes Landesgesetz Baden-Württembergs in "Universität Karlsruhe" umbenannt. Aufgrund des Bestrebens des Großen Senats wurde die Bezeichnung "Technische Hochschule" als Zusatz beibehalten. 1967

Schwerpunkte in der Forschung

Die Universität hat Forschungsschwerpunkte in der Informatik wie sich z.B. in den Sonderforschungsbereichen Informationstechnik in der Medizin: "Rechner- und sensorgestützte Chirurgie", Humanoide Roboter – Lernende und kooperierende multimodale Roboter und Computergestütze Theoretische Teilchenphysik oder dem deutsch-französischen Institut für Automation und Robotik zeigt. Daneben ist auch die Nanotechnik durch das DFG-Forschungszentrum Centrum für Funktionelle Nanostrukturen sowie den Sonderforschungsbereich Entwicklung, Produktion und Qualitätssicherung von urgeformten Mikrobauteilen aus metallischen und keramischen Werkstoffen stark vertreten. Im Stern Ranking-2004 in der Kategorie 'Forschung' konnte sich das Fach Germanistik in der Spitzengruppe der besten 20 Germanistiken platzieren (Kriterien: Promotionen, Publikationen und eingeworbene Fördermittel für die Forschung). Aus dem DFG Förder-Ranking 2003 geht hervor, daß keine Hochschule bundesweit in den Naturwissenschaften mehr Drittmittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft in den Jahren 1999 bis 2001 erhalten hat, als die Universität Karlsruhe.

Persönlichkeiten & Alumni

Prominente Persönlichkeiten


- Johann Gottfried Tulla (Mitgründer)
- Fritz Haber
- Heinrich Rudolf Hertz
- Robert Lauterborn
- Otto Lehmann
- Wilhelm Paulcke
- Ferdinand Redtenbacher
- Theodor Rehbock
- Franz Grashof
- August Thyssen
- Bernhard Howaldt
- Emil von Škoda (Škoda)
- Hans Leussink (Ordinarius für Grundbau, Tunnelbau und Baubetrieb, Bundesminister a.D.)
- Edward Teller ("Vater" der Wasserstoffbombe)
- Egon Eiermann
- Julius Wess
- Alfred Clebsch

Berühmte Ehrendoktoren


- Carl Benz (verliehen am 25. November 1914)
- Hans-Werner Hector (verliehen im Nov. 2003 von der Fakultät für Mathematik)
- Tomi Ungerer (verliehen im Feb. 2004 von der Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften)

Rektoren


- 1968 - 1983 Professor Dr. Dr.-Ing. h. c. Heinz Draheim
- 1983 - 1994 Professor Dr. Dr. h.c. Heinz Kunle
- 1994 - 2002 Professor Dr. Sigmar Wittig
- 2002 - heute Professor Dr. sc. tech. Horst Hippler

Campus & Studentenleben

Denkmalschutz an der Universität

Horst Hippler "Das alte Stadion" wurde unter der Leitung von Prof. Dr. Hermann Reinhard Alker (
- 13. März 1885, † 25. Mai 1967) in den Jahren 1925 bis 1930 erbaut, im Jahr 1934 wurden die Arbeiten zum ersten freitragenden Tribünendach der Welt vollendet. Die Sporthalle wird heute noch vom Sportinstitut verwendet. In den Außenflügeln des Stadions sind Übungsräume für die Studenten der Architektur und der Arbeitskreis Kultur und Kommunikation untergebracht. Wie ursprünglich vorgesehen wird die Sporthalle immer noch für kulturelle Veranstaltungen verwendet. Arbeitskreis Kultur und Kommunikation Ebenfalls denkmalgeschützt ist die Universitätsbibliothek, bei der das Magazin im Gegensatz zur üblichen Bauweise in den obersten Stockwerken untergebracht ist.

Studentisches

Bis 1977 existierte die Verfasste Studierendenschaft auch an der Universität Karlsruhe. Unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung wurde sie damals von der Landesregierung unter Ministerpräsident Hans Filbinger (CDU) verboten. An ihre Stelle trat eine Unabhängige Studierendenschaft, welche weitgehend die bisherigen demokratischen Strukturen übernahm. Heute existiert ein parlamentarisches System mit einem Studierendenparlament und einem Unabhängigen Studierendenausschuss (UStA) als ausführendem Organ. Daneben gibt es im unabhängigen Modell 11 Fachschaften, welche Studenten auf Fakultätsebene vertreten. Die rechtliche Organisationsform ist dabei jeweils ein eingetragener Verein. Eine Besonderheit sind die selbstverwalteten, vom Studentenwerk unabhängigen Wohnheime wie das Hans-Dickmann-Kolleg, das Hans-Freundenberg-Kolleg oder die Insterburg.

Sonstiges


- Am 2. August 1984 wurde an der Uni Karlsruhe Deutschlands erste E-Mail empfangen.
- Die Universität Karlsruhe übernahm ab Januar 1994 für drei Jahre die Verwaltung und Registrierung der .de-Domains. Der technische Betrieb wurde bis 1999 durch die Universität durchgeführt.

Weblinks


- [http://www.uni-karlsruhe.de Offizielle Homepage]
  - [http://www.alumni.uni-karlsruhe.de/ Seite für Alumni der Universität]
- [http://www.usta.de "Studierendenvertretung" (UStA)]
- [http://www.kalenderblatt.de/index.php?what=thmanu&manu_id=548&tag=11&monat=6&weekd=&weekdnum=&year=2005&lang=de&dayisset=1 kalenderblatt.de: Erste Technische Hochschule in Deutschland]
- http://www.campus-germany.de/german/4.21.3.15.html Karlsruhe Kategorie:Karlsruhe

Wirtschaftswissenschaften

Wirtschaftswissenschaft (Ökonomik) ist die Lehre von der Ökonomie (v. griech.: Oikos = Haushalt und Nomos= Gesetz). Sie unterteilt sich in die Bereiche Betriebswirtschaftslehre, welche die wirtschaftliche Seite eines Unternehmens innerhalb einer Volkswirtschaft untersucht, sowie Volkswirtschaftslehre (ehemals Nationalökonomie), welche die gesamtwirtschaftlichen Zusammenhänge und Prozesse in einer Gesellschaft untersucht. Die Wirtschaftsinformatik trat Mitte der 1980er Jahre als Teildisziplin der Wirtschaftswissenschaft hinzu. Um wirtschaftstheoretische Modelle empirisch zu überprüfen und ökonomische Phänomene quantitativ zu analysieren werden ökonometrische Methoden eingesetzt. Ebenso werden die Wirtschaftspädagogik, das Wirtschaftsingenieurwesen sowie die Wirtschaftsgeschichte im Rahmen der Wirtschaftswissenschaft berücksichtigt. Weitere Disziplinen sind die Wirtschaftsgeographie, Verkehrswirtschaftslehre und die Wirtschaftsethik. Wirtschaftliche Aspekte werden auch in anderen Sozialwissenschaften untersucht.

Historische Entwicklung

Die Geschichte der Wirtschaftswissenschaft ist fast so lang wie die Menschheitsgeschichte. Die großen Denker der Antike und des Mittelalters gelten als Ahnherren der Wirtschaftswissenschaft. Als Geburtsstunde der Wirtschaftswissenschaft in der heute verstandenen Form als Forschungsdisziplin mit eigenständigen Theoriegebilden gilt das Jahr 1758, in welchem der französische Arzt Francois Quesnay sein Tableau économique veröffentlichte. Durch die Beobachtungen am Hofe Ludwigs XV. angeregt beschrieb der damals 64-jährige Gelehrte in seinem Werk die Abhängigkeiten von Geld- und Güterströmen und damit den Einkommenskreislauf eines Landes.XY

Methoden

Die Methodenfragen und -positionen in den Wirtschaftswissenschaften sind durch vier Methodendebatten gekennzeichnet: # Historismus(-debatte) # Werturteil(-sdebatte) # Positivismus(-streit) # Kuhninismus(-debatte)

Organisationen, Verbände und Vereine


- Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte (bdvb)
- Gesellschaft für Experimentelle Wirtschaftsforschung (GEW)

Literatur


- Pribram, Karl: A History of Economic Reasoning. Johns Hopkins University Press 1983. ISBN 0801822912
- Pribram, Karl: Geschichte des ökonomischen Denkens. Übersetung der Originialausgabe A History of Economic Reasoning. Erster und zweiter Band. Frankfurt/M.: Suhrkamp Verlag 1998. ISBN 351828956X.
- Frank, Jürgen: Kritische Ökonomie
- Kromphardt/Clever/Klippert: Methoden der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
- Lipczynski, John & Wilson, John: Industrial Organisation - An analysis of competitive markets. Prentice Hall 2001, Essex.
- Starbatty, Joachim: Geistesgeschichte als Korrelat zur Ökonomik, in: Florian Keisinger u. a. (Hrsg.): Wozu Geisteswissenschaften? Kontroverse Argumente für eine überfällige Debatte, Frankfurt a. M./New York 2003 ISBN 359337336X

Siehe auch


- Sozialwissenschaften
- Portal:Wirtschaft
- Liste von Ökonomen
- Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften (ZBW)

Weblinks


- ! simple:economics

Rechtswissenschaft

Die Rechtswissenschaft (Jurisprudenz, umgangssprachlich in Deutschland auch Jura, in Österreich und der Schweiz auch Jus) ist die Wissenschaft vom Recht; sie befasst sich mit der Erkenntnis und Fortschreibung des objektiven Rechts und ist neben der Theologie, Medizin und der Philosophie eine der Grundwissenschaften. Die klassische Definition dessen, was Rechtswissenschaft ist, gibt der römische Jurist Ulpian: Rechtswissenschaft ist die Wissenschaft vom Gerechten und Ungerechten, die Kenntnis der menschlichen und göttlichen Dinge (Iuris prudentia est divinarum atque humanarum rerum notitia, iusti atque iniusti scientia, Ulpian primo libro reg., Digesten 1,1,10,2).

Bezeichnung

Das Studium der Rechtswissenschaft wird in Deutschland umgangssprachlich als „Jura-Studium“ bezeichnet. Der Begriff Jura wurde in diesem Zusammenhang das erste Mal an der Universität von Bologna verwandt. Er leitet sich vom lateinischen ius = „das Recht“ ab. „Jura“ sind „die Rechte“, sowohl das weltliche als auch das Kirchenrecht (kanonisches Recht), welche damals noch gleichberechtigt nebeneinander standen. Manche Universitäten promovieren daher auf Wunsch auch noch zum „Doctor iuris utriusque“ (lat. „Doktor beider Rechte“). In Österreich und der Schweiz wird nur „Jus“ studiert. Wer ein Studium der Rechtswissenschaften absolviert hat, wird als Jurist bezeichnet.

Abgrenzung

Die Rechtswissenschaft unterscheidet sich von Natur- und reinen Sozial-Wissenschaften darin, dass sie sich in ihrer aktuellen Form - zumindest in ihren Hauptfeldern - nicht mit objektiven Erkenntnissen im Sinne von realen, sinnlich erfahrbaren Phänomenen beschäftigt ("Die Wertlosigkeit der Jurisprudenz als Wissenschaft"). Dies bleibt Nebenzweigen der Rechtswissenschaft vorbehalten, wie etwa der Rechtsphilosophie, der Rechtssoziologie und der Kriminologie. Dabei hat insbesondere die Rechtsphilosophie in der Rechtswissenschaft und im Rechtsstudium, im Vergleich zu Hochmittelalter und Renaissance, erheblich an Stellenwert verloren. Die Kriminologie welche sich u.a. mit empirischer Forschung beschäftigt, hat an den Hochschulen aber einen eher geringen Stellenwert. In neuerer Zeit beschäftigt sich die Rechtswissenschaft viel mit der rechtlichen Methodik und der Lehre von der Gesetzesauslegung. Das heißt, dass sie sich mit der Interpretation von rechtlichen Regelungen befasst, die von rechtsetzenden Organen hervorgebracht werden, in erster Linie durch die Gesetzgebung, teilweise auch durch die Gerichte (sog. Richterrecht). Es handelt sich insofern bei der Rechtswissenschaft um eine Sprachwissenschaft mit sozialwissenschaftlichen Elementen. Kritiker bemängeln, dass die Kenntnisse in Ökonomie und insbesondere Volkswirtschaftslehre bei Juristen im Studium kaum vermittelt werden. Dies habe beispielsweise Auswirkungen auf die Gesetzgebung. Doch gerade hier seien ökonomische Kenntnisse von besonderem Interesse. Allerdings sind gerade gesetzgeberische Entscheidungen keineswegs dem Juristen vorbehalten, sondern werden in der Demokratie von den Parlamenten vorgenommen. An einigen Fachhochschulen und Universitäten ist als Reaktion auf diesen Mangel als erster Schritt der Studiengang des Wirtschaftsjuristen entstanden, der allerdings nur für die Tätigkeit in Unternehmen qualifiziert. Kritisiert wird auch, dass so genannte Grundlagenfächer wie die Rechtsgeschichte oder die Rechtssoziologie im Jurastudium nur am Rande behandelt werden, was ein kritisches, die Gesetze reflektierendes Studium erschwere. Werfen sie doch Fragen auf, ohne die eine wissenschaftlich-korrekte Auslegung und Einordnung von Rechtsnormen schwer möglich ist. Im Gegensatz zu gerichtlicher Rechtsanwendung muss Rechtswissenschaft gerade eine Reflexion über den Gesetzestext hinaus leisten, nur so können der Entstehungsprozess, die gesellschaftliche Funktion (z.B. Sozialkontrolle bei Strafrechtsnormen) und historische Bezüge erfasst und dargelegt werden. Dem lässt sich jedoch entgegenhalten, dass die Rechtswissenschaft im Schwerpunkt die Wissenschaft vom geltenden Recht ist. Als solche hat sie aber nur dann Legitimation und Überzeugungskraft, wenn sie dem Gesetz - und dem darin ausgedrückten demokratisch gebildeten Willen - verpflichtet ist und möglichst keine eigene Wertung - auch nicht Ergebnisse gesetzesferner Reflexion - hinzufügt. Die damit angesprochene zentrale Bedeutung der Dogmatik des Rechts schließt es keineswegs aus, auch die geschichtliche Entwicklung der Rechtsnormen in Betracht zu ziehen (vgl. nur v. Savigny).

Rechtsschulen und Theorierichtungen


- Historische Rechtsschule
- Soziologische Rechtsschule / Sozialwissenschaftliche Theorie des Rechts
- Rechtshermeneutik
- Fiqh islamische Jurisprudenz. Religiös legitimierte Gesetze, die Schari'a Siehe auch: Rechtsphilosophie

Historisches

Die Frage, was Recht ist, wurde über die Jahrhunderte immer wieder unterschiedlich beantwortet. Angefangen von der Gleichsetzung mit herrschenden Moralvorstellungen (vgl. auch Naturrecht) über die Vorstellung, nur eine Regel, die von einer Körperschaft oder Person (i.d.R. dem "Herrscher") erlassen wurde, die auch die Autorität (zum Erlassen und Durchsetzen) dazu hatte (Rechtspositivismus), könne als Recht verstanden werden, bis zu unseren heute üblichen Rechtssystemen. Hier gibt es wiederum zwei Arten von Rechtssystemen, die des kodifizierten (abstrakt definierten) Rechts und die des Fallrechts (common law). Das kodifizierte Recht hat sich im wesentlichen aus dem römischen Recht entwickelt. So war es Justinian, der als erster das römische Recht zusammenstellte und damit zugleich im gesamten römischen Reich vereinheitlichte (im Corpus Iuris Civilis). Auch wenn im kodifizierten Recht frühere Entscheidungen berücksichtigt werden, hat letztlich immer das Gesetzbuch und der Gesetzestext - gegebenenfalls auch Gewohnheitsrecht - die höchste Autorität. Napoleon hat dann das Zivilrecht überarbeitet und im Code civil neu kodifiziert. Er ist seitdem im französischsprachigen Raum, den ehemaligen französischen Kolonien und weiteren Ländern verbreitet. Daneben steht die deutsche Rechtstradition, die auf dem Boden des gemeinen Rechts in der Kodifikation des Bürgerlichen Gesetzbuchs Ausdruck gefunden und ebenfalls über Deutschland hinaus ausgestrahlt hat. Im Gegensatz dazu steht die Entwicklung der englischen Rechtstradition des common law. Das Recht ist im Grundsatz nicht kodifiziert, sondern wird von der Rechtsprechung auf Grund von Präjudizien weiterentwickelt. Dieses Rechtssystem wurde auch in den USA und anderen ehemaligen britischen Kolonien übernommen und weiterentwickelt. So gibt es in den USA eine Schule des "legal realism", nach der allein das Recht ist, was die Gerichte als Recht anwenden und vollstrecken werden. Andere Besonderheiten des US-amerikanischen Rechts sind die enorme Bedeutung der Schwurgerichte (vgl. Jury). Zukünftige Entwicklungen werden zunehmend von den unterschiedlichen Rechtsvorstellungen und Systemen beeinflusst werden. Völkerrecht beispielsweise wurde noch nie kodifiziert (in Paragraphen gefasst), und man kann heute Tendenzen erkennen, die darauf hindeuten, dass die Rechtstradition im Herkunftsland auch die Position in internationalen Auseinandersetzungen beeinflusst. Das geht soweit, dass zur Zeit im englischen Sprachraum die Vision eines erneuerten positiven Imperialismus diskutiert wird, während Kontinentaleuropa und andere Länder mit kodifiziertem Recht davon träumen, das Völkerrecht verbindlich zu machen und die Vereinten Nationen als oberste Instanz zu etablieren.

Studium

Rechtswissenschaften stellen einen der zentralen Studiengänge dar, die beinahe jede deutsche Universität anbietet, zugleich gilt das Studium jedoch auch als extrem umfangreich und anspruchsvoll. Deshalb, und da sich die juristische Arbeitsweise im Wesentlichen auf das Beherrschen fallorientierter Problemlösungsstrategien stützt, werden bevorzugt Juristen mit Führungspositionen in Politik, Verwaltung und Wirtschaft betraut. Die Studienordnungen differieren von Bundesland zu Bundesland, verallgemeinernd und im Groben lässt jedoch umreißen, wie sich das Studium in etwa aufteilt: Es untergliedert sich in etwa 3 Phasen. Zunächst gibt es das Grundstudium, das meist mit einzelnen Abschlussklausuren endet. Hieran schließt sich eine zweite Phase an, gekennzeichnet von den sog. (großen) Übungen, die ebenso von Klausuren, aber auch umfassenden Hausarbeitsgutachten begleitet werden und in deren Anschluss üblicherweise jeder Student noch etwa ein Jahr in Examensvorbereitungen verbringt. Diese Phase endet dann mit dem 1. Staatsexamen. Hiermit schließt die offizielle universitäre Ausbildung zwar zumeist auch insgesamt ab, da aber als Anwalt nur zugelassen werden kann, wer auch ein 2. Staatsexeman absolviert hat, wird diese Phase hier noch als dritte Phase bezeichnet. Sie besteht aus einem Referendariat und zumeist noch einer kleinen Vorbereitungsphase auf das 2. Staatsexamen. Die Regelstudienzeit differiert auch regional, beträgt aber bis zum ersten Examen 4,5-5 Jahre, das 2. Staatsexamen lässt sich danach nur schwerlich schneller als in zwei Jahren absolvieren.

Siehe auch


- Liste lateinischer Rechtsbegriffe
- Liste der rechtswissenschaftlichen Lehren und Theorien
- Recht
- Liste der Rechtsthemen
- Generalklausel
- Systematische Struktur Deutsches Recht
- JuraWiki - Wiki in deutscher Sprache, das sich ausschließlich mit juristischen Themen befasst.
- Stephan Zimprich im ZEIT-Studienführer über das Fach Jura (Beschreibung für Studienanfänger): http://www.das-ranking.de/che6/CHE6?module=WasIst&do=show&esb=5
- Manuel J. Hartung in der ZEIT über das Fach Jura (Analyse): http://www.zeit.de/2005/22/C-JURA-Serie

Weblinks


- [http://www.jurawiki.de/ JuraWiki.de]
- http://www.igfm.de/Konventionen/mrerkl.htm - Menschenrechte Kategorie:Wissenschaft ! ja:法学 th:นิติศาสตร์

FH Köln

Die Fachhochschule Köln ist mit rund 18.000 Studenten, 45 Studiengängen, und 450 Professorinnen und Professoren (Stand 2004) die größte Fachhochschule Deutschlands. Mit 44% stellen die Studenten der Ingenieurwissenschaften den größten Anteil der Studierenden an der FH. Im [http://www.dashochschulranking.de/ CHE Hochschulranking 2004] findet sich die FH Köln nicht auf den vorderen Plätzen, wenn auch die meisten Zahlen noch solide sind. Auffällig sind die überlangen Studienzeiten in der Elektrotechnik. Im NRW-Qualitätsmanagement-Ranking 2005 belegt die FH-Köln zusammen mit der Fachhochschule Dortmund und Fachhochschule Münster den zweiten Platz nach der RWTH Aachen.

Fakultäten & Abschlüsse

Im September 2002 wurden die früheren Fachbereiche zu folgenden Fakultäten reorganisiert:
- Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften (F01)
- Fakultät für Kulturwissenschaften (F02)
- Fakultät für Informations- und Kommunikationswissenschaften (F03)
- Fakultät für Wirtschaftswissenschaften (F04)
- Fakultät für Architektur (F05)
- Fakultät für Bauingenieurwesen und Umwelttechnik (F06)
- Fakultät für Informations-, Medien- und Elektrotechnik (F07)
- Fakultät für Fahrzeugsysteme und Produktion (F08)
- Fakultät für Anlagen, Energie- und Maschinensysteme (F09)
  - Studiengang Rescue Engineering
- Fakultät für Informatik und Ingenieurwissenschaften (F10) Neben den traditionellen Diplomstudiengängen werden auch Bachelor- und Master-Abschlüsse angeboten.

Standorte

Die FH verteilt sich auf drei Standorte in zwei Städten:
- Köln (13.573 Studenten im WS 2004/2005)
  - Ingenieurwissenschaftliches Zentrum (IWZ). Betzdorfer Straße 2, 50679 Köln-Deutz ().
  - Geisteswissenschaftliches Zentrum (GWZ). Claudiusstraße 1, Mainzer Straße 5 und Ubierring 40. 50678 Köln-Südstadt.
- Gummersbach (2.665 Studenten im WS 2004/2005)
  - Campus Gummersbach (GM). Am Sandberg 1. 51643 Gummersbach.

Geschichte

Die FH wurde 1971 gegründet, und gehört somit zu den FHs der ersten Gründungswelle in Deutschland und den ersten FHs in Nordrhein-Westfalen. Wie damals üblich, wurden vorhandene Ausbildungseinrichtungen zu einer FH verbunden. Dies waren:
- Staatliche Ingenieurschule für Maschinenwesen Köln I
- Staatliche Ingenieurschule für Maschinenwesen Köln II
- Staatliche Ingenieurschule für Bauwesen Köln
- Kölner Werkschulen
- Höhere Fachschule für Sozialarbeit Köln
- Höhere Wirtschaftsfachschule Köln
- Höhere Fachschule für Dolmetscher und Übersetzer Köln
- Deutsche Versicherungsakademie Köln
- Staatliche Höhere Fachschule für Photographie Köln Einige Vorgänger-Einrichtungen lassen sich bis zur 1833 gegründeten „Königlichen Provinzial – Gewerbeschule“ zurückverfolgen. 1983 kam noch die "Abteilung Gummersbach" hinzu. Ursprünglich 1963 als "Staatlichen Ingenieurschule für Maschinenwesen" gegründet, war die Abteilung seit 1971 ein Teil der Fachhochschule Siegen-Gummersbach (später Universität / Gesamthochschule Siegen, heute Universität Siegen). Am 3. April 1995 wurde das "Bibliothekar-Lehrinstitut des Landes Nordrhein-Westfalen" als 22. Fachbereich "[http://www.fbi.fh-koeln.de Bibliotheks- und Dokumentationswesen]" eingegliedert. Heute in der Fakultät 03 integriert.

Bekannte Absolventen


- Herbert Funke und Philipp Will (Gründer der Funke & Will AG und Entwickler des YES)

Weblinks


- [http://www.fh-koeln.de Seite der Fachhochschule Köln]
  - [http://www.gm.fh-koeln.de Seite des Campus Gummersbach]
- [http://www.etv-online.de/ Elektrotechnische Vereinigung der Fachhochschule Köln e.V.] Verein der Freunde, Förderer und Absolventen.
- [http://www.fh-koeln.de/allg/historisches/Hochschulgeschichte.html Geschichte der Fachhochschule Köln] Köln Kategorie:Köln

Gesellschaftslehre

Gesellschaftslehre (GL) ist ein Unterrichtsfach in Nordrhein-Westfalen, früher auch in Hessen, das an den Sekundarstufen I der Gesamtschulen unterrichtet wird und Inhalte der traditionellen Fächer Erdkunde, Geschichte und Sozialkunde umfasst. Der Anspruch des Faches ist der der Integration und zwar in doppelter Hinsicht. Zum einen werden die Wissensgebiete der traditionellen Fächer integriert und ergänzt um weitere Inhalte, die in den traditionellen Fachlehrplänen nicht enthalten waren, wie Sozialpsychologie, Rechtswissenschaft, Sozialmedizin und Wirtschaftswissenschaft. Zum anderen werden alle Schüler einer Klassen im Gesamtverband unterrichtet, d.h. es wird in diesem Fach nicht nach Leistung oder sozialer Herkunft separiert. Insbesondere in Hessen löste die Struktur des Faches auf konservativer Seite starke Empörung aus, so dass es verschiedene Versuche gab, das Fach zu reformieren. (So gab es an hessischen Gesamtschulen zeitweise ähnliche Fächer mit dem Namen GK Gesellschaftskunde oder GM Gemeinschaftskunde). Schließlich wurde das Fach abgeschafft und durch einen Zweierkanon aus Geschichte und Erd- und Sozialkunde oder WISO (Wirtschaft und Soziales) ersetzt.

Inhalt und Aufbau des Fachs

In der Förderstufe (Klassen 5-6) wird das Fach so unterrichtet, dass ein epochal gegliederter Überblick über die Entwicklung der Welt gegeben wird. In dieser Phase heißt das Fach auch mancherorts Weltkunde. In der Sekundarstufe I (Klassen 7-10) wird das Fach mit durchschnittlich 5 Stunden pro Woche vom Klassenlehrer unterrichtet, d.h. der GL-Lehrer ist immer auch für die Schülerlaufbahnberatung, die pädagogische Betreuung, sowie Information und Organisation des Klassenegschehens zuständig. Ein typischer Fachlehrplan für GL (Beispiel von der Ernst-Reuter-Schule in Frankfurt am Main) sah in Hessen im Jahre 1971 folgendermaßen aus: 7. Schuljahr: Primäre Sozialbereiche # Allgemeine Einführung - was