:: wikimiki.org ::
| Ingenieurbau |
IngenieurbauAls Ingenieurbau wird eine Fachrichtung des Bauwesens bezeichnet, die sich mit der Planung, Konstruktion und Errichtung von Bauwerken befasst.
Ingenieurbauten nennt man jene (meist großen) Bauwerke, für deren Errichtung besondere technisch-konstruktive Berechnungen und eine außergewöhnliche Statik erforderlich sind, oder technische Werkstoffe zum Einsatz kommen.
Moderne Ingenieurskunst
Einige Beispiele für solche Ingenieurbauten sind das Münchener Olympiastadion, weitgespannte Kongress- oder Maschinenhallen, spezielle Brücken, Hochbauten oder Kirchtürme, hohe oder besonders erdbebensichere Fernsehtürme, Vortriebs- und Tunnelprojekte bei schwieriger Geologie, ungewöhnliche Kavernen und Staudämme oder stark belastete Windräder.
Auch ein scheinbar "gewöhnliches" größeres Bauwerk kann dúrch eine speziell benötigte Art der Fundierung - etwa bei Wassereintritt oder in Sedimentbecken mit tonigem oder lockerem Gestein - die Kunst des Ingenieurs herausfordern.
Berühmte historische Beispiele
Ebenso sind viele historische Bauwerke als ausgesprochene Ingenieurbauten einzustufen - man muss nicht gerade an den Eiffelturm denken:
- die Hagia Sofia als weltweit erste Großkuppel
- oder einige der Sieben Weltwunder,
- das Kolosseum und ähnliche Großbauten mit ausgefeilter Sicherheitstechnik
- die Sanierung der Risse im Petersdom (siehe Boscovich und seine Gutachten)
- die Vermessung der Pyramiden oder der Wassertunnel von Hiskia in Jerusalem
- die ungewöhnlichen Teleskope der Sternwarten von Paris oder Wien oder die Montierung des Großspiegels am Mount Palomar
- die erste Gebirgsbahn am Semmering, der erste Gotthardtunnel oder die Viadukte im Odenwald
- die römischen Aquädukte oder die Hochquellenleitung zum Hochschwab
- den antiken Durchstich des Sueskanals
- die dergleichen nicht benötigenden, endigen Schiffe der Wikinger
- die Brücken über die Trisannaschlucht oder den Firth of Forth
- und vieles mehr.
Siehe auch:
- Hochbau, Tiefbau, Stabilität, Spannweite, Tragwerk,
- Dauerhaftigkeit, Leichtbau, Stahlbau, Holzbau
- Fundament, Hangrutschung, Unterspülung, Setzung
- Schönheit, Fotomotiv, Goldener Schnitt, Modellierung
- Antike Baukunst, Islamische Kunst, Gotik
- Mannesmann, Siemens, Saarstahl AG, STRABAG, ThyssenKrupp AG, VOEST, Waagner-Biro usw.
Kategorie:Technik Kategorie:Bauwesen
Kategorie:Industrie Kategorie:Wirtschaft
BauwesenAls Bauwesen bezeichnet man
- das Fachgebiet, das sich mit Bauprozessen und Bauwerken beschäftigt.
- die Bauwirtschaft, also die Wirtschafts-Branche, die Planungs und Bauleistungen aller Art erbringt.
Während die Architektur sich zunächst mit den gestalterischen und kulturellen Aspekten des Bauens beschäftigt, dreht sich beim Bauwesen dann alles um die konkrete Realisierung von Bauwerken und Gebäuden. Eine generelle Trennung in Teilbereiche ist die Unterscheidung von Hochbau und Tiefbau.
Siehe auch
- Portal:Architektur und Bauwesen
- Architektur, Bauingenieurwesen
- Gewerk
- Bauwerk, Gebäude
- Verkehrsbauwesen
- Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Literatur
- Bauen in der Schweiz, ISBN 3-7643-7058-0 (Das Buch bietet einen Überblick über die Arbeit von Architekten und Ingenieuren in der Schweiz.)
Weblinks
- [http://www.fh-kl.de/kaiserslautern/bi/ Fachbereich Bauingenieurwesen] - An der Fachhochschule Kaiserslautern
- [http://www.bauwesen.uni-dortmund.de/ Fachbereich Bauwesen] - an der Uni Dortmund
- [http://www.baunetz.de BauNetz] - Bekanntestes deutsches Bau- und Architekturportal
- [http://planet.baublog.de planet.baublog.de] - RSS-Aggregator für News und Blogs im Bauwesen
!
BauwerkEin Bauwerk ist eine von Menschen errichtete Konstruktion. Es ist fest mit dem Untergrund verbunden und unbeweglich (vgl. Immobilie). Es ist in der Regel für eine langfristige Nutzungsdauer konzipiert.
Gebäude ist ein Unterbegriff von "Bauwerk" (siehe unten). Der heutige Sprachgebrauch nennt Gebäude aber auch Bauwerk, wenn sie einen besonderen Wert, eine herausragende ideelle Bedeutung oder starke Monumentalität besitzen.
Im deutschen Baurecht fallen Bauwerke unter den Oberbegriff der Baulichen Anlagen, der in den jeweiligen Landesbauordnungen der einzelnen Bundesländer definiert ist.
Differenzierung
Man kann Bauwerke nach allen möglichen Parametern differenzieren, zum Beispiel nach der Konstruktion, nach den verwendeten Baustoffen oder nach der Funktion. Üblich ist jedoch die einfache Unterscheidung von Tiefbau und Hochbau.
Daneben gibt es Objekte, bei denen nicht klar ist, ob sie Bauwerke oder natürlichen Ursprungs sind, so z.B. die Pyramideninsel Yonaguni in Japan.
Herstellung
Ein Bauwerk wird im Bauprozess hergestellt, dieser umfasst Bauplanung und die Bauausführung.
Ein Bauwerk besteht aus einzelnen Bauteilen, die wiederum aus Baustoffen bestehen.
Die Art der Konstruktion und die Verwendung der Baustoffe variiert je nach Standort, Technologie-Stand und Stilepoche.
Funktion
Im Gegensatz zu einem Gebäude ist ein Bauwerk nicht zwingend für den Aufenthalt oder die Lagerung von Menschen, Lebewesen oder Dingen bestimmt. Ein Bauwerk kann verschiedenen Zwecken dienen:
- Gebäude: dienen dem Aufenthalt oder der Lagerung von Menschen, Lebewesen oder Dingen. Beispiele: Hütte, Wohnhaus, Fabrikhalle, Lagerhalle, Kirche
- Verkehrsbauwerke: Brücke, Straße, Tunnel, Stollen
- Versorgungsbauwerke: Wasser- und Abwasserleitungen, Klärwerke, Deich, Staudamm, Staumauer. Unter diese Kategorie fallen auch Sendetürme, Sendemasten und Freileitungsmasten
- Temporäre Bauwerke: Fliegende Bauten, Zelte, Messepavillions, Hilfsbauten
Siehe auch
- Liste von Bauwerken nach ABC geordnet, in Hamburg
- Bauwerkstypen eine Gliederung
- Liste der höchsten Gebäude der Welt
- Portal:Architektur und Bauwesen
- Architektur, Bauingenieurwesen
Weblinks
- [http://www.archinform.net archINFORM] - Datenbank für Architektur
- [http://www.structurae.de Structurae] - Datenbank für Ingenieurbau
- Bilder berühmter Bauwerke: http://www.biw.fh-deggendorf.de/alumni/2001/wintermeier/bauwerke/
- [http://www.das-baulexikon.de/ Baulexikon]
!
TechnischUnter Technik (altgriechisch τεχνη [téchne], „Fähigkeit, Kunstfertigkeit, Handwerk“) versteht man Verfahren und Fähigkeiten zur praktischen Anwendung der Naturwissenschaften und zur Produktion industrieller, handwerklicher oder künstlerischer Erzeugnisse, wobei der griechische Begriff zwischen den heutigen Kategorien Kunst und Technik nicht unterschied (siehe Martin Heidegger: Die Frage nach der Technik).
Technik kann als die Fähigkeit des Menschen verstanden werden, Naturgesetze, Kräfte und Rohstoffe zur Sicherung seiner Existenzgrundlage sinnvoll einzusetzen oder umzuwandeln. Neben den materiellen Bedürfnissen (Nahrung, Kleidung, Wohnen) werden auch kulturelle Bedürfnisse durch die Technik gesichert.
Technische Fertigkeiten werden in Handwerk und Industrie auf den verschiedensten Ebenen von den Lehrberufen bis zu den Ingenieurwissenschaften benötigt. Letztere sichern den Erhalt bekannter und die Entwicklung neuer Techniken, sind aber mit Technik nicht gleichzusetzen.
Bedeutungsvarianten
Das Fremdwörterbuch des Duden definiert die Technik in fünf Aspekten:
# Alle Verfahren, Einrichtungen und Maßnahmen, die der praktischen Nutzung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse dienen - insbesondere in Fachgebieten wie Elektrotechnik, Bauingenieurwesen, Maschinenbau und Informationstechnik.
# Ausgebildete Fähigkeit oder Kunstfertigkeit, die zur richtigen Ausübung einer Sache notwendig ist
# Die Gesamtheit der Verfahren und Kunstgriffe, die auf einem bestimmten Fachgebiet üblich sind („Stand der Technik“)
# Technische Hochschule bzw.-Universität, TU (süddt./österr.)
# Industrielle und andere Herstellungs- und Produktionsverfahren.
Technik als Anwendung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse
Technik besteht in der Anwendung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse und den daraus resultierenden Verfahren in verschiedenen Fachgebieten:
- Elektrotechnik
- Computertechnik
- Tontechnik und Mediendesign
- Maschinenbau
- Verkehrstechnik und Fahrzeugbau
- Luftfahrt und Raumfahrt
- Bauingenieurwesen
- Bergbau und Metallurgie
- Technische Physik
- Technische Chemie
- Technische Mathematik
- Medizintechnik
- Gentechnik
- Geowissenschaften
- Informationstechnik
- Nachrichtentechnik
- Verfahrenstechnik
- Wehrtechnik
- Agrartechnik
Entwicklungs- und Forschungseinrichtungen dieser Fächer erarbeiten an Hochschulen, in der Industrie und anderen Forschungsstätten zusammen mit Betrieben und Einzelpersonen auch die Grundlagen von Produktionsverfahren und den aktuellen „Stand der Technik“ (Aspekt 3).
Technik als menschliche Handlungsfertigkeit
bedeutet im Sinn der Aspekte 2 und 5 sinnvolle, zielgerichtete und wiederholbare Vorgehensweisen des menschlichen Handelns, die in sämtlichen Bereichen menschlicher Aktivitäten anzutreffen sind. Beispiele:
- im Sport (Technik des Stabhochsprungs, des Diskuswurfs, des Delphin-Schwimmstils etc.),
- in der Kunst (Technik der Aquarellmalerei, des Trompetenblasens etc.),
- Alltagsaktivitäten (Technik des Fensterputzens etc.)
Neben der Befriedigung materieller Bedürfnisse (Nahrung, Kleidung, Wohnen) werden auch kulturelle Bedürfnisse durch Anwendung von Techniken gedeckt. Auch der Einsatz naturwissenschaftlich unwirksamer Fertigkeiten - "magischer Techniken" nach Gehlen - wird hier gelegentlich einbezogen (z.B. als Götterzwang durch Opfer, Gebetsformeln, Tänze).
Technik als Kürzel für Hochschulen
folgt einem langjährigen Sprachgebrauch. Auch wenn dieser nicht ganz korrekt ist, entspricht die Gliederung technischer Hochschulen und -Universitäten (THs, TUs) in Abteilungen oder Fakultäten doch den obigen Aspekten. Außerdem tragen sie wesentlich zum „Stand der Technik“ bei.
Umgangssprachliche Verwendung und Abgrenzung des Begriffs zur Technologie
Der Begriff Technik wird oft verallgemeinernd – oft auch abwertend – für die Gesamtheit aller industriell hergestellten mechanischen Objekte in unserer Umwelt verwendet.
Des Weiteren wird Technik oft mit Technologie (die Gesamtheit aller verfügbaren und industriell nutzbaren Techniken, samt ihrer (ingenieur)wissenschaftlichen theoretischen Grundlagen) gleichgesetzt. Dies ist aber inhaltlich irreführend, denn schlicht gesagt ist Technik die Anwendung oder Umsetzung einer Technologie, während eine Technologie also das Wissen über technische Zusammenhänge - als wörtliche "Übersetzung" des englischen Worts "technology" - sein soll.
Das Attribut „technisch“
bezeichnet verschiedene Aspekte im Alltag, in der Industrie und Technik bzw. in den Naturwissenschaften, die über o.e. Aspekte hinausgehen:
- "technisch" als nähere Beschreibung von Fachbereichen oder Fachgruppen - beispielsweise Technische Chemie, technische Geologie, Gewerkschaft der technischen Berufe
- "technisch" im Denken - meist gleichbedeutend mit systematischem oder ausgeprägt logischem Denken - oder
- als Vorgehensweise - im Gegensatz z.B. zu intuitiv - meist unter Ausschluss emotionaler Aspekte
- "technisch" als Ablauf - z.B. bei einer Veranstaltung, bei Produktionsmethoden, oder bei Störungen durch „technische Pannen“.
Siehe auch:
- Portal:Technik
- anerkannte Regeln der Technik
- Forschung & Entwicklung (FuE, auch Research and Development (R&D)
- Ingenieurwissenschaften
- Konstruktion
- Norm
- Qualität
- Technikphilosophie
- Technikgeschichte
- Techniksoziologie
- Technikethik
- Medientheorie
- Stand der Technik
- Technischer Fortschritt, Automatisierung
- Technizismus
- Techniker
- Technische Chemie
- Technische Mathematik
- Technische Physik
- Technische Universität
- Technischer Zeichner
- Technologie
- Technokrat
- Werkzeug
- Ziviltechniker
- Technik (Schulfach)
- Artes mechanicae
Literatur
- Seiffert, Helmut; Radnitzky, Gerard (Hrsg.) (1992): Handlexikon zur Wissenschaftstheorie. 2. unv. Aufl. (Orig. 1989), Berlin: dtv, ISBN 3-423-04586-8, S. 358-365 (Stichworte Technik und Technologie; und deren Abgrenzung zu anderen Wissenschaften).
Kategorie:Technik
Kategorie:Techniktheorie
Olympiastadion München
Das Münchner Olympiagelände wurde für die 20. Olympischen Sommerspiele 1972
auf dem Oberwiesenfeld gebaut. Die Baukosten beliefen sich auf 1,35 Milliarden DM.
Das Gelände war vorher jahrhundertelang Exerzierplatz des bayerischen Militärs. 1909 landete auf dem Gelände das erste Luftschiff und zwischen 1925 und 1939 befand sich dort Münchens erster Flughafen.
Zur Gestaltung des Geländes wurde Schutt des im Zweiten Weltkrieg zerstörten München verwendet, der 567 Meter hohe Olympiaberg (relative Höhe 50 Meter) besteht unter seiner Oberfläche ausschließlich aus diesen Überresten des Krieges.
Im Bereich des Olympiaparks weitet sich der Nymphenburg-Biedersteiner Kanal zum Olympiasee. Dieser ist 8,6 Hektar groß (Oberer Olympiasee 7,0 Hektar, Unterer Olympiasee 1,4 Hektar, Insel 0,2 Hektar), bei einer Länge von 1.120 Metern und einer Breite von 223 Metern. Das Wasservolumen beträgt 110.000 m³. Der See ist durchschnittlich 1,3 Meter tief, maximal 1,4 Meter. Im See befindet sich gleichsam als Insel gegenüber dem Theatron die 280 m² große Seebühne.
Es existiert außerdem ein Carillon im Olympiapark, siehe Carillon im Olympiapark München.
Olympiahalle
Die Olympiahalle ist Münchens größte überdachte Veranstaltungsstätte.
Sie bietet auf der Tribüne 8.900 Besuchern Platz, im Innenraum können bei Bestuhlung weitere 2.200 Sitzplätze geschaffen werden.
In der Mehrzweckhalle finden neben Sportveranstaltungen regelmäßig Konzerte und Kongresse statt.
Neben der Olympiahalle befindet sich die direkt zugängliche Kleine Olympiahalle mit weiteren (bis zu 1000) Sitzplätzen.
Olympiastadion
Carillon im Olympiapark München
Carillon im Olympiapark München
Das Olympiastadion wird für Leichtathletikveranstaltungen und Konzerte genutzt. Seine Spielfeldmaße sind 105x68 m.
Die Nutzung für Fußballspiele lief 2005 aus, da sich München, die Olympiapark GmbH, der Architekt und die beiden einheimischen Vereine FC Bayern München und TSV 1860 München nicht auf ein Umbaukonzept für das Olympiastadion einigen konnten, welches durch die Weltmeisterschaft 2006 und die veränderten Ansprüche an ein modernes Fußballstadion nötig geworden war. In der Folge entstand unter der eigens gegründeten Gesellschaft Allianz Arena München Stadion GmbH im nördlichen Stadtteil Fröttmaning die Allianz Arena als neues Fußballstadion. Die Arena wurde am 31. Mai 2005 eingeweiht und ist ab der Bundesliga-Saison 2005/2006 die Heimstätte der beiden Vereine. Am 14. Mai 2005 fand mit der Begegnung FC Bayern gegen 1. FC Nürnberg (6:3) das letzte Bundesligaspiel im Olympiastadion statt.
Das Olympiastadion besitzt neben 57.450 Sitz- und 11.800 Stehplätzen auch 100 Plätze für Rollstuhlfahrer.
Unabhängig von Veranstaltungen kann das Stadion tagsüber besucht werden. Der Eintrittspreis hierfür betrug 2003 für Erwachsene 1,50 Euro.
Dachkonstruktion
Das fast schwerelos wirkende Dach des Olympiastadions war bei den Olympischen Spielen eine optische und statische Sensation - und ist es bis heute geblieben. Zum Charakter der "leichten Spiele" von München hat es wesentlich beigetragen. Es diente damit als bewusst helle freundlich-moderne Antwort auf die jüngste deutsche Geschichte und die Olympischen Spiele von 1936 in Berlin. Fritz Auer vom Architekturbüro Behnisch in Stuttgart, der die Planungsleitung für das Dach hatte, sah auf der Weltausstellung 1967 in Montréal eine ähnliche, jedoch wesentlich kleinere Konstruktion für den deutschen Pavillon von Frei Otto. Beim Wettbewerb für das Olympiagelände 1972 gewann das Büro Behnisch nur aufgrund von Skizzen, deren statische Realisierbarkeit völlig ungeklärt war. Nach dem Gewinn des Wettbewerbs holte Günter Behnisch Frei Otto ins Team, um die anspruchsvolle Aufgabe bewältigen zu können. Als Tragwerksplaner bearbeitete den Entwurf, die Ausführungsplanung und Bauüberwachung als Mitarbeiter von Fritz Leonhardt der Bauingenieur Jörg Schlaich.
Über die Hälfte des Olympiastadions, die Olympiahalle und die Olympia-Schwimmhalle werden seitdem von einem 74.800 m2 großen Netzdach aus Acrylglas überspannt. Die Acrylplatten werden von Stahlseilen gehalten, die ihrerseits an 58 großen Stahlmasten befestigt sind.
Das Stadiondach kann im Rahmen von geführten Touren ("roof top tour") in den Sommermonaten bestiegen werden.
Die gesamte Dachkonstruktion steht unter Denkmalschutz.
Das Olympiastadion ist immer noch eines der schönsten Stadien in Europa.
Olympia-Schwimmhalle
Ebenfalls unter dem gemeinsamen Dach befindet sich die Olympia-Schwimmhalle. Hier fanden 1972 die Wettbewerbe im Schwimmen und Turmspringen statt.
Olympiaturm
Hauptartikel: Olympiaturm
Olympiaturm
Der Olympiaturm genannte Fernsehturm besitzt seit 5. April 2005 eine Gesamthöhe von 291,28 Metern (ursprünglich 289,53 Meter) und ein Gewicht von 52.500 Tonnen.
In 190 Metern Höhe befindet sich eine Aussichtsplattform.
Der Besuch des Turms ist kostenpflichtig (2005:4,00 € regulär, 2,50 € ermässigt).
Seit seiner Eröffnung 1968 verzeichnete der Turm über 35 Millionen Besucher (Stand 2004).
In 182 Metern Höhe befindet sich ein Drehrestaurant mit 230 Plätzen.
Eine volle Umdrehung benötigt bei mittlerer Geschwindigkeit 53 Minuten.
Theatron-Bühne
Fernsehturm
Das Theatron ist ein Amphitheater mitten in der Parklandschaft des Olympiaparks.
Es ist gleich am See und direkt unterhalb der Olympia-Schwimmhalle gelegen.
Theatron MusikSommer
Der Theatron MusikSommer ist aus dem Kulturkalender Münchens nicht mehr wegzudenken. Das kurz nach den Olympischen Spielen von 1972 gestartete Musik-Festival ist längst für mehrere Generationen zum Open-Air-Wohnzimmer geworden, das über den gesamten Monat August – bei freiem Eintritt - für alle Münchner in einem Amphitheater am Olympiasee offen steht.
Der Theatron MusikSommer wird veranstaltet von der Arbeitsgemeinschaft Theatron MusikSommer, einer beispielhaften Kooperation aus freien Trägern und kommunalen Veranstaltern.
Die Bandbreite der dargebotenen Musik reicht von Klassik über Liedermacher bis hin zu Pop, Rock und Hip-Hop. Der Theatron MusikSommer ist aber mehr als eine bloße Konzertreihe. Ob Künstler, Mitarbeiter oder Publikum – für jeden ist das Theatron eine ganz besondere Location inmitten der weltberühmten Zeltkonstruktion des Olympiaparks. Viele jener, die heute hier auftreten, haben im Theatron ihre Jugend verbracht und ihre ersten Konzerte erlebt. Und auch die heutige Jugend erlebt in diesem einzigartigen Ambiente ebenso wie die ältere Generation die Vielfältigkeit der musikalischen Szene. Ein Programm das liebevoll und künstlerisch interessant gestaltet wird, und immer wieder mit künftigen Stars und musikalischen Perlen aufwartet.
Auf dem Programm standen in den vielen Jahren neben den bekanntesten lokalen Musikgruppen u. a.: Scorpions, Sportfreunde Stiller, Culcha Candela, Mic, Etta Scollo, Bananafishbones, Megaherz, Fury in the Slaughterhouse, Klaus Doldingers Passport, Emil Bulls, Pussybox, Ougenweide u.v.a.m.
Jedes Jahr besuchen über 100.000 Menschen das Festival. Neben lokalen Musikgrößen sieht man auf der Theatron-Bühne immer wieder Künstler, denen eine große Karriere noch bevorsteht.
Inzwischen ist aber das Festival jenseits der bayerischen Grenzen bekannt und zieht Musiker aus der ganzen Republik und angrenzenden Ländern an.
Schließlich gibt es für Musiker in Deutschland selten die Gelegenheit, vor 5000 Leuten zu spielen. Und so viele können an einem schönen Sommertag schon auf den steinernen Stufen des Amphitheaters und auf den angrenzenden Wiesen sitzen.
Im Guinness Buch der Rekorde ist der Theatron MusikSommer als „längstes Musik-Open-Air-Festival der Welt“ eingetragen und wird dort in einem Atemzug mit legendären Festivals wie Woodstock, dem amerikanischen San Bernadino-Festival oder Peter Gabriels Womad-Festival genannt.
Theatron PfingstOpenAir
Seit nunmehr 5 Jahren findet zusätzlich das 3-tägige PfingstOpenAir im Theatron statt.
Inzwischen ist die Liste der Bands, die beim Theatron Pfingst Open Air schon begrüßt wurden, ziemlich lang. So waren in den letzten Jahren Bands, wie die mittlerweile heiß gehandelten Vega 4, My Vitriol, Seachange und Electrelane aus England, Zombie Nation aus München, Gemma Hayes aus Irland, Readymade aus Wiesbaden, Mother Tongue aus Los Angeles und Klee aus Köln, Virginia Jetzt, Campus und G.Rag y los Hermanos Patchekos aus München, Mediengruppe Telekommander sowie Surrogat aus Berlin Gäste beim Theatron PfingstOpenAir.
Olympia-Eissportzentrum
Das Olympia-Eissportzentrum (früherer Name: Eisstadion am Oberwiesenfeld)
wurde Feburar 1967 mit dem Eishockeybundesligaspiel FC Bayern München gegen SC Riessersee eröffnet und war von der Planung her als Mehrzweckhalle neben dem Eissport auch u.a. auch für Handball-, Basketball- oder Tischtennisveranstaltungen gedacht.
Eislaufzelt:
Zum Zeitpunkt der Eröffnung des Stadions befand sich auf der linken Seite neben der Haupthalle noch eine Freilufteishockeyfläche mit Zuschauerrängen für bis zu 7000 Besuchern, die in den 1980er Jahren durch das Eislaufzelt ersetzt wurde.
Die Eisanlage dieses Zeltes ist wegen Sanierungsbedarf seit der Saison 2004/05 nicht mehr im Betrieb.
Im Zelt befinden sich derzeit mehrere anmietbare Indoor-Fussballfelder.
Haupthalle:
Die Haupthalle mit der grossen Eisfläche wird für alle Arten von Eissport - insbesondere für den Eishockeyligenspielbetrieb - genutzt.
Sie war 1969 Austragungsort für die Tischtennis-Weltmeisterschaften und wurde während der Olympischen Sommerspiele 1972 für die Boxveranstaltungen genutzt.
Zuschauerkapazität bei Eishockeyspielen lag früher bei bis zu 8.000 Besucher - heute bei ungefähr 6200. Hier finden auch die Heimspiele des EHC München statt.
Nebenhalle:
Die Nebenhalle rechts neben der Haupthalle wurde in den 1990er-Jahren als Trainingshalle für die damals in München stattfindende Eiskunstlauf-Weltmeisterschaft gebaut und wird derzeit neben dem Eiskunstlauf noch für Publikumslauf und Short-Track genutzt.
Olympisches Dorf
Eiskunstlauf
Das Olympische Dorf besteht aus vier Straßen, die nach Sportlern benannt wurden: Connollystraße, Nadistraße, Straßbergerstraße und Helene-Mayer-Ring. Im Dorf selbst wohnen etwa 8000 Menschen, außerdem befindet sich dort das zweitgrößte Studentenwohnheim Münchens. Die Bemalung der Bungalows des Studentendorfes machte diesen Teil des Olympischen Dorfes zu einem Zentrum europäischer Jugendkultur. Im Rahmen von Renovierungsarbeiten mussten leider die Türen der Bugalows ausgetauscht werden, die Bemalung gind deshalb teilweise verloren.
Die terrassenförmige Architektur der Hochhäuser und das Tunnelstraßensystem sind bemerkenswert. Diese Tunnelsträßen sind eingehauste Straßen, wobei sich auf der Einhausung Fußgängerwege befinden. Die Fassaden der Gebäude und Tunnelstraßen werden seit einigen Jahren renoviert. Der Wohnwert des Dorfes gilt als sehr hoch, circa 90% aller Umzüge finden lediglich innerhalb des Dorfes statt.
Russisch-Orthodoxe Kapelle
Gleichsam als Relikt aus der vorolympischen Zeit steht im südlichen Bereich des Olympiaparks eine Russisch-Orthodoxe Kapelle. Diese wurde vom russischen Emigranten Timofej Wasiljewitsch Prochorow errichtet.
BMW
Timofej Wasiljewitsch Prochorow
Gleichzeitig mit den Bauarbeiten am Olympiagelände errichtete der Münchner BMW-Konzern in unmittelbarer Nähe seinen neuen repräsentativen Firmensitz. Es entstanden von 1970 bis 1973 das originelle und werbewirksame BMW-Hochhaus und das BMW-Museum, entworfen vom österreichischen Architekten Karl Schwanzer (1918-1975). Vier achsialsymmetrisch angeordnete, zylindrische Bürotürme gruppieren sich dabei um einen ebenfalls aus vier Zylindern bestehenden, statisch wirksamen Versorgungskern aus Stahlbeton. Die Grundrissdisposition ermöglicht dabei durch die kreisförmigen Einschnitte an der Außenfassade eine großzügige Belichtung der Büroflächen. Die frei auskragenden Geschoßdecken der vier Zylinder werden zuzätzlich über eine mittig im Grundriss angeordnete Stahlverbundstütze, die zusätzlich durch den Kern ausgesteift wird, getragen. Die vorgfertigten Metall-Fassadenelemente sind dabei frei an den auskragenden Deckenrändern montiert.
Zurzeit errichtet BMW gegenüber seinem Firmensitz, gleich neben der U-Bahnstation Olympiazentrum ein neues Auslieferungs- und Präsentationszentrum, das vom Konzept an die Wolfsburger Autostadt angelehnt ist. Prägend für diesen Bau ist eine freischwebende Kuppel aus Stahlstreben.
Die Konstruktion ist geometrisch höchst anspruchsvoll, so daß die Einzelteile komplett, nach vor Ort vermessenen Schablonen, in einem Spezialwerk für Außenfassaden geschweißt werden.
Veranstaltungen
- Von Mitte Juni bis Mitte Juli findet auf einer Fläche im Süd-Westen des Olympiageländes alljährlich das Tollwood-Sommerfestival statt.
- Im August findet alljährlich das Sommerfest im Olympiapark statt.
- Nahezu zeitgleich findet der Theatron Musiksommer bei der Bühne im Olympiasee statt
Verkehrslage
Tollwood
Tollwood
Nördlich des Olympiageländes befindet sich das Olympiazentrum mit der gleichnamigen U-Bahn-Station (Linie U3). Der über der U-Bahn-Station befindliche Busbahnhof verbindet den Münchner Norden. Derzeit wird die Linie U3 bis zum Olympia-Einkaufszentrum erweitert, wodurch ein weiterer U-Bahn-Halt (Olympiapark Nord) entsteht. Daneben existieren noch rund um das Olympiagelände mehrere Bushaltestellen und Trambahnhaltestellen.
Daneben existierte zwischen 1972 und 1988 eine S-Bahnstation Olympiastadion, ebenso gibt es eine Trambahnstation im Süden, die sogenannte Ackermannschleife, die heute nur noch für Sonderfahrten, wie etwa zum Tollwoodfestival, angefahren wird.
Weblinks
- http://www.olympiapark.de/
- http://www.ganz-muenchen.de/freizeit/olympiapark/uebersicht.html
- http://www.theatron.de
- [http://www.olympiapark-muenchen.de/index.php?id=cam_olympiastadion Webcam Olympiastadion]
Siehe auch: Grün- und Wasserflächen in München, Liste von Stadien
Kategorie:Parkanlage in München
Olympiastadion München
Olympiaeisstadion München
Kategorie:München
Kategorie:Leichtathletikstadion
Kategorie:Olympische Wettkampfstätte
Kategorie:Veranstaltungszentrum
KirchturmEin Kirchturm ist der zu einem Kirchengebäude gehörende Turm.
Funktion
Im traditionellen Verständnis hat ein Kirchturm mehrere Funktionen:
- Blickfang
- Hinweis auf die vertikale Dimension
- Markierung von Ortszentrum (bzw. Kirchplatz) und Ortsbild
- Architektonische Ergänzung des Kirchenbaus, Ost-West-Achse
- Betonung der Himmelsrichtungen
- Träger von Turmuhr und Glocken
- Symbolik der Turmspitze (Kreuz, Wetterhahn)
- Aussichtsplattform zur Beobachtung (Feinde, Feuer) für den Türmer
- Teil der Stadtbefestigung in kleineren Städten
In der Kugel von Kirchturmspitzen (dem "Turmknopf") werden traditionell Zeitkapseln hinterlegt, um zeittypische Dinge (etwa Münzen und Geldscheine oder Zeitungen des Tages) an die nächsten Generationen weiterzugeben.
Dennoch wurden auch früher schon Kirchen ohne ausgeprägten Turm gebaut - z.B. gotische Klosterkirchen der Zisterzienser, Kuppelbauten oder Kirchen mit lediglich einem Dachreiter. Das Verschieben oder Fehlen einiger dieser Funktionen ändert die Charakteristik des Baues und des Kirchplatzes.
Zeitanzeige
Viele Kirchtürme sind mit einer Turmuhr ausgestattet, wobei meist auf mehreren Seiten des Turms ein Ziffernblatt vorhanden ist. Die Turmuhr diente früher den Bewohnern des Dorfes als "Zeitnormal" zum Einstellen ihrer Uhren.
Einige Kirchtürme in München besitzen auf einer Turmseite mehrere Zifferblätter.
Bei modernen Kirchtürmen wird häufig auf eine Turmuhr verzichtet. Als Turmuhren werden stets analoge Uhren eingesetzt. Über die Verwendung von Digitaluhren als Kirchturmuhren liegen keine Informationen vor.
Aussicht
Zahlreiche Kirchtürme besitzen eine Aussichtsplattform. Allerdings sind diese im Regelfall - im Unterschied zu den Aussichtsplattformen auf Wasser- und Fernsehtürmen nur über ein Treppenhaus zugänglich, weil der Einbau eines Aufzugs meist nicht möglich ist.
Moderne Funktionen
Manche Kirchtürme werden für den Mobilfunk genutzt. Allerdings müssen hierbei die Antennen wegen Denkmalschutzauflagen meist unter dem Dach angebracht werden.
Eine weitergehende Nutzung von Kirchtürmen für funktechnische Zwecke dürfte nur in Ausnahmefällen stattfinden.
Vereinzelt wurden Kirchtürme (Juli 2005, Rosenheim) auch für Werbezwecke genutzt. Dieser Umstand wird rege diskutiert. Durch die Verwendung der Einnahmen innerhalb der Pfarrgemeinde aber überwiegend akzeptiert.
Standort
Der Turm steht meist an der Westseite der Kirche und stellt den Eingangsbereich dar. Als Gegenstück zur Ostseite (Sonnenaufgang als Symbol für Christus) symbolisiert er in mittelalterlichen Bauten häufig die Abwehr schädlicher Einflüsse. Als Westwerk wurde er in der Romanik stark und "wehrhaft" ausgebaut, was bei Doppeltürmen noch deutlicher betont ist.
In der Gotik befindet sich der Turm auch an der Südseite oder findet im Norden sein Gegenstück. Als Portal im Westen wurde er häufig mit Fresken ausgeschmückt oder als Durchgang zum Friedhof gestaltet. Moderne Bauten haben meist schlichte oder abgesetzte Turmformen - ähnlich dem Campanile (Glockenturm) der südlichen Länder.
Formen
Die Formen des Turmdachs sind vielfältig: Satteldach, Walmdach, Spitzhelm, Rhombenhelm, Haube, Zwiebeldach, Kuppeldach, Schindeldach, Laterne, Eckpilaster, Treppengiebel, Pyramide u.v.m.
Für Geodäten sind die Kirchtürme ideale Festpunkte, die eindeutig zuzuordnen und leicht verfügbar sind. Seitlich des Eingangs befindet sich oft ein Turmbolzen, der als stabiler Nivellementpunkt dienen kann.
Siehe auch
Gotteshaus, Liste der höchsten Kirchtürme der Welt, Turm (Bauwerk), Wehrkirche, Aussichtsturm, Funkturm, Fernsehturm
Weblinks
- http://www.elcom-stadler.de/kirchen/ (200 Kirchen in Niederbayern)
- http://members.surfeu.at/bretterklieber/kirchturm/kirchturm.htm (70 Kirchtürme von Graz)
- http://www.gottstatt.ch/Kirchturm.htm (roman.Kirchturm von oben bis innen)
- http://www.dombauwien.at/ (Dombauhütte St.Stefan Wien, Bilder, 3D-Modelle)
- http://www.kirche-hotteln.de/grundsteine/ho_kirchturm.html (Renovierung)
- http://shen-bauer.de/interv.html (Interview mit einem bayer.Kirchturm)
- http://www.kirchturm.ch/ (Turmuhren, Geläute)
- [http://www.kirchtuerme-ludwigsburg.de/ Kirchtürme Ludwigsburg - Virtuelle Entdeckungsreise im Kirchturm, Informationen und Bilder zur Architektur und Historik]
Bilder von Kirchtürmen
Bild:Ein Kirchturm in Bremerhaven 1uf.JPG|Ein Kirchturm in Bremerhaven
bild:Kirchturm.jpg|Kirchturm über einer Stadt: St. Martin über Biberach/Riß
Bild:Lacharité.jpg|Romanischer Kirchturm in La Charité sur Loire, Frankreich
Bild:Kirche-in-ascona.jpg|Kirchturm in Ascona am Lago Maggiore (Schweiz)
Kategorie:KirchenbauKategorie:Turm
Tunnel
]
Ein Tunnel ist eine künstliche Passage, die durch einen Berg, unter einem Gewässer oder einem anderen Hindernis hindurch führt.
Als Verkehrsweg bietet er Schienenfahrzeugen, Kraftfahrzeugen oder auch Schiffen sowie Fußgängern und Ver- und Entsorgungsleitungen eine Durchfahrt beziehungsweise einen Durchgang. Er unterscheidet sich von der Galerie dadurch, dass er außerhalb der Zu- und Ausfahrt allseitig geschlossen ist.
Tunnel sind im allgemeinen ein- oder zweispurig, können aber auch mehrspurig sein. Der Bau eines Tunnels ist kostenintensiv und meist auch eine technische und geologische Herausforderung an die Ingenieurskunst. Vor der Planung sind die Aspekte des Umweltschutzes und die Baukosten sorgfältig gegen die Ersparnis durch die Verkürzung der Route abzuwägen.
Sprachliche Herkunft
Der Begriff Tunnel wurde in England (the tunnel) geschaffen, dabei lehnte man sich an das französische Wort tonnelle an, welches blumenbewachsene, durchschreitbare Bögen zumeist aus Draht oder Holz bezeichnet. Das Wort wanderte weiter nach Deutschland und dann weiter zurück nach Frankreich (le tunnel). Die tonnelle stammt übrigens wegen ihrer Form ab vom französischen Begriff für ein spezielles, großes Fass (tonne). Dieses Fass wiederum gab wegen seines Inhalts (etwa 1.000 Liter) der Masseneinheit Tonne (1.000 kg) ihren Namen.
Im Duden wird neben dem Lemma „der Tunnel“ auch „das Tunell“ angeführt.
Geschichte
Vorläufer der Tunnel waren die unterirdischen Be- und Entwässerungskanäle, die bereits von den antiken Griechen (beispielsweise Samos: der zur verdeckten Wasserversorgung ca. 530 v. Chr. gebaute Tunnel des Eupalinos), der unter dem israelischen König Hiskija ebenfalls zur Wasserversorgung bei Belagerung gegrabene 500 m lange Tunnel von der Gibon-Quelle zum Siloah-Teich in Jerusalem, der etwa 150 v. Chr. geschlagene 700 m lange Tunnel zur Wasserversorgung nach Qumran am Toten Meer, besonders von den Römern ausgeführt wurden (beispielsweise Ableitung des Fucino-Sees, 5,6 km langer Tunnel, Mitte des 1. Jahrhunderts, Zuleitung der Trinkwasserleitung am Pont du Gard). Aufgrund von Resten antiker Schachtbauwerke in der Umgebung von Dover geht moderne Forschung davon aus, dass bereits die Römer sich mit dem Gedanken eines Ärmelkanaltunnels nicht nur theoretisch beschäftigt haben.
Nördlich der Alpen gab es in Deutschland vor dem Zeitalter des Eisenbahnbaus nur vier Tunnel, zu denen der Tiergarten-Tunnel in Blankenheim in der Eifel zählt. Sie wurden möglicherweise durch Bergleute angelegt und befanden sich häufig in Nachbarschaft zu Klöstern, die möglicherweise Zugang zu antikem Wissen (Bibliotheken) hatte. Die Einführung des Schwarzpulvers zur Gesteinssprengung bewirkte im 17. Jahrhundert mehr Aufmerksamkeit (beispielsweise 1679 bis 1681 der 157 m lange Malpas-Tunnel für den Canal du Midi und der Schiffstunnel von Weilburg an der Lahn) für den Tunnelbau beim Ausbau der Schiffskanäle in England, Frankreich und Italien. 1708 wurde mit dem Urnerloch der erste "alpenquerende" Tunnel (Länge 64 m) für den Güter und Personenverkehr eröffnet. Der 1789 eröffnete Sapperton Tunnel im Thames & Severn Canal in England durch Hügel gegraben, war 3,5 km lang und zum Transport von Kohlefrachtern gebaut. Auch der 2.869 m lange Norwood-Tunnel in England ist ein weiteres Beispiel. Durch den 4.880 m langen Mauvages-Tunnel im Rhein-Marne-Kanal im Elsaß werden Boote und Schiffe heute mit einer Elektrolokomotive getreidelt.
Der erste Verkehrstunnel unter einem Fluss wurde am 1. Januar 1869 in Chicago eröffnet. Der erste Flusstunnel auf dem europäischen Kontinent war der am 7. September 1911 eröffnete Elbtunnel in Hamburg.
Die ersten Eisenbahn-Tunnel schuf George Stephenson auf der Strecke Liverpool - Manchester 1826 bis 1830. 1837 bis 1839 wurde auf der Strecke Leipzig - Dresden bei Oberau der erste deutsche Eisenbahn-Tunnel gebaut. Die großen Gebirgs-Tunnel ermöglichte erstmals die Erfindung des Dynamits und der mit Druckluft betriebenen Gesteinsbohrmaschinen.
Tunnel schrieben auch politisch - militärische Geschichte: So wurden in den 1960er Jahren geheime Fluchttunnel aus Ostberlin und der DDR nach Westberlin und Spionagetunnel vice versa während der Zeit der Berliner Mauer gebaut. Während des Vietnamkrieges besaß der Vietcong in den 1970er Jahren eine Vielzahl von Tunneln bis in die Nähe der südvietnamesischen Hauptstadt Saigon, in die die Soldaten der Vietnamesischen Volksbefreiungsarmee sich bei amerikanischen Luftangriffen und Patrouillen versteckten, Nachschublager unterhielten und Verwundete operierten und pflegten. Während des Bürgerkriegs in Bosnien in den 1990er Jahren bauten die bosnischen Truppen einen geheimen Tunnel von Sarajewo unter dem serbischen Belagerungsring hindurch, durch den sie bescheidenen Nachschub erhielten.
Tunnelarten
Sarajewo]
Sporntunnel
Sporntunnel sind zumeist in Flusstälern zu finden. Oftmals werden Eisenbahnlinien, seltener auch Straßen, durch Flusstäler verlegt, da die Flussläufe zumeist eine moderate Steigung aufweisen. Viele Flusstäler mäandrieren jedoch sehr stark. Dann ist zur Abkürzung oder Begradigung der Trasse ein Sporntunnel notwendig. In den deutschen Mittelgebirgen sind Sporntunnel meist nicht länger als 200 m, im Hochgebirge können sie jedoch auch 1.000 oder 2.000 m lang sein. Ein überdurchschnittlich langer Sporntunnel ist in Deutschland der 4.203 m lange Cochemer Tunnel an der Moselbahn. Ungewöhnlich viele Sporntunnel besitzt die Elstertalbahn.
Scheiteltunnel
Ein Scheiteltunnel ist ein meist kurzer Tunnel, der einen Berg meist knapp unterhalb eines Passes durchquert. An beiden Enden des Scheiteltunnels sind dann meist längere Auffahrtrampen an den Bergflanken vorhanden, wodurch die Streckenlänge erhöht wird, jedoch der Tunnel kürzer ausfällt. Der älteste noch befahrene Eisenbahntunnel Deutschlands, der 691 m lange Buschtunnel (1838), durchsticht nach einer 2 km langen Steilrampe mit 27 ‰ einen Höhenrücken im Aachener Süden.
Basistunnel
Ein Basistunnel führt durch einen Berg, jedoch ohne dass es steile Auffahrtrampen gibt, wodurch ein Basistunnel deutlich länger als ein Scheiteltunnel ausfällt.
Kehrtunnel
Ein Kehrtunnel wird in einem Berg geführt, jedoch nicht um diesen zu durchqueren, sondern um bei Steigungsstrecken im Gebirge die Streckenlänge zu erhöhen, wodurch die Steigung geringer ausfallen kann. Diese Bauart vollführt unterirdisch einen Richtungswechsel von 180 Grad. Das Prinzip wurde erstmalig 1863 beim Bau der Schwarzwaldbahn genutzt.
Siehe auch: Kehrschleife
Kreiskehrtunnel
Ein Kreiskehrtunnel dient dem gleichen Zweck wie ein Kehrtunnel, nur dass der Tunnel wie eine Schraubenlinie einen Richtungswechsel von 360 Grad vollführt. Der einzige Tunnel dieser Bauart in Deutschland und der einzige weltweit in einem Mittelgebirge ist der 1.700 m lange Große Stockhalde-Kehrtunnel der Wutachtalbahn ("Sauschwänzlebahn"). Im Hochgebirge sind Kreiskehrtunnel häufiger zu finden, so zum Beispiel auf der Südrampe der Gotthardbahn.
Autobahntunnel
Ein Autobahntunnel ist ein Tunnel, durch den eine Autobahn hindurchführt. Hierbei wird heute allgemein für jede Richtungsfahrbahn eine eigene Tunnelröhre vorgesehen. Es gibt auch Autobahntunnel mit mehreren Röhren, wie den neuen Elbtunnel in Hamburg.
Häufig ist noch eine Röhre vorhanden, die im Gefahrenfall eine schnelle Evakuierung erlaubt.
Zum Bau eines Autobahntunnels ist, da er über zwei Röhren mit einen relativ großen Querschnitt verfügt, ein größerer Erdaushub nötig als für den Bau eines Eisenbahntunnels. Auch sind wegen der Autoabgase bei Autobahntunneln umfangreichere Lüftungsanlagen nötig als bei Eisenbahntunneln vergleichbarer Länge.
Autobahntunnel sind besonders bei Autobahnen im Gebirge anzutreffen, um größere Kurvenradien und geringere Steigungen zu realisieren, als es bei tunnelfreier Führung möglich wäre. In Ballungsräumen dienen Autobahntunnel auch dem Lärmschutz, wobei man hier auch Tunnel finden kann, bei denen die Decke erst nachträglich aufgebracht wurde. Andere Anwendungen von Autobahntunnel sind Unterwassertunnel (z. B. der Hamburger Elbtunnel).
Im Zweiten Weltkrieg wurden in Deutschland einige Autobahntunnel als bombensichere Fabrik genutzt. Der Autobahntunnel unter dem Gran Sasso (Italien) dient auch als Zufahrt zu einem Labor zum Nachweis von Neutrinos.
Bekannte Autobahntunnel
Neutrino
Neutrino]
- Deutschland
- Elbtunnel
- Rennsteigtunnel
- Engelbergtunnel
- Schönbuchtunnel
- Tunnel Hölzern
- Lämmerbuckeltunnel (nur Richtungsfahrbahn nach München)
- Emstunnel
- Wesertunnel
- Weserauentunnel
- Ostwestfalentunnel
- Ziegenbergtunnel der Stadtautobahn Siegen
- Grenztunnel Füssen
- Coschützer Tunnel
- Dölzschener Tunnel
- Österreich
- Ambergtunnel
- Arlbergstraßentunnel
- Bosrucktunnel
- Ganzsteintunnel
- Gleinalmtunnel
- Götschkatunnel
- Gräberntunnel
- Herzogbergtunnel
- Karawankentunnel
- Katschbergtunnel
- Kaltenbachtunnel
- Kirchbergtunnel
- Lainbergtunnel
- Pfändertunnel
- Plabutschtunnel
- Roppener Tunnel
- Spitaltunnel
- Steinhaustunnel
- Tauerntunnel
- Schweiz
- Gotthardtunnel (A2)
- Seelisbergtunnel (A2)
- Gubristtunnel (A1)
- Bareggtunnel (A1)
Tunnelbau
Der Bau von Tunneln erfolgt in geschlossener oder in offener Bauweise. Bei der geschlossenen Bauweise erfolgt die Herstellung bergmännisch in der Neuen Österreichischen Bauweise mittels Bohr- und Sprengvortrieb beziehungsweise Baggerausbruch oder maschinell mittels einer Tunnelbohrmaschine. Beim Tunnelbau in offener Bauweise erfolgt die Herstellung des Tunnelbauwerks in einer offenen Baugrube, die anschließend wieder verfüllt wird.
Insbesondere Tunnel sind mit sehr hohen Investitionskosten verbunden. So schlägt in Deutschland ein zweistreifiger Straßentunnel, welcher bergmännisch in mittelschweren Bodenverhältnissen hergestellt wird, im Schnitt mit 20.000 € pro Meter zu Buche. Dies ist nur ein Durchschnittswert, der nach unten, vor allem aber stark nach oben hin abweichen kann. Davon entfallen in der Regel 15-20% auf die Ausstattung des Tunnels, zum Beispiel Beleuchtung, Notrufsäulen, etc. Neben den zum Teil enormen Baukosten ist die Unterhaltung des Tunnel ebenfalls sehr kostspielig. So rechnet man im Schnitt mit jährlichen 180.000 € Folgekosten pro Kilometer Tunnelstrecke.
Tunnelsicherheit
Unterhaltung
In Tunneln kann ein funktionierendes Sicherheitssystem im Falle eines Unfalls oder Brandes Leben retten. Folgende bauliche und technische Maßnahmen erhöhen die Sicherheit in Tunnelanlagen:
- Nach Fahrtrichtungen getrennte Tunnelröhren
- zusätzliche Rettungsstollen, die als Fluchtweg einerseits, als Zugang für Einsatzkräfte andererseits dienen.
- Belüftungsanlage mit Strahlventilatoren und evtl. Belüftungsschächten
- Anlage zur Sichttrübungsmessung
- Anlage zur Windgeschwindigkeitsmessung
- Sprinkleranlage und für die Feuerwehr Löschwasserentnahmestutzen
- Fluchtweghinweise mit Entfernungsangabe und Fluchtwegbeleuchtung
- Notrufnische mit Notrufanlage und mit Feuermelder und Feuerlöscher
- Abflusssystem für brennbare Flüssigkeiten
- Überwachungskamera
- Nothaltebuchten bei Straßentunneln
- Notbeleuchtung bei Eisenbahntunneln
Weiterhin ist ein intensives Sicherheitsmanagment notwendig, welches das Erstellen von Alarmplänen und Übungen mit ansässigen Feuerwehren (so genannte Portalfeuerwehren) beinhaltet.
Zahlreiche schwere Unfälle in Tunneln (Siehe Katastrophen im Straßenverkehr und Schienenverkehr) zeigen immer wieder, dass viele Tunnel nur über ein schlechtes Sicherheitssystem verfügen.
Um die Sicherheit zu erhöhen werden auch laufend Tests von den Verkehrsclub durchgeführt. Dabei werden ungefähr 30 Tunnel in ganz Europa miteinander verglichen. Durch Veröffentlichung dieser Vergleiche soll auf die Tunnelbetreiber ein öffentlicher Druck gemacht werden. Derzeit (2005) beginnt ein von der EU gefördertes Sicherheitsprojekt, dass unter der Federführung des ÖAMTC mit zehn weiteren Ländern unter dem Namen EuroTAP (European Tunnel Assessment Programme). Die EU hat zur Verbesserung der Tunnelsicherheit die Richtlinie 2004/54/EG erlassen, deren Umsetzung in den Mitgliedsstaaten bis zum 30. April 2006 abgeschlossen sein muss.
Trotz aller dieser Maßnahmen kann vor allem in Straßentunneln keine hundertprozentige Sicherheit gewährleistet werden. Auch die Benutzer müssen sich der Gefahren bewusst sein und sich an die Regeln halten, wie:
- Fahrzeugbeleuchtung einschalten
- Fahrgeschwindigkeit reduzieren
- Sicherheitsabstand einhalten
- Autoradio mit Verkehrsfunk einschalten
- Auch die Umstellung der Lichtverhältnisse der Augen beachten
- Nicht stehen bleiben im Tunnel.
- Ampel unbedingt beachten.
- Nie hinter einem brennenden Fahrzeug noch in den Tunnel einfahren. Die Verqualmung kann den Motor zum Absterben bringen, was eine Flucht aus dem Tunnel wesentlich erschwert.
Motive
Bei der Querung von Wasserflächen ist oftmals eine Entscheidung zwischen Tunnel und Brücke zu treffen. Generell sind Unterwassertunnel kostspieliger als zum Beispiel Hängebrücken. Bei Schiffswegen ist die Einsetzbarkeit von Brücken jedoch oftmals eingeschränkt. Beispiele für Tunnel, die aus schifffahrtstechnischen Gründen an Stelle einer Brücke gebaut werden mussten, sind der Holland und Lincoln Tunnel zwischen New Jersey und Manhattan sowie die Elizabeth-Tunnel zwischen Norfolk und Portsmouth in Virginia.
Seit neuerer Zeit wird Tunnelbau auch aus Gründen des Landschafts- und Umweltschutzes betrieben. So gab es zum Beispiel in den letzten fünf Jahren heftige Auseinandersetzungen um den Bau eines Tunnels im Zuge der BAB 4 westlich von Jena in Thüringen. Ursprünglich war ein Tunnel vorgesehen, der die Autobahn aus dem ökologisch wertvollen Leutratal herauslegen sollte. Aus Kostengründen wurden diese Pläne - zum Nachteil der Anwohner - auf einen 2,9 km langen Tunnel abgespeckt.
Die längsten Tunnel der Erde
Die derzeit längsten und bereits für den Verkehr freigegeben Tunnel der Erde sind:
- Seikan-Tunnel, 53,90 km, Japan, Eisenbahn
- Lærdaltunnel, 24,50 km, Norwegen, Straße
Siehe auch: Liste der längsten Tunnel der Erde
Siehe auch
- Listen: Liste der Alpentunnel, Liste der Schweizer Tunnel
- Beispiele: Neue Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT), Alpetunnel - Alpetunnel GEIE, Elbtunnel in Hamburg, Rennsteigtunnel in Thüringen, Warnowtunnel in Rostock, Tuhobictunnel in Kroatien
- Fachgebiet: Portal:Architektur und Bauwesen
- Rohrschildtechnik
Weblinks
- http://www.eurotunnel.com/ (auf Englisch oder Französisch)
- http://www.canaldumidi.com/ (in Französisch, mit Foto des Malpas-Tunnel)
- http://home.no.net/lotsberg/data/germany/li000.html
- [http://www.adac.de/mitgliedschaft_leistungen/motorwelt/m_archiv/Pressemeldungen/Tunneltest_2005.asp?ComponentID=81518&SourcePageID=20057%230&location=33 ADAC-Tunnelsicherheitstest 2005]
- [http://www.oeamtc.at/index.php?type=article&id=1114834&menu_active=144 Die Ergebnisse der Tunneltests in Europa 2005]
- http://www.tunnel.nrw.de (Informationen zu Tunneln in Nordrhein-Westfalen)
- http://www.alpentunnel.de
- http://www.eisenbahn-tunnelportale.de (Bilder von Eisenbahn-Tunnelportalen in Deutschland)
!
Kategorie:Bahnanlage
Kategorie:Straßenbau
ja:トンネル
simple:Tunnel
Kaverne
Als Kavernen bezeichnet man im weiteren Sinne alle größeren künstlich geschaffenen unterirdischen Hohlräume, welche mit Verfahrensweisen des Bauens unter Tage erstellt wurden und die nicht die Form von Stollen (Tunnelröhren) oder Schächten haben.
Der Bau von Kavernen ist ein Arbeitsgebiet des Bauingenieurwesens und verwendet Methoden des Tunnelbaus bzw. Ingenieurbaus.
Anwendungsbeispiele
- Kavernenkraftwerke
- Rohstoffspeicherung (z.B. Erdöl, Erdgas), siehe auch Kavernenspeicher
- unterirdische Wasserbehälter
- Endlagerung von radioaktiven Stoffen oder Giftmüll (z.B. in Kavernen in ausgedienten Bergwerken)
- anschlagssichere Unterbringung von militärisch-technischen Anlagen und Geräten
- unterirdische Parkhäuser
- Flugzeugkaverne
Salzstock-Speicherkavernen
Im engeren Sinne werden als Kavernen auch alle aus einem Salzstock künstlich ausgespülten Hohlräume bezeichnet, in denen Erdöl oder Erdgas gelagert wird. In Deutschland gibt es etwa 250 solcher Kavernen, z.B. in der Nähe des wichtigsten Ölimporthafens Wilhelmshaven. Die dortigen Kavernen liegen in über 1000 m Tiefe und dienen der Lagerung der im Erdölbevorratungsgesetz vorgeschriebenen Rohstoffreserve für Krisenzeiten, verwaltet vom Erdölbevorratungsverband. Auch andere europäische Länder nutzen in zunehmendem Maße diese Kapazitäten. Diese Art der Energierohstoff-Lagerung dient auch dem Ausgleich zwischen konstanter Förderung einerseits und dem von der Außentemperatur, der Tageszeit und der Konjunktur stark abhängigen Verbrauch der Energierohstoffe andererseits.
Erdölkavernen sind lange senkrechte Röhren im Salzstock. Sie werden mit Wasser ausgespült. Die dabei entstehende Sole kann in der chemischen Industrie verwendet werden. Das Erdöl wird von oben eingefüllt, dabei wird die Sole unten abgepumpt. Das Erdöl schwimmt auf der Sole; es verbindet sich weder mit der Sole noch mit dem umliegenden Steinsalz und spült den Salzstock auch nicht aus. Um das Öl wieder aus der Kaverne zu holen, wird diese wieder mit Sole befüllt, die das Öl nach oben herausdrückt, wo es abgepumpt werden kann. Bei jeder Befüllung mit Sole wird die Kaverne geringfügig ausgespült und erweitert sich etwas.
Verweise
Wikilinks
Vermessung von Kavernen.
Weblinks
- [http://www.nwowhv.de/NWOHOMEPAGE/de Nord-West Oelleitung GmbH]
- [http://www.nwkg.de Nord-West Kavernengesellschaft mbH]
- [http://www.nwowhv.de/NWOHOMEPAGE/de/kavernen.html Skizze einer Erdölkaverne]
Kategorie:Bergbau
Windrad
Ein Windrad ist eine Vorrichtung zum Umwandeln der Windenergie in eine Drehbewegung. Genaugenommen handelt es sich dabei um einen Repeller.
Große, ausschließlich zur Stromerzeugung eingesetzte Windräder, werden Windenergieanlagen genannt. Für kleinere Anlagen mit einer Leistung von einigen Watt bis zu einigen Kilowatt ist der Begriff Windrad oder Windgenerator geläufig.
Windräder werden für die verschiedensten Dinge eingesetzt. Meist steht dabei der Wirkungsgrad nicht unmittelbar im Vordergrund. Sie funktionieren oft nach dem Prinzip des Widerstandsläufers.
Beispiele
- Antrieb einer Wasserpumpe oder eines Schöpfwerkes
- Messung der Windgeschwindigkeit (siehe Anemometer)
- Windmühle
- Spielzeug
- Klapotetz
Kategorie:Windenergie
SedimentbeckenAls Sedimentbecken wird in der Geologie eine Beckenlandschaft bezeichnet, die aus einer Absenkung entstanden ist und sich während oder nach dem Absinkvorgang mit Sedimenten aufgefüllt hat.
Tertiäre Tektonik
Die meisten Sedimentbecken Europas sind tektonischen Ursprungs und haben sich während des Erdzeitalters Tertiär gebildet, welches vor etwa 65 bis 2 Millionen Jahren (Ma) angesetzt wird (die Zeit danach, das "Quartär", ist die Epoche der Eiszeiten).
Bedeutung des Tertiär für die Gegenwart
Der Name "Tertiär" wurde zu Beginn der wissenschaftlichen Geologie geprägt und im vermuteten Ablauf der Erdgeschichte als ihre Dritte Epoche dem Meso- und Paläozoikum zur Seite gestellt. Zwar haben die damaligen Geologen - vor etwa 200 Jahren - die Dauer dieses Zeitabschnitt wegen der mächtigen Sediment-Schichten stark überschätzt, doch ist seine Bedeutung für die Gegenwart unserer Erde (und besonders für die Menschheit) tatsächlich größer als die vorangehenden 3-5mal so langen Epochen.
Mächtige Beckensedimente des Neogen und Paläogen
Da etwa 90 Prozent der Menschheit im Flach- und Hügelland von terziären bzw. Becken-Landschaften leben und auch zahlreiche Bodenschätze aus dieser Epoche stammen, hat man diese aufs Genaueste untersucht. Seit langem wird sie in 5 Unterepochen und - je nach Region - in bis zu 20 Formationen unterteilt.
Die wichtigste Gliederung hat man bei etwa 24 vorgenommen: in das Neogen (Jungtertiär, obere Schichten) und Paläogen (ältere = tiefere Schichten). Der Großteil der Sedimente stammt aus dem Neogen, vor allem dem Zeitabschnitt Miozän.
Es gibt jedoch Abgrenzungsprobleme zwischen ihnen sowie zum Quartär (Pliozän) und zum Mesozoikum. Daher möchten zahlreiche Geowissenschafter der Gegenwart den Begriff "Tertiär" durch Neo- und Paläogen ersetzen. An dieser Stelle ist der Überbegriff jedoch passender, weil er allein den Großteil der Sedimentbecken einschließt.
Alpine Gebirgsbildung und Senken
Im Tertiär war die Hauptphase der alpine Gebirgsbildung, die weite Teile aller Kontinente betraf. In Eurasien wurde vor etwa 50-30 Ma neben den Alpen nicht nur die benachbarten Gebirge der Pyrenäen und Karpaten aufgefaltet, sondern eine fast 15.000 km lange „Zone junger Faltengebirge“ über das Balkangebirge, Pontus und Taurus und den persischen Zagros bis zu Hindukusch, Karakorum, Himalaya und die Hochgebirge von Zentralasien und Hinterindien.
Dieses riesige Areal mit „Ketten von Gebirgsketten“ - welche sich auf ähnliche Art auch in Afrika und Amerika (Felsengebirge, Anden) finden - ist immer wieder von Schwächezonen der Erdkruste durchzogen, entlang derer die Plattentektonik und andere Kräfte die Berge gegeneinander verschieben (um einige Millimeter pro Jahr). Auch ausgeprägte Störungslinien sind darunter, an denen ganze Gebirge langsam versinken können. Solche Zonen sind der Oberrheingraben (siehe auch Afrikanisches Grabensystem) oder - nach den vielen Thermalquellen benannt - die Thermenlinie am Rand des Wiener Beckens.
Sinkende Gebirge werden Sedimentbecken
An solchen Musterbeispielen kann in allen Details verfolgt werden, wie das langsame Absinken von "soeben" aufgefalteten Bergsystemen mit der gleichzeitigen Ablagerung von Sedimenten - also durch Erosion zerlegte und kleingeriebene Gebirgsreste - einhergeht. Der Rheingraben ist inzwischen über 10 km tief mit Schotter, Sanden etc. "aufgefüllt" und stellt sich als breite Ebene zwischen den Vogesen und dem Schwarzwald dar.
Schwarzwald
Noch typischer ist das Wiener Becken und große Teile von Pannonien (Pannonische Tiefebene). Sie sind zwar "nur" 5-8 km tief, doch dort unten am "prätertiären Beckengrund" können die Methoden der Geophysiker noch viele der Berge orten, die einst eine um 10 km höhere Lage hatten. Beispielsweise liegt einige km unter der Ebene nordöstlich Wiens ein riesiger, prismatischer Gebirgszug (siehe dunkles Bild) mit einem 45 Grad steilen und 7 km langen Hang, der an der Oberfläche um einiges mächtiger wäre als das berühmte Matterhorn.
Im pannonischen Ungarn wiederum geht es - knapp 100 km nördlich des Plattensees - um bis zu 8,5 km "in die Tiefe" (siehe helles Bild). In einem vergleichbaren Gebiet Ostungarns (etwa bei Kecskemet) befinden sich dutzende Vulkane knapp unter der Oberfläche. Sie sind vor etwa 30-10 Millionen Jahren langsam - samt der umgebenden Landschaft - um mehr als 5 km in die Tiefe gesunken und gleichzeitig mit Donauschottern zugedeckt worden.
Donauschotter
Sedimente, Erdöl und Erdgas
Da es im Tertiär zeitweise ein recht warmes Klima und eine wuchernde Vegetation gab, sammelten sich Milliarden Tonnen von Resten abgestorbener Pflanzen im Senkungsgebiet und wurden sukkzessive von Schotter, Sand und Tonschichten bedeckt. Wo dies unter Luftabschluss geschah, konnte sich daraus Erdöl und Erdgas bilden - denn die "Inkohlung" wurde durch das weitere Absinken der Ebene und die dadurch steigende Temperatur des Untergrundes gefördert.
So befinden sich im Südosten Tschechiens und im Osten Österreichs reiche Lager an Kohlenwasserstoffen, die immer noch - trotz enormer Ausbeutung während der russischen Besatzung - etwa ein Fünftel des Bedarfs liefern. Auch andere große Sedimentbecken haben aus ähnlichen Gründen solche Lagerstätten.
Größte Bedeutung hat(te) beispielsweise das breite Kohleflöz in Norddeutschland. Es erstreckt sich vom Ruhrgebiet bis weit in die Norddeutsche Tiefebene hinaus, liegt dort allerdings in zunehmender Tiefe. Deshalb wird sich in ferner Zukunft der Abbau nur bei steigenden Kohlepreisen lohnen, was angeblich zu erwarten ist. Außerdem finden sich unter dem norddeutschen Flach- und Hügelland zahlreiche Salzstöcke, weil das verdunstende Meer der Vorzeit breite Schichten von Kochsalz hinterließ. Dieses Material kann sich unter dem Druck der darüber abgelagerten Sedimente (das "Liegende") merklich verformen und durch seine geringere Dichte langsam naoch oben diffundieren.
Eiszeitliche Landformen des Quartärs
Die gesamte Region Norddeutschlands lag zeitweilig - während der Höhepunkte der vier Eiszeiten der vergangenen Jahrmillion - unter einem dicken Eispanzer. Als er (zuletzt vor 10.000 Jahren) abschmolz, hinterließ er zahlreiche Gruben und Höcker. So entstand zum Beispiel die Mecklenburgische Seenplatte.
Andere Überformungen entstanden durch die gewaltigen Eisströme aus jedem der großen Alpentäler. Der Salzachgletscher hobelte den Boden des Chiemsees aus, und ähnlich entstanden die Seen bei München und im Salzkammergut. Über den großen, teilweise als Becken (siehe oben) entstandenen Ebenen wurden große Mengen an Geschiebe aus den "jungen", noch heftig erodierenden Alpen abgelagert. Außer den Hügeln und der Molasse-Ebene des Alpenvorlandes bildeten sich auch Flussterrasse (etwa bei Passau, Wien und Pressburg), und eiszeitliche Stürme lagerten in ganz Europa und Asien große Lößmengen ab. Diese Geländestufen sind nun eine ideale Basis für den Weinbau.
Resümee und EU
Die großen Ebenen - von denen ein Gutteil aus einsinkenden Becken entstand - sind nicht nur ein guter Boden zur Besiedlung, für die Landwirtschaft und die Industrie, sondern haben auch viele Bodenschätze aufzuweisen.
Die diesbezügliche Kooperation zwischen dem kohlereichen Deutschland und dem mit Erz gesegneten Frankreich gab den Anstoß zur Gründung der Montan-Union und letztlich zur EG bzw. nun EU.
Doch sind unsere fruchtbaren Ebenen - aber auch die Gebirge - erheblichen Gefahren ausgesetzt. Eine davon ist die Verschmutzung des Grundwassers. Die Sediment-Gesteine in geringer Tiefe haben eine Unzahl kleiner Poren, in denen langsam Regen- zu Grundwasser wird. Doch von oben dringt auch eine Menge an Giften ein, und anhaltende Überdüngung würde die Ackerböden und die umliegenden Gewässer kaputt machen.
So ist der Reichtum der Sedimentbecken gleichzeitig ein Segen und eine Herausforderung, ihn nicht zum Fluch werden zu lassen.
Wegen der in den stark besiedelten Beckenlagen festgestellten dicken Sedimentschichten und wegen der alpidischen Gebirgsbildung unterteilt man das Tertiär sehr vielfältig:
- Paläogen mit (und jeweils weitere Unterteilungen nach regional-stratigrafischen Aspekten)
- Neogen ("neu entstanden") mit dem Miozän (vor allem Baden, Sarmat, Pannon) und dem Pliozän, sowie dem Pleistozän und dem Holozän aus dem Quartär (alle Zeitstufen weiter unterteilt).
Siehe auch
- Quartär: Holozän (geologische Gegenwart) und Pleistozän (4 große Eiszeiten und 3 Zwischeneiszeiten)
- Tertiär: Paläozän, Eozän, Oligozän; Miozän, Pliozän.
- Wichtige Miozän-Formationen: Karpat, Badenien, Pannon
- Wichtige Sedimente: Schotter (Kies) und Geröll, Silt, Sand, Tongesteine
- Typischer Beckenuntergrund: Kristallin (Urgebirge), Kalkstein (meist Mesozoikum) sowie Sandstein
- geologische Zeitskala, Leitfossil, Datierung, Paläomagnetik, Sedimentologie, Statigrafie
Kategorie:Geologie
Kategorie:Geomorphologie
Kategorie:Historische Geologie
Kategorie:Bergbau
Kategorie:Geodynamik
Kategorie:Geophysik
Gestein
Als Gestein bezeichnet man eine feste, natürlich auftretende, in der Regel mikroskopisch heterogene Vereinigung von Mineralen, Gesteinsbruchstücken, Gläsern oder Rückständen von Organismen mit weitgehend konstantem Mischungsverhältnis dieser Bestandteile zueinander. Der geologische Gesteinsbegriff ist weiter gefasst als der umgangssprachliche und bezieht auch natürlich auftretende Metall-Legierungen, vulkanisches Glas, Eis oder Kohle ein. Die Lehre von den Gesteinen, die Petrologie, ist ein Teilgebiet der Geowissenschaften. Beispiele für verschiedene Gesteinsarten sind in der Liste der Gesteine zu finden.
Die Erde und die inneren Planeten des Sonnensystems bauen sich aus Gesteinen auf, die oft sehr große räumlich zusammenhängende Massen bilden. Insbesondere bauen sich aus ihnen die an der Oberfläche der Erdkruste sichtbaren Gesteinsformationen, die Gebirge, auf, die durch die tektonischen Vorgänge der Gebirgsbildung entstehen.
Gesteine bilden sich hauptsächlich
- durch Erkalten flüssigen Magmas (Magmatite),
- durch Ablagerung von Feststoffen (Sedimentite), zum Beispiel von Sanden, Tonen oder Rückständen abgestorbener Lebewesen, sowie durch Abscheidung aus Lösungen (Salzgesteine),
- durch Umwandlung (Metamorphose) aus anderen Gesteinen, verursacht durch erhöhten Druck und/oder erhöhte Temperatur (Metamorphite).
Eine kleine Anzahl irdischer Gesteine geht auf Meteoriten zurück.
Zusammensetzung und Gefüge
Gesteine bestehen in erster Linie aus Mineralen, von denen aber nur etwa dreißig einen bedeutenden Anteil an der Gesteinsbildung haben. Vor allem sind dies die Silikate wie Olivine, Glimmer, Amphibole, Feldspäte oder Quarz, aber auch Karbonate wie Dolomit oder Kalzit sind wichtige Bestandteile von Gesteinen. Neben diesen Hauptgemengteilen enthalten die meisten Gesteine noch so genannte Nebengemengteile oder Akzessorien.
Als Gefüge eines Gesteins bezeichnet man seine Struktur, die sich aus den Eigenschaften und dem Verhältnis der gesteinsbildenden Minerale zueinander ergibt. Insbesondere die Größe und Form der enthaltenen Kristalle, sowie ihre räumliche Lage und Verteilung im Gestein, machen das Gefüge aus.
Klassifikation
Gesteine können auf verschiedene Weise klassifiziert werden; sehr verbreitet ist die Einteilung nach Entstehung und Herkunft. Demnach unterscheidet man vier Gruppen, magmatische Gesteine (Magmatite), metamorphe Gesteine (Metamorphite), Sedimentgesteine (Sedimentite) und als Sonderfall Meteoriten. In der Geotechnik und zahlreichen verwandten Wissenschaften wie der Bodenkunde unterscheidet man Gesteine grundsätzlich in zwei Gruppen, die Festgesteine und die Lockergesteine.
Magmatische Gesteine
Magmatische Gesteine entstehen durch das Erkalten heißen geschmolzenen Materials aus dem Erdinneren, des so genannten Magmas.
Findet das Erkalten unterirdisch statt, spricht man von Plutoniten oder Intrusivgesteinen. Durch die verhältnismäßig gute Wärmeisolation der aufliegenden Gesteine kühlt sich die Magmaschmelze nur langsam ab, so dass große Mineralkristalle entstehen können. Beispiele für plutonische Gesteine sind Granit oder Gabbro. Das Magma kann riesige Gesteinsmassen, die so genannten Plutone bilden, die oft mehrere Tausend Kubikkilometer Gestein umfassen.
Magma kann jedoch auch in flüssigem Zustand zu Tage treten. An der Erdoberfläche im Kontakt mit Luft erkaltet es schnell und bildet dann die so genannten vulkanischen oder Extrusivgesteine. Durch die rasche Abkühlung kommt es nur zur Bildung sehr kleiner Kristalle wie etwa beim Basalt oder Andesit; oft existiert sogar überhaupt keine kristalline Ordnung, und es entsteht vulkanisches Glas wie beispielsweise Obsidian.
Metamorphe Gesteine entstehen aus älteren Gesteinen beliebigen Typs durch Metamorphose, das heißt durch Umwandlung unter hohem Druck beziehungsweise hoher Temperatur. Bei der Umwandlung ändert sich die Mineralzusammensetzung des Gesteins, weil neue Minerale und Mineralaggregate gebildet werden; der Gesteinschemismus bleibt aber weitgehend gleich. Daneben wird auch das Gesteinsgefüge transformiert. Beispielsweise entsteht aus Quarzsanden durch Rekristallation und die Ausbildung eines feinen Zements zwischen den Kristallkörnern das metamorphe Gestein Quarzit.
Weiträumige Metamorphose von Gesteinen findet meist in großer Tiefe statt, lokale Transformationen können aber auch nahe der Erdoberfläche auftreten, meist in Zusammenhang mit Vulkanismus oder seichten Granitintrusionen. Auch Meteoriteneinschläge führen zu Gesteinsmetamorphosen.
- Regionalmetamorphose steht in Zusammenhang mit Gebirgsbildungen und ist häufig druckbetont. Die damit verbundene Faltung von Gesteinen durch Kompression führt zu Rekristallisation und Einregelung von Mineralen und der Ausbildung einer Schieferung. Ein Beispiel ist die Umwandlung von tonigen Sedimenten in Schiefer.
- Kontaktmetamorphose bezeichnet die Gesteinsumwandlung durch Wärmeeinwirkung aus dem umgebenden Gestein heraus, entweder in lokalem Maßstab durch Aufheizen des Gesteins um kleinere magmatische Gänge herum bis hin zu großen Transformationszonen, sogenannten Aureolen, die sich um große, tiefsitzende plutonische Granit-Intrusionen herum bilden.
Sedimentgesteine
Sedimentgesteine entstehen durch Verwitterung und Erosion von Gesteinen durch Wind (zum Beispiel Löss), Wasser (zum Beispiel Sandstein) oder Eis (zum Beispiel Tillit), die Lösung, den Transport und die nachfolgende Ablagerung ihrer Bestandteile, daneben auch durch biochemisch induzierten Niederschlag (zum Beispiel Kreide) oder durch Verdampfung (zum Beispiel Evaporit). Einzelne Mineralkörner oder Gesteinsfragmente bilden mit der Zeit lose Sedimente. So werden je nach Art der Genese klastische, chemische oder organogene Ablagerunsgesteine unterschieden. Werden diese durch Sedimentation weiteren Materials bedeckt, verdichten sie sich unter zunehmendem Wasserverlust immer mehr, bis durch Neukristallisation und Kompaktifikation aus dem weichen Sediment das harte, spröde Sedimentgestein entstanden ist. Darin werden die einzelnen Mineralkristalle durch eine feinkörnige Grundmasse, die Matrix, zusammengehalten. Diese Veränderungen nach der primären Sedimentation bezeichnet man als Diagenese. Sedimentationsprozesse finden auf der Erdoberfläche seit Milliarden von Jahren statt.
Sedimente lagern sich meist kumulativ in einer Abfolge horizontaler Schichten ab; durch die Reihenfolge der Ablagerung sind von Ausnahmefällen abgesehen höherliegende Schichten jünger als tieferliegende, eine Erkenntnis, die als Superpositionsprinzip oder Lagerungsgesetz auf den dänischen Arzt und Geologen Nicolaus Steno zurückgeht. Nach ihrer Entstehung können Sedimentgesteine starken Kräften unterliegen, infolge derer die ehemals flachen Schichten gefaltet und gekippt werden, so dass die Lage des Gesteins im Raum so stark verändert sein kann, dass die ursprüngliche Schichtfolge lokal umgekehrt ist.
Sedimente lassen sich grob in die terrestrischen Land- und die marinen Meeressedimente unterteilen. Zu ersteren zählt man auch die Ablagerungen in Süßwasserseen oder Flüssen, die aus Sand oder Schlamm entstanden sind, sowie die organischen Pflanzenreste, aus denen die Kohle hervorgegangen ist. Auch Wüstensedimente sowie Ablagerungen von Gletschern werden dieser Gruppe zugeteilt.
Meeressedimente können durch Ablagerung von Erosionsmaterial anderer Gesteine auf dem Meeresgrund, durch von biochemischen Vorgängen verursachte Ausfällung zum Beispiel von Karbonaten und durch Ablagerung anorganischer Skelette von Mikroorganismen wie Kammerlingen (Foraminifa), Coccolithophoriden (Haptophyta), Strahlentierchen (Radiolaria) oder Kieselalgen (Bacillariophyta) entstehen.
Meteorite
Einen Sonderfall unter den Gesteinen bilden die Meteorite, Gesteinskörper aus dem Weltraum. Meteorite sind Überreste der ursprünglichen Materie des Sonnensystems und enthalten zahlreiche Minerale, die sich nicht in anderen Gesteinen irdischen Ursprungs finden lassen. Sie lassen sich nach ihrem Mineralgehalt einteilen in Steinmeteorite, die in erster Linie aus Silikaten wie Olivin oder Pyroxen bestehen, Eisenmeteorite, die sich häufig aus den Eisen-Nickel-Mineralen Kamazit und Taenit zusammensetzen und Stein-Eisen-Meteorite, die einen Mischtyp darstellen. Die Größe von Meteoriten liegt zwischen der von Mikrometeoriten und riesigen, tonnenschweren Gesteinskörpern. Aus Schweden sind mehrere hundert Millionen Jahre alte fossile Meteoriten bekannt.
Irdischen Ursprungs, aber durch Meteoriteneinschläge gebildet sind die Tektite, zentimetergroße Glasobjekte, die durch einschlagbedingtes Schmelzen irdischen Gesteins und darauf folgendes schnelles Abkühlen an der Luft entstehen, und die Impaktite, die durch die starken mechanischen und thermischen Einwirkungen bei einem Meteoriten-Einschlag aus den am Einschlagsort vorhandenen Gesteinen entstehen wie etwa Suevit.
Gesteinskreislauf
Hauptartikel: Kreislauf der Gesteine
Magmatische, metamorphe und Sedimentgesteine werden durch geodynamische Prozesse wie Erosion, Gesteinsmetamorphose oder Sedimentation ineinander umgewandelt.
So unterliegen durch Erosion des Deckgesteins freigelegte metamorphe und magmatische Intrusivgesteine ebenso wie die an der Oberfläche gebildeten Sediment- und magmatischen Extrusivgesteine der Verwitterung und Erosion. In erster Linie durch wind- oder wasserbedingten Transport lagern sich die Verwitterungsbestandteile als Sedimente ab und bilden durch Verdichtung schließlich Sedimentgesteine. Diese wandeln sich wie auch magmatische Intrusivgesteine in großer Tiefe unter hohem Druck und hoher Temperatur in metamorphe Gesteine um. Der Kreislauf schließt sich, wenn diese entweder wieder an die Oberfläche gelangen oder durch weitere Absenkung ins Erdinnere aufgeschmolzen werden und damit das Rohmaterial für die Entstehung magmatischer Gesteine bilden.
Das folgende Diagramm zeigt diese Prozesse in der Übersicht:
center
Bedeutung
Gesteine dienten in der Menschheitsgeschichte als erster Werkstoff zur Herstellung von Werkzeug, den Steingeräten, und sind somit auch der Namensgeber für die älteste kulturhistorische Erdepoche, die Steinzeit. Archäologische Funde aus jener Zeit sind meist Steinartefakte. Steine bilden das älteste feste Baumaterial der menschlichen Kultur und die älteste bekannte überlieferte Schreibunterlage menschlicher Schriftkultur.
Sie sind Grundlage bildlicher Darstellungen in der Kunst, besonders in der Lithografie und als Ausgangsmaterial der Bildhauerei. Schmucksteine, Edelsteine und Halbedelsteine sind als Schmuck beliebt. Lesesteinhaufen und Trockensteinmauern dienten früher als Markierung von Äckern und sind heute wertvolle Biotope. Ein Grenzstein wird zur Abgrenzung von Gebieten verwendet. Fossilien in Form von Versteinerungen zeugen von Lebewesen früherer Äonen, Epochen und Perioden und spielen eine große Rolle für das Studium vergangener Lebensformen, der Evolutionsgeschichte sowie für die Datierung von Gesteinsschichten.
Siehe auch: Liste der Gesteine, Liste der Gesteine nach Genese
Literatur
Vinx, Roland: Gesteinsbestimmung im Gelände. 2005, 452 S., 7 s/w Abb., 364 farb. Abb., 14 s/w Tab. Spektrum Akademischer Verlag. ISBN 3-8274-1513-6
Weblinks
- [http://www.lgd.de/projekt/gesteine/gesteine/index.html Gesteine - Baumaterial unserer Erde]
- Real Video: [http://www.br-online.de/cgi-bin/ravi?v=alpha/centauri/v/&g2=1&f=040107.rm Woher weiß man das Alter von Gesteinen?] (Aus der Fernsehsendung Alpha Centauri)
Kategorie:Petrologie
!
Kategorie:Bergbau
ja:岩石
ms:Batu
th:หิน
Historisch
Begriff Geschichte
Allgemein
Geschichte im allgemeinen Sinn meint die ständige Entwicklung und Anpassung gesellschaftlich organisierter Lebewesen an ihre Umwelt. Im engeren Sinn bezieht sie sich auf die Entwicklung des Menschen und der Menschheit. Auch bei der Erde, bei Natur und Universum sprechen wir von Geschichte, Erdgeschichte, Naturgeschichte. Doch nur ein kleines Teilgebiet dieser Gesamtgeschichte ist Gegenstand der Geschichtswissenschaft. Bei genauer Betrachtung gibt es folgende vier Bereiche zu unterscheiden:
# Die Entstehung des Universums: Sie wird von Astronomen, Astrophysikern, Mathematikern und Philosophen betrachtet. (Urknall, Kosmologie)
# Damit ist die Geschichte der Menschen gemeint, denn hier setzt Entwicklung ein, die nicht nur genetisch und von Ähnlichem, sondern auch kulturell bedi | | |