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Ingrid Betancourt
Ingrid Betancourt Pulecio ( - 25. Dezember 1961 in Bogotá, Kolumbien) ist eine kolumbianische Politikerin, die durch eine noch anhaltende Gefangenschaft als Geisel der FARC-Rebellen bekannt wurde. Die innerstaatlichen Probleme Kolumbiens rückten dadurch vermehrt in das Bewusstsein der Öffentlichkeit.
Betancourt kämpfte gegen die Korruption in Kolumbien. 1994 bis 2002 war sie Abgeordenete im kolumbianischen Parlament. 1997 gründete sie die Partei "Oxígeno Verde" (Grüner Sauerstoff) und kandidierte Anfang 2002 für das Präsidentenamt. Sie hatte jedoch laut Meinungsumfragen bis Ende Februar 2002 jedoch nur wenige Prozent der kolumbianischen Bevölkerung von ihrer Politik überzeugen können.
Am 23. Februar 2002 wurden Ingrid Betancourt und ihre Wahlkampfleiterin Clara Rojas von linksgerichteten Rebellen der FARC entführt, als sie sich in die Nähe des von den Rebellen kontrollierten Gebietes begaben, weil der Präsident ihnen einen vorher zugesagten Überflug absagte.
Am 13. Dezember 2002 nahm ihr Partner Juan Carlos Lecompte den ihr verliehenen Petra-Kelly-Preis entgegen, da Ingrid Betancourt immer noch von den FARC-Rebellen festgehalten wird.
Literatur
- Ingrid Betancourt: Die Wut in meinem Herzen, List Verlag, 2002, ISBN 3-47179-455-7
Weblinks
-
- [http://www.betancourt4free.de/ www.betancourt4free.de]
- [http://www.educweb.org/Ingrid/indexDe.htm www.betancourt.info]
- [http://betancourt.blogg.de Weblog - Ingrid Betancourt, Clara Rojas und den anderen Geiseln in Kolumbien gewidmet]
Betancourt, Ingrid
Betancourt, Ingrid
Betancourt, Ingrid
Betancourt, Ingrid
25. DezemberDer 25. Dezember ist der 359. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 360. in Schaltjahren) - somit bleiben 6 Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
- 800 - Karl der Große wird in Rom von Papst Leo III. zum Kaiser gekrönt. Beginn des Heiligen Römischen Reiches
- 983 - Otto III. wird in Aachen zum deutschen König gekrönt
- 1066 - Wilhelm I., "der Eroberer", wird in der Londoner Westminster Abbey zum König von England gekrönt.
- 1495 - Die Spanier unterwerfen die Guanchen, Ureinwohner der Kanarischen Inseln.
- 1683 - Kara Mustafa, Großwesir im Osmanischen Reich und Oberbefehlshaber bei der gescheiterten Zweiten Belagerung von Wien.
- 1952 - Der Nordwestdeutsche Rundfunk nimmt den regelmäßigen Fernseh-Sendebetrieb auf.
- 1978 - Vietnamesische Truppen marschieren in Kambodscha ein, um Pol Pot zu vertreiben.
- 1991 - Mit der Auflösung der Sowjetunion tritt auch Michail Gorbatschow von seinem Posten als deren Präsident zurück. Gleichzeitig gewinnt Georgien seine staatliche Souveränität.
- 1998 - Kambodscha. Khieu Samphan und Nuon Chea, zwei ehemalige Führer der Roten Khmer ergeben sich.
Kultur
- 1818 - In der Kirche St. Nikolaus in Oberndorf bei Salzburg wird in der Weihnachtsmesse erstmals das Lied: "Stille Nacht, heilige Nacht" von Franz Xaver Gruber gesungen.
- 1902 - Uraufführung der Oper Der unsterbliche Kaschtschej (Orig.: Kaschtschej Bessmertny) von Nikolai Andrejewitsch Rimski-Korsakow an der Solodownikow-Privatoper in Moskau.
- 1927 - Uraufführung der Operette Die blonde Liselott von Eduard Künneke in Altenburg.
- 1953 - Uraufführung der Oper Sevil von Fikrät Ämirov in Baku
- 1978 - Uraufführung der Oper Der Engel von Prag von Cesar Bresgen am Festspielhaus Salzburg
Religion
- 498 - Chlodwig I., König der Merowinger, lässt sich taufen.
Katastrophen
- 1932 - Erdbeben der Stärke 7,6 in Gansu, Volksrepublik China, etwa 70.000 Tote
- 1976 - Bangkok, Thailand. Absturz einer Boeing 707 der Egypt Air beim Landeanflug etwa 2 km vor der Landebahn in ein Industriegebiet. Alle 53 Menschen an Bord starben, ebenfalls 19 Personen aus dem Industriegebiet.
- 1986 - Saudi Arabien. Eine Boeing 737 der Iraqi Airlines mit einer Schießerei an Bord zwischen Entführern und Sicherheitspersonal versucht eine Notlandung. 71 Menschen starben, 36 konnten gerettet werden.
Geboren
- 1424 - Margarethe von Schottland, Tochter von Jakob I. (Schottland), Ehefrau von Ludwig XI. (Frankreich)
- 1564 - Abraham Bloemaert, niederländischer Maler
- 1595 - Johann Konrad Varnbüler, württembergischer Politiker und Diplomat
- 1601 - Ernst I. von Sachsen-Gotha, Sohn von Herzog Johann III. von Sachsen-Weimar
- 1616 - Christian Hofmann von Hofmannswaldau, deutsch-schlesischer Lyriker und Epigrammatiker, Politiker und Diplomat
- 1697 - Marie Anne du Deffand, französische Salondame
- 1700 - Leopold II. (Anhalt-Dessau), Fürst des Kleinstaats Anhalt-Dessau und preußischer General
- 1709 - Julien Offray de La Mettrie, französischer Arzt und Philosoph
- 1711 - Jean Cassanéa de Mondonville, französischer Violinvirtuose und Komponist
- 1720 - Anna Maria Mozart, Mutter von Wolfgang Amadeus Mozart
- 1721 - William Collins (Dichter), englischer Dichter.
- 1728 - Johann Adam Hiller, deutscher Komponist, Musikschriftsteller und Kapellmeister
- 1742 - Charlotte von Stein, Freundin von Johann Wolfgang von Goethe
- 1764 - Ferdinand August von Spiegel, Erzbischof von Köln
- 1771 - Charles Athanasie Walckenaer, französischer Staatsbeamter und Wissenschaftler
- 1785 - Christian Gottlob Wild, Pfarrer und Begründer der Mundartdichtung des Erzgebirges
- 1789 - August von Goethe, Sohn von Johann Wolfgang von Goethe
- 1799 - Manuel Bulnes Prieto, chilenischer Politiker und General
- 1811 - Wilhelm Emmanuel von Ketteler, Bischof von Mainz
- 1812 - Francis de la Porte, comte de Castelnau, französischer Naturforscher und Forschungsreisender
- 1813 - Friedrich Wilhelm Weber, deutscher Epiker
- 1820 - Edouard Imer, französischer Maler
- 1821 - Clara Barton, Gründerin des US-amerikanischen Roten Kreuzes
- 1827 - Friedrich Wilhelm Grimme, deutscher Schriftsteller, Heimatdichter und Botaniker
- 1828 - Felix Prinz zu Salm-Salm, preußischer Major, amerikanischer und mexikanischer Oberst
- 1831 - Johann von Herbeck, österreichischer Dirigent und Komponist
- 1837 - Cosima Wagner, Komponistengattin, Festspielleiterin, Tagebuchschreiberin
- 1840 - Agnes Leclerq Joy, Amerikanerin, Zirkusreiterin, Schauspielerin, Krankenschwester
- 1847 - William Anthony Shinkman, US-amerikanischer Schachproblemkomponist
- 1849 - Nogi Maresuke, General in der kaiserlichen Armee Japans
- 1850 - Wilhelm Viëtor, deutscher Sprachwissenschaftler und Neuphilologe
- 1851 - Hermann Frasch, deutsch-US-amerikanischer Chemiker und Technologe
- 1856 - Hans von Bartels, deutscher Maler
- 1859 - Ludwig von Estorff, General der Infanterie im Deutschen Kaiserreich
- 1863 - Charles Pathe, französischer Filmpionier
- 1864 - Hermann Baum, Anatom
- 1866 - Max Wien, deutscher Physiker
- 1867 - Alfred Kerr, deutscher Schriftsteller, Theaterkritiker und Journalist
- 1867 - Ali Jinnah, Politiker in Britisch-Indien, gilt als Gründer des Staates Pakistan
- 1868 - La Belle Otéro, Revue-Tänzerin, Sängerin
- 1869 - Karl von Collas, Ungar deutscher Abstammung, ungarischer Unter-Staatssekretär
- 1875 - Theodor Innitzer, Erzbischof und Kardinal in Wien
- 1876 - Adolf Otto Reinhold Windaus, deutscher Chemiker
- 1877 - Emil Adamič, slowenischer Komponist
- 1878 - Louis Chevrolet, US-amerikanischer Autobauer
- 1879 - Igo Etrich, österreichischer Pilot und Flugzeugkonstrukteur
- 1881 - Christian Hülsmeyer, deutscher Erfinder des Radars und Unternehmer
- 1881 - John Dill, britischer Feldmarschall
- 1883 - Samuel Hugo Bergman, Philosoph
- 1883 - Walter Friedrich, deutscher Biophysiker
- 1885 - Albert Betz, deutscher Physiker und Pionier der Windkrafttechnik
- 1885 - Hermann Dieckmann, deutscher Politiker
- 1885 - Maria Kühne, deutsche Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus
- 1886 - Franz Rosenzweig, deutscher Historiker und Philosoph
- 1887 - Conrad Hilton, US-amerikanischer Hotelier
- 1888 - Bodewin Keitel, deutscher General
- 1889 - Hermann Conrad, deutscher Heimatforscher
- 1889 - Kid Ory, US-amerikanischer Musiker
- 1890 - Robert Ripley, US-amerikanischer Comiczeichner und Weltreisender
- 1892 - Otto Nebel, deutscher Maler, Dichter und Schauspieler
- 1892 - Rebecca West, irische Schriftstellerin
- 1899 - Humphrey Bogart, US-amerikanischer Filmschauspieler
- 1900 - Antoni Zygmund, US-amerikanischer Mathematiker
- 1900 - Jan Filip, Archäologe
- 1901 - Alice Herzogin von Gloucester, Tante von Königin Elisabeth II.
- 1901 - Eduard Bargheer, Maler
- 1901 - Milada Horáková, tschechoslowakische Frauenrechtlerin
- 1902 - Georg Dertinger, Minister für Auswärtige Angelegenheiten der DDR
- 1902 - Tassilo Tröscher, deutscher Politiker und hessischer Minister
- 1904 - Gerhard Herzberg, deutscher Chemiker und Physiker
- 1905 - Anton Ackermann, SED-Funktionär und Kandidat des Politbüros des ZK der SED
- 1905 - Sergio Guerri, Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- 1906 - Ernst Ruska, deutscher Erfinder des Elektronenmikroskops und Nobelpreisträger
- 1907 - Cab Calloway, US-amerikanischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1909 - Oldřich Nejedlý, tschechoslowakischer Fußballspieler
- 1911 - Louise Bourgeois, französische Malerin und Bildhauerin
- 1913 - Henri Nannen, deutscher Verleger und Publizist
- 1913 - Tony Martin, US-amerikanischer Musiker, Sänger und Schauspieler
- 1915 - Per Hækkerup, dänischer sozialdemokratischer Politiker
- 1916 - Ahmed Ben Bella, algerischer Politiker und ehemaliger Staatschef
- 1918 - Anwar as-Sadat, ägyptischer Staatspräsident und Friedensnobelpreisträger
- 1918 - Dirk Helms, deutscher Freiwirtschaftler
- 1921 - Walter Than, deutscher Tischtennisspieler
- 1923 - René Girard, Sprach- und Literaturwissenschaftler
- 1924 - Alexander Loulakis, Schellackplattensammler
- 1924 - Atal Bihari Vajpayee, indischer Premierminister
- 1924 - Moktar Ould Daddah, ehemaliger Präsident von Mauretanien
- 1924 - Rod Serling, US-amerikanischer Drehbuch-Autor und Produzent
- 1925 - Carlos Castaneda, südamerikanischer Schriftsteller
- 1925 - Jürgen Roland, deutscher Regisseur und Drehbuchautor ("Stahlnetz")
- 1925 - Ossi Reichert, Skirennläuferin, Olympiasiegerin im Riesenslalom
- 1927 - Alan King, Schauspieler
- 1927 - Gerhard Holtz-Baumert, deutscher Schriftsteller
- 1927 - Rudi Georgi, Wirtschaftsfunktionär der DDR
- 1928 - Christian Geissler, deutscher Schriftsteller
- 1928 - Heinrich Poos, deutscher Komponist
- 1929 - Billy Horton, US-amerikanischer Sänger
- 1929 - Chris Kenner, US-amerikanischer Sänger und Songschreiber
- 1931 - Konrad Löw, deutscher Jurist und Politologe
- 1933 - Joachim Meisner, deutscher Kardinal und Erzbischof von Köln
- 1935 - Albín Brunovský, slowakischer Grafiker und Maler
- 1935 - Jonathan Beckwith, US-amerikanischer Biochemiker, Mikrobiologe und Genetiker
- 1935 - Little Richard, US-amerikanischer Sänger
- 1936 - Ismail Merchant, indisch-britischer Filmproduzent
- 1937 - Ernst Röhl, deutscher Satiriker und Kabarettist
- 1937 - Maung Aye, Vize-Staatschef von Myanmar
- 1937 - O'Kelly Isley, US-amerikanische Sängerin
- 1939 - Bob James, US-amerikanischer Komponist und Musiker
- 1940 - Pete Brown, britischer Songschreiber
- 1941 - Don Pullen, US-amerikanischer Jazzpianist
- 1941 - Lex Hixon, US-amerikanischer Poet, Philosoph und spiritueller Lehrer
- 1943 - Hanna Schygulla, deutsche Schauspielerin
- 1943 - Trevor Luvas, australischer Musiker und Sänger
- 1943 - William Bowrey, ehemaliger australischer Tennisspieler
- 1944 - Henry Vestine, US-amerikanischer Musiker
- 1944 - Jairzinho, brasilianischer Fußballspieler und Trainer|-trainer
- 1945 - Hector Ruiz, Präsident und CEO des US-Chipherstellers AMD
- 1945 - Noel Redding, britischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1945 - Rick Berman, US-amerikanischer Filmproduzent
- 1946 - Jimmy Buffett, US-amerikanischer Sänger und Songschreiber
- 1946 - Tina Rainford, deutsche Schlagersängerin
- 1947 - Antje Blumenthal, deutsche Politikerin und MdB
- 1948 - Barbara Mandrell, US-amerikanische Country-Sängerin
- 1948 - Noël Mamère, französischer Politiker
- 1949 - Joe Louis Walker, US-amerikanischer Blues-Gitarrist
- 1949 - Sissy Spacek, US-amerikanische Schauspielerin
- 1950 - Karl Rove, Parteistratege und Spin Doctor
- 1952 - Christine Lehder, deutsche Politikerin
- 1952 - Desireless, französische Sängerin
- 1953 - Jürgen Röber, ehemaliger deutscher Fußballspieler und jetziger Trainer
- 1954 - Annie Lennox, britische Sängerin und Songschreiberin
- 1954 - Robert Campbell, britischer Musiker, Sänger und Songschreiber (UB40)
- 1954 - Steve Wariner, US-amerikanischer Country-Musiker und Songwriter
- 1955 - Ingrid Schmidt, Präsidentin des Bundesarbeitsgerichts
- 1956 - Stefan Grüttner, deutscher Politiker
- 1957 - Shane MacGowan, irischer Musiker
- 1958 - Douglas Wolfsperger, Regisseur
- 1961 - Eva Herzog, Schweizer Politikerin
- 1961 - Ingrid Betancourt, kolumbianische Politikerin
- 1962 - Arnold Jonke, österreichischer Ruderer
- 1962 - Fennesz, österreichischer Musiker
- 1962 - Francis Dunnery, britischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1967 - Jason Thirsk, Ex-Bassist der US-amerikanischen Band Pennywise
- 1968 - Helena Christensen, dänisches Topmodel
- 1971 - Dido Armstrong, britische Popsängerin
- 1972 - Josh Freese, Schlagzeuger
- 1972 - Qu Yunxia, chinesische Leichtathletin und Olympionikin
- 1973 - Nova Meierhenrich, deutsche Moderatorin und Schauspielerin
- 1976 - Armin van Buuren, Trance-DJ und -Produzent
- 1978 - Jasmin Gerat, Schauspielerin
- 1979 - Bettina Rausch, österreichische Politikerin
- 1981 - Mario Santana, argentinischer Fußballnationalspieler
- 1990 - Marie Luise Stahl, deutsche Jung-Schauspielerin
Gestorben
- 1513 - Johann Amerbach, Basler Drucker und Verleger
- 1842 - Friedrich Dionys Weber, böhmischer Komponist
- 1845 - Wilhelm Friedrich Ernst Bach, deutscher Komponist
- 1853 - Joseph von Radowitz, preußischer General, Politiker und Diplomat
- 1861 - Natale Abbadia, italienischer Komponist und Gesangslehrer
- 1862 - Adolph Kullak, deutscher Pianist und Musikschriftsteller
- 1880 - Fridolin Anderwert, schweizer Politiker und Bundesrat
- 1914 - Bernhard Stavenhagen, deutscher Komponist
- 1926 - Yoshihito, 123. Tennō (Kaiser) von Japan
- 1938 - Karel Čapek, tschechischer Schriftsteller
- 1938 - Theodor Fischer, deutscher Architekt und Stadtplaner
- 1954 - Johnny Ace, US-amerikanischer Sänger und Songschreiber
- 1956 - Robert Walser, schweizer Schriftsteller
- 1957 - Käthe Dorsch, deutsche Schauspielerin
- 1961 - Anton Flettner, deutscher Ingenieur und Wissenschaftler
- 1963 - Kazys Viktoras Banaitis, litauischer Komponist
- 1977 - Charlie Chaplin, britischer Filmregisseur und Schauspieler
- 1978 - Alfred Wickenburg, österreichischer Maler und Grafiker
- 1979 - Lee Bowman, US-amerikanischer Schauspieler
- 1983 - Joan Miró, spanischer Künstler (Surrealismus)
- 1986 - Frederick Ledebur, österreichischer Schauspieler
- 1989 - Nicolae Ceauşescu, rumänischer Diktator
- 1989 - Elena Ceauşescu, Ehefrau von Nicoale Ceausescu
- 1991 - Curt Bois, deutscher Schauspieler
- 1993 - Blandine Ebinger, deutsche Sängerin und Schauspielerin
- 1995 - Ferdinand Eckhardt, österreichischer Kunsthistoriker
- 1995 - Emmanuel Lévinas, jüdisch-französischer Philosoph
- 1995 - Dean Martin, US-amerikanischer Entertainer
- 1997 - Giorgio Strehler, italienischer Theaterregisseur
- 2000 - Wilhelm Willms, deutscher Schriftsteller
- 2004 - Gennadi Strekalow, sowjetischer Kosmonaut
Feier- und Gedenktage
- Weihnachten
Siehe auch
- 24. Dezember - 26. Dezember
- 25. November - 25. Januar
- Dezember - Historische Jahrestage - Zeitskala
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Bogotá
Bogotá (vollständiger spanischer Name Santa Fe de Bogotá) ist die Hauptstadt Kolumbiens und des Departamentos Cundinamarca. Mit ihren 7.185.889 Einwohnern in der eigentlichen Stadt und 7.789.222 in der Agglomeration (Stand jeweils 1. Januar 2005), meist Mestizen, ist sie die größte Stadt Kolumbiens und eine der am schnellsten wachsenden Metropolen Südamerikas.
Bogotá bildet das Distrito Capital, das direkt der Zentralregierung untersteht. Die Stadt ist Verkehrsknotenpunkt sowie wichtigstes Wirtschafts- und Kulturzentrum des Landes mit Universitäten, Hochschulen, Museen und Baudenkmälern.
Geografie
Geografische Lage
Kolumbien
Sie liegt in einer fruchtbaren Hochebene der Anden, der Sabana de Bogotá, 2.640 Meter über dem Meeresspiegel, am Fuß der zwei Kordillerenberge Guadalupe und Monserrate. Zu den größten Vororten gehören Bosa, Engativá, Fontibón, Suba, Usaquén und Usmé.
Mehrere Flüsse und Bäche winden sich durch die Stadt, unter anderen der Fluss San Francisco, der sich südwestlich mit dem Fluss Funza (auch bekannt als Fluss Bogotá) vereinigt. Der Fluss Funza ist sowohl für seinen 145 Meter langen Wasserfall, den Tequendama, als auch für seine extreme Verschmutzung bekannt.
Stadtgliederung
Bogotá gliedert sich in 20 Stadtbezirke (unidades administrativas):
1. Usaquén, 2. Chapinero, 3. Santafé, 4. San Cristóbal, 5. Usme, 6. Tunjuelito, 7. Bosa, 8. Kennedy, 9. Fontibón, 10. Engativa, 11. Suba, 12. Barrios Unidos, 13. Teusaquillo, 14. Mártires, 15. Antonio Nariño, 16. Puente Aranda, 17. Candelaria, 18. Rafael Uribe, 19. Ciudad Bolívar, 20. Sumapaz.
Klima
Die Stadt befindet sich in der gemäßigten Klimazone mit einer jährlichen Durchschnittstemperatur von 13,3 Grad Celsius. Da Bogotá nahe am Äquator liegt, gibt es keine großen jahreszeitlichen Unterschiede. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt 804 Millimeter im Mittel. Der meiste Niederschlag fällt in den Monaten April und Oktober mit durchschnittlich 111 bis 124 Millimeter, der wenigste im Januar mit 27 Millimter im Mittel.
Geschichte
Stadtgründung
Klimazone
Bogotá wurde am 6. August 1538 am Ort der Chibcha-Stadt Bacatá („hochgelegenes Feld“) von Gonzalo Jiménez de Quesada offiziell neu gegründet. Er gab ihr den Namen Santa Fe, benannt nach seinem Heimatort Granada (Spanien). Kurz danach wurde „de Bogotá“, abgeleitet vom ursprünglichen indianischen Bacatá, angehängt, so dass der endgültige Name der Stadt Santa Fe de Bogotá lautete.
Im selben Jahr erreichte von Süden her auch eine weitere spanische Expedition unter Sebastian de Benalcazar, dem Neugründer von Quito, und von Osten her ein dritter Zug unter dem Welser-Hauptmann Nikolaus Federmann aus Augsburg das Chibcha-Reich und die Hochebene von Bogotá und beanspruchten Rechte, erhielten von Quesada jedoch nur eine Abfindung und verließen die neugegründete Stadt. Quesada gründete die Stadt dann auch formell und juristisch im April 1539 mit Nikolaus Federmann und Sebastián de Belalcázar.
Kolonialzeit und Republikanische Ära
In der Kolonialzeit war Bogotá die Hauptstadt Neugranadas. Mit Cartagena de Indias war sie die wichtigste Stadt im Territorium des heutigen Kolumbiens. 1803 besuchte Alexander von Humboldt den Biologen José Celestino Mutis in Bogotá.
Unter anderem durch den Einfluss der in der Stadt lebenden einflussreichen Kreolen, entstand dort die kolumbianische Unabhängigkeitsbewegung, die am 20. Juli 1810 die erste Abspaltung von Spanien erreichte. Die Spanier konnten die Territorien wieder erobern; erst 1819 wurde Kolumbien endgültig unabhängig.
Im gleichen Jahr wurde Bogotá die Hauptstadt Großkolumbiens, das sich kurz darauf in die heutigen Länder Ecuador, Kolumbien und Venezuela aufteilte. Die Stadt wurde in den nächsten Jahrzehnten von mehreren Bürgerkriegen heimgesucht. Der einflussreichste Krieg dieser Zeit war der „Guerra de los Mil Dias“ (Krieg der tausend Tage, 1899–1902) zwischen den konservativen und liberalen Parteien.
Die Erste Hälfte des 20. Jahrhunderts
1902
1905 hatte die Stadt 100.000 Einwohner. Im zwanzigsten Jahrhundert wuchs Bogotá nicht nur in Hinsicht auf ihre Bevölkerung, sondern auch in kultureller Hinsicht, so das sie als das „Athen Südamerikas“ bekannt wurde. 1948 wurde in Bogotá die Organisation Amerikanischer Staaten gegründet; dieses Ereignis wurde durch die Ermordung des populären Präsidentschaftskandidaten der Liberalen Partei Jorge Eliécer Gaitán am 9. April 1948 blutig unterbrochen.
Das war der Anlass für den sogenannten Bogotazo, einer mehrere Tage andauernden Welle der Gewalt. Dabei wurde die Stadt durch aufgebrachte Menschenmassen geplündert. Zu dieser Zeit wohnte der spätere kubanische Staatschef Fidel Castro in Bogotá.
Nach dem Bogotazo entwickelte sich die Stadt deutlich anders. Die wohlhabenden Familien, die bis dahin in der Stadtmitte lebten, zogen in andere Stadtteile oder nahe gelegene Orte wie Chapinero, El Chicó, Usaquen, größtenteils im Norden der Stadt.
Die 1950er und 1960er Jahre
Die Militärdiktatur in den 1950er Jahren führte zu einem Ausbau der Stadt Richtung Westen, großteils dadurch, dass der internationale Flughafen „Aeropuerto Internacional El Dorado“ zu dieser Zeit gebaut wurde, und dass die Stadt sich wegen der natürlichen Grenze der Berge nicht mehr weiter Richtung Osten ausdehnen konnte. Einer kurzen Diktatur wurde von einer institutionalisierten Koalition zwischen liberaler und konservativer Partei, des sogenannten „Frente Nacional“ (Nationale Front) besiegelt.
1961 besuchte der nordamerikanische Präsident John Fitzgerald Kennedy die Stadt im Rahmen des Programms „Allianz für den Fortschritt“. Diese hatte zum Ziel, die lateinamerikanischen Mitglieder der Organisation Amerikanischer Staaten den USA näher zu bringen, da diese die sowjetische Einflussnahme in diesen Staaten nicht gerne sah. Aus diesem Besuch entstand eines der größten Stadtteile Bogotás, Ciudad Kennedy, der heutzutage mehr als eine Million Einwohner fasst. Nach dem Bogotazo durchlebte das Land Kolumbien eine Welle der Gewalt nach der anderen. Dies führte dazu, dass die Hauptstadt zur Zufluchtstelle von Vertriebenen wurde. Sie wuchs im 20. Jahrhundert von weniger als einer halben auf mehr als sieben Millionen Einwohner.
Die 1970er und 1980er Jahre
20. Jahrhundert
In den 1970er Jahren wird die Guerillagruppe M-19 ins Leben gerufen, die die Zukunft der Stadt und des Landes mitprägte. Die Regierung entschied sich, die „Casa de Nariño“ zu bauen, dem Sitz des Präsidenten, der ein für die Zeit übliches Beispiel von Luxus inmitten des verarmten Stadtzentrums darstellt. Am 30. April 1984 wurde der Justizminister Rodrigo Lara Bonilla durch die Drogenmafia im Norden der Stadt ermordet. Diese Tat führte zur Konfrontation des Staates mit den Kartellen des Drogenhandels im ganzen Land.
Der 6. November 1985 wurde zum tragischsten Tag in der Geschichte der Stadt seit dem Bogotazo. Die Guerillagruppe M-19 nahm den Justizpalast in Bogotá ein. Die darauf folgenden Auseinandersetzungen und die Wiedereinnahme durch die Staatsmächte kostete mehreren hundert Menschen das Leben. Am 13. November 1985 brach der Vulkan Nevado del Ruiz aus; und seine Schneehaube schmolz durch die Hitze. Dies führte dazu, dass der Fluss Lagunilla aus seinen Ufern trat und die Stadt Armero unter Tonnen von Schlamm verschüttete. Bogotá wurde die neue Heimat für tausende Überlebende, weitere tausende starben.
Die Entwicklung seit 1990
In den 1990er Jahren wurde Bogotá zum Ziel der Drogenkartelle. Es wurden viele Terrorattentate in der Stadt verübt, unter anderen Bomben in Einkaufszentren und dem Hauptgebäude des „DAS“ (des Staatssicherheitsdienstes). Diese Attentate rissen hunderte von Unbeteiligten in den Tod, und der Drogenkrieg wurde intensiver. Dieses Jahrzehnt wurde durch den Tod des Drogenbarons José Gonzalo Rodriguez Gacha, alias der Mexikaner, durch die Sicherheitsdienste des Staates besiegelt.
Nach der Auflösung des M-19 durch dessen Führer Carlos Pizarro León Gomez stellte sich dieser als Präsidentschaftskandidat auf. Er wurde daraufhin während eines Linienflugs ermordet. Die Stadt änderte sich darauf hin unter dem Einfluss der Bürgermeister Jaime Castro, Antanas Mockus und Enrique Peñalosa. Im Jahre 2000 wurde der Bau des TransMilenio gestartet. Im gleichen Jahr wird Antanas Mockus zum zweiten Mal Bürgermeister der Stadt, gefolgt von Eduardo Garzon, der 2003 als erster sozialistischer Bürgermeister Bogotás das Amt antrat.
Einwohnerentwicklung
Bogotá verzeichnet ein rasches Wachstum und an ihren Rändern vergrößern sich ständig die Elendsviertel. Hatte die Stadt 1951 noch 715.000 Einwohner, so hat sich deren Zahl bis 2005 auf 7,1 Millionen verzehnfacht. Die Landflucht der Bevölkerung ist enorm. Um der Verarmung auf dem Land zu entgehen, ziehen viele Bauern in die Hauptstadt, in der Hoffnung, dort einen Arbeitsplatz und bessere Lebensbedingungen vorzufinden.
Etwa 68 Prozent der Einwohner sind Mestizen, 20 Prozent Weiße, rund zehn Prozent Schwarzafrikaner, Mulatten und Zambos, nur noch zwei Prozent Indigenas (Indios). Über 90 Prozent der Bevölkerung ist katholisch und etwa 30 Prozent sind Analphabeten.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bei allen Angaben handelt es sich um Schätzungen nationaler Institute und Statistikämter sowie um Volkszählungsergebnisse. Die Einwohnerzahlen beziehen sich auf die eigentliche Stadt ohne den Vorortgürtel.
Indigenas
Politik
Indigenas]
In Bogotá gewann bei den Kommunalwahlen am 26. Oktober 2003 der Kandidat der linken Sammelbewegung „Unabhängiger Demokratischer Pol“ („Polo Democratico Independiente“, PDI), Luis Eduardo Garzón – auch bekannt als „Lucho“ – das Amt des Bürgermeisters und erhält somit für vier Jahre den zweitwichtigsten Posten in der kolumbianischen Politik.
Luis Eduardo Garzón ist ein früherer Aktivist der Ölarbeitergewerkschaft und Mitbegründer des PDI. Er erreichte rund 47 Prozent der Stimmen gegenüber etwa 40 Prozent des Journalisten Juan Lozano, der Kandidat des Präsidenten Álvaro Uribe Vélez. Garzón übernahm das Amt am 1. Januar 2004 von seinem Vorgänger Antanas Mockus Sivickas, der von 1995 bis 1996 sowie zwischen 2001 und 2003 Bürgermeister von Bogotá war.
Mockus Regierung bestand aus Akademikern und nicht aus Politikern in den wichtigsten Posten. Er schaffte es, die Finanzen der Hauptstadt zu sanieren, indem er Mittel erst dann freigab, wenn sie bereitgestellt waren. Obwohl viele seiner Methoden unpopulär waren, wie zum Beispiel die Kraftstoffbesteuerung, gewann er die Bürger für sich.
Er reduzierte die Todesfallstatistik durch das Verbot von pyrotechnischen Mitteln und vor allem aber der Einführung seiner populärsten Regelung, des Sozialprojektes La hora zanahoria. Im Ausland wurde er durch die Maßnahme, Autofahrer mittels Pantomimen zur Einhaltung der Straßenverkehrsordnung zu erziehen, berühmt. Durch seine erfolgreiche, freiwillige Kampagne zur Einsparung von Wasser bewies er die Effizienz seiner pädagogischen Methoden angewandt auf die Massen.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
Neben dem Nationalmuseum und dem „Museo de Arte Colonial“ gehört das 1938 eröffnete „Museo de Oro“ zu den wichtigsten Museen der Stadt. Es beherbergt mit 38.000 Exponaten die weltweit wichtigste Sammlung präkolumbianischer Goldkunstwerke. In einem 360-Grad-Schaufenster sind in künstliche Landschaften mehrere Tausend goldene Sonnen, Pflanzen und Tierfiguren eingebettet, die im Dunkeln leuchten. Viele der Exponate stammen von der sogenannten „Eldorado-Lagune“ von Guatavita. Dort fanden die Konquistadoren im Jahre 1560 zahlreiche Tierarten aus Gold: Affen, Fische, Kröten und auch einen Caiman.
Interessant ist auch das Museum im Kloster von Santa Clara. Die zwischen 1619 und 1630 im Stil der Spätrenaissance erbaute alte Kirche der Klarissen ist zwar außen ein fast schmuckloser Bau, im einschiffigen Innern aber mit einer üppig barocken Pracht ausgestattet: vergoldete Hochaltäre, Gemälde der einheimischen Barockmaler Baltazar de Figueroa (1580–1667) und Gregorio Vázquez de Arce y Ceballos (1638–1711) und darüber eine gewölbte Decke aus leuchtenden Blattgoldornamenten.
Bauwerke
1711
Bogotá ist traditionell ein wichtiges Zentrum für Kunst und Kultur im nördlichen Südamerika.
La Candelaria, die Altstadt Bogotás, mit ihren historischen Gebäuden und Plätzen, ist von historischem, kulturellem und touristischem Wert. Um den „Plaza Bolívar“ sind viele öffentliche Gebäude sowie Kirchen angesiedelt. Das kulturelle Leben wurde von drei großen katholischen Orden – den Dominikanern, Franziskanern und den Jesuiten – entscheidend geprägt. Diese drei Orden prägten auch die städtische Architektur, indem sie zahlreiche Kirchen und Klöster bauten.
Der monumentale Plaza Bolívar wird von drei großen Gebäudekomplexen dominiert: der 1823 vollendeten klassizistischen Kathedrale mit der angeschlossenen „Capilla del Sagrario“; dem „Capitolio Nacional“ mit einer mächtigen Säulenhalle und der „Alcaldía de Bogotá“. Beide Paläste sind im Stil des Klassizismus erbaut, von denen letzterer einen deutlichen französischen Einfluss zeigt. Auf dem in der Nähe gelegenen Monserrate-Hügel befindet sich der Schrein von Monserrate.
Der Betonbau des Justizpalasts, der die Nordseite der Plaza Bolívar einnimmt, erinnert daran, dass sich dort 1985 dramatische Szenen abspielten. Denn der frühere Justizpalast war in einer spektakulären Aktion von Guerilleros besetzt worden, die sich dort mit mehreren Geiseln verschanzten, worauf der Palast so zerschossen wurde, dass ein Neubau an gleicher Stelle errichtet wurde.
Hinter dem Erzbischofspalast an der Calle 10 liegt die barocke Jesuitenkirche San Ignacio. In der Anfang des 17. Jahrhunderts nach Plänen des Architekten Juan Bautista Colochini erbauten Kirche befindet sich ein mit verschiedenen Fresken und vergoldeten Altären ausgestatteter dreischiffiger Innenraum. In den Räumen des nahegelegenen Jesuitenklosters ist heute das „Museo de Arte Colonial“ eingerichtet worden. Sehenswert sind auch die 1594 fertiggestellte Kirche San Francisco.
Sie wurde in einem typischen gemischten Sevillaner Stil zwischen Mudéjar und Renaissance errichtet und später barockisiert. Innen befindet sich der 1622 erbaute halbkreisförmige Hochaltar, der den ganzen Chor einnimmt und darüber ein holzgeschnitztes Dachgewölbe im Mudéjarstil.
Die Kirche beherbergt mehrere Gemälde des spanischen Barockmalers Francisco de Zurbarán (1598–1664) und des einheimischen Malers Gregorio Vasquez de Arce y Ceballos, einem Schüler des Sohnes von Bartolomé Esteban Murillo (1617–1682), der nach Bogotá auswanderte.
In Zipaquirá befindet sich eine einzigartige unterirdische Salz-Kathedrale, die zu den größten der Welt gehört. Die Salzkathedrale gehört zu den größten religiösen Bauwerken der Welt: Sie ist dreischiffig, 120 Meter lang und über rund 8.500 Quadratmetern Fläche wölben sich ihre in den salzhaltigen Felsen gesprengten Kuppeln. Im Innern der Höhlenkirche ist alles aus Salzkristall gemeißelt: zahlreiche monumentale Kreuze, zierliche Engel und einige Madonnenstatuen – alles aus Salz. Neben der Hauptkathedrale befinden sich kleine Kapellen und eine Kreuzweg (Via Crucis), dessen 14 Stationen durch eine Anzahl labyrinthartiger Tunnel miteinander verbunden sind.
Parks
Zipaquirá
Sehenswert sind der Simón-Bolívar-Park (Parque Metropolitano Simón Bolívar), einer der größten städtischen Parks der Welt, der Botanische Garten (Jardín Botánico) mit dem Sitz des Sportministeriums Coldeportes und der Nationalpark (Parque Nacional), Ort zahlreicher kultureller Veranstaltungen.
Im „El Tunal“-Park werden jeden Sommer Festivals der lateinamerikanischen Rockmusik veranstaltet und im Parque del Chicó befindet sich ein im kolonialen Stil erbautes Museum. Weitere bedeutende Parks in Bogotá sind der Parque Sauzalito, der Parque La Florida, der Parque San Andrés, der Parque Tunal, der Parque Timiza und der Parque Tercer Milenio.
Außerhalb der Stadt einen Besuch wert sind die Tequendama-Wasserfälle, die durch eine Felsschlucht hindurch in den 145 Meter darunter liegenden Dschungel der Anden herabstürzen. Etwa 30 Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums liegt die Lagune von Guatavita.
Der Ort war früher ein Zentrum religiöser Zeremonien der Muisca-Indianer, bei denen Gold im Mittelpunkt stand und die nach der Überlieferung den Ursprung der Legende von „Eldorado“ bildeten. So wurden verschiedene Goldgegenstände und Edelsteine dem Sonnengott im dortigen Bergsee geopfert. Die spanischen Konquistadoren haben 1560 versucht, den See trocken zu legen und einen V-förmigen Eingang in den Kraterrand geschlagen. Dem Versuch war allerdings kein Erfolg beschieden.
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaft
1560
Wichtige Industriezweige sind Druck- und Verlagswesen, Textil-, Lebensmittel-, Metall-, Maschinenbau- und Elektroindustrie. Zahlreiche Banken und Unternehmen haben ihren Sitz in Bogotá. Die Stadt beherbergt ungefähr 100.000 Einzelunternehmen in allen Sektoren. Jedes Jahr fließen circa 4.000 Millionen US-Dollar Auslandskapital als Investitionen in die Stadt. 24 Prozent des nationalen Exportgutes wird in Bogotá produziert. Über 400 multinationale Unternehmen betreiben aktiv Geschäfte in Bogotá. Die Arbeitslosenquote beträgt 17,5 Prozent (Januar bis August 2003).
Der überwiegende Teil der ausländischen Betriebe in Kolumbien hat sich in der Hauptstadt angesiedelt, in denen sie teilweise ein Monopol besitzen. Das hat zu einer starken Konzentration der Industriebetriebe, insbesondere des Managements sowie der Forschungs- und Vertriebsabteilungen in Bogotá geführt. Auch die regionalen Verflechtungen der Industrie werden überwiegend von der Hauptstadt aus bestimmt, so dass der Ballungsraum ein ausgeprägtes Zentrum-Peripherie-Verhältnis aufweist.
Probleme bereiten die sehr hohe Luftverschmutzung durch den Schadstoffausstoß der Industriebetriebe und die Abgase der Kraftfahrzeuge (hohe Ozon- und Kohlenmonoxidwerte) sowie der Verkehrslärm. In der Industrie, die sich im Ballungsgebiet von Bogotá konzentriert, bestehen nur unzureichende Entsorgungs- und Reinigungskapazitäten für Abwasser, Abgas und Abfälle. Vor allem die Bevölkerung in den Slumsiedlungen am Stadtrand ist durch Infektionserkrankungen wie Cholera, Diarrhöe und Typhus gefährdet, die durch unzureichende hygienische Verhältnisse verbreitet werden. Dazu kommen Atemwegs- und Hauterkrankungen aufgrund der giftigen Emissionen der zahlreichen Industriebetriebe und des Autoverkehrs.
Verkehr
Typhus
Zahlreiche Straßen und Eisenbahnlinien, darunter die Panamericana, verbinden die Stadt mit anderen Großstädten. Bogotá ist schachbrettartig aufgeteilt. Die Strassen sind nach „carreras“ und „calles“ nummeriert, wobei einige der großen Umgehungs- und Hauptverkehrsstrassen auch einen Namen tragen. Nahe der Stadt befindet sich der Internationale Flughafen, El Dorado International Airport, der von einer Vielzahl von direkten Linienflügen bedient wird.
In der Stadt existiert kein leistungsfähiges öffentliches Verkehrssystem mit hoher Kapazität, wie eine U-Bahn, Hochbahn oder Straßenbahn, das die Straße entlasten würde, jedoch brachte die Einführung des innovativen Verkehrskonzeptes „TransMilenio“, welches im Jahr 2000 in Angriff genommen wurde und noch immer im Gange ist, ein wenig Ordnung in das für lateinamerikanische Metropolen übliche Verkehrschaos.
Kern des Konzeptes ist ein Bussystem, das letztlich wie eine U-Bahn funktioniert: Den Großraumbussen stehen eigene Fahrspuren zur Verfügung und es gibt – im Gegensatz zum sonstigen Busverkehr in Bogotá – klar definierte Haltestellen. Zubringer-Busse verbinden die Außenbezirke Bogotás mit den Transmilenio-Haltestellen. Weitere Teile des TransMilenio-Konzeptes sind ein neu angelegtes Netz von Fahrradwegen, neue Grünanlagen und Fußgängerzonen im Stadtgebiet und der zweimal jährlich stattfindende Tag ohne Auto.
Die erste Pferdestraßenbahn fuhr am 25. Dezember 1884 in Bogotá, die erste elektrische Straßenbahn am 7. März 1910. Der Betrieb wurde am 30. Juni 1951 eingestellt. Trolleybusse verkehrten zwischen dem 12. April 1948 und 15. August 1991 in der Stadt.
Bildung
1991
Bogotá ist das Bildungszentrum des Landes und beheimatet mehrere Universitäten von Rang wie die Xavier Pontifikaluniversität (1622), die Universität Santo Tomás (1580), die Universidad de los Andes, die Universidad del Rosario (1653), die Universität Nacional und viele andere Bildungseinrichtungen und Bibliotheken. Im Palacio de San Carlos wurde von den Jesuiten 1777 die erste öffentliche Bibliothek Amerikas eröffnet.
Die Universidad Nacional de Colombia ist die erste öffentliche und staatliche Universität Kolumbiens. Sie wurde am 22. September 1867 mit sechs Studiengängen gegründet. Zwischen 1903 und 1940 wurden weitere 20 Studiengänge hinzugefügt und 1967 die ersten Master-Studiengänge angeboten; 1986 vergab die Universität ihre ersten Doktortitel.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
- Andrés Pastrana Arango, Kolumbianischer Politiker und Präsident der Republik Kolumbien
- Ingrid Betancourt, kolumbianische Politikerin
- Alfonso Caycedo, spanischer Psychiater und Begründer der Sophrologie
- Luis Concha Córdoba, Erzbischof von Bogotá und Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- Nicolás Gómez Dávila, kolumbianischer Philosoph
- Guillermo Uribe Holguín, Komponist
- Juan Pablo Montoya, Formel 1-Rennfahrer
- Catalina Sandino Moreno, kolumbianische Schauspielerin
- Ernesto Samper Pizano, Staatspräsident der Republik Kolumbien
- Fred Rodriguez, US-amerikanischer Profi-Radrennfahrer
- Antanas Mockus Sivickas, kolumbianischer Philosoph, Mathematiker und Politiker sowie ehemaliger Bürgermeister von Bogotá
- Camilo Torres, kolumbianischer Priester und Befreiungs-Theologe
Literatur
- Ricardo Adrián Vergara Durán: Programme, Konzepte und Strategien der Wohnungs- und Wohnumfeldverbesserung in Unterschichtsvierteln von Santafé de Bogota/Kolumbien. Tectum Verlag 2001, ISBN 3828810896
- Stefan Roggenbuck: Strassenkinder in Lateinamerika. Sozialwissenschaftliche Vergleichsstudie: Bogotá (Kolumbien), Sao Paulo (Brasilien) und Lima (Peru). Verlag Peter Lang 1993, ISBN 3631458940
- Anna I. Streissler: Jugendliche in Bogota. Brandes & Apsel 2001, ISBN 3860992902
Weblinks
- [http://www.bogota.gov.co Offizielle Seite der Stadt Bogotá] (spanisch)
- [http://www.goethe.de/hn/bog/deindex.htm Goethe-Institut Bogotá]
- [http://www.banrep.gov.co/museo Museo del Oro] (englisch und spanisch)
- [http://www.colegioandino.edu.co/willkommen.php Colegio Andino] – Deutsche Schule in Bogotá
Kategorie:Ort in Kolumbien
Kategorie:Hauptstadt in Südamerika
ja:ボゴタ
ko:보고타
FARC
Die FARC, eigentlich F.A.R.C.-E.P. (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia - Ejercito del Pueblo – Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens / Volksarmee), ist eine kolumbianische, marxistisch orientierte Guerillabewegung. Aktiv seit 1964, gehört sie zu den ältesten noch aktiven lateinamerikanischen Guerillaorganisationen.
Anfänge
Ursprünglich war die FARC der militärische Arm der PCC (Partido Comunista Colombiano/Kommunistische Partei Kolumbiens), welche den politischen Kampf gegenüber dem militärischen favorisierte und somit die FARC eher Selbstverteidigungscharakter hatte. Dies änderte sich erst Anfang der 1990er Jahre u.a. mit der zunehmenden Bedeutungslosigkeit linker Parteien und dem verschärften militärischen Vorgehens seitens der Armee (z.B. der Angriff auf das Generalsekretariat der FARC im Dezember 1990).
Heutige Form
Die FARC wird von Manuel Marulanda und weiteren Befehlshabern kommandiert, darunter José Briceño alias Mono Jojoy, Tomás Medina Caracas alias Negro Acacio und Leon Saenz Vargas alias Alfonso Cano. Die Truppenstärke wird auf 10.000 - 30.000 Mann unter Waffen geschätzt, wobei der Frauenanteil bei circa 40% liegen dürfte.
Die FARC führt den Bürgerkrieg gegen den kolumbianischen Staat sowohl mit Guerilla-Methoden Terror als auch im konventionellen Kampf. Circa 35% des Landes befinden sich unter der Kontrolle der FARC, in den betroffenen Gebieten besitzt sie weitgehende Bewegungsfreiheit und bestimmen die lokale Gesetzgebung.
Die FARC finanziert sich hauptsächlich aus Lösegeldzahlungen und den Erlösen aus dem internationalen Drogenhandel. Die Einnahmen werden auf jährlich über 300 Millionen US-Dollar geschätzt, andere Quellen gehen von bis zu 980 Millionen US-Dollar aus. Im Jahr 2000 hat die FARC die Praxis der Erpressung im „Gesetz 002“ festgehalten, wonach jeder Kolumbianer mit einem Vermögen von über einer Million Dollar eine „Revolutionssteuer“ von zehn Prozent zahlen muss.
Sie sieht die Entführungen als Druckmittel, wie etwa bei dem bekannten Entführungsopfer Ingrid Betancourt (Präsidentschaftskandidatin) im Februar 2002.
Ähnlich lukrativ ist der Drogenhandel. Kolumbien produziert rund 70 Prozent des weltweit konsumierten Kokains und versorgt etwa drei Viertel des Heroinmarktes der USA. Die Drogenanbaufläche hat sich in den 1990er Jahren auf rund 120.000 Hektar versechsfacht.
Die permanenten Verstöße der FARC gegen das Internationale Völkerrecht sind seit Jahren bekannt und belegt. Selektive Morde und Massaker an Zivilisten, Geiselnahmen, direkte Gewalt, Verletzungen der Menschenrechte und ihr autoritärer, militärischer Regierungsstil in der von ihnen verwalteten Enklave stehen im krassen Widerspruch zu ihrem demokratischen Anspruch. In Kolumbien ereignen sich fast die Hälfte aller weltweit registrierten Geiselnahmen. Berüchtigt sind die „pescas milagrosas“, die „wundersamen Fischzüge“, bei denen künstlich Straßensperren errichtet werden, um potenzielle Entführungsopfer abzupassen.
Ideologische Absichten sind hinter dem Ziel eines unbarmherzigen Krieges zurückgewichen, welcher mittlerweile zum Selbstzweck geworden ist.
Ziele
1993 stellte die FARC im Rahmen der Plattform für eine Regierung der des Wiederaufbaus und der nationalen Aussöhnung folgenden Zehnpunkteplan auf, der als Gesprächsgrundlage mit der Regierung dient :
# Die Lösung des Konflikts mit politischen Mitteln.
# Die Armee darf keine innenpolitische Funktionen wahrnehmen.
# Die Durchsetzung der Gewaltenteilung zwischen Justiz und Politik, Pressefreiheit und demokratische Mitbestimmungsmöglichkeiten auf allen Ebenen.
# Stärkung des internen Konsums, Schutz der einheimischen Industrien vor ausländischer Konkurrenz sowie staatliche Kontrolle über den Energiesektor.
# Verwendung von 50% des Staatshaushaltes für Sozialausgaben und 10% für die Förderung der Wissenschaften.
# Einführung eines progressiven Steuersystems.
# Entwicklungsprogramme für ländliche Regionen
# Revision der derzeitigen Energiepolitik und Neuverhandlung der Verträge zur Ausbeutung der Bodenschätze mit den multinationalen Unternehmen.
# Der Aufbau souveräner, auf dem Recht auf Selbstbestimmung basierender Beziehungen zu allen Ländern der Welt.
# Nicht-militärische Lösung des Drogenproblems.
Kürzliche Entwicklung
Unter dem Präsidenten Andrés Pastrana Arango 1998-2002 kam es zu Friedensverhandlungen mit der FARC. Unter anderem wurde der FARC ein etwa 40.000 km² großes Gebiet zur Verfügung gestellt, die so genannte Zona de despeje, in der die FARC de facto die volle innere Autonomie inne hatte.
Die Regierung von Präsident Pastrana hatte die Forderung der FARC auf die Kontrolle dieses Gebietes erfüllt, um dort Verhandlungen zu ermöglichen. Alle sechs Monate muss das Parlament über die Aufrechterhaltung der Zone in Abhängigkeit von Fortschritten bei den Verhandlungen neu bestimmen
Mit der Forderung drastisch gegen die FARC vorzugehen gewann Pastranas Nachfolger Álvaro Uribe die Wahlen 2002. Er gab also den Verhandlungskurs auf und strebt aktuell eine militärische Lösung des Konflikts an.
Am 21. Februar 2002 hat Kolumbiens neuer Präsident Uribe in einer Fernsehansprache das endgültige Aus für den Friedensprozess erklärt. Die neutrale Zone soll von der Armee wieder besetzt werden.
Am 20. Februar 2005 meldet die Zeitung EL Tiempo, dass der Sprecher des Oberkommandos der FARC, "Raúl Reyes", in einem Rundfunkinterview erklärt habe, die Zeit der Zurückhaltung und der militärischen Regeneration der FARC sei vorbei und man strebe nach wie vor, wie das auch die Angriffe auf militärische Ziele in jüngster Zeit gezeigt hätten, die Machtübernahme im Land an.
Die Europäische Union hat die FARC auf die Liste der Terrororganisationen aufgenommen.
Die FARC lieferte sich am 27. Oktober 2005 um 5 Uhr heftige Kämpfe mit den Paramilitärs der AUC. Starker Regen und Nebel behinderte das erreichen des Militärs nach San José del Palmar in der Provinz Cauca. Bestätigt wurden am Tag darauf aber nur zwei Tote des AUC und sechs Gefangene. Die FARC blockierte Anfang Oktober 2005 den Verkehr der Provinz Arauca, Hauptlieferant des Erdöls in Kolumbien. Auch die Provinz vom Putumayo nahe der Grenze mit Ecuador ist durch eine Bombe an einem Hochspannungsmast durch fehlende Elektrizität in der selben Woche behindert worden.
Siehe auch:
Ejército de Liberación Nacional (ELN)
Literatur
- Raul Zelik, Dario N. Azzellini: Kolumbien - Große Geschäfte, staatlicher Terror und Aufstandsbewegung ISBN 3-929-008-48-3
Weblinks
- http://www.redresistencia.org
- http://www.farc.de (Kritische Seite zum Thema FARC)
- http://www.farcep.org
- http://www.bbc.co.uk/spanish/specials/1441_farc/index.shtml ein BBC Spezial (spanisch) zum 40. Geburtstag der FARC
Kategorie:Kolumbien
ja:コロンビア革命軍
KorruptionKorruption (lat. corrumpere = verderben, entkräften, entstellen, bestechen) ist der Missbrauch einer Vertrauensstellung in einer Funktion in Verwaltung, Wirtschaft oder Politik, um einen materiellen oder immateriellen Vorteil zu erlangen, auf den kein rechtlich begründeter Anspruch besteht. Korruption bezeichnet Bestechung und Bestechlichkeit, Vorteilsannahme und Vorteilsgewährung. In Deutschland sind die Straftatbestände geregelt in den [http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/stgb/BJNR001270871BJNG006603307.html §§ 331 ff. StGB] wenn so genannte Amtsträger betroffen sind und im geschäftlichen Verkehr in den[http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/stgb/ §§ 299, 300 ff StGB].
In einer weiter gefassten Definition bedeutet Korruption auch "moralische Verdorbenheit".
Formen der Korruption
Korruption geschieht
- in aktiver Form (Anbieten, Versprechen und Gewähren eines Vorteils, Bestechung, Schmiergeldzahlung, Ämterkauf, Stimmenkauf).
- in passiver Form (Vorteilsannahme, Bestechlichkeit).
Allerdings fordert der "Vorteilsnehmer" auch oft einen Vorteil ein; wird also von sich aus aktiv. Das kann bis zur Erpressung gehen. Potentielle Auftragnehmer werden vor die Alternative gestellt: Ohne Bakschisch keinen Auftrag.
Da die §§ 331 ff. StGB auch Vorteile umfassen, die Dritten gewährt werden, kann auch das Sponsoring oder die Spendengewährung an öffentliche Körperschaften oder Parteien ein Einfallstor für Korruption sein. Sponsoring und Spenden erfüllen grundsätzlich den objektiven Tatbestand der §§ 331 ff. StGB im Sinne einer Vorteilsgewährung.
Dritter im Sinne der §§ 331 ff. StGB kann auch die eigene Anstellungskörperschaft des Beamten oder Angestellten sein. Ein strafbarer (subjektiver) Tatbestand ergibt sich dann, wenn Sponsoring und Spenden z.B. mit Auftragserteilungen oder Vertragsabschlüssen usw. der empfangenden Verwaltung gekoppelt (Unrechtsvereinbarung) werden.
Hierher gehören, allerdings nicht in strafrechtlicher Hinsicht, die Stellenbesetzungen in Verwaltungen und Betrieben mit öffentlich-rechtlicher Mehrheitsbeteiligung unter parteipolitischen Gesichtspunkten, [http://www.transparency.de/AEmterpatronage.74.0.html?&no_cache=1&sword_list=%C4mterpatronage Ämterpatronage], Nepotismus (Vetternwirtschaft), Klientelismus.
Während der Amtsträger im Falle der Vorteilsannahme den Vorteil für eine rechtmäßige Dienstausübung annimmt, tut er dies bei der Bestechlichkeit für eine konkrete, dienstpflichtwidrige Handlung oder das pflichtwidrige Unterlassen einer gebotenen Diensthandlung.
Wer Amtsträger ist, bestimmt sich nach der Regelung des § 11 I Nr. 2 StGB. Amtsträger sind auch die Mitglieder kommunaler Vertretungskörperschaften (Stadtrat, Gemeinderat), da sie Verwaltungsaufgaben wahrnehmen.
"Legale" Korruption
Wenig beachtet wird die Tatsache, dass das Grundmerkmal der Korruption, nämlich die persönliche Vorteilsnahme und Bereicherung aufgrund einer Vertrauensstellung in einer Funktion in Verwaltung, Wirtschaft oder Politik, durchaus einem absolut gesetzmäßigen Vorgehen anhaften kann. Dann nämlich, wenn die an sich korrupte persönliche Begünstigung vorsorglich durch Gesetze oder Verordnungen sanktioniert wird, die durch die Begünstigten selbst aufgrund ihrer politischen Position geschaffen werden. Der Vorwurf der korrupten Vorteilsnahme kann dann leicht mit dem Hinweis darauf, dass ja "alles nach Recht und Gesetz verlaufen" sei, abgeschmettert werden. Einfachstes Beispiel dafür sind die häufig als ungerechtfertigt kritisierten überhöhten Bezüge von Politikern oder Spitzenmanagern. Natürlich können diese nicht durch die Begünstigten allein festgesetzt werden, sondern nur durch Beschlüsse dazu autorisierter Gremien (Parteivorstände, Parlamente, Aufsichtsräte usw.), die sich aber stets aus Personen zusammensetzen, die zumindest hoffen können, selbst auch einmal in den Genuss der beschlossenen Regelung zu kommen, oder als Gruppe unmittelbar daran teilnehmen. Dem Begriff der "legalen Korruption" sollte mehr Augenmerk geschenkt werden.
Internationaler Korruptionsindex
Seit zehn Jahren gibt die nichtstaatliche Organisation (NGO) Transparency International den Internationalen Korruptionsindex heraus, ein Verzeichnis, welches das Ausmaß von Korruption in verschiedenen Staaten mißt.
Auswirkungen von Korruption
Durch die Korruption sind die zu schützenden Grundwerte des Vertrauens der Allgemeinheit in die Sachgerechtigkeit staatlichen Handelns sowie in die Lauterkeit des öffentlichen Verkehrs gefährdet, weshalb sie strafrechtlich sanktioniert werden muss.
Nach Angaben der Weltbank müssen alle Menschen rund 7% ihrer Wirtschaftsleistungen für Korruption erarbeiten.
Weltweit hat sich vor allem die NGO Transparency International dem Kampf gegen Korruption verschrieben.
Nach Meinung einiger Politik-Wissenschaftler hat die Korruption aber auch den Vorteil, dass besonders in den Entwicklungsländern mit Hilfe von Bestechungsgeldern Maßnahmen schneller durchgeführt werden, zum Beispiel Hilfstransporte vor Ort gelassen werden, Gesetze erlassen und verwirklicht werden etc. Das bedeutet, dass mit Hilfe von "Schmiergeldern" vieles "wie geschmiert" läuft. Insgesamt wird Korruption aber eher negativ gesehen, weil sie das Vertrauen der Bürger in den Staat zerstört.
Verwandte Themen
- Korruption in der EU
- Amigo-Affäre
- Kamarilla
- Kölner Klüngel
- Geschmäckle
- Freunderlwirtschaft
- Transparency International
- Finanzskandal
- Verwaltungsethik
- Elf Aquitaine
- Homepage-Affäre (Karl-Heinz Grasser)
- Matthias Lackas, Korruption in der Wehrmacht 1944
Zitat
- Ich zweifle nicht, dass wir an einer reichlichen Dosis Korruption leiden; aber ich zweifle ebensowenig, dass ein Volk, dem sonst nichts fehlt, weiterleben und sogar recht gut gedeihen kann. – José Ortega y Gasset
- "Korruption findet sich ebenso in der Politik, wie in der Verwaltung und der Wirtschaft, aber auch in der Zivilgesellschaft. Die potentiellen Einfallstore sind zahllos." Michael H. Wiehen, Vorsitzender von Transparency International, Deutsches Chapter
- "Bei neun von zehn Unternehmen werden Sie fündig, in mehr oder weniger großem Umfang" Britta Bannenberg, Bielefelder Kriminologie-Professorin über Korruption
Weblinks
- [http://www.wirtschaftsverbrechen.de Business Crime Control e.V.] - Analysen und Hintergründe zum Thema Wirtschaftskriminalität
- [http://www.transparency.de/ Transparency International - die internat. vergleichende nichtstaatliche Organisation]
- [http://www.icgg.org/ Korruptionsindex (Corruption Perception Index) des Internet Center for Corruption Research]
- [http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20625/1.html VW, Infineon, BMW - Korruption als Geschäftspolitik]
Kategorie:Politik
Kategorie:Verwaltung
Kategorie:Besondere Strafrechtslehre
ja:汚職
ms:Korupsi
Kolumbien
Kolumbien (spanisch Colombia) ist ein Staat im nördlichen Teil von Südamerika und grenzt an Brasilien, Peru, Ecuador, Venezuela und Panama.
Kolumbien liegt am Pazifischen Ozean und an der Karibik.
Geografie
Kolumbien liegt im Nordwesten Südamerikas und grenzt sowohl an den atlantischen (1.600 km Grenzlinie), als auch an den pazifischen Ozean (1.300 km Grenzlinie). Im Südwesten liegen Ecuador und Peru, im Nordosten Venezuela und im Südosten Brasilien.
Die westliche Hälfte Kolumbiens wird von den Anden dominiert, die in drei große Bergketten geteilt sind: die westliche, die zentrale und die östliche Kordillere. Zwischen den Bergketten fließen die großen, teilweise befahrbaren Flüsse Cauca und Magdalena in den atlantischen Ozean. Die Hochgebirge beherbergen die zum Teil aktiven Vulkane Galeras, Huila, Nevado del Ruiz, Purace, Tolima und Doña Juana. Die höchsten Gipfel sind der Pico Cristóbal Colón sowie der Pico Simón Bolívar, beide jeweils 5.775 m hoch und in der Sierra Nevada de Santa Marta gelegen.
Die östliche Hälfte ist durch dicht bewaldetes Flachland charakterisiert, durch das die Flüsse Putumayo, Yapura, Meta und Guaviare fließen, die entweder im Orinoco oder im Amazonas münden.
Kolumbien hat Küsten sowohl am atlantischen wie am pazifischen Ozean. Die bekanntesten Inseln im Atlantik sind der Archipel von San Andrés und Providencia (770 km nordöstlich von Kolumbien), mit den Inseln San Andrés, Providencia und Santa Catalina. Der karibischen Küste vorgelagert ist die Insel Fuerte und die Archipele von San Bernardo und del Rosario. Im Pazifik liegen die Inseln Malpelo und Gorgona und Gorgonilla.
Je nach Meereshöhe unterscheidet man vier Klimazonen. In den Flachländern (Llanos) herrscht tropisches Klima über 24° C, zwischen 1.000 und 2.000 m gemäßigtes Klima (17-24° C), zwischen 2.000 und 3.000 m kaltes (12-17° C) und in den Bergregionen (Páramos) ab 3.000 m Höhe hochalpines Gletscherklima (unter 12° C).
Kolumbiens größte Städte sind die Hauptstadt Santa Fé de Bogotá, Medellín, Cali, Cartagena de Indias, Barranquilla, Ibagué, Manizales, Pasto, Cúcuta und Bucaramanga.
Siehe auch: Städte in Kolumbien
Umwelt
Kolumbiens Lage mit unterschiedlichen Höhenstufen und Klimazonen, die den Übergang und Kontakt zwischen Amazonas und Anden einschliessen, heterogene Bodenbedingungen bedingen eine große Biodiversität mit einer hohen Anzahl endemischer Arten. Kolumbien ist eines der Länder mit der größten Artenvielfalt pro Gebietseinheit weltweit: Mit nur 0,7 % Anteil an der weltweiten Festlandsmasse vereinigt das Land 10% aller Tier- und Pflanzenarten des Planeten auf seinem Staatsgebiet. Obwohl Kolumbien den Schutz seiner natürlichen Ressourcen bereits seit den 70er Jahren vorantreibt, haben neben natürlichen Umweltkatastrophen (häufig entweder bedingt durch extreme Trocken- oder Regenzeiten) vor allem das dynamische soziale und wirtschaftliche Wachstum und die bürgerkriegsartigen Auseinandersetzungen in den letzten Jahrzehnten erhebliche Umweltschäden mit sich gebracht.
Mit der Verfassung von 1991 hat sich das Land nun explizit der Erreichung einer nachhaltigen Entwicklung verschrieben; etwa 60 Verfassungsartikel beziehen sich direkt oder indirekt auf die Umwelt. Den normativen Rahmen für die Ausgestaltung dieser Vorgaben bildet das Gesetz 99 von 1993, durch das ein Umweltministerium als Bestandteil des Nationalen Umweltsystems (Sistema Nacional Ambiental, kurz SINA) geschaffen wurde. Zum SINA gehören nebem dem Ministerium unter anderem die Regionalentwicklungsbehörden, die mit dem Management der natürlichen Ressourcen und ihrer nachhaltigen Entwicklung beauftragt sind, städtische Umweltplanungsbehörden und -systeme wie das DAMA in Bogotá und der Ecofondo, der Zusammenschluss aller Umwelt-NGOs. Staatliche Umweltpläne sollen zur Erreichung der ehrgeizigen Ziele beitragen. Allerdings werden den Regionalentwicklungsbehörden unter anderem überhöhte Betriebskosten, fehlende Investitionen in Umweltprogramme und die Aufgabe wieder aufgeforsteter Gebiete vorgeworfen. Diese und andere Mängel sollen deshalb mittels einer weitgreifenden Umweltsektorreform beseitigt werden. Dazu wurde bereits im März 2003 ein Gesetzesvorschlag vorgelegt; darüber hinaus wurde das Umweltministerium im April 2003 zum Ministerio de Ambiente, Vivienda y Desarollo Territorial fusioniert. Derzeit gibt es Bestrebungen, die bereits seit Jahrzehnten bestehende Nationalparkverwaltung (UAESPNN - Unidad Administrativa Especial del Sistema de Parques) umzustrukturieren.
Insgesamt wird die bisherige Umweltpolitik von Präsident Uribe oft als ein Rückschritt hinter bereits erzielte Erfolge bezeichnet, insbesondere, da die Umwelt- und Naturzerstörung als Folge des bewaffneten Konflikts von Jahr zu Jahr steigt.
Klima
Da der Äquator durch Kolumbien läuft, liegt das Land in der tropischen Klimazone. Der Norden, also die Karibikküste, liegt in der subtropischen Zone. In Gebieten unterhalb 550m werden Durchschnittstemperaturen von 25°C bis 30°C gemessen (tropischer Bereich), zwischen 550m und 2300m Jahresmittel von bis zu minimal 18°C (gemäßigter Bereich) erreicht. Zwischen 2300m und 3000m beträgt die Temperatur nur noch 10 - 17°C.
Bogotá, welches in einer Höhe von 2550m über dem Meeresspiegel liegt, hat eine Jahresdurchschnitttempereatur von 13°C. Über 3000m liegt die kaltgemäßigte bis kalte Klimazone mit Temperaturen zwischen - 17,8°C bis +12,8°C.
Jährlich gibt es zwei Regenzeiten (April und Oktober) und zwei Trockenzeiten, die aber nicht extrem ausfallen.
An der Westküste der Anden fällt die größte Menge an Niederschlag. Im südlichen Teil des Landes werden ca. 3000mm Niederschlag pro Jahr und m² gemessen, im Norden bis zu 10.000mm. Einige Orte mit einem Niederschagsvolumen von bis zu 16.000mm im Jahr gehören zu den regenreichsten Gebieten der Erde.
Die östlichen Gebiete werden weniger stark beregnet. Durch den Passatwind sind diese Teile der Karibikküste sehr regenarm (unter 400mm Niederschlagsmenge pro Jahr und m²). Weiterhin ist die Niederschlagsmenge in den Hochtälern und Hochbecken durch die Regenschattenseite nur bei 1000mm angesiedelt.
Bevölkerung
Kolumbien mit einer Bevölkerungszahl von ca. 42,31 Mio. hat auf Grund seiner Geschichte eine sehr diversifizierte Bevölkerungsstruktur. Auf jedem Quadratkilometer leben durchschnittlich 31 Einwohner. 72% der Gesamtbevölkerung leben in den Ballungsgebieten und Städten, hauptsächlich in den Tälern des Río Magdalena und des Río Cauca sowie an der Küste des karibischen Meeres. Allein in Bogota, die Hauptstadt und das Zentrum der Industrie, lebt ca. 1/7 der Bevölkerung. Die Bevölkerung setzt sich aus drei sehr unterschiedlichen Gruppen zusammen: den indigenen Indios, den europäischen, zumeist aus Spanien stammenden Kolonisten und den importierten Sklaven aus afrikanischer Herkunft. Die heutige Demografie des Landes besteht aus einer Mischung dieser Gruppen.
Demografie
Verbindungen zwischen diesen Gruppen waren und sind sehr weit verbreitet. Den größten Anteil an der Bevölkerung stellen mit 60 % die Mestizen, deren Vorfahren Europäer und Indigene waren. Zur hellhäutigen Bevölkerung gehören die Kreolen, Nachfahren der europäischen Kolonisten, die somit die größte Minderheit mit 20 % darstellen. Weiter sind mit 16 % die Mulatten in der kolumbianischen Gesellschaft vertreten, Nachkommen von Europäern und afrikanischen Sklaven. Rein afrikanische Vorfahren haben 4 % der Bevölkerung, 3 % zählen zu den Zambos, die von afrikanischen Sklaven und indigenen Indios abstammen. Im Dorf Palenque de San Basilio existiert die einzige spanischbasierte Kreolsprache in Lateinamerika. Die Menschen dort sind zum größten Teil Nachfahren entlaufener Sklaven und sprechen Palenquero. Heutzutage werden nur noch 1 % als Indigene klassifiziert, unter anderem durch ihre Kultur und Sprache. Dominant ist die römisch-katholische Glaubensrichtung (ca. 90 % der Bevölkerung).
Völkerbewegungen vom Land in die Stadt sind massiv. Stadtbevölkerung ist von einem Anteil von 57 % der Gesamtbevölkerung im Jahre 1951 auf 74 % 1994 gestiegen. Dreißig Städte haben mehr als 100.000 Einwohner. Die östlichen Llanos Kolumbiens, die aus 9 Departamentos bestehen und 54 % der Fläche ausmachen, beherbergen nur 3 % der Bevölkerung und damit eine Dichte von einer Person pro Quadratkilometer.
Siehe auch: Afrokolumbianer
Geschichte
Nach der Entdeckung Mittelamerikas durch spanische Seefahrer entstanden mit Santa Marta (gegr. 1527) und Cartagena de Indias (gegr.1533) die ersten kolonialen Stützpunkte an der kolumbianischen Karibikküste.
Als im Jahr 1537 die ersten spanischen Entdecker unter Gonzalo Jiménez de Quesada in das Andengebiet vordrangen, wurden die Chibcha unterjocht. Die Spanier erbauten einige Siedlungen, die die ehemaligen indianischen Handelszentren ersetzten, so zum Beispiel Santa Fé de Bogotá und Tunja (gegr. beide 1539). Wenig später erfolgte die Gründung einer Provinz, aus der sich das Vizekönigreich Neugranada entwickelte.
Kolumbien ist einer der Staaten, die durch den Zerfall Großkolumbiens im Jahr 1830 entstand (andere sind Ecuador und Venezuela). Bis zum Jahre 1903 gehörte Panama zu Kolumbien.
Kolumbien gehört zu der 1969 gegründeten Andengemeinschaft, die seit 1995 eine Freihandelszone zwischen den Mitgliedsstaaten aufgebaut hat.
Seit Jahrzehnten dauert nun schon der Bürgerkrieg in Kolumbien an. Nach einer Welle von Gewalt und Terror verhängt Präsident Álvaro Uribe Vélez am 12. August 2002 für 90 Tage den Ausnahmezustand.
Der im Jahre 2003 von Präsident Álvaro Uribe begonnene Friedensprozess mit den Paramilitärs droht zu scheitern. Ein Grund dafür ist das spurlose Verschwinden des Gründers der Paramilitärs, Carlos Castaño, ein anderer die Forderung der Paramilitärs, für ihre Taten, einschließlich des Drogenhandels, nicht bestraft und an die USA ausgeliefert zu werden.
Siehe auch: Liste der Präsidenten Kolumbiens
Verwaltungsgliederung
Kolumbien ist in 32 Provinzen untergliedert (Hauptstädte in Klammern):
right
#Amazonas (Leticia)
#Antioquia (Medellín)
#Arauca (Arauca)
#Atlántico (Barranquilla)
#Bolívar (Cartagena de Indias)
#Boyacá (Tunja)
#Caldas (Manizales)
#Caquetá (Florencia)
#Casanare (Yopal)
#Cauca (Popayán)
#Cesar (Valledupar)
#Chocó (Quibdo)
#Córdoba (Monteria)
#Cundinamarca (Bogotá)
#Guainía (Puerto Inirida)
#Guaviare (San José del Guaviare)
#Huila (Neiva)
#La Guajira (Riohacha)
#Magdalena (Santa Marta)
#Meta (Villavicencio)
#Nariño (Pasto)
#Norte de Santander (Cúcuta)
#Putumayo (Mocoa)
#Quindío (Armenia)
#Risaralda (Pereira)
#San Andrés und Providencia (San Andrés)
#Santander (Bucaramanga)
#Sucre (Sincelejo)
#Tolima (Ibagué)
#Valle del Cauca (Cali)
#Vaupés (Mitú)
#Vichada (Puerto Carreño)
Zusätzlich: Bogotá - Distrito Capital
Wirtschaft
Kolumbien ist der größte Produzent zahlreicher Schnittblumenarten. Bei der Produktion von Nelken steht es weltweit an erster, bei Schnittblumen insgesamt an zweiter Stelle. Mit 3.500 verschiedenen Orchideen-Arten hat Kolumbien die größte Vielfalt der Welt. Ebenfalls an erster Stelle steht Kolumbien bei der Produktion von Smaragden und Guadua-Holz. Es ist außerdem der zweitgrößte Kaffee-Produzent der Welt und steht bei der Produktion von Bananen weltweit an dritter Stelle. Bei der Produktion von Kartoffeln ist Kolumbien in Lateinamerika führend.
Das Land ist der zweitgrößte Exporteur landwirtschaftlicher Produkte in die USA. Darüber hinaus ist Kolumbien weltweit der viertgrößte Produzent von Kohle und Nickel und hat außerdem eine sichere Erdölreserve von zwischen 1,54 bis 1,84 Milliarden Barrel.
Ein Teil der kolumbianischen Wirtschaft wird direkt oder indirekt vom Anbau und der Produktion von illegalen Drogen beeinflusst. So bauen Bauern insbesondere Koka, aber auch Schlafmohn an, da sie sich so ein besseres Einkommen versprechen als bei der Produktion von Nahrungsmitteln oder Kaffee; und der Druck der Drogenkartelle ermöglicht es den Kokabauern oft auch nicht, auf legale Waren umzuschwingen.
Hauptexportgüter Kolumbiens sind Kaffee, Bananen, Schnittblumen, Smaragde, exotische Früchte, Textilien, Lederwaren, Lebensmittel, Erdöl und Erdölderivate, Kohle und Kohlederivate, Gold und Zucker.
Politik
Als Präsidialrepublik ist Kolumbien in die Exekutive, Legislative und Judikative aufgeteilt. Das Parlament besteht aus zwei Kammern, dem Kongress (congreso) und dem Senat (senado). Die geltende Verfassung wurde am 5. Juli 1991 nach einem Volksentscheid verabschiedet. Fast alle Ämter, vom Präsidenten bis zum Abgeordneten, werden direkt vom Volk gewählt. Als volljährig gilt jeder ab dem 18. Lebensjahr und nur Mitglieder der Armee und Strafgefangene dürfen nicht wählen. Der Präsident und die Senats- und Kongressabgeordneten werden zu einer Amtszeit von vier Jahren gewählt.
Kolumbien ist Mitglied in der Südamerikanische Staatengemeinschaft, Organisation Amerikanischer Staaten und den Vereinten Nationen. Beitrittsverhandlungen zu Mercosur werden geführt.
Parteien
- Partido Liberal (liberale)
- Partido Conservador Colombiano (konservative)
- Movimiento de Salvación Nacional (konservative)
- Alianza Democrática M-19 (ehemalige M-19 Guerillagruppe)
- Polo Democrático Independiente
- Unión Democrática
- Unión Patriótica (komunistische)
- Partido Comunista de Colombia (komunistische)
- Movimiento Obrero Independiente y Revolucionario
- Partido para Defensa del Folklore Nacional.
- Oxígeno verde
Bildungswesen
In Kolumbien wird die Bildung in vier Stufen aufgeteilt, Vorschule (preescolar), Schule (educación básica), Gymnasium (educación media) und Universität (nivel universitario). Verantwortlich für die Bildung ist das Ministerium de Educación Nacional. Im Durchschnitt sind die staatlichen Bildungseinrichtungen für die Familien günstiger als die in privater Hand. Außerdem werden auch nicht staatlich anerkannte Titel, meist von privaten technischen Schulen, angeboten, die oft die Selbständigkeit des Auszubildenden zum Ziel haben.
Im Vorschulalter werden den Eltern, fast ausschließlich aus dem privaten Sektor, Kindergärten angeboten. Die letzten zwei Jahre vor der Grundschule werden Kinder (4-5 Jahre) und transición (Übergang) (5-6 Jahre) genannt. Von einem Kind in der transición Altersgruppe wird erwartet, dass es schon mit dem Lesen- und Schreibenlernen angefangen hat.
Die Schulzeit eines Kindes begrenzt sich auf neun Jahre, fünf davon in der Grundschule (básica) und vier im Gymnasium (secundaria). Meist nur für Familien, die die nötigen finanziellen Mittel haben, bieten Schulen zwei weitere Jahre der Educación Media, auch Bachillerato genannt, an. Schüler die das Bachillerato machen haben meist zum Ziel die Universität zu besuchen.
Universitäten werden sowohl vom Staat als auch privat betrieben. Technische Abschlüsse werden nach drei Jahren, Graduierte (vergleichbar mit Bachelor) nach vier und Diplome nach fünf Jahren vergeben. Ergänzend werden Master- und Doktortitel, letztere nur durch staatlich anerkannte Institutionen, angeboten. Die bekannteste Universität Kolumbiens ist die Universidad Nacional de Colombia mit Hauptsitz in Bogotá.
Kultur
Siehe auch: Liste berühmter Kolumbianer
Kunst
Kolumbien rühmt eine lange Geschichte der Künste, die bis in die präkolumbischen Zeiten zurückgeht. Bekannt sind aus diesen Zeiten Goldfiguren, Schmuck und Tonarbeiten. In der Hauptstadt Bogotá sind im Goldmuseum viele dieser Stücke zu bewundern. Ein Großteil der Kunststücke ist aber seit der Entdeckung, erst durch die Entdecker und dann durch Grabräuber, verschwunden. Die diversen Volksgruppen stellen weiterhin unterschiedlichste Arten von Kunst her, unter anderem die handgewebten Handtaschen (Mochilas) und Hängematten der Guajiros.
Zu den bekanntesten kolumbianischen Künstlern des 20. Jahrhunderts zählen Enrique Grau, Fernando Botero und Alejandro Obregón. Bekanntester kolumbianischer Schriftsteller ist der Literaturnobelpreisträger Gabriel García Márquez.
Musik
Die traditionelle kolumbianische Musik ist sehr vielfältig. Die Musik der Karibikküste, wo viele Afro-Kolumbianer leben, ist stark von afrikanischen Rhythmen geprägt, wie man es in Stilen wie der Cumbia und dem verwandten, aber melodischeren Vallenato hören kann. Eine neue in dieser Region Kolumbiens entstandene Musikrichtung ist der ebenfalls stark von afrikanischen und karibischen Einflüssen geprägte Champeta. Völlig anders ist dagegen die traditionelle Musik der Andenregion um Bogotá, die eine Mischung spanischer und vorkolumbischer Stilelemente ist und damit der Folkloremusik des Hochlandes von Peru und Ecuador ähnelt. Im Rest des Landes ist die traditionelle Musik vor allem von spanischen und italienischen Einflüssen geprägt.
Salsa ist in Kolumbien, wie auch im Rest Südamerikas ebenfalls sehr beliebt. Berühmte kolumbianische Salsa-Interpreten sind die Grupo Niche, Fruko y sus Tesos und Joe Arroyo. Eine der populärsten Salsa-Tänzerinnen ist Maria del Pilar, die inzwischen zusammen mit ihrem Guitarriero Nico Berdugo auch in Europa bei zahlreichen Auftritten gefeiert wird.
Die bekannteste Musikerin Kolumbiens ist die Sängerin Shakira. Mittlerweile haben es auch der Pop-Sänger Juanes und der Vallenato-Interpret Carlos Vives zu internationaler Berühmtheit gebracht.
In den kolumbianischen Großstädten gibt es seit den 90er Jahren eine ständig wachsende moderne Musikkultur. Trotzdem wächst die Szene weiter. Im Jahr 1994 fand zum ersten Mal das Festival „Rock al parque“ statt, dass mittlerweile das größte kostenlose Rockfestival Lateinamerikas ist.
Sport
Kolumbien ist besonders für Fußball und Radsport international bekannt und seit einigen Jahren durch Juan Pablo Montoya in der Formel 1 vertreten. Bekannteste Tennisspielerin ist Fabiola Zuluaga. 2005 hat die Golfspielerin María Isabel Baena erstmalig einen Titel für Kolumbien bei dem in New Jersey, USA ausgetragenen Match Play-Meisterschaft gewonnen.
Clara Juliana Guerrero ist die weltbeste Kegelspielerin, eine Sportart in der auch u.a. die Geschwister Paola Rocío Gómez Ardila und Jaime Andrés Gómez Ardila das Land vertreten. Berühmte Boxer sind der legendäre Antonio Cervantes "Kid Pambelé", der vier Jahre lang Weltmeister in der Gewichtsklasse 140 Pfund Juniorgewicht der (WBA) war und Miguel "Happy" Lora, der zwischen 1985 und 1989 den Weltmeistertitel in der Gewichtsklasse 118 Pfund Bantamgewicht der ( | | |