:: wikimiki.org ::
| Inkatha Freedom Party |
Inkatha Freedom PartyDie Inkatha Freedom Party (IFP) ist eine politische Partei in Südafrika. Sie wurde 1975 von Mangosuthu Buthelezi gegründet und wird noch immer von ihm geführt. Zur Gründung verwendete der Zulu-Führer Buthelezi die Strukturen einer kulturellen Organisation der Zulu, die bereits seit den 1920er-Jahren bestand. Die Partei entstand im KwaZulu-Homeland. Noch heute sind die Mitglieder der Partei meist Zulu, auch wenn die Partei offen ist für Personen sämtlicher ethnischer Gruppierungen.
Die Inkatha Freedom Party verstand sich als Gegenpartei zum African National Congress (ANC). Sie versuchte hauptsächlich den Kapitalismus und die Apartheid zu stärken. Damit fand Buthelezi auch in Deutschland bei konservativen Parlamentariern Unterstützung.
Als sich 1989 das Ende der Apartheid abzeichnete rief Buthelezi und seine IFP zum Kampf gegen den ANC auf. Die folgenden Unruhen kosteten rund 7.000 Menschen das Leben. Erst als es Nelson Mandela 1994 gelang, Buthelezi in die neue Regierung einzubinden, hörten die Unruhen auf.
Weblinks
- [http://www.ifp.org.za/ Offizielle Website der IFP]
Kategorie:Südafrikanische Partei
Südafrika
Die Republik Südafrika ist ein Staat an der Südspitze Afrikas. Der Nationalfeiertag, Tag der Verfassung (1994), ist der 27. April. Südafrika liegt bei 22 - 35° Süd und 17 - 33° Ost und wird vom Atlantischen und dem Indischen Ozean umschlossen. Das Land grenzt an Namibia, Botswana, Simbabwe, Mosambik und das Swasiland. Lesotho liegt innerhalb der Grenzen Südafrikas.
Geographie
Südafrika hat eine Fläche von 1.219.912 km².
Das Zentralplateau liegt in einer Höhe zwischen 900 und 2.000 Metern. Der zur Küste abfallende Landgürtel mit einer Breite von 20 bis 250 km wird Groot Randkant (Große Randstufe) genannt.
Die Drakensberge durchziehen das Land vom Nordosten bis in die Enklave Lesotho im Südosten, wo sie mit dem Thabana Ntlenyana ihren höchsten Punkt (3.482 m über NN) erreichen. Höchster Berg Südafrikas ist der Njesuthi mit 3.446 m. Nordwestlich von Bloemfontein erstreckt sich die Kalahari-Wüste durch Botswana bis nach Namibia hinein. Am Kaap Agulhas (port.: agulhas = Nadeln), der äußersten Südspitze des Kontinents, treffen sich Atlantik und Indischer Ozean, westlich davon ist das Kap der Guten Hoffnung (Cape of Good Hope oder Kaap van die goeie Hoop).
Die meisten Flüsse Südafrikas entspringen in den Drakensbergen und fließen nach Osten in Richtung Indischer Ozean. Der längste Fluss, der Oranje, mit einer Länge von 1.860 km entspringt auch in den Drakensbergen, fließt aber nach Westen und mündet in den Atlantischen Ozean. Die Augrabiesfälle (Aukoerebis, "Ort des Großen Lärms") des Oranje im Nordwesten des Gordoniadistriktes wurden 1778 von Hendrik Wikar entdeckt, haben eine Breite von ca. 3 km und sind 190 m hoch, davon 146 m im freien Fall. Der Hauptwasserfall ist ca. 150 m breit. Weitere wichtige Flüsse sind der Limpopo, der als Grenzfluss in Nordostrichtung nach ca. 1.600 km in den Indischen Ozean mündet, und der Vaal (1.251 km), ein Nebenfluss des Oranje. Die Wasserstände dieser Flüsse schwanken sehr stark.
Zu Südafrika gehören weiterhin die Prince-Edward-Inseln im südlichen Indischen Ozean. Seine territorialen Ansprüche in der Antarktis und auf die Walfischbucht in Namibia gab Südafrika 1994 auf.
Klima und Vegetation
Das Klima ist durch die Lage am südlichen Wendekreis subtropisch, überwiegend sonnig und trocken. Schnee gibt es im Winter meist nur in den Gebirgen. Die über das Jahr verteilten Niederschläge nehmen von Südosten nach Nordwesten ab, gleichzeitig nehmen die Temperaturen zu.
Durch seine Größe und mehrere Faktoren (Meeresströme, Höhenlage) bedingt, variiert das Klima zwischen den verschiedenen Teilen des Landes:
Das Klima der Westküste ist durch den Benguelastrom aus der Antarktis kühler und trockener. An der Ostküste sorgt der Agulhasstrom aus dem Indischen Ozean für ein eher feuchtes und warmes Klima.
Die Lage auf der Südhalbkugel führt dazu, dass die Jahreszeiten den europäischen entgegengesetzt sind. Im Winter, also zwischen Juni und August, kann in den Drakensbergen, auf dem Highveld und sogar in Johannesburg (1753 m über NN) und Umgebung Schnee liegen, abends und nachts ist es dann sehr kalt. Tagsüber steigen die Temperaturen auf ungefähr 23° C, im Sommer 30° C. Im Boland, der Region um Kapstadt (15 m über NN), herrscht im Winter kühles Klima mit Nieselregen. Von November bis März ist es dort warm bis heiß und trocken. In den Küstengebieten KwaZulu-Natals, u. a. in Durban (5 m über NN) und entlang der Ostküste ist die Luftfeuchtigkeit hoch, es weht jedoch meist ein kühlender Wind vom Meer. Temperaturen hier ganzjährig 25° - 35° C.
Das Plateau im Osten des Landes (Johannesburg eingeschlossen) ist durch warme, aber selten unangenehm heiße Temperaturen gekennzeichnet. In der Karoo-Halbwüste und der Kalahariwüste kommt es dagegen zu extrem hohen Temperaturen.
Am Westkap weht eine ständige, lindernde Brise, die Sommer sind warm und selbst die Winter milde. Die Südküste ist durch ein gemäßigtes Klima charakterisiert.
Es überwiegt eine Trockenvegetation mit ausgedehnten Savannengebieten, die im Westen in die Kalahariwüste und im Südwesten in die Karoo übergehen. Geschlossene Waldbestände finden sich nur im regenstarken Osten und Südosten.
Am Nord- und Westkap wachsen im Frühling prachtvolle Wildblumen. Das Namaqualand (Nord-Kap) ist von Mitte August bis Mitte September ein wahres Blütenmeer.
Die artenreiche Tierwelt wird in Wildschutzgebieten (z. B. dem Kruger-Nationalpark) geschützt.
Siehe auch: Liste der Nationalparks in Südafrika
Liste der Nationalparks in Südafrika
Bevölkerung
Hauptartikel: Bevölkerung Südafrikas
Das Land hat eine kulturell und ethnisch vielfältige Bevölkerung.
Es ist die Heimat verschiedener afrikanischer Völker, von niederländischen, deutschen, französischen, asiatischen und englischen Einwanderern und den sogenannten Coloureds (Farbigen - ein eigentlich rassistischer Ausdruck, der u. a. die Nachfahren der Khoisan, der Sklaven aus dem damals niederländischen Ostindien u. v. a. m. bezeichnet). Der soziale Aufbau ist ebenfalls sehr vielschichtig. Es ist ein multikulturelles Land, obwohl immer noch die Spuren der Apartheid zu finden sind und die Bevölkerungsgruppen häufig getrennt leben.
Südafrika war 2002 zu 58 % urbanisiert, die Bevölkerungsdichte betrug im Jahr 2003 37 Einwohner pro km².
Das Bevölkerungswachstum beträgt 0,8 % pro Jahr, die Kindersterblichkeit 6,9 %.
Es gibt 1.523 Einwohner pro Arzt. Die nutte Alphabetisierung beträgt etwa 85 %.
Die durchschnittliche Lebenserwartung betrug für Frauen ungefähr 46 Jahre, für Männer ein Jahr weniger.
Etwa zwei Drittel der Bevölkerung sind Christen, des weiteren gibt es Anhänger von Stammesreligionen (mehrheitlich Animismus), Muslime (ca. 2 %) und Hindus (1,5 %).
Die Kapprovinzen werden mehrheitlich von Farbigen und Weißen bewohnt.
Es gibt in Südafrika elf Amtssprachen, aus diesem Grund gibt es auch elf verschiedene Bezeichnungen für den Staat Südafrika:
- Afrikaans: Republiek van Suid-Afrika
- Englisch: Republic of South Africa
- isiNdebele: IRiphabliki yeSewula Afrika
- isiXhosa: IRiphabliki yaseMzantsi Afrika
- isiZulu: IRiphabliki yaseNingizimu Afrika
- Nördliches Sotho: Rephaboliki ya Afrika-Borwa
- Sesotho: Rephaboliki ya Afrika Borwa
- Setswana: Rephaboliki ya Aforika Borwa
- Siswati: IRiphabhulikhi yeNingizimu Afrika
- Tshivenda: Riphabuliki ya Afurika Tshipembe
- Xitsonga: Riphabliki ra Afrika Dzonga
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Südafrikas
Siehe auch Transvaal, Südafrikanische Republik und Oranje-Freistaat.
Politik
Hauptartikel: Politische Situation in Südafrika
Politische Situation in Südafrika
Südafrika ist seit 1961 offiziell Republik, die ersten demokratischen Wahlen fanden aber erst nach dem Ende der Apartheid im April 1994 statt. Bis Anfang der 1990er Jahre stand Südafrika unter der Herrschaft der international geächteten Apartheid (der getrennten Entwicklung weißer, schwarzer und farbiger Bevölkerungsgruppen). Eine Wahrheits- und Versöhnungskommission versuchte, diese Zeit aufzubereiten.
Die Legislative besteht aus einem Zweikammerparlament, das sich aus der Nationalversammlung (400 Mitglieder), die nach dem Verhältniswahlrecht gewählt wird, und dem Nationalrat der Provinzen (90 Mitglieder, von denen jede der 9 Provinzen 10 Mitglieder wählt) zusammensetzt.
Der Präsident ist sowohl Staatsoberhaupt als auch Regierungschef und wird alle 5 Jahre durch die Nationalversammlung gewählt. Derzeitiger Staatschef ist Thabo Mbeki, wie sein Vorgänger Nelson Mandela Angehöriger der Partei und ehemaligen Anti-Apartheidsbewegung African National Congress (Afrikanischer Nationalkongress - ANC).
Provinzen
Hauptartikel: Provinzen Südafrikas
Südafrika ist in neun Provinzen unterteilt: Eastern Cape (Ostkap), Free State (Freistaat), Gauteng, KwaZulu-Natal, Limpopo, Mpumalanga, Northern Cape (Nordkap), Nord West (Nordwest) und Western Cape (Westkap).
Infrastruktur
Flugverkehr
Die South African Airways (SAA) bietet internationale Verbindungen von und zu den Flughäfen in Johannesburg und Kapstadt. Auch andere große internationale Fluggesellschaften wie Lufthansa, British Airways, Swiss Int. Air Lines, Air France oder KLM fliegen täglich nach Johannesburg oder Kapstadt. Für Inlandsflüge in Südafrika oder Flüge in afrikanische Nachbarstaaten bestehen viele Angebote von SAA, Comair, Nationwide, Kulula.com, 1Time, Air Namibia etc. Neben Johannesburg und Kapstadt fliegen sie auch kleinere Flughäfen wie George, Durban, Port Elizabeth, Pretoria oder Bloemfontein an.
Bahnverkehr
In Südafrika verkehren auf einem Schienennetz von rund 24.000 Kilometern häufig Passagierzüge zwischen den größeren Städten, aber auch auf Nebenstrecken. Für den Tourismus gibt es etliche wichtige Bahnverbindungen:
- Trans-Oranje-Express: fährt die Strecke Kapstadt / Durban / Kimberley / Bloemfontein wöchentlich in 37 Stunden
- Trans-Natal-Nacht-Express: fährt täglich in 13,5 Stunden von Durban nach Johannesburg
- Blue Train: der Luxuszug verkehrt zwischen Pretoria und Kapstadt, eine Reservierung elf Monate im Voraus ist empfehlenswert
- Rovos Rail: der historische Zug verkehrt zwischen Pretoria und Kapstadt, die dreitägige Fahrt kostet ab 700 Euro
- siehe auch Kapspur
Busverkehr
Internationale Verbindungen stellen die Linien Intercape Mainliner (Windhoek-Kapstadt) und Translux (Harare-Bulawayo-Johannesburg) her. Translux verkehrt wie die Greyhound Coach Lines, die Baz-Busse und Intercape innerhalb Südafrikas. Die Haltestellen sind oft flexibel.
Straßennetz und Autoverkehr
In Südafrika herrscht Linksverkehr.
Südafrika verfügt über ein gut ausgebautes Straßennetz, mit Autobahnen in und zum Teil zwischen den Großstädten, z. B. die N3-Autobahn zwischen Johannesburg und Durban. Die Höchstgeschwindigkeitsgrenze liegt normalerweise bei 120 km/h auf Autobahnen, bei 100 km/h auf Landstraßen und bei 60 km/h innerhalb der Ortschaften.
Es gibt an allen Flughäfen Autoverleihe (z. B. Avis, Hertz, Budget). Der Südafrikanische Automobilclub (AA) bietet Mitgliedern von Automobilclubs aus anderen Staaten kostenlos ihre Hilfe an. Der AA unterhält eine Pannenhilfe und gibt Straßenkarten sowie Wetterberichte heraus.
Da das öffentliche Transportsystem schlecht ausgebaut ist, sind viele Pendler auf Sammeltaxis und Busse angewiesen. Dies erhöht das Verkehrsaufkommen auf den Straßen erheblich.
Fahrradverkehr
Für viele Südafrikaner ist das Fahrrad ein gebräuchliches Verkehrsmittel. Besonders in ländlichen Gegenden sind Fahrräder für die ärmere Bevölkerung oft das einzige erschwingliche private Transportmittel. Angesichts der bisweilen großen Entfernungen, der Topografie und der klimatischen Verhältnisse sind Fahrradfahrer im Straßenbild dennoch insgesamt recht selten anzutreffen.
In den Städten gibt es aber auch viele Hobby- und Sportradler. Sie werden vom Tri-Cycling Magazine informiert. Radwege existieren nur selten.
Die Argus Tour, die im März auf einer 105 Kilometer langen Route auf der Kap-Halbinsel stattfindet, gilt mit 35.000 Teilnehmern als eine der weltgrößten Eintagesradtouren überhaupt.
Wirtschaft
Hauptartikel: Wirtschaft Südafrikas
Südafrika ist ein wohlhabendes Schwellenland und wird von manchen Beobachtern (UN, EU) sogar schon zur Ersten Welt gerechnet. Es ist reich an Bodenschätzen, hat ein gut entwickeltes Finanz- und Rechtssystem sowie eine allgemein gute Infrastruktur (Kommunikations-, Energie- und Transportwesen).
Obwohl die letzten zehn Jahre vom Wachstum geprägt waren, liegt die Arbeitslosenquote bei etwa 42 % (Stand: Januar 2005), und die Nachwirkung der Apartheid, vor allem Armut und wirtschaftliche Benachteiligung der nicht-weißen Bevölkerung, sind noch nicht beseitigt. Weitere Probleme sind die hohe Kriminalitätsrate, die Korruption und HIV/Aids.
Anfang 2000 kündigte Präsident Thabo Mbeki an, das Wirtschaftswachstum und die Investitionen durch die Auflockerung des Arbeitsrechts, die Privatisierung staatlicher Betriebe und die Senkung der Staatsausgaben zu fördern.
Diese Bestrebungen stoßen auf harten Widerstand von Seiten der organisierten Arbeitnehmerschaft.
Die Einführung von Mindestlöhnen führte in Südafrika zu einer vermehrten Entlassung von nicht mehr bezahlbaren Landarbeitern und zu einer entsprechenden Landflucht und Arbeitslosigkeit.
Ein weiteres Problem der südafrikanischen Wirtschaft ist das fehlende Wissen im Verwaltungsbereich. Öffentliche Stellen wurden in den vergangenen Jahren oftmals an verdiente, aber auch leider inkompetente Widerstandskämpfer gegen das Apartheitsregime vergeben. Diese Praxis wird oftmals in den südafrikanischen Medien als Nepotismus bezeichnet.
Der Beitrag der verschiedenen Wirtschaftssektoren zum Bruttosozialprodukt liegt bei 64 % durch den Dienstleistungssektor und 32 % durch die Industrie, wozu heute auch eine entwickelte Autoindustrie zählt. Obwohl nur 4 % des südafrikanischen Bruttosozialprodukts aus der Landwirtschaft stammen, ist das Land der drittgrößte Exporteur von Agrarprodukten in der Welt. Das Bruttosozialprodukt beträgt 115 Mrd. Euro und ist damit das höchste aller afrikanischer Staaten.
Südafrika ist an mehreren regionalen Wirtschafts- und Entwicklungsprojekten beteiligt:
- NEPAD - New Partnership for Africa's Development
- SADC - Südafrikanische Entwicklungsgemeinschaft
Kultur
Film
Die südafrikanische Carmen-Verfilmung "U-Carmen e-Khayelitsha" von Mark Dornford-May erhielt den Goldenen Bären 2005 in Berlin. Hauptdarstellerin: Pauline Malefane [http://www.n-tv.de/5495439.html]
Literatur
Zwei südafrikanische Schriftsteller wurden bereits mit dem Literaturnobelpreis geehrt. Dies war 1991 Nadine Gordimer und 2003 J. M. Coetzee.
Bibliothekswesen
Hauptartikel: Bibliothekswesen in Südafrika
Feiertage
Per Gesetz werden folgende Tage in Südafrika zu Feiertagen erklärt:
- 1. Januar: Neujahr
- 21. März: Tag der Menschenrechte (Human Rights Day). Jahrestag des Massakers von Sharpeville 1960.
- Karfreitag und Ostermontag (Freitag vor und Montag nach dem Ostersonntag)
- 27. April: Freiheitstag (Freedom Day). Jahrestag der ersten demokratischen Wahlen 1994.
- 1. Mai: Tag der Arbeit
- 16. Juni: Tag der Jugend (Youth Day), früher: Soweto-Tag. Jahrestag des Beginns der Rassenunruhen in Soweto 1976.
- 9. August: Tag der Frauen (Women's Day). Jahrestag der Frauen-Demonstration gegen das Pass-Gesetz 1956.
- 24. September: Tag des Erbes (Heritage Day).
- 16. Dezember: Versöhnungstag (Day of Reconciliation). Jahrestag der Schlacht am Blood River 1838 zwischen Buren und Zulu. Dieser Tag war bereits während der Apartheid als "Gelöbnis-Tag" oder "Schwur-Tag" Feiertag, und bekam 1995 seine neue Bedeutung.
- 25./26. Dezember: Weihnachten
Fallen diese Tage auf einen Sonntag, ist der folgende Montag ein Feiertag.
Probleme des Landes
Trotz der Aufwärtstendenz in Südafrika in den letzten 10 Jahren gibt es noch immer sehr große soziale Probleme. So werden Schwarze auch nach dem Ende der Apartheid meist immer noch weitaus schlechter bezahlt als Weiße. Große Teile der Bevölkerung leben in so genannten Townships. Dabei handelt es sich um Wohnviertel, in denen trotz positiver Entwicklung der Lebensstandard auch heute noch sehr niedrig ist. Aids ist trotz der Bemühungen seitens der Regierung weiterhin ein Hauptproblem. Nach wie vor ungelöst ist die enorm hohe Kriminalitätsrate und die Brutalität der Verbrechen, die sich besonders in den großen Städten manifestieren.
Kriminalität in Südafrika
Die Kriminalität in Südafrika ist ein sehr großes Problem. Das Land hat eine der höchsten Verbrechensraten weltweit. Nur in Kolumbien ist die Lage noch drastischer.
In Südafrika gibt es große soziale Unterschiede. Viele Menschen, besonders die Schwarzen, sind oft arm und arbeitslos. Aus diesem Grund muss Südafrika mit einer hohen Kriminalitätsrate kämpfen. Unter dem Apartheidsregime gab es eine brutale Polizeibehörde, die das Problem größtenteils mit nicht zu rechtfertigenden Methoden zu lösen versuchte. Nach dem Übergang der Macht zu den Schwarzen wurde im Polizeiapparat ein Vakuum hinterlassen, das bis heute nicht gestopft werden konnte.
Nach der Kriminalitätsstatistik von 2004 sind 38.400 Frauen und Mädchen vergewaltigt worden und 172.500 Fälle schwerer Körperverletzung registriert. Eine südafrikanische Spezialität ist „Carjacking“ bei der das Auto gewaltsam entführt und der Fahrer, wenn er versuchen sollte, Widerstand zu leisten - aber auch ohne Widerstand, um ihn als Zeugen auszuschalten - häufig erschossen wird. 2004 wurden auf diese Weise 11.500 Autos entführt, weitere 81.900 auf übliche Weise gestohlen und in 142.450 Autos eingebrochen oder die Einbrüche gemeldet.
Townships
Townships dienten während der Apartheid in Südafrika als Wohngegenden für die schwarze, die farbige (Coloureds) oder die indische Bevölkerung. Sie konnten Ausmaße einer ganzen Stadt annehmen. Ein typisches Beispiel ist Soweto (South Western Townships), ein Stadtteil von Johannesburg in der Provinz Gauteng im nordöstlichen Teil des Landes.
Homelands
Als Homelands wurden während der Apartheid die Stammesgebiete der Schwarzen in Südafrika bezeichnet. Die weißen Apartheidsführer nannten die Homelands Bantustan. Sie wollten die Rassentrennung der Apartheid unter dem Motto der "separaten Entwicklung" auch territorial durchsetzen und formell unabhängige Staaten der Schwarzen in Südafrika schaffen, deren Bewohnern (Schein-)Unabhängigkeit zugestanden werden sollte. Die Homelands waren ökonomisch, finanziell und militärisch jedoch vollständig von Südafrika abhängig. De facto stellten sie lediglich vom übrigen Staatsgebiet abgetrennte Reservate dar.
AIDS in Südafrika
Hauptartikel: AIDS in Südafrika
Aids gilt als die "tickende Zeitbombe" Südafrikas. Auf der Website der Südafrikanischen Aidsstiftung (Aids Foundation of South Africa) werden Prognosen zitiert, die besagen, dass innerhalb der nächsten drei Jahre jährlich fast 250.000 Südafrikaner an Aids sterben werden. Diese Zahl soll bis zum Jahr 2008 auf 500.000 jährlich anwachsen.
Deutsche Schulen in Südafrika
- [http://www.dsp.gp.school.za/index.htm Deutsche Schule Pretoria]
- [http://www.hmbschool.co.za/ Deutsche Schule Hermannsburg]
- Deutsche internationale Schule Kapstadt
- [http://www.dsj.co.za/german/index.asp Deutsche internationale Schule Johannesburg]
- [http://www.dsdurban.co.za/ Deutsche Schule Durban]
- Deutsche Schule Kroondal
Tourismus
Der Tourismus hat sich mittlerweile zu einem sehr wichtigen Wirtschaftsfaktor Südafrikas entwickelt.
Sehenswürdigkeiten sind u. a.
- Sun City
- Kruger-Nationalpark und andere [http://www.sanparks.org Nationalparks in Südafrika]
- der 3000 km lange Küstenstreifen
- Kapstadt mit dem Tafelberg und der Kaphalbinsel (Kap der guten Hoffnung)
- Johannesburg, bekannt auch für die Goldminen
- Drakensberge
- Blyde River Canyon
Zurzeit wird der Tourismusanteil vom Bruttosozialprodukt schon auf mehr als 7 % geschätzt. Im Jahre 2002 waren mehr als sechs Millionen Touristen im Lande. Ungefähr 3 % der Angestellten arbeiten in der Branche, bei der man sich weiteren Zuwachs erhofft.
Am 13. Mai 2002 präsentierte der südafrikanische Umwelt- und Tourismusminister Mohammed Valli Moosa Leitlinien für eine verantwortungsvolle Tourismusentwicklung in Südafrika. Damit soll nicht nur der Tourismus im Lande gefördert, sondern vor allem die lokale Bevölkerung in die Planung und Entwicklung des Tourismus einbezogen werden. Besonders die ärmeren Schichten sollen so direkter vom Tourismus profitieren.
Südafrika zählt bereits heute zu einem der attraktivsten Altersruhesitzländer und gilt unter Golfern als heißer Tipp.
Literatur
- Lonely Planet: Mary Fitzpatrick, Rebecca Blond, Gemma Pitcher - South Africa, Lesotho & Swaziland. 6. Auflage - November 2004 - ISBN 1741041627
- Michael Iwanowski: Südafrika. November 2004 - ISBN 3923975082
Weblinks
- [http://www.gov.za/ Offizielle Homepage]
- [http://www.parliament.gov.za Offizielle Homepage des Südafrikanischen Parlamentes]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=162 Länder- und Reiseinformationen des Auswärtigen Amtes zu Südafrika]
- [http://www.afrika-heute.de/ShowC.php?country_nr=197 Südafrika Länderinformationen auf afrika-heute.de]
- [http://www.suedafrika.org Botschaft der Republik Südafrika in Deutschland]
- [http://www.suedafrika-nachrichten.de Aktuelle Nachrichten aus Südafrika]
- [http://www.indexmundi.com/de/sudafrika/ Informationen und Statistiken über Südafrika]
- [http://www.odci.gov/cia/publications/factbook/print/sf.html World Fact Book: South Africa]
- [http://www.columbia.edu/cu/lweb/indiv/africa/cuvl/SAfr.html Umfassende Linksammlung der Virtual Library]
- [http://www.southafrica-infoweb.com/ Deutschsprachiges Südafrika Portal mit Rezepte Verzeichnis, Forum und mehr.]
- [http://www-sul.stanford.edu/depts/ssrg/africa/southjo.html Südafrikanische Zeitungen und Zeitschriften - mit Beschreibung]
- [http://www.polity.org.za/html/people/pics.html Fotos, Flaggen und Symbole - (Photographs, Flags and Symbols)]
- [http://www.capepoint.de/ Kapstadt und die Kapregion, Informationen]
- [http://www.südafrika.info/ Allgemeine Infos über Südafrika in Deutsch mit vielen Infos, Community, Photobereich und Reisetipps.]
- [http://home.arcor.de/sirko.poehlmann/D_S_Roadbook/Reise_Links_und_Tipps/reise_links_und_tipps.html Umfangreiche Linkliste für Südafrika-Reisende]
Sudafrika
ja:南アフリカ共和国
ko:남아프리카 공화국
ms:Afrika Selatan
simple:South Africa
zh-min-nan:Lâm-hui
Mangosuthu ButheleziMangosuthu ("Gatsha") Buthelezi (Ashpenaz Nathan Mangosuthu Gatsha Buthelezi) ( - 27. August 1928 in Mahlabathini, KwaZulu, Südafrika) ist ein südafrikanischer Politiker. Er ist südafrikanischer Innenminister und Vorsitzender der Zulu-Partei Inkatha Freedom Party (IFP), die er 1975 gründete.
Der aus dem Adel der Zulu stammende Buthelezi (bereits sein Vetter war König) studierte an der Universität von Fort Hare Geschichte. Nach dem Abschluss mit dem Grad eines Bachelor of Arts arbeitete er zunächst als Dolmetscher für das Ministerium für Bantuverwaltung. Seit 1957 betrachtet ihn der Buthelezi-Stamm der Zulu als sein Oberhaupt. 1970 wurde er Vorsitzender des Bantu Homeland Zululand, danach Chefminister des nunmehr KwaZulu genannten Gebietes, welches in die Unabhängigkeit entlassen werden sollte.
Zu Beginn seiner Karriere galt Buthelezi als Anhänger der Rassentrennung, von 1976 an lehnte er das Apartheid- und Homeland-Modell gegenüber einer föderativen Regionalisierung in einem südafrikanischen Staat mit der Gleichberechtigung aller Rassen ab. Buthelezi wurde von vielen aufgrund seiner relativ gemäßigten Haltung angegriffen, da er sich als Führer der Inkatha-Bewegung einer Politik der Gewaltlosigkeit im Stile eines Martin Luther Kings bzw. des früheren ANC-Präsidenten Albert John Luthuli verpflichtet fühlte. Man wirft Buthelezi daher Kollaboration mit dem Apartheid-Regime vor.
Weblinks
-
[http://www.southafrica-newyork.net/consulate/profiles/buthelezi.htm Tabellarischer Lebenslauf (Englisch)]
Buthelezi, Mangosuthu
Buthelezi, Mangosuthu
Buthelezi, Mangosuthu
Buthelezi, Mangosuthu
1920er
- Einführung des Rundfunk, Langwelle, Mittelwelle
- Goldene Zwanziger
- 25. Oktober 1929: am schwarzen Freitag kommt es zu drastischen Kursverlusten an der New Yorker Börse. Als Folge darauf stürzt die Welt in die Weltwirtschaftskrise
Übersicht: Hits der 1920er
1920
: Mamie Smith: Crazy Blues
: Charles Harrison: I'll Be With You in Apple Blossom Time
: Jerome Kern: Look for the Silver Lining
: Ted Lewis Jazz Band: When My Baby Smiles at Me
: Ben Selvin: The Charleston
1921
: Ted Snyder: Sheik of Araby
: Vaughn De Leath: I'm Just Wild About Harry
: Paul Whiteman and Orchestra: Song of India
: Van and Schenck: Ain't We Got Fun
1922
: Jazzbos Carolina Serenaders: Chicago (That Toddlin Town)
: Al Jolson: Toot, Toot, Tootsie Goodbye
: Blossom Seeley: Way Down Yonder in New Orleans
: Fats Waller: I Wish I Could Shimmy Like Sister Kate
: Van and Schenck: Carolina in the Morning
1923
: Louis Prima: Yes! We Have No Bananas!
: Ted Snyder: Who's Sorry Now?
: Ray Henderson: That Old Gang of Mine
: Bessie Smith: Down-Hearted Blues
: Bessie Smith: Gulf Coast Blues
1924
: Louis Armstrong & Bessie Smith: St. Louis Blues
: Paul Whiteman and Orchestra: Indian Love Call
: George Gershwin: Fascinatin' Rhythm
: Harry Conick Jr.: It Had To Be You
: Marion Harris: Tea for Two
: Benny Goodman: California Here I Come
1925
: Art Gillham: I'm Sittin' On Top of the World
: Goofus Five: Alabamy Bound
: Eddie Cantor: If You Knew Susie Like I Knew Susie
: Ethel Waters: Sweet Georgia Brown
: Goofus Five: Yes Sir, That's My Baby
: Fats Waller: Squeeze Me
1926
: Al Jolson: Are You Lonesome Tonight
: Duke Ellington: Bye, Bye Blackbird
: Jean Goldkette: Tip Toe Through the Tulips
: Gertrude Lawrence: Someone to Watch Over Me
1927
: Paul Robeson: Old Man River
: Fats Waller: The Digah's Stomp
: Gene Austin: My Blue Heaven
: Henry James Allen Jr.: Swonderful
: Johnny Marvin: Me and My Shadow
1928
: Cliff Edwards: I Can't Give You Anything But Love
: Ben Selvin: You're the Cream in My Coffee
: Eddie Cantor: Makin' Whoopee
: Helen Kane: I Wanna Be Loved by You
1929
: Fred Astaire: Puttin' On the Ritz
: Fats Waller & Douglas Watt: Ain't Misbehavin'
: Cliff Edwards, The Brox Sisters, Charles King, Gus Edwards, Marie Dressler, Bessie Love, Polly Moran: Singin' in the Rain
: Howard Carmichael: Star Dust
1930
: King Oliver's Creole Jazz Band: Boogie Woogie
: Count Basie: I Got Rhythm
: Red Nichols: Embraceable You
: Ted Lewis: Sunny Side of the Street
Persönlichkeiten
- Albert Einstein
- Johannes Heesters
- Lenin
- Erich Ludendorff
- Hans Luther
- Wilhelm Marx
- Benito Mussolini
- Josef Stalin
- Gustav Stresemann
- Kurt Tucholsky
- Auguste Viktoria
- Josef Wirth
ja:1920年代
ko:1920년대
simple:1920s
Homeland
Als Homelands wurden während der Apartheid die Stammesgebiete der Schwarzen in Südafrika bezeichnet. Die weißen Apartheids-Führer nannten die Homelands Bantustan. Sie wollten die Rassentrennung der Apartheid unter dem Motto der „separaten Entwicklung“ auch territorial durchsetzen und formell unabhängige Staaten der Schwarzen in Südafrika schaffen, deren Bewohnern (Schein-)Unabhängigkeit zugestanden werden sollte. Die Homelands waren ökonomisch, finanziell und militärisch jedoch vollständig von Südafrika abhängig. De facto stellten sie lediglich vom übrigen Staatsgebiet abgetrennte Reservate dar.
Die Schaffung von Bantustans lief auf die Isolierung und Aufsplitterung der schwarzen Bevölkerung hinaus. Die Schwarzen, die weiter in Südafrika arbeiteten und deshalb auch in Townships oder in Hostels wohnten, waren plötzlich Fremde in Südafrika. Sie besaßen kein dauerhaftes Wohnrecht mehr. Durch diese Maßnahme wurde zusätzlich versucht, das zahlenmäßige Übergewicht der schwarzen Staatsangehörigen Südafrikas zugunsten der Weißen zu ändern. Diese offensichtliche Heuchelei der weißen Machthaber wurde öffentlich von den Vereinten Nationen angeprangert und führte dazu, dass sich alle Staaten der Welt außer Südafrika weigerten, die Homelands als selbständige Staaten anzuerkennen. Auch die südafrikanische Widerstandsorganisation ANC lehnte die Homelands stets ab.
Es gab zehn Homelands. Das erste Bantustan wurde die Transkei unter Häuptling Kaiser Matanzima, dem Cousin von Nelson Mandela, der ein erbitterter Gegner der Homelands war. Es beherbergte das Volk der Xhosa.
Die Entstehung
Von 1958 bis 1966 war Hendrik Frensch Verwoerd südafrikanischer Premierminister. In seine Amtszeit fiel die Umgestaltung der Reservate in Homelands nach dem Vorbild der in Natal bereits im 19. Jahrhundert üblichen Politik der Native Administration. Verwoerds Ziel war selbständige Bantustans zu realisieren, ohne jedoch die Schwarzen als billige Arbeitskräfte in der weißen Wirtschaft zu verlieren. Diese Politik der Trennung oder Segregation zielte darauf ab, die sozialen Differenzen und ökonomischen Ungleichheiten zu legitimieren.
Mit der Homeland-Politik sollte ein großer Teil der Schwarzen ausgegliedert werden, nicht zuletzt um einen von Schwarzen beherrschten Einheitsstaat zu verhindern. Verwoerd sprach denn auch vom multiracial unitary state. Er entwickelte eine viergleisige Politik, welche die Weißen, Schwarzen, Farbigen und Asiaten parallel nebeneinander fördern sollte. Er verstand diese Politik als Dekolonisationsprozess.
1959 wurde der Bantu Self-Government Act verabschiedet. Damit war die Basis gelegt, um die 42 bisherigen Reservate in acht Homelands zusammenzufassen, indem kleinere Bantu-Gebiete durch Landtausch an größere angeschlossen wurden. Später wurden die Homelands auf zehn aufgestockt. Die Homelands basierten zwar auf linguistischen und kulturellen Unterschieden, konnten den ethnischen Unterschieden jedoch nicht mehr so gut Rechnung tragen wie die Reservate. Die verschiedenen Bantu-Ethnien hatten gerne eine „weiße Pufferzone“, um sich von anderen Gruppen der Bantu abzugrenzen. Diese Zonen gingen durch die Zusammenfassung mehrheitlich verloren.
Jedes Homeland erhielt einen weißen Kommissär, der als offizieller Vertreter der Regierung handelte. Offiziell konnten die Häuptlinge ihre führende Position beibehalten. Tatsächlich waren die meisten von der Regierung als führende Personen der Homelands anerkannten Häuptlinge Nachfolger der alten Häuptlings-Lineage. Neu war einzig, dass sie auf der Gehaltsliste der Regierung standen. Setzten sich die Anführer gegen die Homeland-Politik zur Wehr, so wurde auf ihre traditionelle Position keine Rücksicht genommen. Getreu dem natalschen Vorbild setzte man sie kurzerhand ab und ersetzte sie durch regierungsgetreue Männer.
Verwoerds Ideologie, wie auch diejenigen seiner nationalistischen Nachfolger, hatte vielseitige Folgen. Völlig neu war die Tendenz, die verschiedenen Bantu-Völker nicht als ethnische Einheit anzusehen, wie es bislang der Fall war, sondern als ethnische Gruppen. Eine schwarze Identität sollte vermieden, das Zusammengehörigkeitsgefühl geschwächt werden.
Des Weiteren wurden die Umsiedlungen forciert. Am stärksten davon betroffen waren schwarze Pächter sowie Besitzer von so genannten Black Spots, wobei es sich um Schwarze handelte, die vor dem Natives Land Act von 1913 Grund und Boden außerhalb der späteren Homelands gekauft hatten. Tausende städtische Schwarze wurden in die Homelands deportiert. Insbesondere Alte, Kranke und Schwache, die als unproduktiv galten, waren davon betroffen. Damit externalisierte das Apartheidsystem die Armut von den Städten in die Homelands. Alleine zwischen 1960 und 1970 wurden 400.000 städtische Schwarze in die Homelands verfrachtet. Dementsprechend nahm die Bevölkerung in den Homelands kontinuierlich zu. Teilten sich 1955 noch durchschnittlich 60 Personen eine Quadratmeile, so waren es 1969 mit 110 Personen beinahe doppelt so viele. Die Bevölkerung in den Homelands stieg insgesamt von vier Millionen im Jahre 1960 auf 6,9 Millionen zehn Jahre später. Dafür sank die landwirtschaftliche Produktion in den Homelands innerhalb derselben Zeitspanne auf weniger als zwei Drittel. Die Homelands waren massiv überbevölkert, die landwirtschaftlich bebaubare Fläche nahm wegen der dichteren Besiedlung, der durch Überweidung und durch Abbrennen von Weiden verursachten Erosion sowie durch die starke Konkurrenz der weißen Farmer ab. Die Folge all dieser Faktoren war eine massive Verarmung der Homelands und, auf der Suche nach Arbeit, eine erneute Abwanderung der Bantu, im Wesentlichen der Männer, in die Städte. Die Frauen ihrerseits mussten nun nicht nur den Haushalt führen und die Kinder erziehen, sondern waren zusätzlich noch alleine für die Landwirtschaft verantwortlich.
Die wirtschaftliche Abhängigkeit der Schwarzen von den Städten war denn auch das große Problem der Segregationspolitik. Mindestens die Hälfte der Schwarzen arbeitete außerhalb der Homelands.
Dies war jedoch nicht der einzige Grund, warum die Segregationspolitik auf rege Kritik stieß. Man warf den Verantwortlichen vor, die territoriale Trennung würde lediglich einem kleinen Teil der Schwarzen einen gewissen Nutzen bringen; insbesondere die außerhalb der Homelands lebenden Schwarzen verloren jedoch die letzten Reste ihrer ökonomischen und politischen Rechte, waren aber weiterhin von der Stadt abhängig, da die Homelands nur etwa ein Fünftel der schwarzen Bevölkerung ernähren konnten.
Die zehn Homelands
Die meisten Homelands waren keine zusammenhängenden Gebiete.
Zusammenhängend waren Ciskei, KwaNdebele (Süd-Ndebele) und QwaQwa (Basotho), nicht zusammenhängend die Homelands Transkei, Kwazulu, Gazankulu, Bophuthatswana, Lebowa, Venda und Kangwane.
Unabhängigkeit der Homelands
Durch die Verabschiedung weiterer Gesetze arbeitete das Apartheidsregime darauf hin, die Homelands in die Unabhängigkeit zu entlassen.
Mit dem Bantu Homelands Citizenship Act von 1970 sollten alle Schwarzen Bürger eines Homelands werden, auch diejenigen, die außerhalb davon lebten. Die Bewohner der Homelands hatten somit zwei Staatsbürgerschaften: Eine interne, nämlich diejenige ihres Homelands, sowie eine externe, diejenige von Südafrika. Dank des Bantu Homelands Acts konnte die Regierung ein Jahr später den Homelands verschiedene Stufen der Selbstregierung zuschreiben. Die Schritte zur Selbständigkeit sahen folgendermaßen aus: Zuerst wurde eine gesetzgebende Versammlung als Vorläuferin eines Parlamentes eingerichtet. Dieser Exekutivrat war bevollmächtigt, in bestimmten internen Bereichen Gesetze zu erlassen. In einem zweiten Schritt, nach der Gewährung der internen Selbstregierung wurde der Exekutivrat der Territorialbehörde zu einem Kabinett umgebildet, dem ein Chefminister vorstand. Alle Portfolios, ausgenommen diejenigen der Verteidigung und der äußeren Angelegenheiten, wurden nun dieser Homeland-Regierung übertragen.
Ebenfalls 1970 wurde der Constitution Amendment Act erlassen, wonach der südafrikanische Staatspräsident eine oder mehrere afrikanische Sprachen als offizielle Landessprache anerkennen konnte.
1976 wurde die Transkei als erstes Homeland in die Quasi-Unabhängigkeit entlassen. Ein Jahr später folgte Bophuthatswana, 1979 Venda und 1981 die Ciskei. Man muss deswegen von Quasi-Unabhängigkeit sprechen, weil die Homelands zwar offiziell tatsächlich selbständig, jedoch wirtschaftlich massiv von Südafrika abhängig waren und somit niemals eigenständig wirken konnten. Etwa drei Viertel sämtlicher Einnahmen der Homelands stammten aus der Regierungskasse von Südafrika. Die vier oben genannten souveränen Staaten wurden denn international auch nie anerkannt. Weitere Ethnien, allen voran die Zulu unter Mangosuthu Buthelezi, hatten sich erfolgreich gegen die Autonomie ihres Homelands KwaZulu gewehrt.
Nach dem Ende des Apartheid-Regimes in Südafrika wurden die Homelands in die neun umorganisierten Provinzen der Republik integriert.
Das Leben in den Homelands
1960 lebten rund zwei Fünftel aller Schwarzen in Homelands. Bis 1985 stieg dieser Anteil auf etwa zwei Drittel. Dazwischen waren 3,5 Millionen Schwarze von städtischen Gebieten in die Homelands umgesiedelt worden. Die Fläche aller Homelands zusammengenommen umfasste rund 12% des Staatslandes. Die Homelands waren jedoch nicht regelmäßig auf ganz Südafrika verteilt. Basutoland beispielsweise war zu hundert Prozent im Besitz der Schwarzen, Swaziland nur zu 40%.
Einfluss der Weißen
Die Homeland-Bewohner pflegten drei Arten von Kontakten zu den Weißen. So kamen sie mit Weißen in Berührung, die sich in den Homelands niedergelassen hatten. Obwohl Weiße in den Homelands kein Land besitzen durften, dies war ausschließlich den Schwarzen vorbehalten, lebten einige weiße Offizielle wie Missionare, Händler und Arbeiter-Rekrutierer dort. Durch diesen Einfluss der Weißen entwickelten die Schwarzen neue Formen der Sprache, der Kleidung – der materiellen Kultur im Allgemeinen.
Die Missionare brachten eine neue Religion, welche die Schwarzen oft mit ihrer traditionellen Religion verknüpften. Zum Beispiel wurde Gott auch von den Anhängern der traditionellen Religion als das einzige oberste Wesen anerkannt, das die Bantu bereits vor der Ankunft der Weißen gekannt hatten. Des Weiteren ersetzten Regengebete traditionelle Regenrituale. Katholische Segnungsrituale ersetzten wiederum traditionelle Rituale, welche die Bantu brauchten, um Haus, Felder, Vieh und so weiter gegen bösen Zauber und Hexerei zu schützen. Die verstorbenen Vorfahren spielten weiterhin eine bedeutende Rolle bei den Bantu. Pech, Arbeitslosigkeit, Verhaftung, Unfall und ähnliche Unglücke verbanden die Schwarzen damit, dass sich ihre Ahnen von ihnen abgewendet hatten. Glück im Spiel oder bei Wetten hingegen schrieben sie dem Goodwill der Vorfahren zu.
Die Erziehung wurde dem neuen Lebenssystem angepasst. Daneben waren die Schwarzen trotz der Segregation den Gesetzen der Weißen unterworfen, welche ihre traditionelle Kultur wesentlich einschränkten. So verbot die Regierung rituellen Totschlag. So genannte Zauberer oder Hexer wurden beim Ausüben ihrer Praktiken bestraft. Steuern wurden erhoben. Diverse Bußen sollten die Einhaltung dieser Gesetze garantieren. Es gab auch neue soziale Dienste wie Gesundheitsversorgung, Schulen oder ökonomische Entwicklungen. Dies alles beeinflusste das Leben der Schwarzen in den Homelands. Es entstand eine neue, veränderte Kultur.
Durch den Kontakt mit angrenzenden weißen Farmern wurde das Leben der Schwarzen weiter beeinflusst. Insbesondere lernten die Schwarzen neue Formen der Landwirtschaft.
Zum Dritten nahmen viele Schwarze einen Job außerhalb der Homelands an. Dadurch erwarben sie neue Kenntnisse als Houseboys, Minenarbeiter oder Ähnlichem.
Wohl wichtiger als diese Kenntnisse war der Wandel ihrer Denkweise. Als Arbeiter waren die Schwarzen den Weißen untertan. Sie begegneten einer übermächtigen weißen Kultur, dem ihre eigene nicht viel entgegenzusetzen hatte. Daraus resultierte ein unterwürfiges Verhalten ohne jegliches Selbstbewusstsein.
Soziale und wirtschaftliche Situation
Selbstbewusstsein
Die Voraussetzung für eine positive Entwicklung in den Homelands schien aufgrund der Tatsache, dass sie zumeist fruchtbare und wasserreiche Orte umfassten, gegeben. Homelands wurden ja an den traditionellen Siedlungsgebieten der Bantu errichtet, die diese mit einem sorgfältigen Auge auf die Wirtschaftlichkeit des Bodens ausgewählt hatten. Lediglich 35 % der Fläche Südafrikas weisen einen durchschnittlichen Regenfall von 500 mm pro Jahr auf, was als Minimum für einen erfolgreichen Trockenfeldbau gilt. In den Homelands war die bebaubare Fläche mit 76 % weit größer. Im Gegensatz dazu ist die Halbwüstenfläche mit nur 0,5 % in den Homelands um ein Vielfaches kleiner im Vergleich zu derjenigen von ganz Südafrika, die auf 27 % geschätzt wird. Die Armut war in den Homelands trotz dieser positiven Voraussetzungen enorm.
Die Bewohner der Homelands waren nicht nur durch die überdurchschnittliche Menge an Alten, Kindern und Kranken benachteiligt, sondern waren zusätzlich der Diskriminierung durch die Weißen ausgesetzt. So gab die Regierung für die Ausbildung eines weißen Kindes fünf Mal so viel aus, wie für diejenige eines schwarzen Kindes. Die Ausbildung der Schwarzen litt zusätzlich durch die Tatsache, dass viele junge Männer die Schule abbrechen mussten, um die Eltern finanziell zu unterstützen und dass viele Schwarze es sich nicht leisten konnten, ihre Kinder in die besseren Schulen der Weißen zu schicken. Nur etwa 14 % aller schulfähigen Kinder schlossen die Schule auch tatsächlich ab. Die meisten Schwarzen genossen nie die Ausbildung einer Berufslehre und mussten sich mit einem zweitklassigen Beruf zufrieden geben.
Verschiedene Maßnahmen der Regierung zielten darauf ab, die Schwarzen in die Homelands zu locken. Eine davon war die lokale Wirtschaftsförderung. Arbeitsmöglichkeiten nebst der Landwirtschaft waren in den Homelands kaum vorhanden. 1962 lebten rund 1,4 Millionen Schwarze in der Transkei. Davon hatten nur gerade 20.592 einen Job innerhalb der Homelands. Die Arbeitslosigkeit unter der schwarzen Bevölkerung wurde im Jahre 1977 auf 22 % geschätzt. Es ist zu vermuten, dass die in den Städten lebenden Schwarzen weit weniger davon betroffen waren als die in den Homelands lebenden. Jedoch wurden die Grenzen der Homelands in den 1980er Jahren zum Teil erweitert, so dass nahegelegene schwarze städtische Siedlungen in die Homelands integriert wurden. Die Siedlung Umlazi beispielsweise, in der Nähe von Durban gelegen, wurde ein Bestandteil von Kwazulu, oder das in der Nähe von East London gelegene Mdantsane wurde dem Homeland Ciskei einverleibt. Des Weiteren gewährte die Regierung den Industrieunternehmen Steuererleichterungen, falls sie sich entschlossen, ihren Betrieb an die Grenzen der Homelands anzusiedeln. Diese Dezentralisierung der Industrie brachte allerdings nicht den gewünschten Erfolg. 1960 erreichten die rund 30 % der Einwohner Südafrikas, die in den Homelands lebten, nur gerade 2,5 % der gesamten südafrikanischen Wertschöpfung. Zehn Jahre später sank diese Marke sogar auf 2 %. Um den in Homelands lebenden Schwarzen die Arbeit in außerhalb gelegenen Städten zu ermöglichen, wurden die Homelands mit Eisenbahnlinien oder Buslinien erschlossen. Eine Folge der wirtschaftlichen Anstrengungen war jedoch, dass in den Homelands ein klarer Trend zur Bevölkerungskonzentration an der Peripherie herrschte.
Ethnische Zusammensetzung
Die Homelands waren mit Rücksicht auf die unterschiedlichen Ethnien errichtet worden. Jede Ethnie hatte somit ihr eigenes Territorium, das beinahe ausschließlich ihnen gehörte. Gemäß dem Zensus von 1970 war Bophuthatswana das ethnisch differenzierteste Homeland. 68% der 880.000 de facto-Einwohner gehörten den Tswana an. Die Nähe zum Industriegebiet mit hauptsächlicher Minentätigkeit rund um Pretoria-Witwatersrand zog weitere Ethnien an. So lebten in Bophuthatswana nebst den Tswana, den rund 8.000 Weißen, Farbigen und Asiaten auch etliche Xhosa, Pedi, Basotho, Shangana-Tsonga und Zulu. Die übrigen Homelands wurden zu beinahe 100 % von einer einzigen Ethnie bewohnt. Die beiden Homelands Transkei und Ciskei bewohnten die Xhosa zu 95 respektive 97 %. In Kwazulu bildeten die Zulu mit 97,5 % die Mehrheit, in Lebowa die Pedi mit 83 %, in Gazankulu die Shangana-Tsonga mit 86 %, in Venda die Venda mit 90 %, in Qwaqwa die Basotho mit 99,6 %.
Literatur
- Halbach, Axel, J.: Die südafrikanischen Bantu-Homelands – Konzept – Struktur – Entwicklungsperspektiven. IFO – Institut für Wirtschaftsforschung München (Hg.); Afrika-Studien Nr. 90, 1976.
- Horrell, Muriel: The African Homelands of South Africa. South African Institute of Race Relations (Hg.); Pietermaritzburg: The Natal Witness, 1973.
- Kaur, Abnash: South Africa and Bantustans. Delhi: Kalinga Publications, 1995
- Lang, Andrea: Separate Development und das Departement of Bantu. Administration in Südafrika – Geschichte und Analyse der Spezialverwaltung für Schwarze. Arbeiten aus dem Institut für Afrika-Kunde 103. Hamburg: Verbund Stiftung Deutsches Übersee-Institut (Hg.), 1999
- Rogers, Barbara: South Africa: The „Bantu Homelands“. London: Christian Action Publications, 1972.
Kategorie:Rassismus
Kategorie:Geschichte Südafrikas
ja:バントゥースタン
EthnieEthnie oder Ethnische Gruppe, früher auch Ethnos (von griech.: ἔθνος ethnos = Volk), bezeichnet einen Stamm oder ein Volk.
Ethnologen verstehen unter diesem Begriff eine Gruppe von Personen, welche derselben Sprachgruppe, Kultur oder Religion angehören, und sich selber auch als Einheit definieren, oder eine Abstammung von einem gemeinsamen Vorfahren annehmen.
Die zugehörigen Wissenschaften heissen daher Ethnologie (Völkerkunde), Europäische Ethnologie (Volkskunde) und Ethnosoziologie.
Der Begriff Ethnie wird in neuerer Zeit auch meist als Synonym zu Volk, Stamm, oder Volkszugehörigkeit verwendet. Jedoch sollte der Begriff nicht in Zusammenhang mit Nation gebraucht werden. Vielfach bezeichnet Ethnie bereits eine Art Oberbegriff einer höheren Ordnung einer Gruppe. Beispiele dazu sind die Sprachgruppen der Indoeuropäer (früher auch Indogermanen genannt) oder Turkvölker, die manche Forscher auch als ethnische Einheiten begreifen, ohne dass hier irgend eine Art von Zusammengehörigkeitsgefühl nachzuweisen wäre.
Sowohl Ethnien als auch Stämme werden oft aus mehreren Klans gebildet, die wiederum meist aus mehreren Lineages bestehen. Auf das genannte Beispiel der Indoeuropäer bezogen spricht man dann von der ethnischen Gruppe der Slawen, Germanen, Kelten, usw.
Als ethnozentrisch werden Historiographie und Kulturtheorien bezeichnet, welche die Welt (zu) stark von einem bestimmten Ethnos her sehen.
Ein noch relativ neuer Ansatz für eine weitere Verwendung dieses Wortes besteht in der Idee den Begriff Ethnische Gruppe als Ersatz für den in den meisten Bereichen diskreditierten Begriff „Rasse“ zu verwenden. Vor allem von politischer Seite wird dies oft gefordert, so sollen die Vereinten Nationen bereits eine entsprechende Regelung verabschiedet haben.
Zuspruch erhält dieser Vorschlag, durch die Tatsache, dass jedwede Art von Rassentheorie, in keiner Weise wissenschaftlich nachgewiesen werden konnte, und somit schlicht falsch sind. So konnte das bekannte Humangenomprojekt lediglich eine definitive Klassifizierung in eine ursprüngliche „afrikanische Menschengruppe“ sowie eine „nicht-afrikanische Menschengruppe“ nachweisen.
Siehe auch: Portal:Ethnologie
Kategorie:Anthropologie Kategorie:Ethnologie Kategorie:Volkskunde
ms:Etnik
African National CongressAfrican National Congress ist (war) der Name mehrerer Unabhängigkeitsparteien im südlichen Afrika.
Südafrika
Der Afrikanische Nationalkongress (ANC) ging 1925 aus dem am 8. Januar 1912 in Bloemfontein gegründeten South African Native National Congress (SANNC) hervor. Der ANC verstand - und versteht - sich als Interessenvertretung der schwarzafrikanischen und farbigen Bevölkerungsgruppen Südafrikas und wurde aufgrund der Benachteiligung und Unterdrückung der Schwarzen gegründet.
Der bewaffnete Arm hieß Umkhonto We Sizwe.
Während des Kalten Krieges war der ANC marxistisch ausgerichtet. Da er sich gegen das südafrikanische Apartheidregime wandte, wurden viele seiner Aktivisten verhaftet oder mussten ins Ausland flüchten. Am 8. April 1960 wird die Organisation verboten, dieses Verbot wird 1990 wider aufgehoben.
Seit dem 9. Mai 1994, dem Ende des Apartheid-Regimes, stellt der ANC die Regierung der Republik Südafrika.
Der ANC wird vom Xhosa-Volk dominiert, eine der größeren politischen Oppositionsparteien, die Inkatha Freedom Party, von den Zulu.
Bekannte Politiker und Politikerinnen sowie Mitglieder des ANC
- Nelson Mandela (1. Präsident nach der Wende)
- Winnie Madikizela-Mandela
- Thabo Mbeki (2. Präsident nach der Wende)
- Walter Sisulu
- Oliver Tambo
- Albert Luthuli
Sambia
Der ANC war auch die Unabhängigkeitspartei im späteren Sambia (siehe Nordrhodesien). 1948 wurde eine Vorgänger-Partei des ANC gegründet, die sich 1951 in "Northern Rhodesian African National Congress" umbenannte.
Bekannte Politiker
- Harry Nkumbulah
- Kenneth D. Kaunda
Siehe auch
- Frederik Willem de Klerk, Sharpeville-Massaker
Weblinks
- [http://www.anc.org.za/ - Website des ANC]
Kategorie:Rassismus
Kategorie:Südafrikanische Partei
Kategorie:Apartheid
Apartheid
Als Apartheid (afrikaans Trennung) wurde die Rassentrennung in Südafrika bezeichnet.
Geschichte der Apartheid
Der Konflikt der „Rassen“ (vgl. Rassismus zum Begriff der „Rasse“) im südlichen Afrika geht bis in die Anfänge des Kolonialismus zurück und verschärfte sich nach der britischen Eroberung 1806. Beginnend mit der Diskriminierung beim Anrecht auf Grund und Boden erfolgten mit der Entdeckung von Diamanten- (1867) und Goldvorkommen (1886) weitere Beeinträchtigungen der Schwarzen vor allem in der Bewegungsfreiheit.
Von 1903 bis 1905 sollte die South African Native Commission (SANAC) eine gemeinsame Ethnienpolitik für alle vier südafrikanischen Provinzen (Natal, Kapkolonie, Orange Free State und Transvaal) festlegen. Die Kommission schlug die Errichtung im Sinne der in Natal herrschenden Praktik der Native Administration vor. Mit dem Native Administration Act von 1927 wurde diesem Vorschlag Folge geleistet. Die Native Administration war somit auf die ganze Südafrikanische Union ausgeweitet worden.
Apartheid unter den Briten
1910 wurde die Südafrikanische Union durch den Zusammenschluss der vier Republiken gegründet. Die Union war von Anfang an in den Händen der weißen Minderheit. Schwarze wie auch Farbige und Asiaten erhielten kein Wahlrecht. Sie waren von der staatlichen Regierung ausgeschlossen. Nur an den Provinzregierungen durften sie partizipieren. Des Weiteren war jeglicher sexueller Kontakt zwischen den unterschiedlichen „Rassen“ verboten. Durch verschiedenste Gesetze wurde der Segregationspolitik die rechtliche Basis geschaffen.
1911 wurde durch den Mines and Works Act die ungleiche Behandlung der Weißen und Schwarzen in der Wirtschaft festgelegt. Das wohl wesentlichste Gesetz der räumlichen Trennung, der Natives Land Act, wurde 1913 verabschiedet. In der Folge durfte die schwarze Bevölkerung nur noch in den ihnen zugeschriebenen Reservaten Land erwerben. Rund 7,3 % der gesamten südafrikanischen Fläche wurden für Schwarze reserviert, die Homelands. Zehn Jahre später vollzog der Natives Urban Areas Act die räumliche Trennung auch in städtischen Gebieten. Der Native Trust and Land Act von 1936 weitete das bestehende Gesetz von 1913 aus. Einige Reservatsflächen wurden vergrößert.
Apartheid unter den Buren
Das Jahr 1948 nimmt in der südafrikanischen Geschichte einen bedeutenden Platz ein. Die Partei der Afrikaner Nationalisten gewann die damaligen Wahlen überlegen. Damit kam erstmals eine burische Partei an die Macht, die sie bis 1989 behielt. Der Sieg der burischen Nationalisten war eng verknüpft mit dem Zweiten Weltkrieg. Der abtretende Premierminister Jan Christiaan Smuts hatte Südafrika auf britischer Seite in den Krieg hineingezogen. Die Nationalisten hingegen waren gegen eine Einmischung in das kriegerische Geschehen und sympathisierten offen mit dem deutschen Nazi-Regime. Das wahlberechtigte Volk stimmte mehrheitlich mit den Nationalisten überein. Premierminister wurde Daniel François Malan. Dieser Regierungswechsel stellte für viele Buren, die zuvor unter britischer Herrschaft kaum Anschluss an die führende Spitze des Landes gefunden hatten, den Ausstieg aus der Armut dar. Viele zogen in urbane Gebiete und fanden dort in der aufstrebenden Wirtschaft einen guten Job. Die Nationalisten, welche sich im Übrigen von den Briten abzugrenzen versuchten, lenkten die Indigenenpolitik in neue Bahnen.
Die Nationalisten verfolgten drei Ziele: Erstens wollten sie die politische Macht konsolidieren, zweitens ihre Vision der Rassenbeziehungen umsetzen und drittens sollte der Status der Erziehung und der Ökonomie der Buren angehoben werden.
Vor 1948 waren die Schwarzen meist von der Politik und den guten Positionen in der Wirtschaft ausgeschlossen. Die Rassenordnung war zum Teil durch das Gesetz und zum Teil durch den inoffiziellen Brauch gegeben. Die Ordnung war jedoch nicht sehr strikt. Es gab durchaus Farbige, die neben Weißen hausten, indische Händler, welche im Stadtzentrum ihre Geschäfte tätigten oder Schwarze, die außerhalb ihrer Reservate ihre Farmen bewirtschafteten. Diese Löcher in der Rassentrennung stopften die Nationalisten mit diversen Maßnahmen. Als erstes teilten sie die ganze südafrikanische Bevölkerung in vier Klassen ein: Weiße, Schwarze, Farbige und Asiaten (Siehe auch: Bevölkerung Südafrikas). Die Zuordnung zu einer dieser Gruppen geschah relativ willkürlich, insbesondere zwischen Schwarzen und Farbigen. Es kamen dabei „Tests“ zum Einsatz, zum Beispiel ob ein in die Haare gesteckter Stift runterfällt, wenn der Proband den Kopf schüttelt. Ist dies der Fall, so war er Farbiger, wenn der Stift stecken blieb, Schwarzer. Dies hatte zur Folge, dass Kurzhaarfrisuren relativ populär wurden und sich die Nationalisten andere, ebenso sinnvolle „Tests“ ausdachten. Diese Registrierung in eine Rassenkategorie bestimmte fortan das gesamte Leben. Heiraten zwischen verschiedenen Kategorien wurden kriminalisiert. An öffentlichen Orten war eine strikte Trennung von Weißen und Nicht-Weißen vorgeschrieben. Mit dem Group Areas Act vom 13. Juni 1950 wurde die Trennung der Wohngebiete festgeschrieben. In städtischen Gebieten wurden getrennte Wohnbereiche für die verschiedenen Rassen geschaffen; die Ausbildung richtete sich ebenfalls nach der entsprechenden Rasse. Schwarze mussten außerhalb ihrer Reservate einen Pass tragen. Damit sollten in städtischen Gebieten nur diejenigen Schwarzen geduldet werden, die dort auch arbeiteten. Alle übrigen Schwarzen wurden als Ausländer angesehen. Die in den Städten arbeitenden Schwarzen wurden als Gastarbeiter akzeptiert. Diese Schwarzen lebten in so genannten Townships am Stadtrand. Nicht städtische Schwarze durften sich gemäß dem Native Laws Amendment Act von 1952 ohne Genehmigung nur 72 Stunden in Städten aufhalten. Die Apartheid war erschaffen. Dennoch war der Lebensstandard, die Bildungsmöglichkeiten durch Schulen und Universitäten sowie die medizinische Versorgung und somit die Lebenserwartung der Schwarzen höher als in allen anderen afrikanischen Ländern, weswegen Südafrika auch während der Apartheid mit illegaler Immigration aus den nördlichen Anrainerstaaten konfrontiert war.
Große und kleine Apartheid
Die Apartheid unterteilte sich in zwei Aspekte: die kleine Apartheid, auch petty-Apartheid genannt und die große Apartheid. Die kleine Apartheid beinhaltete die rassische Trennung im Dienstleistungsbereich. Darunter fielen zum Beispiel das Verbot des Betretens von öffentlichen Parks für Schwarze, die separaten Abteile in öffentlichen Verkehrsmitteln oder die getrennten Schulen.
Die Apartheidsgesetze betrafen nicht nur Schwarze. Auch Farbige und Asiaten litten darunter. Die Betroffenen separierten sich ebenfalls von der jeweils anderen Gruppe. Farbige hielten, bildlich gesehen, den gleichen Abstand zu Schwarzen wie Weiße zu Schwarzen.
1952 1985]]
Der gesamte Alltag der Nichtweißen wurde von der kleinen Apartheid geprägt. Unmissverständliche Regelungen wurden durch Schilder erreicht, auf denen, zum Beispiel am Strand, neben einem Verbot für Hunde, das Verbot für Non-Whites ausgesprochen war. Krankenhäuser, Postgebäude, Rathäuser, Banken und Toiletten hatten grundsätzlich zwei, durch Schilder gekennzeichnete Eingänge. Viele Lebensbereiche waren nicht klar definiert. Durch Mundpropaganda wurden Restaurants und Bars unter Nichtweißen genannt, in denen man bedient wurde oder nicht erwünscht war. Mutige testeten ständig die Grenzen der Akzeptanz durch die Weißen. Die Vorsichtigen scheuten sich, ihren sicheren Bereich zu verlassen. Dadurch lebten sie ruhiger und wurden nicht wie Hunde verjagt oder von der Polizei überprüft.
Die große Apartheid meint die räumliche Trennung im großen Maßstab, die eigentliche Segregations- oder Homeland-Politik.
Über die Homeland-Politik hinaus wirkte die Apartheid auch innerhalb Südafrikas. So bedeutete die gesetzlich verordnete Zugehörigkeit zu einer Rassenkategorie, entsprechend der Hautfarbe (Schwarze, Farbige/Asiaten):
- getrennte Wohngebiete in jeder Stadt, in jedem Dorf,
- getrennte Schulsysteme mit unterschiedlich qualifizierten Lehrern und
- ausschließliches Wahlrecht für Weiße.
Die Rassenkategorie wurde in die Ausweisdokumente durch Buchstabencodes, zum Beispiel -C- für Coloureds, eingetragen.
Die Wohngebiete der weißen Bevölkerung, auch Europeans genannt, lagen durchweg in den geographisch und strukturell angenehmsten Bezirken jeder Ortschaft. Wurden die festgelegten Bereiche für die Weißen zu eng, mussten die Farbigen, auch Coloureds genannt und Asiaten, Teile ihrer Wohngebiete räumen und in neu zugewiesenen Bereichen neu bauen. Ein berühmtes Beispiel war die Räumung des District Six im Herzen von Kapstadt und die Zwangsumsiedlung von etwa 60.000 Menschen in das etwa 30 km entfernt gelegene sandige Khayelitsha. Die schwarze Bevölkerung war in ihrem abgelegenen Wohngebiet so weit außerhalb der Gemeinden, oft hinter natürlichen oder künstlichen Hügeln sowie Müllkippen verbannt, dass sie nicht als Teil der Gemeinde angesehen werden konnte.
Die auch inhaltlich unterschiedlichen Schulsysteme, mit jeweils abgestufter Qualifikation des Lehrkörpers und Ausstattung, waren mit verantwortlich für ungleiche Berufschancen.
Der Ausschluss aller Nichtweißen vom aktiven und passiven Wahlrecht wirkte bis in den kommunalen Bereich.
Die Apartheid war Ausdruck eines irrationalen Gefühls einer weißen, christlichen Überlegenheit gegenüber den heidnischen Schwarzen. Dieses Gefühl basierte auf einer tatsächlichen technisch-zivilisatorischen Überlegenheit. Im Wesentlichen spiegelt die Apartheid das Denken der burischen Calvinisten wider.
Um die Pfeiler der Apartheid umsetzen zu können, war ein riesiger Verwaltungsapparat notwendig. Rund vier Millionen Schwarze sollen alleine aufgrund fehlender Aufenthaltsgenehmigungen verhaftet worden sein; allein dies forderte einen enormen administrativen Aufwand. Des Weiteren mussten Millionen Schwarze umgesiedelt werden. Rund 3,5 Millionen Schwarze mussten ihre bisherigen Wohnstätten aufgeben. Dies erfolgte nicht ohne Proteste, die zu unzähligen Verhaftungen führten. Die Regierungen zerstörten ganze Siedlungen, um so die Schwarzen zur Umsiedlung, welche auf dem Native Resettlement Act von 1952 basierte, zu zwingen.
Widerstand der Schwarzen
Auch nach der Unterwerfung der Bantu führte die diskriminierende Indigenenpolitik der Weißen zu massivem Widerstand.
African National Congress
Bereits 1912, nur gerade zwei Jahre nach der Errichtung der Südafrikanischen Union, gründeten der Anwalt P. Seme, die Geistlichen J. L. Dube, W. Rubusana sowie der Autor Sol Plaatje den African National Congress (ANC). Obwohl von Männern aus der elitären Gesellschaft gegründet, verstand sich der ANC durchaus nicht als elitäre Organisation. Er stand grundsätzlich allen offen, egal welcher Hautfarbe, und akzeptierte sowohl das Christentum wie auch die englische Sprache. Der ANC verstand sich als schwarze Widerstandspartei, die das volle Bürgertum forderte. Lange Zeit opponierte er friedfertig durch Boykotte und Streiks. So organisierte er in den 1920er-Jahren Streiks der Minenarbeiter, um die schlechten Arbeitsbedingungen der Schwarzen zu verbessern.
Der ANC wurde immer mehr zur Massenorganisation. Hunderttausende befolgten die Aufrufe zu Demonstrationen oder Streiks. Beispielsweise im Jahre 1946, zwei Jahre vor dem Beginn der Apartheid, streikten rund 70.000 schwarze Minenarbeiter. Insbesondere gegen das Passgesetz, wonach die städtischen Schwarzen jederzeit einen Pass auf sich tragen mussten, um sich als Arbeitnehmer ausweisen zu können, protestierte der ANC durch Demonstrationen und durch das Verbrennen der umstrittenen Pässe. Trotzdem standen keineswegs alle Nicht-Weißen, nicht mal alle Schwarzen hinter dem ANC. Etliche Schwarze sahen die Homeland-Politik der Regierung als Chance, den Rassismus endlich zu beenden und ihre Traditionen wieder zu leben.
In späteren Jahren sollten diese Meinungsverschiedenheiten insbesondere zwischen städtischen und ländlichen Schwarzen zu bewaffneten Auseinandersetzungen führen. So forderten Unruhen bei Pietermaritzburg zwischen 1987 und 1990 rund 4.000 Todesopfer. Bei diesem Konflikt handelte es sich um Streitigkeiten innerhalb der Zulu. Städtische Zulu vertraten andere Ansichten als die in der Inkatha Freedom Party vereinigten ländlichen Zulu. In den frühen 1990er-Jahren, also bereits nach dem offiziellen Ende der Apartheid, wendeten sich die Inkatha-Anhänger dann im Besonderen gegen die Xhosa. Leute von beiden Seiten verloren dabei ihr Leben.
Die Regierung versuchte die Menschenrechtskämpfer des ANC immer wieder an ihrer Arbeit zu hindern, indem sie diese bannten. Gebannte waren eingeschränkt in ihrer Bewegungsfreiheit, sie durften ein genau definiertes Territorium nicht verlassen. Des Weiteren löste die Regierung häufig Treffen des ANC auf.
Militante Widerstandsorganisationen
Einigen Mitgliedern gingen die meist friedlichen Aktionen des ANC nicht weit genug. Sie gründeten 1959 eine weitere Widerstandsorganisation, den Pan Africanist Congress (PAC). Im Gegensatz zum ANC verwarf der PAC die offene Haltung gegenüber allen Rassen. Er positionierte sich als reine Schwarzen-Organisation und lehnte jegliche Zusammenarbeit mit den Weißen ab. Später gründete auch der ANC einen bewaffneten Flügel. Nelson Mandela selbst leitete diesen Flügel mit dem Namen Umkonto we Sizwe, was übersetzt soviel wie Speer der Nation bedeutet. Umkonto we Sizwe tat sich in den folgenden Jahren insbesondere durch Sabotageakte hervor.
Ein Jahr vor der Gründung des bewaffneten Flügels des ANC endete eine vom PAC organisierte Demonstration im Township Sharpeville in einem Blutbad, das die in Panik geratenen Polizisten anrichteten. 69 Afrikaner fanden dabei den Tod. Dieses Ereignis löste nationale Unruhen aus, welche die südafrikanische Regierung mit eiserner Faust bekämpfte. Rund 20.000 Demonstranten wurden verhaftet. In der Folge wurden sowohl der PAC wie auch der ANC verboten. Beide Organisationen operierten fortan aus dem Untergrund. Führende opponierende Köpfe wie Nelson Mandela oder Walter Sisulu wurden 1964 im sogenannten Rivonia-Prozess zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Gericht warf ihnen vor allem Beteiligung an Sabotageakten vor.
Neues Selbstbewusstsein
In den späten 1960er-Jahren entstand in Kirchen und Schulen, beeinflusst durch die Black Power-Bewegung in den USA, die so genannte Black Consciousness-Bewegung. Steve Biko gilt als Begründer dieser Bewegung. Hervorgerufen durch das neue Selbstbewusstsein der Schwarzen sahen sie die Kultur der Weißen nicht mehr als übermächtig, die zu kopieren sie versucht waren. Nein, sie verdammten die weiße Kultur nun; ihre eigenen Werte hingegen hoben sie heraus.
Künstler, wie Miriam Makeba engagierten sich für einen weltweiten Boykott des Apartheid-Regimes.
Die Folgen des neuen Bewusstseins waren zum Teil heftige Studentenunruhen. Am 16. Juni 1976 boykottierten Schüler in Soweto den Unterricht. Dies stand im Zusammenhang mit der versuchten, zwangsweisen Einführung der bei Schwarzen verhassten Sprache Afrikaans. Durch brutale Polizeieinsätze verloren in wenigen Tagen 160 bis 1000 Schwarze ihr Leben und viele Kinder und Jugendliche wurden inhaftiert. Weltbekannt ist das Foto des sterbenden 13-jährigen Hector Pieterson in den Armen eines Mitschülers. Danach nahm der bewaffnete Widerstand sprunghaft zu. Die in den nächsten zwei Jahren folgenden Unruhen verunsicherten das Land. Hunderte von Schwarzen wurden von der Polizei getötet. Die Studenten fanden Unterstützung bei Hunderttausenden von schwarzen Arbeitern. Für die südafrikanische Wirtschaft nahm dies verheerende Ausmaße an. Einige unbedeutendere Gesetze der Apartheid wurden gelockert, um dem Unmut der Schwarzen zu begegnen.
Das Ende der Apartheid
Die Proteste der Schwarzen sowie andere Faktoren ließen die Apartheid ab 1974 immer mehr bröckeln. Die Vollversammlung der UN nahm am 2. Dezember 1973 eine Konvention an, nach der die Apartheid geächtet wurde und sogar als Verbrechen galt. Die burische Regierung näherte sich in langsamen Schritten den schwarzen Vorstellungen an. Die schwarze Opposition wurde immer stärker, obwohl ihre bekanntesten Führer im Gefängnis saßen. Höhepunkte des Widerstandes in den 1970er-Jahren waren Streiks in Natal (1973), der Aufstand in Soweto 1976 sowie die Ermordung der weißen Ministerin Naantje van Bloekhop (1977). Dem schwarzen Widerstand begegnete die Regierung mit Notmaßnahmen, die allerdings die staatlichen Kapazitäten sprengten. Die Kosten der Apartheid waren nicht mehr länger tragbar.
Der ANC wurde vom internationalen Westen während des Kalten Krieges als revolutionär angesehen. Die USA und Westeuropa stützten das weiße Apartheidregime als Bollwerk gegen den Kommunismus. Nach dem Kalten Krieg ließ der Westen die Regierung fallen und sanktionierte das nun nicht mehr genehme Südafrika offiziell politisch.
Weiteres Ungemach erfasste Südafrika 1983 mit Beginn des Verfalls des Goldpreises auf dem Weltmarkt. Die bereits durch die europäischen und amerikanischen Sanktionen geschwächte ökonomische Situation verschärfte sich somit weiter.
Die zunehmend verbesserte Organisation der nichtweißen Opposition, die in den 80er Jahren faktisch die Verwaltung der Townships übernahm, führte zur Konfrontation mit dem Regime, die im permanenten Ausnahmezustand von 1985-90 kulminierte. Ab etwa 1988 begannen zunächst geheimgehaltene Verhandlungen mit den Führern des ANC im Exil.
1989 trat Frederik Willem de Klerk die Nachfolge von Pieter Willem Botha als südafrikanischer Staatspräsident an. De Klerk nahm sofort Verhandlungen mit dem noch immer inhaftierten ANC-Führer Mandela auf. Er stellte Mandela die sofortige Freilassung in Aussicht, wenn dieser gewisse Konditionen, wie beispielsweise die Abkehr vom bewaffneten Widerstand, annahm, worauf Mandela jedoch nicht einging. De Klerk ließ Mandela, aufgrund des steigenden Druckes, zusammen mit den übrigen politischen Gefangenen im Jahre 1990 frei. Die beiden Widerstandsparteien ANC und PAC wurden wieder legalisiert.
Aufgrund dieser in ihrer Summe mächtigen Gründe, also des Widerstandes der Schwarzen, des internationalen Druckes, der ökonomischen Krise, des Wechsels der Regierungsführung von Botha zu de Klerk sowie der Standhaftigkeit Mandelas bei den Verhandlungen mit de Klerk, brach die weiße Autorität in den frühen 1990er-Jahren schrittweise zusammen.
De Klerk hob wesentliche Gesetze auf, die als Pfeiler der Apartheid galten. Darunter war der Population Registration Act, der Group Areas Act, und der Land Act. Die Homelands existierten allerdings weiter; diesbezüglich änderte sich nur wenig.
Die Übergangsphase von der Apartheid zur Demokratie dauerte von 1990 bis 1994. Während dieser Zeit wurden die verbliebenen Gesetze der Rassentrennung beseitigt. Alle in Südafrika wohnhaften Menschen konnten sich frei und ohne Restriktionen bewegen. Viele Schwarze nutzten diese Chance und zogen in Städte. Des Weiteren war die Übergangsphase geprägt durch blutige Unruhen zwischen Mangosuthu Buthelezis Inkatha-Partei und dem ANC. Buthelezi, Führer des Homelands KwaZulu und der Inkatha-Partei, sah durch das neue Staatssystem seine Macht bedroht. Die Unruhen dauerten von 1989 bis 1994 und forderten insgesamt etwa 7.000 Tote. Nebst Buthelezi standen auch Lucas Mangope und Oupa Gqozo, die Führer der Homelands Bophuthatswana und Ciskei, dem neuen System negativ gegenüber. Andere Homeland-Verantwortliche kooperierten mit den Plänen des ANC und versuchten, opportunistisch eine gute Position in den neuen Machtverhältnissen zu ergattern.
Die neue Verfassung sollte 1994 in Kraft treten. Danach würden alle fünf Jahre Regierungswahlen stattfinden. Dazu sollte das Land in neun statt in vier Provinzen unterteilt werden.
Im letzten Moment schwenkte Buthelezi ein, nachdem ihm eine wichtige Position in der neuen Regierung zugesagt worden war. So kam es 1994 zu den ersten demokratischen Wahlen Südafrikas. Der ANC gewann mit 62,6 Prozent überragend, es folgte die National Party (NP) mit 20,4 Prozent und die Inkatha Freedom Party mit 10,5 Prozent. Mandela wurde zum ersten Präsidenten im neuen System ernannt. Ihm zur Seite standen zwei populäre Vizepräsidenten, de Klerk von der NP und Thabo Mbeki vom ANC. Buthelezi wurde Premier der Provinz Kwazulu-Natal, er konnte seine Macht also über die bisherige Homeland-Grenze ausdehnen.
Die neue Regierung sah sich vor große Probleme gestellt. Die vorausgegangenen Unruhen hatten Südafrika in eine ökonomische Krise gestürzt. Diese brachte eine hohe Verschuldung bei der Weltbank mit sich. Im Weiteren sollten die Ungleichheiten zwischen den Rassen beseitigt werden. Dies würde unter anderem bessere Schulen und eine bessere Gesundheitsversorgung für Schwarze bedeuten, beides war jedoch mit hohen Kosten verbunden. Unterschiedlichste Interessen führten zu verschiedenen Landstreitigkeiten. Schwarze, die während der Apartheid ihr Land aufgeben mussten und gezwungen worden waren, in die Homelands zu ziehen, forderten ihr Land zurück. Die nun dort ansässigen Weißen oder Industriebetriebe machten ihre neueren Rechte geltend.
1999 stieg Mbeki vom Vize zum Präsidenten auf. Er intensivierte in der Folge die Privatisierung von Staatsbetrieben. Dies hat zu Stellenabbau und zu teureren Strom- und Wassertarifen geführt. Immer mehr schwarze Arbeiter, die vor allem unter diesen Maßnahmen zu leiden haben, werden zunehmend unzufriedener mit der Politik des ANC. Sie werfen ihm vor, dass der ANC zwar von der linken Arbeiterklasse gewählt worden sei, dass er jedoch im Interesse der rechten Bourgeoisie regiere.
Mandela und de Klerk erhielten 1993 den Friedensnobelpreis.
In Anlehnung an das südafrikanische Regime wird heute eine systematische Rassendiskriminierung, insbesondere durch einen Regierungsapparat, als Apartheid bezeichnet. Durch eine UN-Konvention wurde Apartheid 1966 zum Verbrechen gegen die Menschlichkeit erklärt.
In Orania gibt es bis heute eine kleine Gemeinde von Buren, die sich als neue Keimzelle eines südafrikanischen Burenstaates sehen und offen für die Wiedereinführung der Apartheid einstehen.
Verbrechen
Trojan Horse Massacre
Im Juni 1985 fuhr in Athlone ein LKW immer die Straßen hinauf und runter. Nach einem Steinwurf stiegen mehrere schwer bewaffnete Polizisten aus dem Laderaum und erschossen drei Jugendliche. Offiziell wurde es als eine „Anti-Terror-Aktion“ bezeichnet. Heute erinnert ein fast schon verblichener Spruch (Remember the Trojan Horse Massacre) auf einer Wand an die Ermordung.
Gugulethu 7
In dem Township Gugulethu wollte eine Gruppe wütender Jugendlicher zu einer Polizeistation gehen. Ein erwachsenes Mitglied der Gruppe war ein Mitarbeiter der Geheimpolizei. Auf einer Kreuzung wurde die Gruppe von 25 Polizisten gestellt, die alle sieben Jugendlichen erschossen. Als Erinnerung gibt es heute ein rotes Band. Ein offizielles, staatliches Denkmal wurde von den Müttern der Ermordeten abgelehnt, da die Täter in einem ersten Prozess freigesprochen wurden.
Siehe auch
- Hendrik Frensch Verwoerd
- Christiaan Frederick Beyers Naudé
- Geschichte Südafrikas
Literatur
- Beinart, William & Dubow, Saul (Eds.): Segregation and Apartheid in Twentieth-Century South-Africa. 1995: Routledge, London.
- Mandela, Nelson: Der lange Weg zur Freiheit. Autobiographie.
- Birgit Morgenrath/Gottfried Wellmer: Deutsches Kapital am Kap. 160 S.
- Freimut Duve: Kap ohne Hoffnung oder die Politik der Apartheid. Rowohlt, 1965
Weblinks
- [http://www.undp.org.za/docs/apartheid/un-chron.html UN and the struggle against apartheid] - Chronologie der Auseinandersetzung mit der Apartheid in der UNO (engl.)
- [http://www.apartheidmuseum.org/ Das Apartheid Museum in Johannesburg] mit interaktiver Lernmöglichkeiten
- [http://www.roschanski-net.de/Sonstiges/Apartheid/ Apartheid in Südafrika] Vom Aufkommen bis zur Abschaffung der Apartheid in Südafrika
Kategorie:Geschichte Südafrikas
Kategorie:Rassismus
!
ja:アパルトヘイト
ms:Apartheid
simple:Apartheid
1989
Jahreswidmungen
- Der Teichrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus) ist Vogel des Jahres (NABU/Deutschland)
- Die Stieleiche (Quercus robur) ist Baum des Jahres (Kuratoriums Baum des Jahres/Deutschland)
- Das Breitblättrige Knabenkraut (Dactylorhiza majalis) ist Orchidee des Jahres (Arbeitskreis Heimische Orchideen/Deutschland)
Januar bis Dezember
- 1. Januar: Jean-Pascal Delamuraz wird Bundespräsident der Schweiz
- 1. Januar: Das zwischen den USA und Kanada geschlossene Freihandelsabkommen tritt in Kraft
- 1. Januar: Der Privatsender ProSieben beginnt den Sendebetrieb; Vorläufer war Eureka TV
- 2. Januar: Ranasinghe Premadasa wird neuer Staatspräsident von Sri Lanka
- 21. Januar: Ungarns Kommunisten verzichten auf ihre verfassungsmäßig garantierte Führungsrolle
- 3. Februar: Umsturz in Paraguay. Absetzung des Diktators Alfredo Stroessner (seither im Exil in Brasilien)
- 4. Februar: Illegale Gründung des Umweltnetzwerkes Grüne Liga in der DDR
- 6. Februar: Erstes Treffen am Runden Tisch in Warschau. Die Kommunisten geben Macht ab
- 24. Februar: Staatsgäste aus 163 Ländern erweisen in Tokio dem verstorbenen Kaiser Hirohito die letzte Ehre
- 26. Februar: Ägypten. Taba-Abkommen
- 26. März: Laos. Wahl der obersten Volksversammlung
- 28. März: Serbien beendet Autonomie des Kosovo und Vojvodina
- 2. April: Tunesien. Wahl von Zine El Abidine Ben Ali als Staatspräsident
- 5. April: Wiederzulassung der Solidarność in Polen
- 9. April: Massaker vor dem Parlamentsgebäude in Tiflis, Georgische Sowjetrepublik
- 14. April: Abzug der sowjetischen Truppen aus Afghanistan
- 2. Mai: Ungarn beginnt den Abbau seiner Grenzsperren nach Österreich, der Eiserne Vorhang und die Berliner Mauer bekommen ernsthafte Risse, bis Ende des Jahres haben auch die Tschechoslowakei und die DDR ihre Grenzbefestigungen geöffnet
- 7. Mai Kommunalwahlen in der DDR, zahlreiche Wahlmanipulationen werden von Oppositionellen festgestellt
- 9. Mai: Slobodan Milošević wird Staatspräsident von Serbien
- 23. Mai: Die Bundesversammlung wählt Richard von Weizsäcker zur zweiten Amtszeit als Bundespräsident
- 3. Juni: Mit ca. 18.000 Fahrzeugen demonstrieren zigtausende Berliner gegen das vom rot-grünen Senat unter Walter Momper (SPD) verordnete Tempolimit 100 auf der AVUS und sammeln über 100.000 Unterschriften. Die AVUS war die einzige limitfreie Autobahn innerhalb West-Berlins
- 4. Juni: Massaker auf dem „Platz des Himmlischen Friedens“ in Peking, China
- 4. Juni: Iran. Tod von Ayatollah Khomeini. Ayatollah Chāmene'ī rückt an seine Stelle
- 4. Juni: Bei demokratischen Parlamentswahlen in Polen gewinnt das „Bürgerkomitee“ und Tadeusz Mazowiecki (Solidarność) wird designierter erster nicht-kommunistischer Ministerpräsident
- 6. Juni: Ayatollah Seyyed Alī Chāmene'ī wird Staatsoberhaupt in Iran auf unbestimmte Zeit
- 11. Juni: France Albert René wird als Staatspräsident auf den Seychellen in seinem Amt bestätigt
- 12. Juni: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Kuwait. In Kraft seit dem 23. Mai 1990
- 12. Juni: Staatsbesuch des russischen Staats- und Parteichefs Michail Gorbatschow in der Bundesrepublik Deutschland (BRD)
- 16. Juni: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Äthiopien. In Kraft seit dem 7. März 1991
- 18. Juni: Demokratische Senatswahlen in Polen
- 18. Juni: Europawahl, erstmaliger Parlamentseinzug der Partei Die Republikaner
- 23. Juni: Wiederzulassung Ägyptens zur Arabischen Liga
- 30. Juni: Omar Hassan Ahmad al-Bashir wird nach einem unblutigen Militärputsch Präsident der Republik Sudan
- 17. Juli: Österreich beantragt die Aufnahme in die EG
- 6. August: Bolivien. Jaime Paz Zamora wird Präsident
- 19. August: „Paneuropäisches Picknick“ an der ungarischen Grenze zu Österreich bei Sopron, kurzzeitig wird ein Grenztor geöffnet, dabei können ca. 700 DDR-Bürger fliehen
- 24. August: Wojciech Jaruzelski wird erster Staatspräsident und Tadeusz Mazowiecki Ministerpräsident in Polen
- 25. August: Deutsch-Ungarisches Geheimtreffen auf Schloss Gymnich bei Bonn, auf Initiative des ungarischen Ministerpräsident Miklós Németh mit Außenminister Gyula Horn und Botschafter Horváth. Mit Bundeskanzler Helmut Kohl, seinem Berater Horst Teltschik und Außenminister Hans-Dietrich Genscher. Angeblich bundesdeutsche Kreditzusagen gegen ungarische Grenzöffnung
- 11. September: Ungarn öffnet seine Grenze zu Österreich, Deutsche aus der DDR gelangen hier in den Westen
- 23. September: Aserbaidschan. Souveränitätserklärung
- 2. Oktober: Montagsdemonstration Leipzig mit 20.000 Teilnehmern
- 4. Oktober: Vereinzelte Straßenkämpfe am Dresdner Hauptbahnhof wegen der Durchfahrt der Züge mit DDR-Flüchtlingen aus Prag zwischen ca. 5.000 Demonstranten und der Volkspolizei in der sonst zumeist friedlichen Revolution
- 7. Oktober: Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag der DDR; am Rande Ausschreitungen und Zuführungen in Berlin, Leipzig u. a.; Gründung der Sozialdemokratischen Partei SDP in der DDR in Schwante bei Berlin
- 9. Oktober: legendäre Montagsdemonstration in Leipzig mit 70.000 Teilnehmern, Durchbruch der „Wende“ in der DDR
- 16. Oktober: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Tansania. In Kraft seit dem 16. Juni 1992; Leipziger Montagsdemonstration mit 120.000 Teilnehmern
- 18. Oktober: Erich Honecker tritt als Staatsratsvorsitzender der DDR und Generalsekretär der SED zurück, sein Nachfolger wird Egon Krenz
- 23. Oktober: DDR: 300.000 Demonstranten in Leipzig
- 23. Oktober: Ungarn. Die neue Verfassung tritt in Kraft
- 23. Oktober: Ausrufung der Republik: Ende der Volksrepublik Ungarn
- 25. Oktober: Der Sprecher des sowjetischen Außenministeriums, Gennadij Gerassimow, teilt die 'Sinatra-Doktrin' ('I did it my way') mit: Die kommunistischen Bruderstaaten dürfen über ihren politischen Weg selbst und unabhängig von Moskau entscheiden
- 26. Oktober: Sozialabkommen zwischen Deutschland und Schweden;
- 26. Oktober: Dresden Demonstration mit 100.000 Teilnehmern (Cockerwiese)
- 30. Oktober: Das DDR-Fernsehen stellt Karl-Eduard von Schnitzlers montägliche Sendung Der schwarze Kanal ein
- 4. November: Ostberlin, Alexanderplatz: Demonstrationsaufruf der DDR-Künstlerverbände für Demokratie, 500.000 Teilnehmer
- 6. November: Dresden, Demonstration mit 70.000 Teilnehmern
- 6. November: Hit Radio FFH erhält als erstes Privatradio in Hessen eine Sendelizenz
- 7. November: Beginn der Wahlen zur Verfassunggebenden Versammlung in Namibia
- 9. November: Öffnung der Berliner Mauer und Öffnung der innerdeutschen Grenze
- 10. November: Bulgarien. Sturz von Staats- und Parteichef Todor Schivkov
- 13. November: Fürst Hans-Adam II. von und zu Liechtenstein wird Staatspräsident von Liechtenstein
- 18. November: Ostberlin, die Volkskammer wählt eine neue DDR-Regierung unter Ministerpräsident Hans Modrow (SED)
- 20. November: Die Vereinten Nationen verabschieden die | | |