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Innovationshindernis

Innovationshindernis

Als Innovationshindernis bezeichnet man gewohnheitsmäßige oder insgeheim anerkannte, aber nicht explizit festgelegte Konventionen innerhalb einer Gemeinschaft, die eine Verbesserung von Organisationsstrukturen oder Produkten verhindern. In Organisationen gibt es neben den offiziellen Vorgaben und Organisationsstrukturen immer noch ungeschriebene Regeln. Diese Regeln wirken quasi neben den formalen Anweisungen und der offiziellen Unternehmenskultur. In dem Maß, in dem eine Organisation durch Neugestaltung der Leistungsprozesse und durch Neuformulierung der Strategie innovativer werden will, muss es sich um diese ungeschriebenen Regeln kümmern, damit die innovativen Veränderungen umgesetzt werden können. Kurzfristige und abteilungsegoistische Orientierungen sowie kurzfristig individuelle arbeitsplatzsichernde oder karrierebestimmte Haltungen verhindern oft Innovationen. Auch sind Organisationen komplexe Gebilde mit gewachsenen Machtstrukturen, in denen sich die Menschen wohlfühlen die hier drin arbeiten, Veränderungen bedeuten eine gewisse Instabilität und lösen Ängste aus. Diese Faktoren können Seilschaften des Verhinderns bilden. Sollen Innovationen umgesetzt werden, so ist es erforderlich das Unternehmen zu verstehen, wie es wirklich funktioniert. Es ist durchaus möglich die ungeschriebenen Regeln zu berücksichtigen, die machtausübenden, motivierenden und handlungsauslösenden Kräfte positiv zu beeinflussen. Kategorie:Management

Gewohnheit

Als Gewohnheit wird eine unter gleichartigen Bedingungen reflexhaft entwickelte Reaktionsweise bezeichnet, die durch Wiederholung stereotypisiert geworden ist und beim Erleben gleichartiger Situationsbedingungen wie "automatisch" nach demselben Reaktionsschema ausgeführt wird, wenn sie nicht bewusst vermieden oder "unterdrückt" wird. In spielerischen Zusammenhängen oder absichtlich, also bewusst gelernte, insbesondere in Schule und Lehre gezielt eingeübte Verhaltensweisen werden dagegen wie alle irgendwie nützlichen Gewohnheiten (z.B. in der Muttersprache reden zu können) selbst bei größter Routine als Fähigkeiten oder - vor allem bei größerer Geschicklichkeit dabei - auch als Fertigkeit bezeichnet. Die Ausbildung von Gewohnheiten besonders in der Form von Vorlieben und Abneigungen zeigen bereits Einzeller, die dressiert werden können, also über eine für den Beobachter erkennbare Merkfähigkeit verfügen. Beim Menschen hat sich das Lernvermögen weit darüber hinaus zu einer ausgeprägten und aktiv beeinflussbaren Erinnerungsfähigkeit erweitert, die sich in den ersten Anzeichen allerdings erst im vierten bis fünften Lebensjahr eines Menschen zu zeigen beginnt. Ihre Bezeichnung als Gedächtnis verweist darauf, dass sie Voraussetzung allen Denkens ist, das als Tätigkeit allerdings seinerseits auch leicht "zu bloßer Gewohnheit" werden kann. Wie die moderne Hirnforschung plausibel gemacht hat, bestehen bei der menschlichen Entwicklung im ersten Lebensjahrzehnt und dabei wiederum in dessen erster Hälfte besonders günstige physiologische Bedingungen für elementare Lernvorgänge mit der Folge, dass sich in diesen Lebensjahren Gewohnheiten besonders leicht und schnell ausbilden. Ihre Bezeichnung als "Gewohnheit" verweist in glücklicher Weise darauf, dass die meisten davon gewöhnlich dort ausgebildet werden, wo wir als Kinder gewohnt und woran wir uns dabei von klein auf gewöhnt haben. Bemerkenswert ist, dass auch beim Menschen echtes Prägungslernen nachweisbar ist. So können sich Säuglinge den Geruch und besondere akustische Merkmale ihrer Umgebung geruchliche einprägen; zum Beispiel bevorzugen sie im Wahlversuch dann den Brustgeruch ihrer Mutter vor dem Geruch anderer Frauen. Ein mit der Flasche aufgezogene Säuglinge zeigt eine derartige Gewohnheit nicht. In ähnlicher Weise werden Säuglinge in den ersten Lebenstagen auf die Stimme ihrer Mutter "geprägt". Auch das Erlernen der Muttersprache wird häufig als Prägungslernen bezeichnet, da es offenbar ein "Zeitfenster" gibt, während dem eine Sprache mühelos phonetisch rein erlernt werden kann. Die für solches Prägungslernen typische Stabilität des Erlernten wird in der Regel mit Änderungen der neuronalen Verschaltung im Gehirn erklärt. Die Redewendung von der Macht der Gewohnheit(en) bezieht sich dagegen auf die Tatsache, dass ein Tun oder Machen auf der Grundlage ausgeprägter Gewohnheiten immer schneller zustande kommt als ein bewusstes Handeln, das wegen der zu seiner Vorbereitung nötigen Überlegungen und Entscheidungen stets mehr Zeit in Anspruch nimmt als ein reflexhaft zustande kommendes quasiautomatisches gewohnheitsmäßiges Reagieren. Stark ausgeprägte oder starre Denk- und Verhaltensgewohnheiten können für die Kreativität abträglich sein und zu einem eingefahrenen, mehr oder weniger gedankenlosen Reagieren führen. Zudem erfordert gewohheitsmäßiges Reagieren wegen seines reflexartigen Ablaufs wenig Aufmerksamkeit. Ausgeprägtes gewohnheitsmäßiges Reagieren kann daher zu höhergradiger selektiver Aufmerksamkeit führen und darüber zu gewohnheitsmäßiger Unaufmerksamkeit, wegen der wiederum ein gewohnheitsmäßiges Reagieren weiter gefördert wird. Zeigt eine nennenswere Anzahl von Angehörigen einer Gruppen dieselbe Gewohnheit, so kann diese zur unhinterfragten sozialen Sitte oder kollektiven Überzeugung werden. Aufwendigere Bräuche werden dagegen eher bewusst beibehalten, vor allem wenn sie eingeübt werden müssen und zu denselben Gelegenheiten wie etwa jahreszeitlichen Festen zu festen Zeiten oder festgelegten Zeitpunkten regelrecht gepflegt werden. Auf gemeinsamem Handeln beruhen auch Gewohnheitsrechte und Pflichten, die zurückgehen auf längere Zeit beibehaltenen Absprachen und gegenseitigen Verpflichtungen, die zunächst vielleicht nur einzelne Personen miteinander und vielleicht auch nur ad-hoc eingegangen waren.
- Von einer Gewohnheit zu unterscheiden ist die Gewöhnung oder Habituation. Damit ist das Phänomen gemeint, dass ein Individuum auf einen wiederholt erlebten Reiz zunehmend geringere oder im Extremfall gar keine Reaktionen mehr zeigt. Man spricht in derartigen Fällen auch von Desensibilisierung. Sie lässt sich in Form einer am besten systematischen Desensibilisierung auch gezielt nutzen; bei Menschen muss sie allerdings meist auch bewusste Einstellungsänderungen miteinschließen.

Siehe auch

Abhängigkeit, Sucht, Bedürfnis, Kategorie:Allgemeine Psychologie Kategorie:Verhaltensbiologie

Konvention

Eine Konvention (lat. conventio „Übereinkunft, Zusammenkunft“) ist eine nicht formal festgeschriebene Regel, die von einer Gruppe von Menschen aufgrund eines Konsens eingehalten wird. Die Übereinkunft kann stillschweigend zustande gekommen oder auch ausgehandelt worden sein. Wichtige internationale Konventionen sind die UN-Konventionen der Vereinten Nationen (zum Beispiel die UN-Kinderrechtskonvention), die von den Staaten der Erde ratifiziert und dadurch verbindlich werden. Historisches Beispiel: Salinenkonvention Siehe auch: Konvent Kategorie:Soziologie Kategorie:Völkerrechtlicher Vertrag

Gemeinschaft

Unter Gemeinschaft (herrührend von dem Wort "gemein") versteht man die zu einer Einheit zusammengefassten Individuen (Gruppe), wenn die Gruppe emotionale Bindekräfte aufweist und ein Zusammengehörigkeitsgefühl (Wir-Gefühl) vorhanden ist. Häufig wird das Wort auch benutzt, wenn die emotionalen Bindekräfte erst entstehen sollen, z.B. Europäische Gemeinschaften. Gelegentlich wird eine programmatische Aussage mit der Benutzung des Wortes getroffen.

Allgemeines

Die kleinste Gemeinschaft ist die Familie ungeachtet ihres rechtlichen Rahmens. An ihr wird bereits deutlich, dass Gemeinschaften aufgrund freier Willensentscheidung entstehen können (Ehepartner). Andererseits kann man ohne freie Willensentscheidung in eine Gemeinschaft hineingeboren werden (Kinder). Neben den Extremen der freien Willensentscheidung und des hinein geboren Werdens gibt es in der Praxis viele Gemeinschaften, bei denen die freie Willensentscheidung so eingeschränkt ist, dass sie kaum wahrnehmbar ist, ohne dass man hineingeboren wird. Ein Beispiel hierfür ist die Klassengemeinschaft in der Schule. Auch Schicksalsgemeinschaften zählen zu den Gemeinschaften, etwa zunächst wildfremde Menschen, die einander auf Grund eines Unfalls z.B. im Rettungsboot über längere Zeit gegenseitig helfen. Eine Gemeinschaft entwickelt ein Eigeninteresse, welches sich an den alltäglichen Zielsetzungen der Lebensführung der Mitglieder bemisst und entsprechend auf vielerlei Weise miteinander verflochten ist. Nicht selten fällt deshalb der Austritt aus der Gemeinschaft leichter oder schwerer, wird auch behindert oder moralisch diskreditiert ("Untreue"), denn einen argumentativ vorbringbaren Einzelzweck haben sie gerade nicht. Politische Zwangsverbände werden oft als "Gemeinschaften" deklariert, um ihre Mitglieder moralisch an sie zu binden, am nachhaltigsten in totalitären Diktaturen. Kriterien für Gemeinschaften sind:
- Klare Festlegung der Zugehörigkeit und damit Abgrenzung zum "Rest der Welt"
- freiwillige Solidarität der Gemeinschaftsangehörigen untereinander (Primat des Gemeinschaftsinteresses vor dem jeweiligen Individualinteresse)
- Emotionale Bindungskräfte (Wir-Gefühl)
- Nicht nur kurzzeitige Existenz der Gemeinschaft
- Vertrautheit der Gemeinschaftsangehörigen (gilt auch für anonyme Großgemeinschaften wie Völker) Anmerkungen: Die klare Zugehörigkeit muss für Außenstehende nicht zwingend erkennbar sein. Es muss sich auch nicht um objektiv eindeutige Kriterien handeln. Wesentlich ist, dass die Gemeinschaftsmitglieder "wissen" (oftmals mehr spüren), wer dazu gehört und wer nicht. Oft werden Zugehörigkeitsmerkmale bewusst oder unbewusst künstlich geschaffen, etwa in Form von besonderen Kleidungsmerkmalen. Gelegentlich kommt es vor, dass Gemeinschaften Personen vereinnahmen, die gar nicht dazugehören wollen. Zum Beispiel wollen die Südtiroler keine Italiener sein, die Basken keine Spanier. Auch die Dauer einer Gemeinschaft kann strittig sein. Bei Familien kommt es vor, dass ein Teil (häufig die Kinder) die Gemeinschaft noch als existent sehen, während andere (hier die Ehepartner) sie als zerbrochen betrachten. Grundsätzlich drücken Gemeinschaften mehr Zusammengehörigkeit aus als bloße Gesellschaften, bei denen die gemeinsame Interessensvertretung im Vordergrund steht.

Soziologische Theorie i. e. S.

Eine besondere Untersuchung über den grundsätzlichen Unterschied zwischen Gemeinschaft und Gesellschaft stammt von dem deutschen Soziologen Ferdinand Tönnies (1855-1936) in "Gemeinschaft und Gesellschaft" von 1887 (viele Auflagen). Tönnies entwickelte darin den Ansatz, dass "Gemeinschaft" und "Gesellschaft" beide den Gegenstand der (von ihm damit in Deutschland begründeten) "Soziologie" ausmachten. Beide sind ihm Formen sozialer Bejahung, wobei der Wille, sich als einen Teil eines Kollektivs zu sehen (sich selbst notfalls als Mittel, das Kollektiv als Zweck – der Wesenwille), "Gemeinschaften" ausmache – indes der Wille, sich eines Kollektivs als eines Mittels zum eigenen Nutzen zu bedienen (der Kürwille), "Gesellschaften" konstituiere. In der Reinen Soziologie der Begriffe schlössen also die Begriffe "Gemeinschaft" und "Gesellschaft" einander aus (er nennt solche Begriffe Normaltypen); in der empirischen Welt, dem Feld der Angewandten Soziologie, erscheinen sie hingegen nach Tönnies immer gemischt. Als Sonderformen unterscheidet Tönnies dann zwischen den "Gemeinschaften des Blutes" ("Verwandtschaft"), "des Ortes" ("Nachbarschaft") und "des Geistes" ("Freundschaft").
In seinem Spätwerk Geist der Neuzeit wandte Tönnies diese Begriffe an und folgerte, dass im (europäischen) Mittelalter die "Gemeinschaft" die vorwiegende Anschauungsweise gewesen sei, in der man Kollektive verstanden habe, dass sich dies aber mit der Neuzeit zu Gunsten der Anschauung gewandelt habe, alle Kollektive eher als "Gesellschaft" zu verstehen. Der französische Soziologe Émile Durkheim traf die berühmt gewordene Unterscheidung zwischen mechanischer und organischer Solidarität. Mechanische Solidarität beruht auf der Gleichheit der Kompetenzen der Mitglieder, "organische Solidarität" auf ihrer Unterschiedlichkeit. Mit "mechanischer Solidarität" wird die Unterscheidung nach außen deutlicher ("Wir Arbeiter", "Wir Deutschen", "Wir Frauen"), während in der organischen Solidarität die gegenseitige Ergänzung (Arbeitsteilung) zu einer Einheit deutlich wird (Mann und Frau in der Familie, verschiedene Spezialisten in der arbeitsteiligen Volkswirtschaft). Dauerhafte Gemeinschaften haben sowohl mechanische als auch organische Elemente. Der deutsche Soziologe Max Weber erörtert, an Tönnies angelehnt, "Vergemeinschaftung" in Wirtschaft und Gesellschaft. Die Kommunitarismus-Diskussion, ausgehend von den USA, benutzt vergleichbare Auffassungen von Community, ohne die "Gemeinschafts"-Diskussion in der europäischen Soziologie nennenswert rezipiert zu haben.

Besondere Gemeinschaftsformen

Ferdinand Tönnies nennt als typisch Verwandtschaft, Nachbarschaft (der Begriff ist bei ihm vom Dorf bis hin zur griechischen Polis anwendbar) und Freundschaft. Religionsgemeinschaften, vor allem Ordensgemeinschaften sind im tönnesianischen Sinn in ihrem Selbstbild stark "gemeinschaftlich"; der Einzelne opfert sich dem Kollektiv bis hin zum Martyrium. Doch über kurz oder lang 'vergesellschaften' sie sich (vgl. auch Max Webers "Vergesellschaftung"). Bei Sportgemeinschaften wird das füreinander Eintreten im Mannschaftssport besonders wahrnehmbar. Bei Extremsportarten wie Bergsteigen wird die Verlässlichkeit der Gemeinschaftsmitglieder zu einem wesentlichen Element. Die Volksgemeinschaft wurde zu Beginn des ersten Weltkriegs als Schlagwort für den Zusammenhalt der Nation beschworen, als Kaiser Wilhelm II. proklamierte: "Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche." In der Weimarer Republik stritten sich die Parteien um den Begriff. Noch 1933 sprach Otto Wels in seiner berühmten Rede gegen das Ermächtigungsgesetz davon, dass die SPD die wirkliche Volksgemeinschaft wolle. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde die Idee der Volksgemeinschaft Teil einer politischen Beschwörungsformel, mit der Hitler Deutschland in den 2. Weltkrieg führte und den Holocaust rechtfertigte. Wirtschaftliche Gemeinschaften wie z.B. die Gemeinschaft Dämmstoff Industrie haben meistens nur das Wort im Namen und sind meistens reine Interessensvertretungen. Zumindest bei der Gründung war aber i.a. der Gedanke dabei, dass man ein Gemeinschaftsgefühl aus gleichartiger Tätigkeit und eine Solidarität der Mitglieder schaffen könne. Wissensgemeinschaften sind Netzwerke von Erfahrungsträgern und Interessierten an einem Wissensgebiet, z.B. Projektmanagement. Sie wollen Wissen in diesem Gebiet teilen und weiterentwickeln, z.B. mit Methoden und Lösungen des Wissensmanagements. Typische Wissensgemeinschaftsformen sind das Expertennetzwerk (Community of Practice) , die Nutzergemeinschaft, z.B. eines Produkts, oder betriebliche Organisationsformen wie Organisationseinheiten und Teams. Die Versicherten-Gemeinschaft empfindet im allgemeinen wenig Solidarität, aber dennoch handelt es sich um eine Solidargemeinschaft. Allerdings ist der Gedanke meist verlorengegangen, dass z.B. eine Brandversicherung nichts anderes bedeutet, als dass die Masse der Nicht-Brandgeschädigten (durch ihre Beiträge) den Brandgeschädigten unterstützt. Lebensgemeinschaften aller Art sind auf die gesamte Dauer des Lebens angelegt. Neben der Ehe und der Lebenspartnerschaft zählen dazu beispielsweise religiöse Orden, auch "Lebensbünde" (vgl. - auch generell - den "Bund"), von Burschenschaften, Corps, Sängerschaften, Turnerschaften u.a. Verbindungsstudenten. Hier sind auch faktische Zwangsgemeinschaften auf Lebenszeit auffindbar, z.B. Geheimdienste. Korpsgeist s. ebd. Zu ganzheitlich ökologischen Gemeinschaftsformen, siehe: Ökosiedlung, und [http://en.wikipedia.org/wiki/Global_Ecovillage_Network Global Ecovillage Network] .

Literatur

Lars Clausen, Gemeinschaft, in: Günter Endruweit/Gisela Trommsdorf, Wörterbuch der Soziologie, Stuttgart (Lucius & Lucius) ²2002, S. 183-185, ISBN 3-8282-0172-5

Missbrauch

Menschliche Individuen (soziale Akteure) können "Gemeinschaften" nur begrenzt bilden. Es ist ihnen praktisch nicht möglich, zu jedem Zeitpunkt in allen ihren sozialen Beziehungen gemeinsame Ziele zu verfolgen oder jegliche Handlungen gemeinschaftlich durchzuführen. Im theoretisch strengen Sinne ist es ihnen sogar nie zur Gänze möglich, obwohl sie es anders empfinden können. Der Begriff "Gemeinschaft" ist daher eine oft missbrauchte Fiktion. Der Begriff dient dann zumeist dem, Menschen zu einem von Zweckorganisationen oder von einzelnen charismatischen Personen gewünschten Handlungen zu drängen, indem der Eindruck erweckt wird, dieses Handeln geschehe für ihm teure oder lebenswichtige Gemeinschaften (vgl. Ideologie, Derivation). So propagierten die Nationalsozialisten den Begriff der "Volksgemeinschaft", um die von ihnen beherrschten Menschen für ihre nationalistischen, kriegerischen und rassistischen Ziele zu gewinnen.

Siehe auch


- Ferdinand Tönnies, Geist der Neuzeit, 1935, 2. Aufl. 1998 im Rahmen der kritischen Ferdinand Tönnies Gesamtausgabe
- Ökosiedlung
- Neue Gemeinschaft,
- Gemeinwesen
- Partnerschaft (Beziehung) Kategorie:Soziologie

Weblinks

[http://en.wikipedia.org/wiki/Global_Ecovillage_Network Global Ecovillage Network] [http://de.mabico.com/en/news/european_community/ Gemeinschaft] Kategorie:Wortexport

Innovation

Innovation heißt wörtlich "Neuerung" oder "Erneuerung". Das Wort leitet sich aus den lateinischen Begriffen novus für neu und innovatio für etwas neu Geschaffenes ab. Im Deutschen wird der Begriff im Sinne von neuen Ideen und Erfindungen, sowie deren (wirtschaftlicher) Umsetzung verwendet. Aus archäologischer Sicht gibt es Zeiten der Innovation, in denen schubartig Neuerungen auftraten. So dass die Meinung verteten wird, das Innovation auch ein bestimmtes Klima braucht. Erfindung Zu unterscheiden ist zwischen Invention und Innovation. Inventionen umfassen neue Ideen bis einschließlich Prototypenbau bzw. konkreter Konzeptentwicklung in der vormarktlichen Phase. Innovationen ergeben sich aus der Umsetzung bzw. Verwertung. Neu kann in diesem Sinne eine echte Weltneuheit oder aus Sicht eines einzelnen Unternehmens, Mitarbeiters etc. eine subjektive Neuheit bedeuten. Man unterscheidet unter anderem technische, organisatorische, institutionelle und soziale Innovationen. Unterschieden werden Innovationen auch nach ihrem Grad an "Neuheit". Dabei betrachtet man die Kombination aus Zweck des Gegenstandes oder Produktes und die Mittel mit denen dieser Zweck erreicht wird. Erreicht eine Innovation in beiden Dimensionen hohe Werte so spricht man auch von einer radikalen Innovation. Der Begriff Innovation im Sinne von "neu" wird aktuell fast ausschließlich positiv besetzt und verkommt häufig zum nebulösen Schlagwort. Im Ursinn ist er eigentlich ein Oberbegriff für auch durchaus negativ besetzte Begriffe, wie z.B. "Rationalisierung" oder "Globalisierung".

Wirtschaftswissenschaftliche Verwendung

Nach dem Volkswirt Joseph Schumpeter ist "Innovation" die Durchsetzung einer technischen oder organisatorischen Neuerung, nicht allein ihre Erfindung. Seit der Übersetzung von Schumpeters Band "Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung" 1963 aus dem Englischen findet der Begriff auch in Deutschland breite Verwendung. Innovator ist für Schumpeter der schöpferische Unternehmer (im Gegensatz zum Arbitrageunternehmer, der lediglich vorhandene Preisunterschiede zur Gewinnerzielung ausnutzt), der auf der Suche nach neuen Aktionsfeldern den Prozess der schöpferischen Zerstörung antreibt. Seine Triebfeder sind auf der Innovation basierende kurzfristige Monopolstellungen, die dem innovativen Unternehmer Pionierrenten verschaffen. Das sind geldwerte Vorteile (auch Innovationspreise), die durch die innovativen Verbesserungen entstehen, zum Beispiel durch höhere Produktivität.

Innovationsforschung

Die Innovationsforschung beschäftigt sich zum einen mit der Frage »WAS« das Ziel einer Innovation sein soll - die Genese neuer Problemlösungs-Anwendungsfeld-Kombinationen. Das kann eine Produktinnovation aber auch neue Organisationsform, Technologie, ein Verfahren oder ein neues Anwendungsfeld sein. Zum anderen »WIE« diese realisiert werden können, also mit Innovationsprozessen und damit der Frage des Übergangs des betreffenden Subjekts/Objekts vom Zustand t0 in den Zustand t1. Im Mittelpunkt der Prozessbetrachtung stehen Prozessformen, bspw. bewusst gesteuerte, sich selbstorganisierende oder informell bzw. en passant ablaufende Prozesse sowie die Möglichkeiten und Grenzen einer gezielten Gestaltung bzw. Beeinflussung. Neuerdings gilt das Forschungsinteresse zunehmend der "history dependency", also der Pfadabhängigkeit von Innovationsprozessen und deren Ergebnissen. Im Mittelpunkt steht die Annahme, dass die Entwicklungsvergangenheit einer Organisation, eines Produktes, einer Technologie etc. künftige Entwicklungsmöglichkeiten und -vorgehensweisen beeinflusst und begrenzt (history matters). Unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Historie wäre damit nicht jedes beliebig gewünschte Innovationsziel erreichbar. Erhärten sich die bisherigen Erkenntnisse, hat das Konsequenzen für die Innovationspraxis in Unternehmen: Diese müssen nicht mehr wie Lemminge modischen Schlagworten und kurzlebigen Trendkonzepten hinterherlaufen, wenn sie innovieren wollen. Vielmehr richten sie den Blick stärker auf die eigenen Potenziale und deren historische Formierung, um letztlich Wettbewerbsvorteile auf der Basis echter Alleinstellungsmerkmale zu erarbeiten. So unterscheidet man auch Produkt-, Verfahrens- und Managementinnovation. Wobei letztere die erfolgversprechendste zu sein scheint, da Manager als Letztentscheider über die Verteilung der Ressourcen bestimmen. Produkt- und Verfahrensinnovationen sind in diesem Sinne Resultate von Managementinnovationen.

Siehe auch


- Innovationskultur, Innovationsökonomie, Innovationshindernis, Innovationsmanagement
- Innovationspsychologie
- Innovationswirtschaftliche Erfolgsfaktoren
- Kreativität, Kreativitätstechnik, Kreatives Milieu
- Produktinnovation
- Social Construction of Technology
- Techniksoziologie
- Zukunftstechnologie
- Systeminnovation
- Managementinnovation

Weblinks

[http://www.ipi.ethz.ch Portal zur Produktinnovation] [http://www.tbs-hessen.org/wichtiges/innoserieteaser.html Technologieberatungsstelle Hessen "Was ist eigentlich Innovation?" - Artikelsammlung] [http://www.innovation.niedersachsen.de Aktuelle Meldungen zu Innovationen in unterschiedlichen Technologiefeldern] Kategorie:Management

Unternehmenskultur

Die Unternehmenskultur beeinflusst den Umgang, das Auftreten und Benehmen der Mitarbeiter und Führungskräfte untereinander sowie gegenüber Kunden, Lieferanten, Geschäftspartnern und neuen Mitarbeitern. Das so geschaffene Klima wirkt auf die Beteiligten zurück, die sich auf diese Weise der vorherrschenden Unternehmenskultur anpassen oder widersetzen, jedenfalls aber bewußt oder unbewußt ihr Verhalten an ihr ausrichten.

Grundlagen

Das Konzept der Unternehmenskultur überträgt den Kulturgedanken aus der Kulturanthropologie auf Organisationen. Demnach bildet jede Organisation eine spezifische Kultur heraus, die das organisatorische Verhalten maßgeblich prägt. Sie ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Normen, Denkhaltungen und Paradigmen, welche die Mitarbeiter teilen und damit das Zusammenleben im Unternehmen sowie das Auftreten nach außen hin prägen. Durch diese Kultur wird die Corporate Identity und das Erscheinungsbild (Corporate Design) des Betriebes geprägt. Hier sei vor allem Edgar H. Schein erwähnt. DER Wegbereiter des Forschungsfeldes Organisationskultur. Schein definiert Unternehmeneskultur als "ein Muster aus gemeinsamen Grundprämissen, das die Gruppe bei der Bewältigung ihrer Probleme externer Anpassung und interner Integration gelernt hat und das sich bewährt hat. Daher wird es an neue Mitglieder als rational und emotional korrekter Ansatz für den Umgang mit Problemen weitergegeben." Unternehmenskultur wird allgemein als veränderlich angesehen, wobei es nicht möglich ist, abschließend und allgemeingültig Ansatzpunkte aufzuzählen. Unternehmenskultur entsteht durch die geteilten Erfahrungen der Belegschaften und ist nur sehr langsam gezielt zu verändern. Zudem beeinflussen soziale und wirtschaftliche Rahmenbedingungen sowie die Unternehmensstruktur und die -strategie die Unternehmenskultur.

Unternehmenskultur in der Betriebswirtschaftslehre

Nicht alle Modelle eines Unternehmens erkennen die Existenz einer Unternehmenskultur an. Frühe mechanistische Unternehmensbilder gingen von einem funktionierenden Apparat oder einer militärisch organisierten Maschine aus. Die Prinzipal-Agent-Theorie zeigte jedoch auf, dass im Unternehmen durchaus Eigeninteressen der Mitarbeiter und des Managements bestehen. Die Erforschung der Faktoren und Einflußmöglichkeiten auf die Unternehmenskultur bildet heute einen wichtigen Teil der Betriebswirtschaftslehre und einen Schnittpunkt zur Soziologie. In einem Verhaltenskodex mit Regelungen und Richtlinien zur unternehmensexternen und -internen Kommunikation sind Führungsgrundsätze und das gewünschte Verhalten der Mitarbeiter festgelegt. Grundlage für den Verhaltenskodex sind die Werte, zu denen sich das Unternehmen bekennt, die in die Alltagsarbeit einfließen sollen. So ergibt sich ein typisches Gesamtbild (Image) eines Unternehmens, welches auch im Rahmen der Marktkommunikation des Marketing innerhalb der Betriebswirtschaftslehre geplant und vermittelt wird und z.B. auch in die Arbeitsgrundlage externer Dienstleister, wie z.B. das Briefing von Werbeagenturen oder Investor-Relations-Beratern Eingang findet. Mit dem als Unternehmenskulturansatz bekannten Veränderungsmanagement (change management) versucht man über die Entwicklung gemeinsamer Visionen und der Formulierung eines Leitbildes an der Unternehmenskultur gezielt zu arbeiten. Unter Diversity Management werden verschiedene Ansätze zusammengefasst, um verschiedenartige Mitarbeiter und -gruppen zu integrieren und eine einheitliche Unternehmenskultur einzuführen. Damit das Selbstverständnis des Unternehmens gezeigt, gelebt und kommuniziert werden kann, wird es durch Schulungsmaßnahmen und Führungsanweisungen eingeübt und vermittelt. Der Unternehmer beabsichtigt damit die interne Kommunikation zu fördern, Entscheidungen zu beschleunigen und die Rentabilität zu erhöhen.

Auswirkungen in der Praxis

Eine positive Unternehmenskultur ist das stärkste Führungsinstrument einer Organisation und äußert sich im Alltag in den Reaktionen der Mitarbeiter. Sie erlaubt durch eine freundschaftliche oder kompetitive Atmosphäre eine ansonsten unerklärliche Leistung der Mitarbeiter. Eine negative Unternehmenskultur ist oft demotivierend, atomisierend, begünstigt Reibereien und ist ein ernstes Warnsignal, das nicht überhört werden sollte. Bei einer Fusion sind regelmäßig inkompatible Unternehmenskulturen der Grund des Scheiterns, was sowohl die Wichtigkeit der Kultur wie auch die Langsamkeit ihrer Anpassung unterstreicht. Große Teile der betriebswirtschaftlichen Praxis sind ohne Kenntnis über die Beschaffenheit der Unternehmenskultur nicht verständlich: In einer finanziellen Notsituation des Unternehmens ist ein persönlicher Brief des Vorstandes an die Mitarbeiter z.B. häufig wichtiger als finanztechnische Manöver. Die Unternehmenskultur sorgt für die Einmaligkeit einer Organisation und kann deshalb einen großen und starken Beitrag zum Alleinstellungsmerkmal einer Organisation darstellen; auf diese Art kann es gelingen, Talente anzuziehen und an das Unternehmen zu binden. Unternehmenskultur hat daher durchaus einen finanziell bezifferbaren Nutzen, wenn auch nicht der ganze Nutzen finanziell erfassbar ist. Eine gemeinsam getragene Unternehmenskultur
- stärkt die Identifikation der Mitarbeiter mit ihrem Arbeitgeber
- macht Grundsatzdiskussionen überflüssig
- stärkt die Identifikation mit den kurz-, mittel- und langfristigen Unternehmenszielen
- fördert den innerorganisatorischen Zusammenhalt
- steigert die Effizienz und Leistungsfähigkeit von Unternehmen. Kommt es zu einer Schere zwischen der postulierten Unternehmensphilosophie und der gelebten Unternehmenswirklichkeit, entsteht eine für die Entwicklung der Unternehmenskultur sehr nachteilige "Cultural Gap".

Gestaltbarkeit der Unternehmenskultur

Der Unternehmenskultur wird ein großer Einfluss auf den Erfolg einer Organisation zugeschrieben. Daher ist die Frage, ob und wie die Unternehmenskultur durch das Management beeinflusst werden kann, für die Management- und Organisationslehre sehr interessant. Auf diese Fragen gibt es verschiedene Sichtweisen, die sich unter vier Ansätzen zusammenfassen lassen:
- Autonomie-Ansatz: Der Autonomie-Ansatz geht von der vollkommenen Autonomie der Kultur gegenüber Beeinflussungsmöglichkeiten aus. Demnach sind gezielte Veränderungen z.B. durch das Management gar nicht möglich. Die Kultur ist demzufolge ein zufälliges Ergebnis der Interaktion der Organisationsmitglieder.
- Krisen-Ansatz: Dieser Ansatz sieht die Kultur als unveränderlich an, solange keine Krise existiert. Bei einer Krise werden die Werte und Normen einer Organisation durch deren Mitglieder in Frage gestellt, weil sie nicht mehr die richtigen Antworten auf die Probleme liefern. Es kommt zu einer "Revolution" und die überkommenen Regeln werden durch neue ersetzt.
- Gärtner-Ansatz: Der Gärtner-Ansatz betrachtet die Kultur als etwas Beeinflussbares. Ähnlich wie ein Gärtner kann das Management versuchen, die Kultur zu beeinflussen. Die Betonung liegt hier auf "versuchen", da die Einflussnahme nicht immer zu den gewünschten Ergebnissen führen muss. Die Einflussnahme kann auch zu unbeabsichtigten Resultaten führen. Instrumente zur Beeinflussung sind das Führungsverhalten und Führungsverständnis des Managements sowie die Interne Kommunikation mit Instrumenten wie die Betriebsversammlung, das Intranet und die Mitarbeiterzeitung.
- Macher-Ansatz: Nach dieser Vorstellung ist die Kultur beliebig und immer mit den gewünschten Resultaten veränderbar. Der Manager kann die Kultur durch Eingriffe nach seinen Vorstellungen verändern.

Einzelaspekte

Literatur


- Paul Bate: "Cultural Change - Strategien zur Änderung der Unternehmenskultur". Gerling Akademie Verlag München 1997, ISBN 3932425030
- Christian Berggold: "Unternehmensidentität: Emergenz, Beobachtung und Identitätspolitik : Ansatzpunkte einer organisationstheoretischen Betrachtung". VWF Berlin 2000, ISBN 3897002728
- Anne Nieberding: "Unternehmenskultur im Kaiserreich: J.M. Voith und die Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co.", Beck München 2003, ISBN 340649630-X
- Andreas Unterreitmeier: "Unternehmenskultur bei Mergers & Acquisitions: Ansätze zu Konzeptualisierung und Operationalisierung", Dt. Univ.-Verlag Wiesbaden 2004, ISBN 3824481650
- Christian Stadler: "Unternehmenskultur bei Royal Dutch/Shell, Siemens und DaimlerChrysler". Steiner Stuttgart 2004, ISBN 3515083391
- Joachim Dettmann/Michael Holewa: "Vertrauen - oder das Wunder der Loyalität. Beiträge zu Unternehmenskultur als Marketing-Strategie". transfer-project Berlin 2006, www.efb-consulting.de, ISBN 3-937684-03-4
- Edgar H. Schein: "Unternehmeskultur, EHP Verlag, 2003, ISBN 3897970147
- Unger, Stefanie; Hattendorf, Kai; Korndörffer, Sven H.: Was uns wichtig ist. - Eine neue Führungsgeneration definiert die Unternehmenswerte von morgen. Wiley-VCH . 2005. ISBN 3-52750-189-4

Siehe auch

Betriebsklima, Betriebliche Sozialpolitik, Betriebsrente, Flache Hierarchie, Unternehmensethik, Portal:Verhandlung und Verkauf

Weblinks


- [http://www.wertekommission.de Wertekommission - Verein von Fach- und Führungskräften zwischen 25 und 45 Jahren, der zum Thema Werte in der Wirtschaft arbeitet]
- [http://www.ci-portal.de/ Corporate Identity Portal (Deutsch)]
- [http://www.corporate-effects.de/ Corporate-Effects (Deutsch)]
- [http://www.cidoc.net/ Corporate Identity Documentation (English)]
- [http://users.ncrvnet.nl/mstol/ A Website about Corporate Identity (English)]
- [http://www.onpulson.de/management/wissen.php?site=56- Corporate Identity Infos (German)] Kategorie:Management Kategorie:Marketing Kategorie:Betriebswirtschaftslehre Kategorie:Öffentlichkeitsarbeit

Strategie

Der Begriff der Strategie stammt aus dem Griechischen und bedeutet Heeresführung. Strategie bedeutet soviel wie ein zielorientiertes Vorgehen, einen langfristigen Plan. Plan

Abgrenzung

Die Begriffe Strategie, Operation und Taktik hängen eng mit einander zusammen. Alle zielen auf den richtigen Einsatz bestimmter Mittel in Zeit und Raum. Clausewitz hat als erster Kriegstheoretiker der Neuzeit die Begriffe Taktik, Operation und Strategie definiert. Diese Definitionen werden hier verwendet:
- Strategie ist der große Plan über allem. In der Strategie beschäftigt man sich eher mit langen Zeiträumen, während man sich in der Taktik eher mit kleineren Zeiträumen beschäftigt. Währenddessen stellt die Strategie die Führung von Gefechten zum Zwecke der Kriegsführung dar - also der große Plan hinter allem. In seiner ursprünglichsten Form, zielte die Anwendung einer Strategie nur auf militärische Zwecke ab.
- Taktik ist die aktuelle Aktivität um ein Ziel zu erreichen. Als Taktik bezeichnet er die Führung der Truppen in das Gefecht also die unmittelbare Art der Verwendung von Streitkräften im (in einem) Gefecht, die "kurzfristige" Taktik als Teil einer Strategie.
- Zwischen Taktik und Strategie sieht Clausewitz den Begriff der Operation. Die Führung der Truppen unmittelbar im (in einem) Gefecht ist seiner Definition nach die Taktik, die Führung der Truppen über mehrere Gefechte hinweg eine Operation und die Strategie ist die Führung der Truppen während des gesamten Krieges. Zwischen taktischen, operativen und strategischen Erwägungen kann es hierbei durchaus zu Unterschieden kommen.
  - Aus taktischer Sicht mag es durchaus sinnvoll sein, die aktuelle Schlacht zu gewinnen.
  - Aus operativer Sicht jedoch kann es sinnvoll sein, eine Schlacht zu verlieren, wenn hierdurch die feindlichen Kräfte in einen Hinterhalt gelockt oder die eigenen Resourcen geschont werden können.
  - Aus strategischer Sicht wiederum kann der Ausgang der einzelnen Schlachten vollkommen unerheblich sein, solange der Krieg selbst gewonnen wird. Strategem: Dagegen bedeutet der verwandte Begriff Strategem eine spezielle Kriegslist, ein Trick oder ein manipulativer Kunstgriff im politischen und privaten Leben, der eine Symbiose aus Weisheit und Schläue zum Vorspiegeln, Verschleiern, Verlocken und Mitleid erregen bildet.

Prinzipien der militärischen Strategie

Die folgenden Strategieprinzipien sind weit verbreitet:
- Gesetz der Massen. Für den Fall, dass ideale Bedingungen herrschen, gilt, dass wenn man einer feindlichen Kampfeinheit eine eigene Kampfeinheit entgegenschickt, man mit einer 50% Gewinnchance rechnen kann. Ferner muss mit einer Verlustrate von 1:1 gerechnet werden.
- Ziele. Auswahl entscheidender Ziele.
- Initiative. Dem Feind die Initiative nehmen.
- Konzentration der eigenen Kräfte auf einen entscheidenden Punkt.
- Die eigenen Kräfte schonen.
- Wirkung der eigenen Kräfte maximieren.
- Geheimhaltung wahren, bis es für den Feind zu spät ist, entsprechend zu reagieren.
- Setze unerwartete Elemente ein. So wie z.B. Täuschung, Verschleierung, Geschwindigkeit, Kreativität, Wagemut und Verwegenheit.
- Einfachheit. Pläne sind so einfach zu halten wie irgend möglich.
- Flexibilität. Strategien müssen flexibel sein, um sich den gegebenen Umständen anpassen zu können.

Geschichte der militärischen Stategien

Ein Stratege war im antiken Griechenland ein gewählter Heerführer (stratos = Heer, agein = führen). Viele Militärstrategen haben versucht, erfolgreiche Strategien auf einen Satz von Prinzipien zusammenzufassen. Als früheste Schrift hierzu gilt das von Sunzi (Sun-Tsu), einem chinesischen General und Militärstrategen verfasste Werk Die Kunst des Krieges (孫子兵法 Pinyin: sūn zǐ bīng fǎ), welches wahrscheinlich um 500 v. Chr. entstand. Sunzi führt in seinem Buch 13 Strategien auf, während z.B. Napoléon Bonaparte 115 Strategien auflistete. Nathan Bedford Forrest hingegen, ein General in der Armee der Konföderierten Staaten von Amerika (C.S.A.) während des Amerikanischen Bürgerkrieges, kannte nur eine Strategie: "Get there first with the most men." (Sei als erster da mit den meisten Leuten). Die ersten militärischen Strategien sind in Sunzis Werk Die Kunst des Krieges (孫子兵法Pinyin: sūn zǐ bīng fǎ), welches um 500 v. Chr. entstand. Die Feldzüge von Alexander dem Großen, Hannibal, Julius Caesar und Dschingis Khan demonstrieren großes strategisches Können.

Berühmte militärische Strategen


- Belisar
- Scipio Africanus Maior
- Caesar
- Carl von Clausewitz
- Erwin Rommel
- Liddell Hart
- Kutusow
- Antoine-Henri Jomini
- Napoleon
- Sunzi
- Suworow
- Helmuth Karl Bernhard Graf von Moltke

Nicht militärische Bedeutungen

Politik und Krieg

Eine Strategie ist im modernen Sinne ein Konzept, um die eigenen Ziele zu erreichen. Hierzu muss zunächst klar sein, welche Endziele verfolgt werden sollen und wie die Rahmenlage ist, insbesondere bezogen auf die handelnden Parteien. Falls die handelnden Parteien unterschiedliche Ziele verfolgen oder gar gegensätzliche, so prallen unterschiedliche Absichten aufeinander. Aufgabe der Strategie ist es nun, einen Weg so zu finden, dass der eigene Wille durchgesetzt werden kann. Dies kann durch diplomatische Aktionen (Abkommen, Allianzen, ...) oder wirtschaftliche Einflussausübung geschehen, in letzter Instanz auch durch Krieg. In diesem Sinne ist der Krieg nach wie vor ein Mittel der Politik und zwar das massivste und im Rahmen der Verhältnismäßigkeit das letzte Mittel. Krieg ist im Gegensatz zur Diplomatie darauf ausgerichtet, den Willen des Gegners mit Gewalt zu brechen.
Carl von Clausewitz schreibt über den Unterschied von Strategie und Taktik: "Die Taktik ist die Lehre vom Gebrauch der Streitkräfte im Gefecht, die Strategie die Lehre vom Gebrauch der Gefechte zum Zweck des Krieges."
Die wissenschaftliche Untersuchung von Fragen der politischen und militärischen Strategie findet u.a. in der Disziplin der Strategische Studien statt. siehe auch: Lissabon-Strategie

Sport und Spiel

Auch in Spielen ist Strategie gefragt: Die bekanntesten Strategiespiele sind Schach und in der asiatischen Welt Go. In den meisten Sportarten spielt Strategie im Einzelwettkampf eher eine untergeordnete Rolle, dort dominieren Taktik und Intuition. Strategie kann aber von Bedeutung sein für eine längere Serie von Wettkämpfen, etwa eine ganze Saison in einer Liga. Beispielsweise ist eine langfristige Strategie notwendig beim Einkauf und Verkauf von Spielern und noch mehr beim Aufbau von Nachwuchsspielern. Sportarten, die auch im Einzelwettkampf eine durchdachte Strategie erfordern, sind beispielsweise Baseball und American Football. Mit dem Aufkommen von Computerspielen entwickelten sich auch dort Spiele zur Strategie, in denen nur genau geplantes Vorgehen zum Erfolg führt. In der mathematischen Spieltheorie versteht man unter einer Strategie eine vollständige Handlungsanweisung für einen einzelnen Spieler, die alle denkbaren Spielsituationen eines Spiels abdeckt.

Ökonomie

Unter Strategie werden in der Wirtschaft die (meist langfristig) geplanten Verhaltensweisen der Unternehmen zur Erreichung ihrer Ziele verstanden. Weiteres siehe Hauptartikel Strategie (Wirtschaft)

Architektur

Die Entwurfsstrategie der Architekten beim Entwurf komplexer Bauten zielt u.a. auf die Sicherung ggf. erforderlicher Veränderbarkeit der Gebäude oder Gebäudeteile bei sich wandelnden Nutzeranforderungen. Der Strategie geht ein eigentümliches Rationalitätsverständnis voraus, das versucht, einen Überblick (Wissen, Objekte) und Weitsicht (Zeit) zu gewinnen. Ein für die Moderne typischer Strategiebegriff korrespondiert demnach mit einem Panoptismus, der die Möglichkeit vorsieht, Raum und Zeit kalkulierbar zu machen und die sich im Raum befindenden Objekte zu beherrschen. In der Postmoderne wird dieses Raumverständnis als gescheitert erklärt. Es gibt nicht den einen Raum, der kalkulierbar wäre. Damit einher geht die Vorstellung einer reflexiven Strategie, die sich selbst kontingent setzt, indem Sie z. B. die Unterscheidungen, mit denen sie operiert, wechselt. Damit wird der Raum zu einem Vexierbild. Nach dem Linguistic Turn wird Strategie somit nicht mehr mit Überblick zu übersetzen sein, sondern mit Durchblick, das die Beherrschung des Raums aufgegeben hat, sondern die Welt als Labyrinth versteht, indem es nun gilt, eine adäquate Weise der Bewegung zu finden.

Psychologie

Im Rahmen des von Marshall B. Rosenberg entwickelten Modells der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) bezeichnet eine Strategie einen Weg, ein Bedürfnis zu erfüllen. Der Begriff Strategie lässt sich in diesem Zusammenhang mit einer Handlung gleichsetzen, durch die ein Bedürfnis erfüllt wird, oder mit der Beziehung zu einer Person, durch die zur Erfüllung eines Bedürfnisses beigetragen wird. Konflikte entstehen laut GFK niemals zwischen verschiedenen Bedürfnissen, sondern lediglich zwischen verschiedenen Strategien, die der Erfüllung dieser Bedürfnisse dienen. Daher ist es höchst relevant, Bedürfnisse von Strategien unterscheiden zu können.

Unternehmensstrategie

Siehe hierzu auch: Unternehmensstrategie Siehe hierzu auch: Engpasskonzentrierte Strategie

Literatur


- Senger, Harro von: 'Strategeme. Lebens- und Überlebenslisten aus drei Jahrtausenden', 10. Aufl. Bern, München, Wien: Scherz 2000
- Clausewitz, Carl von: 'Strategie denken. Die hohe Kunst der Strategie', München: dtv

Siehe auch

Krieg, Angriff, Verteidigung, Strategem, Success Resource Deployment, strategische Allianz, strategische Familie, SALT, SDI, START, strategisches Gut, strategische Waffe, Strategischer Bomber, Strategische Studien, Strategische Bahn Kategorie:Kriegs- und Gefechtsführung ja:戦略

Arbeitsplatz

Der Arbeitsplatz ist jene Stelle im Betrieb, einer Verwaltung oder einer Organisation, an welcher ein abhängig Beschäftigter seine im Rahmen des Arbeitsverhältnisses geschuldete Tätigkeit erbringt. Der zu Grunde liegende Arbeitsvertrag kann ferner die Vereinbarung eines bestimmten Arbeitsortes (das sind z.B. eine Gemeinde, eine Stadt, ein Einödhof usw.) enthalten. Als Arbeitsplatz wird umgangssprachlich der Ort, das Unternehmen oder die Position bezeichnet, an dem ein Arbeitnehmer in einer sozialversicherungspflichtigen (auch geringfügig beschäftigten oder als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme finanzierten) Tätigkeit beschäftigt ist. Die selbstständige Beschäftigung wird landläufig nicht als "Arbeitsplatz" bezeichnet.

Vertrag

An den Arbeitsplatz nach §§ 611 ff. BGB nach Dienstvertragsrecht sind gemäß den Bedingungen des (auch mündlich) geschlossenen Arbeitsvertrages
- Umfang und Qualität der zu leistenden Arbeit,
- die Arbeitszeit,
- sowie Lohn- und Sozialleistungen des Arbeitgebers geknüpft. Der Arbeitsort selbst, die Länge des Weges zur Arbeit, das Betriebsklima und die speziellen Anforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen bestimmen stark die Attraktivität einer beruflichen Tätigkeit.

Ausgestaltung

Für die Ausgestaltung des Arbeitsplatzes ist im allgemeinen der Arbeitgeber zuständig. Bei Bürotätigkeiten gehören dazu ein Raum, ein Schreibtisch mit Stuhl, Ablageflächen, technische Infrastruktur wie z.B. ein (Netzwerk-)Computer, Arbeitsmittel etc. Technische Arbeitsplätze befinden sich in Werkhallen, Fabriken, Hangars, Maschinenräumen usw. und erfordern den Umgang mit Maschinen und Werkzeugen. Arbeitsplätze können sich auch im Freien oder außerhalb von Betriebsräumlichkeiten befinden, etwa Baustellen von Bauunternehmen, wechselndem Arbeitsplatz oder bei Außeneinsätzen (Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienste, Handwerker, Monteure oder Außendienstbeschäftigte). Ein optimal gestalteter Arbeitsplatz
- ermöglicht Arbeiten ohne lange Laufwege oder Liegezeit/Verlustwege
- behindert den Arbeitsfluss nicht und fördert die Arbeitsleistung des Mitarbeiters
- berücksichtigt Körpermaße und Bewegungsabläufe sowie die einschlägigen Vorschriften des Arbeitsschutzes. Ein neuer Mitarbeiter wird meist mündlich am Arbeitsplatz eingewiesen und kann sich daneben in Arbeitsanweisungen oder Tätigkeitsbeschreibungen über die an seinem Platz konkret geforderten Arbeitsschritte vergewissern. Die Bezeichnung Arbeitsplatz lässt nicht zwangsläufig einen Rückschluss auf den Ort oder die grundsätzliche Beschaffenheit des Arbeitsplatzes zu. Mit der sinnvollen (d.h. Leistung fördernden) Arbeitsplatzgestaltung befasst sich das Wissenschaftsgebiet der Ergonomie.

Arbeitsplatzschutz


- Wer zum Grundwehrdienst oder zu einer Wehrübung einberufen wird, behält seinen Arbeitsplatz und erleidet gemäß den Bestimmungen des Arbeitsplatzschutzgesetzes keinen Nachteil.
- Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist nach dem Beschäftigtenschutzgesetz (BSchG) verboten und kann auch nach §§ 174 ff. StGB bestraft werden.
- Bei Arbeitsplatzteilung (Job-sharing) ist eine Kündigung des Arbeitgebers anlässlich des Ausscheidens des Partners unwirksam.

Arbeitsplatzwechsel

Die moderne Wirtschaft verlangt durch den Wegfall herkömmlicher Berufe, Rationalisierungen, Betriebsverlagerungen in das Ausland, Fusionen und Firmenaufkäufe häufiger als früher die Bereitschaft zum Ortswechsel. Sofern dies innerhalb desselben (Konzern-)Unternehmens geschieht, hat der Arbeitgeber nötige Umzugskosten zu ersetzen. Bei Betriebsverlagerungen innerhalb des gleichen Ortes oder problemloser Erreichbarkeit des neuen Standortes im öffentlichen Nahverkehr kann ebenfalls ein neuer Arbeitsplatz drohen. Dieser Arbeitsplatzwechsel wäre jedoch dem Arbeitnehmer zumutbar.

Versetzung

Je konkreter ein Arbeitsort im Arbeitsvertrag beschrieben ist, umso schwieriger ist es, den Mitarbeiter im Wege einer Anordnung zu versetzen. Ein geschlossener Versetzungsvorbehalt im Vertrag berechtigt den Arbeitgeber im Rahmen seines Direktionsrechtes jederzeit dazu, den Mitarbeiter in andere Niederlassungen oder Filialen zu versetzen. Auslandseinsätze sind ausgeschlossen, es sei denn, dass ein separater Entsendevertrag existiert. Versetzungen an einen anderen Arbeitsplatz sind im öffentlichen Dienst regelmäßig im Arbeitsvertrag vereinbart. Bei anderen Arbeitgebern ist gegebenenfalls ein vorhandener Betriebsrat bei Versetzungen einzuschalten.

Arbeitsplatzverlust

Zum Arbeitsplatzverlust kommt es im Wege der Kündigung durch den Arbeitgeber
- bei personenbedingter Ursache (z.B. dauerhafte Erkrankung des Arbeitnehmers, Führerscheinverlust bei einem Berufskraftfahrer)
- bei verhaltensbedingter Ursache (z.B. Fehlverhalten wie permanente Unpünktlichkeit, Alkoholkonsum am Arbeitsplatz, Ausüben einer Nebentätigkeit während einer Krankschreibungsphase, Arbeitsverweigerung, verbotenes betriebliches Surfen im Internet)
- aus betriebsbedingten Gründen (wie Wegfall einer Produktlinie, Schließung eines Standortes)
- wegen strafbarem Fehlverhalten des Arbeitnehmers (Kriminelle Vorgänge wie Diebstahl oder Unterschlagung).

Siehe auch

Personalwirtschaft, Arbeit, Arbeitsmarkt, Beruf, Telearbeit, Arbeitsstättenverordnung, Grundbegriffe des Arbeitsrechts, Arbeitnehmerähnliche Person, Arbeitsverhältnis, Beschäftigungsverhältnis, Gewerkschaft, Betriebsrat, Kapitalismus Kategorie:Personalwesen Kategorie:Arbeitsrecht

Innovation

Innovation heißt wörtlich "Neuerung" oder "Erneuerung". Das Wort leitet sich aus den lateinischen Begriffen novus für neu und innovatio für etwas neu Geschaffenes ab. Im Deutschen wird der Begriff im Sinne von neuen Ideen und Erfindungen, sowie deren (wirtschaftlicher) Umsetzung verwendet. Aus archäologischer Sicht gibt es Zeiten der Innovation, in denen schubartig Neuerungen auftraten. So dass die Meinung verteten wird, das Innovation auch ein bestimmtes Klima braucht. Erfindung Zu unterscheiden ist zwischen Invention und Innovation. Inventionen umfassen neue Ideen bis einschließlich Prototypenbau bzw. konkreter Konzeptentwicklung in der vormarktlichen Phase. Innovationen ergeben sich aus der Umsetzung bzw. Verwertung. Neu kann in diesem Sinne eine echte Weltneuheit oder aus Sicht eines einzelnen Unternehmens, Mitarbeiters etc. eine subjektive Neuheit bedeuten. Man unterscheidet unter anderem technische, organisatorische, institutionelle und soziale Innovationen. Unterschieden werden Innovationen auch nach ihrem Grad an "Neuheit". Dabei betrachtet man die Kombination aus Zweck des Gegenstandes oder Produktes und die Mittel mit denen dieser Zweck erreicht wird. Erreicht eine Innovation in beiden Dimensionen hohe Werte so spricht man auch von einer radikalen Innovation. Der Begriff Innovation im Sinne von "neu" wird aktuell fast ausschließlich positiv besetzt und verkommt häufig zum nebulösen Schlagwort. Im Ursinn ist er eigentlich ein Oberbegriff für auch durchaus negativ besetzte Begriffe, wie z.B. "Rationalisierung" oder "Globalisierung".

Wirtschaftswissenschaftliche Verwendung

Nach dem Volkswirt Joseph Schumpeter ist "Innovation" die Durchsetzung einer technischen oder organisatorischen Neuerung, nicht allein ihre Erfindung. Seit der Übersetzung von Schumpeters Band "Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung" 1963 aus dem Englischen findet der Begriff auch in Deutschland breite Verwendung. Innovator ist für Schumpeter der schöpferische Unternehmer (im Gegensatz zum Arbitrageunternehmer, der lediglich vorhandene Preisunterschiede zur Gewinnerzielung ausnutzt), der auf der Suche nach neuen Aktionsfeldern den Prozess der schöpferischen Zerstörung antreibt. Seine Triebfeder sind auf der Innovation basierende kurzfristige Monopolstellungen, die dem innovativen Unternehmer Pionierrenten verschaffen. Das sind geldwerte Vorteile (auch Innovationspreise), die durch die innovativen Verbesserungen entstehen, zum Beispiel durch höhere Produktivität.

Innovationsforschung

Die Innovationsforschung beschäftigt sich zum einen mit der Frage »WAS« das Ziel einer Innovation sein soll - die Genese neuer Problemlösungs-Anwendungsfeld-Kombinationen. Das kann eine Produktinnovation aber auch neue Organisationsform, Technologie, ein Verfahren oder ein neues Anwendungsfeld sein. Zum anderen »WIE« diese realisiert werden können, also mit Innovationsprozessen und damit der Frage des Übergangs des betreffenden Subjekts/Objekts vom Zustand t0 in den Zustand t1. Im Mittelpunkt der Prozessbetrachtung stehen Prozessformen, bspw. bewusst gesteuerte, sich selbstorganisierende oder informell bzw. en passant ablaufende Prozesse sowie die Möglichkeiten und Grenzen einer gezielten Gestaltung bzw. Beeinflussung. Neuerdings gilt das Forschungsinteresse zunehmend der "history dependency", also der Pfadabhängigkeit von Innovationsprozessen und deren Ergebnissen. Im Mittelpunkt steht die Annahme, dass die Entwicklungsvergangenheit einer Organisation, eines Produktes, einer Technologie etc. künftige Entwicklungsmöglichkeiten und -vorgehensweisen beeinflusst und begrenzt (history matters). Unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Historie wäre damit nicht jedes beliebig gewünschte Innovationsziel erreichbar. Erhärten sich die bisherigen Erkenntnisse, hat das Konsequenzen für die Innovationspraxis in Unternehmen: Diese müssen nicht mehr wie Lemminge modischen Schlagworten und kurzlebigen Trendkonzepten hinterherlaufen, wenn sie innovieren wollen. Vielmehr richten sie den Blick stärker auf die eigenen Potenziale und deren historische Formierung, um letztlich Wettbewerbsvorteile auf der Basis echter Alleinstellungsmerkmale zu erarbeiten. So unterscheidet man auch Produkt-, Verfahrens- und Managementinnovation. Wobei letztere die erfolgversprechendste zu sein scheint, da Manager als Letztentscheider über die Verteilung der Ressourcen bestimmen. Produkt- und Verfahrensinnovationen sind in diesem Sinne Resultate von Managementinnovationen.

Siehe auch


- Innovationskultur, Innovationsökonomie, Innovationshindernis, Innovationsmanagement
- Innovationspsychologie
- Innovationswirtschaftliche Erfolgsfaktoren
- Kreativität, Kreativitätstechnik, Kreatives Milieu
- Produktinnovation
- Social Construction of Technology
- Techniksoziologie
- Zukunftstechnologie
- Systeminnovation
- Managementinnovation

Weblinks

[http://www.ipi.ethz.ch Portal zur Produktinnovation] [http://www.tbs-hessen.org/wichtiges/innoserieteaser.html Technologieberatungsstelle Hessen "Was ist eigentlich Innovation?" - Artikelsammlung] [http://www.innovation.niedersachsen.de Aktuelle Meldungen zu Innovationen in unterschiedlichen Technologiefeldern] Kategorie:Management

Kategorie:Management

Management oder auch Unternehmensführung entspricht im betriebswirtschaftlichen Zusammenhang der Betriebsführung. Aufgabe eines Managers ist die Planung, Durchführung, Kontrolle und Anpassung von Maßnahmen zum Wohl der Organisation bzw. des Unternehmens und aller daran Beteiligten (Anspruchsgruppen = Stakeholder) unter Einsatz ihm zur Verfügung stehenden betrieblichen Ressourcen. Kategorie:Betriebswirtschaftslehre ja:Category:経営

Bagnoli di Sopra Merlot riserva

Il Bagnoli di Sopra Merlot riserva è un vino DOC la cui produzione è consentita nella provincia di Padova.

Caratteristiche organolettiche


- colore: rosso rubino se il vino è giovane, tendente al granato con l'invecchiamento
- odore: intenso, fruttato, un po' erbaceo, caratteristico e con profumo gradevole
- sapore: asciutto, morbido, giustamente tannico, armonico

Cenni storici

Abbinamenti consigliati

Produzione

Provincia, stagione, volume in ettolitri
- nessun dato disponibile categoria:Vini DOC della provincia di Padova categoria:Vini DOC e DOCG prodotti con uva Merlot

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Brunalger
. ----
- Række Brunalger Phaeophyta, Phaeophyceae
  - Ectocarpales
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    - Fucaceae (blære
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